Kr. 70^ AomersLag dm 1. September l89Z. XXXI. Jahrgang. Der Preis des Blattes beträgt für Marburg: ganzjährig 6 fl., halb- ! (Erscheint jeden Tonntag und TonnerStag friih. Einschaltungen werden von der Bcrlagshandlung des Bsattes und jährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 5V kr., monatlich kr. Bei Zustellung i . . allen größeren Annoncen-Expeditionen entgegengcuomiilen. T^'kNuss insHauS monatlich 10 kr. mehr. Mit Postversendung: ganzjährig 7 st., Schristleitnng nnd Verwaltung befinden sich: Postgassc Nr.-1. Sprech- für Einschaltungen Mitwoch und Zanistag Mi nag. — Lsfene halbjährig 3 sl. SO kr. und vierteljährig 1 sl. 75 kr. stunden des Schriftleiters an allen Wochentagen von 11 bis 12 Ulir Reclamationen sind portofrei. Mannscripte werden nichl zurück' Die Einzelnummer kostet 7 kr. vormittags. > geseudel. Dlh dt» Dtlltslhen! Htil de« Tschtchrn; Die jtlN('ltschechischc S^iat bcciinnt üppig in die H.ilmc zu schießen. Fort und fort kommen seit dcui Ucbcrfall in Anlonicnthal die Berichte iilcr ncuc Gewaltthaten rol)rr und aufgereizter Tschechen gec^en die Deutschen. Das jiin^^ste Bndcn-ftück wurde l)ei Wiscbctu in der Nahe Brünns vcrül.'t; es belvcist, dass die Tschechen ihr Wegelcic-zererthnm l^ereilS luit Metbode ausgestattet hcilien, denn sie lanern den Deutschen förmlich auf und iiden an ihnen Erprefsuuc;. Die Nachricht über die Wischaner „Heldenthat" der Tschechen lantct folgendermaßen : Eine deutsche Gesellschaft kam auf eiuem Alit'flu^^e zu Wagen durch Pustomer. Ä!it Säbeln uud Kuitteln i'e-wafsnete Burschen fielen den Pferden in die Ziigel, so dciss die einzelnen Gefährte Mn Stehen gebracht wurden. Dabei schrieen die heldischen Enkel der Hussiteu den Insasscn der Wagcn zu: „Hier wird nicht weitergefahrei,! Wenn ihr ilicht anhaltet, schlagen lvir euch todt!" Die Wagen mussteu auf der durch Pustoiner ftihrenden Straße ganz langsam fahren und die tschechischen Strolche verlangten schreiend von den Deutschen, sie sollten rufen: „s^luch den Deutschen! Hcil den Tschechen!" Wenn sie es nicht thäten, sagten die Tschechen, würden ihnen die Schädel gespalten werden. Und zur Bekräftigung ihrer Drohung schlugen die Wegelagerer auf die Deutschen mit Knütteln und Säbeln los. Auch die Pferde der Wagcn wurden von dem Gesindel misshandelt. Die Ueber-fallenen, unter denen sich auch Frauen und Kinder befanden, geriethen angesichts der wüthenden Menge, die beständig wuchs, in nicht geringe Erregung und die Frauen und Kinder ins« besolidere ängstigten sich aufdaS heftigste. Mehrere Deutsche wurden verwllndet. Die Gendarmerie verhaftete sechs tschechische Biuschen. Die Reihe der jüngsten tschechischen Angriffe auf die Deutschen offenbart die Ziele der vom jungtschechischen Geiste beseelten Gesellen. Gleichwie die Anarchisten in Paris, so wollen die jungtschechischen Wegelagerer mit dem Schrecken wirken. Allüberall, wo Deutsche in geringer Anzahl getroffen werden, soll ihnen mit dem Knüttel die Achtung vor dem tschechischen Volke abgedrungen nierden. Die Veranstalter dieser Ueberfälle n?ollen der ganzen Welt die heftige Erregung der großen Masse ihrer Volksgenossen infolge der gegen sie geübten „Unterdrückung" beweisen. Sie hoffen damit wahrscheinlich, einen starken Druck auf gewisse, den jnngtschechischen Wünschen abholde Kreise auszuüben. Ob die rohen Werkzeuge ihrer Straßengraben- uitd Wegelagerer'Politik einige Monate hinter Schlvss und Riegel sitzen, ist diesen „Politikern" ja völlig glcichgiltig. Den Deutschen al?er kciun und darf es nie uud nimtner gleichgillig seiii, dass planmamg vcnuchte Bllbenstiicke gegen Deutsche velül.^t lvert'en, sie dürfen nicht mit muth über diese !!^^o?-fälle hiinveggcben, sondern müssen verlangen, dass die Regierung nut rücksichtsloser Energie gegen derartige Ausschreilzlugen Stellung nehme und dem ge:valt-thätigen Treiben unverzüglich ein Ende mache. Angesichts dieser tschechischen Heldentl)aten mnss man sich die Frage vorlegen, wieso es geschehen kann, dass der nnablassigen Anfreiznng der un^'zebildetcn Schichten des tschechischen Volkes in Wort nnd Schrift kein Damm gcsct;t wird. Iungtschechische Abgeordnete ergiengen lmd ergehen sich zltlveilen in Allsdrückcn gegen die Deutschen, die nnr zu sehr geeignet sind, Haks nnd Erbitterung zu erzeugen, in jnngtschechischen Blättern wird uuablässig der .^iampf bis aufs Messer gegen alles Deutsche gepredigt — unbewegt aber sehen dicjenigett, die solchetn Beginnen ein sel'ien sollten, dem gefährlichen .s^andwerk zu. Wer wollte sich also füglich wundern, weuu schließlich der langgeschürke Hass iu abscheulichen Thaieu sich äußert? Den Aufwieglern mnss der Atnnd gestopft, sie inüssen unschädlich gemacht werden. Diesen Veuten kaun ja doch uumi)glich das Vorrecht eingeräuint sein, aller Scl)rankcn spotten zu dürfeu. indess die Deutschuationalen, die keine Gewalt^" thatcn sinne«, bei jeder Gelegenheit an die Segnungen einer freiheitlichen Gesetzgebung erinnert werden. Oder sollte es wirklich bereits dahin gekominen sein, dass der Salz, die Deutschen der Ostmark seien der Eulturdüuger dieses Reiches, Aufnahme in das politische Wörterbuch der Staatsmänner gefilnden hätte?! -K Ein Nachfolger Prazats. Als Baron Prazak, der Liebling der Alttschecken, ans dem Eabinete schied, wie frohlockten da die liberalen Blätter! Wer ihren Worten glaubten schenkte, musste die Ueberzeugung gewinnen, dass etwas geschehen sei, wert, mit Siegesfanfaren begrüßt zu werden. Ein gefährlicher Gegner der Deutschen wäre durch die Kueuburg-Plenerische Politik beseitigt, tönten die Posaimen des Freisinns. Sie scheinen sich aber wieder eintnal gründlich getäuscht zu haben, denn von offiziöser Seite wird gemeldet, dass in den StaatSvoranschlag für 18W die Bezüge des tschechischen ^^^andSmannministers eingestellt worden seien. Eine nctte Bescherung! Was werden nun die „siegreichen" Herren zu ihrer eigenen Beruhigung vorbringen? Wie werden sie den Wählern den kommenden Landsmannminister der Tschechen empfehlen? — Wir gestehen es gerne. das^:? nns die Verlegcnl)eit der ^^'iberalen, die ncsi vor „C'ifol.-'.en" nicht inehr zu lass.'u wussten, eiuigcn Spass uiacht, cdwohl wir dcnt neuen ljchechischen Vandslnaunmini'ter, er se, ciuch, wer er sei, nichts iveniger als ^ujnt'eln ivcrden. ^-^'ir cnipfiuden alich durä'ans keine «^'«enngrdttung dariiber, da'-'^ unsere scuier-zcit an die Adresse t'cr Vereinigten ^v^iuken gcrici^tete W.irnung de'^üglich einer nngtsckcchen aber stattfinden musste, ivenu eui neuer tschechischer ',.^andS-uiannminister ins CaVinet vernfcn würde, kann gar nicht be'^weifelt werden, da nur ein A/ann, der den Iitngtschechen genebnt ist, mit der W.il)rnng der tschechischen ^''^nleressen betraut wi'irde. Von dieseni l^esi.btsvnnktc aus betrachtet — und die Deulschnationalen liaben nie einen anderen scl^abt — stellt sich also der 'liücttrilt des Barons Prazak als ein Sieg der Inngtschechen dar nnd dieser „Erfolg'^ der Vereinigten 'v'inken verkeln't sich ins Gegentl)eil. Der internationale Getreide und Taatenmarkt in Wien. Ain vergangenen Montag fand in Wien die Eröffnung des zwan'^iiisteil internationalen Saatenmarktes statt. Dieses Ereignis entbehrt der politischen Vedentnng nicht, da ev aufs Neue die uttgeheuere Ä^acht des spekulierenden ausbetttenden Indenthums darthltt. Als der unl^eimtichc Gast aus Asien, die Würgcriu Eholera, auch iu Hamburg utit erschreckeuder Stärke auftrat, wttrde iu Wieu die Absicht laut, deu Saaten-markt iu diesem Jabre im Hinblicke auf die drohende (Gefahr nicht abzlthalten. Wie eifrig und erbost bekätnpfien die jüdischfreisinnigen Tagesblätter Wiens, diese Anwälte des iitter-nationalen IltdetUhums. die gute Absicht! Tausend Grimde wttrden für die Eröffnung des Saatenniarktes angemhrt, eitler natiirlich sowenig stichhältig als der andere. Die wahre Ursache der nervösen Befücwortnng wurde von den „Welt-blättern" wohlweislich verschwiegeit, denn sie heißt Furcht vor Gewinustentgmtg. Wir habeu vor nicht langer Zeit einen Aufsal; veröffentlicht, in dem nachgewiesen, und zwar nnwider-leglich nachgewiesen wird, dass die Getreidepreise nicht von der Gilte und Ausgiebigkeit der Eruteu, uicht vou Angebot und Nachfrage, sondern von den gewinngierigen jüdischen Getreidehändlern geschaffen werden. Fürwahr, Israel ist eine Großmacht; sein Witte ist bereits trot; tinseres Sträubetis unser Wille geworden. Ein nationaler Abqeordneter vor seinen Wählern. Wie so ganz anders als die Mitglieder der Vereinigten Linken, die nationalen Volksboten unseres Abgeordnetenhauses die gegenwärtige Lage anffassen, das erhellt wieder klar aus den Rechenschaftsberichten, die Dr. v. Kraus, der Abgeordnete von Hartberg und Gleisdorf, in den jüngsten Tagen vor seinen Wählern erstattete. Dr. von Kraus wiegt sich nicht in Nachdruck verboten. Au hässlich. Eine einfache Geschichte von B. Riedel--Ahrens. (Z. Aortsetzung.) Hatte Gerhard sich nicht äußerst theilnehmend gezeigt, und war es jetzt nicht beinahe so, als presste sein Arin den ihren fester an sich? Gerhard schwieg — sie wartete in athem-loser Spannung, — suchte er nach passenden Worten für den bedeutungsvollsten Augenblick seines Lebens? War nicht Doctor Storm gerade der Mann, der, über vergängliche Aenßerlichkeiten hinwegsehend, die Schönheit der Seele vor allem hochschätzte, umso mehr, da sich heute wieder gezeigt, wie sehr er in seinen Anschauungen über Welt llnd Leben mit seiner einstigen Gespielin harmonierte? — O Gott! Wenn nach all den schweren Tagen endlosen Leidens ein solcher Lichtstrahl in ibr armes Dasein fallen sollte, wie hingebend und selbstvergeffen wollte sie dem hochverehrten Manne ihr ganzes Leben weihen! Sie betraten die herrliche Lindenallee, deren gigantische Kronen sich laubenartig in einander wölbten, zu beiden Seiten des Weges lagen regungslos in dem verschwiegenen Mondlicht die Villen