LmlmcherMMtllng. 2tzB^ s^^G/« Pränumeiatlonsprei»: Im Comptoir ganzj, V^V^ <^N4 ?- "' halbj.Z. 8.50. Für bie Zustellung in« Hau« ^* ^ V^I. ^^^ zo lr ^lt bei Post «anzl. fi. 15, halbj. fi. ?.bu Freitag, 17. November «m. »vlr.< 3m. 1 fl.z sonst pr. Zeile im.«,r., 2m. 8 ,r « >^ / I »m. 10 ll. u. s. w. InseltionSftcmpel Icbesm 3l) ll" I s? ß I.^ Ailltlicher Theil. «Ve. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller, fuchst nnlcrzeichnetcm Diplome dem CabinctSsecrelür in der Allerhöchsten Cabinelslanzlei, Regierungörathe Karl Hofmailn als Ritter des Ordens der eisernen Kronc britter Klasse in Gcmäßhcit der Ordensstatuten den Nllter. stand »nl c,cm Prädicate „Morathal" allergnädigst zu verleihen geruht. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller. Mster Einschließung ddo.Schöubrnnn, l». November d.I., 8eruht. den ^ldjuntten an der Sternwarte zu Genf, l- t, Ncscroc Lieutenant Johann Palisa provisorisch zum Vorstände der Abtheilung Sternwarte am l. t. hydro-llraphischrn Amte zu Pola zu ernennen. Se. t, und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchste,- Entschließung vom l.'l. November d. I. den Plivatdutt.ltel, nn der Prager Universität Dr. August Hermann zum außerordentlichen Professor dcr Cyi« rurgic an dcr genannten Hochschule allergnadig,! zu ernennen geruht. Fidlcr m. p. Nlchtaintlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben den Nothdüch tittslm dcr dulch den Brand vom 14. August l. I. in V>z!iljc Bcllosscucil eine Unterstütz-ung von vierhundert Gulden anö Allclliöchstihren Privalmitteln allergnädigst zu spenden geruht. Dcust un> Mrajsy. Graf Aeust hat eiuen Platz giräunlt, den cr süns iHllhrc mit Ehren ciügenommcn, und denselben einem "^chfol^cr überlassen, von dem es heißt, cr werde in ^eu>i'6 Hllßstapscn treten. Die dcutsch-lidcralen Blätter zollen dein Olafen Beust ausrichnges Lob, denn für sie sind zwei Momente in seiner Thätigkeit entscheidend und be-llilnmcnd, einmal, daß er eine active Theilnahme für uranlrcich in, letzten Kriege verhinderte, und dann, daß !» ,.be >t FödcrallsinuS energisch die Wege vertrat. Alle "lüll^. Deutschlands, Frankreichs und Englands sind ""gefüllt mit Artikeln über den Grafen Beust. Ii, der mirrlmnendsten und in der alifälligslen Wchc wird seine Politik ucurthcilt, je nach dem Standpunkte der Blätter' l>er lodcndcn Stimmen aber sind viel mehr, als der tadelnden, und aus dem Oefammturtheile der europäischen Presse üuer den Grasen Beust geht nun hervor daß man lhi, höher schätzt, als es den Anschein hatte da er noch im Amte war, und daß sein Rücktritt m/Beruft für den Staat und die liberale Partei ist. Graf ______ Veust lann mit dem, was die Presse jetzt über ihn sagt, vollkommen zufrieden sein, denn eS ist sehr ehrenvoll, nicht nur das Lob, sondern auch der Tadel. So fehr die englischen Journale den Rücktritt des Grafen Beust bedauern, so sehr freuen sie sich, den früheren Reichskanzler als Botschafter Oesterreichs zu erhalte». „Daily Ncws" begrüßt den neuen Botschafter Oesterreichs am londoner Hofe bereits mit einigen freundlichen Worten. „Eine Botschaft ersten Ranges" — sagt sie unter Anderem — „ist eine würdigt Form von Ostracismns. Wenn es wahr ist, daß Graf Beust als österreichisch-ungarischer Botschafter nach London kommen soll, so wird cr hier herzlich willkommen sein, wenn es uns auch leid thut, den Grafen Apponyi scheiden zu sehen. Es ist ein Compliment für England/ oag eine Mission nach London gewählt worden ist, das, wenn wir so sagen dürfen, zeitweilige Ausscheiden aus ocm Amte eines der wenigen lebenden Staatsmänner von europäischer Größe ersten Ranges auszufüllen. Die Hcnduxg des Grafen Bcust nach London ist wahrscheinlich bestimmt, durchblicken zu lassen, daß Kaiser Franz Joseph noch lmmer in ihm einen Staatsmann im Rückhalt hat, uud daß cr sich sein Anrecht auf die Dienste desselben wahrt. In Verbindung mit dem Griefe, in welchem cr das Entlassungsgesuch des Grafen Beust annimmt, bedeutet die neue Ernennung eine öffentliche Erklärung feines unverminderten Vertrauens auf den scheidenden Minister." Graf ölndrassy, der neue Minister deS kaiser-lichen Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten, wird, dem „Pcsti Naplo" zufolge, scin Eircularschreiben an die auswärtigen Regierungen erst nächste Woche absenden. In diesem Schreiben soll bestimmt erklärt werden, daß bezüglich der auswärtigen Po» litit leine Aenderung ein treten solle, und es soll weiter besonders die Nothwendigkeit der Erhallung des Friedens und die dahin zielende Bestrebung des neuen Ministers betont werden. „Graf Andrassy" — versichert ein officiösec Corre. spondcnt — „würdlgt, gleich dem Grafen Beust, die Bedeutung eines freundlichen und friedlichen Verkehrs mit allen Nachbarstaaten und auch er w>rd, wenngleich er in erster Linie die innigeren Beziehungen zu dem deutschen Reiche zu pflegen und zu entwickeln sich zur Aufgabe stellen mag, doch nichts versäumen, sowohl die Beziehungen zu Rußland von jeder Beimischung mißtrauischer oder überwallender Kälte fern zu halten, die vielleicht ejne Zeit lang der Gcundlon der in Un-gärn maßgebenden Stimmungen gewesen, als die Wärme, welche in neuester Zeit das Verhältniß zu Italien charattcrisirte, nicht erkalten zu lassen oder gar durch eine abenteuernde römische Politik in ihr Gegentheil zu verkehren." Se. Exc. Graf Andrassy nahm am 12. d. im Deal-Elub feierlich Abschied. Die iu Pest anwesenden Mitglieder des Clubs waren vollzählig erschienen nnd begrüßten den Ministerpräsidenten, der gegen 7 Uhr in den Saal trat, mit stürmischen Eljen. Auf eine kurze Ansprache dcs Elubpräsidcnlen Iusth, welche mit dem Wunsche schloß, Andrassy möge in seiner neuen Sphäre dieselbe herzliche Aufnahme finden, wie sie ihm hier zu Theil geworden, antwortete Graf Andrassy (wie der „Pester Lloyd" meldet) mit tiefer Ergriffenheit beiläufig folgendes: „Ein Diplomat war es, der den Satz aufstellte, die Sprache sei nur gegeben, um die Gedanken zu verbergen. Er — Andrassy — betrete nun ebenfalls das diplomatische Gebiet, aber diesen Grundsatz werde er nie zu dem.scinigen machen; er weide stets sprechen, wie cr denke, und er könne im Gegentheile nur das Eine beklagen, daß gerade in bedeutenden Momenten dic Sprache