UriuamrratiouS- Preise Kür Laibach: »«tzjSHrig . . 8 fl. 46 kr. Halbjkhrig. . . 4 „ 20 „ Oterteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ MitderPost: »anzjLhrig ...... 12 fl. Halbjährig.............. 6 „ »irrteljShrig 3 „ Für Zustellung inS HauS »kittij. 25 tr., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibachcr Redactio» Bahnhofgaffe 9a 132. 'ogblott Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nic6t zurückgesendet. Expedition- & Juserate«- Burcau: Longreßplatz Nr. 81 (tiui Handlung von Jgn. o. £i' mayr & Fed. Bambcr JnsertionSprrise Für die einspaltige Petitgei ä 4 kr., bei zweimaliger Einschaltung ä 7 Ir., dreimaliger ä 10 fr. Jnsertiousstempel jedesmal 30 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt Rr. 90. Mittwoch, 22. April 1874. — Morgen: Adalbert B. 7. Jahrgang. Revision der schweizerischen Bundesverfassung. (Schluß.) Im Artikel 19 wird bestimmt, daß die Verfügung über das BundeSheer mit Inbegriff des gesetzlich dazu gehörigen Kriegsmaterials der Eidgenossenschaft zustehe. Am wichtigsten sind die Aende-rungen im Artikel 20, der wesentliche Zugeständnisse an die romanische Schweiz macht. Während früher das gefammte Militärwesen in allen seinen Theilen in der Hand des Bundes concentriert bleiben sollte, heißt es nun: „Der Bund erläßt die Gesetze über das Heerwesen und sorgt für deren Vollziehung. Der Bund ertheilt den gesummten Militärunterricht. Er bestreitet die Kosten des Unterrichtes und der Bewaffnung und übernimmt auch die übrigen Auslagen für das Heerwesen, insoweit nicht ein Theil derselben durch die Gesetzgebung den Cantonen auferlegt wird. Die Betheiligung der Can-lone an der Administration der Truppenkörper ihres Gebietes wird durch die Gesetzgebung festgestellt. Gegenüber vorstehenden Grundsätzen bleiben folgende Bestimmungen Vorbehalten: a) Soweit nicht militärische Gründe entgegenstehen, sollen die Trup-penkörper aus der Mannschaft desselben CantonS gebildet werden, b) Die Vorschriften des Bundes über die Bildung dieser Truppenkörper und die Erhaltung deS Standes desselben werden durch die c»ntonalen Militärbehörden vollzogen, c) Der Bund ist berechtigt, die in den Cantonen vorhandenen Was. fenplätze und die zu militärischen Zwecken dienenden Gebäude nebst der zugehörigen Einrichtung zur Benützung zu übernehmen. Die nähern Bedingungen werden durch die BundeSgesrtzgebung fcstgestellt. Indem so der Bund den gesammtcn Militärunterricht in der Hand behält, dagegen den Cantonen die Administration überläßt und .sie zu Vollstreckern der Bundesvorschriften macht, sucht er es zu vermeiden, daß eidgenössische Inspektoren und Jnstructoren in die CantonSverwaltung hemmend Eingreifen und derselben jede Verfügung über ihre Mannschaft unmöglich machen könnten. Ferner wird den Cantonen die Ausrüstung und Bekleidung der Truppen nach der Landesgesetzgebung überlassen. Wie Oesterreich den Ungarn ihre Liebhaberei gönnt, in Schnitt und Qualität der Uniformen sich ihrem besonderen Hange zu überlassen, so drückt der Bund auch dieser Liebhaberei der französischen Cantone gegenüber ein Auge zu. Hauptsache ist, daß der Milt* tärunterricht centtalisiert wird; damit wird einem Uebel abgeholfen, das namentlich in den kleinen Cantonen überhand genommen, wo es an tüchtigen Trup-peninstructoren fehlt und aus lauter Cameraderie kein rechter Ernst möglich ist. Die Centralisation der gestimmten Rechtsgesetzgebung, wie sie in dem Entwürfe von 1872 ausgenommen war und namentlich in den sieben Ur-cantonen den größten Widerwillen hervorgerufen hatte, hat in dem revidierten Entwürfe keinen Platz mehr gefunden, sondern es wurde eine ähnliche Zweitheilung zwischen Reichs und Landesgesetzge-bnng wie in Deutschland beliebt. CS dürfte jedoch nicht lange anstehen, so wird sich ähnlich wie in Deutschland das Bedürfnis nach Rechtseinheit auch in der Schweiz geltend machen. Scfccrn gegenwärtig lesitzt , die letztere ein Bundesgericht, welches alle Rechtfälle entscheidet, bei denen eint Behörde, ein Canton oder der Bund betheiligt ist. Außerdem fungiert dasselbe als oberster Wächter über Anwendung der Bundesgesetze in den einzelnen Cantonen. Als Reformen, welche in das gemeinsame Rechtsgebiet Einschlägen, sind noch hervorzuheben die Abschaffung der geistlichen Gerichtsbarkeit, der Schuldhaft, der Todesstrafe in Friedenszeiten und der leiblichen Strafen, freilich eine harte Nuß für die Cantone der Urschweiz, wo heute noch wacker geprügelt wird. Ten Hauptpunkt der neuen Bundesverfassung jedoch bilden die Schul- und consessionellen Reformen. Bezüglich des in einigen Cantonen sehr vernachlässigten Volksschulunterrichtes wird bestimmt: „Die Cantone sorgen für genügenden Primarunter-richt, welcher ausschließlich unter staatlicher Leitung stehen soll. Derselbe ist obligatorisch und in den öffentlichen Schulen unentgeltlich. Die öffentlichen Schulen sollen von den Angehörigen aller Bekenntnisse ohne Beeinträchtigung ihrer Glaubens- und Gewissensfreiheit besucht werden können." lieber die religiöse Erziehung der Kinder bis zum sechzehnten Jahre verfügt der Vater. Dissidenten dürfen nicht zu Steuern für Kultuszwecke angehalten werden. Die Ausübung bürgerlicher oder politischer Rechte darf durch keinerlei Vorschriften, Bedingungen oder Gelübde kirchlicher oder religiöser Natur beschränkt werden. Die Glaubens- und Gewissens- Jeuilleton. Der Sturz des Fürsten Florestan von Monaco. (Fortsetzung.) Bei meinem