pcänumkurtioa» - Preist: Für Laibach Oau-iahrig . . . 6 st. — Ir. Halbjährig . . . S „ — . Vierreliäbrig. . . i „ Sv , RonatliS . . . — , So , Mit der Post: »anzjahrig . . . 9 st. — tr. Halbjährig . . . 4 „ SO , Vierteljährig. . . i „ LS , qür Zustellung ins Haus viertel-'öhrig zs tr., monatlich g k. Laibacher »tnzelue Nummern S Ir. kcdaklioii Bahnhisga^e Nr. IS» Lrpcdilisn un» Znlrratr« üarraii: Kongreßplatz Nr SI von I. r. Lleinmadr L K.Baniberz Zuscrlilmstirkisr: Kür die einspaltige Petilzeile s Ir bei zweimaliger Einlchal^ölsg dreimal L 7,sr. -JnjerricnSkemrel jete-mal kr Anoaime Mittheilungcn werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Bei größeren Inserat und öfterer Einschaltung entspreche er Raeotr Nr. 253. Montag, 7. November. — Morgen: Gottfried. 1870. Zum Programme der Deutschen in Oesterreich bringt die „deutsche Volkszeitung" folgenden beach tenswerthen Leitartikel: Die Stunde des Ministeriums Potocki-Petrino-Taaffe hat geschlagen! Die direkten Reichsrathswahlen, die gestern begonnen haben, versetzen demselben den Todesstoß. Die Männer, die das deutsch - böhmische Volk in den Reichsralh sendet, werden der deutschen Partei im Abgeordnetenhaus«: zur unzweifelhaften Mehrheit verhelfen, uud diese Mehrheit wird und muß das Ministerium Potocki-Petrino-Taaff- zum Rücktritte zwingen. Der Sturz des Ministeriums Potocki-Petrino-Taaffe kann aber nicht der einzige Zielpunkt bleiben, den die deutsche Partei zu erstreben hat. Mit diesem negativen Resultate kann und darf sie sich nicht begnügen. Die Deutschen in Oesterreich haben ein Recht, alle erdenkbaren Sicherheiten dafür zu verlangen, daß solche Zustände, wie dieselben durch die Politik des gegenwärtigen Ministeriums herciufbe-schworen wurden, nicht mehr wiede« kehren. Die Deutschen in Oesterreich haben nicht nur das Recht dies zu verlangen, sie haben auch die Macht dazu. Eines dürfte doch in diesen Monaten der erfolglosen Versuche und des unaufhörlichen Ausgleiches klar geworden fein, ohne die Deutschen geht eS einmal nicht in Westösterreich. Die Deutschen sind West-österreich. Das gegenwärtige Ministerium hat nichts unversucht gelassen, um Westöfterreich eine andere Grundlage zu geben, als die deutsche; die Czechen wurden gehätschelt, den Polen wurden goldeue Berge versprochen, den Slovenen machte man allerlei Zugeständnisse, selbst die Armenier wurden bedacht, ind-m man ihren Stammesgenossen Herrn Baron Petrino ins Ministerum berief, und nur an den acht Millionen Deutschen ging man stolz vorüber und zur Zeit des deutsch-französischen Krieges glaubte mau mit Hilfe Frankreichs gar leicht mit dem ganzen Deutschthum fertig werden zu können. Wohin führten alle diese Versuche, was bewiesen alle diese Experimente? Nichts, als daß Westösterreich deutsch bleiben muß, soll nicht der Bestand ganz Oesterreichs ernstlich gefährdet werden. Heute liegt das Ministerium Potocki-Petrino-Taasse in den letzten Zügen und jene bestgeschmähte und bestverleumdete deutsche Partei in Westösterreich soll wieder berufen werden, den zerrütteten Staat einzurichten und das Vertraue» in dm Fortbestand desselben neu zu erwecken. Es ist nicht das erste mal. daß ein solcher Ruf an die Deutschen ergeht, und sie haben demselben seither immer ohne viel Ueberlegung Folge geleistet. Sie haben ihre ganze Kraft eingesetzt, um die Zustände dieses Reiches zu sichern und zu festigen, unsägliche Opfer gebracht, um den Fortbestand desselben zu ermöglichen, und keine Arbeit gescheut, um Oesterreich einen geachteten Namen in Europa zu erringen. Trotz alledem setzte man sie bei der nächsten besten Gelegenheit vor die Thüre, und als es dem Grasen Beust beliebte, Türkenlose in Oesterreich einzusühreu und hiedurch seine zerrütteten finanziellen Verhältnisse zu ordnen, mußte das deutsche Bürgerministerium gehen und ein Ministerium Potocki an dessen Stelle treten, welches das Vertrauen in die Stetigkeit und ruhige Fortentwicklung unserer Zustände für Jahre hinaus zerstörte. Politisch unzurechnungsfähig müßten die Deutschen sein, wenn sie heute ebenso rasch, ebenso vertrauensvoll jenem Ruse Folge leisten würden, der an sie er- geht. und sich nicht jener Machtfülle bewußt würden, die dem deutschen Volke in Westösterreich, seiner Zahl, seiner Jntelligmz und seinem Reichthume nach zukömmt; jener maßgebenden moralischen Bedeutung , die durch die außerordentlichen Erfolge, die die deutschen Waffen in Frankreich errungen, noch mehr gesteigert wurde. Die Deutschen müssen es einmal klar und unzweideutig auSsprechen, wir beanspruchen die politische Führung in Westösterreich, ganz so wie die Ungarn dieselbe in Transleithanien bereits inne haben, und wir beanspruchen hiermit nichts mehr und nichts weniger als unser gutes Recht, nichts anderes als die Ausführung des Gedankens, der dem zu Recht bestehenden Dualismus zu Grunde liegt. In einem konstitutionellen Staate gibt es eben und darf es nur eine Parteiregierung geben, und wenn wir als diejenige Partei in Westösterreich, die unläugbar die weit größte Macht besitzt, die Regierung und politische Führung für uns in Anspruch nehmen, so ist dies naturgemäß und der Sachlage entsprechend; der