nicht ausreiche, um die Gedanken vollständig wiederzugeben; das fühle cr lebhaft in diesem Augenblicke, und cr wollc cs daher gar nicht versuchen, dem, was scin Inneres bewegt, Ausdruck zu leihen, nur eine Erklärung hätte cr abzugeben und eine Bitte zu stellen. Erklären müsse ei-, daß dasjenige, waS ihn jetzt nach Wien führe, dasselbe sei, was ihn seinerzeit aus ländlicher Zurückgezogcnheit hiehergcführl und seitdem hier festgehalten habe — daS Pflichtgefühl, das Gefühl dcr Pflicht, dem Vaterlandc zu dienen, wo und wann dieS nöthig ist; heute aber seien glücklicher Weise die Interessen der Dynastie Ungarns und dcr gesammten Monarchie derart identisch, daß man nicht einem dieser Factoren dienen lann, ohue zugleich allen dreien zu dienen. DaS habe er Mären wollen. Seine Bitte aber gehe dahin, die Partei mo> tüchtig zusammenhalten und seinen Nachfolger eben so w^rm und nachdrücklich unterstützen wie ihn selber. Daß der vom Elubpräsidenten ausgesprochene Wunsch nicht in Erfüllung gchm werde, nicht in Er« füllung gehen könne, darüber wolle er sich tciner Täuschung hingeben. Eine Aufnahme, wie fic ihm hier zu Theil geworden, könne er anderwärts nicht hoffen, denn hier habe sich die politische Gesinnlingsgenoffenschaft zwischen ihm und den Mitgliedern der Partei zu inliiger Freundschaft veredelt; diese politischen und persönlichen Freunde seien nicht nur mit ihrer Intelligenz, sondern auch mit ihren Gefühlen ihm zur Seile gestunden i cr werde das nie vergessen, er werde cö abcr auch nie und nirgends wiederfinden." Graf Andrassy war so bewegt, daß er nicht weiter sprechen konnte, und die enthusiastischen Zurufe feiner Freunde hätten ihn auch gar nicht weiter sprechen lassen. Der Graf blieb dann noch bis neun Uhr im Club und unterhielt sich mit den einzclncn Abgeordneten. Sr. Excellenz dem scheidenden Ministerpräsidenten Glasen Andrassy wird als Erinnerung an dic Gesinnungsgenossen ein Prachlalbum gespendet werden, wclchcs die Die Vorl'crcitungen zur Wellausstellung. z. Am vcm'ichencn Freilag, den 10. d.. hielt Se. Exc. vttr Baron v. S ch w a r z, der Gencraldirettor der ^Mauostclluna 187Z in Wien, im n. S. Gewerbever- "t liucil Vortrag über den del maligen Stand der t„ „ ^M'l'acn z„ di.<^„ Unternehmen, der vieles In- lc>ja»te. ja auch für jene. welche mit dcr NuSstcllungs- M „ähcr vertraut sind, vieles Neue enthielt und ^ll- '""9 lebhaften Beifall f,nd. diens» ' ^chwarz ^dachte zunächst deS großen Ver-sta»^, ^ sich dcr n. ö. Gcwcrbevercin um das Zu-^"Mominen dieses von den österreichischen Industriel-in ^ Decelnnen gewünschten Unternehmens und zwar seit«^^^ Richtung erworben, indem derselbe cincr-llnk ""^lässln sür die Ausführung dieser Idee agitirte e ° ""derclscitS durch die Gründung eine« Garantie-Wii c^" Staatsverwaltung die Möglichkeit vot, den scha ' b" industriellen Kreise, ohne dem Staats-lverd "^"g."bc Opfer aufzubürden, endlich gerecht zu dins ^ yii,g sodann darauf über, die bisherige Geschichte es x ^"lernchmens in kurzen Strichen zu stizziren. Als lick ^l"cchcr im Monate Mai d. I. c>,dlich mög' H geworden, Paris zu verlassen nnd sich hier in Wien « von Sr. Majestät erhaltenen Mission zuzuwenden, habe er sich zunächst nach dem Stande der Platzfrage erkundigt. Man habe ihm damals allseits die sogenannte ..Schützenwiese" im Prater, den Schauplatz des im Jahre 18<>8 abgehaltenen Schützenfestes, als den prädcstinirlcn und geeignetsten Platz sür das Weltausslellungsgebäude bezeichnet, ohne da^ jedoch irgend welche Vorarbeiten, Messungen oder Untersuchungen deS BodenS bisher stall, gefunden Hütten. Er habe sich nun die Schützenwiesc sofort genau besehen und erkannt, daß dieselbe einerseits zu cnllegcn — von dem Mittelpunkte der Stadt weiter als irgend eines der bisherigen ÄusstellunaSgcbäude in London odcr Paris entfernt — wäre, dann abcr auch leincS-wcgS die erforderliche Ausdehnung zur Abhaltung einer Weltausstellung besäße und. was vor allem ins Gewicht fällt, zur Abhaltung cincr Ausstellung, für welche ja nicht blos — wie beim Schützenfeste -^ ein paar Wo» chcn deS Hochsommers, sondern die klimatischen Verhältnisse während des ganzen Jahres in Betracht kommen, wegen deS hier oft noch bis zum Monate März eintretenden Grundwassers ganz und gar ungeeignet sei. Bei wiederholter Besichtigung der verschiedenen Partien deS Praters, dic Se. Majestät bekanntlich dcr ganzen Ausdehnung nach. mit Einschwß des Privat» cigcnlhums der kaiserlichen Familie, für die Zwecke der Ausstellung zur Verfügung gestellt hatte, habe er die Ueberzeugung gewonnen, daß überhaupt nur Ein Theil deS PratcrS. nämlich die sogenannte Kricau« mit den anstoßenden Partien, also jener Theil dcs PraterS, der von dcr Hauptallce vom dritten Kaffeehause an bis zum Rondeau, dann von der neuen Staatsbahnlinie bis zur Sta- delaucr Brücke, writers von dem Ufer dcr rcgulirlen Donau und der Feuerwertsallec begrenzt wird, einen passenden Platz für die Erbauung der AuSflellungS-gebäude darbiete: ein Raum, der allerdings bezüglich sciner Ausdehnung, Lage und Umgebung so viele Vortheile und Reize besitzt, wie lein Platz irgend einer vor» Helgegangenen Ausstellung. Baron Schwarz besprach nun eingehender die Gebäude der vier früheren Weltausstellungen, ihre Licht-und Schattenseiten, Der Glaspalast der ersten Londoner Ausstellung deS Jahres 1851 im Hydeparl habe einen wundeldarm Anblick geboten, wirklich an die Mährchenwcll aus Tausend und Einer Nacht erinnert, aber es haben ihm auch viele Nachtheile in praktischer Beziehung angeklebt. Für die Pariser Ausstellung deö Jahres 1855) sind vier verschiedene Gebäude, ein KunstausstellungSpalast in der Avenue Montaigne, eine Maschinenhalle am anderen Ufer der Seine, dann eine Fcsthallc u»d dcr noch bestehende Industriepalast in den Champs elMes, benutzt worden, welcher letztere übrigens diesen Namcn am wc« nigsten verdiente, da cr eigentlich als ein Glicd des na-polconischen Vcrthcidigungssystems von Paris ncplant und mit dcr geheimen Absicht errichtet worden war als Caserne für drei Regimenter Cavallcrie zu dienen ' Ebenso wie dieser Umstand dürfte den meisten Fu-hörern die Mittheilung des Herrn Baron Schwär, neu gewesen sein, daß die riesigen Dome, welche das Welt-llUsstellungSaMude im Jahre 18<^ in London verunziert haben und gewöhnlich mit Käseglocken oder ^ wir schließen nns demselben oolllulzaltich a>,, ; a^er die Hauplslärkc wird dasselbe nicht im Eonscruiren, sondern im Fortschreiten, nicht in dcr Negation dcr Unvolllom-mcnheit dcr Verfassung, sondern in dcr Bchcdung derselben, nicht in dcr Vertheidigung, sondern im Angiiff gca.cn alle ocifassungsfcindlichcu Elemente zu^ beweisen haben. Ueber die Taktit, welche dabei einzuhalten sein wird, gibt uns aber die Geschichte dcS Ausgleichs wieder die umfassendste Belchiung. Zunächst wird es jür die gute Sache dcr Verfassung von unschätzbarem Gewinn sein, wenn das innerlich Unbegründete und Unbcrcchtu,tcrrelU)ö bereits zum vollen 4)urch-brnch und zu klarer Auslache gelangt ist — die Solidarität der höchsten StaalSiutcressen Oesterreichs und Deutschlands — das muß auch iu der innern Politik der sichere Leitstern ihres Handelns scm. Wir können nnö des Gedankens nicht ccwchren, dau ohne die vorausgegangene Wendung in der äußern Politik die Sache der Verfassuug wohl unrettbar verloren gewesen wäre, wie wir auch voll Zuversicht in den endlichen Sieg dcr Vcrfassung trotz aller Angriffc warcn, seit in Gastein und Salzburg die Zukunft der beiden Mächte, soweit menschliche Voraussicht zureicht, sicher ge,lclll wurde. NlHt oyne Grund Haratlcnjirlc sich dcr hcreiubrcchcudc Föderalismus als vorzugsweise deutschfeindlich; er war sich wohl bewußt, daß mit dcr versuchten A,ilchuuug an das deutsche Reich auch eine stärleiioc Snömung dcm üiierrcichlschen Einheilsgedunkil zufließen mußte; cl konnte seine Herrschaft in Oesterreich nur dann zu ctablncn hoffen, wenn er die deutschen, die cuumMen Träger des Elnheitögcdalik^lis, in die entschiedene Minderheit zu drängen uno zu lsoliren vermochte; duiür aber war die erste Vorausscyuug, daß er dlc>clt>en jenes politischen uud geistigen Rückhalts berautite, welchen sie >lels in ihren Stammesbrüdern un dcuischcu Reiche zu suchen uud zu finden hofften. Die deutsche Iutcresscnpolitit verlangt vor Allem ein starkes Oesterreich als treuen Bundesgenossen in Fried und Fehde; das deutsche Natioualgefühl verlauft die ungestörte uno ununterbrochene Fortsetzung seiner Eulluraufgabc durch seine Brüder im Osten. Uud sind nicht dllimt auch schou die letzten Ziele dcr österreichischen Politik bezeichnet? Wer ein lnlbeslrcdungcn über das Vcrfassungslcbcn bcidcr N'alio» ncn sich ergießen." M'lljj'o - Vcschüslc und Wiulul-Vcrslltz-amlcl. Wer den zahlreichen Notizen über Vergehe« an fremdem Elgenthumc, die täglich in der Ocffenllichleit be>pruchcn lueiden, uuch nur eluc oberflächliche Aufmerksamkeit schenkt, wird die stereotype Mitthclluug, daß gcnohlene Efftcleu nnd Werlhgegenstünde in Incasso-Geschäftcn nnd Winlclvcrsatzümtern verpfändet wurden, gewiß ,ncht überschau haben. Wcr vollends einigen Einblick iu unsere S,cherheilSverhältnisse besitzt, wird wisseu, daß die Polizeibehörden iu Wien, Pest. Prag, Brunn und auderen bedeutenderen Städten in einem fortwährenden Kriege mit den Incasso-Geschäfts-Inhabern liege» und vicle Anstrengungen dieser Behörden an dcm eingebürgerten Uebel der Winlel-^eih- und Versatz- geschäfle scheitern. Die Anzeigen in dem Inscratentheil der ^ucalblätlcr, die Annoncen an allen Straßenecken mit dcr schreienden Devise: Geld! Geld! Geld! belehren genugsam, daß das Winlclversatzmcscn riesige Dimensionen angenommen hat, und jeder Kenner der ^cbcnSoer-hältnissc der ärmeren Vollstlusscn wird rückhaltlos aussprccheu, daß sich dariu die unsauberen Gejchüfte eingebürgert haben. Es soll durchaus nicht geleugnet werden, daß unter dcn Incasso-Gcschäfls-Inhabcru uuch Männer sind, deren Ehrenhaftigkeit außer Zweifel steht, aber nclnn reeller GcschäslSgcdahrung n.ucht sich dcr abscheulichste Schwindel und Wucher breit. Die Incasso- nnd Winlcl-^crsatzgeschäfle, obwohl zwei verschiedene Zweige, sind durch dcu Umstand, daß die in Wien bestehenden Versah-und Pfandlech-Anstalten völlig unzureichend sind, enge mit einander verknüpft. Die Gcldleihgeschüftc, die in vielen Städten schon so zahlreich wie die Fragncrgewülbc geworden sind, be fassen sich schr wenig, ihrem Namen enljprcchc»d, mit dem Ei ntas siren von Forderungen; dcr Umsatz besteht im Geld leihen auf Pretiosen, Wcrll> Papiere, Pensionsbogen, größlculhcilö ivcrdcu unch Kleider, Wäsche und alle möglichen Gegenstände als Versatz-Ob' jcclc angenommen. Die Pclsonen — es sind mcist arme ^cutc ..... welche sich an dlcsc „billigsten Gcliq»cllcl>" wenden, werden m.ist in jchamlojer Welse von dcn Oc' schaftsinl>bcrn iwervorthcill. Dcr Iluasso-'O^schäslS I>^ Haber bchtzt mci,l nur elu geringes Betriebscupilal, adcr er weiß sich zu helfen. Vorerst gibt dcr Gcldverlcil)cr ans ein Vcrsatz-Object immer weniger als das Versah' aml odcr die 'plandlelhanslalt und muliipulirt ungesähr lu folgender Weise: A. bringt cincn Schmuck, dcr 1'^fl. wcllh i>l, in ein Incasso-Gcschäst. i er Inhaber gilil nicht inehr uls die Häufte dcS Werthes, d. i. in dew angenomincncu Falle <',«) fl., dafü»', versetzt aber den z»lN Psllüdc erhaltenen Ge^en>land im Vcrjatzamtc odcr i» dcr Vcrtehrsl'ant, wo er zwei Drilllicile dcö Wcrlhco, d. i. KO fl. betoinmt. Dcr Geschäftsinhaber hat soimt schon sein gelichenco Kapital und AA Percent dcssclbcil iu Slchcrhclt. ^iun manipulirt cr mit dein Gcldc weiter uud vervierzchn« odcr uerzivlNizigfachl in cinc n ^^' natc se»n Elipilal, ivührend er dem Vcrsetzcr noch schwere Zinsen für die geliehene Summe ansrcchnct. Nicht genug mit dein exorbmanlen Vollhcil dicjcs Gcschäjtcs, sctzc» die Geldgeber noch überdies gewisse Fristen aus, binncü welchen das Pfand eingelöst werden muß, falls es nicht verfallen foll. Der Arbeiter, dcr Nciuc Gcwcrbsmann oder Beamte, der durch eine Vcileltnng ungünstiljcr Verhältnisse einmal in eine so großc sinanzullc Bedlangniß gctllinlncn lst, daß er zu dcu Winlclvcrsatzämtcrn scinc Z»fl»cht nimmt, vcrmag sich in den wenigsten Fälle" binnen llirzer Zeit so zu erholen, daß er das Versatz-stück ansznlöscn in der ^agc ist. Der Gcldvcrlcihcr spc' culirt aber eben auf die finanzielle Bedrängnis; scmcr Schuldner, die er sich mit uncrdilllichcr Hast zunutzc lnacht. Die Verfallsfrlst läuft ab, und dcr Gcldvcrlcihcc uertanfl cntwcdcr das Versatz-Object