Deutsche Wacht (Irüber „Mier Jetiung "). »HlHl )t»r» Iniithl ist liulii »»?,»»« »», t.Vt fit «>l» »u jiKdnf tu« H,»« awutlM (L — M. Mntcl|«»Tl| » 1.50. I. fi. «•—. «« Mrru!|Hi«t t U* f- IJIr W^Qitl (L *.**. tx< *nylM Itvman T fi. Z»s«„I, »ich Serif j tet «ftrrti Bw»n|illl|ti «,»«». *«•■»<'<• »«*■« 3»k»«tt fit »»fr» »tatt «St Molnta te>ni||i"lii» MJ» M IilliiM ,». HckKtUt {xntil|. ». natildTtttM tcmif. «. «»»chfi»»»«, M Rcltrttcc« ltglich. «tt lulut" >« So»» un* (Hurt»««. M* »—U «*i n* S—• Ut m-1"-r - Rrclnutuir» — »amtfen»«* Mda «tat mMiMM. — 3'MHnVa »M __ M. 70. Cilli, Tonncrstlig den 2. September 188k. XI Jahrgang. ßine Schlappe Wuhlands. Die Rückreise des Fürsten Alexander von Lilgarieu hat sich zu einem wahren Triumph» zage gestaltet, und ist eine glänzende Genug-chllung für den Mann aus dem hessischen stamme geworden, der bei einem Haare als Lpser des häßlichen Putsches vom 21. o. M. gefallen wäre. Tie Ereignisse, welche sich in den Angust-tagen dieses Jahres vor den Augen der staunen-de- Vtll abgespielt haben, werden eine der ichtrefsanteste», an überraschenden Wendungen reichsten, eine der reizendsten Episoden der Geschichte bilden und kommenden Dichtern den Stoff liesern zu — historischen Lustspielen. Denn ?ii ei>. Lustspiel muthet «S an, wenn wir uns erinnern, wie rasch und gründlich die Intriguen der Zankoff und Genossen durchkreuzt, wie un-llldlich lächerlich der schadenfrohe Jubel gewor-den ist. welchen die slavischen Federhelden an der Molvan und auch anderswo angestimmt habe», als vor 8 Tagen der nichtSwürdige Treu-bruch bekannt wurde, welchen bulgarische Staat»-mäaner un» Soldaten an dem deutschen Prinzen begangen, den eia dem bulgarische« Volke über» au* gnädiges, unverdientes Geschick an die Epitze dieser bislang geradezu verachteten Na-mm gestellt hat. Kein Zweifel, daß die triumphirende Rück-kehr Alexander's nach Sophia im Großflaven-tu um das Empfinden einer Demüthigung zurück-läßt, welche« eine umso tiefere Erregtheit er» ungea wird, al« ja bei den Völker» dieser Rasse daS Unheil über das völkerrechtlich und sittlich Erlaubte und Unerlaubte keineswegs hoch eiitvickell ist! Kein Zweifel, daß bei der Verwandtschaft der Bulgaren und Russen immer nieder zündende Funken jener Erregtheit bald da bald dort über die Donau springen und Ker Phlegmatiker. Bon B. Rauchenegger. In seine« Schlafrock eingehüllt, die Meer-schaumpfeif« in der Linken, die Zeitung in der Hechten, sitzt der Herr Huber in dem weichen Lehnftuhl und läßt sich'» wohl sein. Langsam altiien seine Blicke über die Zeilen, langsam «gt er den Rauch ei« uud bläst ihn ebenso langsam wieder in die Luft. Herr Huber de-findet sich in den besten Jahren und in den dchea Verhältnissen und hat deshalb den besten ®tunb sich so zu verhalten. Ihm gegenüber fi|t seine Gattin in offenbar „grantiger" Ver-sifslwg. obschon sie bereits die fünfte Bretzen aul der vierten Schaale Kaffee herauSgetaucht hat ; sie möchte gerne diskuriren mit dem Alten, «slttn damit ist'S nicht», wenn man ihn nicht sinnlich in den Schraubstock spannt. „Nun", beginnt sie, „hast Du von dem schrecklichen lliqOck g'lesen, von dem Häusereinsturz?" „No freili", entgegnete er. „Und da kannst Du so zlnchgiltig dabei bleiben?" — „Gleichgiltig? — g'iviß »et; Dir Leu» d'erbarmen mich net «r>g: aber was soll ich denn sage» ? G'schehn >t da» Unglück schon und mit dem Gewinfel ndt man kein Stein vom Platz — mor> en z'schieht wieder was ander» — 'S is halt so aus der Welt!" „DaS ist ein« wahr« Gefühl-losigkeit", eifert die Frau; „wenn man so Explosionsherde erreichen werden, von welchen sich alsbald verderbenbringende Feuersäulen er-Heden dürsten. Kein Zweifel auch, daß man in Rußland daS Fehlschlagen der von dem rollen-den Rubel gezeugten Revolte als eine Schlappe fühle« und mit der allen Slaven gemeinsamen Hartnäckigkeit an dem Gedanken der Wieder-Vergeltung festhalten wird! — Wir fürchten, daß für Alexander von Bulgarien dem erheben-den Triumphe seiner Rückkehr bald schwere Sorgen folgen werden, und können, da er selbst sich nach dieser Richtung hin gewiß keiner Täu-schung hingibt, nur den echt deutsche» Muth bewundern, der den Battenderger so Handel» ließ, wie er eS eben gethan. Die größte Gefahr für "en deutschen Prinzen liegt ohne Zweifel in der schweren Schlappe, welche Rußland erlitten hat. Nach den Ereignissen der letzten Tage kann Rußland nicht mehr berufen erscheinen, feine die Balkanstaattn allmählich auslösende und aufzehrende Politik fortzusetzen, denn Humanität und Civilisation erheben da-gegen gar zu laut Einsprache. Thatsächlich sind mit der Rückkehr de» Fürsten Alexander nach Sophia alle Stellungen der Russen auf der Balkanhalbinsel aufgehoben und der nordische Riese ist fast auf dieselbe Linie zurückgedrängt, welche er eingenommen, bevor er seine täp-pischen Hände im letzten Kiege gegen die Macht des Sultans ausgestreckt hat. Man wird in Petersburg diesen Schlag vor die Brust hart genug fühlen, und wenn Rußland die weit vor-geschobenen Posten am Balkan wi«der einzu-nehmen streben will, so wird eS t-ald die Wahrnehmung mache», daß solche Eroberungen an der Schwelle des zwanzigsten Jahrhunden« nicht mehr mit Trug und Tücke hinterlistiger Agen-ten, sondern nur aus wirthfchaftlichen und civili-satorischen Bahnen gemacht werden können, wenn sie dauernd sein solle«. Zu einer Be- etwa« hört, dann denkt man doch weiter an alle« Elend, was dabei vorkommt, an die Fol-gen i« den unglücklichen Familien — „Natürlich", versetzt er darauf. „Da wird lamentirt und die ganz« Geschicht' so breit als möglich »zählt und auSg'malt. am End gar noch g'heult dazu, dann hat man sei Schuldigkeit al» Nebenmenfch gethan, nachher kann wieder wa» ander» dran kommen. Ich kann dies«» Quitarrespielen auf die Nerven net leiden, wa» g'scheh'n i», da» i» leider schon g'schehen; wenn» nothwendig i», soll» auf a paar Marterl net darauf ankommen aber nur keinen dramatischen Vortrag!" Damit schließt er di« lange Rede und liest geduldig weiter, obschon er längst bei »en Inseraten angekommen ist. Plötzlich ertönt die Hautthüralocke. Frau Hübe, fährt «rschrocktn in di« Höh«. „Wer wird denn da sei« ? Der Briefträger »ar schon da und der Metzgerburjch auch — ich kann mir gar nicht denke«, wer denn da fein kann! . ,,Dö» wirst Du schon hören," brummt er, „jedenfalls hat Jemand anglaut; von selber sangt 'dGlocken net z'redtll'« an.* Jetzt kommt di« Magd und bringt «i« — Telegramm. „JessaS, Maria und Jos«f!" ruft Frau Hub«r, .a Telegramm! Wa» wird da pafftrt sein!" Mach'S nur schnell auf!" Er «iuimt da» Eou-vert bedächtig in die Haud und besi'ht die Adr-sse: „Ja, ja, ein Telegramm! das ist thätigunc» dieser Art aber fehlt e« den Russen an Erziehung und Bildung, während Fürst Alexanoer gerade hierin seinem nordischen Nachbar einen nicht auszugleichende« Vorsprung abgewonnen hat, denn er ist vom ersten Tage seiner Regierung ein Erzieher seine» Volkes, ein Mehrer der wirthschaftliche« und geistigen Güter desselben geworden. Eben diese besondere Begabung und der Segen, den sie gestiftet, wird auch daS Anrecht auf die Erhaltung und Fort-bildung der im vorigen Jahre erwirkten Ver» eiaigung der beiden Bulgarien begründen, denn gerade die jüngsten Ereignisse haben es ^klac dargethan, oaß gegenüber dem allbeliebten Für-sten jeder Unterschied zwischen den Bewohnern der beide« Hälften Bulgariens hinfällig und daß die engste staatliche und wirthschaftliche Verschmelzung «ich» mehr auszuhalten ist. So vereinigt sich denn Alles, um di« Schlappe, welche Rußland in Bulgarien davon-getragen Hai. recht empsindlich zu machen, und wenn der Unmuth. welcher den „weißen Zar" in diesen Tage» erfüllen mag, überhaupt «och erhöht werden kann, so ist es die durchKönigMilan» Glückwünsche angebahnteVersöhnung zwischen den beiden Fürsten, zwischen Serbien und Bulgarien, in welcher Versöhnung man vielleicht die An-sänge einer Vereinigung der Balkanstaaten er» blicken darf, deren Zreck kein anderer sein kann, als der, sich g-genseitig zu schützen, und deren Spitze naturgemäß nicht anderswohin gekehrt sein wird, al» eben — gegen Rußland. politische Aundschau. Inland. Di« slovenische „Nation" hat ihre Würde und Culturhöht aus'S Neu« bewiese«, indem sie tin«n Man« mit dtr Vertretung ihrer Interesse« betiaute, über welchen man in ganz jetzt wieder wa« mit dem „passirt je,«"! Passiren thut immer eiwaS und wenn nix vas-sin wär, nachher wär kein Grund zum Tele-graphiren!" Langsam öffnet er mit dem F«d«r» messer da» Couvert, nachdem «r vorher noch einen Ziricker auf di« Nase gtklemmt hat und nun vertieft er sich in den Inhalt der Bot-schaft, während die Ehefrau vor Ungeduld