PrikimmerattonS-Pretse Für LaibaL: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Uonatlick - - " ^0 n Mit der Post: »«mzjährig................12 f1- Halbjährig................ 6 " vierteljährig............. 3 " pr Zustellung ins HauS viertelj. 25 kr., monatl. 9 fr. einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Nedaction Lahnhosgasie Nr. 132. Anvnrime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Expedition- & Jnseraten-Bureau: Congreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) Jnsertionsvreise: Für die einspaltige Petitzeile ä 4 tr., bei wiederholter Einschaltung ä 3 fr. Anzeigen bis 5 Zeilen,20 kr. Bei größeren Jnsesaren ana \ öfterer Einschaltung entspre« f Lender Rabatt. - Für compliciertcn Satz-beson«*^^ tere Vergütung. Nr. 189. Freitag, 20. August 1875. — Morgen: Johann Fr. 8. Jahrgang. Emil Girardin Wer den dciltsch-sra» Mischen Krieg 1870. Der Name Girardins, des einst so gefeierten qtnhliriftcn, gilt im heutigen Frankreich nicht mehr N. dir Mangel an politischer Consequenz hatte b m berühmten Manne nicht sonderlich geschadet, da Sn Sr B-zi-hu», durch-u- nicht ««ein ,-ht L öfter er hat in den letzten Jahren nach dem letzten Kriege, in allen seinen publicistischen Emana-onen eine Haltung angenommen, die ihn leinen Sieuttn unsympathisch machen mußte. D.e ver. n?,nftiae Mäßigung, welche der einstige Chauvinist ° ,ur Schau trügt, W nicht nach bm GMmacke der Pariser, der Franzosen ; sie lieben es daß man ihnen einen Spiegel Vorhalt, um ibnen allerlei Fehler und Sünden zur deutlichen Anstauung zu bringen. Man hat darum G.rard.n laziemtid) über Bord geworfen, und es liegt etwas Tragisches darin, daß die Feder Girardins den ein-Mn Einfluß gerade zu einer Zeit em gebüßt hat. wo dieser Einfluß sich dem Lande sehr zuträglich erweisen würde. Emil Girardin hat >ein gut Theil zu der Katastrophe beigetragen, die über Frankreich b-reinoebrochen ist; nun ist er zur Besinnung gekommen Ä ben Franzosen sehr vernünftige Ansichten (Memüt6t führen — aber seine Zeit ist um, seine ftfttlft machtlos, der Nimbus seines Namens ist geschwunden-m ^ ^ (t<}te Artikel Girardins in Feuilleton. Die Fremdwörter in der deutschen Sprache. Waltber Gensel schreibt in P. Lindau'« ..Ge-über dies vielberegte Thema, wie folgt: Mwart Sprache werden ohne Noth und Be- mehr Fremdwörter gebraucht als in der S* « nbne Noth und ohne Berechtigung, denn L'L X •*«“ »* “t* 9 S, «rabczu Bestandtheile unserer Sprache ge- 2 ttnd und das Heimatrecht m ihr erlangt mm sin ö,e(t| für welche es ein deutsches S"' on vornherein gar nicht gegeben hat. Wer rJ! « deutsche Bezeichnungen für Commission, büßte e cvngCnieur, Homöopalhi-, Tele- t"& U M*» »tr nicht 4.b.n ttft bi= 7^ Krammrechnung ausgenommen, und mit ^er- und O roeI(^C( als staatlich anerkannt, ihr Bezeichn g^ nid)t schwer statt ihrer Rutsche Wo - könnten, geradezu ausschließm? gebildet we bcn berechtigten; schon des- Diese 8^°"" wünschenöwerth ist, daß zwischen-Lad'scb" Berkehrseinheiten denselben Namen in allen Ländern führen. der „France" unter dem Titel: „Größe oder Niedergang Frankreichs" nicht verfehlen, eine gewisse Aufmerksamkeit zu erregen — durch die Heftigkeit, mit welcher er sich gegen die Allianz mit England wendet und durch die Aufrichtigkeit, mit welcher die Metamorphose. durch welche aus dem Kriege Napoleons gegen Preußen ein französischer Volkskrieg gemacht wurde, als ein beklagenswerlhes Unglück und als — Unrichtigkeit dargestellt erscheint. Die Pointe des bemerkenswerthen Artikels liegt in der Behauptung, daß Frankreich nie in einen Krieg mit Preußen verwickelt worden wäre, wenn cs im Jahre 1866 ohne Rücksicht auf England Belgien annectiert hätte — und in dem Geständnis, daß Frankreich klug daran gethan hätte, sich streng in den Grenzen des regulären Krieges zu halten. Hören wir, wie Girardin diese interessanten Aussprüche entwickelt und motiviert. „Der Vernichtungskrieg von 1870 — schreibt Girardin — den ich aufmerksam studiert habe, hat mich von einem verderbliche. Jrrthum geheilt, den die Erinnerung an den glorreichen, fünfjährigen Kampf Spaniens gegen Frankreich (1808—1813), der mit dem Siege Spaniens und der Absetzung Josef Bona-parteö endigte — in mir groß gezogen hatte. Daher mein irriger Glaube an die Ersprießlichkeit eines Volkskrieges. Aber seitdem habe ich erfahren’ und weiß nun ganz bestimmt, daß, wenn man alles gethan hat, einen Krieg zu verhindern. dieS aber nicht gelungen ist, nichts anderes übrig bleibt, als ihn Leider bilden alle diese unberechtigten Fremd Wörter, d. h. solche, für die wir mindestens ebenso gute oder bessere Bezeichnungen haben, die überwiegende Mehrzahl. Die Jungen sprechen sie nach, wie sie es von den Eltern und Voreltern gehört haben, und wenn das so fortgeht, so wird niemals ein Geschlecht heranwachsen, von welchem man sagen könnte: es spricht deutsch. Denn auch von der Schule, deren Obhut unser junges Geschlecht anoertraut ist, ist so lange eine Besserung nicht zu erhoffen, als die Lehrer selbst, studierte wie nicht* studierte, sich der Fremdwörter mit Vorliebe^ bedienen. Man braucht nur die Hörsale der Hochschulen zu besuchen, oder einem Volksschullehrer zu« zuhören, wenn er, was gern geschieht, beim Bier der staunenden Hörerschaft die Tiefen seiner Wissenschaft erschließt. „Ein