Lllibllcher Taablait. Redaction unb Expedition: Bahnhosgasse Nr. 16. Sr9 war mein Boter fesi entschlossen, sich an England anzuschliehen. Er hatte nicht ohne man* cherlei Kampfe sich den Thron Afghan istanS zu sichern gewusst unb hatte die Ueberzeugung er-latigt, boss doS befte Mittel zur Erhaltung des Erlangten in einer Allianz mit ber britischen Re-gterung liege. Er hatte von Lord Mayo zwar wemger Waffen unb Munition erhaltcn, als er gewunfcht hatte, fehrte trotzdem ziemlich befriebigt nod) Kabul zuriick unb btieb eS auch bis zum Be- Avstand irgenb erlaubte, an sie bie Frage gerichtet: einer ihrer Verwandten friihet Dragoner-Ossicier gewesen fei? toorauf sie ihm geantwortet, dasS bits ihr Oheim unb Pflegrvater sei, »»ter bessen Dache si» wohne. „Ke»ntn Sie vielleicht meinen Oheim, mein Herr?" fragte sie „Nicht doch, mein Fraulein, benn ich bin erst {eit eintt Woche hiet", war bie Antwort. ,8ldein ich hade ben Auftrag, jenem Herrn etwaS zu uber» gtben, waS ffit. ihn vielleicht von einigem Wcrte (tin toirb. Dars ich Sie wohl um bie Freundlichkeit trsuchtn, Jhrem Herrn Onkel bics mitzutheilen unb ihn in meinem Namen um bie Erlaubnis zu bitten, boss ich ihn besuche?" Onkel Rudolf fonnte sich feines Befmtnten beS NarnenS Forberg etinnetn, beauftragte ober seine Nichte, Herrn Forberg schristlich zu einem Besuche einzulaben unb ihn zum Lehrer anzunehmen. <3chon togSborouf mochte Herr Forberg von bieser ErlaubniS Gebronch unb erschieu Suherst sorgfSltig ge» fleibet in bent fleinen HanSchen. Jetzt hatte er fiir Melanie eine hShere Bebeutung gewonnen, unb als sie ihn feste^ in# Auge fafSte, fonnte fie nicht unchin, suche Nur Muhomed Schachs in Indien im Jahre 1873. Dieser Besuch gab ben Angelegenheiten eine anbere Richtung. Die Berichte Nur Muha-med Schachs iiberzeugten meinen Bater, dass er nicht langer hoffen konne, von ber britischen Re-gierung bie erroartete Hilfe zu erlangen; von leiter Zeit an richteten sich feint Gebanken auf eine ruffifche Allianz. Man kennt baS Enbe. Als mein Bater bie Botschast erhielt, bass eine britische Mission sich nach Kabul begeben werbe, verlas er sie tin Durbar in Anwesenheit ber russischen Gesanbtschaft. Nach beren Berlesung erhob sich ber Oberst Stolietoff, verbeugte sich vor bent Emir unb bat um bie Erlaubnis, Kabul zu verlassen; er wollte sich sosort nach Toschkenb begeben unb bie Loge ber Dinge bent General Kauffmomt berichten. Er verfproch, in sechs Wocheu ober zwei Monoten zuruck zu stilt, unb brong in ben Zortn, olleS oufzubieten, unt bie britischt Re-gieruttg zu verhindern, Kabul zu erreichen. Oberst Stolietoff fehrte mentals nach Kabul zuruck. Er begab sich unverzuglich nach Taschfenb, wo er einige Wochen verweilte unb bantt sich nach Russian*) begab. Der asghanische Beamte, welcher bent Obersien vom Oxusjuach Kabul bos Geleitt gegebett hatte, begleitete btnftlben auch nach Toschkenb, wo er unter nichtSsagenben Borwonben zuriick* gehaltett wttrbe, biS meines Voters Flucht aits Kabul bent General Kauffmomt zu Ohren fam. Jetzt wttrbe ihnt bie Rilckfehr erlaubt. Zwei Abju-tantcn, ein