Deutsche Macht litt! t>»aant«| iM Ctiitai »»»»«»« ml Iitit fttt CIXI nlt A»«rkl»»> (■'( (4>l aitaatUA t. —JA. «krteltlkril I. 1.5«. *. ».—, «initStrtf *. «.—. Wtt D»ft»ft<«»«, U. t.*0, I. 4.40. ©t« ctn^lat Rangt« 7 fr. J nist alt a»ch lattl; M »ftrrrn Biftcrtalaage»dn Katott. BotreJit« ai^nca Mcratt fttt aas« Blatt »I« totatr>»ni kwoirtiHiinii M 3a- an» IltlHlM an. RtUdlm Wlnjllraf« II »«> *6a»ini«tatioa Haiti»aufjaflt I. «»techftliidrll »rt »trWctroi» liiglich. ant Kataafcnc »et e-»». aal gtimaj«, tu II—ISU^I ti»f aal »—4 Übt Ka*mitia|l. — Riclaaunnca Htl*(tcL — R»aa|crtn« Mika atcht |utU4jt|tn»rt. — »aoa»m« 3aknkaa|ra »tcht WtUIMti^tt. Nr. 38 Eilli, Donnerstag den 12. Mai 1892. XVII. Jahrgang Havriel von Aarosz. Minister scheiden und versterben ohne daß idr Hintriil in einem fremden Staate eine be» foibcrt Wirkung hervorruft oder auch nur ein außergewöhnliche« Interesse erweckt. Das sind die Alliagsminister, die weder in ihrem Lande und noch weniger in der Weltgeschichte eine Rolle gespielt haben. Zu düsen zählte Gabriel con Baro«z nicht! Wenn man davon absieht, daß sein Tod unerwartet früh erfolgte, das» der Sensenmann eine in der vollen Kraft stehende «rßergeivähnlich kräftige ManneSgestalt nieder-gestreckt hat, daß also schon die rein menschliche Eeite des Schicksales diese« vielgenannten Poli» riter* rege Theilnahme zu erwecken geeignet ist. wenn man von all' dem absieht, so ist da« Abscheiden Barosz au« der ungarischen Regierung H und für sich ein Erreigni« von großer Trag-»fite. Ungarn, unser Nachbarstaat, wird aufrichtig »« ihn trauern und hat all« Ursache dazu. In den wenigen Jahren — e« sind deren kaum secht —, in welchen er der Regierung ange-htrte. leistete er zur Hebung der ungarischen Lolkswirtschaft und der Wohlfahrt der Nation so große«, daß in der Geschichte nicht blo« Ungarns, sondern auch der übrigen europäischen Klaaten die Erscheinungen nur selten zu finden init, welche sich mit jenen vergleiche» lassen. Mil unerbittlicher Festigkeit verfolgte er sein Ziel: Ungarn» Wohlfahrt um jeden Preis zu fcfcen. Dabei war er frei von jedem kleinlichen Neide, der heutzutage so manchen Staatsmann hindert Nützliche« zu leisten, weil sich nachrechnen laßt, wem der Nutze» zufällt. Daß die Vor-ideile von Steuernachlässen, von Frachtresactien und sonstigen Begünstigungen des SiaatSärareS in eister Linie Einzelnen zugute kommen müssen, «wr für ihn kein Hindernis, diese Begünstigungen I» üben, weil er sehr wohl erkannte, daß die ganze Ration sich doch nur au« Einzelnen ■B= — 3« den Geschichten vom Kockewanzel. Wir wissen, daS Hockewanzel jedesmal in große Aufregung gerieth, wenn ein Schreiben vom qochwürdigen Consistorio in seine Hände gelangte. Er pflegte solche Actenstücke immer mit weniger Ehrfurcht zu behandeln, al« es ihr hoher Ursprung verdiente, und wa« er dazu sagte, das wollen wir lieber verschweigen. Etwa« inständiger hätte er sich schon ausdrücken können! Al« er wieder einmal ein solche« Schreiben erdaliea und beim Oeffnen detselben seinem Un-muihe den gewohnten Ausdruck verliehen hatte, gieng schon beim Lesen der ersten Zeilen eine höchst erfreuliche Veränderung in feinen Gesicht«-tilgen vor. Die drohenden Falten an seiner Nasenwurzel, di? einen Z»rne«au«bruch ver-bildeten. glätteten sich, ein zufriedenes Lächeln imspielie seinen Mund, wohlgefällig mit dem Kopfe nickend, la« er den Brief noch ein zweite« snb dritte« Mal, faltete ihn dann sorgfältig jasammkn und sprach: „Nu endlich! Jtz fang' se in und werden vernünftig Ta die Freude mittheilsam macht, rief er m Fenster hinaus auf den Hof hinab, der Seff J< augenblicklich heraufkommen. „Du, Seff", frug er den Eintretenden, .haste schon einmal ein' SchuldistrictSauffeher gesehen?' zusammensetzte, und daß der ganzen Nation wieder zugute kömmt, wa« den Einzelnen gewährt wird. Er betrachtete Ungarn al« eine Wirtschaftsgemeinschaft und erkannte nur im Auslande den Concurrenten, den er mit jedem Mittel, manchmal auch mit solchen bekämpfte, die andere Staatsmänner verschmähen. Wir in Oesterreich, al« die nächsten Nachbarn, al« die-jenigen, welche die innigsten Wirtschast«beziehun-gen mit Ungarn aufrecht erhalten müssen, wissen davon einige« zu erzählen. — Auch Steiermark und speciell das steinsche Unterland hat unter der Handelspolitik des Minister« Barosz gelitten. Seine Tarifpolitik war nahe daran den unter-steirischen Holzhandel gänzlich zu ruiniren. Er beschränkte sich nicht darauf, das ganze große ungarische StaatSbahnnetz zu billigen Sätzen befahren zu lassen, er zwang auch ohne große Wahl der Mittel die Privalbahnen, auf ungarischem Gebiete ihm zu Willen zu sein und so kam e«, daß der ungarische Versrächter weit größere Strecken zu billigeren Sätzen be nützen konnte al« der österreichische. Auf diese und ähnliche Weise hob er den Holt- und Getreide-Handel, die Mühlen« und Eisenindustrie, die Spiritus- und Peiroleumraffinerien — und Alle« zum großen Theile auf unsere Kosten. Trotzdem wir also von unserem eigensten materiellen Standpunkte au« keinen Grund haben, ihm eine Thräne nachzuweinen, können wir doch nicht umhin, anzuerkennen, daß der Man» eine bedeutende Persönlichkeit war und daß sein Land alle Ursache hatte, ihm manchen Uebergriff zu verzeihen, den er von übermäßigen Ehrgeiz getrieben, immer aber nur in der Absicht begangen haben mag, feinem Lande zu nützen. Per kleine Wosniket. Ein flovenifcher Pofojilnica-Bediensteter ist über Nacht zuui National-Helden geworden. Sein Sieg wird — treu dem ..Ein' Schul — Schul — mein' Lebtage nich, ich müßt's lügen. Herr Erzdechant." „Also sieh mich an. Seff, so sieht'r au«; oder wenn Du da« nicht verstehst — ich bin Vicari worden, bischöflicher Vicari, capirste das noch nich, Seff, na so hör' zu." Hockewanzel la« seinem Seff das Ernen-nungSdecret vom Anfange bi« zum Ende langsam und mil großem Nachdruck vor. „Hast eS jetzt verstanden?* Seff nickte mit dem Kopfe, obgleich er noch so dumm war von der Geschichte, wie vorher und gieng. In den darauf folgenden Tagen nahm der Herr Erzdechant die Glückwünsche des Amt-mann«, der Gemeindevertretung und der Lehrer des Schulbczirkes mit vieler Würde und großer Leutseligkeit gegen seine nunmehrigen Unter-gebenen entgegen und gieng nun daran, sich einen Plan für feine künftige Wirksamkeit zu entwerfen. „So wer'n mir'« machen', sprach er nach reiflichem Nachdenken, »bei'n Sandauern wer'n mir'n Anfang machen, ja, ja, '« gibt noch eine Gerechtigkeit! Wa« hab'n die Leute dort den Herrn Erzdechant fekiert und '« Leben hab'n« ihm sauer gemacht, wo sie nur gekonnt hab'n! Und jetzt kömmt er ihnen al« Vicari. Da müssen Eharakter der Sieger — durch Verspottung der Besiegten gefeiert. Ja. wer den Schaden ha», braucht für den Spott nicht zu sorgen. Wir haben uns — aufrichtig gestanden — auf diese Offenbarung der edlen Pervakenfeelen schon gefreut, ist sie doch sür un« der Trost, ein Balsam auf die Wunde, die un« nicht die Kraft der