3? c b n c t i v ti und 6;rpcb i ti on: Bahiihosgasse Nr. Ib. TAblatt. Nr. 59. 15ronumerotion6ptci|e: Sili Voibe* •• G-nzj. st. 8-40; Austellunq in« HauS ertlj. 25 kr. Mit d er Post: Sanzjiihr. st. 12. Freitag, 13. Marz 1880. — Morgen: Euphrasia. 3nf«111 o n «() r e i I e : $ln-leattige Petitzeilk k 4 kr., bel Wiederholungen t 3 kr. Hn» ieigcn bi« B Aeilen 20 ti. IZ.Zahr Der Kampf um die Schule. Als in der Sitzung dcs Schulausschusses vom letzten Dienstag der Antrag Lienbachers auf eine allgemeiite Besck)ranku»g der Schulpslicht jur De-batte kam, sprach sich der anwesende Unterrichts-minister Baron Konrad daljin aus, dass er die Herabsetzung der Schulpslicht auf sechs Jahre als Cabinetsfrage betrachteu miiffe, und erklcirte, am Princip der achtjahrigen Berpflichtung zum Schul-besuche selbst um den Preis seines Portefeuilles festhalten zu wollen. Bei den bekanntlich sehr geringeu Sympathien, deren sich die Ernennung des Baron Conrad zum Unterrichtsminister von Seite der Rechtspartei erfreute, ist es nun leicht begreiflich, dass Hohenwart und Genossen alle Hebel iti Bewegmig setzen, um den Antrag Lienbachers durchzubringen und auf diese Weise den ihnen keineswcgs zusagenden Nachfolger Stre-mayrs z»m Riicktritt zu nothigen. Sie geben sich dabei der Hossnung hin, dass es ihren Verbin-buttgen und Beziehnngen gelingen werde, das Uuterrichtsportefeuille in die Hand eines Mannes zu bringen, welcher den reactionaren Bestrcbungen in Bezug auf die Volksschule ein griiheres Ver-standnis entgegcnfningt, als das bei Baron Conrad der Fall zu sein scheint. Ob nun Oesterreich schon durch die kurze Herrschaft der Coalitions-politik auf einen Punkt gebracht wurde, urn die Volksschule als cine reifc Frucht in den Schoh der Clericalen fallen zu lassen, lassen wir hier uiierijrtert. Dagegen kann nicht iibergangen.wer-den, dass sowohl im Czechenclnb als nuch im Club der Polen ben Wiinschen der Rechtspartei bezuglich des Lienbacher'schen Antrages keineswegs eine allseitige Zustimmung zutheil ivird. Wie bei so vielen Anlassen, find ebeit auch in Bezug auf die Schulfrage die Anschauungen und Endziele der echtfarbigen Reactionare wesentlich von den Vor-stellungskreisen verschieden, welche sich die Fode- ralisten des Abgeordnetenhauses iiber die Ausgabe der bcobsichtigteu Reform der Volksfchulgefetze ge-bilbet haben. Allerdings sind sowohl im Czechenclub als auch bei den Polen Clemente vorhanden, welche aus ihrer warmen Framdschaft zu ben Reactionaren der Rechtspartei kein Hehl machen und welchen es daher sehr angenehm ware, wenn von Seite ihrer Partei den Bestrebungen der letzteren in der Schulfrage der grStztmoglichste Vorschub geleistet wiirbe. Die von ultramontane« Schrullen weniger beeinflussten Mitglieber der uationalen Fractionen im Abgeordnetenhause sind dagegen der Meinung, dass man die Schulfrage uur dazu beniitzen folle, urn dec allmahligen Uingcstaltung Oesterreichs im ftiberatiftischen Sinne freie Bahn zu fchaffen. So hatte benn auch ber czechifche Slbgeorbnete Celakovsky im Schulausschusse ben Antrag geslellt, ben Laudtagen bie letzte Entschei-bung iiber bie Daner ber Schulpslicht in ben ein-zelnen Kronlcindern eiiizuraumen. Es unterlicgt auch keinem Zweisel, dass siir die eigentlichen Fo-beraliften eine solche Gesetzesbestimmung weit wich-tigcr ist, als bie Beseitigung bes Unterrichts-ministers Baron ■Conrad, auf welche sich berzeit all? Anstrengungen der Rechtspartei zu Gunsten des Lienbacher'schen Antrages concentrieren. Die SSerfaffungspartei als solche hat abcr alle Ursache, sich diesem ftiberalistischen Manover gegen-iiber nicht minber ablehnend zu verhalten, wie dern Antrage Lienbachers gegeniibcr. Denn fur sie ist bie Gefahr, bas Schulgesetz in seinen wichtigsien Theilen ben Cntscheidnngen ber einzelnen Land-tagc iiberanttoortct zu sehen, ebeiiso grotz, als das Bedenken, welches sich ber osfcufundig reactionaren Absicht des Antrags der Rechtspartei entgegen-stellt. Ja man kann fast fageti, dass der Antrag Celakosskys gerade deshalb, roeil cr sich evenluell selbst init ber oben erwahnten Crklarung bes Unterrichtsrnimsters vereinbaren lasst, bem Ver- faffitngslcben Oesterreichs einen weit griiheren^i Nachtheil bringen konnte, als ber Vorschlag bet Rechtspartei. Wir verweisen zur Begninbung biefcr unserer Anschanung nur barauf, bass e8 tmmer-hin rnoglich ist, principi ell an ber achtjahrigen Schulpslicht festzuhalten und gleichzeitig den Land-tagen bas Recht einzuraumen, biefe Schulpflicht unter Beriicksichtigung ber herrschenben promnciel* leu Verhaltnisse aus einen kiirzeren Zeitraum herab« zufetzen. Wir betonen aber, bafs burch ein solcheS Gesetz bie Schule ihres Charakters als Reichs-angelegenheit entkleibet und zur blohen LanbeS-sache gemacht wiirbe. Die Bebenken, bie gegett eine solche Umwanblung geltenb gemacht rocrben miiffen, sinb wesentlich politischer Natur, ba r8 ber Verfaffungspartei doch unmSglich gleichgittig fein kann, wenn, Dank ben foberalifchen Kuiffen, die ©erechtfame ber ReichStiertretung Stiick fiir Stuck verkurzt, bafiir bie Machtvollkornrnenheit ber einzelnen Lanbtage erhoht toiitben. Die entfchiebene Reaction ist nicht gefahrlich; auch vvr bem