Europatr und tin Eingebortntr Bo-tharas, gabtit ihnt baS Geleite. General Kouffmonn hatte meinen Voter bringenb aufaeforbert. Kobul nicht zu verlaffen. Gleichzeitig hatten bit Mit* glitbtr btr Gtsonbtschost btn Vefehl erholttn, nach Tofchftnb zurficfzufthrtn; btr Arzt solltt bei meinem Voter verbleiben, falls bessen Dienste verlangt wtirbeit. Die ruffifche Gefanbtfchaft wurbc uberall mil grojjer Auszeichnung behanbelt; auf olltn ihrcn Holteplotzen wurbtn bie Truppen herauS* gerufen unb bei ihrtr Slnfunft unb Abreise Solut-schiisse abgegtbftt." Ich fann notiirlich nicht — sagt Sir F. Roberts — bie von Jafub Khan gc* brauchtcn Worte vcrbiirgeit, aber ich bin sicher, bass bie vorftehenbe Fossnng, bie nach zur Zeit gettommenen Notizen niebergefchrieben wurbe, bie gefiihrte Unterrebung substantiell genan tuiebergibt. Sir F. Roberts bemerft sobann, boss eS fur ihn uberflufsig fein wiirbe, irgettb welche Beweise btr Thotsocht btizubringeu, boss Schir Ali ouS cittern ober bent anbent Gruttbe sich roahrenb bes letzteren TheileS seiner Regierung von Englonb obwenbete unb eitter Allianz mit RusSlanb zn-neigte; aber er meint, bie Jntimitat ber ffier* biubung zwischen Russlonb unb Kabul unb bie ihm ein gewisses Wohlgefallen abzugewinnen. Der junge Mann hatte etwas UngerobhnlitheS, beiitahe GenialeS in seiner Erscheinung; bunkles Hoar, bas in langen Locken bid auf die Schulteru nieberwallte, ein schSngeforiiites, regelmatzigeS, brunettes Gesicht, beffett Weichheit bttrch einen sorgfaltig gepflegten Schnnrbart und Imperial gemilbett unb etwaS energischer gemacht tourbe; grotze geistvolle Augen, die sich bemtthten, bald seelenvoll, bald schwarrnerisch zu blicken, eine gewandte elegante lourniite unb eine gewisse, nicht ungefuchte Grazie. So stanb er ihr nun im fleintn Wohnzimmer gegenitber, als sie ihnt einen Stuhl anbot unb ihn zu verzeihen bat, bis sie ben Oheim vom Garten hereingeholt haben wflrbe. Wie abet bieser ins Zimmer trat unb ben ©oft feft inS Huge gefafst hatte, ba fiihlte Melanie, welche ben Oheim fiihrte, bass bieser zufammenbebtc unb mflhfant athmetc, aber feinen Blick bon biefent btaffcn, bunfeln Gesicht verwenben fonnte. „Mein Name Edwin Forberg ist Jhnen vielleicht unbefannt, Herr Hellborn". hub bet junge Musiter beinahe schuchtern an; »aber vielleicht be* greifcn Sie meinen Besuch eher, wenn ich Jhnen sage, bass ber Mabchenname mtintr Mutttr Amalie , vojt. Ltnz war I". Ausdthnung btr Feindseligfeit deS EmirS gegen England feten biShec nicht gehStig gewurbigt worbett. Gesterreich-Ungaru. Zur M i n i ft e r f r i f i $ liegt bie Melbnng vor, boss Herr v. Stremayr noch vor Begittn ber Pleuarberathungen fiber ben ©taatSvoronfchlag von ber Leitung beS Unter* richtSminifteriumS zurucktreten werbe; biefelbe fofl, unt ben Herren Horst unb Korb bie MSglichfeit zu bietett, im Cobinet zu verbleiben, Graf Toofft felbft ubernehmen. AnfongS Habe bie Abficht be* stanben, betn altestcn Sectionschef im Unterrichts-minifterium, Henn von Fiedler, die Leitung ber SnltuS* unb Unterrichtstiertvaltung vorloufig zu tibergeben. Der