Gegner, sondern da« System geschlagen bat. Nun, der Trost ist nicht «»«geblieben. Mit knabenhafter Schaden» freude werden wir gehöhnt; wir sehen ordentlich den kleinen Bosnikel, wie er vor innerer Lustig-keit mit gespreizten Beinen Bocksprünge macht, seine Fäustchen reibt und sein Kalmukenmaul grinsend verzerr». Die Interpellation unsere« Abgeordneten nun, in welcher mit Ruhe und unwiderlegbarer Logik die Gesetzwidrigkeit der letzten Entscheidung nachgewiesen wird, paßte ihni nicht recht. Und weil er daraus nicht« Gescheidte« erwidern kann, nergelt und zerrt er an einem thalsächlichen Irrthum herum, der dem Interpellanten unverschuldet unterlaufen ist. Die Statthaltereientscheidung, welche angeordnet hatte, daß slovenische Eingaben deutsch zu erledigen seien, hatte sich in der That auf eine Ministe-rial-Entfcheiduiig berufen; nun erhebt der Bo«-nikel ein Geschrei, diese habe sich nur auf die meritorische und nicht auf die Sprachenfrage bezogen und gibt dem Abgeordneten Dr. F o r-egger den unverschämten Rath, er solle sich Eomentatoren (wohl von der Geistesschärfe und Bildung des BoSnikelS?) zu Hilfe rut n. wenn er nicht lesen könne, dann wird er nichtS von einer „auffallenden Divergenz" der Erlässe sprechen. Wer sagt ihm denn, daß Dr. Foregger den Wortlaut der Erlässe gekannt hat? Glaubt er denn wirklich, daß nur er so scharsiinning ist, einen deutschen Erlaß zu verstehen? Und wenn eS der Fall ist. hat er damit nicht selbst den Bewei« geliefert, wie überflüssig e« ist, windisch zu erledigen? Vielleicht würde er eine windische Erledigung lange nicht so gut verstehen, al« die sie eine schön« Triumphpforte bau'n und sich dazu sttll'n. wenn d'r Herr Vicari kömmt, und mit all'n Glocke» leuten, wenn ich in'n Ort 'neinfahre und müssen sich mir vorstell'n: ich bin der und ich bin der und tiefe Komplimente dazu machen, und ich wer' dasteh'n und sie strenge anschaun und sprechen: „AlSdann, wißt Ihr, Leute, wa« ein Vicari i« ? Ein Vicari i« der Stellvertreter be« Bischof«, und der i« von Gottes Barmherzigkeit und de« Apostolischen Stuhle« Gnaden, also i« auch sein Vicari von Gotte« Barmherzigkeit, verstanden? Und ich werde streng; Randewoi halten in Kirche und Schule und in der ganzen Gemeinde, und wenn ich erfahre, daß jemand seiner geistlichen Lbrig-keit, dem Pfarrer, Dechant oder gar dem Herrn Erzdechant nich den schuldigen Respect und Gehorsam erzeigt, nachero werd'»' r wa« der-leben. Ich hab's Euch jetzt im Guten gesagt, ich, der Vicari.' Die Sandauer waren ganz und gar nicht sehr erbau», al« ihnen der neu ernannte Herr Vicar in einem Schreiben ankündigte, er werde an dem und dem Tage bei ihnen Schulvisitatio« abhalten. „Mir wer'n halt müssen in ein' sauern Apfel beißen," sagte der Bürgermeister. „Er i« nu einmal der Vicari und da« läßt sich nich ändern." 2 deulsche. Aber auch in unserer tbleji Muttersprache könnte ihm ein PrivalissimuM nicht schaden. Scheint es ihm doch völlig ei'tgangen zu sein, daß in der Interpellation von dieser Divergenz ganz abgesehen wird, und daß mit ganz anderen Kugeln auf den Erlaß geschossen wird. Warum fängt er diese nicht auf. der Tausendsassa? Könnte sich dabei doch einwenig die Finger verbrennen und eine Zeitlang die Feder nicht mehr in Schlangengist tauchen. Und das wäre ein Unglück, könnten wir dadurch doch in den Irrglauben verfallen, das Männlein habe eine Anwandlung von Vernünftigkeit bekommen. Komische Pnndfchan. Inland. Zur Ministeranklage gegen Schönborn. Wenn wir die verschiedenen öffentlichen Klagen und Beschwerden der Slaven gegen jene StaatSdiener, welche mit ihnen nicht durch Dick und Dünn gehen — näher in s Auge fassen — so gleichen sie wie ein Ei dem andern. Sie sind eben gewöhnlich nichts andere« — um mit schönborn zu reden — al« Verdächtigungen, die vor allem den Zweck haben, den Betroffenen nach obenhin anzuschwärzen um ihn hiedurch materiell zu schädigen. Weilers verfolgen solche Denunciationen im allgemeinen auch noch den Zweck, die Ehre des betreffenden StaatSdienerS in der öffentlichen Meinung herunterzusetzen und hiedurch auch das Ansehen deS Amte» oder Stande«, welchem er eben angehört, zu schädigen. Was hilft es auch, wenn die betreffenden Denun-cianten, deren e« bekaimilich insbesondere auch unter den Slovenen wahre Virtuosen gibt, ungezählte Blamagen erleben; bei den Uneingeweihten und weniger Jntelligenlen bleibt doch etwa« zurück, das man da Mangel an Respect vor jed.r Aulo-rität nennen könnte. Die betreffenden Macher sind daher auch treffliche Mitarbeiter an den schreckenerregenden Werken der Nihilisten und i Anarchisten. Schon von diesem Standpunkte , auS müssen wir die Ministeranklage der Jung-tschechen gegen Schöuborn, der an sich jene« erfahren mußte, wa« die ihm unterstehenden deutschen Justizbeamten an sich schon in allen Variationen erfahren hatten, als einen Frevel erklären, der. wie ein Wiener Blatt treffend bemerkt, nichts anderes zurückläßt, als — Gestank! Weichsratti. Die Petition des Herrn Dr. Foregger in Angelegenheit des Eillier Sprachenerlasses haben, wie wir au? dem stenographischen Protokoll entnehmen, folgende Abgeordnete mit* unterzeichnet: Morre. Dr. Kokoschinegg. Baron Hackelberg, Pernerstorfer, Dr. Habermann. Skala, Dr. Heilsberg, Graf stürgkh, Dr. Hirsch. „Mciitt'swegen", erwiderte ein anderer von der Gemeinde, „lass'n wir also eine Fuhre Reisig 'reinhol'u und baun wir ihm was hin wie eine Triumpfpsorte. ich stell' mich aber nich dazu." Da auch von den anderen kein Widerspruch erhoben wurde, beschlossen sie, die unumgänglich nothwendigen Empsang«-Feierlichkeiten vorzu-bereiten. DeS anderen Tages erschien der Ortslehrer beim Bürgermeister und machte ihm den Vor-schlag, sein sechsjähriges Söhnchen möge bei der Schulprüfung an den Herrn Schuldistrict«» aufseher die übliche Anrede halten. „Wa« Ihm einfällt", rief dieser ganz ent-rüstet, „dazu geb' ich mein' Jung' nich her.' „Und warum wirst'» nich hergeben," fiel ihm seine Frau eifrig in'« Wort. „Wenn schon ein Schulkind eine Anrede halten muß. so wird'« sich'« wohl gehören, daß da« Bürgermeister« Junge i«.' »Er wird « aber nich erlern' und stecken bleiben.' „Was da« betrifft," meinte der Schul-meister, „so steh ich gut dafür. Er i« ein gar gefcheidter Junge und kann schon sehr viele Sprüchlein au«wendig und trägt sie gut vor. Da schaut nur »um Fenster 'naus, da. er spielt „Deutsche Wacht" Edlbacher. Krepek. Dr. Sueß. Graf Spaun, Baron Terlago, Dr. Polak, Dr. Pleuer, Tr. Menger, Popper. Dr. Weeber, Hübner. Franz Kirschner, Dr. Kraus. Fürstl. v. Teicheg. Tr. Groß, Meißler, Hütter,Ludwig. Moro. Elbl. Stovenisches. Die clericale Partei in Krain verliert immer mehr an Boden. Wenn e« so fortgeht — und daran ist ja nicht zu zweifeln — wird die MusterversöhnungSprovinz in einem Vierteljahr-hundert dem heutigen Tschechowien gleichen, wo der Hussite herrscht, der auf die ehemalige treue Waffenbruderschaft mit den ultramontanen Ge-seilen längst vergessen