Prävumrralionr - Prrisr Für Laibach ganzjährig . . . 6fl. _ Halbjährig . . , z ^ «ierteljährig. . . i " 5g Monatlich . . . 50 kr. Laibacher Mit der Post: Ganzjährig , Halbjährig . . vierteljährig. M Zustellung ins Haus viertel. >ahr,g LS Ir., monatlich 9 Ir. Einzelne Nummern 5 Ir. 8 fl. - kr. L5 Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaktion: Bahnholgasse Nr. rSS. Lrpcdition und Inscraten üurcau: . , ^ Kongreßplatz Nr 81, (Buchhandlung ^ von I. v.KleinmlchrL F.Bamb,«^). " Zllscrtionspkcisc: ^ nir die einspaltige Peritzeile 31 bei zweimaliger Einschaltung L 5 kr? dreimal k 7 kr. Insertionsstempel jedesmal 30 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 132 MlMtüg, 14. AttN. — Morgen: Bitus. 1869. Die neue Gemeindeorganisation. i. ^ie Zusammenlegung der kleineren Gcmcin-n in ist im Zuge. Es ist unzweifelhaft, v den, selbständigen Wirkungskreise der Gemeinen nach dem Gesetze vom Jahre 1866 nicht halbst Epochen werden kann, wenn nicht ge-IHaftskuiidige, in einem nicht nnvedcuteiidcn Theile ^ politische,! Verwaltungs-Gesetze und Vcrordnnn-b n wohl bewanderte Männer an der Spitze der . emeinden oder an Seite der Gemeindevorsteher ehen. so kann erreicht werden, daß die Ge-eindcn ihre Pflichten uud ihre Rechte kennen und I einerseits den gesetzlichen staatlichen Ansorderun-^.^tsprechen, und anderseits den Grundsatz der stverwaltung wirklich verlebendigen uud festigen ^denn darüber täusche sich niemand, in dcm das ^ größten Thcile unserer Gemeinden führt der ^blsgovernineut nur eiu Scheinleben, das in N ^"gel nur nach staatlicher Galvanisation eine ri ^rung von sich gibt. So sind wesentliche Zweige lerer politischen Administration trotz bestehenden derk^" todeöschlasähnlichen Zustaxd bei» in der Regel selbst Träume von >,.! ^„den Gesetzen und Vorschriften nicht stören; denk, nn gilt das Sprichwort zu vollem Rechte: ich nicht weiß, macht mir nicht heiß, dem i Bildung großer Gemeinden soll nun daf ^ abgcholscn werden. Wir fürchten aber, bi>^ Minimalzahl der zu manchen Bezirken zu crnst- Uwk ^"rc freilich diese Neubildung oder klai """0 gewesen, wenn man sich von vorhinein »em hätte, ob man später noch Bczirks- ^ cinden schaffen wolle oder nicht; denn will man a,-^ ^^bcu rufen, so ist die Bildung von „Keren Gemeinden als mit 3000 Einwohnern für die Mehrzahl der Fälle angezeigt. Ist sie cs ja schon für den vorhandenen selbständigen Wirkungskreis, ganz abgesehen von dcm in seiner Ausdehnung noch nicht bekannten übertrugcnen Wirkungskreis, der dcu Gemeinden einstens zusal-lcn soll. Dcr dcn Gemeinden zugemcsscne selbständige Wirkungskreis hat eine doppelte Seite: eine solche, welche ans den örtlichen Bedürsnissen hcrvorgchend, keine spezielle administrative Vorbildung erfordert, und jcuc, wozu eine solche, namentlich in Hinsicht auf bestehende Gesetzgebung nöthig ist. Erstere entspricht dcu iudividuellcn uud aus dcm historischen Besitze resultirenden Bedürfnissen, letztere vor allem den gegenseitigen Bczichnngen der Staatsbürger vom Standpunkte allgcmciner Wohlfahrt. Die ersleren Objekte der Gemeiudcvcrwaltuug finden sich am schärfsten ausgeprägt in dcn Grundlagen des öffentlichen Gemeinwesens übcrhanpt, in den ans dcm ursprünglichen natürlichen Bedürfnisse hervorgegangencn Dorfschasten, letztere in dcn durch die Aufhebung dcs Uutcrthansvcrbaudcs ciner-scits administrativ nothwcndig gcwordcnen, und theilweisc in dcu früher mir fratzmcutarisch, als nothwcndigcs Supplement dcr staatlichen Administration, künstlich gcbildctcn politischst Gcmcindcn. Erstcre vertreten das aus dcn gesellschaftlichen Bedürfnissen Zusammcngewachscnc, letztere das nach den staatlichen Forderungen Gebildete. Dahcr re-präscntircn die Dorsschaftcn vor allem das Jndivi-dncllc im Gemeinwesen, fei es erlaubt zu sagcn, dic Familie in erweitertem Sinne, während die Gemeinde die unterste staatliche administrative Bcrwal-tnngsinstanz darstcllt. Von dieser Erkcnntniß dcr historischen Entwicklung der Gemeinde, von ihrcr sozialen und politischen Grnndlage aus ist dic Umbildung der kleineren Gemeinden in größere vorznnchmcn, wenn Daucrndcs geschaffen werden soll. Man übergebe der Dorfschaft die möglichste Wahrung ihres individuellen Interesses nnd'maäie dic politische Gcmeindc fähig, den politisch-administrativen Anforderungen ohne Ueberlastnng gerecht zn wcrdcn. Zur Gleichheit vor dem Gesetz. Dcr Knltnö- und Untcrrichtsmiiiister hat an ^dic Statthalter dcr im Reichsrathc vcrtrctcncn Kv-inigrcichc nnd Länder cincn Erlaß gerichtet, welcher die Disziplinargewalt dcr Bischöfe als ungesetzlich bezeichnet und in klerikalen Kreisen nicht geringes Aussehen machen dürfte. Die Bischöfe nehmen bekanntlich seit jeher sin-sich das Rccht in Anspruch, die Glieder des ihnen unterstchcndcn Klerus iu sogcnanntc Korrcktions-An stalten ,zn verweisen, wenn sic sich nicht dcn oberhirt-l lichen Ordonnanzen unbedingt und ohne jede Ncscrve ! unterwerfe». Dies Rccht steht aber nicht nur mit ^der Verfassung, sondern anch mit dem Gesetze über !die persönliche Freiheit in Widersprnch. Acit ^Rücksicht darauf verordnet der erwähnte ! Erlaß Dr. Hasners, daß cinc derartige bischöfliche Anordnung nnr in so weit Giltigkeit haben könne, als der von der bischöflichen Maßregelung betroffene Priester sich der Strafe freiwillig unterwirft; wo dies nicht dcr Fall ist, haben die Organe dcr Regierung den Aufenthalt eines von einem Bischof znm Aufenthalt in cinc Besserungsanstalt vcrnrthcilten Priesters als cincn nnfrciwilligeu anzusehcn und Vorsorge zu tresfeu, daß der widerrechtlich Vcrnr-thciltc sciucr persönlichen Freiheit nicht beraubt werde. Weiters sind die Organe der öffentlichen Sicherheit in keiner Wcife besngt, Priester anzuhal teu oder abznliefern, wenn dieselben sich gegen cinc über sic cinscitig vom Bischof verhängte Disziplinarstrafe auflehueu oder sich dcr obcrhirtlichcu Berge-waltiguug durch die Flucht entziehen. Feuilleton. Wort znm Schutze der Pflanzen. (Schluß.) g Die Reform des Volksfchulwesens, welche sich r ^ärtig in Oesterreich vollzieht, vermag nun, s-n . ^ ^°li in der nächsten Generation sich g A.