Bezugspreise Für Gstereichr-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2- — Für Amerika: ganzjährig D. 1 '25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5 • 20 Briese ohne Unterschrift werben nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. KsIWer Mk am 4. und 19. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „IDcmbennappe' eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Vermattung des Hottschecr Boten in (Sottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Hottscheer Boten in Gottschee. Anzeigen (Jr.jerate; werden nach Tarif berechnet und von der 23er» roaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott» scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul» gaffe Nr. 75. Ar. 15. Kottschee, am 4. August 1910. Jahrgang VII. Zur Aeachtung! Der Ar. 14 vom 19. Juki wurde ein Erlagschein öeigekegt für diejenigen Abnehmer, welche den Bezugspreis noch nicht bezahlt haben. Wer dies schon getan hat, möge den Scheck für das nächstemal aufvewahren. Die Verwaltung. Hauptversammlung des Gottscheer Lauernliundes in Alltag. Die diesjährige Hauptversammlung des Gottscheer Bauernbundes sand am 24. v. M. in Altlag statt. An derselben nahmen nicht nur die Bundesmitglieder und Gesinnungsgenossen aus Altlag und Umgebung teil, sondern auch nicht wenige Parteigenossen aus den Pfarren Ebental, Mittervorf, Gottschee, Mosel u. a. Die von außen auf einer Reihe von Wagen eingetroffenen Teilnehmer zogen unter dem klingenden Spiele der wackeren Alllager Musikkapelle durch die Ortschaft, deren Häuser vielfach Flaggenschmuck trugen, zum Versammlungsorte, dem mit Fahnen, Fähnchen, Lampions usw. sehr geschmackvoll geschmückten Gastgarten (Veranda) des Herrn Johann Sami de. Um halb 4 Uhr nachmittags eröffnete der Vorsitzende Obmannstellvertreter Herr Georg Petsche die Versammlung und begrüßte die Erschienenen aufs herzlichste. Die zahlreiche Beteiligung sei ein Beweis, daß der Gottscheer Bauernbund und seine Tätigkeit voll anerkannt werde. Der Bauernbund, der mit Genugtuung auf die Gründung der Raiffeiseukassen und der Viehzuchtgenossenschaften Hinweisen könne, werde auch in Hinkunft ruhig und unerschrocken weiter arbeiten zum Wohle unseres heimatlichen Bauernstandes; er werde dabei unserem Herrgott und unserem deutschen Volke feste Treue halten. Hoch lebe das Gottfcheerlanb! Heit seinem deutschen Bauernstand! Namens der Altlager Gesinnungsgenossen richtete Herr Georg Eppich Worte warmer, herzlicher Begrüßung an die Versammlung und dankte insbesondere den auswärtigen Festgästen für ihr zahlreiches Erscheinen. Hierauf erstattete der Bundesschriftführer Herr Schulrat Josef Ob erg füll ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Bauernbundes seit der letzten Hauptversammlung im Juli 1909. Wir veröffentlichen den Wortlaut dieses Jahresberichtes, der beifällig zur Kenntnis genommen wurde, an anderer Stelle. Sohin trug der Bundeskassier Herr Anton Kresse den Kassabericht vor, der ebenfalls genehmigt wurde. Die Einnahmen betrugen im Jahre 1909 K 639 80, die Ausgaben K 479. Der Kassastand am Schluffe des vorigen Jahres belief sich somit aus K 60'80. Zu Rechnungsprüfern wurden stimmeneinhellig durch Zuruf gewählt die Herren Matthias Perz von Kostern, Josef Fink von Schalkendorf und Georg Hutter von Seele. Da die Funktionsperiode (drei Jahre) des Vorstandes und Ausschusses zu Ende war, wurden Neuwahlen vorgenommen. Auf Antrag des hochw. Herrn Pfarrers Josef Eppich wurden folgende Herren einhellig durch Zuruf in den Vorstand und Ausschuß gewählt: Georg Petsche, Obmann; Johann Kump, erster Obmannstellvertreter; Georg Eppich, zweiter Obmannstellvertreter; dann die Herren Dechant Ferdinand Erker, Gemeindevorsteher Georg Högler in Setjch, Johann Kickei in Altlag, Anton Kresse in Schalkendorf, Andreas Meditz in Büchel, Schulrat Josef Ober-gföll und Ferdinand Wittine in Rieg als Ausschußmitglieder; als Ersatzmänner die Herren: Josef Flack in Seele, Gemeindevorsteher I. Grill in Pöllandl, Johann Händler in Morobitz, Johann Kickel in Langenton, Johann Ruppe in Unterlag. Alois Sami de in Malgern, Matthias S amida in Tschermoschnitz. Dem bisherigen Bundesobmann Herrn Franz Kropf, der eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde für seine dreijährige ersprießliche Tätigkeit der beste Dank des Bundes ausgedrückt, wobei Herr Pfarrer Eppich insbesondere auf die sehr anerkennenswerten Dienste hinwies, die Herr Kropf im denkwürdigen Jahre 1907 durch sein mutvolles, unerschrockenes Auftreten dem Bunde und der christlich-sozialen Sache in Gottschee geleistet hatte. Der neugewählte Bundesobmann Herr Georg Petsche dankte, zugleich auch im Namen der übrigen Gewählten, herzlich für das geschenkte Vertrauen. Der neugewählte Vorstand und Ausschuß gelobe, in strammer Einigkeit und festem Zusammenhalten auch fernerhin treu und gewissenhaft seine Pflicht zu erfüllen und für die Sache des Bundes jederzeit einzutrelen und einzustehen. (Heilrufe auf den Bundesobmann.) Nach einer kurzen Panse bestieg Hochw. Herr Pfarrer August Schauer die Rednertribüne, um auf den unvergeßlichen Führer der christlichsozialen Partei Dr. Lueger eine Gedenkrede zu halten. Was Pfarrer Schauer in seiner oft von lautem Beifalle und zustimmenden Zurufen begleiteten Rede bot, überstieg alle Erwartungen und verdient als Glanzpunkt des Versainmlungsfestes bezeichnet zu werden. Wir sahen so manches Auge nicht bloß von Frauen, sondern auch von Männern sich vor Rührung feuchten. Der Herr Redner, der Dr. Lueger, den großen Sohn des Vaterlandes, als Christen, Deutschen, Österreicher und Volksmann in zündenden, zum Herzen sprechenden Worten feierte (wobei mitunter in trefflicher Weise auch heimatliche Verhältnisse gestreift wurden), wurde allseits stürmisch beglückwünscht. Die gehobene Stimmung, in die sich die Versammlung versetzt fühlte, fand dadurch ihren würdigen Ausdruck, daß von den Festteilnehmern stehend und entblößten Hauptes die Volkshymne gesungen wurde. (Wir werden die Gedenkrede auf Dr. Lueger demnächst zum Abdruck bringen. Anm. d. Schriftl.) Als Ort