hat. ES scheint zeitweise, als ob man in Laibach, ja hie und da sogar in Marburg so etwaS wie eine Ahnung davon empfinden würde, wa« unabänderlich gewiß ein-treten wird. In Laibach ist die ultramontane Partei aufs Haupt geschlagen. Die gesammte slavophile Intelligenz mit höchst geringer Au«-»ahme steht im radicalen Lager. Und am Land« beginnt der Zersetzungeproceß auch schon. Der Littaier Notar, Luka Svet « c, eine Säule der Einigkeit, ist in'S radicale Lager übergegangen, und wenn er auch verschämt »ach Ausflüchten und Entschuldigungen dafür sucht, ändert die« > nichts an der Thatsache. Ihm werden bald andere solgen. Die slovennch gesinnten Abgeordneten Graf Hohenwar». Klun und Globocnik haben sich seitens des „Slov. Nar." ein« scharf« Rüge zugezogen. Sie habeu nämlich für den Grasen Schönborn ihre Stimmen abgegeben. Das russo-phile Organ sagt über Herrn Klun: „Der spielt sich so aus ein« Ar» Führer hinan«, einen Führ, r der selbstbewußte» sloveuische» Nation, und der treibt auf seine eigen« Faust deulsche Politik, ob »un jemand mit ihm geht oder nicht! Gut ist'« daß wir sehen, wa« für einen „Kops" der , kraiinfch-conseroatio« Fisch hat ... Da« , russophile Blatt ist sehr bef iedig» darüber, daß die übrigen neu» Herren mit Ferjancit an der Spitze den Justizminister im Suche ließen. „Slo-v«nec" antwortet daraus, daß daS Verbleiben dieser Herren nur eine Konsequenz der Absicht sei. auch slovenische Ländertheile im „admini-strativen Wege' von diversen Provinzen ab-trennen — nnd zu einem Ganzen vereinigen zu lassen. Diese Herr.» h.rben also im groß-slovenische» Sinne gehandelt. Da« muß man sich melke». In einem elle>llaiigen Leitaussatz wirst der russophile „Slov. Narod' vo» vorgestern der klerikalen Partei in Krain allerlei Grobheiten an den Kops. „Slovenec" meint, er s«i j«tzt nur im Dienste de« Bischofs Missia thätig, die Leute dieses Blatte« wollen All.S aus dem Wege schlagen, was ihnen zur vollkommenen Herrschaft im Land« hinderlich ist. mü'n Andern Haschen« und zählt gerade aus: „Ich und Du Backen'« Kuh,' Wie hübsch er da« vorgetragen hat! Die Mutler strahlte vor Freude. „Ja, ja, Herr Lehrer, geben Sie ihm nur die Anrede." „Ich hab' sie schon mitgebracht, ich hab' sie selber gedichtet. Nur 12 Zeilen: „Ich bin noch klein auf dieser Erden, Aber uns're Lieb »u Ihnen ist sehr grob. Wir werden alle wohl größer werden, Aus der mütterlichen Schule Schooß' u. s. w. da« lern' ich mit ihm ein, und wenn er's vor-trägt, steh' ich dabei nnd sag' ihm ein, wenn« nothwendig ist. Der Tag der Schulprüfung war da. Der Herr Vicari fuhr in Gesellschaft de« Herrn Amt-mann« durch di« einsam vor dem Orte stehende Triumphpforte. „Schon gut", murmelte er ingrimmig, „schon gut, e« gibt eine Gerechtigkeit!' Vor der Prüsung wurde GottkSdienst gehabten. Nach Beendigung desselben hielt Hocke-wanzel an die versammelten Schulkinder und Eltern eine schöne Rede. „Der Herr Jesu« hat gesagt: Lasset die Kleinen zu mir kommen, und ich setze hinzu, die Alten sollen auch dabei sein, weil sie von 1892 „Die edlen Gefühle de« Glauben« und der Frömmigkeit de« Volke« werden zu agi-taiorischen Zwecken ausgenützt. Diese« gute Volk muß um de» Glauben besorgt gemacht werden. Da heißt e«: Der Glaube ist in Gefahr,-de» Glaube» wollen sie un« nehmen ; auf? gläubige Slovenen, wendet diese furchtbare Gefahr von euch und eueren Kindern ab!" »Not." wirft der clericalen Partei vor, daß sie sogar „Nemschkuter' unter sich hat, und c>aß von dem Katholicismus der deutschen und italienischen Geistlichkeit für's Slovenenthum noch weniger zu erwarten ist. Das radicale Organ sagt, daß nicht der „Glaube", sondern der slovenische Patriotismus die Nation erhalten werde. Man kann sich letzt wieder auf eine erklekliche Anzahl von gegenseitigen Schmähanikeln gesaßt machen. Meine Nachrichten. sT o d f a (I.) Die Witwe de« bekannten ßeirischen Li«d«r-Eomponisten Jakob Ed»ard Schmölzer, geborene Pserschy, ist am 8. d. zu K i n d b e r g im hohen Alter gestorben. sB a h n fr « v e l.j Am 3. d. wurde aus der Südbahnitrecke L i ch t e n w a l d-R eichen» bürg unmittelbar vor Passierung de« Personen-' zuges ein Fel«block aus da« Geleise herabgerollt. wodurch der Aschenkasten der Zugsmaschine und eine Schwelle beschädigt worden sind, so daß der Zug erst nach einem Aufenthalte von 35 Minuten die Fahrt fortzusetzen imstande war. Der That soll ein Knecht aus Lichtenwald dringend verdächtig sein. sMondeSfinsternit.j In der Nacht vom 11. auf den 12. d. findet eine drei Stun-den andauernde, partielle Mondesfinsternis statt, die auch bei un« sichtbar lein wird, vvrau«-gesetzt, daß der Himmel nicht umwölkt ist. Um 10 Uhr 12 Minuten abend« beginnt hier die Verfinsterung sichtbar zu werden. * • • Anton Hribersch « g. Grund besitzet«- söhn in Unterkötting wurde von den Bäcker-aehilfen Rudolf N o w a k. Luca« R o j n i k und Franz Tschernko am Sonntag den 8, d. circa 9 Uhr abend« ohne jegliche Veranlassung übersallen und derart schwer körperlich verletzt, daß er schwerlich auskommen dürfte. Der Ueber-fall war einem Ziegelarbeiter vermeint. Der Anstifi«r fei Ueberfallc« soll Franz Tschernko gewesen sein. Einladung der Schriftleitung. Um ^dem Leserkreis« ditse« Blatte« »ach Möglichkeit entgegenzukommen und dem örtlichen Theile besondere Aufmerksamkeit widmen zu können, wendet sich der Schriftleiter »it dem höfliche» Ansuchen an schriftkundig« Herren, welche bereit wären, un« über wichtige Vorgänge den Kindern viel Schöne« können lernen. AI« wie z. B. die Unschuld. Wie sieht e« da au« in der Gemeinde? Na, ich will nicht« gesagt haben. Und den Gehorsam. Gehorsam gegen di« geistliche und weltliche Obrigkeit; das sollen die Eltern den Kindern nicht allein überlassen, verstanden? Und die Kinder sagen immer die Wahrheit. Merk» Euch da«. Amenl" Das war ungefähr der Inhalt der An-spräche de« Herrn Vicari. Die Prüfung nahm ihren Ansang. Hocke-wanzel, der Amtmann und der Bürgermeister ließen sich an einem grün behangenen Tische ni«d«r, den ein riesig«« Bouque» von Pfingstrosen ziert«. Die Frau Bürgermeisterin verbarg sich, am ganzen Leibe zitternd, unter der Menge der erschienenen Gäste. Aus einen Wink deS Lehrer» trat der Knabe vor. um seine Anred« zu halt«». Ach. wenn der Arme nur den Anfang finden könnte, dann würde es ja gehn, aber er fand den Ansang nich» und stand da wi« «in« Bildsäul«. .Na. furch»' Dich nicht', ermunterte ihn Hockewanzel. „und sag' Deinen Spruch." „Wem gehört der Knabe?" frug er den Bürgermeister. „Da« i« mein Junge", erwiderte dieser, im Herien den Lehrer und seine Nachgiebigkeit verwünschend. m ihren Heimaiorten, al« : Unglücksfälle, Besitz-«chiel. Gemeindebeschlüffe. Bauthätigkeit, Schul« rnifteltgenbeiie» u. dgl. Berichte zugehen zu lassen, sich mit uns geneigtest brieflich ins Ein-tiernehmen zu setzen. JnSbesonders wenden wir ins an die P. T. Herren fortschrittlich gesinnten Lehrer, denen wir absolute DiScretion im Hinblick auf ihre Stellung