UmtmchktWMtung Nr. 218. Prlinlinicratirnöpleiö: Im Comptoil gaü^j. fi. il, I'ill'j. fl, s>.f>0. Fill die Zustcllnnss in« HlNls halbj. 5<> >v. Mit der Pos! ganz,', si. I5>, haibj. si. ?.5>l>. Samstags 24. September i»ns«llion«gc biihl bi« lo.^eilen: Imal ßolr., Lm. «U lr., Um. I si.; sons! pi. Zrilc im. « lr., «m. » ll., 3m. !l» lr. u. s. >v. Inscrtioneslcmpcl jcbrOm. 30fr, 187». - Amtlicher Theil. 3e. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Aller-uochstcr Entschließung vom 12. September d. I. den Ehrcncanonicuö, Katecheten und Director der Knaben-u»d Mndchmschnlc in Scbenico Johann Vela mar it zum Don'hcrrn uud den Pfarrer von Zaton Anton Hartit-Napo zum Ehrendonlhcrrn dcs Kathedralcapi-tels in Scbeuico allcrgnädigst zu ernennen geruht. Strcmayr w. p. Der Iustizministcr hat den Staatsanwaltssubsti-tuten in Lcobcn Ludwig Nanuichcr über sciu Ansuchen als Nathssccrctär zum ^andcsgcrichtc in Laib ach übersetzt. , Der Minister für (iullns und Unterricht hat den Supplenten am Gymnasium zu Salzburg (5ajctau Höf-"er ^»m wirtlichen Lehrer am Realgymnasium in Villach ernannt. Der Minister des Innern hat deu Statthalterci-sccretär Karl Tisch er zum Bczirkshanptmann zweiter Klasse in Böhmen ernannt. (Wiederholt wegen unrichtigen Abdrucks des Namens.) Nichtamtlicher Theil. Die Kaiscrreise. Graz. 21. September, 8 Uhr Abends. Se. Ma. icstnt sind soeben im erwünschten Wohlsein nnd unter ungeheuerem Jubel der BcMkcruna. in der kaiserlichen Burg emgetroffen. Die Straßen sind festlich beleuchtet. — 11 Uhr Abends. Der Äiänncrgcsannsvcrcin trug drei Chöre vor den kaiserlichen Appartements vor; um i) Uhr fand ein Fackclzug des Vürgcrcorps mit Ntusikbcglcitung unter großem Andränge des Publicnms statt; beim Erscheinen Sr. Viajcstät auf dem Valcou erschallten fortwährend begeisterte Hochrufe. — 22. September. Sc. Majestät der Kaiser ist gestern Abends um 7 Uhr eingetroffen uud von ciucr großen Menschenmenge mit Jubel empfangen worden. Am Bahnhöfe erwarteten Allcrhöchstdcnsclbcu der Statthalter Baron Kübcck, der Landeshauptmann v. Kaiser-scld, der Bürgermeister Dr. Schreiner und der Laudcs-commaudircndc General John. Alle Straßen, welche der Kaiser dnrchfnhr, waren glänzend und besonders brillant das Rathhcms beleuchtet. Gleich nach dem Eintreffen Sr. Majestät in der ^urg brachte der Grazer Männcrgcsangsucrcin dem Kaiser cin GcsangSsländchen dar. Sc. Majestät vcr. «ehrte in herzlicher Weise mit den Sängern. Um nenn uhr wurde dem Kaiser zu Ehren vom Grazer Bürger-A,P6 cin imposanter Fackclzng veranstaltet, wobei die "lirgcrcorpscapcllc mehrere Picccn spielte. Der Eom. '"cmdcmt des Bnrgcrcorps brachte cin dreimaliges Hoch nl,s Se. Majestät den Kaiser aus, in welches die Volts-"e'W cuthusiastisch einstimmte. Acllcr dic Amlsenlhlbung dcr drci Länder-Chcft ^,"^ ^s „Frdbl." : Die Wenigsten sind unbefangen beiim' ?"^ ^^l nach ihren Moliocl, zu würdigen u"d zu Mmin ' ^"^ bock) llcgcn gerade in unserem Falle die die W',°^" l)°r aller Welt Augen. Denn wie dcr Ursache Sla!^/'"ll f°lgt, so mußte die Abstimmung der Herren haus.« . '" dcr Monlagssitzung des Abgcordnctcn-Äca,,n ^'ch^athcö mit dcr Entlassung dieser hohen Ncaicr" ^«ntmortet werden. Soll die Autorität dcr EH, ^'"N acwllhrt blcibcn. soll sie nicht verdient dcr Kras» s'^ ll'^clicn werden, so muß jedcr Statthalter, dcr scr« >>. ^ ^mlcS die Person Sr. Majestät dcS Kai-"lö N^ ^'^ ^"lcntiuncn des jeweiligen Ministerin»!? wc„i^ s .""^persoi, desselben vertritt nnd nichledesto-Ki-onc '^ ^^""nc entgegen den llarcn Absichten dcr Helm,,. , dcr Regierung abgibt, entweder scll'sl dic Ent fl'lssui'n ^ '^" °der sie erhalten. Von einer Bcciu-l!»i s„ ^ Stimmrcchtcs dcr Statthalter lann hier "ltincn N?^" ^e Ncdc scin. als deu Wählern, dic dcr« Halles, ^"'dentrüacrn ihr Vcrtrancn schenken, daö Vcr-Auch ^ !?^" ^ur Regierung nicht frcind fcin dnrflc. Halter fi .^°"le irgend cincr Maßregelung der Statt' sur ,hr, den Intentionen des Ministeriums wider- sprechendes Votum bleibt ausgeschlossen, wenn man be» dcnlt. daß viele auderc sowohl jnstiziclle. als politische Beamte als Rcichsrathsabgcorducte gleichfalls für dcn Vertagungsantrag gestimmt habc», ohne dcshalb in ihren bisherigen Ncchtcn vcrtürzt oder von Seite ihrer Obern irgend wie gcmaßrcgelt zu werden. Aber speciell dic Herren, welche an der Spitze dcr Königreiche und Län» der stehen, bindet die vollste Solidarität an das Ministerium, uud soll nicht Alles aus den Fugen aehcn, mnß dic Regierung auf die Slimmcn dcr Statthalter zähleu lönncn, zumal in so wichtigen Fragen, wie es dic dcr Vertagung dcs Abgeordnetenhauses unzweifelhaft war. Se. Majestät der Kaiser hat in Ucbcrstimmnna mit seinen obersten Rathgcbern die bcidcn Häuser des Reichsralhs mit dcr Thronrede feierlichst eröffnet und zum Beginne dcr legislatorischen Thätiglcil aufgefordert, nnd trotzdem fanden cS dic Freiherren v. Lafser, Poche uud PiUcrsdorff für passcud, sich für die Vertagung des Parlamentes zu erklären, wiewohl zwci dcr anwesenden Minister als Mitglieder dcs Hauses gegen dci^ VertagungSantrag gestimmt hatten. Dicfcr sonderbare Contrast im Schoßc dcr Regierung, dcr als cin Uni'! cnm in dcr Geschichte dcs Parlamentarismus dastehen dürfte, sollte beseitigt uud ausgeglichen werden. Nichts mchr und nichts weniger. Das Verbleiben dcr Herren Statthalter im Amte wäre nur eine Rechtfertigung des Staunens, mit dem man allenthalben die uncrwar-tetc und völlig überraschende Abstimmung der Würdenträger aufgenommen hat. Der jüngste Act dcr Regierung stimmt übrigens vollständig überciu mit dem Vorgange, dcr seinerzeit dcr Rcde dcS Herrn Hofraths Klaczko in Lcmberc, gegenüber beobachtet wurde. Dort cine Rcde, hier eine Abstimmung, welche die Regierung lompromilliren mußlc. in beiden Fällen als natürliche Folge die Enthebung vom Amte. Wenn aber manche Journale, die dic Entlassung des Hofralhs Klaczlo mit so vielem Eifer for-5cilcn. sich hculc cde>, so cntjchlcdcn gegen die Demission dcr Herren Statthalter unter aan, ähnlichen Vcr hältuissen aussprrchcn. sn wollen sie für gleiche Fällc ein vcrichicdcncs Muß gellen lassen, welches in Nnwel,-dnl'g zu bringen sich jede objectiv vorgehende Rrgieruna, vor Allem zu hüten hat. Politische Uebersicht. Laibach, 23. September. Die Throurcde, mit dcr am 17. d. M. der eisleilhauischc RcichSrath eröffnet wurde, wird vom ..Daily Telegraph" folgendermaßen besprochen: „Die Thronrede dcs Kaisers von Oesterreich