für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Rieg, eventuell Schalkendorf bestimmt. Unter allgemeiner begeisterter Zustimmung wurde beschlossen, an Se. Exzellenz Dr. Geh mann folgende drahtliche Vertrauenskundgebung zu senden: „Indem die in Altlag tagende Hauptver- sammlung des Gottscheer Bauernbundes die Versuche gewisser Verräter, die christlichsoziale Partei durch die verwerflichsten Mittel zu schädigen, auf das entschiedenste verurteilt, spricht sie Eurer Exzellenz und den altbewährten Führern des christlichdeutschen Volkes das vollste Vertrauen aus. Des Volkes Dank und Anerkennung möge einigermaßen Entschädigung bieten für alle Bitternis, die Eurer Exzellenz durch verlogene und verleumderische Niedertracht bereitet wurde." Ebenso begeisterte Zustimmung fand der weitere Antrag, an Se. Exzellenz den Herrn Handelsminister Dr. Weiskirchner folgende drahtliche Dankeskundgebung gelangen zu lassen: „Der Gottscheer Bauernbund unterbreitet Eurer Exzellenz den Ausdruck des tiefstgefühlten, ergebensten Dankes dafür, daß Eure Exzellenz die Gewogenheit hatten, die Hausierer des Gottscheer Gebietes von dem für die Reichshauptstadt erlassenen Hausierverbote auszunehmen, wodurch deren Existenz gesichert bleibt und wirksam verhindert wird, daß nicht neuerdings viele unserer Landsleute wegen der Erwerbsarmut in der Heimat gezwungen werden, nach Amerika auszuwandern." Hochw. Herr Pfarrer Anton Kr ein er, der hierauf das Wort ergriff, gab der Erwartung und dem Wunsche Ausdruck, es möge durch die angestrebte wirtschaftliche Hebung des Ländchens, ins« besonders durch die Tätigkeit der neugegründeten Viehzuchtgenossenschaften, allmählich dahin gebracht werden, daß es der Gottscheer Familienvater in den meisten Gegenden unseres Ländchens nicht mehr notwendig habe, in die weile Welt hinausziehen und draußen, ferne von der Familie, sein Brot verdienen zu müssen. Obmann-Stellvertreter Herr Johann Kump wies auf die Bedeutung der Presse für die allgemeine und insbesonders für die wirtschaftliche Belehrung des Bauernstandes hin. In den Vereinigten Staaten Amerikas habe jeder Bauer (Farmer) sein Blatt in der Tasche und die hiedurch bewirkte gute Orientierung über das ganze Wirtschaftsleben habe nicht wenig beigetragen, daß es die Farmer nun verstanden hätten, ihre wirtschaftliche Lage zu heben undju verbessern. Es sei zu begrüßen, daß der „Bote" jetzt auch häusig über wirtschaftliche Fragen interessante und belehrende Aufsätze bringe. Jeder Landsmann, dem es die Verhältnisse gestatteten, sollte dieses beliebte heimatliche Blatt halten. Zur besseren Ausgestaltung unserer Organisation sei die Mitarbeit der heimischen Presse unentbehrlich. Es wäre wünschenswert, daß der' „Bote", der in keinem Gottscheer Hause fehlen sollte, in die Lage käme, allwöchentlich zu erscheinen. Obmann-Stellvertreter Herr Georg Eppich sprach schließlich sämtlichen Rednern den herzlichsten Dank aus für ihre Bemühungen. Wärmster Dank gebühre auch allen jenen, die im Bauernbunde, im Verständigungsausschusse und in den wirtschaftlichen Organisationen mit Eifer und Hingebung für das Wohl der Heimat gearbeitet haben. Die Mitglieder des Bauernbundes mögen auch künftighin im Interesse der guten Sache stets treu und fest Zusammenhalten und in ihrem Eifer nicht Nachlassen. Immer und stets voran marschieren, nie Zurückbleiben, das müsse das Losungswort des Bundes sein. — Die Pausen zwischen den Reden wurden in angenehmster Weise durch die wohlgelungenen Darbietungen der Altlager Musikkapelle ausgefüllt, die mit großem Beifall entgegengenommen wurden. Herrn Samide aber gebührt nicht allein alles Lob als Kapellmeister, sondern auch als Gastwirt. Küche und Keller leisteten Vorzügliches und alle Teilnehmer waren mit dem Gebotenen vollkommen zufrieden. Die Teilnehmer verließen die Versammlung mit dem Eindrücke, daß der Bauernbund gut geleitet wird und für die Heimat sozusagen unentbehrlich geworden ist, und mit dem Wunsche, der Bund möge immer mehr erstarken und immer mehr Landsleute in seinem Kreise vereinigen. Jahresbericht des Gottscheer Bauernbundes. (Erstattet in der Hauptversammlung des Bauernbundes am 24. Juli 1910 in Altlag.) Sehr geehrte Anwesende! Es ist heuer das dritte Mal, daß wir zusammentreten, um uns darüber Rechenschaft zu geben, was der Bauernbund und die von ihm ins Leben gerufenen Organisationen geleistet, was die christlichsoziale Partei in Gotlschee erstrebt, erreicht und erlebt hat. Der Gottscheer Bauernbund hat bekanntlich ein doppeltes Gepräge; er ist ein politischer Verein, verfolgt aber, und zwar hauptsächlich durch Gründung und Förderung bäuerlicher Organisationen, auch wirtschaftliche Zwecke. Zur Betätigung aus politischem Gebiete hatte der Bauernbund seit seiner letzten Hauptversammlung keinen besonderen Anlaß, da in diese Zeit weder Reichsrats- noch Landtagswahlen fielen. Unsere politische Tätigkeit beschränkte sich demnach hauptsächlich darauf, daß wir bei gegebenen Anlässen durch gelegentliche Kundgebungen unfern Standpunkt markierten und in unserem Blatte, dem „Gottscheer Boten", zu verschiedenen Fragen der großen Politik oder der Lokalpolitik Stellung nahmen. Im Herbste des vorigen Jahres wurde von den Landwirten unserer Gegenpartei bekanntlich eine neue Parteivereinigung gebildet unter dem Namen „Deutsche Bauernpartei". Diese neue Partei konnte aus unsere christlichsozialen Landsleute schon deshalb keine Anziehungskraft ausüben, weil sie einen sogenannten „freiheitlichen" Charakter trägt, während unsere Parteigenossen sich stramm um das christliche Banner scharen. Aber auch das wirtschaftliche Programm dieser neuen Bauernpartei deckt sich nicht ganz mit dem unsrigen. Die agrarische Gemeinbürgschast in Ehren! Aber innerhalb dieser Solidarität sämtlicher Agrarier, der Latifundienbesitzer und der Kleinbauern, muß auf die besonderen Bedürfnisse der alpenländischen und der Karstbauern stets auch volle Rücksicht genommen werden. Wir sagen mit dem Abg. Stöckler: „Wir wollen kein Klassenvorrecht, wir predigen nicht den Klassenhaß, wir wollen den Zusammenschluß aller arbeitenden Stände; wir