^uch äußern wird, doch Uebelständc, wic die dort ""t einem Ruck nicht zu verwischen, aber am wenigsten, wo ein finsterer Partei-U ^"-süchtig noch Wache hält vor den Thorm Schule, damit dcr Strahl des Lichtes nicht ikr?, ^ „dürren Sparren" falle und über da 'm Haupt der Bau zusammcnsiuke, wo man ^°lk gelehrt hat, möglichst wenig zu lernen, erst - lträflich müssig von uns, wollten wir nun scki.l^ Errungenschaften der reformirten Volks-^'^n, um derartige Zustände gebessert zu iekt ^ "E), schon vorher und schon der Theil des Volkes zu wirken, der Schule bereits entrückt und doch in Vor- urthcileu besangen ist, dic sich nnr zu oft in einer Weisc äußern, wie wir sie ebcn in diesen Acilen zu charaktcrisircn unternommen haben. Auch die Erwachsenen müssen belehrt und durch das bestwir-kcndc, allgemciu zugängliche öffentliche Beispiel zum bessern gcsührt wcrdcn. Wir stellen nicht in Abrcdc, daß manches in dieser Richtung durch slovcnische Schriften gc-thau wurde; ebensowenig aber können wir uns der Erkenntniß der Unzulänglichkeit solcher Mittel ferner verschließen. Wic wenige aus unserem Landvolke das Lesen so vollkommen und die nach fremdslavischen Ausdrucke haschende Schreibweise unsrer Schriftsteller so geläufig verstehen, um sich den Inhalt der Lektüre ohne Schwierigkeit eigen machen zu können, werden mit uns alle jene ermessen, die, im täglichen Verkehre mit der Bevölkerung, ihre Bedürfnisse kennen lernen. Angesichts dieser Umstände, welche das geschriebene Wort und dessen Vervielfältigung durch den Druck als unzugänglich erscheinen lassen, giebt es wohl kein anderes Mittel als Wanderlehrer. Man wird uns einwenden, daß wir keine tauglichen Wanderlehrer haben. Nun wohl! keine Ideale von solchen, kciucssalls abcr schlt cs an Kräfte», die dem ersten drängenden Bedürfnisse genügen. Die bessern, die Wanderlehrer aus Beruf, muß man selbstverständlich erst bilden und bilden lassen. Und eine der ersten Aufgaben unserer heimatlichen Wandcrlchrcr müßte es sein, in der von uns hcnte angcdcutcten Wcisc ans die Bevölkerung einzuwirkeu, Sinn und Verständniß für das Natnrleben zu wecken und damit jenes Uebel an der Wurzel zu fasse», das so oft die rohe Kraft über die bessere Einsicht stellt. Fürwahr, unsere Volksbeglücker hätten besser ge-than, jene erklecklichen Summen, welche sie auf Veranstaltung der TaborS, auf all den dort zur Schau getragenen Tand an Fahnen und Fähnlein, Medaillen und Flittergold vergeudeten, ans Wanderlehrer zu verwenden und diese in das Land zu senden; sie hätten bessere Saat gesäet, als sie ans dem Geflunker der Taborreden in des Volkes Herzen fiel, friedliche Gemüther zur Rache entlodernd. Wir haben jedoch noch eines auf dem Herzen: es sollte keine Volksschule bestehen, ohne daß ihr eine Obst- und Waldbaumschule, ein freundlicher Garten, in dem auch der Sinn für das Schöne Die „Schweizer'sche Korrespondenz" theilt einen ändern Erlaß des Ministers des Innern an die politischen Behörden mit, worin dieselben verständigt werden, daß, nachdem das Vorrecht verurtheil-ter Geistlicher, ihre Haft in geistlichen Detcntions-häusern zubringen zu können, aufgehoben ist, auch jene im Gefolge des Konkordates erflossene Beiordnung erloschen ist, welche die Behörde anwies, über Aufforderung des Bischofs sich mit demselben bezüglich der jedesmaligen Wahl der geistlichen Deten-tionsanstalt, in welche ein solcher Sträfling zu bringen war, ins Einvernehmen zu setzen. Nur die Strafgerichte, also weder Bischof noch politische Behörden, haben zu bestimmen, in welche Strafanstalt der verurtheilte Geistliche zu bringen ist. Katholische Priester gegen den Ultramontanismus. Ein sehr beachtenswerthes Zeichen der Zeit ist ein offenes Schreiben mehrerer katholischen Priester gegen einen der eifrigsten Führer der Ultramontanen im Großherzogthum Baden, I. Lindau. Derselbe wird in sehr scharfer Weise wegen seiner Agitation in'S Gebet genommen. „Nimmermehr," heißt es u. a., „kann die geistliche Autorität beim Volke an Ansehen gewinnen durch Herabwürdigung der weltlichen. Wir treten daher heute an Sie heran mit der öffentlichen Anklage: Sie schädigen die Reli- gion und dcmoralisiren das badische Volk. Wir Priester haben Gelegenheit, uns täglich vom Gesagten zu überzeugen. Sie aber, als junger Mann, ohne gründliche Studien und Lebenserfahrung, lernen Sie vor allem Bescheidenheit, bemcistern Sie Ihre Leidenschaft. Wollen Sie dann um Freiheit, Selbst- ^ Müdigkeit und den Frieden des katholischen Volkes! sich wirkliche Verdienste erwerben, so entsagen Sie vorerst Ihrer Einbildung, für das Abspieleu einer großen politischen Rolle in Baden berufen zn sein, und helfen Sie als katholischer Laie zu allernächst aufrichig dazu mit, daß unser katholisches, in kirch- , licher Hinsicht völlig rechtloses, geknechtetes deutsches . Volk wieder in den Besitz seiner auf kirchlichem Ge- ^ biete verlorenen Rechte gelangt." Die Unruhen in Frankreich. Eine Reihe von Telegrammen berichtete die > letzten Tage über neue