Plan soll jeboch mit HinweiS auf ben llinftanb oufgegeben Worden fein, bass Fiebler ben im czechischen Memoranbum zum Ansdruck gebrachten Minschen ebensowenig geneigt sent werbe, als Stremayr felbft. Officios mirb beftatigt, bass bie Regierung vorlausig an feine Ergcinzuitg bes Cabiutts beitfe. Das heitzt wohl mit anberett Worten, bass bit Rechte sich in ihrett Erwartungm auf biverfe Mi* nisierportefeuilles vorlausig wenigstenS getaufcht hat. Nach Mittheilungen ber „Preffe" werden die Verhandlungen der Delegationen vor-auSfichtlich noch vor Ablauf dieser Woche zurtt Abschlusse gelangen. ES feien zwar nicht weniger als fttnfzehn Differenzpnnfte ouszngleichen, dlleitt dieselben feieit insgesammt von untergeorbneter Bebeutung, unb eS fonne bei einigem guten Willen auf beiben ©eiten — und an bent Vorhonbenfein desfelben fei nicht zu zweifeln — nicht fchwer fallen, olle Differenzen zu befeitigen. Ffir bie Verlegenheit, welche ber Liechtenstein' f ch e Antrag ben Altczechen bereitet, ist nichtS bezeichnenber, als bie Holtung ber altcze* chischen Journale. So weit bei dieser Augelegen* heit die politische ..Ehrlichfeit" inS Spiel fommt, fchamt sich felbft ber „Pofrof", fiir Pater Grtuttr ins Feuer zu gthen unb hat benn auch, wie ge* stern bemerft, bettselben feineswegs beifadig be* urtheilt. Was aber bie politische ..Klngheit" on-belaugt, so benft ber Abgeorbnete Zeithammer anbers als fein Blott unb hot bent „Petrol" einen Schreibebrief zugehen lassen, in luetchem er sich bahin onSspricht, bass bie Czechen gar feine« Grunb hatten, sich gegen bie Zuweisung beS Liechteustein’schen SlutrageS an einen Ausfchuf* ouSzufprechen. Wahrfcheinlich burften also bie Czechen ber Rechtspartei in bieser Angelegenheit benfelben Liebcsbiettst erweifen, roelchen bie Pole« berfelben erwiesen. Sie roerbett sich basfir ent-scheiben, ben Liechtenstein'schen Antrag einem Onkel Rudolf toidberholte Halb erfchtocfen biefen Stamen, seine Miene verrieth eher Schreck al» a«» genehme Ueberraschung. unb eine btiftere SBolfe lagerte eine Minute auf feiner gefurchten Stirne. „Setzen wit nns, mein Herr!" flilstette er mit kniistlicher Ruhe. „Jhre Mutter lebt also noch unfc Hat Sie an mid) gewiefen ?" setzte er hinzu. „Nicht boch, meitte gute Mutter >starb fchon vor brei Jahren in Oberschlesien. wo sie feit bet* Tobe meines VaterS, eineS Juftizbeamten, lebte, Herr Hellborn; aber auf ihrem Sterbebette gab fie mir noch ben Auftrag, Sie aufzufuchen unb . . Er hielt inne unb warf einen Blick auf Melanie, welche fogteich bas Zimmer verlieh, obfchon ihr fSrmlich bas Herz pochte vor Neugietbe unb Be* , forgnis wegen ber eigenthumtichen Auftegung be* Oheints, ben fie noch nie fo gefehen hatte. Sie trot i« bas Gart.ten unb griibelte, bis nach einer Biettel* ftunbe bet junge Mufiflehtet wieber fort gieng un> Onfel Rubolf sie herein befchieb. Et war noch immet bleich unb aufgeregt unb erfchien eigenthttm* lich gebanfenvoll, unb als sie eine fchuchterne Frage an ihn zu richten wagte, antwortete et zerstreut-' biefer Edwin Forberg fei ber Sohn einer Frau, bie er in jilngeren Jahren zuweilen gefehen habt. . , ----- , . <• • . ..