offenkunbigen FoderaliSmus brauchen wir keine Angst zu haben. Was aber gerade unter bem jetzigen Regierungssystem gerechte Be-furchtungen erweckt, bas ist bie Taktik ber kleinen Mittel und Umwege, burch welche unb auf welchen bie Fiiberalisten bem einheitlichen Verfassungs-ftaate auf ben Leib rtiden. Deshalb heitzt es, jebesmal wohl auf ber Hut few, wenn es sich um bie Verhindemng eines jener Bohrversuche handelt, burch welche bie Foberalisten ben ©runbbau beS Einheitsstaates unterwiihlen, um bann letzteren selbst bei gebotener giinstiger Gelegenheit iiber ben Hausen zu wersen unb in ein lockeres Conglo-merat von Kronlanbern zu verwanbeln, in welchen je nach Umstanben die Clericalen oder die Ratio* nalen die grohe Pfeife klasen fonnten. gtcuilTeton. Erika. Novelle von F. v. Stengel. I. Ties im Thalgrunde lirgt ber Hof, zwischen Obftbaumen und wilden Hecken versteckt, ein grohes nltes Gebciude, vor Zeiten ein Kloster, das sieht man an den aiisgebehnten ©eitenbauten, eitist moch-ten es die Kreuzgange gewesen sein, und die Kloster-briiber sprachen wohl das Brevier in den Ranmen, die jetzt Stalle und Gerathekammern sind. Noch sieht man da und dort in den Diauernischen ein rohes Heiligenbild oder ein steinernes Kreuz, halb verwittert von ber Zeit. Auch das Kirchlein steht noch, der Thurin ragt in die blaue Luft wie einft, aber das Glockenfenster ist leer, das GlLcklein, das die Vater zur Andacht rief, ist langst gesprungen und das Gotteshaus zur Scheune gewotden. Alles trSgt den Stempel bet Zeit: das Haus nicht minder wie die Nebenbauten ist bem Verfalle nahe, 2ahrzehnte, und es sturzt ein, und nichts bleibt dann von bem stolzen Kloster, als ein paar altc Manern, und niemand denkt des bescheidenen Klosterhofes. Nuhig und friedlich liegt er hier im Thale, unberiihrt von bem Xreiben der Welt, trotzdeni cr bem gtohen Flusse nahe ist unb nicht unbcwohnt, wenn auch die jetzigen Eigenthiimer — wir sind in der letzten Zeit des vorigen Jahrhunderts — still und zuruckgezogen leben, als gehflrten sie nicht zur Welt, einfatner noch als die MSnche vor ihnen. Selteit nut fommen Sente hiether, und bann ist es nur ctwo ein Kornhcindler, den Ertrag der Ernte zu kanfen, oder ein Bauer, der eine Fuhre Heu holt; aber nieist fahrt ber Knecht die Erzcugnifse des Gutes selbst zum Markt in bas nachste Stadt-chen und besorgt die nvthigen Ein- und Berkanse; nie betritt ein Fretnder den Platz, unb doch ist er so schSn, dass, wet ciitmal da ist, nicht mehr schei-ben mvchte. Ein kleines Fleckchen Erde ist es, ein schntales Thai; das Kloster, bie Wirtschaftsgebaude und ber Hosraum silllen dessen gauze Breite aits; bet Gat-ten zieht schon ben Betg hittan, ebenso bie Wiefen und Felder, die mit dem Walde um tin Stiickchen Boden streiten. Der Wald ist ein starker unb niach-tiget KSnig hiet, iibetallhin erstreckt er seine Arme, mid too nur eine Spalte zwischen felsigem Gestein ist, stellt er Vorposten hin, die treulich Wache halten. All' die zackigen Hiigel, welche das Thai ein-schlietzen, bis zu den hohen, blauen Bergen, deren Haupter da und bort hervorragen, hat er in sein Bereich gezogen, jeber Einschnitt, jeder Votsprung ist mit Gebusch unb Gestriipp bebeckt bis hinuntet an den Bach, an dessen Usetn Wilde Rosen bliihen. Schleh- und Hageborn. An ben Abhangen, wohin bie Sonne heih scheint, wuchert Haidektaut in iippiger Fulle, sein sufjet Wohlgeruch durchsttSmt bie Luft, und hundert Bienen schwirren iiber ben rothen Bliiten. SSeiter oben ist ber echte Wald, bet Hochwald, mit seinen tansendjahtigeii Eichen und Bttchen, mit den schlanken Tanneii, die stolz bie Kronen zu ben Wolken erheben unb geringschStzig auf bie tiiebrigcn Bourne hetabfehen. Ein Fliistetn unb Raufchen, ein Btanfen unb Kosen durchstrBmt die Zweige, ein fanstes Lispeln bewegt die Blatter, dabei ein ©ingen und Jubiliereu von Hunderten von Vogeln, ein Jnsectenschwirreit, ein Dust von Laub. Gras und Bliiten. ein balsarnischer Wohl-geruch — Waldeshauch unb WalbeSbuft. Unb alleS-leuchtet unb schimrnert in wunberbarem Lichte, breite Sonnenstrahlen spielen goldglSnzend zwischen gtilnen Oesterreich-Vlngarn. Im Budgetausschusse des osterreichischen Abgeordnctenhauses legte Baron Kriegsou anlasslich der Besprechung bcr Regie-rungsvorlage, betreffend die Emission von 20 Mill. Goldrente,sein Programm zur Deckung des Deficits vor. Darnach wurde die erwahnte Regierungsvorlage nur deshalb eingebracht, weil die Regierung wegen nod) ausstandiger Ausschnss-berichte die genouen Ziffern des Bedarfes gar nicht kenne. Was die Steuerreform anbelangt, so iniisse diese fortgesetzt werden. Nach den Erkla-rungen deS Finanzministers beabsichtigt die Re-gierung in Durchfuhrung der Gruiidstenerreform ein Gesetz Liber die Regelung der Gebaudestener einzubringen. Das Entscheidende sei jedoch die Reform der Einkommenstener, was anch zn einer Reform des Erwerbsteuergesetzes, dann zur Ein-dringung einer Rentensteuer und besonderen Actien-steuer fuhrt. Die Regierung beabsichtige ferner, ein iieues allgemeines Einkommensteuergesetz im Herbste einzubringen. Was die indirecten Steuern anbelangt, so seien bezuglich der Bier- und Brant-weinsteuer Verhandlungen mit Ungarn nothig. Die