laibacher Zeitung. .,^> AH». Samstag am «« I«U R8K» ^Dl^Laibachcr 3cit..nq" erscheint, mit ?lnsnal».n dor Tm.n- u,,o ^ierta->e. täqlich, un° lostet ,ammt den Veilagc» im <5c>,."vt.ir «<".,jährig " ^^"'^iVd^rV, .?V^t'" ssre>7l'a,,d imtzom^ qan,jähr>n ,2ft.. l.all'jähriq tt ft. Für die Z^clluna in's Hans n"b ha l b , a »r, g 30 sr,^»cs)r zu cutnchtcn. M . t ber Po Oporto« fr A', i'k q. »"tcr ,ssreu,l'and >md gcdr.lcktcr Adresse ^5 ft, halbjährig 7 ,1. - I" scrat.onsqebn , r ..n e.»e S^ltt^eX« odn den Na,.n. oe.^.t'e.. sur c.n. >.,ae Ei'!sch.,t.."« .^ fr,. mr ^mnalige i, fr., ss,r dreiu.alige 5 fr. C. M. Inserate l'i/ 2 Zeilen kosten , ff. f",r -'Mal. 5N r. m> 2 Ma! und ^0 sr. ,..r l Vial e.„z,.,chalte„. 3u diese» Ocbnl.ren ist »ach dem „^viwn schen Geschc vo», 0. November 1850 ss.r InsertionSstä.npel" „och >0 lr. snr c,»e ,edeSma!,ge «„„challnng h»',^, z» »fchnen. 'Amtlicher Theil. ^Ve. k- k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließnng vom 3. Juli d. I., die bei der siebenbürgen'schen Finanz - Landesdirection systemisirce Ministerialrachsstelle mit dem statUtSmäßigeu Gehalte, dem vormaligen ThesaurariatS-Vicepräsidencen. Georg Grafen B^ldi, unter Belassuug des Vice-präsioenceutitels für seine Person, allergnädigst zn verleihen gernl)t. Das k. k. Ministerium dcS Iunern hat den Ministerial.Co>,ciplsten im s. f. Handelsministerium, August Alb er Ritter v. Glaustätteu, zum Statt« haltereiftcresär bei der Triester Statthalcerel ernannt. Im amtlichen Theile der „Wiener Ztg," Nr. 16^ vom 12. d. M. ist unter den Ernennungen zn fünf lombardischen Polizei - ObercommissarSposten hinter dem dazu ernannten früheren Commissar Dr. Cäsar Giani der ebenfalls ernannte frühere Comnnssär Paul Nainoni ans Versehen im Drncte ausgelassen worden, was hiermit berichtigt wird. Nichtamtlicher Tbeil. Laiback,, 1>".. Inll, In dem hier erscheinenden katholischen Kirchenblatte: „/ssacinjn D.inil'li" (redigirt vom hochwüt oigen Herrn Andreas Zamejz, k. k. )tormalschulcaiechet). lesen wir einen Vricf unseres berühmten Landsman-neü^und Missionars in Nordamerika, deS hochwürdi-gen 5^)errn Friedrich Baraga aus Cincinati an seine Schwester Am alia. Wir entnehmen dar-anS, daß dessen Bestätigung zuin Bischöfe am obern Michigan »nm vom päpstlichen Smhle er-folgt ist. „Was man seit mehr als ll nug^lici,', illinll,'!-^ i',»i'mi(l:mst fnr d,e Bub-scriplion dic Woche vom 18.—23. Juli bestimmt, nach deren Ablauf feine weiteren AiMN'loungen mehr angenommen we^ven. Wien am l2. I^li t86ä. , ,^ Franz Salzmann Edler v. Vinne „ s e l d. Generalsecretar der dsterr, Nac'onalbank. Wie», 13. I,.li. Se. Majesty oer Ka»er hat znm Baue einer neuen Pfarrkirche i» Ncuhauö bel Scheibbs 1000 st. gesp,»det. — Se. k. k. apostol. Majestät la"gce» "" ^-Mittelst eines um halb 11 lih^ Vornnccags oou Wien abgegangenen Separattraino nach ll l,^)r »n ^cockerau an. wo der Herr Beziikohauponai'U oie Ehre hacce. das daselbst versammelte Alncopersouale der^politl^ schen Erpositnr, des k. k. Vezlrk^erichceS, Sceuer-amces, die hochw. Decanacs- und Psarrgeistllchkeic und die Gemcmoe-Reprasentanz Allerhochstoemftlben vorzustellen. Vom Bahnhöfe b.'gabcl, sich Se. Ma^ jestat durch die d'chieu Reihen der geschmückten Schnl-jngend U)»d durch emen ln der Elle crrichcctel,, ge» schmackvoll decorirten Triumphbogen unter dem jubelnden Znrnfe der Bevölkerung, Polieischüssen und Glo-ctengelante zu Wagen i» das (5aserngebande und in. splcirten daselbst ras Depolbatallion deo Ins.-Reg»n. Hoch' und Delicschmeister. Alierhochstoleselden besich' t'gten hierauf oie k. k. Milic^rmontlllü-Hanptcommls-ston, dei-en Albeirslocallcatei, und Nleoeilagoranme. I>n ersten Hofe des OeconomiegebanocS fühlte das genannte Depot-Bataillon einige Evolutionen aus. , Um halb 2 l,lhr Nachmittags liattn Se. Viajestdt unter den Segensrufen der versammelten Menge, Glockengelante und Pöllerschüsscn dle Rc»se nach Hol-, labrllnn an. Auf allen Bahnstationen von Wien anS wurden Se. Majestät, ungeachtet der beglückende allerhöchste Besuch split und uuvollstl'iudig bekannt geworden war, beim Vorüberfahren von sämmtlichen Civil- und geistlichen Antoricaten, der Gemeindevertretung, der Schuljugend und einer zahlreichen Volksmenge auf das ehr-furchsvollste begrüßt. Die Hauser von Hollabrunn, wo Allerdöchstdie. ftlben um drei Viertel anf 3 Uhl Nachmittags emtra-. fe», waren freundlich decorirt- Se. M- wurden unter Gloctengelance und Pöllerschüssen empfangen, und ron einer zahlreichen Volksmenge mit lcbhafcem In-belruf begiüßt. Se. M. geruhte» die k. k. BezirkS-hauptmannschaft und das Bezirkecollegialgericht mit einem beglückenden Besuche zu beehren, und semen um >.<» Viertel über 3 Uhr Allerhöchstere Reise über Ieftelodorf »ach Znaim sort. — Am 7. d. haven, wie die „Cop. Ztg.