Krawalle in Paris und einigen'! größeren Provinzstädten, denen eine größere Beden- ' tung jedoch wohl kaum zugeschrieben werden kann. I Man neigt sich der Anschauung zu. daß dieselben der Regierung gar nicht unerwünscht seien, ja sogar durch bezahlte Agenten veranstaltet wurden, um der Bourgeoisie einen heilsamen Schreck einzujagen und ihr jedes Liebäugeln mit der Revolution zu verleiden. Wir lassen nachstehend einige Telegramme folgen: Paris, 11. Juni. Die „Gazette des Tri-bunaux" schreibt: Gestern Abends von 8 Uhr an- im Verein mit dem Nützlichen gepflegt werden ^ könnte, zn Gebote stünde. Für die Beischaffung dieser Lehrmittel mögen die Gemeinden nnd landwirtschaftlichen Filialen fürder emsiger sorgen, als bis nun. Für alles weitere auf diesem Gebiete eröffnet sich aber der Volksschule der unermeßliche Lehrsaal der freien Gottesnalur, die Flur mit ihren Taufenden von Blumen, die Hecke mit dem mannigfachsten Gesträuche, der lustige Wald mit allen Arten von Bäumen nnd Moosen. Der Baum, der arme Waldbaum — doch gewiß der älteste Freund des Menschen — ist es ja zumeist, an dem der Krainer so gerne sein Heiß-blut kühlt, den der müssige Hirte auf der Weide eben so roh als gedankenlos seiner Hippe opfert, der fast nirgends sicher ist, so lange Axt und Stiel zusammenhalten. Aus ganzem Herzen haben wir dem Komitee der Forstgesetz - Enqn>'te beigestimmt, als es im Punkte 1 seiner Wünsche den Mangel an Pietät für das Natur- und Pflauzenleben in unferm Volk betonte und auf die Abhilfe durch den Volkönnter-richt, wie nicht minder durch Berufung von Wan- gefangen haben sich auf dem Boulevard Montmartre unter verhöhnenden Rufen und Pfeifen die Unruhszenen erneuert. Eine Bande von Ruhestörern zog um halb 10 Uhr Abends durch die Rue Montmartre, sang die Marseillaise und stieß aufrührerische Ruse aus. Die auf dem von der Bande durchzogenen Wege gelegenen Gewölbe und Cafss wurden freiwillig geschlossen. Um 10 Uhr langten 200 Stadlsergeanten an, welche nach der gesetzlichen Aufforderung die Ruhestörer in die anliegenden Straßen zurückdrängten. Kavallerie-Patrouillen durchzogen die Straßen. Aehnliche Szenen ereigneten sich ans dem Platze vor dem Hotel de Ville; die Marseillaise wurde gesungen und aufrührerische Rufe aus-gestoßen. Die Polizei drängte die Ruhestörer energisch zurück. Um halb 11 versuchten mehrere Individuen in der Rue de la Bauque einen Omni-buswageu umzuwersen, woran die Polizei sie hinderte. Um 11 Uhr warfen 150 Individuen aus dem Boulevard Montmartre die Bänke und die Kioske vor dem Eas« Vari^tv um, um so den Durchzug der Kavallerie zu verhindern; es gelang ihnen auch, die Brenner an den Gaslaternen zu zerschlagen; dieser Theil der Boulevards war in tiefe Finsterniß gehüllt und herrschte auf diesem Punkte große Aufregung. Sehr zahlreiche Verhaftungen wurden vor-genommen. In der Rue Vivienne verhaftete die Polizei mehrere Individuen, welche in das Gewölbe des Waffcnfabrikanten Lefaucheux einzudringen versuchten. Am Boulevard waren gestern Abends die Unruhen ernster als in Bclleville. In Faubourg St. Antoine herrschte Ruhe, aber in die benachbarte ! Straße St. Maguorite konnte von 10 Uhr auge-! fangen kein Polizeiagent eindringen, es wurden da-! selbst mehrere rothe Fahnen ansgepflanzt. Eine beträchtliche Menschenansammlung fand am Bastillenplatz statt, wurde jedoch ohne Anwendung der Waffen zerstreut. Am Boulevard Montmartre wurde der Versuch gemacht, mit den Kiosks, Bänken und Tischen des Casö Barrikaden zu errichten. Die Polizei zernirte die Menge und nahm 300 Personen gefangen. Am Bastillenplatze und in den Umgebungen ! desselben bildeten sich zahlreiche Ansammlungen, die ! jedoch, ohne daß man von den Waffen Gebrauch machte, zerstreut wurden. Zwanzig Verhaftungen wurden vorgenommen. Um 11 Uhr war hier die ^ Ruhe wieder hergestellt. In Bclleville und im Fau-bourg du Temple wurden schon um 5 Uhr die Kaufläden geschlossen. Mit Eiscnstangen bewaffnete Banden zerstörten ein Wagenausnahms-Bureau und die Auslagskästen an drei öffentlichen Häusern am Boulevard Villetle unter den Rnsen: „Es lebe die Republik!" und begingen noch andere Verwüstungen. 25 Personen wurden verhaftet. Um Mitternacht war auch hier die Ruhe wieder hergestellt. Am Boulevard Montmartre herrschte große Ausre- ! derlehiern hinwies, im Punkte 7 aber die gemeinde-> weise Errichtung von Pflanzschulen befürwortete. Also Schutz für die Pflanze, für den Baum! Sie sind uns ja nicht nur Mittel zur Befriedigung fifi- > scher Bedürfnisse, sie sind auch die geistigen Freunde > des Menschen, der sich dem veredelnd milden Einflüsse der Natur auf Herz und Gcmllth nicht selber hartnäckig verschließt. Denjenigen aber, welche auf diese Betrachtungen, wie gewohnt, uns erwidern werden: Ihr liebt Euer Volk nicht, Ihr kehrt nur seine schlechten Seiten hervor und schweigt von seinen guten, lieblos brechet Ihr den Stab über es! — diesen möchten wir im voraus zurusen: Eben weil wir das Volk lieben, zeigen wir ihm seine Fehler, und damit glauben wir ihm besser zu dienen als jene, die ihm den Kops voll propfen mit der Einigung SlovenienS, mit Universitäten und eitlen selbstischen Schwärmereien, die ihm den Deutschenhaß einimpsen und es auflehnen gegen den friedlichen Krainer, gegen die Partei, welche den Fortschritt und die Aufklärung auf ihre Fahne geschrieben hat! gung. Eine Bande von 300 Mann durchzog um 11'/z Uhr die Rue Richelieu und zerbrach alles, was ihr unterkam. Während Polizeiagenten die Gefangenen fortführten, wurde die Errichtung einer Barrikade vor dem