Juni. Sechster Jahrgang. 1909. Folge 66. (Seite 1001 bis 1032.) Blätter für den Abteilungsunterricht. Hlonatsdirift zur Förderung des österr. Sdiulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Post festum.....................................1001 2. Wenn no’ a’ Muetterl hast.......................1003 3. Über Schulhausbauten............................1004 4. Ein Blatt aus der Kulturgeschichte Ungarns . . 1006 5. Für das Album...................................1008 6. Ein Wort zur hauswirtschaftlichen Ausbildung der Bauerntöchter......................................1009 7. Lose Gedanken...................................1010 8- Praktische Rechenaufgaben.......................1011 9. Schulhumor....................................1011, 1012 10. Des Lehrers Takt und Schliff in der Gesellschaft 1012 11. Konferenzthemen.................................1012 12. Beiträge zum Kapitel „Reform des Handarbeitsunterrichtes .............................................1013 13. Vom Zucker......................................1014 14. Randbemerkungen zur Folge 64....................1015 15. Verwertung der Ziffernreihe 1 — 10 beim Rechnen 1017 16. Fallobst........................................1019 17. Fragen für die Lehrbefähigungsprüfung . . . 1019 18. Die Wechselrede.................................1020 19. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 1024 20. Unser Garten im Juni-Juli.......................1025 21. Briefkasten.....................................1025 22. Kleine Mitteilungen.............................1029 23. An der Reichsgrenze von Schule zu Schule . . 1030 Verlag der Blätter für den Abteilungeunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). freie Schulzeitung. Organ des Deutschen Landeslehrervereines in Böhmen. Schriftleiter F.-L. Josef Siegl. Verwalter: O.-L. Josef Ölkrug. Erscheint jeden Samstag und kostet für das Jahr 8 K, für das Halbjahr 4 K, für das Vierteljahr 2 K Man verlange eine Nummer zur Ansicht. Bestellungen sind an die Verwaltung (J. Ölkrug) Reichenberg zu richten. Lehrmittel - Handlung Paul Solors Nachfolger Reichenberg, Böhmen empfiehlt sich zur prompten Lieferung aller Arten Lehrmittel aus allen Unterrichtszweigen in zweckmäßiger, solider Ausführung zu billigsten Preisen. -------- Kataloge zu Diensten.------- LE" Was sollen unsere Knallen und Mädchen-lesen? "HWI deiltSChe lUflChd 2. Den «Einkauf von ßerrenstoffen. 2. Den «Einkauf von Damenkleiderstoffen. 3. Den «Einkauf von feilten-, Baumwoll- und Schafmollstoffen sowie ßerrcit- und Damenwäsche. ». Den «Einkauf von neuen und überspielten Flügeln und Pianinos. 5. Den «Einkauf von Nähmaschinen für Hausbedarf und für Schulen. Bei Bestellung von Mustern für Aamcnüleider ist anzuführen, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel sein soll, ob ein praktisches oder elegantes Modekleid gewünscht wird. Bei lvaschstoffen teile man mit, ob sie für Kleider oder Blusen gebraucht werden, ob lvollmousselin, Battist, Altlas-satin, Sephir, waschkörper oder nur lvaschkotton gewünscht wird. Bei allen Bestellungen empfiehlt es sich auch, den aus den Mustersendungen zu entnehmenden Preis anzugeben. Die freie Husendung der Postpaket» ist bei diesen Preisen nicht möglich, dagegen trägt die lv.