ls, vorsichtig, versöhnend und gleichzeitig ermulhigeno in ihrem Tone. Daß alle dic versprochenen Ocsctzvor-schläge freisinnig und umfassend sciu werden, erscheint bei einem bloßen Rückblick auf das. was der Kaiscr und seine heutigen NallMbcr bereits gelhan, ansnchmcnd mah'lschclnlich, und daß. wcnn sic cist zur Annahme gelangt sind, diese Gesetze die sittliche und maleriellc Lage eines Staates, dcr hnitc säM e'ms der besten Muster rein constilulionell.r Monarchic ist, ferner noch verbessern würden, darüber hegen wir nicht dcn allermindc-steu Zweifel." Im weiteren Verlauf deS Artikels spricht „Daily Telegraph" jedoch die Bcsorgniß aus. daß die gegenwärtig ans dciu Continent vor sich gehenden erschütternden Ereignisse auch auf dcn Gang dcr Dinge in Oesterreich cincn nachlhciligcn Einfluß übcu könnten, und daß daher auch nach dieser Richtung das baloigc Zustandekommen dcs Friedens höchst wünschenowcrth erscheine. Von dcn norddeutschen Journale,, beschäftigen fich heule die ..Spcner'schc" und „OrcSlaucr Zeitung" leb. haft mit der Lage Oesterreichs, wclchcr sie zunächst deßhalb eingehende Eiöitcrungrn widmen, um der Idcc cincs innigeren BündnifscS zwischen Oestencich und Preußen, respective Deutschland, Eingang zu verschaffen. Die „Spcncr'ichc Ztg." s"cht nachzuweisen, welche Vortheile cinc aufrichtige Versöhnung Oesterreich? nut dcm unter Preußens Führung geeinigten Deutschland sür Oesterreich böte, und daß dies der „einzig richtige Weg" sür letzteres sci. Die ..Brcslaucr Zeitung" be-lcnchlct dagegen dic Vortheile, welche cinc solche Mian; Deutschland bringcn würdc. Sie erblickt in derselben das einzige Mittel, cincn daucrndcu. ehrenhaften Fricdcn zu „Ein Schutz- und Trutzbi'mdniß Deutschlands mit Oesterreich — sagt fie - wäre cin politischer und zugleich ein nationaler Act. In evidentester Weise würde Deutschland durch ein derartiges Gündniß die friedliche Tendenz feiner Politil beweisen." Dcr „Pokrot wurde am 21. d. confiscirt, weil er aruielh: Dic Gcmcinden hätten alle im übertragenen Wirkungskreise auszuübende politische Thätigkeit zu oer-wcigcrn. Ein zweiter „Polrol"-Artikel beschuldigt den Grafen Lco Thun, daß er die Declaranten miß« braucht habe, Dic „Narodni Listy" setzen die Landlags-cröffnung auf nächsten Montag an. Ueber die Stimmung in den französischen Departements schreibt man der „TimeS" : „Jeden Tag wird dort dcr Wunsch nach Frieden immer glühender. Zum Vcginn dcs Krieges wollten diejenigen Pro-oinzcn, die dcr Feind noch nicht betrcten, und welche zwischen dicscm und sich Paris hatten, nicht eher von Eonccssioncn hören, bis der letzlc Preuße den Boden Frankreichs verlassen haben würde, jctzt aber, mit der Aussicht, geplündert zu werden, während Paris der Ehre wcgcu eiucr Belagerung widersteht, sind sie halb geneigt, dcr Hauptstadt wcgcn ihres Patriotismus zu zürnen, ^u den meisten Dörfern betrachten die Bauern als ihre bittersten Feinde dic ^i-lMotii'lVi-8 und Freiwilligeu-l!olps, welchen sie zuweilen fürchterliche Repressalien zu verdanken haben. Sie wollen diese Vertheidiger Frankreichs weder beherbergen noch verpflegen und die Bauern in der Umgebung von Paris erklären, daß sie ihre verborgenen Vorrälhe behalten wollen, um damit den Feind zu vcrsöhncn. Wcnn sie alles dcn französischen Soldaten gäben, waö würden Sie von den Preußen zu lri-dcn habcn, wcnn sie lämen? So hört man sie sagen." Dcr preußische „Staatsanzeigtr" dementirt das Gciücht von dcr Wegnahme d« preußischen Corvette „Hertha" durch die Franzosen, wovon weder den mceseiiigcn Vchoi den, roch cowpclcnlen französischen Journalen etwas bekannt sei. Die „ltreuzzeitung" »no die „Nordd. Allg. Zta." bringen ücrcinslimmcnde Bcschü« niqunu,S«Arlilcl über die Enthebung des Generals Ztcinmctz vom Klie^Scoinmando. Die „Nordd. Nllg. Zlg." versucht auch eine NlHlfeitiguna der Verhaftung >5 a c o li y ' s durch drssrn N>dc u:id R> solutions» Voischlog. Dic Ncgiciui'g fusf^ rine solche sl^it.'lion cinstrr uns uls sonst, da cm einziger „Solllicrlina" im Widersprüche zn viciz'g Niillionei, stehe. „Die Fianzo-scn." s»gt dl)s Blatt weller, „bculcu Iocoby'e Redt ichl'n hexte im Sinne dcS Vorhandenseins einer d^ut» schcn Partei gegen ttrliloulllc Eomp^osationen ^ur Er-muihigung des Widerstandes der Mussni ouS, Unsrren Flindcn Ermuthigung zufuhren, hecht: ihuen Werkzeuge dcr Kricgesühiung zusührrn." Das Schreiben des Honigs Victor Emanuel an den Papst laulct: „Heiligster Vater! Mit der Anhänglichkeit eines Sohnes, mit dcm Glauben eines Kalholilen, mit der Voyaliläl eines Königs, mit dcn Gesinnungen eines Ilalieneis wende ich mich noch einmal, wie schon bei andern Anlässen, an das Hcrz Ew. Heiligkeit, <5in gefahrvoller Sturm bedroht Europa. Dcn Krieg benutzend, dcr Mitteleuropa heimsucht, wild die Partei drr kosmo» politischen Revolution immer übcrmülhigcr m,d kecker, und bereitet, besonders in Italien und den von <öw. Heiligkeit regierten Provinzen, die letzten Unbilden gegen die Monarchie und das Papstthum vor. Ich weiß. hei. liqster Vater, daß die Gtößc IhreS Geistes stets der Oiöhe der Ereignisse gewachsen ist, da ich jedoch la» lholischer und italienischer König, und als solcher, durch Fügung dcr göttlichen Vorschuug und dcn Willen dcr Nation, Wächtcr und Bürge dcr Geschicke aller Italicner bin, so fühle ich mich verpflichtet, im A„ge-sichlc Europa's und dcs Katholicismus, die Verantwortlichkeit fiir die Aufrrchthallung der Ordnung auf dcr Halbinsel und die Sicherheit dcs h. Stuhles zu übernehmen. Nun, heiligster Vater, sind die Stimmung dcr von Ew. Heiligkeit regierten Bevölkerungen und die Anwesenheit fremder Truppen , d e mit verschiedenen Absichten ans verschiedenen Gegenden gclommcn sind, iu ihrer Mitlc. eine für Jedermann augenscheinliche Quelle der Aufregung und der Gesahr. Der Zufall odcr das Aufflammen der ^eidenschaslen können zu O«. waltlhätigkcitcn und zu einem Blutvergießen führen, das ullr und Ihnen, heiligster Vater, zu vermeiden und zu verhindern die Pflicht gebietet. Ich sche die un« abwelsliche Nothwendigkeit, für die Sicherheit Italiens und dc« h. Stuhles, daß meine Truppen, die b-"i,« an der Grenze Wache hallen, vorrücken, um jene S"« 1558 lungen zu besetzen, die für die Sicherheit Ew. Heiligkeit und für die Aufrechthaltung der Ordnung unerläßlich sind. Ew. Heiligkeit mögen in dieser Vorsichtsmaßregel leine Feindseligkeit erblicken. Meine Regierung und meine Wirksamkeit wird sich durchaus