Zuckersteuer sei bereits im Stadium der Resorni, inbem die Jndustriellen selbst mit Vorschla-gen heiangetreren find, wie die bestehenden Diffe-renzen anszugleichen woren. Die Regierung glanbt ferner im Wege der Produciensteuer zu einer Be-steuerung zu gelangen, welche zum Besten der Industrie wie der Staatsfinanzen dienen roird. — Ein hiibsches Stranhchen neuer Steuervorlagen, welches zudem dutch die beabsichligte Rentenemis-sion noch cine ganz besonderS charakteristische Be-leuchtimg erhalt. Der „Pester Lloyd" erklart, dass die Ursache der sogenannten R e i ch s - F i n a n z m i n i st e r -krisis keineswegs in Misshelligkeiten zwischen der nngarischen Regierung und bum Baron Hofmann zu such«, sei. Gleichzeitig dementiert das Pester Blatt die Meldung, nach welcher Kolornan Szell zum Nachsolger Hofmanns ausersehen sei. Mit letzterer Berichtigung lasst sich auch die Nach-ridjt der „N. sr. Pr." vereinbaren, nach welcher die Ernennung Szlavys zum Reichsfinanzminister als fertige Thatsache gelten kann. Wie man dem genannten Blatte von Pest telegraphiert, war man dort bereits seit langerer Zeit von deni bevor-stehenden Ereignisse unterrichtet: speciell an Herrn v. Szlavy war schon vor vier Wochen die Anfrage ergangen, ob er geneigt sei, das Portesenille der gemeinsomen Finonzen zu ubernehmen, und der Prasident des jenseitigen Abgeordnctenhauses hatte bereits darnals diese Frage bejahcnd bcantwortct. Die politische Vergangenheit des kiinftigen ge-meinsanien Finanzministers ist hinreichcnd bekonnt, Zweigen und machen den tiefen Schatten baneben noch bunller und geheimnisvoller. Durch ben Wald, vom Klosterhosgarten aus, zieht ein schmaler Pfab ben Berg hinauf; er fuhrt miter bein Saubbache bcr Haiiibuchcn hin, beren Zweige so fiber- und incinaitber verwachsen sinb, dass bet Wanberer sich vielfach erst ben Wcg Sffneii niusS, weiches Moos nnb frischcs Gras, nicht von der Sonnenglut versengt, beckt beit Boben, cin Lppigcr, zarter Teppich. Ein jungcs Madchen schrcitet auf bem Pfabe bcrgan bem Hochwalbc zn. Sic gcht langfam, benn noch ist bie Tagcshitzc nicht ganz vorfiber, obschon die Sonnenstrohlcn schicfcr burch baS Saub bringen unb dieses rothe Abcndtintcn annimmt. Es ist tein Landmabchcn, aber cs schcint auch kcine Stabtcrin zu sein; fie tragt ein einfachcs Klcid, von einent hellcn leincncn ©toff, ohne Verziernng, abcr gcradc diese schmucklosc Einfachheit ist ihr schiinstcr Schmnck, ein leichtcr Strohut, auf ben sic cin pnar Felb-blumcn gcstcckt hat, befchattet ihr liebliches Gesicht unb bie bicfen Flcchtcn ihrcs laftanienbraunen Haares. Es ist ein kindliches Gesicht, auf welches das Leben noch keine fcharfc Linie gczogcn hat, bie rosigcn Wangcn fprechen von ber Lebenssrische bcs da er seit 1867 fast unuuterbrochen an ben offent-lichen Geschoften UngarnS theilnahm. Seine Ear-ri6re im Jahre 1867 begantt Herr v. Szlavy als Staatsfecrctdr, uni diesen Posten uach kurzer Zeit mit deni Handelsportcsenille zu vertauschen. Nach bem Sturze Lonyays wurde Szlavy mit der Bildnng eines neuen Cabinets betraut unb fun-gierte als Minifterprafibent, unb in ben letz-ten Monateu seines Ministeriums, als Ker-kapoly bem losbrcchendcn Sturme weichen musste, auch als Fiiianzminister. In der Frage der Ostbahu-Secondprioritateu errang Szlavy nur eiuc Majoritat von 13 Stimmeu, unb infolge dessen gab er seine Demission. Seit damals bis zu Ostem des vorigeu Jahres hielt sich Szlavy iiberaus reserviert unb trot nur felten als der Fiihrer ber tleineti, aber geachteten unb einflnss-reichen Grnppe ber alien Deakisten hervor. Wegen seiner hohen Begabung, seines makellosen Eha-rakters unb seiner liebeiiswiirdigeu Umgangsformen steht Szlavy, ber nach Ghyczys Riidtritt zum Prasibenten bes ungarischen Abgeorduetenhaiises gewahlt wurde, bei allen Parteien in hohem Au-sehen. Deutschland. Fiirst Bismarck pslegt sich nicht mit halben Erfolgen zu begniigen und hat deshalb zur Rechtfertigung der Reichspolitik Rutland gegeuiiber eiue Zusammenstellung diploma-tischer Aclenstucke veranlasst, welche bie Belege fur die deutfchfeindliche Politik Rufslands ent-halten unb unter benen sich auch bie Documeiite fur bie Allionzvorfchloge Gortfchokoffs an bie frolizosischen Stoatsmonner befiuben sollen. Es war auf Gruublage biefes actenmahigen Materials, dass sich on eigentlich leitendem Drte die Ueber-zeugung heronsstellte, wie berechtigt die bisherige beutfche Politik gegeniiber den russischen Ambi-tionen verfuhr. Auch bie ()Rationolzeituug" er-fahrt von einer sehr verlasslichen Seile, bass die Stimmung in Petersburg gegeniiber Deutschland sich etwa mit ber Stimmung gegen Oesterreich nach bent Krinikriege vergleichen laffe, unb bass bie hauptstadtische Gesellschoft von einem Kriege mit Deutschland auch Erlosung aus ben inneren Wir-ren erwarte. — Solchen Ausfuhrungen gegeniiber wirkt es ruenig beruhigenb, wenit die beutfche »Petersburger Zettung" nieint, bass zwar bie Welt thotsachlich einen Augenblick im Brennpunkte einer gewaltigen Krise gestanben Habe, boss aber gliick-licherweise ber beutfche Kaiser bem Fuisten Bismarck in ben Arm gesallm sei, theils aus Riick-sicht auf sein Verhaltuis zum Kaiser Alexanber, theils aus