Theatre des Variötös versucht. Die Barrikade wurde weggeräumt und gegen Mit« ternacht wurden alle Ruhestörer von den Organen der öffentlichen Macht unter Mitwirkung von Bürgern verhaftet. Die übrigen Gruppen wurden zerstreut oder in den anstoßenden Gassen zernirt. Meh' rert hundert Personen wurden verhaftet. Um 1 W war es der Polizei und der Pariser Garde gelun-gen, in ganz Paris wieder die Ruhe hergestellt zu haben. Die Truppen waren in den Kasernen kon-signirt. Heute hat die Stadt wieder ihre gewöhnliche Fisiognomie angenommen. Gestern Abends herrschte in allen Departements die vollständigste Ruhe. Der Kaiser und die Kaiserin durchführe" gegen 4 Uhr die Boulevards in offenem Wage" und ohne Eskorte und wurden auf's wärmste begrüßt. Politische Rundschau. Laibach, 14. Juni. Die „Wiener Zeitung" publizirte das Gese», betreffend die der Reichsgesetzgebung Vorbehalte' nen Bestimmungen des Wasserrechtes; dann dai Gesetz über die Portofreist der Korrespondenzen M Angelegenheiten der Aufhebung und Ablösung de» Propinationsrechtes, das Gesetz, betreffend die Ausschreibung von Prämien für größere Maulbeer-pflanzungen, ferner die Liste der Mitglieder de» Reichsgerichtshofes wie folgt: „Se. Majestät W den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshöfe" Freiherr» von APsaltern, das Mitglied de» Herrenhauses Konstantin Fürsten Czartorysk>-den Professor der Rechte in Wien Dr. Hab^' tinek, den geheimen Rath Edmund Grafen tig, den Professor der Rechte in Wien Heyßler, den geheimen Rath Dr. Hye Ritt" von Glunek, den Hosrath im Ruhestände Innsbruck Johann Kiechl, den Bürgermeister Brünn Dr. von Ott, den StaatSrath im ze'»'' chen Ruhestände Freiherrn von Quesar, den ^ vocaten in Laibach Dr. Suppau, das Mitgl"" des Herrenhauses Hosrath Dr. Unger und de» Landtags- nnd RcichSrathsabgeordneten Dr. Z,^' mialkowski zu Mitgliedern des ReichSgeriH' tes, und zn Ersatzmännern des Reichsgerichte den Oberlandesgerichtsvizepräsidenten im stände Moriz Steyrer den Staatsrath im zeit"' chen Ruhestände Freiherrn von Holzgethan, de Präsidenten des Wiener Handelsgerichtes däns Merkl und den Advokaten in Wien Mathias Dollenz ernannt. Die mehrfach erwähnte Verordnung des ^ famwt-Minislerinms, mit welcher die polnisch Sprache als Amtssprache der k. k. Behörde" und Gerichte in Galizien eingesührt wird, lieg jnun in ihrem Wortlaute vor. Nach derselben h"' ben sich die dem Ministerinm des Innern und de öffentlichen Sicherheit unterstehenden k. k. Aenite und Behörden, der k. k. Landesfchnlrath, die k. ^ Gerichts- und Staatsanwaltschaften mit dem Ire Oetober, die dem Ministerium der Finanzen, de Handels und des Ackerbaues unterstehenden Aeinte binnen drei Jahren vom Tage der KnndmachlE sowohl im innern Dienste als auch im Verkehr den l. f. nicht militärischen Behörden der polnische Sprache zu bedienen. Die erste S chw urg er i ch ts - Verh a nd^ lung in Oberösterreich wird gegen den ^ fchof von Linz stattfinden. Freitag hat der Anklag^ senat des Linzer LandesgerichtcS gegen den Blsa> > die Anklage wegen Verbrechens der Störung öffentlichen Ruhe, begangen dnrch die Presse (PuvU' kation eines Hirtenbriefes), erhoben. Die SchlM Verhandlung dürfte Anfangs Juli sein- Die Czechen steuern wieder mit vollen Segeln auf strengere Maßregeln los. Dem ..Prager Abendblatte" zufolge werden nämlich anläßlich der ExP l o-sion einer Petarde verschärfte Patrouillen zur Nachtzeit die Straßen durchziehen und im Falle einer Erneuerung die allerstrengsten polizeilichen Verfügungen ergriffen werden. . In Preußen wird, wie die „Vossische Zeitung" wissen will, für diesen Winter im ganzen Umsange der Armee eine größere Beurlaubung eiu-treten. Als Grund hiefür werden Ersparungsrück-1«hten angegeben. Die für die Infanterie auf den Termin vom 1. bis 15. Juni angesetzte Entlassung °er 1866 während des Kriegsverlaufes eingestellten Mannschaften ist bereits größtentheils erfolgt. Der Vizekönig von EgiPtenist Samstag in Paris angekommen und im Palais Elysöe «bg-stiegcn. . Der kürzlich zum General avancirte Kriegs-unnister in Bukarest, Duka, geht ins Ausland auf mehrmonailichen Urlaub und wird Kogolni-U . interimistisch sein Portefeuille verwalten, ^"gcblicher Zweck dieser Reise des KriegsministerS ^ wohl eine Badekur, so viel jedoch aus guter Quelle verlautet, soll derselbe beauftragt sein, die allen Ländern Europas eingeführten Schußwaffen und deren praktische Anwendung zu prüfen, um Alich einmal auch für Rumänien eine bestimmte Waffengattung zu wählen und dem hier herrschen« e» Chaos darin ein Ende zu machen; denn gleich kn Parteien, von denen das Land heimgesucht '""d, sind auch die aus der Fremde hier importir-^ und dennoch nicht dem Zwecke entsprechenden Waffen in den zahlreichsten Abarten vertreten. Zur Tagesgeschichte. < — Der Papst ernannte den inhastirten Re- akteur des „Vaterland," Flore ncourt, zum Kämmerer. g. — In Sachen des „Floh." Das in letzterer vielbesprochene Witzblatt hat, um allen weiteren administrativen Ungelegeicheiten zu entgehen, sich uuu-unter österreichische Jurisdiktion gestellt und bei -^atsanwaltschast und Polizei sein Erscheinen in Wien ""gemeldet. Der „Floh" wird nunmehr in Wien geduckt und hat selbstverständlich auch seinen verantworten, hin wohnenden Redakteur in Wien. — Ueber Exzesse, die sich Deutsche angeblich »egen Czechen haben zu Schulden kommen lassen, 7"nehnien wir der „Politik," also einem ausgespro-czechischen Organ, folgendes: „Am Sonntag den ' ^uni, als die Turner und Sänger aus Neu-Paka Zviciner Meeting dnrch die Dörfer Groß- und