Nr. 300. ü. 1910. Folium officiale Dioecesis Lavantinae. Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo. Kirchliches Verordnungs-Blatt für die Lavauter Diözese. Inhalt. 10. Fastcnhirtenschreiben samt Fastenmandat für das Jahr 1910. — 11. Postni pastirski list in postna postava za leto 1910. — 12. Fasteiiordmiiig für die k. k. Landwehr, die k. 1. Gendarmerie und die f. k. Finanzwache, gültig im Jahre 1910. 10. Fastenhirtenschreiben samt Fastenmandat für das Jahr ID 10. Michael, durch Gottes Gnade und Barmherzigkeit Fürstbischof von Lavaut, entbietet dem hochwürdigen Welt- und Grdens-Sferns und allen Gläubigen feiner Diözefe Gruß, Segen und alles Gute von Gott dem Unter und dem Sohne in Gemeinschaft des Heiligen Geistes! Chiistus hat für uns gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr in seine Fußstapfen tretet. (I. Petr. 2, 21). Im Herrn geliebte Lavantiner! 'WM 11 freudig'frommer Erinnerung bleibt mir die sin Mai des vorigen Jahres 1909 erfolgte neunte Romreisc zum Besuche der vcrehrungs-würdigen Gräber der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus. Am 14. Mai wurde ich von Seiner Heiligkeit in Privataudienz empfangen, wobei ich dem Heiligen Bater über den religiös-sittlichen Zustand der altehrwürdigen, schon vor fast sieben Jahrhunderten gegründeten Diözese berichtete und bann die milden Gaben, darunter mehrere Tausend Kronen für die durch die schreckliche Erdbebenkatastrophe vom 28. Dezember 1908 so hart getroffenen Bewohner von Sizilien und Calabrie», überreichte. Papst,Pins X. dankte bewegten Herzens für die Liebesgaben und beauftragte mich, seinen väterlichen Dank und hohenpriesterlichen Segen den Diözesanen zu übermitteln, was ich hiemit mit Wärme und vieler Freude tue. Am hohen Himmelfahrtsfeste des Herrn, den 20. Mai 1909, nahm ich teil an der großartigen Feier der Heiligsprechung des spanischen Weltpriesters Joseph Oriol und des österreichischen Redemptoristenpaters Klemens Maria Hofbauer. Diese hocherhabene Festfeier bleibt den österreichischen Rom-pilgern wohl immerdar unvergeßlich und denkwürdig. Wie die treuen Jünger Jesn ihren göttlichen Meister auf dem Olberge in den Himmel hinauf fahren sahen, ähnlich sahen wir Wallfahrer in der Patriarchalbasilika des hl. Petrus, gestützt auf die unfehlbare Lehrautorität des römischen Papstes in Sachen der Heiligsprechung von seligen Mitgliedern der heiligen Kirche, sahen wir, sage ich, im Geiste eine Himmelfahrt zweier treuen Diener Jesu, des wundertätigen Seelenhirten Joseph Oriol aus Barzelona und des glaubensmächtigen Redemptoristen Klemens Hofban er ans Wien. Und wie die Apostel tief- bewegt vom Olivenberge nach Jerusalem zurückkehrten, so zogen auch wir Pilger ans der Metropole der Christenheit wieder heimwärts, herzlich uns freuend des Gesehenen, und überbrachten die Freudenbotschaft auch denen, die wir in der Heimat zuriicktassen mußten. Es ist ein geheimnisvolles und überwältigendes Schauspiel, wenn der Statthalter Christi und Nachfolger Petri als unfehlbarer Lehrer der katholischen Christenheit von seinem Lehrstuhle herab feierlich verkündet, die Seele des neuen Heiligen ist im Himmel, ist ans ewig eingereiht in die unzählbaren Scharen derer, die nach einem ruhmvoll bestandenen Kampfe auf Erden sich nun der unverwelkten Siegeskrone im Himmel ewiglich erfreuen. Dieses Himmelsglück wie der Tugendglanz der Heiligen fällt aus die Mutter-Kirche zurück, welche sie zu diesem Grade der Vollkommenheit, zur vollendete» Heiligkeit, erzogen hat und sie nunmehr als ihre besten und edelsten Kinder verehrt und feiert. In den Tugenden der Heiligen wird zunächst jedoch Gott verherrlicht, weil er durch Wunder seiner Allmacht und Erbarmung die Auserlesenen zu Heiligen gemacht hat und diese mit allen ihren Vorzügen und Gnaden vornehmlich sein Werk sind. Den lebenden Gläubigen aber will die Kirche in ihren Heiligen leuchtende Vorbilder und glänzende Muster jeglicher Tugend vor Augen stellen und sie so zur unentwegten Nachahmung, zur standhaften Nacheiferung ermuntern. Zu allen Zeiten gab es und wird es in der katholischen Kirche Heilige geben, weil ihr Stifter-heilig ist, weil ihre Lehren und Sakramente heilig sind und weil sie durch die wirksamsten Mittel ihre Mitglieder zur Heiligkeit anleitet und führt. Seitdem im Jahre 993 der hl. Ulrich, Bischof von Augsburg, in Rom durch Papst Johannes XV. zum Heiligen der ganzen Kirche erhoben worden war, blieb das Recht der Heiligsprechung dem römischen Papste Vorbehalten. Der willenskräftige Papst Urban VIII. (1623 - 1644) und der hochgelehrte Benedikt XIV. (1740—1758) erließen klare Bestimmungen, durch welche das umfangreiche Verfahren genau festgelegt ward. Demnach geht der Kauonisation immer die Beatifikation voraus. Schon für diese Vorstufe, über die hinaus viele Prozesse gar nicht gelangen, wird die größte Gewissenhaftigkeit aufgewendet, um jeden Zweifel über Tugenden und Wunder des Seligen anszuschließen. Mit dem Augenblicke der vollzogenen Beati-sizierung wird der neue Selige der öffentlichen Verehrung in den Kirchen des katholischen Erdkreises teilhaftig. Doch dürfen ihm gewöhnlich nur an Orten seiner Tätigkeit, seiner Bestattung und dergleichen Altäre errichtet und seine Bilder zur Verehrung angebracht werden. Ebensowenig darf gewöhnlich das heilige Meßopfer unter seiner Anrufung gefeiert und dürfen ihm zu Ehren Gebete in die Messe eingeschaltet werden. Die Kirche hört nur vom Tage der Seligsprechung auf, für seine Seele zu beten und zu opfern, und empfiehlt ihren Gläubigen den Seligen als Fürbitter anzurufen und ihn zu verehren. Nimmt diese Verehrung in und außerhalb der Heimat des Seligen zu, und hat der allgütige Gott, wunder-b a r in seinen Heilt g e it, durch neue Wunder den Seligen verklärt und verherrlicht, so kann zur Heiligsprechung geschritten werden. Und erst vom Tage der Kanonisiernng wird ihm zu Ehren, zum erstenmal vom Oberhaupt der Kirche selbst, das heilige Meßopfer gefeiert, werden ferner unter seinem Namen Altäre und Kirchen gebaut, Feste eingeführt und sein Bildnis wird mit der Gloriole oder dem Heiligscheine ums Haupt in Kirchen angebracht. Unter dem die Weltkirche gegenwärtig glücklich und glorreich regierenden Papste Pitts X. fanden schon mehrere Selig- und Heiligsprechungen statt. Am 8. Jänner 1905 wurde der seeleneifrige Pfarrer von Ars, Johannes Bapt. Vianneh, selig gesprochen. — Am 15. Jänner desselben Jahres wurde die gleiche Ehre zuteil den drei von Calvinisten zu Kaschau in Ungarn 1619 gemarterten Priestern: Johannes Markus, geboren 1588 zu Kreuz in der Diözese Agram, dann Stefan Grodecz und Melchior Pongràcz ans der Gesellschaft Jesu. — Überaus erhebend war die am 28. Mai 1906 vorgcnommene Seligsprechung der sechzehn, am 17. Juli 1794 als Opfer der französischen Revolution den Martcrtod erleidenden Kar-melitinnen, welche nun am Sternenhimmel der Kirche in doppeltem Glorienscheine des Martyriums und der Jungfräulichkeit glänzen als ein Zeichen des Trostes und der Ermutigung für alle, welche hinieden um Christi willen Verfolgung leiden. Am 20. Mai 1908 erfolgte die Seligsprechung der um die christliche Mädchenerziehuug vielverdienten, 1846 gestorbenen Schulschwester Maria Magdalena Postel und am 24. Mai desselben Jahres jene der gefeierten Stifteritt der Frauen vom heiligsten Herzen Jesu, Magdalena Sophia Barat (t 1865). — Im Jahre 1909 den 25. April wurde im St. Petrus-Dome das apostolische, vom 11. April 1909 datierte Dekret der Seligsprechung des ehrwürdigen Paters Johannes Eudes (* 1601 f 1680), des weisheits-vollen Begründers der Endisten oder der Weltpriesterkongregation Jesu und Mariä, verkündet. Zur gelegenen Zeit, in welcher die Kirche Frankreichs unter so viel Übeln seufzt und die Feinde des christlichen Namens die christliche Vaterlandsliebe vernichten wollen, wurden die Ehren der Seligen am Weißen Sonntage, den 18. April 1909, der heldenhaften Jungfrau von Orleans, Johanna d'Are, zur unbeschreiblichen Freude aller wahren Patrioten zuerkannt. — Am 2. Mai 1909 wurden in der Vatikanischen Basilika 34 Blutzeugen aus Cochin-china, Tonkin und China selig gesprochen. Darunter befindet sich ' der Dominikaner Profeßpriester Franziskus de Capillas, gemartert am 15. Jänner 1648, der Titularbischof und apostolische Vikar Stefan Theodor Cuenot, gestorben im Gefängnisse von Fogan am 14. November 1861, ferner die der Gesellschaft für auswärtige Missionen in Paris angehörigen Priester Petrus Franziskus Néron, am 3. November 1860 mit dem Martyrium gekrönt, Johannes Venaud, am 2. Februar 1861 grausam gemartert, und Je* Hannes Petrus Mel, am 18. Februar 1862 gewaltsam ermordet. Die übrigen 29 selig gesprochenen Märtyrer sind Eingeborne und zwar 17 Annaniten und 12 Chinesen.! 1 Ihre glorwürdigen Name» laute» : Priester Johannes Hoan, Paulus Loc, Petrus Qui, Petrus Lun, Paulus Lc-bao-Tinh, Laureutins Nguyen-van-Huong, Matthäus Nguyen-van-Dac, Josef Lim, Emmanuel Le-van-Phung und Petrus Dao-van-Van ; diesen schließen sich an die einfachen Christen: Michael Hodinh-Hy, Grvßmandarin, Franziskus Trung, Josef Le-Dang-Thi, Paulus Ilanh und Agnes Lethi-Thanh-Ba-de. Die 12 beatifizierten Chinesen heißen: Der Catechista Die erste Heiligsprechung unter dem segensreichen Pontifikate Pius X. fand am 11. Dezember 1904 statt, wobei zwei Ordensmänner in das Album oder Verzeichnis der Heiligen ausgenommen wurden: der apostolische Bischof Alexander San li aus der Kongregation der Regularkleriker der Barnabiten und der Laienprofeß Gerardus IVI aj eli a aus der Kongregation des allerheiligsten Erlösers. — Die zweite, vom derzeitigen Träger der dreifachen Papstkrone am 20. Mai 1909 vorgenommene Heiligsprechung betraf die beiden schon obgerühinten Gottesfreunde: Josef Oriol, den Missionär Barzelonas, und Klemens Hof-bauer, den Apostel Wiens. Indes stehen uns Österreichern noch weitere geistige Freuden und Ehren bevor. Am 8., beziehungsweise 23. August 1905 wurde das Ritenkongregationsdekret über die Selig- und Heiligsprechung der ehrwürdigen Dienerin Gottes Magdalena Erzherzogin von Österreich, Königin genannt, der hochherzigen Gründerin des Stiftes für adelige und bürgerliche Mädchen zu Hall in Tirol, veröffentlicht. — Am 5., bzw. 6. Dezember 1905 geschah das gleiche bezüglich des ehrwürdigen Dieners Gottes, Franz Josef Bu-digier, apostolischen Bischofes von Linz. Und am 27. resp. 28. August 1907 wurde das Konsirmations-dekret der heiligen Ritenkongregation, betreffend den seit unvordenklichen Zeiten der Dienerin Gottes Zdislava Berkiana aus Jablona der Diözese Leit-meritz, Tertiarin des hl. Dominikus, erwiesenen Kult, verkündet und ihr hiemit der Ehrentitel Venerabilis, Ehrwürdige, zugesprochen. ! Joses Tcbaiig Tapong, die zwei Seminaristen Joses Tchang und Paulus Teilen, die Gläubigen: Hieronymus Lou Tin-mey, Laurentius Quang, Johannes Bapt. Lò, Mortili Ou, Johannes Tchang, Johannes Tchen und die Frauen Agatha Lin, Martha Quang und Luzia Y Kou-po. — Agnes Lethi-Thanh-Bade war eine vorbildliche Mutter von sechs Söhnen. (Acta Apostolicae Sedis. Comment. officialo. Die 1. lunii 1909. Vol. I. num. 10. pag. 452 ft'.). 1 Vergl. Kirchl. Verordnungsblatt für die Lavanter Diözese. 1906. Nr. VI. Absatz 40. Seite 79 und 80. — Idem, Nr. XI. Absatz 87. S. 118 und 119. — Idem, 1908. Nr. III. Absatz 13. S. 47 und 48. Vielgeliebte Viimlailtn! Wl tic dic obbelobten Seligen und Heiligen waren auf Erden treue Nachfolger Jesu Christi und : sind jetzt im Himmel bleibende Teilnehmer an seiner ewigen Glorie. Der göttliche Heiland hat uns sein helleuchtendes Beispiel hinterlassen, damit wir in seine Fußstapfen treten und getreu nach denselben wandeln, wie es die Heiligen getan, die deshalb auch richtunggebende Vorbilder für uns geworden sind. Der göttliche Lehrmeister ist uns in allen Lebenslagen und Verhältnissen der sicherste Führer und Wegweiser. Wir brauchen nur sein Leben und seine Lehren zu betrachten, sein Tun und Lassen zn berücksichtigen, und wir finden uns in den schwierigsten Fragen und Lagen zurecht. Zu diesen gehört unter anderem heutzutage das Verhalten in Bezug ans die Liebe zur Heimat.1 Es wird heilsam und geboten sein, im diesjährigen Hirtenschreiben zn erwägen, was wir in Hinblick auf unseren göttlichen Herrn und Heiland dem lieben Lande schulden, dem wir durch Geburt oder durch unser Leben angehören. Betrachten wir also die christliche Vaterlandsliebe unter Zugrundelegung des apostolischen Ausspruches: Christus hat für uns gelitten und uns ein Beispiel hinter» lassen, aus daß wir in seine Fuß stapfen treten. Alles Gott zur Ehre und uns zum Frieden! Ni 4 r- Heimat, Vaterland! Wie süß und lieblich klingen diese Namen! Selten ist ein Mensch so gefühllos, daß sein Herz nicht höher und freudiger schlägt, wenn er von seiner lieben Heimat, von seinem teuren Vaterlande spricht oder sprechen hört, zumal wenn er in der Fremde weilt. Da ergreift ihn oft eine gewaltige Sehnsucht nach der trauten Heimat, eine Sehnsucht, die zum verzehrenden Weh des Herzens werden kann, so daß der davon Betroffene dahinsiecht und frühem Tode anheimfällt. Das Heimweh zehrt nicht selten am Marke des Lebens auch bei sonst starken Naturen. — Wie viele Lieder wurden zur Verherrlichung des Vaterlandes schon gedichtet und begeistert gesungen; wie viele glänzende Feste wur- 1 Blätter für itoiijellrmtfumfcit. Wie», 1885. S. 874 it. den ans Liebe zum Vaterlande begangen! Doch damit ist die Liebe zum Vaterlande nicht erschöpft und sind alle Pflichten gegen dasselbe keineswegs erfüllt. Die wahre Vaterlandsliebe lehrt uns der menschenfreundliche Erlöser durch sein hocherhabenes Beispiel. Meine Lieben! Es ist eine höchst betrübende Erscheinung, welche in der Diözese zutage tritt, daß nämlich alljährlich viele ihr Heimatland verlassen und in die weite Welt nicht selten zn ihrem eigenen und anderer Nachteile ziehen. Der göttliche He ila n v blieb in seinem Lande. Es war jenes anser-wählte Land, das Gott den Nachkommen Abrahams verheißen und es ihnen unter vielen wunderbaren Erscheinungen und unter seinem besonderen Schutz auch wirklich gegeben hatte. Dieses gelobte Land liebten die Israeliten mit hingebender, unaustilgbarer Liebe. Dies bekunden die erschütternden Klagelieder, welche sie anstimmten, als sie zur Strafe für ihre Sünden in die Verbannung wandern und unter Fremdlingen leben mußten. Das schönste Vaterlandslied ist wohl der Klagepsalm, den die Juden in der babylonischen Gefangenschaft anstimmten und der da anhebt: „An den Flüssen Babylons, dort saßen wir und weinten, wenn wir Sions gedachten. An den Weiden, die drinnen sind, hingen wir unsere Harfen aus. Denn die uns gefangen wegführten und die uns Wegnahmen, forderten da von uns Lieder: Singet uns ein Loblied von Sions Liebem ! Wie sollten wir singen des Herrn Gesang im fremden Lande? Vergeß ich dein, o Jerusalem, so werde meine Rechte vergessen! Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen, wenn ich dein nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht setze zur ersten meiner Freuden!" (Ps. 136, 1—ti). Herzergreifend und markerschütternd ist das Klagelied, welches der große Prophet Jeremias auf den Trümmern seines geliebten Jerusalems unter Tränen und Seufzern »iedergeschrieben hat. „Wie sitzet einsam die Stadt, die so volkreiche: wie eine Witwe ist geworden die Herrin der Völker; die Fürstin der Länder ist zinsbar geworden ... Es ziehet fort Juda um des Druckes und der harten Dienstbarkeit willen: er weilt unter den Völkern und findet keine Ruhe: alle ihre (der Stadt Jerusalem) Verfolger ergreifen sie während der Ängsten. Die Wege nach Sion trauern, weil niemand zum Feste kommt; alle ihre Tore sind zerstört, ihre Priester seufze«, ihre Jungfrauen sind ohne Schmuck, und sie selbst ist von Bitterkeit überwältigt. , . Hinweg ist von der Tochter Sious all ihr Schmuck: ihre Fürsten sind geworden wie Widder, die keine Weide finden und ziehen kraftlos ab vor dem Verfolger her. (Lam. 1, 1. 