der Reichen. Gerhard sprach von dem geheimnisvollen Zauber der Frühlingsnacht, wie viel wohler er sich hier draußeu fühle, als in dem Trubel der heißen Gesettschaftsränme. bis sie endlich die Gartenpforte des kleinen Hanses erreicht hatten. Dem jungen Mädchen versagte vor innerer Bewegung fast die Sprache, als er ihr die Hand zum Abschiede bot, in seinem Innern tauchte keine Ahnung der stürmischen Empfindungen des jungen Mädchens auf, nie war ihm, den alles Unschöne abstieß und verletzte, der Gedanke einer innigeren Verbindung mit Marie Gußmann gekommen, obgleich er sie ihrer guten Eigenschaften und einnehmenden Liebenswürdigkeit wegen unendlich viel höher schätzte, als ihre eingebildeten ilnd oberflächlichen Gefährtinnen. „Gute Nacht, Marie, grüßen Sie die Ihren, ich werde mir die Freiheit nehmen, an einem der nächsten Tage bei Ihnen vorzusprechen." „Es wird uns sehr freuen!" Er öffnete ihr noch die Pforte und trat dann rasch den Rückweg an; Marie blieb stehen und sah ihm sinnend nach, bis seine schlanke Gestalt in der dämmerigen Nacht ver-schwullden war. „Er achtet inich und weilt gerne in meiner Gesellschaft, das ist alles, ich bin eben zu hässlich. Erna wird doch siegen und mir bleibt nichts, als meinen Weg einsam und entsagend durchs Leben zu gehen! Wäre ich doch todt, da hätte alles ein Ende." Am folgenden Nachmittag saß Marie, über ihre Arbeit gebeugt, am offenen Fenster, als auf dem Kiesweg Schritte hörbar wurdeu. — lAerhard! Trieb es ihn, so schnell sein Wort zu halten? Er hatte ein paar Rosen für sie mitgebracht, für Lore eine Schachtel voll Eonfect, und so freundlich war er, dass selbst die immer verdrießlich nörgelnde Frau Gußmann ansthaute und den juugeu Doctor auf den Biittwoch zum Abendbrod in der kleinen Fliederlaube des hübschen Gärtchens einlud. Zu Mariens heimlicher Freude sagte Gerhard, der sich im Kreise der alten Bekannten zuhause fühlle, zu, da er es nicht über sich vermocht hätte, Fran Gußmann, die nm ihrer gedrückten Lage willen besondere Rücksicht verdiente, durch eine Weigerttng zu kränken. ,.Er kommt", dachte Marie, als sie am Mittwocliabelld den Tisch in der Fliederlanbe, die hart am Stacket auf einer winzigen Anhöhe vor den von Tauselidschön mnblühten Beeten lag, deckte, „vielleicht lernt er mich ilnmer besser schätzen und mein Aeußeres tritt dadurch mehr in den Hintergrund. O, wie schön ist doch das Leben, so lange nns noch eine große, selige Hoffnung lächelt, die unsere ganze schöne Zukuuft so goldig verklärt!" Die Abendsonnenstrahlen zitterten pnrpilrfarben durch das Blätterwerk, es war wirklich eine unvergesstiche Stunde holder Poesie. Frau Gußmann hatte die Spitzeithaube tnit dein grünen Bande atlfgesetzt; das schwarzseidene Kleid itmschloss schlicht und stramm die rundliche Figur, ihr rothes Gesicht strahlte vor Vergnügen; die Marie hatte nach ihrer Meinung immer so etwas apartes gehabt, — wer konnte wiffen, wie dem Kiltde noch das Gliick blühte!--- Der Abend vergieng im Fluge, — Gerhard hatte einen neuen Roman mitgebracht, dessen erste Capitel er vorlas; sie tauschten Mnthinaßungen über die weitere Entwickluug desselben aus und Gerhard versprach, in der nächsten Woche wieder zn kominen,um von Marie zn erfahren, wesien Schlussfolgerungen die richtigen gewesen. „Die meisten Romane pflegen mit einer glücklichen Heirat zu endigen", meinte er lächelnd, — „im wirklichen Leben aber beginnt der eigentliche Roman des ^.v^enschen erst mit der Ehe." „Aber es lässt uns unbefriedigt, ^veun sie durch die Trennung für iinmer unglücklich geworden sitld", entgegnete Marie erröthend. „Nicht immer bringt die Heirat das erträumte Glück", äußerte Gerhard vielsagend, „der ernst denkeitde Mensch weis^ es auch auf anderem Wege zu siitden!" Marie erwiderte verwirrt, dass nach il^rer Meinung das höchste Glück in der Vereinigung zweier Mettschen liege, die einallder von ganzer Sccle lieb hätten, als sie plötzlich ein Seilt L Marburger ZeiNmq Nr. 70, 1. September 1892 der trüt^erischcn Hoffnung, dass die Dcutschen von der Zukunft nichts ^n befürchten bätten, er ist im Gegentheile der Meinilnq, dass die slovenische Hochflut noch keineswegs qe-staut sei, we-Sbcilb ein Zusciunuenfassen der deutschen Kräfte nethw'.'ndig sei, um dem erneuten Ansturm erfolgreich l?c' ge^ucn .^u können. Da Adgcortneter von Kraus vi^le Jahre Hinduich Mclegenbeit tiatte, das Treiben der ^'iberalen sowohl im Parlament, als auch aliszerkald dcssclt'cn.zu beobachten, so ist cs Wcifellos, dass er nur die thatsächlich nationalen Kräfte im AUi',e hat, wenn er die Eintracht fordert. — Wenn man die Reden des Äl^'^zcordneten v. skraus vor seiner Wählerschaft mit dem Rcchenschast-dericht Pleners in Eger vergleicht, dann erkennt man — und das ist sehr lehrreich — was Parteipolitik kreiden heiszt und N'as nationale. Plener entioickelte vom Katheder des ^.^itieralisuius herab seine Gedanken : sie sind von freisinnigcni Geiste ^etra.^en, die eigene Partei ist ihni das wertvollste, ihre s0izenannten „Erfolge" werden d(r Welt nut li)nenden 2'^^ortcn veikiindet. Der Ab^ geordnete v. >traus, hinter dem t^ine parlainentarische Partei, ivohl ader gut national gesinnte ^^cäiincr stchen, spricht mit gewichtigem Ernst von der drohenden l^efadr und malmt !;ur Abivehr. Jener — ein Anlvalt uner Partei — dieser ein An-lvalt des il>oltes. Politischer Sattguinismus. Ueder die in ^-rankieich herrschende Stimmung und iiber die Wellstellung dieses Nciches hat sieb Minister Ridot im (Äcneralrathe des Devartcnients Pas lie vor kur.zer Zeit seln' optimisti ch gcä.ißert Wenn wir seinen Worten Glaudcn schenken di'ilfen, sind gegenwärtig alle Parteien ini Streiken nach der Erhaltung der Republik eii'ig. Die fran.^i?stschc Diploniatie, gcstill',t ans ein tapferes He^r, spiele wieder eine Rolle, nnd cs erübrige nnr noch, die .zur Kräftigung des Landes netbwendigen Reformen zu Ende zu führen. Freinkreicb, das sich die Achtnng der ^-^auzen Welt errungen habe, ki)nne der Znknnft mit Ruhe entgegensehen. So Herr Ridot. Von dem das Vand immer melir nnterwüblenten Anarchismus, von der Uu'>nverlässigkeit der Richter aus dem Volke, von der wachsenden Beherischuiig des Reites dnrch das jildische Capital, von der anwidernden Sittcnlosigkeit der Pariser Gesellschaft, von der erbärmlichen '^Liebedienerei der !^)i.'publik gegenüber ihrem absolntistischen Bnndesgcnossen hat Herr Ribot nach den vorliegenden Berichten allerdings nicht gesprochen. Französische Liebe. Wie der „?!erdd. allg. Zeitung" c^us Paris genielc^et wird, sind an der französiscl'-belgischen Grenze nationale Zerwürfnisse zwischen den Arbeiterbevölkernngcn beider Staaten ansgebrochen. Es ist dabei zu bedauerlichen Ausschreitnngen, sogar zu Raub.zügen über die l.^renz«: gekommen, die der Gendarmerie vollauf zu thun geben. Ueber die letzten Ursachen dieser Vorfälle liegen noch keine bestimmten Nachrichten vor, doch werden wir kaum fehlgeben, wenn wir den Grnnd der in Frankreich gegen Belgien herrschenden Acissstimmung darin suchen, dass sich die „Zrk^näö vation" noch immer nicht i'lber die nentrale Stellung Belgiens im Kriegsjahre l87() beruhigen kann. Tagesneuigkeiten. (Regelung der Valuta.) Der österreichische und der ungarische s^inanMinister werden voraussichtlich in der eisten Hälfte des Monates Septeinber neuerlich in Wien .zusaiinnentreffen, um das genieinsaiue Vorgehen für den diesjährigen Herbst uud Winter zu besprecheu. Zunächst handelt es sich nin die Feststellung derj 'nigeu gesetzlichen Maiznahmen, durch welche die Einziehung der Münzeu österreichischer Währung erfolgen soll, smoeit eine solche geplant ist. Es wird demnach eine Gesetzvorlage ausgearbeitet werden, diirch welche die Silbereonrant-Münzen zn 2 fl. und V» si- einberufen iverden; diese Vorla^^e wird den beiden Parlainenten voraussichtlich in der Herbstsession zugehen, ^eruer lveiden die Minister sich über die allinähliche Einziehung der bisherigen Silber- uiid Kupfer-Scheidemünzen zu einigen haben nnd die Grundzüge der diesfalls zu erlafseiiden Verordnilng eigmtbümlich forschender Blick des jungen Mannes traf, der ibre Verivirrnnq noch vergri?sterte; er wnrde einsilbig m^d verabschiedete sich bald darauf mit bemerkbarer ZnrückhaltiMg. Anf dem Heiimveg durch die eiiisalne i^'indenallee nahln Gerhard sich vor. von jetzt an die Besnche in dem kleinen Hause zu uuterlassen. um in V!arien nicht Hoffnungen auf Erividerung ibrer tieferen Neiguug fiir ihn zu eriveeken, deren Vorhandensein er hente aus ihrem Benehinen gespürt hatte; er fühlte sich durchails nicht schuldig und dachte rechtschaffeu qenng, der erst eben im Entstehen begriffenen Liebe dnrch das Aufgeben des Verkehrs mit Marie jede iveitere Nahrung zu nehmen. Gerbard beschloss darauf, den Umgaiig mit der^-amilie Lllidner, die sich so änsterst entgegenkoininend zeigte, meln' zn pflegen, iveniger uin Ernas, als vielmehr nm einer jungen Consine ii.'illen, eiuein auffallend hübschen, briinetten Mädchen, welches sich seit einigen Tagen ,znin Besuch bei Directors auf-bielk und schon beim eisten Zusauunentreffen einen tieferen Eindriiek aiif sein Heiz geinacl^t batte. Der Soinmer vergieng der Fainilie Gusjinaim unter dem Ausbleibe!' Gerhards in recht gedrückter Stiinmiing. vergebens sann und grübelte Marie, was ivobl die Ursache seines FortbleibenS sein köiine, bis sie an einem Spätiiachmittage, zur Zeit, als schon die herbstlich gefärbten Blätter von den Vindenbäuinen fielen, auf ihrem Wege znr Stadt einem offenen Wagen begegnete, in welchein Frau Linduer und Eriia,soivie Gerhard niid Alnia Wendt, die hübsche uiid noch junge Verwandte, saften. Marie zuckte ziisaminen, — sie ivollte sich, nin nicht gesehen zu werden, hinter einem der dicken Stälnnie verbergeii, aber Gerhard hatte sie doch bemerkt iind grünte ehrfurchtsvoll. Erna nickte kül)l und verzog den Mimd zu spi^ttischein ^^ächeln; A^arie