N Klein-Borowitz heinikehrten, wurden sie von den ^ewohnern des erstgenannten Dorfes überfallen. Die -Urner fuhren auf einem Wagen voraus und hinter Mn, einem zweiten Wagen, die Sänger. Im ^°rfe Groß-Borowitz selbst, welches deutsch ist, wur-" ste von niemandem behelligt. Die Turner fuhren °us und ihnen folgten in kurzer Entfernung die ^um hatten diese das Dorf verlassen, als durck A^elben Bauern herbeiliefen und die Sänger sö, " und That insultirteu uud endlich einen suchen Steinhagel nach ihnen entsendeten. Hiebei Grnkm ""lge Sänger verletzt. Am Berge hinter Tur ^^itz kam es zu einem Handgemenge, da ein N. r einen der Ruhestörer erwischte und ihn zum brachte, damit er in Neu-Paka dem Gerichte lir Heben werde. Dieser Verhaftung wohnte der Po-ax , Emissär aus 'Neu-Paka bei, der mit den Sän-Cndl'^ den Exzedenten in Verwahrung nahm, rasck,« ""zogen sich die Meetingstheilnehmer durch Pa^ fahren der weiteren Verfolgung. In Nen-sofor. ^ Exzedent dem Gerichte übergeben uud ^ K' stcasgcrichtliche Untersnchnng eingeleitet." der Telegramm der „R. Fr. Pr." zufolge ist scher Afsaire nun aufgeklärt. Ein dent- kehre„>, ^ ^^sche begrüßte die vom Meeting zurück- V°n in ezechischer Sprache. Dies wurde Vorm«!., eine Verhöhnung aufgefaßt. Die tzer Gemeindevertretung wird gegen jene Blät- ter, welche die Gemeinde eines vorbereiteten Ueberfalles beschuldigten, eine Ehrenbeleidigungs-Klage anstrengen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Eine offizielle Erklärung in der heutigen '„Laibacher Zeitung,") spricht sich über die aus Anlaß der letzten Ereignisse an die Regierung von verschiedener Seite gestellten Anforderungen folgendermaßen aus: „In dem bedauerlichen Zwiespalte unserer Bevölkerung, den die Vorfälle von Jantschberg und Josefsthal wieder blos gelegt haben, können wir doch ein erfreuliches Moment nicht mit Stillschweigen übergehen; es ist dies die Einstimmigkeit und Entschiedenheit, womit die öffentliche Meinung die Herstellung des Ausnahmszustandes zur Sicherung der öffentlichen Ruhe und Ordnung perhor-reszirt uud alles Heil, wenn auch von verschiedenen Standpunkten aus, in der strengsten Durchführung der Staatsgesetze erblickt. Der Gemeinderath der Stadt Laibach hat in seiner auch den Ministern Sr. Majestät überreichten Denkschrift diese Schlußsorderung ani entschiedensten betont und in der That hat dieselbe auch, wie wir aus der Wiener „Presse" Nr. 160 vom 11. d. M. ersehen, vom Landeschef Krains aufs wärmste unterstützt, bei Sr. Exz. dem Herrn Minister des Innern sowohl, als auch bei der Gesammtregieruug und Sr. k. und k. apost. Majestät selbstdievollste Zustimmung und Billigung gefunden. Auf eben dasselbe Endziel sind, wenn sie gleich zum Theil von verschiedenen Gesichtspunkten ans die Lage der Dinge betrachten, auch die öffentlichen Kundgebungen des hiesigen Handels- und Gewerbestandes und jene der Vertreter des Landes gerichtet. Die Regierung ist sich der Aufgabe, welche sie unter solchen Umständen zu erfüllen hat, vollkommen bewußt. Strenges Vorgehen gegen jede den Staatsgrundgesetzen feindliche Ansschreitnng, komme sie von was immer für einer Seite und von was immer für einem Stande, verbunden mit einer ausgleichenden und vermittelnden Einwirkung auf die durch fanatische Parteigänger irre geleitete Bevölkerung, wird, wie wir hoffen dürfen, genügen, die dnrch Uebertreibnngen und Verdächtigungen gesteigerte Aufregung der Gemüther zu stillen und jeden Grnnd zu weiteren Besorgnissen für die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu beseitigen." — Mit Vergnügen konstatiren wir aus dieser Miltheilung, daß die vom Laibacher Gemeinderathe gestellte Schlußforderung die vollste Zustimmung und Billigung der hohen Regierung gefunden habe, mit welcher Erklärung auch die von Seite unserer Gegner gegen deu Gemeinderath erhobenen Verdächtigungen, als habe derselbe die Verhänguug des Ansnahms-zustandes begehrt oder verblümt ausgesprochen, von kompetenter Seite desavouirt worden sind. Anderseits jedoch können wir der optimistischen Anschauung jener Erklärung nicht beipslichten, daß die Kundgebungen der Landesausschußmajorität und der Laibacher Handelskammer auf dasselbe Endziel gerichtet seien, wie die Forderungen des Laibacher Gemeinderathes. Ueber die Tendenz der erfteren haben wir uns bereits ausgesprochen, und wir behalten uns vor, die ganz uu-zeitige Parteinahme der Laibacher Handelskammer, die mit tendenziösen Telegrammen das Unheil der Oesfeut-lichkeit irre zu führen suchte, demnächst zu beleuchten. — (Ueb erfah r e u.) Am verflossenen Samstag wurden auf der Eisenbahn einem Heizer beide Füsse überfahren. Derselbe wurde mit zersplitterten Knochen in das hiesige Zivilspital überbracht. — (Ein Schädiger derEiche.) Das heurige Jahr ist ein malheuröses für die deutsche Eiche, wie für die deutschen Turner, was unsere Leser aus folgender uns zugekomuieneu Notiz entnehmen wollen. Eine Krankheit der Eiche macht sich in den Waldungen um Rosenbach uud Tivoli bemerkbar, die darin besteht, daß die Blätter theilweise verdorren oder nach Maßgabe der Feuchtigkeit auch verfaulen, wodurch die sonst so schönen Baumkronen ein sehr trauriges gelbgeflecktes Aussehen erhalten. Nimmt man einen von der Krankheit ergriffenen Zweig in die Hand und untersucht ihn näher, so sieht man außer tiefen Verletzungen der Hauptblattnerven, welchen vorzüglich auch das par-zielle Verdorren der Blattsubstanz zuzuschreiben ist, siebartig durchlöcherte Stellen nnd an denselben kaum liniengroße lichtbraune Thierchen, welche sich unter