Riicksicht auf Oesterreich, welches be-fanntlich ber Verbiindete Deutschlands sei, jedoch nur verbuubet zu Zwecken ber SSertheibigung. Waldkindes, um ben Mund fpiett ein frvhes, muth-willigcs Lacheln, wahrend bie bnnflen Augcn, ahnnngsvoll in die Welt schauenb, looht schon einen unbewufsten Traum tranmen. An einer Bicgnng des Pfadcs angefommen, bleibt bas Madchen stehen unb lauscht in ben Walb, bann geht sic noch cinige hundert ©chritte roeiter, bis sic einen freien Platz crreicht hat, bcr einen Fcrnblick ins Thal getoahrt. Der Fleck ist entziickend schon: ritigsum Wald und Waldesstille, tiefe Einsamkeit, nichts verrath die Nahe der Men-schen, selbst unten im Thale ber alte Klostcrhos, befsen schwarzvcrwittcrtc Mauern zwischen bem Griin hervorschauen, lasst keinenBewohner ahuen. Lachenb brcitet sich bas Thal vor ben Blicken des hier obcn ©tchcnden aus. Wie ein silberncs Banb auf Golb-nnd ©inaragbgrimb schtangelt sich ber klcine Bach burch Felder unb Wicsenlanb unb eitt bent ©trome zu, befsen teuchtenb fchimmernbe Flut ben blauen Himmel unb bie griinen Matten unb Hiigel wieber-fpiegelt. Lachenbe Fluren ant jenseitigen User, mit DSrsern unb Flcckcn wie befact, ziehcn weithin ins Lanb, ein farbenreiches, wechselvolles Bilb, bas zur ©cite jah abgcschlosscn ist von griiiumiwachfenen Italien. In Rom ist zur Abwechslung wieder eiunml eiue klcine Ruhestoruitg vorgcsallen. Wie man aus ber Honptstadt Jtaliens vom 10. d. telegraphiert, loollteii bort anlosslich des Todes-tages Mazzinis einige Jndivibneii an ber Biiste Mozzinis auf dem Capitol Krauze niedeilegen. Da einer der Kranze mit ber Jnschrift „Dic Jtaliener ber Julischeit Alpeu" verseheu roar, ordtiete ein Polizei-Jnspector bie Entseruuug bet Jnschrift unb der rothen Bandschleifen an. Jn-solge dessen entstanb ein kurzes Hanbgemenge. Die Kranze wurden zum Theile zerrissen, der Rest derselbeu an ber Biiste niebergelegt; einer der Be-theiligten hielt eine repnblikamsche Rebe und wurde beiin Weggehen tierhastet. Eine Couipagnie Mititar tras auf dem Platze ein; es sand aber feiu weiterer Zioischensall ftatt. U»t brei Uhr vei-fiigteit sich einige Personen nach dem Fnedhofe, um das Grab Moriz Quadrisis, des Freundes Mazzinis, zu bekrcinzen. Es wurde auch eine Rebe gehalten, ohne bass jeboch babei etroae Be-sonbcres vorgesallen ware. England. In ber Montogssitzung bes eng-lischeit Oberhauses hat Sorb Beaconsfielb, im Nn-terhause der Schatzkanzler bie bevorstehende Auf-losuug bcs Parlaments angefunbigt. Als Zeit-puuft fiir bie Auftofung ivurbe Ostem bezeichnet, unb soll bas neu gewahlte Parlament bereits im Mat seiue Thatigkeit begiuuen. Im Zusammen-hauge mit bet bevorsteheiiden Wahlcampaguc fteht eiit Schreiben Beaconssielbs an den Vicekouig von Jrland, welches die Regierung vor dem Anwurse in Schutz niinmt, dass fie dent Nothstande in Jrlaud nicht die nothige Aufiucrksainkeit ge'vidmet Habe, dagegeu aber dm Homerulers und ihren Bundesgenosfeu in Alt - England den Vorwurf macht, bass sic burch ihre Agitation bie Einheit bes Reiches unb den sesten Verbanb ber Colonien mit bemstlben gesahrben. Letztere Bemerkung richtet sich zuuachst gegen bas vom liberalen Eanbibaten Lorb Ramsay in Liverpool ousgegebene Schlog-roort von ber Autonomie Jrlaubs, welches, roeit eutsernt, in der Beviilkeruug ben gcwunsch-ten Eiubruck hervorzubringeii, ber Regierung nur ben crwunschtcn Anloss bot, die Jrlander unb die Liberalen einer Art von Hochverrath zu beschuldigen. lint sich vor dent Gehassigen einer solchen Anklagc zu schiitzeu, Hat denit auch der irische Parteifiihrer Mr. Shaw dagegen protestiert, als ob die irische Agitation eine Zerstucklung bes Reiches beabsichtige. Auch bas in Form einer Adresse Lorb Hartiugtons an seine Wahler erlasseue Manifest der Liberalen weist bie von Beaconsfielb erhobenc Anschulbigung zuriick, bass bie Liberalen bie Colonien bem Mutter- Felfenhiigeln, bie den Flnss plvtzlich einengen, so dass es Doit hier oben aussicht, als Habe cr unb bie gauze Welt bort ein Enbe; cine alte, cphcu-umranfte Burg fteht auf der antzcrsten Fclscnspitzc, wie ein ernster Hiiter ben Fluss bewachenb, hinauS-spahenb fiber das Land bis zur alten Bischossstabt, beren Thiirnie. in blauen Duust gehfillt, in wetter Feme cmpurragni. Das junge Madchen mochte loot schon oft bas reiche Bild bcwuiideil haben, aber bennoch blicb fie stehen, in Anschanen versnnken. „Wie schLn ist es hier", sagte fie halblaut, „niait solltc intmerfort hier toeileu tbnnen". „Ja, es ist fchbn, wunberbar fchBn", wieber-hottc eine ©timme neben ihr. „Ja, man sollte iiiinier hier weilett." Das Madchen wanbte sich rasch um, erschrodeit, aber nicht tiberrascht, eiue feinc Rothe uberflog ihr licblichcs Gesicht, unb in ciniger SSerlegenheit schlug fie bie Augen nieber, ohne ben anberen ein zwcitcs-mat anzufchen. Es roar citi junger Mann in ber Klcibung cincs Forsters ober Jagers, eine hohe, fraftige Gestalt, mit bunklcm, fonnvcrbranntein Gesicht, hfibschen, einnehmenben Zugen, lcbhastcn blauen Augen unb lande entfremden wollen, und tadelt die Ueber-treibung, mit welcher die iibrigen auch von ihm als nicht nngesahrlich betrachteten Homernlers von der Regierung behandelt werden. Auherdem