Hinaustreten auS dein Bahnhofs» ^«udt verbeugte sich vor mir ein kleiner, schwarz Wltidetet Mann, der nach zwanzig Jahren ganz Herr Thiers aussehen wird und daS schlaueste hatte, das mir noch je vorgekvmmm ist. Es ar H^r Blanc, mein zukünftiger Haußmann, meine kdeutendfte Revenuenqncllc. .. Mit einer Verbeugung nach allen Seiten stieg ! iu Pferde und ritt im langsamen Schritt, da« •”lt die Infanterie folgen könne, der Stadt zu. ES 8nett von Veilchenbouquets in den engen Straßen o der Anblick des großen Platzes war wirklich ichvn. Am Palaftthore empfing mich die alte verwitwete Prinzessin, beugte sich tief und küßte mir :,A\anb; Ich aber umschlang sie mit beide» Armen unb druckte einen Kuß auf ihre beide» Wangen. «Das war herzlich gemeint, fürstliche Durch- taucht", sagt sie. „Aber Durchlaucht sind jetzt regierender Fürst und müssen in Gegenwart der Menge Ihre Würde wahren." Am Eingänge hielten zwei prachtvoll uniformierte riesige Schweizer Wache, von denen ich später erfuhr, daß sie für einen Franken per Kopf englischen Touristen meine Privatgemächer zeigten und dadurch ihrem officiellen Einkommen nachhalfen. Zwischen ihnen durch gelangte ich in den großen Schloßhof, schritt die breite Treppe hinan und begab mich in den unter dem Namen Salle Grimaldi bekannten Empsangösaal. Dort hielt ich feierliches Lever, empfing die Spitzen der Geistlichkeit, die Präsidenten des Gerichtshofes und der Volkserziehung, den Finanzminister Monsieur Lombard, den Groß-almosenier Monsignore Ciccodicola, den Platz-commandanten, die fünf Professoren des Jesuiten-collegimns, meinen Cabinetschef, meine drei Adjutanten, sechs Pfarrer, die oben erwähnten vier Garde-offizierc und meinen Leibarzt, Monsieur Eoulon, in dem ich auf den ersten Blick einen intelligenten Mann entdeckte. Die ganze Förmlichkeit währte nur wenige Minuten und ich benutzte die Zeit bis zur Tafel, um einen einsamen Spaziergmig durch den Schloßgartcn zu machen. Der Abend und die Szene waren wundersam herrlich. Mich aber machten sie melancholisch, denn ich mußte mir sagen, daß ich nicht an meinem Platze sei. Ich, ein Freidenker, sollte fortan über bigotte Katholiken mit Hilfe eine» JefuitenpaterS regieren, sollte, ein eifriger Vertreter der Entwicklung einet jedweden Individualität, fortan ein strenger Cenlralift sein I Mich bestürmten die widersprechendsten Gedanken. Melancholisch verzehrte ich mein Diner tete-ü-tete mit meiner in Trauer gekleideten Großtante inmitten eines düstrrn Gemaches und trübsinnig begab ich mich zu Bett. Als ich am nächsten Morgen nach meinem Kaffee klingelte, brachte man mir ein ungeheures, mit meinem Wappen versiegeltes Couvert. Es ent* hielt den „Rapport Hebdomadaire", eine schreckliche Depesche von 23 Seiten. „Wöchentlicher Rapport !" Von was ? möchte ich wissen. Ich begann zu lesen. „Montag abends schimpfte ein Mann, genannt Marsan, den Carabinier Fissori einen Esel. Er ward zwar nicht arretiert (cf. Ordre Nr. 1142 und c.orresp. 70, 10, 102), aber an den Staats-rath ein Privatbericht aufgesetzt, woraufhin der Ge-neralsecretär besagten Marsan eine Woche lang Freiheit ist unverletzlich. Niemand darf zur Theil-nahme an einer Religionsgenossenschaft oder an einem religiösen Unterrichte oder zur Vornahme einer religiösen Handlung gezwungen oder wegen Glaubensansichten mit Strafen irgend welcher Art belegt werden. Durch Civilehe, Civilstandsregistcr und Civilbegräbnisplätze ist der unbefugten Einflußnahme der Geistlichen ein Riegel vorgeschoben. Die Glaubensansichten entbinden niemanden von der Erfüllung seiner bürgerlichen Pflichten. Die freie Ausübung gottesdienstlicher Handlungen ist innerhalb der Schranken der Sittlichkeit und der öffentlichen Ordnung gewährleistet. Den Cantonen sowie dem Bunde bleibt Vorbehalten, für Handhabung der öffentlichen Ordnung und des Friedens unter den Consefsionen, sowie gegen Eingriffe kirchlicher Behörden in die Rechte der Bürger oder des Staates die geeigneten Maßnahmen zu treffen. Die Errichtung von Bislhümern auf schweizerischem Boden unterliegt der Genehmigung des Bundes. Die Eidgenossenschaft anerkennt keinen ständigen Vertreter einer auswärtigen geistlichen Macht. Die Bekleidung eines geistlichen Amtes soll von der Leistung eines wissenschaftlichen Ausweises abhängig gemacht werden. Der Bund ist berechtigt, erforderlichenfalls auf dem Wege der Gesetzgebung nähere Vorschriften hierüber zu erlassen. Was endlich den Orden der Jesuiten betrifft, so lautete der frühere Jesuikenartikel: „Der Orden der Jesuiten und die ihm affiliierten Gesellschaften dürfen in keinem Theile der Schweiz Aufnahme finden." Der jetzige enthält noch den Zusatz: „und es ist ihren Gliedern jede Wirksamkeit in Kirche und Schule untersagt. Dieses Verbot kann durch Bundesbeschluß auch auf andere geistliche Orden ausgedehnt werden, deren Wirksamkeit staats-gefährlich ist oder den Frieden der Eonfessionen stört." Die Errichtung neuer und die Wiederherstellung aufgehobener Klöster oder religiöser Orden ist unzulässig. Die bestehenden Klöster und religiösen Orden dürfen keine Novizen oder neue Mitglieder mehr aufnehmen. Die Bundes- und cantonalen Behörden haben in den Klöstern freien Zutritt. Das Verbot der Arbeit darf sich nur auf Sonntage und höchstens weitere zehn Tage des Jahres beziehen. Die Feststellung und Beurkundung des bürgerlichen Standes ist Sache der weltlichen Behörden. Die Verfügung über die Begräbnisplätzc steht