zappelt. „S'st g'wiß ein Unglück passirt," jammert sie, „weil Du e«n so ernste» G'ficht machst!" „No — Unglück ist'» grad fein«, obwohl » grad auch nicht angrarhm i« — der Franzl i» in Burghausen halt dös Mal durch-g'sall'n!" Mit thränenden Augen liest sie di« Hiod»post und wehklagt dann, wie ein« Mutter übrr «in«« solchen Fall nur klage« kan«. Er sagt gar nicht», sonder» raucht weiter. Nach einigen Minuten räuspert er sich und beginnt: „Sei n«t so fad. Alt«! Was können denn wir dafür? Deswegen braucht «r noch net zu bet-! irln und e» wird sich schon etwa» finden für ihn, bi» er mein G'schäft übernehme« kann. D' Hauptsache ist, daß er g'suud i» und sich bei dem Durchsall'n nix tha« hat — reden wir nimmer drüber!" Di« Entgegnung dir Frau wird durch ein«n Besuch abgeschnitten. E» ist der Hau»-meister, welcher den täglichen Rapport über di« Vorkommnisse in den zwei Häuser» de» Herrn Huber überbringt. „Nun, wa» bringen 2 Untersteiermark nur ein Urtheil hat. Die Zahl der Kutten und Tonsuren in unserem Abgeordnetenhaus» ist wieder vermehrt unv dadurch der Beweis geliefert worden, daß der nationale Chauvinismus der Slaven Hand in Hand geht mit den rückschrittlichen Bestrebungen des Piaffenthum«. Den Domvicar Gregor« also h»t die slovenische „Nation" erkoren, ihn hat sie für würdig erachtet, Nachfolger de« berüchtigten Ruic zu sein. Denjenigen, welcher am allermeisten den roden Ton der slooenischen Press« verschuldet hat, schicken die Slovenen. verhetzt vo« Kapläne« und Pervaken. ins Ad-geordnetenhauS. daß er neben einem Schukljs den traurigen Beweis erbriage, welche» Miß-Verhältniß zwischen der Cultur der slovenischen „Nation" und ihren Ansprüchen und Wünschen besteht. Ein kleines friedliches Dörfchen in herrlicher Lage ist es. dessen Bewohner das Unglück haben, der geistlichen Obhut dieses Hetzpfaffen anvertraut zu sein. Nichts liegt der slovenischen Bevölkerung dieses Dörfchen? ferner, als aus freiem Antrieb sich gegen das Deutsch-lhum aufzulehnen; inftinktmäßig fühlen die Slovenen daß sie AllcS deutscher Erziehung zu danken haben und daß sie auf d.utsche Bildung angewiesen sind, wenn sie überhaupt ihr Fort-kommm find n wollen. Der ganze Schwindel vom slovenischen Königreich, von der einge-bildeten Größe und Würde der „Nation", von der Brauchvarkeit der sloverischen Sprache für den öffknilichen Berkehr wären unhaltbar unv hätte niemals in ver slovenischen Landbevölke-rung Fuß fassen können, wenn nicht di« Psaffen sich zu Vertretern di«s«r Idee ausgeworfen und systematisch daS Volk verhetzt halten. Und doch waren dir Slovenen dabei die Betrogenen, denn wie sind überzeugt, daß den im pfäffisch-jesui-tischen Geist erzogenen Vorkämpfern für di« Weltmacht des Papstes die Erweckung und Förderung des Nationalbewußtseins immer nur Mittel zum Zwcck war, und bi'fer Zweck ist eben. daS Volk aus einer möglichst niedrigen Stufe geistiger Bildung und in vollständiger Abhängigkeit von der Kirche zu erhalten. In einem kleinen Dörfchen hat Gregorec bisher den Frieden gestört, indem er liberale und deutsch-freundliche Slovenen mit Gewalt für die über-spannlcu Ideen der Pervaken gewinnen wollte. Im Abgeordnetenhaus.' wird der kleine Herr neben einigen anderen Rittern von der traurigen Gestalt eine lächerliche Rolle spielen, solange überhaupt der Faschingscherz undMumen-schanz der Taaffe'schen VersöhnungSpolitik dauert. In Mahrenberg fanden vorgestern rie Wahlen in den Bezirksausschuß statt, und wurden bei lebhafter Betheiligung die nach-stehenden deuisch-fortfchrittlichen Candidaten ge-wählt: Joses Rudel, Notar, Obmann, v. Santa, GutSbefitzer. Stellvertreter, Julius v. Gasteiger. Sie Neues?" beginnt Herr Huber. „Allerlei," erwidert dieser mit wichtiger Miene. In Herrn Baron sein Stall sind «in paar Bodenbretter durchtret?«; er meint, eS könnt sich ein Gaul de» Fuß brechen!" „DaS mein ich auch," ent-gegnet Huber; deSweg n soll er's richten lassen — mi geht die G'schicht nix an; i hab die Bretter net durchtreten, sondern sein« Roß' — also weiter !" „Bei der Frau Jnspector soll der Herd umg'jttzt werden, w»il iui Rohr nix mehr brat'." „Nachher sollS ihre» Braten im Wirthshaus holen lassen, oder sie soll'n '» Herd selber umsetzen. wenn« alle Tag Braten will; für tu« paar Sonntag, die's noch da iS, thut'S des Röhrl schon noch I" — „Im Schlafzimmer von Herrn Apfelh«tmer fallt der Pla-fond runter!" „Was? Jetzt grad?" „Nein aber er meint halt, er könnt' runterfallen, weil er soviel Sprüng hat!" So lang a Partei dloS meint, er könnt' runterfallen, i» er no net runter g'fallen — wenn« ihm net paßt, foll er ausziehen — fönst nix?" „Der Herr Buchhalter hat aufgfagt fürs nächste Ziel!" „Ist auch fei' Unglück; lassen» d'Wohnung ausschreiben; die nächste Partei zahlt fünfzig Markt mehr !" Der Hausmeister notirt sich dies und empfiehlt sich. Der Herr Huber, der sich bis jetzt fo sehr hat plagen müsse«, findet, daß es höchste Zeit sei zum Frühschoppen. Er nimm» deshalb Hut und .,z>-»ts4« zeucht."^ Johann Brudermann, Franz Mettinger, Anton Schupanko und Franz Kowatfch al« Ausschüsse. Dr. S t e i n w e n d e r hat am 30. August im Gmünd vor den Wählern seinen Rechen» schaftSbericht erstattet. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht und der Bericht de« ver» ehrten Abgeordneten wurde mit stürmischen Bei» fall aufgenommen. Abends brachte der dortige Gesangverein deoi Abgeordneten eine Serenade. Der slovenische politische Verein „Sloga" in Görz beschloß i» seiner letzten Generalver-sammlung eine Petition an das Justiz» inisterium des Inhalte«, e« möge für die 35.000 Slove» nen der Umgebung von Görz ein eigenes Be» zirkSgericht errichtet werden. Der „Pester Lloyd" nennt die Nachrichten über den Ausgleich der Sachsen mit Ungarn verfrüht, gibt jedoch der Meinung Ausdruck, daß die Mißverständnisse ausgeglichen werden, zumal es nicht gerathen erscheint, die Sachsen in der Opposition verharren zu lassen. DaS genannte Blatt schreibt: „Nach dem Ausbruch der rumänischen Zollkriege ist wieder ein Zeichen der Aunäherung zwischen Deutschen und Ungarn zu verzeichnen, und zwar erfolgt diese Annähe-rung in Siebenbürgen selbst zwischen den beiden auf einander angewiesenen und gemeinsam ge-fährdeten VolkSelementen. Damals erschien in Klausendurg eine sächsische Deputation, welche sich an den Sitzungen des landwirthschastlichen Vereines betheiligte. Die ungarischen Mitglieder des Vereines, in deren Kreise sich etliche Träger der ältesten und besten ungarischen Namen Siebenbürgens befanden, waren voll Anerken-nung nichl nur für den Ernst und die sachliche Tüchtigkeit, mit welcher die Sachsen die zur Verhandlung vorliegenden oolt»wir«hschaftlich n Fragen studirten und besprachen, tondern auch für di« Unbefangenheit und Loyalität, mit welcher sie sich in politischer Beziehung äußerten. Einige Mitglieder dieser Gesellschaft, darunter ein Obergespan, der mit Recht unter die her-vorragendsten VerwaltungSbeaml.n des Landes gezählt wird, ferner «ineS der angesehensten Mitglieder deS Abgeordnetenhauses haben kurze Z'it darauf auch >n Budapest Gelegenheit ge-nommen. an verschiedenen Orten, und wahr-scheinlich auch an maßgebender Stelle über die sächsischen Verhältnisse Aufklärungen zu geben, und die Aufnahme, welche ihre Eröffnungen überall gefunden haben, war eine höchst ent-gegenkommende. Die genannten Herren gaben ihrer Neberzeugung AuSdruck, daß die Sachsen ein durchaus verläßliches Volkselement für den Staat feien, und daß ei ein schwerer Fehler wäre, si« in jener Opposition nicht grgen die Regierung, sondern gegen den ungarischen Staat verharren zu lassen, worin si« sich jetzt theil-weife befinden, wenn auf dem Bo?en deS Gesetze« Mittel gefunden werden könnten, ihre Stock unv pilgert gegen das Äugustinergassel zu. Die Stavt zeigt heute etwas mehr Leben und Bewegung als sonst, denn eS ist Wahltag. Auf den Marienplatz stürzt ein Herr auf den ahnungslosen Huber loS, so wie ein Löwe die friedlich schreitende Gazelle überfällt. „Habens schon g'wählt, Herr Huber?" „Ja so, wählen sollt' ma — vo ja, ich werd schon kommen!" „WaS? daS wär daS Wahre, gleich gehenS mit; unsere Partei muß alle Kräfte anstrengen jeder Mann ist Golde« Werth; wenn Ihnen am Wohl des Vaterlandes etwa» liegt, dann zaudern Sie nicht länger — " „Hörens auf; ich werd meiner Pfiicht fchon nachkommen, wegen meiner gehtS Vaterland net z'Grund; jetzt habe ich einen wichtigen Gang nnd damit Bafta !" Ohne den niederfchmetternden Blick des Patrioten zu beachten, schreitet Huber fürbaß seinem Schoppen zu. Er sitzt nicht lange im Kreise seiner wackeren Zechkumpane, da stürzt die Kellnerin schreckensbleich hinein und schreit: „Anschlagen thuts — brinna thutS!" Alle springen auf, versehen sich mit den nächsten besten Hüten und stürmen hinau». Unser Hnber thut ein tedächtige« Zug und fragt dann: „Wo brennts denn?" Niemand weiß e«. end-lich erscheint einer der früheren Gäste und brüllt herein: In der M.straßen drenntS!" Sackera. deS wär mei Straßen," bemerkt Hnber 1886 mehr oder minder begründeten Forderung» zu befriedig«»." Die KriegSverwaltung hat die Aufstellest von vier neuen bosnischen Bataillonen ange» ordnet. «8*1««». Fürst Alexander von Bulgarien ist a« 30. August in Tirnowa angelangt und Dürfte sich in diesem Augenblick bereits tn Zophia befinden. Es ist eine Thatsache, daß der Fürst aus der Reise nach Lemberg ungeachtet der ih« bereits bekannten Umwälzung in Bulgarien und der Sympathie und treue» Kundgebungen seit-»« deS Volke« und der Atm*e noch unentschlossen bezüglich seiner Rückkehr nach Bulgarien nur. Die persönlichen Eröffnungen feines Bruder« Ludwig, sowie ei» von deaiseltien Überbrachler Brief deS Prinzen von Wales an den Fürüen bestimmten denselben, jedoch in sein Land zu» rückzukehren. Die am Hofe in Jugenheim wahr-zunehmende Zuversicht laßt kaum dnnm> sein, daß dieselbe sich auf bindende englische Zusagen stützen dars, welche de neuesten Schrill deS Fürsten Alexander keineswegs als ein Hin» deS Wagniß erscheinen lassen. Nur als Curiojum verzeichne» wir das in Cvnstantiuopel curiirenSe Gerücht, nach welchem Fürst Alexander die Ab-sich« haben soll, »ach vollständiger Herstellung der Ordnung in Bulgarien abzudanken. Die Pforte hat wieder einmal einen P«i»y angelegt. Man darf sich baß darüber wunde«, daß eS noch Leute giebt, die den Muth habe», idr gutes Geld den Leitern der verlotierteit Fiuanzwirthschast ant goldenen Horn anzuver-trauen. Freilich hrndelt es sich diesmal nur um die Kleinigkeit von 600.000 t»rki>chen Pfund, welche die Bankiers der Reg erung vorzustrecken jüngst beschlossen haben; übe/ die kleinen Ae» träge suminiren sich eben sehr rasch und erhöhen die schwindelerregend hohe Schuldenlast de« türkischen Staate» bis ins Unglaubliche. Korrespondenzen. Rohitsch 20. August. (O.-C.) sWahl-t a g.j Wie vorauszusehen, wurde der ehren-werthe slovenische Agitator, der unübertroffene Hetzer im Priesterkleide. der rothbestruinoitt CanonicuS und Ex-Chesredacteur des Bauern-verdummungs » SchmierblaiteS »Zlov. Gasp." Dr. Gregorec. als würdig r Nachfolger de« verstorbenen Pfarrers Rnö gewählt. Hierüber herrscht im Lager unserer Russen — wozu wir ohne Ausnahme alle Geistlichen un» alle jüi>» geren Lehrers zähle», riesig große Freude. Bo» vielen dieser burschikose» nationalen Helden wurde befürcht«, daß si« vor Freude vom Veitstanz« befallen werden. Von den Wahlmännern, jener Gattung gedankenloser Menschen, die hir vl»t „wo denn?" „Beiut Brauer im Maljhiu»!' „Gott sei Dank." seufzt Huder, „das ist fünf Häuser von mir weg, da kann ich ruhig fitzen bleiben! Er trinkt deshalb sei» Quantum und geh» zur gewohnten Stund« nach Hause. Zi höchster Aufregung empfängt ihn seine Frau. „Aber Mann wie kannst Du so lang ausblei-den! Weißt Du denn nicht, daß bei un« brennt hat?" „Bei uns — noch lang net, bi« zu uns kommen wär. wc r ich auch kommen-deswegen brauchst Dich nicht so aufzuregen!" Für de« Nachmittag ist ein kleiner Au«< flug nach Schleißheim projectirt, au dem tie befreundete Familie Meier the>lneha»en wird. Um drei Viertel auf 2 Uhr will man sich auf dem Bahnhof treffen. Frau Huber leistet da« Menschenmögliche, ihren Gatte« zur Eile an^u« spornen, doch umsonst! Er beschleunigt seine Vorbereitung um kein Haar mehr und min muß eine Droschke nehmen um den Zug zu er-reichen. In demselben Augenblick, in de» da« würdig« Eh paar beim Schalter anlangt,^ tönt daS verhängnißvolle Zeichen und das Schul:-sensterchen fliegt zu. Frau Huder fchleppt m voller Verzweiflung den Gatten in die Einstch-Halle hinaus, um wenigstens noch mit Straf-billet mitzukommen. Noch haben sie den ersten Wagen nicht erreicht, da rasseln die Räder und fort braust er — gerade vor der Nase twg. l«8ö ben Pfaffen zusammengetrieben werden, wollen wir gar nicht reden, es ist immer dasselbe Bild : an der Spitze jedes Häuflein» der Pfarrer oder kaplan, welche sehr herablassend heule mit den bäuerlichen Wählern verkehren, während letztere jenen wieder die Hände lecken; dann unentgeltlichen Trunl. für welchen der charakterfeste »mdijche Bauer zu Allem zu haben ist. Für. wahr ein solches Voll verdien» keinen anderen Abgeordneten, keinen würdigeren, ihrem Volks« charakier entsprechenderen, als den gewählten ©«salbten deS Herrn. den CanonikuS Dr. vregorec. dieser Leuchte am slovenischen Himmel, diesen unantastbaren östeir. Patrioten, der in erster Linie russophiler Politiker, in zweiter dem Mamone nicht abhold, endlich in dritter Linie erst Pfaffe ist — wenn e» aber darauf ankommt, seine beiden erstgenannten Eigen-schaften mit dem Staubmantel des Pfaffen-thum« bedeckt! Ein Schandfleck für die Steler-mark wird es ewig bleiben, im Parlamente »on einer solchen Persönlichkeit vertreten zu sein; darum Ehre seinen hirnschwundigen Wahl-«ännern! —sch— Prttall. 27. Aug. sW a h l g e s ch i ch t e n — Lehrer Porreger.Z Der ReichsrathScan-didal Dr. Gregoretz soll kürzlich im Narodni dom seine Candidatenrede gehalten haben, bei welcher fünf Wahlmänner anwesend gewesen sein sollen. Die letzte Nummer der „Südsteier." spöttelt in ihrer gewöhnlichen frechen Manier »der den in Aussicht genommenen deutschen Kandidaten Herrn I. Fürst; der wackere Corre-spoodeii» tci edlen BlztteS scheint nicht gut wsormirt zu sein (wie eS eben bei windischen Correspondenlen »inst vorkommt), da eS, um Herrn Fürst bei der Wahl durchzubringen, bei Weitem nicht jener Agitationen bedurft hätie. die windischerseits gewöhnlich in Scene gesetzt werden; denn die groß« Mehrzahl der hiesigen Landbevölkerung dürste sich diesmal der Wahl enthalten, da ihr merkwürdigerweise der Can-didal Gregoretz einmal nicht angenehm ist. Wai mag da wohl die Ursache sein, da ja der Wundennann so hervorragende „Verdienste" ua die windische „Sache" sich erworben hat ? — Daß ti Herrn I. Fürst um eine Eandidatur tut den Reichsrath nicht zu lhun ist. bedauern wir. finden »S jedoch begreiflich, denn es ist (filtern anständige» Menschen darum zu thun. r Wurscht." enigegnet dieser gelassen. ,,z' Hrund gehn thun wir aus kein Fall!" Er bekommt ans diese Antwort hin zwar keine zpuqt." Sprache in windischen Volksschulen von der Tagesordnung der letzten BezirkSlehrer-Con-ferenz erworben zu haben, wird die Behauptung unserer Correspondenz ausrecht erhalten, da ja Herr Porreger für den famosen Antrag de» ai der deutschen Schule PeNaus angestellten win-bischen Hetzer» Th. Romich stimmte. Uebrigens war eS ja schon vor der Conserenz b-schlossene Sache, den Antrag fallen zu lassen. Herr Por» r ger scheint doch kein so wüthender Windischer zu sein, da er sich herbeiläßt, gegen ein ihm zugemutheleS windisch-nationaleS Heldenstück zu protestiren. Vielleicht besinnt er sich noch eines Bessern. Jedenfalls findet min aber sein Vor-gehen gerechtfertigter, als daS deS Lehrer» Romich. Prag. 30. August. (O.-C) fTschechische Wirthschaft^ In politischer Beziehung wird dem heißen Verlangen der Tschechen, Alles im Lande zu Gunsten de» Tschechenthum» zu ver-schlingen, einiger Widerstand entgegeng-setzt — in wirthschaftlicher überläßt man sich willig dem großen Schlunde. Kaum sind noch Anfänge gemacht, auch die deutsche wirthschaftliche '«rast dem Deutschthum zu erhalten. AlleS Deutsche. daS sich einem tschechischen Organismus über-läßt, wird daselbst ohneweiteres vollständig auf-gesaugt und dem Tschechenthum die.istbar ge-macht. Dies« Erkenntniß hat zum Centralver-bände deutscher Landwinhe geführt; gar viele Einrichtungen sind aber noch heute angeblich Mischanstalten, untraquistisch zweisprachig, nach dem Grundsätze der Gleichberechtigung ausge-baut — in der That aber nichts al» Werkzeuge der Slavisiruig; Saugnäpfe, um D:iU>'che» dem Tschechenthum einzuverleide i; Magen zur Verdauung deS DeutschthumS. D» ist der Con-greß der böhmischen Landwirlhe." Er hat jüngst in Prag eine Versammln ig abgemalt»» und e» ist dabei natürlich überaus tschechisch hergegangen, obwohl «in Direktor Klesicka au) Leilomischl dabei ein deutsche» Reserat über die Zuckersteuersrage erstattete. Anwesend wa-ren dabei auch di« Verräiher am eigene« Volksthume, die adeligen Zutreiber für da» Tschechenthum. die Kuppler, welche da« Deutsch-thum durch Zuredrn. Beispiel und Anlauf dem auslöienden Tschechenthum überliesern: Der erste Präsident des LandeSculturratheS. Karl Fürst Schwarzenberg, Graf C h o-tek, Graf A