griff init derHaiid nach dein wildpochenden Herzen — feststellen. Die Einziehung dieser Münzen setzt selbstverständlich das Vorhandensein der entsprechenden Menge von Umlaufsmitteln der Kronenwährung voraus, und die betreffenden Verordnungen iverden daher kaiUll vor dem nächsten Jahr in Kraft treten. Das Gcse^ über die Einziehung der Staats-uoteu zu 1 fl. wird voraussichtlich erst im Laufe des Winters oder im nächsten ^^rühjahre eingebracht »Verden. Die Minister iverden bei der bevolstehenden Eonferenz auch die Grundzüge der init der Oesterreichisch-llngarischen Bank zu treffenden Vereinbarungen in Berathung ziehen. Die Berbandlungen init der Bank sollen nämlich iin Herbste wieder aufgenommen werden, und inan hofft, mit der ^^eitung des Noten-Institutes zu einer vollständigen Verständigung zu (gelangen. (Ein Beitrag zur Pressfreiheit in Oesterreich.) Nicht weniger als vierinal innerhalb zehn Tagen ist die in Reichenberg erscheineiide „Deutsche Volkszeitung", das eiiizic^e deutschnationale Tagblatt in Böhlnen, dein „objectioen Verfahren" zuin Opfer gefallen und mit Beschlag belegt worden. Das eine Mal erfolgte die B^schlagnahnte wegeu eines Leitaufsatzes, der nntcr dem Titel „Schivarz Gelb" das ' Verhältuis der nationalen Idee ziir liberal-centralistischcn Staats-Idee besprach, erst nachträglich, jedenfalls infolge eines von hi.cherer Seite ergangenen Anftiages; ein ziveites Mal ivurde das Blatt wegen einer allerdings scharfen Beleuchtung des tschechcnfreniidlichen Verhaltens des Neichenberger Bezirks-hanptmanlies, ein drittes Mal ivegen eines der „Deiitschen Wacht" in Dresden entiioinmenen Aufsatzes „Die Bescheidenheit der Dentschen in Oesterreich" confiscicrt. Auch der nächste Tag brachte dein Blatte, das infolge seiner ftrannnen, deutschnationalen Haltung den leitenden Kreisen ein Dorn im Ange ist, eine Beschlagnahme, iveil es anknüpfend an den tschechischen Uebersiill in Jglau voil der Regierung energische Maßregeln zur Abivehr des Ueberinuthes der tschechischen Laiidesbrüder, wie beispielsiveise daS Verbot tschechischer Agitations-Aiisflüge in deiitschesGebiet, die Aufli)sltng des junztschechischen Studeuten-Helzvereines u. s. iv. verlangt; die deutschen Ab- geordneten .zur Verfolgung einer entschiedenen nationalen Politik Uiid das deutsche Volk M Aufraffung aus nationaler Gleickgiltigkeit aufgefordert liatte. Die mit aller Schärfe gegen die Reicheuberger „Deutsche Volkszeitung" in Anweiidung gebrachte Eonsiscationslnetl)0de erscheint ninso inerkwürdiger, wenn inan bedenkt, dass die Vereinigte „deutsche" Linke sich -- Gott weist ivelch' großer, für die Deutschen errungener Erfolge rühint, und den Deutschen ihre Lage als eine günstige und hoffnnngsvolle vormalt. Die deutschnationalen Blätter in Oesterreich haben wahrlich einen schweren Standpunkt; die nationalen Bestrebungen der Dcutschen werden überall trDj^ oder richtiger gerade ivegen des Einflusses der Vereinigten Liliken uutcrdrlickt. (Juteruati onale Hengsten schau in Wien In der letzten Zeit siud an das k. k. Ackerbau-Ministerium zahlreiche Anfragen ivegen Beschickung dieser in der Zeit v0tn !5^. bis 18. October d. I. iln k. k. Prater stattsindenden internatio.'.alcn Hengsteiischan gerichtet worden und wird, mit Rücksicht hierauf, auflnerksain gemacht, dass Aninelduugen nnr an die VI. Stetion für Pferdezucht der k. k. Landivirtschafts-Gesellschaft in Wieil, I., Herrengasse l3 zu richten sind, inelche Eorporation die gesammte Dnrch-führuug der Hengstenschau übernoininen bat. Die Betheiligung aus dein Auslande wird in diesem Jakjre besonders stark sein. Die Vl. Section hat ilN Iuterresse der Aussteller die benachbarten Staaten von dieser Heiigstcnschau eingehend in Keniltnis gesetzt uiid dieselben unrer Hinweis auf das voraussichtlich zur Ausstellung gelangende VNateriale eingeladen, den allfällig sich ergebenden Bedarf an Hengsten Hierselbst anziikanfen. Ä>kit der Hengstenschau ivird eine Vorführuug von verkäuflichen Luxuspferden nach Maßgabe des noch ver-fiigbaren Raumes zum Zivecke der Btschaffuug des Bedarfes an solchen Pferden verbunden sein. (Der K oin m a bacil lus uud die „Quasselstrippe.") Der Berliner Volksmund nennt den geheiinnis-vollen Draht, der das Fernsprechen vermittelt, bekanntlich „O.nasiclstrippe". Er entkleidet ihn so alles Wlnlderbaren und führt seine Bestiiuinung dein allgeineincn Verständnis eine naiueulose Verzweiflung hatte sie gepackt und raubte ihr fast die Besinnung. Er saß neben ihr, an der Seite dieses herzlosen Mädchens, bliiidlingS taumelte er also seinem trostlosen Schicksale zu, — uud sie durfte ihn nicht eiuinal warnen! Wie iin Trauin durchirrte sie die Straßen, hundert ividersprcchende Gedanken durchkreuzten ihren brennenden Kepf. ob sie an Gerbard schreiben, ihn fragen solle, ob er sich beleidigt fühle, — nnr um dieses furchtbare Schweigen zu brechen. Aber nein, cs war ein Aufdrängen, vor dem sie zurückschreckte. Auf dein Rückivege war es fast dunkel geivorden, ein sturmartiger Wind halte sich erhoben nnd zerrte an ihren .Kleidern, — Akarie spiirte cs kaum, sie einpfaud uichts, als in der Seele den ertödtendcn Schinerz, ihn für ilniner verloren zn haben, nin Ernas willen. Schon an der Gartenpfoite kain ihr Lo^ e init der Nachricht entgegen, dass die Maina, pli.in der ivciucnden näher. Die blasse Cholerafurcht umgibt ihn aber wieder m't allen geheimnisvollen Schrecken, macht die harmlose „Quasselstrippe" zu einenl gespannten Di ahlseil für den entsetzlichen Kommabacillus. Jetzt haben überängstliche Leute in Berlin allen Ernstes den Börsenwitz, dass „amtlicherseits telephonische Gespräche nach Hainburg wegen drohender Ansteckung verboten seien", als Wahrheit colportiert und sich auf den Fern-sprechäintern erktlndigt, ob „wirklich etwas Wahres an diesem Gerüchte sei!" Der elektrisch beförderte Bacillus, das ist im Ernst der Eholerazeit noch wenigstens etlvas Lustiges und ein Beiveis, dass die echten braven Schildbürger nicht auss sterben. (Ein verhängnisvoller Schuß.) In Rad (Szabolcser Eomitat, Üngarii) hat sich ein beklagenswerter Vorfall zugetragen, l^in toller Hund trieb dort sein Univesen. Der Gutsbesitzer Adolf Böhin schoß auf das Thier, traf es aber uicht; er gab noch einen Schuß ab und hatte das Un-gliick, eine Frail, welche mit ihren drei Kindern auf die Straße hiuailsgetrcten ivar, um nach der Ursache des Schießens zu sehen, zu treffen. Einein Säilgling, den die Frau auf dem Ariue hielt, drangen die Schrotkörner iiiS Gehirn, so dass das arine Wiirinchen auf der Stelle starb, die beiden anderen Kinder ivurden schlver verletzt und auch die Mutter trug, tvie erwähnt, Verletzungen davon. (Sturz aus dein Fenste r.) Der siebenjährige Sohn des Redacteius Schumann in Dresden ist kürzlich nachts im s^laftrunkenen Zustande an das Fenster gelaufen und ehe es jeinand verhiildern konnte, kopfüt'er in den Hof t)inabgesti'lrzt. Der 5tnabe, welcher schon seit längerer Zeit an schrcckl)aften Träumen gelitteu hat, starb ain nächsten Tage an den erlittenen Verletzungen. Dieser traurige Fall möge Eltern zur Warnung dienen, von ihren Kleinen alles ferne-zuhalten, ivvdnrch deren Phantasie erregt »Verden ki)nnte. ((5ine Massen-Vergiftung) ist dieser Tage in der Geiueiude Moorseele-lez-Menin (Arrondissement Eourtrai) durch Geuuss von Fleisch entstände», das, wie angenoinmen ivird, nicht von einein lebend geschlachteten, sondern ain Milzbrand verendeten Kalb herrührt. Ein Metzger soll das Thier fiir 11 Franken von einem Landivirt erstanden und dann mit einem anderen Metzger znin Verkauf getheilt haben. Der Landivirt ivurde ivährend des Gottesdienstes in der Kirche zu Mcnin verhaftet, gegen Erlegung von 5(X)l) Franken jedoch vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Zahl der infolge des Fleischgenusses schiver erkrankten Personen beträgt lnehr als siebzig. Die ersten Zeichen der Vergiftung bestanden in Krämpfen und Erbrechen. Zuerst starb eiu 42jähriger Falnilienoater, dann folgten weitere Todesfälle, während an 40 der Vergifteten gefährlich krank sind. (Italienische Banditen.) Der Brigantaggio in Sizilien nnd in der Provinz Roin nimlnt iinmer bedrohlichere Forinen an. In Sizilien ist dieser Tage der reiche Gutsherr, Baron Spitalieri abgefangen und nur gegen bare Erlegung von Lire Li.ssegeld durch die Baronesse Eiancio wieder freigelassen ivorden. Die Baronesse, die den Banditen nicht mehr Geld zu geben verinochte, ivurde mit nach ihrem Hals gezückten Dolchen bedroht und auf jede Weise miss' handelt; so riss i"rn der Dame aiich eiuen Theil der Haare aus. Merkwürdig ist, dass die säiumtlichen Banditen gut gekleidet wareu, ziiin Theil in Sammet! Bewaffnet waren sie init Betterli-Geivehren, Revolvern nnd Dolchen. — Auch in der Provinz Roin niinmt Dank der Ulffähigkeit der Gendarmerie-Leitung und dein fast gänzlichen Mangel von Carabinieri in den bedrohten liegenden der Brigantaggio wieder zu. Das Abfangen der Postivagen wird immer häufiger, da nnd dort werden Gutsbesitzer, die den Banditen nicht Tribut entrichten, grausain ennordet und es ist thatsächlich so weit gekoinmen, dass die Leute, wenige Stunden vor den Thoren Roms, ihr Städtchen cder Dorf nur beivaffnet zu verlassen »vagen! Wann dieser traurige Zustand aufhören wird, weiß Gott. Die Bevölkerung selbst hat sich bereits so daran gewöhnt, dass sie — und ivir übertreiben nicht iln Geringsten! — weit mehr Scheu und Respcct vor den Banditen, als vor deu paar Gendcirmcn empfindet. Ein erbaulicher Zustand ! Lore begleitet, an einem dunkeln Octobertage dein Sarge der Aiiitter zur letzten Fahrt nach dein Friedhofe. Am selben Abend, als sie vor Weh erstarrt in dem dunkclnden. vereinsamten Zilniner saß, ließ sich ein leises Klopfen vernehmen nnd Gerhard trat ein. Erschüttert reichte er Marien die Hand, sein spätes Koinmeu entschuldigend, da er mehrere Tage verreist gewesen. Ein Schliichzen rang sich alts ihrer Brust — sectlitden-l^ng hielt er stnnun ihre Haiid uinschlossen, tiefes Mitleid bemächtigte sich seiner. Arme Marie, sie war so unglücklich, und er — tief iin Herzen so Uberselig! — Seit heute nannte er Alma Weiidt seine Braut, nachdein ihre Eltern, die auf einem Gute bei Nierudorf wohnten, ihm bereitwillig die Halld ihrer Tochter zugesagt hatten. Heute war Gerhard nicht imstande, der tief Gebeugten von seinem Glücke zu erzählen, aber inorgen sollte es in schonendster Weise geschehen, — dainit sie niclst zuerst die Verlobung ails der Zeitung erfahre.