ebenfalls den bürgerlichen Behörden zu. Sie haben dafür zu sorgen, daß jeder Verstorbene in der Gemeinde, wo er gewohnt hat, schicklich beerdigt werden kann. Dies sind einige der markantesten Bestimmungen der neuen Bundesverfassung der Schweiz. Wie harmlos nehmen sich ihnen gegenüber unsere viel- unter Polizeiaufsicht zu stellen befahl. Zu Händen Les Unterausschusses für die öffentliche Ordnung." „Monsieur Blanc besuchte am Dinslag den Tunnel in der Gemeinde Turbie, um eine weitere Wasserleitung für das Casino zu gewinnen. Sintemal Monsieur Blanc abef nicht die Höflichkeit hatte, das Sekretariat von seinem Ausfluge zu benachrichtigen, war e« unmöglich, einen Bevollmächtigten abzufenden und von den Details Kenntnis zu nehmen." In diesem Tone ging es 23 Seiten fort. Die letzt« belehrte mich über Zahl und Namen der ein-und aufgelaufenen Fischerboote, über den Zeitpunkt des Sonnenaufganges und schloß mit dem wichtigen Gactum, daß ein Gemeiner in meinem Garderegi. mmt einen Schnupfen abgekriegt. Unerträglich! Diese Formalitäten müssen ab-geschafft, die Verwaltung muß decentralisiert werden. Ich klingelte, ließ Monsieur de Payan zu mir kommen und sprach zu ihm folgendermaßen: „AuS dem langweiliger« Instrument dort ersetze ich, daß Bureaukratie und Kanzleizopf in meinem Fürstenthum bis zur traurigsten Vollkommenheit au«g«bildet sind. Obzwar nun die Centralisation in einem LLndchen, da» wegen seiner Kleinheit fast nur Crntrum ist, weniger Schaden thut, so will ich doch Liesen Zustand der Dinge ändern. Darum bitte ich geschmähten consessionellen Gesetze aus! Man hat uns von gewisser Seite so eindringlich die Föüerativ-versassung der Eidgenossenschaft gerühmt und zur Nachahmung empfohlen. Dürfte es nicht empfehlenswerter fein, die «ackern Eidgenossen in dem, was sie anstreben, der Befreiung vom römischen Joche, der fortschrittlichen Gestaltung ihres Gemeinwesens nachzuahmen, als in dem, was sie absc^üt= tcln, dem mittelalterlichen Föderalismus?_____________ Politische Runvjchau. Laibach, 22. April. Inland. Am Montag fand in der ungarischen Hauptstadt die Eröffnung der Delegationen beider Reichshälften statt. Außer den gemeinsamen Ministern Andrassy, Kuhn und Holzgetha» hat sich auch Ministerpräsident, Fürst Auersperg, nach Budapest begeben, um bei dem üblichen Empfange der Delegierten durch den Kaiser, der gestern statt-fand, gegenwärtig zu sein. Daß die bei dieser Gelegenheit übliche Kundgebung Sr. Majestät eine eminent friedliche sein werde, kann bei dem gegenwärtigen Stande der auswärtigen Beziehungen Oesterreichs zu allen europäischen Staaten als ausgemacht gelten. Oie österreichischen Delegierten kehren hierauf nach Wien zurück, wo ihre Anwesenheit angesichts der noch der Erledigung harrenden zahlreichen Arbeiten im Reichsrathe sehr dringlich ist. Beide Häuser des R e i ch S r a t h e s nehmen morgen ihre Arbeiten wieder auf. Im Herren»' Hause beginnt die Budgetdebatte und außerdem steht die zweite Lesung des consessionellen Gesetzes über die Besteuerung des Pfründenoermogens, sowie die Ausgleichung der rücksichtlich des ersten Gesetzes mit dem Abgeordnetenhause schwebenoen Differenz auf der Tagesordnung. Die letztere Differenz ist durch die confessionelle Commission dahin beglichen worden, daß der Beitritt zu der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Textierung des tz 54 vorgeschlagen wird. Schwieriger dürste die Herstellung der Concordanz bei dem zweiten Gesetze werden, da die Herrenhaus-Commission die Scala der Religionsfonds-Steuer bedeutend erniedrigt und hiedurch das Erträgnis derselben beträchtlich herabgemindert hat. Wie die Presse hört, wird der Reichsrath nicht früher vertagt werden, ehe nicht die Gesetzentwürfe über die Abänderung des Landwehrgesetzes, über die Organisierung der Gensdarmerie und über das neue Miliiär-PensivnSnormale in beiden Häusern zur verfassungsmäßigen Behandlung gelangt sind. Herr v. Bitto hat in der jüngsten Sitzung des ungarischen Reichstages das erwartete Programm der Regierung für die parlamentarischen zunächst um Thatfachen. Wie steht es mit den StaalsauSgaben und Einnahmen und wie hoch beläuft sich die Zahl der Beamten? „Sire", antwortete er, „es gibt mit Einschluß Ihres Hofhaltes und Ihrer Gardeoffiziere 126 Bedienstete in Monaco. Die Zahl der Soldaten und Carabiniere ist 60 und die der unbezahlten consu-latorischen und diplomatischen Vertreter Monacos im Auslande 150." „Und wie viele Diener, die Stallknechte eingerechnet, habe ich für meine Person?" „Fünfundzwanzig." „Im ganzen gibts also 361 Kronbeamte bei einer Bevölkerung von bloS 1300 erwachsenen männlichen Einwohnern?" „Ja wohl, Sire, und von dem Reste beschäftigt Monsieur Blanc 800 in seinen Etablissements." 