-Corr." wissen will. die kaiserlich rnsslschen Truppen bei Fokschau die moldan'sche Grai,;e p<'.ssin, und si»d in die Walachei elnqelückt. ViS zum 26. d. wird die Vesepnng der Fürstcnlhümer vollständig auoge« fülirt sein. — Am 4. d. wurde in dir Catbedralkirche zu Odessa ein feierliches Tedeum zum Danke für den durch Sc. M. den Kalftr von Rußland der giiech. Kirche gewahrten Schul) gelesen. -" Die in Kronstadt bei Johann Gott erscheinende „Gazela de Transilvauia" ist '" Folge hohen Ministerial-Erlasses z»m Regiernngoblatte erhoben worden. ' Ein aus der „Kronstadler 3ty," in mehrere Wiener Blätter übergegangenes Gerücht, nach welchem russische Regimencer die Weichbildgranze von Kronstadt passiren sollten, ist völllg unbegiündet. — Unter den in der Moldau eingerückten Trnp-peu sind anch das 13. Iagerbataillon und ein Gar-de-Sappeur-Bataillon, welchen im Iabre 1828 St, Georgsfahueu, mit der Aufschrift: „Für Auszeichnung" bei der Belagerung mid Einnahme der F«-stnngen Va>-na und Anassa verliehen worden sind. — Mit den Trnppen sind auch mehrere Cioilingeuieure in den Fürstenlhümern angekommen, welchen die In» speccion des Straßen- und Vrückenwesens anvertraut wurde, nnd wird au Herstellung des schlechten Znstan» des dieser Commnnicacionsmittel bereitS tdatigst ge« arbeitet, da eine mangelhafte Beschaffenhclt der ' Straßen einen bedeutenden Einstuß aus die Bewe-gnng des Heeres haben müßte. — Hr. General von Dannenberg bnvohnt in Iassy das Kataknicenische Hans) sein Stab zühlc 12 Generale uud doppelt sc» viele Stabsoffiziere, die samnnlich in den besten Hau° sern gut bewirthet werden. Die Land» uud Scadt» bel>örden hatten den General bei «einer Ankuuft an den Gränzen des Weichbildes der Stadt empfangen. Am Geburcsfeste deö KaiscrS war in der Spirioion-kirche feierliches Tedenm, dem sämmtliche rnss. Gene. rale und Offiziere, alle Bojaren und eine große Volks« menge beiwohnten. — Aus den Donaufürstenthümern berichten Pri-vatbriefe von verschiedenem Dacum folgende Neuig» keiten: Omer Pascha läßt di? Donaulinie in sehr ausgedehntem Maßstabe in Vertbeldigungsstaud seyen. Ein besonderer, am 30. Juni von Constantinopel abgegangener Couricr, brachte die dazu nöthigen Befehle nach Schumla. — Die „Bukarester dentsche Ztg." wird bald wieder erscheinen, jedoch mnß sie ssch oen in Rußland bei HeranSgabe periodischer Zeitungen bestehe»den Vedingnngcn fugen. Die Unterdrückung dieses VlatleS erfolgte auf Befehl deS Fürsten Gortschakoff, wegen eines auf das Einrücken der Russen bezüglichen, zu Gunsten der Türkei geschriebenen Anfsalöcs. — Znm Commandanten in Varna ist Mu-st.ipha Pascha erwählt worden. — In Sllistria ist ein preußischer Ingenieuroffizier, als Instructor in cu>ki,chem Solde stehend, angekommen, der vom Se« l raokierale ,n Constancinopcl den Auftrag hat, die dem Omer Pa,cha anfgetragene Befestigung der Donau, llnie auf dlejem Punkte zu leiten. Die iu. den ersten Tagen des Monats Inni i>, Iassy eingerückten rnss. Truppen sind am >'l. Juli in das Innere des Landes nach Romoe weiter gezogen. — Uuter den Bibllotheken, die in ueuester Zeit bei den einzelnen hohrn k. k. Ministerien errichtet wurdeu, nimmt auch jene des k. f. Ministeriums für Cultus und Unterricht einen ehrenvollen Play ein. Dieselbe ist von Sr. Ercellenz dem Hrn. Minister Leo Grafen von Thun mit vieler Sorgfalt begründet worden. Durch officielle Znseudnugen uud namhafte Ge, schenke des Iu- und AuolaudeS, so wie auch durch eigene Anschaffungen der unentbehrlichsten Wcrke ist olcstlbe^ nunmehr bis auf 7000 Baude angewachsen. Sehr reichhaltig ist in derselben das Fach der Sprachwissenschaft, des Cultus und deS Unterrichtes vcrcrelen; iu lchcerer Beziehung bester sie eine bedeu-cende Anzahl legislativer uud statistisch. historischer Werke des Iu- und Anolandes, eine vollständige Sammlung der im polygloccen Oesterreich gebrauch' lichen Schulbücher, sehr alle und seltene Ausgaben pädagogischer Schriften, darunter auch die österreichi» scheu Schulbücher aus der Theresiaulschen und Jose« Phlnischen Zeit. Die ganze Bibliothek ist bere'itS in einem Zet» telcalalog auofülnlich beschrieben, und es n'ird nun» mehr auch an die Ausarbeitung eineS vollstancigen, nach Materien geordnecen Catalogs, dcr zum Amcs« gebrauche lithographirt werde» wi'0, geschritten. D« Geschäfte der Bibliothek werden durch emeu eigenen Bibliothekar besel't, dessen Scelle erst ',nlangst ">' Sr. k. k. apost. Majestät allergnäd.gst creirt wnroc, nnd dessen Veseyung deulnächst "^l^" ""^ ^ - Da die von dem der Innungsvorstände ga..z '"'"l^'''"'^,„^ussc bel teo GesellenvcrmögenS durch ^ " " ^,7a..0e herbel-einigen Innungen beklaa.enowerlve Ue^i Vtt4 geführt bat, indem nach den bestehenden Gesetzen die Meister für die Bezahlung der Aussagen der bei ihnen arbeitenden Gesellen verantwortlich sind, die Innnng für die Verpstegnng der kranken Gesellen, insoferne das Geselleuvermögcu nicht zureicht, zn haften haben, und bei der Fortdauer von Unregelmäßigkeiten die-selben ohne ihr Verschulden zn Ersayleissungen verbalten werden könnten, so hat sich der Magistrat veranlaßt gesehen, die sogleiche Aufhebung dieser unab' hangigen Gesellenverwaltuug bei jenen Innungen, bei welchen solche bestehen, zn verfügen, nnd es wurde den Herren Iunüiigsporständen unttr Einem aufgetragen, die VermögenSoerwaltung der Gesellen genau zu überwachen und die Gesellenanssageu möglichst zu con-trolliren. Zum Behufe der Ueberwachung des Gesellenvermögens haben in der Negel bei jeder Innung die Herren Vorstande einen Cassaschlüssel der Gesellcnlade zu übernehmen nnd sich zur Richtschnur zu uehmeu. das; vorerst die nothwendigen und ordentlichen Auslagen bestritten und erst dann Aushilfen ertheilt werden. — Di« znr Besichtigung der