wird der Regierung vorgehalten, dass fie trotz ihrer Behauptung, den Frieden Europas bewahrt zu haben, den Orientkrieg nicht zu hindern vermochte und dass fie die Suprematie Englands in ge-heimen Conventionen verschleudert Habe. Vermischtes. — H oh es Alter. Am 9. d. starb in Graz die seit langerer Zeit dort wohnhafte israelitische Handlerswitwe aus Ungarn Frau Johanna Gerstl im Alter von 100 Jahren. — Soldatenschinderei im deutschen Reiche. Dem „Corr. von und fur Deutschl." wird geschrieben: Um Misshandlungen Untergebener sei-ten§ ihrer Votgesetzten zeitlich auf die Spur zu kommen und selbe ficher zur Kcuntnis dcr hbheni Vorgesetzten zu bringen, ist angeorduet und dienst-lich bekcinntgegeben wordeu, dass jeder Soldat, der tine Misshandlung erlitten hat und hievon nicht sofort dienstliche Anzcige erftnttet, wegen Verschwei-gung und Verheimlichung von Zuwiderhandlnngen gegen die allerhochsten Vorschriften disciplinar be-straft werden wird. — Hoffentlich ist dutch diese Anordnnng der Soldatenschinderei eiii Riegel vor-geschoben warden. Tranrig geitug, dass es so weit kommen musste! — Ei n weiser Stadtrath. Aus Anlass der Enthiilluug des Deiikmals der Konigin Luise bringen alle Berliner Blatter Festartikel und Anekdote« aus deni Bebcn der Konigin u. s. to. Eine kostliche Geschichte, die bei dieser Gelegenheit der „Bi)rsen-Courier" erzahlt, wollcu wir hier wieder-gcben: Vor zwei Jahren sprach Kaiser Wilhelm einnml bei . eiitem Hofsest ini Schlosse mit eiiter Magistratsdeputation von dem Denkmal fur seine Mutter, zu dem ebeii der Grnndstein gelegt Worden war. Gerlihrt und eine Thrane im Sluge, meinte der Kaiser: „Wer weitz, ob ich das Denkmal noch vollendet sehen werde." Peinlichcs Schweigen wah-rend einer Secnnde. (Silt Stadtrath aber, fiber-zengt, etwas Kluges und Berbindliches zu sagen, bricht in die Worte aus . . . „Aber Majestcit, wir beeilcn nns ja sehr und wir hoffen, daS Denkmal fchoit iiachftes Jahr enthnllcn zu kSnnen" . . . Der Kaiser lachelte mitten in der Riihtung ob dieser schnurrigen wohlgerneinten Antwort. — Eine nene Krankheit. Einen rnerk-wfirbigen, wenn schon theilweise nbertriebenen Be-richt fiber eine eigeiithiiinliche Krankheit, welcher die im Gotthardtunnel beschaftigten Arbeiter und Jngenieure nnterworfen scien, bringt die in Turin tmtnblichem Ausdrucke. Er war von dcr anderen ©cite des Verges ans dem Hochwalde gelommcn und fast zu gleicher Zeit mit dem Madchen ins Freie getreten; fie hatte ihn jedoch nicht bemerkt, toie er fie, und wahrend fie im Anschauen ver-sunken war, both er hir.ter ihr gestanden. nicht wagend, fie zn ftbren, bis ihr Ausruf ihm ben feineit untoiatflrtich entriss. Jetzt trat er neben fie, und ihr die Hand reichend, sagte er: „Wie gut von dir, Erika, dass du gekornmen List, ich habe dir etwas zu sagen, das heitzt, ich mBchte mit dir plaudern; hast du das erratheu und willst du eitt Stiindchen hier oben bleiben?" „Errathen habe ich es nicht, Walter", entgeg-uete fie, und legte ihte Heine weitze Hand in seine fonnverbrnnnte, „aber ein wenig will ich schon hier bleiben, wenn", fuhr fie Halb scherzend, Halb neckend fort, „es wirklich etwas recht Wichtiges ist, das ich zu Horen bekomme, denn deinetwegen kam ich bei der Sonnenhitze nicht den Berg herauf, ich wollte SSeeren fur die Grotzmutter fuchen". ,,Jch glaube schon. dass du nicht meinetwcgen gekommen bist, allein ich freue mich doch fiber eijcheinende „Gazz. Piemontefe" vom 6. d.: Die Kranken sehen elend aus, haben gelbe Gefichts-farbe, feuchte Haut, abgezehrte Gesichtsziige, die Augeu find Halb erloschen, die Lippen bleich. An ihrem Gang erkennt man, wie grotze Muhe fie haben, auf ihren Beinen das Gewicht des Korpers zu regieren. Wenn diese Eleuden von der Albeit im Tunnel zuruckkehren, so mochte man fie wan-delnden Leichiiameu vergleichen; fie sehen aus, als ob fie dcit Gebrauch ihrer Vernnnft, bas Bewusst-fein bes Lebens eiugebfisst hatteii. MBge ein Arbeiter noch so krastig sent, so fei er gescihrdct, wenn er mehr als drei bis oier Monate, und verurtheilt, wenn er ein Jahr im Tunnel gearbeitet habe. Ganz besonders verwerflich erscheine es, wenn man junge Lente von 14 bis 16 Jahren im Tunnel ver-roenbe; fur biefe iviirbe der Tunnel zur Holle, in der fie zugruiide geheit. 70 bis 80 Procent der Arbeiter wiirden von dieser Krankheit ergriffen, 30 Procent seieit jchroere Fcille — uud das gelte erst noch itur vom Dnrchschnitt; nttter ben alterit Arbeiter«, bie ein Jahr oder mehr im Tunnel gearbeitet haben, fei ber Proceutsatz 95. Die Pro« fefforeu Calbcrini (aits Parma), Bozzolo ttttb Pa' gliani (ans Turin) haben ait 0rt und ©telle die Gesundheitsverhaltnisse ber Tminelarbeiter nnter-sttcht, nachbent im vorigen Jahre Dr. Graziabei znnt erstcnmale bie Krankheit erkaiuit hatte; Professor Bozzolo hat dieselbe als Ankylostonta - Blntarmut bezetchnet, Weil man in den Eingeweiden eiiies baran im Tnriner Spital Verstorbenen bie nnter bem Namen Ankylostonta bekannten Wurmer gesunben hat. Bozzolo und Pagliani haben in Airolo con-ftatiert, dass itur bei im Tunnel beschaftigten Lenten diese Krankheit fich enttoickelt; fie felbst erklciren iibrigens ihte Untersnchnngen noch nicht fur