wollen mit den anderen Ständen ehrlich in Fühlung treten und verlangen nur, daß man auch uns unser Recht gewähre. Der Arbeiter leidet, der Handwerker leidet, der Bauer leidet. Wir wollen nur: Jeder ehrlichen Arbeit der gerechte Lohn! Wir Bauern selbst verlangen auch nur das eine, daß wir zu leben haben, damit diese Stütze des Staates, der Gesellschaft nicht zu Grunde gehe. Darin liegt auch der große Unterschied zwischen unserer Organisation und der der Gegner. Wir stehen auf der christlichen Grundlage: Wir wollen leben, aber auch andere leben lassen." Und nun wollen wir unsere Blicke von der engeren Heimat weg und hinaus nach Wien richten, zum Mittel- und Brennpunkte der großen christlichsozialen Reichspartei, von der wir Gottscheer ein kleines Fähnlein sind, ein nach dem äußersten Süden vorgeschobener Vorposten. Die christlichsoziale Partei hat heuer einen ungemein schweren, unersetzlichen Verlust erlitten. Am 10. März ist nach langem, heldenmütig ertragenem Leiden unser unvergeßlicher Führer Dr. Karl Lueger aus dem Leben geschieden. Ganz Österreich trauerte um den großen Sohn des Vaterlandes, selbst die politischen Gegner zollten ihm den Tribut der Hochachtung und Anerkennung. Auch unser Bund gab der tiefen Trauer Ausdruck beim Heimgange des Unersetzlichen, der sich nicht nur um sein heißgeliebtes Wien nie verwelkende, unsterbliche Verdienste erworben, sondern dessen Herz auch für den Bauernstand warm geschlagen hat, dessen Sprößling er war. Unsere politischen Gegner glaubten nun, daß mit Dr. Lueger auch die christlichsoziale Partei zu Grabe getragen worden sei, daß ihr Niedergang, ihr Zerfall nur mehr eine Frage der Zeit sei. Meine Herren! Wenn wir die gegenwärtigen Verhältnisse in Wien betrachten, so sehen wir manches, was unerfreulich und unerquicklich ist. Solange Dr. Lueger lebte und mit fester Hand die Zügel führte, gab es in der christlichsozialen Partei keine Quertreibereien oder sie gewannen wenigstens keine Bedeutung. Erst nach Luegers Tode wagten sich die Intriganten, falschen Freunde und Verräter aus den Schlupfwinkeln hervor ans Helle Tageslicht. Lüge und Verleumdung, Skandalsucht, schäbige Gemeinheit und ekelhafte Niedertracht begannen wahre Orgien zu feiern. Meine Herren! Viele schwere Gewitter sind in diesem Jahre über die Lande gezogen und oft hat es auch eingeschlagcn. Auch über die christlichsoziale Partei in der Reichshauptstadt ist ein schweres Gewitter niedergegangen und noch immer hört man den Donner rollen. Es hat auch da und dort schon eingeschlagen. Das macht aber nichts. Eine Partei, die durch ein solches Gewitter gereinigt werden kann, ist ja gewiß glücklich daran. Gibt es buch in Österreich Parteien, die so herabgekommen und innerlich faul sind, daß auch tausend Blitze sie nicht mehr zu reinigen vermöchten, sondern nur die allgemeine Sintflut sie hinwegschwemmeu kann. Es war für uns erlösend und befreiend, daß unlängst mit den Schädlingen der christlichsozialeu Partei endlich gründliche Abrechnung gemacht wurde und Exzellenz Dr. Geßmann jenen Heuchlern und Verrätern, die es auf den Ruin der christlichsvzialen Partei abgesehen haben, schonungslos die Maske herunterriß. Wir geben uns der sichern Hoffnung hin, daß die christlichsoziale Partei aus der jetzigen Krise gereinigt und gestärkt hervorgehen wird; wir wollen nicht, daß die Partei in Berufs- und Klassengruppen zerfalle; wir wollen und wünschen vielmehr, daß sie als wahre und echte Volkspartei beisammen bleibe und miteinander weiter arbeite und weiter kämpfe im Sinne und im Geiste unseres verewigten Führers Dr. Lueger. Die Schädlinge, die unter christlichsozialem Deckmantel die Partei unterwühlen und womöglich sprengen möchten, entferne man rücksichtslos und mache nicht viel Federlesens mit ihnen. Es sind das ohnehin Politiker, die jeder Partei, der sie zulaufen, zum Uusegen gereichen. Wir erwarten zuversichtlich, daß der für den Herbst einberufene christlichsoziale Reichsparteitag in Wien die Hoffnungen erfülle, die allgemein auf ihn gesetzt werden. Die Preßfrage, die Prvgrammsrage und die Frage der Ausgestaltung der Organisation sind es vor allem, die auf diesem Parteitage einer gründlichen Auseinandersetzung seitens der führenden Parteikreise sämtlicher Länder bedürfen, damit sie glücklich gelöst werden können; weil sonst die Gefahr besteht, daß Luegers Werk in den Kämpfen der nächsten Zeit erschüttert würde, worauf ohnehin genug offene und versteckte Gegner mit allen Mitteln hinarbeiten. Wir stimmen vollkommen Sr. Exzellenz Dr. Weiskirchner bei, dem Manne, den Dr. Lueger als seinen Testamentsvollstrecker erklärt hat. Der Herr Handelsminister sagte kürzlich bei einer Versammlung in Göttweig: „Wir wollen bleiben, was wir unter Dr. Lueger waren: Eine Partei, welche die angestammte Treue zu Kaiser und Dynastie hält, eine Partei der christlichen Weltanschauung, eine Partei, die unentwegte Treue dem deutschen Volke im Rahmen ihres geliebten Vaterlandes wahrt, eine Partei, die ihrem Programm gemäß die sozialen Mißstände unserer Tage zu heilen versucht, zu heilen in opferwilliger, nimmermüder Arbeit für alle ehrlich arbeitenden Stände." Wir werden uns in diesen unseren Grundanschauungen nicht irre machen lassen, weder durch die konzentrischen Angriffe der Gegner noch durch solche, die von vermeintlichen Freunden aus dem eigenen Lager erhoben werden; auch werden wir uns den Kopf nicht durch demagogische Schlagworte verwirren lassen. Wir halten fest an der Größe und Einigkeit der christlichsozialen Partei. Dabei beirren uns nicht die kleinen und kleinlichen Unstimmigkeiten der Gegenwart. Gegensätzliche Meinungen hat es in einer großen Partei gegeben und wird es noch oft geben, sonst würde sie versumpfen. Immer aber muß die große gemeinsame Sache im Auge behalten werden; dann wird die Machtstellung der christlichsozialen Partei nicht nur keine Einbuße erfahren, sondern die Partei wird im Gegenteile, geklärt in ihrem Programme und gesichtet in ihrer Vertretung, zu erhöhter Macht und Bedeutung gelangen. Für solche Fälle aber, wie jetzt in Wien, wo Stinkbomben gegen