Llliblllhtr Tagblatt.. Redaction und Expedition: Bahnhofgaffe Nr. 15. «rä»lim-r-tionsvr-is- . 2nskrtion»preisr! Ein. .. ^ ^ Pränumer-tionspr-ise ^ 2ns-rtion»Pri>sr: Sin- , ^ Nr. 83V. MLVSLLM Montag, 7.Oktobcr 1878.— Morgen: Brigitta. 11.Jahrg. Mit dn s°st-S-n,jähr.fl.lü. ^ i-igen bi, S Z-ilm SV kr. ^ ^ ^ Vom Tage. Der Grazer „Tagespost" wird angeblich aus offiziöser Quelle mitgetheilt: Die leitenden Kreise Hi lten sich betreffs des Modus der Beschaffung der Occupationskosten einstweilen dahin geeinigt, daß der laufende Dienst damit nicht belastet werden dürfe, sondern daß diese Kostenbeschaffung den Gegenstand einer besonderen Kreditoperation zu bilden habe. Uebrigens glaube man mit weiteren 50 Millionen das Auslangen zu finden. Als zweifellos gelte, daß von der Aufnahme einer unverzinslichen schwebenden Schuld, welche mit der Emittieruug neuer Staatsnoten gleichbedeutend wäre, nicht die Rede sei. Graf Andraffy besitzt, wie uns der „P. Lloyd" erzählt, bis zur Stunde das volle Vertrauen Sr. Majestät und dessen unbedingte Gutheißung für seine Politik; davon konnten sich speziell die ungarischen Minister in den jüngsten Tagen neuerdings überzeugen, und es wäre ja auch kaum zu ihrer Demission gekommen, wenn sich die Sache anders verhielte. Fürst Bismarck erklärte, von seinem Amte zurückzutreten, falls der Reichstag das Socialisten-gesetz nur in einer Abschwächung annimmt. Parlamentarische Kreise betrachten dies als eine leere Drohung. Die Grazer „Tagespost" theilt folgendes Zweigespräch mit: „Die Kirche" — erklärte der Nuntius — „wird gerne bereit sein, bis an die äußerste Grenze des Möglichen entgegenzukommen." „Und ich" — erwiderte der deutsche Reichskanzler — „bin nicht gewohnt, das Gebiet des Unmöglichen zu betreten. Ich besorge sehr, daß die Möglichkeit bei Ihnen genau dort aushört, wo bei mir die Unmöglichkeit beginnt. Für cmen modus vivendi kämen wir uns doch „vielleicht nahe genug" — meinte der Nuntius wieder. „Vielleicht" — replieierte der Fürst — „aber ich hasse jeden inoäus vivenäi, denn er ist > nichts als ein fauler Frieden." Der „Reichsanzeiger" meldet: „Nach amtlichen Mittheilungen ist russisch er seits die Desarmierung derrussischen Häfen im Schwarzen Meere und die Aufhebung der unterseeischen Minen angeordnet worden." Der „Vakit" meldet, daß ein außerordentlicher Ministerrath beim Sultan stattgefunden habe, dem Hajrcdin und Hafis Pascha beigezogen waren. Es wurde beschlossen, die Vorschläge des Wiener Kabinetts wegen der Convention zurückzuweisen. In Belgrad verlautet, daß ein conser-vatives Ministerium gebildet werden wird, welches die bevorstehenden Wahlen für die Skup-fchtina leiten dürfte. Einem Privattelegramm des „Morgen-Tele-graf" zufolge ist ein Aufstand der Negerarbeiter auf Sainte-Croix ausgebrochen. „Szlavy dankte dem Kaiser für das in ihn gesetzte Vertrauen und erklärte, er halte die Situation für eine so ernste und erachte in so kritischer Lage die Mitwirkung eines jeden Patrioten für eine so heilige und unabweisliche Pflicht^ daß er sich sofort bereitwilligst dem ehrenden Aufträge Sr. Majestät unterziehen würde, wenn er sich heute noch im Besitze jener Gesundheit des Körpers und jener Elasticität des Geistes fühlte,, die ihm noch vor einigen Jahren zugebote stand. Leider sei dies nicht der Fall. Seine Kränklichkeit mache es ihm physisch unmöglich, sich der angebotenen Mission, welche die volle Kraft und Frische des Körpers und Geistes erheische, zu unterziehen. ,Der Kaiser erwiderte, daß er es bedauere, angesichts so-gewichtiger Gründe darauf verzichten zu müssen, Szlavy an der Spitze der Regierung zu sehen, und ersuchte nunmehr denselben, seine Ansichten über die Lage und dasjenige, was zunächst zu thun sei, auszusprechen. „Szlavy bemerkte, er wisfe nicht, welcher Ansicht jene Herren seien, welche Se. Majestät außer ihm noch zu vernehmen gedenke, und ob einer oder der andere unter ihnen die Konstituierung eines neuen Kabinetts zu übernehmen geneigt wäre. Seiner Ansicht nach wäre dies im gegenwärtigen Augenblicke jür jedermann mit den höchsten Schwierigkeiten verbunden. Zunächst müßte jeder, der an die Spitze eines neuen parlamentarischen Ministeriums zu treten gedenke, mit seinen Parteigenossen und überhaupt mit den hervorragendem Mitgliedern des Parlaments Fühlung zu gewinnen und mindestens bezüglich der brennendsten Fragen eine Übereinstimmung mit ihnen zu erzielen bemüht sein. Die hier in Betracht kommenden Persönlichkeiten seien jedoch zum großen Theile derzeit in der Hauptstadt nicht anwesend und würden auch wol vor Zusammentritt des Reichstages kaum hier eintreffen. Ueberdies sei unter den Zur Ministerkrisis in Ungarn. Der ungarische Ministerpräsident überreichte am 4. d. dem Kaiser das Demissionsgesuch des Gesammtministeriums. Das ungarische