1160 Stellen auszufüllen bei 1300 erwachsenen männlichen Einwohnern! Das war mir doch zu bunt. Ich fand aber bald heraus, daß man da« Beispiel de« Obersten Jacquemel befolgte, der seine Mann, fchaft zweimal bei meiner Ankunft mitteten ließ; man verwendete nemlich unsere Staatsmänner — glücklicherweise gab» ihrer nur wenige — zwei- oder dreimal, indem man mehrere Posten mit einem einzigen Manne ausfüllte. Arbeiten entworfen. Dasselbe entspricht in allen Theilen den daran geknüpften Erwartungen und wurde vom Reichstage auch acceptiert. Wie bereits hervorgehoben. legt man in Pest auf die Revision des Wahlverfahrens wie der Hausordnung das größte Gewicht; das Mißfallen, welches die Exaltados von der äußersten Linken darüber erkennen ließen, spricht am lautesten für die Notwendigkeit der zu treffenden Maßnahmen. Und deshalb kann es auch nur gutgeheiß-n werden, daß sich das Cabinet Bitto gegenwärtig den Eventualitäten einer radicalen Wahl-reforni nicht ausfetzen will und sich vorläufig damit begnügt, die schreiendsten Mißstände abzustellen. Auch der Ftnanzminister gab einige Erklärungen über die Art seines Vorgehens. Herr v. Ghyczy stellte seine Maßregeln nur bedingungsweise noch für diese Session in Aussicht, versprach jedoch, mit denselben bestimmt in der folgenden hervortreteu zu wollen. Aufschlüsse über die Bankfrage soll der Reichstag schon in der nächsten Zeit erhalten. Ausland. Es stehen wieder einige stürmische Sitzungen des deutschen Reichstags bevor: Das infolge der AmtSentsetzung Ledvchowski's dringlich gewordene Kirchendienergesetz steht auf der Tagesordnung; es verlautet, daß die Klerikalen, um das Haus beschlußunfähig zu machen, in Masse von der Berathung des Entwurfs weg» bleiben wollen. Für eine deutsche Volksvertretung wäre eine solche Demonstration, die für uns in Oesterreich schon etwas alltägliches ist, neu, umsomehr, als die Klerikalen des Reichstags bisher eine außerordentliche Redeseligkeit entwickelt haben. Die Beschlußunsähigkeit des Reichstag« zu bewirken, vermöchte aber ein klericaler Maffenstrike nicht. Denn mit seinem ganzen Anhang zählt da« Centrum nur 114 Mitglieder. Die reichsfreundlichen Parteien oetfügen über 260 Stimmen, während für die Beschlußfähigkeit des Hause« nur 199 erforderlich sind. Zwar flehen von den 500,000 Stimmen, welche zur Entscheidung über die schweizerische Bunde s r e v i s i v n erforderlich sind, noch etwa 100,000 aus. Aber trotzdem kann das Ergebnis der Volksabstimmung in der Schweiz, soweit dasselbe nach den bis jetzt vorliegenden telegraphischen Meldungen bekannt ist, bereits als ein der Bundesrevision günstiges bezeichnet werden. Gleichzeitig veröffentlichen schweizer Blätter den Wortlaut einer Note ViSconti -V enost a'S an die schweizerische Bundesregierung, worin, al» Antwort auf die zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Königs von Italien dargebrachten Glückwünsche der schweizerischen Republik, mit Betonung der von beiden Seiten garantierten Sicherheit, die Dank den Spieltischen des Monsieur Blanc und dem großen Privatvermögen meiner Familie, so fährt der Fürst in seiner Erzählung fort, befanden sich die Finanzen Monacos in blühendem Zustande. Meine Jahresrente betrug 800,000 Francs, mit denen ich leicht Palast, Ställe und eventuell noch eine englische Dampfyacht bestreiten konnte. Armee, Kirche, Erziehung und Justizpflegc nahmen 200.000 ärancs weg, während die öffentlichen Bauten zum Resssrl des Monsieur Blanc, als Theil seiner Concesfion, gehörten. Die Revenuen stammten au» vier fast gleich ergiebigen Bezugsquellen: 1. Zahlung der französischen Regierung für die Hälfte des Ta« bat«, der für die französische Regie im Fürstenthu« verkauft wird; 2 Zahlung der französischen Regierung für die von Frankreich in meinen Häfen erhobenen Abgaben; 3. Zahlung der PariS-Lyon-Me« dileraner Eisenbahn für das Durchfahrtsrecht; 4. unserer eigenen Localbesteuerung. Die Gesamteinnahmen beliefen sich somit aus 200,000 Franc« und kamen den RegierungSauSgaben ungefähr gleich. Ich entließ Monsieur de Payan; ohne jemandem etwa» zu sagen, wunderte ich allein zum Casino und bat dort einen der EmployöS, mich zu Monsieur Blanc zu führe«. (Fortsetzung folgt.) wärmsten Sympathien Italiens kundgegeben werden. Der gemeinsame Gegner, der Vatikan, wird nicht ausdrücklich genannt, ist aber zwischen den Zeilen herauszulesen. Diese Note konnte zu keiner günstigeren Zeit als am Tage vor der die ganze Schweiz umfassenden Abstimmung über die neue anti-ultra-montane Bundesverfassung der Oeffentlichkeit übergeben werden. Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß über den Suezkanal-Streit eine vollständige Einigung unter den maritimen Mächten erzielt wurde. Es wird allgemein bezweifelt, daß der Erbauer des achten Weltwunders, Lesseps, seine rasche Drohung wahr machen und, weil ihm die von der internationalen Commission beschlossene Erleichterung der Frachtenbesteuerung nicht behagt, „seinen Kanal" der Welt verschließen werde. Oesterreichs neuer Gesandter am Goldenen Horn, Graf Aichy, welcher die Reise dorthin von Triest aus angetreten hat, wird, wie officiöse Correspondenten andeuten, auf den verschiedensten Gebieten „alle Hände voll zu thun bekommen." Zur Tagesgejlhichre. — Der Kais er an den Papst. Wie der „D. Z." von gut informierter Seite mitgeiheilr wird, ist die Skizze fcefl kaiserlichen Antwortschreibens an ben Pipst, wie sie vom „Volksfreund" gebracht ward, ihrem wesentlichen Inhalte nach richtig; eine schein, bar kleine, in Wahrheit nicht so uninteressante Es-camotage hat sich jedoch das fromme Blatt nicht verfügen können. Der kaiserliche Brief sagt nemlich ausdrücklich, daß die Sanction der coafesswnellen Gesetze nnadweislich nölhig fei, weil die 9$ ß 1 ker dieselbe wün-scheu, nicht, rote der „VolkSsrenad" meldet, „die Mehrheit des Parlaments." Der Unterschied der Fassung ist nicht so unerheblich als eS auf den ersten Blick scheinen mag. und zwar wird ausdrücklich versichert, daß von höchster Stelle aus gerade mit diesen Wor« len den Behauptungen der Klerikalen, daß die Völker von diesen Gesetzen nichts wissen wollen, entgegen- getreten werden wollte. — Ein Wächter des Gesetzes. Daß die ungarischen GesetzeSzustände nur noch an den asiatischen, dort, wo nicht die Engländer die Administration führen, würdige Rivalen haben, ist eine so notorische Thatfache, daß wir diese Moral au» den nachfolgenden Geschichten nicht erst wieder ziehen wollen. ES ist ohnedies keine Moral dabei. Aber gegen die RcrnöDie möchten wir uns verwahren, daß man in Ungarn genau so von Gerichten. Richtern und Staatsanwälten spricht, wie bei uns. Die nachfolgende Corre-fpondrnz, welche die „Tr. Ztg.