Semmeriuger Eisenbahnstrecke bestimmte Ministerialcommission geht nächster Tage nach Gloggnil); gleichzeitig wird eine zweice Commission zur Uebernahme der Inventars-Gegenstände der Gloggniner Pah,, bestellt werden. — Der pension, k. k. Oberst, Graf von Kara-csay, zeigt der nngarischen gelehrten Gesellschaft an. dafi er auf 'l Iabre in persische Dienste trat, um die dortigen Festnngen zu inspiciren und Generalstabsossi-ziere zn bilden, wobei er seine zahlreichen Dienstreisen, benül)en wird. um daS für Urmagyaren gehaltene bort wohnende Volk der Oniguren näher in Äugenschein zu nehmen, u»d die Richtigkeit oder Unrichtig^ keit dieser Annahine einer genauen Prüfung zn un? ttrziehen. — In Friaul scheint die ^Traubenkrankdeit allgemein verbreitet zu srin, jedoch in der leluen Zeit durch den Eintritt der günstigen Witterung abgenommen zu haben. — Der als vaterländischer Schriftsteller bekannte nnd seines trefflichen Charakters wege< höchst geachtete Professor am Gymnasium in Spalato, Herr Franz Pell er, ist in Cattaro an einem Schlagsiusse gestorben. — Die Gosling der orientalischen Frage ist in d,r That sehr geeignet, das Interesse jedes Öesterrei-chers in Ansprnch zu nehmen. Der Verkehr, in dem unser Land mic der Türkei steht, ist ron hohem Belange , und jede Störung deoselben müßte uus ansehnlich« Nachtheile bringe:,. Er macht nach elnem Berichte in der „Tr. Ztg." den achte», Tw»l uxsereo internationalen GesammtverkehrS ans. nr>d sci>wa,i^ sich von einem Werthe von 28.444,400 fl., den er im I. 184? einnahm, auf den Werth oou :l0.742.100 ft. im I. ^l8.^0 empor. Vorzüglich bilden alle Galtungen feiner und mitlelfeiner Webewaren aus Flachs und Hanf, Wolle, Baumwolle nnd Seide und aus gemischten Stoffen, dann Glas- und Sriegelfabri-kate, Papier, Holzware» lind ^edererzeugnisse wichtige Erporsarlikel, und der Landdandel sowohl, als die Schistfahlt, sind in gleicher Weise an dieser Handels-thatigkeic belheiligt. — Vor einigen Tagen ist i» Berlin ein Schreiben deS Herrn Barch, datirt ans Knka, der bekailn-tt» s^ailptstadt dcs Reiches Bornn, eingegangen, das freilich alt ist. nämlich vom 9. November v. I., jedoch ausführliche und zugleich sehr zufriedenstellende Nach-riMel, von dem Reisenden bringt. Derselbe berichtet, daß er eben aus dem Reiche Baghermi zurückgekehrt set, wie es scheint, also von einer zweiten dahin ge-machten Ercursio,,, und daß er sich zn einer zweiten großen und lepten Unteisnchnngsrelse nach Koara (Qnorra) oder dem nnteieu Niger voibereitet, dessen ilauf er wahrscheinlich bis znr Mündung in den Meerbusen von Beul» (Gnineaküste) verfolgen wird. Da die englische Regieruug, ill der Erwartung, daß d«e Erpeditivn den von Barth zeNt beabsichtigten Weg »ach den'. Koma einschlagen dürfte, bereits vor einiger Zeit ein kleines, eigens aufgerüstetes, eiseri^es Dampfboot an die Guincaküste z»r Anfüahme der Erpedilion gesandt und zugleich dem Führer des Bootes die Weisling qegeben hatte, einen Versuch mit der Auffahrt im Niger, so weit es irgend möglich sei, zu wagen, so ist Hoffnung vochanden, daß beide Erpedit'oueu sich auf ihren Wegen im Innern des Continents treffe: werden. Hiernach scheint Barth seinen frühern Plan. „ach Westen gegen Timbnctn rder nach Südosten „ach dem indischen Ocean vorzudringen, gänzlich anfgfgei)s,i z^ haben, indem er be-reitS im Jahre 1tt!l4 in Europa zn sein hofft. Von Dr. Vogels Nachsendung hane er „och keine Kunde. Die Gesnndheil kes Reisenden war vortrefflich; nach seinen Aeußerungen macht das Fieber jener tropischcu Gegenden, das Overwcg in ei., frühes Grab brachte, gar keinen Eindruck mehr auf seinen Körper. — Ans Stettin meldet man folgenden Gerichts-f.ill: Mitte vorigen Monats hat die 14jül)rige, kor-peilicb schwächliche Ottilie Hillmanu PulMacherarbei' te„ rveggetragen. Anf ihrem Heimwege nach u^-„iy legte sie daS dafür empfangene Geld, mit 1 Thlr. 16 Sgr., il, eine Pappschachtel. Dleß bemerkte der in der Nähe am Wege befindliche 43 einhalbjäh-rige, jedoch für sein Alter kräftige Knabe, Carl Guß. mann, Sohn eineS Tagearbmers aliS Schmargerow, und beschloß alsbald, sich jenes Geldes zu bemächtigen. Er schloß sich deßhalb an die Hillmann an uud begleitete sie, unter dem Vorgeben, ebeufaUs nach Lockn iy gehen zu müssen. Nachdem er sie ge« fragt, ob sie ihn kenne, u»d sie dieß vernemt hatte, gab er absichtlich falschlich vor, daß er Böhm heiße nnd ix Book wohne. Als er hierauf eine knrze Strecke Weges mit ihr gegangen war, blieb er einige Schritte zurück, stürzte alsdanu plöplich auf die H. los, warf sie zur Erde nieder, kniete ,hr auf den Leib, forderte von ihr die Herausgabe dcS Geldes uud stach sie, als sie dieß verweigerte, wiederholt mit einen, Messer dergestalt in den Hals, daß er ihr dadurch einige blntige HautverlelMigen znfügce, uud uur das dicke Tuch, welches das Madchen um den Hals gebunden, sie vor erheblicheren Beschädigungen schüfe. Die Hillmann erklärt hierauf aus Angst, daß sie ihm das Geld geben wolle, uud er stand deßhalb von ferneren Mißhandlungen ab, als sie aber aufgestanden war, ihren Entschluß äoderte uud eilig davon lanfen wollte, entriß er ihr die Pappschachtel, d,e sie in die Hand genommen, nahm das darin befindliche Geld herauö und entlief mit demselben. In vergangener Woche