3. 4. 6). Gedenk, o Herr, was uns widerfahren: scharr und sieh unsere Schmach! Unser Erbe ist zuteil geworden den Fremden, unsere Häuser den Ausländern! Waisen sind wir ohne Vater, unsere Mütter gleich Witwen. Unser Wasser trinken wir für Geld, unser Holz zahlen wir. An unseren Nacken führt man uns, den Müden gibt man keine Ruhe . . . Dahin ist die Freude unseres Herzens, in Trauer verwandelt unser Sängerchor." (Lam. 5, 1—5. 15). Der göttliche Heiland blieb nun in diesem an Glück und Unglück überreichen Lande, dem gottge-schenkten Vaterlande seiner jungfräulichen Mutter-Maria, seines allzeit keuschen Nährvaters Joseph und ihrer ruhmreichen Ahnen. Zwar verließ Maria mit Jesus und Joseph den heimatlichen Boden, als Herodes dem göttlichen Kinde nach dem Leben strebte; allein nach dein Tode des Wüterichs kehrte nnver-weilt die heilige Familie in ihre liebe Heimat zurück, welche dann Jesus nicht mehr bis zu seinem Tode verließ, obschon er voraus wußte, daß ihm der schmerz-und schmachvollste Tod im Geburtslande bevorstand. Dieses einnehmende Beispiel des gottmenschlichen Erlösers soll allen vor Augen schweben, die da ihre Heimat fliehen. Die Auswanderung aus Untersteier wie aus anderen österreichischen Ländern nimmt in überraschender Weise Jahr um Jahr bedenklich zu. Manche verkaufen ihre Gehöfte, andere sperren ihre Wohnungen einfach zu und ziehen mit ihren Familien fort über den Ozean nach Amerika. Gelegentlich einer Rückreisefahrt von Rom nach Marburg kam während des kurzen Aufenthalts des Schnellzuges in Steinbrück ein schlichter Landmann 5« mir und bat mich, einer Gruppe von Auswanderern ans verschiedenen Gegenden des Ranner-Bezirkes den heiligen Segen zu spenden. Es tat meinem Herzen unsagbar leid und weh, als ich die große Menge der reisigeil Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen, ja Mütter mit Säuglingen auf den Armen und mit Knäblein und Mägdlein an ihren Seiten sah und die Scharen vielleicht ans Nimmerwiedersehen segnete. Auf meinen im ver-wichenen Jahre unternommenen Visitations- und Firmungsreisen klagten mir viele Seelsorger mündlich oder schriftlich, wie sich doch viele ihrer Psarr-linge im Auslande befinden und wie die Aus- und Binnenwandernngslust beständig zunimmt. In einer Pfarre erfuhr ich, daß 800, und in einer zweiten, 5 daß 300 Parochianen in Amerika weilen.' Wie viel körperliches und geistiges Elend mag es da geben! Vor nicht langer Zeit besuchte mich ein schon 28 Jahre im nordamerikanischen Univnsstaate Texas > weilender Missionär, der bei Besprechung dieser traurigen Erscheinung die Bemerkung machte: „Man rate ja niemandem, den Heimatsort zu verlassen und nach Amerika zu übersiedeln. Die Meisten bereuen den getanen Schritt, weil sie bald zur traurigen Erkenntnis gelangen, daß sie es zu Hause weit besser hätten, wenn sie so angestrengt und so fleißig arbeiten würden, wie sie sich im fremden Lande abmühen und abplagen müssen." Und ein am 7. Jänner laufenden Jahres bei mir auf Besuch weilender Franziskaner-Missionär, der schon längere Zeit die Seelsorge für die österreichischen Einwanderer in New-d)ork versieht, betonte gleichfalls die körperliche und geistige Verkümmerung des größeren Teils der Ankömmlinge. In Amerika gelangt, bemerkte unter anderem der eifrige Seelenhirt, trotz der hohen Arbeitslöhne, die jedoch auch eine entsprechend größere Anstrengung voraussetzen, nur ein kleiner Prozentsatz der Eingewanderten zum wirklichen Wohlstände, weil die Mehrzahl derselben, ungewohnt mit großen Geldsnminen umzugehen, nicht 1 In den Jahren 1895 und 1896 wanderten beispielsweise nach Brasilien, um andere Gebiete lute Kanada, Argen > tinien zu übergehen, 22.000 Personen ans Österreich-Ungarn. Nach der vsterr. statistischen Monatschrist 1907, S. 172, befanden sich im Jahre 1900 in den Vereinigten Staaten Nordamerikas 491.743 Österreicher. Nach dem Rechenschaftsberichte des vsterr. St. Raphaelsoereines für das Jahr 1908 landeten in den genannten Bundesstaaten im Fiskaljahre 1907/08 ans Österreich-Ungarn 168.509 Auswanderer. Vom 1. Jänner bis 30. November 1909 reisten allein über Triest auf der Linie Österreich-Amerika 15.185 nach Nordamerika und 4743 nach Südamerika. Bloß im November übersiedelten 1024 Personen nach Nordamerika und 1180 nach Südamerika. mir feilte Ersparnisse znrücklegt, sondern tut Gegenteil der Verschwendungssucht und so dein materiellen Elend anheimfällt. Überdies drohen ihnen von Seiten der Wohttttngsgeber tutd der Leiter der wirtschaftlichen Unternehmniigen niannigsache Gefahren in sittlicher vinficht, indem sie mir zn leicht zur Trunksucht und zn anderen Lastern verleitet werden. Ob Mangels an sprachkundigen Priestern verfallen sie auch zum großen Teile der religiösen Gleichgültigkeit, so daß durch die Auswanderung nicht nur viele Kräfte für das so wunderschöne Kaiserreich, sondern auch Hnnderttansende von unsterblichen Seelen für das Himmelreich verloren gehen. — Unser Heimatland, meine ich, ist noch immer so reich an Erwerbs-Onellen und -Zweigen, daß es alle seine tat- und tngendkrästigen Bewohner ganz gut und trefflich ernähren kann. Weiterhin bewies Jesus seine wahre Heitnats-liebc dadurch, daß diese nicht etwa nur Gefühlssache, sondern Tat war. J c s n s arbeitete für sein Heimatland Er zog ans seinem Aufenthalte in demselben nicht einzig nur den Vorteil, der sich daraus ziehen ließ, sondern er spendete Wohltaten ans Wohltaten im ganzen Lande, welches er nach den verschiedensten Richtungen durchwanderte. Er unterrichtete die Unwissenden über die heilsamsten Wahrheiten, segnete Mütter und Kinder, wies die Irrenden ans den rechten Weg, mahnte die Fehlenden, rügte die Halsstarrigen, strafte die Tempelschänder. Er sättigte die Hungernden, tröstete die Betrübten, erlöste die von bösen Geistern Besessenen. Ja, Jesus erwies seinen Stantmesgenossen alle die Werke der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit. Es gab keine Rot und fein Elend, wo er sich nicht als Retter, als Heiland im Elend, als barmherziger Samaritan betätigt hätte. So war seine Vaterlandsliebe rastlos tätige, sich vollends aufopfernde Nächstenliebe, sie war die hingebungsvolle, alle Tugenden krönende Charitas. Der gütige Heiland bekundete ferner seine Liebe zum Heimatlands, indem er die Gesetze und löblichen Sitten des Landes achtete. Obwohl Herr des Himmels und der Erde, war Jesus doch den Menschen, vorab seiner Mutter und seinem Nährvater, gehorsam Als zwölfjähriger Knabe zog er int heiligen Gehorsam gegen das Gesetz und die Landes» fitte mit seinen frommen Eltern nach Jerusalem zum Osterfeste. Er betete tut Tempel und besuchte die Teinpetschule, in welcher er der Sitte gemäß unter den Lehrern saß, ihnen znhörte und sie fragte. Und als er mit Maria und Joseph nach Nazareth zurück» kehrte, war er ihnen untertan, wie der feinfühlige Evangelist Lnkas mit wenigen aber inhaltsschweren Worten das verborgene Leben des gottmensch-lichctt Messias in Galiläa kennzeichnete. (Luc. 2, 51). Und wie die meisten Bewohner Palästinas von der Hände rüstiger Arbeit lebten, so wollte der Heiland diese Arbeit durch sein Beispiel heiligen. Er half seinem Pflegevater in der Werkstätte. Und als St. Joseph, der Zimmermann, wahrscheinlich frühzeitig starb, arbeitete Jesus allein, mit sieh und seine göttliche Mutter zn ernähren. Keilt Wunder, daß bei seinem späteren Wnnderwirken die allgemeine Frage entstand: Ist er nicht der Zimmermann? (Marc. 6, 3). Ist er nicht des Z im m erma uns Sohn? (Matth. 13, 55). Während seiner öffentlichen Lehrtätigkeit verkehrte der volksfrenndliche Heiland nach heimatlicher Sitte mit den Bewohnern von Judäa und Galiläa, besuchte sie in ihren Wohnungen, aß mit ihnen, sprach mit ihnen, ob sie nun reich oder arm, hoch oder nieder, jnng oder alt, gelehrt oder einfältig, gerecht oder sündig waren — Seine Achtung gegen das Gesetz und die rechtmäßige Obrigkeit bewies Jesus öffentlich, indem er den ihn mit der Frage versuchenden Pharisäern: Ist es erlaubt dem Kaiser Steuer zn geben oder nicht, die ewig denkwürdige Antwort gab: Reddite, quae sunt Caesaris, Caesari: et quae sunt Dei, Deo! Gebet, was des Kaisers ist, dem Kaiser, und was Gottes ist, Gott! (Matlh. 22, 17. 21). Der Heiland stellte den itiv angreifbaren Grundsatz ans: Was gerechter Weise dem Kaiser gebührt, ist dem Kaiser zn geben. Sv weit ist ihm zn gehorchen, als die Pflichten gegen Gott nicht darunter leiden. Darnach richtete sieh der göttliche Lehrmeister in seinem öffentlichen Leben, insbesondere am Schlüsse seines Lebens. Als gelegentlich einer ans dem Volke zn ihm sprach: „Meister, sage meinem Bruder, daß er die Erbschaft mit mir teile", erwiderte er ihm: „Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbver-teiler über euch gesetzt?" (Luc. 12, 13. 14). Christus tadelte den Menschen nicht, daß er sein Recht sucht, aber erklärt, daß etwas derartiges von seinem Bernse fern liegt, und daß deshalb der Benachteiligte sein «liecht bei der gesetzlichen Obrigkeit suchen soll. Aber Jesus benützte sogleich diese Gelegenheit, um Gutes zu stiften, weshalb er zu den Umstehenden sprach: „Sehet zu und hütet euch vor aller Habsucht; denn wenn auch jemand Überfluß hat, so hängt doch sein Leben nicht von seinen Gütern ab!" Dies bewies Jesus durch das Gleichnis vom reichen Manne, der seine Scheunen abzubrechen und größere zu bauen beschloß, um darinnen seine Güter zusammenzubrin« gen und dann seiner Seele zu sagen: „Meine Seele, du hast viele Güter liegen auf sehr viele Jahre; ruhe aus, iß, trink, laß es dir wohl sein!" Gott aber sprach zu ihm : „Du Tor, in dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du nun bereitet hast, wessen wird es sein?" (Luc. 12, 15— 20). Aus Gehorsam gegen die Obrigkeit, die das Werkzeug jenes höheren, ans ewige Macht und Weisheit gegründeten Ratschlusses war, nach welchem Jesus handelte und litt, ging er seiner Gefangen-nehmung entgegen, ließ sich fesseln und führen, und gebot dem aufbrausenden Petrus, das Schwert in die Scheide zu stecken. Er erschien vor dem Richterstuhle eines Annas und Kaiphas, eines Pilatus und Herodes. Als der schwankende Landpfleger Pilatus ihm vorhielt, er hätte Macht, ihn zu kreuzigen, und Macht, ihn freizulassen, anerkannte er diese Machtbefugnis und fügte noch hinzu, daß sie ihm von oben gegeben worden sei. Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben herab gegeben worden wäre. (Ioan. 19, 11). Und Jesus ließ sich verspotten, geißeln, mit Dornen krönen, das schwere Kreuz auf die Schulter laden, an dasselbe annageln und ließ sich mit ihm erhöhen. So war Jesus bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze gehorsam seinem himmlischen Vater und den Menschen, insoweit sie Macht von oben, nach der Anordnung Gottes, hatten und Vollstrecker des göttlichen Willens waren. Das hehre Beispiel des göttlichen Sohnes, der seinen Eltern untertan war, sollen jene Söhne und Töchter recht emsig beherzigen, die da ans Ungehorsam gegen ihre lieben Eltern ihre Heimatstätte verlassen und in die Fremde ziehen, um dort freier und vornehmer leben zu können. Sie vergessen, daß heimatliches Schwarzbrot süßer ist als Weißbrot in der Fremde. Stark und gesund reisen sie fort aus dem Elternhanse, schwach, leidend und krank an Leib und Seele kehren sie zumeist wieder heim. Sie sind sich nun selbst ein schweres Kreuz, bereiten ihren Angehörigen Schmach und Schande und gereichen dem Heimatsorte zum empfindlichen Schaden. Seine Heimatsliebe betätigte unser Herr und Heiland durch das gute Beispiel, das er von seiner Kindheit ans den Bewohnern gab. Immer erfüllte er die gerechten Gebote und Gesetze, immer war er Wahrheit und Gerechtigkeit. Sein hochheiliges Leben, ein Spiegel jeglicher Tugend, erwies sich den Mitbürgern nützlich, ihren Geist erhebend, ihr.Herz veredelnd, ihren Willen aneifernd. Dadurch erwarb sich der gütige Heiland ein nicht faß- und meßbares Verdienst um die Palästina:. Einst wirkte Samuel vor Abtretung seines Richteramtes und schon angesichts des Todes vor dem Volke ein Wunder, indem auf sein Rufen der Herr-plötzlich Donner und Regen gab (F. Uegg. 12, 18), und berief sich dann ans sein vorwurfsfreies Leben und forderte ganz Israel auf, ihm laut zu bezeugen, daß er sein Richteramt selbstlos und gerecht verwaltet habe. „Sehet, ich bin alt und grau geworden. So bin ich vor euch gewandelt von meiner Jugend an bis auf diesen Tag. siehe, hier bin ich! Redet von mir vor dem Herrn, ob ich jemandem Unrecht oder Gewalt getan, ob ich von jemandes Hand ein Geschenk genommen?" Und das Volk gab dem edlen Manne zum Zeichen, wie es ihn achtete, verehrte und liebte, das ehrenvollste Zeugnis. Es rief wie eine einzige gewaltige Stimme: „Du hast uns kein Unrecht noch Gewalt angetan, noch von jemandes Hand etwas genommen . . . der Herr ist Zeuge." (1. Uegg. 12, 2-5). Auch Jesus berief sich vor den Inden auf seine Wunderwerke und forderte von ihnen den Glauben an seine Sendung als Messias. Wenn ihr mirni ch t glauben wollet, so glaubet den Werken! (Ioan. 10, 88). Aber noch mehr. Was Samuel seine Zeitgenossen nicht fragen konnte, konnte Jesus die Seinigen frage» : Wer ans euch k a n n mich einer Sünde beschuldigen? (Ioan. 8, 46). Und kein Vorwurf, auch nicht die leiseste Klage wurde laut. Und die Frage, wie eine solche wohl noch nie gestellt worden ist, noch wird je gestellt werden können, war an die grimmigsten Gegner gerichtet. Und sie schwiegen Und ihr Schweigen, das Schweigen der Feinde, ist ein glänzenderes Zeugnis, als es das glänzendste der Freunde sein könnte. Das gute, hehre und erhabene Beispiel macht die Widersacher verstummen. Es nützt allenthalben. O hätte jedes Land nur brave, tugendhafte und tatkräftige Bewohner, es wäre ein wahrhaft gelobtes Land, in welchem das Leben einen Vorgeschmack und Vorgenuß des Lebens im himmlischen Vaterlande gewähren würde! Die wahre Schönheit eines Landes bildet nicht die Schönheit seiner Hügel und Täler, der Felder und Fluren, der Obst- und Weingärten, sondern die Schönheit seiner gottesfürchtigen, frommen Bewohner. Und die Macht und die Kraft eines Volkes liegt nicht in den Bergen und Felsen, sondern in felsenfestem Glauben, in nie wankendem Hoffen und stets opferwilligem Lieben. Schön, wunderbar schön war das Paradies, in welchem unsere Stammeltern lebten; doch alle seine Pracht und Herrlichkeit wäre nicht ihr vollkommenstes Glück gewesen, wenn Gott der Herr sich ihnen nicht geoffen-bart hätte und sie ihm nicht pietätsvoll anhänglich gewesen wären. Ihr Abfall von ihm, die Sünde, zerstörte Edens unbeschreibliche Schönheit und beraubte sie dessen beseligenden Besitzes. Jesus, unser göttlicher Meister, liebte sein Heimatland. Es war aber nicht die tote Scholle, an der sein liebendes Herz hing, sondern das Volk, das sich daraus sein Heim gründete, den wunderbaren Tempel baute, herrliche Städte, Marktflecken und Weiler errichtete. Innige Vaterlandsliebe hallt aus dem Weh, das der göttliche Heiland einigen besonders bevorzugten Städten zurief, um von ihnen das hereinbrechende Verderben abzuwenden. „Wehe dir, Corozain! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so würden sie längst im Sack und in der Asche Buße getan haben . . . Und dit, Capharnaum, die du bis zum Himmel erhoben bist, wirst in die Hölle hinunterfahren!" (Matth. 11, 21. 23). Die zarteste Vaterlandsliebe verraten die Tränen, die Jesus über die reichbegnadete, aber heilsvergessene Stadt Jerusalem geweint hat. Er sah das entsetzliche Ende der volkreichen Stadt voraus und rief ihr schmerzbewegt zu: „Weint doch auch du es erkenntest und zwar an diesem deinen Tage, was dir zum Frieden dient; nun aber ist es vor deinen Augen verborgen! Denn es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde mit einem Walle dich um- geben und von allen Seiten beängstigen werden. Sie werden dich und deine Kinder, die in dir sind, zu Boden schmettern und in dir keinen Stein ans dem anderen lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast." (Luc. 19, 42—44). Ans dieser ergreifenden Klage spricht sich deutlich der Wunsch aus, es möchte nicht so kommen. Um das Unheil von der Stadt abzuwenden, hatte Jesus ihre Be- wohner an sich ziehen und sie so vor Unglück bewahren wollen, aber vergebens. Darum erhob er den die innigste Liebe atmenden Klageruf: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten mordest und steinigest die, welche zu dir gesandt worden, wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, du aber hast es nicht gewollt. Siehe, euer Hans wird euch wüste gelassen werden!" (Matlh. 23, 37. 38). So predigen Worte und Werke des herzensgütigen Heilandes teilnahmsvolle, hilfreiche und opferbereite Liebe zu den Bewohnern des schönen Palästina. Die Mitmenschen vor Unheil warnen, sie davor bewahren, ist Liebe. Sie tut Unglücke bemitleiden und beklagen, ihnen nach Kräften hiebei helfen und unter die Arme greifen, ist hingebende Nächstenliebe. Es ist jene Liebe, die uns der mildtätige Heiland eingeschärft hat mit den Worten: Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet, wie ich euch geliebt habe. (Ioan. 13, 34). Diese Liebe springt dein Nächsten auch dann mit manchem Opfer bei, wenn es unbequem ist, wenn es keine Ehre, wohl aber Undank, Spott und Hohn, Verachtung und Verfolgung einträgt. Diese Liebe ist jene, von der ber große Völkerapostel Paulus ein Loblied gesungen, wie es niemand vor ihm und niemand nach ihm schöner getan: „Wenn ich die Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber die Liebe nicht hätte, so wäre ich wie ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle, llitb wenn ich die Gabe der Weissagung hätte und wüßte alle Geheimnisse und besäße alle Wissenschaft, und wenn ich alle Glanbenskraft hätte, so daß ich Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Güter zur Speisung der Armen austeilte, und wenn ich meinen Leib dem brennendsten Schmerze hingäbe, hätte aber die Liebe nicht, so nützte cs mir nichts. Die Liebe ist geduldig, ist gütig; die Liebe beneidet nicht, sie handelt nicht unbescheiden, sie ist nicht aufgeblasen, sie ist nicht ehrgeizig, ist nicht selbstsüchtig, sie läßt sich nicht erbittern, sie denkt nichts Arges, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, hat aber Freude an der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nie auf." (I. Cor. 13, 1—8). Wahrlich, wenn solche Liebe die Völker und Nationen beseelte, so würden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmie-ben und ihre Spieße zu Sicheln. Und nicht mehr würde Volk gegen Volk das Schwert erheben und sich zum Kampfe üben. (Ts. 2, 4). Jesus Christus der Gottmensch opferte alles für sein Heimatland. Er heiligte es durch sein Gebet, bas er zu Nazareth, zu Jerusalem, auf Bergeshöhen, wie z. B. auf dem Olberge, kniend oder auf die Grde hingestreckt verrichtete; er heiligte es durch seine Lehren, durch seine Wunder, durch seine Reisen. Die höchste Weihe gab er dem heimatlichen Boden, als er ihn mit seinem kostbaren Blute benetzte. Alles bies macht noch heute Palästina den Eingebornen wie den fremden Besuchern so unendlich lieb und teuer, so ehrwürdig, kostbar irnb heilig. Des Herrn Gebet, Reisen, Wunderwirken und sein Blut galten vornehmlich den Bewohnern des Landes. Für sie vergoß der Menschensohn sein Blut, opferte sein Leben und sein alles, auch die wenigen Kleider. Ihnen gab er seinen Vater, indem er sie beten lehrte: Vaterunser, der du bist im Himmel! (Matth. 6, 9). Hhlieil gab er letztwillig seine Mutter, indem er vom Kreuze rief: Siehe, deine Mutter! (loan. 19, 27). Ja, ihnen gab er alles, was er hatte, auch sich selbst, indem er beim Bnndesmahle sprach: Nehmet hin und esset, das i st m ein Leib! N e h m et hin und trinket alle daraus: dies ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen werben wird zur V e r g e b n n g der <3 ü it den! (Matth. 26, 26 28). So liebte Jesus, wie er lehrte. Eine größere Liebe als diese hat nie m and, daß e r n ä m-1 i ch sein Leben für seine F r e n li de hi n-gibt. (loan. 15, 13). Der höchste Grad der Nächstenliebe ist der, daß jemand, wo es nottut, nicht bloß Ehre, Güter, Gesundheit hingibt für die, welche er liebt — Freunde und Feinde — sondern selbst das Leben. So liebte Christus. Er war der gute, liebevolle Hirt, der für seine Schäflein so sorgte, daß er selbst sein Leben für ihr Wohl hingab. (loan. 10, 15). Würden die Bewohner eines Landes, eines Reiches liebevoll einander begegnen, würden sie sich als gute Nachbarn gegenseitig gerne helfen und unterstützen, sich die Fehler und Mängel großmütig Nachsehen und bereitwillig für einander Opfer bringen, wie so selig und glücklich wäre das Leben in einem solchen Lande, in einem solchen Reiche! Welche Wunder wirkte nicht die christliche Vaterlandsliebe der ritterlichen Jungfrau von Orleans, der seligen Johanna d'Arc ! Welche bewunderungswürdige Erfolge erzielte nicht der heilige Klemens Maria Hofbauer durch seine glühende Liebe zu Gott und zu seinen Nebenmenschen! Und die großen Tngend-heldinnen, die sechzehn zum Tode auf dem Schafott verurteilten Karmelitinnen fügten zu ihren drei Ordensgelöbnissen noch das vierte Gelübde hinzu, ihr Leben bereitwilligst für das unglückliche Vaterland zu opfern, damit es zur Ruhe komme. Und Gott hatte ihr Opfer angenommen. Nach dem 17. Juli 1794 hatte die französische Schreckensherrschaft ausgetobt. Aber, meine Lieben, betrachten wir weiter an dem Beispiele Christi die hehre Tugend der Vaterlandsliebe! Der huldreiche Heiland liebte das Volk Israels, haßte aber nicht die Bewohn e r anderer Länder. Sein Herz war nicht so eng, daß darinnen nur sein Stammvolk Platz gefunden hätte. Jesus war nicht nur der Erlöser Israels, son- beni ber ganzen Welt. Der Preis seines heiligsten Blutes war nicht sv gering, baß nur ein Volk bafür vom ewigen Tobe losgekanft worben wäre. Nein, für alle Völker unb Nationen vergoß er sein kostbares Blut, unb alle sollen an ben golbenen Früchten ber Erlösung teilnehmen. Von weittragenber Bedeutung war es schon, baß bei ber Krippe bcs göttlichen Iesukinbes nebst beit heimischen Hirten Weis e aus fernen Lauben erschienen, bie nicht bciit Iubenvolke angehörten. So-bamt hielt sich Jesus als Knabe in Ägypten auf, zog als öffentlicher Lehrer in bas Laub ber Gera-fetter (Matlh. 8, 28), reifte nach Sichar, wo er am Jakobsbrunnen eine Samariterin heilsam belehrte (loan. 4, 5 ff), begab sich in bie Gegenb von Tyrus ititb Sibon (Matlh. 15, 21) unb Heilte bie vom bösen Geiste arg geplagte Tochter eines chananäischen Weibes aus bicser Gegenb. Ja, ber mettschenliebenbe Jesus belobte beit bemütigen unb stanbhaften Glauben gerabe bieser heibnischen Mutter. (Matth. 15, 28). Desgleichen heilte Jesus beit kranken Knecht bes heibnischen Hanpt-mannes von Capharnaum, besten bewunbernngswür-bigen Glauben er auch vor ber Volksmenge mit beit Worten pries: Wahrlich sage ich euch, solch g r o ß e it G l a u ben habe ich in J s r a el nicht g e t it it b e it ! Bei bicser benkwürbigen Begebenheit erklärte ber Heilanb ganz beutlich, baß er nicht für bas sübische Volk allein gekommen ist, tubetti er feierlich sprach: „Aber ich sage euch, bas viele von Aufgang ttttb Niebergang kommen unb mit Abraham, Isaac und Jacob im Himmelreiche zu Tische sitzen werben; bie Kittber bes Reiches aber werben in bie äußerste Finsternis hinausgeworfen werben." (Matlh. 8, 11. 12). Als Weltheilanb bezeichnete sich bet Herr tut lieblichen Gleichnisse vom guten Hirten mit beit Worten: „Unb ich habe noch anbere Schafe, welche nicht aus bicsem Schasstalle stitb : auch biese muß ich herbeiführen, unb sie werben meine Stimme hören, unb es wirb c i it Schafstall ititb e i u Hirt werben." (loan. 10, 16). Unb Jesus erweiterte bie Herzen seiner Apostel, als er ihnen vor seiner Himmelfahrt am Ölberge ben weltnmfassenben Auftrag erteilte: „Gehet hin ttttb lehret alle Völker unb taufet sie tut Namen bes Vaters ttttb bes Sohnes unb bes Heiligen Geistes ititb lehret sie alles halten, was ich euch befohlen habe, ititb siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ettbc ber Welt !" (Matth. 28. 19. 20). Jesus verkünbete bie frohe Heilsbotschaft für bie ganze Wett, er litt ttttb starb für alle Menschen, er öffnete allen Nachkommen Adams bie Himmels-Pforten. Nur predigte er dem göttlichen Heilsplane gemäß sein Evangelium zuerst beit Israeliten, „betten bie Kindschaft, bie Herrlichkeit, ber Bund, bie Gesetzgebung, ber Gottesdienst ttttb bie Verheißungen an-gehörten, betten bie Väter unb aus denen beut Fleische nach er selbst stammte." (Rom. 9, 4. 5). Daß der Himmel für alle Völker erschlossen ward, belehrte Christus jenen Apostel, dem er bie (Schlüssel des Himmelreichs gab (Matth. 16, 19), bttrch ein besonderes Gesicht, welches ihm zeigte: es seien jette vom Heile nicht ausgeschlossen, bie nicht beiti Iubenvolke attgehören. Als Petrus sich weigerte, von beit tut leinenen Tuche befindlichen unreinen Tieren zu schlachten ttttb zu csteti, rief ihm etite Stimme dreimal zu: W a s G o t t gereinigt, das hatte btt nicht für g c m ein! (Act. ap. 11, 9). Unb Petrus, ber sofort erkannte, daß Gott nicht sieht ans die Person, sondern in jedem Volke ihm derjenige angenehm ist, welcher ihn fürchtet ttttb Gerechtigkeit übt, taufte unverweilt beit Heiden Cornelius ttttb seine Hausgenossen. (Act. ap. 10, 48). In die Fußstapfen des göttlichen Meisters traten seine Jünger. Als Petrus seinen Brüdern in Jerusalem von der Taufe des heidnische» Hanptmannes Cornelius in Caesarea erzählt hatte, verherrlichten sie Gott und sprachen: Also auch beit Heiden hat Gott bie Buße verliehen z n m Leben! (Act. ap. 11, 18). Die Apostel liebten ihre Stammesverwandten; schlossen aber keineswegs die übrigen Völker von ber christlichen Liebe aus. Ein wundersames Beispiel ist uns hierin der erlesene Heibenapostel Paulus, der da s e l b st i nt Banne, geschieden von C h r i st u s, zu sein wünschte st a t t seiner Brüder, die seine V e r tv a n d t e n beut Fle i s ch e n a ch wäre tt (Rom. 9, 3), wenn sie nur selig werden möchten, aber er predigte auch den Arabern, Syrern, Galatern, den Kleinasiaten, beit Mazedoniern, Griechen, Römern, Illyriern, Spaniern, kurz allen Stämmen und Nationen, in deren Mitte er auf seinen Weltreisen gekommen war. In seiner Liebe zu Christus umfaßte er alle Völker, weil da kein Unterschied obwaltet zwi s ch e n J n d e n u n d G r i e-ch e n; denn ein und derselbe i st der H c r r aller, reich für alle, die ihn au rufen. (Rom. 10, 12). In der Liebe zu Jesus einigte dieser homo Tudaeus a Tarso, dieser jiibische M a it it aus Tarsus, wie sich Paulus selbst benannte (Act. ap. 21, 39), alle Nationen, weil da nicht Heide noch Jude ist, nicht Barbar und Scythe, nicht Knecht und freier, sondern alles und in allem Christus. (Gol. 3, 11). Wahrlich, der ist kein treuer Jünger Jesu, der andere Nationen gering achtet und schätzt, sie an-feindet und befehdet, indem er nicht zu unterscheiden versteht zwischen einem Volke und dessen Gebrechen, ber beides haßt und verfolgt, anstatt nur die Fehler itub Mängel, nur die unguten Eigenschaften und Eigentümlichkeiten zu haßen, die Personen aber zu lieben. Der unvergleichliche Volksmann und jüngste Heilige Österreichs, Klemens Maria Hofbauer, befolgte hierin das hehre Beispiel des Welterlösers und seiner heiligen Apostel, indem er voll Liebe ltitb Feuereifer in verschiedenen Ländern wie in Polen, Baden und Bayern, Mähren, Niederösterreich, in der Schweiz und in Italien, insbesondere aber in der Reichshaupt- mib Residenzstadt Wien segensreich wirkte und arbeitete. — Die katholische Kirche, die schon ihrem Namen nach alle Völker umfaßt, lehrt und befiehlt die Achtung des Nebenmenschen, des Nachbarvolkes. In dieser Weltkirche ist die Idee der Rebe und der Gerechtigkeit krystallisiert. Würden nur r bie zwei ihrer ewig gültigen Grundsätze: Liebe deinen N ä ch st e n wie dich s e l b st und alles, ; was ihr wollet, daß euch die Leute tun, bas sollt ihr ihnen auch tun, allseits treu beobachtet werden, dann wäre der niedrige und widrige Nationalitätenhader für immer verabschiedet. , Meine Teuersten! Der göttliche Herr und Hei-iaud gab uns bezüglich der Liebe zum Volke noch eine höchst beherzigenswerte Lehre dadurch, daß erbte Nation nicht über die Religion erhob und stellte. In unseren Tagen irren und führen andere in den Irrtum alle, welche bei der Sorge mit das irdische Vaterland des himmlischen, des ewig schönen Vaterlandes vergessen. Dein barmherzigen Heiland lag die irdische Wohlfahrt seiner Mitbürger-gar sehr am Herzen, weshalb er ja ihre mannigfachen Leiden linderte; aber vor allem war er mit ihr bleibendes, um ihr ewiges Heil besorgt. Denn, ist ihnen dieses gesichert, ist damit für sie alles gewonnen. Darum mahnte und warnte Christus vor überflüssigen Sorgen für das Zeitliche: „Sorget euch nicht ängstlich und saget nicht: Was werden wir essen oder was werden wir trinken oder womit werben wir uns bekleiden? Denn euer Vater weiß, daß ihr alles dessen bedürfet! Suchet also zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit: so wird euch dieses alles znge-geben werden!" (Matth. 6, 31—33). Die Juden erwarteten einen Messias, der sie zur Weltherrschaft nach Art der Römer führen würde. Da nun Christus der Herr eilt solches Messiasreich nicht gründete und vielmehr vor Pilatus mit Nachdruck erklärte, daß f e t tt Reich nicht von dieser Welt sei (Ioan. 18, 36), wandten sich die Volks-sührer von ihm ab und wollten ihn nicht als den erwarteten und gekommenen Messias anerkennen. Aber ivas hätte ein irdisches, wenn noch so großes und mächtiges Reich den Juden genützt? Es hätte wohl einen glänzenden Abschnitt in ihrer Geschichte-gebildet, aber der Ewigkeit hätte es nicht angehört. Was hätte die Weltherrschaft den jüdischen Bürgern und Bürgerinnen gefruchtet, die nach kurzem Leben nicht in das himmlische Jerusalem hätten ausgenommen werden können? Was nützte es dem Mett-sch e n, w e n n er die ganze Welt g e wä n n e, an seiner Seele aber Schaden litte. (Matth. 