* aus Fiume erhält, mag dies illustrieren: „Im Jahre 1872 fanden in unserer Stadt Ansammlungen von bei den Eisenbahn, bauten beschäftigten Bauern statt, welche für ihre Ar. beitSlöhne fürchteten. Der Staatsanwalt, Herr Dr. Kusch er, glaubte einem Tumulte vorzubeugen, indem tt den Gefangenaufsehern Befehl gab, auSzurvcken. Diese umringten mit gepflanzten Bijonneien einen einzigen Menschen und verwundete» denselben so stark, daß er nach zwei Tagen ben erlittenen Verwundungen erlag. Der Advokat Dr. Pallua überreichte in Boll-wacht der Witwe des Verstorbenen die Klage, ftutnaner Bürger sammelten Geldbeträge für die nun ganz hilf. Hinterbliebene zahlreiche Familie, im Plenum der Ttadtrepräfentanz regnete eS bieSfällige Interpellationen wob — daS königliche Criminalgericht? Run, das ^uigliche Criminalgericht sprach die Abtastung vom Erfahren gegen den StaaiSanwalt aus. — ®me ins ^gliche Criminalgeiicht in Fiume eingelieferte KindeS-^ötdetin erfreute sich in der Perfon des Staats-Anwaltes Dr. Kufcher nicht ndr de« Anklägers, son» etn auch des Gefängnisinfpector». Es kam die Schluß-^»Handlung gegen die Kindesmörderin, und siehe da, ®e» derselben legte der StaaiSanwalt feine gewohnte • ' ®lttn9e, auf die »an sich t» Triest auS feiner bot» ‘gen Amilihätigkeit sicher z» erinnern weiß, nicht an e» Tag Die Kinbeflmtitdetin hatte während der Un« «rluchungshaft empfangen und geboren. Die öffentliche -Meinung griff ben StaaiSanwalt von Hau, zu Hau» unb in ber Presse an; derselbe fanb indeß in der Person be» königlichen Oberstaatsanwaltes in Pest seltsamerweise unb unerwartet einen Protektor, der in seiner Weisheit eine solche That gar nicht strafbar fand und so ähnliche künftige Ausschreitungen im vorhinein sanktionierte. — Ein weiterer Fall ist die Beschimpfung eines achtbaren Mädchen», welche ebenso ungeahnbet blieb, wie bie anderen erzählten Thatfachen. Man fühlt sich versucht, baS Sprichwort, daß eine Krähe der ändern die Augen nicht aushackt, hier anzuwenden. Wie viel die Achtung vor dem Richterstanbe dabei gewinnt, ist allerdings klar." — Wahnsinn vor Schreck. In Zipfen soll sich diesertage folgender Fall ereignet haben: In dem Keller eines Industriellen befand sich zu feinem Privatgebrauche ein Fäßchen Pulver. Die Magd, die daselbst etwas zu holen hatte, steckte die Kerze in das Pulver und ging mit dem Geholten zu ihrem Herrn, ber sie weiter beschäftigen wollte. Hier erinnert sich aber bic Mage, sie habe bie Kerze im Keller gelaffen, unb sagte e« auch ganz unverhohlen, daß sie noch um dieselbe dahin gehen müffe. Den Mann ergriff hierauf ein entsetzlicher Schreck ob ber an« rückeuben Gefahr; er stürzte selbst darauf in den Keller und es gelang ihm, bas Stiimpchen brennender Kerze aus dem Fäßchen zu reißen; bie Gefahr für fein HauS und feine Familie ist vorüber, aber der arme Mann wurde wahnsinnig unb die fixe Idee, das HauS stürze über ihm zusammen, begleitet ihn überall hin. — Ein Bett ist an sich gewiß einsehr harmloses Ding. Aber so wie daS harmloseste Wort im Zusammenhange mit anderen verfänglichen Smn erhalten kann, so kann ein Bett am Unrechten Orte gar fragwürdig werden. Die Siebensachen des Erzbischofs von Köln wurden bekanntlich verauktioniert. In der Liste feine» HauSraihe» figuriert auch ein Belt. Daran ist nichts ArgeS, ein Erzbischof darf auch ein Bett haben. Aber daS LicitauonSprotokoi fügt mit ketzerischem Hohn und teuflischem Grinsen hinzu, daß bies Bctt ein — „zweischläfrige-" fei. — SchwäbifcheAbferrigung. In einer lustigen Gesellschaft wollte ein Witzling einen Schwaben necken und fragte ihn: Hören Sie, ist es btnn wahr, daß die Schwaben erst gescheidt werden, wenn sie vierzig Jahre alt sind? — „Jo, dös ischt wahr", entgegnete der biedere Schwabe, „unb heut se bloS einen Augenblick Zeit, um zuz'greife. Versäumt se aber e’Dt intitle, so bleibet se so dumm, wie die andere Lem' sind." — Der Frauenkrieg gegen ben Allo« h o l scheint jetzt auch in England zu beginnen. In Manchester fand jüngst eine Versammlung unter freiem Himmel statt unb ein Dutzend Frauen, die alle mehr oder weniger von trunkenen Vätern oder Gatten zu leiden gehabt hatten, hielten Reden über die verhängnisvollen Folgen der Trunksucht. So lange die Frauen sich in England auf das Abhalten von Versammlungen und auf Reben beschränken, wird ihnen niemand wehren, im Gegenrheil allen Erfolg wünschen. Die Trunksucht ist ein englisches Rationallastet, und je früher demselben etwas gesteuert wird, desto bester. — Palästina hat einen harten Winter erlebt, wie er dort feit Jahrhunderten nicht vorgekommen. Orkane und masienhasie Schnee,älle haben die Wege zerstört, die Ernteaussichten vernichtet und viele Häufet zum Einsturze gebracht; die Preise der auch sonst schon theuren Lebensmittel find auf bas doppelte gestiegen und die israelitische Bevölkerung, von HungerSnvth h-imgesucht, wendet sich an ihre