Amtsblatt wird die kaiserliche Entschließung in zwei Schreiben publicieren. Das eine wird die Annahme der Demission Szells mit dem Aufträge enthalten, sein Ressort bis zur weiteren Verfügung weiter-zuführen; das zweite die Annahme der Demission der anderen Minister mit dem Bedeuten, ihre Portefeuilles bis zur Ernennung ihrer Nachfolger weiterzuführen. Ucber die Audienz Szlavy's bei Sr. Majestät dem Kaiser bringt der „P. Lloyd" nachstehenden Bericht: „Der Kaiser eröffnete Szl avy zunächst, daß er die Demission des gegenwärtigen Ministeriums angenommen habe, und forderte Szlavy auf, sich der Bildung eines neuen Kabinetts zu unterziehen. Feuilleton. Die erste italienische Tombola. Die Arrangeure der gestrigen ersten großartigen Tombola in Laibach können sich rühmen, einen glücklichen Wurf gemacht zu haben, die prä-liminierten 10,000 Stück Nummertäfelchen fanden vollen Absatz, und es wären noch weitere 2000 Stück ohne Mühe abzusetzen gewesen. Die Teilnahme an diesem Spiele war eine sehr zahlreiche, in Laibach noch nicht dagewesene; die Räume des Kongreßplatzes und der Sternallee wurden von vielleicht 10,000 Menschen in Beschlag genommen, sämmtliche Fenster waren von Theilnehmern besetzt, alle Bevölkerungskreise, jung und alt, reich und arm, Deutsche und Slovenen, fanden sich ein, der Verlauf des Tombolaspieles war ein geordneter, ruhiger und animierter, die freiwillige Feuerwehr und die städtische Sicherheitswache machten sich um die Aufrechthaltung der Ordnung verdient, die herrlichste Witterung begünstigte dieses Volksfest. Die fünf Ternen L 5 Silbergulden haben gewonnen: Lorenz Suja, Bezirkshaupt- mannsgattin Paik, Frl. v. Zollendorf, N. Viditz und N. Roch (Zögling der Handelslehranstalt); die vier Quaternen L 10 fl.: Fräulein Seemann, Busko, Verhunc und Loger: die drei Quinternen L 25 fl.: Rem, Baic und Assemranz-Generalagent Hudabiunig; zum Bezüge der zwei Tombolagewinste L 100 fl. und 50 fl. meldeten sich vier Personen: die Herren Zabukovec, Victor Reitz, Modische! und Rittmeister R. v. Savinschegg. Nach dem Spielplane sollten die genannten vier Glücklichen um den ersten Preis L 100 fl. und sodann die übrigen drei Personen um den zweiten Preis L 50 fl. rittern; die genannten vier Herren wählten jedoch an Stelle des Ritterns den in moderner Zeit üblichen Weg des Ausgleiches, sie theilten die zwei Tombolagewinste im Gesammtbetrage von 150 fl. in vier gleiche Theile L 37^ fl. und ritterten nur um die zwei Fassungen (Reichsadler und Stadtwappen). Ein wesentliches Verdienst, das Tombolaspiel nach italienischem Schnitt in Laibach eingebürgert zu haben, gebürt dem Herrn Sanitätsrath Dr. Keesbacher, ihm zunächst den eifrigen und rastlosen Bemühungen der dabei beschäftigten Comitemitglieder. Nach Abzug der Barauslagen dürfte ein Reinerträgnis von 1000 Gulden erübrigen, welches zu gleichen Theilen den verwundeten Kriegern und dem Laibacher Kranken-Unterstützungsvereine zugeführt werden wird. Dieses günstige Resultat dürfte Anlaß geben, das große volkstümliche Tombolaspiel in der Folge öfter in Szene zu setzen. „Fatinitz a." Laibach hat seinen Liebling, eine gut besetzte Operette, und die Theaterdirection sichere Aussicht auf gute Kasse-Eingänge. Gestern und vorgestern ging die beliebte Suppe'sche komische Oper „Fa-tinitza" über die Bretter. An beiden Abenden war das Haus sehr gut besucht, die Aufführungen riefen stürmische, oftmalige Beifallsbezeugungen wach, die Ausstattung der Szenerie und Kostüme kann als eine splenoide bezeichnet werden, die Leistungen der ersten einzelnen Bühnenmitglieder in den Solopiecen und in den Ensemblestellen, auch jene des Ckorpersonales und deS Orchesters fanden allgemeine Anerkennung, der Totalerfolg war ein sehr günstiger. Uebergehend auf die einzelnen Leistungen berichten wir nun folgendes: Herr Fried mann (Ge- brennenden Fragen die brennendste jedenfalls die bosnische; diese aber könne durch das ungarische Ministerium und das ungarische Parlament allein nicht gelöst werden. Hiezu sei die Uebereinstimmung beider Regierungen und beider Parlamente dies-und jenseits der Leitha nothwendig. Was immer ein ungarisches Ministerium in dieser Frage vorzuschlagen gedenke, so könne ein solcher Vorschlag nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn das österreichische Ministerium dieselbe Richtung verfolgt Hiezu sei also vor allem eine Verständigung mit den österreichischen Ministern erforderlich. Nun wisse man aber aus den Zeitunyen, daß auch das österreichische Ministerium demissioniert habe. Was drüben weiter geschehen werde, sei unbekannt. Es fehle also für den Moment jener hochwichtige Factor jenseits der Leitha, mit welchem sich ein neues ungarisches Ministerium ins Einvernehmen setzen müßte. Unter solchen Umständen bleibe kaum etwas anderes übrig, als