der Loupe als Rüsselkäfer präfentiren. Sie zeichnen sich besonders durch die starken zum Springen eingerichteten Oberschenkel der Hintersüsse aus, wovon die kleinen Thiere auch sehr gut Gebrauch zu machen verstehen, um, wie es den Erdflöhen eigen, sich mit einem kühnen 1—1'/» Fuß langen Sprung der Beobachtung zu entziehen. Es ist daher nothig, daß man mit Vorsicht die kranke» Zweige vom Baume löst oder besser, daß man sie gar nicht berührt, um diese Spriugrüfsel-käserchen in ihrer verderblichen Arbeit belauschen zu können. Es dürfte wohl die Mühe lohnen, dieses schädliche Insekt, welches von den gewöhnlichen blattverderbenden Kurkuliouideu, den Wein- und Birkenrüsselkäfern (^ttalubus öLLcIms und kstulas), wesentlich abweicht, einer eingehenderen Untersuchung zu unterziehen. Der eingesendete Käfer wurde uns als der bekannte Eichenspringer (Orek68is8 Husreus L.) von einem Fachmanne bestimmt. — (Der österreichische Alpenverein) hat in einer seiner letzten Ausschußsitzungen beschlossen, um das Vereinsinteresse zu heben, respektive die Provinzen mit dem Zentrale in regeren Verkehr zu setzen und fester zu verbinden, Ausstellungen vouAlpeu-an sichten aus den verschiedenen österreichischen Ge-birgsländern zu veranstalten und vorderhand die drei Filialen Steyr, Graz und Laibach zu Ausstellungen von den rühmlichst bekannten Enderschen Origiual-Alpeu-ausuahmen in Aussicht genommen, — die erste Ausstellung wird in Steyr stattsinden und werden 40 En-der'sche Aquarelle zur Besichtigung kommen. Das Zentrale des österreichischen Alpenvereins hat sich bereits über die Bedingungen, Art und Weise u. s. f. der Jnfzenesetzuug einer derartigen Ausstellung in Laibach mit dem hiesigen Bevollmächtigten Prof. Dr. Alois Val enta in Unterhandlung gesetzt, über deren Endresultat wir seinerzeit Näheres berichten werden, dermalen nur den Wunsch aussprechend, es möge sich dieser schone Plan im Interesse unserer Stadt ehemöglichst verwirklichen. Aus dem Vereinsleben. Die außerordentliche Generalversammlung des Laibacher Turnvereins am vergangenen Samstage war wohl die zahlreichst besuchte und animirteste seit dem Bestehen des Vereins überhaupt, mehr als 80 Turner waren anwesend. ^ ü . , v ^ ^ Bald nach 9 Uhr erössnete de/ Vorsitzende Sprech-wartstellvertreter Ritter v. Fritsch die Versammlung und stellte derselben als Vertreter der Behörde den Herrn Magistratsrath Gutmann vor. Der Vor- sitzende bespricht dann in längerem Vortrage die letzten beklagenswerthen Ereignisse, aus Aulaß dereu die heutige außerordentliche Versammlung stattfinde. Es sei noth-wendig, sich klar zu werdeu über die Situation, um darnach das Verhalten des Vereins zu bestimmen. Das Benehmen der Turner bei der Afsaire am Jantsch-berge sei ein ganz korrektes, taktvolles, nicht herausforderndes gewesen, und wenn es dennoch ohne den gewünschten Erfolg blieb, so trage nicht der Verein die Schuld. Er ermahnt zu auch fernerem gesetzmäßigen Verhalten, wie es gebildeten Männern zukomme, bittet die allerdings berechtigte Erbitterung zu-rückzudräugeu und allen etwaigen Provokationen nach Möglichkeit auszuweicheu. Nicht allein die Gegner beobachten die Turner mit Argusaugen, um eine Blöße zu entdecken, alle Gebildeten sehen ans uns und werden uns um so mehr ihre Simpathien zuwenden. Ob wir bereits am Ende der feindseligen Kundgebungen stehen, sei nicht zu sagen, jedoch seien für den Fall weiterer Bedrohungen und Angriffe die Sicherheitsmaß-regeln denn doch noch nicht erschöpft. Er wende sich nochmals und sicherlich nicht fruchtlos au die Versammlung, stets und unter allen Umständen ein ruhiges, gesetzmäßiges Verhalten zu beobachten. (Allseitige Zn» stimmnng.) Redner übergeht hierauf zu einem ändern Thema. In der gegenwärtigen Zeit des Konstitntionalismns können sich weder Einzelne noch ganze Körperschaften der Einwirkungen des öffentlichen politischen Lebens entziehen, jeder müsse für das eine oder andere Prinzip Partei .ergreifen; welcher Seite die Turner ihre Simpathim zuweudeu, sei zweifellos, cs könne mir jene sein, wo die Grundsätze der Freiheit, des Fortschrittes uud der Gesetzmäßigkeit herrschen. Er glaube es daher aussprecheu zu dürfen, daß der Turnverein den Ansichten und Grundsätzen des hiesigen konstitutionellen Vereins vollständig zustimme, uud beantrage: es möge der Turnverein in einer Zuschrift dem konstitutionellen Verein die rückhaltlose Zustimmung zu dessen, in der letzten Versammlung beschlossenen Adresse und deu iu derselben ausgesprochenen Ansichten über die gegenwärtige Sachlage ausdrücken. —Allgemeiner Beifall folgte diesem Antrage und wurde der Tururath beauftragt, die Zu-stimmungsadresse zu verfassen uud abzusenden. Ritter v. Fritsch verliest nun ein soeben ein-gelansenes Schreiben des Sprechwartes Dr. Ritter von Stöckel, in welchem derselbe wegen Ueberhäusuug mit anderen Geschäften seine Stelle niedergelegt und dies der Versammlung zur Kenntniß zu bringen bittet. — Es wird jedoch beschlossen: den Herrn Sprechwart zu ersuchen, seine bewährte Kraft dem Vereine, dessen ersten Vertrauensposten er von Anfang an inne hatte, auch ferner zu erhalten; im Falle dies ohne Erfolg bliebe, wird der Sprechwartstcllvertreter die Geschäfte führen. Schriftwart Rüting reserirt sodann über die im Tururathe erwogene Frage, ob gegen die pöbelhaften, gemeinen Schmähungen uud Lüge» iu der feindlich gesinnten Presse irgend welche Schritte zu geschehen haben. Der Tnrurath habe gegen die crsterschienencn, die Wahrheit verdrehenden Berichte im „Slvvenski Narod," in der „Zukunft" und