nur auf eine erhaltende Thätigkeit beschränken und Rechte der römische« Bevölkerung schützen, die mit der Unverletzlichteit des obersten Priesters und seiner geistlichen Autorität, so wie mit der Unabhängigkeit des h. Stuhles leicht vereinbar sind. Wenn Eu. Heiliatcit, wie ich nicht zweifle, und wie Ihr geheiligter Charakter und Ihr gütiges Herz mir zu hoffen das Recht gibt, gleich mir von dem Wunsche beseelt ist, jeden Conflict zu vermeiden und den Gefahren einer Gewaltthat vorzubeugen, so werden Sie mit den Grafen Ponza di San Martino, der Ihnen dieses Schreiben überbringen wird und von meiner Regierung mit angemessenen Verhaltungsbefehlen ausgestattet ist, jene Vereinbarungen treffen können, welche am geeignetsten erscheinen, zu dem erwünschten Ziele zu führen. Gestatten mir Eu. Heiligkeit noch zu hoffen, daß der gegenwärtige, für Italien wie für die Kirche und daS Papstthum so feierliche Augenblick jenes Wohlwollen zu erhöhtem Ausdrucke bringe, welches Ihr Herz diesem Lande, das doch Ihr Vaterland ist, stets bewahrte, so wie jene versöhnlichen Gesinnungen, die ich mit unermüdlicher Ausdauer immerdar zu bethätigen streble, damit, während den nationalen Bestrebungen Befriedigung gewährt wird, das Haupt deS Katholicismus, umgeben von der ehrerbietigen Anhänglichkeit der italienischen Bevölkerungen an den Ufern der Tiber einen ruhmvollen und von jeder menschlichen Herrschaft unabhängigen Sitz bewahre. Indem Eu. Heiligkeit Rom von den fremden Truppen befreit und es der fortwährenden Gefahr entzieht, das Schlachtfeld der Umsturzparteien zu werden, werden Sie da« ruhmvolle Wert zur Voll» endung bringen, der Kirche den Frieden wiedergeben und dem über die Grüucl des Krieges schaudernden Europa zeigen, wie sich durch eine That der Gerechtigkeit und durch ein einziges liebevolles Wort große Schlachten gewinnen und unsterbliche Siege erringen lassen. Ich bitte Eu. Heiligkeit, mir Ihren apostolischen Segen zu verleihen und erneuere Eu. Heiligkeit die Versicherung meiner tiefen Ehrfurcht. Florenz. 8. September 1870. Eu. Heiligkeit ergebenster, gehorsamster und anhänglichster Sohn Victor Emanuel." Aricgschronik. Die Cernirung von Paris ist eine vollendete Thatsache. Das große Hauptquartier befindet sich in Lagny. drei Meilen von der Ostfront, das des linken Flügels unter dem Kronprinzen in Versailles, der Kronprinz von Sachsen rückt mit der vierten Armee gegen die Nordfront, respective gegen St. Denis vor. Die Franzosen versuchten die Südfront zu halten; nachdem sie in den Vorpostengefcchten vom 16., 17. und 18. Widerstand zu leisten versucht hatten, ohne den Vormarsch der Preußen hindern zu können, faßten sie schließlich mit ihrem linken Flügel in Villcjuif. mit ihrem rechten auf den Höhen von Clamart Posto und erwarteten am 19. den Angriff des Feindes. General Vinoy verfügte über drei Divisionen, ungefähr 30.000 Mann Linientruppen. Die Franzosen hatten sich in der Nacht vom 18. auf den 19. zwischen Villejuif und Clamart verschanzt, was ihre durch die Forts d'Issy, de Vanres und d'Arcueil ohnehin starke Stellung noch mehr kräftigte. Am Morgen des 19. nun griffen die beiden baie-rischen Armcecorps die Franzosen an, scheinen jedoch keinen entscheidenden Erfolg erreicht zu haben, weil auch das 5. preußische und schließlich auch Theile des tt. Armeecorps, das mittlerweile den Uebergang über die Seine in der Richtung von Creteil her bewerkstelligt hatte, in den Kampf eingreifen mußten. Die Franzosen standen also dreifach überlegenen deutschen Streitkräftcn. beinahe der ganzen dritten Armee gegenüber, doch wird diese colossale Uebermacht durch die Stärke der französischen Stellung halbwegs ausgeglichen. Die Divisionen Vmoy's befanden sich in einer festungsähnlichen Stellung; die Höhen von Clamart sind dicht bewaldet und gaben der Artillerie Deckung, die Ortschaften zwischen Clamart und Villejuif sind solid gebaut und bieten einer Armee Stützpunkte, die nur mit dem Bajonncte genommen werden können. Die Aufgabe war also sehr schwierig, die Gefahr einer Niederlage wcgcu der Rückzugslinie äußerst groß und deshalb erklärt es sich, daß der Kronprinz alle zunächst verfügbaren Truppeu ins Feuer zog. Diesem concentrischen Angriffe konnten die Franzosen unmöglich erfolgreichen Widerstand leisten. umsoweniger, als es den Deutschen allem Anscheine nach wieder einmal gelang, eine Umgehung durchzuführen, die von den Franzosen erst dann wahrgenommen wurde, als die deutschen Truppen auS dem Wald von Meudon debouchirten. Das Resultat des Gefechtes vom 19. d. war also, daß die Franzosen unter Verlust von 7 Kanonen und 1000 Gefangenen sich in Auflösung über Chatillon nach Mon-trouge zurückzogen. Diese Ortschaft liegt hinter dem Befestigungsgürtel der Südfront und speciell zwischen den Forts de Vanres und d'Arcueil. Ueber die Einäscherung von Gazeilles durch die Vaiern schreibt Hermann Vogct in der ..Allg. Ztg." in Erwiederung auf eine Zuschrift des Herzogs Fitz-James »n die ..Times," welche die deutschen Truppen ungerechtfertigter Barbarei beschuldigte: Schon am 31. August, noch ehe man von der Theilnahme der Nationalgarken am Kampf eine Ahnung hatte, wurden die der Maas zuuächst gelegenen Häuser de« Dorfes vom andern Ufer aus durch baierische Artillerie in Brand geschossen, und zwar deshalb, weil diese Häuser der. Franzosen, welche die Uebergänge der Maas vertheidigten, zur Schutzwchr dienten. Ihre Zer störung war einfach eine strategische Nothwendigkeit. Am andern Tag eröffneten baierische Jäger und Infanterie den Kampf um das Dorf. Die fchr festen Häuser des Ortes dienten dci, Franzosen abermals als Schutzwehr. Besonders war dies mit einem Gebäude der Fall, welches zwei Straßen beherrschte. Schon waren vor demselben Hundcttc von Baiern todt und verwundet niedergestürzt, als befohlen wurde, es in Brand zu stecken. Pioniere führten diesen Befehl aus, indem sie das Haus umgniac» , die Hinterwand einschlugen und durch die Bresche Feuerbrände hineinwarfen, in Folge dessen das Gebäude in Flammen aufging. Ob dabei die Frauen und Kinder, die in die Keller geflüchtet waren. verbrannten, darüber etwas bestimmtes zu sagen, bin weder ich im Stande noch ist cs der Herzog v. Fitz-James. Nach mehrstündigem blutigem Kampf hatten endlich die Baiern die französische Marine-Infanterie, welche das Dorf mit großem Heldenmulh vertheidigte, zurückgetrieben. In den Straßen, den Häusern und den Gärten hinter den Häusern