Dualismus aber ist unhaltbar und für uns gefahrdrohend, wenn wir nicht dem enggeschlossenen rücksichtslosen Auftreten der Magyaren in Transleithanien eine eben so gefestete und gesicherte Position der Deutschen in Westösterreich entgegensetzen können. Wir haben wahrlich keine Lust mehr, unsere Entwicklung durch die kleinen Völkerschaften Wcstösterreichs beeinträchtigen zu las' sen, die sich mit den Ueberresten unserer Kultur mästen und ausblähen, und auch keine Lust, uns in Rechten und Freiheiten beschränken zu lassen, weil dieses oder jenes widerhaarige Natiönchen mit denselben Mißbrauch treibt. Wir haben kein Verständ-niß mehr dafür, die durch den Ausgleich mit Ungarn uns ausgebürdeten größeren Lasten zu tragen Feuilleton. Paris in der Ballon-Perspektive. In die furchtbare Realität der Belagerung von Paris drängt sich ein charakteristischer Zug hinein. Dieser jetzt von eisernen Bändern umschnürte Riesenkörper einer Weltstadt ist zu einem Robinson im Großen geworden. Ein Fels im weiten Meer, eine Oase in der Wüste, hat Paris seine Verbindungen mit der Außenwelt verloren. Aber das Luftmeer über den Köpfen feiner zwei Millionen Menschen hat nicht abgesperrt werden können, und durch dieses Gebiet der Wolken nehmen die Botschaften der Belagerten ihren Wcg. Die Brieftaube ist z,„n Kourier mit Depeschen, der Ballon zum Briefveu-tel geworden. Nadar, der Luftschiffer, ist der heutige Oberpostmeister von Paris. Heute leitet er von unten seine Post, in den guten alten Tagen, wie Man in Frankreich jetzt seufzend sagt, wenn man der Zeit vor der frechen Szene auf dem Spaziergang in Ems gedenkt, in jenen guten alten Tagen ist er oft genug aufgestiegen. Eine dieser Luftfahrten soll der Herr Luftpostmeister uns erzählen. Der Ballon, welcher uns ein Panorama von Paris verheißen, ist gefüllt; gleich einer Riesen- birne hängt er noch fest am Stiel, die schräg darauf fallenden Strahlen der Sonne vergolden den glänzend braunen kugelförmigen Riesen .... — „Schneidet los!" Bei diesem Aufruf haben alle Hände, die uns bisher gehalten, wie eine Hand gehorcht. Unsere Bewegungskraft, genau berechnet, macht, daß wir langsam und feierlich aufsteigen. Die Seile, welche in gleichmäßigen Entfernungen vom Aequator des Ballons herabhängen, fallen gerade herunter. Wir erheben uns höher und höher! Wir steigen! Wir steigen ohne einen Anstoß, ohne jede Erschütterung, ohne zu wollen, ohne zu denken, fast ohne an die Sache zu glauben, wie eine Seifenblase, die ein lauer Wind schwellt, sich leidend verhält, ohne sich ihres Aufschwungs bewußt zu sein. Gnädige Frau, biegen Sie sich nicht vor, wir sind dem Erdboden und den Bäumen noch zu nah, den Häusern, den Prachtgebäuden, nur keine Vergleichungen, welche Ihr Auge sich nicht ungestraft erlauben dürfte. Gleich, gleich, in einer Sekunde, wenn wir vereinsamt im leeren Raume dahin schweben werden, dann können Sie hinabschauen, ganz nach Belieben, und Sie werden dem Schwindel zu widerstehen wissen. Uebrigens werden Sie für den Augenblick nur ein prosaisches Schauspiel genießen. Millionen von Köpfe, die auf uns gerichtet sind, wenig verschönert durch die stereotipe ewige Grimasse von Leuten, welche von unten herauf sehen, die Augen halb geschlossen, den Mund weit aufgerissen. Noch einen Augenblick! Das ohrenzerreißende Geschrei des ungeheueren Jubels. Diese Volksmenge, die Hurrahs, das Pfeifen, das Gebrüll, das Brausen und Tosen fangen bereits an, sich zu einem allgemeinen Beifallsgeschrei umzustimmen, das immer noch schrecklich genug anzuhören ist, welches aber bald in eine sanftere Tonart übergehen wird. Hören Sie, jetzt ist es nur noch ein Summen, noch einige Sekunden, und es wird kaum ein Lispeln zu hören sein. Jetzt blicken Sie hinab! . . . Wahrlich, das ist schön!!! Dieser Ausruf der Bewunderung, den ich so oft gehört habe, immer derselbe, dieser Ausruf der Begeisterung und des Dankes entschlüpfte ebenso wie den Lippen, so auch der tiefaufalhmenden Brust unserer Begleiter. Aber diesem Worte folgen nicht viele andere. Vor dieser Unendlichkeit verstummt man. Jedes menschliche Wort, welches die Andacht stören könnte, wäre eine Entweihung. Ich sehe sie schon versunken, gerührt vor dem Ehrfurcht gebietenden Schauspiel.................. Was nun mich betrifft, der ich nicht aufgestiegen bin, nur um zu betrachten und zu genießen, ich muß meine Bemerkungen auszeichnen. Aber wie? Da» ist nicht mehr Paris, mein Paris, was ich kenne, und hiefür geringeren Einfluß auf die Geschicke des Staates zu nehmen, als die Magyaren. Und wie die westösterreichische Politik nach innen, so muß auch die gesammtösterreichische nach außen eine deutsche sein; wir haben mit Rücksicht auf die Geschichte, angesichts der Entwicklung, die die Dinge in Deutschland genommen, im Bewußtsein unserer Bedeutung volles Recht, den innigen Anschluß Oesterreichs an das geeinte Deutschland zu verlangen. Ein deutsches Westösterreich, ein innigcs Verhältnis; zwischen Gefammtösterreich und dem geeinigten Deutschland, das ist die unerläßliche Bedingung für unsere Theilnahme an der Wicdcrauf-richtung nuferes tief zerrütten Staates._________________ In Paris. Auf die Nachricht