daß das Ministerium Tisza auch ohne einen Finanzminister die Geschäfte bis zum Zusammentritte des Reichstages fortführe, indem entweder Tisza einen seiner College» mit der interimistischen Führung des Finanzressorts betraut, oder indem er selber, wie Szlavy seinerzeit als Ministerpräsident nach dem Rücktritte Kerkapolyi's es gethan, nebst dem Ministerpräsidium auch noch zeitweilig das Finanzressort übernimmt und das Portefeuille des Innern an ein anderes Mitglied des Kabinetts abgibt. Eine derartige, allerdings nur provisorische Lösung der Krise sei nicht nur durch den Zwang der Verhältnisse geboten, sondern auch die natürlichste und logischeste. Das gegenwärtige Kabinett, welches diWolitik Andrassy's acceptiert und unter-stützt habe, sei am ehesten in der Lage, diese Politik im Parlamente zu vertheidigen, deren Motive klarzulegen, sowie es auch mit sich vollständig im Reinen ist und daher am ehesten in der Lage sein wird, Aufklärung zu geben über die Frage: was eigentlich mit Bosnien und der Herzegowina nach der Pacification zu geschehen habe, und das sei diejenige Frage, auf welche die gemäßigten, ruhigen Elemente nicht nur im Parlament, sondern im ganzen Lande das meiste Gewicht legen. In diesen Kreisen erkennt man, daß an eine sofortige Zurückberufung unserer Truppen, an ein einfaches Aufgeben dessen, was bisher mit so großen Opfern errungen wurde, nicht gedacht werden könne. Wol aber müsse Klarheit gefordert werden, zu welchem Zwecke die Action begonnen worden und zu welchem Endziele sie sühreu soll. Darüber Aufschluß zu geben, sei das Kabinett Tisza allein competent. Fände die Rechtfertigung der bisheri- neral Kantschnkoff) spielte dem martialischen Charakter entsprechend und erledigte seinen Gesangspart effectvoll. Frl. M. Massa (Fürstin Lydia) ist eine sehr sympathische, elegante Bühnenerscheinung und erwarb sich beim gestrigen ersten Debüt durch ihren weichen, angenehm klingenden Gesang die Sympathien des ganzen Hauses. An Herrn Melzer (Jzzet Pascha) müssen wir den wiederholten Mahnruf richten, feiner aufzutreten. Fräulein Ehl (Wladimir) führte den gesanglichen Theil gut durch, entfaltete ein lebhaftes Spiel, scheint jedoch auf den nothwendigsten Verschönerungsartikel — die Schminke — vergessen zu haben. Herr Arenberg (Julian v. Golz) zählt zu den besten Akquisitionen der heurigen Saison; correcter Gesang, voller Ton und feuriges Spiel zieren den ersten Tenor unserer Operette. Die Frauen des Harems. Frl. Ulrich (Nursidah) an der Spitze derselben, fanden verdienten Beifall; auch die Chöre der Soldaten, Kadetten nnd Baschi-bozuks liefen gut ab. Unter Leitung des neuen Kapellmeisters Herrn Ge rasch, einer jugendlichen, tüchtigen musikalischen Kraft, dürften wir von nun an klappende, wohlstudierte Operettenvorstellungen zu registrieren haben. gen Politik den Beifall der Majorität im Parlament, dann könne zur Reconstruction dieses Kabinetts geschritten werden, und dann werde sich auch ein neuer Finanzminister finden lassen. Bliebe dagegen die Regierung in der Minorität, dann sei allerdings die Bildung eines neuen Kabinetts nothwendig. Allein die Lösung dieser Aufgabe würde dann unter wesentlich günstigeren Umstän-und mit weit geringeren Schwierigkeiten erfolgen können, als dies im gegenwärtigen Augenblicke der Fall wäre. Vom Occupationsschauplatze. Der berüchtigte Jnsurgentenführer Hadschi Loja wurde am 2. d. nächst Rogatica durch eine Patrouille unter Führung des Oberlieutenants Michael Stipetic vom Regiments Erzherzog Josef gefangen und nach Serajewo eingebracht. Als Antwort auf die Sr. Majestät gemachte Meldung über die Besetzung von Visegrad und Gorazda hat der Kaiser folgendes Telegramm an den FZM. Freiherrn v. Philippovich absenden lassen: „Se. Majestät sind hoch erfreut über die glückliche und ohne Kämpfe bewirkte Besetzung von Visegrad und Gorazda und über die hiedurch gerade am heutigen Tage zum Abschlüsse gekommene vollständige Occupierung von Bosnien und der Herzegowina. Se. Majestät danken aus diesem Anlasse erneuert Eurer Excelleuz — dem tatkräftigen und umsichtigen Führer, — allen Kommandanten, welche bei den zahlreichen Kämpfen und Unternehmungen die Erfolge gesichert, den braven Truppen aber für ihre Tapferkeit, Hingebung und Ausdauer, welche in keinem Momente versagten. Auch die Glückwünsche und Versicherungen der Treue der Vertretungen der christlichen und mnhamedanischen Consessionen von Serajewo haben Se. Majestät wohlgefällig zur Kenntnis zu nehmen geruht und sprechen die Hoffnung aus, daß vom heutigen Tage an eine Aera des Friedens, der Versöhnung und damit auch des Wohlstandes für die occupierten Länder beginnen möge." Tagesneuiykeiten. — Militärisches. Die Ergänzungsbezirks-Kommanden sämmtlicher mobilisierter oder auf den erhöhten Friedensstand