aber lagen noch zahlreiche Verwundete, welche zu suchen und zum Verbandplatz zu brin< gen Sache der durch das Genfer Kreuz lenulliche» Gles-sirtenträgcr war. Doch die in den Häusern zurückgebliebenen Bewohner respectirten nicht daS rothe Kreuz, sie schössen aus dem Hinterhalt auf die Krankenträger. In Zeit einer halben Stunde erschienen sechs verwundete Glcssirlenträgcr auf dem Verbandplatz. Eiue militärische Durchsuchung der Häuser wurde jetzt befohlen. Männer und Frauen mit den Waffen in der Hand wurden her' vorgeholt. Wer sich vertheidigte, wurde sofort erschossen. Die übrigen wurden gcfangcn fortgeführt. Doch die Razzia half wenig, Die Häufer schienen sich aus unsichtbaren Schlupfwinkeln neu zu bevölkern. Immer aufs neue wurde aus den Häusern geschossen, und zwar aa"z besonders auf die Krankenträger, so daß dieselben sich schließlich thcilweise weigerten, fürder vorzugehen, wenn nicht die Häuser von den Bewohnern geräumt würden. Nachdem gewiß an fünfzig unserer Leute den aus dem Hinlerhalt gcsandlen Kugeln zum Opfer gefallen waren, wurde endlich der Befehl ertheilt, die Schlupfwinkel der Meuchelmörder durch Feuer zu zerstören. Wer dabei in den Flammen seinen Tod gefunden, weiß ich nicht. Die Za^ 1700, welche der Herzog von Fitz-James angibt, scheint mir mindestens um das zwanzigfache übertrieben. Daß die Baiern ganze Familien in die Flammen gestoßen und Frauen, die sich flüchten wollten getüdct haben, ist einfach eine Unwahrheit, im günstiaslen Fall eine Ausgeburt dcr erregteu Phantasiie der Grflüchtetcn. Ich selbst habe gc-schen, wie ein baierischer Soldat eine alte Frau, die >>' der brennenden Straße vor Mattigkeit zusammenbrach, durch einen Trunk aus seiner Feldflasche erquickte und ihr dann half. den Bündel mit ihren Havscligleiten auf den Rücken zu heben. Wahrlich, nicht die Baiern — Preußen waren bei dem Brande von Vazeilleö, soweit ich gesehen, gar nickt betheiligt — haben sich gegen die Gesetze der Humanität vergangen. Wer die Gesetze des Völkerrechts verletzte, waren jene Individuen, welche, das rothe Kreuz im weißen Felde mißachtend, auf die Krankenträger schössen, warm jene Crcaluren, welche Grüucl an Verwundeten verübten. Nenn das Weib die Waffen ergreift und aus dem Hinterhalt die tödtliche Kugel auf den Soldaten sendet, hat es keinen Anspruch mehr auf die schonende Rücksicht, die sonst seinem Geschlecht gezollt wird. Schreckliches ist zu Bazeillc« geschehen. Die Oräucl. welche mein Auge dort geschaut sind ein Hohn auf die Cultur deS 19. Jahrhunderts. Aber es waren die Bewohner von BazeilleS. welche durch ihre allem Völkerrecht hohnsprechende Theilnahme an dem Kampfe die Leidenschaften entfesselten, welche selbst die Schuld tra< gen, wenn ihr Heiinatsdorf heute nur noch ein Scholl' Haufen ist. Nicht, weil sie als Nationalgcndistcn theil-nahmen an der Vertheidigung ihres Vaterlandes, nein. weil sie als Meuchelmörder auS sicherem Versteck f diejenigen schössen, deren Aufgabe es ist, den Vcrwundrlc» Linderung ihrer Schmerzen zu bringen, wurden ihtt Häuser, welche Schlupfwinkel von Mördern geworden, den Flammen übergeben. tsmilselml. Deethoven. Wenn wir einen wahrhaft künstlerischen Ausdruck suchen wollen für den großen Schmerz, der durch unser Jahrhundert zittert, wo finden wir ihn? Etwa u> der wilden Poesie Byrons ? Aber diese Poesie hat keine völlig reinen Klänge, und ihr haftet zu viel individuelle Bla< sirtheit an, als daß sie einen ungemischten Eindruck machen könne. Oder bei der Heine'schen Dichtung? So sehr sie d,e Dichtung unseres Jahrhunderts ist. so ist sie doch allzuviel von der Ironie zersetzt, als daß sie dem tieferen Gemüth ganz genügen könne. Oder bei den an> deren sentimen alen Dichtern unserer Zeit? Nimmermehr; denn die Lyrlt ist stets zu subjectiv, zu individuell, als daß sie ganz den allgemeinen Zug eineS Zeitalters auS-sprcchen könnte. Ädcr die Musik ist die wahrhaft universelle Kunst. Wie ihre Klänge jede gehobene Freude begleite«, so be^ täuben sie auch den Schmerz oder lindern ihn in süße Wehmulh. Der Deutlichkeit, aber auch der Echwerfäl-Unttit des Wortes entkleidet, vermag sie die verschieden-arUgsten Empfindungen des Höierkreises mit dem Zauber ihrer Töne in dasselbe unbestimmte dunkle Gefühl aufzulösen, das zu gleicher Zeit bewegt und beruhigt, Sehnsucht envcckt und Frieden gibt. Die Musik ist die wahrhaft sentimentale Kunst, w,e dle Plastik die naive Kunst ist. DaS gesteigerte, gehobene Gemüth mit seinem dunklen Drang ist die Welt, in der sie heiunsch ,st und das Scepter führt. Und so fern unserem verstandesnüchteruen und praktischen Zeitalter jene falsche Sentimentalität, wie sie vor einem Jahrhundert Werther Thränen emlockte. so geht doch unverkennbar ein lief sentimentaler Zug durch unser ganzes Jahrhundert. Wie derselbe in der modernen Ent> Wicklung wohlbegründct ist. hat Schiller längst in feiner Abhandlung über „naive und sentimcntalische Poesie" überzeugend nachgewiesen. Er hat dort den Beweis geführt, daß unsere gesteigerte, sentimentale Vorliebe fü, die Natur, welche die Alten nicht kannten, nicht auf unseren Zusammenhang mit ihr, sondern auf den Gegen» satz, in den sich unsere modrrne Bildung zu ihr gestellt hat, gegründet ist. Sind wir doch, je mehr das Fernrohr des Astronomen die Himmelsräume und die Lupe deS Botanikers den Organismus der Pflanze durchsuchte, je mehr wir forschend und auflösend ins Innere der Natur einzudringen bemüht sind, zugleich jenem lindlichen Zusammenqefühl mit ihr entfremdet worden, in dem doch die Wurzeln unseres GmmlhslebenS ruhen. Darum ist es, daß der Dlchlcr singt: Es glotzen mich an, unheimlich und blöde. Die Larven der Welt! Der Himmel ist öde, Ein blauer Kirchhof, emMert und stumm!