ab-geschloffeit, aber die „Gazzetta Piemontefe" ist in ben Stand gesetzt, bie vorlanfigen Eindrficke, welche bie beibeit Aerzte von ber Sache gewonnen haben, niittheilen zu konnen. Sic glauben, dass schon laitge das Ankylostonta verbreitet, abet erst wahrend des letzten Semesters mit besonders illicit fiver Schadlichkeit oufgetreteii ist. Das Zu-srieten einiger Lust zufuhrender Comprefforen, die autzerordentlich hohe Temperatur, verbunben mit fchlechter Ventilation im Tunnel, bie mit Wasfer-battipf mtb giftigen Dfinsten (von ben Dynamit-Sprengnngen) gefchwangerte Luft mufstcn eine Prii-bispofition flit die Ansteckung etzeugen und butch Mangel an Reinlichkeit, Nichtbeseitigung der mensch-licheit Abgaitge, Vermischnng der Wurmer mit dem im Tunnel getrmtkenen Wasset tourde die Ansteckung weiter getragen. Das Ankylostonta ist namentlich in Btastlien uud Egypteu endemisch und etzeugt daselbst schwere Krankheiten mit oft tSbtlichem Ans-gange. Professor Bozzolo meiiit, bass bie Arbeiter, unset Begegnen". erwiberte rr trenherzig, ..weitz ich both, dass bu mir trotz aller Neckerei ein klein wenig gut bist." „So, meinft bu?" cntgepete fie lachenb, „bM bist ein n3rrischer Mensch, Walter; freilich weiht bu so gut wie ich, dass wir beide zusammengehoren wie Baum und Snub, das toar ja itnntcr so, die Klostethos-Etika und der Fvtster Walter, die find die Unzerttennlichen." ,,Ja, so ist's", sagte er, und zog das Mad-chen neben fich auf die Moosbank unter ber breit-aftigen Bnche, die den Platz beschattete, „so ist's, und damit follte ich zuftiedeu fein!" fttgte er leife hinzu, abet boch nicht leife genugi um von ihr un- gehort zu bleiben. „Bist du denn nicht zusrieden? Walter!" fragte sie. „Was hast bit? manchesmal bist bu so sonderbar. ist dir etwas begeguet?" „Nein, mein liebes Herz, es ist nichts!" „Dann fei auch froh und heiter toie ich. O, Walter, ich bin so gliicklich, ich kaun gar nicht aussprechen toie! Mir ist, als ob das Leben eitt eittziger ©ommertag sei, als habe es ttur Sonne unb blanen Himmel, als ware bie gauze Welt so toelche in der letzten Periode etwo zehtt Stnnden im Tunnel zuzubringen hatten, fich unter ahnlichen Bedingnngen befandett, toie die Bewohner jener bciben Sanber. Local-und provin)iai-^ngelegenheiten. — (Prahi storische Ansiedlnngen unb Begrabnisstatten in Krai it.) Unter diesem Titel ist in bent soebett erschienetien 42. Banbe der Denkschriften ber mathematisch naturwissenschaftlichen Klasse ber k. Akabemie bet Wisfenfchaften ber erfte Bericht ber prahistotischen Commission, erftattet von Carl De schm a nn unb Ferdinand v. H ochstetter, verLffentlicht warden. Die Abhandlung in Quart-sormat umfafst 54 Seiten, und find derfelben 18 Jllnstrationen in Text und 22 Tafeln mit Abbil-bungeu beigegeben; es find dies theils Skizzen und Plane von vorgeschichtlichen Socalitateu in Krain, als: Terschische bei Zirkniz, Grad bei St. Michael im Bezirke Adelsberg, Mariathal, Oberstrasche bei TSpliz, die tumulusreiche Gegend bei Mlabe Vine unb St. Margarethen im Bezirke Naffenfutz, Vir bci Sittich, Slemschek bei Watfch, theils werben bie gemachten Futtbe, von benen bie meisten in ben Sammlungen bes Lattbesmuseurns fich besinben, im Bilbe votgefuhtt. Das reichste Fundmatetiale hat die ansgedehnte Grabftattc bei Watfch geliefett, der Reichthunt biefcr Localitat wirb nach HochstetterS Atisicht im Gebiete ber Ssterreichifchen Alpenlanber nut vont Graberfelbe zu Hallstatt in OberSsterreich ubetboten, bie Watschet Funbe find aus 13 Tafeln unb aufjerbem in 6 in ben Text eingebrnckten Fi-gnren, meift nach meifterhaft ousgefuhrten Original« zeichnuugen bes Herat Hauptmanns Benefch, ab-gebilbet. ©in hSchst charakteristisches Bilb stellt einen iii bem befagten Grabfelbe erBffneten Schursgraben mit ben im blofjgelegten Erbreich steckenben Urnen unb Skeleten bar. Det von beiden Versassern ge» lieserte Text befchaftigt fich fehr eingehend mit ben Details ber gewonnenen wiffenfchaftlichen Refultate. Autzer ber Aufbedung bes grotzen GrabfelbeS bei Watfch, bie vom Lanbesmnfeum im Jahte 1879 butch zwei Monate fortgefetzt totirbe, unternohm Hochftelter fehr intereffonte GtabSffnnngen auf bem Huge! in Roje bei h. Kretiz nachft Thurn-Gallen» stein unb auf bem Gebirgsplateau von Mariathal; von Roje ruhren zwei Schabel her, fiber toelche zum Schlusse obiget Abhandlung Herr Szombathy, Assi-stent am k. naturhistorifchen Hofmuseum, eine ktanio-logische Stubie itebft zwei Tafeln Zeichnuugen vet-Sffentlicht. Zieht man in Erwagnng, bafs die in dieser Abhandlung niedergelegten Resultute bei einer gemeinfchaftlichen Recognosciernngsreise wahrend eines Sommers in Krain gewonnen wurdett, so kann man daraus ermeffen, welch eitt antzerst fruchtboreS schSn wie unset Thai unb so frieblich wie unset Klosterhos. Aber boch mBchte ich bas Thai unb ben alten Hof nicht verlafsen, da ist es gewisS doch noch beffer toie andertoarts, meinft du nicht?" „Getoifs, Erika, im Klosterhos ist es am fchStt-sten, da bltiht die Haideblunte." „Nicht war, du fittbest es auch," entgegnete fie, bie Antwort nicht ganz so beutenb, wie er fie gab. „Aber boch fmn ich nicht recht glauben, toa# Grotzmutter immer fagt, bass die Welt