Pr««umrr,tt»nS - Preise: gir Laibach: «anzjäbrig . . S fl. 40 kr. HalbjLbrig . . 4.2». VlrrteljSbrig . 2 „ 10 „ D.onatliL ... — ,, 70 . SDlit der Post «an»jiihrig...............12 fl. HalbjShrig................ 6 „ BierteljShrig 3 » Laibacher Für Zustellung in» Hau« viertelt. 25 k., monatl. 9 k. «byelne Kammern 6 kr. TJ lagblatt. Anonyme Miltheilungen werden nicht veritckfiLligk; Manuskripte nullt zurüikgesentet. ÄtNrtte«: Bahnhofgaffe Nr. 16. Gr»e»tti»n«- k Inseraten-Bureau: Konzreßplatz fix. 2 (Buchhandlung Den Jg. ». Klein-mayr & geb. Bamberg.) J»sertt»»«vreise: gir die einspaltig« Petitteile i 4 kr, bei «iederbslter ~ s»alt,n, L 3 kr/ hia s on fr Anzeigen biS S Zeilen SV kr. _ Bei größeren Inseraten »a» öfterer Einschaltung entfttte» chender Rabatt. Für cemplicietttn Satz besondere «ergütung. Nr. 98. Montag, 30. April 1877. - Morgen: Filipp und Jakob. 10. Jahrgang. Wonnements -Einladung. Mit 1. Mai 1877 beginnt rin neue« Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt." Bis Ende Mai 1877: Kür Laibach.........................— fl. 70 kr. Mit der Post........................1 fl — tr. Bis Ende Juli 1 877: Sür Laibach . . -..................2 fl. 10 lt. Mit der Post.............................3 fl. — kr. Für Zustellung ins HauS monatlich 9 kr. Auf das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonniert werden, doch muß da» Abonnement immer mit Schlntz eines Monates ablanfen. Der landwirthschastliche Unterricht an den krainischen Volksschulen. In der letzten VereinSversammlung deS konstitutionellen Vereines vom 27. d. referierte Herr Professor Lin hart über den landwirtschaftlichen Unterricht an den krainischen Volksschulen. Aus der «ischichtlichen Entwicklung diese« Unterrichtszweiges »n den Volksschulen, mit welcher der Vortrag ein« geleitet wurde, heben wir hervor, daß die Bemühungen der Schulbehörden, diesen für die Hebung der landwirthschaftlichen Interessen eint» Landes gewiß maßgebenden Faktor auch in die Volksschnlen einzubürgern, bis in das Jahr 1848 zurückdatieren. Alle diesbezüglichen Erlässe und Verordnungen hatten aber selbst bis in unsere Zeit so gut wie keine Erfolge. Eine bessere Zeit für den landwirthschaft. lieben Unterricht schien erst mit den ReichSvolkSschul-gesetzen vom 14. Mai 1869 gekommen zu sein. Durch dieselben wurde die LandwirthschasiSlehre „mit besonderer Rücksicht der Bodenkulturverhältnisse des Landes" als obligaier Lehrgegenstand an den Lehrer-Bildungsanstalten eingeführt und damit eine spezielle Vorbildung der Lehrer der neuen Schule für dieses Fach begründet. Nach dem für die Lehrer-Bildung-anstalten gütigen Organisationsstatut vom 26. Mai 1874 wurde sodann der landwirthschastliche Unterricht in wöchentlich zwei Lehrstunden in die beiden letzten Jahrgänge, den dritten und vierten, verlegt. Wenn ! nun noch erwähnt wird, daß die Lehramtszöglinge : außerdem in wöchentlich mehreren Stunden durch |je ein ganzes Jahr hindurch in der Geologie, Botanik und Chemie und ein halbes Jahr hindurch in der Mineralogie unterrichtet werden und bei allen diesen Fächern stets nach den ausdrückliche^ Bestimmungen des Statuts besondere Rücksicht auf einschlägige landwirthschastliche Fragen genommen wird, so kann nicht geleugnet werden, daß die Bedingungen vorhanden sind, auf Grund welcher sich die eben Heranwachsende Lehrerschaft ganz genügende theoretische Kenntnisse aus der Land-wirthschaftslehre erwerben kann. ES verräth daher auch gänzliche Unkenntnis der Sachlage, wenn von gewisser Seite auf eine Reorganisation des land-wirtschaftlichen Unterrichtes an den eben erst reorganisierten k k. Lehrer-BildungSanstalten gedrungen wird; nicht um eine Reorganisation, sondern um eine Durchführung der diesbezüglich geltenden gesetzlichen Bestimmungen handelt eS sich! Am 2. Februar 1876 erschien ein Circular des Landesausschusses für ftrein, welches sämmtlicheu Gemeindevorständen und OrtSschulräthen die Herstellung einte Schulgartens, die Errichtung von landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen u. dgl. aufangelegentlichste empfahl; auch stellte der Landtag für das Jahr 1877 einen Betrag von 1500 fl. für die Remunerierung der den landwirthschaftlichen Unterricht erteilenden Lehrer ein; von der Landet« schulbehörde endlich wurde den Bezirksschulräten ein detaillierter Lehrplan für derlei landwirtschaftliche Fortbildungsschulen übermittelt. — ' Und wa» war der Erfolg aller dieser Unternehmungen? Thatsache ist, daß mir in ganz Kram trotz Remuneration und Subvention keine landwirthschaft» lichtn Fortbildungsschulen habe»; daß keine Schule über einen zweckentsprechenden Schulgarten verfügt; daß der ganze landwirthschastliche Unterricht betmalen darin besteht, daß dm Kindern der Wieder. holungSschule in jährlich kaum 15—20 Stunden irgend etwa» sogenannt .Landwirthschastliche»" vorgesagt wird! Und dieser Unterricht soll in der That einen jährlichen Kostenaufwand von circa 2000 fl. verursachen ? I Mit Recht bemerkte der Betragende, daß man, wenn man ein solides Gebäude aufführen will, vor allem für einen sicheren Grund zu sorgen habe und erst ganz