16, 26). Und was schadete es dem Menschen, wenn er die ganze Welt verlöre, aber seine unsterbliche Seele gewänne? Für die Erde lebt der Mensch nicht. Wären die Juden in das sichtbare Weltreich Christi des Gottkönigs eingetreten, so hätten sie, wie alle Bürger des Gottesreiches auf Erden, Anteil an der Weltherrschaft der katholischen Kirche, deren Haus alle Völker faßt, und sie hätten hiebei Anrecht aus das Himmelserbe. Das Ewige geht dem Zeitlichen vor. Der göttliche Heiland wollte den Menschen die ewige Glück- seligkeit sichern; darum lehrte er sie die Religion, für welche er sein Blut und Leben opferte, stets hoch und heilig zu halten. Das ist das ewige Leben, sprach er, daß sie dich, den allein wahren Gott erkennen und den du gesandt h a st, J e s it m Chri st u m. (Ioan. 17, 3). — Im lebendigen Glauben an Gott sahen und fanden auch die heiligen Apostel das wahre Wohl der Völker. Und so muß auch der christliche Patriot stetsfort für die heilige Religion eintreten, mit seinem Volke den ewigen Bestand zu sichern. Dies muß er tun, wenn er darob auch als Vaterlandsloser, als Feind und Verräter der Nation, als Hindernis ihres Ruhmes von seinen eigenen Stammesbrüdern verleumdet und gescholten wird. Er tröste sich da mit der Voraussage des Herrn: Gedenket meiner Worte, die ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch mich verfolgen! (Ioan. 15, 20). Wir wissen, wie die Juden Iesnm anfeindeten und verfolgten, wie sie ihn beschuldigten, daß er das Volk verführe, die Steuer zu zahlen verweigere. Zuletzt wurde er als Gotteslästerer und Volksanfwiegler angeklagt, zum Tode verurteilt und ans Kreuz geschlagen. Nicht besser erging es seinen getreuen Jüngern, den heiligen Aposteln. Jude», ihre Brüder waren es, die ihnen allerorts Verfolgungen bereiteten. Die Apostel waren Männer ihrer Nation, aber ihre Lehre war nicht die der Synagoge. Den Fürsten der Apostel schleppten die eigenen Volksgenossen vor den Hohenrat, geißelten ihn, warfen ihn in den Kerker und suchten ihn zu töten. Jakob der Ältere, der unter die drei vertrauteren Lehrjünger Jesu gehörte, wurde in Jerusalem mit dem Schwerte getötet. Und was hatte nicht der einstige Eiferer für das jüdische Gesetz Sanlns und der spätere Herold der christlichen Heilslehre Paulus von Seite seiner Brüder zu erdulden? Als ihn einmal die Inden im Tempel erblickten, wiegelten sie alles Volk auf, legten Hand an ihn und schrien: Männer, Israeliten, helft! Dieser ist der Mensch, welcher wider das Volk, das Gesetz und diesen Ort allüberall lehrt! Da kam die ganze Stadt in Bewegung und es entstand ein Zusammenlauf des Volkes: sie ergriffen Paulus und schleppten ihn aus dem Tempel . . und wollten ihn töten. Als er sich unter dem Schutze des Heiden Lysias, des Befehlshabers der römischen Kohorte, zu verteidigen begann, hörten sie ihn an bis zu den Worten: „Der Herr sprach zu mir: Ziehe hin, denn ich will dich ferne unter die Heiden senden" — da erhoben sie ein wüstes Geschrei: Weg von der Erde mit einem solchen! Es ziemt sich nicht, daß er lebe! Und sic warfen ihre Kleider weg und streuten Staub in die Lust. (Act. ap. 21, 21—23). Später klagte ihn der jüdische Sachwalter Ter-tullns vor dem Landpsteger Fel ir fälschlich also an: „Wir haben diesen Menschen als eine Pest erfunden, als Aufruhrstifter unter allen Juden in der ganzen Welt und als Rädelsführer der empörerischen Sekte der Nazarener, der sogar versucht hat, den Tempel zu entweihen, den wir auch ergriffen haben und nach unserem Gesetze richten wollten." (Act. ap. 24, 5. 6). Wer war wohl ein besserer Patriot Tertullus oder Paulus? O der Heuchelei! Als Paulus nach Rom gekommen war, rief er die Vornehmsten der Juden zu sich und erklärte ihnen von Morgen bis zum Abend das Reich Gottes und suchte sie von Jesu zu überzeugen aus dem Gesetze Mosis und den Propheten. Da sie untereinander nicht einig waren und weggingeu, sprach Paulus: So sei euch denn knnd-getan, daß den Heiden dieses Heil Gottes gesandt wird: und diese werden glauben! (Act. ap. 28, 17 11)-Sv wurde der große Tarsener von den eigenen Landsleuten allenthalben verfolgt, geklagt, gegeißelt, den Feinden verraten und ausgeliefert. Und dennoch liebte St. Paulus sein Volk mit der allein wahren Liebe, mit der Liebe zu Jesus Christus, für den er das ganze jüdische Volk gewinnen wollte. Hätte Palästina die Lehre Jesu und seiner Apostel angenommen, die jüdische Nation wäre Wohl noch heute die Eigentümerin des gelobten Landes und die aramäische Sprache lebte noch und hätte ihre Literatur. Da niemand einen anderen Grund legen kann, als der gelegt ist, welcher ist Christus Jesus (I. Coi'. 3, 11), so ist eines jeden echten Patrioten heilige Psticht, seinem Volke den heiligen Glauben zu bewahren, es vor religiöser Gleichgültigkeit, zumal aber vor dem Abfalle von der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche zu schützen. Der Glaube ist für die Nation das kostbarste Gut. Ohne den Glauben kann man den Einzelnen nicht zeitlich und ewiglich glücklich machen, deshalb auch nicht die Nation. Wahre, den inneren Menschen veredelnde Kultur gibt es nur auf dem Boden der Religion im christlichen Glauben. Was gereicht der französischen Nation mehr zur Ehre und zititt Ruhme, daß die glaubensstarke Heldenjungsrau von Orleans, die selige Johanna d'Are, deren Kanvnisation erfreulicherweise eifrig weiter betrieben wird, eine Armee von Soldaten siegreich gegen die Feinde des Vaterlandes geführt hat, oder das; gottlose Bolksanswiegler den edlen König Ludwig XVI. und die bewunderungswürdige Königin Maria Antoinette, die Tochter der großen österreichischen Kaiserin Maria Theresia, grausam ermordet und daß sie Taufende und Taufende der besten Söhne und Töchter Frankreichs wie wilde Tiere hingeschlachtet' haben? Wenn der Glaube und die Moral in der Nation in Verfall geraten, dann verfällt sie selbst in die elendste Knechtschaft. Im Herrn geliebte Gläubige! ns dein Borgebrachteil ersehen wir, welch herrliches Beispiel uns Jesus Christus, unser Herr und Gott, bezüglich der Vaterlandsliebe hinterlassen hat, ans daß wir in seine Fnßstapfen treten und nach ihnen getreulich wandeln. Aber der Hl. Apostelfürst Petrus betont im ob-angeführten, grundlegenden Aussprnche vor allem, daß Jesus für uns gelitten und so uns ein Beispiel gegeben hat, daß wir ihm auf seinen Pfaden ohne Leiden nicht Nachfolgen können. Wir befinden uns nun in der heiligen Leidenszeit des Herrn. In dieser gnadenreichen Osterzeit wollen wir gerne das bittere Leiden und Sterben unseres Herrn und Heilandes betrachten, wollen das heilige Fastengebot gewissenhaft halten und die Sakramente der Buße und des Altares würdig empfangen. Vor allein sollen die Männer hiebei mit gutem Beispiele vorangehen. Sie sollen beim Beichtstühle erscheinen und am Tische des Herrn sich einfinden. Der glorreich auferstandene Heiland ging durchs Land mit zwei Männern und sprach mit ihnen; aber sie erkannten ihn nicht. Ihr Heil war so nahe, aber sie wußten es nicht. Als sie nun mit Jesus zu Tische saßen und dieser das Brot brach und es ihnen zum Genüsse verabreichte, da erkannten sie ihn plötzlich. Ja, beim Liebesmahle ist die Erkenntnis. Männer, die Iesum wenig kennen, würden an seinem Tische erkennen und erfahren, wie gut und süß er ist, wie süß sein Joch und wie leicht seine Bürde! Der heilige Klemens Maria Hofbauer wirkte in der Großstadt Wien so segensreich hauptsächlich durch die innigste Verehrung des anbetungswürdigen heiligsten Altarssakramentes. Wie St. Alphonsus de Liguori, so verehrte und ließ verehren auch sein geistiger Sohn, Klemens Hosbauer, den encharistischen Heiland und erzielte dadurch auf allen seinen Seelsorgsstationen die erstaunlichsten Erfolge. Im Brote der Starken fand Pater Hofbauer, der als einstiger Bäckergeselle beim Brotbacken immer an das geistige, die Seele nährende Brot dachte, die Kraft, über alle vor ihm sich anftürmenden Hindernisse zu siegen. Der geistreiche Zacharias Werner sagte einst: „Ich kenne unter den Lebenden nur drei Krastnatnren: den Napoleon, den Goethe und den P. Hosbauer." Werden: die Männer, welchen Standes und Ranges immer, durch die Heilighaltung des vierten Kirchengebotes dem Nächsten ein gutes Beispiel geben, dann werden auch die übrigen Diözesanen freudig ihre Osterandacht verrichten und das tommende Osterfest wird für die Bewohner des Lavanter Kirchen-sprengels ein außerordentliches Hochfest der reinsten Freuden und seligsten Wonnen sein. Exeamus igitur, lasset n ns also h i n a n s g e h e n z n J e s n s auf Golgotha... und seine Sch m a ch tragen! D c n n w i r haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen die zukünftige . . . G e-horchet euren Vorstehern und seid ihnen untertänig! Betet für uns! Der Gott des Friedens aber, der h i n a n s g e f ü h r t hat von den Toten den großen Hirten der Schafe, durch das Blut des ewigen Bundes, unseren Herrn Jesus Christus, d e r m a ch e euch zu sede itt gute n W e r k e g e-schickt, seinen Willen zu tun! Ich bitte e it ch a b c r B rüder, ne h ut et dies Wort des T r o st e s gut ans! Die Gnade sei ni i t e u ch allen! Amen. (Hebr. 13, 13 ff). Marburg, am Namen Iesnfeste, den 13. Jänner 1910. f Michael, Fürstbischof. Anmerkung. Das vorstehende Hirtenschreiben ist von den Seelsorgern den Glänbigen am Sonntage Quinquagesima, nm ersten und zweite» Fasteiijonntage von der Kanzel zu verlesen. Jastenmandat für das Jahr 1910. pit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse bewillige Ich kraft der Vont heiligen Apostolischen Stahle unter dem 8. Inni 1899 erhaltenen besonderen Vollmacht für das laufende Jahr die folgenden Erleichterungen bezüglich des kirchlichen Fastengebotes: i. Abbruchstagc nnd Abstincnztagc zugleich, also vollständige Fasttage mit Abbruch an Speisen und Enthaltung von Fleischspeisen, sind folgende: 1. der Aschermittwoch und die drei letzten Tage der heiligen Karwoche; 2. die Freitage der Vierzigtägigeu Fasten und der Adventzeit; 3. die Mittwoche und Freitage der vier Qnatember-zeiten; 4. die Vigilien oder Vortage vor Pfingsten und vor Weihnachten. I f. Nur Abbruchstagc, an denen zwar der Genuß von Fleischspeisen, aber nur eine einmalige Sättigung und überdies eine kleine Erquickung erlaubt ist, sind folgende: 1. alle Tage der vierzigtägigen Fasten mit Ausnahme der Sonntage (darunter sind, wie oben I. 1, 2 nnd 3 bemerkt, der Aschermittwoch, der Qnatembermittwoch, die Freitage und die drei letzten Tage der Hl. Karwoche strenge Fasttage); 2. die Mittwoche der Hl. Adventzeit (der Qnatembcr-Mittwoch ist strenger Fasttag: I. 3); 3. die Samstage der vier Quatemberzeiten; 4. die Vigilien oder Vortage vor den Festen: Petri lind Pauli, Mariä Aufnahme in den Himmel, Allerheiligen und Unbefleckte Empfängnis Mariä. III. Nur Abstincnztagc, an denen die Enthaltung von Fleischspeisen, jedoch ohne Abbruch an Speisen, geboten ist, sind: alle übrigen Freitage des Jahres. IV. In Bezug auf die Dispensen vom Gebote, sich des Flcischesscns zu enthalten, gilt folgendes: 1. Für die ganze Diözese. So oft ein kirchlicher Festtag, d. i. ein gebotener Feiertag, welcher im bürgerlichen Leben als solcher begangen wird, auf einen Abstinenztag (z. B. auf einen Freitag) fällt, ist der Genuß von Fleischspeisen am selben Tage erlaubt, und zwar, ohne das; es notwendig wäre, dafür an einem anderen Tage sich der Fleischspeisen zu enthalten. 2. Nur für einzelne Orte gilt die vberwähnte Erlaubnis, nämlich au einem Abstinenztage Fleisch zu genießen, dann, wenn an einem solchen Tage daselbst ein Jahrmarkt, zu dem sich gewöhnlich viel Volk versammelt, abgehalten wird. Diese Dispens gilt jedoch nur für den Ort, an welchem der Markt abgehalten wird, also nicht für andere Orte, die etwa sonst noch zur selben Pfarre gehören. 3. J n b c t r e f f einzelner Personen wird nachstehendes bewilligt: a) an allen Tagen des Jahres, jedoch mit A usua h m edes A s ch e r m i t t w o ch e s, der drei letzten Tage der heil. Karwoche nnd der Vigilien vor Pfingsten und Weihnachten, dürfen Fleisch genießen: Arbeiter in Bergwerken nnd Fabriken; Reisende, die in Gast- und Wirtshäuser» speisen; auch andere, d. i. nicht Reisende, welche z. B. in Städten und sonstigen geschlossenen Orten in Gasthäusern ihre Beköstigung haben, h) An allen Tagen, mit einziger Ausnahme des Karfreitages, können sich der Fleischspeisen bedienen: die Kondukteure auf den Eisenbahnen; jene Reisenden, welche in Gasthäusern der Eisenbahn-Stationen speisen müssen; die Badegäste, überhaupt Kurgäste, welche wirklich zur Herstellung ihrer Gesundheit sich in Bade- und Kurorten aufhalten. Die gleiche Milderung gilt auch für ihre Hausgenossen und Dienerschaft. Hingegen gilt sie nicht für solche Personen, welche Kur- und Badeorte nur des Vergnügens wegen besuchen, c) Ohne Einschränkung, d. i. ohne Ausnahme irgend eines Tages, können Fleischspeisen jene genießen, welche ihrer äußersten Armut wegen unter Speisen keine Auswahl treffen können, sondern eben das essen müssen, was sie bekommen, (also wenn sie nicht Fastenspeisen erhalten); ferner überhaupt jene Personen, welche und so lange sie in einem solchen Hanse leben (z. B. als Dienstboten), in welchem man ihnen keine Fastenspeisen vorsetzt. Sie sollen jedoch trachten, sich, wenn nur möglich, wenigstens am Karfreitage des Fleischgenusses zu enthalten. V. An jedem Fasttage, sei es mit oder ohne Abstinenz, wird der Gebrauch von Milchspeisen, Eiern und vom Tierfett (Speck) zur Würze der Speisen, sowohl bei der Mahlzeit, als auch bei der kleinen Erquickung am Abende gestattet. VI. An allen Abbruchstagen des Jahres (d. i. an jenen Fasttagen, an denen nur eine einmalige Sättigung, sei es mit oder ohne Enthaltung von Fleischspeisen, erlaubt ist), und in der vierzigtägigen Fastenzeit auch an den Sonntagen, ist der Genuß von Fleisch und Fischen bei einer und derselben Mahlzeit verboten. Dieses gilt auch für solche, welche wegen Alter, Krankheit, schwerer Arbeit u. dgl. von der Fastenpflicht befreit sind. VII. Endlich wird noch bemerkt: a) Alle, die an dispensierten Fasttagen Fleischspeisen genießen, sind verpflichtet, an solchen Tagen, sowie an dergleichen Samstagen des Jahres drei Vater unser, drei Gegrüßt seift du Maria u ui) den Apostolischen Glauben zu Ehren des bitteren Leidens und Sterbens Jesn Christi andächtig und im Geiste der Buße zu beten. Wo mehrere Hausgenossen zusammen speisen, sollen diese Gebete laut und gemeinschaftlich verrichtet werden. Überdies werden die Gläubigen ermahnt, diese vom Heiligen Vater gewährte Erleichterung des Fasten-gebvtcs nach Kräften durch andere Werke der Fröm- migkeit und insbesondere durch reichlichere Unterstützung der Armen und Notleidenden zu ersetzen. >») Kranken eine weitere Dispens zu erteilen, sind Seelsorger und Beichtväter ermächtigt. Um eine bleibende Dispens vom Fastengebvte hat man sich im Notfälle an Mich unter Angabe vollgültiger Gründe zu wenden. c) Welt- und Regularpriester, Theologen und Knaben-seminaristen, klösterliche Familien und Institute beiderlei Geschlechtes, müssen sich jedoch einer strengeren Beobachtung des Fastengebotes befleißen und haben sich daher an den Abbruchstagen, an denen das Fleischessen für die Laien mittags und abends erlaubt ist, bei der kleinen Erquickung am Abende des F l e i s ch g e n u s s e s zu enthalten. Zuletzt sei noch mit besonderem Nachdruck betont, daß die Zeit für die Ablegung der hl. Osterbeicht und für den Empfang der hl. Osterkommunion mit dem 2. Fastensonntage (Reminiscere) beginnt und bis zum 4. Sonntage nach Ostern (Cantate) einschließlich dauert. Zugleich wird an die alte Vorschrift erinnert, die österliche Kommunion wo möglich in der Pfarrkirche zu empfangen. Auch werden die Gläubigen noch daran erinnert, daß während der geschlossenen Zeit, d. i. vom 1. Adventsonntage bis zum Feste der Erscheinung des Herrn einschließlich und vom Aschermittwoch bis zum 1. Sonntage nach Ostern einschließlich, alle öffentlichen Lustbarkeiten und Ergötzungen untersagt sind. Die Gnade des Heiligen Geistes sei mit euch, auf daß ihr imstande seid, im Geiste der Liebe, des Gehorsams und der Buße das Fastenmandat gewissenhaft zu erfüllen. Und alle, welche nach dieser R i ch t s ch n u r wandeln werden, Friede sei über sie und I Barmherzigkeit Gottes! (Gal. 6, 16). Marburg, am Feste des heiligsten Namens Jesu, den 16. Jänner 1910. t Michael, Fürstbischof. Anmerkung. Das Fa sten mandat ist am Sonntage Quinquagesima von der Kanzel zu verlantbaren. Überdies ist während des Jahres jeder Fasttag am vorhergehenden Sonntage den Gläubigen bekannt zu geben. 