ich »l bürg, Baron Schirn» ding, Baron WiderSperg u. s. w. Der Erstere sprach sogar im Sinne des tschechischen Staatsrechtes von einer „bö Mischen Delegation im Reichsrathe"! Im übrigen führten dabei di« tschechischen ReichSrathS - „Delegirten", die Trojan, Fischern, Heoara u. s. w. daS große Wort. Schande üder jeden Deutschen, jede» deutsche Hau«, jedes Werk in deutschen Händen, daS sich noch länger zu solchen tschechischen Schmeichelreden zu hören, allein sortan wird er mit der Aufforderung um ein Gutachten verschont und er kann sich deshalb der «in-gehendsten Analyse de» Stoffe» hingeben, wo-bei er zwar alle Ruhe wahrt, immerhin aber mit soviel Eifer verfährt, daß «r in später Stunde in etwa» unsicherer Haltung den Heim-weg suchen muß. Frau Hub« liegt zwar im weichen Bette, aber sie schläft nicht. So — mit halbgeschlossenen Augen, scheinbar schlummernd, erwartet der Tiger in den Dschungeln sein Opfer. Wehe ihm, wenn es arglo» der gefährlichen Stelle naht! Und der gute Hub r kommt ruhig, wie immer, entkleidet sich und sinkt mit einem ver-nehmlichen „Ah !" in die weichen Kissen. Diesen Moment hat sie erwartet. Nun beginnt der Angriff: zuerst sarkastisch und ironisch, dann vorwursSvoll und zornig, dann in heftigster Weise — beleidigend, herausfordernd — endlich in Thränen zerfließend. DaS Bombarde-ment dauert «ine halbe Stunde lang. Er er-widert uichl». Sollt« «r Reu« empfinden? Sie schweigt und lauscht. Ch—kch—kchhh—n Ch—n Ch! Er schnarcht und hat in aller Seelenruhe die ganze Gardinenpredigt verschlafen! Be-dauernwerthes Weib — glücklicher Huber !! — _ (Neueste Nachr.) 3 Poss enspielen hergibt und dabei die Rolle de» Gefoppten spielt, welcher die Prügel bekommt und überdies noch ausgelacht wird. Man läßt sich in solchen Verbänden und Vereinen deutsche Worte heute noch »ine Weile gefallen, weil ja die Deutschen im Lande noch Etwas bedeuten, wohl auch aus Mitleid mit de» armen Deut-schen, die »och nicht Zeit und Gelegenheit ge-habt, tschechisch zu lernen. Di» nur mit Unwillen ertragene Last wird man alsbald abschütteln und den Grundsatz aufstellen, wer >n Tschecho-neu nicht die Sprache der Mehrheit spricht, der möge außer Lande» gehen. Man bedenke nur, was geschehen würde, wenn die Tschechen bei allen Vereinen und Anstalten des Landes die Mehrheit hätten, welcher eine deutsche Minorität untergeordnet ist. Diese Minderheiten hätten eben keinen Willen mehr; sie müßten der Mehrheit willenlo» Gefolgschaft leisten. Da» ist die Absicht bei allen sogenannten utraguisti« scheu Vereinen, Bänden. Congressen und wie sie h'ißen mögen. DaS wär daS Ideal de» Tschechenthum» in Böhmen. Damit wäre das Deutschthum ein für allemal vernichtet. Die erwähnte Prager Versammlung war von 63 landwirthschastlichen Vereinen/vertreten durch 357 Personen, beschickt. ES ist nicht bekannt, wie viele Deutsche oder deutsche Vereine sich darunter befanden, biete Inseln gehen unter im tschechischen Meere! Auf diese Gefahr für da» Deutschthum muß unablässig aufmerksam ge» macht werden und eS ist im höchsten Grade bedauerlich für die deutsche Presse Prag», daß si» solche Gelegenheiten, wie jenen Congreß nicht benützt haben, um das nationale Moment in demselben hervorzuheben; jene lässigen, macht-losen Deutschen warnen und zu vermahnen und wenn e» notthut, sie vor allen Deutschen Oester-reich» an den Pranger zu stellen. Haben die Tschechen erst die großen wirthschaftlichen Unter-»ehmungra, die grogrn Fabrik«» im Land« in d«r Hand, wi« dir» mit «tn«m Theile de» ziroß-grundbesitze« der Fall ist — dann ade! Deuisch-thum im Land«. Und da giebt eS deutsche Blät-ter, welche um der Vortheile willen, welche ihnen durch Inserate. Betheiligungen u. dgl. zufließen, über die nationale Gefahr schweigen wie da» Grab'. Da» ist nationale Korruption, die nicht genug gebrandaiarkt werden kani! DaS Organ der sich deutsch geberdenden Con» servativen. eine Wochenschrift, bringt dieser Tage einen vier Spalte» langen Bericht über die Ver-sicherungSdank „Slavia" in Prag. Natürlich mit dem dieser Berluutbaruug. welche gezahlt wird, entsprechendem Gedusel! Dabei erlaubt sich da« „deutsch-conferoative" Blatt noch di« bescheidene Bemerkung, daß e» bedauert, diesen Bericht erst im August bringen zu können, weil die Slavia erst nach drei Monaten deutsche Uebersetzungen ihres tschechischen Rechenschaft»-berichte? herau»gibt! Diese Gesinnungslosigkeit übersteigt alle Begriffe. Von den Zuwendungen der „Slavia" an alle möglichen tschechischen und slovenischen nationalen Vereine und An» stalten ist natürlich keine Rede — eS könnte ein sonst vertrauensseliger Deutscher doch ein Hau» finden und die eigentlich» Wesenheit dieser tsche» chischen Bank errathen. Und der deutsche Michel soll ja doch ebenfalls eingefangen und veran» laßt werden, fein gute» Geld tschechischen Zwe-cken zu wit men. Hingegen wird gemeldet, daß in der Verwaltung der Slavia abermal» I. U. Dr. I e ö a b e k, I. U. Dr. Karl Peter Kh e 11 und Dr. Joses Milde gewählt wurden. Da sollen wohl die deutschen Namen abermal» als Aushänge-schild für den Fang deutscher Gimpel dienen, ob-wohl e» gewiß ist, daß kein deutscher Mann einem solchen Institute wie die Slavia seine Kran weihen kaun. Mitunter läßt sich der Ekel nicht abwehren über den Gesinnungaschmutz, durch welchen da» deutsche Volk Oesterreich» zu waten hat. E» ist ein schlechter Trost, daß es zu alte« Zeiten so gewesen sein soll. Ueber die Z a l l t n g e r's ch e n u. L i e u b a ch e r s Auslassungen äußert sich ein polnisches Wochen-blatt, in welchem Lienbacher schon zuweilen seine Ansichten niedergelegt hat, zusammenfassend folgendermaßen: „Wo so verschiedenartige An-sichten vertreten sind und sich Geltung ver-schaffen wollen, da hilft kein Raisoniren. 4 kein Polemisiren und kein Politisire«, Jeder lennt die Fehlcr und di« Krankheit, an der di« Con« servativen in Oesterreich leiden und die wahr-ich.mlich jvr gänzlichen Auflösung der Partei führen werden, aber Niemand hat di» K r a f t s, ch i hr z u e n t r e i ß e n. So und nicht and»rs liegen di» Dinge und wir sehen l»id»r von keiner Srite »ine Besserung. Den Eonservativen in Oesterreich fehlt der Gemein-meing»ist, das Bewußtsein. daß große« nur durch gemeinsames Vorgehen erlangt werden kann. Ob sich di«s»r Gemkingrist schlirßlich doch finden wird, müssen wir aus Allem, wa« um un« vorgeht, leider bezweifeln." Die Wahrheit hierüber ist die. daß diese „Eonservativen" durch die nationalen Fragen vollständig lahm gelegt und untereiuander entzweit sind. Di« Deutsch-Conservativen wären wohl bereit all« möglichen nationalen Ziigestänvnisse an die slavischen Conservativen zu machen, wen» dies« dafür die gewünschten Schulgesetze bewilligen würden. Aber die letzteren wollen selbst für diese Bewilligung nur so große nationale Ge, schenk», welche keine Regierung bewilligen kann. So ringen denn diese Eonservativen unterem-ander — zum großen Ergötzen de« Slaven-thum«. das davon den Gewinn hat. Es giebt thatsächlich wohl einige Eonservative aber durch-au» keine conjervative StaatSpartei — es giebt auch Clericale, aber ebenfalls keine clericale Partei in Oesterreich. Das beweist am besten das Gezänke unter den Deutsch-Clericalen. Reicheaberg. 28. August. sT s ch e ch i s ch e S C o m m a n d o.j BiS jetzt gibt es nur erst bei dem tschechischen Veteranen-Vereine tschechisches Commanvo. Jetzt wird eS auch für den Land» stürm verlangt! Die Tschechen v»rmifs«n in d»n Durchführung« - Verordnungen für den Land-stürm eine Verfügung über die Commandosprache. Das Landesvertheidigungs > Ministerium hat wahrscheinlich das deutsche Commando für so selbstverständlich gehalten, daß eS darüber »ine Verfügung für höchst übtlflüssiiq erachtete. Von den Tschechen wird es eine« Besseren belehrt. ES ist auch ganz erklärlich, daß die Tschechen ihre militärische Ausbildung nur auf tschechisch wünschen; sie schwärmen ja im Gegensatze zum deutsch-osterreicht chen Bündnisse für (in Bund-niß Oesterreichs mit Rußland, da« seine Spitze gegen Deutschland kehrte. Wie müßten sich di: Tschechen schämen, wenn sie mit >em „Brudervolle" der Russen zugleich in den Kampf gehen wollten und dabei deutsch commandin würden! Sie müßten ja vor d.n Russen ob solcher Schmach in den Erdboden sinken! Vorläufig trösten sie sich, daß die tschechischen Gemeinde« Vorsteher, was den Landsturm betrifft, nur tsche-chisch amiiren. also die Sturmrollen tschechisch anlegen, allen Verkehr mit den Behörden nur tschechisch abwickeln, alle deutschen Gemeindean-gehörigen nur mit tschechischen Zuschriften be-glücken werden. Die Slovenen. Polen u. s. w. werden eS ebenso machen, und so wird denn ver