------- Und da wir so den Boden unter uns. den Himmel über uus verloren haben, wo suchen wir da einen sichern Grund, wo unsere Hoffnuna. wo die freundliche Küste, an der unsere Sehnsucht Anker werfen könnte? Es ist das Gefühl des Heimischen in der sichtbaren Schöpfung, das wir verloren haben. Darum geht ein lief elegischer Klagcton. wie das sehnsüchtige Leid deS Heimwehs, durch unser Jahrhundert. Und insofern können wir von einem sentimentalen Zuge desselben sprechen. Ist eS nicht auch hierin begründet, daß die Musik, die sentimentale Kunst, die herrschende Kunst uuscrcs Zeitalters ist? Daß neben ihr von den Gattungen der Poesie nur die Lyrik bei uns zu reiner und schöner Entfaltung gekommen ist, und daß die hervorragendsten Namen derselben derjenigen Poesie angehören, die man die Poesie des Weltschmerzes genannt hat? Man denke an die Klagen Wollmars in dem Schil' ler'schen Dialog. „Wohin nur ein Samenkorn des Vcr> gnügens fiel, sprossen schon tausend Keime des Jammers. Wo nur eine Thräne der Freude liegt, liegen tausend Thränen der Verzweiflung begraben. Hier, an der Stelle wo der Mensch jauchzte, krümmten sich tausend sterbende Insecten. In eben dem Augenblick, wo unser Entzücken zum Himmel wirbelt, heulen tausend Flüche der Ver-dammniß empor. Es ist ein betrügliches Lotto, die we' nigen armseligen Treffer verschwinden unter den zahll°' sen Nieten u. s. w" Vermag die Poesie solchen Klagen gegenüber einen genügenden Trost aufzustellen? Sick^ nicht, hat sie doch in ihren hervorragendsten Gcistcsivcl' kcu der modernen Zeit, in einem Hamlet. Faust, Ma>'^ fred und in der Heinc'schcn Lyrik die Dissonanz "" verschärft, die Klage nur trostlos auslönen lassen. , ,. Aber die Musik ist es, die lindernden Balsam 6'^ in die Wunde unseres Herzens, die unsern Schmerz "> ßigt. unsere Trauer beschwichtigt, unsere Sehnsucht t» stet. Auf ihren sanften Melodien wiegt sich beruhigt u»^ scre Seele, wie eine Taube, die zwischen Himmel "i Erde flatternd, von weichen Lüften getragen wird. ">-dem Rauschen ihrer Töne, aus dem Reigen ihrer ^° hören wir unsern Jammer heraus und unsern Swwe z. aber wir fühlen zugleich eine zauberhaft süße G""°'^ die sich weich nnd beruhigend um unser Herz lA, , mit der Trauer den Trost, mit der Klage die Bc>ani tigung gibt. In diesem Sinne begrüßen wir dich. du Größte unter den Großen, du Meister im Reiche der Töne. >l." alles was die Musik unS ist, der Dowelschcr u"!"c Schmerzes, die Sprache unserer Freude, Freundin. ^' stcrin, Lindernde, Heilende — alles sprechen wir aus dem einen Namen — Beethoven. (sl. A. Z) 1550 Aus dem Lager von Chalons, 10. September, schreibt man der „Krcuz.Zta,.": „Wie oft ist Chalons scit dem Beginn dieses Krie-ges als einer dcr wichligstcn, ja als ein entscheidender Punkt für die Operationen dcr flau höfischen Armee ge-nannl und seine für die Vertheidigung von Paris bc-sondcrs ginistige (^agc gciühmt worden! Wie v,c!e H^ff-"migen HA man in Pa^is an Chalons und dcssc» bc-^hmtcs Uebungslagcr geknüpft — und heule besucht es °er itönig von Preußen in aller Nuhe, nur von wcni-»m Personen seines Hauptquartiers begleitet, nickt in Mader Linie von der Grenze nach Paris, sondern von Horden her kommend — ,'i ht nach einigen siegreiche» ^'fechten, sondern nach Zertrümmerung der einzigen französischen Armee die überhaupt noch daS Feld hielt! ^st jetzt fangen die Franzoscn an wie aus einem schwc-lün Traum zu erwachen. Oic Schläge waren zu stall, zu betäubend, als daß sie so rasch das Eintreten eine» ruhigeren Anschauung hätten gestatten sollen; aber wcnn l^end etwas, si,> sind cs Borgänge, wie dieser Besuch dls Königs von Prcußcn im Lager von Chalons, welche t''ic große Wirlnug ans die Massen ausüben, weil sie 'hnen besser alt« Zciluugs.ntl'l und Gerüchte beweise», wie die Sachen eigentlich stclien. Ueber all' dm Glanz, dm Schimmer u,',d die bös^i, Ocdantcn dieses Kriegs-lagl's nnd dieser Drohung ist dcr Engel dcr Verwüstung ^hiugchogen. Umgestürzt, zerrissen liegen die Zelte am ^obc», die Vcii'.wand r>on dcn Cinwohlicrn dcr beiden """'melons lhcils schou wrMsblcvpt. lhcils im Kolh uuihc,geschleift; nur an l-cn cbcnfalls uingcslürztcn Zelt-slangs, den zeilisscncn Slückcn, den im Boden auSge-Nrabenen Rundungen lann man noch crlcnncn, daß hier Zcllrcihen gcstandcü. I(tzt stehen nur noch dic Gicbcl luedrigebrannter Magazine, dort liegen umgestürzte ^r",c>schuppen, Schildcrhäuscr. Gcw'chrs'ändcr. Die ^nppcn, welche hier gelegen, müssen ihr ^agcr in ftncht-ähnlicher Eile oder in einer wuthglcichc» Slimmnng verlassen haben; denn cs ist nicht abgebrochen, sondern cs ist umgestürzt. DaS sonst so lcbcndigc Treiben in ben sladlähnlichen Dörfern Grand' nnd Pellt Mouimrlun h«t aufgehört; das Thcalcr, die ganze Reihe dcr Caf6i> »«nd Estamincts steht leer; die ^luin^uLtto« „u Iu z^Ioirc! ill».l,<,;lU80/' „au iriorn^no," ä, lu vietoiro" glotzcn aus hohlen Augen auf die Straße hinaus; eine Unzahl von ^chanlmädchen und liederlichen Dirnen macht verlegene Gesichter. Es liegt nur eine Compagnie deS siinfzchnlcn bmerischen Infanterie. Regiments hier. wo sonst drei vMsanlcric-Diuisionen lagcitcn. Am übelsten sichl cs frci-l'ch in dcr klcincn Colonic d.sPaviUon Impmial anS Als Unsere Trnppcn im Vager ciotrafcn. fandcn sie cine Bande französischer Marodeulö dcschäsligt. alles im Inncrn dcr verschiedenen Pavillons zu dcmolircn, die Spirncl zu zerschlagen, die Möbel zu zerlrümmcrn, die Vorhänge abzureißen und wegzuschleppen, lnrz eine allgemeine Vcr-wüslnng der schlimmsten A,l! Nichts, absolut nichis in den sämmtlichen Gcbändcn, den, Casino, den klcincn Pavillons sür das Gefolge ist verschont geblieben, dcr Nuin vollsländig. Man ist beschäftigt, die Matratzen, bas Vcttzcng, Uhren und sonst Transportables in den verrufencu Häusern Mourmelons aufzusuchen, denn das liederliche Gcsindcl Hut sich die allgemeine Be»wirrung zu l'nhc gemacht." Aus Mundolsheim, 16. September, schreibt der Special-Correspondent der „Karlsruher Ztg.": ..Je enger der Feucrkreis sich um die Stadt zusammenzieht, desto mehr gewinnt das Bild, welches Straßburg von der MundolShcimer Höhe ans darbietet, an düsteren! Reize. Uni die furchtbare Nähe zu wür-°M, in welche wir jetzt zur feindlichen Vestc gerückt 'lno, möge man sich vergegenwärtigen, daß schon die zweite Parallele die der Stadt zugewandte schmale Kante ^s Kirchhofes fast berührt, wahrend die dritte dicht vor f^' ^'gegriffenen und jetzt in Schutt verwandelten Ba-nwnöspitzc errichtet ist. Die Entfernung mancher unserer ^aUerieu von den Wällen ist demgemäß eine so geringe urworden, daß sie nicht mehr nach Hunderten von Schrit-la» ^^' A" gleichem Maße aber lagert sich auch dcr diä?"" ^ verziehende Rauch dcr Geschütze dichter uud H"' "m Straßburg her; fast nur noch wie aus einen, don ^l ^ """ den Münstcrthurm und die Thürme scheint f ^mrms emporragen, und die ganze Stadt er-deckt L"'vährcnd mit einer Art weißlicher Wolke be-stets' il,r " hieraus geht hervor, daß die Bcschießuug blick ie'i ^ Aortgang „immt. Bis zum lctzteu Augenwenn e«/^^ '""" jetzt die Stadt zn schonen suchen, in vori^ '^ "chi verhindert werden konnte, daß, wie Stelle., ! "^' ^ auch heute wieder an mehreren tan,, ick ^?""l°- Ueber das feindliche Miucnsystem deutsch» ,."' "^'"^ ""^ s° lml "'itthcilcn, daß von <^u licfiiv^ "l" Gefährdung unfcrcr Arbeiten mehr si„o ^ ^^" steht. Seit Beginn dieser Woche schon siegen j,^ A Umgegend Schlcttstadts starke Colonncn dieser N,> ""cr-Elsaß anfgcbrochcn. Eine erste Frucht iuo.ro. ^>"^ung ist die schon gemeldete Einnahme Col-älemlich i,^..