zuletzt das Gebäude mit dem Dache ge. krönt wird. Detaillierte landwirthschastliche Lehrpläne u. dgl. feien das Dach des zu errichtenden Gebou» des; dies ist bereits fix und fertig. Der Grund aber, der mit jeder Lehrer-BildungSanstalt verbunden fein sollende landwirthschastliche Garten, von Jeuillelon. Die Erbin von Thorncombe. Roman nach dem Englischen, frei bearbeitet box Hermine Franken st ein. (Fortsetzung.) In diesem Augenblicke war es. als Filipp Ryve um eine Biegung in der Straße mit einem flicke sah, wie die Dinge standen, und zu ihrer Hilfe herbeisprang. I« nächsten Augenblicke hinkte Landstreicher ganz zerschlagen und mit einem «He auf den Lippen in den die Landstraße beizenden Wald, und Filipp gtyOC trug der jun-"Cn Dame galant, wie ein Ritter «uS der alten o'it, seine Dienste an, sie nach Hause zu begleiten. Miß PoulttS unschuldSvollen Auoen erschien tl wie ein Held. _ Cr war schön, hatte schwarze Haare, einen tan» in Backenbart, kohlschwarze Augen und dunklen «nt, eine schlanke, wolgebaute Gestalt und statt J2* HEung — ein Mann, der einem fantasie Ueti Mädchen edel und heldenhaft erscheinen mußte Er begleitete sie bis zur Umfriedung des Taxus-Hofes, und der Blick, den er ihr beim Scheiden gab, verfolgte sie während der ganzen Nacht. Nach dieser ersten Begegnung trafen sie sich ziemlich oft. Wann immer Miß Paulet sich auf ihren Spaziergängen ober Ritten ihres Dieners entledigte, traf sie gewiß mit Filipp Ryve zusammen. Er sagte ihr, daß er Künstler und von sehr guter alter Familie, aber arm fei, und nach einem Dutzend scheinbar zufälliger Begegnungen begann er von Liebe zu sprechen. Als er endlich den Muth gehabt hatte, ihr einen entschiedenen Heiratsantrag z« machen, wies ihn Miß Paulet an ihren Vater. Zu ihrer Ueberraschung weigerte er sich, zu Mr. Paulet zu gehen. Er sagte, daß er arm, aber sehr stolz sei, daß er eine Abweisung nicht ertragen könnte. Er konnte nicht zu Mr. Paulet im Taxushofe gehen und um die Hand seiner Tochter bitten, überzeugt, daß ihm nur eine verächtliche Ab- weisung zutheil werden wurde. Nein, ihre Zusammenkünfte mußten geheim bleiben. Niemand durfte von ihrer Liebe etwas wissen, und am wenigsten von allen Mr. Paulet. Filipp Ryve hatte diese Liebeserklärungen in dem Parke von TaxuShof an demselben Nachmittag gemacht, an welchem Mr. Äeene, der Rechtsanwalt in Thorncombe Manor mit der Nachricht erschienen war, daß eine Erbin der kolossalen Reichthümer von Thorncombe existiere. Diana war gerade und wahrhaft durch und durch. Sie hatte nie eine heimliche Begegnung mit ihrem Geliebten geplant, obgleich gestanden werben muß, daß sie öfter gehofft hatte, ihm auf ihren Wanderungen zu begegnen, und sich selten in ihnn Hoffnungen getauscht gesehen hatte. Wenn Filipp Ryve nicht den Muth hatte, mit der Geschichte ihrer Liebe zu ihrem Vater zu gehen, dann mußte sie einfach selbst gehen. Und demgemäß begab sich Diana Paulet an demselben Abende, nachdem ihr Anbeter sich ihr erklärt hatte — jenem selben Abende, an welchem Lord Thorncombe, Mr. Äeene und Piers Dalyell in Thorncombe Manor Rath hielten, wie die Erbin von Thorncombe ausfindig zu machen sei — in die Bibliothek von Taxushof mit hochklopfendem Herzen. Sie fand ihren Vater in seine Bücher vertieft. (Fottjetzung folgt.) dem au« sich her Unterricht über das ganze Land verbreiten mürbe, von dem ist leider bis zum heutigen Tage noch keine Spur! Der alleinige Grund der Unfruchtbarkeit unsere« landwirthschaftlichen Volks,chulnntertichteS liegt darin, daß der Unterricht in diesem Fache für dir Lehramtskandidaten selbst nur ein theoretischer ist, daß fit keine Gelegenheit haben, sich auch in praktischen landwirthschaftlichen arbeiten zu üben, daß mit einem Worte die hiesige Lehrer.Bildung-anstalt über keinen zweckentsprechenden Garten verfügt. Ohne einen solchen in der Sand« wirlhschastSlehrr Unterricht ertheilen zu wollen, heißt gerade so viel, als Fisik ohne Malische Apparate, oder Chemie ohne chemische Experimente zu lehren. Alle Bemühungen, alle materiellen Opfer in dieser Angelegenheit sind vergeblich, so lange diesem Uebel-stunde nicht radikal abgeholfen wird. ES ist in der That eine bedauerliche Täuschung, der man sich hingibt, wen« man in unserer Zeit der Lehr- und Lernmittel glaubt, gerade in diesem UnterrichtSzweige, der ein so eminent praktischer ist, ohne denselben fertig werden zu können. Hätte man gleich von allem Anfang an das für Remune. rationen und Subventionen nutzlos vergeudete Geld, zu dem nun auch noch da« für den Wanderlehrer zu zahlende kommt, in Summa mehrere taufend Gulden, für die Herstellung eine« landwirth« fchaftlichen Garten« verwendet, dann befänden wir im« unstreitig auf einer ganz ändern Stufe, als »ir dermalen find. In allen übrigen Provinzen hat man diesen Weg eingeschlagen und auf demselben Bedeutende« geschaffen und erreicht, nur in unserem Lande wählt man einen ändern und ist auf dem-selben auch richtig dorthin gelangt, wo wir un« heute befinden. Soll e« also ernst sein mit der Hebung dt« landwirthschaftlichen VolkSschulunterrichie«, so wird man maßgebendenotts mit der