Unicum in der Literatur ist Tacitus mit seiner prinzipiellen Abnormität der Satzconstruction," sagte ein geschätzter Lehrer der Sprachwissenschaft an der leipziger Hochschule; und ein Lehrer an der Meerane antwortete auf die Frage, was man unter Dualismus in Oesterreich-Ungarn versiehe ? „Der Dualismus ist eine Eon-scquenz der Personal-Union." Auch die Beamten aller Gattungen, und zwar je untergeordneter, desto mehr, werfen mit Fremdwörtern förmlich um sich. Hunderte schreiben ge« möglichst auf die beiden kriegführenden Armeen zu beschränken, und mit größter Sorgfalt die Bevölkerung davon fern zu halten. Wir haben in der Hitze des patriotischen - Aufschwunges einen unverbesserlichen Fehler begangen — wir alle und ich einer der Ersten: den Fehler, daß wir den Tagesbefehl des Prinzen Friedrich Karl vom 6. August und die Proclamation des Königs Wilhelm vom 12. August nicht wörtlich genommen haben, ob sie nun aufrichtig gemeint gewesen seien oder nicht. (Girardin citiert an dieser Selle den Wortlaut der beiden historischen Actenstücke in welchen, wie wol erinnerlich, großer Nachdruck darauf gelegt wurde, daß bcr Krieg nur den Soldaten Napoleons, nicht dein französischen Volke gelte.) Fieberhafte Aufre« gung mehr als gesunder Patriotismus hat uns in den Monaten Juli, August und September des Jahres 1870 irregeleitet. Wenn ich aus diesen Punkt zurück, komme und dabei verweile, so geschieht es, weil es von höchster Wichtigkeit ist, daß die Lection, welche wir mit dem Leben von 150,000 Soldaten, mit dem Verluste zweier Provinzen und mit einer Entschädigung von fünf Milliarden bezahlt haben, wenigstens nicht für uns verloren sein und uns wenigstens nützen möge, in dem Falle, daß unsere Rüstungen, wenn gleich nur defensiver Natur, zu einer neuen Invasion Anlaß geben sollten. War es doch derselbe Vorwand, den Preußen im Jahre 1866 gegen Oesterreich gebrauchte, trotz aller mit Beweisstücken belegten, loyalen Erklärungen des wiener dankenlos: „Comparent, legal abmoniert, deponiert folgendes," ohne zu bedenken, daß dies von Hunderten kaum einer verstehen kann. Ein Kläger, welcher Kosten bezahlen mußte, obgleich er feinen Rechtsstreit gewonnen hatte, fragte einen Expedienten nach dem Grunde. „Das liegt an der Jnexigidilität des Liquidi," antwortete der deutsche Beamte. Wenn nur aber wenigstens solche Leute, die der Fremdwörter nicht mächtig sind, sich ihrer ent« schlagen wollten. Aber weit gefehlt! Je geringer die Kenntnis, desto größer die Vorliebe. Ich will — nicht zur Belustigung des Lesers, sondern der Abschreckung halber, im folgenden einige, theilS von mir selbst gehörte, theilS mir von glaubwürdigen Leuten mitgelheilte Leistungen solcher Fremdwortkünstler mittheilen. „Doctor," so empfing kürzlich ein Dresdener seinen Arzt, „wissen Sie's Neueste? Kaum ist das Kullmann'sche Attestat vorbei, so kommt schon wieder so ein Kerl, bcr Bismarck'n abschlachten will; Wiesinger heißt Sie der Mensch! Daß boch die Ultramonlanen das Transferieren nicht lassen können. Ich bin von Schreck noch ganz konstatiert." — Ein Coinmercicnrath in M. erzählte, sein Sohn habe ihm aus Barcclonia in Spanien geschrieben, dort gebe cö in den Häusern nur Walercoteletten, waS doch zu den Principien der Reinlichkeit im größten Cabinets, vergessen wir daran nicht! Und sollte dieser Fall cintreten, dann — dann lassen wir keine Franktireurs los, die weniger mit der heroischen Vertheidigung des Landes als mit dem pittoresken Effect ihres Costümes sich beschäftigen! Keine militärischen Maskeraden mehr! Wenn schon einmal wieder Krieg sollte geführt werden müssen, dann sei und bleibe es der reguläre Krieg, wie ihn Moltke in den Schlußworten jenes Briefes charakterisiert, den er an Dr. Braun, den Uebersetzer des Werkes „Die Freiwilligen von 1794" richtete: „Es ist ein genug großes Unglück, daß die Armeen gezwungen sind, einander zu zerfleischen und man sollte nicht auch die Völker gegen einander Hetzen. Das ist kein Fortschritt der Civilisation, das ist Rückkehr zur Barbarei! Ein regulärer Krieg ist wie ein Sturm der plötzlich eine Gegend verwüstet, aber sie zugleich fruchtbar macht; ein Kamps aber, wie er gegenwärtig in Spanien wüthet, ist wie ein ununterbrochener Nebel, der ganze Ernten zerstört. Und improvisierte Armeen können keinen andereren Kampf führen." Dieser Tagesbefehl Friedrich Karls, diese Proclamation Wilhelms, dieser Brief Mollke's bieten uns kostbare BertheidigungSwasfen: lernen wir, uns derselben zu bedienen!" Mit Bezug auf die englische Allianz und eng. lische Politik schreibt Girardin (der da, nebenbei bemerkt, gegen seinen eigenen Mitarbeiter Odyssee Barrot polemisiert. Barrot ist für DiSraeli, Girardin für Gladstone) folgendes: „Ich nehme keinen Anstand, zu erklären, daß die Haltung des CabinetS Gladstone im Jahre 1870 vollkommen correct gewesen ist und daß man Unrecht thut, das damalige Cabinet der Unentschlossenheit und der allzugroßen —- Klugheit anzuklagen. Besser eine Nation, die sich einer vernünftigen Nothwendigkeit beugt, als ein Volk, das sich von der siegesreichen Gewalt zermalmen läßt! Seien wir aufrichtig — Frankreich hätte bei einer ändern Haltung des londoner Cabinets im Jahre 1870 nichts gewonnen, als daß der Krieg noch größere Dimensionen angenommen hätte. Besser, wir haben gar