verbürgen. Die Echri'ileitung gedenk« den Vorkommnisse» in den einzelnen Gemeinden, insbesondere der näheren Umgebung gebührende Beachtung zu schenken und plaubt deshalb, auf freundliche Unterstützung aller echt Deutschgesinnten zählen zu dürfen; wir unsererseits werden nicht er-mangeln, den P. T. Herren Korrespondenten unser Entgegenkommen zu beweisen. Die Schriftleitung. Aus Stadt und ^Land. Cilli, am lt. Mai 1892. Das Handelsministerium hat an die vahtirn solgenden Erlaß gerichtet: Es ist in letzter Zeit der Fall vorgekommen, daß aus die Schienen der Wiener Pserdebahn Explosivkörper von sehr gefährlicher Wirlung gelegt wurden, liest« Vorkommnis im Verein mit den von der Polizei wahrgenommenen Versuchen verbrecherischer Thätigkeit bezüglich des Zugverkehres und der Eisenbahnen veranlaßt das Ministerium, die Aufmerksamkeit der Verwaltungen auf die Noth-»endigkeit zu lenken, der Überwachung der Vahnhöfe und der im Betrieb befindlichen Strecken besondere Sorgfalt zuzuwenden. Berichtigung Löbliche Redaction! „Mit Be- Sfl aus § 19, des PreßgejetzeS," ersuche ich um usnahme nachstehend-r Berichtigung, des in der »Deutschen Wacht" vom I. Mai l. I. Nr. 35, unter der Aufschrift „Berichtigung" ent-haltenen Zusätze: Es ist nicht wahr und eine »»verfrorene Behauptung im erwähnten Zusätze, et sei ein« unverschämte Lüge, daß eS nicht wahr sei, daß infolge drr Unauffindbarkeit meiner Person unD deS Kellerschlüsfels eine halbe Stunde lang mährend des Abend» kein Bier zu erhalten wt; ferner» ist e« gänzlich unwahr, daß Frau Jvsefine Schwentner vier Faß Bier habe bestellen lassen und daß ich von diesen angeblich I destellien vier Faß Bier zwei anderswohin I versauft habe, so daß der Wirtin nur 2 Faß blieben. Wie widersinnig und unbegründetdieseBehauptung. ioivie die wettere Bemerkung ist, daß ichzurZeu einer angekündigten Versammlung im Interesse des Brauhauses auf dem Posten zu sei» habe, er-gibt sich aus oem Umstände, daß nicht ich Pächter des Gasthoses »zur Krone" bin, sondern Frau Josefine Schwentner, daß stets ich, oder der Comptoirist, zur Entgegennahme von Be-slellungen bereit sind, daß weder bei mir noch beim Comploiristen die angebliche Bestellung gemacht „Also sag' Dein Sprüchlein', wiederholte hockewanzel mit sanfter Stimme; „bist ein hübscher Junge, sag's, wir fängt'S denn an?" »Ich, ich" — soufflierte der Lehrer, den Aeltel in der Hand. Run war der Zauber gebrochen, der kleine Declamator hatte das AnfangSwort, richtete sich au? und sprach in fließender Rede: »Ich und Du. Bickcn'» Kuh, Müller'« «sei Der bist Du.' 9toch dieser Anrede an den Herrn Schul-districtSaufseher entstand eine peinliche Stille. Der Bürgermeister sah verzweifelt zur Decke empor, als suche er dort ein Loch, um sich unbe-merkt entfernen zu können. Die Frau Bürger-Meisterin würd« von zwei Nachbarinnen zur Wasserpumpe gebracht untz wieder in'« Leben zurückgerufen. Hockewanzel schwieg und maß den bürgern, eister mit durchbohrenden Blicken. Der »»glücklich? Lehrer trat endlich zitternd an den gestrengen Herrn Vicari mit der Bitte heran, daß der Knabe das andere Gedicht auch sprechen dürfe. „Geh' er mir vom Leibe", herrschte ihn bttser an. „Hab' schon an dem genug !" „Beruhigen Sie sich,' tröstete der Amtmann, „die Kinder sprechen ja auch nicht immer die Wahrheit.' wurde, daß stet» mehrere Hundert Faß Bier am Lager sind, daß wir Hunderte von Kunden in und außer Cilli ohne den geringsten Anstand bedienen und daß es auch mein eigener Schade wäre, Bestellungen nicht entgegenzunehmen oder zu efsecllliren. Ich zeichne achtungsvoll Anton M a l o p r o u. Cilli. am 2. Mai 1892. In Angelegenheit der Dreo schen Erbschaft erhalten wir folgende Zuschrift: »Verehrliche Redaction der ..Deutschen Wacht' in Cilli. — Um Mißverständnissen vorzubeugen und Irr-thümern entgegenzutreten, die für da» Publicum leicht vo» verderbliche» Folgen sein könnten, ersuchen wir Sie Ihre „die Angelegenheit der Dreo'schen Erbschaft" betreffende Notiz in der Nummer 37 vom 8. Mai l. I. Ihres geschätzten BlattcS dabin richtigzustellen, daß alleroing« in jünoster Zeit von zwei Personen, welche behaupteten, jedoch nicht bewiesen, daß sie mit dem A. Dreo'schen Stammvater blutsverwandt sind. Erbserklärunqen eingebracht worden sind, daß aber diese Erbserklärungen vom k. k. Landesgerichle in Laibach als Ver-laßbehörde zurückgewiesen wurden. Hoch-achtungsvoll Dr. Alfons Mosche. Dr. Franz Mund a, Vertreter der A. Dreo'schen Erben." Laibach, am 9. Mai 1892. Neubauten in der Stadt. Herr Zampa » r u 11 i hat den Facadenplan sür sein neues Gebäude dem Siadtam!« vorgelegt. Es ist ein sebr Hübsch aussehendes einstöckiges Haus, welches er in der Ganengasse ausführen wird. — Frau Elife T a u ch m a n n bat dem Stadibau-Meister Herrn Higersperger den Auftrag gegeben, den Plan für ein zweistöckige» Wohn-haus auszuarbeiten, welches sie in der Graben-gaffe zu erbauen beabsichtigt. Der Sau der Herrenbadeaustalt des Herrn Hansbanm nächst dem Waldhaus geht seiner Vollendung entgegen. Der sehr hübsche Neubau wird von der Firma W i l ch e r und I a r m e r ausgeführt. In seinem oberen Geschoß enthält da« BadhauS 24. unterhalb 25 Kammern. Die Vergrößerung ha« sich mit Rücksicht auf die fortgesetzt steigende Frequenz als nothwendig herausgestellt. Im Flußbeete sind keinerlei Ver-änderungen vorgenommen worden, und die „Massage durch Wellenschlag' wird die Bade-gaste »ach wie vor erfrischen u>rd erquicken. Durch Anlage eines steinernen Reservoir« im Karlsqrabe» ist auch sür kalte Douche vorgesorgt. Die Conression zum Srlrirbr eines Dienst-bothen- nnd Wohnlingsveniiitlllingsburealls für Cilli wurde vom Ministerium dem Fräulein Tberese Koder mann, derzeit Jndiistrielehrerin in Heiligen-Geist und Hausbesitzerin in Cilli erth,ilt. Der „Cillier Ädend", der letzten Sonntag in Graz abaebalten wurde, war von nicht weniger al« 46 Personen besucht, unter welchen sich aus Cilli die Herren Dr. Neckermann sen. und Josef Herzmann eingesunde.i hatten. Die Stimmung war sehr animiert. Die letzten ..Cillier' find noch nach 2 Uhr morgens fröhlich beisammen gewesen. Die Versammlung beschloß u. a,. daß an jedem Mittwoch in der »Stadt Neugraz' „nichtoff>cielleS' Stelldichein ist. Tanzunterricht. Der akademische Tanzmeister Herr (Sichler wird am 1. Juni in unserer Stadt wieder seine Lehrcnrse für Tanz und Anstand eröffnen. Windisches Studentenprolrtariat. Wie wir nicht ohne ein Gefühl der Schadenfreude schon seit längerer Zeit zu bemerken Gelegenheit hatten, gibt es schon in der windischen Mittelschuljugend eine Menge großer Politiker, die infolge ihrer N-benbefchäftigung als solche das Studieren an den Nagel hiengen. Die slovenische» Krakehler sind eben gewissenlos und wohl auch kurzsichtig genug, das Pflänzchen bei NationalitätenhasseS schon in daS zartere Jugendherz zu pflanzen und diese« sonach sonstigen Gefühlen für Bildung und Wissen zu entfremden. Zunächst hat dieser den praktischen