Herstellung eine« landwirthschaftlichen Garten« den Anfang machen müffen, so wie e« vom Organisationsstatute ge» fordert wird. So lange aber diese gesetzliche Bestimmung nicht durchgeführt worden, wird man von einem landwirthschaftlichen Unterrichte in Ärain kaum sprechen können. Daher wird auch das in der letzten Session de« Landtag« neucreierte Institut der Wanderlehrer keinen großem Erfolg erzielen, wie die bisherigen Remunerationen und Subven. tionen. Abgesehen davon, daß es niemals Ausgabe eine« Wanderlehrer« sein kann, die Bevölkerung mit den unentbehrlichsten Grundbegriffen bekannt zu machen, will man bei un« denselben auch noch in einen Wirkungskreis hineinzwängen, der ihm gar nicht gebürt. Derselbe soll im ganzen Lande Bor» träge halten, soll etwa 300 Volksschulen inspizieren, mithin auch Mitglied de« Landesschulrathes und fommtlichet BezirkSschulräthe sein, und obendrauf noch wöchentlich vier Stunden an der Lehrer«Bil« dungSanstalt unterrichten! Es müßte ein merkwürdiges Genie fein, das dieses alle« zustande brächte. Zum Schluffe des mit vielem Beifall auf» genommenen Bortrage«, von dem wir nur die wichtigsten Momente brachten, wurde folgende Resolution angenommen: Der konstitutionelle Verein erkennt die hohe Wichtigkeit de« landwirthschaftlichen Volksschuluuter. richte« und sieht eine wesentliche Förderung desselben in der Herstellung eines zweckentfpre» chendrn landwirthschaftlichen Gartens für die k. k. Lehrerbildungsanstalt gemäß den Bestimmungen de« Organisationsstatutes vom 26. Mai 1874._________________________________________ Bom Kriegsschauplätze. Auf Befehl Abdul KerimS hat da» ganze unter dem Befehle OSman Pascha'S stehende tür» kische Eotps gegen die Dobrudscha den Marsch an getreten, weil man im türkischen Hauptquartier der Ansicht ist, die Russen werden den Donau» Übergang bei Reni-Jsmail forcieren. Die türkische Flotte bombardiert Pot. Hassan Pascha meldet au« Bat um am 26. Apti ein günstiges Gefecht für die Türken, welche au« ihrer gedeckten Stellung den Raffen beträchtliche Verluste beibrachten. E« wird versichert, die Jtomman* bauten in Skutari und in der Herzegowina begannen gleichzeitig die offensive Bewegung gegen Montenegro. Die Türken nahmen die Residenz der Miriditen ohne Schwertstreich. Türkische Panzerschiffe kreuzen vor dem Hasen von Galatz. Die Schiffahrt ist eingestellt. Neutrale Schiffe dürfen nach einem zur Eomplettie» rung der Ladung geeigneten Zeiträume die Weiterreise ontreten. Flußaufwärts darf kein Schiff mehr gehen. Bei dem an der af"tatischen Grenze bei Ei bei)an stattgehabten äußerst erbitterten Kampfe zwischen ben über die Grenze gedrungenen russischen Truppen und den Türken blieben 800 Russen tobt auf dem Platze. Die Russen wurden zum fluchtartizen Rückzüge über bit Grenze gezwungen. Kaiser Alexander hat bie Mobilisierungs-Ordre für bie sogenannte 9torbarmee unterzeichnet. Es sollen 16 Divisionen Infanterie, 8 Regimenter Kavallerie unb 14 Batterien auf Kriegsfuß gefetzt werben. Zum Obertommanbanten dieser Armee dürfte General To Heben ernannt werden. Aus dem russischen Hauptquartier werden täglich im Durchschnitte nur fünftausend Mann nach Rumänien transportiert. Fürst SchahowSki, Befehlshaber des elften russischen Armeekorps, besetzte Galatz und Braila; die 36. Division besetzte Ismail und Kilia. In Jassy langen stündlich Züge mit Russen an. Bisher sind circa 30,000 Monn angekommen. Drei Regimenter Husaren und Kosaken, vier Batterien gingen auf der Chausfee nach WaSluj ab. Man betrachtet den Einmarsch türkischer Truppen in Serbien als einen Coup der Pforte, um Oesterreich aus seiner neutralen Stellung zur Action zu drängen. Der Friedensschluß mit Serbien war ein Zugeständnis an Oesterreich und gleichzeitig ein Preis für dessen Neutralität. Flammt nun ber Krieg in Serbien rnitber auf, was fast schon als bestimmt anzunehmen ist, bann wirb Oesterreich zu einer raschen Entscheidung genöthigt werden. Politische Rundschau. Laibach, 30. April. Z,l«»d. Am 27. d. fand in der Wiener Hofburg unter Vorsitz de» Kaiser« ein Ministerrath statt. Das vorgestern ausgegebene Reichsgesetzblatt macht fünf fanctieniecte Gesetze kund, u. z. das Gesetz über den Ankauf der Braunan-Straßwalchener Bahn, über die Eröffnung von Spezialkrediten für den Staatfl.eisenbahnbau im Jahre 1877, bann übet Abänderungen in der Einteilung der Reich», ralhs Wahlbezirke in Böhmen, Galizien unb Nieder-österreich. Die Verhandlungen über den Zoll- unb Handelsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und dem deutschen Reiche nehmen einen raschen Verlauf. Den Vorsitz führt in den-selben Sectionschef Schwegel. A«Sla«d. Das Wolff'sche Bureau meldet: „Die Mächte erwiderten der Pforte auf deren Anspruch wegen Vermittlung unter Berufung auf Artikel VIII des Pariser Vertrage», daß durch die seit Jahr und Tag geführten Verhandlungen seiten» der Mächte ber Artikel VIII erfüllt fei. Da» jetzige Verlangen ber Pforte sei also nnbegrünbet." Dem Kaiser Wilhelm würben nach Bericht ber „Nat. Ztg." Vorschläge wegen Verstärkung der Garnisonen in Elsaß-Lothringen zur Genehmigung unterbreitet. Nach einem Pariser Telegramm bet „Kölnischen Zeitung" beabsichtigt Duc Decazes ein Runbschreiben abzuschicken, in welchem den fran- zösische» Agenten an den fremden Höfen bie Be» obachtung der Neutralität unb der vollständigen Zurückhaltung vorgezeichnet wird, deren sie sich um jeden Preis in dem türkisch-russischen Streite zu befleißen hätten. Wie dem „N. Wr. Tagbl." mitgetheilt wird, soll es nachträglich gelungen sein, eine Art sactischet Neutralität Rumäniens insofern herzustellen, als die rumänischen Truppen sich jeder Theilnahme an dem Kriege enthalten dürften. Es verlautet, daß die serbische Regierung der Pforte erklärt habe, sie werde daS Einrücke« türkischer Truppen auf serbisches Gebiet al« Kriegsfall betrachten. Das russische Manifest wird in Kreisen, welche der englischen Botschaft nahestehen, at» eine Herausforderung Englands erklärt. Die russische Eirculardepesche und die türkische Antwort auf dieselbe wurden von den europäischen Mächten einfach zur Kenntnis genommen. Die .Gazzetta Ufficiale" veröffentlicht eint Notifikation der italienischen Regierung, welche besagt, daß der zwischen Rußland und btt Türkei eingetreteue Kriegszustand der königlichen Regierung und den Bürgern des Reiches die Verpflichtung auferlege, entsprechend den in Kraft bestehenden Gesetzen unb den allgemeinen Grundsätzen de« Völkerrechts, gewissenhafte Neutralität zu beobachten. Barzanallana hat dem spanischen Kongreß das Einnahmenbudget vvrgelegt, welches, die Einnahmen auf 735 Millionen Pesetaveranschlagend, mit dem AuSgabenbudget im Gleichgewichte steht. Das Maniseft de« Sultan« sagt: Rußland habe dem v«manischen Reiche den Krieg erklärt und mit den Feindseligkeiten begonnen; das-selbe gebe so den politischen Schwierigkeiten, die Europa in letzterer Zeit beunruhigten, bie schmerz haftefte Lösung. Die Türkei unb bie Mächte Europa'» Hütten zwar alle« Mögliche gkthan, um den Frieben zu erhalten, leibet aber vergeben». Der Angreifer ber Türkei sei aber nicht nur der Feind der muselmanischen, sondern auch ber christlichen Bevölkerung be« »»manischen Reiche«, da er Elend über dieselbe zu häufen suche, gerade in dem Augen» blicke, wo die liberalste Verfassung zur Thatfache wurde und in dem die Türkei Europa zurief: .Schau' her und dann beurtheile!“ Der Sultan hoffe, daß die Geschichte unsere» aufgeklärten Jahrhundert« es registrieren werde, wie eine große Macht über das Nachbarteich herfiel, um dasselbe zu verwüsten, einzig und allein dafür, weil dieses seine Ehre, Unabhängigkeit und Würde vertheidige. Der Sultan, welcher hoffe, daß Gott die gerechte Sache beschützen werde, habe der Armee befohlen, gegen den Feind zu marschieren. Zur Tagesgeschichte. — Der Katholikentag in Wien hält seine Versammlungen vom 30. April bis 8. Mai. Zur Verband« lang kommen: Angelegenheiten der Schule, der kirchlichen Äunst, der katholischen Presse, des katholischen LebenS und der katholisch-politischen BereinsthStigkeit. Am letzten Tage s.ll .Soziales" behandelt werden. — Das Universitäts-Jubiläum in Inn*' druck unterblieb gänzlich. Den Studenten wurde die Ab-Haltung des Fackelzuges untersagt. Nachdem das Festcomiti für den Aufruf, der das Programm mittheilt, das „$16«' des Rectors nicht erhalten, da derselbe sich dahin attäspra*' er könne unter den gegebenen Verhältnissen, nach der in d«k Plenarversammlung abgegebenen Erklärung der Professoren, der Studentenschaft die Aula zur Feier nicht öffnen, f° erklärte das tornite, daß es keine Möglichkeit zur Dur*' flihtung der Feier sieht, und verzichtet unter Vorbehalt einer Rechtfertigungs-Erklärung gegenüber der Studentenschaft die weitere Veranstaltung einet Feier der Studenten!*1' für das zweihundertjährige Universitäts-Jubiläum. - Triest - Freih.fe». Eine Deputation «**»« oe* Trieft nach Kien ab, u» dem Kaiser uud der fUV*0 rung eine Denkschrift zu überreichen über die Nvthwendigkcit, Triest als Freihafen zu erhalle», und zugleich die Mitglieder des Reichsralheö einzuladen, Triest zu besuchen und sich auS eigener Anschauung über die UebelstLnde der Stadt und de« HasenS zu überzeugen. Die „Lriester Zeitung" sagt: .Die Herr«», welche in Triest unter entsprechender Führung den ersten Hafen des Reiches kennen lernen werde», »erden sich gewiß fernerhin der Ansicht nicht verschließen können, daß die Interessen Li.-ses Hafens wesentlich österreichische sind, daß alles, was sein Gedeihen schädigen, den Berkehr, dem er dient, verkürzen, die Heranziehung neuen Verkehres bindern kann, eine direkte Verletzung der «eichSinieresse» involviert." — Die juridische FacultLt in Heidelberg, welcher es wahrscheinlich zukommen dürfte, über den österreichisch - ungarischen 80- Millionenstreit zu ent-scheiden, besteht derzeit ans folgenden Mitgliedern: Dotieren Bekker (Pandeclen), Bluntfchli (Staatsrecht), Heinze (Straf-prozeß), Karlowa (römisches Recht), «enaud (Zivilrecht,, Z»pfi (Matur, und Völkerrecht», Schott (Handelsrecht), Strauch (EncyklopLdie). Als Dekan der FacultSt fungiert Professor und «eheimrath Heinze. — Segen die Klerisei. Die Umtriebe der kleii-leim Partei in Frankreich, deren fortgesetzte Angriffe eine befreundete Regierung, und die Haltung der Bi-f*6fe haben die verschiedenen -truppen der republikanischen Partei zu einer Interpellation veranlaßt, welche gleich bei Beginn der am 1. Mai zu eröffnenden Session eingebracht werden soll. Die Republikaner wollen damit der Regierung tkltgenheit geben, ihrer Politik den Ultramontanen gegen« übet und ihrem Wunsche, mit Italien freundnachbarliche Beziehungen zu erhalten, einen offiziellen Ausdruck zu geben. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Vertrauensvotum.) Sicherem Vernehmen «ach begab sich eine Deputation der krainischen Landschaftsbeamten nach Littai, um dem dortigen k. k. Bezirkshaupt-®«m, beziehungsweise Landtagsmitgliede Herrn Dr. R. von besten eck sürj die fürwortliche Unterstützung ihrer im krainischen Landtage eingebrachten, jedoch von der national-klerikalen Majorität abgelehnten Petition betreffend die Äleich-Reüung der Landschafts- mit den Staatsbeamten den wärmsten Dank der Beamtenschaft auszudrücken. Die von Littai hetmgekehrle Deputation sollte gestern abends am Laibacher Bahnhöfe mit einem „Pereat“ begrüßt werden, jedoch die bicherheitsorgane erhielten von dem Projekte der heißblütigen Stock-Rationalen rechtzeitig Kenntnis. — (Personalnachricht) Der Reichsralhs-•bgeortmete Herr Dr. Adolf Schaffer ist nach mehr-wöchentlicher in Italien und Frankreich zurückgelegter ^hvlungsreise gestern wieder nach Laibach zurückgekehrt. — (Flerschtaris für den Monat Mai.) Das Kilogramm bester Qualität von Mastochsen kostet kr., mittlerer Qualität 42 kr., geringster Qualität 34 kr., v»n Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch und 28 kr. -- (Nächtliche Ruhestörung.) In der Nacht °°n Sestern auf heute wurde die Ruhe in unausstehlichem, ^etgetnis erregendem Grade namentlich aus dem Auer«-^krgplatze gestört; mehrere Personen getiethen so heftig in ®‘*eit und Kamps, »aß Zivil- und Militärpatrouille» ein» 'weiten mußten. — (Die Laibacher Volksküche) konnte auch *n ^r abgelaufenen Woche einen lebhaften Besuch registrieren, täglich wurden 200 bis 250, gestern mehr als 300 Per-fonen abgespeist. Vorgestern fand eine Versammlung des »rauen-LvmitLs statt, bei welcher eine weitere Reihe von amen ihren Beitritt zur Verstärkung des leitenden und ausübenden Lomitös erklärten. . — (6in neuer $etein)foO demnächst in Laibach ^den gerufen werden. Der für humane Zwecke nner-fl Mtige Stadtkafsier Herr H e n g t h a l e r beschäftigt - ^erzeif tnit dem Projekte der Errichtung einer weiblichen Industrieschule in Laibach, in der Mädchen im Alter °tt ® b,S 14 Jahren in praktischen weiblichen Arbeiten .stricken und Nähen) unterrichtet werden. Diese neue Schule ” Eben auch der Leitung diesem lobenswerthen Zwecke '«»ndlich gesinnter Krauen übergeben und zur Durchsüh. diese» Projektes ein eigener Verein gegründet werden. — (Der erste Mai.) Die städtische Musikvereins. Kapelle wird morgen um 5 Uhr früh den ersten Lenztag durch eine Tagreveille signalisieren und bei günstiger Witterung in den Nachmittegäfiynfceii von 5 bis 7 Uhr auf demjgetvöhnlichen Standorte nächst dem Schweizerhaufe im Tivoliparke spielen. Die Mitglieder des städtischen Musii-vereines werden sich von den erfreulichen Fortschritten dieser Musikkapelle überzeugen können. — (Die städtische Musikvereins-Kapelle) konzertierte gestern im ffllassalon der Kasino-Restauration. Aut der Reihe der vorgetragenen Programmaummern heben wir die präcise Aufführung der Ouvertüre zu „Stradella," die Euphonium-Soli de« Herrn Schiebt, das Flügel* hornsolo des Herrn Zörner und da» großangelegte, tnit komischem Beisatz gewürzte neue Potpourri „Momente der Täuschung," vom Kapellmeister Herrn Weiß componiert, hervor. Das Urtheil der Zuhörerschaft über die guten Leitungen der reorganisierten Musikvereins-Kapelle lautete sehr günstig. Laibach besitzt nun eine tüchtige Zivilmusik-Kapelle, die sich noch durch einige Violinspieler zu verstärken und durch genaue Beachtung der Borzeichnung „piano“ und „pianissimo“ an ihre Vorträge die feine Feile anzulegen haben wird An den Musikfreunden LaibadjS ist es nun, durch zahlreichen Beitritt zum Musikvereine und durch zahlreichen Besuch der VeretnSkvnzerte diese Kapelle lebensfähig zu erhalten. — (Musikalisch- deklamatorische Akademie.) Die Räume unseres landschaftlichen Theaters waren Samstag den 28. d. M. gar nicht in der Lage, alle, die gekommen, «m einerseits dem Konzerte anzuwohnen, andererseits ihr Echerstein zur Unterstützung dürftiger Studierender a» hiesigen Obergimnasium und an der Ober» realschule beizutragen, auszunehmen, das Haus war, die «allerie ausgenommen, nahezu anSverkanst. volle Anerkennung verdienen in erster Linie die Herren Anton Förster, Musikdirigent in der hiesigen Domkirche, und Johann G erflner, erster Violinspieler in unserer Stadt, beide Musiklehrer an den genannten Mittelschulen; sie führten uns ihre Zöglinge vor. die der Bevölkerung LaibachS erfreuliches Zeugnis gaben von dem Fortschritte auf dem Gebiete des Gesanges, des Violin- und Klavierspielrs. Der 28. April erbrachte unbestreitbaren Nachweis, daß man auf dem Gebiete der Musik in Laibach auch auf eigenen Füßen stehen und fremder Kräfte entbehren kann, um musikalische Genüsse zu bieten, wenn die Zuhörerschaft nicht unverhältnismäßig hohen Ansprüchen huldigt. Der erste Preis des Abends wurde dem aus 125 Gängern bestehenden „gemischten“ <£ho« und der zweite den Zöglingen der B i o l i n s ch n l e zuerkannt. Schon der Anblick deS unter dem MarfchallS-stade de» Gesangslehrers Herrn Förster gestandenen Chores bot ein überraschendes Bild; Effekt machten beide Massen-Ehbre .Zigeunerleben" und „Ave Maria"; erster« mußte wiederholt werden. Auch die Männerchöre .Morgengruß*. »Die lustigen Musikanten* und „Na boj!“ wurden gut vorgetragen. Stürmischen Beifall ernteten die Zöglinge des Herrn «ersinn (Basadonna, E. Pfefferet, Hanffen und Terpin) bei Aufführung der Mauter’jchen Konzert» und Streichorchester-Piece ; I. Mas chek bewährte als Klavierspieler Verständnis für klafsifche Musik und beachtungswürdiges Talent. Da« Hans spendete nach allen Programmnummern stürmischen Beisall und zeichnete die Vortragende» durch wiederholte Hervorrnfe auS. lieber WolthätigkeitSkonzerte hat die Kritik nur seine Seiten anzuschlage», wir wollen deshalb nur kurz bemerken, daß die Männerquartette minder correct und von den DeclamalionSpiecen die erste zu schnell und die andere mit hartem, steifen Anschläge vorgetragen wurde». Der „Beter Ser Nation' konnte mit dem Programme zufrieden fein, es enthielt vier der flovenischen Zunge an» gehörige Nummern. Die Musikkapelle deS Jaf.-Reg. Erzherzog Leopold unter perfönlicher Leitung ihre« Meistere Herrn Lzansky brachte mit gewohnter Präcision die Ouvertüre zu „Mignon* und ReminiScenzen aus GounodS .Romeo und Julie" zur Aufführung. Die Znhörerfcheft verließ sehr befriedigt den Mnsentempel, dem Wunsche leuten Ausdruck gebend, eS möge» derartige Konzerte im verlaufe des Jahres öfter arrangiert werden. — (AuS dem Amtsblatte.) Kundmachungen, betreffend: l.) die Verlosung der krain. Srundentlestungs-Obligetionen om 30. b. M.; 2.) die Anlegung neuer Grund-.büchet für die Katastralgemeinde» Klanz und Rau; 3.) die Abhaltung der Staatsprüfungen anS der StaalS-Verrech- nungswiffenfchaft am 9. Mai l. I in Graz; 4.) die preß» behördliche Beschlagnahme der Nummer 90 des „@lov. Nat.*; 5.) die Besetzung der Postexpedientenstelle in Hof bei Seifen» berg; 6.) die Verleihung eines Graf Lichtenberg'fchen Beam-tenstipendiumS. — (Vergnügungszüge.) Zu den Pstngstfeier-tegen arrangiert da« erste Wiener Reisebureau, die Ver-gnügungSteiftn-Unternehmung Sch röckl, Vetgnügungs« lüge, die am 19. Met von Wien übet ffirez, Laibach, AdelS-betg (Grottenbesuch) nach Triest und Venedig, und von Triest über Laibach, «raz, nach Wien abgehen werden. Dir Fahrpreise werden wieder seht ermäßigt werden. — (Rübezehl der Berggeist) oder die Ge» heimniffe des Riesengebirges. Ein Bolksroman von Otto Reinhold erscheint unter obigem Titel in Lieferungen ä 20 kr. — Auf den dem heutigen „Laib. Tagbl.* beiliegenden Prospekt machen wir mit dem Bemerken aufmerksam, daß in der Buchhandlung v. Kleinmayr & Bamberg in Laibach Pränumerationen auf diesen Roman entgegengenommen werden und daselbst euch die ersten zwei Lieferungen zur Ansicht aufliegen. — (AuS der Bühnenwelt.) Die Lokalstngerin Frau P a u l m e n n erwirbt sich in Hermannstadt die Gunst deS dortigen Publikums. Die Fräulein Krägel und Eorbach sind an der Karlsbader Bühne engagiert, der Bariton Herr Göttich wird in Grez in kleineren Partien verwendet. Ueber die Pfahlbauten im Laibacher Moore (Schluß.) Es läßt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit an« nehmen, daß der einstig« Pfahlbau durch viele Jahrhunderte bestanden haben müsse, indem einerseil« da» massenhaft zutage geförderte Materiale aus einem Seegrunde von nicht einmal einem Joche Umfang, sowie das Hinübergreifen der Steinzeit in die Bronze-Zeit den Schluß rechtfertige!, daß diese Aulturstadien daselbst nur im Verlaufe von Jahrhunderten, durch welche die See A>stedlung bestanden Hai, nach einander folgen konnten. Der größt« Theil der letztjährigen Funde mußte wegen Beschränktheit de- Raume« der Museums« lokalitäten im Vorzimmer der Musealkanjlei provisorisch untergebracht werden, da die immer dringender zutage tretende Frage wegen Erweiterung bet Museumsräumlichkeiten noch nicht au«|ttragen ist, zu deren Durchführung der MusealcustoS da« bekannte Projekt der Adaptierung des ganzen ersten Stockwerke« in der Vorderfronte des Lycealgebäude» und die Aufführung eines Stockwerke« auf da» anstoßende Militär-Hauptwachgebäude in Anregung gebracht hat. Wenn die in Aussicht gestellte Unterbringung der Lehrerbildungsanstalt in einem auf Staatskosten zu erbauenden Hanfe sich verwirklicht, wäre dadurch ein Haupthindernis der Erweiterung und zweckmäßigem Einteilung der Museumsräume beseitiget. Die« veranlaßte den Lande«au»schuß, sich an den t f. LandeSschulrath wegen Betreibung de» beabsichtigten Baues der Lehrer BildungSanstalt zu wenden und denselben um sofortige Räumung der von der ge» dachten Lehranstalt benützten Ubicationen im Lyceal« Gebäude zu ersuchen. Um den Besuchern de« Museums die gefammtt prähistorische Ausbeute zur Besichtigung zugänglich zu machen, war e« nothwendig, das ganze dritte ebenerdige Zimmer, wo die 1875er Pfahlbautenfunde in einem großen Kasten dicht an einander gedrängt ausgestellt waren, für die weitere Unterbringung der provisorisch im Vorzimmer der Musealkanzlei befindlichen, im Jahre 1876 ausgegrabenen Objekte herzurichten und zu diesem Zwecke die drei mit Industrie-Objekten, Modellen, FabrikSerzeugnifsen angefüllten -ästen zu räumen, und die krainische Jndustriesammlung in den großen Glaskasten im zweiten ebenerdigen Zimmer, wo sich der eghpiische Sarkophag mit der Mumie befand, zu überstellen» und letztem nebst einigen afrikanischen Gegenständen im letzten Zimmer, wo sich meist Antiquitäten be- finden, aufjustklle», und nur den aus schwarzem Eichenholze vom Laibacher Moraste angefertiglen Glaskasten mit den noch vom Bürgermeister Joh. Hradecky bei der Tieferlegung de» Flußbettes btt Laibach gesammelten und dem Museum gewidmeten gunden im dritten Zimmer zu belassen. Um Betheilung mit entbehrlichen Pfahldau-objeklen haben sich mehrere Lehranstalten an daS Landesmuseum gewendet, nämlich: die Laibacher Oberrealschule, das Realgimnastum in Villach, da» Stift »remsmünster in Oberöfterreich und die VolkS-schule in Gottschee. Alle diese Institute, sowie auch das Münz- und Antikenkabinett und das naiur. historische Kabinett der Lehrkanzel für Geologie an der technischen Hochschule in Graz, die Oberreal, schule in Villach, das Realgimnasium in Rudvlss-werth und das Untergimnastum in Gottschee wurden mit kleinen Lollectionen aus den vorhandenen zahl, reichen Doubletten belheilt. Der mit Pfahlbau-objrkten betheilte Dr. Wankel von Blansko in Mähren hat hiefür dem LandeSmuseum ein sehr instruktiv zusammengestellte« großes Tableau in po. litiertem Rahmen unter Glas mit den von ihm in der Biki-Skala-Höhle gemachten Funden aus der ältesten Steinzeit übersendet. Zum Zwecke der größern Verbreitung von Pfahlbau-Objekten und zur Erzielung einer Einnahme für den Pfahlbauten« Aufdeckungsfond wurde ber Musealcustos ermächtigt, kleine tableaumäßige Collectionen auf Pappendeckel zum Preise von 2 fl. anfertigen zu lassen. Die Pfahlbautenfunde im Laibacher Moore sind schon in verschiedenen, namentlich aber in Fachblättern de« In- und Auslandes in mehr ober minder ausführlicher Weise besprochen worden; auch in ben „Mitteilungen ber Eenirolfommijsion zur Erhaltung bet Baudenkmale in Oesterreich" ttschien darüber eine ausführliche Abhandlung mit Illustrationen vom Regierungsrathe Freiherrn von Sacken nach feinem bezüglichen Bortrage in ber Wiener anthropologischen Gesellschaft. Das Landesmujeum beteiligte sich auch an ber prähistorischen Aussiet, lung bes im Jahre 1876 in Pest abgehaltenen An-thropologenkongresseS, welcher von mehreren wissenschaftlichen Celebritälen des Auslandes besucht war, welche sich veranlaßt fanden, nach Laibach zu reisen, um die Psalbautensammlungen und Ausgrabungen an Ort «nb Stelle zu besehen. Unter den Ausländern, welche den Pfahlbaufunden unseres Museums im Sommer 1876 sehr eingehende Studien gewit» met haben, befanden sich: Dr. Pigorini, Direktor de- prähistorischen Museums in Rom, die beiden Sekretäre des Anthropologenkongrefses in Pest: Dr. Chantre, Bizedireklor des Museums in Lyon, und Cazalis, Privatgelehrter in Montpellier, unb ber schwedische AllerlhumSsorscher und Schriftsteller Dr. MonteliuS. Alle brückten ben Wunsch aus, daß das krainische LandeSmuseum mit jenen Museen Italiens, Frankreichs und Schwedens in Tauschverkehr treten würde, deren Sammlungen sich auf die Urgeschichte beziehen, unb alle sprachen sich dahin aus, daß im Interesse der prähistorischen Wissenschaft die Fortsetzung der so viel versprechender Nachgrabungen im Laibacher Moore nicht zu unterlassen sei. Außer dm im vorjährigen Rechenschaftsberichte erwähnten Geldbeiträgen für Aufdeckung von Pfahlbauten find noch zwei weitere namhafte Betrüge eingeflossen, nämlich vom Herrn Minister für Kultus und Unterricht bie Staatsfuboentionen von 800 fl. unb von ber kaiserlichen Akabemie der Wissenschaft ten in Wien der Betrug von 600 fl., wofür bie entsprechenden Dankschreiben de« Landesausschusses an ben Herrn Minister und an den k. k. Regie-rungSrath Baren von Sacken, sowie auch an das I k. Landespräsidium und an die Laibacher Sparkasse für den Betrag von 200 fl. — gerichtet wurden. — Die Aufdeckungskosten des Jahres 1876 fanden in dem dem Musealcustos zur Verfügung gestandenen Baifonde von 1600 fl. ihre Bedeckung. ——j-------------------- . Druck von Jg. v. Äteinmaiir & Fefc. Sttamber Witterung. Laibach, 30. April. Morgens fast heiter, sonnig, nachmittags schwarzes «e. wölke in O. miD NO., heftiger SO. Wärme: morgens 7 Uhr + 10 6', nachmittags 2 Uhr 4- 14 0» C. (1876 + 1Ö-4*; 1875 + 20 8' C.) Barometer 728-86 mm. Das vorgestrige Tagesmitlel der Wärme + 10 8', der gestrige + 1V6°; beziehungsweise um 01" unter und 0'6° über dem Normal-; der vorgestrige Niederschlag 3 85, der gestrige 0.65 mm. Regen. Angekommene Fremde am 30. April. Hotel Stadt Wien. Dürich, Kunstmühlenbefitzer, tiloßer. — Ulrich, Römervad. — Klug und Älun, «fite., Wien. — Jamsei, Seisenberg. — Haustein, Annaberg. — Juvan, Schultatkchek, Jvria. — MataSie, Oderlieuienaut, Hotel Elefant. Birant, Pfarrer, Podgrad. — Wakonik, «sm., Littai — Schwarz, Äraz. — Lolschein, Besitzer, Görz. — Schüller, Hvlzhändler, Triest. — Zamponi, Fellyeimer, Kaufleutt; und Hopmann, Wien. — Zarnit, Pfarrer, Preloka — Maluer, Obeilieutenant, Jgiau. — Karlitzky, FUnslirchen. — Majer, Klagaifutt. - Hinter und Großlercher, Domschale. — jioitoar f. Frau, Unter-auersperg. Hotel Europa. Dobiasch, Wien. — Daifcher, Reis., Linz. — Smoquina, Handelsmann, Triest. Bairischer Hof. Pepel, Hvlzhändler, Trikst. — Opara li. Batovc, Materia. — Smerdu, Handelsm., Franzdors. Verstorbene. Den 28. April. Agata Planiniii, Magd, 20 I., Zivilfpital, Exaudatum pleuriticum einistri. Den 29. April. Franziska Schwigel, Äreißlers-tind, 19 Monate, S>. Petersstraße Nr. 62. häutige Bräune. — Maria Babnik, Näherin, 54 I , Lhröngasse Nr. 5, Lungentuberkulose. LebenSmtttel-Pretse in Laibach am 28. April. Weizen 11 fl. 70 kr., «oru 7 fl. — kr., «erste 5 fl. — kr., Hafer 4 fl. — kr., Buchweizen 6 fl. - kr., Hirse 5 fl. 20 kr., «ukurutz 6 fl. — kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 5 fl. 71 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmal, 98 tr., Schweinfett 86 kr., Speck, frischer, 76 kr., Speck, geselchter, 78 kr., Butter 84 kr. per Kilogramm; «ier 1*/» tr. per Stück ; Milch 7 tr. per Liter: Rindfleisch 60 tr., Kalbfleisch 42 tr., Schweinfleisch 68 tr. per Kilogramm; Heu 2 fl. vü tr., Stroh 2 fl. 95 tr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. — kr, weiches Holz 4 fl. 50 kr. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 24 ft., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Lottoziehung vom 28. April. Wien: 41 90 36 5 57. ___________Graz: 6 1 78 88 11. Telegrafischer Kursbericht am 30. April. Papier-Rente 58 60. — Silber-Rente 63 75. — Wold-Rente 7075 — 1860er Staats-Anlehen 106 50. — Bankaktien 761. —Kreditactien 138 50. — London 128-70. — Silber NI 65. — Jf. k. Münzdukaten 6.08. — 20-Francs Stücke 10'29'/,. - 100 Reichsmark 63 20. Telegramme. Stein, 30. April. Heute wurden Johann Keccl zum Bürgermeister, Exler und Prelesnik zu Gemeinderäthen der Stadt Stein mit Majorität gewählt. Dieses freudige Ereignis verkünden soeben PöUerschüsse. Bukarest, 29. Apris. Die Regierung beabsichtigt demnächst in der Kammer einen Gesetzentwurf einzubringen, wonach die Verfassung suspendiert, der gürst mit discretionärer Gewalt ausgestattet und die Kriegsrüstungen in größtem Maßstabe durchgeführt werden sollen. Bukarest, 29. April. Die Kammer rati» ficierte mit 79 gegen 25 Stimmen die Convention mit Rußland betreffs des Durchzuges, der Verpflegung und der Bcquartierung der russischen Truppen. Petersburg, 29. April. Zufolge eines Telegramms vom 27. d. M. von der Kaukasus-Armee an ben KriegSminisler erreichte die Infanterie Kün-kidala, die Kavallerie Subotiu Chadjivali. Die starke Position Muchaster wurde am 26. d. besetzt. Drei türkische Monitors bombardierten den Grenzposten Nikolaus. Rufsischerseits blieb ein Unteroffizier tobt, ein Gemeiner rourd: verwundet. Ein Telegramm bes Oberkommandanten der Südarmee bestätigt die Besetzung von Galatz, I«, mail und Kilia. Konstantinopel, 29. Aprit. Eine Depesche au» Balum vom 27. April meldet: Die Russen erneuerten den Angriff und wurden abermals mit »roßen Verlusten zurückgeschlaqen. Dem Vernehmen nach besetzte» türkische Truppen das ganze Miriditen-lanb. Es geht das Gerücht, der Sultan werde sich nächste Woche nach Schumla, dessen Bruder Reschard nach Kars begeben. Die Flotte wird die russischen Häfen blockieren. Hobard Pascha begibt sich demnächst nach Kreta. Die Eröffnung »es am Brtihl nächst der Bruhla gelegenen WM" Marirnliadrs findet Heuer wie alljährlich am 1. Mai statt. Um zahlreichen Besuch bittet (220) 3—2 Joeefliie ZlaUowafcl. Wein-Berkanf. 30 Startin vorzügliche alte und neue Weine verkauft, it 100 fl. und ä 85 fl. (197) 10 Josef Kartln, Marburg. Gedenktafel über die am 4. Mai 187 7 stattfindende» Üici* tationen. 3. Feilb., Petrir'sche Real., Bojansdorf, v«. Möttling. — 3. Feilb., Nemec'sche Real., Bitinje, S3®. Ftiflriz. — 3te Feilb., Öa§pcr6ie’|£tt Real., Bitinje, BG Feistriz. — 3 Feilb., Gaaperäii’jcte Real , Prem, S3». Feistriz. — 3te Feilb., Lukle'sche «cal., Un terlokwiz, BK. Möttling. — 2. Feilb., Logar'fche Real., Scherauniz, VG. ioitjck). — 2. Feilb., Zalar'sche Real., Zirkniz, 88. Loitsch. — 2te Feilb., Kovaiii'sche Real., Grutsch, ®(S. Landstraß. — 2. Feilb., Krizanii'sche Real., Heil. Kreuz, BG. Landstraß. 2. Feilb., Dtagote’toe Real., Ravnik, BK. Loitsch. — 2te Feilb, Salasnik'sche Real., Kirchdorf, BG. Loitsch. — Relic. Malesiz'scker Real., Ra-dowiz, BG. Möttling. Imr Saison empfiehlt der ergebenst Gefertigte sein wol assortiertes Lager von nach neuester. Fagott angefertigten Sonncnfdurmcn '00W% zu billigen Preisen. 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