keine Illusionen über die Allianz mit England, ohne die wir im Jahre 1866 Belgien zurückgewonnen hätten. Dann wären Napoleon und unsere Armee nicht bei Sedan gefangen worden, denn statt im Jahre 1870 die Rivalen Preußens zu sein, wären wir seine Bundesgenossen gewesen, und die Hohenzollern'Frage hätte nicht mehr Bedeutung für uns gehabt als die AmadeuS-Frage. Dann hätten wir jetzt noch Straßburg und Metz, und Brüssel und Antwerpen dazu. Belgien hätte dabei ganz gut ein Königreich bleiben können —" Da guckt also doch wieder der chauvinistische Morast stehe. — Ein anderer Kaufmann in M. behauptete, nach dem neuesten Gesetze über den Un-terstützungswohnsitz werde einer jetzt, wenn er nach Frankreich gehe, schon in zwei Jahren demoralisiert. — Derselbe, mit Leib und Seele Sachse, sagte — natürlich nicht bei einer und derselben Gelegenheit — : „Geht mir nur weg mit Berlin, dort möchte ich nicht tobt leben. Christen gibt« dort nicht mehr, nur noch Dividenden. Versteht denn etwa jemand die Sprache der Berliner? «Ich sage Ihnen, es ist der reinste Gar§on. Das einzige gute dort ist noch das Antiquarium. Ich habe einen Hautgout vor allem, was Berlin heißt." — Ein Parteiführer der Socialdemokraten in M. sagte in einer Volksver-fammlung: „Uns kann das Botanisieren gegen die Maigesetze gar nichts nützen " — Ein Riltergutspäch ter äußerte: ,Das Mittel gegen die Reblaus hätten wir nun, meine Herren, aber der böse Coloratur-käser!" — Dr. H. Langer in Leipzig erzählte von einem Ge'dmenschen, der von Musik keine Ahnung hatte, sich selbst aber gern einen Kunst Maecen nannte, folgende Aeußerung: „Diesen Liszt hätten Sie hören sollen. Ein Agio bringt am Ende jeder fertig, aber diese akrobatische Tonleiter macht ihm feiner nach, auch Beethoven nicht mit seiner C-dur. Sympathie.* (Schluß folgt.) Pferdefuß hervor — die Katze laßt das Mausen nicht, selbst wenn sie Mäßigung predigt. Aber ein gutes Körnchen Wahrheit ist doch in den Auslassungen des halbvergessenen, einstigen Schildträgers des Kaiserthums — ein Körnchen Wahrheit, das die Franzosen gut thäten, recht sorgfältig auszu-heben und zu bewahren. Politische Rundschau. Laibach, 20. August. Inland. Am 14. d. fand in Marburg eine Wählerversammlung statt, welche der Abgeordnete Seidl einberufen, um Rechenschaft abzulegen über seine Thätigkeit im Landtage und im Abgeordnetenhause — um sich über jene Hauptfragen auszusprechen, die im nächsten ReichSrathe zur Verhandlung kommen. Der Rechenschaftsbericht wurde, wie die „Marb. Zeitung" berichtet, von der Versammlung einstimmig zur Kenntnis genommen, und erklärte diese in vollkommenster Uebereinftim-mung mit ihrem Vertreter: „Lieber eine Personalunion mit U n g ar n als eine noch größere Mehrbelastung Oesterreichs zugunsten der anderen Monarchiehälfte; Kündigung fämmtlicher Zollver-träge und selbständige Festsetzung des österreichischen ZolltariseS; Schutz der heimischen Industrie durch Aufstellung eines höhern Einfuhrzolles für jene Waren, die wir selbst erzeugen." Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht einHand -billet, welches Se. Majestät der Kaiser aus Anlaß des Jubiläums des Cardinal-Erzbischofö von Prag, Fürsten Schwarzenberg, an diesen erlassen. Das Schreiben spricht dem Cardinal die kaiserliche Anerkennung lediglich für sein priester-liches Wirken aus und steht infoferne in einem sehr auffallenden Gegensätze zu den aus gleichem Anlasse erschienenen Kundgebungen des Feudaladcls und der Allczechen, welche die politische Thätigkeit des böhmischen Kirchenfürsten nicht rühmend genug anerkennen konnten. Polnische Blätter wissen viel von einer „schiS-malischen Bewegung" unter denRuthe -n e n in Galizien zu berichten. Die „Gazeta Naro-dowa" meldet ganz bestimmt, daß in den Landgemeinden von den ruthenischen Priestern eine Propaganda durch Predigten eingeleitet werde, deren Spitze gegen den Papst gerichtet ist. Infolge dessen hatten sich schon ganze Bauernscharen schriftlich für den llcbertritt zur griechisch - nichtunierten Kirche erklärt. Die ungarischen Minister, welche an einem Montag unter dem Vorsitz des Kaisers abgehaltenen Mi n i st e r r a t h c theilgenomuien haben, sind wieder in Pest angekommen und haben den fest-gestellten Text der Thronrede, sowie das fixierte Arbeitsprogramm für den Reichstag mitgenommen. Der Ministerrath währte volle drei Stunden. Entgegen einer früheren Meldung heißt es nun wieder, der Kaiser werde am 30. August ober am 1. Sep tember zur Eröffnung des Parlaments njch Pest reifen. „Seiet Nepe,* das Organ Sennyey'S, bringt auf Grund einer wiener Corresponbe»; folgenbe Enthüllung : Graf Anbrafsy, beut die Bvlschaf. tcr Deutschlands und Rußlanb« bezüglich ber her-zegowinaer Assairc bie vollste Anerkennung über bic loyale Ausführung ber Principien des Drei Kaiserbündnisses ausgebrückt haben, sei jetzt in besonders hohem Grabe den Anfeindungen jener mächtigen Clique ousgefetzt, der das Bündnis mit Deutschland ein Dorn im Auge ist. Die Clique habe auch neuestenS den Versuch gemacht, Anbrafsy zu stürzen. Allein bas Drängen slavischer Elemente nach einer gegen bie Türkei gerichteten Action und die Um triebe aller Feinbe bes Dcutschlhums feien schließlich erfolglos geblieben, obwol sie nahe baran gewesen, zu reüssieren. Der Monarch habe vielmehr in ben letzten