(i^ •' -f Ausschusse zuzuweisen, sich aber ubrigenS um das Schicksal deS clerical-feudaltn Wechselbalges nicht rveiter kummern. FranKreich. Die Pariser Journale tier« Sffentlicheit den Wortlaut deS von Casimir Pe-ricr verfassten Berichtes fiber den Amnestie-Antrag Louis BlancS. Nach demselben haben sowohl die Executivgewalt wie das Parlament seit neun Jahren von den Begnadigungen in reichem Mahe Gebrauch gemacht, so dass gegenwartig nur noch 805 Jndividuen, und zwar 543 im contradictori-schen Wege und 262 in contumaciam Verurtheilte der Freiheit verlustig find. Von diesen 805 Ver-urthcilten sind 509 bereits friiher abgestraft warden. Die Majoritat dec Commission ist der An-sicht, dass sich unter den bisher Nichtbegnadigten nur Jndividuen mit juristischen Antecedentien oder folche befinden, die als die Personification der Eommune betrachtet werden mfiffen. Die Majoritat ist ferner der Ansicht, dass die Amnestic den Juteressen der Republik nicht dienen wurde, da die scindlichen Parteien daraus eine Waffe gegen die Regierung schmieden und auch die mei-sten Wahler in enter solchen Mahregel eine Ab-weichung von dem bisherigen Programm, das die grotze Majoritat des Landes gebilligt hat, erblicken wiirden. Endlich liege eS in der Hand der Re- Žierimg, ben Forderungen der Humanitat durch as der Executive allein zustehende Begnadigungs-recht zu genfigen. „Die Insurrection vom 18ten Marz," schlietzt der Bericht, „war tin Attentat gegen die Nationalversammlung, deren Gewalten die legitimsten und unbestrittensten waren. Die Commune war eine Revolte gegen die nationale Souveranetat selbst, und fie hat Excesse und Ver-bivchcn begangen, welche stets gebrandmarkt werden miissen. Die Motive, welche vor einem Jahre fur die Ablehnung der allgemeinen Amnestie matz-gebcud waren, bestehen noch fort und haben nichts von ihrem Werte verloren. Nach alien indivi-Luellen Beanadiqungen nach dem Gesetz vom 3ten Marz 1879' wurde die Gewahrung einer Amnestie ffir ‘ die-'fdiirtdirfpen-6bh“|ei(th, welche afl der infurrecfionelW1 wefoeglmg lheilgenoittmeii oder dieselbe hervorgerufen und geleitet haben, in den Augeu deS Landes die Amnestierung der Commune selbst bedeuten." Die Majoritat der Commission beantragt daher die Ablehnung des Louis Blanc'schen Antrages. — Wie man aus Paris berichtet, hat Ministerprasident be Frey-cittet die Absicht, gelegentlich der Berathnng des Louis Blanc'schen Antrages sich personlich vor der Stammer fiber die Arnnestiefrage ausznsprechen. Dieser kurze Bescheid stachelte natfirlich nur die Neugierde und das Jnteresse des jungen Madchens fiir ben Pianisten und machte Melanie in "den ersteu Lectionen, welche Herr Forberg ihr gab, befangener, als fie sonst zu sein pflegte. - ' Da der Lehrer aber selbst nicht fiber den Grunb feints Besuches sprach, so ergab sich Melanie in Geduld. Nach einigen Wochen wiederholte Forberg seinen Besuch, und Onkel Rudolf fchickte dieSmal -selbst seine Nichte hinweg, Forberg blieb wiederuni eine Halbe Stunde, begriitzte aber