Deutsche Macht (Krüöer „HiMer Zeitung"). (rden Sai>et1U| ant tnoigdl unk tot«! fttr SiBi mit Luftellnnz in# Hau« uanatlM fL —.56, »Kttdtülitij s>. 1.50. p»I>M»>u S. ». fl. 6.—. Bill V*fto«rfcB»ni| viertel! il)Tl| 11. W, latdiSdng st. ».10, J«m:45ti« (. (.40. Die elttjeliu Rsman T fr. I»Ier»Ie na4 Tarif; bei öftere« wie»erIi»lAng«n e«ls»rechen»«r Uabott. aulmätt» nehmen 3»kiite für aasn Blatt alle dedrattnde» fc»iK[irjH>ta«nti MI 3«. ul KatlanftH ,» Nebulton Imtntj. ». Bdtntutßratt«« Herren«. *. E«-r»ch«»ndii> M Mtdacltuc« UjliiD, Bit «»«nilM« der ««»>>. «n» Feierlaze. von »—II Uhr Bot- »Ad 5—« ltdr Wodnittaat. - Kcctaaiaiianeii »ojtofin. — OTaimfcrittf werden Klebe lUtütfMtenbei. — VitoBt|fli( .Zusendungen nlchl bkru«0»tij>rt. Nr. 69. Cilli, Donnerstag, den 28. Stopft 1884 IX Jahrgang. Das bctgiscste Meispietfür die ^Liberalen. Es ist eigenthümlich, daß durchweg stimmt« lich< Gegner des fortschrittlichen G dankens gleich den Sprossen des Fürstcngeschlechtes .Bourbon" nlchts lernen «nd nichts vergessen »ollen. Mit «uffälliger Hast, als ob es Angst Me. nicht lange genug die Herrschaft in Hän> ixn zu halten, betreibt das neue clericale Mi-iisteriurn in Belgien seine Arbeit, um mit den »on der früheren liberalen Regierung geschaffenen Institutionen möglichst rasch und gründlich aufzuräumen. Zwei Monate sind kaum seit zmem so bedeutungsvollen 1V. Juni verflossen, »elcher einen tragischen Wendepunkt in der Geschichte Belgiens bedeutet. Der maßlosen, an Anarchismus grenzenden Agitation der Cleri-colen einerseits und den Zwistigkeiten im Schooße der Liberalen an»ererseits war es zuzuschreiben, taB der Ultramontanismus siegte und selbst die b>5der stets liberale belgische Hauptstadt ultra-»ontane Vertreter in die Kammer entsendete. Nun sitzen die Malous und Moreaus seil im Sattel und rennen mit dem Staatsfanen in rasendem Galopp jenen Weg zurück, welchin Frvre-Orban an der Spitze der Frei-smuige« mühsam genug zurückgelegt hat Das erste Werk des neuen Cabinets war die Wieder-Herstellung der diplomatischen Beziehungen mit dem Batican, und die Kammer hat die Kosten für den Bevollmächtigten bei der Eurie, wie dies nicht anders zu erwarten war, mit einer Mehrheit von 2!» Stimmen bewilligt. Vergebens war die glänzende Rede des gewesenen Mnister-Präsidenten Frt?re-Orban, welcher die ©«fahren der Einmischung der Curie in die poütnche» Kämpfe eines Staates mit lebhaften Anbei, schilderte. Der Redner hoffte wohl selbst nicht aus einen Erfolg seiner AuSführun-gen. rief aber deu siegreichen Gegnern kampfeS-mlhig zu: „Es wäre ein Irrthum zu glauben. Der Hrtler. Von Dr. Eduard Glanlschnigg. Der Ortler (3905 Meter oder 12359 Wiener Schuh über dem Meere) ist der er-Habinste Hochgipfel in dem ausgedehnten Ge-biete der österreichischen Alpen. ES ist daher begreiiiich, daß ein Hochgipfel, welcher alle öfter« teichischen Alvengipfel weitaus überragt, von 3uljt zu Jahr eine größere Beachtung von Sei» der Alpenfreunde erfährt. Der Ortler ist ja nicht nur der höchste Berggipfel im Bereiche der Oftalpen, östlich toi Berninapasses, sondern auch zugleich der Kulminationspunkt des landschaftlich unbestritten großartigsten und schönsten vergletscherten und besinnen Gcbirgszuges innerhalb des erwähnten gewaltigen Gebietes. Die Anziehungskraft dieses Bergriefen ist umso mächtiger, als dessen Fuß außergewöhnlich leicht und bequem zugänglich ist. Allerdings hat der Ortler erst in neuerer Zeit nn« größere Beachtung erfahren, denn vor unge» führ acht Deceunien hatte die Spitze des Ortler »och kein menschlicher Fuß betreten. Ueber Anregung des um die österreichische Alpenwelt so hochverdienten unvergeßlichen Erz-tozoa Johann unternahm der Botaniker Tr. »Sebhard unter Begleitung der Zillerthaler StauSner und Leitner am 28. August 1804 die Besteigung des Ortler. Sein Vorhaben erregte daß der liberale Geist ausgestorben sei. Nein! der liberale Geist ist in voller Lebenskraft, und sein Wiedererwachen wird um so schneller ein-treten, als Ihnen träumt. Die Regierung hötte daher alle Sorge mit Mäßigung vorzugehen!" Das Cabinet Malou hält sich aber nicht an diese Mahnung, und selbst die in Brüssel herrschende große Erbitterung, welche zu Ruhe-störungen vor dem Nationalpalafte führte, hält sie nicht ab, dem Liberalisinus «inen Schlag nach dem andern zu versetzen. Kaum war die Kammer zusammengetreten, so unterbreitete ihr die Regierung einen Entwurf des neuen Schul-gesetzes, welches nichts weniger als die totale Auslieferung der Schule an die Kirche be-absichtigt. Dies rüttelte endlich die Liberalen aus dem starren Entsetzen, in welches sie der Sieg der Ultramontanen versetzt hatte, und ein Sturm der Entrüstung braust nunmehr durch das ganze Land. Die Gemeinderäthe aller Städte legen entschieden Verwahrung gegen die neue Unterrichtsvorlage ein, welche das von Fröre-Orban geschaffene aufgeklärte Unterrichtswesen über den Haufen werfen soll. Künftighin sollen die belgischen Gemeinden nicht mehr verpflichtet sein, eine öffentliche Schule zu erhalten; die meist in Händen der Geistlichkeit befindlichen Privatschulen genügen! Dic Zahl der Elementar- und Mittelschulen soll verringert werden, denn zu viel Wisse» macht, nach Ansicht eines berühmten deutsch-römischen Parlamentariers, .Kopfschmerz oder gar liberal. Die Oberaufsicht des Staates über die Schulen hat aufzuhören. Die „Männer Gottes" verstehen dies Geschäft besser, als die profanen Politiker. Die Jugend soll in Gottes-furcht und fronimer Sitte erzogen werden, auf daß sie fromme, der Kirche ergebene, PeterS-Pfennige spendende Staatsbürger ergebe. Die Clericalen bemächtigen sich zu allererst der Schule, um auf den Geist der Jugend einwirken unter d'n spärlichen Bewohnern des Suldenthales eine ungeheuere Sensation, und sie hielten daö Uniernehmen für ebenso tollkühn und waghalsig als unausführbar. Dr. Gebhard hatte sein Augenmerk für die Ersteigung aus jenen Grat gerichtet, der von der höchsten Firnspitze des Ortler in ostsüdöstlicher Richtung in kühnem Schwünge sich zu Thal senkt. Dieser Grat ist in seinem allerobersten Theile vereist und be-sirnt, etwas unterhalb treten die nackten, zer-riffenen Felsen zu Tage, denen dann wieder eine besirnte Schneide und ein Schneefeld folgen, welch letzteres alsdann von dem schwachbegrasten steilen Berghange nur noch durch eine nicht allzu schwierige FelSpartie getrennt erscheint. Doctor Gebhard vermochte sein Vorhaben nicht auSzu-führen, weil er erkrankte, und auch seine beiden Begleiter aus dem Zillerthale hatten trotz wiederholter Versuche nicht das Glück, die jung-frauliche Spitze des Ortler zu erreichen. Erst Josef Pichler aus St. Leonhard in Paffeier, schlechtweg Passeyrer Josele genannt, aelang es, in Begleitung der genannten beiden Zillerthaler am 27. September 1804 zum erstenmale den Ortler zu besteigen. Sie wählten die Route von Trasoi aus über das „Bergl" oder den drei heiligen Brunnen, sie hielten sich unter möglichster Vermeidung der Gletscher an dem FelSgrate. den sogenannten „Hinteren Wandeln", und ge» zu können, nachdem sie die Basis ihrer Wirk-samkeit durch die Erlangung eines päpstlichen Nuntius n Brüssel durchgesetzt haben. Eine der imposantesten der vielen Kundgebungen gegen das Attentat aus die Schule war die Versammlung der liberalen Bürgermeister aller belgischen Städte, welche imSaaledesBrüsselerRathhauseS stattfand. Aber trotz aller Proteste und Demonstrationen, trotz der glänzenden Rede, welch« Fröre-Orban in der General-Debatte über die Schulgesetz-vorläge hielt, der da unter Anderem sagte: „Die Gährnng, welche im Lande herrscht, ist das Werk des Elerns. Unsere Schulgesetze seit 1815 bis 1879 hatten immer die Neutrali-tät der Schule zur Grundlage. Der Elerus hat zu jeder Zeit dieses Princip bekämpft. „Die confefsionslose Schule ist der Höllenpfuhl", war stets seine Devise. Und jetzt kommt eine ans Männern zusammengesetzte Regierung, welche zu jeder Zeit die eifrigsten Apostel der „streitenden Kirche" waren, und räumt das dem Staate bestriltene Recht, confessionslose Schulen zu gründen, der Gemeinde ein. Diese HandlungS-weise ist eine unwürdige Posse, ein Vorgang, den sonst nur Marktschreier anwenden; sie ist unmoralisch und wird von jedem anständigen Menschen verdammt werden. Mit Entrüstung werden Ihnen diejenigen, die Sie schon als Sklaven des EleruS betrachten, den Rücken kehren, und Sie werden der allgemeinen Ver-achtung anheimfallen. Die Regierung hat behauptet, daß wir das Gesetz vom Jahre 1842, welches als TranSactions-Gesetz darge-stellt wird, gebrochen haben; daS aber ist grundfalsch. Der EpiScopat war es. welcher dieses Gesetz gefälscht hat, und zwar durch die im Jahre 1346 votirten Nichtragsbestimuiun-gen. Die Lage vor Votirung des Gesetzes vorn Jahre 1879 war eine unerträgliche. Der EleruS hatte sieben Lehrerbildungsschulen. der Staat nur zwei. In den