Tagen abermals Gelegenheit gefun ben, bem Minister bes Aeußern solche Beweise bcs höchsten Vertrauens zu geben, baß dessen Stellung heute als gesicherter benn je erscheine. Ausland. Wie die „Münchner Nachrichten- melden, gilt es als Hauptzweck der Conferenz der b a i e r i f ch e n B i f ch ö f e in Eichstätt, die Person des Königs Ludwig definitiv für die Ultramontanen zu gewinnen. Das liberale Blatt bemerkt dazu: „Es läßt sich nicht leugnen, daß die Bischöfe kaum einen günstigem Zeitpunkt für bie AuSfüh« rung biefeS Hauptschlages wählen konnten; es fehlt nicht an Grünben, mit welchen bie Bischöfe ihre egoistische Handlungsweise beschönigen können. Die Mißstimmung, welche die bekannten Artikel der „Vossischen und Schlesischen Zeitung" selbst in dm gut nationalgesinnten Kreisen Baierns erzeugt haben, ist von der ultramontanen Partei in der exorbitantesten Weise gesteigert und zur Herausstreichung des angeblichen Patriotismus dieser Partei benützt worden. Wir zweifeln nicht daran, daß dadurch sogar an höchster Stelle momentan eine gewisse Verstimmung erzeugt worben ist und daß dort Gedanken und Gefühle entstanden sein mögen, welche der Befestigung und Fortentwicklung der nationalen Sache nicht eben günstig sind. Es kommt noch hinzu, daß in einer der letzten Nummern des „Militiir-Wvchea-blattes" der Wunsch geäußert wurde, die Baiern garantierten militärischen Reservatrechte aufzuheben unb büß sich die ultramontane Presse natürlich auch dieser Materie mit großer Vehemenz zur Förderung ihrer Zwecke bemächtigt hat." Trotz aller dieser unüberlegten Ausfälle preußischer Blätter wird eS, wie das Blatt überzeugt ist, den Bischöfen nicht gelingen, ihre Wahlhirtenbriefe zu rechtfertigen unb sich als Thronstützen mit Erfolg zu gerieten. Die Wallfahrt deutscher Katholiken nach L o u r d e S , welche bekanntlich von einem Grasen Stvlberg arrangiert wird, geht nach folgendem Programme vor sich: Die Pilger sammeln sich theilä in Aachen, wo bas der Jungfrau Maria zu bebicierenbc Banner sich in Arbeit befinbet, unb thcils in Freiburg. Das Banner, besten Anfertigung bie „Schwestern vom armen Kinde Jesu" besorgen, soll ungemein kostbar werben. Die drei Meter hohe Fahne wird die Schutzheiligen Deutschlands, &on‘‘ sacius und Elisabeth, wie sie die unbefleckte 3un9‘ frau anbeten, in Lebensgroße darstellen. Am s. September wollen cie frommen Waller in öourdri sein. Ob man ihnen, wie kürzlich ein englisches fltott ?u berichten wußte, seitens der deutschen Regierung ein Hindernis in den Weg legen wird, ist fraglich, da man sie ohnedies nicht davon abhatten könnte, sich lenfeits ber beulschen Grenze zu sammeln. Jedenfalls aber ist es eine Täuschung, wenn Graf Stol« berg unb Gonsorten wähnen, baß man in officiellen französischen Kreisen ihre Heufchreckenwan-berung mit sympathischen Augen anschaut. Der „Pariser Moniteur" gesteht unumwunben, baß die Franzosen nicht wünschen, ihr Gebiet zum Schau-platze religiöser Zwistigkeiten unter ihren Nachbarn gemacht zu sehen. Der Wink ist beglich. Dir italienische Regierung scheint Vorgehen der urticr Regierung gegen die <# ländischen italienischen Arbeiter in Geschenen zum Gegenstand einer Rcclamation beim schweizerischen Bnndeörathe gemacht zu haben. Die osfieiöfe „I. A. C." meldet: „Infolge der bei den St. Gott- hard-Arbeiten entstandenen Tumulte, die vielleicht mit zu großer Energie unterdrückt wurden, hat sich unsere Rcnienutg der italienischen Arbeiter angenonv men und die italienische Legation in Bern instruiert, um in besonderer Form die Aufmerksamkeit der Bundesregierung aus jene Vorfälle zu lenken. Dies geschah unb die schweizerische Regierung hat sofort eine Enquete angeordnet und wird die nötigen Beschlüsse fassen, um nach Konstatierung des That-beftandei die gerechten Wünsche der Regierung zu befriedigen." !Cl Der A u f st a n d der T urkos 1 aven greift in der Herzegowina und in Bosnien um sich- Besonders machen die Insurgenten in der Herzegowina Fortschritte. Die Position derselben wird auch von dem wolunterrid)icn Correspondenten ber „ -Ztg." als sehr günstig geschilbert. Nur meint der- . Greift Serbien oder eine andere europäische Mackt "nicht in den Gang der Verhältnisse ein, so wird stch die Befreiung der Herzegowina schwerlich Lhio&en- die Bewohner werden, wenn sie unter» Kn in großen Massen nach Dalmatien und Eenearo auswandern und das ohnedies schon K ««»» wird »otab« j«. Su(te." Diese Aussichten haben sich jetzt, nachdem der »„tftnnh in Bosnien ausgebrochcn ist, wesentlich Aller Augen richten sich jetzt auf das Nackbarland Bosniens: aus Serbien. DieWah-dort im überwiegend kriegerischen Sinne H. das Gros der Bevölkerung will °“!9 Xüm zugunsten seiner bedrängten Stam-mlLmoffen eingreisen. Dies beweisen die zahlreichen AdEn und Petitionen, welche an den Fürsten M l n nach Belgrad gelangen und geradezu ,ofor-ü Sriegserklärung gegen d.e Türkei sofern. Ktrdlm wird die baldige Einberufung der Skup-2n n«lonqt. Die Schabatzer telegraphieren sogar, schtma »erlang Qug Belgrad berichtet wird. SLheV" Nur dann wollen wir uns der Ber-Ä " /reuen, wenn der vierte Obrenovich vollendet, w!