11. Postni pastirski list in postna postava za leto 1910. po božji milosti in usmiljenosti knez in škof Lavantinski, pošlje častiti duhovščini in vsem vernikom svoje škofije pozdrav in blagoslov ter jim želi vse dobro od Boga Očeta in Sina v edinosti Svetega Duha! —-Sf Kristus je za nas trpel in vam je zapustil vzgled, da hodite po njegovih stopinjah. (I. Petr. 2, 21). V Gospodu ljubljeni Lavantinci ! veselo-pobožnem spominu mi ostane deveto potovanje v Rim, katero sem nastopil meseca majnika lanjskega leta 1909, da obiščem častitljiva grobova svetih apostolov Petra in Pavla. Dne 14. majnika so me sveti oče sprejeli v zasebni avdijenci, in tedaj sem njih svetosti poročal o versko-nravskem stanju staročastite, že pred blizu sedemsto leti ustanovljene škofije, potem pa sem jim izročil mile darove, med njimi več tisoč kron za nesrečne prebivalce v Siciliji in Kalabriji, katere je tako grozno zadel strašni potres v noči 28. grudna 1908. Papež Pij X. so se ganjenega srca zahvalili za milodare ter mi veleli, da naj sporočim škof-Ijanom njihovo očetovsko zahvalo in njihov više- duhovniški blagoslov, kar sedaj z veliko radostjo in gorkoto izvršim. Na visoki praznik Gospodovega vnebohoda, dne 20. majnika 1909, sem se udeležil veličastne slovesnosti, s katero sta bila svetnikom prišteta španski duhovnik Jožef Oriol in avstrijski redemptoris! Klemeni Marija Hofbauer. Nad vse sijajna slavnost ostane vsem rimskim božjepotnikom iz Avstrije za vselej nepozabljiva in spomina vredna. Kakor so videli zvesti učenci Jezusovi svojega božjega mojstra z Oljiske gore iti v nebesa, enako smo videli romarji v patriarhalni baziliki sv. Petra, opirajoči se na nauk rimskega papeža, ki so nezmotljivi, kadar sodijo o svetosti vzveličanih udov svete Cerkve, videli smo, pravim, v duhu vnebohod dveh zvestih služabnikov Jezusovih, čudodelnega dušnega pastirja J ožela Oriol iz Barcelone in močnovernega redempto-rista K1 e m enta Hof baue r iz Dunaja. In kakor so se apostoli globoko presunjeni vrnili z Oljiske gore v Jeruzalem, podobno smo tudi mi romarji potovali iz središča krščanstva zopet domu, polni srčne radosti nad vsem, kar smo videli, ter smo nesli veselo oznanilo tudi tistim, katere smo morali doma pustiti. Skrivnosten in presilen vtis napravi na pričujoče prizor, kadar namestnik Kristusov in naslednik sv. Petra kot nezmotljivi učitelj vseh katoliških kristjanov raz svojo učeniško stolico svečano oznani : duša novega svetnika je v nebesih, je na vekomaj uvrščena med nebrojne množice tistih, ki se po zmagoslavnem boju na zemlji zdaj na veke rad ujej o nevenljivega venca v nebesih. Nebeška blaženost in čednostni žar svetnikov sije nazaj na mater Cerkev, ki jih je vzgojila do tako visoke stopnje krščanske popolnosti, do dovršene svetosti, in ki jih sedaj časti in slavi kot svoje najboljše sinove in naj blažje hčere. V čednostih svetnikov pa Boga pred vsem častimo, ker je on po čudežih svoje vsemogočnosti in usmiljenosti izvoljene uvrstil med svetnike, in ker so ti z vsemi prednostmi in milostmi v prvi vrsti njegovo delo. Še živim vernikom pa hoče Cerkev v svojih svetnikih pred oči postavili svetle vzore in vabljive vzglede vsakovrstne čednosti ter jih tako izpodbuditi, da svetnike zvesto posnemajo in se stanovitno po njih ravnajo. V vseh časih so bili in bodo v katoliški Cerkvi svetniki, ker je svet njen ustanovitelj, ker so sveti njeni nauki in zakramenti, in ker ona z naj krepkejšimi pripomočki napeljuje in vodi svoje ude k svetosti. Odkar je bil leta 993 sv. Ulrik, škof Avgsburški, v Rimu po papežu Janezu XV. prištet svetnikom vesoljne Cerkve, je ostala pravica, proglašati svetnike, pridržana rimskemu papežu. Krepkovoljni papež Urban Vlil. (1623—1644) in globokoučeni Benedikt XIV. (1740—1758) sta priobčila obširne določbe, s katerimi sta natanko uredila proces ali obred postopanja v tej zadevi. Pred kanonizacijo ali proglasitvijo svetosti se vselej vrši beatilikacija ali proglasitev blaženosti. Že za to stopnjo, na kateri zastane in obtiči mnogo procesov, se z naj večjo vestnostjo, ki naj izključi vsaki dvom, preiskujejo čednosti in čudeži blaženega. V trenutku, ko je izvršena beatilikacija, postane novi blaženec deležen očitnega češčenja v cerkvah katoliškega sveta. Vendar pa se sme navadno le na krajih, kjer je živel, deloval ali je bil pokopan, postavljati mu alta rje ali razobešati njegovo podobo v počeščenje. Navadno tudi ni dovoljeno, pod njegovim imenom služiti svete maše in med mašne obrede vlagati molitev njemu na čast. Cerkev le preneha od dneva, ko je do-tičnik vzveličanim prištet, moliti in maševati za njegovo dušo, priporoča pa vernikom, da kličejo blaženca kot priprošnjika na pomoč in da mu izkazujejo češčenje. A ko češčenje blaženca v njegovi domovini raste in se vedno razširja, in če vsedobri Bog, čudovit v svojih svetnikih, z novimi čudeži poveliča blaženca, ledaj se more izvršiti njegova kanonizacija. In šele od dneva, ko je bil kanoniziran, opravlja sveta Cerkev, prvikrat opravi njen poglavar sam, novemu svetniku v čast daritev svete maše, slavi pod njegovim imenom al ta rje in cerkve, slavi njegov god ter izpostavlja njegovo podobo z glorijolo ali s svetniškim žarom krog glave javnemu češčenju v hišah božjih. Sedaj vesoljno Cerkev srečno in slavno vladajoči papež Pij X. so proglasili že več novih blažencev in svetnikov. Dne 8. prosinca 1905 je bil blaženim prištet za vzveličanje duš goreči župnik Arski. Janez Krstnik Vianney. — Dne 15. prosinca istega leta je bila enaka čast prisojena trem od kalvincev v Kašavi na Ogrskem leta 1619 mučenim duhovnikom : Janezu Marku, rojenemu 1588 pri Sv. Križu v Zagrebški škofiji, Šteianu Grodecz in Melhioru Pongräcz iz družbe Jezusove. — Izredno veličastna je bila slovesnost dne 28. majnika 1906, ko je bilo vzveličanim prištetih 16 karmelitinj, ki so kot žrtve francoske revolucije pretrpele mučeniško smrt dne 17. julija 1794 ter se zdaj blesté med zvezdami na nebu 'sv. Cerkve v svitu dvojne slave, mučeništva namreč in de-višlva, v tolažbo in izpodbudo vsem, ki tu na zemlji trpe preganjanje zavoljo Kristusa. Dne 20. majnika 1908 je bila uvrščena med blažene za vzgojo krščanskih deklic prezaslužna, leta 1846 umrla šolska sestra Marija Magdalena Poslel, dne 24. majnika istega leta pa sloveča Ustanoviteljica gospA od presv. Srca Jezusovega. Magdalena Zofija Barai (f 1865). — Lela 1909 dne 25. aprila je bil v cerkvi sv. Petra razglašen apostolski, dne 11. aprila 1909 spisani odlok, ki povišuje med blažene častitljivega očeta Janeza Eudes (* 1601 f 1680), modrosti polnega ustanovitelja Evdistov ali Jezusove in Marijine družbe svetnih duhovnikov. 0 prav primernem času, ko francoska cerkev vzdihuje pod tolikimi težavami, in ko hočejo sovražniki krščanskega imena uničiti krščansko ljubezen do domovine, je bila pripoznana čast blaženih na belo nedeljo, dne 18. aprila 1909, junaški devici Orleanski .loani d'Are, v nepopisno radost vsem pravim rodoljubom. — Dne 2. majnika 1909 je bilo v vatikanski baziliki med vzveličane prištetih 34 mučencev iz Kokinkine, Tonkina in iz Kitajskega. Med njimi se nahaja duhovnik iz dominikanskega reda Frančišek de Capillas, mučen dne 15. prosinca 1648, častni škof in apostolski vikar Štefan Teodor Cuenot, umrl v Foganski ječi dne 14. listo pada 1861, nadalje duhovniki iz družbe za zunanje misijone v Parizu : Peter Frančišek Néron, z mučeništvom venčan dne 3. listopada 1860, Janez Venaud, dne 2. svečana 1861 grozovito mučen, in Janez Peter Néel, dne 18. svečana 1862 silovito umorjen. Ostali develin-dvajseteri blaženi mučenci so ondolni rojaki, 17 jih je A nani to v, 12 Kitajcev.1 Prvo proglašen je svetnikov pod blagoslovljenim papeževanjem Pij a X. se je vršilo 1 Njihova častitljiva imena se glase : duhovniki Janez Hoan, Pavel L oc, Peter Qui, Peter Lun, Pavel Lcbao-Tinh, Lavrencij Nguycn-van-Huong, Matej Nguyeri-van-Dac, Jožef Lun, Emanuel Le va» Phung in Peter Dao-van-Van ; tem se pridružijo preprosti verniki : Mihael Hodinh-Hy, veliki mandarin, Frančišek Trung, Jožef Le-Dang-Thi, Pavel Hanh in Neža Lethi-Thanh-Bade. Dvanajsteri blaženim prišteti Kitajci se zovejo : Katchist dne 11. grudna 1904, ko sta bila zapisana V seznamek svetnikov dva redovnika, apostolski škof Aleksander Sau li iz družbe regularnih klerikov barnabitov in redovni brat. Gerard Majella iz družbe najsvetejšega Odrešenika. — Druga takovšna veličajna svečanost, izvršena od sedanjega nositelja trojne papeške krone dne 20. majnika 1909, je bila namenjena že zgoraj imenovanima duhovnikoma : Jožefu Oriol, misijonarju Barce- lonskemu, in Klementu Hofbauer, apostolu Dunajskemu. Nas Avstrijce pa čaka še nadaljnje duhovno veselje in počeščenje. Dne 8. oziroma 23. avgusta 1905 je bil priobčen odlok kongregacije svetili obredov o pripravah za proglasitev blaženosti in svetosti častitljive služabnice božje Magdalene, nadvojvodinje Avstrijske s priimkom kraljice, blage osnovateljice zavoda za plemenite in meščanske hčere v llalu na Tirolskem. — Dne 5. oziroma 6. grudna 1905 se je zgodilo isto zastran častitljivega služabnika božjega, Franca Jožefa Rudigier, znamenitega škofa Linškega. In z dekretom od 27. oziroma 28. avgusta 1907 je kongregacija svetih obredov potrdila češčenje, ki ga že od davnih časov izkazujejo služabnici božji Zdislavi Berkijanski iz Jablone v škofiji Litomeriški, tretje-rednici sv. Dominika; tako ji je podeljen častni priimek : Venerabilis, Častitljiva.1 Jožef Teilung Tnpong, semeniščana Jožef Tchang in Pavel Tchen, in verniki : Hieronim Lou Tm-mey, Lavrencij Quang, Janez Krst. Lò, Martin On, Janez Tchang, Janez Tchen z ženami Agato Lin, Marto Quang in Lucijo V Kou-po. — Neža Lethi-Thanh-Bade je bila vzorna mati šesterih sinov. (Aeta Apostol. Sediš. Comment. officiale. Dne 1. junija 1909. Zv. I. štev. 10. str. 452 nsl), 1 Prim. Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo, 1906. št. VI. odstavek 40. Str. 79 in 80. — Isti, Št. XI. odstavek 87. Str. 118 in 119. — Isti, 1908. Št. III. odstavek 13. Str. 47 in 48. Mnogoljubljeni škofljani ! si imenovani blaženci in svetniki so bili na zemlji zvesti posnemovalci Jezusa Kristusa in so zdaj v nebesih za vselej deležniki njegove večne glorije. Božji Vzveličar nam je zapustil veličasten vzgled, da naj stopamo in zvesto hodimo po njegovih stopinjah, kakor so storili to svetniki, ki so vsled tega tudi postali za nas merodajni vzori. Božji Učenik nam je v vseh položajih in okolnostih življenja najvarnejši kažipot in naj-zanesljivši voditelj. Treba nam je le premišljevati njegovo življenje in učenje, ozirali se na njegovo dejanje in nehanje, in pravo bomo zadeli v najtežavnejših vprašanjih in razmerah. K tem je šteti dandanes ravnanje gledé na 'ljubezen do domovine. Vzveličavno in prav primerno bo, da v letošnjem postnem pastirskem listu premišljujemo, kaj smo z ozirom na božjega Gospoda in Vzveličarja dolžni domovini, kateri pripadamo po rojstvu ali po življenju. Premišljujmo torej krščansko domoljubje na podlagi apostolskega izreka : Kristus j e za nas trpel in nam je zapustil vzgled, da hodimo po njegovih stopinjah. Vse Bogu na čast in nam v mir! * * * Dom, domovina ! Kako sladko in milo donite té imeni! Redkokateri človek je tako trdočuten, da mu srce ne bi utripalo hitreje in veseleje, ko govori ali sliši govorili o svoji ljubi domovini, zlasti če se mudi v tujini. Tedaj se ga včasi polasti silno hrepenenje po predragem domu, hrepenenje, ki neredko narašča v koprnečo srčno bol tako, da prizadeti začne hirati in bolehati, dokler ga ne odreši zgodnja smrt. Domotožje izpodjeda življenjsko moč tudi sicer močnim ljudem. — Koliko pesmi je bilo zloženih in navdušeno petih v proslavo domovini ; koliko sijajnih slavnosti je bilo prirejenih iz ljubezni do dragega domovja! Vendar pa domoljubje s tem še ni pri kraju, in nikakor niso izpolnjene s tem vse dolžnosti do domovine. Pravega domoljubja nas uči s svojim prevzvišenim vzgledom mili in ljubeznivi Odrešenik božji. Ljubi moji ! Kaj žalostna je prikazen v školiji, da vsako leto mnogoteri zapustijo domačijo ter odpotujejo v daljni svet, večidel sebi in drugim v pogubo. Božji Vzveličar je ostal v svoji domovini. Bila je izvoljena dežela, katero je bil Bog obljubil in po mnogih čudovitih prikazovanjih in znamenjih posebnega varstva tudi podaril Abrahamovemu zarodu. Obljubljeno deželo so Izraelci ljubili s prevneto, neugasljivo ljubez nijo. Dokaz temu so presunljive pesmi žalostinke, ki so jih popevali, ko so se v kazen za pregrehe morali preseliti v pregnanstvo ter živeti pod tujim jarmom. Najlepši domoljubni spev je pač žalni psalm, ki so ga peli Judje v babilonski sužnosti in ki začenja : »Ob babilonskih rekah, tam smo sedeli in jokali, ko smo se spominjali Siona. Na vrbe, ki so ondi, smo obesili svoja glasbila. Ker tam so nas popraševali, ki so nas odpeljali v sužnost, po glasovih naših pesmi, in ki so nas odgnali, so veleli : Zapojte nam katero pesem izmed Sionskih spevov! Kako bi peli pesem Gospodovo v tuji deželi ? Ako tebe pozabim, o Jeruzalem, bodi pozabljena moja desnica. Jezik mi naj obvisi na nebu, če se ne bom spominjal tebe, če ne bom stavljal Jeruzalema na začetek svojega veselja!« (Ps. 136, 1—6). V srcu nas gane in mozeg nam pretrese žalostinka, katero je med solzami in vzdihi zapisal veliki prerok Jeremija ob razvalinah svojega ljubljenega Jeruzalema : »Kako samotno stoji mesto, sicer polno ljudstva: kakor vdova je postala gospa narodov ; kraljica dežela je podvržena davku. Preseljuje se Juda zavoljo stiske in trde sužnosti; prebiva med narodi, in ne najde miru : vsi preganjavci (Jeruzalema) ga napadajo med stiskami. Pota na Sion žalujejo, ker jih ni, ki bi prihajali k praznovanju; vsa njegova vrata so podrta, njegovi duhovniki vzdihujejo, njegove device so brez krasu, in mesto samo je vtopljeno v bridkosti. Izginila je od Sionske hčere vsa njena lepota: njeni poglavarji so postali kakor ovni, ki ne najdejo paše, in gredo oslabljeni pred pogonjačem. (Žal. pes. 1, 1. 3. 4. 6). Pomisli Gospod, kaj se nam je prigod ilo : ozri se in poglej naše osramotenje. Naša dediščina je prišla na tujce, naše hiše na inostrance. Sirote smo brez očela, naše [matere so kakor vdove. Vodo svojo pijemo za denar, svoja drva dobivamo za plačilo. Za vrat uklenjene nas gonijo, utrujenim ne dajo pokoja. Minulo je veselje našega srca, v žalost je izpremenjen naš kor.« (Žal. pes. 5, 1—5. 