um disscn vollen Wcrlh, oder cr begnügt sich — wenn das Object nicht gut an dcn Mann zu bringen ist — mit dcm von drM Vcrsntzamle erhaltenen Betrage uud überläßt di^scr Austalc ruhig d>c Sorge uud die weitere Veräußerung des Wcrlh,;cgenstllndcs. Der übergroße Gewinn, dcn der Geldgeber von seinen Kunden zieht, macht ihn l>a-türlich wenig rigoros in der Art dcr Erwerbung des Versatz-Objectes seitens des Vcrsctzerö. Es sind bei dcn Erhebungen dcr Polizei über Dicli-stähle zahlreiche Fülle vorgekommen, daß Iudividucl', dcren Acußeres jeden Geschäftsmann zur Vorsicht N^ mahnt hätte, die werlhvollslcn Prctioscn in Incasso Gc-schuften vcrjctzt haben, ohue daß cö dcn Inhabern ciu' oovsrs verglichen worden sind, die Bestimmung hatten, nach beendeter Ausstellung zu Taucherglocken verwendet zu werden, und nur aus dem Grunde, wcil die englische Regierung sich nicht hatte entschließen können, die Erbauung so riesiger Taucheraftparate nach dem System des Capitüns Fawks eigens zu bestellen, in das Bau-projcct des AusstclwnHSpalastes aufgenommen worden sind. DaS Gebäude der letzten Pariser Ausstellung von 1867, dieser „Riesengasometer", ist in Wer Erinnerung ; cs hatte nur Einen dcr vielen Nachtheile der früheren Ausstcllungspalästc — die Galerien — vermieden; der vielgcrühmte Vortheil desselben, die gleichzeitige länderund gruppenweise Aufstellung, war ein rein theoretischer, und wurde der davon erwartete Nutzen durch die noth-ycdrungene Errichtung zahlloser SpccialauSstellungs-gebäude im Parte vollständig paralysirt; die meisten Gebrechen der früheren derartigen Gebäude, daß dcr Regen in diese hineindrang und dadurch viele Gegenstände Schaden litten, daß manche Plätze von jedem Besucher betreten werden mußten, andere dagegen ganz außerhalb dec Circulation dcs Publicums lagen, wcil das Gebäude nicht in allen Theilen gleich leicht zugänglich war, fanden sich auch an dcm Ausstcllungsp^laste auf dem Mars-feldc, ia gerade hier in schr fühlbarer Weise vor. Es handelte sich also darum, bei den, Baue für die Wlencr Ausstellung die Fehler der früheren Ausstellungs-gebäude zu vermeiden und wo möglich nicht in neue zu verfallen. In dieser Beziehung habe sich nun dem Sprecher ein Plan empfohlen, den die verewigten Wiener Archi- tekten Van der Null und Siccardsburg schon im Jahre 1844 — natürlich in kleineren Dimensionen — fur eine schon damals projectirte. nur auf Oesterreich berechnete Industrieausstellung cntworscn hallen und dcr nun in riesigen Dimensionen dcm internationalen Wetllampfc deS Jahres 1873 zur baulichen Grundlage dienen soll. Die Dimensionen, in denen dieses Gebäude gehalten ist, übertreffen weitaus j^,e aller früheren Ausstellungen. So wie dcr Platz, dcr für die Wiener Ausstellung zu Gebote steht, viermal so groß ist als dcr Ehamp dc Mars, die größte bisher verwcudcte AuöslcUungs-area, so soll auch das Gebäude alle flühcrcn an Ausdehnung weit übertreffen. Redner zeigte nun, indem cr die Grundrisse aller früheren Weltausstellungen, sämmtlich in gleiche n Maßstabe ausgeführt, in dcn — im gleichen Verhältnisse gezeichneten — Grundplau der AuSstclluugsarca einstellte, in wie hohcm Grade die Dimensionen dcs Wicncr Aus-stcllnngsgcbäudcs — dcssen Hauptaxe die volle ^ängc der Pratcrstraße von der Ferdinandöbrückc bis zum Praterstcrn besitzt — jene aller früherm Expositionen überragen. Ebenso wn,de an einer vergleichenden Darstellung dcr Höhcnvcrhällnisse dcr bisher ocrwcndclcn AnsstcllungSgcdändc nachgewiesen, daß die Laterne dcr Ccnlralhallc des Wiener AusstcllungspalasteS weit höher sein wird, als selbst die Dome dcs Vondoncr AnSstcl-lungsgcbäudcs vom Jahre 1862, dcrcu Spannweite und Höhe bereits jene von St. Paul in London und St. Peter in Rom überragt hatten, und daß sogar die bei- den Thürme der Voliolirchc in dieser Rotunde PlaV fänden. Diese Cenlralhalle oder „Rotunde" ist eine vo»' Vorlrugcndcu selbst ausgehende Modification dcs oo« Van der Null nnd Siccardsburg entworfcncn Planes; sie erschien dcm Redner nothwendig, um bei dcr riesige" Ausdehnung, welche das nach dem sogenannten Fisa> g'ätensystem concipirtc Project durch die Anwendung für Zwccke einer Weltausstellung gewonnen hat, die sonst nahe liegende Gefahr der Monotonie zn vermeiden nnd durch die Schaffung eines Mittelpunktes einerseits dcn ästhetischen Anfordernngen Rechnung zu träger», andererseits auch die Uebersicht und Oricnlirung zu ^ leichtern. Ucbrigens ist diese Rotunde nicht blos gedacht al« ein großartiger Ausstellungsraum, wcläicr zur Aufst"' lung besonders glänzender Expositwüsobjecte und gclv'lj auch als Sammelplatz der schönen Wclt dienen w>ro, sondern cs besteht die Absicht, daß dieser Tlicil dcs Aus-slclluugsgcbäudes auch nach beendeter Ausstellung stcyc bleibe, um dcn fühlbaren Mangel dcr RciciMauPt- u>' Residenzstadt Wien au großen Sälen, wonach stcli °°" nicht selten ein Erfordernis; geltend macht, endlich ^ beheben; derselbe mag dann beispielsweise für .l^li Musilfcstc odcr im Kricasfalle sür Milllärbcquartlcru''« oder bci eintretenden Epidemien als Spital :c. ucnucno werden. Vorzugsweise aber ist bei dem Plane, dicsc ^ tnnde zn einem bleibenden Etablissement zu lMla " , einerseits auf die Bedürfnisse der project»ten ncm Donau-StM, andererseits nach dem Muster von Gcrlln, 1931 gefalle wäre, die Versetzer um die Art der Erwerbung des Gegenstandes zu fragen. Für die Diebe ist allerdings die leichte Verwerthung gestohlenen Gutes sehr bequem, für die allgemeine Sicherheit deS Eigenthums jedoch ein derartiger Znstand eine Ungeheuerlichkeit. Man wird gewiß die Fiage auswerfen, aus welcher Ursache ein großer Theil der Bevölkerung, und gerade die är-Mcrcn Massen derselben, die VcrlchrSbanl und das lai scrlichc Versatzamt, welche beide Institute denn doch bedeutend günstigere Bedingungen und eine größere Sicherheit darbieten, umgehen und sich an obscure Incasso-^eschafte nnd Wintclv.rsatzämtcr wenden. Diese Frage 'st damit zu beantworten, daß einerseits die Indolenz des überwiegenden Theiles der Vcrsctzer, andererseits die Unzulängllchlcit der bestehenden Pfandleih-Anstalten daran die Schuld tragcn. Die ärmere Klasse meidet gerne die große» Anstalten aus leicht begreiflichen Gründen. Die Pfandleih Anstalten sind erstens alle in