« de! erste begonnen, damit die Geburt des ersten ! Prinzen in Sera; ewo und in Pris- !md ?nd wo °s sonst noch Serben gibt, mitgefeiert Milan hat sich bekanntlich genölhigt ln Liinisterium Stefanovic zu entlassen, geiehen, 1 Neubildung des Cabinets be- Nu" ln$ R.stic ist e.n energischer, ziel- Sfitcr Mann, ein Freund der Idee vom groß-s?^ter Sollte er Premier werden, dann die Insurgenten in Bosnien vorerst unter ^ «ickttche Unterstützung erfahren. ^nP c te rsburg scheint inbeiress der Bor. " sor fSerieflOwino der Wind etwas ginge in ° y . Die Declamationen von ^Seschlag^ Z . gewandten Brüdern," für die zlaubens- und stammoe verkrümeln sich in Blättern zusehends. An ihre Stelle treten Mahnungen an die „Lltänner der sudslavischen »durch blinden Eifer nicht alles LJm m wollen. Die ..Russische Börsenzeilung » »W ,,4 wr rm 3n|«r«en.m t-t te to d,“ to * „E'umttntlimra löntlt, al» höchst-»» üch-n R->-h-mchl--m-r ' vtromtoi. In, ES “SÄ.>°U» "'ch- -i-m-l -f -i- feffen könne Rutztanv au^ ^ ^ ^ ^ 8am°befreundeten Mächten. Diese Verwendung ?19 nur darauf richten, den unzusciedenen könne sich «u ^ autonomer Landesvertretung" ^ »hrln weite nicht unter den türkischen Paschas |tt gewahren, jQgt das Blatt, „müssen ^""urde. lassen, denn sonst 8 . £^d,t durch ihr Ungestüm bereits selbst. %nttn sie te ch streiheit bringen." Endige 'xönber . rx£jut JU neuen Aimccticrungcn !w>,ch-n 6,»pt’n freiten ju ®°. bevor, indem angeblich £* «, 3„l,rc, durch iMunWr W« tim „L°b--n miU. BKr. 3 entrissene P ... Gruppen haben sich in Rufend Mann ^ ^rül)cuivc $u spielen und ^ Uli eingesciMl' AbUssinien cinzudringen, oen 016 tUöUi9^ aut Tagcsgesihichle. »^in-i Rudolf. Wenn eine bet »Poster V “ Ätt0nh,n " aus Wien zugehende Mittheilung An-^l-L°rresP°ndenz j ejt ettjebcn darf, flünbeti dem Äton-ZS aus ^ ^ssen Geburtstag aus den 22. d. M. sällt, VW mubolf, d 11 ueberraschungen bevor, welche Pfeile des Ka. er „ ^^„prinzen in das Jünglingsalter V>m E'Ntr'» „ @d)on jetzt - fo erzählt die citievte Verbindung 1*ev ' feincn Sohn, bei welchem sich - läßt der ^ klare Auffassung bemerkbar ^au&eiorWW ^ ^ diejenigen Staatsgeschäfte Ein. sicht nehmen, welche von dem Monarchen persönlich erledigt zu werden pflegen. Der Kronprinz, welcher eine in Anbetracht seiner Jugend bemerkenswerthe Neigung für politische Dinge bekundet, ist in die Angelegenheiten Oesterreich-Ungarns ziemlich eingeweiht und zeigt für dieselben, gleichviel ob sie nun staatsrechtlicher oder national-ökonomischer Statur sind, viel Interesse. In Fallen, wo ihm etwas nicht klar ist, bittet der Kronprinz seinen kaiserlichen Vater wol auch um besondere Aufklärung. Ferner erzählt die „Local-Corre-spondenz," daß der Kronprinz ein eifriger Fürsprecher der Armen und Bedrängten sei und nicht selten den weitaus größten Theil seiner Apanage der Unterstützung derselben widme. — Steuernachlaß. Anläßlich der vorjährigen Elementarereignisse durch Hagelschlag und Überschwemmung wurde den hievon betroffenen Grundbesitzern im Herzog-thume Steiermark ein zeitlicher Steuernachlaß von 84,479 fl. 10 kr. bewilligt. Weiter wurde, wie die „Grazer Zeitung" mittheilt, anläßlich der Beschädigung des Grundertrages der Weingärten durch die im Frühjahre 1874 eingetretenen Fröste an Grundsteuer der Betrag von 45,239 fl. 21 kr. ausnahmsweise abgeschrieben. Es betragen somit die zeitlichen Gruud-fleuernachläffe pro 1874 in Steiermark 129,718 fl. 31 tr., worunter die zugleich abgetriebenen Zuschläge für Erfordernisse der Gemeinden, Bezirke und des Landes, welche an 123,000 fl. betragen, nicht begriffen sind. — D i e ungarischen Behörden wollten mit den kroatischen nur in magyarischer Sprache verkehren; die kroatischen dagegen mit den ungarischen nur in kroatischer Sprache. Lange Zeit stritten sich beide Parteien, bis endlich eine Einigung dahin zustande kam, sich einer ihnen beiden verständlichen Sprache zu bedienen. Und diese Sprache war die deutsche, die aufrichtig gehaßte deutsche Sprache! Das ist wieder ein Beweis davon, daß die Thatsachen mächtiger sind, als eigensinnige Antipathien einerseits und als bureau-ktatijche Verordnungen andererseits. Gegen die zwangsweise Einführung des Deutschen als Amtssprache hätten Magyaren und Kroaten gemeinschaftlich und generationenlang widerstanden und protestiert, jetzt kommen sie von selbst daraus. — Ernte in Rußland. Aus Petersburg wird gemeldet: Die seitens des Ministeriums des Innern an-gestellten Untersuchungen über den Stand und den bereits gewonnenen Ertrag der diesjährigen russischen Ernten sind soeben veröffentlicht worden. Diese seit mehreren Jahren mit großer Genauigkeit geführten Untersuchungen sinb schon um besivtlleu von allgemeinem Interesse, weil sie nicht allein den Bedarf des Reiches selbst, sondern auch den Getreide-Export in das Ausland ins Auge fassen. Im Norden des Reiches, sowie in den nordwestlichen und den Ostseeprovinzen ist das Ergebnis eine nicht einmal mittelmäßige Ernte, der Flachs hat in den für den Export bauenden Ostseeprovinzen und Litthainn durch die Trockenheit etwas gelitten, überall wird aber sowol Getreide wie Lein erst spät auf ben Markt kommen. In Polen ist mit wenigen Ausnahmen nicht einmal eine Deckung bes localen «ebarfes zu erwarten, bie Fröste im Frühjahr und ber Hagelschlag im Sommer haben allein im Weichselgouvernement einen auf l1/, Millionen Rubeln geschätzten Schaben verursacht. Ju ben mittleren Gouvernements ist nur eine DurchschnittSernte, stellenweise, zumal