beuifchen Glaubensgenossen um Hilfe. — Die Englanb zur Annektierung angebotenen Fibschi.Inseln zählen 140.000 farbige und 2000 weiße Bewohner unb kommen tn ihrem Gesammt» Areal dem Umfange Schottland» gleich. Dte gesummte londoner Puffe täth der Regierung, sich diesen fruchtbaren Archipel, besten Besitz überbie» bie maritime Herrschaft in Austral-Asien stinken würbe, ohne Be» benten zu G.müthe zu zVhen. Zur Motivierung wirb aufjetbem angeführt, baß bem schmachvollen Sklavenhandel auch dort rin Ende gemacht werden mttffe. Local- unb Provinzial-Angelegenheite«. Original-Lorrespsndesz. Stein, 20. April. (Tob infolge eines Saufgelage».) Am 19. d. M. wurde in unserer Stabt ein Mann zu Grabe getragen, ber einem muth-willigea Saufgelage als Opfer gefallen. Es würbe DinStag ben 14. b. M. in einem hiesigen Gasthause ein Abschied-fest gefeiert, bei welchem e» toll unb voll herging bi- um 4 Uhr früh be» anbern Tage». Es wurde bet Fürst von Thorn aufgeführt, ein Salamander gerieben, verschiebet« Kumpane unter ben Tisch getrunken unb dergleichen Späße mehr. Dem hier-ortigen Besitzer und Gastwitthe Franz Zieret jedoch sollte der Spaß theuet z« stehen kommen. Derselbe wußte auf Commando recht wacker trinken. Als er schon längst besinnungslos unter ben Tisch gefallen, wurde et enblich um vier Uhr früh nach Haufe ge-schafft, aber von feinen säubern Zechgenossen im Bor-hause liegen gelaffen. Seine Frau fanb ihn am Morgen auf bem kalten Boben in vollkommen bewußtlosem Zustanbe. Dieser Zustanb dauerte bis Freitag nachmittags um 5 Uhr, um welche Stnnbe er feinen Geist aushauchte. Unb so enbete daS Abschiedsfest mit einer Leichenfeier, welche bie Herren Zechcumpaue wohl nicht beabsichtigt haben mochten. Allgemein ist bas Bebauern um ben Verstorbenen; die außerordentliche Theilnahme der hierorligen Bevölkerung am Leichenbegängnisse zeigte, daß der so unerwartet und unter so sonderbaren Umständen Verschiedene ein allgemein geachteter Bürget war. Derartige Saufgelage sind übrigens hier in Stein gar nichts seltene» und e» ist nur zu verwundern, daß selbe nicht öfter einen so tragischen ÄuSgang nehmen. Unbegreiflich jedoch bleibt es, daß es Bürger gibt, die ihren Spaß, ihr Seelengaudium daran finden, jemanden bis zur Bewußtlosigkeit trunken zu machen, ohne zu debenken, baß bet bum me Scherz ihren Mitbürger Gesundheit und Leben kostet. Bei diesem eklatanten Falle kommt namentlich folgendes zu erwägen: Der Tod wäre nicht eingetreten, hätte man nicht ben Unglücklichen zum Trinkelf förmlich genöthigt unb hätte man ihn nicht, nachdem er schon total berauscht war, noch weiters zum Trinken gezwungen. Der Tob wäre wahrscheinlich auch bann noch nicht eingetreten, hätte man ben Bewußtlose» seinen Angehörigen zur sorgsamen Pflege Übergeben unb nicht, wie es unverantwortlicherweise geschah, im Vorhause auf kaltem Steinboden liegen gelassen. Dir Todesgefahr hätte vielleicht auch bann noch hintan gehalten werben können, hätte man sogleich und nicht erst nach Verlauf von 36 Stunden ärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Indem wir diesen Fall ber Oeffentlichkeit übergeben, möchten wir fpeciell den Urhebern solcher viehischer Saufgelage, gegen bie sich mit Recht ber allgemeine Unwille kehrt, bie Warnung znrufen, künftighin wenigstens nicht bte einfachsten Gebote ber Menschlichkeit mit Füßen zu treten, vor allem keinen Menschen zu« Trinken zu zwingen unb einen total Betrunkenen unb Bewußtlosen wenigsten« der Obhut seiner Angehörige» zu übergeben unb ihn nicht hilflos und erstarrt liege» zu lassen. Wir wollen dabei bie Frage ganz unb gar aus bem Spiele lassen, ob nicht da» Gesetz darüber zu wachen hätte, daß ähnliche Ausschreitungen und Attentate auf Gesundheit unb Lebe« ber Mitmenschen nicht ungeahnbet bleiben bürfen. — (Tobfatl.) Den 18. April verschieb i» Graz ber k. k. jubilierte Landesgerichtspräsident Eduarb v. Jofch, Ritter be« Orben» der eisernen Krone 3. Klasse, im 74. Lebensjahre. Der Verstorbene war in ben fünfziger Jahren Präsident beS hiesigen Landes-gerichte». Außer bem ehrenvollen Andenken, welche» er als allgemein geachteter Justizmann hinterläßt, hat auch bte botanische Wissenschaft an ihm einen eifrige» Pfleget verloren. Mehrere Aussätze an« seiner Feber in bem Jihrlmche be, kärntnerischen LanbeSmufeum«, in ber Skofiz'schen österreichischen botanischen Zeitung unb in ben vereinSschristen bet wiener zoologisch botanische» Gesellschaft schildern bie V-g-taüouSverhälinisse Sät». ten», KraiuS nab des Küstenlandes. Wenn auch die« selben nicht auf der Höhe der Wiffenschaft stehen und »auchmal bei bet originellen Anschauung des Berfas, fer» eigemhitwlich gefärbt erscheinen, so bilden sie immerhin einen schätzenSwerihen Beitrag zur lüdlän» bischen Flora Oesterreichs. — (Der Verein der laibacher allgemeinen Kranken« und Jnvalidenkasfe) hält am 10. Mai nachmittag» seine diesjährige General» Versammlung ab. Bei dieser Gelegenheit wird auch der Rechnungsabschluß für die Zeit vom 1. Jänner 1873 bi» 31. Mürz 1874 vorgelrgt werden. Wir entnehmen demselben folgende Daten: Der Kassestand vom 31. Dezember 1872 belief sich auf 364 fl. 67V, kr. für den «ranken- und 206 fl. 27 kr. für den Jnvalidensond, daher im ganzen auf 570 fl. 94 V2 kr. Die Einnahmen betrugen an Eiuschreibegebühren 133 fl., an Wochenbeiträgen 1941 fl. 14 k., Ertrag des BestkegelfcheibenS 80 fl., Geschenk der Sparkasse 200 fl., daher Summe deS Empfanges 2925 fl. 