^^^'s^ud war, dein Vernehmen nach, ein ^' Stadt ^?'^"' "'^ namentlich eine Brücke unweit !"e Cavals^' . ^"'^' ^schütz gcsänbcrt werden. Auch 'st hockst .,'/." "'"stlich ins Gefecht. Unser Verlust Eitere ^l^^' "n Todter und fünf Verwundete, solge werden nicht auf sich warten lassen." Vor Toul. — 17. September. Den Beamten der Feldpost war Befehl gegeben «worden, sich bereit zu halten, heute oder morgcu nach ^Toul aufzubrechen, um dort den Eisenbahn- und Post-> dienst zu übernehmen; dcr Fall dcr Festuug sei stündlich ^zu erwarten. Ich brach sogleich nach der Festung auf und schon nach kurzer Zeit, die ich auf dcr Chaussee verbracht, schlug lebhafter iianonendonucr an mein Ohr; er kam von Toul. Die Straße bildet ciuc fast ganz gerade ttinic und erst in dcr Nähe von Toul, bei Gondrc-villc, macht sie eine südwestliche Wendung. Das Wetter war klar und warm, ein Wunder in dieser entsetzlichen Rcgenpcriodc, und schon in einer Entfernung von mehr als zwei Stunden vermochte ich mit dem Glase die Batterien dcr Deutschen auf den dcr Stadt benachbarten Hohen von Dammartin, insbesondere jedoch die auf dein riesig hohen St. Michel postirtcn Batterien zu nntcr-schcidcn. Die Entfernung schien tanm eine halbe Stunde zu betragen. Die Stadt selbst war noch nicht erkennbar, da sie tief im Thalc liegt uud Baumgruppcn dem Blicke entgegentraten. Es wnrdc von den deutschen Batterien ein lebhaftes Feuer unterhalten; in regelmäßigen Zwi-fchcnräumcn entstiegen weiße Rauchwolken, jcdc besonders scharf erkennbar, den einzelnen Geschütze», uud laug anhaltender Donner unterbrach sich, fast hundertfach dnrch das Echo verstärkt, an den gegenüber licgcudcu Bergen. Ab und zu sah ich am Gipfel dcr Hohen Sand und Staub aufwirbeln, die Spurcu feindlicher Geschosse, die nnscrc Batterien verfehlt und über die Verge flogen. Die deutsche Position schien mir überhaupt unerreichbar, nnd wenn wirtlich einmal ein feindliches Geschütz die Richtung erfaßte, flog die Kugel doch immer noch zwanzig Schritt über die Batterie hinweg. Endlich lag auch die Stadt vor mir uud dcr erste Blick galt dcr Kathedrale. Rauchwolken, welche dcr Stadt in unmittelbarer Nähe dcr Kirche entstiegen, zeigten, daß auch die Stadt vou den Geschossen nicht verschont geblieben. Dcr eine Thurm dcr Kirche (sie hat dcreu zwei) war bcdcuteud beschädigt, und wie mir ein Kanonier, der mit mir desselben Weges zog, erzählte, erst heute Morgcu; ob dcr Dom in seinen übrigen Theilen gerettet werden kann, erscheint heule zweifelhaft. Die Frauzosen haben gemerkt, daß die Deutschen cs vermieden, die Gegend der Kathedrale zu bcschicßcu, was auf ausdrücklichen Befehl des Königs geschah. Hieraus haben sie Nutzen gezogen und ihre Mu-uitionsvorräthc iu dcr Nahe der Kirche untergebracht. Dies scheint den Deutschen Anlaß gegeben zu haben, die Stadt zu beschießen. Die Entfernung dcr deutschen Batterien von dcr Stadt mag keine uollc Viertelstunde bc-tragcu; jedes Geschoß dcr'Deutschen ist wirksam, keine Kugel verfehlt ihr Ziel. Seitdem die Mecklenburger hier cingctro fen, deren Dragoner Vorpostenoienstc an dcr ^io,cl leisteten, wird dcr Sturm jeden Augenblick erwartet, uud je uahcr dieser Zeitpunkt rückt, desto heftiger wird das Feuer aus unseren Batterien, desto mehr verstummt das fciudliche. Und immer neue Munitions-masscn werden hcrangcschlcppt, alle Wege sind mit den betreffenden Colonnen überfüllt uud mühsam ist cs, sich dcn,clbcn zu entwinden. Auffallend ist die bedeutende Anzahl von Braudgeschosscn, dic man auö den Munitions-depots von Nancy nach Toul schleppt. Wahrscheinlich wnd die Stadt ein Aschcnhaufcn, bevor es zum wirklichen Sturm kommt. Aus Kaiserslautern wild der „Nal.^tg." vam 13. Scplcmbcr geschrieben: „Ich hatte dirser Tage Gelegenheit, mit einer den aebildetm Ständen ungehörigen Frau, die mit ihrcu Kindern auS Sirahtn.rg zn slüchlcn die Erlaubniß erhallen haltc, Nber die Ve'hall-»lsse SlraßburgS zu sprcchcn. Ihre Mittheilungen lie stälinen leider »ur dic liolicrvollcn Nachiichten, welche badischc Blätter a»s dem Muude der Fluchtenden gc. bracht haben. Ganze Hänse, reihen si»d in verschiedenen Lladtlheilc», nauun schädignngen erlitten. Die Beschießung der Kirchen h^tte darin ihicn Giuud, das dicsllbcu als Obscrvalolicn von den Fianzoscn, trotz dcr Warnungen des Commundircn-dcu dcr dcnlschcu Belage, mi^Sai"»er, benutzt wmdcu. Sehr zu bellten ist, daß das erst vor wcnigcn Iahicu ncucibaute Gymnasium, eine Zicldc dcr Sladt, fast gänzlich ein Rand dcr Flammcn'gcwordcn ist; Kranke und Bclwundcls, die in den schönen Sälen dcosclbcu untergebracht waren, wmdcn nur mit Mühe noch in die K'llcrränmc gerettet. Anch die W>sscnscl>ft hat einen unersetzlich,» Vcilust zu betrauern- D,c Bibliothek ist vollständig niedcrgcbrannt, nnd au diesem unc,schlichen Bc'lusl tragt niemand Schuld, als dcr Mkirc von Slroßburg, Herr Humaun. Man wollte noch rechtzeitig die wcrlhvollsun Vucher und Handschl'ften der Bibliothek und des Archivs in den «cUerräumen deS Stadthauses beigen; H^rr Human» clllärtc jedoch: das könne nichl gischchcn, denn er habe in di.sen Räumen — seine Mobilien aufbewahrt. Nur ein kleiner Theil wurde schließlich noch mit Mühe in den KeUer gcrtttet." Verlin. 