LandeSvertheidigungsmiaister die Segnungen der Politik seines College« vom Innern zu ge-nießen bekommen, wie sie der Kriegsminister dtreits genossen und >n seinen Reden und Er-lässeu mit Dank in Empfang gestellt hat. Ge-segnete Mahlzeit. Herr Landsturmminister! Deutscher Schutverein. Au« Wien, 27. August. wirdunS geschrieben: Ja der dieSwöchentlichen Sitzung des engeren Ausschusses wurde beschlossen, oaß dem Herren-und Damen-Comite in Pilsen für die Veran-staltung eine« Waldfeste« der Dank schriftlich ausgedrückt werde. Desgleichen wurden die V»r« dienste der Flauenortsgruppe Dux um die Ab-hallung eines Gartenconcertes unv eines Wohl-thätigkeitsbazars zu Gunsten deS SchulvereineS durch schriftlichen Dank gewürdigt. Endlich wurden an die Mäuner- unv Frauenortsgruppe in Leipa für die Veranstaltung eine« ertragni»-reichen FestkS und an die Ortsgruppe Böhmisch« Aicha für die Abhaltung eines Volksfestes schriftliche Anerkennungsschreiben gesendet. Für die Schule in Senstenberg und für die in Böhmisch-Trüdau wurde ein Nachtrag zu den ErhaliungS-kosten bewilligt. Der Beitrag zu einem Schul- „pentsche Zvncht." bau im östlichen Böhmen wurde erhöht und für die VereinSschule in Lipnik anläßlich der Erlheilung des Oeffentlichkeitsrechtes eine Ver-mehrung der Lehrmittel. Turngeräthe und Bibliotheksbücher bewilligt. Die Schülerlade deS StaalSgymnasiums in Trient erhielt neuerdings einen UnterftützungSbtitrag für das kommend« Schuljahr uns zur Erhaltung d«r Schule in KönigSfeld wurde der Beitrag erhöht. Die Adaplirungen an der Schule in Lieben erfor-derte» eine nothwendige Nachbewilligung und eine Spende der Ortsgruppe Hohenstaat wurde für d;n Schulbau in Klein« Jestrzeby verwendet. Mine Hyronik. sDas Eisenbahn - Unglück bei M ö d l i n g.] Der schwere Unfall, der sich am Sonntag bei M ö d l i n g nächst Wien zuge« tragen, wurde in den letzten Tagen in unserer Stadt allenthalben lebhaft besprochen. Wie das in solchen Fällen gewöhnlich geschieht, langte die Nachricht in Form eine« dunklen Gerüchtes an. welches schon in den Frühstunden des Montags umlief, allmälig bestimmtere Formen annahm, jedoch erst dann als Thatjache fest-stand, als der für Cilli um halb 11 Uhr Vor« mittags fälline Postzug ausblieb, resp, mit anderihaldstündiger Verspätung anlangte. Der Unglücksfall ereignete sich am Sonntag um 8 Uhr 14 Minuten Abends, um welche Zeit der P-rsonenzug 45/3 a» de» durch das süd-liche Distanzsignal der Station Mödling an-gehaltenen Zug Nr. 79 angefahren ist. wodurch von den in den letzten Personenwagen diese« Zuges befindlichen Reisenden fünf getödtet und etwa zwanzig verletzt worden sind. Die Wiener Blätter berichten über die Catastroph« wi« folgt: „D«r vo» VöSlau um 7 Uhr 40 Minuten Abends abgehende Localzug Nr. 79 traf beinahe rechtzeitig in Mödling «in, von wo er fahrordnungsmäßig um 8 Uhr ll Mi-nutrn abzugehen hat. Der Zug fand die außer-halb der Station gegen GuntramSdorf zu an» gebrachte bewegliche Signalscheide auf „Halt" gestellt und suhr daher, wie es die Vorschrift heischt, langsam gegen Mödling zu. bis er selbst sich hinter der Signalscheibe befand, oder, wie eS in der Eisenbahnsprache heißt, bis er selbst durch die Signalicheidt gegen einen etwa hinter ihm nachkommenden Zug „gedeckt" war. Diese „Deckung" für einen derart „eingefahrenen" Zug, der mit feiner Spitze in einem solchen Falle noch außerhalb des ersten Wechsels der Station sich befindet, besteht in der auf „Halt" gestellten Signalscheibe, welche bei Tag dem weiter ankommenden Zuge die rothe ,^arb«. bei Nacht das rothe Licht entgefenhält; ferner bei Nacht in den drei rothen Lichtern, welche jeder Zug an seinem letzten Wagen führt; endlich in der Wachsamkeit de« ZugSpersonal«, von welchem insbesondere der letzte Bremser bestimmte Obliegenheitm hat. Für den er-wähnten Zug war nach Aussage de« Zugführer« in jeder Beziehung da« Erforderliche geschehen; er befand sich etwa vier Wagenlängen hinter der Scheibe, welch« «gelmäßig functionirte; die Licht.r de« Zuge« waren vollständig in Ord-iiuug. ES war wohl vollständige Dunkelheit eingetreten, allein keinerlei Nebel behinderte die Fernsicht. Die mäßige Krümmung der Bahn und der erhöhte Bahnkörper erlaubten überdies schon von Weitem her ohne die geringste Be« Hinderung alle Signale gut zu sehen. Endlich war der letzte Bremser des Zuges abgestiegen und richtet« sein Augenmerk auf da«, was etwa dem Zuge folgen könnte. Kaum war Zug 79 zum Steh'n gebracht, als auch schon Zui 45/3, ein für de« größeren Verkehr de« Sonntags „eingelegter" Localzug. welcher nach der Fahr-ordnung de« Zuge« 45 vor demselben verkehrte, nachgefahren kam. Der abgestiegene Bremser des stehenden Zuge« eilte dem neu ankontmenden Zuge entgegen, ihm Zeichen gebend. Der Zug-führer de« letzteren, der die Signal« ersehtn hatte, gab mit der ZugSleine da« Zeichen, stehen zu bleiben, da« heißt er brachte die Locomotive de« Zuge« zum Pfeifen. Der rollende Zug wurde aber nicht zum Stehen gebracht. Nun wurde auch da« übrige ZugSbegleitungSperfonal 1884 de« stehenden Zuge« unruhig und der Zags-führer gab mit dem Hörne da« Zeichen zur Weiterfahrt, auf welches hin sich der Zug aad) wirklich in Bewegung setzte. Der nachfahrende Zug eilte jedoch mit solcher Geschwindigkeit h«ran, daß durch di«s« Geistesgegenwart dei vord«r«n Zugsühr«rS d«r Zusammenstoß nicht vereitelt, wohl aber in seinen Folien einiger-maßen abgeschwächt werden konnte. Die schuld an dem Unglücke scheint also lediglich de» Maschinführer Trenker des nachrückende» Zuges zu treffen, der die Signale nicht rechMeiiig beachtet und darnach gehandelt hatt-. Der Zu-sammenstoß war ein so gewaltiger, daß vo« den letzten Wagen deS vorderen Zug'S die beiden äußersten völlig in einander geschoben wurden und der dritte Wagen noch sehr starke Beschädigungen erlitt. Auch die Maichiae des anrammenden ZugeS hat bedeutende Verletzungen und die Wagen beider Züge zeugen an Pukfer», Laternenkappen und dergleichen sür die Gewalt deS Zusammenstoßes. Dementsprechend wurden auch hauptsächlich die Insassen ver zertrü«. merten beiden Wagen die Opier deS Unglücke» unv gab es sonst in beiden Zügen nur leichten Unfälle. Da« ZugSbegleitungSperfonal des nach-fahrenden Zuges wurde theilw'ife von de» Wagen geschleudert, ohne indeß erheblich schade» zu nehmen, theilweise war eS abgesprunge». Die Unglücksstätte befindet sich etwa vierhundert Meter außerhalb der Station bei den Kilo-meterstöcken 15'8 und 15 9. Dort wo die Laxe»-burger Flügelbahn abzweigt; der Bahnkörper bildet dort einen wenig hohen Damm, zu vess« Seiten das freie Feld sich erstreckt. Die erste« Augenblicke be« Schrecken«, der Verwirrung, des Jammers nach dem Zusammenstoße taun nch Jedermann leicht vorstellen. Augenzeugen schil-der», daß alsbald. wer irgend konnte, du Wagen verließ und nach darzn Adler'); AloiS Dittel (ebenda,; Jose, Kloß »ad dessen Sohn(Als«rgrund, Liechensteinstr. Nr. 92); Frau Hartmann (Margarethen. Marbelgasse Nr. 17); Jakob Fischer (Stadt, Eurrentg-sse Nr. 10); Anton Fiala (Soldat de« 10. ..estungs-Artillerie-Bataillon« in Kaiserebersdorf); Fraij Lemacher (Neubau, Burggasse N. 58); Jakob Ziegler und Leopold Ziegler (Josefsstavt. Koch-gasse Nr. 36); Moriz Hirsch (Vöslau. Äaha-straße Nr. 16); Jgnaz Großmann sammt Fra» (Währiug. Herrengasse Nr. 106); Moriz «oh» (aus NikolSburg); S. Werner sammt Ära» (Älserstraße Nr. 28). sOesterreichischer Aerztetagj Im Anschlüsse an den in Innsbruck am 6. itiH 7. September d. I. stattfindende« siebente* österreichischen Atrzteo«r«inStag findn am S. Sep-tember ein allgemeiner österreichischer Aerztetag statt mit folgender Tagesordnung1. Eröffm»4 de« Aerztetage« durch de« Vorsitzenden det AerjtevereinStage«. 