dem Centrum der Stadt gelegen, andrrerfeits besteht in denselben noihwendigerweisc ein zeitraubender Formalismus bei der Aufnahme und der Verabfolgung der Pfänder. Der Arbeiter, der in entlegenen Vorstädten wohnt und in die Lage kommt, seine Uhr oder sonstige Effecten versetzen zu müssen, überläßt meist seiner Fran, während kr sich in der Arbeit befindet, dieses Geschäft. Schon der W?g von den Vorstädten blö in die innere Stadt lst höchst zeitraubend, und wenn die Frau in das Versatzamt gekommen, so muß sie dort mindestens zwei Stunden zubringen, ehe sie das gewünschte Geld erhält. Ncchnct man die Zeit des Heimweges hinzu, so ist ein halber Ta^ verlöre,,, was für die Frau, die allein den kleinen Haushalt besorgen und nebenbei mit Handarbeit etwas verdienen mnß, fürwahr leine Kleinigkeit ist. Für Lenlc dieses Standes bleibt cS daher viel einfacher, in das nächste Incasso-Gcschäft zn gehen, nnd cS gibt deren in den Vororicn unzähllge, wo sie innerhalb weniger Minnle,, abgefertigt werden. In diesem Umstände llc,it daö Geheimniß des Florida der vielen Winkel-Versatzämter. Es wäre unter diesen Verhältnissen im Interesse der bestehenden Pfandlcih-Anstallen, durch l)ie Errichtung von Filialen an entsprechenden Punltcn dem Willtclocrsatzwcscn entgegenzuarbeiten. Politische Uebersicht? ünibach, 16. ^liovcmbcr. Dcr „C,aS," die Auflösung der Randlage bcsprc-cl)end, sagt, die Ausiösung des galizischen Landtages lvürdc wahrscheinlich Orocholsli zum Rücktritte zwingen, die Slcllung Golnchowöll's erschweren nnd die Reichs-l«tl)öl)cschickung in Frage stellen. Die ..Vinzcr Ta^Sftust" mcldcl: Zum Prager Fö» dtlülistcn Eongrcsse am 24 November werden die obcr-"lerrcichischrn llcricalen LandeSauöschüsse i» «'or^win ^scheinen. Als Commissär des deutschen BnndeSratheS für das ^atsgcsctz hat, wie die „Wcilph. Ztg." meldet. Geh. 3°th Michaelis die Erlläruug abgegeben, daß in der ttrühjlchrsscjsion 1872 ein vollständiger Vcrwen-^uu^s^lan in Betreff der französischen Milliarden k'u ^eichötagc werde vorgelegt werden. Die Reichs» fegicrung cllcnnc das Recht dcS Reichstages an, auch ln Bclrcff dcr Verlhcilnng an die Einzclstaaten und des ^laßilabcö der Vcrtheilung mitzusprechen, auch diese ^crlhcilung an die Erfüllung gewisser Bedingungen zu müpfcn. Der deutsche Aundcsrath conccdirte Baiern bei Einführung dcr neuen Maß- undGewichtsord-? ""^ ^" Iottbcstand seines jetzigen Feldmaßes bis 1»7d. Die Ausführungsbcstimmungcn bleiben sämmtlich einer besonderen Verordnung vorbehalten. Dem Vernehmen nach wird das baierische Kriegs-ministerinm demnächst mit der GeneralDirection der Verlchrsanstalten in's Einvernehmen tteten, die Unter> officicrc und Soldaten eines eigens zu formirenden technischen Bataillons zur Erlernung des Eiscnbahn-dirnstcs zuzulassen. Im Krigsfalle foll dieses GatMon in Compagnien den Divisionen für den VerlehrSdienst zugetheilt werden. Der gewöhnlich gut unterrichtete „Röpublicain" schreibt: „Die Regierung wird die Frage betreffs der Rückkehr der Nationalversammlung nach P a -ris nicht aufstellen. Dieselbe wird von den Deputirten des Meurlhc-Dcpattcmenls, welche dieselbe bereits in ciuer Unterredung, die in Naucy stattfand, als Antrag formulirt haben, vor die Kammer gebracht werden. Bei dcr Discnssion wird Herr Thiers das Wort ergreifen, um die Gründe anzugeben, welche die Versammlung bestimmen sollen, nach Paris zurückzukehren." Dcr „Vicn public," der als officiöses Organ der französischen Regierung angesehen wird, bringt folgende Mittheilung: „Hier eine militärische Nachricht von wirklicher Wichtigkeit: die neuen Projekte betreffs der Festn ngswcrtc von Vclfort, Oesan ^ on und dem ganzen Theile unserer Ost grenze an dem „Gal» lon" Elsaß bis nach Ponlarlier sind jetzt vollständig ausgearbeitet. Bclfort wird nach Paris die stärkste Festung von Frankreich werden. Das für Bclsort bestimmte System der dctachirten Forts, die durch Nebenwerlc unter einander verbunden und durch Vorwerke unterstützt werden sollten, wird für Besan^on, dessen Wichligtclt heute doppelt so groß ist wie fcuher, ebenfalls angewcn. dct werden. Alle Engpässe des Jura, alle AuSgänge der Grenze werden nach einem Gesammiplan, der eben so sinnreich als formidabel ist, beschützt werden." — Aus Versailles wird gemeldet: Man versichert, die Regierung werde dcr Nationalversammlung ein abgekürztes Strafverfahren für die noch verbleibenden 20.000 Gefangenen beantragen. — Die Entwaffnung der Na» lionalgardc wird Ende November beendet sein. —Chasse> loup hat seineu Bericht über die Reo rganisirung dcr Armce noch nicht vollendet, hinsichtlich des obligatorischen Dienstes aber ist mit dcr Regierung ein Ein-Verständniß erzielt. — In Folge der Conferenzcn der Regierung mit der Bank wurde beschlossen: das Vanl-capital wird verdoppelt; die Regierung wird den un-verweilten Zusammentritt der Assemblee beantragen, um sie zu einem Notenumlauf von drei Milliarden zu er-mächtigen. — Nachrichten aus Chislehurst melden, daß dcr Gesundheitszustand Louis Napoleons ein sehr schwacher sei, und daß derselbe in Folge dessen für po» Mische Angelegenheiten große Gleichgilligleit zur Schau trage. Ein Schreiben Scott Mussel's wirft einen historischen Ueberblick auf die ne u c soc i al i st i s ch c V ew e g un g, in England, deren Idee er schon seinerzeit in einem Gespräche mit dem Prinzen Albert vorgebracht hat. Würde Prinz Albert noch leben, würde er selbst diese Bewegung leiten. Die Bewegung wurde durch die letzten Ereignisse in Frankreich beschleunigt, aber weder von politischen, noch revolutionären Männern ging der erste Gedanke einer Verbindung der Pairs und dcr Arbeiter auS. Scott fordert Jedermann auf, seine Pflicht zu thun, damit das begonnene patriotische Werk beendigt werde. Aus den Reden und Toasten, die bei dem üblichen Tanket, das dcr neue Londoner Lord-Mayor Mr. Gibbons bei seinem Amtsantritte gab, gehalten und ausgebracht wurden, heben wir zunächst hervor, daß dcr Gesandte für die Veremigten Staaten auf daS freundschaftliche Einvernehmen hinwies, welches durch die Wa» fhingtuncr Convention zwischen England und Amerika aufs neue hergestellt worden sei. Der Lord - Kanzler betonte die friedlichen Tendenzen der englischen Regierung und behauptete, daß es zu einem