PriirmmerattonS-Preise: Fitr Laibach: Sanzjiihrig ... 8 fi 40 kr. Halbjiihrig ... 4 „ 20 „ Bierteljiihrig . . 2 „ 10 „ Monatlich 70 „ Laibacher We&otsiou: Sahnhosgafle Nr. 132. M i t der Post: Vanzjiihrig ... II sl. — kr. Halbjiihrig ... 5 „ 50 „ viertcljiihrig . . 2 „ 75 „ gttt Zustellung in« Han« vier-teljiihrig 25 kr., monall. 9 kr. Binzelne Nummern 6 kr. Engblntt. Anonyme Mittheilungen ottbtn nicht beriickstchtigt; Mavuscriptc nicht zuriickgesenbel. Expedition- & Anferate«. Bureau: Ikongrehplatz Sir. 81 (Such-handlung Don Jgn. o. Klein-mayr & gfb. ©ambfrj.) Jnscrtiouspreise: Fitr die cinfpoltige Petit,eite L 4 kr., bfi irocimaligtt ®in» schaltung a 7 kr., btrtmaliaer A 10 kr. JnsrrlionSstempel jtbremel 30 kr. Bei grStzeren ^ufeteitn uak dfttrtr Sinfcholtiuij) enlspre, chtnbtr Rabait. Nr. 81. Mittwoch, 9. April 1873, — Morgen: Grundonnerstag. 6. Jahrgang. Alles riistet sich zum Kampfe. (Schlnh.) Noch deutlicher spricht der „Pokrok". Er be-hauptet sogar, ihm sei der unroanbclbare Entschlntz des Dionarchen, die Wahlreform zu sanctionieren, langst kein Geheimnis gewesen. Auch er nimmt die Wahlreform als unwandelbare Thatsache hin und mahnt seine Landsleute mit derselben zu rechnen. „Treu dent Programme — so rust er, — das zu-letzt ausgesprochen wurde in der Landtagsresoluiion vom 8. November 1871, verharren wir auch gegen daS neue Gesetz, tote uns bies unsere Rechtsgrund-satze gebieten. So wie wir alle andern Gesetze, die ausgegeben wurden ohne uns, ausnutzen, so werden wir auch dieses ausniitzen in ausgedehnte-stem A?ahe. Wenn aber das Wahlresultat ein sol-ches sein wird, wie es die Rcgierungsparlei sich wuuscht, das ist dann eine andere Frage." Nicht minder entschieden sprechen sich die andern gegnerischen Organe, feubate wie flericale, siir bas schonungsloseste „Ansnlltzen" der durch das neue Gesetz gcbotenen Bortheile aus. Schon datz von alien ohne Ausnahme eine soderalistisch-klericale Reichsrathsmajoritat bei einiger Austrenguug von jhrer Seite in Aussicht genommen wird, ist der sprechendste Beweis fur die selbstlose Uneigennutzig-feit, roomit Regierung wie Versassuugspartei bei Schafsuug des Gesctzes zu Werke giugen; es ist also nach dem Eingestandnis der soderalistischen Presse selbst eine bewuhte und uni so schamlosere Liige, wenn trotzdem dem Volke gcgeniiber beharr- lich behauptet wird, die Wahlreform schadige em-pfindlich die Rechte der Slaven, fie sei einfeitig und ausschlietzlich im Jnteresse des deutschen Ueber-gewichts geplant. Heute find fie selbst gezrouttgen, einzugestehen, Zweck und Charakter der Wahlreform sei ein derartiger, alle Parteien in ben Stand zu setzen, „burch die Versassung so viel Terrain als moglich" fur ben Triumph ihrer Sache zu erobern. Und datz bie Czechen aus einmal den Gedanken des Einlritts in ben Reichsrath so verlockenb finden, ist der schlagenbste Beweis, wie sorgsaltig burch bie Wahlreform bie einzelnen Jnteressen gewahrt roerben. Aber aus ben angefiihrtcn Stellen bet czcchi-schen Organe schaut noch ein ganz anderer Plan hervor, als der brs eventuellen Eintrittes in ben Reichsrath. Obwohl die einzelnen Fractioneu der Brrfassmigsgegner aus dem letzten FSderalistentag sich iiber ein gemeinsameS Programm noch nicht einigett fonnten, so haben sie doch alle, die soge-nannte ..Rechtspartei", die czechisch-nationale Partei und die Polen, welche deit Verhandlungen beiwohn-ten, deit Beschlutz gesatzt, an beit directen Wahlen sich zu betheiligen und mit aller Macht dahiu zu streben, datz wo moglich die Majoritat des kunsti-gen ReichsratheS aus Manneru der jetzigen Opposition bestehe. Ist dieses erreicht, so geht ihr Plan dahiu, ben neuen Reichsrath als constituiereu-den zu erklaren, die Verfassuug hiuweg zu decre-tieren und eine neue mit Zugruudelegung der Fun-damentalartikel auszuarbeiten. Erriugeu die zum Umsturz geneigten Elemente die Mehrheit im neuen Reichsrathe nicht, so werden gleichwohl dieErwahl- ten ihre Mandate ausiiben uttb in ben Reichsrath zu dem Zweck eintreten, urn gleich in der rrften Sitznng den Antrag zu stellen, der Reichsrath mbge sich als auherordentlicher, als Reichsrath ad hoc oder constituicrenber erklaren, weil sie (nut Partei-beschluh nur in einen solchen eintreten burfttn. Bei ber zu erwartenben Ablehnung bieses AntrageS wer» ben sammtliche ftobtraltften den Saal verlaflen. Das scheint nach allem die ausgegebent Losung fur die Verfassungsgegner aller Farben zu sein. Unsere Parteigenossen tmbctt barunt gut thun, von allem Ansange mit biefer Thatsache zu rechnen, keinen Augenblick zu versanmen, rasch die Organi« sierung und Ausstellung ber WahlcomitSs in bie Hanb zu ttehmen, sich wenigstens bie Gegner an Šifer unb Ruhrigkeit als Muster zu nehmen. So wie biefetben trotz ihrer Masienpetitionen unb wi-berlichen Protcstliigen sich anschicken, aus ben butch die Vetfassung geroahrleisteten Rechten sich Waffen zu schtnieben zur Bekampfung unb zum Umsturz bcrfelbeti, wie bie stinbselige Liga nicht wahletisch ist in ihren Mitteln und im Gebrauch