-- Uiu dieselbe Stunde ain folgenden Tage staiid Gerhard iviedcr vor ihr, als Marie eben ini Begriffe ivar, die Lampe anzuzütlden. „Liebe A!arie", begann er init verschleierter Stilnine, ..da ich weiß, dass Sie an ineinein Glücke theiliiehinen, ivie ich an Ihrem herben Verliist, — so will ich Ihnen heute mit-theileii, dass ich ... . dass ich — niich verlobt habe." Sie setzte die Laiiipenkilppel, ivelche der zitternden Hand zn entgleiten drolste, auf deu Tisch — ein ivahres Glück, dass es uoch dunkel war, denn Gerhard hätte sonst geiviss gesehen, dass ihre Ziige sich init fahler Blässe überzogen und die Lippen, welche das frische Roth verloren hatten, krainpf-haft zuckten. (?chlilss folgt.) Nr. 70, 1. September 1892 Marburger Zeitung (Feinde der Eisenbahn.) Jiingst wurde in der Gegend von Petrozseny die Lupeny Pelnllaer Montanbahn eröffnet, die aber dcn dortigen Walachcn gar nicht gefällt, da sie fürchten, die Bahn werde ihren Erwkrb beeinträchtigtn. Sie drohten schon seit ^^^angem, dort diirfe keine „Tcnfels-maschine" fahren, sie wiirdcn sie zerstören. Bei lLiröffnung der Bahn wollten sie diese Drohung ausführen und dcgannen einen Kampf mit den Bergleuten, die sich ihnen cntget^en-stellten. Wie dem „B. Hirl." berichtet wird, wurden einige Menschen getödtet und viele verwundet. Als der erste Zug in Lupeny eintraf, ließ man Niemanden aussteigen, da der Kampf noch andaucrte; auch das Stationsgebäude wurde beschädigt. In Petro^^seny hatte die Montandirection ebenfalls viele llnannehmlichkeiten mit den Walachen und sie requirierte endlich militärischen Schu^. (Heilige Einfalt!) Ein Ballon der Berliner Luftscbiffer Abtheilung hcit dieser Tage in der Provinz Posen große Angst und Aufregung hervorgerufen. Am 1^. August wurden die Bewol)ner der Di?rfer Przedborow und Chlewo im Kreise Schildberg in nicht geringen Schrecken dadurch verseht, dass ein Ballon iu der Nähe landete. Die auf dem Felde beschästigtcn ^^cute sahen plöt'^lich ein schreckliches Ungeheuer durch die ^?uft fliegcn. Einige fielen sofort auf die Knie nieder und beteten; andere liefen mit dem Geschrei: „Die Cholera kommt, die Cholera kommt!" nach Hause. Dass die Furcht und Angst der Leute groß war, lasst sich auch noch darcins schließen, dass es der Bemannung des Ballons schwer wurde, Hilfe zur Verladung des Ballons zu erhalten. In anderen Ortschaften, die der Ballon auf seinem Fluge berührte, cr,zählte man, es sei „ein Mann mit einer Sense" am Himmel erschienen. (Einen Todessprnng) vom Braniker Fclsen herab unternahm, wie aus Prag gemeldet wird, am Dienstag ein Heizer der Smichower Spiritnsfabrik. Im Sonntagskleide, mit blutrother Halsschleife und Calabrescr be^^ab er sicl) auf die höchste Spi^^e des Felsens, ricf von oben unter .Hut-schwenken ein dreimaliges stürzte sich kopfüber herab uud blieb anf einem Felsvorsprunge liegen. Mehrere Arbeiter schafften sofort Leitern zur Stclle und stiegen zu dem Felsvorsprunge auf. Der Kopf des S^lbstmi^rders war bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, die Glieder zerschinettcrt. Die Leiche wurde herabgetragen und in die näcl)stc Todten-kapelle geschafft. Der Beweggrund der That ist unbekannt, doch erzählt man, dass der Scll'stmörder, wiewohl verheiratet, eine ticfe Neigung zu einenl Mädchen fasste. Auch soll er mit seiner Frau in I)äufigcm Zwiespalt gewesen sein. (Wie schwer ist der Eiffelthurm?) Offenbar der ganz unuatürlichen Hi^e muss mau es zuschreiben, dass der „Figaro" seinen Vesern folgende Berechnnng liefert: „Haben Sie sich einmal gefra^^t, welches Gewicht der Eiffel-thnrm wohl haben kann? Dieser eiserne Koloß wiegt — ohne die anf ungefähr 40 Tonnen geschätzte Malerei initzu' rechnen — beinahe sieben Millionen Kilo. Das sieht doch viel aus und ist in der That eigentlich nur sehr wenig. Sieben Millionen Kilo, das ist kaum viermal so viel, als das Gewicht der Luft, welche in der Maschinenhalle cinge> schlössen ist. So cigcnthümlich eS klingen mag, „wiegt" der Eiffelthurm eigentlich weniger als sein Erbauer und das aus folgenden Gründen. Troj; seiner kolossalen Dimensionen übt der Thurm infolge seiner großen Basis nnr einen Druck von zwei Kilogramm auf je einen Qnadrat-Centimeter ans. Herr Eiffel dagegen kann sich vor seinem Schreibtisch nicht in den Fanteuil se^en, ohne auf je einen Quadrat-Centimeter des Fussbodens einen Druck von Kilo, also um die Hälste mehr als sein Thurm, auszuübeu. Die Statistik uud die Mathtmatiker f>)rdern oft ganz eigenthümliche Dinge zu Tage." (Herbst feste in Tri est.) Auf der nenerbanten prachtvoll gelegenen Rennbahn am Montebello sindet, wie man von dort schreibt, in diesem Herbste das erste internationale Trabfahren statt, dksscn Programm drei Tage nm-fasSt, nnd zu welchem Preise im Gesammtwerte von L3.(X)0 Francs ausgesetzt sind. Aus diesem Anlasse bildete sich auch in Trieft ein VergnüguugS-Comit«^' aus den Sport- und Hin Holksgericht in Heicas. Ich ritt — erzählt ein Augenzeuge — mit einem dort ansässigen Kolonisten, Herrn Malan, dem kleinen, eben erst aus dem Erdboden gewachsenen Städtchen Ä!organ zu. als wir plötzlich einen Pistolenschuss vernahmen. Gleich darauf sahen wir auch die Leute aus den Hänsern stürzen, die im Verein mit mehreren Berittenen einem Punkte zueilteu. Von Neugier getrieben, leukten auch wir unsere Pferde dorthin. „Das Gesindel derGegeud treibt manchen llnfng", sagte Herr Malan, „aber ein Mord ist noch nicht vorgekommen ; diesmal scl)cint es indessen, ist etwas Besonderes vorgefallen." Das am Flußufer mit der Schnelligkeit eines Pilzes emporgeschossene Städtchen bestand aus etwa 5)0 hölzernen Hänschen. Hier und dort auf dem Wiesenplan ein Hänfen Ziegel, ein Stoß Bauholz; die künftigen Straßen blos durch Nädcrspuren markiert und inmitten des Häuserl)aufens eine pustende Locvlnotive. Die Dampfmaschine stand just dort, wo das Schienengeleise zu Ende gieug; sie war auch die Fee, die das Städtchen hervorgezaubert hatte. Die gefammte männliche Bevölkernug staud in eiuem Knäuel am Krenzwcgc; ringsherum die sich selbst überlassenen Pferde und Rinder; auf dem Boden aber lagen Aexte und Geräthc kunterbunt, wie sie von den Zimmerleuten hingeworfen worden waicn, herum. Inmitten des Menschenknäuels standen au zehn Männer mit Revolvern in der Faust als Wache um einen Gefangenen, dessen Hände nach rückwärts gebuuden waren. In der jungen Stadt gab eS noch kein Gefängnis; man musste den Verbrecher also im Auge behalten; aber die Leute da hatten keine Zeit dazu, lange Wache zu steheu und Künstlervereinen, welches den hier eintreffenden Fremden aus dem In- und TlnSlande zu Ebrcn großartige Feste anf dem Lande und zu Meere arrangier! hat. Wir zweifeln nicht, dass auch aus unserer Stadt sich zahlreiche Tt)eiluchmer zur Vergnügungsfahrt an die heitere blaue Adria einsindeu werden und wird diesen in Trieft der herzlichste E^vpfang zntdeil werden. Nachstehend veröffentlichen wir das Programm der Feste. Am 4. September: Renntag. Am 5. September ^ Uhr Abends, großes venetianisches Nachtfest am ^I^eere mit Chören, Musik und Feuerwerk. Am l). September hall) 4 Uhr Nachmittags. Große Frescofahrt in: Golfe von Trieft mit Berühruug von Miramar, Porto Rose, Pirano, Jsola und Capod'Jstria. Musik an Bord. Mehrere Dampfer. Am 7. September, sowie alle Abeude im Thcatro Fenice italienisches Scharlspiel I. Ranges. Am September. Internationales Rennen. Am September. Phantastische Beleuchtung des großen Plat'^es. Chöre und Älusik. Ani 10. Septenibcr. Eröffnung des neucu Mustkkioskes am herrlichen Spa'>icrwege von St. Andrea, Elite-Corso. Am 11. September. Großes Schlussrennen. Die Gpotera. Ucber Auftrag des Minister^Präsidenten hat der Sanitäts-referent im ^Ministerium des Inneren, Ministcrialrath Dr. Knsu gestern eine Inspectionsreise zunächst nach A?äbreu, Schlesien, Galizicu und der Bukowiua angetreten, nm sich über den Stand der in diesen Ländern gegenüber der Choleragefahr getroffenen Maßnahmen zn informieren und mit den politischen Landesbehörden, insbesondere mit deren Landcs-Sanitätsreferenten, bezüglich des weiteren Vorgehens ii^ mündlichen Contact zn treten. Das Ministerium des Inneren hat nunnielw auch die Statthaltereien in Linz uud Innsbruck, dann die Landes-regiernng in Salzburg angewiesen, alle Vorbereitungen zu treffen, damit im Falle eines weiteren Fortschreitens der Cholera im deutschen Reiche die ärztliche Revision der Reisenden uud ihres Gepäck s, sowie die Desinfection des letztere» in allen im Bereiche der Länder Oberösterreick, Tirol nnd Vorarlberg und Salzburg an der Reichsgrenze gegeu Deutschland gelegenen Eisenbahn Einbruchsstationen eintreten könne. Der Verkehr directer Waggons von Beilin durch Tirol wllrde schon jetzt sistiert, und der Waggonwechsel in Kusstein, nnter Activiernng der gedachten ärzlichen Revision, angeordnet. An alle Länderstellen wurde vom Ministerium des Innern folgender Erlass gerichtet: „Das in Hambnrg und in Altona conftatierte epidemische Anfreten der Cholera lässt die Gefahr eincr Einschleppung dieser Krankheit durch den Verkehr von Reisenden, welche ans den: Deutschen Reiche kommen, als eminent erscheinen. Die Stattbalterei (Landes-regiernng) wird daher aufgefordert, ohne Verzug die unterstehenden politischen Behörden strengstens anznweisen, sofort in jeder Gemeinde des Verwaltungsgebietes allgemein kuud-macheu zu lassen, dass jeder zur Bcherberguug vou Fremden anf welch' immer gesetzlicher Grundlage Berechtigte, ferner Iedermanu, der sich mit dem Vermieten von Wohnungen, Zimmern u. s. w. befasst, wie jeder Haushaltnngsvorstand verpflichtet ist, die Ankunft jedes aus dem Dentfcheu Reiche aukommeuden Fremde« sofort der Gemeindebehörde anzuzeigeu. Dieser Letzteren obliegt sodann, die ärztliche Beobachtung der aus dem Deutschen Reiche angekommenen Personen, sowie dies bezüglich der aus Rußland kommenden Fremden bereits angeordnet wnrde, sofort zu veranlassen nnd insbesondere auch darauf zu dringen, dass bei diesen Reisenden auftretende, mit Diarrhöe oder Erbrechen einhergehende Erkrankungen ungesäumt zur Anzeige gelangen und dass sofort die erforderlichen Vorkebrnngen getroffeu werden. Für die genaue Durchführuug dieser Maßregel namentlich anch in Curorteu uud iu Sommerfrischen, bezüglich welcher alle Rücksichten auf die localcn Interessen augesiclits der sanitären Gefahr fiir die Gefammt-heit zurücktreteu müssen, werden die Gemeindevorsteher und die mit der ärztlichen Untersuchung und der Ueberwachung der Reiseudeu betrailteu ärztlichen Organe verantwortlich zu machen sein." sie mochten höchstens eine Stnnde daranf verwenden, der öfftntlichen Ordnung zu dienen, indem sie den W!