vou dem bevorstehenden Abschluß eines Waffenstillstandes hat am 31. Oktober die rolhe Partei in Paris, wie aus dem Telegramm in unserer Samstagsnummer ersichtlich ist, eine offene Meuterei iu Szene gesetzt. Bewaffnete Banden besetzten das Stadthaus und hielten die Mitglieder der Regierung als Gefangene zurück, ja mißhandelten sie. Ein Wohlfahrtsausschuß und eine Kommune von Paris wurden gebildet, zu denen auch Ledru Rollin, Liktor Hugo und derselbe Flou-reus, dem schon vor Monaten Rochefort nicht roth genug war, gehörten. Abends wurde wohl ein Theil der RegierungSmitglieder durch ein Bataillon der Nationalgardc mit Gewalt den Händen der Aufrührer entrissen, doch erst gegen 3 Uhr früh konnten auch die anderen Minister durch die Dazwifcheukunft von Nationalgarden, welche in ungeheuerer Zahl unter der Anführung Feriy's beim Hotel de Ville sich ansammelten, befreit werden. Die Nationalgarden ließen das Hotel räumen, besetzten die Umgebungen und empfingen den General Trochu, welcher au den Bataillonen vorbeikam, unter ungeheueren BeifallS-bezeugungen. Am ändern Tage herrschte wieder Ruhe, doch fühlte sich offenbar die Regierung noch nicht stark genug, um energisch einzuschreiten. Sie appcllirte daher an die gesammte Bevölkerung und legte derselben die Frage zur allgemeinen Abstimmung vor, ob man die Regierung der nationalen Verteidigung aufrecht halte oder nicht. Die Abstimmung hierüber fand am Donnerstag statt, und wie aus Tours gemeldet wird, erklärten sich fast eine halbe Million Stimmen für die Regierung und nur etwa 50.000 gegen dieselbe. Das ist ein bedeutendes Zeugniß des Vertrauens und der wilde Anhang Floureus wird wohl geuöthigt sein, sein tolles Treiben in die sehr engen Grenzen einiger Vorstadtbezirke einzuschränken. wo ich geboren bin, das Paris, was ich noch bei meiner letzten Luftfahrt unter mir bemerkte,ich kann mich selbst in der Umgegend nicht mehr zurechifinden. Ich erkenne wohl ungefähr an der Laqe, obgleich der Zuschnitt ganz verändert ist, die Gehöre von Versailles und Chevreuse, den Wald von St. Germaiu uud den von Montworcncy, der auch zum Theil schon umgehauen ist. Ich unterscheide sog», Chantilly mit seinen Gestüten, Rainboillct, Armain villcrs, Creey, aber schon in einer sehr nebeligen Weite, und ich errathe noch ganz in der Ferne, in unbestimmten Umrissen, Complögne und Fontainebleau, diese beiden Nebenbnhler des Hofes. Aber um uns her bemerke ich nicht mehr die näheren Orte mit ihrem saftigen Grün. Dies Grün, welches den Augen so wohlthut wie der Seele, wo jeden Sonntag die Familien des bescheidenen Paris sich unter den schattigen Bäumen lageuen, die ihnen um jeden Preis für die ganze Reise ihren Porratl, an reiner Lust und Gesundheit spendeten, beider lerntet ihr unter der letzten Regierung, meine Freunde, das Forstlexikon auswendig, um ausrufen zu kön nen: nun haben wir statt der düslern Schläge lichtt Plätze. Le Pecq, Rosnh, Romainville, Neuilly, die ser Orleanist! Alle sind sie hin. Eine eifersüchtig. Hand hat diese theurcn Pläne sorigcfegt, um dorr graue Häuser zwischen Makadam und Assalt zu Die Verbindung zwischen der deutschen Bcla-gerungsarmee nnd der belagerten Stadt scheint eine ebenso geheime als sichere zu sein. Wenigstens weiß man im deutschen Hauptquarlier so ziemlich alles, was in Paris vorgeht, ja selbst beabsichtigte Ausfälle erfährt man in Versailles gewöhnlich Tags zuvor. Nach de» Aussagen vieler Ueberlänser fängt in Paris bereits der Mangel an, sich fühlbar zu machen. Dieser Umstand soll auch der hauptsächlichste Grund sein, warum das Bombardement noch immer nicht begonnen hat. Man ist deutscherseits fest überzeugt, daß die Stadt auch ohnedies binnen kurzer Zeit fallen werde. Anch der amerikanische General Sheridan hat diese Ueberzengnng ausgesprochen. Vom Kriege. Die Nachricht vom Abschlüsse eines Waffenstillstandes hat sich bis jetzt uoch nicht bestätigt, obgleich wohl kaum ein Zweifel besteht, daß jetzt, nachdem Paris durch feine Abstimmung gewissermaßen sich sür einen solchen ansgesprochen hat, die eingeleitcten Verhandlungen das beiderseits gewünschte Ergeduiß haben werden. Dem Waffenstillstände wird dann hoffentlich bald der Friede folgen, denn es ist doch wohl anzunehmen, daß in der zu wählenden Nationalversamiuiuug die einsichtigen Leute die Mehrzahl bilden werden. Was die Fortsetzung des Kampfes durch die Franzosen betrifft, so halten sie bis zur Kapitulation Bazaine'S folgenden kühnen Plan: Eambriel und Reller sollten durch das Korps Werders sich durch schlagen, Garibaldi die Vorhut übernehmen uud einen Vorstoß nach Baden versuchen. Die zweite Armee sollte sich um Lyon formiren, eine dritte bei Orleans, um der deutschen Armee die Requisitionen im Loiregebiet abzuschneiden und einen Ausfall, den Trochn untcrnclimen sollte, zu unterstützen; eine vierte, unter Bonrbaki bei Lille sormirte Armee sollte Mezieres entsetzen und auf Metz marfchiren. Durch den Fall von Metz wurde der Plan gegenstandslos. Die Regierung in Tours, die cs während der fast zweimonatlichen Daner ihrer Thätigkeit nicht vermochte, irgend welche nennenswerthen, feldtüchtigen Streitkräfte zu orgauisiren und den