gebrachter und auf dem Occupationsgebiet oder in Dalmazien, Kroazien nnd Slavonien disloeierter Jufanterieregimenter und Jägerbataillone wurden, wie der „P. Lloyd" berichtet, angewiesen, die am 1. Oktober eingerückten Rekruten nicht zu ihren Truppenkörpern abzusenden, sondern bei den Ergänzungskompagnien in Ausbildung zu nehmen. Letztere werden dadurch auf den Maximalstand von 300 bis 320 Mann per Kompagnie gebracht, und haben den Stand ihrer Chargen derart zu erhöhen, daß für je 10 Mann 1 Gefreiter, für je 20 Mann 1 Korporal, für je 50 ein Zugsführer und für je 100 1 Tambour, 1 Hornist, 1 Feldwebel und 1 Lieutenant übercomplett geführt Werden. Analoge Bestimmungen wurden auch für die Ergänzungsescadronen der in Bosnien stehenden Reiterregimenter sowie für die Ergänzungsdepots der Artilleriekörper getroffen. Diese Maßregel hat den Zweck, die Ausbildung der jungen Mannschaften in den Ergänzung?-, beziehungsweise Depotstationen durchzuführen, weil unter den in den occupierten Gebieten und den angrenzenden Provinzen herrschenden Verhältnissen den Feldtruppen die Einexer-cierung und Schulung der Rekruten wol nicht zu-gemnthet werden kann. Im Zusammenhänge hiemit steht auch die Verfügung, daß die Reservisten der mobilisierten Truppen, welche Ende dieses Jahres ihre zehnjährige Dienstpflicht erfüllen nnd den Bestimmungen des Wehrgesetzes entsprechend in die Landwehr zu übersetzen sind, erst dann in ihre Heimat entlassen werden, wenn die Ergänzungs-Transporte mit den bereits ausgebildeten jungen Mannschaften bei den Feldtruppen eingetroffen sind. — Dem Landtage in Niederö st erreich liegt folgender Antrag vor: „Der hohe Landtag wolle beschließen: Der Versassungsansschuß wird beauftragt, einen Gesetzentwurf zu verfassen und im hohen Hause noch in dieser Session vorzulegen, wodurch die Landtagswahlordnnng des Erzherzogthnms Oesterreich unter der Enns derart abgeändert wird, daß die Wahl der Abgeordneten der Landgemeinden in Zuknnft nicht mehr durch gewählte Wahlmänner, sondern durch direkte Wahl, so wie bei den ändern Wählerklassen, zu geschehen hätte." — Universitäten für Frauen. In Italien ist vonseite des Unterrichtsministeriums die Gründung zweier Universitäten für Frauen beschlossen worden, von denen die eine in Rom, die andere in Florenz errichtet werden soll. — Der Vesuv hat seine verheerende Thä-tigkeit wieder begonnen. Der neue Eruptionskegel, welcher sich auf dem Grunde des weitläufigen Kraters von l872 befindet, stößt mit mäßiger Kraft glühende Projektile und mehr oder minder mit den üblichen Säuren geschwängerte Rauchmassen aus. Die Laven entströmen am reichlichsten dem Fuße des nenen Kegels und werden durch die Wände des alten Kraters zurückgehalten, so daß sie bis jetzt noch nicht den Berg hinabfließen. Der Fenerglanz, welchen man in der Regel nachts von Neapel aus auf dem Gipfel des großen Vesuvkegels ansichtig wird, ist der Wiederschein der glühenden Laven ans die über ihnen anfsteigenden Rauchmassen. Die seismischen Apparate befinden sich in einer der Tätigkeit des Kraters entsprechenden Bewegung. Bon den Symptomen, welche die Vorläufer großer Con-flagrationen zn sein pflegen, stellten sich diesmal einige ein, einige wiederum blieben ans. Ja Re-sina ist neuerlich von der Austrocknung verschiedener am Fuße des Berges gelegener Brunnen die Rede, was auf weitere Ausbrüche schließen ließe. Für die in der Nähe des Berges gelegenen Ortschaften ist, bisher wenigstens, keine Gefahr vorhanden. Die Zahl der Fremden, welche von nah und fern herbeieilen, um sich das großartige Natnrschanspiel an-znsehen, ist natürlich keine geringe; das Hanptcon-tingent stellen diesmal die Deutschen und die Engländer. Lokal-und Pcovlnual-Angeletzeilheiten. — (DerKrainerLandtag) hat den vom volkswirthschaftlichen Ansschnsse modificierten Gesetzentwurf, betreffend die Zuchtstierhaltung in Krain, mit 17 gegen 15 Stimmen, und den Gesetzentwurf wegen Hereinbringung von Geldfordernugen an Gemeinden und Concurrenzverbände einstimmig angenommen. — Der Antrag Bleiweis nnd seiner nationalen Genossen ans Ueberreichnng einer Adresse an die Krone blieb in der Minorität. — (Zum Brand in Strzelba's Seifensiederei.) Der am vorigen Samstag in der nächst dem oberen Petersdamme gelegenen Seifensiederei des Herrn Strzelba ausgebrochene Brand, welcher für den ganzen Vorstadttheil höchst gefährlich zu werden drohte und nur durch die Energie und ausgiebige Hilfe unserer freiwilligen Feuerwehr unterdrückt und beschränkt wurde, dürfte unserem Magistrate Anlaß geben, diesen Gewerbsbetrieb in den bisherigen Lokalitäten einzustellen und demselben einen anderen, für die Nachbarschaft minder gefährlichen Standpunkt anzuweisen. Diese aus Feuersicherheitsrücksichten gebotene Maßregel erscheint dringend nothwendig, und würden die