die christlichsoziale Partei geschleudert werden, erinnerte Abg. K n n s ch a k kürzlich an die Worte Luegers: Kops hoch! Nasen zu! Mitten durch I — Am Schluffe des politischen Teiles meines heutigen Jahresberichtes möchte ich noch namens unseres Bundes Den Wunsch aussprechen, es möge der am deutschösterreichischen Bauerntage in Wien im vorigen Jahre verlangte Zusammenschluß aller bäuerlichen Bereinigungen zu einem Reichsbauernbund bald zur Tatsache werden, damit die deutschen Bauern Österreichs in die Lage kommen, die Vertretung ihrer Interessen selbst kraftvoll in die Hand zu nehmen und ohne fremde Bevormundung zu wahren. __________________________ (Fortsetzung folgt.) Aus Stabt und Land. Holtschee. (Personalnachricht.) Der Kaiser hat dem Ministerialsekretär im Ackerbauministerium, Herrn Dr. Max Sche-scharg, den Titel und Charakter eines Sektionsrates verliehen. — (Promovierung.) Herr Franz Hufnagl, Sohn des Fürst Auerspergschen Zentralgüterdirektors Herrn Leopold Hufnagl in Wlaschim, wurde am 19. Juli l. I. an der k. k. deutschen Karl Ferdinands-Universität in Prag zum Doktor der Rechte promoviert. — (Veterinärbienst) Der Landesprästdent hat den Veterinärassistenten Herrn Peter Miklavčič der Bezirkshauptmann-schast Laibach zur Bezirkshauptmannschaft Gvttschee versetzt. — (Pastoralkunserenz.) Die Pastoralkonferenz der Geistlichkeit des Dekanates Gottschee fand am 19. v. M. in Gottschee statt. — (Aus dem Bolksschuldienste.) Frau Mathilde Achatz-Gorianec, Lehrerin an der fünfklassigen Volksschule in Mitterdorf, wurde in den zeitweiligen Ruhestand versetzt. Fräulein Marquise v. Gozani wurde von der Volksschule in Altlag als Supplentin nach Mitterdorf versetzt. — (Sanitätsdistriktsvertretnng.) Die Neuwahl des Obmannes und des Obmannstellvertreters der Sanitätsdistriktsvertretung Gottschee findet Samstag, den 6. August d. I., um 11 Uhr vormittags im Stadtamtsgebäude in Gottschee statt. — (Die k. k. Fachschule für Tischlerei in Gottschee) umfaßte im Schuljahre 1909/10 fünf Abteilungen und Kurse. An der Anstalt unterrichteten neben dem Direktor 5 Professoren und Lehrer, 3 Fachlehrer und 6 Hilfslehrer. Eingeschrieben waren zusammen 202 Frequentanten, von denen am Schluffe des Schuljahres 155 verblieben. Der Vorbereitungskurs zählte in zwei Klassen 21, die Fachschule für Tischlerei in drei Jahrgängen 16 ordentliche Schüler und 2 Hospitanten, der offene Zeichensaal 19, der Zeichen- und Modellierkurs für Schüler 30, der Handelskurs 27 Hospitanten, die gewerbliche Fortbildungsschule 87 Schüler. Das Lehrziel haben zusammen 95 Schüler erreicht, unklassifiziert blieben 82, das Lehrziel haben 25 Schüler nicht erreicht. Der Muttersprache nach gab es 136 Deutsche, 44 Slowenen, 19 Kroaten und 3 Italiener. Dem Glaubensbekenntnisse nach waren 196 Katholiken, 5 Protestanten und 1 griechisch-unierter Katholik. — (Auswanderung.) Bon der Gesamtzahl der im Fiskaljahre 1908/09 nach den Vereinigten Staaten Nordamerikas eingewanderten 751.786 Personen wendeten sich nach den Staaten: New-Iork 220.865, Pennsylvanien 112.402, Illinois 63.379, Massachusetts 61.197, New-Jersey 41.907, Ohio 29.938, Michigan 21.635, Connecticut 20.542, Kalifornien 17.912, Texas 17.456, Minnesota 15.194, Washington 12.218, Wisconsin 11.849, Missouri 9495, Rhode-Jsland 9150, West-Virginia 6441, Neuhampshire 6041, Jndiania 6030, Iowa 5571, Florida 5273, Nord-Dakota 5144, Kolorado 4285. — Von den 751.786 Ankömmlingen waren 519.969 männlichen und 231.817 weiblichen Geschlechtes; 624.976 standen — voll arbeits- und erwerbsfähig — im Alter von 14 bis 44 Jahren, während 83.393 unter 14 Jahren und nur 36.517 über 45 Jahren gezählt wurden. 523.718 hatten die Schiffskarten selbst bezahlt, 220.352 kamen auf Kosten von Verwandten und 7716 hatten das Überfahrtsgeld von anderer Seite erhalten. 582.750 Zuzügler gingen zu Verwandten, 121.881 zu Freunden, nur 47.155 hatten weder Verwandte noch Freunde. 469.913 waren des Lesens und Schreibens kundig (70‘7%), 2431 (04%) konnten nur lesen, 191.019 (28 9°/°) waren des Lesens und Schreibens vollständig unkundig. 561.981 erwachsene Ankömmlinge zeigten den in New-York, Boston, Baltimore, Philadelphia, New-Orleans und San Franzisko stationierten Inspektoren 17 Mill. 331.823 Dollars vor, 482.859 hatten weniger als 50 Dollars. — (Todesfall.) In Udine ist am 18. v. M. Conte Giacomo Ce coni Edler von Montcecon, der Erbauer des Wocheiner Tunnels, gestorben. Der Verstorbene war auch ein Wohltäter der hiesigen Stadtpfarrkirche, für die er zwei stilvolle Beichtstühle gespendet hat. — (Sozialversicherung.) Das Abgeordnetenhaus ist bis auf den Spätherbst vertagt, nur der Sozialversicherungsausschuß tagt weiter, um die Beratung der Sozialversicherungsvorlage (darunter auch die Altersversicherung der Kleinbauern), der wichtigsten aller derzeitigen Gesetzesvorlagen, weiter zu betreiben. Bis jetzt sind von den 325 Paragraphen dieses Gesetzentwurfes erst 38 erledigt. — (Deutsches Studentenheim in Gottschee.) Dem Deutschen Studentenheim sind in letzterer Zeit folgende Spenden zugekommen: Ortsgruppe Botenwald des Deutschen Schulvereines 10 K, Mitgliederbeiträge der Ortsgruppen der Südmark in Gottschee durch die Hauptleitung 555, Gerhard Ditmar 50, E. v. Arthaber 2, Überzahlungen für den Deutschen Kalender für Krain 36'28, Tischgesellschaft d' Ibbsitzer 10, Richard Lieben 50, Ruderverein Jster 10, Tarockgesellschaft im Cafe Zentral 10, Karl Dittrich 50, Max Haupt 10, Hermann Getzmacher 2, Ludwig Zeller 5, Südmark-Frauen- und Mädchenortsgruppe in St. Pölten 50, Währinger Turnverein 5, Wenzel Müller v. Thomamühl 5, Gebr. Leube 5, V. Reinhard 5, M. v. Riedl-Riedelstein 10, C. Kulmiz 11 75, Dr. H. Fitz v. Stanbach 10, Abiturienten des Staatsgymnasiums in Brünn 15, Rnd.Jaklitsch 10, Karl Kayfer 11*75, Alois Kraker 40, Überzahlungen für den Deutschen Kalender 3'40, Dr. Boeck 5, Karl Kirchhof 2, Joh. Gudlweber 5, v. Doderer 4, Frz. Jamnik 10, Dr. K. Zimmer 10, Dr. Th. Raknfch 2, I. U. Dr. Otokar Berze 4, Georg Perz 10, Albert Faber 10, Überzahlungen für den Deutschen Kalender 2610, M. Jaklitsch 