bcrsdben, so solite wenigstens jetzt, wo es gilt, ben nltramon-tanen Feind von ber glucklich erruitgcnen Position, vom Bollwerk bet birecten Wahlen au9 bauemb zu itberroaltigen unb Butgschasten fur ben unbt« ftrittenen Bestand bet Gesammtmonarchie wie ftit die Hettschaft ber Gesetze ausjutichten, (ein Atm etschlassen, kein Parteigenoffe unthfitig bem Kampfe zufchauen. Jedet tnoge sich vom ersten Momente an gegenwartig halten, batz bie VetfassungSpattei sich ouch bet ben birecten Wahlen ihrer Haul wehren mu|. Imilleton. Die Prinzessin Tarrakanoff. Eine ruflische Hosgeschichtc. Die russische Kaiserin Elisabeth, Tochter Peters bes Gtohen unb Vvrgangerin von Peter 111. — beffen (She tnit ber Prinzessin von Anhalt-Zetbst, ber nachmaligen Kaiserin Katharina der Grohen, sie zustaude brachte, — hatte brei Kinder aus ihrer heimticheu Ehe mit Alexis Razumoffski. Das jungfte Don diesen war eine Tochter, die in Rutland unter dem Namen ber Prinzessin Tarra-kanosf erzogen wurde. Als Kalharina die Rechte Polens uuter ihre Fuhe trat, entfiihrte der poluifche Fiirst Karl Radziwil die jmige Prinzessin uttb nahrn sich vor, sir einst als Priitcnbcntin des ruffischen Thrones zu beniitzcn. Als Katharina dies ersuhr, consiscierte sie seine Besitzungen, unb urn lebeit zu konnen, mutzte er seine Diamanten unb andere Werthgegen-stande verkaufen, bie er mit sich nach Jtalicn ge-nommen. Als biefe HilsSquellen erfchopft waten, begab sich Rabziwil nach Polen, um andere zu suchen, unb lieh bie junge Prinzessin, bie sich in ihrem 16. LebenSjahre befattb, in Rom unter ber Obhut ciner Art von Hofmeisterin oder Duenna zuriick. Als er in fein Baterland lam, wurde ihm die Zuruckerstattung seines Eigenthums angeboten, wenn 'er die Prinzessin nach Rutzland zurudbringe. Er oeriveigertc es, aber er war so unebet, zu ver-sprechen, batz er sich nicht roeiter uttt sie fumntern unb sie ihretn Schicksale uberlaffen wolle. Katharina begnabigte ihtt unb senbete Alexis Qrloss aus die Fahrte der Prinzessin. Er hatte das Wesen cities Bluthundes an sich, das wutzte die Kaiserin, und war jeder Schurkerei fahig, die seinem Ehrgeizc bieneit konnte. Gold in Fitlle wurbe ihm zur SBersQgung ge-stellt unb eine hohe Belohnung vetsptochen, wenn er ben Aufenthalt ber Prinzessin entbetfe unb sir in ben Bereich ber Macht Katharinens zu locken oerstehe. Orloss ging nach Jtalien, unb als er da an-kam, nahrn er einen Neapolitans, namens Ribas, itt seine Diettste, eine Art Spion, bet sich selbst einen Seeofsiziet nanute unb sein Wort verpsanbete, datz ct bie Prinzessin auffinben witrSe. Et tier« langte bafflt als Belohnung einen Rang in ber ruffischen Flotte. Anberseits roirb sogar versichetl. batz er vetlangte, fofort Abrniral zu roerben, unb dah Orloss, obgleich er bie ausgebchntesten Boll-machlen besah, sich boch scheute, cine so hohe Be« lohnunK zuzugestchcn. Et schtieb baher an Katharina, welche bas vetlangte Document sogleich sen* bete. Wutzie sie boch, batz sie es jeben Augenblick aitnullieren tonne. Ob nun biefe Nachrichtcn genau sinb obtr nicht, so viel ist Thatsache, batz ntthr als ein Ge° schichtSschreiber crwahnt, dah Riba« spater im schwarzen Mcere als russischer Bizeobmirol com« mcmbierte. AlS Ribas seiner Belohnung geroitz war, brachte er zwei Monate mit Nachsorschungen zu, bis er ben Aufenthalt ber unglucflichen Prinzessin entbecfte. Diese roar in Rom. Aufgegebeu vvtt Radziwil, befand sie sich in ber grojjten Durstigleit — and existierte nur dutch bie Untetstutzung, roelche ihr eine Frau zukommen lieh, die ihre Dienerin gewesen war unb welche nun in anbtre Diettste getretm. Alexis Orloss besuchte fie in einer etenbtn Wohming unb sprach zuerst im Tone eine« ergebe-nett SNaven, ber seine Sonveranin anrebtt. Politische Rundschau. Laibach, 9. April. Inland. Die ..W.Ztg." verSffentlicht die vom Kaiser sanctionierte Wahlreform, die aus zwei Theilen, aus einem Gesetze, wodurch das Grundgesetz fiber die Reichsvertretung vom 21. Dez. 1867 abgeandert wird und aus der Reichsrathswahlordnung besteht. Die beiden Gesetze find vom 2. April datiert und treten nach Anflosung des jetzt bestehenden Abgeordneten-hauses in Wirksamkeit. Noch bevor dies geschieht, hat die Wahlreform bereits einen grohen Triumph zu verzeichnen. Was Hohenwart nur auf dem Wege der Hinterlist, durch Verfassungsbruch und Wahlfalschun-gen zustande zu bringen versuchte: die Theilnahme alter VSlker Oesterreichs am parlamentarischen Wettkampfe, das hat die Wahlreform mit einem Schlage erreicht. Alle Bolker Oesterreichs rusten sich bereits zur Theilnahme am constitutionellen Kampfe, und die Slovenen stehen dabei in erster Reihe. Die fevdalen und foderalistischen Blatter geben die Moglichkeit zu, dah bet einiger Riihrigkeit von ihrer Seite die Versasiungsgegner die Majoritat erlangen ftSnnen, und bekennen damit zugleich, rote persid, roic verlogen sie sich noch vor kurzem be-nommen, als sie, um die Wahlreform zu verleum-den, stets behaupteten, das neue Gesetz fei einzig auf den Vortheil der