im MoSkau'lchen, Dula’jchen und Kalttga'schen eine recht gute Ernte zu erwarten. Der Stand der bereits als ver loren betrachteten Weizenfelder im Süden uttb Sübwesten des Reiches ist infolge des fpäter eitigctreteneii RegenS jetzt recht gut, so daß aus Odessa und den übrigen Häsen des schwarzen Meeres für den Herbst ein starker Weizenexpori zu erwarten ist; stellenweise allerdings hat der Heuschrecken fraß viel Schaben augerichtet. Im großen und ganzen ist somit pro 1875 eine mittelmäßige Ernte, eine starke Aus. fuhr von Weizen via Obeffa utib die schwarzen Meerhäsen, bagegen nur ein mäßiger Export von Roggen utib Gerste zu erwarten; bie Resultate ber Flachsernte und bie Zufuhr für ben Export hängen bavou ab, ob in den Ostseeprovinzen den nordwestlichen und westlichen Prooiuzcn noch reichlicher Siegen fällt. — Neuerungen int Telegraphenverkehr. Die jüngst in Petersburg stattgehabte internationale Telgraphenconserenz ist nicht aitseiuanbergegangen, ohne einige praktische Neuerungen ins Leben zu rufen, welche ge eignet sein dürsten, auf joett Lerkehr wesentlich fördernd zu wirken. Sv die Bestimmung, daß es tu Hinkunft gestattet sein soll, Adressen gegen eine gewisse JahreSgedühr als per manent giltig protocollieren zu lassen, wodurch die für die nähere Bezeichnung der Adresse tiothwendigen Worte erspart werben können. Ebenso hätte man den Vorschlag beachten sollen, welcher noch überdies dahin ging, jeder Adresse ihre laufende Nummer zu geben, so daß man im telegraphischen Verkehr mit seinen Geschäfts- unb sonstigen Freunden nur bereu Registrierungsnummer anzugeben hätte, was natürlicherweise eine große Vereinfachung unb ein bedeutendes Ersparnis ergäbe. Eine weitere unb sehr wichtige Bestimmung ist bie Festsetzung einer Entschädigung von 50 Francs für verlorene ober verstümmelte Depeschen. Für die Erleichterung unb Verbreitung des telegraphischen Verkehrs am bedeut« amfien erscheint jedoch die Einführung von „telegraphischen Correspondenzkarten/' das sind Telegramme von zehn Worten, welche offen, ohne Couvert zugestellt werden. Wir halten diese Neuerung für einen fehr glücklichen Gedanken, welcher in Verbindung gebracht mit den registrierten Adressen die Benützung des Telegraphen wesentlich zu steigern vermag. Die kaufmännischen Mittheilungen sind der Mehrzahl nach doch sehr kurzen Inhalts; die Handelswelt wird sich also sehr gerne solcher telegraphischer Correspondenzkarten bedienen, welche selbstverstättblich entsprechend billiger sein werben. Sonderbarerweise hat Oesterreich, welches erst kürzlich aus eigener Initiative das Chiffrierungsverbot aufgehoben hat und bekanntlich der erste Staat war, welcher die Corre-spotidenzkarte im Postverkehr einführte, unter allen am Songreffe vertretenen Staaten allein die Einführung der „telegraphischen Correspondenzkarte" abgelehnt. Diese Maßnahme unserer sonst so fortschrittlich gesinnten Post- und Telegraphenverwaltung hat einigermaßen überrascht. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Grundsteuer-Regulierung.) Die Be-zirkS-Schätzungs-Commiffion ber Stabt 2 a i b o ch hat bie Probe-Einschätzung am 13. August l. I. beendiget. — (Aussicht für bie Weinlese inWippach.) Ans bern Wippacherthale, anfangs August, schreibt man ber „Weinlaube": Die grausigen Ungewittertage Enbe Juli fittb bei uns vorbeigegangen ohne — Gott sei es gebankt — sehr bebeutenben Schaben verursacht zu haben. Hagel hatten wir keinen, wol aber bie fürchterlichsten Gusse, welche hie unb ba bie Weingärten arg abgeschwemmt haben. Trauben gibt es viele, unb beginnen — blauer Portugieser, blauer Burgunder — bereits zu reifen; ja bie frühe deibentraube wurde in den letzten Tagen v. M. schon geerntet. Leiber zeigt sich in einigen Gegenben unb Lagen, infolge ber allzugroßen Feuchtigkeit, ber Traubenpilz, welcher einen großen Theil ber Lese für sich nehmen wirb. ->. (Ein Act von Rohheit,) Sommerfrischlern gegenüber, wie wir unlängst einen solchen ans Stein be» richten mußten, wirb nun auch der „L. Z." aus Weißen-felü gemeldet. Daselbst hatte der englische Capitän Annesley seinen Sommerausenthalt gewählt und sich vom Herrn Werksverweser Schaschl, Inhaber bes Fischerei-rechtes in ben beiden weißenselser Seen, die Berechtigung, in ben genannten Seen zum Vergnügen fischen zu düifcti, erworben. Der Capitän machte von ber ihm freundlichst ertljeillen Ermächtigung dutch einige Tage Gebrauch, würbe jedoch bei Ausübung be« Forellenfangcs am letzten Tage vor seiner Abreise von Weißensels nach Veldes von zwei angeblich im Dienste bes genannten Werksverivesers stehenden Burschen ungehalten, gepackt unb zu Boden grroorfen; die Butschen nahmen dem Angehörigen bcS freien Albion» Angelruthe, Pfeife unb Sackuhr weg und Capitän Annes-l e y mußte übe,bie« rohe Mishandlungen erbulben. Der Capitän iührte bieferwegen Klage beim Gemeinbevorfuher in Weißensels. Das Attentat wurde oonfeite be8 Werksverwesers und ber erwähnten zwei rohen Gesellen als MiSverstänbniS erklärt; ber Capitän begnügte sich wol mit ber gegebenen Aufllärutig, wird aber Weißensels jedenfalls itt der lieber-zeugnng verlassen haben, baß im obcrkraiiier Laube auch Roh-heit in schönster Blüte fleht unb beteilige Attentate nicht geeignet sinb, den Fremdenbesuch tu Obetfrain zu steigern. — (Von ber Siibbahn.) Die