Schulen desClerus wannen nach unsäglichen Schwierigkeiten nach achtstündigem Marsche den Gipfel. Für uns, die nnr mit Manilla-Seilen. Eispickeln und dgl. ui. bestens ausgerüstet sind und denen die Beschaffenheit des obersten Ortler-Plateaus hinlänglich bekannt ist, er-scheint freilich der Weg von den hintern Wandeln zum Gipfel des Ortler nur wie ein gefahrloser Spaziergang, der wohl mühsam, aber völlig unbedenklich ist; nicht so dem Josele und seinen Begleitern, welche sich, lediglich mit Steigeisen und einsachen Bergstöcken ausgerüstet, wohl nur .iiit pochendem Herzen auf das ge-sährliche Terrain begaben. Seither wurde der Ortler von d.n verschiedensten Seiten wieder-holt erstiegen, und es befinden sich unter den Ersteigern auch viele Damen. Die jetzt am häufigsten gewählte Route sühn von St. Ger-traud im Suldenthale über die Tabaretia-Wand zur Payervütte in 3 Stunden und von hier auf die Spitze je nach der Stärke des Fußgehers und der Gunst der Schneeverhältnisse in 2'/, bis 4 Stunden zur Spitze. Diese Route habe auch ich bei meiner Er» steigung des Ortler am 10. August d. I. gewählt. Ich war von Cilli auS am 7. August Abends 5'/, Uhr nach Marburg, von hier mittelst Eilzuges am 8. August Früh 2 Uhr nach 2 wurden der Haß und die Verachtung der StaatS-Autoritäten gepredigt. Und trotzdem wagen Sie es neuerdings, den Volksschul-Unterricht dem Cle-ruS ju überliefern. Ihr Gesetz, welches den ReligionS-Unterricht einführt, stellt den Unter-richt dir Sittenlehre ab. weil die Religion, wie sie unser Clerus lehrt, der Moral Hohn spricht. Die Maske, mit der Sie Ihr wahres Gesicht verschönern, hat Ihnen den Eintritt in dieses Haus verschafft" — dürste die reactionäre Par-tei diese Vorlage annehmen. Hoffentlich werden die überstürzten Schritte des heißblütigen und keinem Comproniiß geneig-ten Malou und seiner Genossen wenigstens den eine» günstigen Erfolg haben, daß die Liberalen sich endlich zu energischem Kampfe mit verein-ten Kräften gegen den gemeinsamen Feind zusammenfinden, denn nur in diesem Falle könnte ein scharfer Sturm das reactionär-cleri-cale Cabin t hinwegfegen, noch ehe es mehr Unheil gestiftet. Andernfalls aber stünde es zu befürchten, daß sich das clericale Cabinet nicht blos bis zu den nächsten Wahlen halten werde. Den anderen Staaten aber und deren liberalen Parteien möge Belgien als warnendes Beispiel vorschweben. Im politischen Leben ist nicht so sehr Wissen als Einigkeit Macht. Wehe jenen Liberalen, deren doctrinäre Streitsucht oder Streberhastigkeit die eigene Partei trennt und so einem Cabinet ä la Malou die Wege ebnet! Mund schau. ^V e r g l e i ch en d e Cha r a k t e r i st ik.j Im „Deutschen ReichSanzeiger". welcher für Deutschland das bedeutet, was die k. Wiener-zeitung und die k. ungarische amtliche Zeitung zusammengenommen für Oesterreich-Ungarn auS-machen, finden wir eine vergleichende Cha-rakteristik der Opposition der Siebenbürger Sachsen und der Forderungen verschiedener sla-vischer Stämme innerhalb Oesterreich-Ungarns. Wir lesen daselbst: „Die Sachsen haben sich heute mit der Aushebung des KonigbodenS abgesunden ; was sie anstreben, ist nicht die Errich-tung einer historisch-politischen Jndividualuä». Sie verlangen keine Wojwodina, wie die Serben sie vor nicht all zu langer Zeit forderten, sie streben nicht die Wiederbelebung eines ab-gestorbenen Staatsrechtes an, wie die Tschechen, sie wünschen keine Neubildung wie die Slove-nen und am allerwenigsten träumen sie von einem deutschen Staate im Osten, wie der Sla-venstaat im Süden, die Phantasie der Croaten beherrscht. Ihr ganzer Kampf ist auf die Er-Haltung und den Schutz ihres nationalen Da-seinS gerichtet, und darum wollen sie die deutsche Sprache in Amt und Schule sichern, wo Sach-sen compact beisammen wohnen. Auch heute hat Bozen und von da um!5 Uhr Abends nach Meran aefahren, wo ich um 7 Uhr Abends anlangte. Am 9. August verließ ich mit Benützung einer Retourgelegenheit um 5 Uhr Morgen« Meran und langte nach Passirung der Poststationen NaturnS, Schlanders und Eyrs im Vintschgau. um 12 Uhr Mittags in Prad an. In Prad beginnt die prachwolle Kunststraße über das Stilfserjoch, in einer Meereshöhe von 896 Meter. Von hier begab ich mich zu Fuß nach Gomagoi, wo ich das Mittagsmahl einnahm und die Pause bis zur Fertigstellung desselben benutzte, um mit dem dort anwesenden Ortlerführer Simon Reinstadler die Tour nach dem Ortler zu besprechen. Die Daten, welche mir Simon Reinstadler lieferte, lauteten äußerst günstig sowohl hinsichlich der bevorstehenden Witterung, als auch mit Bezug auf die Schneeverhältnisse. ES gab nämlich sehr viel alten, dagegen keinen Neuschnee, und war die Temperatur eine so angenehme, daß Reinstädter weder das Mit-nehmen von^Steigeisen für nöthig erachtete, noch auch daS sonst sehr zeitraubende Stufenhauen in den obersten Firnregionen besorgte. Ich brach daher um 4 Uhr von Gomagri (l300 M.» auf und errech!« St. Gertraud im Suldenthale um 6'/, Uhr Abends. Der Weg dahin ist zum dritten Theile Fahrweg. Die letzten zwei Dritt-theile ein gut gangbarer Fußsteg, dessen Adap- „Zische Macht." ja das Sachsenthum «ine große Miffion zu er-füllen, auch heute ist es ein Bollwerk gegen die Fluthwelle de» RumänenthumS, die sich gegen Westen wälzt und dem ungarischen stamme das Terrain streitig zu machen droht. Was die Chauvinisten den Sachsen zum Vorwurf ma-chen, daß sie sich als Deutsche fühlen, das hat sie eben von der Alliirung mit Serben. Rumä-nen und Slovaken zurückgehalten. Diesen Charak-ter der sächsischen Opposition möge man in ernsten politischen Kreisen Ungarns nicht zu gering an-schlagen; gerade dieses Moment zeigt, daß der Gegensatz, der heut« Ungarn und Sachsen trennt, kein unüberbrückbarer ist." — Allerdings die vorstehend citirten Sätze waren drei Tage zuvor in der „Neuen Freien Presse" zu lese»aber daß das amtliche Organ der deutschen Reichsregierung, sowie des Königreichs Preußen sie in seine Spalten aufnimmt, ist ein bedeutsames Zeichen der Zeit, und nicht nur die ernsten politischen Kreise Ungarns, an welche die „Neue Freie Presse" vorsichtshalber ihre Mahnung richtet, sondern auch andere ernste politische Kreise hätten Ursache, dieselbe zu beachten. Wer das StaatSrecht d. i. das Recht des Staates, in Frage stellt, ist ein StaatSseind und muß als solcher behandelt werden. (Ein getroffenes Conterfei.s In einem Artikel, welchen eS der Stellung der Ultramontanen zu der an den Tiroler Landtag gerichteten Petition um Gründung eines Lehrer-Pensionssonds widmet, giebt daS wackere „I n n s brucker Tagblatt" eine Charakteristik des ultramontanen Geistlichen zu dem katholischen. Dieselbe ist so treffend, daß sie es ver-dienen würde, durch alle freisinnigen Blätter verbreitet zu werden. Das „Tagblatt" schreibt: „Ter schlechtweg katholische Geistliche ist ur Seltenheit geworden. Er begnügt sich, wenn eine Leute christlich und rechtschaffen sind; er hat nichts dagegen, daß sie was lernen und etwas wissen; er haßt nicht die Intelligenz, denn er geht nicht daraus aus, die ihm zur Seelsorge anvertraute Menschheit in alle» Dingen zu commandiren und zu beherrschen, sondern lebt in und mit der Welt, sucht sie vor Ver-irrungen zu bewahren, im Uebrigen aber mit ihr iui Frieden auszukommen. Ganz anders der u l t r a m o n t a n e Geistliche, der in unseren Alpenländern seit der Wirksamkeit der bekannten Kampsbischöfe sich leider so stark eingenistet hat. Ihn, ist eS nicht genug, daß die ihm zur Seel-sorge anvertrauten Mensche» rechtschaffen und ch r i st l i ch sind, sondern nach seinem Sinnen und Trachten »lüffen sie insgesammt Betbrüder und Betschwestern sein, die für nichts Auge und Ohr haben, als für die Frömmelei, Menschen, die sich von einem tirung zu einem Fahrwege baldigst in Aussicht gestellt ist i als Reitweg kann er schon jetzt ver-wendet werden. Ich fand eine sehr freundliche Aufnahme im Hotel Eller, welches von einer Schwester des dortigen um die Touristik hochverdienten Herrn Curaten Eller bewirthschaftet wird. Trotz Uebersüllunp des Gasthofes gelang es mir, durch die Protection nieineS Führers ein sehr hübsches Zimmer zu acquiriren, in welchem ich besser untergebracht war, als in manchem Hotel I. Classe in Wien oder anderen Welt-städten. Im Hotel Eller speisen die Gäste zu Mittag und Abends gemeinsam und kostet Nachtniahl wie Mittagsessen 60 Kreuzer per Person. Ich war gerade zur Abendmahlzeit gekommen; die Gäste waren schon erwartungS-voll um den langen Tisch geschaart, denn die Bergluft machtHunger, undAlle hatten mehr oder weniger schon tüchtige Partien unternomme». Wenn ich in Kürze die Speisen aufzähle, welche uns geboten wurden, so geschieht dies weniger zu Ihrer Unterhaltung als um darzuthun, wie billiq man in diesem Hotel untergebracht ist, welches 1845 Meter hoch liegt, somit um 35 M. höher, als die Koroschitzahütte am Fuße der Ojstrica, welche eine Seehöhe von 1810 Meter hat, und zu welchem Hotel alle Lebensmittel mit Tragkörben gebracht werden wüsten. Die Tafel 1884 noch so jungen, unersahrenen und wenig weit, kundigen, ja selbst unwissenden Frühmesser oder HilfSpriester auS bloßer Blindgläubigk«t in allen Stücken lenken und leiten lassen und ihm sorglos folgen, Kenntnisse fliehend, Aus. klärung v«rachtend. jeder bessern Einficht tat-behrend. Nur eine Menschheit, die ihre religioie Gläubigkeit bis zur völligen Gedankenlosigkeit ausgestaltet, ist dem richtigen Uliramontanm recht; nur eine Anhänglichkeit an die Kirche», männer, die zur völligen Unselbständigkeit ge> worden ist, paßt zum Ultramontanismus. Teil« der Ultramontanismus will die Welt nicht blo» in ein besseres Jenseits hinübersühren, wie ai«i die Aufgabe des echten alten Katholicismiit war und noch wäre. T-r UltramontanisMAi will die Welt auch schon hier uiid nicht blos in kirchlichen, sonder» auch in politischenDinnen beHerd sjchen und ausbeuten. Zu diesem Ziveid kann er aber nicht gelangen, wenn er te Menschheit nicht schon in frühester Jugend da Verstand knebelt und die Vernunft confiscia.' tzorrespondenzen. Marburg. 