seine Schfilerin beim Weggehen freundlich, und diese erglfihtt im-willkiirlich bei seinem anmuthigen Lacheln. Onkel Rudolf dagegen erschien heute noch zerstreuter und melancholischer gestimmt. als nach Forbergs erstem Besuch, und als er bald darauf ungewShnlich frfihe fchiafen gieng, fah Melanie, dass er ein grohes mappenartiges Etui von Maroquin, das fie nie zuvor bei ihm gesehen hatte, mit in sein Zimmer nahm. Das Etui schien ein Miniatur- oder Aqua-rellbild zu enthalten, allein wesien Bild es war — ob' das eines Werwandten oder eines Fremden — vermocht? die Nichte weder jetzt noch spates zu er-mittfttt. Onkel Rudolf beobachtete ein hartnackigeS Echweigen fiber' seine Beziehungen zu Edwin Forberg. vermischtes. — Ein verbruhtes Kind. Bertha Klier, die einjahrige Tochter des in Wien wohnhasten Schneiders Johann Klier, war am 5. d. der Obhut deS I5jahrigen Lehrmadchens Marie Bleyer anver-traut. Wie wtitig das Madchen seiner Pflicht nach-kam, geht zur Genfige daraus hervor, dass die kleine Bertha ein mit siedend heihem Wafser gesfilltes Gefatz erfasste, mit der Flussigkeit sich fibergoss und insolge dessen gefahrliche Brandwunden am ganzen KSrper davontrug. Das bemitleidenSwerte Kind ist vorgestern den fchweren Folgen dieser Berletzungen erlegen. Gegen das nnachtsanie Lehrmadchen wurde von Seite des Bezirksgerichtes in Mariahilf daS strasgerichtliche Versahren eingeleitet. — Vernnglnckt. Ein bei der Eisenbahn in Arbeit stehender Schlossergehilse, der sich ben vorgestrigen arbeitsfreien Nachmittag zunutze machen wollte, beftieg aus dem Berg Jsel mit einer Axt bewafsnet, die er an einem um den Leib gelegten Stricke trug, einen Baum, um die Aeste desselben abzuhacken und fie dann als Beute mitzuuehmen. Er glitt hiebei aus, siel vom Baume und verletzte sich beim Auffallen so schwer an der Axt, bass er, im Laufe beS Nachmittags am Hohlwege von Bauern aufgesunben, in seine in Prabl befinbliche Wohnung getragen toerben musste imb boit lebensgesfihrlich verwnnbet baniiederliegt. — Wolfsjagb. In ber Ncihe von Lutten-berg ttrnrbe ein Wolf erlegt. — Ein juiiger frauzSsischer Gras, ber sich mit der Tochter einer hocharistokratischen unb conservative« Farnilie verlobt hatte, wfinschte sobalb als mSglich biefe Verbinbung zu 16sen. Um bits zu erreichen, besuchte er eines Abenbs seine Schwiegereltern, setzte sich ans Piano unb spielte — die Marseillaise. Die altc Marquise bekam insolge dessen einen Schlagansall, die Bra us eine Ohumacht und ber Later roieS bem Schwiegersohne bie Xhiir mit bctn Besehle, nie mehr seine Schwelle zu betreteu. Locals und provinzial-^ngelegenheite^. — (Das Laibacher Lo tto-Anlehen) geht unter ben denkbar gunstigften Berhaltniffen des Gelbmarktes seiner Realisierung entgegen. Diefein Umstanbe ist es auch zuzuschreibeu, dass fur die zuuachst zur Subscription gelangenden 25,000 Stfick Lose ein Subscriptionspreis von 24 fl., alfo mit einem Agio von ‘20 Procent, angesetzt werden konnte. ^leichwohl ist nicht dnran zn zweifeln, dass die erste zur Subscription gelangende Lospartie in kfirzester Zeit untergebracht werden wird, und ffigen wir fur unsere Leser hier die Bemerkung bei, bass In biefe Zeit siel ein Ereignis, Welches ein neues rathfelhaftes Geheimnis fiir Melanie war; ihr Oheim cmpficng eines Tages unter vielen an. bereii Brtefen auch einen aus St. Petersburg, dessen Jnhalt ihn so sehr zu erschiittern schien, bass er infolge davon hestig »rkrankte und seine Gichtleiben sich beinahe gesahrlich gestalteten. Eine diistere Schwermuth lag auf den ernsten Zfigen des ©reifes, der zusehendS alterte. Seine Bemfihuugeu Melanies vermochten diese Traurig-feit zu banneu, bie sich am liebsten im Hinbrfiten fiber Erinnernngen an vergangene Zeiten zu er-gehen schien uud den atten Herrn beinahe blind machte fur das, was um ihn her vorgieng, sonst hatte er wahrnehmen mfiffen, dass nicht das mnsi-kalische Jnteresse allein die beiden jungen Leute um ihn zu einander hinzog. Seit Melanie durch ihreS Onkels Erkranken an Haus unb Zimmer gebannt unb fie gezwungen war, bie Clavierlectionen auf-zngeben, tarn namlich Edwin Forberg mit der vom Oheim argloS gegebenen Erlaubnis, zuweilen in den Abendstunden, um mit Melanie Musikstficke zu fiben obet viethanbig zu fpielen. Viclleicht war Rudolf Hellborn nicht ganz blind gegen bie @cfahc tints folchtn Berkehrs, wo bie erregte Psyche auf bit Lost sowohl gegen Barbezahlung zu dem obtn erwahnten Prtift als auch gegen Ratenzahlungen im Gesammtbetrage von 25 fl. bezogen werden kSnnen. NSHere Auskfinfte bartibcr werden von btc krainischen Escompte-Gescllschaft ertheitt. — (Die Neuaufnohmt von Laibach.) Wie wir in Erfahrung bringen, wurde dem ®t-meindcrathe biesertage ein Offert zur Durchffihrung einer Neuaufnahme der Stabt Laibach fiberreicht Dasselbe bezweckt, ben Catastralplan, bit biSherigt einzige Grunblage zur Eoibnithaltung unb Beur-thcitung bet baulichen Leranderuugen der Stabt Laibach dutch den Gemeindetath, — durch tintn in bedeutend grbherem Mahstabe ausgefertigten ntutn Plan zu erfetzeu. Dieser Plan wfirde aus circa 80 Sectionsblattern bestehen, welche fammtlich blei bend aitf Glasplatten aufgrzogrn waren; dutch letztereS Mittel wird die unausbleibliche Ungenauig-keit, die durch die verschiedenen Ausdehnungtn des Papiers insolge von Witterungseinfltiffen verurfacht wird, vollkommen befeitigt unb uberbies eine immer wahtende Dauet unb Eonsttvation bes PlaneS ver-bfirgt. Dieses sowie bet vergrSherte Mahstab der Neuaufnahme wiirden ben Plan ber Stabt Laibach auf bas gleiche Niveau mit ben Stabtptanen ftellen, welche in bet neuern Zeit von vielen Stadttn att^ gcfcrtigt wutden. Die Kosten der Aufnahmt to6t= ben sich auf 11« bis 12,000 fl. betaufeu, uni ware bie Dauer berfelben auf zwei Jahre berechntt. Mr finb von ben Bottheilen einer betattigen Neuauf-nahme vollkommen tiberzeugt Wenn Laibach sich auch nicht mit Stadten wie Graz, Prag, Wien «c. in Bergleiche ziehen lasst, fo find bit Berhaltnisfr ber Stabt Laibach btnn both von beispielsweise jenen des KarstplateauS noch um ein bebeutenbe* vet fchieben nnd die Grunblage (bet Catastralplan), die fiir bie meiften Zwecke in tintm letzteren Fattt auS-reicht, ist fiir bie Stabt Laibach burchaus nicht ge< nfigenb. Wenn im Tatasttalplan ein Greuzpunkt eines 50,100 Joch gtotzen WaldeS um 3, 4 Futz vetfchoben ist, so bebeutet bits meistenS nichts. da bieser Fchler am Catastralplan eben nicht mehr mit Sicherheit wahrnehmbar ist; aubers verhSlt ti sich jeboch, wenn man mit Befiitchtung der gleichtn Uusicherheit auf bitftmPlantRcgulitrungtn, Fixieruug von Baulinien oder andere im dffentlicheu Jnteresse erfordetliche Bestimmungen vornehmen wollte 3>k nnangenehmsten Complicationen waren haufjyft derm Folgen. Um diesen zu begegnen, mfiffen fiir jedei einzelnen detattigen Fall specielle Detailauf»ahme» votgeuommen werden. Die Haufung dieser letzlere« fiihrte nun in vieleu, darunter auch die Bebeutung Laibachs nicht erreichenden Stadten, zur completen Neuaufnahme derselben. Die Unzulauglichkeit des Catastralplaues fiir die Stabt Laibach wird ootr ben Wellen bee I8ne gleichfam in einer andere«. hBhercn unb freieten Welt des Ernpsindens schwebt unb empf$nglichec ale in jeder anberen Stimmung ffir feelische unb gemfithliche Einbrficke ist; aber der frank Oheim wollte seiner treuen Pflegerin auch den einzigen GennfS, die einzige geistige Er> holung gSnnen, welche ffir fie erreichbar war. Biel-leicht nnterschatzte er den Eindruck, welchen eine folch' weiche, empsindsamr, erregbare PersSnlichkeit wie bie jenes Mnsikers, eines Kfinstlers, ja den die Musik selbst, biefe innigfte, herrlichste allee ftitnfte, auf ein junges, unetfahtrneS Mfibchen von gef funbem, frifchem Herzen, offenet Seele unb erreg barer Einbilbungskraft machen mufSte. Bielleicht hielt ber Oheim, eben Weil er in Melanie eine mtrlwfitbigc Mischnng von Zartheit unb Zartsinn im Empsinden unb energifchet Kraft bes Willtns, trkannt hatte, seine Nichte ffir zu fraftig unb ftol*-unb ftcher, als bass ein folch' zarter, blafser, wtf-aus Mondschein gewobener jungrr Mann mit seinem fein besaiteten Gemuth einer solch' fttnhojt. tuchtigtn Natur gesahrlich wfirde. (Fvrtsetzung solgt.) sachmSnnischer Eeite zugegeben, ebenso bit Bortheile kinkr Neuanfnahme. Sollte bet Gemrinderath nicht imnnirhr bit Jnitiativt in bieftr Angeltgenhtit tr-grtifen unb ihrtS latenttn CharakttrS entfleiben? Dtr Gemeinbtrath verfiigt iiber gtniigenbe Mittel, um biese nicht ohne grohe Nachtheile writer hinaus-Ichiebbare Aufgabe ihrtr Erlebigung cntgegenzufiihren. Ob nun bas bet Stabtgemeinve uberteichte Offert sich als annehmbat erweist obet nicht: in jebem Fallc glaubtn wit, bass schon mit Riicksicht auf bie btingenb nSthige Anfettigung eineS Lagerplanes fill bie tiinftige ©tobtregulierung bet Gemeinberath bas uorliegenbe Dffert alS Antegung jut Beschluss-foffung iiber eine Stage bettachten sollte, von beten gtbtihlichet LSsnng zum nicht getingen Theil bie Zukunft bet Stabt Laibach abhSngt. — ((Srlebigte Notariats st elle n.) Die !. !. Notatiatskammtt fiit Stain fchreibt ben EoncutS fiit bie zn Stein unb zn Sittich etlebigten RotatiatSstellen au8. — (Rationale CatnevalSschetze.) Um bet „Maskeraba Sokolova" eine hvhete Wlltze ju verleihen, ist bas