so schlimm sei und taglich fchlimmer toerde, unb bass man fich vor ihr hfiten nififfe. Zumal, wenn ich hier oben stehe, in bie Weite schaue unb fehe toie lachenb und fchBii die Etbe baliegt, toie ein Patabiesgarten, too ber Gottesfriebe roeilt, ba ist mit immer, alS ob Grotzmutter nicht ganz recht habe, unb ich meine, sie fagt tool so, toeil fie alt unb mfibe vom lattgen Leben ist. Die alten Lente fehen tool alles ttiibe an unb fBnnen nicht mehr froh fein toie wit. Ich mBchte nicht alt fein , — du wol auch nicht? Walter!" »Was, liebes Kind?" fragte er; er war zerftreut unb hatte ihrem Gepiauder nut Halb zu» gehBrt. (Sortfc^ung folat.j Feld fur prahistorische Forschungen unser Land dar- bictet und wie rkich daselbst die fozcnannte Broncc zeit noch vertreten sein mag. Hieniit wurde der erste Versuch gemacht, thatsachliche Bclcge fur jene Urzcit zu sammeln, welche bcr Rvmerherrschaft im Lande vorangegangen ift. Wir wiinfchen diescr Dcnkschrist die verdiente Verbreitung im Lande, fie ist als Separatabdruck bei der Firma Gerold in Wien zu bcziehen. — (Ernennung.) DerBezirksrichter Franz Peharz von Windischgraz wurde in gleicher Eigen-schaft nach Reifniz iibersetzt und der Bezirksgerichts-adjnnct in Marburg r. D.-U. Dr. Carl P a e u e r zuni Bezirksrichter in Oberlaibach enionnt. — (KrainischeEscomPtegesellschaft.) Gestern nachmittags fand die diesjahrige Gencral-versammlung derselben in Anwesenheit von 26 Actio-nSren. welche 605 Actien mit 120 Stimmen reprii-sentierten, unter dem Vorsitze des Prasidenten der Gesellschaft, Herrn Martin Hotschewar, statt. Wir entnehmen dem umfassenden Rechenschaftsberichte, dass sich das im abgelanfenen Jahre erzielte nam-hafte Reinertragnis auf 22,183 fl. 99 kr. belaust. Ueber Antrag des Verwaltungsrathcs beschlvss die Versammlung, eine siebenprocentige Dividende zur Vertheilung gelangen zu lassen, 1000 ft. dem Re-servefonde der Crcditinhaber zu widmen und den nach Abzug der zehnprocentigen Tantieme des Ver-waltungsrathes eriibrigenden Rest von 9326 ft. 51 kr. dem Reservefonde der Actionare einzuverleiben, wel-cher sich hiedurch auf 35,236 ft. 66 kr. erhvht. Bei der hieraus vorgenommenen Ersatzwahl fur den sta-tutenmahig zum Austritte aus dem Verwaltuugs-rathe bestimmten Herrn Josef Kordin wurde differ wieder- und statt des vcrstorbenen Herrn Peter Koster Herr F. M. Schmitt in ben Verwaltnngs rath neugewShlt. — (Benefiz.) Dienstag geht zum Vor-theile des Kapellmeisters Herrn Andreae die Oper „Der Postillon von Lonjumeau" in Scene. Wer bei den operistischen Leistungen unserer Biihne nicht blotz die Leistungen an und fiir sich, fondern anch die Mittel beriicksichtigt, welche dabei zur Versiigung standen, der wird ganz unzweifelhaft dem. Kapell^ meister Herrn Andreae votle Anerkennung fur die TLchtigkeit zollen, mit welcher deifetbc bei theil-roeife fehr bescheidenem Material den Ansprucheu des Publieums gerecht zu werden verstand. Na-mentlich hat sich Herr Andreae butch die Ermvg-lichung ber Oper „Der Freischiitz" als ciii erprobter und rontinierter Kapellmeister erwiesen, und steht uns nach den Erfolgen dieser Oper zu nrtheilen auch fiir Dienstag, alS dem Abende seines Benefiz, ein gennfsreicher Abend in Aussicht. — (N ovitat!) Morgen kommt die in Wien am t. k. priv. Carltheater mit so grotzem Beisalle gegebene Posse von Hennequin und Milland „Papas Frau" (la femme a Papa) zur ersten Auffiihrung. Die Hauptrollen find in den Handen der Damen Frl. Heihig. Widemanu, Bellau und Frau Andreae-Kiihn und der Herren Balajthy, Mondheim und Bernthal. — (Bosnische Franciscaner in — Stei li.) Im Schematismns der Laibacher Div-cese aus den Jahren 1817 bis 1819 find vier bosnische Franciscaner verzeichnet, die damals — also vor 63 Jahren — ihreu Studieu im Kloster zu Stein oblagen. Unter dem Titel „Studierende aus Bosnien" sind angesiihrt — wie „Danica" be-richtet — die Namen der Potres: Jakob Lipovac, Johann Marijanovit. Franz JvekiL und Frater Gregor Blekit. Im Jahre 1820 kommen die hier trwahnteii Ordenspriester im Schematismns nicht mehr vor, indent fie wahrscheinlich in ihre Heimat zuriickkehrten. — (Aus dem Amtsblatte.) Ebictal-vortabungeu an bie zur Gurksetber Bezirkshauptmann-schast zustehenben Gewerbsparteien wegen riickstan-diger Erwerbstener bei den Steneramtern Nassensuh und Ratschach und desgleichen an fiiiif Parteien wegen anshafteuden Steuerriickstandes beini Lai- bacher Stadtmagistrate. — Licitationskundmachung der f. k. Landesiegierung betreffs Bauherstellungeu auf den Reichsstrahen des Baubezirkes Krainburg, und zwar auf der Lviblerstrasze, Wnrzner- und Kankeistratze. Offerte bis, event. Licitationsverhand' lnngen am 23. d. bei der Krainburger Bezirks-hauptmannschaft. (EinAufrufaubieLehrerOester-reichs.) Wir werden von der Vorstehnng des Lehrcrvereins des Bezirkes Leoben uni die Ver-Lffentlichniig nachfolgender Zuschrist ersucht: „Werte College,! Cisleithaniens! Bei der Vorversammlung des ersten allgem. osterr. Lehrertages wollten die Lehrer Ungarns gewisse Bevorzngungen beanspruchen. Schon drohte eine Berwirrung, welche dem Anseheu der damals in Wien versammelten VolksjchnUehrer sowohl, wie auch bent bes Lehrertages selbst Eiutrag