deutschen Partei berechnet. Die Deutsche« und Verfaffungstreuen werden eifrig kiimpfen muffen, um die Majoritat zu erlangen; es lommt nur darauf an, dah die Bevolkerung sich wacker rfihre, um ihre Gesinnung bet den Wahlen zum thatsachlichen Ausdrucke zu bringen. Das Herrenhaus berieth am Moutag uber das Lottoanlehen der Stadt Wien und fiber die Re-gulierung der Beamtengehalte. Beim Beginn der Sitzung theilte der Ministerprasident mit, dah an betde Prasidenten des Reichsrathes Einladungen zur Vermahlungsfeier der Erzherzogin Gifela gerichtet und dah den Prasidenten autzerdem noch Einladungen fur die Mitglieder des Reichsrathes zur Ver-fugung gestellt worden seien. Fiirst Karl Auersperg wird auf fchriftlichem Wege die Einladungen den einzelnen Pairs zukommen laffen. Denselben Vor-gang wird auch President v. Hopfen den Abgeord-neten gegenuber beobachten, so dah die Nothroendigkeit entfallt, die Abgeordneten vor 21. April zu einer auher-ordentlichen Sitzung einzuberufen. Der Gesetzentrourf fiber das Lotterieanlehen fur Wien und die Regu-lierung der Beamtengehalte wurden in zweiter und dritter Lesung angenommen. Das am 7. d. unter die Delegationsmitglieder vertheilte Rothbuch enthalt 43 auf die Laurion-angelegenheit, 12 auf die osterreichische Mission nach Persien und 9 auf die Ausffihrung des mit Frank-retch gefchlofsenen Handelsvertrages bezfigliche Do-eumente. Er sagte ihr, datz sie die legitime Kaiserin von Rnhland sei; dah sich die ganze Bevolkerung des grohen Kaiserreichs angstlich nach ihrer Thron-besteigung sehne; dah, wenn Katharina den Thron noch inne Habe, das nur fei, weil nicmand wisse, wo sie (die Prinzessin) set, und dah ihr Erscheinen unter ihren treuen Unterthanen das Signal zu einem augenblicklichen Abfall derfelben von der Usurpatorin sein wfirde. Trotz ihrer Jugend mistraute die Prinzessin diesen blendenden Versicherungen; sie wurde von denselben nur beunruhigt und war auf ihrer Hut. Orloff, einer der schonsten Mcinner seiner Zeit, vereinigte dann die Verfuhrungei> der Liebe mit jenen des Ehrgeizes — er heuchelte eine heftige Lei-denschast far das junge Madchen und schwor ihr, dah seta Leben davon abhange, dah er ihr Herz und ihre Hand erhalte. Das arme vereinsamte Wkiidchen fiel so unroi-derstehlich in das schmahliche Netz, welches ihrer Uncrfahrenhcit bercitet wurde; sie glaubte ihm und ticbte ihn. (Schlutz fotgt.) Wie aus A gram gemeldet wird, ist Feldmar-fchallieutenant Mollinary an die Stelle des Grafen Huyn, welcher als Gardekapitan nach Wien fibersetzt werden soll, zum Landescommandie-renden von Ungarn ernannt worden. Als der Nachfolger MollinaryS wird General S c u d i e r, der Commandierende von Temesvar, bezeichnet. So-mit hatte Graf Andraffy seinen Zweck, welchem zuerst Baron Gableuz zum Opser fiel, erreicht, und ein angeblicher Aiagyar ware Obercommandierender in Ungarn. Ausland. Der deutfche Reichstag schloh mit dem Knalleffect der Lasker'schen Actienrede seine Sitzungen vor Ostern ab und vertagle sich bis zum 21. April. Dah diesmal Lasker nicht einen gleichen Effect, wie seinerzeit im Abgeordnetenhause hervor-brachte, tag in der Natur des Gcgenstandes. Allein die Ausschlusse, welche er liber die Ergebnisse der Untersuchungscommission ertheilte, haben nicht ge-ringes Aufsehen erregt. Die Zeugenvernehmungen find von der Commission beeitdigt; jetzt werden die Gutachten von Sachverstandigen cingchott, um darauf Vorschlage wegen einer Reform des Concessions-wesens zu begriinden. Der Widerstand des preuhischen Herren-hauses gegen die kirchen politische n Gesetze scheint gebrochen. Fiirst Bismarck hat das Wunder beroirkt. Nachdem der Minister am Samstag den festen Entschluh der Regierung ausgesprochen hatte, „diese Kirchengcsetze unbedingt in diesem Jahre zum Abschluh zu bringen", und dabei Worte gebraucht hatte, welche im Hause selbst auf die Absicht einer tttoglicher Weise eintretenden Octroyierung bezogen wurden, allem Anscheine nach aber auf eine Herren-hausreform hinzielen sollten, krochen die Herren zu Kreuze: Mit 74 gegen 38 Stimmen ward be-schlossen, der Verballhornisierung der Gesetze durch die Commission ein Ende zu machen und, wie Bismarck verlangte, die Borberathung im Plenum selbst vorzunehmen. Die berliner Blatter hoffen denn auch bereits, dah in der nach Ostern erfolgenden Wieder-aufnahme der Vorlagen durch das Herrenhaus der Anschluh an den bereits sestgestellten Wortlaut der Entwfirfe unfchwer erfolgen wird. Die s r a n z o si s ch e Nationalversammlung ist noch nicht, den allgemeinen Wiinschen entsprechend, in die Ferien gegangen, sondern fahrt in ben Debatten fiber die der Stadt Paris und den vom Kriege betroffeiten Departements zu leistende Ent-schadigung fort. Vielleicht ist es der Rechten datum zu thuu, ihren neuen Prasidenten Buffet noch vor den Ferien in die Praxis einzufuhren. Die Er-nennung Buffets hat fibrigens, rote dies nicht an-ders sein konnte, allgemein den ungitnstigsten Ein-druck hervorgebracht. Grsvy wird zum Prasidenten des Ktubs der Linken