22. September. (Officiell.) Vei der Cernirung von Paris sind folgende siegreiche Gefechte zu verzeichnen: slm 17. September wurde der Feind nördlich vom Walde bei BicvanneS zurückgeworfen. Am 18. September fand cin kleines Gefecht bei Bicötre statt. Am IK. September wurde der Feind auS seiner verschanzten Stellung bci ^icölrc zurückgeworfen und sieben Geschütze wurden geuommeu. Oie Verluste d«r Deutschen sind vcrhältnißmaßig sehr gering. In Versailles wurden 2000 Mobilgardisten gefangen. Sövres wurde auf Verlangen besetzt. Mundolsheim, 22. September. Gestern Nachts wurde die Lunette 52 bcsctzt, nachdem eine Brücke geschlagen worden. Der Feind eröffnete ein sehr starte« Feuer. Das vierunddreißigste Regiment und eine Garbe» landwchrcompagnie bchaupleten die gewonnene Stellnnss. Major Quiyow ist todt; — die Verluste sind nicht unbedeutend. In der Lunette 53 wurden fünf Kanonen genommen. Hüssesneuigkeiien. — (Silberne Hochzeit.) Se. Ereellenz der NeichSfinanzminisler v. konyay feierte am 20. d. seine sil« bcrne Hochzeit. Superintendent Szelacs, melcher das Jubelpaar am 2s). September 1K45» getraut hatte, war von Pcsl in Wien ciugclloffen, um seinen Segen wieder fllr die nächsten 25 Jahre zn spenden. Nach der kirchlichen Feier fand ein Familieudiller stall, zu welchem sich d« Eöhne und VrUder des Gefeierten vollzählig eingefunden halten. Den ganzen Tag liber lam Telegramm auf Telegramm, um die Glückwimsche der fernen Fre«nde zu Übermitteln. — (Proceß wegen eines Liebestranles.) In Ezegedin glaubte eine junge Fran wahrzunehmen, daß die Zuneigung ihres Mannes nachgelassen habe, uud deshalb wandle sie sich an eine alte Fra» um ein Mittel, durch welches sie die ^icbe ihres Mannes wieder gewinnen könnte. Die alle Frau gab ihr ein Flcischchen, das angeblich einen unfehlbaren Nebeötranl enlhicll. Die junge Frau zögerte iudcß, ihrem Manne daö Mittel einzugeben, da sie fürch-lele, dasselbe tonnte vielleicht eine schädliche Flüssigkeit sein. Eie beschloß daher, jedenfalls zu warten, und übergab das Fläfchchen einstweilen einer mit ihr in einem Hause wohnenden Verwandten zur Aufbewahrung. Vald darauf aber gerielh sie mit derselben in Streit, in Folge dessen die erboste Nachbarin dem betreffenden Manne verrieth, dah o.ssen Frau ihn vergiften wollte. Zu besserem Beweise übergab sie ihm ein Fläschchen als angeblich dasselbe, wel< ches sie von der jungen Frau znr Aufbewahrung erhallen halte. Der Mann erstattete nun die Anzeige bei Gericht und legte zugleich das ch dcS Waldes von BreoanneS über den Haufen. Am 18. kleines Gefecht bei Bilötre. Am 19. Zurück-werfung deS Feindes aus verschanzter Stellung daselbst durch 5. preußisches und 2. baierlsches Corps bis hinter Forts, wobei ihm 7 Geschütze abgcnommcn wurden.! Diesseitlge Verluste verhaltiußmaßig sehr gering. In^ Ve,sallies 2(X)0 Mobilgardislen gefangen. Sevlös, das diesseits Garnison verlangte (etwa gegen die Molnlgar-den? Die Red.), wuroe besetzt. Podbielsty. Vom Bclagerungscorps vor Slraßburg. Mundolöheim, 22. September. Gestcrn Nachts 11 Uhr wurde nach der Tunelle 52, die verlassen war, eine Faßbrücke geschlagen und das Wert besetzt. Beim Ein-logiren eröffnete der Feind auf daS Werk ein fehr starkes Feuer. Das 34. Regiment und eine Compagnie Garde-Landwehr (Llssa), behaupteten sich und logirten sich ein. Major Qmtzow todt. Die Verluste noch nicht ermittelt, aber nicht unbedeutend. In Lunette 53 fünf Kanonen weggenommen. Werder. ToulS, 22. September, Abends. Au« Eoreuf vom 31. wird gemeldet: Cinigt preußische Reiter er»! schien.» in der Umgegend von Mamcs, reqmrirlcn da- selbst lind vereinigten sich liicrauf mit ihrem ArmcccorpS, welches die Seine bei Triel überschritten hat. Melun ist von beträchtlichen feindlichen Ztreitkräften besetzt und umgeben. Neufchateau, 2 l. September. Es bestätigt sich, daß der von den Preußen in der Nacht von Sonntag auf Montag versuchte Sturm gegen Toul mit großen Verlusten abgewiesen worden ist. Ein Theil der feind' lichen Truppen vom Velagerungscorps ist gegen Paris wcitermarschirt. Man versichert, daß eS gelungen fei, Toul Hilfe zu bringen. Schlettstadt, 21. September. In der Nacht vom 13. auf den 14. machte die Garnison von Straßburg einen Ausfall und überraschte den Feind in den Laufgräben, wobei zwei feindliche Regimenter hart mitgenommen wurden. In der Nacht vom 17. auf den Itt. versuchte der Feind einen Sturm, der aber mit ungeheueren Verlusten zurückgewiesen wurde. Die Proclamirung der Republik hat den Eifer der Vertheidiger von Straß» bürg wicder belebt, Flüchtlinge von dort constatiren, daß der Platz gut verproviantirt sei und sich fest hallen werde. Der Feind concentrirt sich gegen Straßburg. Die Lage StraßburgS wird mit jedem Tage kritischer. Am 20. September wurde ein Befcstigungsabschnitt durch Ueberrumplung genommen. Jetzt rückt der Moment des Sturmes heran und für diesen wird die Fest-» sehung der Deutschen in der unmittelbaren Nähe des FcstungSwalleS von unschätzbarem Vortheil sein. Der „Pharc de la Loire" meldet, daß ein General mit Vollmachten vom Kriegsminister in Rennes am Freitag eintraf, um den Widerstand im westlichen Frankreich zu organisiren. Die Präsecten der westlichen Departements sind nach Renne« zusammenberufen. Die „Gironde" meldet, daß die Regimenter der westlichen und mehrere Departements des Centrums die Armee der Loire bilden sollen, während die Regimenter der östli« chen und südöstlichen Departements mit den Freiwilligen die Ostarmec in Lyon bilden. Dieser Armee sollen außer den Freiwilligen die Mobilgarden und die regu-! läre Armee zugetheilt werden, welche jetzt die Vogesen und den Jura zwischen Epinal und Besan^on verlhei-! digen. Die rcorganisirte Armee ist laut der „Gironde" „heute wieder über 450.000 Mann stark und wird morgen mit den Regimentern der Mobilgarde eine Million Streiter übersteigen." Die „Vigie" meldet, daß die Na-tlonalgarde von Cherbourg seit zwei Tagen mit Chasse-polSgewehren versehen ist und eifrig exercirt. Auch viele Mobilgardisten treffen in Cherbourg ein. Zum Schutze der Mündung der Charente ist in Rochefort die schwimmende Batterie der „Palestro" ausgerüstet, der „Ariel," „Adonis" und die „Embuscade" schützen die Mündung der Gironde und Bordeaux auf der Seeseite. Die Loire-Armee wird als unter dem Oberbefehl des General v. La Motterouge in eifriger Bildung begriffen geschildert. Der „Presse" wird aus London, 18. September, geschrieben, daß die englische Regierung nicht anstehen wird, die Republik anzuerkennen; wenn man sich auch der provisorischen Regierung gegenüber einstweilen noch zurückhaltend benehmen werde, so könne doch von einer Restauration des Kaiserthums keine Rede sein. Telegraphischer Wechselcour« vom 23. September. öpcrc. MctalliaueS 57.45, — 5perc, Metalliqne« mit Mai-und November-Zinsen 57.45. — bprrc. Nalional-Aulehen 66.70. — 1860er Staals-Aulehcn 92.25. — Banlactien 711 — Credit-Nctien 257.5«». ^ London 124 25. — Silber 122.50. — K. l. Miluz-Ducaten 5.64z. — Napoleond'ors 9.90. Verstorbene. Den 16 September. Maria Krel, Näherin, in der Stadt Nr. 160 an der Entträftung. ^ Den 18 September, Justin Orebenc, Inwohner, alt 37 Jahre, im Hiuilspital an der (zjehirnlähmnng. Den 19. September. Maria Frojankik, Institntsarme, alt 7l Iahve, in