oder eigentlich wohl den unprak-tischen Erkolg. daß derlei Studentenexistenzen für da» Studium und sonach auch sür ihre ganz« Zukunft verloren sind. Meist fristen sie dann al« Tagschreiber ihr Leben, vielfach kehren sie wohl auch wieder hinter den heimatlichen Pflug zurück, für welchen sie eigentlich bestimmt O waren. Gewiß aber ist e«, daß diese oerun-glückten Studenten da« unzufriedene Volkselement bilden, welches in Slovenien schon zu einer wahren Landplage geworden ist. Diese« mußte wohl auch der gewiß radicale „SlovenSki Na« rod" einqesehen haben, da er in einer seiner letzten Nummern sür die slovenische Jugend in einem längeren Aussatz« den Satz ausstellt und anweist: „Zuerst studieren und dann politi-sieren!" —tti. Ueberfall auf der Sahn. Dem früheren Schriftleiter der „Deutschen Wacht" Herrn Prof. L ö g e r. der am 6. Mai mit dem Schnellzug« über Nimburg-Jungbunzlau an feinen künftigen Bestimmungsort (Leipa in Böhmen) reiste, traf ein ganz eigener Unfall. Er wurde in Nimburg in ein Coup6 II. Classe gewiesen, woselbst soeben ein k. k. Beamter in Uniform Platz genommen hatte, der sich später al«. wegen Krankheit aus längerem Urlaub nach N. reisend. auSwie«. Dem Schriftleiter fiel wohl anfänglich da« etwas confuse Gehaben des Mitreisenden auf, legte demselben übrigens keine weitere Be» deutung bei. als mit einemmale, al« sich Prof. Löger nach Abfahrt von der Station Rehbörfel anschickte, seine Effecten vor dem AuSsteigen in Ordnung zu bringen, sich sein Gegenüber hastig erhob; seine Augen rollten unheimlich und mit ausgestreckter Hand fuhr er auf den höchlich Ueberraschten lo« : „Sie führen wa« im Schilde!' „Sie wollen mich umbringen!" und drängte den Echristleiter in eine Ecke, als wolle er ihn erwürgen. Zugleich riß er den Säbel au« der Scheide und wollte damit auf Pros. Löger ein-dringen, derselbe aber begriff sofort, cr müsse e« mit einem Geisteskranken zu thu» haben, stürzte vorwärts, fiel dem Beamten, einem älteren schwächlichen Herrn, in den Säbel und hielt ihn und die Hand dt« Angreifers fest, konnte aber nicht zur Stelle de« Nothsignal« gelangen. Der Beamte schrie um Hilfe, während Prof. Löger ihm zurief : Besinnen Sie sich. Sie sind nicht bei Trost; niemand will Ihnen wa« thun. Sie sind kaiserlicher Beamter; bedenken Sie, was Sie thun! Aber der Unglückliche tobte und lärmte fort. Prof. Löger rief nun auch um Hilfe, denn der Exaltierte drohte, ihm den zum Glück nicht geschliffenen Säbel au« der Hand zu winden. Da hielt endlich der Zug stille. Aus daS Geschrei hin wurde die Coup4-thüre von außen aufgerissen und ein Bahnbe-diensteter entriß dem Beamten sofort den Säbel, während der inspirierende Gendarm und der StationSches beide Reisende aufforderte, sich zu legitimieren und den Hergang zu erzählen. Eine große Menschenmenge hatte sich aus dem Bahn-hose eiiigkfunden. man wußte selbstverständlich ansangs sich den Vorgang nicht zu deuten; doch überzeugte sich der Herr StationSches sofort von dem Sachverhalt, forderte übrigens beide Reifende auf, ihn zur k. k. Staatsanwaltschaft zu begleiten, woselbst Herr S». A.-S. Danzer von der Sachlage durch den StationSches unter» richtet wurde. Der Säbel d>'« Beamten war auf dem Bahnhofe deponiert worden. Prof. Löger erklärte, er stehe zu weiterer Einvernahme zur Verfügung, womit der aufregende Zwischen-fall seinen vorläufigen Abschluß fand. Die gerichtlichen Erhebungen führte Herr Dr. Thausig. ES ist bereits durch ärztliche Untersuchung fest-gestellt, daß der Unglückliche, ein Grundbuchs-führer aus I. in Schlesien in unzurechnungS-sähigem Zustande gehandelt hat. Sachfeufeld, 8. Mai. ^S t e r b e f a 11.) Am 6. Mai verschied hier im Alter von 17 Jahren Karl S a d n > k. Sohn des hiesigen Spenglermeisters und Hausbesitzers Johann Sadnik. Das Leichenbegängnis fand am Sonntag am 8. Mai unter zahlreicher Theil-nähme der Bevölkerung statt. Hinkenbergban in Tchönsteio Aus Schön-stein wird uns geschrieben: Zu Beginn diese« Monates sind die Herren Oberbergrath G ö b e l aus dem Ackerbauministerium und Bergralh Brunner, Direktor der Cillier Zinkhütte hier gewesen um den hiesigen Blei- und Zinkerzberg-bau zu inspirieren. Man gibt sich hier der Hoffnung hin, daß der Bergbau «ieder in Betrieb gesetzt wird. 4 Der Pettauer Gemeinderath hat in seiner letzten Sitzung den löblichen Beschluß gefaßt, die Herstellung «iner allgemeinen städtischen Schlachthalle in Angriff zu nehmen. Die Sanität«« Bau- und Recht«section wurden damit betraut, einleitende Schritte zu thun. In derselben Sitzung sind dem Handel«gremium zur Er-hallung der kaufmännischen Fortbildungsschule für da» laufende Jahr 100 fl. Subvention bewilligt worden. Herr Gemeinderath Adolf 5 e l l > n s ch e g sprach über die Bahnfrage Krapina-Pettau'RadkerSburg und beantragte, daß der ganze Gemeinderath dem bezüglichen Comite bei trete. Seltenes Waidmannsheil. Aus W i n d i s ch-graz, 7. Mai, wird uns mitgetheilt: Am gestrigen Morgen schoß Herr Dr. T o m s ch e g g bei der Roßhütte unter der Koralpe im Jagd> gebiete deS Herrn H i r s ch l e r im ärgste» Schneegestöber einen Auerhahn und zwei Birkhähne. Die Se»erbeschule in Windischfeistrch hat unter der tüchtigen Leitung des Oberlehrer» Herrn W i n d i s ch unter Mitwirkung der Herren Lehrer Reich und Kolletnik heuer sehr schöne Resultate auszuweisen. Bei dem vor Kurzem stattgehabten Schluß der Schule hauen Fachmänner Gelegenheit sich von der Thätigkeit der Herren Lehrer zu überzeugen, der die schönen Resultate zuzuschreiben sind. Bedauerns-werth ist es, daß die Herren Meister für die Schule nicht da» Interesse an den Tag lege» welche» man voraussetzen sollte. Brandlegung. Wie uns unterm 8. d. an» Windisch-Feistritz geschrieben wird, so hat sich bei dem dortigen Bezirksgerichte der 23 Jahre alte Knecht Johann H o r v a t aus Stopno selbstgestellt und die Anzeige erstattet, daß er den am 8. December 1884 abends bei der Keusche des Anton B e r n a t in Ternovetz auSgebrochenen Brand, welcher diese Keusche einäscherte, gelegt habe. Die damals sofort über die Entstehungsursache deS Brandes eingeleiteten Erhebungen konnten kein Resultat erzielen und mußten sonach eingestellt werden. Einbruchsdiebstahl. In der Nacht vom 29. auf den 30. April sind bei der Grund-besitzerin Juliana ©eil in St. Johann am Draufelde nach Aufreiß«» des Daches, unbe-kannte Thäter in den Dachboden eingedrungen und haben Kleidungsstücke im Gesammlwerthe von etwa 15 fl. eniwendet. Menschenknochen wurden am 0. Mai in einem Weingarten zu Melbing bei Marburg von Weingartarbeitern. welche Gruben machten, auSgegraben und hievon die gerichtliche Anzeige erstattet. Sertinsnachrichten. In der hiesigen .Freiwilligen Feuerwehr' herrscht seit einiger Zeit besonder« rege» Leben; es wird mit großem Eifer an der Ausbildung neu eingetretener Mitglieder gearbeitet. Herr Feuerwehrhauptmann E i chb er g e r beabsichtigt nächster« den Gemeinderath zu einer Schul-und Schauübung