10, Brittania-Werke 10, Ant. Sa-mide 4, Jos. Krauland 10, Dr. Mannl 5, Th. Cichorius 3, Runde deutscher Bautechniker 20, Nelly Högler 40, Dr. E. Frischauf 5, Karl Mekiska 5, Allgemeiner Deutscher Schulvereiu, Ortsgruppe Dresden 352'25, Th. Nessl 10, I. Nießner 3, Ing. A. Braun 10, Zentralbank deutscher Sparkassen 50 K, Dr. G. Riedlhofer 30, G. Bihl 10, Allgem. Deutscher Schnlverein Berlin 192"94, Tischgesellschaft D' Spitzkrüge 12, Kreuzer 100, Lehrkörper des Realgymnasiums in Kornenburg 5, Abiturienten in Kremsmünster 10, in Oberhollabrunn 4, der Staatsrealfchule in Wien X. 10, in Wien V. 4'60, in Tefchen 200, in Wiener-Neustadt 10, an der Staatsrealschule in Marburg 25'22, in Wels 15, in Knittelfeld 10 Kornblumengesellschaft in Salzburg 5, durch Dr. Golf Sühnbetrag von M. K. in G. 15, Sammlung durch I. Ganslmayr 10‘90, F. Schöppi 3, H. Wartburg 20, W. Titze 50, Verein deutscher Staatsbeamten in Mähren 5, Reichenberger Zeitung 25 K. — Allen Spendern sei hiemit herzlich gedankt. — (EinhebnngderGemeindenmlagen.) Der Landesausschuß hat vor einiger Zeit die Gemeindeämter daraus aufmerksam gemacht, daß infolge seiner Vermittlung sämtliche Steuerämter seitens der k. k. Finanzdirektion beauftragt worden sind, die eingehobenen Gemeindeumlagen allmonatlich auszuzahlen, falls diese den Betrag von 5 K übersteigen. Sollte dies nicht regelmäßig erfolgen, so haben die Gemeindeämter die Auszahlung von der Steuerbehörde zu verlangen und gleichzeitig dem Landesausschusse hierüber zu berichten. — Diese Verfügung ist gewiß sehr zu begrüßen. Bisher nämlich mußten die Gemeindeämter manchmal Monate und Monate lang darauf warten, daß sie zu ihren Umlagen kamen, wodurch eine klaglose und prompte Geldgebarung sehr erschwert wurde. — (Vernachlässigung der alpenländischen Holzindustrie.) Der christlichjoziale Abgeordnete v. Pantz bemerkte unlängst in seiner Budgetrede, es sei geradezu ungeheuerlich, in welcher Weise die alpenländische Holzindustrie gegenüber der gali-zischen benachteiligt und hintangesetzt sei, und doch habe der alpenländische Bauer (auch der Krainer Bauer — A. d. Schristl.) nur zwei Erzeugnisse, von denen er lebe: Vieh und Holz. Die Überlieferung an Schwellen bei der Nordbahn habe in den Jahren 1908 und 1909 mehrere hunderttausend Stück betragen. Über 70.000 Extra- und Brückenhölzer wurden bei der Nordbahn eingeliefert. Der Holzwert aller dieser Überlieferungen beläuft sich auf mehrere Millionen Kronen. „Wir gönnen ja der galizischen Holzindnstrie diese Lieferungen, aber das Bedauerlichste dabei ist, daß sie gar nicht aus den galizischen Forsten stammen, sondern daß sie fast durchwegs aus Rußland zu uns hereingebracht wurden. (Hört! Hört!) In dieser Zeit, wo man aus Rußland Holz für den ärarischen Staatseisenbahnbetrieb verwendet, befindet sich die öster-reichisch-alpenländische Holzindustrie in Stadium der schwersten Krise. An den Schwellenlieferungen sind ja nicht bloß die Holzindustriellen interessiert, sondern auch ungezählte Kleinbauern, die ihre Schwellen da hinunter liefern, Hunderte von Fuhrwerken: und tausende von Holzarbeitern. Im Jahre 1908 hat die Nordbahn ein Offert für 800.000 Stück Schwellen ausgeschrieben. Davon wurden den alpenländischen Holzindustriellen durch einen Erlaß des Eisenbahnministeriums 200.000 Stück zugesichert. Diese 200.000 Stück sind aber späterhin auf 40.000 heruntergegangen und zum Schluß wurde den alpenländischen Holzindustriellen nicht eine Schwelle zur Lieferung seitens der Nordbahn übertragen. Es besteht nun die Gefahr, daß die Schwellenüberlieferungen von der Nordbahn auch auf die Nordwestbahn und Staatseisenbahngesellschaft übertragen werden und diese Gebiete, die bisher wenigstens teilweise von den Alpenländern versorgt wurden, für die Alpenländer gänzlich versperrt werden Ich möchte gegenüber der Regierung der Verwahrung Ausdruck geben, daß sie die alpenländische Holzindustrie auf diese unerhörte Weise vernachlässigt. Wir verlangen, daß ein Drittel der gesamten Schwellenlieferung bei der Staatseisenbahngesellschaft, Nordbahn und bei der Nordwestbahn auf alpenländische Schwellen entfallen soll. Wir verwahren uns dagegen, daß die alpinen Gebiete in ihren Absatzgebieten geschädigt werden. Dann möchte ich noch den weiteren Schaden feststellen, den die alpenländische Holzindustrie dadurch erleidet, daß die Süd bahn, die ja vorwiegend in alpenländischen Gebieten läuft, nicht eine einzige Schwelle aus den Alpenländern, sondern alle aus Ungarn und Slawonien bezieht. (Hört!) Auch in dieser Hinsicht möchte ich die hohe Regierung gebeten haben, ihren Einfluß doch dahin geltend zu machen, daß auch unsere Interessen in derselben Weise geschützt werden, wie die Ungarn es verstehen, auf ihren Linien ihre Interessen und ihre Rechte zu schützen. Mitterdorf. (In Angelegenheit der Verladerampe) wurden in der letzten Woche bereits Erhebungen gepflogen und der Platz in Augenschein genommen. Wie jedoch die Kosten für die nötigen Bauherstellungen beschafft werden, darüber ist noch keine Mitteilung anher gelangt. Wir hoffen, daß jetzt die Angelegenheit nicht wieder einschläft. — (Todesfälle.) Am 20. Juli ist in Malgern Nr. 4 der Besitzer Matthias Hönigmann im 65. Lebensjahre; am gleichen Tage die Besitzersfrau Amalia Händler in Mitterdorf Nr. 38 verschieden. — (Besitzänderung.) Johann Händler in Oberloschin Nr. 11 hat das Haus Nr. 51 in Koflern samt zugehörigem Besitz bei der gerichtlichen Versteigerung um 4520 K erstanden. (Würmerplage.) Die heurige Fechsung wird zu einem guten Teile von den Würmern (Engerlingen) aufgefressen. Kukuruz, Hafer und Schweinefutter sind besonders stark betroffen. So gut die heurige Heuernte ist, so kümmerlich droht sie nächstes Jahr zu werden, da auch die Graswurzeln von den Würmern angefressen werden. Die Mißernte dürfte aber das Gute zeitigen, daß man in Hinkunft dem Aufträge des „Maikäferklaubens" etwas gewissenhafter Nachkommen wird. Bis jetzt nahm man es damit sehr leicht; um das Maikäferklauben kümmerten sich trotz des Verlautbarens die allerwenigsten. Man wußte ja, daß Nichtbefolgung immer