15). Božji Vzveličar je torej ostal v deželi, tako bogati na sreči in nesreči, v domovini svoje deviške matere Marije, v domovini svojega neomadeža-nega rednika Jožefa in njunih slavnih pred-staršev. Sicer je Marija z Jezusom in Jožefom zapustila domača tla, ko je Herod božjemu Detetu stregel po življenju ; pa po grozovitneževi smrti se je sveta Družina nemudoma vrnila v svojo ljubo domovino, katere potem Jezus ni več zapustil do smrti, čeprav je vedel, da ga čaka v rojstni deželi najgroznejša in najsramotnejša smrt. Vabljivi vzgled božjega Odrešenika bodi vedno pred očmi vsem, ki silijo iz domačih krajev. Izseljevanje iz Spodnje Štajerske kakor iz drugih avstrijskih dežel izredno in nevarno narašča od leta do leta. Mnogoteri prodajo posestva, drugi po-zaklenejo prebivališča ter odjadrajo z rodbino črez širno morje v daljno Ameriko. Ko sem se nekoč vračal iz Rima v Maribor, pride med kratkim postankom brzovlaka na Zidanem mostu k meni preprost kmetič ter me prosi, da naj podelim sveti blagoslov družbi izseljencev iz Brežiškega okraja. Ne-dopovedno me je v srcu užalostilo in zabolelo, ko sem zagledal veliko število krepkih mož in žen, mladeničev in mladenk, da, mater z dojenčki v naročju in z dečki in deklicami ob strani, in ko sem blagoslovil množice in se poslovil od njih morebiti, da jih nikdar več ne vidim. Na mojih birmskih potovanjih pretečenega leta se mi je več dušnih pastirjev ustno ali pismeno pritožilo, koliko vendar njihovih župljanov živi v tujini, in kako neprenehoma narašča p re seljevanje in izseljevanje. V neki župniji sem izvedel, da biva v Ameriki 800 župljanov, v drugi, da jih živi tam 300.1 Koliko telesne in 1 V letih 1895 in 1896 se je izselilo n. pr. v Brazilijo, da ne omenim drugih pokrajin, kakor Kanade in Argentini je, iz Avstro-Ogrskega ‘22.000 osel). Po avstrij- duševne revščine bo pač tukaj najti ! Nedavno me je obiskal misijonar, ki deluje že 28 let v severo-ameriški zedinjeni državi Teksas. Pri pogovoru o žalostnem pojavu izseljevanja je pripomnil : »Le nikomur ne svetovati, naj zapusti domače kraje ter se preseli v Ameriko. Večina izseljencev obžaluje nepremišljeni korak, ker kmalu pridejo do bridkega spoznanja, da bi se jim godilo doma dosti bolje, če bi delali enako naporno in marljivo, kakor se morajo truditi in pehati v tujini.« In dne 7. prosinca tekočega leta se je pri meni mudil frančiškanski misijonar, ki že dalje časa opravlja dušoskrbje za avstrijske priseljence v Novem Jorku ; tudi on je naglašal, kako večina našib ljudi ondi peša na duhu in hira na telesu. V Ameriki doseže, pripomnil je med drugim vneti dušni pastir, le mali odstotek priseljencev resnično blagostanje navzlic visokemu zaslužku, za katerega pa se terja tudi primeroma ležje in napornejše delo ; mnogi namreč niso vajeni gospodariti z večjimi denarnimi vsotami, zato si ne le nič ne prihranijo, marveč se nasprotno vdajo zapravljivosti ter tako padejo v siromaštvo. Vrhu tega jim preté od hišnih gospodarjev in voditeljev gospodarskih podjetij razne nevarnosti, ker se dajo prelahkomišljeno zapeljati k pijančevanju in k drugim pregreham, Ker pogrešajo duhovnikov, veščih njihovi govorici, postanejo ludi v verskem oziru mlačni tako, da se vsled izseljevanja poizgubi ne le mnogo delavnih moči za lepo našo domovino, marveč tudi na stotisoče neumrjočih duš za nebeško kra-Ijevstvo.1 — Naša domača zemlja, mislim, je še skem statistiškem mesečnem listu iz leta 1907, str. 172, je živelo leta 1900 v zedinjenih severoameriških državah 491.743 Avstrijcev. Kakor poroča statistiška centralna komisija, se je leta 1907 izselilo v Ameriko 177.023 Avstrijcev. Po računskem poročilu avstrijskega društva sv. Rafaela za leto 1908 je došlo v zedinjene države v fiskalnem ali državnem letu 1907/08 iz Avstro - Ogrske 168.509 izseljencev. Od 1. prosinca do 30. listopada 1909 je odpotovalo samo le črez Trst po avstrijsko-ameriški črti 15.185 potnikov v Severno in 4743 v Južno Ameriko. Samo meseca novembra se je preselilo 1024 ljudi v Severno in 1180 v Južno Ameriko. 1 Med tiskom pričujoče pastirske poslanice sem prejel od vrlega misijonarja prijazno pismo, v katerem nadrobneje zmeraj toliko bogata na raznih virih, da si morejo iz njih njeni pridni in krepostni prebivalci pri-zasluževati potrebnega kruha. Nadalje je pokazal Jezus pravo domoljubje tako. da ga ni nosil samo v srcu, marveč ga je razodeval v dejanju. J e z u s je delal za svojo domovino. Bivanja v domovini ni kolikor mogoče izkoriščal v svoj prid in dobiček, ampak je delil dobrote na dobrote povsod v deželi, po kateri je hodil semtertja od kraja do kraja. Učil je nevedne vzveličavnih resnic, blagoslavljal je matere in otroke, kazal je zbeganim pravo pot, svaril je grešnike, grajal trdovratneže, kaznoval oskrunjevalce tempelja. Nasičeval je lačne, tolažil žalostne, reševal obsedene iz oblasti našteva nevarnosti, preteče izseljencem, in sicer: 1. Pogrešanje duhovnikov, veščih njihovemu jeziku, je zelo veliko. Zato naši ljudje nekaj nedelj v začetku še obiskujejo cerkev, pozneje pa, ker govorice ne umevajo, izostajajo. Večkrat leta in leta niso v stanu opraviti svete spovedi. 2. Strastno delovanje raznih verskih odpadnikov, drugovercev in krivovercev, ki na vse mogoče načine vabijo k odpadu od katoliške Cerkve po vseh mestih. 3. Naši ljudje delajo po raznih tovarnah in rudokopih, kjer so izpostavljeni vedni smrtni nevarnosti. Kako žalostna so poročila o katastrofah ali velikih nesrečah v premogovnikih ! Zadnji slučaj se je pripetil v Cherry 111., kjer je okrog 200 rudarjev bilo živih pokopanih v neizmernih globinah, kjer so glada in žeje grozno poginili. 4. Res zaslužijo nekateri po 4 do 5 dolarjev (15 do 25 kron) na dan. Toda koliko morajo zato trpeti in delati ! In vendar pri vsem tem nimajo ničesar ali le malo prihrankov. 5. Koliko jih pokvari slaba tovarišija ! Saj srečujemo v domovini dan na dan vdove pri živih možeh, sirote pri živih očetih. Odpotovali so v Ameriko ter so tam pozabili svojih dragih. 6. Res, tudi tam je Bog, so cerkve, tudi tam jih nekaj najde srečo in blagostanje ; a koliko več jih izgubi svojega Boga, zapravi svojo vero in s tem svojo časno in večno srečo ! 7. Zategadelj naj bi ljudje ne verjeli pretiranim poročilom nekaterih rojakov v Ameriki, raznih agentov, ki navajajo ljudi k izseljevanju! 8. Naj bi nikdar ne šel v Ameriko sam mož in doma pustil družino. To je nedopovedno zlo za domačijo in tujino. 9. Naj bi nobeden ne šel v novi svet, če že mora iti, ne da bi se oglasil pri svojem dušnem pastirju ter ga vprašal za svet in se po njem ne obrnil do vdružbe sv. Rafaela za varstvo“. In 10. naj bi se vsakdo izselil le v kraje, kjer se nahaja duhovnik, poznatelj njegovega iezika, h kateremu bi so priglasil hitro ob prihodu. hudih duhov. Da, Jezus je izkazoval svojim rojakom vsa dela telesnega in duhovnega usmiljenja. Ni bilo nesreče ne nadloge, v kateri ne bi bil pomagal kol rešitelj in usmiljeni Samaritan. Njegovo domoljubje je bilo brez prenehljaja delavno. popolnoma se žrtvujoče človekoljubje, je bila nesebična ljubezen, ki je kraljica in krona vseh čednosti. Božji Vzveličar je odkrival svojo ljubezen do domovine, ker je spoštoval in izpolnjeval hvalevredne šege in postave v deželi. Dasi Gospod nebes in zemlje, je bil Jezus vendar pokoren ljudem, zlasti svoji materi in svojemu krušnemu očetu. Dvanajstletni deček potuje v sveti pokorščini do postave, kakor je bilo v navadi, s pobožnimi starši v Jeruzalem k velikonočnemu prazniku. V tempelju moli in obišče tempeljsko šolo, kjer se po obstoječem običaju vsede med učenike, jih posluša in izprašuje. Ko se z Marijo in Jožefom vrne v Nazaret, jima je bil pokoren, kakor označuje sv. evangelist Lukež s kratkimi pa velepomembnimi besedami skrilo življenje Mesijevo v Galileji. (Luk. 2, 51). In kakor je večina palestinskih prebivalcev živela od pridnega dela svojih rok, tako je hotel Vzveličar posvetiti delo s svojim vzgledom. Pomagal je krušnemu očetu v delavnici, in ko je sv. Jožef, tesar, najbrž že zgodaj umrl, je delal Jezus sam, da preživlja sebe in svojo božjo Mater. Ni čuda, da je ljudstvo, ko je pozneje delal čudeže, po-praševalo: Ali ni ta tesar? (Mark. G, 3). Ali ni tesarjev sin? (Mat. 13, 55). V dobi, ko je javno učil, je dobrotljivi Vzveličar občeval po domači šegi s prebivalci Judeje in Galileje. Obiskoval jih je po hišah, je jedel ž njimi in se pogovarjal, naj so bili bogati ali revni, visoki ali nizki, mladi ali stari, učeni ali preprosti, pravični ali grešni. — Spoštovanje do postave in do zakonite oblasti je pokazal Jezus očitno, ko je dal farizejem, ki so ga izkušali z vprašanjem: Ali se sme davek dajati cesarju ali ne, večno znameniti odgovor: Reddite, quae sunt Caesaris, Caesari; et quae sunt Dei, Deo! Dajte cesarju, kar je cesarjevega, in Bogu, kar je božjega! (Mal.22, 17. 21). Vzveličar je določil neizpodbitno načelo : Kar po pravici gre cesarju, treba cesarju dati ; vloliko mu moramo biti pokorni, da poleg tega ne kršimo svojih dolžnosti do Boga. Po tem pravilu in vodilu se je ravnal božji Učenik v javnem življenju, zlasti ob koncu svojega življenja na zemlji. Ko mu nekdo izmed ljudstva veli : »Učenik, reci mojemu bratu, naj deli z menoj dediščino«, mu odgovori : »Človek, kdo me je postavil za sodnika ali delivca črez vaju?« (Luk. 12, 13. 14). Kristus ni grajal človeka, da je iskal pravico, pa izpovedal je, da se kaj takšnega ne strinja z njegovim poklicom, in da si torej oškodovani naj išče pravice pri zakoniti oblasti. Toda Jezus je koj porabil priložnost, da stori dobro delo ; zato je rekel navzočnim : »Glejte, in varujte se vse lakomnosti : zakaj nikogar življenje ni odvisno od obilnosti premoženja.« V dokaz jim je povedal priliko o bogatem možu, ki je sklenil podreti svoje žitnice ter sezidali večje, da bi vanje spravil vse bogastvo in porekel svoji duši : Duša moja, obilo blaga imaš spravljenega za prav mnogo let; počivaj, jej, pij in bodi dobre volje ! Bog pa mu je rekel : Neumnež, to noč bodo terjali tvojo dušo od tebe; kar si pa spravil, čigavo bo? (Luk. 12, 15 — 20). Iz pokorščine do gosposke, katere se je po-služila višja in večna Moč in Modrost, da izvrši veliki sklep, po katerem je Jezus deloval in trpel, gre Odrešenik sovražnikom nasproti, se da ujeti, zvezali in odgnati, in zapove vzkipelemu Petru, naj vtakne meč v nožnico. Pride pred sodni stol krivičnikov Ana in Kajfa, Pilata in Heroda. Ko mu omahljivi deželski oblastnik Pilat razlaga, da ima oblast ga križati in oblast ga izpustiti, pripozna mu Jezus to oblast ter še pristavi, da mu je dana od zgoraj. Ne imel bi nobene oblasti do mene, ko bi ti ne bilo od zgoraj dano-(Jan. 19, 11). In Jezus se da zasramovati, bičati, s trnjem venčati, dà si naložiti težki križ na rame, da se nanj pribiti in se ž njim vred po- višati. Tako je bil Jezus do smrti in sicer do smrti na križu pokoren svojemu nebeškemu Očetu in ljudem, vkolikor so imeli oblast od zgoraj po božji določbi, ter so bili izvršitelji božje volje. Vzvišeni vzgled Sinu božjega, ki je bil staršem pokoren, naj si vzamejo k srcu ter premišljujejo zlasti sinovi in hčere, ki iz nepokorščine do ljubih staršev zapuščajo svoje rojstne hiše in silijo v tuje kraje, da bi mogli tam živeti svobodneje in se nositi bolj gosposki, ki pa ne pomislijo, da je domač črni kruh slajši kot beli kruh v tujini. Močni in zdravi odhajajo iz domače hiše, oslabljeni, bolehavi, potrti na duši in na telesu se večinoma vračajo domu, in potem so sebi v težek križ, svojim domačim v nadlogo in sramoto, rojstnemu kraju pa v občutno škodo. Domoljubje je dejanski razodeval naš Gospod in Vzveličar z dobrim vzgledom, ki gaje dajal izza otroških let svojim sodeželanom. Zmeraj je izpolnjeval zapovedi in postave, vedno je bil resnica in pravica. Njegovo presveto življenje, zrcalo vsakovrstne čednosti, je bilo someščanom v izredno korist, ker njim je dvigalo duha, blažilo srce, izpodbujalo voljo. Tako si je pridobil dobrotljivi Vzveličar nepojmljivih in neizmernih zaslug za Palestince. — Preden je Samuel odložil sodniško svojo službo in ko se mu je bližala smrt, je storil vpričo ljudstva čudež : na njegovo klicanje je dal Gospod hipoma gromenje in dež (I. Kralj. 12,18); in potem seje starček pozval na svoje neomadežano življenje ter je poklical vse Izraelsko ljudstvo, naj mu glasno izpriča, da je opravljal sodniško službo nesebično in pravično. »Glejte, postaral sem se in sem osivel. Tako sem hodil pred vami od mladih let do današnjega dne; glej, tukaj sem! Govorite o meni pred Gospodom, ali sem delal komu krivico ali silo, ali sem sprejemal iz koga roke darilo?« In vse ljudstvo je dalo blagemu možu v znamenje, kako ga spoštuje, čisla in ljubi, najčastnejše izpričevalo. Zavpilo je kakor z enim mogočnim glasom : »Nisi nam delal ne sile ne krivice, pa tudi nisi iz nobenega roke nič sprejemal . . . Gospod je priča«. (I. Kralj. 12, 2—5). Tudi Jezus se je vpričo Judov skliceval na svoje čudeže in je terjal od njih vero, da je obljubljeni in doposlani Mesija. A k o meni nočete verjeti, verujte delom! (Jan, 10, 38), Pa še več! Česar Samuel ni mogel vprašati svojih so-deželanov, je vprašal Jezus pričujoče : K d o i z m e d vas me bo prepričal greha? (Jan. 8, 46). In nihče se ni oglasil ne z očitanjem, ne z najmanjšo pritožbo. In vprašanje, kakršnega še nikdar ni nihče slavil in ga ne bo, je bilo izrečeno pred najhujšimi sovražniki. In molčali so. In njihov molk, molk sovražnikov, je sijajnejše izpričevalo, kakor bi bila najvišja pohvala iz ust prijateljev. — Dober, lep in vzvišen vzgled zapre nasprotnikom besedo in koristi v vsakem oziru. O ko bi imela vsaka dežela le pridne, krepostne in delavne prebivalce, tedaj bi bila zares obljubljena dežela: življenje v njej bi bil predokus in predužitek življenja v nebeški domovini. Prava lepota dežele ni v krasnih gričih in divnih dolih, v žitnem polju in pisanih livadah, v rodovitnih vrlih in vinogradih, marveč v bogaboječih, pobožnih prebivalcih. In moč in sila narodova niso skale in pečine, temveč je skalnata vera, pa sta trdno upanje in močna ljubezen. Lep, divno-lep je bil raj, v katerem sta prebivala in ga obdelovala naša prva roditelja; vendar vsa njegova lepota in krasota ju ne bi bila popolnoma osrečila, če se jima ne bi bil razodeval Bog in če mu onadva ne bi bila v ljubezni vdana. Njuni odpad od Očeta nebeškega, greh, je uničil raja nepopisno lepoto in je ukončal njuno neizrekljivo srečo. Jezus, naš božji mojster, je ljubil svojo domovino. Ni pa bilo v ljubezni vdano njegovo srce mrtvi grudi, marveč ljudstvu, ki si je tam postavilo svoj dom, ki je tu sezidalo čudovito lepi tempelj, ki je zgradilo krasna mesta, prijazne trge, divne vasi in sela. Prisrčno domoljubje doni iz gorja, ki ga je božji Vzveličar zagrozil nekaterim bolj odlikovanim mestom, da bi odvrnil od njih pretečo pogubo : »Borje tebi, Korozajn ! Gorje tebi, Betsajda! Zakaj ako bi se bili v Tiru in Sidonu godili čudeži, ki so se godili pri vas, bi se bili že zdavnaj pokorili v ostrem oblačilu in v pepelu ... In ti Kaiarnavm, ki se povzdiguješ do neba, ti boš pahnjen v pekel!« (Mat. 11, ‘21. ‘23). Prenežno ljubezen do domovine izdajejo solze, katere je priljudni Jezus točil nad bogato z milostmi obdarjenim, pa za vzveličanje malomarnim mestom Jeruzalemskim. V duhu gleda strašen konec, ki čaka mesto, polno ljudstva, in presunjen od bolesti, mu zakliče : »Da bi bilo spoznalo tudi ti, in zlasti ta svoj dan, kar je v tvoj mir ! Zdaj pa je skrito pred tvojimi očmi. Ker prišli bodo dnevi nad te, in tvoji sovražniki te bodo obkrožili z nasipom in le bodo oblegali in stiskali od vseh strani ; in bodo v tla pomandrali tebe in tvoje otroke v tebi in ne bodo pustili v tebi kamena na kamenu, zato ker nisi spoznalo časa svojega obiskanja.