deutschen Heeren entgegenzustellen, hat jetzt eine neue Reihenfolge von Vcrthcidlgungsmaßrcgeln angeordnet. Um die Stärke der Bataillone zu vermehren, sollen alle kriegötaug-licheu Männer bis zum 40. Lebensjahre zu den Fahnen gerufen werden, gleichviel ob sie Familienväter find oder nicht. Die zu Hanse bleibenden Bürger dagegen werden in der Weise herangezogen, säen. Der Pechgeruch hat den Dust der Eicheu-kiiospen und der würzigen Fichtennadeln erstickt. Fast ohne zu bemerken, stiegen wir höher und immer höher ans. Unter uns schwindet gleich einer Nadel der Obelisk von Luxor, der seinen Ruhesitz aus dem Platze de la Concorde gefunden und sich fragt, in welchen Winkel man sich anschicki, ihn zu verstoßen. Wir folgen der Straße Rivoli, wo wir unwiderbringlich durch die neidische Abth ilung der Jänleiihalleii den 'Anblick der einzigen Straße der Welt veifehltcn. Und doch hatte uuS Jouffroy in seinem „Mxoläon ^poorxxlis", diesem LaieiMe-vier, den vollständigen Plan derselben hinterlassen. Während uns znr sinken die Linie der Boulevards begleite«, mit ihrem Grand Hotel, der Kaserne der Auserwählte», und dem neuen Opernhause, welches sich vielleicht gut auSnehmen würde, könnte mau weit genmj zurück treten, um es in Augenschein zu mhmen,— wählend wir unter der letztenMühle des Monimartre St Augustin und La Triniti zurücklassen, a ese beiden hohen steilen Aussätze, welche der Zuckerbäcker Girardm-Ruinhardt Mit neidischen Blicke» betiacbtet; — so bemerken wir auf der rechten Zcite die prachtvolle Bischofsmütze des Handels lenchtshofes (in meinen Träumen erscheint sie mir >m.ner as wäre sie von Flschotterhaaren gefertigt), w.Iche ihrem vi-L-vis vor der zackigen Fontaine des daß die Departements Batterien herbeifchaffen, und zwar auf je 100.000 Einwohner eine Batterie. Erstcrc Verfügung wäre vor zwei Monaten wohl sehr am Platze gewesen, kann unter den heutigen Verhältnissen aber keinen Erfolg mehr haben. Gam-betta verlangt ferners, daß die Departements Ka-nonen in nLtuiA aufstellen. Da möchte man wohl fragen, wie der Bürger etwas zu Wcge bringen soll, was die Regierung nicht zu Stande bringen kann? Die den Franzosen noch übrig gebliebenen Waffenfabriken arbeiten Tag und Nacht im Dienste der Regiernng, aus dem Auslände sind keine Waffen uud am allerwenigsten Geschütze zu bekommen, weil die betreffenden Regierungen sich Unannehmlichkeiten ersparen wollen. Wo sollen denn die Departements unter solchen Umständen Waffen hernehmen? Die Festung Belsort ist nach mehreren kleinen siegreichen Gefechten feit 3. November von den deutschen Truppen ccrnirt. Generalmajor Selchow, Kommandeur der Zer-nirungslrnppen vor MeziereS, meldet aus Boulzi-court, 3. November: Seit mehreren Tagen sind mobile Kolonnen gegen die Banden der Franktireurs thätig und fanden in Folge dessen mehrfache kleine Gefechte statt. Ein Korrespondent der „Daily News" schreibt aus dem Hauptquartier Garibaldi's in Dole uuterm 26. Oktober: Garibaldi ist sehr verändert; seine Finger sind vom Rheumatismus gekrümmt; er ist so mager wie eine Latte, sein Poncho schlottert an seinem Leibe, aber sein Gesicht ist so jung, ruhig und frisch, wie je. Seine Stellung ist eine ganz eigentümliche. Als er in Tours eintraf, langte auch Gambetta in einem Ballon an, und cs fiel mir auf, daß letzterem die Garibaldi dargelnachten Ovationen nicht behagten. Sie hatten eine Unterredung, nach welcher Garibaldi an Gambetta schrieb: „Ich sehe, daß ich cincn Jrrthum begangen habe. Ich bin überflüssig. Ich kehre zurück." Aber das paßte den Leuten nicht, uud sic gaben ihm das Kommando in dem Departement des Jura. Die Zeitungen sagen, cr habe 10.000 Mann, in Wirklichkeit hat cr aber nur 5000 — ein Gemenge von Spaniern, Italienern und Franzosen. Die Leute sagen: „Seit Garibaldi gekommen ist, sehen wir nichts mehr von den Preußen, aber Garibaldi erwartet sie jeden Augenblick." Seine eigentlichen Offiziere sind noch nicht da. Ich sagte: „General, wenn Sie dieselben rufen, werden sie kommen," worauf cr im eriistesten Toue erwiderte: „Das kauu ich nicht thun, es wäre eine zu schwere Verantwortlichkeit. Jeder muß aus freien Stücken kommen." Ein großer Theil der bei Mctz in Kriegsge- Platzcs St. Michel den Todesstoß versetzt. Weiter hin das Luxemburg, verschönert nach der Art von Abailard, und noch weiter da« Pantheon, was jeder Pariser bei seiner Heimkehr schon aus der Kerrie erkennt. Unter uns liegt jetzt der Thur>n St. Jaques, dessen Fuß auf grünem Rasen rubt, und I^otrs-Vamö äs ?