im „Wanderer" Berichtigungen eingefendet, die jedoch nur von letzterem einfach abgedruckt worden, „Slov. Narod" habe selbe gar nicht gebracht uud „Zukunft" sich nicht entblödet, an dieselbe einen neuen, von Beschimpfungen, offenbaren Lügen und Entstelluugeu strotzenden Artikel anzureiheu. Der Tururath habe sich bewogen gesunden, eine Ehren-beleidigungsklage iu Erwägung zn ziehen, nnd einige hervorragende Juristen um ihr Gutachten ersucht. Dieselben lauten alle dahin, daß zweifellos eine Klage die Verurtheiluug des Journals zur Folge haben werde, wenngleich über die Auffassung der Geschworenen noch keine Erfahrungen vorliegen. Redner verliest nuu die abgefeudete Berichtigung und dann den Schmähartikel, ans welchem er zunächst constatirt, daß entweder die Redaktion der „Zukunft" nicht deutsch verstehe oder verstehen wolle, denn sonst sei aus der Berichtigung das nicht herauszuleseu, waö selbe daraus entnommen. Der ganze Artikel bezeuge deutlich genug die Wuth darüber, daß der seiuc Anschlag nicht gelungen; die Gegner hätten lieber gewünscht, die Turner hätten sich zu ungesetzmäßigen Handlungen hinreißen lassen, um dann die Auflösung des so verhaßte» Vereins mit Recht fordern zn können. Daher also nun die sinnlose Wuth. Der genannte Artikel nenne die Turnwarte „Kinderwärter." Jawohl, er acceptire dies; alle Mitglieder des Vereins waren vor nicht langer Zeit „Kinderwärter," aber es waren hübsch große Kinder, die damals gepflegt und gewartet wurden: eS waren die verwundeten, hilfsbedürftigen eigenen Landeskinder, die auf Befehl ihres Kriegsherrn für eine verlorene Sache ihr Blut verspritzt. Für diese aufopfernde Thätigkeit sei dem Vereine der kaiserliche Dank ausgesprochen nnd er in einzelnen seiner Mitglieder noch besonders ausgezeichnet. Die unverschämte Lüge, daß die Tnrner durch ihr fchwarz-roth-goldenes Banner das Nationalgefühl der Bauern verletzt, verdiene keine Widerlegung, da ja bekanntlich das Banner weiß-grün, die Farben der Stadt, gewesen. Daß der Plan der Gegner der gewesen, die bethörten Bauern zu opfern, mir um ihre Absicht zu erreichen, gehe ans der weitern Stelle hervor, wo die Turner feige Bastarde geheißen und ihnen die mannhaften Recken der wirklich deutschen Turner als Muster hiugestellt werden. Freilich, ein ordentliches Gemetzel, bei dem ein paar Dutzend Baueru und Turuer geblieben wären, hätte besser in den Kram gepaßt, die Schuld daran hätten man natürlich uns zugeschrieben: warum sind wir > hinansgegangen. Er glaube jedoch, daß mit diesem Vorwürfe die Gegner nur sich selbst ins Gesicht schlagen; sie schreien in einem fort um Gleichberechtigung! und wollen nicht einmal die im Staatsgrundgesetze allen Staatsbürgern gewährte Freiheit, sich frei zn be- > wegen, zngestehen. Nachdem er so die Absicht und Tendenz der ganzen Schmähung gekenuzeichuet, komme er zu dem Schluß, der Verein müsse es für unter seiner W ürde halten, darauf ferner anch mir irgend etwas zu erwidern. Die gesammte liberale Presse habe für den Verein so entschieden Partei ergriffen und das Treiben der Gegner so schonungslos aufgedeckt, daß jeder Gebildete sich ein richtiges Urtheil bilden könne, nnd das falle gewiß nicht zn Unguusten des Vereins aus; derselbe köuue daher auf die Genugthuuug durch eine gesetzliche Ahndung verzichten; er sei gegen eine Klage. ^ Turuwart Laibliu, vaun die Tnrner Wosch-nagg und Gerber sind der gleichen Ansicht, die schließlich einstimmig znm Beschluß erhoben wird. Doch wird zugleich beschlossen, in dem gemeinsamen Organe der Turnerschaft, der „Turn- und Wehrzeitung," eine bezügliche Erklärung im Namen des Vereins zu veröffentlichen. Rüting beantragt sodann, an den Schrissteller-Verein Konkordia in Wien, als den Mittelpunkt der Wiener Journalistik, eine Dankadresse au die gesammte liberale Presse zu erlassen für die nachhaltige Unterstützung uud energische Verfechtung der liberalen Principien, die sie anfs neue anläßlich der letzten Vorgänge an den Tag gelegt. Wird mit Akklamation angenommen. Hierauf wird bekannt gegeben, daß Zuschriften ans Brünn, Jndenbnrg und Marburg aus Anlaß des neuerlichen Attentates auf den Verein eiu-gelangt feien, welche dankend zn beantworten der Tnrnrath beauftragt wird. Nach nunmehr erschöpfter Tagesordnung befürwortet Turner Bamberg die Anfchaffnng einer neuen Fahne. Es würden eine große Anzahl Mitglieder nicht über sich gewinnen können, die alte Fahne noch ferner als Simbol des Vereines zn betrachten; würde sie gebraucht, so setze man sich uur dem Spotte und Hohne der Gegner aus, das wüusche er vermieden, nnd es sei Sache der Turner, die neue Fahue hoch iu Ehren zu erhalten und nicht ebenfalls beschimpfen zu lassen. Ritter v. Fritsch stimmt bei und wünscht die Kosten durch Subscriptiou gedeckt. — Eine sogleich eröffnete Zeichnung ergab nahe 200 fl., zur weiteren Deckung der gegen 400 fl. veranschlagten Kosten soll eine fernere Zeichnung unter den heute uicht anwe-seudeu Vereinsmitgliedern uud, wenn diese nicht hinreichend sein würde, auch unter sonstigen Freunden nnd Gönnern des Vereins eiugeleitet werden, nm deren Durchführung Herr Bamberg ersucht wird. Die Farbe der neu zu schaffenden Fahne wird ans Antrag RütingS die der Stadt sein, weiß-grün, wie bisher, da der Verein sich eben „Laibacher" Turnverein nenne. Der Vorsitzende gibt noch bekannt, daß das Schulgeld für am allgemeinen Turnunterricht theilnchmende Knaben auf 30 kr. und für Mädchen auf 50 kr. monatlich ermäßigt wurde, um eine allgemeinere Theilnahme zu ermöglichen. Schließlich fordern die Turner