-A. die Auslagen für Mustersendungen und Rechnungsstempel. Man wende sich mit Karte an die lvirt-schaftsabteilung des D. £. £. v. in Reichenberg! Österreichs Paul Sollors Nachfolger Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung, Lesezirkel, Antiquariat Reichenberg, Böhm. Prompte Lieferung’von Werken aus allen Gebieten der Literatur sowie Einrichtung und Ergänzung von Schüler-, Volks- und Fachbibliotheken. Großes Lager neuer und alter Musikalien. Nach auswärts Zeitschriften-Lesezlrkel im Nachabonnement! Bücher- und Preisverzeichnisse gerne umsonst — und postfrei. —- Günstigste Zahlungsbedingungen. Blätter für den flbteilungsunterricbt. Laivach, im Juni 1909. Cjn bcn Anzcigcteil werden nur Ankündigungen aufgenommen, die die Güte der Ware erwiesen haben. ES ist daher vor der Insertion entweder den Gegenstand selbst einznsenden oder ein vertrauenswürdiges Zeugnis.) Knlründigungsöogen. (Zur Folge 66.) 147.) Anleitung zur Instandsetzung des Gröschel’schen Lesesetzapparates. (Zu beziehen von: Franz Gröschel, Oberlehrer in Hennersdorf bei Hohenelbe.) 1. Nach Abnahme der Verpackung werden die rückwärts in den unteren Deckelnuten eingeschlagenen Nägel entfernt. 2. Die im Kästchen 3 der oberen Reihe befindlichen Eisenstifte werden in die in den Ständern befindlichen Löcher gestellt und dienen als Stütze für den Kasten beim Höherstellen. 3. Die im 3. Kästchen der oberen und im 6. Kästchen der unteren Reihe enthaltenen Buchstabentäfelchen in schwarzer Rückseite bilden den vorderen Verschluß der Kästchen und werden in folgender Ordnung in die Nuten des Teilungsbrettchens eingeschoben u. zw. Alphabet, Um-, Zwielaute, arabische und römische Ziffern, Satz- und Abteilungszeichen (,;.:!?-) 4. In die entstandenen Kästchen gibt man die eigentlichen Ansetz-Buchstaben-Täfelchen. (Solche sind beim Gefertigten zu haben und werden in zwei Ausgaben zu 5 K und 8 K 20 h geliefert.) 5. Der Ansetzrahmen wird zum Ansetzen rechts oder links seitlich hervorgeschoben. Derselbe kann auch an die Wand gehängt werden, zu welchem Zwecke die beiden an den Seiten angebrachten Stützen in wagrechte Stellung zu bringen sind. 6. Zu Beginn des Schuljahres werden alle Verschlußtäfelchen mit der schwarzen Seite nach vorn eingeschoben und erst nach Vorführung der betreffenden Buchstaben mit der Buchstabenseite nach vorn gekehrt. 7. Die Großbuchstaben werden erst bei Vorführung der Großbuchstaben in die Fächer des Apparates verteilt. Vorteile. 1. Der Apparat nimmt wegen seines lotrechten Aufbaues einen geringen Raum ein. 2. Er ist leicht zu öffnen und zu schließen, von Staub leicht zu reinigen. 3. Er kann höher und tiefer gestellt und frei in eine für den Lehrer und die Kinder passende Höhe gestellt werden. 4. Es sind nur die vorgeführten Buchstaben sichtbar, wodurch das Herausnehmen der noch nicht behandelten erspart und den Kindern das Auffinden erleichtert wird. 5. Der Apparat eignet sich für jede beliebig angeordnete Fibel. 6. Bei den späteren Übungen werden die Kinder durch die Zickzackstellung der Buchstaben zur größerer Aufmerksamkeit und genauerer Beachtung der Buchstabenformen gezwungen. 7. Es können alle Kinder von ihren Sitzen aus an den Ansetzübungen teilnehmen. 8. Der Apparat ist ein schöner und wohlfeiler Schuleinrichtungsgegenstand. Diese mir zugeschickte Beurteilung kann nach Erprobung des Gröschel'schen Leseapparates vollauf bestätige». Peerz. Mitteilungen der Verwaltung. Über besonderen Wunsch des Herausgebers haben wir von dem Einstellen der Zusendung in Fällen, da noch alte Rückstände zu begleichen sind, vorläufig abgesehen und uns neuerdings der überaus zeitraubenden Arbeit unterzogen, die einzuzahlenden Beträge auf der Adreßschleife zu vermerken. Der Bezug für 1909 ist mitcingcrcchnet. — Obi. F. R. in Ch. (N.