^ Laibacher Zeitung, . Donnerstag den 20. November. V) i e n. 7>^es Ercherzogs K. H. sind aus Am Hauptquartiere ^l Senilin ge-5^ gegen 3. Uhr Nachmittags in ^"kommenem Wohlsenn, mit der Zrer-lMedenen Seiten eingehenden Briefe nwtiM einstimmig, daß die Tür- ken das linke Ufer 5er Donau ge-räumet haben,lmd nur noch e lligeHau« ftn an der C'erna, von Qlsova-bis Mehadia hin, gelagert sind, wo sie ebenfalls nicht in der Fassung scheid nen, sich lange zu behaupten. Als sie die Veteranische Höhle verließen, sprengten sie dieselbe sehr stark aus, damit sie nicht Mehr zur Vertheidigung brauchbar seyn möge. Auch sonst habcn sie allenthalben ihren^ kur,en Aufenthalt mit Verwüstung'' bezeichnet, die den niedrigsten Grad der Barbany verrath. 3-us Qra« vic^a wird unter dem 24. Qktob, ge-meldkt: ?,Alles was die roWeHhs- heit ersinnen kann, ist hier ausge-< übet worden. Kein Haus ist verschont geblieben. Wo sonst nichts zerstöret wurde, sind Fenster und Thüren eingeschlagen, und die Hausge-rathschafttn zerbrochen worden. Bc.^ vielen Häusern abcr sind auch Mauern gesprengt und niedergerissen. In der Kirche wurde die Orgel gan; vcr^ dorbm, die Bildnisse von Heiligen zerschlagen, das Steinpflaster aufgerissen u. s. f." Fast > eben so lauten die Berich> te aus Caränsebks: „Diese' Stadt, welche ziemlich wohl gebaut war , ist nun fast ganz in Schutt und Asch? verwandelt. 'Hauptmauern, die das Feuer nicht angriff, wurden mit Gewalt eingerisscn. Von den beyden katholischen Kirchsn sind die Thür. nie niedergestürzt, ist das Kupftr der Dachung abgetragen, und sind die Glocken geraubet. Die Grüfte war eröfnet und die Leichen waren herausgeworfen. Beude Kirchen mußten den Türken zu Stallen dienen. Dem Kruzifix am Hochaltare war zur Verspottung ein Futtertornister mit Ha-^ ker umgehangm , und neben hin, die Leiche eines unserer gebliebenen .^uiraft sjere, dem .der Kopf abgeschnitten war, gleichsam als Schildwache hingelehnt. Allenthalben sah man noch von unseren Gebliebenen Leichname liegen, die enthauptet waren, an Pfählen steckten,^ oder sonst auf eine Weise der unmenschlichen Wuth zum Hohn dienen mußten; nur die türkischen Kör^ per waren mit etwas Erde. bedeckt; die Brünne sind mit Leichen und Ae-, fern erfüllt. Der Anblick war gräßlich und empörte alles Gefühl :c." -- Man macht nun Anstalten dick Qcrter zu reinigen , in Sicherheit zu setzen, wieder herzustellen, die ent> siohenen Einwohner dahin, zurück'ztl rufen und den nöthigen Verkehr auss neue zu beleben. Slavonien. Nach Briesen aus Syrmien sind des Kaisers Maj. mit der Generali-.tat, dem Gcllcralsiabe, der Fcld-kricgskan ley und dcm Hauptfeldpost' amte den 27. Qktob. in Semlin eiü' getroffen. An ebcn diesem Tage rückten s Regimenter theils Reitern theils Infanterie und 7 Bataillone Grena-dlere ein. — Bey Belgrad rechnet man daß bis 10,200 Türken gelagert sind. Aus Altgradisca wird unter 27< Oktob. geschrieben, man h be zwat Vorkehrungen gemacht Berbir noch vor Eintritt des Winters-zu bclagcrn; ader wo man iminer zu graben an-sieng, sey man sogleich auf Wasseret-kommen, daher die Unternehniung D unmöglich erkannt/ und aufgegeben wurde. Siebenbü r'g env Da man es als eine Folge des am 7. Okt. bey Ha.:eg vorgefallene« Gefechts ansehen muß , daß die'Fcin-de sich ganz aus den Gvan^eu dlt« sts -Landes weggezogen haben, ^ , ^vird man gern alle Umstände davott .Mn, wie sie in dem Kriegsboche» , v^.F^ ^Ayj).,'erzaM worden.. ^ „Als der auf dem Vorposten bey Tschopua stchcnde Oberlieutenant Lu-schinsky durch seine Patrouillen und Vedctten die Nachricht erhielt, daß , der Feind im Anmärsche sey, zog cr r^ aus dreysig Hussaren bestehendes! Kommando zusammen, und bestieg damit eme Anhöhe, um von derselben den anruckenden Feind zu beobachten. Da die feindliche Truppe' ^her gekommen war, und der Ober-.^ncutenant bemerkte, daß sie bis 4000 -^ann st^rk seyn dürste, zog er sich bts St. Maria zurück, und stellte Wne Mannschaft diesseits der Brücke, uu dem Feinde den Uebergang wc-lllgsiens zu erschweren. Kaum aber yane cr Fronte gemacht, als die feinde schon bey der Brücke erschienen. Das lebhafte Feuer der Unsri-gen verwehrte ihnen zwar den Zu-,gang zu der Brücke, konnte sie aber «.Nlcht verhinderen, rechts und links wselbcn durch den Fluß zu setzen, ^admch wurde unser kleines Kom-ando von allen Seiten umringet, "uo es lv^ durch die Macht eines Aw.'f? uberlegcnen Feindes ohne ^^'klggn;aufqerikben worden, hat-ftcr'/. "^^ '-''-^n tapfere Kameraden s,„ "' Die zweyte Qbersteskadron p engte ohne einen Befehl abzuwar 5 < herbey; der Rittmeister Tillicr ^ dem Feinde auf einer, und der 3 "Mltcncnt Arbanaß auf der an^ fadr^"' '".