ungeheuren Unglück gekommen wäre, wenn England während des letzten Krieges nicht die NeutralitülSprincipien streng eingehalten hätte. Mit besonderer Genugthung sprach sich dann Gladstone dahin aus, daß England „im gegenwärtigen Augenblicke leinen Streit, leine Fehde und keine Contro-verse mit irgend einer Nation auf dcr weiten Oberfläche dcS Erdballes habe." Man lönne nicht dankbar genug sein, daß in diesem Augenblicke lein Krieg die cioilisirten Nationen der Erde bedränge, und höchst wünschenswerth wäre es, mit Zuversicht die Erhaltung des Friedens auch für die Zukunft voraussagen zu können. Wenn der Satz wahr wäre, daß die beste Sicherheit für den Frieden in umfassenden KriegSvorbereitungen liege, dann habe es ohne Zweifel nie eine Zeit gegeben, in der die Sicherheit für den Frieden des europäifchen Continents größer newesen wäre als im gegenwärtigen Äugenblick Aus Zehntauscnden seien die Armeen der alten Zeit zu Hundertlausenden gestiegen und von Hunderttausenden stiegen sie heute auf Millionen. WaS England selbst betreffe, so lönne es nur durch eigene Fehler in einen Krieg ver-wickelt werden; darum müsse es auch dem Ausland die Ueberzeugung beibringen, daß seine Politik nicht von den niedrigen Motiven deS Eigennutzes geleitet werde. Im Hinblick auf den deutsch - französischen Krieg setzte der Redner auseinander, wie England wohl die Berufung auf die Principien eines freundschaftlichen Schiedsgerichtes vorzuschlagen für feine Pflicht gehalten hätte, wie eS aber in keiner Weise, so wenig als irgendeine andere Macht auf Erden, im Stande gewesen wäre, jenen Krieg durch einen kategorischen AuSspruch zu verhüten, Noch erinnert dcr Redner an die Schritte dcr Regierung zur Sicherung der Unabhängigkeit Belgiens, an daS Abkommen in der von Rußland angeregten Frage des „Schwarzen Meeres" und an die herzlichen Beziehungen Englands zu Amerika. Bezüglich der Verhältnisse im Inlcmde sprach Gladstone die Hoffnung aus, daß er wohl nicht zu sanguinisch in die Zukunft blicke, wenn er ausspreche, daß man wenig« stens innerhalb der Grenzen der britischen Eilande wenig von jener unterirdischen Agitation zu besorgen habe, welche in einzelnen Theilen der Welt geradezu die Grundlagen der Gesellschaft zu untergraben drohe. Die „Inoepcnoance belge" meldet: Der spanifche Gesandte in Brüssel, Don ASquerino, hat seine Demission gegeben, welche angenommen wurde. ASque-rino, welcher auch bei der niederländischen Regierung beglaubigt ist, hat sich nach dem Haag begeben, um dem König Wilhelm seine Abberufungsschreiben zu überreichen. Russische Blätter theilen den Text des zwischen Rußland und Italien abgeschlossenen Carleloer-lrageS mit, dem zufolge die gegenseitige Auslieferung gemeiner Verbrecher stattzufinden hat. Keine der beiden conlrahirenden Parteien ist jedoch verpflichtet, die eige» nen, solcher Verbrechen schuldig gewordenen Unterthanen auszuliefern; politische Verbrechen sind von den AuSlie-fcrungsbedinaungen ausgeschlossen. Die Promulgation deS Cartels, dessen Ratifications bereits am 7. August d. I. ausgetauscht worden waren, hat erst am 7. d. M. stattgefunden, und so wird der Vertrag in Gemäßheit der in ihm enthaltenen Bestimmungen crst gegen Ende dieses Monats in Kraft treten. Die Militär-Commission in Odessa beschloß für sämmtliche Officiere eine Gehaltserhöhung von 25 Percent vorzuschlagen. Der Kaiser gestattete die An-siedlung von im Auslande verbannten Polen in Rußland, aber in erster Zeit müssen sie unter Polizeiaufsicht stehen. Rußland ist durch die Haltung deS Prä-sidenten der Union in dcr Gesandtenfrage beleidigt und Amsterdam nnd mehrerer kleinen Städte ans die Errich-ung cincs Wintergartens für Wien gedacht, einer Loca-lltät, wo sich dcr Großstädter auch in dcr rauhen Jahres-!"t durch einige Stunden an dem crfrifchcndcn Grün "Puckel, könne und im großen Maßstabe ein Lnxus Mmein zugänglich gemacht wird, dcr bisher in kleinern "llncnsioncn nur wenigen vom Schicksale besonders ^gllnsilgiui erreichbar war. Diese Rotunde wird nach dem Projecte des genialen Ingenieurs Mr. Scott Russell auS Eisen errichtet wcr-^. und oh„c Pfeiler und Gerüste einen Raum von dcr ^be dcs inneren Burgplatzcs überdecken, ein Wuiider /l Ingcnicurkunst nnd an uud für sich ein Weltansstcl-""»«olijctt I'iu- oxcttllmiW! , Die üliligcn slnsstellungsräume sind als Holzcon-lnus! ' Obacht, werden jedoch nach dem Vorbilde dcS ^ll.crgiltigeu Bahnhofes von Chcibourg in solcher H l>e ausgeführt werden, daß nur dcr Fachmann den "als Holzconstruclion erkennen wird. Lcmk ' diesem dcr Hanplsachc nach für Industrie und d °^'ll)schaft bestimmten Hauptgebäude gctrcunt, jedoch eiae lN^lkle Gänge mit demselben verbunden, wird ein I^s, ^""swlsstcllungsgcbäudc und eine Maschinen-^ errichtet werden. h. wahrend dcr Vortrag des Herrn Baron Schwarz, G. °"6 dem Vorstehenden ersichtlich ist, die Platz- und der A ^'^ ausführlich behandelte, wurde dcr InHall H.,gs Uslcllung, wenn man die in dem Programme der vom !p"^ umwickelten Ideen so nennen darf, diesmal "orlragcnden nur nach Einer Seile hin berührt. Diese vereinzelte Besprechung halte die schon in einer früheren Verhandlung deS n. ö. Gcwcrbevereins angeregte Darstellung der Abfallsoerwcrthung zum Gegenstände. Baron Schwarz wies darauf hin, daß dieser hochwichtige Gegenstand in dem Programme der Ausstellung bereits Beachtung gefunden und daß der größte Chemiker unserer Zeit. Freiherr InstuS von Licbig, dessen Protectory gewissermaßen für diefen Theil dcr Ausstellung erbeten worden ist, in einem an den Redner gerichteten Schreiben erklärte, sich glücklich zu schätzen, zur Verwirklichung dieses Vorhabens bei Gelegenheit der Wiener Ausstellung beitragen zu können. Baron Liebig bezeichnete dic Idee. die AbfaUSvcrwcrttiung zum Gegenstände einer Specialerftosition bei dcr Weltausstellung zu machen, als eine vortreffliche und sprach seine Ueberzeugung, daß diese Ausstellung schr lehrreich sein werde, so wie seine volle Geneigtheit auS, die Ausführung dieser Idee unterstützen zn wollen. In längerer Auseinandersetzung legte hierauf der Sprecher dar. wie eine Ausstellung dicscr Art, infoweit dadci insbesondere auch die Abfuhr und Verwerthuug der mcnfchlichcn Ercrcmcnte in Frage kommt, gerade in Wien von dcr