einzuladen, damit er sich von der Einzelausbildung und Schlagfertigkeit des Institute« zu überzeuge» Gelegenheit habe. In der JahreS-Hauptverfammlung des Cillier Turnvereines wurden folgende Herren gewählt, u. zw. in de» Turnrath: Josef Rakufch Sprechwart, P a c c ch i a f f o Säckelwart, T i f ch I. Schriftwart, Dr. Sch mid II. Schriftwart, Grandoschegg I. Turn-wart, Dr. K o w a t s ch i t i ch 11. Turnwart, Slawitsch Zeugwart. Ersatzmänner: K l e m e n t s ch i t s ch, HanS M a x e e für die Gewerbe-Inspektion erfuhren im Jahre 1891 eine Ver-mehrung; ab.r auch der Umfang der Thätigkeit nimmt stetig zu, wie die einzelnen Berichte dar-thu». E« ist wohl nicht zu erwaiten, daß eine oberflächliche Durchsicht de« Berichte« — zu einem gründlichen Lesen gehört jedenfalls einige Zeit — all daS Interessante und Mittheilen«» werthe ersässe, da« sich in dem Buche vorfindet; es soll deshalb in Folgendem blo« da« repro-duciert werde», wa» unS al« dos Bemerken«-wertheste in den Ausführungen deS Central« Gewerbe-Jnipecior« erscheintE« wird zunächst constatiert, daß die Maßregeln zum Schutze von Leben und Gesundheit im Gewerbebetrieb mit immer größerem Erfolg zur Durchführung kommen; leider seien in einzelnen Betrieben auch Rückfalle zu verzeichnen, indem bereit« be-standen? Verbesserungen in Verfall gerathen. Mit besonderem Lob gedenkt der Bericht de« gewerbe-hygienischen Museums und der Wichtig-keit desselben für die Entwicklung der Gewerbe-Hygiene. Die schiedsrichterliche Thätigkeit der Gewerbe-Jnspectoren wurde auch im Jahre 1891 von Unternehmern sowohl als von Arbeitern, von Letzteren in der Mehrzahl der Fälle, angerufen; meist erwies sich die Jnter-vention als erfolgreich und alle Theile befriedigend. Die Arbeitszeit betreffend, stellt der Bericht fest, daß die elfstündige Arbeitszeit in den Fabriken Regel fei, Ileberschreitungen werden immer seltener. Viele Unternehmer haben die zehnstündige Arbeitszeit eingeführt und gute Resultate erzielt. Bezüglich deS Lehrlingswesen« wurden gleich traurige Wahrnehmungen gemacht, wie in früheren Jahren; insbesondere gelte dies — wie mehrere Einzelberul te ausführen — im Kleingewerbe. Die Arbeitstheilung sei übrigens bereits so weit fortgeschritten, daß einzelne Kleingewerbe, weil sie nur mehr ein verschwin-dender Theil des Faches sind, Lehrlinge kaum vollständig ausbilden können. Die gewerblichen Genossenschaften mildern in einzelnen Fällen die Uebelstände im LehrlingSwesen. Was bezüglich der unzureichenden Schulbildung von Kleinge-werbetreibenden und die nachtheiligen Folgen dieses Mangels im Berichte ausgeführt wird, dürfte manchen Widerspruch wecken. Die betreffenden Bemerkungen sind aber angesichts der Bedeutung des Buche«, i» welchem sie ge-macht werden, sehr beherzigenSwetth. Wir citieren nach dem Bericht: „Eine Besserung 1882 (bezüglich der Auffassung des Lehrvertrage« seitens der Meister), wenigsten« in der Zukunft, erscheint von dem Einflüsse der Schule zu er» warten. E» muß diese» Moment um so nach-brieflicher betont werden, al«. wie die« sich im Berichte für Wien auf Grund von eingehenden, ohne Voreingenommenheit gemachten Beobachtungen ausgeführt findet, in dem Zurückbleiben der Kleingewerbetreibenden in ihrer technischen und cvmmerciellen Vorbildung einer der Haupt» gründe des Darniederliegens de« Kleingewerbe« und seines Zurückgedrängtwerven« durch den kabrikSmäßigen Betrieb zu ersehen ist. Unzweifel-haft ist noch ein genügender Spielraum zur Entfaltung selbst im Rahmen des Klein« gewerbe« gegeben; allein, und es ist dies schon vielfach angeführt worden. eS bedarf der Erweiterung des Wissens, des Können», vor Allem aber de» Erstarken» vernünftigen, auf Erfassung der Verhältnisse beruhenden Wollen«, erscheint also von Momenten abhängig, die nur durch bessere Schulbildung erreichbar erscheinen. • Arbeit«einstellungenkamen auch im Bericht«« jähre in großer Zahl vor: sie konnte» jedoch fast durchweg» leicht beigelegt werden. So ziemlich in a!!en Fällen wurde die Jnter-veniion des Gewerbe-Jnfpector» verlangt; gewiß ein glänzende» Zeugnis für den Werth und die Werthschätzung der Errichtung. So viel für heute. Nochmals möge nur betont werden, daß auch der vorliegende Bericht sich als ein über« au» schätzenswenhe« Nachschlagewerk für Jeden erweisen wird, der die Beschaffenheit de« Gewerbe» aus positiven Daten wird kennen lernen wollen. * Krankenversicherungswesen in Cilli. In der Sadt Cilli hat die die Gericht«bezirke Cilli, Franz und Oberburg um-fassende „Bezirkskrankencasse Cilli" ihren Sitz. Hier bestehen aber auch ÄenoffenschaftSkranken-cassen und zwar für die Genossenschaft der Metall - und Baugewerbe, umfassend dieBau-,Wagner-,Faßbinder- undMetallgewerbe, und zwar die Gewerbe der Schlosser. Gürtler, Spengler. Kupferschmiede. Metallarbeiter, Gold-und Silberarbeiter. Uhrmacher. Messerschmiede, Büchsenmacher. Schmiedgewerbe, Optiker, Mecha-niker. dann Bau- und Maurermeister, Zimmer« mannS- und Steinmetzgewerbe für den Gericht«« ?ezirk Cilli mit Ausnahme des Sprengel» der Collectiogenoffenschast in Sachsenfeld; weiter» der Genossenschaft der Kleider-, Schuh-, Kappen-, Handschuh- und Regenschirmmacher, Modistinnen, Kürschner, Färber und Seiler mit demselben Umsange, wie die vorige Genossenschaft; dann ver Genossenschaft der Fleischhauer und Klein-schlächter de« Stadtbezirke« Cilli. dann der Gerichtsbezirke Cilli. Tüffer, Gonobitz und Franz. LehrlingSkrancencassen bestehen bei diesen Genossenschaften gleichfall». Die Collectiv« Genossenschaft der Gewerbe der Anstreicher, Maler, Schilder- und Schriftenmaler, Buchbinder. Bürstenmacher, Drechsler. Friseure, Gärtner, Glaser. Hafner, Hutmacher. Kammacher, Korb« und Sesselflechter, Lebzelter und WachSzieher, Riemer und Sanier. Seifensieder, Tapezierer, Tischler. Vergolder, Zuckerbäcker und Gefrornes« Erzeuger, Lederer, Weißgärber und Bäcker, dann der Bildhauer mit dem Umfange des Stadt« bezirkes und GerichtSbezirke« Cilli, ausgenommen den Sprengel der Sachsenfelder Genossenschaft streben nun ebenfalls die Grün« dung einer eigenen Genossen« jchastS-Krankencasse an, nachdem sie eine LehrliogSkrankencasse gemeinschaftlich mil der Genossenschaft der Metall» und Baugewerbe schon besitzen. Wird diese Krankencasse genehmigt, und darüber besteht kein Zweifel, so haben wir in Cilli nur noch da»' Handelsgremium und die Genvssenschast der Gast- und Schankgewerbe, sowie die neu zu constituirende Kleinhändler«-genvssenschast, welche dem Verbände der Bezirk«» krankencasse angehören. E« würd« dann da« Schwergewicht der Krankencasse auf die Gericht«-bezirke Franz und Oberburg fallen, wa« di« vorerwähnten städtischen Gewerbetreibende« mit ihren Interessen kaum vereinbarlich finden dürften, e« ist vielmehr al« 'naturgemäß anzu» nehmen, daß sodann diese Genossenschaften an D-«tfche 5 )« Gründung einer eigenen Genossenschaft»-franftncast'e schreiten werden, wonach der Be-ß»ad der gegenwärtigen vejirkSkrankencasse iilli