2. „Ueber den jetzigen sia,d der Bakteriologie." Von Professor Dr. Weichsel-bäum in Wien. 3. „Ueber Tuberculose des EalcanenS und Exstirpatio« desselben." B»» Professor Dr. Nicoladoai in Innsbruck. fP o st - V « l o c i p 6 d e S.j Nachdem schon viele Postaastalten de« Auslande« das Mo« 1886 tioe&t zur Briesbesörderung benutzen, heg» das La»deleministerium die Absicht auch in Lestirreich Tricyclis zum Briesposttranspone «jiizuführen. Das Handelsministerium bat »ähmlich mit (Stlnß vom 17. v. die Post-m>V Thelegrapheu-Direction beauftragt, sich da-rüder zu äußern, ob und intmerott zum Post -mniSporle Tricycle« Verwendung finden könn« tcit Die Pojt uiii Telegraphen'Direction ist der ÄlemLNZ, daß sich Tricycle« besonders in Wien jur Einsammluug der Briese aus den Briefsam» I> »gekästen unv zur Beförderung der Briefpost-lui.te von einem Postamts zum andern eignen »ürden. Abgesehen davon, daß durch diese Ein» sthrung in Wien und i» den Vororte» die Lnessammelwagen erspart und auch viele Car« tullivagen üb«,flüssig n ürden, wäre a ich in allen jenen Fällen, wo gegenwärtig Briefpost' saht* durch Fußboten übertragen werden, eine Beschleunigung des Transports erreichbar. Tie Postdirection für Wien und Umgebung will ab»!, bevor sie dem Handelsministerium die ab-verlangte Aeußerung erstattet, vorher praktische Erfahrungen sammeln und zu diesem Zwecke mit Dricycle« Versuche machen. [Gegen unsittliche Inserates rillet sich ein Erlaß des Justiz-Ätinisteriuins, mi welchem die StaatSanwalischaften beauftragt »erden, strenge darauf zu achten, daß in den Zoarnalen „keine verdächtigen oder geradezu unsittliche Inserate" erscheinen. In dcm Erlasse brißl e«. daß heutzutage selbst Kinder Zeitungen in die Hände bekomme», wodurch leicht Un-rnscal in die jugendlichen Gemüther verpflanzt »«de» konnt.. Blätter, welche dennoch solche Znseral« bringen, sind zu confisciren, und im Äederholungsfalle ist da» Strafverfahren ein» (Ultimi. [Vergiftung durch Versülte» rung geleimter Kartoffel n.j Mit großen Gefahr.» ist die Fütterung vo» ge-leimten Kartoffeln an Rindvieh verbunden, da sich in den Kartoffelkeimen ei» gisliger Stoff. Lolaiui> genannt, 0, findet, welcher lähmend auf das Nervensystem einwirkt. Dieser Giftstoff mir» selbst nicht durch Kochen oder Dämpfen »»schädlich gemacht, uud bald stellen sich nach Ccz jjitiuru 'g die Anzeichen der Vergiftung ein. Die Thiere lass n auf einmal vom Fressen ab »d stehen mit ausgespreizten Beinen und ge» lailtem Haupt wie betäubt da; der Puls ist stark beschleunigt, und da« Auge stier, die Binde» haut stark infiscirt. Wenn man die Thiere zur Untersuchung aus dem Stalle führt, so treten die Anzeichen der fast vollstänoigen Lähmung der BewegungSorgane hervor. Die Thier« tau» ineln von ein«r Seit« auf di« andere, rutschen us den Knieen und Fesielgelenle». Zur Be» kä»pfu»g der Krankheit ist die Kartoffelfütterung chlniiiigst mit H«ufütt«ru»g zu vertauschen, und tiud dem Vieh abführende Mittel zu geben. diese.» Falle ist die Krankheit nach 8—9 Tagen gehoben. [Verhaftung-] Der gew«seue Cassier de- Ketteubrücken-Actienoereine« in Prag. Adolf Fatzke, der 40.400 Gulden defraudirt hatte, Rirde vorgestern verhaftet und dem Straf-jmchie eingeliefert. Er gesiebt sein Verbrechen ei». [D e s r a u d a t i o n.J Bei der Buko -»inaerBodeacreditanstalt. an deren kvitze Baron Alexander P e t r i n o steht, ist eweDefraudation entdeckt worden, über welche schon seit Wochen verschiedene Gerüchte ctrculirt hatten, die ober erst jetzt, feit sich nämlich da« -trasgericht der Affaire bemächtigt hat, greif-bore G.stali angenommen. Am 26. d. wurde, nie aus Czernowitz geschrieben wirb, ber erste Tmetor der genannten Anstalt, Philipp P o p p e r wegen de« Verbrechen« des Betruges und der lejraudation in strafgerichtliche Untersuchung {zogen. Der Sachverhalt ist folgender: Philipp opper war vor mehreren Jahren Director de« Bulowinaer Creditoerein« für Handel und Ge-werbe und genoß in diesem Institut das vollste Antrauen. Nach der Gründung der Buko-■inaer Bodeucreditanstalt, welche vor beiläufig drei Jahren erfolgte und die sich der thatkräf» ligen Unterstützung der Länderbank erfreute, put ersten Director diese« Institut« ernannt, diM Director Popper einen sehr bedeutenden „putsche Wacht." Gehalt, heirathete in Odessa ein Mädchen aus angeblich reichem Hause und galt hier al« sehr reicher Mann. In den beiden letzten General-Versammlungen des Bukowiuaer CreditvereinS und insbesond re in der aui 1. März 1885 stattgehabten zehnten ordentlichen Generalversammlung wurde const tirt und ziffermäßig im Rechenschaftsbericht ausgewiesen, daß bei einem Gesammlumsatze von 5.307.016 fl. 82 kr. blos ein Reingewinn von 00 3 fl. öl kr. erzielt worden ist. Dieses unzureichend« Ergebniß der Gebahrung. sowie der Umstand, daß bei einer vorhergegangenen Generalversammlung dies's Credit-Instituts aus Antrag der Direction be-schloffen wurde, gar keine Dividende zu bezahlen. wurde auf die traurige» wirthschaftliche» Verhältnisse des Landes und die mißliche» Creditverhältnisse der Stadt zurückgeführt. Die Nachfolger Popper'« in der Direction des Bukowinaer Creditvereins haben e« nicht der Mühe w»rth gefunden, sich von dem Vermögen des Instituts und dem Stande der Bücher zu überzeugen. Vor beiläufi.z fünf Wochen wurde u»n ein neuer provisorischer Director mit der Leitung der Anstalt betraut, und diestr ent-deckte bei Uebernahme der Bücher die Des, au-dation. Es stellte sich heraus, daß ein Betrag von ursprüngli >> 10.500 fl. auf gefälschte Ein-lagsbücher der Easse des Instituts von Philipp Popper entnommen wurde. Philipp Popper, vor Erstattung der Strafanzeige vom Aufsicht«» rath dieser Anstalt zur Rechenschaft gezogen, deponirte sofort den Betrag von 12.500 fl. unv reiste mit seiner Frau nach Baden bet Wien ab, wo er sich »och gegenwärtig t-efindet. Nach seiner Abreise liefen bei der Staatsanwaltschaft in Czernowitz dreizehn Anzeigen ein. welche die Verhängung der strafgerichtlichen Unt rsuchung ge^en Popper zur Folge hatte». Die Bukowiuaer Bodencreditanstalt hat Popper vorläufig vom Amte suspendirt. [E r d d e b e ns Durch ein am letzten Frei» tag stattgehabtes Erdbeben wurde» die m sseni-schen Städte Filiatra und Gargoliano und die arkadische» Dörfer K y f a r i s s a und C h o r e m i vollständig zerstört. Viel« andere Städte und Donec litte» mehr oder weniger schwer. Gegen 80. Personen sind bei dem Erdbeben u m g e k o m n> e n. Ein Kriegsschiff mit Aerzten, Arzneien, Zelten und Lebensrnitteln, sowie eine Sappeurabtheilung sind von Athen nach Kalamata abgegangen. [Der „höchste" Realismus aus der B Ü h n e.[ Der Richter, vor dem der Chicagoer Anarchisten - Proceß geführt wurde, hat noch vor Beendigung desselben von einem dortigen Theaterdirector ein Schreiben erhalten, in dem es hieß: „Acht der angeklagten Anarchist-» würden zweifellos zum Tode verurtheilt werden, »nd da die Hinrichtung jedes einzelne» der Verurtheilten dem Countq 500 Dollars koste-« würbe, könnten im Ganzen 4000 Dollars gespart werden, wenn folgender Vorf hlag deS Theaterdirector« acceptirt würde. Er beadsich-tigte in K»rz«m in feinem Theater ein neues Stück aufzuführen, in dessen einem Acte eine Hinrichtung«»Scene vorkäme, bei welcher eine ausgestopfte Figur am Galgen gehenkt würd«. Er erbiete sich, an Stelle der Figur, an acht aufeinander folgenden Abenden die verurtheitten Anarchisten hinrichten zu lassen, und zwar durch den Sheriff in aller Form des Rechtens, wo» durch, wie er bereits früher angedeutet, dem County viel Geld erspart werden würde." — Leider konnte auf den staatSöconomischc» Vor-schlag nicht eingegangen werden. [O r ch i d e e n m a n i e.j Die in neuester Zeit in England eingerissene Orchidenuianie ist eigentlich nur eine zeitgenössische Wiedergeburt der berühmten Tulpenzwiebelmanie, welche im siebzehnten Jahrhundert unter den Holländern wüthete. Der Unterschied ist nur der, daß die heutigen reichen Engländer die Sache noch ärger treiben zu wollen scheinen, als sie einst in Hoarlem getrieben wurde. Im Jahre 1630 wurden hundeNundzwanzig Tulpenzwiebeln für 90.000 fl, verkauft und eine Zwiebel Namens „Vicekönig", eine einzige Zwiebel, erzielt« 4000 fl.! Aber vor Kurzem erstand ein Sammler ein Exemplar von Odontoglossum für 165 Pfund & Sterling! Das ist weit mehr als ihr Gewicht in Gold! Es bleibt fraglich, ob sie davon viel abbekommen, die bedauernSwerthen Orchideen-jäger, welche die so heiß umworbenen Pflanzen entdecken und mit Lebensgefahr heimbringen. Diese armen Teufel — die Orchideenjagd ist jetzt schon zit einem eigenen Gewerbe geworden — haben i» Sümpfen und Schilsrieden oft gegen Raubthiere, giftige Reptilien und tödtliche Malaria anzukämpfen. [Ein literar-hi st arische« Cu» riofum.] Die „Kraniche de« Jbycu«" sind schon 350 Jahre vor Schiller'S Ballade in deutschen Versen besungen worden, und zwar von Burkhard Waldi« in seinem „EsopuS". Di« Verse lauten: „Noch eins ich hie anzeigen muß Bon dem Poeten Jblcui, Der ivard in einem Waldi ermordn In d.'M er eilich Kranchen Hort, WelH densellen ort übersiohcn. Und zeilicht i reihenweise) durch di« Lufft hinzohen. Er rieft: „ich werd elend erstochen: Laßt doch den Mori nit ungerochen!" Die Mörder solch« al4 iocheil ach:«n, Vnd lang nit mehr daran gedachten, Biß sie ein mal zusamen sassen In einer Stadt bey jtn genossen: Zechien vnd waren guter ding. Einer von jnen außhin gieng. Sah« ellich Kranchen flUgen her. Kam wieder nein, sprach on gesehr Zu seinen Gsetln mit grossem gtecher lGelächter): „Da fli« >en des Jdicr RecherI" Lolchs hört der Wierl vnd sagt das