größten Bedeutung fei; er betonte nach« dlücklichst. wie die charakteristischen Kranthcilsformen Wiens, die Lungentnoerculosc nnd der Typhus, vielfach auf d'c schlechte, ammonialgeschwüngcrte Atmosphäre und das abscheuliche durch die Nähe der Brunnen an den Cloakcn verdorbene Trinlwasser zurückzuführen feien und wie daS Beharren an dem Hergebrachten, felbst wenn es schlecht ist, auch in dieser Frage eine große Rolle spielt. Redner hob hervor, wie wichtig es gerade für Wien wäre, an Stelle des veralteten und in fanitürer und volkswirthfchaftlicher Beziehung so schädlichen Canali-sirungssystemS das sogenannte „Fassclsystem," wie eS in den meisten großen Städten Frankreichs und Deutschlands und auch schon in manchen „an der Spitze des Fortschritts marschirenden" Provinzialhauptstäblen Oesterreichs, z. B. in Graz eingeführt, ist. auch in Wien endlich einzubürgern. Vorläufig begegnen leider selbst die Versuche einzelner strebsamer Unternehmer, ,m Hm-blicke auf den voraussichtlichen Frcmdenandrang in den Straßen Wiens im Jahre 1873 nach den, Vorbilde des Auslandes sogenannte «(Äkii^'w iiwäoi^," wie sie in Wien nur ganz vereinzelt auf dem „Naschmarll," bei der evangelischen Kirche in der Dorolheergasse und als bescheidene Mustcranstalt im „Caf6 Daum" bestehen, zu errichten, an dem Widerstände dcr HauSeigenthümer, die für folche gemeine Zwecke selbst zu den höchsten Mielh-zinsen leine Localiläten zur Disposition stellen wollen. Vereinzelte Persuche aber. in den neuen oder neu adap-tirten Häusern das „Fassclsystem" einzuführen, scheiterten an den entgegenstehenden, das Canalsystem zum Grunde habenden diesbezüglichen Verordnungen. Es sei daher in erster Linie geboten, eine Modification dcrfelben herbeizuführen, damit die Gchörden nicht genöthigt seien ^. scheide hinauszugehen, welche sich gleichsam al- ^j„, dernng deS Fortschrittes von Amts weo--'.. ^stellen 1932 dürfte in nächster Zeit Katalasi gar nicht ersetzen, wie ossiciös behauptet wird. Berichten aus Constanlinopcl zufolge sind die letzten Verbannungen hoher Würdenträger namentlich da« durch herbeigeführt worden, daß, wie entdeckt und ur» lundlich festgestellt wurde, eine Expedition nach Arabien eigens in'S Wcrl gesetzt war, um durch die Ausgaben, deren Umfang in so weiter Fcrne nicht controlirt wcr-dcn konnte, kolossale Unterschleife zu verhüllen, die bis dahin in Constantinopel stattgefunden halten. _____ Hagesneuigkeiten. — (Allerh. Spende.) Se. Majestät der Kai« ser haben der Waisenanstalt zu Obrowitz eine UnterstUz« zung von 500 fl. ö. W. aus Allerhöchftihrcn Privatmitteln huldreichst zu bewilligen geruht. — (Landwirth scha ft liche Hochschule.) Der Leiter des AckerbauminisMiunlil Freiherr v. Possinger hat mit dem Hofrath Dr. Hamm und dem Vaurath Trojan vor einigen Tagen die landwirlhschaftliche Hochschule besich» tigt, deren bauliche Herstellung und Adaplirung nunmehr bis auf die Bergoloung in dcr Aula vollendet ist. In der nächsten Woche soll darin die Einrichtung des lanowirlh-schafllichen Museums begonnen werden. — (Das M inisteri al-Ver einscomitö) in Wien beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit den nachfolgenden Vorlagen: Statuten der „Allgemeine» Hypo-thetarbanl," Statuten der „Austro oltomamschen Bank," Statuten der „Assscrazionc marittima dalmata" in Trieft, Statutenänderung der „Asfociazlone marittima" in Nagusa, Statuten des „Oesteircichifchen (5entralbaul?ercins," Statuten der „Oesterreichischen Imtnobiliar-Creditanstall," Ne. curs der Gemeindevertretung von Nadtersburg gegen eine Entscheidung der Stalthalterei in Graz in Actress der zwischen dem Gemeinde- und Sparkasse-Ausschüsse streitigen Compctenz zur Aenderung der Sparlassestaluten. — ^Advocate« und Notare.) In Sleiermark befinden sich derzeit 113 Advocaten und 7'.) Notare, und zwar 54 Advocate» mit dem Sitze in Gra;, 59 am Lande, 10 Notare in Graz und 69 am Lande. — (Gr a f Lo u ya y,) der neue lönigl. ungarische Ministerpräsident, gehört den ältesten edlen Familien Ungarns an. Die Lonyay'S sind in den Annalen Ungarns schon unter Vela I., also um die Mitte des 11. Jahrhunderts in Ehren genannt worden. Die weibliche Linie der Familie Lonyay hat dem Lande Siebenbürgen zwei Fürsten und den Polen einen König gegeben. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde ein Lonyay zum Palatin candidirt. Seit Jahrhunderten sind die Louyciy's berechtigt, in dem Oberhausc zu sitze» und zu stimmen; mehrere Ahnen des jetzigen Lonyay waren Obergespäne, sein Großvater und sein Vater Obergespäne und Geheimrälhe. — (Franz Deal), der große ungarische Patnot, ist abermals unwohl und seit mehr als vierzehn Tagen gezwungen, das Zimmer zu hüten; die politischen Ereignisse der letzten Wochen verursachten dem alten Herrn durch Unterredungen und Arbeiten bedeutende Anstrengungen, so daß seine Gesundheit darunter litt. — (Ein Versuch, San Francisco in Brand zu stecke u), wurde am 20. October glucklicher Weise entdeckt. Ein dichtbevölkertes Häusergeviert, meistens aus hölzernen Gebäuden bestehend, wurde an fünf verschiedenen Stellen gleichzeitig angezündet. Eine Unlerfnchung zur Entdeckung der Verbrecher ist eingeleitet. Locales. — (V egUnstigung für Feuerwehren.) Die Generaldirection der Slidbahu hat beschlossen, daß bei Ausbruch eines Brandes, wo die Hilfeleistung der benachbarten Feuerwehr nothwendig ist, die Löschmannschaft und Requisiten ohne vorherige Entrichtung der Gebühren mit jedem Zuge, ja selbst, wenn erforderlich und lhunlich, mit Eftrazug befördert werden dürfen. Die Generaloirection wird von Fall zu Fall nachträglich entscheiden, ob die Ge-bllhren ganz oder lheilweise aufzulassen sind. — (Aus dem Nmtsb latte.) Bei dem Bezirks, sterichte zu Gottfchee ist eine Dienerstelle mit 250—300 fl. Löhnung zu besetzen, und haben Bewerber ihre Gesuche bis I.t. M. beim Präsidium des Nudolsswenher Kreisgerich, tes einzureichen. — Am Unterrealgymnasium zu Prachatitz in Böhmen mit deutscher Unterrichtssprache ist der Posten des Zeichenlehrers zu besetzen ; Bewerbungen sind bis 30ften November an den böhmischen Landesschulralh zu leiten. — (Stiftung für verwaiste Töchter von üsterr. chSl'att>e>lvahlen im Königreiche Böhmen als beschlossen anzusehen ist. DaS betreffende kaiserliche