-Ö.): Wir können nur diese Werke liefern, die im nachstehenden Verzeichnisse angegeben sind. Bezüglich der anderen wollen Sie sich an eine Buchhandlung wenden. — Schilt. K. B. in B. (Vorarlberg): Ob Herr Pichler, Lehrer in Bozen, das von ihm herausgegebene Vorbereitungsbuch unter Berufung auf die „Blätter“ billiger abgibt, wissen wir nicht. Versuchen Sie es einmal! — Lehrer C. B. in K. (Bukowina): Die 1. Auflage des Jahrganges 1907 ist vollständig vergriffen; wir können Ihnen daher die erwünschten Daten nicht liefern. Wenden Sie sich an irgend eine Buchhandlung! — „Alt-Zuczka“: Der Betrag von 6 K 10 h ist richtig eingelangt. — Obi. in P. (Kärnten) und anderen: Wir machen neuerdings darauf aufmerksam, daß bei Reklamationen ein zusammengefaltetes Papier mit der Aaufschrift „Zeitungsreklamation“ genügt. Hiefür gilt Portofreiheit. — Lehrer J. L. in W. (Steiermark): Es ist alles bezahlt. — Frl. E. F. in W. F.: Wie sollen wir Ihnen ein Probestück der „Österr. Familien-und Modezeitung“ zusenden, da wir mit dem Unternehmen gar nicht in Verbindung stehen? — Obi. H. Sch. in 8. (N.-Ö.): Wir bitten, Ihre Anfrage zu wiederholen. — Die Leser werden gebeten, neue Abnehmer zu werben, damit sich die Zeitschrift auf der Höhe halten kann. Wir bitten, uns behufs Zusendung von Probenummern Adressen zukommen zu lassen. Zum Wiederverkauf unserer Schriften senden wir eine beliebige Anzahl portofrei zu. Abrechnung im Juni und Dezember. Nichtverkauftes nehmen wir zurück. Die kleine Mühe der Vermittlung erspart uns den Verkehr mit Buchhändlern und bringt überdies dem Südheim 10% Gewinn. Durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ zu beziehen: 1.) 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht. Von Dengg-Peerz. — a) Ausgabe für Lehrer, gebunden, I K 20 h. (Porto 10 h.) — b) Ausgabe für Lehrer, geheftet, 1 K. (Porto 10 h.) — c) Ausgabe für Schüler (Oberstufe) 20 h. In der „Freien Deutschen Schule“ ist folgendes Urteil enthalten: „Die zeitgemäße Umgestaltung des Unterrichtes in unseren Volksschulen wird immer dringender. Unsere Schüler vermögen wohl mit drei- und mehrstelligen Zahlen vervielfachen und messen, sie können auch eine Unzahl von Zahlen zu- und wegzählen, aber über die einfachsten Dinge des täglichen Lebens stolpern sie gewöhnlich. Das bringt, wie der Oberlehrer Dengg in seinem Vorworte zu seinem Büchlein sehr richtig sagt, den ganzen Rechenunterricht beim Volke in Mißkredit. Was ist schuld daran? Unsere Lehrpläne und unsere Rechenbücher baachten im Gegensätze zur Aufgabe der Volksschule die Forderungen und Bedürfnisse des Lebens viel zu wenig oder gar nicht. Man hält sich immer das Gespenst „Mittelschule“ vor Augen, als ob die Volksschule nur für die Mittelschule da wäre. Darin sollte man doch endlich unterscheiden lernen. Oberlehrer Dengg will nun mit vorliegender Sammlung „einen bescheidenen Baustein zur dringenden Reform des Volksschulrechenunterrichtes beitragen“. Die Beispiele sind wirklich aus dem Leben gegriffen. Sie führen den Schüler, immer der Auffassungskraft der jeweiligen Altersstufe angemessen, zur Milchfrau, zum Fleischhauer, zum Kaufmann usw., sie machen ihn mit Dingen der Haushaltung und der Wirtschaft vertraut, sie machen den Schüler mit der Krankenhasse und Unfallversicherung bekannt, kurz: eine prächtige Sammlung. Prof. Rud. E. Peerz hat ihr ein treffliches Geleitwort mitgegeben.