Bamberg, Ambro sch nnd Rüting zu einem recht regen Besuch der Turnübungen und treuem Festhalten am Vereine auf; man möge fest zusammcnstehen, sich durch die Anfeindungen nicht beirren lasse». Vorsitzender betont dann nochmals den eigentlichen Zweck des Turnvereins. Wohl sei derselbe ein deutscher Verein, doch mir insoserne, als er sich die Ausgabe gestellt, tüchtige sisische Kraft nnd mit ihr gesunde geistige heranzubilden. Es liege dem Vereine nichts ferner, als die Vergewaltigung irgend einer Sprache oder Nationalität, vielmehr sei der Sohn jedenVolks-stammes als wackerer Bruder willkommen, sobald er obigem Zweck znstimme. (Allgemeine lebhafte Zustimmung.) Hierauf Schluß der Sitzung gegen 12 Uhr.) Witterung. Laibach, 14. Juni. Morgens heiter, spater zunehmende Bewölkung. Süd-west ziemlich stark. Wärme: MoraenS 6 Uhr -s- 13.2, Nachm 2 Uhr -s- 20.5" (1868 16.7°, 1867 -s- 22.0°). Barometer: 324.56'", im fallen. Das gestrige Tages-mittel der Wärme -j- 13.7°, um 1° nnter dem Normale. Nom morgigen Tage St. Beit gilt der Banernspruch! " Wenn der Weinstock vor dein Beitstage abblüht, sv ist guter Wein zn hoffen, wenn anch sckwn der Herbst nickt gar zu schön nnd warm wäre. Bit, bringt die Fliegen mit.______________________________________, Verstorbene. Den 12. Juni. Dem Josef Obozki, Schuster, sein Äi»d Josef, alt 6 Monate und 0 Tage, in der Stadt Nr. 30 am Durchfalle. Den 13. Juni. Dem ivohlgeborneii Herrn Adolf mm Comelli, Agent, seine Tochter Gabriele, alt 9 Jahre, in der Kapnzincrvorstadt Nr. 7l an der Anszehrnng. — Dem Jakob Salberger, Faßbinder, sein Kind Alvisia, alt 14 Tage, in der Stadt Nr. !>.'! an Fraisen. — Apollonia Brezevar, Fabriksarbeiterin, alt 50 Jahre, im Zivilspital an derW>-' genlähmnng. - Gedenktafel über die am 16. Juni 186!) stattfindcnden Lizitationen. 3. Feilt,., Bizjak'sche Real., Zalog, 1587 fl. 10 lr., «. Adelsberg. — Relizit. Rnß'sche Real., Weixelburg, Sittich. — Z. Feilb., Slranzer'sche Real., Doleine, Wippach. — I. Feilt'., Pvlcic'sche ->ieal., Markovc, 730 BG. Laas. — I. Feilb., Hisek'sche Real., Unterkaäel, un° Schiffmiihle, 12l>2 fl., A>0 fl., BG. Laibach. — 1. M""'' Raisic'fchc Äieal-, Oberfuchor, 820 fl., BG. Tscherueuibl. " Relizit. der vom Johann Hm von Becaje gehörig gewesen^' von PrimuS Becaje erstaudeueu Real, in BeEaje, BG. — Relizit. der von Aloifia Erlach um 3150 fl. erstandene" Real. Nr. 8!> iu Äiatschach, BG. Kronau. — Miu»cn°^ lizit. wegen Beistellnng von 337 Ellen grauen Halliua, sOv Elleu Zwillich rc., 50 Paar Straflingsschuhen, Winterkotze», Souuncrdecken für das Strafhaus Laibach. Schriftl. Offer^ 10 Perz. Badium. Bei der Strafhausverwattnug widach- — 2. Fcilb., Fabcie'fche Real.. Orehovca, BG. Wippach^ > 2. Feilb., Miklavc'fche Real., St. Biartin an der Save, Laibach. -- 3. Feilb., Strenzer'fche Real., Dolcjne, Wippach. — Pcrpachtuug der Jagdbarkeiten in den OE gemeinden Tfchernnlsch uudPodgoric auf ü Jahre. Kantt"» des einjährige» Pachtschillings. Bei der Bezirkskauptinan»' schaft Laibach. Lottoziehnng vom 22. Juni. Trieft: 86 57 19 80 22. Jener Herr, dessen Schreiben vom 4. d. M. noch unbeantwortet blieb, wird höflichst ersncht, einen nnter der ihm bekannten EhW 1>o8to i-ostuuto hier liegenden Brief gefälligst abznholeu. Laibach, am 12. Jnni 1869. (155) Wiener Börse vom 12. Juni. Geld 62.35 70.5,0 »5.50 103.25 104.50 124.20 93.- 86.- 81.25 83.50 76.75 LiLLtsLoriüL. 5Perc. österr. Wäbr. . dto. Rente, öst. Pap. dto. dto. ost.inSilb. Lose von 1854 . . . L?oje von i8l;o, ganze Lose von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . Qruuäsritl.-Obl. Steiermark znSpCt. Kärnten, Kram n. Küstenland 5 „ Nngarn. . zu5 „ Kroat. n. Slav. 5 „ Siebenbürg. „ 5 „ Nationalbank . . . Creditanstalt . . . N. ö. EScompte-Ges. ,828. Anglo-österr. Bank .!335.' Oest.Bodencred.--A. .,278.— Oest. Hypoth.-Bank .>109.— Steier. EScompt.-Bk. L35.— Kais. Ferd.-Nordb. .« 2288 Südbahn-Gesellsch. .>253.— Kais. Elisabeth-Bahn. Carl-Lndwig-Bahn Siebenb. Eisenbahn . Kais. Franz-IosesSb.. Fünfk.-Barcser E.-B. Alföld-Finm. Bahn . I*ka.nL1»r1sko. Nation. ö.W. verlosb. Ung. Bod.-Creditanft.^ 92. Allg.öst.Bod.-Eredit. 107.75 dto. m 33Ä.rückz. .! 91.50 Ware 62.45 70.60 96.- 103.50 105.50 124.40 93.50 94.— 81 50 83.75 77.2L 743.— 745.-305.—>305.20 832.— 336.25 282.-110.— 240. 2292 253.20 191.50 235.50 168.— 187.25 186.50 166. 191.— 235.— 167.50 186.75 186.— 165.75 94.80 Geld Ware eft. Hypoth.-Bank . 98.50 99.-L'r1oi?118.ts-VK1L8. Südb.-Ges.zu500Fr. 116.— 1*6.50 dto. Bons 6 pEt. 241.— 2^-Nordb. (100 fl. EM.)! U2.50 93. Sieb.--B.s2oofl. ö.W.) 88.30 88.s» Rndolfsb.(300fl.ö.W.) 91.50 98-Sra»z-Ios. lüvv fl.S.) »l.M 22." Credit Ivo fl. ö.W. Don.-Dampssch.-Gel. zu Uw fl. CM. . . Tricstcr Ivv fl. CM. . 125.—^'>0-dw. SV fl. ö.W. . M.- 00'^ Osener . 4V fl. ö.W. SS.-Salm . „ 4V „ Palsfy . „ 4V „ Clarv . „ 4V „ St. GenoiS,, 40 „ "Bindischgrätz 2V „ Waldstein . LN „ Keglcvich . 10 „ RudolsSstist. 10 ö.W. Vsod«>sI(gMon.) AugSb. Ivv fl.südd.W. )f. Stnl. 95.— 92.50 108. 92.— Franks. 100 s London 10 Paris Ivü Francs Kais. Münz-Ducaten. SV-FrancSftück . . < BcreinSthaler . . Silber . . 42.50 4S.- 34.-S7.SN ^ »ü.- 22.50 24.50 lL.S» IS.- IVS.lv IVÜ2» 124.40 4V.4V 5.87 S.S1' 1.82 122.- ss.so 10S.S» lvZ.äo 124.5» 49.S" 122.S5 Telegraphischer Wechselkurs vom 14. Jnni. 5perz. Rente österr. Papier 62.55. — Sperz. R-nt-österr. Silber 70 50. — 1860er Staatsalllehen 106.40. Bankaktien 746. — Kreditaktien 309.10. — London 124.1 -— Silber 121.75. — K. k. Dukaten ____________ Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach.