: r II« Dienstag August IS?«. IX. Jahrgang Pflinumeratiousprei<: Kur Marburg monatlich 1 fl. Zustellunft ins Einzelne Blätter 4 kr. -- Jnscrtioi Zur Geschichte des Tages. Bon den Landtagen wird gemeldet: Die konservativen Mitglieder des niederöftereichischen Landtages werden mi» einer Rechtsverwahrnng in den Reichsrath wählen. Fünf Landtttmeindewahlen deS Linz er Landtages wurden als un-fiiltiq erklärt, woraus alle Londgemeindeabgeordnetkn l)is auf zwei den Saal verließen. Neunundzwanzia Abgeordnete dis Tiroler Landtages wollten nur ein bedingtes Gelöbmt ablegen ; hierauf nahm der Landeshauptmann den Handschlag der 15 Liberalen Abgeordneten vor. und behielt sich Weitere» vor. Aus Lemberg wird berichtet, daß Smolka eine Resolution bean« tragte, in welcher erklärt wird, der Landtag, obwohl mit der staatlichen Organisation Oesterreich» nicht einverstanden, nehme mit Rücksicht aus die durch äußere Borgänge bedrohte Staatssicherheit und die Rothwendig, keit von Delegationen zur Behauptung eventuell zur Bertbeidigung der Machtstellung des Reiches zu bewilligendfn Mittel, die Reitsrathswahlcn vor. — Vom KriegsschanplaKe lie,^en folgende Depeschen vor: Berlin. Die Vorhut der Armee des Kronprinzen zwischen der Maas und Marne ist zurückgedrängt. Die Hälfte der franzöfischen Armee steht zwischen Berdun und Chalons. Kehl, 22. August. Die Beschießung Straßburgs hat begonnen. Aus des Festung wird k'as fteucr stark erwidert. An Kehl durch fran' zöfische Granaten an den Häusern große Bttwüstunj^en. Ein Kaffeehaus und zwri Gasthöfe nnd zusammeng'schoffen. Paris. 22. August. Nach einer Meldung des „Gauiois" bomliar« dirten die Preuß.n am 16. Tour. Das Resultat ist unbekattnt. Ueber den Ausstand in Rumänien berichtete unser gestriges Te-legramm -, Näheres ist nicht eingetroffen. „Slandkithrr". Ein geohrfeigter Graf, noch dazu von einem Bürger geohrfei^t. ist ein Etwas, tvas sich mit der sogenanntkn «xklusiven Stande^ehre nicht verträgt, andere Stände muffen nach dieser Anschauung enlweder gar keine oder doch gar zu winzige El,re befitzen, weil sie darüb r nlcht gleich qu Mördern werden; ergo macht ein gemeiner Mord den Entehrten wieder zum Kavalier Es ist höchst intereffant als Beitrog zu unserer Kulturgeschlchtr. daß so ein junger Graf, dem von seinem Bater von Jugend auf gelehrt wurde, 'n allen Lligcn seines Lebens die .Etandesehre" ^ tvaliren. diese Ehre immer mit dem Revolver im Sacke hüten zu muffen glaubt, immer in Bereitschaft wie der Abdecker am Lande den Hund zusammenzuschießen, der nicht als Hundemarke ein Adelediplom um den H.US gehängt lrägt. Wir glaubkn. daß dei^ ^liürger, der Arbeiter keine Ursache habe, seine Begrisfe von Ehre sich derart zusammen zu lej^en. daß er selbe nur mit der Mordlvaffe in der Hand intakt erhalttn könne. Die Ehi^e des Arbeitcr^ liegt in der Arbeit selbst und dersslbe lvird. vorau^gesttzl. daß er ehrenh'ikt handelt, nicht bcsürchlen müffen. durch die von Außcn auf ihn lindrängenden Ereigniffe in seiner Ehre geschädigt zu »Verden. Der Bürger, der Getverbsmann. der d^n Staat und mit ihm na-türlich dln Offizier elhaltet. steht so hoch in der Achtung aller seiner Mit-menschen, daß er keiner besonderen „Standesehre" bedarf, uin eb?n so ehrenvoll, so achtunggebietend in der Welt dazustehen, wie manche Grafen und. Barone die ihr Ansehen mit der Mordwaffe zu schützen gc» nöthiget sind. 15 kr. Fiir auswärt« monatlich I fl. 80 kr., vierteljährig 3 fl. 90 tr. >r e kr. pr. Zeile nebst Stempel. Für die Dlfinition des Brünner Lc'ndesgenchtspräsidcnten über die „Stattdesehre" haben wir kein Berständniß. l)enn lin?m ehrenhaften Bürger «vürde es gewiß nie einfalle«?, a Is Hompesch sich mit dem Re« volver in drr Tasche gegen jede mötilich«', wenn auch eingebildete Ber-lrtzung seiner ..TtandeSehre" sicherzustellen. )uliuS. Die Vl»trrtalschult. Einmal schon haben Ivir an dirskM Orte für die Errichtung der Oberrealschule in Marburg gesprochen und zwar, weil wir damals in geivissen Kreisen Ansichien hörten, welche der Sache nicht ganz geneigt schienen und welche die Opfer, »velche die Stadt bringen muß. übertrieben, dcn Nutzen hingegen, den die Stadt aus der eriichteten Schule zieht, fast sür nichts gelten lassen wollten. Damals Versuchten »vir ziffermäßig die Borlheüe hervorzulieben. welche nicht nur die Oberrealschule als ein sür die Stadt pekuniär nutzbringendes Unternehmen darstellte»,, sondern noch mehr Hoden wir die geistigen Bortlieile hervor, welche nicht nur der Stadt Marburg als dem Sitze der Schule, sondern dem Unlerlande daraus kilvachsen. Die Gemeindevertretung ging aus daS Einrathen des Stadtschul-rathes auf die von der Regierung, respektive dem Landesschulrathe gestell. ten Bedingungen ein und mit einer für die pekuniären Berhältttiffe der Stadt großen Freigebigkeit wurden große Opfer zugesagt. Die Sache war freiltch, tvir wollen hier nicht untersuchen, durly treffen Schuld, arg in die Länge l^rzogen worden. biS der betreffende Gemeinderathsbeschluß t'cnl Landesichnlratlie miigeiheilt wurde. Die GcMtindsverlruung mieth?te. damit die t^rei Jahrgänge der Lelirnbildungs.instalt und w.c man sicher eiwartete. die dr i ersten Zahr-gättg,' dcr zu errichtenden Rcalschule passend unteij^ebi^acht luerden können, biS das dazu b stimmte Gebäude vollcndrt >st. den zlveiltt» Slock des K eisamtSgebäudrö. Da plötzlich koinmt die Nachlicht, die Regierung beabsichtige nur den ersten Jahrgang im nächsten Jahre zu eröffnen. Es liegt hier die Frage off n. welche Grunde können die Regierung dazu belvogen haben? Waren auch die biAli^r bestandenen zivei Real« schultlassen nur eine sogenannte unvollständige Realschule, so ivurlSe doch in denselben uach dem Plane der voUständi.^en Unterrealschulen gelehrt, selbst der Mangel der srauzosischen Spraiie kani» nicht vorgeworfen lver-de», weil dafür die zwe tc Landessprache, das Slovenische vorgetragen lvurde. Der Ersolg. welchen die Schüler an den Ta^^ legten, war ein der« artiger, daß derselbe den Resultaten an anderen Unterrealschulen nicht nachsteht. Die Eltern erwarteten schon mit Sicherheit die Errichtung der dritten Realklaffe. denn mit dieser Halbheit welche die R-gierung beab-sichtigt, ist Nicht nur nichts gedient, sondern sogar geschadet; denn waS sollen nun die Schüler des zweilen. was die des ersten Jahr,pnges beginnen? Sie müffen so tvie früher nach Graz wandern, oder hier in die erste ltlaffe der neuen Realschule lintreten. da die bisher bestandene auf. get)0dn> »vird. Oder zweifelt man an der Lebensfähigkeit des neu zu kreirenden Instituts; da mag »vieder eine Zahl sprechn,; nach einem sechsjährigen Durchschnitte traten öö Schüler in die hiesige R alschule Di'se Ziffer, welche bei einer jelbststandigen und vollständigen Schule sich noch ver-größern tvird. schlägt alle B denken auS dem Felde. Wir h'lt'N eS sür einen sehr glücklichen Gedanken, daß allsogleich nach Eintreffen dieser srappirenden Nachricht der Herr Bizebitrgermeister und mehrere Mitglieder deS Stadtichnlralhes den Entschluß faßten und heute auch schon durchsühiten. sich dem in Graz beim Landtage befindenden Unterrichtsminister vorzunellen. um durch s^in- p rsönliche Intervention eine solche Bestimmung ruckgängig zu mach n und idm zu beiveisen. wie hier schon Alles bereit sei. um die ersten drei Klassen d« Realschule, wenn schon nicht früher, so doch mit Mitte Oktober eröffueu zu können. Denn die lernbegieritte Zuamd ist da. und will man gar rigoros sein, so können die ncuonj^estellten Prosesiorkn eine AnfnahmSprnfung abhalten, um nur die aufsteigen ^ lassen, welche vollkommen tauglich find; an Lehrmitteln ist auch keiu Mangel, denn nicht allein befi^die bisherige Unterrealschule und die Lehrerbildungsanstalt eine große Mnge derselben, sondern, wo etwas mangeln sollte, werden auch die Lehrmittelsammlungen de» Gym-«afiums auslzelsen; Lehrkräfte wird man in dem Zeiträume von zwei Monaten auch noch erhalten können, man mache einen kürzeren AuS' fchreibungstermin. etwa von 14 Tagen oder drei Wochen, und endlich passende Lokalitäten sind von der Gemeinde schon in Vorbereitung, eS ist also gar kein Grund zu diestr so sehr schädigenden Verzöge»ung vorhanden. _ TtetermSrNfcher Landtag. (Zweite Sitzung am 22. August.) Nach einer UrlaubsbewiUigung des Abgeordneten v. Tunner stellt Abg. Prof. Dr. Moassen eine Interpellation an die Regierung, bttressend das Benehmen des politi chcn Kommisiär» in einer Versammlung des katholischen Boltsvereine» in Hengsberg. Dcr Landesauss chuß berichtet über die Lantagswahlcn: Sämmtliche Wahlen erhalten die Genehmigung des HauseS. Bei den Städtlwahlen zeigt es sich, daß man in Marburg und Hartberg sich gegen, in BoitSberg für die Zulassung der eigenberechtigten Fraurn zum Wahlrechte ent-schieden. Hierauf fand die G elöbnihleistung dcr Abgeordneten statt. Nur die beiden Bischöfe fehlten Abg. Pairhuber berichtet über den Rechnungsabschluß des stcierm. Grundcntlaslungsfondeö fitr das Jahr 1869. sowie über den Voranschlag des stelermärkischen Grundentlastunt^sfondes und dtS steiermürkljchen Lan-dessondeS für das Jahr 1871. und benniragt. daß zur formellen Behand-lung dieser drei Londtagsvorlngen ein Siebenerkomite gewühlt werde. waS auch angenommen wird. Al!g. Dr. Flerkh berichtet über das Gl'etz. betreffend die Bcrlänge. lUNg bestehender Straßen-. Brücken.. Miuttiprivilegien auf nicht ärarischen öffentlichen Straßen und Wegen, ferner über das Gesetz, betreffend eine Straßenpolizeiordnung für die öffentlichcn. nicht ararischen Straßen. Das HauS beschließt über Antrag des Herrn Berichterstatters, beide Borlagen sogleich in Berathung zu ziehen. Beide Gesetze erhalten die Zustimmung deS Landtages. Zur Behandlung der Gesetz »vorläge, betreffend die Umlegung d-^S Wiesberges aus der Bezirksstraße I. Klasse Eibiswald'Glcinstettcn Leibnitz, und der Gesctzesvorlage. betreffend a.) die Bctheilung und Berivendung von Subventionen zur Erhaltung von Brzivksstraßen erster Klasse und b) die Organisirung de» technischen Siraßenbau^iensteS. wird beschlossen, ein Komite aus fünf Mitgliedern zu wählen. Abg. Michael Hermann bringt folgenden Antrag ein: „Der liobe Landtag wolle Angesichts der inneren Wirren und äußeren Gefahren seine Wünsche und Ansichten in einer allerunterthänigsten Adresse an Se. Ma-jkstät aussprechen." Der Antrag ist von fast sammtlichen klerikalen und nationalen Abgeordneten unlerzeichnet und wird aus die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt. Abgeord. Kosar meldet eine Interpellation an die Regierung an bctrcffs der überhandnehmenden Unsicherljeit der Person und des nke. dem unglücklichen Helden Jelaeich den Säbel in die Hand zu g ben. — »vgen Uligarn gitichtet! H(Ute. wo man nicht einmal den gerechten Wünschen des Volkes entsprach, und um der gegnerischen Paitei den Willen zu thun. St roß' mayer b'seitigte. scheint eii» anderer Wind zu wehen. Wer eine schöne Aussicht genießen ivill. oder die beste Aussicht über die Stadt suäit. verfüge t»ch ^.uf die S ü d p r o m e n a d e; den um,gekehrten Anblick bietet die Stadt und Umgebung von der Drave-brücke aus. Der Dom ist sehenswerth wie der Park Maximir. Mich versührte eine gute und günftii,e Gelegenheit nach Karls-stadt und zwar an dem berühmten Martttaje. der ein ungemein de-wegtrs Leben bietet, wie der Bahnhof in Agram selbst, wo Morgens und Abends vier Züge hin und v er Züge her Verkehren, in Zeit ^on kaum einer Stunl^e. nämlich von Steinbrück. Karlstadt. Sisseg unv Kanischa; dlizu die Menge von Reisenden und d r rege Verkehr, woraus sich auf den Lärm und die Betvegung fchließen läßt. Die Tour nach Karlsstadl ist sehr eintönig, rechts ttnd zwar hie und da Häusergruppen sichtbar, auch das Okitschgebirge (Schloß und Weinbau) bietet Abwechslung, links aber dehnt sich eine unabsehbare Ebene aus. biS Karlttadt selbst, hinter welcher Stadt die Gebirge aus der Äillitärgrenze und Bosnien sich zeigen, und auch ein freundliches Bild bieten. Die Festung Karlstadt hat zwar Thore. Zugbrücken. Mauern und sogar Glaeien. aber nicht nur. weil die Türken weit weg. sondern weil die offizielle Auflassung derselt»en täglich erwartet wird, denkt kein Mensch mehr an eine Vertheidigung. Dafür werden die Plätze und die Stadt zur Aufstellung des Viehes benützt. das in großer Menge da ist und dem Landivirthe oder Viehzüchter viel Interesse bietet, besonder» die verschiedenen und schönen Rindviehracen. Die große Menge Volkes aus der Umgebung, die verschiedenen Sprachen und Trachten, der Lärm und das Getriebe u. geben einen eigenen Reiz. Die Kulpa. ein breites und daher krebscnreiches Wafler. ist bier beinaht so groß als die Deau bei Marburg, ein in selbe fließender Bach bildet die Scheide von dcr Militärgrenze. Diesen überschreitend betrete ich also ivieder das Inland, oser tvie man hier sagt, „die unter der Wienerr gierung stehenden Länder", woran mich, lvie auch in der Festung selbst die schwarzgelb angestrichenen Objekte erinnerten. Innerhalb der Festung, aber sildostlich von der Stadt interessirte mich mehr als An« deres. die nach dem Brande giößer und schöner entstandene Turbine«' mahlmühle dcr Gebrüder Pangraz. eine Sehenswürdigkeit von Karl-stadt. interessanter als deren Gegenwart und Vergangenheit, von der man nur wciß. daß der vorletzte niederösterreichische Landessürst sie zum Schutze seiner Länder erbaute, für heute sehr überflüssig, wie fast j de Festung. Im Gasthause, wo man trotz der unscheinbaren Außenseite gute und zahlrriäte Gesellschaft findet, geht es sehr lebhafl her; besonders bunt ist cS im Gastzimmer, da sind die Betvohner aus dem Ottoöaner, Sluiner, und Kreutzer Regimentsbezirke, da kommen die Holzhandler aus giume, um Eisen für die Marine einzukaufen, da sitzeil Morlaken mit Pistol und Handschar im Gürtel. Türken, durch die Feß und ihre staatSernste Miene kennbar; auf der Gas^e dauett daS Lärmen fort. Voll der Eindrücke des Geselieiten und Unertvarteten begab ich mi t» Nachmittag wieder zur Bahn unl) gelangte, die Stationen Jaöko und Zdenüina vorltber. duräi Cichenwaldung Uttd Pußten nach Agrain und am Abente wirder an die Westglenze StciermarkS. I. C. H. VemWe Nachrichte». (Ein laborrebner über Mädchenliebe.) Auf dem lekten Iftrianer Tabo? in Eovedo. wo die Mehrzahl der Anwesenden aus Weibern bestand, berührte der Taborredner Dr. Lavritsch auch das Thema der Mädchenliebe, indem er die jungen Zuhörerinnen ailfforderte. niemand anderen zu lieben, als ehrliche slovenische Jünglinge. Wenn nicht alle Anzeichen trüge«, dürsten die Tabors allmülich ihren ursprünglichen Eha-ratter ganz verlieren. Ts ift dies auch leicht rrtlärllch denn, wenn das Volt zum so und sovielten Male politische Resolutionen fassen soll, von denen es keinen Erfolg sieht, dann ift es wohl klüger und unterhaltender, über Kindererziehung. Mädchenliebe. Hebung der Obstbaumzuchl und derlei harmlose Dinge zu resolutioniren. L. T. (Kriegsopfer des neunzehnten Jahrhunderts.) In den aroten Schlachten dieses Jahrhunderts kämpften u a. bei Marengo 28.000 Franzosen und 30.000 Ocsterreicher. Auf beiden Seiten gab es 13.000 »odte und Verwundete; bei Austerliß 90.000 Franzosen. 80.000 Oester» reicher und Russen. Todte und Verwundete 2^.000; bei Jena 100.000 Aranzosen. 100.000 Preußen. Todte nnd Verwundete 34.000; bei W^gram 150.00 0Nranzo! n. 130.000 Oesterreicher. Todte und Verwundete 24.000; bei Borodina 125.000 Franzosen und 150.000 Russcn. Todte und Ver-wundete 80.000; bei Leipzig 150.000 Franzosen, 280.000 Alliirte. Todte und Verwundete 50 000; bei Waterloo 68.000 Franzosen. 67.000 Eng. länder, Todte und Verwundete 14.000; bei Solferino 135.000 Franzosen und Sardinier. 136.000 Oesterreicher. 27.000 Todte und Verwundete; bei Köniqgrätz 200.000 Preußen. 200.000 Osst'rreicker und Sachsen, 28.000 Todte und Verwundete. In den hier «'ufsiezählt n Schlachten betrug die Zahl der Kämpfenden 2 Millionen 195 000 Mann, die der lodten und Verwundeten 290.000 Mann. So viel scheint aus dieser Ueberficht hervorzugehen, daß die neuen Waffen das Verhältniß der Todten und ^verwundeten zu deu Kämpfenden nicht besonders nlt'Nrten. Ob die Kugelfpritzen ein größeres Verhältniß der Todten und Verwundeten Heraiis-stellen werden, wird die nächste Zukunft zeigen. Ate Liebe des Deutschen. Novelle von Z. Hörmtlßer. XV Dort, auf dem aUgememen Versammlungsorte der Köche und Kü« chinnen Porto Alegres, welche in dieser frühen Morgenstunde hier ihre Einkäufe zu besorgen pflegen, hoffte er eine der Sklavinnen Lumleys zu begegnen. Auch durfte er nicht lanste liarren. Er beeilte sich, ihr den Brief zu übergeben und der schivarzen Iris durch ein reichliches Trinkgeld Flügel leihend, sah er sie bald zurückkehren mit dem prachtvollen Strauß, den wir bereits zu be vundern Gelegenheit hatte« und dessen ^öpeache in l.,ngen Redeweisen daeselbe ausdrückte, was ein kleiner beigefügter Zettel besagte, ivorauf von Mariettas Hand mit Blei die zivei Worte gekritzelt waren: ,1'voti» «8per»veM!^ (Hoffe.) Hierauf hatte er wieder sein Pferd bestiegen und tv.ir seinen Käme« raden nachgejagt. Der Kapitän war lvährend der Erzählung Darbens recht ernst ge» worden und eine Wolke lageitt auf seiner Stirne als er sprach: „Lieber Darben. Sie haben von mir Rath und Tliat begehrt; lassen Sie sich fürs Erste mit dem Rath genügen, und wenn es an der Zeit ist. soll es an der That auch nicht fehlen. Mein Rath geht nun dahin, daß Sie alles mir überlassen und die lellheiten von Sterbenwollen, liie in Ihrem Alter dem Menschen nur zu geläufig sind, sich aus dem Sinne schlagen. Ich reite gleich jetzt zu dem dickköpfigen John Bull und kann ich ihm den Schädel nicht zurecht setzen, o werden uns noch andere Anewegc beifallen. Bor allem aber ver» sänge ich Ihr Versprechen, daß 'Zie mich unbedingt schalten und walten lassen." „Verne." ja,^te Darben einschlagend, „ich »veiß. daß ich meine Sache keinen bessern Händen vertrauen könnte." ^Nun. dann habe ich nur das Wort für Sie. dasselbe. daS Ihnen Marietta geschrieben: Hoffe! Doch da kommen unsere Freuude und eS gntirdw sein, uns ihnen anzuschlie ßen „Nun. ihr Herren." ries der mittlerweile herangekommene Schweizer, „was wollte denn euer plößlicheS Davonreiten bedeuten?" ,.Daß wir bessere Pferde haben, als ihr." lachte der Kapitän. „So koinmen Sie mir nicht vurch. Kapitän!" antwortete der Schtveizef. „Äst das Kameradschaft? Sie Beide haben etivas auf dem Herzen; ltcraus damit! Können mir Helsen? Denn, daß das Wollen dabei nicht iu Frage kommt, sollteil Sie wisten!" „Dank, taujeitd Dank. Kameraden, aber da ka:>n eure Hülfe nichts fruchte«. Seid versichert, wir hätte» ste sonst schon in Anspruch geno«. men." — Damit ließ man den Gegenstand fallen und sprach auf dem Rück-Wege zur Stadt von den Reizen der wirklich malerischen Landschaft, der Pracht des Morgens, dem Wonr:egefühl eines Moraenrittes. von Pferden. N äffen und Frauen und endlich üb»r die ferne Heimat, dies so theure Thema, das Alpha und Omega der Gespräche jedes, auch des freiwillig Verbannten, bis die tanzenden Pferde den kräftigen Hufschlag auf dem holperigen Pflaster der Stadt erschallen ließen. 3. Am sputen Nachmittage desselben Tages. — die Sonne neigte sich bereit« dem Untergange zu und ein frischer Windhauch von Westen her. die kühlen Wellen des Sees in seinem Fluge streifend und kräuselnd und ihnen etwas von ihrer Kühle entführend, begann die stille und heiße Luft, die im Laufe de» ungewöhnlich heißen Tages drückend über Stadt und Flur gelastet, wohlthuend zu erregen — wurde auf einer kleinen Anhöhe in der nächsten Umgebung der Stadt abermals eine kleine Truppe Reiter fichtbar. CS waren nur ihrer Drei, und die beiden Vordern. Herr von Darben und der Kapitän, alte Bekannte. Der Dritte war in der Uniform der Militärärzte, und daS ernstere Aussehen aller Drei damit zusammengehalten, soivie die Pistolen in den Sattelholftern desK-pitäns ließcn uuschtver errathen, daß derZwlck diese« Ritte? etwas Ernsthafteres alS eine bloße friedliche Promenade sei. Auf der erwähnten Höhe angelangt, an dereu Fuße zwe» gleicher, weise von Porto Alegre ausgehende Straßen zusammenliefen, und von wo aus man eine gute Strecke beider übersehen konnte, hielten sie still. — „Ich vermag noch niemand zu entdecken." sagte tc? Kapitän, nachdem er die Straße entlang geblickt hatte, welche den andern Abhang hinablief; „eS ift gleich halb sechs Uhr. und »vollen tvir die Sache noch heute, und zwar bei Tageslicht abmachen, so ift wahrlich Elle vonnöthen. In diesen Ländern geht ja die Sonne schon um sechs Uhr zu Rüste." „Bitte um Vergebung." meinte der Arzt im breitesten schwäbischen Dialekte, yin dieser Jahreszeit wird sie erst gegen halb sieben Uhr unter-gehen, bleibt also fast eine ganze Stunde noch zu dem — Geschäfte." „Sie hätten Mathematiker werden sollen statt einAeSkulap," ertvi-derte der Kapitän, etiv^S verletzt durch die Zurechtweisung; „bei Ihnen soll alles auf die Minute stimmen, und doch sehen Sie. daß nicht viele Sachen auf Erden stimmen, so zum Beispiel auch unsere Verabredung ntcht. DtNll zufolge ders'lben sollten die Herren Punkt halb scchs Uhr hier lein." (Fortsetzung solgt.) Original-Telegramme. Graz» 23. August. 2» der heutigen LandtagSsißung wurde das Gemeindestatut der Stadt Marburg dem betreffenden Ausschüsse zugewiesen. Dat Gesetz wegen Einhebung der ZinSkrenzer wurde nach dem Antrage genehmigt. Der Antrag deS Abgeordneten Franck (Revision der Geschäftsordnung und der Bezirksvertretuugsgesetzgebung) wurde einem Ausschüsse von 18 Mitgliedern zugewiesen. Morgen komnit der Antrag deS Abgeordneten Herrmann wegen Abfassung einer Adresse zur Verhandlung, hat aber keine Aussicht durchzugehen. Varis, 23. August. — BormittagS: In der am Montag stattgefundenen Kaminersitzung theilte Palikao mit, er habe nnterm IS. d. MtS. von Bazaine gute Rachrichten erhalten; er könne aber die Details nicht veröffentlichen. Die Berthcidigungsarbeiten bei Paris schreiten rüstig vorwärts. Der von Köratry gestellte Antrag, das Pariser Ver-thcidijyliigskvmit^ durch neun Deputirtc z» verstärken, wild von Palikao bekämpft, welcher für die Regierung die volle Verantwortlichkeit habe nnd auch die »öthigen Mittel hierzu fordert. Die znr Prüfuug dieses Antrages K i-r a t r y's niedergesetzte Kommission verwirft denselben, stellt aber einen neuen Antrag, welcher morgen im Einvernehmen mit dem Kriegsminister dnrchberathen wird. tveigwal-^oursvertcht. > Ahr Nachmittag. ff. kr. Einheitliche Staatsschuld in Roten .... bS 10 detto detto in Sillier .... 6b 4V 186Ver Staatt-1lnlehett».Loose............89 7ü ise4er detto ......114 so Bank-Aktien............690 — tredit'Attien ...........24ü SV Anglo-Bank-Aktien..........224 — StaatSbah« Aktien....................352 — RordbahN'Attien ...................199 50 Kranz-Josef-Bahn Aktien........18! — Nttdolf'BahN'Aktiett..................157 59 Frankfurt am Mlun.........195 — Lombarten............195 SV Eredit-Lovse............151 — London.............12S — Silber..............128 - Niipoleond'or»......................9 99'/, K. t. Münz Dukaten........... Stimmung: flau. Angekommene in Marburg. „Mohr." Am 21. Die Herren: Rotman, Grundbes. m. Tattill. St. Jakob. E. Denike, Gutsbes., Kranichsfeld. Nawotisch a. Pettän. Kossi a. Kriedau. Tentino a. Treviso. Savonetti, Käshändler. Ndine. Stanzar, Tommis, Cilli. — Semker u. Polnar, Kellnerinnen. Gr^'z. Die Grazer Ausstellung («»» von Krzeugnissen der Land- und Aorstwirtyfchaft, des Mergöanes «nd Küttmwefens, der Industrie und Kunst brginnt Donnerstag den 15. September 1870. Zahl der Axtsteller: liikv. Aiissttliiing von Pferde», Schnftn, Schweinen und Kleinvieh 18. bis 20. September, von Rindvieh 22. biS 25. September, vo» Hunden 2. nnd 3. Oktober. AnSstellnng vo» Blumen und Frühobst IL. bis 25. September, von Spätobst, Trunben nnd Gemüse 29. Septeniber bis Schlich der Ausstellung. Lllbrlstirr drr Kriermürk. Landwirthschasts-Gtsrilschaft ig. bis 2Z. September. Die sonst noch stailfindcndcn F-sllichKile» irerdcn brsondcr» bekannt Atgibtn wird«». Wasserstand des Drauflußes am 23. August Mittags: 3 Kuß 6" Über dem Nullpunkte. Lotto-Ziehungen am 20. August. Trieft: 16 kk 7S ö? 64 Linz: 61 .?2 22 73 64 Jahr- und Biehmiirkte in llutersteiermark. (Die mit * bezeichneten find Jahr, und Biehmörkte.) Am 24. August: Arnfels * — Gams bei Marburg * — Hl. Seist am Staragora, Bez. Oberradkersburg * — Mnreck* — Poistrau, B. Kriedau — Rohitsch'^ — Windisch.KeistriP — Wöllan, Bez. Schönsteiu. Am 26. August: Laufen, Bez. Oberburg, Jahrmarkt. r«i«vssv» »nk I8t^r I/«»»« vowit ma.» 200.000, »0.000,15.000,10.000, S000 vto. ßsvmveu kauu, verlrautt D?. 606) ^»rburz. «02 lörflk, öffentliche, höhere HandelslehraMt in Wie», Vraterstraße S2. __Die absolvirt n Hörer genießen die Betjünftigung teS einjährigen FreiwiUigrndienstes in der t. k. Armee, ohne sich der Freiwillisicn Prüfung unterziehen zu lnüssen. Einschreibungen finden voiu 26. September an statt. Der llnterricht beginnt Anfangs Oktober. Am 2. Oktober beginnt ein VorbereitungSkursu» für den praktischkN Eisenbahn- und Telegraphen-dienst. Jahresberichte durch die Dirrtlion und jede Buchhandlung. Direktor. Zptliiliyt str Ohltikniitk Dr. M. Schwarz, gew. Sekundararzt des k. k. Krankenhauses Wieden in Wien, weilt in Marburg bis 1. September. Rath oder bestimmte Heilwirkung fürGehör» kranke nach den gegenwärtigen Anschauungen der wissenschaftlichen Ohrenheilkunde. 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