wnrde in der Sache vor der Abtheilung für Untersuchungen des hiesigen Kreisgerichls öffentlich verhandelt nnd dabei der vorstehende That-bestand vollständig festgestellt; auch ergab dic Ver» Handlung und die specielle Vernehmung des Augeklagten , welcher sich seines Unrechts uud der Straf-barkeit seiner Handlungs,veise vollkommen bewnßt gewesen war, so wie die Schlanhett uud Ueberlegnng. mit der er zu Werke gegangen, daß derselbe dabei mit Unteischeidungsvermögen gehandelt hatte, uud daS Gericht vernrcheilte ihn deßhalb mit Verücksichtignug seines Alters wegen Randes zn einjähriger Gefängnis; strafe. — Die verschiedenen Pensionen, welche die Königin von England im k!ause der leyten l2 Monate ans dem Fonde ter Civilliste bewilligte, macheu genau 1200 L. aus, und kamen N Personen zu Gute. Von diesen ist der Astronom Hind mit 200 L., der Geologen Mantel! mit 100 ^., die Witwe Sou-tbey's mit 200 L, der Physiker Ronalds, der Schriftsteller Richardson und die Schriftstellerin Costello mit je 7ö L., die Witwe Pugiu's, des Architect«», mit 100 L. jährlich bedacht. — Einer der ältesten Sec-Ofsiziere Englands, Admiral Sir (5. Bullen, ist in Shirley, bei Sout-hcnnpton aestorb^n. Er war einer von den wenigen Veteranen, die dei Trafalgar commandirt h.iben. Im Jahre 17(i7 gcboren, trat er schon als Junge von 10 Iahrcu in den Dienst der Flotte. Durch sein Absterben (er war Admiral der weißen Flagge) wird zu vielen Avancements Veranlassung gegeben. — In Amerika ist wieder ein nener Apparat zur Dampferzeugnng erfundeu. Statt Wasser innerhalb eines geschlossenen Kesselraumes in Dampf zu verwandeln, geschieht dieser Prozeß durch Auftröpfeln der Flüssigkeit auf glühend nhalcenes Metall. Es soll dadurch ein Maschiuenraum gewouneu und die Gefahr des in die Luft GesprengtwerdenS ziemlich beseitigt werden. Der Apparat muß ebenfalls ziemlich complicirt sein. Deutschland. Verlin, N, Juli. Die „Carlsrnher Ztg." veröffentlicht jeyt den Worrlant dcü mehrfach erwähnten köuigl. Armeebefehls wie folgt: Ein Erlaß des Bischofs von Trier, welcher auf den Bestimmungen eines päpstlichen Breve beruhe» soll. befiehlt bei Ehen gemischten Bekenntnisses dem evangelischen Bräutigam, in die Hände des Bischofs oder desjenigen seiner Pfarrer, den derselbe dazu de-signirt, einen E'd zu leisten, kraft dessen cr gelobt, seine Kinder der römisch-katholischen Kirche zu weihen. Bei Verweigerung dieser Forderung ist die Ehe vom römisch-katholischen Slandpuncce, unterlagt. Elfnllt er aber diese Forderung, so wird lhm zum lohn das Erscheinen vor dem Pfarrer an ungcweihtcm Orte »nd die Erklärung des Entschlusses, eme Ehe emge. hen zu wollen gestattet. die Einsegnung dieser Ehe aber dennoch verweigert. Dieß veranlaßt Mich, hierdnrch zu erklären, daß Ich jeden Ossicier Meiner Armee, der den geforderten, de» Mann wie das evangelische Bekenntniß entehrenden Schritt unternimmt, sogleich ans meinem Heeresdienst entlassen werde. Charlot-tenbnrg, den 1. Juni 18^3. (Gez.) Friedrich Wilhelm, (gegengezeichnet). Für den Kriegsminister: v. Wangenbein,. Wir kommen, schreibt die kaiserl. Wiener Ztg., anf dieses, in seinem Worllante und seiner Motioi-rnng noch überraschendere Actenstück, als es die b's' der darüber gegebenen Andeutungen ahnen ließen, zurück. S ch w e i;. Vern, 7. Juli. Von den Verhandlungen der am 4. d. zusammengetretenen BnndeSversammlung sind nur di« Wahlen von allgemeinem Interesse. D^ abtretende Präsident des N a t i o n al r Giornale di Rama" meldlt, l)U cr die Scclsorge mit vielem Ci'er und Nul)cn geübt; mit großem Fleiß >st er den Aemtern lines erzdischöfi'chen Rathes und ConsistorialoeisilMs obgelegen; als Capitulardomlierr n»d Pr0'Eynodal:Eram!nator hat cr sich in kirchli. chcn Functionen üichc nur glänzend hervorgethan, wndcrn lU'crdltsi »och selche beweise seiner Gelehr» stimkcit, Wüide, Klugheit ll»d SittenrcinDeit gegeben, daß seiue Wal)! zum Erzdischof der Dlmülzer Kirche der Bestätigung vollkommen würdig erscheint.« ^ r a n k r c l ch. Paris, 9. Juli. Nach einer in Vayonne ein» gelaugten telegrapl^schen Depesche steht die Ankunft der Königin Christme bevor, welche sich nach Paris begeben wird. Der Ministerpräsident iiersundi soll nach einer stürmischen Sil.;nng des Ministerrathes Ihrer Majestät der Königin seine Demission eingereicht habe»'- In den französischen Departements treten di< Präfecten mic großer Strenge gegen die Kornwucd<' rer auf. Im Elsaß wurde einer der thätigsten dieser Classe, der Israelit Moses Blum, verhaftet. ««,3 Im Museum deS Louvre sind die ägytischen Säle wieder eröffnet, und neue von Hru. Mariette eingeschickte Denkmäler aufgestellt worden. Besonders l werden einige Bronze, mehrere Basreliefs auS Holz und Elfenbein hcroorgehobeu. Einige der neu erworbenen Denkmäler reichen bis in die vierte und fünfte Dynastie, unter denen die Pyramiden von Gizeh er« banc wurden. Großbritannien und Irl»md London, l>. Juli. Im gestrigen Oberhaus erneuert der Marquis von Clauricarde die Anmeldung seiner Nrsolutionoauträge, die türkischen Angelegenheiten betreffend, auf Montag Abend. Im Unterhaule ersucht Lord Palmerston den Mr. Layard, zu erwägen, ob er nicht besser thäte, die auf Montag angemeldete Motion auf unbestimmte Zeit zu verschieben? Die Discussion, zu welcher