örder festhielten. Es war nämlich ein Mörder, dcn sie bewachten. Die Leiche des Opfers lag noch warm mit einer Kugel in der Brnst im benachbartet! Hause und das Wehklagen des Weibes nnd der Kinder, die ihnn Ernährer verloren hatten, schallte auf die Straße heraus, und nährte nur noch den Rachedurst der Menge. Da sprang plö^^lich einer aus den: Haufen auf eine aul Wegrande stehende leere Kiste und ricf: Bilden wir ein Volksgericht und thnn wir die Sache mit Beschlenni' gnng ab !" „Recht so!" scholl es aus der Menge zurück. Znm Präsidenten wählen wir Capitän SollaS", fnhr der Sprecher anf der Kiste fort. „So soll es sein", rief eine Stimme neben dem Sprecher. „Die, welche Capitän Sollas zum Vorsitzenden des Volksgerichtes wünschen, sollen „Ja" rufen", so sprach der Redner. Ein ziemlich allgemeines „Ja" ertönte aus der Menge. Daranf sprang der Redner von der Kiste herab nnd seinen Plalz nabm ein hochgewachsener, bronzefarbener Mann mit langem, grau melierteu Barte ein. —> Ä?ein Genosse Wtalan flüsterte 'nur zu, dass das Capitän Sollas sei, der anch schon in Denver häusig cin ähnliches Amt versehen hatte. „Äkeine Herren", sprach der Capitän, „das Volk hc,t mich mit der Schlichtnng der obschwebenden Angelegenheit betrant. Wünschen Sic, dass mir bei der Urtheilssällnng eine Jury znr Seite stehe 'c' Wer das verlangt, möge cin „Ja" nlfen." Ein Telegramm auS Wien meldet, dass dcr Kaiser die für den 1. September projectierte Reise nach Galizicn in Berücksichtignng der sanitären Gcfal)rcn, welche dnrch das Zusammenströmen großer Volksmengen entstehen, aufgegeben habe. — Der deutsche Juristcntag wird in Graz nur dann ab-gchalten, wenn anfangs Scptcmder ein Anftrctcn dcr Cholera in Wim oder Steiermark nicht constaliert wird. Der deutsche Schriftstellertag in Wien ist verschoben worden. Ans Steyr wird gemeldet, dass dcr Schwimmeister an dcr dortigcn Schwimmschnlc an dcr Cholera erkrankt ist. Die Schwimmanstalt wurde infolge dessen gesperrt. Der Landes Sanitätsreserent ist aus ^x^inz dort angekomnien. Berlin wehrt sich brav gegen die Zudringlichkeit der Cholera. Es m öctzte am liebsten jede Form cin es li>>.i stsp'elcs dicser hässlichcn Tragödic in seinen üliancrn abwehren. Samstag dcn ^7. Augnst wnrdcn in .Hamburg 4:^.3 Cholcraerklankungen nnd ^4^1 Todesfälle gczälilt. Im Laufe des Sonntag nn?» N^ontag (bis Äiittag) wurden I4>^ Ertrankungen und 7'^ Todesfälle gemeldet. In dcr Zeit vom l."^. bis 20. August Mittags wurden beim Medicinalamte Cholera-Eikrankungen llnd «^.'>0 Todesfälle znr Anzeige gebracht, doch wird sich dlc '',ahl dcr letzteren voraussichtlich durch nachträglich eingehende Todtenschcinc erhi)hcn. Bisher gab cS dort 2400 Todesfälle. Vou verschitdenen Seiten wird genuldet, dass seit dcr letzten Nacht der .Kranken- und Lcichentransport wesentlich ab-genonlmeu habe. Die Beerdigung vieler Leichen sei dnlck dcn Ak.ingel an Fuhrwerken oft verzögert worden. Gestern seien besonders viel ErlrtZnknngen in der Thalstraße luid in Zt. Pauli vorgekommen. In dcn Straßen nnd auf dcn öffentlichen Plätzen war gestern ein aunerordcntlich stiller Verkelir. Die Conccrtgärten blieben leer. Der Circus Renz und das Karl-Schilllze-Tlicater sind geschlossen. In Altona wurden anf Anordnung des Instizministers l.'il) Unt.-rsnchllngs-Gefangene und wegen leichter Vergehen Bestrafte entlassen. In Petersburg hat sich die Zahl der Cholerafällc cr-heblich vcrmel^rt. Reisende, die aus Moskau konnnen, sagen aus. diss die Cholera dort fast ausschließlich die ärmere Bevölkerung heimsucht nnd dass die Cpidenne in dieser Stadt im Erlöschen sei. In Lnblin können sich die Aerzte darüber nicht einigen, ob die Leute dort an der asiatischen Cbolera oder an eincr einen anderen Nauien tragenden Krankheit sterben. Da Lublin der österreichischen Grenze sehr nahe liegt, hat die galizische Statthalterei den Dr. Barzycki nach Lublin entsendet. Eigen - Werichte. Fried au, ^''O. August. (Ei nbrucksdieb stahl.) In dcr Nacht vom auf dcn '«.^7. August wurde beim Gastwirt und Billdcrmcistcr Jos^f '.^.Icajccn in Großsonntag nächst Fricdau vou cincnl bisher uubekannten Iudividuum eingebrochen, welches aus dem versperrten Kasten des Besitzers ciue Geldsnnime von fl., zwei silberne Uhren uud noch mcl)rere audere Effecten cutweudete. Dcr Dieb cntfcrntc sich dllrch das Zimuicr, iu welchem der Hauseigcnthümer sammt Frau uud Kiudern schlicf, ohue von densell^en benierkt zu werden. Die von der Friedauer Geudarmeric sogleich angestellten Verfolgnngen bliebe» bisher ohne Erfolg. Linden heim, 29. August. .'il aus dem Wege. Poso-jilnica'.?,' nm das eigene b'cld ausgiebiger zu verzinsen, sind wohl niäU unter die dem Wolilc des Bauernstandes dienenden Einrichtungen zu zäl'len. - '^^.uiirlich l)at sich die Ber-sammllmg'in ^?ail)a^1i auch mit socialen s^-ragen zu beschästigen. Die einschlägigen Wünsche wert'en al'er kanm etwas zur ^^ösung dersell'tn deitrageu. Wie wenig kennt man die Stärke und Ziele der social!:cmokratischeu Partei, wenn cs im Punkte 8 deint'. ,/I>lit Rücksicht darauf, dass sich unter den Arbeitern immer mehr eine der kirchlichen und staatlichen Ordnung ge-fät'rlicl^e Agitation geltend macht, spricht der erste slovenische Katholikentag seine Uederzeugung doliin aus, dass der Arbeiterstand nut geeigneten Mitteln wieder für die christliche Ordnung zu gewinnen isl. Es sollei» dcsl>alb katholische Arbeitervereine gegründet und unter den Arbeitern gute und lehrreiche Schriften über die sociale Bewegung vcrl?reitet werden." Die socialistische Partei verfügt in Oesterreich über eine ganz ansehnliche Zahl von Zeitungen, tarunter auch eiue iu slovenischer Sprache, und wer (.Gelegenheit hatte, in eines oder das andere dieser Blätter Einsicht zu nehmen, wird nickt glauben. dasS der Arbeiterltan^ durch die vorgeschlagenen B!iltel für die christliche Ordnung im Sinne des Katholikentages zu gewinnen is^t. Ware es dock ein wahres Meisterstück, z. B. den Arbeitergesangverein „Frohsinn" in Marburg in den dortigen katholischen Gcsellenverein aufgeben zu lassen! Welche Anziehungskraft soll letzterer aber aueti auszuüben imstande sein, wenn die geringste menschliche Negnng möglichst unterdrückt wird; lasen u'ir doch erst unlängst eine Einladung zu einem harmlosen Eoncerte auf der letzten Seite des katholischen Press-vereins-Organes, während in der gleichen Nummer das Verbot dieser von lKesellenvereinsmitgliedern angekündigten Unterhaltung durch den Präses ausgesprochen war! — Will man die thatsächlicken Verhältnisse nicht kennen, oder ist man darüber wirklich im Unklaren? — Könnten Wünsche und Resolutionen helfen, so wäre wobl auch schließlich der alte Kirchenstaat längst wieder hergestellt. Wir können nttr bedauern. dass man in Rom nicht solche Mauern zu bauen verstand, wie sie nach dem bekannten Gedichte der Graf von Habsburg um sein Scbloss zu errichten wusste. Kein Feind batte eine lebende Mauer durchbrochen. Unter-K ötsch, August. lDanksagung.) Die bocbgeborene Frau Marie Gräfin von Nugent-Pallavicini zu Hansambacher bat aus freiem Antriebe der Gemeinde Unter-Kotsch den nanchaften Betrag von ll)0 fl. zu wolilthätigen Zwecken übergeben. Der Gefertigte entledigt sich der angenehmen Pflicht, der edlen Wohlthäterin und Mutter der Armen für diese dochherzige Srende den innigsten und tiesstgefühltesten Dank auf diesenl Wege hiemit auszusprechen. Johann Hergouth, Gemeindevorsteher. Kranichsfeld, ^>1. August. (I ch ad e ufe n er.) Am lernten Dienstag gegen n Uhr nachmittags ist im Orte Unter-KranichSfeld auf bisher unbekannte Weise Feuer aus- gebrochen mrd sind vier Häuser ein Raub der Flammen geworden. Der heimischen Feuerwehr, sowie jener von Kötsch, welche verhältnismäßig schnell auf dem Brandplatze erschienen mar, ist es zu verdanken, dass das Feuer bis 8 Uhr abends vollständig localisicrt und die weitere Gefahr beseitigt war. Lendorf, 30. August. (Jugendliche Helden.) Am letzten Sonntag, den 28. August, kamen mehrere Burschen auf der Weide im nahen Waloe wegen einer Geringfügigkeit in Streit. Der löjährige Sohn des (Gemeindevorstehers wollte seinen Heldenmuth dadurch bezeigen, dass er seinem Gegner, dem 17jährigcn Knecht des Gregor Perko, mit einer blind» geladenen Pistole in das Gesicht geschossen hat und hiebet denselben am Kinn, am Halse und der oberen Brustseite verletzte. Obwohl diese Verletzung keine schwere ist, so dürften dem Beschädigten die Merkmale doch für seine Lebenszeit verbleiben. Roßwein, 29. August. (Gemeindeausschussmahl.) Bei dieser Wahl, welche am 29. August vorgenommen wurde, sind nachstehende Herren in die Gemeindevertretung gewählt worden: Im Wahlkörper: Franz Tscherne, B. Pristonig, Franz Mlaker und Franz Harich. Oberlelirer; ' im 2. Wahlkörper: Josef Sckunko, Notariatsbeamter, Matthäus Zoichter, B. ^-obnig und Martin i?obnig; im 1. Wahlkörper: Martin Puckl, Josef Roth, Anton Roth und G. Kmetitsch. Marvurger Nachrichten. (Ernennung im Lehr stände.) Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Sllpplenten an der Staats-Oberrealschule im 2. Gemeindebezirk in Wien, Herrn Dr. ,^lnton Schwaighof er, zttm wirklichen Lehrer am Staatsgymnasium in Marburg ernannt. (Firlna - Löschun g.) Vom k. k. Kreis- als Handels« gerichte in Eilli wurde am Attgust d. I. die in das Handelsregister für Einzelnfirmen eingetragene Firma „gräflich I. C. Zabeo'sche Herrschaft Faaler Glasfabrik Maria-Rast" gelöscht. (Beschlagnahme.) Wir haben gegen die letzte Beschlagnahme unseres Blattes durch Herrn Dr. Eouard Glantschniqg in offener Frist den Einspruch erheben lassen. Am 13. August fand vor dem k. k. Kreisgerichte Cilli als Pressgericht imter dem Vorsitze des k. k. L.-G.-R.Reitter und im Beisein des k. k. L.-G.-R. Balogh, des k. k. G.-A. von Sokoll und des Auscultanten Dr. Kotnik als Schriftführer die Einspruchsverhandlung statt, bei der das angefochtene Er-kelmtnis des k. k. Kreisgerichtes Cilli vollinhaltlich bestätigt wurde. Der betreffende Passus des Urtheiles lantet:--„nach der zufolge Verfügung vom 2lZ. Juli 1892 Z. 12055 in Anwesenheit des k. k. Staatsanwaltssnbstitnten Trenz als öffentlichen Anklägers und in Abwesenheit des Einspruchswerbers am 13. August 1892 vorgenommenen Einspruchs-Verhattdluug über den vom öffentlichen Ankläger gestellten Antrag auf voll« inhaltliche Bestätigung des angefochtenen Erkenntnisses zu Recht erkannt: Es werde der wider das bezeichnete Erkenntnis vom 17. Juli 1892 Z. 11.593 erhobene Einspruch verworfen und das Erkenntnis unter Aufrechthaltung sämmtlicher Verfügungen bestätigt." Begründet wird das Urtheil folgendermaßen : „Der beanständete Artikel befasSt sich mit einer Kritik des Vorganges, welchen angeblich der steierm. Landesschulrath bei Besetzung der Lehrstellen im Unterlande einzuhalten pflegt. Es werden darin insbesondere zwei Fälle hervorgehoben und dabei betont, dass der Landesschulrath in Fällen, wo es sich um die Anstellung stovenischer Lehrer handle, sich an die Terna-Vorschläge der Orts-Bezirksschulräthe gebunden erachte, während er in Fällen, wo vom Bezirksschulrathe ein Deutscher vorqe-schlagen wurde, diese Vorschläge einfach unbeachtet ließ. Die Wahrheit obiger Angaben vorausgesetzt, könnte darin nur eine Kritik erblickt werden, welche an und für sich gewiss zulässig erscheinen tnuss, wenn der Artikel nicht eine Anzahl von Wendungen enthielte, welche in den Rahmen einer an der Hand der angeführten Thatsachen objectiv sein wollenden Kritik gewiss nicht gehören. Es wird da von slovenischen lKünstlingen gesprochen, denen der Landesschulrath seine liebevolle Huld zutheil werden ließ, betont, dass einem heiß» Daraufhin forderte Pat Egan in scheinbar energischerem Tone, dass zu seiner Rechtfertigung vor dem Gesetze etwas geschrbe. In dusem Augenblicke zog ein neben uns stehender lang^ewachsener, rothhaariger GeseUe seinen langen Soldaten-Revolver aus dem Gürtel, und sich ohne Umstände auf meine Scbulter stützend, streckte er seinen Revolver über die Köpfe der Geschwornen hinweg bis ans Ohr des schmächtigen Sicherheitscommis'ärs. „Herr Egan !" brummte der Revolvermann, „Herr Egan Pat Egan wendete den Kopf und der Revolver kam ihm gerade unter die Nase zu liegen. «Herr E^an!'^ rief der Rorbe jetzt, „ist das Rechtfertigung genug." Herr Egan sprang entsetzt zur Seite: „Genug, entsetzlich, genug!" schrie er, „ick brauche keine weitere." Damit verschwand der ofsicielle Vertreter der Regierung von Tezas aus dem Gesichtsfelde. Der improvisierte Gerichtshof aber setzte die Verhandlung unbeirrt fort; auch fand sich unter der Menge so eine Art von Rechtsanwalt; ein junger Mann, der einen Tuchrock auf dem Leibe hatte, diesem wurde die Vertheidigung des Angeklagten übergeben. Der erste Zeuge wurde auf die Bibel vereidigt; er gelobte die Wahrheit auszusagen. „Wir nahmen" — sagte der Zeuge aus — das Mittagessen in der Wirtschaft des alten Jrons an einer gemeinsamen Tafel ein. Es war am Tische kein Platz mehr frei; auf einmal kommt dieser Mensch daher; er wollte zu Mittag cssen und ärgerte sich, dass er keinen Platz fand. Das eine aufwartende Mädchen sagte ihm, er möge warten, bis an ihn die Reihe komme; er gab dem Mädchen eine grobe Antwort, dieses warf ihm dafür eine Schale Kaffee an den Kopf. Darüber wurde der Angeklagte wüthend — einige der Gäste standen vom Tische auf und warfen den Mann hinaus." Der Vorsitzende, der den Kopf auf die Hand gestützt auf seinem Schiebkarren saß, fragte den Zeugen: „Hat man ihm dabei wehe gethcin? Oder ihn etwa geschlagen?" „Ganz und gar nicht. Er wurde an den Schultern gefaßt und so aus dem Speisesaale hinausbugsiert. Man sah ihm an, dass er etwas getrunken hatte, doch war er nicht berauscht." „Und was that er dann'^" „Ich glaube, er giel,g fort; ich habe ihn nicht mehr gesehen." „Hat sich auch Herr Jrons an dem Hinauswurf betheiligt?" „Nein, der war gar nicht dabei; er befand sich ver-lnuthlich in seiner Wohnstube." „Haben Sie den Schltss gesehen?" „Rein, ich gieng nach Tische gleich zttr Arbeit." Der Vorsitzende wendet sich jetzt zuin Vertheidiger: „Wünschen Sie, Herr Tallboys, an den Zeugen Fragen zu stellen?" Der Vertheidiger neigte sich zu seinein Klienten und eröffnete darauf dem Präsidenten, dass er keine Frage zu stellen habe. Der Zeuge, ein junger ZimmermannSgeselle, tnischte sich sodann unter die Menge. Es wurde ein weiterer Zeuge aufgerufen. „Sie waren Nachmittags mit Herrn Jrons?" fragte der Vorsitzende. „Ich war mit ihn:!" „Erzählen Sie dem Geschwornengericht, was ge-l schehen ist." blütigen slovenischen Lehrer die Sonne der landesschulräthlichen Gnade lächelte, dass den Deutschen im Unterlaude mit „offenkundigem Hohne und höhnender Missachtung" begegnet werde. Da es nun keinem Zweifel unterliegen kann, dass Wendungen wie die oben angeführten, geeignet erscheinen, die Anordmtngen des Landeäschnlrathes herabzuwürdigen und auf solche Weise einen Theil der Bevölkerung des Unterlandes bei den ohnehin auf das Aeußerste gespannten Parteiverhältnissen daselbst zum Hasse gegen die genannte Behörde aufzureizen, erblickte der Gerichtshof in dem erwähnten Artikel den Thatbestand des in ^ 3l)0 St.-G. vorgesehenen Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung und fand die Beschlagnahme als im Gesetze begründet zu bestätigen. Die Verfügungen hinsichtlich des Verbotes der Weiterverbreitung, der Vernichtung der mit Beschlag belegten Exemplare und der Zerstörung des Satzes ist in den ^ 3«; und 37 PresSgesetzes begründet. K. k. Kreisgericht Cilli am 13. August 1892." (Die Coufiscatiou als Rettungsanker.) Das „Obersteirerblatt" erzählt unter der voranstehenden Ueber-schrift folgende ergötzliche und lehrreiche Geschichte: „DasS Staatsanwälte kein Erbarmen haben, wenn es gilt, etwas Staatsgefährliches aus der Welt zu schaffen, ist bekannt. Dass sie aber auch kein Erbarmen haben, wenn sie einem in Verlegenheit gekommenen Drucker und Zeitungsherausgeber durch die Confiscatiop eines eigens zum Consiscieren geschriebenen roth-radicalen Artikels aus der Patsche helfen könnten, das ist ein Novnm. Und doch hat sich dieser Fall vor kurzem ereignet. Dem Druckereibesitzer und Herausgeber des liberalen BlättchenS in Leoben ist am 12. Mai das Papier für seine Zeitung ausgegangen — ob aus materiellen Ursachen oder nur zufällig, das geht uns nichts an. Genug, der Herausgeber wollte sich vor den Lesern keine Blöße geben und er kam nach kurzem Nachsinnen aus den Einfall, sein Blatt confiscieren zu lassen. Rasch setzte er sich zum Schreib-vult und unter heftigem Nachdenken dichtete er einen Leiter über ..unser" Pressgesetz, der sich gewaschen hatte. Die gefährlichsten Floskeln, deren jede zur schönsten Folie für eine fürchterliche Anklage auf die allerboshafteste Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung hätte dienen können, enthielt der Aufsatz. Der Artikel wurde in Satz gegeben, ein Exemplar abgezogen und zur Censur überreicht. Mittlerweile war auch eiii Plakat gesetzt worden, daS den Spießern der Stadt, in welcher der geniale „Herr" haust, die sensationelle Mittheilung machen sollte, dass die Leobner Zeitung mit Beschlag belegt worden sei. Aber — weiß der Kukuk! — der Herr Staatsanwalt, der gerade seinen guten Tag gehabt zu haben scheint, confisciert den scharfen Artikel trotz alledem nicht, zum größten Verdrusfe des „geistreichen" RedacteurS und Herausgebers, der noch immer kein Papier hatte. Endlich kam solches und mit einer fast zweitägigen Verspätung konnte das Blatt ausgegeben werden." (T e l e p h o n - L e t t u n g W i e n - G r a z - T r i e st.) Seitens der Grazer Post-Direction wird bezüglich der Telephon-Linie Wien-Triest n. a. Folgendes verlautbart: Nachdem der Bau einer interurbanen Telephon'Leitung Wien-Graz-Triest seiner Vollendung entgegengeht und diese Telephon-Linie in Graz vorläufig in die bestehende Telephon-Centrale am l^tikolai-Quai einc ftlhrt wird, so wird eS den Abonnenten des lÄrazer Telephon-Netzes in voraussichtlich kurzer Zeit ermöglicht sein, mit den Abonnenten des Wiener und Triester Stadt-Telephon-Netzes von ihrer Station aus in Correspondetiz treten zu können. Für die Benützung der interurbanen Linie wird eine Sprechgebür für eine bestimmte Zeit festgesetzt werden, doch ist diese Gebür dermalen seitens deS hohen k. k. Handels'MinisteriumS noch nicht fixiert. Die interurbane Telephou-Leituug Wieu-Graz'Triest ist als