Bewohner der Nachbarhäuser dem Magistrate sehr dankbar sein, wenn das Gewerbe der Seifensiederei, welches zeitweise unerträgliche Düfte verbreitet, an anderer, minder lästiger Stelle betrieben würde. — (Aus den Nachbarprovinzen) Am 5. d. M. wurde in Cilli unter lebhafter Behelligung des Publikums in Gegenwart der Vertreter des Ackerbau- und des Handelsministeriums die in allen Theilen gelungene Regionalausstellung eröffnet. Landwirtschaft. Industrie und Montanwesen sind brillant vertreten, und betont Sectionschef Schreck-linger, daß er dem Ackerbauminister nur die allergünstigste Relation machen könne. Die Bevölkerung nimmt regsten Antheil. Die Ausstellung wird bis zum 9. Oktober verlängert Werden. Der Besuch ist Wegen der kaum geahnten reichen Beschickung hochinteressant und deshalb massenhaft. — In der nachbarlichen Steiermark finden Jahr- und Viehniärkte statt: am 10. in Nnßdors, Bezirk Rann, Jahr- und Viehmarkt; am 11. in Radmannsdors, Bez. Rohitsch, Jahrmarkt. — Am 5. d. M. ereignete sich nach Bericht der Grazer „Tagespost" in den Mayr'schen Pulverwerken bei Puntigam ein gräßliches Unglück. Zwei Pnlllerstampfen waren aus bisher unbekannter Ursache in die Luft geflogen und richteten nicht allein an den Gebäuden und Bepflanzungen eine fürchterliche Verwüstung an, sondern es fielen dieser Katastrophe leider auch Menschenleben zum Opfer. Von den dort beschäftigten Arbeitern wurden zwei als verstümmelte Leichen gefunden, während vier Arbeiter schwer verwundet wurden. Etwa 10 Minuten nach der Explosion brach in der nahe gelegenen Pulverwerkstätte zur Vergrößerung des Unglückes auch noch im Innern Feuer aus, und bald stand auch dieses Gebäude in vollen Flammen. Krainer Landtag. (7. Sitzung.) Laibach, 5. Oktober. Gegenwärtig: Landeshauptmann Dr. R. v. Kal-tenegger und 32 Abgeordnete; als Regierungsver-treter Landespräsident R. v. Kallina und RR. Graf Chorinsky. Der Landeshauptmann gibt aus Anlaß des hohen Namensfestes des Kaisers Franz Josef den Gefühlen der Loyalität des krainischen Landtages Ausdruck, welchem die vou ihren Sitzeu sich erhebenden Abgeordneten durch Hoch-, Zivio- und Slavaruse beistimmen. Der Landespräsident erklärt, diesen Loyalitätsact zu den Stufen des allerhöchsten Thrones bringen zu wollen. Der Vorsitzende theilt auszugsweise deu Inhalt der heute eingelangten Landtagsvorlagen (Nr. 57 bis einschließlich 66) und Petitionen mit. Es werden folgende, heute auf den Tisch des Hauses gelegte Anträge vollinhaltlich vorgelesen: Erster Antrag (Abg. Dr. Deu uud Genossen): Der Landesausschuß hat im Wege der Landesregierung um das Zustandekommen des bereits längst angesnchten Gesetzes, betreffend die Vertheiluug der Gemeindehutweiden und die Regelung der Miteigenthumsverhältnisse, anzusucheu. Zweiter Antrag (Abg. Dr. Bleiweis und na-tional-klerikale Genossen): Der hohe Landtag wolle die Annahme und Ueberreichnng einer Adresse an die Krone beschließen, worin der Dank für die unternommene Occupatiou Bosniens und der Herzegowina ausgedrückt, die Aenderuug der Landtags-Wahlordnung, die Vereinigung der slovenischen Bezirke in Krain, Steiermark, Kärnten und Istrien in ein Verwaltungsgebiet angestrebt und die Aen-derung des gegenwärtigen RegieruugssistemS ver- Dritter Antrag (Abg. Pakiz und Genossen): Petition um Steuerabschrcibung im Bezirke Gottschee. Der Vorsitzende schreitet zur Abwicklung der Tagesordnung. Das Gesuch der Gemeinde St. Martin bei Littai um die Bewilligung zur Einhebung einer 42perzentigen Umlage zu Friedhofszwecken wird dem Gemeindc-Ausschusse znr Vorberathung zugewieseu. Der Abg. Dr. v. Schrey berichtet, daß der Verificationsansschuß den Act, betreffend die Wahl eines Landtagsabgeordneten für die Städte Rudolfswerth, Gurkfeld, Landstraß, Tschernembl, Möttling und Weixelburg, eingehend geprüft hat und folgenden Antrag stellt: „Der hohe Landtag wolle beschließen: die Wahl des Herrn Martin Hotsche-^ war als Abgeordneten der Städte Rudolsswerth, Gurkfeld, Landstraß, Tschernembl, Möttling und Weixelburg werde als giltig erklärt und bestätigt." Der nationale Abg. Dr. Poklukar spricht gegen Annahme dieses Antrages, beanständet die Wählerlisten, die von der Kommission verfügte Ablehnung der Proteste, die Einreihung der Gerichts-auscultanten in die Wahllisten, die Ausübung des Wahlrechtes der Staatsbeamten in Landstraß und den angeblich stattgcfuudeneu Stiinmenkauf. Der Gesinnungsgenosse des Vorredners, Abg. Svetec, beanständet, daß bei Verfassung der Wählerlisten die Eiurechnuug des Drittelzuschlages nicht erfolgte, beschwert sich über den angeblich Vonseite der Regierung zur Anwendung gebrachten Hochdruck und stellt einen Vertagungsantrag behufs Erhebung über die Wahlvorgänge. Der Landeshauptmann rügt die in öffentlicher Sitzung erfolgten Angriffe gegen mehrere