der Stadt Nr. 70 an der Lungenlähmung. Michael Vrate, Institutsarmer, ist in der Lattermannsallee in Folge der an der Eisenbahnschiene zufällig erfolgten Ucberführung und dadurch erlittenen Verletzungen verstorben, von da nach St. Chri-fiof übertragen worden und wurde gerichtlich beschaut. — Ursula Ivaneä, Inwohnerin, alt 65 Jahre, im Civilspital an Marasmus. Den 20. September. Josef Zupau, Taglähner, alt 50 Jahre, im Livilspilal am MorbuS Brigthii. — Dem Herrn Franz Gai-uil, Bäckermeister, sciu Kind Maria, alt 17 Monate, in der Stadt Nr. 203 am Lungenödem iu Folge vou Keuchhusten. De» 21. September. Dem Herrn Maximilian Iancschitsch, l. k. Finanzcounpist, seine Frau Gemalii, Sofie, gebornc Ambrosch, alt 25 Jahre, in der Stadt Nr. 2l0 am Hchrfirbcr. Den 22. September, Michael Mes. Taglohncr, alt 43 Iahn, im Ciuilspital an organischem Herzfehler, Angekommene Fremde. Am 22. September. Elefant. Die Herren: Le Prince Hussein Pascha, vou Cairo. Groter, Sccretär, Per?, Courier nud Lalson. Cuuricr, alle von Cairo. — Theodor Hart, uud Mr. N. N. Hart, alle von Montreal. - - Zarnig M. uud Smulavcc , beide von Kropp- — Debcljal, von Höslcin, — Cooperator, vou Nmmartll. --Dr. Ritter v. Poreuta. l, k. Obcrlande<, Oekonom, von Prag. — Klein, von Tries!. — Wcinrauch> Militär-Inocndant, von Agram, — Proßinger, Kaufm., vo" Wien. Baierischer Hof. Die Herren: Gall, Privatier, van Gral- Glasic, Faßbinder, von Krainburg. — Erler, Tischler, von Paris Mohren. Die Herren: Woulina, Privalicr, von Sagor. ^ Pe tin, von Fiume. — KozrSdincl, Mechaniker, von Wien. - ' Weiß, Handelsm., von Görz. Theater. Heute: llucia von Uamermoor. Oper in 3 Acte» vou Donizetti. Morgen. Der einjährig Freiwillige, oder: Dic Frau Mama. Lebensbild mit Gesang in 3 Acten. v. O.F.Berg. Montag: Die Grille. Schauspiel in 5 Acten, v Charlotte Birch-Pfeiffer. Meteorologische NeolwchlulMn ill QiibolH. _______ -^ 6U. Mq. 32q,uÄ > 4, N. schwach heiter 23, 2 „ N. 329 ^ ^-11.o O stark heiler 0.o„ 10,, Ab. 330.55 l- 5.ß N. schwach sternenhell Morgens starker Reif in der Umgebung. Trockene klare M' lerung. in den oberen Luftschichten anhaltend Nordwind. Gcgeil Mittag uud Nachmiitags starker Ostwind, der sich gegen Abend legte. Da« TageSmitiel der Wärme -j- 7 1", u» 4° unter oeM Nurmale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. K l e i n m a y r. > Danksagung. > Tief gerührt durch dic vielseitigen Beweise dcS ^ ^ innigsten Mitgcfllhls suwuhl während der laugen Krank- W W^ hcit meiner nun in Gott ruhenden, nnvergeßlichen ^ M Gattin, der Frau W » Sofie Janeschitsch > ^ wie auch durch die höchst zahlreiche Begleitung der- W ^ selben zur letzten Ruhcslälle fllhlc ich mich gedrängt, M ^ hiermit Allen fUr diese« Zeichen der wärmsten Theil- M ^ nahnle dcn aufrichtigsten und verbindlichsten Da»l M ^ auSjusprechcu. W M i!aibach, am 23. September 1870. W > (2220) Max Ianeschitsch. W iÄ' « ».^^i^» Wien, 22. September. Nach der Pause von gestern warf sich die Bärse heute mit erneuerter Energie der Haussebewegung in die Arme, Von den der TageSspeculatio« OlMkNVllllVl. ,tt„dc„ Effect«,, blieben fast nur Anglo-Aclicn in der Cmsculwickluiig (ucrhällnihmWg) zurück; sie stiegen bis 231 uud gewannen also nur 2 ft. Andere Papiere und daru vorwieaend Acticn von Äauten erzielten größere Avancen. So stiegen Bodencredit auf 270 um 10 fl., Bantucrem auf 226 um l0 fl.. Frauco auf 104 um 3 fl., Gcncralbanl ubcr 78 »"/' ^. Natioualbant auf 7ls um 5 fl. Uuionbank anf 216 um 6 fl., Vcltchrsbant über 98, somtt reichlich um 5 ft. Weniger intensive Kauflust, aber immerhin günstige Stimmnnü zeigte sich^.°"7 ds,l E.senbahx-Actleu. welche meist den acstriaen Cur« hielten, lhcllwcise denselben auch Überschritten. Rente beider Gainm°.cn wurde zu z Perc. erhöhtem Curse. Staatölose von 1«l>0 und l»6^ "" hei um j Pcrc. höher als gestern gehandelt. (1 Uhr 30 Minuten.) Im weiteren Verlaufe traten m den Curjen Veränderungen, theils ,m günstigen, theils im ungllustigen Sinne ein. Man no"" Abaana dcö Berichtes: ________________,____________________________________^__________^._____________ ^U. Allgemeine Staatsschuld. Für 100 ft. Gell, Waar, Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: in Noten verzins!. Mai-November 58.— 58,10 „ „ „ Februar-Äugnst 5«.— 5^.10 ,, Silber „ Iiinner-Iuli . 67.— 67.10 ,. „ „ Apr,I-October. 67.20 67.30 Steueranlehen rückzahlbar (^) . — .^ ^.— L°<«vI. 1839 ..... 239—241.— » « 1854 (4 '/„) zu 250 fl. l^3.50 8450 « .. I860 zu 500 fl. . . 92.70 93 — ,. « 1860 zu 100 fl. . .10350 104.50 " "^U^ zu 100 fl. . . 116 25 116.50 Stllats-Domänen-Pfllliddriefe zu 120 ft. ...__ Siebenbürgen ... „ 5 „ 74 25 Tb.bo Stelermarl ... » « . .- . Unzan, .... -b- 77.5U 7V50 v. Actien von Bankinstituten. j Geld Waare Anglo-tisterr. Bank abgeft, . .234—234 50 Anglo-ungar. Bank .... 85.— 8b.— , Bankverein.......224.-225.-! Boden-Creditanstalt . . . . 268 — 272.— i Creditanstalt f, Handel u. Gew. . 259.50 260.— ^ Endilanstalt, allgem. ungar. . . 85.— 85 50 Escompte-Gcscllschaft, n, ö. . . «78. - 884.-Franco-osterr. Bank .... 104.— 104.25 Generalbant.......77,— 78 — ! Handelsbank.......90 50 ^1.50 Nationalbanl.......715— 716,— Niederländische Bank .... 21550 2i6.-> PerrinSbanl.......l<6,75 97.— Pertehrsbant.......97.— 98.— «t. Actien von Transportunterneh, mungen. Geld Waare Alföld-Fiumaner Bahn . . . 171.— 172.— Böhm. Westbahn.....241.50 242- Earl-Ludwig-Bahn.....243,70 244.- Donau-Dampfschifff. Gesellsch. . 557.— 559.— Eliladelh-Westbahn.....216—216 50 Elisabcth-Wcslbah» (Linz-Bud- ! wnscr Strecke).....183.— 183.50 Ferdn.und«-Älordbahn . . . .2092—2100.— l Fünll'.rchen-Varcstr-Vahn . . 169. - 169.— > Geld Waar-> ssrllN',-Iofevb»rloSbar zu 5 pCt. in Silber 106 t>0 107 — dto.in33I.rückz.zu5pLt.in°.W. 88.— 89.— Nallonalb. auf o. W. verlosb. zu 5 pEt........92.— 92.50 Ocst.Hypb.zu5V, pCt.rUck,. 1878 —.- —.- Ung.Vod.-Cred.-Anst.zu5V.pCt. 89.— 89.50 M>. Rudolf-Stiftung zu 10 ft. . . ^"" ^" Wecksel(3M°«) Geld ^ ^ Augsburg für 100 st, südd. W. 103,^ ' ^ Franlfnrl a.M. 100 st. detto 1^.^ ^^ ^, Hamburg, für 100 Mark Banco .N ^ '^li Londou, für 10 Pfund Sterling 1^4.i^ ^^ ^, Paris, für 100 FrancS ... ^^ ^ Gours der Oeldsprten ^ Oeld x: ss «n ll'< K. Münz-Ducatei, . 5 st. 84 kr. 5 st. ^ ^ NapolconSd'or . . 9 „ 89 ^ ^ " ^^ ^ VercinSthaler. . . ^ " ?^ ",«<»' 75 " Silb« . . 122 ^40 „ 122 .. ' Kraiuischc Grundentlästn^gS - ObligaUo^ P"' vatuotirung: —.-- «eld, — «"»"