Doppelleitung hergestellt, der AuschlusZ der Abonnenten beim Sprechen auf derselben durch die Centrale kann mit einfachen Abonnenten-Leitungen erfolgen, wie selbe z. B. im Grazer Netz ausschließlich in Verwendung stehen, oder aber, eS können auch für Abonnenten'Leitungen Doppelleitungen ausgeführt werden, wie dies z. B. bei dem größten Theile der Abonnenten des Wiener Telephon-Netzes der Fall ist. Der Vortheil der letztgenannten Anordnung, also der Doppelleitung ist der, dass „Herr JronS und ich luden Bretter vom Wagen ab; ich bin der Fuhrmann. Herr JronS stand an dem einen Ende des Wagens, ich am andern, so luden wir die Bretter einzelweis ab. Plötzlich sehe ich, wie der Angeklagte hinter JronS steht und ich höre, wie er zu ihm sagt: Ich habe mit Ihnen zu reden!" „War der Angeklagte allein?" ..Ich sah niemand Anderen mit ihm; aber auf der an-dereu Seite der Straße staudeu zwei oder drei Männer; ich weiss nicht, ob die zu ihm gehörten." „Und was antwortete Herr Jrons?" ..Er sagte ihm: Jetzt habe ich keine Zeit; Sie sehen ja, ich bin bei der Arbeit; kommen Sie, nachdem ich fertig geworden. Der Angeklagte aber erwiderte ihm: Ich will mit Ihnen sprechen, und das sofort. Herr Jrons antwortete: Bei Gott ich habe keine Zeit, und wendete sich damit um, ein Brett anzufassen. Da riss der Angeklagte eine Pistole hervor, und ehe ich noch dazwischentreten konnte, setzte er die Waffe an Jron's Kopf und drückte los. Herr JronS stürzte im Moment zusannnen nild der Angeklagte lief davon. Ich hätte ihn verfolgt, aber er war schon zu weit sort. Darauf hob ich Herru Jrons vom Boden auf; er athmete noch, doch konnte er nicht tnehr reden. Die Kugel war von rückwärts eingedrungen und war oberhalb des rechten AugeS wieder heranSgekommen. Ich trug ihn mit Hilfe mehrerer Leute ius HauS." „Wünscht Herr TallboyS den Zeugen zu befragen?" Wieder eine leise geführte Berathuug deS VertheidigerS mit dem Angeklagten und abermals lehnte es der Vertheidiger ab, eine Frage zu stellen. Es wurden noch weitere drei bis vier Zengen vernommen. Es stellte sich heraus, dasS sich bei dem Ange* klagten, als er in deu Speisesaal kam, kein Revolver befand; .'^eiluno den Willen des Monarckien handeln", und .yvcir als Auszug aus einem Wiener Briefe: Im Juli 1891 kam ;n dem Henn Kallander, dem Besitzer des (Gasthofes ..Zum Elepbanten" in Cilli, ter kaiserl. und köniql. Hoffon'i-r B^ankovich Ritter von Brankenbnrq und saqte, der Hef mi'l.ischc seinen Äafthof snr dl.' .'^eit der Ende August und Anfang S.ptember 1891 dort statlfindcnden Manöocr zu mictt)en. Zu diesem Ende h^be der Wirt mit seinem qanzm Gesinde den Gasthof zu verlassen und nach den Angaben des Hofcs hcrrickten .^u lassen. Mr die Dauer des Herrichtens, des Anfentbaltes dks Hofes und des Wicderherstellens vereinbarte der Fourier mit dem Wirte eine '^eit von Tcigen mit ein^r Pauschal-Entschädigunq von 70 Gulden für dm Tag und Vergütung der nachgewiesenen Ausladen. Kallander musste einen Vertrag unterzeichnen, den der?fourier zu sich steckte —, eine Abschrift wurde nicht gegeben. Alles qieng nach Wunsch, der Hof mit dnn Kaiser wol)nte zehn Tage dort, der tAasthor war that-sächlich 48 Tage seiner Bestimmung entzoaen. ll', Fremdenzimmer, DienerschaftSzimmer Stallungen. Kiiche. Keller, (Äast-räume. kurz alles war m Hofzw.'cken bestinnnt. der Hof war sehr zufrieden und der Wirt bekam — kein Geld, obwohl sein Ansvruck) bei 4l)s)0 Nnlden betrug. Monate und mehrfache Mahnungen verqiengen: endlich trna dasOberstliofmeisteramt dem Wirte alles in allem sieben bnnden l^ulden und ein Anerkennungsschreiben an. — Kill^inder erhob Einspruch: man bot ihm später 9tX) fl.. noch sväter l 190 <Änlden und das Anerkennungsschreiben an. aber keinen Kreuzer mehr. Kallander war schon mehrmals nach Wien gefahren, was ilmi natiirlich .Zeitverlust, Bcrdienstentgang und aroi^e Kosten liemacht hatte, konnte aber nicht? erreichen. NOl) l^ulden war das letzte Wort. .Kallander wandte sich Nlm an den Kaiser selbst. Zwei Gesuche um Borlais wirm abschlägig beschi-dcn worden, mit dem dritten kam durch die Ursprache des Baron Weigl der Bittsteller endlich vor. Der Kaiser war sehr erstaunt und fragte: „Was ? Meine Rechnung ist noch nicht beglichen?" Kallander sagte, was wahr ist, und l^at um die Vermittlung des Kaisers. Dieser sagte: „Reisen Sie rnhi^ nach H.inse, in einigen Tagen wird die Sache geordnet!" D'c ..einigen Tage" dauerten fi'inf Wichen. Da bekommt Kcillander von der kaiserlichen Cabinetskanzlci einen Bescheid, in dem es lakonisch heis^t, wenn er vorher eine Erklärung einsende, dass seine Ansprllcke vollkommen befriediat seien, bekomme er alles in allem Gnlden. wenu nicht, so werde er aus deu Rechtsweg verwiesen. Dies führte nnn den Mann zu mir nnd dnrch mich zum Herrn Dr. Vincen', von Berger. Dieser rieth ihm, znnächst noch einm.il den Wea miindlicher Unterhandlung mit dem Oberstbofmeistcramte zu betreten. Kallandcr musste nun durch vier Tage jeden Tag nach Schenbrunn und trat dort ziemlich entschieden anf. ..Der Bert'a.1 mnis nch ja finden", meinte er. ..wo mein Anspruch schwarz auf weii^ steht." „Der Vertrag ist in Verstoss ger.itben", antwortete man. ..So muss sich ja der Herr Hosfl^urier von Brankenburg erinnern, der ibn mit mir adscdlon", sagte Kallander. Der Herr Hoffourier, der ohne Zeugen niit dem Wirte abgeschlossen hatte, bielt sich den Kopf, und meinte, an solche Kleinigkeiten ki)nne er sich nicht mehr erinnern. ?s wcrde schon so sein, wie das Obersthofmcisteramt sagte. Killander eröffnete hieraus, dass er sich bereits den Herrn Dr. Vincenz von Beraer als Vertreter genommen habt'. Der Regiernngsratb Dr. Wester-maver meinte darauf: „Was? einen Deutfchnationalcn haben Sie sich aenommen! Diese Schande wollen Sie uns anlhun?" — Der SchlusS war sehr lappschwänzig: Kall.uider .^ob die geforderte Erklärung, nahm die l50l) Gulden nnd bekam ein sehr schi?ncs Anerkennungsschreiben. — ,.Da» Verdienstkreuz können wie Ihnen jet'^t doch noch nicht geben", meinte der Regierungsrath Dr. Westermaver. (Nachtrag zum Brande der Brauerei Gizb».) Der Brandplalz ist geräumt und der Neubau der t^ebände geht rasch vorwärts. Das circulierende lÄeriicht von der Entstebuug des Brandes durch herabfallende Lunken ans dem gronen Rauchfange der Brauerei ist jedoch vollkommen unwahr, denn das ^euer ist in der Picherei wahrscheinlich dnrch Ungeschicklichkeit eines Bediensteten entstanden. Eine der tl)ätigsten Feuerwehren am Brandplatze war d'ie von Maria»Rast, !) welche tro^ ter weiten Strecke eine der ersten am Pl.it;c war, und nur aus Versehen in nnserem Berichte vom Sonntag nicht erwähnt wurde Die Dampfipritze, sagten wir, wurte „fast gegen den Willen des uufälngcn Maschinisten wiec^er diensttauglich gemacht". Wir haben hiemit nicht Herrn Polatichek gcmeint, der den in Veistoß gerathenen Kompensation?schlanch'^) suchte, und der den Aiwrdnungen der sachverständigen Hcrren von der Südbahn sofort nachkam, sondern ein jüngcrrs«. auch bei der Maschine thätiges Mitglied d-'r Mardurger freiwilligen Feuerwehr, dessen unüberlegte Aeustcrungen n'ir tinue nur als im jugendlichen Uebereifer gemacht bezeichnen. (Aus d er Draugas se) erhalten wir folgende Zeilen: Auster dem lebbafteu Wagenverkehr, welcher beim A'owärts-fahren durch das Sperren der Räder viel melw Lärn: verursacht als an anderen Stellen, haben die Bewohner der Drangasse auch recht oft das Vergnügen nächtlicher Ruhe« st>)ru"gcn. Gcwi?hnt man sich schon an das Gerassel der Fuhrwerke, wie in der Nähe der Eisenbahn an das Geräusch vorüberbrausender Züge: bei der Verichiedcnirti.^kclt anderer Spektakel ist dies aber nicht nü'glich. Einmal eine Prügelei, dann wieder der Värm Betrunkener n. s. w.. fast in jeder Woche etwas neues. So wurden in der Nacht zunl letzten Sonntag die Bewohner wieder aus dem Schlafe geweckt und sahen in der lÄasse zwei Männer und eine Frau, die uu-gestört eine grosze Scene aus Kabale wegen v^iebe aufführten. Gewaltig schlng der eine anf den andern los; der (Geschlagene schien betrunken und wehrte sich nur mit den Worten: „Aber, Herr ^.^ubetz. das ist uicht so, lassen Sie sich doch sagen . . Auch Vouise suchte besänftigend zu vermitteln; da schien Lubetz endlich anderen Sinnes zu werden, er gab sein Opfer frei und rief entsagend: ..Geh nur mit ihm, ^^^ouise, geh!" Und sie folgte dieser Aufforderung, sie verlies^ das Schlachtfeld mit dem Geschlagenen gegen die Schlachthausgasse, während ^^ubetz zum Hauptplalz stieg, bald aber wieder zurück- und dem Paare nacheilte, das er auch eingeholt haben muss, denn nochmals hi)rte man deutlich: „Aber, Herr ^v^ubet;!" Dort schien ein Wachmann eingegriffen zu haben, denn ein solcher führte den nun doppelt Geschlagenen wieder durch die Drau-gasse zurück iu den Arrest. Es wird lebhaft gewünscht, die so thätige Polizeiwache möge dieser Gasse mehr Aufmerksamkeit schenken, bei so störenden Anlässen schneller eingreifen und rasch st'.uhe schaffen. (Iahres-Viehmarkt in Marburg.) Montag, deu 5,. September, findet der letzte Ialires - Viehmarkt nn heurigen Jahre in der Magdalena-Vorstadt statt. Auf denselben Tag fällt auch der Monats'Viehmarkt für Marburg; rs findet aber dem Herkommen nach der Auftrieb nur in der Magdalena-Vorstadt statt, was wir im Juteresse der Vieh-verkänser bekannt geben. (Eine diebische Bekannte.) Eine dienstlose Magd mzchte k)icr unlängst die Bekanntschaft einer ebensolchen, die sich Theresia Puckel nannte und kur^ zuvor aus einem Dienst hieher gekommen war. Ersterem Nkädchen wurde von unbekannter .Hand nn blaues, erst gekanftes Wollkleid und ein schwarzes Mohairtnch gestohlen, mit welchen Sachen an-gethan sie später ihre „Bekannte" in der Herrengasse traf. Die „Bekannte" gab sofort das Tuch zurück, sagte aber zur Bestohlenen, sie solle nnt ihr auf die Thesen gehen, woselbst sie sich umziehen und ihr sodann auch das