Personen, die im Hause nicht anwesend sind und sich nicht rechtfertigen können. Der Abg. Dr Vosnjak tischt dem H. Hause eine langathmige Erzählung auf, wie es bei den Landtagswahlen und deren Verificieruug in der Steiermark zngeht, und verurtheilt den bei Wahlacten vorkommenden Stimmenkauf. Der Abg. Hotfchewar weifet die Anwürfe, die von nationaler Seite des Hauses angeblich wegen Stimmenkauf gerichtet werden, mit der entschiedenen Behauptung zurück, daß alle Angaben erdichtet seien. Dr. Vosnjak wirft die Bemerkung ein, nicht ihn — Hotfchewar, — sondern die Wahlagenten treffe dieser Vorwurf. Der Berichterstatter des Verificationsausschusses, Abg. Dr. von Schrey, ergreift das Wort: Der Wechsel der Landtagsmajorität ist ein Ereignis, das sich nicht so ruhig vollzieht, namentlich wenn eine Partei scheidet, die jahrelang in diesem Hause absolutes Regime geführt hat. Wir waren darauf gefaßt, daß der Verlauf der Debatte über diesen Wahlact nicht ohne Geräusch abgehen und der üble Eindruck in entsprechenden Affecten sich äußern werde. Thatsächlich hat auch die Wehklage um das verlogne Paradies in der General- und Spezialdebatte beredten Ausdruck gefunden, die gerechte Betrübnis auf gegnerischer Seite ist erklärlich. Würde cs sich nur um dies handeln, so könnte man den Schmerz ehren, allein die vorgebrachten Denuu-ciatiouen verfolgen einen zweiten Zweck, das Prestige zu retten und den wankend gewordenen Anhängern der nationalen Führer die Hoffnung auf neuerlichen Einzug der letztem in das gelobte Land nicht zu benehmen. Um diesen Zweck zu erreichen, mußte zu der Ausflucht gegriffen werden, daß es bei der Niederlage der Nationalen nicht mit natürlichen Dingen zuging, daß die Verfassungspartei die Wahlen durch unlautere Mittel beeinflußt, daß die Regierung alle denkbaren Pressionen, etwa mit Ausnahme der Folter, geübt. So grauenhaft diese Anklagen lauten, so wenig haben sie zu bedeuten, wenn man berücksichtigt, daß es sich nur um die Bemäntelung einer Niederlage handelt, welche ebenso wohlverdient als leicht erklärlich war, — erklärlich, weil Wahlerfolge der Verfassungspartei in maßgebenden Vertretungskörpern auch das Plevua der Gegner bei den Landtagswahlen vorbereiteten. Bei Wahl der Art des Angriffes übersehen die Gegner jedoch ihre Situation. So, wie sie in früheren Jahren in diesem Saale die Majorität mißbrauchten, so halten sie es heute in der Minorität, indem sie wol wissen, daß die ihrer Kraft bewußten stärkeren Gegner in der Form der Abwehr jene Rücksicht obwalten lassen müssen, welche dem schwächeren Gegner nicht versagt werden kann. Es sind von nationaler Seite Vorwürfe gemacht worden, daß der Verificationsausfchuß bei der Prüfung des Wahlactes nicht genau vorgegangen sei. Der Verificationsansschuß ebensowol als der Landes-ansschuß haben in diesem Wahlacte nichts Bedenkliches oder Ungesetzliches wahrgenommen. Die Ein-rchnung des Drit telzuschlageS bei Auflage der Wählerlisten ist im Gesetze nicht gegründet. Bei der Grundsteuer vertritt dieser Zuschlag die Einkommensteuer zwar allerdings, allein seinem Wesen nach ist und bleibt er ein Zuschlag und kann sogar teilweise auf die Hypothekargläubiger des Grundbesitzers überwälzt werden, woraus folgt, daß er nicht von jedem Grundsteuerträger voll entrichtet wird. Die Gegner brachten Vorwürfe gegen Personen, die heute im Hause nicht anwesend sind, sich deshalb nicht vertheidigen können. Dies sei ein Mißbrauch der Indemnität. In Bezug auf den ins Treffen geführten Stimmenkauf liegen Nachweise nicht vor, sondern nur eine notarielle Quittung, aus welcher zu entnehmen, daß ein gewisser Cernuzelj in Möttling existiert, daß er 40 fl. für die Wahl erhielt, ist unbewiesen, erfunden, und mag ihm diese Behauptung souffliert worden sein. Die wegen der Wahlagitation eingeleitete gerichtliche Untersuchung wurde wegen Mangels an Anhaltspunkten eingestellt, es zeigte sich, daß erdichtete Facta der Anzeige zugrunde lagen. Herr Martin Hotfchewar hat richtig einen Betrag von 300 fl. gespendet, jedoch nicht zu Wahlagitationszwecken, sondern zur Errichtung einer Feuerwehr in Möttling; die volle Lauterkeit des patriotischen Gebers ist durch die vorliegende, von dem Redner vorgelesene Bestätigung des Kommandanten der Möttlinger Feuerwehr außer Zweifel gestellt, welcher zufolge über Ersuchen des Bürgermeisters der fragliche Betrag nach der Wahl gespendet wurde. Der Anwurf : ein Beamter habe einzelnen Wählern Steuerermäßigungen für den Fall versprochen, wenn dieselben im verfassungstreuen Sinne wählen, zerfällt in Nichts, denn es ist nicht anzunehmen, daß ein Beamter derlei Uebergriffe, die effektlos bleiben, sich erlauben sollte; und angenommen, dieser Uebergriff wäre Thatsache, so würde derselbe das Gesammt-Wahlresultat nicht alterieren. Kein einziger Fall einer