als solcher aufhören müßte; c« würde die >»flöiung dieser Krankencasse und die Errichtung min neuen BezirkSkrancencasse mit dem Sitze in Franz oder Oberburg die natürliche Folge davon sein. « « ch Die hiesige ärarische Zinkhütte bat ihren Austritt auS der Cillier Krankencasse vorgestern «gezeigt; sie gründet eine Bruderlade. Der Gasverbrauch hat hier im »«flössen,n Jahre um einige Tausend Cubik-mter zugenommen; es ist dieS umso bcmer-kiSwerther, als durch den Beschluß der Cillier tausmannschast. di« GeschäftSlocalitäten schon in 7 Uhr abends zu schließen, von den Kauf--ieuten bedeutend weniger GaS verbraucht wird, lie städtische Gasanstalt wird einen Theil der Mren auswechseln müssen, da der Durchmesser derselben dem gesteigerten Consum nicht mehr «»spricht. Obst und Wein in Unter st ei« r-ark. „Wenn kein Frost kommt" sagen die diesigen Landwirthe, gibt eS in Untersteiermark detier ein selir gutes Obstjahr. Das kühle Wetter hat nicht nur nicht geschadet, sondern bedeutend jtaützi, und der letzte Schnee keinen Eintrag gethan. In den Weingärten steht eS dagegen schlecht. Die Winterfröste haben der Rebe viel-fach bedeutenden Schaden zugefügt. In den «eisten niedriger gelegenen Weingärten ist gegen tn Drittheil der Rebstöcke .abgefroren." Im llebrigen sind die untersteirischen Bauern davon «Mich abgekommen, in der PeronoSporafrage allein den lieben Gott walten zu lassen, die meisten „spritzen' nun schon fleißig, und lassen also auch den Verstand, den ihnen der Schöpser gegeben, dreinreden. Viele sreilich zu spät. Der „Kronprinz Rudols Obst-|ud)t«4if rein" in St. Georgen a. S. wird diesmage eine Jahresversammlung abhalten. Lm besten wäre es wohl, wenn er seine unersprießliche Thätigkeit einstellte, und den miserablen Lbstgarten irgend einem Bauer überließe. Herichtssaat. v?berlandksgrrichlsprälide»t £)r, 3osef R. , Vaser hat einen Urlaub genommen, und soll, «i< das „Grazer Tagblatt' unter strengster Reserve mittheilt, beabsichtigen, in den Ruhestand zi treten. Der Herr Ob«rIandesgerichtSpräsid«nt erfreut sich trotz seines Alters noch völlig seiner bekannten Geistesschärfe. Preßklage. Herr Moriz Duflfchmib, Herausgeber der „Gewerbe-Zeitung", hat gegen Mit früheren Schriftleiter der „Deutschen Wacht' Herrn Prof. A. L ö g e r wegen, eines in Nr. 33 der .Deutschen Wacht", enthaltenen Artikel« die Klage beim hiesigen Kreisgerichte al« Preß-zericht überreicht und wird diese Verhandlung vor den Geschworenen zur Austragung gelangen. Kunst. Schriftthum, Schauvühne. O a r t e t t U d e l. Wie wir erfahren, wird daS Udel-Quartett im Lause des Monats Mai m Cilli ein Concert veranstalten. Internationale Musik« und In« ftrilmenten-Zeitung. Die sieben erschienene Kammer 2 hnngt da« Porträt <»d. Ärcmfi r'S, ein« Erzählung aus der Feder desselben, gediegene jachattifel, Theater und Concertberichte und eine »nie Komposition von I. E. Hummel, »Olga", K»leomozurka für Klavier. Diese« von Franz Wagner herau«geg,le»e Fachblatt ist nunmehr mich alt officielleS Organ »er BlaS- und Streich-aftrumenten- und Harmonikamacher-Genossenschaft cnuant worden. Probenummern gratis durch die vmiaistration Wien, II., Proterftrofee 35. Gesammelte Schriften »on Ludwig ßhilipp son. Her»u«gegeben von Dr. M. Philipp-s». Lieferung 13—16. (BreSWrn, Schlesische Ber-liztanstali vormals S. Schottlaender.) Zu den Kchriststellern, die viel zu wenig gelesen und ge mn»izl werden, und e« doch verdienen der groben Stifte de« Deutschen Volke« »ertraut »u sein, gehört auch Ludwig Philipp son. Da« empfindet man lebhaft bei der so äußerst anregenden Leclüre seine« großen historischen Roman« „EepphoriS und Rom", dessen Fortsetzung die eben vorliegenden Lieferungen der „Gesammelten Schriften" entHallen. Der genannte Roman spielt im 4. Jahrhundert und erweckt ebensowohl durch die anschauliche Schilderung der geschichtlichen Ereignisse und der Denkweise und Lebensverhältnisse einer weit zurückliegenden Epoche, wie durch die Gestaltung und Entwicklung der Charaktere und die spannende Fabel da« Interesse deS Leser«. — Dem verdienstvollen Unternehmen der Verlag«handlung ist der beste Erfolg zu wünschen! (Fünfzig Jahre im Dienste de« nationalen G ed an ke n ».) Bre«lau, Schlesische Kunst- und BerlagSanstalt. vormal« S. Schott-laender. Prei« gehestet :i Mark. Unter diesem Titel hat Karl Biedermann der Veteran de« National-Liberalismus, eine Sammlung seiner Aufsätze und Reden herau«gegeb«n. Wie standhaft und unermüdlich er während dieser langen Zeit von fünfzig Jahren, sein Ziel, die Einheit Deutschland«, verfolgt bat, dafür ist dem Verfasser, wie er selbst in der Vor-rede zu dem Bn.be sagt, »ein Zeugnis zutheil ge-worden, wie er es sich wertvoller nicht hätte wünschen können." nämlich folgende Worte, die Fürst BiSmarck am 29. Februar 1^88 ihm geschrieben : „Gestallen Sie mir, Ihnen meinen Dank, meine Anerkennung auszusprechen, für die Treue Ihres, durch keinen Wechsel der politischen Lage beirten Festhalten« an dem nationalen Gedanken und für die Thätigkeit, welche Sie für die Verwirklichung diese« Gedanken« auch in Zeiten entfaltet h ben, wo eine Aussicht auf Erfolg noch nicht vorlag." Nebe» dem per-fönlichen Interesse, welche« die Schrift durch die Verauschaulichung der 50j$hr. Thätigkeit ihre« Verfasser« al» Publieist und Parlamentarier sür sein« vi'len Freunde und Gesinnungsgenossen haben dürfte, enthält sie auch ein sachliches, indem sie die »er-schiedenen Phasen, die der nationale Gedanke in diesen letzten fünfzig Jahren durchlaufen hat, v«r-gegenwärtig^ und zwar nicht blo«, wie de« Ver-fasser« „Mein Leben und ein Stück Zeitgeschichte," zu dem sie eine Art von Nachtrag bildet, in der Form der Erzählung, sondern in der Form der lebendigen Rede in Wort oder Schrift. Der Ver-sasser hat sein Buch der nationalliberalen Partei Geiammt-DeutschlandS und ihrem hochverdienten Führer Rudolf von Bennigien zu ihrem süniund-zwanzigjährigen Jubiläum gewidmet. Die erste Auflage ist bereit« vergriffen, und die zweite be- findet sich unter der Presse v. R. * ♦ • Musik- und T he a t e r-A u »st e l l u n g. Anläßlich der Eröffnung der internationalen Musik-und Theater Ausstellung in Wi.n biet, Markgraf Pallavicini an den Kaiser folgende kurze Ansprache: „Seitdem durch die Gnade Euerer Majestät die Reichshauptstadt Wien auf'« neue mächtig erweitert wurde, öffnen sich ihre Thore zum erstenmale einer internationalen Schaustellung. Hier sollen zwei der edelsten Künste, die Musik und daS Drama, ihre Triumph« feiern; hier sollen der Welt die künst-lerisch«, technische und wirthschastliche Bedeutung, sowie die Entwicklung derselben vorgeführt werden. Durch das Zusammenwirken einer begeisterten Schaar von Männern des In- und Auslande« ist das Werk nunmehr vollendet, und erlaube ich mir, unterthänigst zu bitten, Euere Majestät geruhen, der Ausstellung, welche gemeinnützigen Zwecken ge-widmet ist, dadurch besondere Weihe verleihen zu wollen, daß Euere Majestät