8'/« kr. Dagegen verausgabte der Verein an Krankeuunterstützunge» 1360 fl. 68 kr., an Beerdigungskosten 210 fl., für Medicamente 15 fl. 28 kr., an Entbinduugskosten 66 fl., für Drucksorten und Buchbinderarbeiten 59 fl. 54 tr., an Kanzleierforder-niffen 2 fl. 16 kr., dem VereinSarzte 96 fl., an Besoldungen 141 fl., für Stempel 1 fl. 25 kr., zusammen 1945 fl. 91 kr. ES bleibt demnach mit 31. März 1874 ein Kafferest von 979 fl. 17 Vs kr. Wir empfehlen diesen Verein ob seines segensreichen, gemeinnützigen Wirkens dem Wohlwollen unserer Mitbürger. — (Die kraiu. Landwirthsch astS-gesellschaft) hält am 6. Mai l. I. ihre Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem: 1. Rechenschaftsbericht des CentralauSschuffeS; 2. Bericht über die gesellschaftliche Betheiligung an der 1873er Weltausstellung; 3. Vortrog der Rechnung pro 1873 und deS Präliminares pro 1874; 4. Antrag wegen Verwendung der Mitgliederbeiträge; 5. verschiedene Anträge der Filialen und Mitglieder; 6. Auszeichnungen verdienter Obst- und Maulbeerbanm-züchter; 7. Ergänzungswahlen für den CentralauS« schuß; 8. Wahl der RechnungS-Censoren; 9. Ernennung von Ehren- und korrespondierenden Mitgliedern. — (Opernvorstellung der philhar-monischeuGesellschast.) Gestern gelangte Lor> tzinq» reizende Oper der .Wildschütz" zur zweite» Aufführung. Die Vorstellung ging weit abgerundeter als da» erstemal und ohne irgend welche Schwankung vor sich und erntete in den zahlreichen reizenden und pikanten Nummern rauschenden Beifall. Sämmtliche Darsteller, unter den sich wieder beide Fräulein Eber Hardt und Herr Chlumetzky besonder» auSzeichnelen, wurden wiederholt bei offener Szene und nach Act fchluß gerufen. Auch dem wackeren Dirigenten, Herrn 9iedted, wurde zum Schluffe verdiente Anerkennung zu «heil. Wenn da» Haus, namentlich im Parterre, einige Lücken zeigte, so ist dies wohl auf Rechnung de» außerordentlich lieblichen Frühlingsabends zu setzen, der manchen verlockt haben dürfte, selbe» im Freien zu-zubrinzen. Jedenfalls sollte es bei nochmaliger Reprise niemand versäumen, der ausgezeichneten Interpretation diese» lieblichen Tonwerke» durch die philharmonische Gesellschaft anzuwohnen. — (Zweiter Saat enstand»ber icht de» k. k. Ackerbauministerium«.) Da der ausgiebige Regen sich thatsächlich entstellte, so ist der Stand der Saaten durchgehend- ein sehr erfreulicher. Die Winterung ist erstarkt und steht üppig, die Sommersaaten laufen gleichmäßig au, der Klee fleht ' dicht, die Wiesen versprechen eine baldige und reichliche Ernte. Obstbäume setzen sehr viele BlÜthen-knv-pen an. Der Wein hat den Winter gut über, standen. MaS insbesondere die Karstländer betrifft, so ist dort im Gegensätze zur nördlichen Zone die Vegetation Heuer entschieden zurück im Vergleich mit der Mehrzahl vergangener Jahrgänge, besonders j in Dalmatien. Warwe, tigitbifte Regengüsse haben auch hier, wo e» größten,Heils schon sehr nöihig war, > Lruck von 8fl«, v. tt le»n«ayr K Ard7^> am der t n viel geholfen. Winierungeu und Klee befferten sich bedeutend, dir Sommersaaten laufen gleichmäßig an. Der Anbau ist mit Ausnahme der hohen Gebirgslagen vollendet, Mais- und Kartoffelbau im Zuge. — (Der bekannte ul tramoutane Slo-ueue Herman), ReichSrathSabgeordneler der pettaner Landgemeinden, hat sich bekehrt, aber nicht zu liberalen Ideen, sondern — wie verlautet — zum Vegetarianismus und gibt sich große Mühe, die Pfarrer und Kapläne feine» Wahlbezirkes vom Fleischessen abzumahuen, ihnen Bier, Wein, Kaffee zu verleiden und sie zum Genüsse von Wurzeln, Gemüsen und Grahambrod zu bestimmen; er vertheilt Broschüren, in welchen das Lob des Ve getarianiSmuS gesungen wirb, mit vollen Händen, aber die Leute wollen vom Entsagen fleischlicher Kost nichts wissen und Hermau, der Prrphet der Pflanzenesier predigt tauben Ohren. — (Da» k. k. O be r landeSgerich t Graz) hat, wie die grazer „Tagespost" erfährt, zur Erzielung eines gleichmäßigen Vorganges bei ter Be Handlung gewisser Agenden des administrativen Justiz-diensteS und zur Vereinfachung der Schreidgefchäfie an sämmtliche unterstehende Gerichte die Weisung ergehen lassen, daß Gesuche um Erlheilung von Urlauben, Ge haltSvorfchüffeu, GelbauShilfen und Remunerationen, «m Annahme von unbedingten Dieostesresignationen, Anweisung von Pensionen, ErziehuugSbeiträgen u. dgl, um GehaltSvorrückungen u. f. w., weiters Anträge in DiSciplinaraogelegenheiten stets durch das Vorgesetzte Gerichtspräsidium an das k. k. Oberlandesgericht in Vorlage zu bringen sind. — (Reform des EisenbahnwesenS.) ES liegt uns eine Denkschrift der Präger Handels- und Gewerbekammer über die Resorm des Eisenbahnwesens vor, welche einige Vorschläge iobezug auf Tarifwesen und Eisenbahnbau dem HandelSminister zur Wiirdi gung unterbreitet. Zunächst plaidiert die Kammer für Regelung, beziehuugSweife Herabsetzung der Tarife WeilerS wöge da» Klaffensystem mit jenem der a»S> ländischen, namentlich deutschen Bahnen vertauscht, eine Gleichheit der Tarife erzielt und der Wagenranm-und Collotarif eingeführt werden. Die Denkschrift weist des besonder» auf die Verworrenheit in der Clofsificierung und Tarifierung der Waren hin, so daß eS eines förmlichen Studiums bedürfe, um sich darin zurechtzusindeo. Auch die hohen Tarifsätze für de» heimischen Localverkehr werden gerügt. Die Deuk schrift gibt einige Beispiele von dem Verhältnisse der Frachtsätze der österreichischen StaatSbahn zu mehreren deutschen Bahnen