Kleid zurückgeben werde. Die Bestohlene gieng anf diesen Vorschlag und zwar im doppelten Sinne des Wortes „ein", — denn als die beiden Mädchen zum Wiudenaner Wald kamcn, verschwand die Diebin, anscheinend in ein Haus gehend, hinter demselben und konnte von der „eingegangenen" Bestohlenen nicht mehr zustande gebracht werden. Die angebliche Theresia Puckel ist bei 25, Jahre alt, mittelgros^ und stark, hat dunkle Augen und Haare, groszes, unschönes Gesicht, ist nnt dem gestohlenen Kleide, zerrissenen Stiestctten und einem Kopftuch angethan, und trug ein Handkörbchen am Arm. Die Bestimmung deS abgängigen Compensationsschlauches (Ausgleichungsschlauches) besteht darin, dass bei starker Spannung der Dampsspritze der Ueberdruck des Wassers in daS Reservoir (hier Teich) zurückgeleitet wird. Hiedurch werden die zum Feuer führenden Schläuche entlastet und vor dem Zerplatzen geschüyt. Ar. .lj. 1. l^^L »ein deutlicheres Verständnis der Gespräche erzielt wird, als bei einfachen Leitungen. — Bei uns dürfte die Einschaltung in die Telephon'Linie „WiemGraz-Triest" erst nach Vollendnn, des neuen Post- und Telegraphengebäudes erfolgen, indem Gegenwart.g keine geeigneten Loc^litäten vorhanden, in den vorliegenden Plänen des Neubaues jedoch drei Telephou-kammcrn eingezeichnet sind. (G emeinde-Sparcasse in Marburg.) Im Monate August wurde« von Parteien fl. 179.681-0:', eingelegt und von 962 Parteien fl. 198.370 54 an Capital und Zinsen behoben. Hypothekar-Darleben wurden in 20 Posten si. 24.400 — zugezählt. Der Geschäfts-Umsatz betrug fl. 483.703 06. (AUShilfscass e-Verein in Marburg.) Gebarungsausweis vom Monate August 1892. Empfänge: 'fl. 39'.042'10, Ausgaben: fl. 42.623.8?. (Verloren) wurde eine silberne Damen-Uhrkette, klein-gliedrig, endend in eine silberne Quaste, im Werte von b fl., ferner ein goldener Uhrkettentheil mit Medaillon und eine c,oldene Damen-Remontoir^Uhr mit halbgevecktcm Zifferblatte, einer kllrzen, silbernen Kette, welche sieben silberne und ein rothes Herz zum Anhängsel hat. (Evangelischer Gottesdienst.) Sonntag, den 4. September, wird hier in der evangelischen Kirche kein Gottesdienst statisinden. (Sedanfeier.) Die deutschnationale Tischgesellschaft im Pürker'schen Gasthause, „Zur alten Bierguelle" wird Freitag deu 2. September eine interne Feier anlässlich des Jahrestages der Schlacht von Sedan abhalten, wozu alle deutsch-nationalen Gesiunuugsgenossen eingeladen sind. (Garten-Concert.) Samstag, den 3. d. sindet im Garten der alten Bierquelle" ein Eoncert der Werkstätten-Musik Capelle unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Emil Füllekrus; statt. (Großes Fest in P et tau.) Nächsten Sonntag findet in Pettau anlässlich der Eröffnung der vom Stadt-verschöncrungs- und Fremdenverkehrsvereine im dortigen Volksgarten erbauten Restauration „zum Schweizerhaus" ein großes Fest statt. Gewiß werden auch Bewohner Marburgs diese Gelegenheit benützen, um der freundlichen Schwesterstadt einen Besuch abzustatten. (VergnügungSzüge) mit 50percentiger Fahrpreisermäßigung arrangiert G. Sckroekl's Reisebnreau anlässlich des Feiertaaes Maria Geburt vou Maiburg nach Wien, Budapest, Triest. Finme und Venedi.i. GiltigkcitS^auer der Tour- und Retourbillets 14 Tage. Näheres die Programme, welche in der Verwaltung dieses Blattes erhältlich sind. (Waldpflanzen.) Aus den ärarischen Pflanzgärten in Steiermark gelangen auch im Lause dieses Herbstes circa 400.000 Stück Waldpflanzen, namentlich: Fichten, Lärchen, 'Weiß- und Schwarzföhren, Ahorn. Eschen, Linden nnd Nuss-bäume sowohl entgeltlich als an Akinderbemittelte unentgeltlich zur Abgabe. -- Diesbezügliche Gesuche sind bis längstens 1. October 1892 an den k. k. Laudesforstinspcctor zu richten. (Bad Tüffe r.) Die 8. Cnrliste weist bis 22. August einen Besnch von 372 Parteien mit 1081 Personen aus. (Laibacher Katholikentag.) Wie uns geschrieben 'wird, hat der Reichsraths- und Landtagsabgeordnete und Gasthansbesitzer in Lembach, Herr Franz Robiö, sein Erscheinen am kraineriichen Katholikentage zugesagt. Ob er dort als Vertreter der Marburger Slovenen fungieren wird, ist noch nicht bekannt. Herr Robiö hatte es seinerzeit dem Einflüsse des hiesigen Herrn Hauptmannes Seidl zu verdanken, dass er Bezirksschul'Mpector wurde, und so lange er Sckiulinspector war, gab er sich immer den Anschein eines fortschrittlich gesinnten N^annes, er betrachtete gewisse Leute als ein noth-weudiges Uebel, und unterschrieb sich daher auch stets Robitsch. Nach seiner Wahl zum Reichsrathsabgeordneten musste er ja doch etwas für seine Wähl-r thun, daher schreibt er sich gegenwärtig Robi ü. (Aus Steiermark.) Wir entnehmen der Reichen« berger „Deutschen Volkszeituug" nachstehende Notiz: ..Die ' Dresdener „Deutsche Wacht" erzählte lmter der Ueberschrift „Aus Steiermark" eine Geschichte, „wie Hofbeamte gegen er muss sich die Waffe erst später verschafft haben. Es wurde weiter erhoben, dass der Angeklagte, als er von den Verfolgern nmringt und eingefangen wurde, den Revolver von sich warf, und er die Waffe nicht geaen seine Verfolur richtete .... Die Verhandlung wickelte sich völlig ordnungsmäßig ab. Während der Zeugenvernchmnng verhielt sich die Menge im tiefsten Schweigen. Nunmebr wendete sich der Vorsitzende an den Ver-tbeidiger mit der Auffordernng. seine Entlastnngs'.engen, wenn er solche habe, ins Feld zu führen, der Vertbeidiaer gab znrück, da^Z er keine habe. Darauf begann der Vorsitzende in feierlichem Tone: „Herr Tallbovs, das Beweisoerfabren ist geschloffen; doch bevor die Geschwornen zur Berathuug sich zurückziehen, können Sie alles das vorbringen, was Sie im Interesse des Angeklagten für gut finden. Jndeß muss ich Sie auf Eines aufmerksam machen; wir gestatten Ihnen nicht, die Compe« tenzsr^ae anfzlnverfen. Wir sind hier ein VolkSgencht, aus dem Volke selbst hervorgegangen: wenn Sie es unter« nebmen sollten, unsere Berechtigung in Zweifel zu ziehen, müssteii wir Sie zurückweifeu und Ihnen das Wort entziehen." Der Vertbeidiger hatte einen schweren Stand. Die Sache lag kl.?r; es konnte sich nur um die Frage handeln: „Hat der Angeklagte den alten Jrons getödtet oder nicht ?" — .Herr Tallbovs glaubte am klügsteu zu thun, gar nichts zu sagen. Die Geschwornen zogeu sich hinter den Sckiebkarren zur Beratbung zurück. Schon nach fünf Minuten kehrten sie auf ihre Plätze zurück. „Haben die Herren entschieden?" fragte Cavitän Sollas. ..Wir haben entschieden", antwortete der Obmann der Geschwornen. „Ist das V-rdict einstimmig gefasst worden?" „So ist es." „Und wie lantet es?" ..Er ist des Mordes schuldig." Aller Augen richteten sich anf den Vorsitzenden, der sich jetzt erhob und sprach: ..Meine Herren, die Geschwornen haben erkannt, dass der Angekl.igte sich des Mordes schuldig gemacht hat. Der Urtheilsspruch steht bei Ihnen. Wcr der Meinuna ist, dass der Angeklagte gehenkt werde, spreche ein deutliches „Ja." „Ja!" riefen etliche hundert Stimmen gleichzeitig. ..Hat Niemand eine gegentbeilige Meinnng? . . . Gefangener, die Geschwornen haben Sie für schuldig erkannt, und das Volk hat Sie zuin Henken verurtheilt ... In einer Viertelstunde werden Sie aufgeknüpft. Haben Sie noch etwas zu bemerken?" Der Gefangene schwieg. ... Da wurde eine Stimme lant: ..Zum Baume!" Es war das Losungswort, nnd Alles drängte einem alleinstehenden Wollbaume zn. der sich düster vom Rande des weiten Grasvlanes abl)ob. Anch ich stieg wied-'r anf mein Pferd nnd folgte der Menae. nm auch das Ellde des Dramas mit anuisetien. Da fiel plötzlich einer der bewaffneten Männer meinem Pferde in die Zügel, nnd mit seinem Revolver nach meinem Kopf zielend, rief er: „Steigen Sie ab!" „Warum denn!" fra>Zte ich. „Hat Sie nichts zu kümmern . . . Wir branchen Ihr Pferd ... Sie bekommen es dann wieder zurück; jetzt steigen Sie nur ab." Au Widerstand war nicht zn denken ich sp'-ang ans dem Sattel. Nun wurde mein Pferd unter dcn Baum geführt, wo der Verurtheilte berüts mit dem Strick nm den Hals stand. ..Nun l'eten Sic eins, wenn Sie das Bedürfnis danach b.iben". sagte in autmüthigem Tone der Mann, der lnich früher vom Pferde geiiotl)igt hatte, zum Delinquenten. Der Vernrtheilte erividerte mit leiser, weinerlicher Stilnnie: „Mich soll der Teufel Helen, wenn ich glaube, dass mein Gebet mir über sieben Fnss höher hinauf hilft." Nun fißte man ihn. setzte ihn auf mein Pserd: der an einem Ast befestigte Strick wurde stranun angezogen; ein anderer Mann gab ^ein Pferde einen .Hieb, dass cs davonflog -- nnd der Ä^örder bantnelte in der Lust. ..Nun gehe Jeder wieder an seine Arbeit", sagte der Eapitän. s„Orsterr. Vlksztg.") (Nutzlose Kunst.) Eine New-'))orker Hausfrau hat die eingewanderten Mädchen gemust.'rt und eine bescheiden aussehende Norwegerin gefunden. Können S^e kochen? Nein! Können Sie Kinder warten ? Nein! Was können Sie denn eigentlich? Renntbiere melken. (Verwechselt.) Tischnachbar zur Rechten: Gnädiges Fräulein, das W s s o. ^ -.!» a, . s ^ ^ L sZ a ^ ss -2 iL 2^ <» ck vz Das beste Hrinkwajser bei C'pidemie-Gefahr ist der in solchen Fällen ost bewährte, von medieinischen Autoritäten stets empfohlene MV derselbe ist vollständig frei von organischen Snb-stanzen und bietet besonders an Orten mit zweifel-hastenl Bruunen- oder Leitnngslvafser das zuträglichste Getränk. A in wahrer Schah für alle durch jugenk^liche Verirrunc^en Erkrankte ist das beri'lhmtc Werk: Vf. kvtau's 8vItistdv«Aki'ung > 80. Auflage. Mit 27 Abbildungen. Preis 2 fl. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende t? erdanken demselben il? r e Wiederherstellung. Zu beziehen durch das V e r l a gs - Ma g az i n in Leipzig, Neumarkt Nr. 34, sowie durch jede Buchhandlung. Kein Kejielstein! Neuer Apparat, keine KalkanS-scheidnng im Kessel. Filter für Massenfiltration, .^iililer für Flüssigkeiten, sabrizirt Ingen. A. 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