ernannt werden und das linke Centrum alsdann als besondere Gruppe zu bestehen aushoren und sich mit der Linken vereini-gen. Dies ist das erste Anzeichen der unter der Ffihrmig von Gr^vy sich vollziehenden Fusion der Rep ubl ikaner, die nachhaltiger wirken durfte, als alle die bisher so klaglich gescheiterten Fusionsbemfihungen im Schohe der Rechten. Die „Opinione" sagt in Bezug auf die gegen mehrere italienische G e i stliche schwebenden Prozesse: „Es ist traurig, dah der St a at seine Zuflucht zu den Tribunalen nehmen muh, um den Dieueru der Kirche Respect vor den Gesetzen und der Sffentlichen Meinung einzuflohen; aber es ist geradezu unroahr, wenn die Klericalen deShalb be-haupten, die Kirche werde verfotgt und unterdruckt. Da konnte man mit demfelben Rechte sagen, die Prehsreiheit wird unterdriickt, wenn die Gerichte gegen aufriihrertfche und verleumderische Zeituugen einschreiten, Oder man hcmmt ben freten Bertehr, weil Betrfiger und Falschmiinzer eingesperrt werden. ES gibt keine Regierung, welche nachsichtiger gegen die Geistlichkeit ist, als die italienische, und keine Gesetzgebung, welche milder ist, und kein Land, too man bei 5er Anwendung derfelben gelinder verfahrt, alS Jtalien. AVer wenn man ffir den KleruS Straflosigkeit verlangt, so bringt man die Gesetze und die Regierung um alien Respect." Die tu-rkischeRegierung will ben obli« gat o rischen unentgeltlichen Schulunterricht etn« suhren. In ben Elementarschnlen soll man in Zu-kunst nicht bei der Lecture der heiligcn Biicher stehen bleiben, sondern auch die Anfangsgrunde der Arithmetik und Geographie in den Unterricht hinein-ziehen. Ein Verfuch in diefer Hinsicht hat bereits begottiten. Den Schulen eine geniigende Anzahl von Lehrern und Lehreriimen zu schassen, ist das Haupt-ziel der jetzigen Bestrebungen im Unterrichtsmini-sterium und die nothigen Mahregeltt werden vorbe-reitet. Ersreulich ist, dah diese Bemuhnngen des Ministers Kemal Pascha vielsach ein Echo in der Bevolkerung finden. So hat eine Gesellschast von Burgern zu Janina ffir Unterrichtszroecke aus freten Stucken eine bctrachttiche Smnme bestimmt, und cihnliches erfahrt man aus anderen Gegenden. Auch die hoheren Schulen geniehen der ministeriellen Fur-sorge. Ein Reglement ffir die hoheren Madchen-fchulen ist kiirzlich in neuer Bearbeitung herausge-geben worden. Die Lyceen will man dagegen zuuachst noch in den Handen der Fremden, Franzosen und Griech'en, lassen. Zur Tagesgeschichte. — Eine Ki ste m it Mausen zur W e l t a u S sl e I l u it g. In LUbeck hatte der land* wirthschastliche Berem itn September v. I. eine Aus-stellung veranstaltet und dabei beschlossen, von den schonsten Erzeugnisien des FeldeS eine Kiste voll zur wiener WeltanSstellung zu spedieren. Die Kistr wurde gepackt, vernagelt und zum Versandt fertig gestellt. Als sie aber jiingst vor ihrem Abgange nach Wien nochmals geoffnet ward, sanden sich, wie von dem humoristischen Stadtbriessteller der „liibecker BlStter" mitgetheilt wird, gar keine Korncihren mehr dann, wohl aber einige aus Versehen mil eingenagelten Mause, die sich inzwischen fiber Winter wohl ge-niihrt, ja sogar vermehrt hatten, so dah der Verein nun stark im Zweisel ist, ob er die Kiste mit oder ohne Mause ausstellen soll. Der Humorist empfiehlt, das Portrat deS EinnaglerS hinzuzusfigen. — Vorschlag zur Gute. In einem 333a-gen der briisseler Pferde-Eisenbahn erhob sich neulich zwischen zwei alten Damen ein Sireit um das Oess-nen des FensterS. Die eine behauptete, sie wiirde den Tod davon haben, wenn der Conducteur das Fenster auftnache, die andere crllarte, sie werde vom Schlage getrosfen werden, wenn das Fenster noch longer ge-schlosien bleibe. Der von beiden Parteien in Anspruch genommene Conducteur wuhte sich weder zu rathen noch zu helsen, als ein mitfahrender Passagier aus einen rettenden Gedanken versiel: „Machen Sie das Fenster nur auf, guler Freund," sagte er, „dann stirbt die eine; hernach machen Sie eg wieder zu, dann stirbt die andere; auf diese Weise werden wir endlich Ruhe und Frieden bekommen." Tableau. — Vom P a p ste erzLhlt ein Correspondent des ^Frankfurter Journal": „Ein Citat aus dem Horaz im Munde Pio NonoS ist eine Seltenhcit, diem gewisienhafler Correspondent nicht unconstatiert lassen darf. Die ©ache ist um so eigenthiimlicher da-dutch, dah der Papst die bekannte Stelle: ,,Nunc est bibendurn, nunc pede libero pulsanda tel-lus!