Bestechung liegt erwiesen vor, und wenn schon von Terrorismus, der bei der Wahl geübt worden sein soll, die Rede ist, so wurde derselbe im ausgiebigen Maße vou der nationalen Partei durch Androhung der Aufkündigung von Privatkapitalien durch Entziehung von Kundschaften durch die Geistlichkeit u. s. w.. namentlich im Bezirke Tschernembl, geübt. Die Wähler aus Möttling wurden von den Nationalen mit gebundener Marschroute nach Rudolfswerth gesendet. Ein Wähler ist bereit, zu beschwören, daß ihm zur Abstimmung für den nationalen Kandidaten Peter Graselli ein Geldbetrag von 10 fl. eingehändigt wurde. Von Haus zu Haus wurden Stimmen für letzter» geworben; einem liberalen Wähler stahl man sogar seinen Stelzfuß, um denselben zu verhindern, auf den Wahlplatz zu gehen. Die Thäter dessen wurden zwar bestraft, leider nicht auch die Urheber. In Tschernembl wurden die armen nationalen Wähler von berüchtigten Winkelschreibern bewirthet und mit Geld betheilt. In Rudolfswerth leistete der Psarrvicar in Wahlagitationen das Aeußerste; nach Rudolsswerth wurden von den Nationalen gesammelte Gelder im Ge-sammtbetrage von 1200 fl. gesendet und vertheilt. Ein nationaler Wähler bemerkte nach erfolgter Stimmenabgabe: „jetzt habe er sich für das Salz verdient." Im Jahre 1870 verwendete die nationale Agitation für die Unterkrainer Wahlen 700 fl. bis 800 fl., nunmehr scheint die Ueberzeugnng ihrer Wähler kostbarer geworden zu sein. Auch in Weixelburg stellten die Nationalen Geldbeträge zur Verfügung. Sagen die Nationalen: diese Facta seien nicht bewiesen, so wenden auch wir ein: die von den Nationalen vorgebrachten Daten seien es auch nicht. Die Gerichtsauscultanten gehören in die Klasse der definitiv angestellten Staatsbeamten; deren Wahlrecht in jenen Orten, wo sie zur Dienstesleistung zugewiesen werden, ist ein unbestreitbares. In Gurkfeld wurden die Wahllisten vom Bezirkshauptmann richtig gestellt, dazu war er nach der Landtags- Wahlordnung berechtigt. Es liege diesfalls auch kein Protest vor. Die Anwürfe der Gegner liegen erwiesen nicht vor. Wenn einer der Gegner sagt: „daß man mit Fingern auf einen Mann zeigen müßte, der sich durch Stimmenkauf in den Landtagssaal cinfchlich," so erwidern wir diesem vorlauten Sprecher: «Mit Fingern soll man auf jene Männer zeigen, die es wagen, die Wahl eines Mannes, der sich um Unterkrain und für das ganze Land Krain so große Verdienste erworben hat, mit Verleumdungen und Verdächtigungen zu besudeln!" Mit Fingern solle man auf Männer zeigen, die eine Wahlniederlage mit so wenig Würde und Fassung zu ertragen verstehen, daß sie zu einer solchen Bemäntelung derselben die Zuflucht nehmen. Der Berichterstatter schließt seine lange, zündende Rede mit dem Ersuchen: den Antrag des Verifi-catiousausschusses anzunehmen und die Wahl des Abg. Hotfchewar zu bestätigen. Bei namentlicher Abstimmung wird der Veri-fications-Ausschußantrag von der verfassungstreuen Majorität (19 gegen 13 Stimmen) angenommen und der Vertagungsantrag Svetec abgelehnt. Im Verlause der Sitzung constatiert der Abg. Dr. Schaffer, daß der nationale Abg. Detela erst nach geschehener Abstimmung im Saale erschien und mit „nein" stimmte; dessen Stimme sei jedoch nicht zu zählen, um Präcedenzsällen vorzubeugen. Der Landeshauptmann sagt die Berichtigung im Sitzungsprotokolle zu. (Schluß solgr.) Eingeseudet. Den geehrten Lesern Ihres Blattes diene zur Nachricht, daß der nationale Abgeordnete Herr Dr. Vosnjak von der slovcnischen Minorität des Landtages zum Claqueur ernannt wurde. Jeder urwüchsige, außerhalb der Grenzen des parlamentarischen Anstandes auf nationaler Seite zum Ausdruck gebrachte Passus wird vom genannten nationalen Claqueur mit lauten „Dobro"-Rufen und Lachen begleitet, in welches die gehorsamen Gesinnungsgenossen pflichtschuldigst einstimmen. Mehrere Zuhörer im Landtagssaale. Witterung. Laibach, 7. Oktober. Morgens Nebel, dann heiter, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 80°, nachmittags 2 Uhr 178° 6. (1877 -j- 6 8°; 1876 -j- 18 7° 6.) Barometer im Fallen, 74100 rum. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -j- 0 2', das gestrige -j- 9 4", beziehungsweise um 3 8° und 3 5° unter dem Normale. Angekommene Fremde am 6. Oktober. Hotel Stadt Wien. Stampfl, Kfm., Gottschec. — Malli, Handelsmannsgattin, Nenmarktl. — Blachna, Forstmeister, Reifniz. — Rommcncy, Papierfabrikant, Deutschlandsberg. Hotel Elefant. Tomsik, Ingenieur, Prag. — v. Hajnal mit Familie, Fiume. — Arko, Handelsm., Agram — Gölz, Reis., Klagensurt. — Höuigmann, Kausm., Warschau. — Träger, Wien. — Hartmaun, Kausm , Graz. Baierischer Hof. Zauetti, Brescia. — Paskali, Bahn-bcdicnsteter, und Preinitfch, Laibach. — Pitanitz, k. k. Be-zirksvorsteher, Sefsana. Verstorbene. Den 6. Oktober. Johanna Jerschan, Obercon-ducteurstochter, 