nach; Ter mrffeihai folgt billig räch." [E i u a u f m e r k f a m e r S 0 h n.] Vater (zu feinem neunjährigen Fritz): „Sag' einmal. Fritz, habt Ihr nicht morgen Schulprüfung?" — „Jawohl, Papa, aber komm ja nicht hin. Du blamirst Dich furchtbar. . . [Auf dem Babener Bahnhöfe.! Frau A.: „Ah. guten Abend, Frau v. B. 1 Waren Sie heute auch in Wien?" — Frau v. B.: „Ja, ich habe Tapetenmuster mitge-bracht, weil wir ein Zimmer neu tapeziren lasse» müssen." — Frau A.: „Aber^das sind ja lauter grüne Tapeten! Wtisen Sie den» nichi, baß die grünen arsenikhaltig und daher sehr giftig sind?" — Frau B.: „Wir lassen nur das Fremdenzimmer damit tapeziren!" [D i e U r s a ch e n d e r L i e b e.) „Aber Emma, wie kannst Du den häßlichen und n ich» lässig gekleideten Julius meinem elegante» und schönen Bruder vorziehe»V — „Das ist ganz einfach: Dein Bruder liebt sich, Julius mich." Locates und ^rovinciates. Cilli, I. September. [Spende f ü r 33 o \! f« b i b l i o t h t f.] Der LehrauitScandidat Gussenbauer hat für die Volksbibliothek, deren Gründung in der letzten Sitzung des deutschen Vereine« an-geregt unb beschlossen würbe, eine Reihe werth-voller Bücher gespendet und sich dadurch den Ruhm erworben, den Grundstein der Volks-biblivtek gelegt zu habe». Herr Buchhändler Fritz Rasch hat die gespendeten Bücher und zwar Zschokke'« Werke. Bismarck« - Anekdoten und Auerbach's „Dorfgeschichten," einstweilen in Verwahrung genommen, bi« durch weitere Spenden die Eröffnung der Volksbibliothek ermöglicht wird. Wir wenden uns an all« G«sin»ungSgk»oss«n mit der Bitt«, ihr« Bücher-schätz' einer Sichtung zu unterziehen und nach Möglichkeit zu einem Werke beizutragen, dessen Ersprießlichkeit für die Volksbiloung und das Volkswohl sich in vielen Städten bereits be-währt hat. Die Redaction der „Deutschen Wacht" sowie Herr Fritz Rasch (Firma Theo-phil Drexel) find gerne bereit, Spenden zu Übernehmen und dem genannten Zwecke zuzu» führen. [Die Reorganisation der Eil-l i e r S t a d t w a ch e] soll wie man un« mit» theilt, aus die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatsfitzung gesetzt werben. Die Abficht, Den bie«be,üglichen sehr fühlbaren Bedürfnissen gründlich zu entsprechen, wird allgemein mit Vergnüge» begrüßt werden. |Al« Vorsichtsmaßregel gegen dieEin schleppung der Choleras wurde feiten« deS betreffenben CorpScommando« für die ju beurlaubenden Soldaten aus den verseuchten Gebieten eine fünftägige Caranlaine in Divacca angeordnet. [Ueber eineslovenis ch-v eutsche Fibel,] eine neue Bereicherung der sloveni-schen pädagogischen Literatur, schreib» Dr. R. der „Deutschen Zeitung" aus Laibach: „ES ist ganz unglautlich. was für Leute hier den Be-ruf in sich verspüren, Mehrer der slovenischen Literatur zu sein. Vor mir liegt »in neueS slovenlsches Voltsschullehrbuch: „Slovensko-nemiki abcednik. Slovenisch « deutsche Fibel. Zuiammengestellt von A. Zumer und A. Razin-ger, städtische VollSschullehrer. Dritte u n v e r-änderte Auflage. V Ljubljani, 1884." Dieses neueste Erjeugniß der slovenischen Literatur ent« hält jedoch eme solche Fülle von grammatischen, sprachlichen und orthographischen Fehlern, daß man nur staunen muß, daß ein solches Lehr-buch den Griffel der Recensoren unbeanstandet passiren kann. Da werden zum Beispiel auf Seite 83 unter denjenigen Wörtern, die ein h als Dehnungszeichen besitzen, wie Zahn und Andere, auch blühen, ruhen angeführt. Ganz verfehlt sind di» auf Seite 86 und ferner an-geführten Beispiele, die den Gebrauch deS prä-dicatwen Adjectives darlegen sollen. Statt ein-fache, v^rständlicht Beispiele vorzuführen, wer-den nachstehende gewählt: „Die Beinkleider sind tuchen. das Tuchel ist Seiden (!), die Kappe ist behaart, der Pelz «st behaarl. di; Strümpfe sind baum»oUen, die Schuhe sind ledern, der Beichtstuhl ist holzern" u. s. w. Nach diesen Proben scheint der prädicative und attributiv-Gebrauch der Adjectiva den Herren Verfassern nicht ganz klar zu sein. Sätze wie: „Der Schen-kel ist ein Theil des FußeS, tie Bienen ziehen den Saft aus den Blumen, das Bild ist ge-mahlt (!), der Schnee fehlt (!) vom Himmel" u. f. w. seien nur nebenbei erwähnt. Aehnliche Beispiele könnten noch um eine erkleckliche Anzahl vermehrt werden, wenn nicht auS den an-geführten zur Genüge hervorginge, in welch' unverantlvortlicher Weise die deutsche Sprache in diesem slovenischen Lehrbuche mißhandelt wird. In diese Fibel wurden ferner eine An-zahl passender deutjcher Erzählungen ausgenom-men, die sich meist in fast oller Fibeln wieder-finden und zum Theil von berühmten deutschen Pädagoge» und Dichtern herrühren, wie: „das mitleidige Kind, der Wolf unv die Ziege, der kleine Schüler u. s. w." D'ese Erzählungen jedoch wurden nicht wörtlich aufgenommen, sie mußten von den slovenischen Pädagogen erst umgemo-delt werden, um ihnen gewissermaßen den Stein-pel der Originalität aufzudrücken ; dadurch wurde» sie, wie leicht erklärlich, in einer Weise verballhornt, daß Schönheit und Reiz dieser Erzählungen gänzlich verloren gingen. Nur ein Beispiel hievon. In dem Gedichtchen „DaS mit-leidige Kind" führt uns der Verfasser (Staub) die kleine Emilie vor, die das Geld, daS sie zum Ankauf von Puppenkleidern erhält, lieber mitlcidig dem blinden Bettler gibt und ihrer Puppe wieder das alte Röckchen anzieht. ES wirkt geradezu komisch, wenn wir Original und Razingtr-8lumer'sche Bearbeitung einander gegen» überstellen. Original: Razinger-^umer: .... Emilie ist gar Rosettchen ist halt (!) brav und gui. brao und gut! Sie z eht daheim der E» zieht zu HauS der Puppe dann Puppe dann DaS alt« Röcklem wie» Die alten Kleider (!) der an. wieder an. Und an der Zusammenstellung dieses Pracht-exemplareS einer Fidel, wie eine solche kaum irgend eine in Oesterreich gesprochene Sprache besitzen dürfte, mußten zwei slovenische Pädagogen arbeiten, von denen der eine sogar di» Stelle eines k. k. Bezirksschulinspec-tors bekleidet! Auch hat das Büchlein mit allen seinen Fehlern bereits die dritte u n v e r ä n» derte Auflage erlebt! Trotz alledem aber ist, den dermaligen Grundsätzen gemäß, be>agteS Büchlein natürlich ein brauchbare» VolkSichul« lehrbuch und bleibt in allen slovenischen Volks-schulen, in denen auch die deutsche Sprache ne-lehrt wird, eingeführt; jedenfalls dürfte den beiden großen slovenischen Pädagogen, den Her- sfiapc ren Razinger und Tumcr, ohne Zweifel seiner-zeit auch in der slovenischen Literaturgeschichte ein entsprechender Platz eingeräumt werden. Habeant sibi! [Auszeichnung.] Der Unterrichts» minister hat mit Erl. vom 18. Aug. d. I. Z. 15.513 de» Herrn Johann Ranner. k. k. Bez.-Sch.-Jnspector in Pettau, in Anerkennung seines besonders verdienstlichen Wirkens, durch die Verleihung deSDirector-TiielS ausgezeichnet. [Todesfall.] In Laibach ist vorgestern der Donipropst Josef Supan im 75. Lebensjahre gestorben. [Aus Lutten berg] wird unS geschrie-den, d..ß die Proteste der dortigen windischen Umsturzpartei gegen die letzten GemeideratS-wählen vom VerwaltungSgerichtShofe abgewie-sen worden sind. Die neue Gemeindevertrelung wird nun in Ruhe ihreS Amtes walten, unv die begonnenen Werke, wi« z. B. die Wasser-leitung. im Interesse des Marktes und jtm Wohle derselbe» fortsetzen uud beeuvigen. [Ertrunken.] Kürzlich ist in St. Hironimi das 19 Monat alte Mädchen Therese Novak während der Abwesenheit der Eltern in »inen» 2 Meter tiefen uneingefriedeten und nicht vollständig bedeckten Brunnen gefallen und er trunken. [Ein Gemeindevorsteher verwundet.] NachtS des 22. August patroullirten in St. Peter bei Leoden der Gemeindevor-steher AloiS Lang »nd der Gemeindebeamt« Martin S ch i in p l. Da mehrere Burschen johlend durch die Straßen zogen, ging Schimpl den Burschen nach. Inzwischen hatte der Gr-mcindevorsteher Lang den Bergarbeiter Blasius Berger. welcher ungemein laut schrie, zur Ruhe ermahnt, indem er sich ihm als Bürger-meister zu erkennen gab. Da Berger trotz der Aufforderung ruhig zu sein, von seinem Schreien nicht abließ, drohte ihm Lang, ihn arreiiren zu lass.n. Kaum halte Lang diese Worte gesprochen, a»s Berger dem Gemeindevorsteher mit einem Messer einen Stich in die linkjeitige Nacken» gegend beibrachte. Berger wurde tags darauf verhaftet und dem KreiSgerichle Leoben eingeliefert. Literarisches. [Deutsche Wochenschrift], Organ für die gemeinsamen nationalen Interessen Oesterreichs und Deutschlands. Herausgegeben von Dr. Heinrich Fliedjung. Wien, IX, Uni-versitätsstraße 6. Inhalt von Nr. 35 vom 19. August 1886: Fürst BiSmark und Bul-garien. Von H. Fr. — Was ist die Urjache der Noth im Bauernstande? Von Julius Wolf. — Offensive SchulvereinSthätigkeit. Von Panonicus — Feuilleton: Edison interviewt. Bon Emil P e s ch k a u. — Lite» ratur, Theater u. Kunst; Walt Whit-man. Ein dichterischer Messias der Demokratie. Von Karl K n o r tz. — Der Nachfolger Pilo-ly's in München. Von Hermann H e l f e r i ch. — Im Zeitalter der Romantik. Vo» Figaro. — Novelle: Unser Anton. Von Emil Marriot. — Bücherschau. Probeexemplare gratis und franco 1 Bestes Trinkwasser bei Epidemien. IOOO mmsi reinst*! bestes Tisch- ui Erfrisctapieträil, erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrh. Heinrich Mattoni, Karlsbad nndWien. Schwarz Satin memillem (pnz Seite) Q1 IS Itpr Ifpfpr b's "• (in !ti verschiede- . 