Patent dürste bereits schon morgen, spätestens übermorgen amt-llch in Prag publicirt werden. Selbstverständlich würde dicses Patent noch die Contrasignatur des Freiherrn v. Holzgelhun als Vorsitzenden im provisorischen Mini» stcrium trage»." Nach ciner Mittheilung des „Wanderer" treffen im Laufe dcr uächsttn 48 Stunden sämmtliche galizische Nncherathsal^corducte in Wien ein, um eine gemein» schastliche Besprechung am nächsten Sonntag hier abzuhalten. Dcr LandeSmarschall von (Äalizicn, Fürst Lco Sapieha, lxfi-ldet sich bereif seit mchrese» Tagen in Wicn; eS weilen hier auch drr griechisch katholische Metropolit von Lcmlicrg. Sembratowic;, ,md dcr uclannte Nulhcncnführcr P. Pawlckom. DaS ungarische Amtsblatt vublicirt die folgenden Allerhöchsten Handschreiben: «Lieber Graf Andrassy! Indem Hch Sie hicmil von dem Posten des ungarischen Ministcr-Prasidci'tcn und von dcr Leitung dcs Ministeriums dcr Landcsucr-theidigung enthebe, benutze ich mit Freude auch dicse Gelegenheit, um Ihnen mcinen aufrichtigcn Daul sür dic hervorragenden und erfolgreichen Dmislc. welche Sie Mir, Ihrem Valcrlande und der Moncnchie geleistet haben, kundzugeben. Gegeben zu Wien, am I.j. November 18?l. Franz Josef m. z>. Lieber Graf Lonyay! Ich ernenne Sie hieluil zn Meinem ungarischen Minister-Präsidenten. Gegeben zu Wien, am 14. November 187l. Franz Josef m. ^ Graf Julius And rassy nl. i». Lieber Gras Lonyay! Da die sämmtlichen Mitglieder meines ungarischen Ministeriums in Folge dcr lHrncimung dcö Grafen Julius Andrassy zum Minister meines Haufcs und der auswärtigen Angelegenheiten Ihre Portefeuille«! zu meiner Perfügung gestellt haben, bestätige ich hiermit auf Ihren diesbezüglichen Vorttag meinen Minister um meine Person Baron Bcla Wenck-hcim, meinen Ackcrbau , Gewerbe- und Handelsminister Josef Szlavy, meinen LandeS-Finanzminister Karl Kecka ftolyi, meinen Minister des Innern Wilhelm Toth, meinen Minister des Cultus und Unterrichts Thcodor Paulcr, meinen Iustizminister Stephan Vitto, meinen Minister für öffentliche Ardeilen und Communications Ludwig Tisza, endlich mciuen Minister für Croatien, Slavonien und Dalmaticn Graf Pelcr Pejacsevich, in ihrer gegenwärtigen Stellung und betraue Sie mit der provisorischen Leitung dcS Ministeriums dcr LaudeSvettheidigung. Gegcbcu zu Wien, am 14, November 1871. . F r a n z I o s e f. Graf Melchior Lonyay." P e st, 1«. November. Unterhaussitzung. Das Ministerium, an dcr Spitze Lonyay, stellt sich dem Hause vor. Lonyay bittet um Unterstützung dcs Parlaments, bezeichnet die Auggleichsgcseyc als den Äoden, auf welchem das Mimstelium steht, und worauf wciter-baucnd das Ministerium alle heilsamen Reformen entwickeln werde, wclche zur Wahrung dcr Integrität dcr ungarischen Krone, zur Sicherung dcr vclfussungsmäßigcu Selbständigkeit und zur Entfaltung dcr gcistigen und materiellen Kräfte dcr Galion führen. Zu dicfcm Ve-Hufe bedarf das Ministerium des Vertrauens der Majorität, und daß diese Majorität start, einig und durch lü'nftlge Wahlen geträfligt sei. Prag, 16. November. Os wild cine Kundmachung affichirt, welche sofortige dirccte Ncichsrathswahlcn alls-schreibt. Aus Graz wird belichtet: Dcr Univcrsitätscom-mers verlief am 14. d. ruhig, ouwohl Conflicte befürchtet und daher die disponible SicherhcUswach^ aufgeboten wurde. Die Slaven warcn masscnhaft erschicncn, dennoch aber lam es durch das entschiedene, aber versöhnliche Entgegenkommen der Deutschen zu teincr Störuug und sühne der Commers schließlich zu einer Partcienvclsöh-nung. Nachdem die Slaucu „U^ ^lov^nc!" singen durften, nahm dcr Sloveuenjubel lein Cudc. Die Deutschen werden gleichwohl auf ihren gercchtcu Forderungen cnt« schieden beharren. Die „Grazer Zeitung" mcldcl: In Betrcff dcr cisleithanischen CabinelSbildung verlautet nun zicmlict) bestimmt, es sei eine vollständige Uebeleinstimmung zwischen dem Grafen Ändrafsy und Äaron KellcrSpcrg z" Stande gekommen. Einen präcisen Ausdruck scheint dieses Gcrüchl i» der Mlllhcilulig dcS „Pcsli ^iaplo" gefunden zu haben, demzufolge Frcihcrr von KellerSftcrg mit den Po!cn< führern bereits so weit Ml eingekommen ist, daß der Ausgleich mit dm Polen als vollkommen gesichert be-trachlct werden könne. Weilers erzählt dasselbe Blatt, die Ernennung des Cabinets Kellerspcrg sei schon M die nächsten Tage zu erwarten. Dasselbe wcrdc alle Landtage auflösen. Als künftiger Finaüzministcr für die Lander diesseits der Lcilha wurde heule an der Börse Graf Cugeu Klnsly, dcr Präsident dcr Anglobanl, genannt. Telestraphislber ^echselcour« uom 1<^, Novemlie». bpecc. MetaÜiqucs 57.05, — bpcrc, Mitalliquc« mit Ma'-Mld Nuvcinbcr-Zinsm 5>7. - 1««)l>r sllllltS-Aiilchcii :»:».s>0. — Bant-Actiei! »0Ii. — Errdit-'Äctiell ^0s>.20. — London iiü.W. - Sildel 116.00. - K, l Münz-Hucaie» 5.5!)'/,. -^ 9lasic>le2i!d'or 9.32'/,. DaS Posldampfschiff „Limbria," Eapilän HaaÄ, ist a>" i<. November wohlliehaltcu in NcwlMl a»l!^ommrll. Anstekommene Fremde. Am 15. November, «>««'»»<. Marinouic, Heiß und jlcmitz. Wien. — Golob, Äicalitäteiibesitzer, St. Gcorqcn. — Kumcr, Handelsmann, (ilSüerii. — Rlchtcrilsch Iuse'sa, St. Georgen. 5tn«><. »Vl«„. Massatti, Wien. — Ant'emins imd Iavurn'g, Nciimarltl, - Ioaiwuic, .'»lfm., Wirn. — Nikolai, >^f»'^ ^eipzi.i. - SchM, itfm., Wien. — Malier, Major. Italien-»»l«,-l«e>,«,' >»,»«'. ^icgl, Wildpret- ilnd Fischl)ä»d>el, Innsbruck. F»«»«,»»««. (ichcrt, Verwalter, Thnru, — Weiner,Hulzhcindler, Frisach. — Maidalcne (ilnilie, Priuate, T>aln,atien. 5«,«,',,«'«,'<«,. Tristan. St. Veit. - Iosefmc Petan, Priuns, St. Äiliprcchl. Mcttelto, Nlidolftwertl), Theater. Heute: Zum ersten male: TrphellS Nttf der ^l'c»'".'^' Niirleöle mit ^esanl, in I Act von ,, " ^. — Tie l,at ihr Vr^' entdeckt. Lustspiel iu 1 Act von Wolfgang MiNlcr vml .^bn'^ winter. - Die schlimmen Vubc«. 'Burleske mit Gesaust l Act von Johann Nchroy, Mnsil uun Hedcnstrclt. 3Nelenroloqisch^ ^eolinchllln^eil m^awach^ ^ -^ ßk !'e : ^ ,W ttUMl'.. 7^1 >« I ^ l windslill , trübe ^1^.5, III, 2 „ N. 727,nu 1- 5» N.schwach > megeu Rrss" l<) . Ab. ! 72l».«<, j- 4 4 ! N. schwach ! Ncgcn Trübe. Vormittac, auhaltendcr Negc!!. Daö Tagesnütlcl Wärme ^- 4 5", mn '<)'!»" ilbcr dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ig»az v. Klei »> »n u Y r.