24. August. (O.-C.) [Zu: L a n d t a g s w a I, l.) Ein hiesiges Ehrendlao wußte mit wenig Witz und viel Behagen mit-zutheilen, daß in Polstrau Herr Dr. Aussem nur eine Stimme erhielt und daß diese Stimm ihm ein eingewanderter Preuße gab. Es rorc» wohl kaum einer, vernünftigen Menschen ba-! fallen in einem solchen Wahlentschlusse etivat Widersinniges zu sinden; auch sind die Teifr scheu gottlob nicht so bettelarm geworden, daj sie unter Slovenen sich um ihre Vertreia umzusehen brauchten. Piel sonderbarer siebt d jedenfalls aus, wenn von 408 erschienenen Wäh-lern, wie es in Marburg der Fall war. nur ein Einziger, dem seine Mutter gewiß kein«!» venisches Wiegenlied vorsang, den Muth sind«, einem Tschechen seine Stimme zu geben, tut ist eine Demonstration, die um so unverfroren» gelten kann, als unser wiedergewählter Land-tagsabgeordneter Dr. Schmiderer die uneige» nützigste und beliebteste Persönlichkeit von Ma» bürg ist, dessen Bevölkerung es einhellig zeig» wollte, wie hoch es den Mann schätzt. der d«> Parteirathe solg.'nd sich in den Landgemeinde» exponirte und auS diesem Anlasse mit n«aj besonders ausgesuchter pervakischer Noblesse seitens der national-clericalen Stimmungsm-cher bedacht wurde. Ja, das oben gevach» Blatt colportirte sogar die tendentiöse Lüge. !«q Dr.Schmiderer darum in denLandgemeinden cia< didire. weil er — risurn teneatis arnici! — ■ Marburg unbeliebt geworden sei. Nun. Hm Dr. Schmiderer unterlag mit einer ehrenvoll» Minorität in den Landgemeinden; und so sch war zahlreich besetzt von Touristen auS Deutsh> land. Oesterreich-Ungarn und der Schweiz. £>: hatten diesen Abend eine vortreffliche Rindsum Schweineschnitzel mit Salat und Compot, PA ding mit Chaudeau. Am folgenden Tage hat» wir zu Mittag Suppe, Rindfleisch mit zweier!« Gemüse, gebratene Hühner und eine Mehlsveist! zum Frühstück einen vortrefflichen Kaffee mr Butter; Brot konnte jeder nach BeliebeH »ch men. Für diese Verpflegung einschließlich da Zimmer aus einen Tag zahlte ich 2 st. 10 k, sage zwei Gulden 10 kr. Oe. W. Ich muß dem Gesagten beifügen. M AlleS vortrefflich bereitet und das Fleisch war. Die Unterhaltung an einer Tafel, welchl durchwegs von Touristen besetzt ist, bewegt selbstverständlich um Bergparthien. welch« ich» unternommen wurden oder noch unternomrnal werden sollten; Rath wurde eingeholt. Z» ertheilt, dazwischen fiel manch witziges Woal und verhältnißmäßig spät Abends gieng ®i| erst zur Ruhe. Unter den Gästen befand « auch Herr LandesgerichtSrath Adamek Wien, der Untersuchungsrichter in dem Zoa»» listenprocesse; er hatte in die Tiroler 3a» seine ihm jüngst angetraute schöne junge Zvol geführt, um mit ihr von den Spitzen dersel» das kleinliche Getriebe der Menschheit zM der Vogelperspective zu betrachten. Wohlthu« 1884 es die Stadt Marburg als Ehrenpflicht an, ihren erprobten und beliebtesten Mitbürger durch eine einstimmige Wiederwahl auszuzeichnen. Ton 408 zur Wahl Erschienenen, erhielt Dr. Echmiderer 407 Stimmen. Nur ein gewisser Slot*, seines Zeichens provisorischer Aichmeister und von Religion ein Protestant, hielt eS für aagez eigt, dem von Clericalen so sehr angefein-deten Kandidaten die Stimme nicht zu geben, sondern dieselbe Herrn Professor Horak, der gleich ihm der Redaction des Marburger Revolver nicht ferne stehen soll, zuzuwenden. Gewiß steht eS Jedermann frei zu wählen, wen er will, allein eine derartig zwecklose Verwerthung der Wahlstimme läßt doch die Absicht nicht verbergen, demonftriren zu wollen, und darum betrachtet man auch hier das Vor-gehen des Herrn Stärk als eine absichtliche Neleidigung der Marburger, zu welcher der provisorische Herr Aichmeister am wenigsten An-laß hatte. Rohitsch Sanerbrunn, 25. August. (O. C.) sGesuch um A b hi lfe.] Welche Früchte die neue Aera zeitigt, wie weit eS in der Zeit der Ver-söhnung gekommen ist, davon mag nachstehen-des Gesuch, welches die Gemeindevertretung und eine große Anzahl meist bäuerlicher Jnsas-sen der Hauptpfarre Hl. Kreuz bei Sauerbrunn an den Fürstbischof von Lavanl richtete, beweisen. Dieses Gesuch hat fo'genden Wortlaut: „Eure Excellenz, sürstbischofliche Gnaden! Die unterthänigst gefertigte Gemeinedevcrtretung und «inerzeichneten Bewohner ter Hauptpfarre Hl. Kreuz bei Sauerbrunn erlauben sich Eurer Excellenz nachstehende Bitte vorzutragen und um deren Ersüllung ergebenst zu ersuchen. Schon seit längerer Zeit befindet sich die hochwürdige Geistlichkeit von Hl. Kreuz nicht mehr im Ein-klänge mit dem größeren Theile der Pfarrbe-wohner und gerade mit jenem Theile, welcher bisher bestrebt war, die nationalen Wogen, welche bei uns leider starken Eingang gefunden haben, zu dämpfen. Schon bei den Gemeinde-wählen im abgelaufenen Winter wurde die na-tionale Gehässigkeit auf eine nicht zu verant» wortende Weise geschürt; unter die bisher ru-big neben einander lebenden Insasse i der Pfarre Hl. Kreuz wurde die Brandfackel geworfen, welche, wenn auch nicht sogleich in hellen Flammen auslodernd, doch ein unheimliches Glim-men hervorrief. Vor wenigen Tagen wurden hier die Wahlmännerwahlen für den zukünfti-gen Landtag vorgenommen, bei welchen der bisherig', wenn auch nicht angenehme, doch «och immerhin erträgliche Zustand in einen geradezu unerträglichen verwandelt wurde. Aus tiefstem Herze.« müssen wir es bedauern und einbekennen, daß gerade die hochwürdige Geistlich-ieit diesen Zustand hervorgerusen hat, denn sie be- war eS für mich, kein Wort über Politik zu hören oder sprechen zu müssen. Ich unternahm am 10. Vormittags einen Cpaziergang zu den Gampenhösen, welche eine kleine halbe Stunde vom Hotel entfernt liegen, ttirt von welchen aus man eine herrliche Aus-sich! genießt. Der Himmel war klar, kein Wölk-lhen war zu sehen, die Luft angenehm von der Tonne »wärmt. Es entfaltet sich hier t in Bild von unbeschreiblicher Schönbeit, das mit dem vm der Franzenshöhe jenseits des Ortler in die Schranken treten kann; die edelstgeformte Berggestalt in den österreichischen Alpen, die Nlanzvolle Königsspitze zeigt sich hier in ihrer ganzen Glorie, man steht vor einem Thalschlusse, wie solcher gleich großartig in den Ostalpen nicht wieder zu finden ist. In einem großen Halbkreise zeigen sich hier die Bergriesen: ge-rade aus Schröttenhorn (3398 m ), daneben Suldenspitze (3385 m.), Kreilspitze (3382 m.), die Königsspitze <3855 m.) und der in gewaltigen Felswänden abstürzende Ortler (3915 w.); »wischen Königsspitze und Kreilspitze das Königs-loch (3372 m.) und zwischen Kreilspitze und Schröttenhorn der Fornopaß (3334 w.) Von diesen Höhen senkt sich der mächtige Sulden-ferner, der bei seinen AuSbrüchen 1818 und 1856 große Verheerungen anrichtete, seitdem aber sich wieder zurückzog, seine mächtigen Mußt " suchte von HauS zu HauS die Wähler und brachte Argumente gegen die anders denkende politische Partei vor, welche jeder Basis entbeh-ren. Die Gefertigten wurden dadurch in ihren tiefst:» Gefühlen verletzt, als religionslos stig-matisirt und Dinge ersonnen, welche nur natio-naler Fanatismus und unversöhnliche Gehäs-sigkeit erzeugen können. Wir unterthänigst Ge-fertigten sind bereit. Eurer Excellenz Fälle auf-zuführen, in welchen unsere hochwürdige Geist-tichkeit, durch die Wahlagitation zu sehr in An» spruch genommen, in ihrer Berufspflicht verhindert wurde! — Kurz, die hochwürdige Geist-lichkeit von Hl. Kreuz, hat durch ihr Benehmen die Gemüther des größere» Theiles unserer Psarrinsassen in hohem Grade erregt, und es steht zu befürchten, daß, wenn sich dieselbe nicht mäßigt und von ihrem bisherigen Vorgehen absteht, Excesse provocirt werden, welche zu ver-meiden wir uns alle Mühe geben. Gewohnt, unseren Seelsorgern mit jener Achtung entgegen zn kommen, wie sie der hochwürdigen Geistlich-keit von uns jederzeit gerne gezollt wird, müs° sen wir eingestehen, daß das bisherige Beneh-men dieser Letzteren darnach angethan war, bei der Bevölkerung diese Achtung zu untergraben. Da bei nächster Gelegenheit Excesse kaum zu vermeiden sein werden, wir aber solchen auszu-weichen bestrebt sind, so dringen wir Eurer Excellenz, unserem hochverehrten und als Frie-densstifter bestbekannten Oberhirten, die unter-lhänigste Bitte vor : Es mögen die beiden Herren Eapläne Johann Kozinc und Josef Decorti von hier übersetzt und durch zwei Herren ersetzt werden, welchen wir die gewohnte Achtung ent-gegenbringen und bewahren können. Euere Ex-cellenz würden durch diese Verfügung den Frie» den bei unserer sich gerne ruhig verhaltenden Be-völk°rung wieder herstellen und wir wollen Alles thun, um diesen zu erhalten." • * Obschon wir die sogleiche Uebersetzung der oben genannten beiden nationalen Kampfhähne nicht erwarten, so sind wir überzeugt, daß un-ser in hohem Ansehen stehende, gerecht urthei-lende Bischof die Mittel finden dürste, der Hei-ligenkreuzer Geistlichkeit den Weg vorzuzeichnen, welchen sie zu wandeln hat, um sich selbst bei uns nicht ganz unmöglich zu machen. — Am 0. September wird die Wahl für die Gemeindevertretung aus dem III. Wahlkörper nochmals vorgenommen. Wir rufen und warnen heute die Heiligenkreuzer nationalen Phantasten, ihr bisheriges System und Manöver fortzusetzen, widrigensalls sie einer Zukunft entgegengehen, welche für sie keine rosige sein wird. Lichteuwald, 23. August. (O.-E.) IM o s a i f.] Die Feste sind verauscht. deren wir seit 9. d. M. so manigfache hatten. An genannten Tage zogen Schutthalden zurücklassend. Nachmittag um 3 Uhr brachen mehrere Partieen zur Payer-Hütte auf, um am folgenden Morgen den Ortler zu ersteigen. Ick verließ das gastliche Hotel Eller um 4 Uhr Nachmittag, um auf dem von Dr. von Mojsisovicz im Jahre 1365 entdeckten Wege die Payerhütte zu erreichen, welche von der Section Prag, des deutschen^ und öfter-reichischen Alpenvereines in einer Seehöhe von 3060 w. oder 968« Wiener Fuß in einer Ein-senknng des Tabarettakamme« erbaut wurde und eine Unterkunft für 18 Personen bietet. Der Weg führt fünf Minuten unterhalb der letzten Häuser von St. Gertraud links ab in allmähliger Steigung durch Wald hinan; nach ungefähr einer halben Stunde erreicht man die breite Moräne des Marltgletschers, welche überquert wird, und von wo uns der St'ig theils knapp an der Moräne theils am Waldes-säume in steilem Zickzack emporsührt. Nach-dem man den Kopf der Moräne erreicht hat, geht es scharf bergan über Geröll und Rasen zur Marltschneide, welche ein »littelmäßiger Bergsteiger von St. Gertraud auS in 2 Stunden erreicht. Nun geht es quer über ein steiles Ge-röllseld bis an die scheinbar senkrechten Wände des Tabarettakammes. von wo aus sich ähnlich dem Wege aus den Steinersattel in den Sann-thaler Alpen über äußerst brüchiges Gestein der 3 Schaaren tonsurirter Gäste ein, um einen hiesigen Jüngling zu einem Diener Gottes zu installiren. Sie wurden in Privathäusern bequartiert, und eS scholl aus manchem bis in die späte Geister-stunde ernster aber auch heiterer Gesang und Gläsertlang, und um Luther's Spruch: Wer nicht liebt W»m, Weib und Gesang :c., ganz in daS Katholische zu übersetzen, fehlte es auch an Damengesellschaft nicht. An einem dieser heiterm Abende soll «in Backfisch durch die Bemerkung: „Schade. daß sich so angenehme Herren nicht dem Beamtenstande widmen." unter den jungen Elerikern sogar Proselyten gemacht haben. — Kaum hatte sich das schwarze Gewölk ver-zogen, folgte die von dem panslavistisch thätigen Gemeindevorsteher Versec inaugurirte. slavische Volks-, respective Gymnasiasten - Versammlung, wobei aber der bekannte, küstenländische Abge-ordnete und Fortschritts» ann Nabergoj auch nicht fehlte. ES ging dabei hoch her, Triumph-pforte, slavischeBeflaggnng, Beseda, Concert, Ball gewürzt durch eine croatische Musikcapelle, kurz eine fieberhaste Thätigkeit des Fest-ComiteeS; aber der Mühe Lohn war nicht sehr groß, die Theilnehmer zählten sammt interessanten Damen auS Trieft kaun» 150 Personen, worunter man a»l Schlüsse ob mangelhafter Atzung manche Physignomien bemerken konnte, die eben keine Sehnsucht nach einem Wiedersehen zur Schau trugen. Nebenbei muß bemerkt werden, daß hier die sl«venische Approvisionirung überhaupt kein: sehr schmackhafte ist, denn kürzlich machten drei im Gemeindearreste verwahrt« ausweislose Croc'ten deutliche Aeußerungen des Hungers, wurden ab«r von dem Gemeindesecretär und Stammesbruder Dr. Kurent mit einer so auS-giebigen Tracht Prügel beschwichtigt, daß in Folge des darob entstandenen Geivinsels be-»achbarte Bürger nicht eben die schmeichelhaftesten Zustimmungen ausdrückten. — Endlich kamen die Wahlheiterkeiten. Zu der von uns bereits gebrachten Nachricht, daß die Wahl-aufrufe des Landeswahl-CoiniteeS vom Ge-meindevorsteher Versec unter GenSdarmerie-Assistenz beseitigt wurden, ist noch hinzuzufügen, daß derselbe dem Leopold Kuscher, an dessen Hause auch ein solches Plakat klebte, zurief: „Diese deutsch« Schrift darf nicht hier fein." und daß der sich in die Affaire einmengende, heißspornige Slovenen-Matador Lencek in seiner rasch schnatternden Weise ein über das andere Mal ausrief: Abreißen! Abreißen! Versec, Leniek, Pfarrer, Caplan und der frühere, na-tional - clericale Gemeindevorsteher Wundarzt Meditz ein gebürtiger Hochenegger, der Sohn eines Gottscheer Schusters, hatten alle Füße voll zu thun, sie liefen alle Häuser ab, warben um Stimmen und Vollmachten und versprachen mitunter auch Wein, was aber von einem Wähler mit der brüske» Bemerkung abgewiesen schmale Steig sehr steil bis zur sogenannten Durchfahrt einer Einsenkung im Tabaretta» kämme emporzieht. Den U:bergang aus den Wänden auf die Scharte vermitteln einige in den Felsen gehauene Stufen. Schwindelfreien bietet dieser Aufstieg keine erheblichen Schwierig-leiten, doch ist stete Aufmerksamkeit erforderlich, weil ein AuSgleiten den Sturz in eine uner-meßliche Tiefe herbeiführen könnte. Auf der sogenannten Durchsah«, welche von der Mavlt-schneide in s/4 Stunden erreicht wird, eröffnet sich höchst überraschend di? Aussicht nach Westen und Norden. ^ Nach einviertelstündigem Steigen über Fels und Geröll erreicht man die Payerhütte, welche gleich einem Schwalbennest? an die Wand des Tabarettakammes angeklebt scheint. Hier trafen nach und nach nicht weniger als 14 Touristin zusammen, welche einschließlich der Führer (eben-falls 14 an der Zahl) die Hütte füllten, und mich um die Nachtruhe besorgt machten. Nach eingenommenem Mahle, eine Erbssuppe und etwas Wein, legte ich mich am Dachboden im Heu nicder und neugestärkt erwachte ich am 11. August um 2 Uhr Morgens. Saturn und Venus lächelten sreuudlich auf mich herab, u d der Mond beleuchtete mit seinem bläulichen Lichte die Gletscher und Firnmassen des Ortler. besten weißes Haupt stolz auf uns winzige 4 wurde, daß er Wein selbst im Keller habe. Siegesgewiß stolzirten die slovenischen BeHerr-scher durch die Straßen, zwar genethen sie wieder in große Aufregung, als die deutschen Wahlausruse abermals an den Mauerecken auftauchten, aber was verschlägt's, wir wollen uns nach der Wahl schon für die deutsche An-maßung Satissaction verschaffen, so mochten sie wohl denken. Der kais. Wahlcommissär be-rief die drei größten Steuerträger, Deutsche, in die Wahlcommission, doch hatten die Win-dischen die Majorität darin, und ward Versec sohin zum Vorsitzenden erhoben, welcher nun zum Bortrage der Wahlschriften in flovenischer Sprache eilte, die gleiche deutsche Verlesung aber mit der Bemerkung ablehnte: „Mi smo na slovenskcm* (wir sind in Slovenien). Tank der Einsprache des RegierungscommissärS durfte ein anderes Commiffionsmitglied den deutschen Gesetzestext vorlesen, und wurden wir dadurch zum Bewußtsein zurückgerufen, daß wir noch in der ungetheilten, zweisprachigen Steiermark leben und das revolutionäre Phantom eines culturellsprachigen Slovenien noch nicht zur Wirklichkeit geworden ist. Also im Miauten der staatsgrundgesetzlichen Gleichberechtigung wird ein deutscher Gesetzestext mit Füßen getreten! Wie weit fehlt es da noch, daß Jeder, der Deutsch spricht gelyncht wird. Noch am l l. d. M. suchte sich der Gemeindevorsteher gegen einen ihm gemachten Vorwurf, daß er die hiesigen Teutschen chicanire vor einer bezirkshauptmann-schastlichen Conimission mit der Ausflucht zu vertheidigen, daß er gegen Deutsche und Slo-venen mit gleicher Unbefangenheit vorgehe. Seine Unparteilichkeit ist durch die Wahlvorgänge nun genügend gekennzeichnet. — Lichienwald war über ein Jahrtausend deutsch, wenn die slavische Hydra unter den verschiedenen Be-nennungen noch so oft ihr freches Haupt erhob. Ein kleines aber mannhaftes Häuflein von 13 Wählern stimmte für Dr. Neckermann, 17 Furchtsame enthielten sich der Abstimmung und mit 52 Stimmen triumphirten die Clerical-Nationalen. Für den Abend wurde ein großer Siegesball geplant. 24 neue slavische Tricoloren angefertigt jc. Als Nachmittags das Gesamint-wahlergebniß aus Eilli bekannt wurde, sah man Gestalten umherschleichen, die begossenen Pudeln nicht ganz unähnlich sahen, noch größer war aber die Bestürzung, als der Telegraph die Nachricht von Dr. Äusserer'S Wahl zum Abgeordneten in Pettau brachte. Von Mund zu Munde ging die Kunde, und al« sie den eben am Platze daherkommenden Pfarrer und Kirchenherrn (so nennt er sich nämlich selbst) ereilte, preßte ,r die Hände krampfhaft über seinen Bauch, was, aus der Ferne gesehen, den Erdenkinder niederschaute. Man konnte leicht von der Hütte auS einen großen Theil des Weges überblicken, welchen wir zurückzulegen hatten. Um '/, * Uhr früh verließ ich mit meinem Führer die Hütte: am Tabaretta-gletscher seilten wir uns an, und nun ging es Anfangs über Fels, dann aber unaus-gesetzt steil auf dem Ortlerferner empor bis zum Tfchiefeck. Von hier ging eS steil hinan vis zum obersten Firnplateau, von welchem nach kurzer Zeit zuletzt scheinbar unter einem Winkel von 60° die Ortlerschneide erreicht wird. Dieser Firngrat ist ungefähr 200 Schritte lang, er bildet eine scharfe Schneide, und ist wohl nur von schwindelfreien 3 ouristen gefahrlos zu über->chreiten. Der höchste Punkt dieser Schneide ist auch der ersehnte Gipfel des Ortler, welcher in einer überhängenden Schneemasse besteht und daher bei ungünstigen Schneeverhältnissen nicht betreten werden soll. Diesmal hatte es keine Gefahr, denn die »spitze bot Raum für die 17 Personen, welche um 8 Uhr daselbst versammelt waren. Die Bergstöcke und Eispickel, welche in den weichen Schnee gesteckt wurden, sahen, vom obersten Plateau aus gesehen, wie ein Holzgeländer au«, und vermochten in dem Kurzsichtigen die Tau-schung hervorzurufen, als ob die Spitze de« il rtler von einer regelrechten AussichtSwarte gekrönt wäre. Die Aussicht war bei der Rein-dcit des Himmels großartig. In der Ortler- „Keutfch Eindruck machte, als ob er einen Choleraanfall bekommen hätte. Einer komischen Wahlepisode se> noch gedacht: Bald nach Beginn der Ab-stimmung schlich des Gemeindevorstehers noto-risch bösartiger, schwarzer Hund an den Tisch der Wahlcommission und über einen erhoben-» Protest mußte der Vorsitzende diesen Unberufenen eigenhändig abführen. Daß unter so bewandten Umständen die Flaggen eingereft blieben und die Musik nicht ausspielte, da es keine frohen Tänzer gab, ist selbstverständlich. Die ganze Abendbelustigung bestand darin, daß drei nicht unbärtige Buben aus der Gasse pfiffen. St. Georgen a. d. S. B>, 26. August. (O.-C.) ^ZurSauerbrunner Eisen-b a h n f r a g e.j Die vielfachen Concessionen zum Ausbau einer Eisenbahu nach Sauerbrunn — unseres Wissens existiren der Concessio-nen drei — veranlassen uns zu einigen, auf Grund persönlicher Erhebungen gemachten Wahrnehmungen. Wenn man die Bodenbeschas-senheit und die Lage der Gegenden, durch welche nach den verschiedenen Tracen die Bahnlinie gezogen werden soll, in Betracht zieht, so hat die Trace von Grobelno über St. Marein nach Sauerbrunn die wenigsten, jene von einem Punkt« d«r Südbahn zwischen Ponigl und Pöltschach nach Sauerbrunn die meisten Chancen für sich. Dies schon aus dem einfache» Grunde, als sich die Ausführung emer von Grobelno über St. Marein nach Sauerbrunn führenden Bahnlinie mit Rück-sicht aus deren Länge und die nicht unbedeu-tenden, durch sumpfiges und hügeliges Terrain begründeten Terrainschwlerigkeiten im Vergleiche zu dem Erträgnisse, welches der Bahn vom Mareiner Bezirke zufließ n würde, als viel zu kostspielig darstellt. Außerdem würde die Süd-bahnstation St. Georgen und der Markt St. Georgen selbst sehr viel verlieren, — da der Personenverkehr in St. Georgen aus den Gegenden des Mareiner Bezirkes säst ganz auf-hören würde, hingegen stellt sich die Linie von einem Punkte der Südbahn zwischen Ponigl und Pöltschach nach Sauerbrunn nicht nur als die kürzeste, sondern auch die billigste dar, da die Ausführung mit Rücksicht auf die ver-schwindend kleinen Terrainschwierigkeiten eine überaus leichte wäre. Es ist allerdings richtig, d&ß der freundliche Markt St. Marein bei Erluchstem bei dem Ausbaue dieser Linie eine stiefmütterliche Behandlung erfahren würde, die Vortheile, die jedoch die Bahn hätte, wenn sie über Marein ziehen würde, sind sehr ge-ring, — das klingelbeutelsche Regime in ct. Marein daher am Ruder. — Die Trace Poltschach-Sauerbrunn dürfte wohl der Schwie- gruppe selbst treten besonders hervor die impo-lernte Königsspitze, Cevedale, Thurwieserspitze und Cristallospitzen. Gegen Norden war die Tau-inletle etwas verschleiert, dagegen traten die Zillerthaler, Stubaier und Letzthaler-Alpen umso schärfer hervor, und bildeten die Dolo-miten mit der Marmolada und Palla, die St. Martin»-, sowie im Süden die Adamello- und Presanella-Gruppe wohl den Glanzpunkt der Fernsicht. Im Westen erglänzten die Schnee-Häupter der Silvrette, Bernina. Finsteraarhorn-gruppe und Tödi. Mich speciell erfreut« besonders der Blick in das Spitzengewimmel und die Eismassen der Ortlergruppe und der Contrast zu diesem Nord-polbilde, die grüne Malserhöhe mit ihren Seen einerseits, das Suldenthal zu unseren Füßen anderseits, und die sich in kühnen Wen-düngen bis zur Höhe von 2757 Meter oder 8712 W. Fuß hinaufziehende Stilfferjochstraße, welche von dem berühmten Aussichtspunkte Pia Umbrail nur 277 Meter überragt wird. Nach '/»stündigem Aufenthalte auf der Spitze löste sich allmählig der Touristenknäuel, welcher auS fünf Advocaten, einer Dame, einem Buchhändler und einem Studenten bestand, und dem 9 Führer zur Seite standen. Zuerst ver-ließ mein College aus Stettin mit seiner jungen Frau und 3 Führern den Gipfel, um den Gänsemarsch über dieSchneide zu eröffnen. Nach zwei Stunden war die Payerhütte erreicht. 1884 rigkeiten wegen, die sich der Ausführung durch den Gabernikberg entgegenstellen, gar nicht weiter in Bctrachl kommen. Bei alledem steht nur Eines fest, daß zur Hebung des Eurones Sauerbrunn der Ausbau einer dahinführende» Bahn nur eine Frage der Zeit sei: wir qli.u-ben aber auch, daß von allen Projekten jenes, welches den Bau einer Bahn von einem Punkte der Südbahn zwischen Ponigl und Pöltschach im Auge hat, das beste und daher auch einzig mögliche sei. Aus dem Saustbale. 24. August. (O.-C.» Man muß wissen, wie groß der slavisch, nationale Fanatismus ist, der unseren politische» Stirn in ungmachern in S achsenfeld innewotiiil. um den Schmerz über das grenzenlos« Unglück ermessen zu können, welches darin besteht, daß bei der Landtagswahl von 45 eingeschriebene,, Wählern sieben absentirten, um d«r Wahltyrana-i nicht zum Lpser zu fallen, und überdies von den verbliebenen 34—vier Wähler daS Hetz hatten, Dr. Neckermann ihre Stimmen zu gebe». Sachsenfeld rivalisirt in gewisser Beziehung mit Praßberg, und die Nachricht, die vom schau«, losen slovenischen Eden den Draht durchflog: .Mozirje edno glasno 2olgar* drang unsere» pscudo-slavischen Pascha tief ins urdeutsche Her*. Es ist aber auch entsetzlich.' Sachsenfeld, dieser reinslavische Ort, von Slaven gegründet, w« kein deutscher Mann vorkommt, kein Mensch deutsch spricht, und Alles nur an slavische Cultur erinnert, dieser Ort ist nun aus Einmal nicht ganz slavisch. Elf von fünfundvierzig! Der vierte Theil der Wählerschaft versagt: dem Piag-commando den Gehorsam, und legte trotz dei unbeschreiblichen Druckes, der ausgeübt wurde. Zeugniß dafür ab, daß der Markt noch freie Männer hat. Doch die Sache steht noch ganz anders, und die Herren haben eigentlich recht, sehr kleinlaut zu thun,, denn bei den 34 atg«-gebenen Stimmen wird die Tyr innen auch »och hie und da die Erinnerung an das Wie nnd Warum der Slimmenavgabe beschleichen. Sie werden finden, daß 11 Stimmen durch Ueberredung erzeugt, fünf aber mit ganz ge-meine» Mitteln erpreßt worden sind. Das ändert die politische Physignomi« des Marktes einiger-rnassen, und diese wird vollends eine andere, wenn wir sagen, daß drei von den Markt-Lder> hochheiten eingewanderte Deutsche sind, die sich nicht entblöden, uns auf unserem heimischen Bodea slavisch« Manieren lehren und slavisiren wollen. So zerfällt bei der Analyse der Slavii-mus von S ichsenf.'ld in viel Schwindel, und einige allerdings slavische Familien, von welche» aber die Erfahrung lehrt, daß sie anno dazu-mal, als Herr Hausenbichler noch keine Hopse»- von bier stieg ich auf sehr bequemern Pfad« nach Trasoi ab, welchen Ort an der Jochstraße ich um 1 Uhr Nachmittag erreichte, nachdem ich in der Payerhütte 1 stunde gerastet hatte. Mit dein stolzen Bewußtsein den höchsten Berz der österreichischen Alpen erstiegen zu habe», gab ich mich fröhlichen Gemüthes den Genüsse» eines Mittagmahles hin, welches mir noch desfec gemundet hätte, wenn nicht ein Paar Fliegen unfreiwillig die Portion Braten ver-größer! hätten. Das Telegramm, welches mir «ine fröhliche Touristenschaar von der Urschel in Aussicht gestellt hatte, erhielt ich leider nicht, weil du Telegraphenverbindung zwischen Meran und Bormio in Folge der italienischen Grenzsperre eingestellt wurde. Nach dem Speisen macht« ich noch «inen Spaziergang zu den heiligen drei Brunnen, und besah mir die Stelle, wo im Jahre 1876 Tourville seiner Gattin einen ge-waltsamen Tod durch Hinabstoßen in die Tiefe bereitete. Ein schmuckloses Kreuz bezeichnet sie Stelle. 