1.13 1101 BIG 101 n,'i> Qualitäten) versendet in einzelnen Roben und ganzen Stocken zollfrei iiu Haus das Scidenfabrik-Depöt von G. Henneberg (lt und k. Hoflieferant), Zürich. 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Die Anerkennung von Seite derjenigen P. T. Eltern und Vormünder, die aus Ueberzeugung und parteilos zu urtheilen vermögen, spricht genügend für die ehrenvolle Empfehlung des genannten Institutes, sowie die langjährige Praxis der Vorsteherin auf dem Gebiete der Erziehung, die höchst befriedigendes bereit« erzielten Erfolge der Anstalt und die daselbst wirkenden vorzüglichen Lehrkraft« diese in jeder Beziehung auf das Beste empfehlen. Preise mäßig. Näheres daselbst: Theatergasse Nr. 56, I. Stock. " 511 CILLI, am 31. Juli 1886. Die Vorsteherin: Emilie llaussenbflrhl. Dr. Kochs' Fleisch-Peplon. Antwerpen* r lehnn EtmdiplOID . Weltausstellung IMS. Höchste Auszeichnung, nur diesem Pepton zuerkannt Ein neues Nihrinittel für Gesunde und Kranke, besonder» für Blutarme und Alle, die an g»-Htttrter Verdauung und Ms*«-schwäche leiden. Touristen, Jigeti und Reisenden (namentlich aas Seereisen) zu empfehlen ; grosser Niht-werth, Haltbarkeit, kleines Volum«. 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Sociale und wirthschaftliche Reformen, besprochen vorn Herrn Reichsrathsabgeordneten Georg Ritter von Schönerer 2. Politische Rundschau Zu dieser öffentlichen Versammlung werden die Herren Vereinsmitglieder und Gesinnungsgenossen höflichst eingeladen. Der Ausschuss rte* Vereinen der ißeut nett mit imtale»» Mtetermark*. Anmerkung: Für Damen, welche den Vortrügen beiwohnen, sind Logensitze bereitgehalten. Für die Theilnehmer aus Gleichenberg, Maek und Radkersbmg wird zur Röckfahrt am Abende des 5,. September ein ii.trtraxttff von Spielfeld nach Radkerabarg eingeleitet. Abfahrtszeit: Von Spielfeld 8 Uhr 45 Min. Abends im directen Anschluss an den in Marburg Abends 8 Uhr nach Wien abgehenden Postzug. Aaknntt: in Radkersburg 10 Uhr Abends. Bei diesem Extrazuge haben die gelösten Retourbillets Giltigkeit. Widerruf. In Nr. 41 der „Deutschen Wacht'4 vom 23. Mai d. J. habe ich auf Seite 8 eine „Er-Ufcrung"' veröffentlicht, worin ich den Herrn Michael Apath und zwar als angeblichen Beizenden des hiesigen Goldarbeiters Herrn C. Almoslechner beschuldigte, dass er beim Aailrängen seiner Ware allerhand meinem Geilste schädliche Äusserungen mache und dass tu Benehmen dieses Reisenden ein schwinde!» büftes sei. Ich habe mich nunmehr überzeugt, liasi diese Beschuldigungen auf mangelhaften und unrichtigen Informationen beruhen und draoach auch vollständig unrichtig seien, « es» bilb ich hiermit zur Wiederherstellung der umgriffenen Ehre des Herrn Fl. dir obige in der ,,Deutschen Wacht" vom Mai d. J. von mir veröffentlicht« „Erklä-nifltr' dem ganzen Inhalte nach widerrufe. |TCILLI, am 30. August 1886. Konstantin Stranl» K»-l Uhrmacher. Volks- und Bürgerschüler WTikn in besonders gute Aufsiebt und Pflege ge-N&beres A. Z. poste restante Cilli. f"Ji >nueu. xage ich h aniit bei meinem Scheiden von Cilli ein herzliches Lebewohl. Cilli, 1. Auglist 188(1. Hnrt /lertiirtMii IV als Redacteur. 2ii»b1 täglich in'« Hau» gestellt, per Liter 7 kr. Bestellungen zu richten an die Gnüinhabung Freien-berg (Christinenhof) bei Cilli. und Aicpctes aller Systeme, in bester Oualität und zu ausserordentlich billigen Preisen, auch auf Raten, empfehlen K. Schmidl & Comp. in Tuch-, Curreut-, Manufactnr-, Leinen-, Wirk-, Modewaren- und Nithmaschinen- Niederlage. 590—3 Auch werden daselbst Nähmaschinen-Reparaturen übernommen und billigst besorgt. "Vion tiefem Schmerze bewegt, geben die Unterfertigten die Trauerkunde von dem Hinscheiden des innigstgeliebten Gatten, re«p. Vaters, des Herrn IlanileUmann in 8t. Leonhardt bei Wind.-Graz welcher heute Nachmittag 3 Uhr nach längerem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesacrainenten, im 39. Lebensjahre sanft im Herrn entschlummerte. Die Hülle des theuren Verblichenen wird Donnerstag den 2. September, Nachmittag 5 Uhr, im Sterbehau-se feierlichst eingesegnet und am hiesigen Ortsfriedhofe zur letzten Ruhe beigesetzt. Der Tranergottosdienst wird Freitag den 3. September um 8 Uhr Vormittag in der Pfarrkirche zu St. Ilgen gelesen. St. Leonhardt, am 31. August 1886. Rudolf Ledl Anna Ledl, geb. Jaklin ttlti Sohn. oilv fistttin. Zkatsche Macht.' 1886 31t. 7530. Edict. Vom k. k. Bezirksgerichte Gonobig wird bekannt gemacht: ES sei in die freiwillig« gerichtliche Ver-äußerung der in den Verlaß nach Ursula Sabukoscheg in Gonobitz gehörigen Realitäten E.-Z. 79 der (5.-G. Gonobitz. Cons.-Nr. 14. im gerichtlich erhobenen Schätzwerte pr. 1480 fl., E.-Z. 77 der C.-G. Gonobitz, Cons.-Nr. 33, im Gchätzwerthe per 4720 fl., — der unbe-hauSlen Weingartrealität E. Z. 85 der C.-G. Skalitz im Schatzwerts per 700 fl., dann der behausten Weingartrealität E.-Z. 157 der E.< G. Tepina im Schätzw rthe per 1170 fl. sammt den bei dieser letzteren Realität befindlichen Verlaßfahrinssen als: Ziminereinrichtungsstücke, Weinoorräthe nnd Fasser gewilliget worden. Zur Vornahuie dieser Veräußerung wird die Tagsayung aus den 13. September l. I. und zwar bezüglich der erstge.iannten Realität von 9 bis 10 Uhr. bezüglich der zweitgenann-ten Realität von 11 bis 12 Uhr Voruiiitags bei diesem Gerichte, bezüglich der unbehausien Weingartrealtät am nämlichen Tage Rachmil-tag von 3 bis 4 und bezüglich der behausten Weingartrealität und der dabei befindlichen Fährnisse Nachmittag von 4 bis 5 Uhr an Ort und Stelle mit dem Beis tze anberaumi, daß jeder Liciiant ein 10®/o Vadium zu Äe-richtshanden zu erligen hat, daß die Reali> täten nur um oder über den Schätzwerth, die Fahrnisse aber ebenfalls um oder über den Schätzwert!» gegen sogleich baare Bezahlung und Hinwegschoffung an den Meistbietenden hint-angegeben werden, und daß endlich die bei der Weingartrealität befindlichen Fährnisse erst nach der erfolgten Veräußerung der Realität zur Feilbietung gelangen. Die weiteren Licitationsbedingungen sammt GrundbuchSextract und das SchätzungSproio« coll können bei dem Teftamentsexecutor Dr. Michael Lederer in Gonobitz oder hg. in den gewöhnlichen AmtSfiunden eingesehen werden. _ Ä f. Bezirksgericht Konobiy. 20. Aug. 1366. Blauseid, liandtäsehchen in welchcm sieb 2 Bücher befanden, wurde auf dem Wege nach Hochenegg verloren. Abzugeben gegen Belohnung in der Administration. » 5S8 leb erlaube mir die höfliche Anzeige zu machen, da*« ich wegen Ueberhinsung meiner Arbeiten gezwungen bin noch einige Tage hier zu verbleihen und theile zugleich ergebcnit mit, dass ich bis 6. 8ept. noch Aufnahmen mache. Hochachtungsvoll Josef Anner 584—2 Poluraf. Irische Preiselbeeren per Liter 12 kr. empfiehlt Josef IMIatlc*, Oilli. Vorzüglicher Kostort 589 für Stadirende bei einer achtbaren Familie, in der Nlhe de» Gymnasiums ond der Bürgerschule, schone nnd gesunde Wohnnng. beste Verpflegung und gewissenhafte Obsorge. Adresse unter J. F. 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November an vermiethet. Auskunft Expedition. 575—3 » ora tiefsten Schmerze gebeugt, geben die Unterzeichneten Nachricht von dem Hinscheiden ihres innigstgeliebten Gatten, beziehungsweise Vater», des Herrn FRANZ KOSCHER Hans- nnd KealitXtenbeigitEer welcher heute 8 Uhr Morgens nach kurzem Leiden und Empfang der heil. Sterbe-Sacramrnte im 47. Lebensjahre selig im Herrn entschlafen ist. Das Leichenbegängnis* findet Freitag den 3. September, 3 Uhr Nachmittag, vom Trauerhause aus nach dem Friedhofo der Stadtgemeinde Cilli statt. Die heil. Seelenmesse wird Samstag den 4. d. M., 8 Uhr Früh, in der Abtei-Stadtpfarrkirche zu St. Daniel gelesen. Cilli, l. September 1886. Franz, Marie und Bert ha Koscher als Kinder. Leopoldine Koscher, geb. Standinger ala Gattin. Von Aerzten ordlnlrt und empfohlen: Äa»t» tz>rit scher'» Schweizerisches Kindernährmehl. Untar specieller Leitung eine« Arzte« angefertigt Prcl» einer BOfhnf nur 3* Kreamer. 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