straflos ausging. Das war in anderen Gegenden gerade so wie bei uns. — (Von der Viehzuchtgenossenschaft.) In der am 31. Juli abgehaltenen Versammlung wurde nachstehendes beschlossen: Den von der Genossenschaft bestellten Stier übernimmt zur Haltung der Besitzer Johann König in Kerndorf um jährliche 360 K; einen der Eber erhält um den halben Einkaufspreis der Besitzer Alois Stalzer in Windischdorf in sein Eigentum; den zweiten der Besitzer Franz Plut in Malgent. Die Verpflichtungen des Stier- und Eberhalters bestimmt ein besonderer Revers. Zu den Genossenschaftsstieren und Ebern werden auch Tiere von Nichtmitgliedern zugelassen, — doch ist die Sprungtaxe in diesem Falle höher. Zur Anfrage des Landesausschusses, in welcher Weise von der Genossenschaft eine Verbesserung der Hutweide gewünscht wird, äußerte mau sich dahin, heuer um eine Unterstützung zur Errichtung einer Viehtränke auf der Oberloschiner Hutweide auzusuchen und in den nächsten Jahren das Gleiche für die übrigen Ortschaften zu tun. Die Anlegung einer Musterwiese wurde ebenfalls als wünschenswert erklärt. Der Grund hiezu wurde von mehreren Mitgliedern angeboten. Masern. (Konkurrenzverhandlung.) Am 14. Juli fand hier die Konkurrenzverhandlung über die Reparaturen und Neuherstellungen an der Pfarrkirche und den Pfarrpfründengebäuden statt. Bei dieser Gelegenheit wurde beschlossen, den Kirchturm mit verzinktem Eisenblech einzudecken. Die Kosten hiefür, einschließlich jener für die Bretterverschalung und Aufstellung des notwendigen Gerüstes, wurden auf 1600 K veranschlagt. Der Kostenüberschlag, betreffend die Reparaturen am Pfarrhofe und den Wirtschaftsgebäuden, beläuft sich auf 900 K und der gesamte Kostenüberschlag demnach auf 2500 K. — (Trauung.) Am 11. Juli schlossen hier den Bund fürs Leben Josef Printosch in Masern Nr. 23 und Rosalia Krisch aus Masereben Nr. 2. Viel Glück I Mrauen. (Pfarrer Ja klit sch f.) Am 30. v. M. starb hier nach längerem Leiden der pensionierte Pfarrer Herr Georg Jaklitsch im 68. Lebensjahre. Der Verblichene war gebürtig von Koflern, absolvierte die Gymnasialstudien und die Theologie in Laibach, wurde 1868 zum Priester geweiht und erhielt seine erste Stelle als Kaplan in Obergöriach bei Veldes. Von dort kam er nach einem Jahre als Pfarrverweser nach Unterlag, wo er zwei Jahre wirkte. Hierauf wurde er Pfarrer in Göttenitz, wo er 30 Jahre hindurch sehr segensvoll tätig war und sich die ungeteilte Liebe und Hochschätzung der Pfarrinsassen zu erwerben wußte, mit denen er gerne Freude und Leid teilte. Die letzten Jahre seiner aktiven Tätigkeit verbrachte er als Pfarrer in Rieg. Die wenigen Jahre seines Ruhestandes verlebte Pfarrer Jaklitsch in Mrauen, wo er für die Hebung und Ausschmückung der dortigen Filialkirche sich sehr eifrig und erfolgreich bemühte. Pfarrer Jaklitsch war ein Priester von altem Gottscheer Schrot und Korn, der sich der allgemeinen Beliebtheit erfreute. Trotz seines Alters und seiner Gebrechlichkeit zeigte er volles Verständnis für die christlichsoziale Strömung in Gottschee und für die Bedürfnisse der neuzeitlichen christlichen Volksbewegung im Ländchen. Ist es doch hauptsächlich seiner ebenso taktvollen als energischen Wirksamkeit zuzuschreiben, daß der christlichsoziale Gedanke gerade in Mrauen so feste Wurzel faßte. Pfarrer Jaklitsch war auch ein Freund und Förderer der Heimatkunde von Gottschee. Als im Jahre 1868 der Germanist Prof. Schröer von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien nach Gottschee gesendet wurde, um die Mundart von Gottschee zu studieren und die Abkunft der Gottscheer zu erkunden, fand dieser tüchtige Gelehrte eifrige Unterstützung bei dem Verstorbenen, der ihm reichliches sprachliches Material lieferte. — Das Begräbnis fand am 1. August um 10 Uhr vormittags statt. An demselben beteiligte sich nicht nur die ganze Ortschaft Mrauen und sehr viele Pfarrinsassen aus den übrigen Dörfern der Pfarre, sondern auch seine Mitbrüder aus dem Gottscheer Dekanate (10 Priester), sein Mitschüler Herr Pfarrer Berlie und acht Lehrer! Den Kondukt führte Hochw. Herr Dechant und Stadtpfarrer Ferdinand Erker, der auch das heil. Seelenamt zele- brierte. Für die Bewohner von Mrauen bedeutet das Hinscheiden des Herrn Pfarrers, der gewissermaßen ihr Ortsseelsorger war, einen harten Schlag und es ist deshalb die Trauer um so größer. R. i. p.! Höttenih. (Konkurrenzverhandlung.) Am 20. Juli fand hier die kommissionelle Verhandlung über die Durchführung von Reparaturen an der hiesigen Pfarrkirche und im Pfarrhofe sowie über die Aufbringung der hiezu erforderlichen Beiträge statt. Es wurde beschlossen, den Kirchturm nicht mit Eternit zu decken, wogegen sowohl der Staatstechniker als auch der Konservator Einsprache erhoben, sondern mit Blech, welches zweimal mit dunkelroter Farbe zu streichen wäre. Vom Dache des Kirchenschiffes war besonders die Südseite schon stark hergenommen, während die Nordseite des Daches nicht so stark schadhaft war. Es soll also die Südseite mit Schindeln neu eingedeckt, die Nordseite des Daches aber mit leichten steirischen Schindeln überzogen werden. Samt den Reparaturen im Pfarrhofe, die nicht besonders hoch zu stehen kommen, sind die Neuherstellungen im ganzen auf 4000 K veranschlagt, wovon ein Fünftel der Patron (Religionsfond) zu bestreiten hat, Von den Konkurrenzpflichtigen wurden gegen die Vornahme der tatsächlich notwendigen Reparaturen keine Einwendungen erhoben. Schließlich wurde der gesetzlich vorgeschriebene Bauausschuß gewählt. Krapffern. (Unglücksfall.) Am 27. v. M. verunglückte der hiesige Schneider und Gastwirt Johann Grill, ein bekannter Kirchenfeind, der bei der letzten Gemeindeausschußwahl durch die Umtriebe unseres Lehrers auch in den Gemeindeausschuß gewählt worden ist. Während er beim Hausbau des Wiglahansch zuschaute, stürzte er kopfüber in den Keller, wobei ihm ein nachfallender Pfosten einen Fuß abschlug. Er wurde in das Spital der Barmherzigen Brüder nach Kandia überführt. Wöllandk. (Todesfall.) Am 19. v. M., gerade an seinem 68. Geburtstage, starb der Auszügler I. Mauß er aus Pöllandl 