betteffenbe Comite auf ben geiftreichen Einfall getathen, bie Maskenabzeichen |u einet Sottise, jur Beschimpsung eineS geachteten Mitgliebes bet politischen Gegenpattei zn gestalten. Selbstverstanblich gefielen sich bie Atrangeute bes natioflalen Mummenschanzes batin, sich im Bilbe eines Fatten zu petsonisicieren, bet in ben Klauen ein um einen Rechen getounbenes Gewurm tragt. Das Gewiirrn sinb natiirlich bie »Nemškutarji" unfc bet „Rechen" ist bie einjige „Jbee", toelche bet nationale Carnevalswitz in Etrnanglung origi-nalet Gebanken benBesuchetn bet „Sokol"-Masketabe aufzutischen wusste. Einet solchen orbinaren Bos-heit gegentiber verfiummt jebe Kritik. Was uns aber tounbetnimmt, ist bet Uinstanb, bass bie Herren Artangenre ben Mnth besatzen, zn einet mit berartigeu Emblemen ansgestatteten Carnevals-untethaltnng. auch ben SSerttetet einet Regiernng »inzulaben, toelche bie „Bersi>hnung allet Parteien" out ihre Fahnen geschrieben hat. Dass fie mit berattigen, vom verbohrtesten unb gemeinfteii poli-iifchen Hasse zeugeitbeu Abzeichen bei bem als Gast anWefenben Herrn Lanbesprcisibenten gewiss teine Sufiimmuiifl finben, burften sie benn boch voraus-gesehen haben. Wahrscheinlich biirfte auch ber eben besprochene „nationale Carnevalsscherz" bie Utfache gewesen fein, bass Ritter v. Kallina schon nach furzem Ausenthalte bie Raunie bet čitalnico vetlietz. — (Born Th e atet.) Die erfte Operetten« unb fiocalfaugetin vom Lanbestheater in Gtaz, gtaulein Mizel Anatout, tritt morgen Freitag, btn 13., als „Therese" in „Jhr Corporal" in ihtet zweiten Gasttolle auf. In bet Kunsthanblnng bes Herrn Carl Karinger sinb photographische Aus-nohmeit bet Kiinstletin als „Methufalem", „Haibe-rLschen". »Kleine Herzog", ..Therese", „Jhr Corporal" nnb „Seeeabet" ansgestellt. Angekommene Fremde av 130 75 134-50 177 — 9750 88 50 88-50 90 — 118 25 2360 627 - ®elb ytctbtoeflhabn . , . R»dols«>Bahi> . . . Staaifibatin .... Siibbabn 167 75 153 75 274— 89— ling. Storboitbabn . . 143 75 PfonilBriff«. lBcbencrcbitanft.il! ill ®olb in oftm. Wahr. . . Utationalbant Ungar. Oobcntrcbit« . 118 75 101 — 1C« 80 102.25 flrieriiatt-Cilig. Slilabethbohn, i.iim. Fcrb.-Norbb. i. 6ilbc> ^ranz-2oseph-B»hn. @alij.*=iubtoigb,l.$. Deft. Nbrbwest-Bahi, eicbcnbfltgct Kahn Staatebahn, l. $m. Siibbabn * 3 Per,. n 5 m • ' 97 — 106-25 98*90 105 — 101 50 82 75 174— 121-75 107 75 Prieeltel«. Srebitlofc iHubolf«lo|t 17875 18 — Dtsifta. London . . 11706 •eUfetke. Dutdten 563 9 35»,, 57 76 20 Franc- 100 d. Reichsmark . . eilbct Ware 168— 154 — 874*50 89 25 144—, NV--101*25 103 — 102 5* 97 26 106-50 99-lf 105.60 102'— 83 — 174 60 122*— 108.—. 179 — 18*60 11716 5 54 8 86iw 67 80 Telegraphischer Cursbericht am 12. Februar. Papier-Rente 70 60. — Silber-Rente 71-55. — Gold-Rente 84 70.— 1860er Staats-Anlehen 129 50. — Bank-aeticn 839. — Crebitactien 301-—. — Bonbon 11695. — Silver —. — K. k. Miinzbucaten 5 53.— 20-Franc--1 Stiide 9 35. — 100 Reichsmark 57 70. Druck »on Jg. v. Klein mayr & Feb. Bamberg. SBerleget: Ottomar Bamberg. Fur bie Rebaclivn tieranttoortlich: Dr. Hans KrauS.