gethan hcitte. Da siel mm bas so gewuchtige unb wahrc Wort: „Die Wissenschaft keitiit keine Natio-nalitat!" So wie bieser Satz damals seine Wir-kung nicht versehlte und Einigkeit in das Streben der Lehrerschast beim Lehrertage brachte, welche es emitigtichte, dass die Beschliisse, welche damals von den Lehrern in der Hofburg gesasst wurdeu. tueit hinaus klangen unb entsprechenbe Beriicksichtigung saiiben, so glauben wir auch heute nut Zuversicht, unsereu Collegen, sei es slavischer ober anderer Nation, bie Hanb reicheit zu fbmieit zum gtofeen Werke ber Jugenberziehnng mid Aufklarung bes Volkes. Wir siitb iiberzeugt, bass nnsere Collegen bies- uiib jen-seits ber Donan mit nns ubereinstimmcn, wemi wir jene Portci, welche in Spott unb inahtosen Ver-bachtignngen gegeniiber der Nenschule ihreu Muth zu kiihlen sucht, als diejenige bezeichuen, welche es mit der Jugend unb dem Volke Oesterreichs nicht so ehrlich nieint wie wir. Wir nnsererseits find gewillt, die Kundgebnng dieser nnserer Ueberzeugung in Wien im Vcreine „Volksschule" zum Ausdruck zu briugen. Rafft E»ch auf, liebwerte Collegen! Thuet dasfelbe, und wir diirfen hoffen, bafs bas Wort alter Lehrer Cisleithaniens krSstig genug sein wird, nnsere Gegner zur Ueberzeugung zu briugen, bass bie Lehrer nut unter der Aegide der gegenwartigen Schnlgesetze mit Hingebung und Erfolg wirken kSnnen. Wir rnfeii Euch daher nochmals zn: Reichet uns die Hand zum Bunde und lasst uns sein ein einig Volk von Brudcru, bereit mit unserer ganzen Kraft zu schutzen und zu wahren des Volkes grohies Heiligthum : „Die ©chute!" Es senden Euch die besten Griihe Eure Collegen, die Lehrer des Bezirkes Leoben in Steiermark. Lehrerverein des Bezirkes Leoben, den 9. Marz 1880. Ludwig Preiniug, Obmann Bincenz Prangner, Schrift fiihrer" * * * Aus St. Veit wird iiber cine gliickliche Ope ration Folgendes berichtet: In dem Kronprinz Rndolf-Hospital der Barmherzigen Briider in St. Veit wurde kiirzlich eine Operation gemacht, die, mit befonderer Gefchicklichkeit ausgeftihrt, gliicklich gelaug. Peter Reinig, tin 14 Jahre alter Knabe, von Zandlach, Bezirkshauptmannschaft Spital, gebiirtig, litt ein Jahr tang an Stein. Am 18. Februar wurde er mittelst deS hoheu Steinschnittes operiert unb bcr Stein ihm genornrnen. Der Stein wog 28 Gramm, hattc bie GrStzc eincs Hiihnereies unb wirb im bortigcn Hospitalc ansbcwahrt. Der Ope-rierte geht seiner Heitung gliicklich entgegen. Verstorbene. Den 10. Marz. Albin Jelovknik, Schuhmachers-sohn, 25 Tage, Reber Nr. 7, Atrophia. Angekommene Fremde am 11. Marz. Hotel Stadt Wien. Koscheny, Hentschel, Reisende; Win^ Heim, Arnstein, be Gregorio, Wunsch unb Marschner, Kauslentc, Wien. — Trampnsch, Gottschee. — Treffny, f. k. Vermessungs-Jnspeetor, unb Kunz, Privatier, Triest. — Grotz, Privatier, Miinchen. — Hokevar, Gntsbesitzer, Gurkseld. — Mahlander Amalie, Kansmanns-Gattin, Finnic. — Joseph, Berlin. — Wazlavik, Rciscitder, He-lenthal. Hotel Elephant. Gruber, Schreiber, Reisende; Rohrig, Kansmann, und Krick, Wien. — Schwarz, Kausmann, Kreuz. — Hinze, Haasberg. — Griinbancr, Kausmann, Berlin. Gcdenktafel uber die am 13. Marz 1880 ftattfinbenbeu Lici-tationeu. 1. Feilb., Zalokar'sche Real., Briindl, GB. Gurkseld. — 2. Feilb., Sotlar'sche Real., Senosetsch, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Podkraj'sche Berechtigte Real, ad Wippach, BG. Wippach. — 2. Feilb., Petrovkii'schc Real., Pule, BG. Wippach. — 3. Feilb., Hren'sche Real., Klane, BG. Laibach. — 3. Feilb., Benko'sche Real., Verbljenje, BG. Laibach. Theater. Heute inngeradcr Tag): Zum Besten des hiesigen Feuerwehr-Krankenfondes. Die Fledermans. Operette in 3 Aeten von Stranh. mMmsllle Irippe! Die hier allgemein bekannte Krippe, die allc Jahre zur Besichtigung ausgestellt war, ist bis Sonntag abends preis-wurdig zu verkausen. Zu sehen Alien Markt Itr. 3. Wiener Borse vom 11. Miirz. Jttlgeraein« Steals-! „ p.'s fAnld. i ; Papierrente............1 71*151 71-20 Silberrenre............j 71 90' 72*— «olbrente............ ©taotfllofc, 1854. . 1860. . n I860 zu 100 fl. 1864. . 86“1:»| 86 20 122 —122 128 —128 25 129 75 130 25 172—! 172 SO ®rttnd9'— 259 26 157*—'157-60 638 - 639 — ■Jiorbtretil'abn • . . -ItudolfS-Bahn . . . AraarSbabn .... Sudbahn................ Ung. Vtorboflb.ibn . . fHund&ricfe. BodencreditanstaU in at(of<. Eiedilloie . r-tudolfslose Drvisea. London .... 6e(d|ort«ft. Ducaren............ 20 Franc- . . . . 100 d. Reichsmark Silber............. Geld Ware 168 — 168*50 154-- 154*50 273— 273 50 85*90 86*10 141— 141*75 118 50 10i *— 102*50 101 50 98 50 106*50 98 50 10575 99 50 80 50 175 — 122 50 103*50 119 — 101*50 102*75 102 — 98 75 107*— 98*75 106 — 99-76 81— 175*50 122*76 108*—. ISO — 18-50 118*30 180 50 1875 11840 5 57 ,5 58 9*44i/a 19 451 » 58*20 <58 35 Telegraphischer Cursbericht am 12. Marz Papier-Rente 7130. — Silber-Rente 719b. — Gold-Rente 86 20. — 1860er Staats-Anlehen 128 50. — Bauk-aeticn 835. — Creditactien 299 50. — London 118 80. — Silber —'—. — K. k. Munzdueaten 5 58. — 20-FraneS-Stucke 9 46. — 100 Reichsmark 5835. Druck von J g. v. K l e i n m a y r & Fed. Bamberg. Verlegcr: Ottomar Bamberg. Fiir die Redaction verantwortlich: Dr. Hans KrauS.