34. — (Trauung.) Am 31. Juli wurde in der hiesigen Pfarrkirche Herr Josef Notsch, k. k. Briefträger in der Stadt Gottschee, mit der vor kurzem aus Amerika heimgekehrten Elisabeth Petschauer aus Pöllandl (Dornachberg) 35 getraut. — (Die hiesigen Weingärten) gewähren einen trostlosen Anblick: alles versengt. Denn da es immer regnete, konnte nicht zur rechten Zeit gespritzt werden, daher das Übel. Nicht besser ist es in Semitsch und Rodine. Darum ist auch der Wein in einigen Tagen um das Doppelte, auf 40 und 50 h gestiegen. Woroöih. (Verschiedenes.) Wie wir vernehmen, wurde für die hiesige zweiklassige Volksschule Herr Karl Krejci, bisher Lehrer in Altlag, zum zeitweiligen Schulleiter ernannt. Die Ausschreibung für die ordentliche Schulleiterstelle ist bereits erfolgt. — Wie lange noch soll unsere Geduld auf die Probe gestellt werden? Der Gemeindeweg von Rieg nach Morobitz spottet jeder Beschreibung! In der ganzen Monarchie gibt es keinen schlechteren Verbindungsweg als Rieg-Morobitz. Jeder Waldweg im „Lande" ist besser bestellt als unsere „Gemeindestraße". Um eheste Abhilfe wird dringendst gebeten. Kschermoschnih. (Wasserfrage. — Stempelverschleiß.) Eine wahre Kalamität für unser Dorf ist die Wasserfrage. Jahrzehnte lang bettelt man schon, Jahrzehnte lang liegt schon das dazu bestimmte Geld beim hohen Landesausschusse; sollte noch etwas fehlen, haben die Besitzer die nötige Quote unterzeichnet und sind bereit, sie gleich zu erlegen. Durch das fortwährende Schieben sind die Auslagen wegen teurerer Arbeiter bereits um 4000 K gestiegen. Ist es wieder der Mangel des Kleingeldes, der eine so dringende Angelegenheit hinausschiebt? Und doch hat man 50.000 Kronen bewilligt zur Messung von Bahnen, von denen man mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, wenn man nur bei einem Fenster in den Reichsrat hineinschant, daß sie in diesem Jahrhunderte nicht gebaut werden. Man wartet wohl ab, bis uns ein Unglück zu Bettlern macht, dann wird man erst aufschauen. Ja, es ist wirklich notwendig gewesen, denn im Falle eines Feuers schauen wir mit verschränkten Armen zu, wie uns das Feuer alles vernichtet. Wir haben wohl am Rande des Dorfes eine kleine Lacke; auch die will man zuschütten, angeblich der gesundheitsschädlichen Miasmen wegen. Wann hat noch jemand in diesem gesunden Orte eine ansteckende Krankheit gefunden? Ist das geschehen, dann kann das Feuer lustig losbrechen, wir haben nicht einen Tropfen Wasser im Dorf. Du lieber Himmel I möchte der Kärntner sagen, sich aber das ©einige dazu denken. — Eine zweite Kalamität ist der Mangel au Stempelverschleiß. Wir haben alles und mehr, als ein gewöhnliches Herz verlangt: Wirtshäuser, Buscheuscheuken, Geschäftshäuser, Tabakverschleiß, Spielkartenverschleiß (sehr notwendig I), aber zu einem Stempelverschleiß bringen wir es nicht, angeblich weil der Staat zu wenig Prozente gibt. Wie oft muß eine Partei im schlechtesten Wetter den zwei Stunden langen Weg bis nach Töplitz machen um einen Kronenstempel! Freilich, wer Stempel braucht, der muß sie holen, wenn auch hinter Berg und Tal! Der Staat hat keinen Schaden, aber — O du lieber Himmel! Altlag. (Ein halbes Dutzend Ehrenbürger. — Lügen-fabrikation.) Gottschee wird immer mehr industriell. In der Stadt haben sie eine neue Mühle erbaut; da wirft man oben die Steine hinein und unten riefelt der Saud heraus. Unsere roten Gemeindeväter sind auch unter die Fabrikanten gegangen, sie fabrizieren nämlich gleich halbdutzendweis Ehrenbürger: Fürsten, Grafen und gleich unter einem, damit die Ehre für die hohen Herren umso größer ist, einige Bauern aus Seitendörfern. Es hat uns baß gewundert, daß wir in der Ehrenbürgerliste nicht auch den Namen des bekannten Pferdedeckenliebhabers fanden, dann wäre die „Ehre" für die neuen Ehrenbürger umso größer gewesen. Na, man hätte es ohnehin ums Leben gern getan, aber so ein bifferl hat man sich doch geniert. Wenn die Herren übrigens ihre Mehrheit in der Gemeindestube für die nächsten Wahlen auf solche Weise retten wollen, dann werden sie wohl noch einige Dutzend Ehrenbürger ernennen müssen, sonst wird's nicht ausgehen. ° Aber nicht bloß Ehrenbürger, sondern auch „Nachrichten"-Lügen werden fabriziert, daß es eine wahre Schande ist. Leute, die der so schön verlaufenen Bauernbundverfammlung offenbar gar nicht beigewohnt haben, wissen in den „Nachrichten" zu erzählen, daß der Herr Dechant eine Rede gehalten habe, daß zwei Gymnasialschüler aus Schalkendors das Verbrechen begangen hätten, an der Versammlung teilzunehmen usw. Auf eine Lüge mehr oder weniger kommt es ja gewissen Ehrenmännern nicht an. Das Schäbigste aber ist, wenn Lüge und Verleumdung mit schuftiger Denunziation Hand in Hand gehen. „Der größte Schuft im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant." Wir stellen hiemit ausdrücklich fest, daß die Studenten des Herrn Kresse aus Schalkendors an der Bauernbundversammlung nicht teilgenommen haben und daß sie am 24. v. M. überhaupt gar nicht in Altlag gewesen sind. Wer es selber im Studium zu nichts bringen kann, der möchte auch anderen Studierenden in ihrem Fortkommen schaden, wenn es nämlich zufällig Sohne von „-schwarzen" sind. Es geht doch nichts über eine so „vornehme" Gesinnung! (Spar- und Darlehenskasse.) Die Einnahmen im ersten Halbjahre betragen K 75.976'05, die Ausgaben K 63.546 75. Umsatz K 149.521-80, um K 56.880'64 mehr als Ende Juni 1909. In einer der letzten Nummern berichteten die „Nachrichten", daß Stephan jKöttig, Franz Fink, Franz Schneider, Josef Kikel und Ferdinand Jouke aus dem Spar- und Darlehenskaffenvereine ausgetreten seien. Wahr ist, daß Stephan König im Vorjahre auf der Generalversammlung einstimmig ausgeschlossen wurde. Franz Fink ist dem Vereine in Mitterdors als Mitglied beigetreten, mußte also in Altlag austreten. Alles übrige ist erlogen. Ferner Berichteten die „Nachrichten", daß Johann Kikel und Alois König gegen ihren Willen in den Vorstand der Viehzuchtgenosfeuschaft gewählt wurden. Wir stellen fest, daß die Genannten überhaupt nicht in den Vorstand gewählt wurden, was jeder Altlager