^ Ualife.' Die Es-be ^> """hlelt dann durch nne kal-stunde cm unausgesetztes Kara> lbmerftmr. - Enhlich ba auch sie vo« dem zahlreichen Feinde umringet wurde, ,mußte isie in geschlossenen Reihen mitten durch die Feinde sich dey Weg zum Rückzüge mit dem Säb^l öffnen. Bei dieser Gelegenheit wurde das Pftrd des Rittmeister Tillier am Fusse verwundet. D^es hatten kaum einige der sogenannten Bravi bemerket, als sie schon über den Rittmeister herfielen, und einer ihm eine Munde an dem Kopfe beybrachte. Allein diescr wucde dell Augenblick von den Unsrigcn zusammenge, hauen und so der Rittmeister sammt seinem Pferde gerettet. Hatte die Eskadron bey diesem.. Rückzüge nicht über den zwischen Hatzeg und S't. Maria fiießenden Bach setzen müssen, so hatte sie bey dem ganzen Vorfalle kaum sechs Mann verloren. Aber hier stürzten die meisten über das hohe Ufer, ohne daß ihnen von ihren Kameraden, welche von allen Suren mit dem Feinde zu thun hatten, geholfen werden Iynnte« Unter anderen wurde'der tapfere Lieutenant Budai allda von einer Kugel getroffen. Lieutenant Arbanaß, der ihn fallen sah, munterte die Mannschaft auf, seinen-Leichnam zu retten. Es wurde Fronte gemacht, und durch ein unausgesetztes Feuer der Feind so lange au-sssfhaltcn, bis 2 Mann abstiegen , und den Körpc-r auf ein Pferd hlenaufschwangen. Hieraufwurde der Rückzug bis zum Quarre in vollkommener Ordnung forMsetzet. Dann erst ließ her Mind, -welcher bisher der Eskadron minier auf dem Fuße gefolgt war, ab, und zog sich lastgn bem Gebüsche gegen das Magazin, NM sich dessen zu bemächtigen, od. 'es wenigstens in Brand zu stecken ^Ein Flügel der ersten Majorsdiv^ >fon von Anfpach war beordert da^ 'MaZa^in m deckm; da dieser abel durch dle wbermacht der Feinde ins Gedränge gerierh, ließ der Major auch dcn :wMk Flügel anrücken, und endlich kam anch die yvzyte Ober< eskadren von Toskana Husaren un< ter dem Qberlieut nant- ^:t,'chinsk-> nnd Lieutenant Feher dau,^ und so wurde mit vereinigten Kr5ften das Vorhaben des Feindes vereitc^" ' ' ,,Bey dufem" 'Votfalle sind von Toskana Hnssaren todt geblieben ein Offi,ie? und ,2 Gemeine. Von 3!n-spach ein Korporal, 8 Gemeine und I i Pferde; cm Offizier aber , 9 Gemeine und eben so viele Pferde von Toskana, und em Offizier,. 8 Ge-Nieine und 9 Pferde von An'pach sind Verwundet worden. Vom Feinde sind / «ach sichern Berichten , weit über ic>O «m^ckommen." , L.emberg, den 26. Okt. Die Armee des Prin'en von Ko-tura setzt ihren Marsch nach Roman fort, und wird vielleicht bold dorr eintreffen. Durch diese Position wird Siebenbürgen und die Buckowi'ia vor jedem feindlichen Anfalle gesichert. Was man bisher vom Vormcken^del Aomainowschen Armee geschrieben hat, .>ar bloß von den unt?« dem Gra- ^5'N von Soltt"ow, und unter dcM General Elmpt stehenden Truppen;« .'erstehen; denn die Hauptarmee ist lwch nicht vorgerückt. Fcldmarschall Ron«nzow soll sich wirklich erbothen haben, den Pnnzeu von Koburg mt feiner Armee zu begleiten , wen ' mD von f. f. S ite für den Unter'Ät feiner Truppen in der Moldan Sor-qe tragen wollte. So /chw'r?s anch ist, diese 'I^dinqungm M erfüllen/ so ist doch deshalb eine Sta ctte an res Kaistrs MijMf abgeWcktlvo^ den /deren' Annvort' maUAün eribar-t?s. — Di? Suina^me von Os'afolv würde d?m K'iraspsan«' bal^ ein«' vor-theilhai'tere Wendung geben: denn als-denn müßte die Türkische Armee ent-weder ein Tresen wagen, oder die Moldau und Bessarabicn verlassen; aber bis heute haben wir noch keine sichle Nachricht, daß diese wichtige Festung erobert worden sey. Nacö einem Gerüchte ist zu Anfang dieses Monat's ein Sturm unternommen wordm, ohne etwas zu entscheidett. Wenn die Einnahme von Qnakow >ni diesem Monathe noch erfolgen soll-e^ welches man hofft, so wird als^ denn oas schwere Geschmz gegen Better geführt, und diese Festung noch in diesem Jahre blokirt werden. ^öüo alle Donnerztag auf oen 1>latz ^«. 185 mder voll Minma^'^ schm BMMlung ausgegeben.