“ (Nun laht uus trinken, mit sreiem Fuhe nun die Erde stampfen!) in einer Ansprache an die Mitglieder eineS rbmischen — Frauenvereines anzog, in welcher er gegen den Luxus, den Mitsastenball und die Toleranzhiiuser donnerte. Dah er der Lehre deS frohlichen Epicuriiers einen christlichen Lehrsatz vom ^Arbeiten und Dulden" entgegenstellle, brauche ich kaum zu sagen." Local- und Provinzial-Angelegenheilen. — (V e r l e i h ung.) Se. k. k. apostolische Maje-stiit haben mit allerhochster Entschliehung vom 16ten MSrz d. J. dem Hauptmanne erster Klasie August Freiherr von Rechbach deS JnfanterieregimentS Frei- Herr von Kuhn Nr. 17 anlLssig der alS ganz invalid erfolgenden Uebernahmc in ben bleibenden Ruhestand in Anerkennung der sehr langen, im Kriege unb im Frieden (lets befriedigenden Dienstleistung ben Ma-jorScharakter ad honores unb laxfrei ben Orben ber eisernen Krone britter Klasse allergnabigst vertichen. — (E i n st elln ng von Vi e h m a r k te n). An-latzlich ber Rinbctpcst, welche in Oberkrain auSge-btochen, finb bit Biehrncitkle in ben fleierischen Ge-richtSbezirken Franz, Oberburg, Tuffer unb Lilli cin-gestellt worben. — (Bin Schabenseuer) brach am 2. b. but* unvorsichliges Spiclcn cine« fllnsjahrigen Knaben mit Ziinbholzchen in Moste, Bezirk Stein, auf bem Dresch boben bes Grnndbcsitzcrs Josef Lap aus, wodnrch sammt-lichc WirthschaftsgebLube, tote barin vorrtithig gewesenen Futlergeralhe von vier Grunbbesitzern unb ein Wohn haus eingeaschert wutben. Der Gesammlschabe betrdgt 2900 fl. — (Kronprinz-Rubolfsbahn.) 89c i zahlrcichen jungen osterreichischen Bahnen zeigl sich in ben erften Monaten bieseS Jahres cine ganz bebeu-tenbc Steigerung ber Einnahmen; so haben bei ber Kronprinz-Rubolfsbahn im Monate Februar bieses Jahres bie Einnahmen urn 100., Perzcnt geqcn bie glcichc Epochc bes Vorjahres zuzenommen, roiihrenb bie Vcrmehrung ber in Betrieb befinblidjen Strecken blos 24., Perzent betrug. Es Itijjt sich bcmnach mit einiger Sicherheit vorherfagen, bah bie Rubolfsbahn in biefem Jahte stall ber crwarteten Betricbsdeficite einen Reincttrag von ungefahr 1 Perzent tes Anlage-kapitals liefern roitb. Datz sich bieses Resultat nach ersolgtem Ausbau ber Zroischenstrcckc Billach-Tarvis nod) weitaus glinstiger gestalten mutz, ist wohl selbst-vetstiinblich. Wit glauben tibrigens, batz angesichls bieser roesentlich gebesserten Silualion ber Rubolfsbahn beren Bemiihungen urn bie Erwerbuug ber Concession foroohl silt bie Ponlebabahn als fUr bie SBeitersiihrung ihrer Linie bis Wien BerLcksichtigung sinben wcrbcn. Was bie crstcre Fragc anbelangt, so ist unjete Ansicht bie, bah stir unsere Rcgierung keine Vcranlassung vorlicgt, ben Bau einer Concurrcnz-linic ber Siibbahn, welche zugleich baS italienische SSenebig auf Kosten TriestS bevorzugt, mehr als nti-thig zu befchleunigen, ba eine bcrartige Concurrenz befler butch eine zweile, in Triest miinbenbe Bahn zu beroettjMigen ist. Die bitecte Setbinbung mit Wien jeboch roitb ber Rubolfsbahn fchwerlich verwei-gert roetben fiinnen. — (Neuer Winter in Kiirnlen). Die „Klag. Ztg." fchreibt am 8. b.: BlUhcndc Aprikosen, grtinenbe Baume unb schnhhoher Schnee — ein wun-berliebliches FrflhlingSbilb, baS ung ber tllckische April gebracht — nachbem uns ber fonnenreiche, schonc Marz gtttne Betgkelten unb tachenbe Fluren gezeigt hat. SBeitze Ostern — Mitte April — eine trilbe AuS-ftcht fiir Sfatutfreunbe unb unfreiwillige Stubenhocker, Welche nut bann im Freien aufathmen ftinnen, roenn ber Kalenber mit rothen Lettetn ihncn hohe Festtage verfiinbet. Unfcren Lefetu in KLtnlen brauchen wit nicht zu erzahleu, datz es im Gebitge feit gestern mittags, in ben Thalern feit obenbs fast ununterbro. chen fchneit, als nahetten roit uns ber Weihnachtszeit. Den Sefcrn autzer bem Alpengebiet theilen wit bamit eine Neuigkeit mit — beneiben werben ste uns um ben unetroatteten Nachwinter gewih nicht. — — (Giftige Wollwaren.) Zu Berlin finb nach ben Angaben von Dr. Hager mehrere Falle beobachtet worben, in bcnen farbige wollene Zeuqe auf ber blotzen Haut getragen, 'auffallcnde Bergiftuna«'-etfcheinungen beroirft. Aus violettgrauem SBigognegarn gesttickle ©ttUmpse erzeugten beim Ttagen fchon inner-Halb sechs Stunben auf ber Haut RLthe mit bleibenden Pusteln, in Vetbindung mit fieberhaften Etfchei-nungett unb Vetstopfung. Diefe Etfcheinungen wiebet-holten sich auch bann noch, als bet Vetfuch gemacht wutbe, bie Sltllrnpfe zu ttagen, nachdem fie mit ko-chendem Wasiet behanbelt worben. Ganz Lhnliche Symptom- toutben bei bem Ttagen eine« gtau gc-ffirbten wollen-n Hembes auf ber blotzen Haut beobath. tet; auch traten dicfelben beim Ttagen tines wollenen HembeS mit rothem Saume an ben Stellen auf, wo bet Saum an ber Haut anlag, unb wntde ber TtS-gcr cine« folchen Hembes ebenfalls in ernfilicher Weisc frant. Nach Dr. Hager scheinen bie Anilinfarben ilbethaupt giftig auf bie Haut zu wirken, unb rathe cr ab , Gewebc ober Gcspinstc, bie mit Anilin ge-fiitbt finb, auf blotzem Scibe zu ttagen — sclbst bann, roenn auch einige nicht giftig fein solllen, ba dies nut fchroierig festzustellen fein mtichte. Dr. Hager cmpfichlt, Wollengcwcbc, welche auf blohet Haut getragen wer-ben sollen, folgenber Ptiisung zu untetroerfen, um festzustellen, ob sic mil Anilinfarben geffirbt sinb. Man bringt in einen Rcagictcylinbcr eine Portioil ber Wollc ober bes Geroebes, Ubergietzt biefe mit 90perzenligem Alkohol unb crhitzl ihnbis zum Aufkochen. Fiirbt sich ber Weingeist tolh, Violeti ober violettblau, fo ist bie Farbc vctdachlig unb es barf baS Gewcbc nicht auf ber blotzen Haul getragen werben. — (Die k. k. Pionniercabeten-Schule