Unterbrechung bes Bahngeleiseö zwischen Oberbrauburg und Licttj ist nunmehr vollstäubig behoben. Es würbe auf der Linie Marburg» Fratijtnefcfic ber ununterbtochene Personen* unb Güterverkehr am 18. August l. I. wteber ausgenommen. — (Aichung der Biersässer.) In dem letzten Reichsgesetzblatte ist die Verordnung des Haiidelsmiuisters rom 28. Juli d. I , betreffend die Größe und Aichung der Bierfässer, enthalten. Die Biertransportsäffer find im Faffmigsraume von 25, 50, 100 und 200 Liter herzustellen und dürfen eine Fehlergrenze von 3 Perzent haben. Die bisher im Verkehre befindlichen Bierfäffer von einem und zwei Eimer Inhalt dürfen auch nach dem 1 Jänner 1876 bis zu ihrer Unbrauchbarkeit verwendet werden. — (Die Jnsurrection in der Herzegowina und die wiener Oberstaatsanwaltschaft.) Wir finden in der „D. Ztg." folgende Milthei-lung: „Ein Erlaß der t. k. Lberflaatsanwaltschaft in Wien vom 9. August 1875, Z. 4424, unterfertigt: „in Beurlau-bung des k. k. Oberstaatsanwaltes: „Sanahl," verfügt: „Anläßlich der neuesten Ereigniffe in der Herzegowina und den umgrenzenden Ländern beschäftigen sich viele Zeitschriften damit, Nachrichten von durch die k. k. österreichische Regierung an den Grenzen obiger Länder getroffenen oder in Aussicht genommenen Maßregeln zu erörtern. Da diese Nachrichten leicht geeignet sein können, Unruhe und Aufregung zu verbreiten, so werden die k. k. Staatsanwaltschaften hierauf mit dem Bemerken aufmerksam gemacht, die Verbreitung solcher Nachrichten, insoweit sie den diessälligen Bestimmungen des Strafgesetzes zuwiderlausen, durch Zeitschriften wol zu beachten und dawider die nöthigen Schritte einzuleiten." — (Dritter dentsch-tirolischer Feuerwehrtag in Hall) Dian schreibt aus Hall bei Innsbruck unterm 15. August: „Die Anmeldungen zum Besuche des am 22. und 23. b. hier abzuhaltenden dritten deutsch-tirolischen Feuerwehrtages laufen fortwährend sehr zahlreich ein, darunter auch zahlreiche von solchen Feuerwehren, die dem tirolischen Eauverbande nicht angehören. Die Ausstellung von auf das Feuerwehrwesen bezughabenden Gegenständen dürfte sich sehr reichhaltig und instrnctiv gestalten. Bisher habe» folgende Fabrikanten und Industrielle deren Beschickung angemelbet: Adolf Müller (Wien), Gebrüder Burbach und Comp. (Gotha), Herrn. Weißenburger (Eannstadt), Dom. Kirchmair (München), Maury und Comp. (Offenbach), Janek (Leipzig), I. Klotz (Bozen), Grasmair And Comp. (Willen bei Innsbruck); Schmidt und Absam (Hall), Weyrers Söhne (Mühlau bei Innsbruck), Heim uud Blas (Telfs), Rindfleisch uud Täuscher. I. Kirchner (Innsbruck), Gebrüder «Mold (Hall), Äernreuter (Wien), Kölsch (Graz), Ludwig Fuchs (München), Zelter (Innsbruck), und Alb. Samassa (Laibach). Die Ausstellung wird am 22. d. um 7 Uhr Früh in feierlicher Weife eröffnet und erfolgt die Benrtheilung, beziehungsweise Prämierung der exponierten Gegenstände am folgenden Tage. Die Betätigungen des Feuerwehrtages finden an beiden Tagen im Saale des städtischen Rathhanses statt." — (Schicksale einesPriesters in Amerika.) Aus Le Sueur, Minnesota, Vereinigte Staaten, schreibt der „Gr. Tgp." der in Steiermark geborene Priester Herr F. Toplak, welcher am marburger Gymnasium und dann an der grazer Universität studiert hatte, über die Unannehmlichkeiten, die er in Amerika erdulden mußte. Durch den Bischof von St. Paul ordiniert, kam Toplak zunächst nach Wabaschow als HilsSpriester zum Pfarrer T r o b e tz, einem gebürtigen Krainer, und spät« im Jahre 1869 als Pfarrer in das berüchtigte Waconia, welches unmittelbar vor seiner Hinreise zwei Priester vertrieben hatte. Weitläufig schildert Toplak die Zerfahrenheit dieser Gemeinde und die Rohheit der Einwohner. Wiederholt bekam der neue Pfarrer Katzenmusiken, sein Haus wurde mit Steinen bombardiert, er mußte einigemale sich verstecken und sogar flüchten; und alle feine Bitten an den Bischof um Verfemung an einen ändern Ort wurden mit der Weisung beantwortet, er möge nur tapfer kämpfen und aushalten. Als es endlich aber nicht mehr zum Aushalten war, als die Waconier drohten, ihn zu lynchen, wenn er nicht ginge, da hielt er es denn doch für gerathen, zu gehen. Dem Befehl des Bischofs, nach Waconia zurückznkehren, wagte er nicht nachzukommen, und so ward dieser Mann nach sechsjährigem Kampfe mit einer wüsten Gemeinde wegen „Ungehorsams" vom Amte suspendiert und lebt jetzt als Privatmann in Le Sueur. Zu bemerken ist, daß feine Dränger Ncukatholike» gewesen sind, da Allkatholiken zu rücksichtsvoll waren, um gegen einen Priester so ungezogen vorzugehen/ — Der Freimaurerbund. Von I. U. Dr. Emil Julius Bei dl. Leipzig 1875 bei Brunne Zechet. 2te umgearbeitete Auflage. 3 Bogen. Preis M.