weiß. Zweite Lüge! In Hinkunft werden solche Lügenberichte keiner Berichtigung mehr gewürdigt werden. Der Berichterstatter der „Nachrichten" gehe lieber Jus studieren und möge sich durch solche Berichte vor der ganzen Pfarre nicht lächerlich machen! — (Postbote.) Vom 1. August an wird hier ein Postbote, nämlich Joh. König von Hohenberg Nr. 13, seinen Dienst antreten. — (Südmarkversammlung.) An der heurigen Hauptversammlung der hiesigen Südmarkortsgruppe nahmen 7 Männer teil, darunter auch einige, die zufällig im Gastlokale sich befanden. — (Viehzuchtgenossenschaft.) Der dritte Stier kommt im September d. I. Der Stierhälter wird Franz Zose in Riegl Nr. 22 sein. — (Der verkrachte Student) findet, wie der ewige Jude, weder Rast noch Ruh'. Die Sorge um sein Kind, die „deutschfreisinnige Bauernpartei", scheucht ihn immer wieder aus der wohlverdienten Ruhe. Auf fein Kommando hielten unsere „lichtfreundlichen" Bauern am 24. d. M. im Eiseuzopsscheu Gasthause eine „außerordentliche" Versammlung ab, die „außerordentlich" schlecht besucht war. Ein neuer Kriegsplan sollte entworfen werden. Angesichts der glänzenden Versammlung des christlichsozialen Bauernbundes im Samideschen Garten lief den Freisinnigen die Galle über und sie machten ihrer Erbitterung über den „schwarzen" Bund grimmig Lust. Hansche raspelte sein schon so oft wiederholtes Sprüchlein vom Freisinn usw. neuerdings herunter und nagelte fest, die „freiheitliche" Richtung in Alllag bestehe mit einigen „rühmlichen" Ausnahmen aus lauter „Waschlappen", mit denen nichts anzufangen fei. Zweieinhalb Stunden soll die „glänzende“ Versammlung gedauert haben, freilich, wer wenig versteht, muß viel und lange schwätzen. Ja, einen solchen Kämpen sich zur Seite zu wissen, muß denn doch ein „tiefbeglückendes Gefühl" für unsere Bauern feinI Gute Freundschaft! Ganz Altlag lachte tags darauf über den Studentenulk und die „Lichtfreundlichen" gestanden es in allem Ernste: „Ein Mordskerl, unser Führer! Mitten im Hochsommer hat er uns in den April geschickt!" Ja, es wird helle in aller Brüder Sinn. Weulag. (Todesfall.) Am 30. Juli ist hier der Gymnasial-fchüler I. Hog e nach kurzer Krankheit (Scharlach) gestorben. Nicht nur die Eltern, sondern alle, die den hoffnungsvollen Jüngling kannten, sind über den Tod desselben sehr betrübt. Er ruhe in Frieden! Wessettak. (Spar- und Darlehensverein.) Der Geldumsatz unserer Raiffeisenkasse belief sich im vergangenen Monate Juli auf K 12.283'94. Meg. („Geschäft ist Geschäft,") so sagte vor einigen Wochen eine Hauptstütze der deutschnationalen Bauernpartei für Gottschee, ein gewisser I. H. von Kostern. Ja fürwahr, „Geschäft ist Geschäft", wenn es gilt, eine arme Baueruwitwe mit Namen Agnes Loser in Rieg Nr. 25 und bereit unmündige Kinder zu prellen. Vor kurzem gelangte das Anwesen Obgenannter zur gerichtlichen Versteigerung; die Witwe wollte den Grundbesitz für sich und ihre Kinder zurückkaufen. An der Versteigerung beteiligte sich aus Geschäftsgründen auch I. H. und verlangte als Schweig-gelt) 100 K. Das gleiche Manöver leistete sich I. H. vor etwa vierzehn Tagen bei der^Verlassenschaft der Frau Jatlitsch gebor. Widiuer von Koslern. So etwas nennt man nicht Bauernrettung, sondern Unterdrückung der Armen, Witwen und Waisen; oder hat die löbt. Obervvrmundschaft dafür einen gelinderen Ausdruck? Meuter öei Uchermoschnitz. (Ungewitter. — Schlechte Weinernte.) In glücklicher Lage zwischen reichbewaldeten Bergen haben wir von den heurigen furchtbaren Stürmen und Ungewittern nicht viel zu spüren bekommen, wie wir von anderen Seiten alle Tage lesen und hören, nur manche Fuhr Heu ist ziemlich gebleicht und rötlich gefärbt nach Hause gebracht worden. Aber ganz verschont sind wir von den Schrecknissen des Gewitters doch nicht geblieben. Am 23. Juni zog sich ein furchtbares Ungewitter über Reuter zusammen. Der Blitz schlug zuerst in den Turm ein, der eben jetzt einen neuen Dachstuhl bekommt, zersplitterte einen Teil des Holzes, fuhr denn in die Kirche hinein, durch die Mauer in das naheliegende Eisen des Nachbarhauses, das eben erst neu gebaut wird, von dort wieder in die Kirche, die Mauer hinter dem Hochaltare beschädigend. Mit besonderer Anerkennung müssen wir hier der „Wiener Versicherungsgesellschaft", vertreten durch die Gen ist. ließ nur Schl Eine aufs Jup Hau bald wo zwei in fe Kleii Lins Iah, ü< Juso in al HO 10—7 ii 6 Zins] General-Agentur in Graz, erwähnen, bei der die Kirche versichert ist. Kaum in Kenntnis gesetzt vom Schaden, den der Blitz gemacht, ließ sie denselben durch hiesige Fachmänner schätzen, ohne auch nur einen Vertreter her zu schicken, und zahlte den so geschätzten Schaden, ohne einen Heller abzuziehen, auf kulanteste Weise aus. Eine solche Bank kann nach eigener Erfahrung nach allen Seiten aufs wärmste empfohlen werden. Doch damit war der Donnerer Jupiter nicht zufrieden. Er hat seine Macht und Kraft auch am Hause eines Privaten, des Herrn Maußer, probiert und wäre ihm bald mehreres in die Hände gefallen. Durch die Wohnung hindurch, wo er niemanden beschädigte, fuhr er dann in den Stall, .wo er zwei Pferde blendete. Zum Glück war der Sohn des Hauses nicht in seinem gewöhnlichen Bette, sondern bei Gelegenheit des Johannis- feuers mit seinen Kameraden in einem ändern Hause. Wäre er um diese Stunde, bald nach 9 Uhr, in seinem Bette gewesen, es wäre um sein Leben geschehen gewesen. — Auch unsere Semitscher Weingärten zeigen uns heuer ein trauriges Gesicht. Die Blätter welk, fallen ab, die Trauben schwarz, fallen ab; kein Wunder, daß der Preis des Weines um mehr als das Doppelte gestiegen ist. Gottes Güte zeigt wohl, wie gerne sie uns reichlich geben möchte, aber durch gar zu argen Mißbrauch ist sie gezwungen, ihre gütige Hand zurückzuziehen. Werden die Menschen je gescheit werden? Nach den neuesten Berechnungen eines Gelehrten ist dies wohl kaum zu hoffen, denn in den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Narren verdoppelt und in 250 Jahren ist die ganze Welt ein großes Narrenhaus. Prosit moderne Kultur! 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