zu Hainbutg a. b. Donan) nimmt fUr ben niich-sten Schulcurs Ftequenlanten aus bem Civile unter ben nachjiehenben Mobalitatcn auf: Bewerbcr, welche ba« 15. Lebensjahr vollenbet, bas 17. abet noch nicht erreicht haben, kLnnen entrceber a) als Ttuppeneleven bom Stanbc bes Pionniet-Regimentes, ober b) als libercomplete (zahlenbc) Ttuppeneleven in bie Schulc cintreten, roiihrenb c) folche Bewerber, welche ba8 17. Lebensjahr vollenbet haben, zum Pionnict-Rcgimcnte ober cinem anberen TtuppenkLtpet affentiett unb auch in bie Pionniet-Cabetenfchule eingetheilt roetben. Die Erhaltung unb Erziehung der unter a) unb c) aufge-fUhrten Schiller gefchieht nahezu kostenfrci; bie ttbetcom-pleten Ttuppeneleven zahlen jahtlich 160 fl. Det Lehr-cuts bieser ©chute bauert 4 Jahte unb beginnt jfihrtich mit 1. November. Die Hauptaufgabc berfelben ist bie Hcranbilbung von tUchtigen Pionnier-Offizicten, baher an betfelben auch bie Jngcnicur-Wisicnschaftcn gelchrt werben. Dct Aufnahme hat grunbfatzlich bie beftiebi-genbe Ablegung einer Prilfung vorhetzngehen, beren Umfattg sich barnach richtct, ob bee Bewerbcr in ben 1., 2. ober 3. Jahrgang einzuttelen roiinfcht, unb bie sich nut auf bie in ben betreffenben Civil-Mittcl-fchulcn vorgctragcnen ©egenstanbe (mit Ausnahme ber alien Sptachcn) crstreckt. Die fammt Beilagen gebtih-tenfreien Gefuche um Aufnahme sinb bis lLngstens 15. August an das k. k. Pionnier-Regimentscvmmando in Klostetncubutg cinzufendcn. Genauete AuSkunft cr» theilt das Eomrnonbo ber k. k. Pivnnier-Cadetenschule zu Hamburg a. b. Donau. LaudwirthschaftlicheS. Um bem infolgc bes MaufeftatzcS votaussicht-lichen Mangel an ®rttnfutter votzubeugen, wurbe in einer Sitzung bes lanbwirthfchaftlichen Vctcins Bonn u. a. bie Anfaat von weitzem ©enf cm-psvhlen, wclchct Empfchlung sich nach Beobachtungen roiihrenb bes votigcn Sommers auch bet Director ber lanbroitthschastlichcn Lchtanstalt in HilbcShcim E. Michclsen anschlietzt. Der rocitzc Sens verttSgt eine frllhc AuSfaat, Uberbauert felbst 4 Grad Kaltc, roachst fchnell unb liefert ein ben Kiihen unb Schafen angenehmcs Milchfutter. Detsclbe mutz aber gemaht werben, roenn er Bllithen ansetzt. Det im Marz ge« faete fann Anfang Juni gefchnitten roetben. Es em* Pfichlt sich, allc acht Tagc ein Stiick anznfLcn, um immer mShreifcn Sens zu haben. Ist bet Acker in guter Dungfraft, fo fann man ihn zweimal in bem-felbctt Iahre auf ba6felbe (Btlicf bringen; auch fann cr zum Hetbstgtlinfultet noch in bie umgcbrochcne Wintetkotnstoppel gefaet roetben. — (Das Begietzcn ber ObstbLume) roiihrenb der Bliithezcit ist fcht zu cmpfchlcn, nament-lich roenn gtotzc Diirtc roiihrenb de« Blilhens cintritt. DaS Begietzcn vcrhindcrt ba« Abfallcn bet Bluthcn unb befCrbert ben Obstanfatz. Da« Vetfahten felbst ist folgcndes: Bei ttockcnet Witterung roerbcn zueist etntge Ctmer fchwacher Mistjauche 2—3 Futz Com ©tamme um benfelben herumgegofsen unb aleich barauf 7-8 Elmer ©offer; ba« Gietzen mit blotzem Was-fer tottd fvrtgcsctzt, solangc die Bliithezcit wiihrt, unb vorziiglich am Stammc hinauf, so hoch man fommen fann. Baume, vorziiglich Apfclbiiume, welche fo be. gofsen wurbcn, setzlcn noch Frlichtc an, wShtcnd bie* jenigen, welche nicht begoffen wurbcn, gar kcinc Friichte brachtcn. — (InHalt bet „NeucniItuftricrtcn Zcitung" Nr. 14.) Illustration: Graf Juliu« Au« brLffy. — Wiener Theaterbirectoren. — Steeplechase. — Das Stiergefecht in Mabrib. — Ein Arbeiter* flub in Lonbon. — Eine Nachtherberge ber Armen in Lonbon. — Wiener ©enrebilber: Kaffee um 8 Kren-zer. — Text: Gras Julius AnbrLffy. — Eine Tta-gobie in ben Waldetn bes ©zefletlanbes. — Kaffcc um 8 Kreuzer. — Auf Reisen. Wiener Roman von Joh. Notbman. (Fottsetzung.) — Aus Lonbon. — Tiir-kische Harems. (Schluh.) — Mcmoiren cine« alien Ebelftauleins. Von Baron Joses Eolvo«. — Steeplechase auf bem RLko« bei Pest. — Wiener Thea-tcrbirectoren. Wiener Briefe. — Kleine Chronif. Eingesender. Wahlreform-Feier. Die Sanctionierung der Wahlreformgesetze dutch <3c. Majestat den Kaiser ist eine hochersreu-liche, lcingst erschnle, fur unsere gefammte staatliche Entwicklung bebeutungsvolle Thatfachc. Dieselbe ist von alien Freunben des FortschritteS, von allen treuen Anhangern des Reiches mit Jubel ausgenommen worden, unb allerorts in den weilen Gauen unseres hcrrlichen Vaterlandes hat man sich beeilt, sie in wurdigster Weise zu seiern. Auch die versassnngsfrcundliche Bevolkerung bieser Landeshauptftabt unb unseres engern Heimat-landes hat die glucklich vvllendete Durchfuhrung der Wahlresorm mit ausrichtigster, wcirmster Freude be-griiht; in alien Kreisen sinb die Icbhaftcsten Wiinfche taut geworden, dieses hochwichtige, sreudige EreigniS auch hier festlich zu begehen. Die Untcrzeichncten, welche sich zubiesem Zwecke zu einem Comity vereinigt haben, finb baher uber-> zeugt, auf die allgemeinsle Theilnahme rechnen zu fiinnen, roenn sie sich hiemit beehren, alle Versassungs-frcunbe in Sladt unb Land zu einem Festb an let cinzuladcn, welches Ostcrmontag, den 14. April nachmittags 2 Nhr im Casinvsaale stattfin-den wird. Es gilt biesmal ein Ereignis zu seicnt, bas in seiner Bcbeutsamfcit stir eine sriedliche unb wahrhast sortschrittlichc Entwicklung des ReicheS, fiir eine gliickliche unb machtvvlle Zukunft Oester-reichs von teinem zroeiten iiberragt roirb, ein Ercig-nis, dessen vielverheitzende segensreiche Folgcn insbe-sondere auch das Land Krain mit sroher Zuversicht erwarten bars. Die Betheiligung bei bem in Aussicht genom-menen Fcste foil baher cine allfeitige, begeisterte wcrbcn, bamit eS sich zcige, bah auch in Laibach unb Krain ben fruchtbaren unb grotzen Jdeen, die in ber Wahlresorm ihren verfassungsmatzigen AuS-druck gefunden, von allen Schichten der Bevolkerung volles Verstandnis unb sreudige Aufnahme entgegen-gebracht wird. Laibach, am 8. April 1873. Das FestconM: Ottomar Bamberg, Anton Areiherr b. (£o-belli, Karl Deschmann, Josrf Ertl, Franr Kink, Anton Ritter v. Gariboldi, Richard ^aneschitz. Dr. Friedrich Ritter v. Kaltenegger, Dr. Friedn Keesbacher, Josef Krisper, Anton Laschan, Josef Lnckmann, Ferdinand Mahr, Andreas Mallitsch, Josef Opt, Dr. Anton Pfefferer, Raimnnd Pirker, Pant Polegeg, Dr. Josef Raeic, Dr. Julius Rebitsch, Wilhelm Freih. v. Rechbach, Franz Rndesch, Dr. Adolf Schaffer, Dr. Anton Schiippl, Dr. Robert v. Schrey, Dr. Josef Snppan, Dr. Alexander Suppau, Dr. Emil Ritter v. Stiickl, Peter Tomanu, Alois Waldherr, Vinceuz Wofchnagg. Beilnttserklarungen wollen gesalligst gegen Entgegen-nabtne ber Einliittskarle bis spalestens Samstag ben 12ten April abends in ber Buchhanbluiig v. Kleinmayr unb Bamberg (Congretzplatz) abgegeben roetben. Convert iohne ffictrante) pet Person 1 fl. 50 kr. Mlicke Redaction! Jch Habe im „Slov. Narod" ititd in der „Laib. Ztg." Itlefen, dah cin pester Hans hier eine Bestellnng aus 600.000 teutner Eis gemacht Habe. Da dieses ganz falsch, so moden iie den Einsender ansklaren, datz 600.000Zlr. 3000Waggons ausmachen, die erstens hier nie am Lager gewesen find, nnd zweitens datz zn der allfalligen Spediernng von 3000 Waggons Eis mindestens 6 Monate erforderlich waren. Sollte aber Herr Einsender ein Wnnderkind fetit nnd in den Monaten April, Mai, Jnni, Juli, August nnd September die Verladnng crmoglichkn oder iiberhaupt heute noch irgendwo die 600.000 Ztr. Eis zur Nerladung gewinnen fbmien, so iiberlasse ich itim die Lieferung fur das pester Hans, welches nnr er kennen mntz, mit Vergniigen. Weitzenfels, 8. April. Tr. . . . Allen Kranken Kraft uttb Gesundheit ohne Medizin nnd ohne Kosten. Revalesciere du Barry oon London. Seine ffranl^eit vermag der belicateti ItevalosciBre ilu Barry gu widerstehen, und bcfeitigt ticfelbc ohne Medizin nnd ohne Kosten alle Magen-, Nerven-, Brnst-, Lungen-, Leber-, Driisen-, Schleimhaul-, Athem-, Blasen- nnd Nierenleiden, Tnberculose, Schwindsucht. Asthma, Husten, Unverdanlichleil, Verstopsnng, Diarrhoen, Schlaflosigkeit, Echwache, Hiimorrhoiden, Wassersncht, Fieber, Schwindel, Blutansstei-gen, Ohrenbransen, Uebelkeit uttb Erbrechen selbst wahrenb ber Schlvan-aerschast, Diabetes, Melancholic. Abniagernng, Rheni»ati«»ius, Gicht, Bleichsucht. — AnSziige and 75.000 Certifikaten liber Genesnngen, die aller Medizin widerstanden, werden aus Berlangen franco eingcsendet. Nahrhaster a!6 Fleisch erspart die Revalesci6ro bei Srwachfcncn und Kindern siinsziamal rhren PreiS in Arzneien. In Blechbiichsen von ein Halb Pfnnb fl. 1‘50, 1 Pfd. (I. 2 50 i Psd. fl. 4 50, 5 Pfb. 10 ft., 12 Pfb. 20 ft., 24 Psd. 36 ft. - Iie-ralescičre-Biscniten in Bitchsen a fl. 2 50 nnd ft. 4 50. — ltevnleeciSre Chocolatce in Pnlver und in Tabletten fiir ir Tafsen fl. i'50„ 24 Tasfen fl. 2-50, 48 Tafsen fl. 4-50, in Pnlver fur 120 Tassen fl. 10, fiit 28s Tafsen ft. 20, fiir 57« Taffen fl. 8ti. — Zu beziehen durch Barry du »arrbč C omP. in Wien, Wallflsoligftssc Nr. 8, ill Laibach bei B. Mahr, fowie in alien Sladten bei giitzn Apothekern uttb Sve-ictcihiinblcm; anch verfendet ta« wiener HauS nach alien Gegenden gcflcn Postanweisnng oder Nachnahme. P romeiien tmf 1864ft Lose (fiir die Zichung am 15. April d. I. — Haupttrcffer fl. 220.000) L fl. 2*50 und Stempel fmb zu beziehen bind) Rudolf Fluck, Wechselstube, Graz. (203—2) Briefliche Bestellnugcn werden prompt effecluicrt. Berstorbene. Den 8. April. Johanna Tomitz, JnstitntSarme, 40 I., VcrsorgiiugshanS Nr. S., Lungcullihmung. Witternng. Laibach, 9. April. Morgennebel, nach 9 Uhr verschwiudend, nachmittags Feder- und Hanfenwolken, klihl. Die Bcrge von der letzten Schneesallen ties herab beschneit. Warme: Morgens 6 Uhr + 14”, nachmittags 2 Uhr + 11.8° C. (1872 4-16 6 , 1871 + 100 ). Barometer im Sleigen, 737 80 Millimeter. Das gcstrige TageSlliittel der Wiirine 4- 5 5°, urn 3 3° uuter dem Normale. Der gcstrige Nicderschlag 2-40 Millimeter. Theater. H e nte: Letzte Vorstellnng. tauter Fiichse. von C. A. GSrner. Auf Rosen, obcv: Fuchse Origiual-Lnstspiel in 4 Aufziigen P ers o n en: Hrrr von Blnsendorf, GutSbesttzer . . .Hr. Ausim. Emma, dessen