« (Luk. 19, 4‘2—44). Pretresljiva ta tožba jasno izraža vročo željo, da se ne bi izpolnilo preteče zlo. Da bi odvrnil od mesta po-gibelj, se je Jezus trudil, pridobiti prebivalce za se ter jih tako obvarovati nesreče, pa zastonj. Zato je povzdignil svoj glas v otožni, srčno ljubezen dihajoči klic : »Jeruzalem, Jeruzalem, ki moriš preroke in kamenjaš tiste, kateri so k tebi poslani ; kolikokrat sem hotel zbrati tvoje otroke, kakor kokla zbira svoja piščela pod peruti, pa nisi hotel. Glejte, vaša hiša vam bo zapuščena pusta!« (Mat. 23, 37. 38). Tako oznanjujejo besede in dejanja božjega Vzveličarja sočutno, postrežljivo in darežljivo ljubezen do prebivalcev prelepe Palestine. Ljudi pred nesrečo svariti in varovati, je ljubezen. V nesreči jih omilovati in obžalovati, jim po močeh pomagati in nje podpirati, je požrtvovalna ljubezen do bližnjega, ljubezen, katero nam je milosrčni in dobrodelni Vzveličar zapovedal z besedami : Novo zapoved vam dam, da se ljubite med seboj, kakor sem jaz vas ljubil. (Jan. 13, 34). Takovšna ljubezen priskoči bližnjemu z marsikatero žrtvijo na pomoč, tudi če je težavno, tudi če ni upati nobene časti, marveč je pričakovati nehvaležnost, zasramovanje in zasmeh, preziranje in preganjanje. To je tista ljubezen, kateri je zapel glasovih apostol narodov sv. Pavel hvalnico, kakor lepše ni nihče zložil ne pred njim in ne za njim : »Ko bi govoril človeške jezike in angeljske, ljubezni pa bi ne imel, bi bil kakor brneč bron ali zvenčeč škrobotec. In ko bi znal prerokovati in bi vedel vse skrivnosti, in imel vso učenost; in ko bi imel vso vero tako, da bi gore prestavljal, ljubezni pa bi ne imel, nič nisem, in ko bi razdal ubogim v živež vse svoje premoženje, in ko bi dal svoje lelo, da se sežgem, a ljubezni ne bi imel, nič mi ne koristi. Ljubezen je poirpljiva, dobrotljiva; ljubezen ni nevoščljiva, ne ravna napačno, se re napihuje; ni časti-lakomna, ne išče svojega, se ne dà razdražiti, ne misli hudega ; se ne veseli krivice, veseli se pa resnice; vse prt trpi, vse veruje, vse upa, vse prenese Ljubezen nikdar ne preneha.« (I. Kor. 13, 1 — 8). Zares, ko bi takovšna ljubezen vodila ljudstva in narode, tedaj bi svoje meče prekovali v lerrnže in svoje sulice v srpove; in nič več ne bi narod zoper narod vzdigoval meča, in ljudje ne bi se dalje vadili za vojsko. (Iz. 2. 4). Jezus Kristus Eogčlovek je žrtvoval vse za svojo domovino. Posvečeval jo je z molitvijo, katero je opravljal v Nazaretu, v Jeruzalemu, na višinah, kakor n. pr. na Oljiski gori, klečeč ali pa z obrazom ležeč na zemlji; posvečeval jo je s svojimi nauki, s čudeži in stopinjami. Najvišje posvečenje pa je podelil domači zemlji, ko jo je namočil s svojo dragoceno krvjo. Vse to je vzrok, da je Palestina še dandanes domačinom in tujim božjepolnikom tako neskončno ljuba in draga, tako časti tip va cenjena in svela. Gospodove molitve, pola, čudeži, njegova kri, vse je bilo v prvi vrsti namenjeno Palestinskim rojakom v blaginjo. Za nje je Sin človekov kri prelil, je žrtvoval življenje in vse imetje, tudi zadnje oblačilo. Njim je odstopil svojega Oče!a, ko jih je učil moliti: Oče naš, kateri si v nebesih! (Mal. 6, 9). Njim je umirajoč zapustil svojo mater, ko je zaklical s križa: Glej, tvoja mali! (Jan. 19, 27). Da, njim je dal vse, kar je imel, tudi samega sebe, ko je dejal pri zadnji večerji: Vzemite in jejte, to je moje telo! Vzemite in pijte vsi (iz keliha): to je moja kri nove zaveze, katera bo za njih veliko pre-litavodpuščenjegrehov! (Mat. 26, 26—28). Tako je Jezus ljubil, kakor je učil: Večje ljubezni od te nima nihče, da kdo svoje življenje da za svoje prijatelje. (Jan. 15, 13). Najvišja stopnja ljubezni do bližnjega je, če kdo žrtvuje, a ko treba, ne le čast, imetje in zdravje za tiste, katere ljubi — prijatelje in sovražnike — marveč če daruje tudi svoje življenje Tako je ljubil Kristus. Ril je dobri, ljubeznivi Pastir, ki je toliko skrbel za svoje ovčice, da je dal življenje za njih vzvehčanje. (Jan. 10, 15). Ko bi prebivalci dežele ali države prijazno med seboj občevali, ko bi kot dobri sosedje radi drug drugemu pomagali in se podpirali, ko bi si napake in slabosti velikodušno odpuščali in se voljno drug za drugega žrtvovali : kako veselo in srečno bi bilo življenje v tisti deželi, v tisti državi! Kakšnih čudežev ni izvršilo krščansko domoljubje viteške device Orleanske, blažene Joane d’Arc! In koliko občudovanja vrednih uspehov je dosegel sv. Klement Marija Hoibauer s svojo gorečo ljubeznijo do Boga in do bližnjega! in v čednosti neomahljive junakinje, šestnajstere v grozno smrt pod mori\no sekiro obsojene kar-melitinje, so trem redovnim obljubam pridejale še prisego, da hočejo radovoljno darovati življenje za mir nesrečni svoji domovini. Bog je z d o podenjem sprejel njihovo žrtev. Po 17. juliju 1794 se je polegla strahovlada francoske prekucije. Pa, ljubi moji, premišljujmo dalje ob vzgledu Kristusovem krščansko čednost domoljubja! Premih Vzveličar je ljubil Izraelsko ljudstvo, ni pa sovražil prebivalcev drugih dežel. Njegovo srce ni bilo tako tesno, da bi v njem le lastni narod našel prostora. Jezus ni bil le Odrešenik Izraelcev, marveč vsega sveta. Cena njegove najsvetejše krvi ni bila tako nizka, da bi ž njo odkupil od večne smrti samo le eno ljudstvo. Ne, za vse narode in za vsa ljudstva je prelil svojo dragoceno kri, in vsi naj bi bili deležni zlatih sadov odrešenja. Visokega pomena je že bilo, da so božje Dete v jaslicah prišli molit poleg betlehemskih pastirjev tudi Modri iz daljnih jutrovih dežel, ki niso bili judovskega rodu. Potem se je Jezus v otroških letih mudil v Egiptu ; ko je javno učil, je obiskal deželo Gerazenov (Mat. 8, 28), je prišel v mesto Bihar, kjer je pri Jakobovem studencu Samaritanski ženi oznanjeval vzveličavne nauke (Jan. 4, 5 nsl.), je prehodil pokrajino ob Tiru in Sidonu (Mat. 15, 21) ter je ondi ozdravil od hudega duha silno mučeno hčer kananejske žene. Da, ljubezni polni Jezus je pohvalil ponižno in stanovitno vero ravno te paganske matere. (Mat. 15, 28). Enako je ozdravil bolnega hlapca rimskemu stotniku v mestu Kaiarnavmu ter je proslavil njegovo občudovanja vredno vero vpričo vsega ljudstva z besedami : Resnično vam povem, tolike vere nisem našel v Izraelu! (Mat. 8, 10). In ravno pri tem dogodku je Vzveličar popolnoma jasno povedal, da ni prišel na svet samo za judovsko ljudstvo, ko je svečano oznanil: »Povem vam pa, da bo jih veliko prišlo od izhoda in zahoda, in bodo sedeli pri mizi z Abrahamom in Izakom in Jakobom v nebeškem kraljevstvu : otroci kraljevstva pa bodo pahnjeni v vnanjo temo«. (Mat. 8, 11. 12). Vzveličarja vsega sveta se je Gospod imenoval v prijetni priliki o dobrem pastirju z besedami : »In imam še druge ovce, ki niso iz tega hleva ; tudi tiste moram pripeljali, in bodo poslušale moj glas, in bo en hlev in en pastir.« (Jan. 10, 16). In Jezus je razširil srce svojim apostolom, ko jih je pred vnebohodom z Oljiske gore razposlal po vesoljnem svetu z naročilom : »Pojdite in učite vse narode, in krščujte jih v imenu Očeta in Sina in Svetega Duha ! Učite jih izpolnjevati vse, karkoli sem vam zapovedal ! In glejte, jaz sem z vami vse dni do konca sveta!« (Mat. 28, 19. 20). Jezus je oznanjeval veselo sporočilo o vzve-ličanju za ves svet, je trpel in umrl za vse ljudi, je vsem otrokom Adamovim odprl rajska vrata. Vendar je, zvest božjemu načrtu za odrešenje človeškega rodu, pridigoval svoj evangelj najprej Izraelcem, »katerih last je bilo posinovljenje in veličastvo in zaveza in postavodaja, in služba božja in obljube; katerim so pripadali očaki in iz katerih je bil on sam po mesu rojen.« (Rimlj. 9, 4. 5). Da je Kristus odprl nebesa vsem narodom, je sam razodel apostolu, kateremu je dal ključe nebeškega kraljevstva (Mat. 16, 19), po posebni prikazni, ki ga je podučila, da niso izključeni od vzveličanja tisti, ki se ne prištevajo judovskemu ljudstvu. Ko se je Peter branil klati in jesti od nečistih živali, ki so bile v platnenem prtu, je zaslišal trikratni klic : Kar je Bog očistil, ti ne imenuj nagnusno! (Dej. a p. 11, 9). In Peter, ki je hipno spoznal, da Bog ne gleda na osebo, marveč mu je v vsakem ljudstvu ljub, kdor se ga boji in dela pravico, je nemudoma krstil pagana Kornelija z družino vred. (Dej. ap. 10, 48). Po stopinjah božjega mojstra so hodili njegovi učenci. Ko je Peter svojim sobratom v Jeruzalemu pripovedoval o krstu neverskega stotnika Kornelija iz Cezareje, so poveličevali Boga, rekoč: Torej tudi ajdom je Bog dal pokoro k življenju! (Dej. ap. 11, 18). Apostoli so ljubili sorojake, niso pa izključevali od krščanske ljubezni drugih narodov. Prečudoviti vzgled nam je izvoljeni apostol narodov sv. Pavel, ki je želel sam zavržen biti, ločen od Kristusa, namesto svojih bratov, ki so bili njegovi rojaki po mesu (Rimlj. 9, 3), le da bi se oni vzveličali; pridigoval pa je vendar tudi Arabcem, Sircem, Galačanom, Maloazijalom, Ma-cedoncem, Grkom, Rimljanom, Ilircem, Špancem, skratka, vsem rodovom in ljudstvom na zemlji, h katerim je došel na svojih apostolskih potovanjih. V ljubezni do Kristusa je objemal vse narode, kajti tu ni razločka med Judom in Grkom; ker eden je Gospod vseh, bogat za vse, ki vanj kličejo. (Rimlj. 10, 12). V ljubezni do Jezusa je združeval ta »homo Judaeus a Tarso«, ta mož judovskega rodu iz Tarza (Dej. ap. 21, 39) vsa ljudstva, ker ni ne pagana ne Juda, ne divjaka ne Scila, ne sužnjega ne prostega, ampak vse in v vsem Kristus. (Kol. 3, 11). Zares, nikakor ni zvest učenec Jezusov, kdor druge narode prezira in zaničuje, pa jih sovraži in napada, ker ne zna razločevati med ljudstvom in njegovimi slabostmi ; kdor oboje preganja in črti, namesto da bi obsojal napake in pregreške ter slabe lastnosti in razvade, ljubil pa osebe. Najnovejši svetnik avstrijski, Klement Marija Hofbauer, se je ravnal po vzvišenem vzgledu božjega Odrešenika in njegovih svetih apostolov : poln ljubezni in gorečnosti se je trudil ter je blagoslovljeno deloval po različnih pokrajinah na Poljskem, Badepskem in Bavarskem, na Moravskem, Nižeavstrijskem, v Švici in Italiji, zlasti pa v glavnem in prestolnem mestu Dunaju. Sveta katoliška Cerkev, ki obsega že po svojem imenu vse narode, uči in ukazuje, da moramo čislati bližnjega in spoštovali sosednje narode. V tej vesoljni Cerkvi je kristalizovana in oživotvorjena misel ljubezni in pravičnosti. Ko bi se le to dvoje njenih večno veljavnih načel: Ljubi svojega bližnjega kakor samega sebe in vse, karkoli hočete, da ljudje storč vam, tudi vi njim storite: vsestranski zvesto in vestno izpolnjevalo, potem bi bili pač za vselej odslovljeni nizkotni in zoperni narodnostni prepiri. Predragi! Božji Gospod in Vzveličar nam je zastran ljubezni do naroda podal še prevažen nauk, ko narodnosti ni stavil in povzdigoval nad vero. V naših dneh se motijo in druge vodijo v zmoto vsi, ki pri skrbi za zemeljsko domovje pozabljajo na večnolepo, nebeško domovino. Usmiljeni Vzveličar je živo želel srečo in zemeljsko blaginjo svojih rojakov, zato jim je lajšal raznovrstno trpljenje; pa pred vsem mu je bilo na skrbi njihovo trajno, večno vzveličanje. Ce jim je to zagotovljeno, je pridobljeno vse za nje. Zato je Kristus opominjal in svaril pred pretirano skrbjo za časne potrebe: »Ne skrbite vznemirjeni, rekoč: Kaj bomo jedli, ali kaj bomo pili, ali s čim se bomo oblačili? Ker vaš Oče nebeški ve, da vsega tega potrebujete. Iščite torej naj poprej božjega kraljevstva in njegove pravice, in vse to vam bo privrženo!« (Mat. 6, 31—33). Judje so pričakovali Mesija, ki bi jih privedel do svetovne vlade, kakor so jo imeli Rimljani v svojih rokah. Ker Kristus Gospod ni utemeljil zemeljskega kraljevstva, marveč je pred Pilatom določno oznanil, da njegovo kralj evstvo ni od tega sveta (Jan. 18, 36), so ga starejšine ljudstva zavrgli ter ga niso hoteli pripoznati za pričakovanega in pridoposlanega Mesija. Pa kaj bi bilo Judom koristilo zemeljsko, četudi še tako veliko in mogočno kraljevstvo ? Pomenilo bi slavno in sijajno dobo v njihovi zgodovini, pa za večnost se ne bi štelo. Kaj bi bilo hasnilo posvetno vla-darstvo judovskim državljanom in državljankam, alco po kratkem življenju na zemlji ne bi mogli priti v nebeški Jeruzalem? Kaj pomaga človeku, če ves svet pridobi, svojo dušo pa pogubi? (Mat. 16, 26). In kaj škoduje človeku, če ves svet izgubi, pa svojo neumrjočo dušo vzveliča? Za ta svet človek ne živi. Ko bi bili Judje vstopili v vidno kraljevstvo Kristusa Boga-kralja, bi bili, kakor meščani božjega kraljevstva na zemlji, deležni svetovne vlade svete katoliške Cerkve, katere dom obsega vse narode, in imeli bi pravico do nebeške slave. Kar je večno, ima prednost pred časnim. Božji Vzveličar je hotel ljudem zagotoviti večno blaženost; zato jih je učil, vsak čas visoko ceniti in čislati vero, za katero je on žrtvoval svojo kri in življenje. To je večno življenje, je dejal, da spoznajo tebe, edinopravega Boga, in Jezusa Kristusa, katerega si poslal. (Jan. 17, 3). V živi veri v Boga so videli in našli tudi sveti apostoli pravo blagostanje narodov. Enako se mora krščanski patriot v eno mer potegovati za sveto vero, da zagotovi svojemu narodu večni obstanek. Storiti mora to, čeprav ga zategadelj rojaki-bratje obrekujejo in napadejo, češ, da je brezdomovinec, sovražnik in izdajalec naroda, da je ovir narodne slave in veljave. Tolaži naj se z Gospodovo prerokbo : Spomnite se besed, katere sem vam govoril: Hlapec ni večji od Gospoda. Ako so mene preganjali, bodo tudi vas preganjali! (Jan. 15, 20). Dobro vemo, kako so Judje Jezusa sovražili in preganjali, kako so ga dolžili, da zapeljuje ljudstvo, da brani plačevati davek. Naposled so ga tožili, da Boga preklinja in ljudstvo šunta, n" xar je bil obsojen k smrti in na križ pribit. Nič bolje se ni godilo njegovim zvestim učencem, svetim apostolom. Judje, njihovi bratje, ti so bili, ki so jih vsepovsod zasledovali in preganjali. Apostoli so bili možje svojega naroda, pa njihov nauk ni bil nauk sinagoge. Prvaka apostolov so lastni rojaki tirali pred višji zbor, pa so ga bičali, v ječo vrgli in izkušali umorili. Jakob starejši, eden izmed treh odličnejših in zaupnejših učencev Jezusovih, je bil v Jeruzalemu z mečem obglavljen. In kaj vse je moral pretrpeti od svojih bratov nekdanji goreči branitelj judovske postave Savel in poznejši vneti oznanjevalec vzveličavne vere Kristusove, Pavel ! Ko so ga nekoč Judje zagledali v tempelju, so naščuvali nanj vse ljudstvo, ga prijeli in so vpili: Možje Izraelci, pomagajte! To je tisti človek, ki vsepovsod uči zoper ljudstvo in postavo in zoper ta-le kraj! Tedaj se je vznemirilo vse mesto, in ljudstvo je skupaj drvilo: in so zgrabili Pavla ter ga vlekli iz lempelja ... in so ga hoteli umoriti. Ko se je pod varstvom poveljnika rimskih vojakov, pagana hi zija, začel zagovarjati, so ga poslušali do besed: »Gospod mi je rekel: pojdi, ker poslal te bom daleč med nevernike« — tedaj pa so povzdignili glas ter divje vpili : Proč z zemlje s takim ! Ni vreden, da živi! In so proč metali svoja oblačila in prah kvišku lučali. (Dej. ap. 22, 21—23). Pozneje ga je judovski zagovornik Terlul pred deželskim oblastnikom Feliksom po krivem tožil tako-le: »Našli smo, da je ta človek kuga, da napravlja upor zoper vse Jude po vesoljnem svetu, in da je poglavar uporne stranke Nazarečanov. Izkušal je celò oskruniti tempelj, in smo ga tudi zgrabili in hoteli soditi po svoji postavi«. (Dej. ap. 24, 5. 