'Nachmittags um 4 Uhr fuhr ich in Gefell-schift mehrerer Herren bis Schlanders, über-nachtete dort, und erreichte am 12. Auguft mittelst Stellwagen Meran. Ein Zeitraum von 4 Stunden bis zum nächsten nach -öozen führenden Eisenbahnzug gestattete mir eine Besichtigung dieses prachtvollen WintercurorteS. Die herrlichsten Anlagen gestatten schattige [ 1884 Kftjftc mit den Bauern machte, mit den Deut-Ich« des Orte« in schönster Harmonie lebten. Itt Schmerz um die Ehre der „Einstimmigkeit" joarte sich mit dem Zorn über die verlorene Wahl-HUchl. Halten doch die „Conservativen" in i«i Sachsenfelder Sitzungen 8 und 12 Tage intet unter dem Vorsitze Hopsenmihas den ->ei> beschloßen. Als die telegraphische Nachricht ton Liege der factiösen Preußenseuchler im -»chseaselder Telegraphenamte einschlug, wurde »stille beiHausenbichler imWirthshause, dagegen ichmete manche gepreßte Vrust freier, zog in m die frohe Ueberzeugung ei», daß wir der !ach< der Vernunft durch erpreßte Stimmen «hi den Garaus mach.» helfen mußten. Wir sylen. Sachsenfeld und Praßberg rivalisiren Leermassen, und so ist es auch. Es handelt hier nämlich um de» Schein. Sachsenfeld «rchlc gerne nebenbei sein, was Praßberg ganz % ein Stern an» slovenischen Himmel. In ^chsenfeld macht Herr Hausenbichler Diffe-nngeschäste in Hopsen, in Praßbecg macht hiir Lipold keine Geschäfte, sondern sorgt nur jot den Fortschritt der Nation Sachie >feld Vftut entschieden durch die Hopfenaulagen, b^ßberg denkt gar nicht an einen ordentlichen yktzhaiidel: wohl wurde der Versuch gemacht. itJBberß zum Mekka für slavische Sommer-iriidfler zu machen, nachdem die Praßberger Koch nicht Z?tt dafür haben, ihren Markt n» die Umgebung desselben mit modernen Schatten zu umgeben und überdies die von It. Fohn. dem Urslaven. versprochenen croati-ii Curgäste nicht erschienen, geht es damit auch nicht. Es liegt aber auch nicht« daran, 5ie Praßberger leben nur für die Politik, und se sind sie wenigstens von deutschen Cultur-jtdgcrn und „preußischen politischen Pioniren" l»n'chollt. Die Sachienfelder suchen mit dem ;Iavi»mus das Volk für ihre eigensten Jnter-chni in den Pflug zu spannen, die Praßberger «rden für den „Savinski Sokol" ^liitglieder. Tie Sachsenfelder sind praktische, die Praßber-jh ideale Slovenen. Sachsenfeld läßt sich Hopsendnichtc telegraphiren. in Praßberg besteht eine Gesellschaft, die kein „Ereigniß" in Slo-lemen vorübergehen läßt, ohne ein Telegramm «zubringen. Gelegentlich der Luitenberger üjl'klosich^Feier gingen 7 Depesche» von Praß- Iterg ad, sie waren zwar immer von denselben Leiim. aber das machre nichts, einmal waren fi< Lokolrsten, dann Studenten, einmal Starofta, nnuial Lipold. Praßberg hält sich für eine cußerft bedeutende Säule des gegenwärtigen > Kegimes in Oesterreich. Nie wird eine Ge-IlMheit versäumt, den Ort zu beflaggen, und Achtbaren Zeichen der politischen Reife zum }wtr hinauszuschieben. Vor der letzten Wahl h-mchlt bewegtes Leben. Man war des Sieges « ■ - k?l>i>ergänge an der Etsch und Passeier und ! pieiun den Wanderer in daS villenreiche Lbermais. Am 13. August war ich in Velden, badete »eine müden Glieder im Wörther - See und ttt'.uB neu gestärkt nach einem ziemlich theu-> na Mittagessen mittelst Dampfer diesen rasch cmxordlühenden Aufenthalt für Sommerfrischler, ^fröhlicher Dampfschiffahrt erreichte ich, das Dach eines im Schnecken schritte dahinrollende» Lumibus krönend, die Hauptstadt von Kärnthen, boren Bewohner sich eben den Kopf darüber zerbrachen, ob sie diesen oder jenen liberalen Kandidaten wählen sollten. Am 14. August, Abends 9'/« Uhr, betrat ich wieder die Claudia Celcju, wo ich zu meinem C'tstaunen im Hotel zum goldenen Löwen eine zahlreiche Gesellschaft antraf, welche sich zu «?hnn deS Herrn Dr. Weitlof daselbst einge-funden hatte. So fiel ich auS den Wolken der Ortler-Hitze mitten in den Strudel der politischen Authen, welche mich erst am 22. August nach erfochtenem Wahlsiege an die friedlichen Ufer stiller Beschaulichkeit am Rann schwemmn». Glücklich ist, wer vergißt, daß er ein Politiker ist. „Deutsche Wacht." des „Regieruiigscandidaten" (o, Ihr Schlau-meier!) sicher, und wenn man die historischen Kanonen auch nicht bereit hatte, so ragte,i doch die Fahnenspitzen bei den Dachfenstern heraus, gewärtig des Momentes, an welche»« Starofta den Sieg verkünden würd«. Glücklicher Weise blieb's bei der Niederlage, und die wenigen liberalen Praßberger haben gleich denen von Sachsenield trotz ihrer bedauerlichen Lagt doch einen Freudentag gehabt. Hier giebt es näuilich keinen Spaß für unsere Bluts- und Gesinnungsgenossen. Wenn Starosta die Augen-brauen zusammenzieht, zittert Freund und Feind, selbst Petelicek bleibt nicht ohne Angst. Im lledrigen möchte ich den Praßbergern. die im Grunde genommen ein harmloses Völklein sind, von Herzen wünschen, daß si: ihre Einbildungen, ihre slavophilen Zwangsvorstellungen v.rloren. Diesem Wunsche sind diese Zeilen gewidmet — Houny soit qui mal v pense ! Kteine Gvronik. )Eine Weltausstellung.) Die Idee, den Tag der vor 400 Jahren erfolgte» Entdeckung Amerikas (12. Oktober 1492) durch eine Weltausstellung zu feiern, hat in St. Louis, Mo. feste Gestalt angenommen, indem daselbst bereits eine Commission ernannt wor-den ist, welche Zeit und Ort der Ausstellung, sowie die nothwendigen Vorbereitungen bespre-chen soll. [Eine Miniatur-Revolte.) Aus Nolla bei Caserta in Italien wird in dem „ Berfagliere" ein Communal-Nevolutiöiicheii ge« meldet. Der Gemeinderath von Nola hatte ein Beschluß gefaßt, über welchen die Mehrzahl feiner Mitbürger so erbost war, daß sie sich zusammenrottete» und in der Stärke von 500 Mann, mit Flinte», Revolvern. Beilen und Prügeln bewaffnet, vor das Gemeindehaus zo-gen. Dort schichteten sie unter dem Geschrei ..Tod dem Bürgermeister!" eine große Menge Holz auf, und versuchten daS Gebäude in Brand zu stecken. Nun schritten die Carabiniere ein, und eS kam zu einem kleinen Gefechte, in welchem die Hüter der öffentliche» Sicherheit in die Flucht geschlagen wurden. Nähere Nach-richten über dieses gemüthliche Intermezzo fehlen. )D i e Unsicherheit in Italiens nimmt von Neuem Überhand. AuS verschiedene» Theilen des Königreiches, speciell der Provinz Rom. wurden in letzterer Zeit räuberische Ueber-fälle gemeldet. Aus einem Gute des Fürsten Torlonia bei Ceri haben drei mit Gewehren bewaffnete Individuen den Verwalter fortge« führt und 3000 Lire für seine Freilassung ver-langt. Eine Vatrouille der zu ihrer Verfolgung aufgebotenen Gendarmen traf dieselben am Mor-gen des 10. in der Feldmark von Ne^i im Kreise Viterbo und wechselte einige Schüsse mit ihnen, aber ohne Erfolg. Einige Stunden spä-ter stießen die Briganten mit einer anderen Carabinieri-Patrouille bei Barbarauo zusam-men, feuerten auf dieselbe und tödteten einen Carabiniere, worauf sie entkamen. Der „Perfe-veranza" werden unter dem 14. d. vier ver-schieden? Raubanfälle genieldet, die im Verlauf dreier Tage an verschiedenen Punkten der Cam-pagna geschehen sind. Die Briganten streifen immerwährend bewaffnet, in dem Gebiete von Bracciano, Nepi und Campagnano umher. [Ein trauriger Abschluß eines H o ch z e i t s f e st e S] ereignete sich dieser Tage bei Schwetzingen. Eine Tochter des vr. mvä. Werner hatte sich mit einem Beamten aus Metz verheirathet und mehrere Hochzeistgäste, eine Dame und drei Herren, darunter der 70 Jahre alte Pfarrer aus Obrigheim, der die Trauung vollzogen hatte, wollten um 11 Uhr Nachts mit einer Droschke nach Heidelberg fahren. Der jedenfalls angetrunkene Kutscher verfehlte den Weg, gerieth auf die Chaussee nach Brühl und fuhr direct in den Rhein. Der Pfarrer, der Kutscher und die Pferde kauien in den« Strome um, die beiden Herren und die Dame konnte» sich noch glücklich retten. Die Leichen sind bis jetzt noch nicht aufgefnn-den worden. 