in allerhöchst-eigener Person dieselbe für eröffnet erklären." Der Kaiser erwiderte hierauf: »ES erfüllt Mich mit lehhaster Befriedigung, daß hier in Wien aus dieser treuen Pflegestätte der musikalischen und dramatischen Kunst ein so bedeutende» gemeinnützige« Werk in» Leben gerusen wurde und Dank der ent» gegenkommenden Betheiligung und dem werkthäligen Zusammenwirken der berujensten Jactoren deS In-und Au»lande« seiner Vollendung zugeführt worden ist. Möge da» mit mühevollem Eiser und aner-kennen»werther Au»dauer angestrebte Ziel diese» schönen internationalen Unternehmens möglichst vollkommen erreicht werden und damit dessen Aufgabe nach allen Richtungen erfolgreiche Lösung finden. Mit diesem Wunsche erkläre Ich die Ausstellung für eröffnet I" Hierauf trat der Monarch den Rund-gang an. I n S t. M a r « i n bei Erlachstein hat sich eine kleine Theatergruppe Niedergelassen, die übrigen« gar nicht schlecht spielt. Die „slovenische" Partei dortselbst hat e« über'« Herz gebracht auS „National-princip" die Vorstellungen nicht zu besuchen. Sehr ehrenwerth und sehr tapfer! Wie wir der „Pettauer Zeitung" entnehmen, hat dort da« vaterländische Volksschauspiel „Der Napvleonschütz" von August Heller sehr gut gefallen. Der Verfasser hat da« auch schon in Graz gegebene Stück in einzelnen Theilen umgearbeitet. Mittheilungen der Schriftkeit««g Den Deutschen Cultenbergs: Hat u»s herzlich gefreut! Nach Fichtenwald: Besten Dank, da für heute leider zu spät, in nächster Nummer. v. R in £. In nächster Nummer. 3. in Cilli. In nächster Nummer. Aeriioröene in der Stadt Eilli vom Monate April 1692. Bincenz Matzenaue r, k. k. Stabs Felb» webel, 80 Jahre. Hvdrops.; Josef Ez« rny. gew. Mauteinnehmer, 75 Jahre, Selbstmord; Johanna Matzenauer, EantineurinStochter, l Jahr, Pneu-monie; Theresia HauSbaum, Private, 79 Jahre, Altersschwäche ; Josef Ezerny. Agent, 35 Jahre. Tuberculose; Franz Schmiermaul. Ringelschmied. 'U Jahre, Magenkrebs ; Martha Zorzi ni, Holelier«tochter. 11 Monate, Fraisen; Ursula Skrabl, Bedienerin, Jahre, Hvdrops. Kourse der Wiener Börse vom !l. Mai 1692. Silberrente ....... fl. 95-05 Notenrente........ 95*50 Goldrente......... 111.45 5&ige Märzrente...... 101.35 Bankactien........ 9.90— Ereditactien........ 320 75 London, »ista....... 119*70 20 Frankenstücke....... 9*50 Münzducaten.......„ 5*64 100 Reichsmark....... 58*55 olottsjiehungeu vom 7. Mai 1892. Wien 41 18 04 8 84 Graz 65 72 39 63 68 Hilenvahnverkeör. Abfahrt der Züge vs» Cilli in der Richtung nach: Wien: l*38nacht«(S.-Z>); 1*51 nachm. (Sch.-Z.); 5*24 nchrn. (P.-Z.)3.10nacht«; (P.-Z.)) 6*25früh(Sec.-Z.1: 8*49 vorm. (G.-Z.); Triest: 4*22 nacht« (S.-Z.): 3.24 nachm. (S.-Z): 1*51 nacht« (P.-Z.): 10.20 vorm. (P.-Z); 5*40 abend« (G.-Z.) 6*30 früh.S.-Z. Wöllan: 6*55 früh 3*50 nachm. Änkunfi der öüge in Cilli in der Richtung von : Triest: 1*36 nacht« (S.-Z.); 1*49 nachm. (S.-Z.); 5*19 nachm. (P.-Z.); 3*05 nacht« (P.-Z.): 9.04abend«(Sec.-Z.); 8*41 vorm. (G.-Z.); Wien : 4*21 nacht« (S.-Z.); 3*22 nachm. (S.-Z.): 1*44 nacht« >«> Wetten, Spielen \ uPfiPHlsPT ssstä» UUUUllMjl ^^ine'^M „Sprutiujt wnon Vorficht beim Einkaufe von Z a ch e r l i n. kein offenes In-sectenpulver, denn ich babe Zacherlin verlangt ! .... Man rühmt diese Specialität mit Recht al« daS weitaus beste Mittel gegen jederlei In-secten. und darum nehme ich nur: eine versiegelte Flasche mit dem Namen „Zacher!" an!" Cilli Montprela Hrwtuin Tr»»» * etigrt. «Io,l Woll« tun «k. Kr»», .4»naflR. Bert. PrllS. ,t»i M»tic. Wog« lt Mil»» ?. tco Sanas. *«h». Sch-sch-rt». Alwin Vanctlxiin. HruitniKC S>rk>«i(«ld Sl limrf» St. Jnhnnn St. Marela TU »fr Trifall W. KcUtriU 3o(. OTost. 9. ÜMotocni'. ijrnnj Sartut. 4«r[ drl Wchto. 3o|. ffiogncr. flut, gf«lachn. Iriloll« ?r»d«»>< fitomrr. W»b Et anowiy. K. Sllgcr » L»d> »70 LaÄH'sudg.us bei Cilli (Steiermark). Altberühmte Akralotberme v. 2<<-2 Grad iR. 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VIt xxxxxxxxxxxx+xxxxxxxxxxxi ll per Liter 10 kr. zu. lia-Toen IRa,tlitL£njLsgra,ss© 3 in & !$«}*(«. Bei regelmäßigem Bezug werden Hau« gestillt die Flaschen zu jeder Zeit ins neu. sowie tmgu&g, liefert hllllgat and mit iD Graz. Theodor Gunkel, Bad TülTer, Curorte. üutgebruiinte Mauer- sowie Dachziegel haben bei Job. J e 11 e n r. Katlibaus-gutsse 19. ;:ai-38 Z. 3695. Kundmachung. .182 Bei dem gefertigten Stadtamte können 2 Stück gefundene Banknoten gegen Nachweisung de« EigenthumSrechteS behoben werden. Stadtamt Cilli, am 6. Mai 1692. Der kaiserl. Rath und Bürgermeister: Dr. Ät-ekermann Kundmachung. 378 An der fteicrmär». Lande« Ackerbauschalt zu Grottenhos bei Graz kommt mit Beginn deS Schuljahres 1892/93 d. i. vom 15. September 1892 angefangen, eine größere Axzahl von LaudeS-Freiplaye» zu verleihen. Die Aufgabe dieser Schule ist die weitere Ausbildung von Söhnen fteirischer Landwirte auf Grund ihrer in der Volksschule erlangten Kennt» nisse für den landwirtschaftlichen Beruf. Jeder Zögling hat zwei Jahre, bei nicht ganz genügenden Vorkennt-nifsen drei Jahre an der Anstalt zuzubringen, erhält daselbst die volle Unterkunft und die landesübliche Kost und hat sowohl an dem Unterrichte, als auch an allen landwirtschaftlichen Arbeiten theilzunehmen. Für Klei-dung und Schulrequisiten hat jeder selbst zu sorgen. Die Zöglinge müssen zur Zeit ihres Eintrittes in die Anstalt min-bestens 16 Jahre alt, körperlich kräftig und gesund, unbescholten, im Be-sitze dtS Entlassungszeugnisses der Volksschule und m>t den gewöhnlichen landwirtschaftlichen Arbeiten vertraut sein. Die Bewerber um diese Freiplätze haben ihre mit dem Taufschein, Heimatsschein, GesundheiiS- und JmpfzeugniS, Sitten- und Schulzeugni« belegten Gesuche, welchen außerdem auch ein gemeindeämtlicher Nachm.is der VermögenS-Verbältnifse anzuschließen ist. dem Direktor der Landes-Ackerbauschule bis längsten« 15. Juli 1892 persönlich zu überreichen und sich vor demselben einer Prüfung über ihr« in d,r Volksschule «rlangten Kenntnisse zu unterziehen. Graz. am 5. Mai 1892. Vom fteierm. Landes-Ausfchuffe. Der mii k. u. k. allrrdöchster Anerkennung und bei den größten Weltausstellung«» mit den höchsten Auszeichnungen prämiirt« Gleilhenbcrgcr „Johalllliswuin" ist als ein besonders mit Wein und Fruchisäften gemischt, sehr wohl» schmeckendes kohlensaures natürliches Erfrischungsgetränk, kin alkalischer „Gesundbrunnen", dessen chemische Zusammensetzung ihn durch einen den kohlensauren Natron begleitenden leichte» Kochsalzgehalt »ür die Ver-dauung besonders zuträglich erscheinen läßt. weShalb sich dieser Säuerling vorzüglich für fortgesetzten diätischen Gebrauch eigne». Der Gleichenberger „Jobannisbrunnen" besitzt auch gegenüber anderen Mineralwasser» die hervorragend« Eigenschaft, daß er gemengt mit säuerlichem Wein, letzteren nicht färbt und bewahrt seine Güte selbst wenn die Flasche längere Zeit «»tkorkt ist. Zu haben in Cilli bei Herren Josef Matic, Traun 6s Stiger, Alois Walland, Wogg