Gattin..............................Frl. Koltann. Hcrr von Witzel..................................Hr. Rbber. Agnes, bessen Gatlin.............................Frl.Brainbilla. Bangnier von SixtuS..............................I. M. Kotzly. Lieutenant von gttvbcr...........................Hr. SLaner. LegationSsecretar von Zahlkii....................Hr. Hosbauer. Heinrich, Bebiente bei Blusenbors . . . Hr. Zmerenz. Telegraphiscker Coursbericht am 9. April. Papier-Renle 70.20. — Silber-Rente 72.60. — 1660« Zitaats-Anlehen 103.60. — Bankactien 951. — Credit 33175 Lonbon 108.80. — Silber 107.60. — K. k. Mltnz-Dncatrv —. — 20-Franc-Stitcke 8.70. Bauunternchmern nnd Ha«il»err«tn der Provlnz empfiehlt sich zur Anferliguug con Banprojecten mib Fa^libenr. o. Hilllseli, Berlin, Louisen-strasse 45. Augenblieklich iiber tausend Patienten in Behandlung. (732 -52) Beachtenswerth! Der ergebenst Gefertigte dankt den p. t. geehrten Abnebmern fiir das ihm bis jetzt geschenkte Zutrauen und empfiehlt sein grosses Lager von nach neuester Fanon und Mode verfertigten Besonders erlaubt er sich auf die anderwarts so schnell beliebt gewordenen Ctfirtclsclilrme aufmerksam zu macheo. Eine bedeutende Partie neuer Sonnenschirme wird 50 % unter dem Fabrikspreise illlSYCrkilllft. Ferner sind bei ihm in grosser Auswahl Seiden-, Zanella-, Alpacca- und Baamwoll-B-egenschirme en gros und en detail zu den billigsten Preisen zu haben. Ucberzilge und Heparaturen, sowie Bestellungen vom Lande auf einzelne Scliirme werden genau nach Angabe prompt und billig ausgefiilirt. Das Verkaufsmagazin befindet sicli am llauptplatz Nr. 335 ini I Stock gassenseits, „93-2) Z» JMUmscH. voov_yooC5oovyoO'w3odC3ooC9oovyooC5ood 5ooC9ooOoowoovyooC9o^k ^0 0^0 0^0 0^0 0^0 0^0 0^0 0^0 0^0 0^0 O^- ^o^owoowoo^ot^oOooC«oC^ot^X^ovl Angekommene Fremde. Am 8. April Hotel Elefant. Bar-hil«, Ksm., Rothenan. -Bobiusky, Verwalier, Hos. — Stern, Salog. — Baron Schweiger, Oberkrain. — Pogliaruzzi, Graz. — Lapajne, Lnttenberg. — Bol-luit nnd Zupan, Professor, Gorz. — Trost, Ca-bet, unb Dr. Hofer, k. k RegimentSarzt, Stein. Hotel Stailt Wien. Glllseppine Forelli, Gor>. — Kraub, Klagensurt. — Paupil, JohanniSlhal. — Gustine, Mainz. — Holzin-ger, Paternioner, Kauf-leute; Schmerler, Graf Blangh, Wien. — Mnn-ber, 21 gram. - Kngnus, Jbria. — Anna Povii-kovska, PrSemySl. BnlrSschcr Ilof. Dr. MaluKig, mit Sohn. nnd Nnsio, Triest. flncmpfcOfuiifl. Herr Johann Gorjanz, f. k. Postmeister in Lack, war bei der „Patria“ feit 28. April 1871 auf den Todesfall mit 1000 fl. asiecuriert, fiarb am 10. Marz, und fchon heule wurde mir obiger Betrag vom hiesigen Haupiagenten Herrn Josef kollmann bar ausbezahlt. Jnfolge deflen fehe ich mid) veranlaht, die „Patria“ bem versichcrungs-fuchcnden Publicum bestenS zu ernpfehlen. Laibach, am 8. April 1873. V. Lud. Haniiuer. 300 WAr. (192—3) Hen und Grummet in beater Qualitat sind billig zu verkaufen. — Niilteres am Hauptplatz Nr. ‘235 im T. Stock. Heirats-Antrag. (Siit jnnger thtitiger Geschaftsniann, rvangelischer Confession, sncht auf diesein nicht mehr nngewLhnlichen Wege eine EebeiiSgcfiiljrtiit. Beansprucht wird ein heiteres Gemiith, Liebe znm fflcjdidft, Hauslichkeit und kleines Berniogcn, welches zur Erweiterung des Ge-schLfteS zweckdienliche Anlage und sichere Berwerlhnng findet. Erustgemeinte Antrage mit Photographic unter dem Motto: „Die Liebe ist der Liebe Preis“ nimmt bis ISten d. M. die Expedition dieses Llattes entgegen. (194—2) Die diesjiihrige ordentliche General-Versammlung der Tbeilnehmer der k. k. priv. wechscls. fJrnnbfdjiikn - Versicheriings - Anlialt fiir Steiermark, Karnten und Krain findet Montag -en 28. April d. I. vormittags 10 Uhr in der Landstnbe zu Graz statt. P t o fl v a in nt : 1. Recbenschaftsbericht fiir das Jahr 1872. 2. Rechnungsabschlutz fiir die Berwaltungsperivde 1871/72 und Bericht dei Revifionsansschnsscs hieriiber. 3. Beschlubfaffung iiber die Verwendung des Ueberschufses vom Jahre 1872. 4. Antrag des Verwaltnngsrathes auf Ausdehnung des Gcschaftsbttriebes. 5. Wahl cities Revisionsausschusfes zur Priifung der Rechnnng fiir das Jahr 1873. 6. Allfallige AntrLge. Zu dieser allgemeinen Bersammluug werden die p. t. Herren Vereinsmitglieder, welche nack §93 der ©tatuten zur Theilnahine berufen sind, hvflickst eingeladen. Dieser Paragraph lautet: Zur Theilnahine an der allgemeinen Versammlnng, zur Berathnng und Abstim-mung beziiglich aller Verhaudlungsgegenstande und Wahlen ist autzer den jeweiligen Mitgliedcrn des Berwaltungsrathes redes Mitglied des Vereins berechtiget, welches Ob-jccle im Gesamint-Versicheriingswerthe von 6000 fl. in dem betreffenden Bev.valtuugs-jahre bei ber Anstalt versichert nnd iiber vorlanfige Anmelduug von der Dirrction eine Legitirnationskarte. die es znm Eintritte in die General.Versammlnng berechlig t, erhal-ten hat. Graz, am 22. Marz 1873. Franz Graf von Meran m. p., (172 3) General-Director. Druk von Jgn. v. Kleinmayr & F«d. Bamberg in Laibach. Lerlrgrr und fflt die Redaction verantwortlich: Ottomar Bamberg.