der Antrag nothwendig führen müßte, würdelUngelegenheiten bereiten — denn cS konnten in derselbe» Worte fallen, die eine unuölhige Gereiztheit hervorrufen und dadurch den Bestrebungen zu Gunsten einer friedlichen Lösung hinderlich sein würden, nünen aber würde sie keinesfalls. Erstens sei es der Regierung unmöglich, offenere Mittheilungen zu machen, als sie bisher gemacht-Zweitens bedürfe die Legierung kaum eiuer ueuen Versicherung, das?, wenn unglücklicherweise Klieg nöthig würde, Parlament und Nation gnten MuthS der Re-giernng znr Seite stehen nud allen nöthigen Beistand leisten würden. Es bedürfe dazu keiner andern Ver-slcherung, als dasi sie inmitten eines britischen Paria-mentS sine. Auch eines Sporns zur Erfüllung ihrer Pssicht bedürfe Ihrer Majestät Regierung nicht. Wenn zwei so groste Staaten, wie England und Frankreich, von gemeinsamen Interessen geleitet, von dem vollkommensten, rückhaltlosesten gegenseitigen Vertrauen beseelt, eine gemeinsame Politik und ein gemeinsames Ziel verfolgen, könne es gewisi Niemanden in den Sinn kommen, die zeitweilige 'Nachsicht und die versöhnliche Haltung der Cabinete zwei so großer Nationen für Zaghaftigkeit oder Schwäche zn halten. Die Ehre und die Interessen Englands und Flankreichs seien in guter Hut. Hoffentlich werde daher Mr. Layard dem im Oberhaus gegebenen Beispiel folgen, und sich daranf verlasten, daß die Regierung im rechten Augenblick von selbst dem Parlament die vollständigsten Mittheilungen über die Lage der Sache machen werde. — Mr. Layard zieht daranf, mit Erlaubniß des Hanses. die Motion zurück, in d Hoffnung, Lord Palmerston werd« ihm erlauben, sie vorzubringen, sobald die Umstände cs gestatten. Prinz Albert liegt an den Maseru darnieder. Die „Ind. belge" vom 10. d. bringt folgende telegraphische Depeschen: London, Samstag Abends. DaS englische Cabinet ist über die türkische Frage noch immer uneinig. Lord Palmerston fahrt forr, auf ei»e kraftige n»d thätige Haltung zu dringen. Lord Aberdeen «st für versöhnliche Masniabmeu. Dennoch hat der Mmislerrath defimtiu beschlossen, daß der Einmarsch in die Fürstenthümer »icht als ei» Kriegsfall betrachtet werden soll. Man wird die nächsten Depeschen aus der Türkei abwarten. Bis dahin wlrd die Flotte außerhalb der Dardanellen bleiben, falls nicht der Schul) des SultauS besonders ihre Hilfe in Auspruch uimmt. In diesem Falle würde der englische Gesandte ermächtigt sein, dem Admiral DundaS die Befehle zu ertheilen, welche die Umstände erheische«, werdeu. Mit diesen Beschlüssen ist die französische Negieruug vollkommen einverstaudeu. London, Sonntag Morgens. Nach den leyten aus Constantiiwpel eingelangten Nachrichten ging daselbst das Gerücht, daß die russische Flotte Sevastopol verlas» habe. Ein türkischer Schnelldampfer ist ans dem Bosporus m.f Recognosciruug in'S Schwarze Meer, m,t franzosischen uud englischen Offizieren an Bord. abge.endet worden. Die Rückkehr dieses Schiffes wurde ängstlich erwartet. Die Gesandten haben erklärt, daft wenn es die Nachricht brachte, daß die nMche Flotte sich dem Bosporus nähere, die englische und französilche Flotte unmittelbar in die Dar danellen einlaufen würden, um sich dem Sultan zur Verfügung zu stellen. N u ß l a n d. St. Petersburg, 2. Juli. Die lchten Tagesbefehle im Milltarfache datireu von Krassnoje-Sselo. wo jept die Garde ihr gewöhnliches Sommerlager bezogen hat. Krassuoje-Sselo ist ein Kirchdorf, zwischen Zarskoje-Sselo und Peterhof gelegen, und dicut schon seit Jahren zum Mittelpuncte des dort alljährlich aufgeschlagenen Lagers des GardecorpS. Wahrend der Lagerzeit residiren Se. Maj. der Kaiser und die kaiserl. Familie gewöhüüch in Peterhof, nachdem sie die erste Sommerzeit in Zarskoje-Sselo zugebracht haben. Von Peterhof ist das Lager schnell zu erreichen, und es ist vorgekommen, dasi der Kaiser mitten in der Nacht, ohne vorher seine Absicht irgend wie zu erkennen gegeben zu haben, von Peterhof nach Krassnoje-Sselo aufgebrochen ist, plöplich im Lager Alarm schlagen lasse«, um sich so zu überzeugen, ob dle Wachsamkeit und Schnelligkeit der Truppen der Art sel, einem uuvorhergeseheueu Befehle schnell und prompt nachkommen zu können. Für die Schuelligkeit und Ordnung, mlt der mel). rere Duppemheile, aus Twer die 7. leichte Cavallerie-Division und die 7. reitende Artillerie-Brigade, aus Moskau die 17. Infantelle-Division mit der El>en-bahu nach St. Petersburg und dessen Umgegend re-földert wordeu sind, sprlchc Se. Maj. der Kaiser m einem Tagesbefehle, dalirt von Pecechof deu 20. ^uul, seme volle Zufriedenheit aus. Dle Armee, die augenblicklich in dem Umkreis der Residenzstadt zn,ammen-gezogen ist, mag sich auf mehr als 100.000 Mann belaufen. Aus Kischenew langte am 30. v. M. der General- > Adjutant Graf Rshewuösky wieder hier an. ^ags zll-vor reiste der General «Aojnlaut Annenkow "- nach Moskau ab. Osmanisches Neich. Smyrna, li. Juli. Seit dcr vergangenen Woche wurden d,c Nach,uchn»gen znr Halchastwerdmig der Mörder des österreichischen Officierö eisl'B so"' geseyt, allein ohne Erfolg, da d.e TlMer e'tt»1")en sind. Es fanden mehrere Verhaftungen von «5"»" 'l Ilngen Statt, die man der Theilnahme bei dem Attentat verdächtig hitlc; bei genauer Uncer,uchnug indessen stellte sich ihre Unschuld (^ hciaus, ««d li wurden freigegebeu. Der hiesige Gourer»ellr, ^ll Pascha, gegen den in Coustaxtmopel öst.'lriich>!chcht ^olge. geleistet, während man von Scice der Amerikaner si^ch über ihu beklagte, daß er sich der Verhaftung Koßca's nicht widcrseyc oder ihn nicht rrclamitt habe, ist ,el-ues Postens entseyc worden. Au ftiüe Stelle wurde Ismail Pascha ernannt. Ismail Pascha ist ein Grieche von Gebnrt, und stammt von hier, >ro er mehrere. Verwandte hat. Er hat seine E>zieh>u'g in Europa (Frankreich) genossen, wo er auf Kosten des tiuki. scheu Gouvernements znm Arzt ausgebildet wurde. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Director der me-^ dicmlschen Schule des Galata-Serails eruannt, seiner Stelle enthoben, spacer aufs 'N'ene eingeseyt, und end« llch uach dem Brande dieser Anstalt in den Staats-rath berufen. Seit seinem Uebertrilte zmn Islam ist I. P. «vollständig Türke geworden, und will von seiner griechischen Abstammung nichts mehr wisseu. Seine Ernennung zum Gouverneur dieser Stadt langte am 2. d. hier au. An demselben Tage er» hielt der Commandant der amerikanischen Corvette „St- Lewis" oon der Gesandtschaft i,i Constaucino-pel den Befehl, sich mit Güte oder Gewalt i» den Besii) Koßta'S zu se>)en , da sich Papiere vorgefunden hätten, welchen zn Folge K. allen Anspruch auf das amerikanische Villgerrecht habe. Der Comman-dauc der Corretle theilte dein Conmiandanten der österr. Vrigg „Hußar" seine Ordre mit, ersuchte ihn lim Herausgabe ocö Gefangenen, und fügte hinzu, daß er gesonnen sei, sich mit Gewalt der Waffen in Besil) Koßta'S zu seyen, falls er ihm bis Nachmittags 4 Uhr nicht freiwillig aufgeliefert würde. Der Commandant des „Hußar" erwiederte hierauf, er habe den Gefangenen oom österr. Generalconsulate erhalten, und nur diesem könne er ihn überliefern, übrigens sei er auf alle Eventualitäten gefaßt. Dem Cousulat schickte er die Abschrift seiues Briefes eiu. Inzwischen wurden auf beideu Schiffen, sowie auf der dsterr. Goelette, die sich hier befindet, die Geschüpe in Bereitschaft gesept, und die Mannschaften unter die Waffeu gerufen. Die Goelelte lichtete die Anker, und lavirte im Hafen herum, so daß bei einem Kampfe die Corvette zwischen zwei Feuer gekommen sem würde. Alles war in höchster Spannung. Je näher der Termin heranrückte, desto unruhiger wur-deu die Gemüther, da ein Kampf dreier Kriegsschiffe jedenfalls bedeutenden Schaden in der Stadt anzurichten vermochte. Der königlich preußische Consul Spiegclldal begab sich gegen Mittag zum Gouverneur, prolestirte bei ihm, als der competenten Behörde, gegen alle Feindseligkeiten in einem neutralen Hafen, ersuchte ihn, mit Hilfe der hier staciomrten türkischen Corvette uud der Laudbatterien einzuschrei' Mi, und den Parteien zn erklären, daß er auf das Schiff fenern lassen werde, welches den ersten Schuß thäte, uud machte ihn endlich verantwortlich für allen und jeden Schaden, der in Folge cineS Kampfes dem Consulate uud seinen Schuybsfohleueu zugefügt werden wurde. Inzwischen gingen die Unterhandlungen fort, und beide Parteieu einigten sich kurz vor Ablauf deS gestellten Termines dahin, daß Kosita dem hiesigen ftanzvsischen Generalconsulare übergeben werden solle, dessen Vertreter, Herr Pichon, sich verpflichtete, den Gefangeneu vorläufig iu Gewahrsam zu uehmen, »nd ihu später derjenigen Partei zu überliefern, welche gerechte Ansprüche a»f ihn habe. Nachdem der Tractat uuterzeichuef, zog die Goelette ihre Segel ein, und legte sich wieder vor Anker. Koßta, am linken Arm und Fuß gefesselt, wurde m e," Ca« not gebracht, neben ihm standen 2 bewaffnete Nol« daten, und anßer den Ruderern befanden sich m demselben ein österr. Ossicier und der österr. Postdirec-cor, Herr Fllipnzzi. An der Belle vue wurde g.lan-det, und von dort brachte man den Gefangenen ,n daS nahegelegene französische Hospital, woselbst ein Zimmer für ihn bereit war, und er von dem franzd' sischeil Consnlnt in Empfang genommen wurde. E. Wal-cher, von seiner Mission in Betreff dieser Angelegen» heit an Bord eineS türkischen Kriegsdampfers nnd in Begleitnug eines eigens gesandten türkischen Com. missärs Hieher zurück. VlS zu diesem Augeublicke ist noch nichts entschieden, und Koßta befindet sich nnter Bewachung im franz. Hospitale. Am österreichischen Geueralconsnlate bemerkte man Abends eine Abtheilung Marincsoldaten z„ dessen Bewachnug. Am 4. ! d. wurde daS Fest der UnabhängigkeitSeskläruug Amerika's gefeiert, alle Consulate hatten geflaggt. Die amerikanische Corvette war vollständig bewimpelt. Die österr. Vrigg hatte die amerikaoische Flagge anf« gezogen. Mittags lösten beide genannte Schiffe eine Salve von 21 Kanonenschüssen, die vom Fore erwie» ! dert wurden. (Tricstcr Ztg.) A m e r i k n. 3tew-?jork, 2.'». Inni. Seit 8 Tagen eine Hil)e z»m Verzweifeln; man zählt 70 Todesfälle iu Folge von Sonnenstichen (37 an einem Tage) und oou Philadelphia kommen ahuliche Berichte; dort fielen auch bereils mehr als 20 Personen als Opfer < der Hipe. Wer nicht hinans muß, verschließt sich in der Stube nud alle Geschäfte stocken. Der Präsident , war auch sehr leidend, ist jedoch wieder vollkommen hergestellt und wurde in den leluen Tagen viel mit dem berühmten engl. Geologen Cl). Lyell zusammen gescheu, dem er die iuleressanttsten Punkte in der Umgebung von Washington zeigt. Vo» Lima sind 20l) Demsche anfgrbrochen, um ! unter der Leitung eines Negierungsbeamten im östl. Pern, am Amazonenstrom eine Colonie zu qründen. Für die Communicationeu auf dem Flusse sind von der Regierung 2 Dampfer bcstellt, wodurch die AuS-I sichten der neuen Colonien bedeutend gehoben werden. Trlcg rnphischc Dcp csch e vom Ministcriallatl) Böhm in Brunn an Se. Excellenz den Herrn Minister dcs Innern in Wirn. Vriinn, <4. Juli. Se. k. k. apossol. Majestät siud nm 4 Uhr Morgens nach ProßnK) abgereist. Telegraphische Depesche vom Statthalter von Böhmen an Se. Ercellcnz den Herrn Minister des Innern in Wien. Prass. 