auf Entfernungen von etwa 14 Meilen. So ist beispielsweise der Localtarif der Staatsbahn bei 100 Zentnern für Getreide aller Art 1 38 kr., für Rohzucker 1 38 kr., für Bauholz l'17kr.; bei der bairischen Staatsbahn 1'31 kr., 0 93 und 0 93 u. s. w. Es darf übrigens nicht übersehen wer- den, daß sich in Deutschland gegenwärtig eine mächtige Agitation für Tariferhöhung, und zwar mit Aussicht auf Erfolg, geltend macht. Die Kammer, jür Staat», bahnen prinzipiell eintretenb, wünscht weiter, daß Eisenbahnen, welche sich lediglich im öffentlichen Inter, effe als wüoschcnSwerlh darstellen, der Staat baue und daß fernerhin keiner Gesellschaft die Verlängernng ihrer ConcessionSdauer ertheilt werde. Stugesendet. Men Uranien Straft und Gesundheit ohne Medizin und ohue Kosten. Revalesciöre du Barry oon London. ftctac Utenrhrit vermag der delicateu B«ri)*acilre da Barry II Bit erstehen, und (lejetttat dieselde ohne Medizin und ohne Kosten all, «ageu-, «erarn., «rast-, Lungen., Leder-, »raten-, «eieteihant-, r-afj« «. so, !6t 676 Kaffrr ff. sc. — Au bezieh«» durch Barr» dl» ? VL? tf > «i p. t» Wien, Wallüsobgasee Nr. B, in Laibach ’ JSi ^ • ,0"le 13 eD auch »nt rodet da» wiener tzau« oaä iU«u Weg roden flcign y*>er *>a<6na6me. Witterung. Laibach, 22. Äpril. Heiter, sehr warm, schwacher Ostwind. Wärme: morgens 6 Ubt + 8 9 , nachmittags 2 Ubr + 23-3° C. (1873 + 11 9*, 1872 148" 6., Barometer 73920 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 13 7°, um 4-1° über dem Normale Allgekommene Fremde. Am 22. April. Motel Stadt Wien. v. Jombart. Privat.. Klingen-felS. — Hartwig, Steinbrllck. — Ärtiut, Reifender, Wien. — Rücker, Fabrikant, Römerstadt. — Pichler mit Schwester, Pettan. — Kroll, Geschäftsmann, Graz. — Kraft, Cre-feld. - Kegleoic, Triest. — Dr. Böhm, Gottschee. — Lerch, Ingenieur, Tarvis. — Äieiher, Krainburg. Motel Elefant. Graf Lichtenberg und Gräfin Lich. tenberg, Prapretschbof. — Medwed, Sagor. — Lapajne, Pretschina. — Sternhart, Klagenfnrt. — Katharina Burger, Poganitz. Motel üuvopa. Bnbenik, Bankbeamter, u. Pasziowski,. Wien. — Stare, Mannsburg — Salwadori, Villach. Mohren. Schuber, Triest. — Corti Remigno, Reisender, Como. — Dorfmann, Ingenieur, Leoben. — An-derjoli, Krain. weOcnftafei über die am 2 4. April 1874 ftattfindend-n Sid* tationen. 3. Feilb., Jerina'sche Real, Oberdorf, BG. Planina. — 3. Feilb., Krizaj'sche Real., Hrase, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Pozar'sche Real., Belsko, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Dergani'sche Real., Möttling, BG. Möttling. — 1. Feilb., Adam'sche Real., Peteline, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Vidmar'fche Real., Senosetsch, BG. Senosetfch. — 2. Feilb., Cemic'fche Real., Krasim, BG. Möttling. — 3. Feilb., Ambrozic'sche Real, Smerje, BG. Feistnz. — 2. Feilb., Fränkische Real., Cele, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Loles'fche Real., Nnßdorf, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Gregoric'sche Real., Rndolfswerth, KG. Rudolfswerth. — 3. Feilb., Krajni'fche Real., Dobec, BG. Planina. — 3. Feilb., Urbas'sche Real., llnterplanina, BG. Planina. — 3. Feilb., FriZkovc'fche Real, Slivna, BG. Littai. — 3. Feilb., Buzher sche Real., Brnd. BG. Rndolfswerth._______________________ Telegramme. Wien, 21. April. Die Budgetcommifsion des Herrenhauses stimmte den Zifferansätzen des Abgeordnetenhauses im Budget 1874 bei, beantragte jedoch die Ablehnung deS vom Abgeordnetenhause zu Artikel 6 des Finanzgesetzes beschlossenen Zusatzes betreffend das lemberger Polytechnikum. — Die Kaiserin empfing Heute Mittag den Nuntius Jacobini in feierlicher Audienz. •Ofeit, 21. April. Die kaiserlichen Antworten auf die Ansprachen der Präsidenten beider Delegationen sind gleichlautend. Der Kaiser konstatiert, daß die Beziehungen der Monarchie zu den auswärtigen Mächten ihren erfreulichen Charakter nicht geändert haben, drückt die Ueberzeugung aus, daß neue werthvolle Bürgschaften den alten hinzugefügt wurden, und bezeichnet die Erhaltung de» Friedens auch zukünftig als eine der wesentlichsten Regierungsaufgaben. Die Finanzlage sei in den Regierungsvorlagen berücksichtigt und der Anspruch aufs nolhwendigste eingeschränkt. Berlin, 21. April. Der Reichstag beendete die erste Lesung des Kirchendienergesetzes, die zweite Lesung wird im Plenum vorgenommen werden. Telegraphischer CurSbericht am 22. April. Papier-Rente 69 30 — Silber-Rente 73-90 — 1860« Staats-Anlehen 10375 — Bankaktien 975 — Lredit 216.50 — London 11170 — Silber 10610 — 20 - Francs» Stiicke 9 09. und Stn, CHtrobtenfcn, Uebdldt und erbtefcen selbst während der Schwan- nfeaft, Xiiohctt», Äelanidolic, vdmagerung, i-thtumalteum« «ichl, rteichfuftt. — tiuSjligc an« 75.000 Sertmcaün üb« «eresunaen, die »Uer »iedijin widerstanden, werden auf Berlangen franco einaesendet. wahrhafter als Fleisch erspart die UeraleMCilre bei •ttoadknee Mb Hindern tdnhtjjaial ihren Prel» in Arzneien. dti »lechMchfea von ein haü, tifund st. 1-80, 1 Psd. c. ji-ßo I »sd. |X. «'60, S Psd. 10 st., 1* 'Pfd. SO st., »1 Psd. J6 fl. - Kt- rAle^ciiie-iiuiouiteu In 8fllH|cc i fl. j-co unb st. 4'M. - «h. .. . . Ciiocolute» ln ipaiuct und ln Xebletiea für l* Eafitn *t l-öo, 21 lallen I1"6 wkgen vlbiciH1 soalcich zu verkaufen. (250 •i) k- »'M. ■» »allen st. 4-80, la Puivl-r tür mo taffen st. io. i«r RKHereS >ll»gk»fnrttrstraüe 9?r. 70, Hofseite. g >u Laibach. ^ Cttcmat Bawbe?g. MSbcl