“ G. 2.) Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 2. Auflage. 5. TausendI (Verfasser: Rud. E. Peerz.) — a) Violett gebunden mit weißer Aufschrift 2 K. — b) Geheftet 1 K 50 h. (Porto jedesmal 10 h.) — Inhalt: Psychologische Grundlegung, Methodik, Lehrplan, Lehrstoffverteilung, Stundenbilder. 3.) Lehre sparen 1 Ein sozialpädagogisches Unterrichtsbeispiel. 2. Auflage. Durch die Einführung der Heimsparkassen zeitgemäß geworden. Preis 40 h, Porto 3 h. (Verfasser: Rud. E. Peerz.) 4.) Der kürzeste und sicherste Weg im Rechenunterrichte. Eine kritische Studie. Preis 1 K; Porto 10 h. Verfasser: Rud. E. Peerz. — Aus einem Lehrerblatte: „Die Ausstellung ,Lehrerarbeit' trägt schuld an dieser Besprechung. Niemals noch waren so viele Rechenapparate in einer Ausstellung vereinigt wie in dieser. Diese viele unnütze Lehrerarbeit brachte mich auf die Idee, den Peerz’schen Wegweiser, der schon 1901 erschienen, wieder einmal anzuempfehlen. Wenn ich durch diesen Hinweis auch nur einen Kollegen davon abhalte, einen neuen Rechenapparat zu erfinden, so habe ich meinen Zweck erreicht. Ach, wenn doch nur der Diensteid endlich den Zusatz bekäme: Ich gelobe, keinen Rechenappart zu erfinden!“ 5.) Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. Mit Beispielen versehen. Preis 40 h, Porto 3 h. 6.) Kurzgefaßte Anleitung für den Unterricht an Landschulen. (Aufgebaut auf einem Stundenpläne für die ungeteilte einklassige Volksschule.) Preis 1 K, Porto 10 h. — Verfasser: Rud. E. Peerz. (Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht empfohlen.) 7.) Die „Österr. Schulaufsicht“. (Fachblatt für die österr. Bezirksschulinspektoren.) Monatsschrift. Bezugspreis für das Jahr 5 K. — Schriftleiter: Rud. E. Peerz. 8.) Ansichtskarte „Unser Gold“. Das gesamte Erträgnis ist dem Südlieim gewidmet. 1 Stück 10h. 9.) „ „Das Lehrerheim im Süden“. Reinerträgnis für das Südheim. 1 Stück = 10 h. 10.) „ „Kinder des Frühlings“. „ „ „ „ 1 Stück = 10 h. 11.) „Blätter für den Abteilungsunterricht“. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — fl) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Auflage erschienen (geheftet)............3 K elegant gebunden.................................................4 „ b) 5. „ (1908), in Heften zu haben............................4 „ c) 6. „ (1909)................................................ 6 „ 12.) In Kommission, also direkt durch uns zu beziehen: Die Skizze im naturgeschichtlichen Unterrichte von Prof. Burger. Preis 2 K. SÄT Ganz umsonst erhalten Sie ein gutes Stereoskop beim Abonnement auf eine unserer Stereoskop-Reisen zu K 25. 100 prachtvolle Bilder, elegante Kassette, hervorragende Begutachtungen aus Lehrerkreisen. Verlanget Prospekt! Außerdem für Stereoskop-Besitzer mehr als zehntausend Ansichten aus aller Welt zu billigsten Preisen gegen monatliche Raten. Versandstelle: Die Welt im Stereoskop, Reichenberg in Böhmen. !!! Beispielloser Erfolg einer ölterreichifchen pädagogischen Schrift !!! In einigen Monaten 1. Auflage (2500 St.) vergriffen. In zweiter Auflage ist erschienen: I Wrof. Würger Dir 5lti))f im rntttinjefchichtlichrii Unterrichte der Volks- und Liirgrrschnle. ltüt 108 Skizzenveispiesen, darunter 3 in Sechsfarbendruck, und Lehrproben. Areis 2 Kronen. — Zu beziehen: Bürger, Innsbruck, Anichftraße L. fllKtlo« Stauböl zur Imprägnierung der «IIIMIVff) Fußböden gegen Staub. 