—.60 Pf. Während noch vor kurzem die Mitglieder des Freimaurerbuudes selbst es liebten, über alles, was den Bund betras, geheimnisvolles Schweigen zu beobachten, und damit ost dem beißenden Sarkasmus übelwollender Beurtheiler eine Waffe in die Hand drückten, scheint man in neuester Zeit gerade von dieser Seile her eine rühmenSwerthe Thäligkeit zu entfalten, um, wie auch der Verfaffer vberwähnter Broschüre in seiner Vorrede sagt, die Kenntnis von dem Wesen und der Einrichtung des Bundes zum Gemeingut des Volkes zu machen. So haben Findel, Otto Henne-am-R h y n in Leipzig, Professor Lewis in Pest und Kanzleirath Robert Fischer in Gera Werke erscheinen lassen, welche bemüht sind, Licht über diesen Bund zu verbreiten. Ihnen folgt Dr. B e i d l, ein Oesterreicher, der unter obigem Titel ein „offenes Schreiben an vorurtheilsfreie Männer über das Wesen, die Einrichtung und Entstehung des Bundes" richtet. Die Sprache dieser Broschüre ist fließend, die Erklärungen sind in klarer, unzweideutiger Weise gegeben. Aus dem ganzen athmet der Geist der Ueberzeugung des Verfassers von der Bortcefflichkeit der Ideen und deren Ausführung im Bunde. Diese Macht der eigenen Ueberzeugung wirkt auch durch die lebendige und volkslhrMrche Sprache überzeugend aus den Leser. Wir können immerhin dies kleine Büchlein jedermann empfehlen. Freund und Feind werden gerne in kurzen Zügen wahrheitsgetreue und erschöpfende Aufklärung über diesen jo viel besprochenen, und doch so wenig gekannten Bund empfangen, und hier in angenehmer, lebendiger Darstellung finden. In Laibach zu beziehen durch die Buchhandlung v. «leinmahr & Bamberg. Rachruf an I. G. Seidl, Ehrenbürger von Cilli. Jüngst stand ich sinnend an des Hügels Rande, Wo sich der Ströme Schwesterpaar begrüßt * Und blickte nach dem lieben Steierlande, Das mir als Heimatsstätte heilig ist. Ich blickte ernst und sehnend nach den Weiten, Den grünen Auen, trauten Bergen hin, Und Lachte meiner Kindheit gold'nen Zeiten Und Dein im treuen. Lankgerührten Sinn. — Denn Du Verklärter! — warfst zum ersten male Den hehren Funken in des Knaben Brust, Und wecktest mit der Hoffnung freud'gem Strahle In seiner Seele des Gesanges Lust. — Von seiner Heimat schönster Flur umsangen Hast Du des Lebens schönste Zeit verlebt, Und heiter und betrübt, in Lust und Bangen, Gehofft, geliebt, gerungen und gestrebt. Und Freundschaft, Dank und Liebe, eng verbunden, Sic bauen Dir ein Denkmal, fest wie Erz, Nicht sichrbar zwar, doch treu und tief empfunden, Tenn dessen Grundstein ist dort jedes Herz. Und was so freudig ich geschaffen habe, Als heiter Dich das Leben noch umgab, Das leg' ich ernster nun als Opfergabe, „Ein Lied vom Herzen!" — auf Dein stilles Grab. (I• K» Ä • * Geschrieben in K r a i n auf dem Kreuzhügel an der Einmündung der Sann in die Save. Witterung. Laibach, 20. August. Andauernd heiteres Wetter, große Hitze, Höhendunst, schwacher SW. Wärme: morgens 6 Uhr + 15" 1°, nach mitttags 2 Uhr + 288« C. (1874 4- 11» 1°; 1873 + 18 8° C.) Barometer im Fallen 738*99 Mm. DaS gestrige TageSmittel der Wärme -j- 21-3°, um 2-5° Uber dem Normale. ____ Augekommeue Fremde am 20. August. Hotel Ttavt Mcn Komis, Ministerialconcipist, Budapest. — Serniz, Pettau. — Repousch, Rechnungsführer, liitd Wiskokl, Sagor. — Wohlheiin, Ingenieur; Trnmler und Wassermann, Reisende, und Weiß, Wien — Waldec, Pfarrer, Ralovac. — Zajer, Kärnten. — Wanikek, Fabrikant, Brünn. Hotel Elefant. Malabata, Widemann, Mevatti und Krans, Triest. — Baudek, Finanzministerialbeamter, und Halasy, Feuerwerker, Wien. — MandraviL, Beamter, und Stasii, Agram. — v. Hallaky, Malbvrgeth. — Trödhändler, Tartus. — Lamprechl, Pontafel. — Frederigk, Klagenfurt. £>otcl Europa- Luser, RudolfSwerth. — Papper, Pilsen. — Tfcheligi. Graz. Molire». Knez Maria, Aaram. — Potoknik, Sagor. Berstorbene. Den 18. August. Valentin Orajem, Inwohner. 59 I., Civilspital, allg. Wassersucht. Den 19. August. August Urbane, Wagenkupplers. Kiud, 8 Tage, Kiakarrvorstadt Nr 52 und Rosalia Schmidt, Stationsdieners-Kind, 9 Tage, Kaprizinervorstadt Nr. 86, beide am Kinnbackenkrampfe. — Michael ©taffer, Biertrl- hüblerssohn, 5 Jahre, 10 Monate und 19 Tage, Mvor-,rund Nr 14, Nachenbräune. — Maria Hofcoat, Rbchm, 16 Jahre, Civilspital, chronische Lungentuberculose. Gedenktafel über die am 23. August 1875 stattfindenden 8ici. tationen. 2. Feilb., Wrenk'sche Real., Sagor, BD. Littet — 1. Feilb., Zupaiic’jct'e Real., Brehtova, 8®. Littai. — 1. Feilb , Obajdin schc Geuußrechle St. G. Oberseßniz. 33®. Kra nbnrg. — 1. Feilb., «Lkerl'sche Real., Kruschze, B®. Laas. Deutscher Platz Nr. 203 im dritten Stock, nächst der Oberrealschule, werden bei einer soliden kinderlosen Familie Studierende in ganze NerPflegling ausgenommen._____________ (5S2) 1 Dampfkessel zu verkaufen. 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Bank 87-20 87-40 BereinSbank Berlehrsbant 83-- 84— «lsöld-Bahn .... —■— Hart kudwigbahn . . ikais. Elis.-Babn . . 220'50 281— 178 50 179— Lais. Fr. 3o(c|6b . . löU'Bn; 160— Ktaatsbahn 266*50 267-— Südbahn 1)7*25 97*50 Pfandbriefe. Allg. 6(1. Bod.-Credit, btc. in 33 3. Nation, ö. SD. Ung. Bod.-Srcditanst. Priorität«-ObL ranz Ioscfk-Babn . Jeff. Nortwestd-Yn. Siebenbürger Slaat»bahn 6iibb.»®tf.$u 500 6». dt«. Bon» Lose. Credit - kose .,.••• Rudolf» -rose .... Wechs. (3Mou.) «uzSi.l00-.südd.w. Frank«. IOC Mark. . &• Eierl. Paris 100 Franc» . > Münzen. Hais. MüM'Ducaten Gell ,00 0,1-— SO * «A *•* «1- 67 ” Jt- 94Ü <*t6 9t« n— Itii AÄMi TW 165— 13-50 M5* II» 54» U-SO 111-55 44*10 jU‘ S-», -- 101-30 lOl1# M'S Ul» 4t r> Telegraphischer (Kursbericht am 20. Sllljjllfi. 170.0/1 IfiAY Papier-Rente 69 55 - Silber-Rente TOg-lW StaatS Änlehen lU'öO.—»anfacnen .MH. London 11180 - r-'lber 101 SS. _ ducateu 528. — 20-FraucS Stücke 894. mark 54 95. Druck von Jg. v. Lleinmavr k geb. Bamberg. Berleger Dttemar Bamberg. Für bic «edaction verantwortlich: Franz Spitaler.