14, Juli. Se. kaiserl. Hoheit der dnrch-lauchtigste Herr Erzherzog Ludwig ist, von Reichsstadt kommend, mit dem Dresdner Inge beute halb .'! Uhr Früh in Prag eingelangt und hat mit demselben Zuge die Reise nach Wien fortgeseyt. Telegraphische Depeschen. — London, 13. Juli. In der heutigen Ober« baussilmng erklärte Lord Clarendon: die Anwesenheit der Flotte m der Besika-Bal nnd die Besenuna der Fürstenthümer haben Nichts mit einandll gemein Wir werden nicht die Entfernung der ersteren und die Ränmung der letzteren von einandcr abhängen lassen Prinz Albert's Krankheit uimmt einen regelmäßigen Verlauf. Baldige Wiederherstellung ist zu erwarten. — Vumbay, 20. Juni. (Ueberlandpost.) Die b>rmani,chen Abgeordneten verweigerten die Unter, zeichnuug des Friedenevenrages und kehrten nach Aoa znrück. — Alexandrien, 7. Juli. 22.000 Manu si»d z»r Einschiffung bereit; andere 13.000 sollen folgen. Locales. Laiback, t« I"li- Bei dein am 10. d. Morgens vo» Laibach al" gegangeneu Eisenbahuznge hat sich zwischen de» Sta» tionen Laase uud Kresnnl) der Fall ergeben, da st e», Conducccnr, seiner Vorschrift gemäst auf dem'vlaleal, der ihm zugewiesenen Waggons stehend, in Folge oer herrschenden Sonneuhipe von e«»em plöl'l.che« l«>' wohlsein derart ergriffen wurde, dast er best"'"'"«^^ herabstürzte nnd anf den Schiene" l«ege» ^.^.^ gleich der Zug in volle.,, La.'fe "'" ' ""^,„ „ mit nnglückte sich „icht z« rege., l'ermo^e, einigen leichten Verlepunge" taro». O«« Feuilleton. Zur vaterlandischen Kunststeschichte. Lebe,, deb Julius (^lovio. (Hin Beitrag zur slavische» Kunstgsschichtc von Ivan knlluijevie Sakcinsli. ">) Agram, bei Euppan 185« gr. 8. S. 7, geistigem Stre-den und iln Ganzen doch so arm an ausgezeichneten Erscheinungen im Gebiete der Literatur, weckte unter unsern kroatischcn Nachbarn manches glühende, von Vaterlandsliebe begeisterte Talent, dem die Ge-schichte der Heimat, der Nuhm der Väter und die Thaten, welche davon Kunde geben, wichtig und heilig sind. Der Verein für südslavische Geschichte in Agram leistet bereits in seiner Gesammthut Ausgezeichnetes, und hinter dem vereinten Streben bleibt das der einzelnen Mitglieder nichts wenige,- als zurück Herr kukuljeviö, rühmlichst bekannt a!s Literal und ernster Geschichtsior,cher, stellte sich unter Ander» auch die Sveoalaufgabe, die Materialien einer slavischen Kunstgeschichte zu sammeln, und aus selben eine Ehrcnhalle zu bau>n, w»lcbe insbesondere so viele seiner halb und ganz vergessenen würdigen Ll!Ndsl>'l!tc, als Künstler zum Theil unter ganz andern Nnnen unter andern Völkern hockgefeiert verdienen. Weile Reisen, nicht nur bloß durch die von Slaven bewohnten Lander, sondern insbesondere durch Italien, wo slavische Bildhauer, Maler und Achitcktcn wirkten und schufen, ausgebreitete histori« sche Kenntnisse, emsiges Studium der Plastik in allen ihren Formen und Zeitaltern, verschafften Hrn. kuku!.zV'viö bereits einen seltenen illeichthum des Stoffes — die innigste Liebe für das Volk, dem er entstammt — gab ihm die Weihe, in diesem Fache Gediegenes und Gutes zu liefern. Als Probe seiner Leistungen liegt uns hier die treffliche Biographie des größten Miniaturmalers im l6. Jahrhunderte, des unsterblichen G. Julius (^lavio vor, der, was wohl seine Zeitgenossen wußt ten, aber die Nachwelt nur zu leicht vergaß, even ein Südslave war. Auf den Nuhm ^luvin'», als Künstler, machen wir, außer dem Urtheile seines Biographen Laglioill.» koman", nur aufmerksam auf die Aussprüche seiner Zeitgenossen, vmi denen ihn Peter I^m»x/s>, „II ^VIiialiilc« nennt. Auf die Worle V^ar-i'»: »Wtder gab es bis jetzt, noch dürste es in der Folge viele Zeitalter hindurch einen so seltsamen und ausgezeichneten Miniaturmaler geben, als Don <3iullu lülovio war." > Alls die Namen: 1' unico, inai-avitzüngo piccolo Hlicl,o! ^,nßl,'lo, zirincipt: v«5 a^couiN^ l^ial to I'iti»!! ant! ie gewandte und geschmeidige Uebersetzmig deö illyrischen T»xteS in das Deutsche von !Vt ? (wenn wir nicht irren, vom Herrn ?er!tbe, das Porträt Olavio'z, Stiä) von Hockbaum, macl,t mit den schönen, würde^ vollen Gesicht5zü.,en des uoflerblichrn Künstlers be tannt, dessen Leben und Schöpfungen in gedrängte, ster Kürze auS dem vorliegenoc" Werke wir hi.r der Ltsewllt mittheilen wollen. «) Vrschim im Jänner l. I. in der Grazer Zeitung. Clovio wurde 1^98 in c^^igiu», einem Dorf' chen des kroatischen Küstenlandes, im Knodoler Be. zirke, in der einstigen Diöcese Modrusch, zwischen Dakaraö und Ili-idil, auf ehemals Graf Frange. pan'schen Gebiete geboren. Seine Vorfahren dürften vielleicht