-rris, diese schöne Kathedrale uud dies treffliche Buch. Dann 1'Hötsl das neu hergettellt wird, und zwar nicht vor Vollendung des Opernhauses, wenn nicht die Kaserne noch früher an die Reihe kommt, welche man vorläufig erbaut, um das Hospital zu beschützen, sobald der Grund dazu gelegt worden ist. Jenseits, um das Hotel de Ville zu sichern, abermals eine Kaserne. Es scheint, wir bedürfen großer Vorsichtsmaßregeln, wenu es wahr ist, daß diese allgemeine Ka-sernirung ein Muster der Klugheit und der Schntz-wehr sei. Ueberall Kasernen, man mag wollen oder nicht, uud was heute »och nicht eigentlich Kaserne ist, kann morgen dazu uingeschaffen werden. Nach und nach haben sich die verschiedenen Aussichten, welche wir soeben bewunderten, in eine unbestimmte Eintönigkeit verschmolzen, die immer noch glänzend erscheint, aus deu Wolken betrachtet, die uns umgeben — wie der Vorhang vom Hintergründe nach uud nach verschwindet, unter den sich stets mehren- fangcnschast gerathencn französischen Offiziere, darunter auch Bazaine. ist jetzt in Altona und Hamburg eingetroffen, um dort zu verbleiben. Für das Nordfcegebiet ist nun nach dem Abzug der französischen Kriegsschiffe das Anzünden der Leuchtfeuer und das Ausstcckeu der Seezeichen sowie der freie Lootfenverkchr wieder gestattet. Auf Anweisung des Bundeskanzlers werden jetzt in Norddeutschland alle französischen Kontributionen von den Jahren 1803 bis 1813 zufammengestellt, wahrscheinlich, um bei Bestimmung des Friedenspreises mit in Anrechnung gebracht zu werden. Zur Kapitulation von Metz. Der Streit, ob Bazaine ein Verräther ist oder nicht, dauert ungeschwächt fort. Die „Jnde-pendanee" bringt auS der Feder eines der Kapitulation von Metz entronnenen höheren Offiziers eine Reihe von Einzelheiten über diese Katastrofe. Der sehr leidenschaftlich abgefaßte Bericht gibt aber zu, daß der absolute Mangel au Lebensmitteln zur Kapitulation zwang. Der betreffende Offizier ist nur darüber erbittert, daß Bazaine nicht die zweimal von einem General und anderen Offizieren geforderte Zerstörung der Waffen und Sprengung der Forts zugestand und es nicht auf ein neues Gemetzel ankommen lassen wollte. Die Generale Deligny und Clinchant waren zu einem letzten verzweifelten Dnrchbrnchverfuche bereit, wenn sie 15—20.000 marfchfähige Männer hätten zufauimen-bringen können. Allein man lehnte dies ab, weil weder die Kürze der Zeit dergleichen zuließ, noch genug Leute unter den Ausgehungerten waren, welche die Waffen tragen konnten. Bazaine selbst weist jetzt im „Nord" den Vorwurf eines Verrathes energisch zurück. — Ans einer Mittheilung des kommandirenden Generals Zastrow ergibt sich, daß bis jetzt in Metz vorgefunden wurden: 53 Adler und Fahnen, 541 Feldgeschütze, das Material für mehr als 85 Batterien, gegen 800 Feftungs-gefchütze, 66 Mitraillensen, gegen 300.000 Gewehre, Kürasse, Sabel rc. in sehr großer Anzahl, gegen 2000 Militärfahrzeuge, sowie nicht verarbeitetes Holz, Blei und Bronze in großen Massen und eine vollständig eingerichtete werthvolle Pulverfabrik. Politische Rundschau. Laibach, 7. November. Fürst Carlos Auersperg soll mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt sein. Die Nachricht wird von verschiedenen Seiten bestätigt und hat ohnedies viel innere Wahrscheinlichkeit für sich. Der Name des Fürsten Auersperg ist den Gazen der Zauberoperu. Endlich ist alles verschwunden in dieser weichen Dichtheit, durch welche wir cmporschwcben. Wir steigen. Bald erhellt und erwärmt ein glänzenderer Schein diese verworrene Durchsichtigkeit. Die schwebenden Massen färben sich duukclroth und entzünden sich. Wir haben die höchste Wolkenlage erreicht. Schnell wird ein Sack Wit Ballast über Bvrd geworfen. Schnell und mit einem Fluge flammend und blendend, wie dnrch eine Fcucröbrunst von unten beleuchtet und ohne einen Horizont über uus zu haben, schweben wir über einem Feuermecr. Noch einen Sack, und schneller alö der Gedanke schwingen wir uus zu einer solchen Höhe auf, daß wir jenen Herd nur noch wie eine» unbestimmten Wiederschein bemerken, von dessen Strahlen unsere Augen geblendet bleiben. Tief unter den Wolken, die wir zurückgelassen, war bereits das unbestimmte letzte Gewirr des thä-tigen Lebens verschollen. Der Traum setzt sich fort, der Bezauberung des AugeS folgt die Berauschung des Ohres. — Hier herrscht die Ruhe, das Schweige». Möget ihr i» der That die höchste Bergspitze erklimmt haben, so höret ihr immer noch die ewige, "ie endende Stimme der Dinge, diese geheimnißvolle Stimme, von welcher Plato die verschiedenen Dialekte unterscheiden wollte, mit welcher mein armer, allein schon ein Programm. Dieser Name bedeutet die Rückkehr zur strengen Verfassungsmäßigkeit. Das Abgeordnetenhaus des ReichSra-thes tritt laut Bekanntmachung des Präsidiums erst morgen, den 8. d. M., nicht, wie ursprünglich anberaumt war, schon heute zu seiner ersten Siz-znng nach der Vertagung zusammen. Die Adreß-kommission des Herrenhauses wird ihre Thä-tigkeit sofort nach Beendigung der Wahlen ans dem Großgrundbesitze in Böhmen wieder aufnehmen, welche heule stattfanden. Dieser späte Termin für die Vornahme der Wahlen aus dem Großgrundbesitze scheint auch der Grund für die weitere Vertagung des Abgeordnetenhauses um einen Tag zu sein. Die „Gazzetta Uffiziale" veröffentlicht ein Dekret, welches die i t a l i e n i f ch e K a m m e r auslöst, die Wahlkollegien für den 20. November zusammenberust und die Eröffnung der Kammern für beu 5. Dezember festfetzt. Das offizielle Organ der italienischen Regierung schreibt: Die österreichische Re- gierung hat in besonderer Weise der italienischen Regierung ihre Befriedigung für die von letzterer in Betreff der römischen Angelegenheiten gemachten Erklärungen ausgesprochen. Dieses Faktum steht außer allem Zweifel, und während cs die Fortdauer der freundschaftlichen Gesinnung Oesterreichs gegen uns bestätigt, beweist cs ebenso, wie sehr jene sich von der Wahrheit entfernen, welche von Drohnoien, welchen auch Oesterreich sich an-geschlossen habe, sprachen. Die P r o po s i t i o n e n, welche dem Papste gemacht werden sollen, sind, wie man neuerdings hört: Die päpstliche Gebiets Souveränität hat ans-gehört; derPapst wird als fremder Souverän geehrt und erhält mit den Exterritorialitäts-Recht den Vatikan, den Lateran, Maria Maggiore und wahrscheinlich auch den Quirinal, dann Kastelgandolfo; die todte Hand der g e i st l i ch e n O r d e n wird ausge -hoben, die Ordens - Generalatc rc. werden sortbe-stehen; die Regierung übernimmt die Kosten. Es ist vorläufig an eine Transaktion gar nicht zu denken, weil die Kurie eine solche zurückweist. König Viktor Emannelsoll zwischen dem 15. und 20. nach Rom gehen. Zur Tagesgeschichte. — Aus Meran, 30. Oktober, wird den „Tiroler Stimmen" geschrieben: Die Kaiserin bewegt sich sehr viel im Freien; schon in den Morgenstunden sieht man sie häufig, entweder allein oder in Gesellschaft einer Hofdame, das Gebiet des Schlosses Trautmannsdorf und von St. Valentin umwandeln, den Stadlerhof, wo die Erzherzogin Gisela wohnt, oder das eine lieber Freund Gerard de Nerval so gern Zwiegespräche hielt: „Selbst in der blinden Wand schaust Du den Späherblick, „Mit jedem rohen Stoff verbindet sich das Wort; „Es zu mißbrauchen je, stets halte dich zurück." „Im kleinsten Wesen selbst lebt Gott, dein Schutz und Hort, „Und, wie des Anges Glanz dnrch Wimpern wird bedacht, „So anch ei» reiner Geist im todte» Steine wacht." Weun die tausend rohen und nur zu eindringlichen Stimmen der so genannten lebendigen Natur längst für euch aufgehört haben, so begleiten euch die tausend anderen Töne des geheimen Lebens. Die Seele der Erde verläßt euch nie, und ihre Glcichtönigkeit klingt beständig in euer Ohr. So leise, so erstickt sie sein mögen, dies Rauschen, dies Beben oder Seufzen, ohne daß ein Hauch es her-vorrnft oder erzeugt, ihr glaubt cs zu vernehmen; die Pflanze bei der Kraft, die sic anwcndct, murmelt, das todte Metall knistert seine Klagen, der kalte Stein ächzt. Die Weltseele bekundet sich durch eine der Erscheinungen, die am wenigsten erklärlich sind, durch Touzeichcn, bis über die ewigen Schnce-regioncn hinaus, wohin noch nie der Fuß eines Sterblichen gelangt ist. (Schluß folgt.) Viertelstunde entfernte Schloß Rametz besuchen, wo die Erzherzogin Valerie sich anshcilt. In den Nachmittagsstunden umfährt oder umreitet die Kaiserin die sonnige Lehne von Obermais. Tie hohen Herrschaften lustwandeln wohl auch öfters in den Kuranlagen von Meran. Auf die Erzherzogin Valerie wirkt die milde Meraner Luft sehr heilsam. — Das Schützenwesen als ein Element zurStärkungderö st er r. Wehrkraft ist der Titel einer von einem Wiener Schützen herausgegebenen Broschüre (Wien, L. W. Seidel L Sohn), worin unter Vorausschickung einer historischen Skizze über die Entwicklung des deutschen Schützenwesens für eine zeitgemäße Organisation des Landsturmes mit Benützung der bestehenden Schützenvereine plaidirt wird. Die Schrift ist zunächst für Fachkreise bestimmt, mit denen sich auch der Wiener Schützenverein in dieser Frage ins Einvernehmen setzen will. — Großer Brand in Trient. Nach den aus Trieut in Innsbruck eingelangten offiziellen telegrafischen Nachrichten ist am 2. d. Nachts in der Vorstadt St. Martino bei dem heftigsten Nordwinde Feuer ausgebrochen, welches schnellstens um sich griff. Die aus ungefähr 80 Häusern bestehende Vorstadt wurde fast vollständig ein Raub der Flammen und sind bei 2000, großentheils der ärmeren Klasse angehörige -Personen obdachlos. Der Kaiser hat zur augenblicklichen Betheilung der durch das Brandunglück in Trient Beschädigten eine Unterstützung von 5000 fl. aus Privatmitteln bewilligt. — In die Zentralkasse des Berliner Verwundetenvereines sind bisher eingegangen: Aus Oesterreich 17.345, aus Rußland 91.388, aus Großbritannien 108.211, aus Italien 16.360, aus Amerika 576.672, aus Asien 22.585, aus Preußen 782.978, aus Bremen 175.671 und aus Hamburg 221.035 Thaler. — König W i lh e l m wird sich, wie gemeldet wird, nächstens nach Berlin begeben. Auch Bismarck soll nach Abschluß des Waffenstillstandes in der norddeutschen Hauptstadt eintressen. Der „A. A. Z." wird aus Versailles geschrieben: General Moltke ist in Folge der Strapazen des Krieges krank geworden. Bis jetzt hat sich ein hitziges Fieber bei ihm gezeigt, welches indessen den Aerzten keine ernstlichen Besorgnisse einflößt. — Kaiserin Eugenie ist von ihrem Ausfluge nach Wilhelmshöhe über London wieder nach Chiselhurst, ihrem bisherigen Exil, zurückgekehrt. Von Personen, die Gelegenheit hatten, sie zu sehen, vernimmt man, daß die Ereignisse der letzten Monate auf ihr Aeußeres vom nachtheiligsten Einfluß gewesen sind, wie wohl nicht anders zu erwarten war. Sie soll sehr gealtert haben und das Haar wie die Gesichtszüge die entschiedensten Merkmale der Veränderung zeigen. Lokal- und Promnzial-Augelegeuheitell. Lokal - Chronik. — (Tagesordnung der morgi gen Gemeinderathssitzung.) 1. Vorträge der Finanz, sektion: 3,) Uber die Stadtkasse-Rechnung pro 1867, b) über jene pro 1868, o) über das Gesuch der Di-rektion des Elisabeth-Kinderspitals um eine Subvention, cl) wegen eventueller Abtretung eines Baugrundes zur Errichtung einer Tabakfabrik. 2. Vortrag der Bau-fektion betreffend die Rechnung über das zur Konservi-rung der Tirnauer Brücke gelieferte Holzmateriale. 3. Vorträge der Schulsektiv»: u) in Betreff der Kon-stiluiruug' des OrtsfchulratheS und eventuell Vornahme der Wahlen sür selben, d) wegen der beantragten Unterbringung der städtischen Schulen in dem Zwayer'schen Hause. — (Zur Beethovenseier) haben wir heute eine erfreuliche Mittheilung zu machen. Der Chef der rühmlichst bekannten Wiener Hos-Fortepianofabrik, Herr Ehrbar, hat Herrn Zöhrer, welcher beim ersten Festkonzerte die große Klavierfantasie mit Chor und Orchester spielen wird, zu diesem Zwecke eines seiner Prachtklaviere angetragen und wird Herr Ehrbar da«. selbe auf eigene Kosten in Begleitung seines Sohnes eigeus zur Beelhovenfeier uach Laibach senden. Eine solche Uneigennlltzigkeit und Kunstpietät, wie sie Herr Ehrbar in dieser Thatsache zeigt, verdient gewiß die vollste Anerkennung aller Kunstfreunde, die noch außerdem sehr gespannt sind, eines dieser kostspieligen und prachtvollen Instrumente hören zu können. — (Theater.) In der vorgestrigen „Martha"-Auf fltbruug trat Herr Eisenbach zum zweiten male auf, und es gereicht uns zum Vergnügen, berichten zu können, daß dieser Sänger, welcher schon bei seinem erstell Drbut als „Maurico" sich einer glinstigen Aufnahme zu erfreuen hatte, auch als „Lhouel" unsere Hoffnungen bestärkte, die wir aus das Erscheinen eines brauchbaren Tenoristen, als einer Hauptbedinguug des Fortbestehens unserer Oper, setzten. Freilich besitzt Herr Eisenbach nicht jene Eleganz der Darstellung, au die wir durch die letzten Jahre gewöhnt wurde«, auch nicht die volle Gewalt über seine ctwaS matte Stimme, deren Höhe häufig sehr sorßirt imd gepreßt klingt; doch können wir im Ganzen zusriedni sein und »ns rnhi gen Gemiilhes zu einer Opernvorslellnng in's Theater bege den. Wir wünschen, daß es der Direktion gelingen möge, noch eines Bassisten und einer dramatischen Sängerin habhaft zu werden, dann erst glauben wir an die Möglichkeit der Erfüllung der dem Publikum in ihrem Prospektns ge gebenen Versprechungen. Die Aufführung der „Martha" war recht gut und durch nichls gestört, so daß der Gesammteindruck ein ganz günstiger war. FranFrankeuberg war, wie bisher immer, so auch diesmal vollständig am Platze; ebenso müssen wir nur Lob Herrn Lafontaine spenden, der den „Plnmket," wenngleich ihm stellenweise etwas zu tief liegend, doch trefflich zur Geltung brachte. Zwei so tüchtige Kräfte, wie Frau Frankenberg und Herrn Lasonlaine, werden wir stets zu schätzen wissen. Fraulein Schwarz verdarb eben nichts, bewegte sich jedoch mit einer so schrankenlosen Af-fektation, daß' wir bitten müssen, dieselbe in Zuknnft.maßigen zu wollen und uns Gelegenheit zn geben, nicht allein über ihr Benehmen anf der Bühne, sondern auch über ihre künstlerischen Leistnngen berichte» zu können. Herr 4! a st er that sei» möglichstes. Das Haus war dicht besetzt; ein Wink, den sich die Direktion zu Herzen nehmen möge. Mit Vergnügen vermißten wir anch diesesmal ans dem Theaterzettel die Eintheilnng der Op>r in verschiedene Abtheilnngen, deren jede immer einen passenden oder anch nnpafsenden Titel bekam und stark nach Spieß nnd Dellarosa rochen. Derartiges erinnert an Dorfkomödien, kann leicht vermieden werden nnd ist auch die Vermeidung sehr wünschens-werth. — L u mpa z i va ga b n nd n s, die unverwüstliche Posse, hat auch gestern wieder ihre Zugkraft bewährt. Das Haus war aus allen Plätzen sehr gut besncht nnd das zahlreiche Publikum lachte, Dank der wirklich geluugeneu Aufführung, über die alten, aber urkomischen Spässe recht herzlich. Das liederliche Kleeblatt saud in den Herren Penn aner, Rüdinger nnd Stainl drei würdige Repräsentanten. An die löbl. kram. Sparkasse in Laibach. Nachdem der mit geehrter Zuschrift vom 15. v. Mi., Nr. 2392, aus Aulaß des am heutigen Tage stattfindenden Jubiläums der Sparkasse für die hiesigen Ortsarmcn zur Vertheilung anhergesendete Betrag Pr. 100 fl. nnn der ausgesprochenen Bestimmung zugeführt wurde, wird der löbl. Sparkasse hiermit der wärmste Dank abgestattet. Gemeindeamt Nenmarktl, am 4. November 1870. Lchelesnikar n>. x. Eingesendet. Allen Leidenden Gesundheit durch die delikate Revg,-lesoiörö äu welche ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten die nachfolgenden Krankheiten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aussteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst wahrend der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kureu, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grasen Plnskow, der Marquise de Bröhan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die lisvalesoisre bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Neustadl, U»garn. So oft ich meine innigsten Dankgebete zum allgütigen Schöpfer und Erhalter aller Diuge sende sür die iinbere-chenbarcn Wohlthate», welche er nns durch die heilsam wirkenden Kräfte der Naturerzengnisse angedeiheu läßt, gedenke ich Ihrer. Seit mehreren Jahren schon konnte ich mich keiner vollständigen Gesundheit ersreucu: meine Verdauung war stets gestört, ich hatte mit Magenübeln nnd Verschleimung zu kämpfen. Von diesen Nebeln bin ich nnn seit dem vierzehntägigen Genuß der Rsvaleseiörs besreit uud kann meinen Berussgeschästeu ungestört uachgehen. I. L. Sterner, Lehrer an der Volksschule. In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Rövalöseiörs (LooolLtss in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfnmeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 7. November. Winddrehnng von Ost nach SUdwest. Ganz bewölkt. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 2.8", Nachmittags 2 Uhr -j- 7.4" R. (1869 -s- 2.2°; 1868 -j- 9.8°). Barometer im fallen 326.83'". Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -s- 3.3", um 1.6"; das gestrige -f- 2.7" um 2.0° unter dem Normale. Verstorbene. Den 5. November. Dem Herrn Auton Rataric, k k. Postamtsdiener, seine Gattin Juliana, alt 31 Jahre, in der Kapnzinervorstadt Nr. 84 in Folge des Blutsturzes. Gedenktafel über die am 8. November 1870 stattfindenden Lizitationen. 2 Feilb., Desman'fche Neal-, Dule, BG. Laibach. — 1. Feilb., Äoreuean'sche Real., Brezovca, BG. Oberlaibach. — 1. Feilb-, Petrovcic'sche Real, Franzdors, BG. Ober-laibach. — 3 Feilb., Samsa'sche Real., Feistriz, BG. Feistriz. Lottoziehung vom 5. November. Wien: 84 53 69 89 10. Graz: 79 6tt 46 70 64. Theater. ente: Lokalsa'iigerin »»d Postillon. Lebensbild _________in 3 Aki>» von Friedrich Kaiser. Telegramm. München, 6. November. Ein Aussallsver-such Altbreisachs wurde abgewicscn. Tours, 6. November. Pariser Nachrichten: Rochesort demissionirte in Folge Meinungsverschiedenheit betreffs der Munizipalwahlen. Mehrere bei der Ruhestörung Gcthciligte wurden verhaftet. Paris ist ruhig. Die meisten Journale sprechen sich friedliebend aus und tadeln Gambelta. Brüssel, 6. November. In verschiedenen Städten Süd-Frankreichs fanden Ruhestörungen statt. Ueber sechs Departements wurde der Belagerungszustand verhängt. Florenz, 6. November. Miiüsterwechselgerüchte werden dementirt. ^ <454 8) Usä. vr. lLQ2sr, Dozent der Zahnheilkunde aus Graz, ordinirt hier „Hotel Elefant" Zimmer-Rr« 20 und 21 täglich von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. Der Aufenthalt dauert noch bis inkl. 12. November. In der hiesige» (470 - 3) ZilckerlajMlie befinden sich viele eifenblechene, lackirte und angestrichene Waffereimer mm Verkauft. I.oliLl-Vki'änliki'ung. Ms WtzMflsUG WtzMLGI? k. Ic. xriv. Tuch- Sk SchafMInimiisalirik von in W i< ii, ü-ülitzr 8taät, M. 3, bsünäst 8ieli v«»>» I. M « v v »» I, 18SEV am fi-anr-^086f8-Oluai, gL886 k'il'. 11. (474-1) Bitte zu beachten! Den geehrten Bewohnern Laibachs und Umgegend zeige ich hiemit ergebenst an, daß das rühmlichst bekannte Kunst - Xabinst, verbunden mit einer reichhaltigen Präsenten - Austheilnng, am Jahrmarktplatz täglich von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends zur hochgeneigten Ansicht gestellt ist. Außer den Kriegsansichten wird jeden Samstast die Genlälde-Aufstellnng gewechselt; auch erwarte ich in nächster Zeit das Bombardement von Straßburg zu erhalten. Die Präsente werden täglich durch neue Zufuhren ersetzt. Bitte um zahlreichen Besuch ergebenst (471—4) Liniuz VViIIar61. I Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-1Ü5) heilt brieflieh der Lpezialarzt filr Epilepsie Doktor O. KtlUsvI, in Berlin, jetzt: Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. I Auch wenn Du ferne Denkt oft an Dich, ,,O' sei mir gui" — Kennst Du mich? (473) Wiener Börse vom 5. November. iperc.Rente, öst.Pap. dto. dto. öst.inSilb. >!ose von 1854 . . . Lose von 1880, ganze öo>e von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . Steiermark zuSpCt. »iirnl-n, «rain u. Küstenland S , Ungarn . . zu 5 , kroat. II. Elav. 5 . Siebenbürg. , S , Lotlso, Natianalbanl . . . Union-Bank . . . Lrcditanstalt . . . R. S. E»compte-Ges. Lnglo-österr. Lank . Oen. Bodencred.-A. . Oest, HV»th.-Bank -kteicr. E»comvt.-«>-Franko - Austria «cld ! War- Geld Ü7.7V Ü7 8(i*^-est. Hypoth.-Bank . —.— «7.so 61.10° 87.S0 S» SV 101.— 1I7.7Ü srsv 7S.7S SS.- 7«.- W^,e ^ _jI?rrorltLt»-0dU«. »S. i 0 Südb.-Ses. zu soo Fr.11l.- 11I.S0 10«.so dto. Bon« 6 PCI. LSI.- !»»»— 117.»0 Ncrdb. (Ina fl. CM.) »L.7S S2.— Eieb.-B.sMoft.ö.w.) 8S.7S, 89.»» Etaalsbahn Pr. Stück 1S1.S0 1S5.-SS.- Staatsb. Pr. St. 1867 I3S.S0 lg».- «n. SO 7V S,i 7i1.— 7S» -LSL.50 »s«.— sss.ro 880.- r>7.— 885.— !07.S0 »SN_____ 101.»,', E.-»107 »111 Itais. Ferd.-lliordb. Südbabn-G-sellsch. .!17<.rv I74.7N »ais.Ellsabeth-Bahn. ris.,5 ris.7» L-rl-Ludwig-Bahn !L17.-L17S» ?>iebenb. Eisenbahn . i«7.— >«7.so Staatsbahn.... 38».— S8Ü.S» Hais. Kranz-Josessb.. ilS — I80.SN zünlk.-Barcser L.-B. i«»-- i«l -«lsW-isium. Bahn . >SS.7S 17».- Kation.ö.w.verlo-b. NS.1v gz.Ag Ilng. Bod.-Srcditanst. 8».— so — Allg.öst.Bod.-Sredit. 106.—!,V8L0 dto. IU -ü^.ruckz. .! 87.L( j 87.7S Rudolil>b.,!luufl.°.W.)l M.— FraNj-2-I.tMNft.S.^ S1.7V !.«>»». Eredit lav fl. o. W. . IS8.-Don.-Tampfsch.-Sef.! zn ivo st. LM. . .! >