6). Kdo je bil pač boljši domoljub, Tertul ali Pavel? O hinavščina! Ko dojde Pavel v Rim, pokliče k sebi najimenitnejše Jude in jim razlaga od jutra do večera nauk o kraljevstvu božjem ter se trudi, da bi jih prepričal o Jezusu iz postave Mozesove in iz prerokov. Ker pa so bili needini med seboj in so začeli odhajati, jim je Pavel rekel : »Znano vam bodi torej, daje nevernikom poslano to vzveličanje božje; in oni bodo poslušali!« (Dej. I ap. 28, 17 nsl). Tako so slavnega Taržana lastni j rojaki vsepovsod preganjali, tožili, bičali ter sovražnikom izdajali. In vendar je sv. Pavel ljubil svoj narod z edino pravo ljubeznijo, z ljubeznijo do Jezusa Kristusa, za katerega je hotel pridobiti vse judovsko ljudstvo. Ko bi bila Palestina sprejela nauk Jezusa Kristusa in njegovih apostolov, bi bil judovski narod pač še dandanes lastnik obljubljene dežele, in aramajščina bi se še govorila najbrže ter bi imela svoje slovstvo. Ker nihče ne more položiti drugega temelja razen tega, kije položen, kateri je Kristus Jezus (I. Kor. 3, 11), je vsakemu pravemu domoljubu sveta dolžnost, da brani svojemu narodu sveto vero, da ga varuje verske mlačnosti, zlasti pa odpada od edine, svete, katoliške in apostolske Cerkve. Vera je za narod najdražje bogastvo. Brez vere ne more nihče časno in večno osrečiti posameznikov, zalo tudi ne naroda. Prava omika, ki blaži notranjega človeka, njegovo dušo in srce, prospeva le na podlagi bogoslužnosli v krščanski veri. Kaj je francoskemu narodu v večjo čast in slavo, to, da je močnoverna junakinja devica Orleanska, blažena Joana d’ Are, zmagoslavno vodila vojaške čete v boj zoper sovražnike domovine, ali pa to, da so brezbožni vslaši brezsrčno umorili blagega kralja Dudo vika XVI. in občudovanja vredno kraljico Marijo Antonijo, hčer slavne avstrijske cesarice Marije Terezije, in da so krvoločno kakor divje zveri poklali tisoče in tisoče naj blažjih sinov in hčera francoske zemlje? Če propadeta vera in čednost v narodu, pade narod sam v najhujšo sužnost. V Gospodu ljubljeni verniki ! z povedanega razvidimo, kako veličasten vzgled nam je zapustil Jezus Kristus, naš Gospod in Bog, glede na domoljubje, da zasledujemo njegove stopinje in zvesto po njih hodimo. Toda sv. Peter, knez in prvak apostolov, poudarja v zgoraj navedenem temeljnem izreku zlasti, da je Jezus za nas trpel in nam je tako zapustil vzgled, da torej ne moremo po njegovih potih za njim hoditi brez trpljenja. Zdaj živimo v svetem času trpljenja Gospodovega. V milosti polnem velikonočnem času hočemo radi premišljevati grenko trpljenje in bridko smrt našega Gospoda in Vzveličarja, hočemo vestno izpolnjevati postno postavo in vredno prejemati zakramenta svete pokore in presvetega rešnjega Telesa. Zlasti naj se letos odlikujejo možje in naj dajejo dober vzgled. Oni naj pridno prihajajo k izpovednici in naj radi pristopajo k mizi Gospodovi! Častito od mrtvih vstali Vzveličar je šel z dvema možema po deželi in je govoril ž njima, pa nista ga spoznala. Ko pa so sedli k mizi in je Jezus prelomil kruh ter ga jima dal zaužiti, sta ga hipoma spoznala. Da, pri gostiji ljubezni je spoznanje. Možje, ki Jezusa premalo poznajo, bi spoznali pri njegovi mizi ter okusili, kako dober in sladek je, kako sladek je njegov jarem in kako lahko je njegovo breme! Sveti Klement Marija Hoibauer ,je deloval na Dunaju tako blagoslovljeno zlasti s srčnopobožnim češčenjem najsvetejšega božjega Zakramenta. Kakor sv. Alfonz Liguori, enako je njegov duhovni sin, Klement Hofbauer, sam pobožno častil in druge navajal k češčenju evharistiškega Vzveličarja, ter je tako povsod, kjer je deloval v dušnem pastirstvu, dosegel najčudovitnejše uspehe. V kruhu močnih je našel nekdanji pekovski pomočnik, ki je pri pečenju kruha vedno mislil na kruh angeljski, v nebeški mani, pravim, je našel oče Hoibauer moč in krepost, da je srečno premagoval vse ovire, ki so se kopičile pred njim. Duhoviti pesnik Caharija Werner je nekoč dejal: Med živimi so mi znani le trije močni možje: Napoleon L, Goethe in o. Hoibauer. Ako bodo možje, kateregakoli stanu in dostojanstva, z vestnim izpolnjevanjem četrte cerkvene zapovedi bližnjemu dajali dober vzgled, bodo tudi drugi školljani z veseljem opravili velikonočno pobožnost, in Velika noč bo za prebivalce Lavantinske vlad «kovine izreden praznik najčistejšega veselja in najslajše radosti. Exeamus igitur, pojdimo torej vun k Jezusu na Golgoto., in nosimo njegovo zasramovanje! Saj nimamo tukaj stalnega mesta, temveč iščemo prihodnjega. Ubogajte svoje predstojnike in bodite jim podložni!.. Molite za nas!.. Bog m ir u pa, ki je izpeljal od mrtvih velikega pastirja ovac v krvi večne zaveze, Gospoda našega Jezusa Kristusa, naj vas stori pripravne k vsakemu dobremu delu, da storite njegovo voljo! Prosim vas pa, bratje, prijazno sprejmite le-to besedo tolažbe! Milost bodi z vami vsemi! Amen. (Hebr. 13, 13 nsl). V Mariboru, na praznik presladkega Imena Jezusovega, dne 16. prosinca 1910. t Mihael, knez in škof. Opomba. Predstoječi pastirski list naj dušni pastirji vernikom preberejo s pridižnice na nedeljo kvinkva-gezimo ali petdesetnico ter na prvo in drugo postno nedeljo. Postna postava za leto 1910. Z ozirom na razmere sedanjega časa podelim vam, predragi v Gospodu, s posebnim privoljenjem svetega očeta rimskega papeža z dne 8. junija 1899, za tekoče leto te-le olajšave zastran postne zapovedi: I. Dnevi, ob katerih je zapovedano, v jedi si pri-trgati in obenem zdržati se mesenih jedi, torej popolni ali ostri postni dnevi so ti-le : 1. pepelnica in trije poslednji dnevi velikega tedna; 2. petki štiridesctdanskega posta in adventnega časa; 3. srede in petki kvatrnih tednov ; 4. bilja ali dan pred Duhovim (Binkoštmi) in pred Božičem. II. Dnevi, ob katerih je sicer dovoljeno meso uživati, toda le enkrat na dan se nasititi, na večer pa le kaj malega zaužiti, so naslednji: 1. vsi dnevi štiridesetčlanskega posta razen nedelj (med temi so, kakor že zgoraj I. 1., 2. in 3. omenjeno, pepelnica, kvatrna sreda, petki in poslednji trije dnevi velikega tedna popolni ali ostri postni dnevi); 2. srede svetega adventnega časa (kvatrna sreda je oster post: I. 3); 3. sobote štirih kvatrnih tednov ; 4. bilje ali dnevi pred prazniki sv. apostolov Petra in Pavla, vnebovzetja device Marije, vseh Svetnikov in brezmadežnega spočetja Marijinega. III. Dnevi, ob katerih je prepovedano le zau-živanje mesa, pa je dovoljeno, večkrat na dan se nasititi, so: vsi ostali petki celega leta. IV. Kar zadevlje olajšavo zapovedi, zdržati se mesenih jedi, velja nastopna določba, in sicer : 1. Za vso škofijo: Kadar pride zapovedan praznik na dan, ob katerem je prepovedano zauživanje mesa (na primer na petek), se sme ta dan uživati meso, ne da bi bila dolžnost, zato se drugi dan zdržati mesa. 2. Le za posamezne kraje: Kjer se ob petkih ali drugih takih dnevih, ob katerih je prepovedano jesti meso, vrši sejem in se shaja mnogo ljudstva, tam je do- voljeno, ta sejmski dan uživati meso. To dovoljenje velja pa le za kraj, v katerem je sejem, torej ne za druge kraje (trge, vasi), ki morda spadajo še k tisti župniji. 3. Za posamezne osebe dovoljujem sledeče: n) vse dni med letom, izvzemši pepelnico, zadnje tri dni velikega tedna ter bilji pred Duhovim in pred Božičem, smejo uživati mesene jedi: delavci v rudokopih in v tovarnah ali fabrikah; popotniki, ki obedujejo v gostilnah in krčmah ; tudi drugi, ki na pr. v mestih, trgih in podrugod hodijo v gostilne na hrano. b) Vse dni, izvzemši le veliki petek, smejo za-uživati mesene jedi: kondukterji ali sprevodniki na železnicah; tisti, ki potujejo z železnico in morajo obedovati po gostilnah železniških postaj ; bolniki v toplicah, na slatinah ali v drugih zdra-vilstvenih zavodih, s svojimi domačimi in strežniki vred. Ta olajšava pa ne velja za nje, ki le za kratek čas ali zarad razveseljevanja obiskujejo zdravilišča ali toplice. c) Vse dni med lotom brez izjeme smejo mesene jedi uživati : taki reveži, ki si vsled velikega siromaštva ne morejo izbirati v jedi h in so prisiljeni jesti, karkoli se jim podari ; ako pa dobijo za miloščino postne jedi, ne smejo uživati mesa; nadalje osebe, katere in dokler morajo (na pr. blapci ali dekle) prebivati pri takih ljudeh, ki jim ne dajo postnih jedi; skrbijo pa naj, da se, ako le mogoče, vsaj veliki petek zdržijo uživanja mesa. V. Ob vseh postnih dneh, bodisi mesojeja prepovedana ali ne, se dovoljuje uživanje mlečnih in jajčnih jedi ter raba mesene začimbe (ali Špeha) ne le pri obedu, temveč tudi na večer pri malem zaužitku. VI. Ob vseh postnih dneh med letom (t. j. ob takih dneh, ob katerih je prepovedano, več kakor enkrat se nasititi, bodisi uživanje mesa prepovedano ali ne) in v štiridesetdanskem postu tudi ob nedeljah, je ostro prepovedano, pri enem in istem obedu uživati ribe in meso. To velja tudi za tiste, kateri vslod starosti, bolezni, težkega dela itd. niso dolžni se postiti. VII. Slednjič je treba pomniti še to-le: n) Vsi, ki uživajo meso ob polajšanih dneh, morajo vsak takovšen dan, kakor tudi ob vseh sobotah med letom pobožno in v duhu pokore moliti trikrat „Oče naš“ in trikrat „češčena Marija“ in na koncu apostolsko vero v čast bridkemu trpljenju našega Gospoda Jezusa Kristusa. Kjer je več ljudi pri mizi, se naj ta molitev opravlja na glas in skupaj. Posebno še v Gospodu opominjam vse vernike, da si naj prizadevljejo po svojih močeh, to od svetega očeta dovoljeno olajšavo postne zapovedi nadomeščati z drugimi pobožnimi deli, zlasti s tem, da obilneje opravljajo dobra dela krščanskega usmiljenja in podpirajo ubožce in reveže. b) Bolnikom za nekoliko časa še bolj olajšati post, so pooblaščeni dušni pastirji in izpovednih!. Kdor pa želi za dalje časa ali za vselej oproščen biti postne postave, se mora obrniti do Mene s prošnjo, ki jo naj podpirajo polnoveljavni razlogi. c) Svetni in redovni duhovniki, bogoslovci in gojenci dijaškega semenišča, cerkvene družine in cerkveni zavodi obojega spola pa se morajo odlikovati po ostrejšem izpolnjevanju postne zapovedi ; zato se naj ob postnih dneh, ob katerih je uživanje mesa svetnim ljudem dovoljeno ob poldne in na večer, zdrž ujej o mesa na večer pri malem zaužitku. Končno še poudarjam posebej, da se čas za opravljanje svete velikonočne izpovedi in za prejem svetega velikonočnega obhajila začne z 2. postno nedeljo (Reminiscere) in se konča s 4. nedeljo po veliki noči (Cantate). Spominjam vas tudi starodavne cerkvene določbe, da sveto velikonočno obhajilo, ako mogoče, prejmete v domači župnijski cerkvi. Vrhutega vas še opozarjam, da so od 1. adventne nedelje do praznika sv. treh Kraljev, in od pepelnične srede do 1. nedelje po veliki noči prepovedane javne gostije in veselice. Milost Svetega Duha bodi z vami, da hote mogli v duhu ljubezni, pokorščine in zatajevanja samega sebe vestno izpolnjevati postno postavo. Ki pa bodo izpolnjevali to pravilo, mirčroz nje in usmiljenje! (Gal. 6, 16). V Mariboru, na praznik presladkega imena Jezusovega, dne 16. januarja 1910 -j- Mihael, knez in škof. Opomba. Postna postava se naj vernikom oznani v nedeljo kvinkvagezimo ali pctdesetnico. Med letom pa se še naj vsaki post posebej oznani poprejšnjo nedeljo, 12. Fastenordnung für die lt. It. Landwehr, für die It. It. Gendarmerie und die It. It. Fin a lumache, gültig im Jahre 1910. Kraft der vom heiligen Apostolischen Stuhle am 7. September 1900 erhaltenen Vollmacht erteilt das F. B. Ordinariat hinsichtlich des Fastengcbvtes folgende Nachsicht: 1. Die Katholiken der k. k. Landwehr haben sich am Vortage oder an der Vigilie vor dein heiligen Weihnachtsfeste und am heiligen Karfreitage der Fleischspeisen zu enthalten. Im übrigen ist ihnen an den kirchlich gebotenen Fasttagen des Jahres der Gennß von Fleischspeisen gestattet lind auch an den Abstinenztagen Fleisch zu genießen erlaubt; doch dürfen an den dispensierten Fasttagen mtb an den Sonntagen der Fastenzeit bei derselben Mahlzeit nicht Fleisch und Fische genossen werden. Allen aktiven Personen der k. k. Landwehr ist es während der Präsenzdienstzeit mit Rücksicht auf die ihnen obliegenden schweren Dienste auch gestattet, an den kirchlich gebotenen Fasttagen sich mehr als einmal im Tage zu sättigen. Die Nachsicht von der Enthaltung vom Fleisch-genusse, nicht aber die Ausnahme von der Verpflichtung zum Abbruche, erstreckt sich auch auf die erwachsenen Mitglieder der Offiziers- und Unteroffiziersfamilien. Diese große Milderung des sonst in der Diözese geltenden Fastengebotes sollen die katholischen Gläubigen der k. k. Landwehr dankbar anerkennen und dieselbe durch unerschütterliche Anhänglichkeit an ihre heilige katholische Religion, ferner durch Gebet imb eifrigen Besuch des Gottesdienstes, durch Anhören des Wortes Gottes, durch reumütige und bußfertige Gesinnung, sowie durch Allsübung anderer guten Werke zu ersetzen sich bemühen. Die Zeit für die Verrichtung der Osterandacht, die den Empfang der heit. Sakramente der Buße und des Altars umfaßt, wird vom ersten Soniltage in der Faste bis zum ersten Sonntage nach Pfingsten festgesetzt. 2. Diese vvranstehende Fastenvrdnuug gilt auch für die k. k. Gendarmerie, da dieselbe zufolge Erlasses des k. k. Mini* steriums des Innern vom l 1. Noveinber 1904, Z- 46.710, im Sinne der mit Allerhöchster Entschließung vom 2. September 1904 (Zirkularverordnung des k. k. Reichskriegsministeriums vom 21. September 1904, Praes. Nr. 65521, verlautbart im Vervrdnnugsblatte für das k. und k. Heer, 33. Stück vom 28. September 1904 : Kirchl. Verordnungs-Blatt für die Lavanter Diözese, 1905, II. Abs. 17) allergnädigst genehmigten Neuauflage der „Dienstvorschrift für die Militärgeistlichkeit" der zivilgeistlichen Jurisdiktion untersteht. 3. Endlich wird die obangeführte Fastenordnung kraft der vom heiligen Apostolischen Stuhle am 12. März 1908 dem gesamten österreichischen Episkopat erteilten Vollmacht (Kirchl. Nervrd.-Blatt für die Lavailter Diözese — Cerkveni zaukaznik za Lavantinsko škofijo — 1908, IV. Abs. 37) auch auf die k. k. Finanzlvache ausgedehnt, da sie einen Kriegsdienst ihrer Art bildet, Waffen trägt, nach Sitte der Soldaten lebt und arbeitet, zumal innerhalb der Grenzen des großen Reiches, wo sie viele Beschwerden zu ertragen und große Schwierigkeiten zu überwinden hat. „Übrigens, Brüder, seid stark im Herrn und in der Macht seiner Kraft! Ziehet an die Rüstung Gottes, damit ihr bestehen könnet gegen die Nachstellungen des Teufels; denn wir haben nicht bloß zu kämpfen wider Fleisch und Blut, sondern .. wider die Geister der Bosheit. Darum ergreifet die Rüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage widerstehen und in allem vollkommen aushalten könnet! Stehet denn, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens; vor allem ergreifet den Schild des Glaubens und nehmet den Helm des Heiles und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes! Mit allein Gebet und Flehen betet zu aller Zeit im Geiste und wachet darin in aller Beharrlichkeit... Die Gnade sei mit allen, welche unfern Herrn Jesum Christum unwandelbar lieben! Amen." (Ephes. 6, 10-18. 24). Gegeben zu Marburg, am Feste des heiligsten Namens Jesu, den 16. Jänner 1910. t M ichacl, Fürstbischof. F. B. Lavanter Ordinariat z« Marburg, am 20. Jänner 1910. f Fürstbischof. St CtzrllluS-Buchdruckerei, Marburg.