als Uskoken aus Bosnien eingewandert sein und einer der vielen Familien (^civioiö oder l^lcivnn angehört haben, deren Namen die Watschen in (^lovio, so wie den des Geburtsortes in 6ll«c)li26 nach Rom, wo er im Hause des Cardinals l^unl-enric) «üunipt'ßZio arbeitete, wurde bei der Erstürmung der Stadt dulch Carl von Bourbon 1527 gefangen und trat, erst nach einigen Monaten wieder befreit, in Folge eines Gelübdes für seine Rettung, in das Kloster 3alic,t I5ul>l5 in Hlantna, wo er, vielleicht zur Erinnerung an seinen Freund (^inlio 15,i Bekanntschaft, arbeitete rastlos im Hause des Cardinals (^i-imaln in l^rugssia, an einer Neihc von Kunststücken, deren eines der drei Gemälde zur Erklärung der Epistel pauli an die Römer, nun zu London in der Bibliothek dcö Museums zu Saon, vom Herzoge von Bukingham mit »000 Guinrcn bezahlt wurde. Die meisten seiner Prachtarbeiten aus jener Zeit sind in England, Ein Meßbuch, in der Biblio thek des Lord Tmvulai, von (Üovio, mit sechs Illustrationen ausgestattet, wurde mit 400 Gmneen bezahlt. Seine Bilder zu den Gedichten l'c'is.'lsku'g sind der schönste Schmuck der reichen Familie Tri> vutzl in Mailand. »540 schied (Slavic, von (^sirnani u"d szinq wieder nach 'liom, wo er !3-l2 für Papst ?aul Hl. ein lateinisches Psalmbuch mit Minia» lurei, schmückte, in de»cn cr den Styl Raphael's und Michel Angelo's verschmolz (jetzt m der Bibliothek des I^ouvi-e). >5-l6 illuminirte er für den Cardinal I''2l-ne5« ein Meßbuch, o^,s iher Zeit erfreute sich unser Kunst, ler ti^er vorzüglichen Schülerin, über deren zarte St.lluiig zu ihm nur wenig., über Dero Name gar nichts bekannt ist, als oaß sie nach Gain's Angade uilUeicht auch Slavic» geheißen und vermutlich eine Verwandte des damals in Nom lebendtn gelehrten Oamberger Christof (^lovio w>,r. Wenigstms gewiß »st es, daß sic cine D>utsche gewesen, (Schluß folgt.) M i s c e l l e n. (Vine zum zweiten Male Gestorbene) In Salzburg starb am 26. v. M., im dortige" Leprosenhause die Bürgerspitalspfründnerin A. Preis im 9l. Lebensjahre zum — zweiten Male. I" ihrem lli. Jahre war sie so schwer krank, daß si< kein Lebenszeichen mehr von sich gab, und als vel« meintliche Todte von den Spilaldiencrn in die Lei< chenkammer und in die Todtenlruhc gebracht wurde, wo sie, nach einiger Zeit aufwachend, alle Kräfte zusammenraffte, aus dem Sarge stieg und sich nach dem Krankenzimmer, wo sie gelegen, begab. Die anwesenden Kranken und damaligen Krc.nkenwartt> rinnen erschrecken nicht wenig beim Anblicke del Todtgcglaubten und vermeinten ihren Geist uni' gehen zu sehcn. Nachdem jedoch die Niederer« standene zu sprechen begann, und sich wieder in einel der leeren Krankenbetten legte, so haben sich die i^ Krankenzimmer Befindlichen überzeugt, daß die El< scdienene leibhaftig die zum Leben wieder el' wachte A. Preis sei. ^Das Gehirn groHer Männer) ist, ,vic uns die Anatomen versichern, schwerer, als bei Ie< nen, denen die gütige Natur mit dem sorqenbc freienden Geschenke der Dummheit zugleich die A"' weisung auf sicheres Erdenglück gab. Darum fall«" auch die großen Männer im politischen und soli.'l^ Leben so o,t mit ihrem Kopfe vo» einer Seils ^ die andere, und meistens, wie Talleyrand, auf 5" Seile des a,utc„ Erfolges. Erfolg und Nuhm si"^ wie die siamesisch.,, ZwiUmge aneinander a,ewachsc", wobei da5 Streben in seinem Werth und seiner moralischen Würde oft genug nicht sorgsam abg/woglN ' wird. Heut zu Tage will man überall große Män-ner, und besonders nach ihrem Tode wird eine Kul^ ihrer Größe stets erwünscht. Die Amerikaner babe« deßhalb zuerst das Gehirn des verstorbenen Eiaat?' secrclärs Daniel Webster abgewogen, und man fanv bei einem halben Loth genau, wie groß dilser Gei^ war. Seitdem können es die ansehnlicheren Fam!' lien Nordamerika's, wenn ihnen ein Oberhaupt stirl't, kaum erwarten, sein Gehirn auf dem Wagttlll'l zu sehen. „Das Gehirn von Amos Lawrence war üM zwei Unzen schwerer, als daS von Daniel Wcbstrr," heißt auf amerikanisch : »Lawrence war um zwei lln» zen geistreicher, freiheitsliebender, wisseüschafüichcr und nachruhmswürdiger." Ein „amerikanischer PIl>> tarch" wird künftig wie das Fleischeinkaufbü.liel einel Köchin aussehen; z. B „Washington, 8 Pfund 14'/^ Loth — Lafayette a Psxnd 9 Loll,; Fr.inkliü 8 Pfund l l Loll); Jefferson scb e n Ku >i st' cabinetcs alismettsam, waches im stä„d,schcn Redout e n sa a l e dem Besuche ^öffnet wird. Gleichzeitig wird dort ei" S 0 n n e » ''.'l irr 0 sk 0 P aulqestellt, welches in gleicher Weise unterhaltend und belehrend oie Besucher vollkl)!>nn/n zufrirdcl' stellen wird. Nir hatte» Ge!eg>-iU)e,t, die ehren» den Zeugnisse, oie dem Besitzer, Herrn ü l" dorser, in allen großen Släclcn Cuppa's. sl>' wie in ?lord- und Südamerika lc., von ho^qlstcl!' ten Personen und öffentlichen Allloiilälr,, alisa/st>llt wurden, zu les«n, ll»d fail^i, überall die oollste Zll' friedenheit und das verdienteste Lob auSgesprocheli« Oß steht demnach mit Sicherheit zu elwa,t.n, daß ri ses Kunstcabinet auch hier d.s allgemeinen Be>' falleh sich erfreuen wird. um so medr, da der E>"' tritttzpstis auf nur >H kr. czcsstzt ist. Druck und Verlag von I. v. Kleinmanr und zf. Bamber« in Laidach. Veranrworcliche Herausgeber und Redacteure: I. v. Mleinmanr und F. '5-amberg'