19 I., Feldgasse Nr. 16, Lungenschwindsucht. — Johann Bokanschek, Hausbesitzer, 70 I., Tirnauer-gasse Nr. 9, Altersschwäche. Den 7. Oktober. Jakobina Anna Ogrinz, Pens, k. k. Bezirkshauptmanustochter, 6 I. 2 Monate 12 Tage, Kaiser-Jvsess-Platz Nr. 1, Blutzersetzung. — Franziska Plankar, Taglöhnerstochter, 3 I., Reber Nr. 9, Diph-theritis. Theater. Heute (gerader Tag): O diese Männer. Schwank in vier Auszügen von Julius Rosen. Lebensmittel-Preise in Laibach am 5. Oktober. Weizen 6 fl. 83 kr., Korn 4 fl. 88 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Haser 2 fl. 76 kr., Buchweizen 4 fl. 23 kr., Hirse 4 fl. 23 kr., Kukurutz 5 fl. 60 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 95 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr, Schweinfett 82 kr., Speck, frischer 66 kr., geselchter 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2'/, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 58 kr., Schwcinfleisch 58 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 10. Oktober 1878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Sabek'sche Real., Dornegg, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Lenariik'sche Real., Nadajneselo, BG. Adels-berg. — 3. Feilb., Rnß'sche Real., Podgorica, BG. Groß-laschiz. — 2. Feilb., Puhar'sche Real., Krainburg, BG. Krainburg. - 2. Feilb., Rnpnik'sche Genußrcchte, Tsche-kourik, BG. Jdria. — 1. Feilb., Aljanitt'sche Real., Kam-nik, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Zele'jche Real., Rodockendorf, BG. Adelsberg. Telegramme. Budapest, 6. Oktober. Das Amtsblatt veröffentlicht die Annahme der Demission des Finanzministers Szell und auch die Annahme der Demission des Gesammtkabinetts, welches interimistisch seine Amtswirksamkeit fortzusetzen hat. Zwornik, 6. Oktober. In Srebrenica wurden die Truppen mit Freuden empfangen, die Bevölkerung sorgte selbst für gute Verpflegung. Dortselbst wurden 8 Geschütze und eine Menge Munition vorgefunden. Die Einwohner von Srebrenica widersetzten sich dem Durchzuge der Insurgenten und wechselten mit denselben Schüsse. Die türkischen Flüchtlinge in Serbien bitten um Bewilligung zur Rückkehr nach Bosnien. Wegen Durchführung derselben sind Verhandlungen zwischen den Militärkoimnanden von Zwornik und Tuzla im Zuge. In Zwornik wurden 48 Geschütze und eine große Menge theilweise unbrauchbarer Gewehre vorgefunden. Bei der gestrigen Feier des Namenstages des Kaisers brachten die Vorstände christlicher und türkischer Gemeinden Gratulationen und Huldigungen dar. Cetinje, 6. Oktober. Kolasin ergab sich am 4. Oktober; die türkische Besatzung ist nach Mitroviza abmarschiert. Eine Deputation ans Ko-lasin ist auf dem Wege nach Cetinje. Telegrafischer Kursbericht am 7. Oktober. Papier-Rente 6140. - Silber-Rente 63 10. — Gold-Rente 72'-. — 1860er Staats-Anlehen 110 80. — Bankaktien 790. — Kreditaetien 229 80. — London 117 20. — Silber 100'—. — K. k. Münzdukaten 5 57'/,. —20-FrancS-Stücke 9'37. — 100 Reichsmark 57 95. Antonie 8c!wctier, geprüfte Lehrerin der WM M Im-Mck» Wck, wünscht in diesen Gegenständen noch einige Stunden zu besetzen. Anzntreffen: Coiigreßplatz Haus Nr. 5, vormittags von 10 bis 12 Uhr. (445) 3-2 V jeder nnä IwstiAiitor L.rt «» « beseitigt dauernd (las bs- rildrute kariser I l vk-enn kein anäsrss Nittel lull't l Flacon ä 50 icr. bei Herrn Lxotbelcsr Llrseliit/. _______________________________________________ (354) 8—7 Täglich 5 fl. -MM und noch mehr mit einem Kapital von nur 10 fl. zu verdienen. Gegen Einsendung von nur 30 kr. in Marken erhält jedermann anssührliche Programme hierüber. — A. ZliMer, Wien, Praterstraße 13. (438) 6 — 2 Morgen (ungerader Tag): Die schöne GalathL. Operette in 1 Act von Suppt Recept gegen Hausfreunde. Schwank in 2 Acten von Marquis d'Ougarra. Nennte regelmäßige Generalversammlung der D Kram. !MustriegeMchast in Laibach OM 29. Oktober 1878, um H Mr nacklmittags, im Directions- bureau äer GefekksHast. Tagesordnung: a) Bericht über die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres; b) Bericht des Revisionsausschufses; e) Neuwahl sämmtlicher Mitglieder des Verwaltungsrathes wegen Ablauf der Functionsdauer nach Z 25 der Statuten; ä) Neuwahl des Direktors nach Z 25 der Statuten; e) Wahl eines Revisionsausschusses. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht auszuüben beabsichtigen, werden im Sinne des Z 10 der Statuten ersucht, ihre Actien bis 20. Oktober bei der Gefellfchaftskasse zu deponieren und die Legitimationskarten daselbst zu beheben. (454) 3—1 Der Mniann des Verwallunasratlies. Druck von Jg. v. KleinmaVr L Fcd. Bamberg. Verleger: Ottomar B > mberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller. — A » Chemisch reine Chnrpir- Baumwolle. Fahrig-Nieäerklige bei U. A. äs Wien, I., Wollzeile 33.