5 [Gesunken.) Die „Comtessa Cetti", ein Weib von vielleicht achtunddreißig Jahren, wurde dieser Tage zum hiindertzweiten Male wegen — Trunkenheit in Altona verhaftet. Einst eine brillante Schönheit, sank die Un-glückliche, die einen traurigen Liebesroman durchgekämpft haben soll, so will Fama wissen, von Stufe zu Stufe. Sie stammt aus dem gleichnamigen berühmten italienischen Adels-geschlecht. [Salomonisches Urtheil.) Das Ehescheidungsgesetz in Frankreich giebt den Pa-riser Blättern zu allerlei gut und schlecht er-fundenen Späßen und Schnurren Veranlassung. Die folgende Geschichte ist eine der lustigsten. Vor einem Friedensrichter in Paris erscheint ein Ehepaar, um sich nach zehnjähriger Ehe scheiden zu lassen. „Haben Sie Kinder?" fragt der Richter. „Allerdings, mein Herr!" „Wie viele?" „Drei! Zwei Junge» und ein Mädchen. Und daS ist der Grund weßhalb wir zu Ihnen kommen! Madame will zwei Kinder behalten, ich aber auch l" „Wollen Sie," fragte der Richter, „sich Beide mit mei-ner Entscheidung zufriedengeben ?" ,0ui Monsieur !" rufen Beide. „Wohlan! Sie warten Beide, bis ein viertes Kind kommt! Ta»n hat jedes von Ihnen zwei Kinder, und ich werde bestimulen, wie Sie vertheilt werden sollen !" Das Ehepaar fügt sich, und der Richter hört nichts wieder von ihnen. Endlich »ach mehr als zwei Jahren, begegnet er dem Gatten. .Eh bien, Monsieur! Wie steht es?" „Ach, Herr Richter von einer Trennung kann jetzt noch nicht die Rede sein \" „Noch nicht?" „Nein !" „Weshalb ?" „ES waren ... Zwillinge und nun haben wir wieder fünf Kinder !" [E i n z e r st r eute r Bürg e r m e i st er.) Eine komische Ueberraschung wurde in der russischen Stadt Klimowitschi jüngst dem Herrn Bur-germeister DrobafchewSkij zu Theil, der sich gerade nicht durch Fleiß und Aufmerksamkeit auszeichnete, und Alles, was ihm vorgelegt wurde, ohne Weiteres zu unterschreiben pflegte, ohne nachzusehen, worum es sich handelte. In einer der Juli-Sitzungen der Stadtverordneten-Versammlung ließ sich nämlich der biedere Herr DrobaschewSkji aus Aerger über lie ihm von mehreren Stadtvätern bereite Opposition zu der Aeußerung hinreißen, daß er unter solche» Um« ständen die Würde eines Stadthauptes nieder-legen werde. Der Schriftführer versaßt aus Grund dieser Aeußerung pflichtschuldigst die for-melle Demissions-Urkunde, welche von Herrn D. mit den übrigen ihm zur Unterschrift vorgeleg-ten Papieren über die laufenden Angelegenhei» ten ohne EinsichtSnahme „frischweg unterschrie-ben" wird. In der nächsten Sitzung bringt nun der Schriftführer u. A. der Versammlung auch die DemissionS'Elilgabe des Herrn D. zur Kenntniß, der sich darauf erhebt und erklärt, an eine solche Eingabe gar nicht gedacht zu ha-ben. Die Stadtväter lassen sich aber durch diese E.klärung nicht davon abhalten, Herrn D. in den wärmsten Ausdrücken für seine nützliche Amtsthätigkeit zu danken und alsdann sofort die Wahl eines neue» Stadthauptes zu befchlie-ßen. Am 20. Juli fand die Neuwahl statt, bei welcher, wie der Rusik. Kurj. berichtet, Herr Sakowicz, eine der populärsten Persönlichkeiten in Klimowitschi zum Stadthaupt gewählt wurde. [P o st d i e b-H umo r.] Wie ein Pester Blatt berichtet, wurde in der Nähe des Cen-tralbahnhofes jüngster Tage ein neues WirthS-HauS eröffnet, daß den geschmackvollen Namen führt: „Zum gestohlenen Postkistel." [Zu rasch gelebt.) A: „Au welcher Krankheit ist denn Ihre Frau gestorben ?" — B: „Genau weiß man's nicht; vielleicht weil sie zu rasch gelebt." — A: „Wieso denn?"— „Bei unserer Verheiratung war meine Frau nach ihrer Aussage drei Jahre jünger als ich, und nach ihrem Tode war sie laut Taus- und Todtenschein nenn Jahre älter als ich!" [Ein g u t e s M i t t e l.) A : „Sie haben sich aber in kurzer Zeit merkwürdig erholt. Was haben Sie nur gethan?" — B: „Gar nichts!" [Spitzig.) (Aeltere Schwester zur jüngsten, welche mit einer Scheere spielt): „Kind mit e spitzigen Dingen darf man nicht spielen — Kind: „0 doch, Du hast ja gestern auch mit deS Herrn Lieutenants Schnurrbart gespielt." [G u t e 6 Zeichen.) „Wie geht eS denn Deinem kranken Brüderchen; ist eS bald wie-der gesund i" — »Ja. es hat heute schon Schläge bekommen!" Locates und Arovinciates. Cilli. 27. August. [Der st e i e r m ä r k i s ch e Landtag,) wurde mit kaiserl. Patent vom 20. d. auf den 9. September nach Graz einberufen. [DieLandtagswahlen im st ei-rischenGroßgrundbesitze) gestalteten sich gestern zu einem glänzenden siege der liberalen Partei, deren Kandidaten die Herren: Edmund Graf Attems, Franz Gras Attems, Carl Freiherr von Berg, Rudolf Freiherr von Hackelberg - Laudau, Johann Sigmund Graf Herberstein. Adalbert Graf KottulinSky, JulinS Alfred Freiherr von Moscon, Josef Freiherr von Neupauer, Johann Paul Bauer, Victor Felix Freiherr von Seßler-Herzeiger, Gundaker Graf Wurmbrand und Ludwig Freiherr von Zschok mit 107 von 165 abgegebenen Stimmen gewählt wurden. Unter den clericalen Candi-daten, die 58 Stimmen erhielten, befanden sich auch Hugo Ritter von BerkS und Ministerial-rath Waffich. Der neue Landtag unseres Heimatlandes verfügt somit über 42 liberale Mitglieder, denen 16 Elericale und 8 Slovenen entgegenstehen. [Erne n n u n gj Herr Julius Hansel, landwirthschastlicher Wanderlehrer und derzeit LaudeScommissär in Rann, ist zum Director der Ackerbauschule in Grottenhof ernannt worden. [B es i tz w e ch s e l.Z Das der Frau Frie-derike Brandstetter gehörige Gut Melling wurde sammt Fundus instructus bei der am 25. d. in Graz (Landesgericht) staltgefundenen III. geil» bietung von Herrn Petzki um den Preis von 65.900 Gulden erstanden. [Markt Tuffe r, 27. A u g u st.) Der Tüffcr politisch » volkswirthschastliche Verein „Fortschritt" veranstaltet kommenden S o n n-t a g, den 31 A u g u st 6'/, Uhr Abends in Larifch' B i e r h a l l e seine statuten-mäßige Jahresversammlung, auf deren Tagesordnung unter Anderem ein Vortrag unseres ReichsrathSabgeordneten Dr. Richard Foregger über die deutschnationale Partei in Oesterreich steht. Mit Rücksicht darauf, daß ein strammes Zusammenstehen aller Gesinnungsgenossen in diesen für die Deutschen so bedrohlichen Tagen doppelt nothwendig ist, erwarten wir, daß namentlich die Cillier politischen Freunde, unsere Lehrmeister in politischer Arbeit und Ausdauer, wie seit einer Reihe von Jahren, so auch Heuer recht zahlreich erscheinen werden, und die Ver-sammlung zu einer recht lebhaften gestalten werden. [Heimische Industrie.! Die von der Firma Makotter, I. steiermärkischc Draht-Matrayen-Manusactur in Marburg, auf der Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Krems a. d. Donau ausgestellt 'n Erzeugnisse wurden mit der silbernen Medaille ausgezeichnet. [W e t t s a h r e n.) Ter Rennverein zu Marburg veranstaltet ein Trab-Wettfahren, welches am 21. September auf dem Exercierplatze bei Windenau stattfindet. Die ausgesetzten Preise sind: 17 Ducaten, 4G0 fl. und Fahnen. [Au s Ran») wird uns gemeldet: Die Malversionen des Leiters der Dr. Srebre'schen Advocamrskanzlei Ivan Tansek werden hier in ganz eigenthümlicher Weise besprochen, zumal mittellose Personen durch dieselben zu schwerem Schaden kamen. So z. B. der Grnndbesitzer Martin Tschernelitsch. Demselben brannte im December 1882 sein Ha»s in Pirschenberg nieder. Der diesbezügliche Schaden wurde mit 300 fl. liquidirt. Die wechselseilige Versicherungsgesell-schast im Graz sandte auch im Januar 1883 den genannten Geldbetrag an ihren Agenten Ivan Tansek zur Auszahlung an den Beschä-digten ab. Da letzterer an die Gemeinde Artitsch einen Geldbetrag von 66 fl., weiters an Ma> „ZXutfche thilde Zisel 100 fl. und an Dr. Srebre in Rann 73 fl. schuldete, so ersuchte er Ivan Tanöek diese Posten im Betrage von 239 fl. auS dem eingelangten Brandschaden-Ersatze zu bezahlen und ihm den Rest auSzufolge,'. Tansek bezahlte jedoch anUreck undTschernelitsch nur 35fl., den Restbetrag von 265fl. behielt und verwendete er für sich selbst. Da nun TanZek mehr Schulden als Vermögen besitz, da sein Realbesitz kaum einen Werth von 12.000 fl. repräsentirt und bereits eine höhere Summe auf demselben i>>ta» bulirt ist, so erscheint der Rath, welchen dieser Tage Herr Dr. Srebre dem armen so schwer geschädigten Tschernelitsch ertheilte, der Rath nämlich, er möge Tanöek klagen, sehr zwecklos. Die hiesige Bevölkerung aber fragt allgemein, ob das Vorgehen Tansek's nicht als eine Ver-untreuung anvertrauter Gelder oder fremden Eigenthumes zu clafsificiren sei. [Geständnisse.) Bekanntlich drapirten sich die Herren Pervaken als sie bei der letzten Landtagswahl zum Gimpelfänge auszogen mit steirischen Farben. So hieß es bekanntlich in dem Wahlaufrufe, welchen die confervative (?) Partei veröffentlichte „Mitbürger. Deutsche und Slovenen ! Vereinigen wir uns unter dem weißgrü-nen Banner, welches wir uns jedoch ohne der schwarzgelben nicht denken können, welches unser Stolz ist, wie es seit Jahrhunderten der Stolz unserer Ahnen war, Mitbürger wählen wir demnach Herrn M. Zolgar, welcher diese beiden Banner „weißgrün und schwarzgelb" hochhalten wird; denn wir wünschen ein glück-liches Steiermark :c." Die Wahlen sind nun vorüber, wozu also länger Comödie spielen? Fort also mit der Maske, die ohnedies von der Wählerschaft der Städte und Märkte durchschaut wurde. Und so lesen wir denn auch schon in der heutigen Nummer des „Slov. Narod" folgendes Geständniß einer schöner Seele aus Pettau : „In letzterer Zeit kam leider Got-tes unser Programm, welches wir in zahlreich besuchten Volksversammlungen und am Tabor in Frieda« einstimmig beschworen in Berges-senheit nämlich die Vereinigung der Slovenen in ein GmzeS und die administrative Trennung der slovenischen Steiermark von der deutschen. . . Die Wähler von Pettau und Rohitsch haben daher neuerdings ihren Abge-ordneten Raic beanstraat, sich an das alte Programm, welches noch immer daS Ihrige ist, zu halten und sich mit Dr.Vitesich, der die gleiche Idee vertritt, zu verbinden. Unser Abgeordneter Bozi-dar Raic hat denn auch, wie es nicht anders zu erwarten stand, uns versichert, daß er mit diesem Programme, welches er auf jedem Tabor vertheidigte, stehe und falle und daß er sich demselben niemals entfremden werde. :c." Das ist denn doch starker Tabak auf die weißgrünen Expectorationen während der diesmaligen Wahl-campagne. Wir sind schon heute neugierig zu wissen, unter welcher Maske man im nächsten Jahre bei den Reichsrathswahlen Proselyten machen wird. [D i e F a h n e des TillierMilitär-Veteranen-Vereines,^ welche am 7. September ihre Weihe erhalten soll, ist nun-mehr hier eingetroffen. Dieselbe ist prachtvoll ausgestattet. Ihre Stickereien nämlich der öfter. Reichsadler und der steirische Panther sind Mei-sterwerke der Seidenstickerei. Die Farbe der Fahne ist auf der einen Seile gelb mit schwar-zen Spitzrändern auf der anderen Seite weiß mil grünen Zacken. [Hopfen frevel.) Dem Kaufmann Franz Zottl in Hochenegg wurden gestern Nachts in seinem Hopsengarten circa 400 Hopsen-ranken ab>eschnitten. Man vermuthet, daß dieser Act bübischer Bosheit ein Ausfluß politischen Aergers sei. [Z'w ei Kinder verbrannt.) Zu Jaurovey bei Rann haben anläßlich eines Brandes in der Winzerei der Grundbesitzerin Margaretha Ogorenz zwei kleine Mädchen des StraßenränmerS Johann Koß in den Flammen ihren Tod gefunden. [B o l k e s st i m m e.> Am 8. d. verschwand de: Auszügler Lorenz Sirz aus Sterianzen (Bezirk Friedau) spurlos. Da sich nun in der Bevölkerung daS Gerücht verbreitete, der Ge- 1384 nannte sei von seinen Angehörige» ermord« und dessen Leichnam vergraben worden, i« wurden die Betreffenden sammt einer Magd» Haft genommen. [Jugendliche Verbrechers Bei« Kaufmann Jvanusch (A. Kandolini'S NachÄ-ger) in Pöltschach hatten zwei Lehrling« » Alter von 14 und 16 Jahren eintausend s«hj-hundert Gulden veruntreut. Nach Entdeckiq dieser Veruntreuung ergriffen sie die Flucht. T« diesbezügliche Nachricht hatte in der dortig» Geqend sich rasch verbreitet. Als die beiOex hoffnungsvollen Jungen im Gasthause nahe ba Pöltschach einkehrten, suchte der Wirth sie sch zunehmen. Der Kleinere, welcher dies Ten» wahrnahm, entsprang sofort, während d« Größere einen Revolver zog und den Angrn« durch zwei Schüsse verwundetd. Auch ein (M welcher sich an der Festnehmung des Bursch« betheiligte, wurde von Letzterem durch ei» Schuß in den Unterleib schwer verletzt. Verbrecher gelang es zu entkom men. Gestern rointe derselbe bei Ponigl und in Podplat gesehen. [A n g e s ch w e m m t e L eiche.) Bei T«t> ling an der Drau wurde die Leiche eines alt» Mannes an das Ufer geschwemmt. Literarisches. [Die 13. Auflage von Brockhaiij E o n v e r f a t i o n s - L e x i k o n.) hat mit d» jüngst zuni Schlüsse gelangten achten Baute die erste Hälfte vollendet und füllt nun ich»» eine ansehnliche Reih« deS modernen Eichen-holzregalS, das, von einer Leipziger Kunstliih lerei eigens dazu angefertigt, durch jede Bitt Handlung beschafft werden kann. Gleich fein« Vorgängern weist auch der achte Band witda eine beinahe das Doppelte erreichende mehrung der Artikel auf: er enthält dem 4782 gegen 2689 in der 12. Auflage. V« sehr aber die so viel größere Menge «» Stichwörtern das schnelle Auffinden des (fc* suchten erleichtert, das hob vor Kurzem gemüthvolle steirische Poet P. K. Rosegger » einer launigen Idylle „Der Lexikon-SchmilV hervor, die er über diese neue Auflage d-t Lexikon durch seine Zeitschrift „Heimgar!»' veröffentlichte. „Andere Leute", schreibt ir „haben ganze Kisten voll von Büchern, utf wenn sie schnell etwas wissen wollen uit Nachfragen halten bei ihren papierenen Ze» genossen, so finden sie das Gesuchte nicht. Ha man daS Lexikon im Kasten, allsogleich ruft der richtige Buchstabe heraus: Da bin ich, ch weiß es — und antwortet dir kurz und deus» lich auf deine Frage." Solche Stoffe übrigen*, die ihrer Nutur nach eint unzerlegte Darjb lung verlangen, wie Goethe. Griechenlaii. Großbritannien, Hamburg, Hanno».r, Hebräer finden wir auf bisher gewohnte Weise in I» gern, erschöpfenden und in sich abgeruaiel!» Artikeln behandelt. Mit Illustrationen, sowchi mit Holzschni'tfigure» im Text wie mit ser«» ten Bildertafeln und geographischen ttaitn, ist der Band wieder reich ausgestattet. Ue&tr-raschend schön nräsentiren sich die beide« « splendidem Farbendruck ausgeführten Topzä-tafeln mit Abbildungen der Giftpflanz«!' gleichfalls aus zwei Doppeltafeln sind tut Handfeuerwaffen und ihre verschiedene firuction dargestellt; 9 Tafeln bringen noch viele naturgeschichtliche, technische und kunft» werbliche Gegenstande zur Anschauung. Hat« den 5 Karten gewährt die von Hamburg unt Umgegend, welche das Gebiet des künftige! Freihafens in genauer farbiger Einrahmun: zeigt, ganz besonderes Interesse. Angesichts jo gediegener Leistungen kann man nur wünschen daß auch die zweite Hälfte des Werks binna nicht zu langer Zeit glücklich vollendet. Ml daß sie der vorliegenden ersten Hälfte ln jti« Hinsicht ebenbürtig sein möge. VotkswirtyschaMiches. [Holz Händler Tag.) Am 8. teniber findet in Marburg eine Versammln; der Holzhändler und Holzproducenten aus d« Alpen!ändern statt. Die wichtigsten Gegensu'.ndi 1884 .Peutsche ZSacht." tttmichisch-ungarischen Holzhändler Verbandes 3. Berichte über die Gründung eines Ver-»bureauS in Marburg. f M a r k t» B e r i ch t Nr. 105 von Friedrich Brunner, Hopfen-Kommissionsgeschäft Nürnbergs -eil meinem letzten Berichte von 20. crt. hat sch die Nachfrage nach 1884er Hopsen zwar Ma« gebessert, es mußten aber Preise be-s'Wtrs für nasse Markthopsen wiederum circa N. 10—15 nachgeben. Die Bahnabladungen enden ungefähr 50—00 Ballen und die Land-Mhre» auch circa 40 Säcke betragen haben, l^ ier ist ganz vernachläßigt, dieselben erlitten nun Preisrückgang von 9)1 f. 10—20. Notirungen.' Mler Markthopfen je nach Qualität und lro-kenheit M. 95 — 120 — 1884 Steier-*at!er je »ach Qualität und Trockenheit. 2L 140—150 — 1884 Württemberg?? je nach üialitat und Trockenheit M. 140—150 — 1884 Badischer je nach Qualität und Trocken-HM. 135—145 — 1883 I. M. 90—105 - 1883 II. M. 80—85. - 1883 III. St. 60—75. [$ i t heurige Ernte.] Die Ernte ist Heuer als eine gute zu bezeichnen, besonders wurde die ungarische durch die Witterung außerordentlich begünsttgt. Das heurige Ernte-jähr steht dem Jahre 1878 gleich und ist wieder einmal auf eine gute Ausfuhr zu rech-nen. Leider hat in einigen Gegenden des Reiches Hagel und Reis manchen Strich be-schädigt. Das Gesammtergebniß bleibt aber ein gutes. {Lohnender Verdienst! Personen aller Stände werden überall zum Verkaufe von Staats- and Prämien Losen gegen monatliche Abzahlung (laut Ges.-Art. XXXI. v. Jahre 1883) unter günstigen Bedingungen en-gagirt. — Offerte an die 53-1—6 Hauptstadt. Wrchselstnlien - Gesellschaft BUDülPEST. Eingesendet.*) cBcstas Sfcvtvftwawc £ci öpic'cmicH. MATTON BlltMJ Urtier bestes Tisch- onl MiscboisielrM, erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrh. Heinrich Mattoni. Karlsbad and Wien. *) Für Form und Inhalt ist die Redaction nicht verantwortlich. 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W. fl. 2.50 binnen durch Ueberaittlung Ter entfallenden Beträge (am besten mittelst Postanweisung) so lange der Vorrath reicht, durch untenstehende Gesellschaft bergen werden, worauf sodann die Zusendung der betreffenden Original-Obligationen postwendend und trauco erfolgt. Die Nummern der zur Auszahlung kommenden Obligationen werden am 2. October pr, Kabel-jelegramm von New-iork nach " ten gesendet und können sofort nach Einlangen im Bureau der Gesellschaft eingesehen werden: die ofticiello Liste wird mit dem ersten nach dem 2. October New-York verlesenden Dampfer versendet und in den Hauptzeitungen veröffentlicht werden. Ausführliche I'rospccte und Broschüren auf Verlangen gratis und franco. Tlie \»rlli- lnieriraii I and und Cattle Co. (Nortlanierikaiiisclie LSndereien- nnd Viehzucht-Gesellschaft), IX Tiirkenstrame »» Wien. Qf Vertrauen»«»* Ardige Vertreter gequellt. ~ .Deutsche Wacht' 1884 Aopfenhürdenteinen> und ^opfenzwitch billigst bei 5S5—3 G. Scluuidl & Comp. 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