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Mittel- und Oberstufe (zwei Turnusse). 3.) Schülermerkstoffe. 4.) Tagesdispositionen für die ersten Wochen der Eleinentarklasse. f>.) Lektionsplan (Wochenbnch für alle Fächer). Anhang: Schulordnung, Repertorium der jährlichen Schülamtseingaben. — Prof. R. E. Peerz: „Welche Fülle wertvoller Beiträge für den Abteilungsunterricht ist da aufgestapelt! Schon die Anlage allein muß auf den Leser vorteilhaft wirken; um so mehr der Inhalt als solcher. Wer dieses Buch auf den Tisch legt, kann sich täglich eine halbe Stunde ersparen." — Prof. E. Burger: „Das Buch hat mich vom Anfang bis zum Ende entzückt." — Schulleiter A. Blümel: „Vorzüglich und preiswürdig." Empfohlen vom k. k. Landesschulrate in Tirol mit Erlaß vom 5. März 1908, Z. 235. Wichtig für Lehrer! tlcuc Gesetzt und Verordnungen auf dem Gebiete der Volksschule in Steiermark. 1.) Lehrer-Hehaltsgeseh (y. Sept. 1899) 10 h. 2.) Suvstitntionsnorinake (27. Nov. yo2) 10 h. 3.) Lehrer-Piszipkinargefeh (26. Aug. yo-y 10 Ii. 4.) ^enstonsgefetz für Handarbeitslehrerinnen (25. Juli (905) 10 h. Schriften juttt modernen Zeichenunterricht. 5.) Lehrgang für das moderne Zeichnen anDoklls-nnd JLürgerfchuken. Mit tunlichster Berücksichtigung der bestehenden Vorschriften, vorgelegt in der VII. steierm. Landeslehrerkonferenz von Ad. v. Ealisto. 10 h. G.) Pas Zeichnen nach Kkachmodellen in der Vokllsfchul'e. Mit acht Tafeln auf Kunstdruck-papier. von prof. Anton vesely. 60 Ii. „Die in dem vortrage gegebenen methodischen lvinke sind erprobt gute. Die Beispiele, die besprochen werden, sind: (Quadratisches pakek, Palette, Blatt der Haselwurz; Schilde, Art, Blattformen (Klee, Erdbeere), Eichenzweig. Letztere sind als Uebungsformen für „freiespinzelzeichnen" gewählt. Der Vortrag ist lesenswert." Fr. Wünsche, in der „Freien Schulzeitung". Bei der Verwaltung der „pädag. Zeitschrift", Graz, Morellenfeldgasse (0, auch gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken. Für ein Stück 3 h Postgebühr beilegen! Mehrere Stücke werden post-frei gesandt. WK" Bestellungen, denen der entfallende Betrag in Briefmarken nicht beiliegt, werden nicht ausgesührt. TW Blätter für den Jlbteilungsuntemcht. -Laibach, im Auni 1909. Mitteilungen über das Lelirerljeim im Süden. 79.) Wcuc Warlien. Sie stellen das Haus vor, wie es in Wirklichkeit aussieht. Das Format ist frem der Postmarken gleich; der Farbenton sechsfach. Sinnvoll und hübsch ist die Umrahmung. Preis einer Marke 2 h. Bestellungen an den „Geschäftsführenden Ausschuß für das Lehrerheim int Süden, Laibach." — Dort sind auch die neuen Karten, die das Bild der Marke im vergrößerten Maßstabe zeigen, erhältlich. 1 Stück — 10 h. — 80.) Wie sieht es im Lehrerhcimc dermalen aus! Wenn du, mein lieber Wanderer, die elektrische Straßenbahn, die dich von der Südbahnstation Abbazia-Mattuglie im scharfen Bogen den Hang herab, hart über dem Meeresspiegel, und dann durch die Villenstadt Abbazia führte, in der Endstation verläßt, weift dich eine Tafel mit der Aufschrift „Zum Lehrerheim" gegen die Lehne des dichtbemachsenen Hanges. Willst du gemächlich schreiten, so wendest du dich vor der Villa Carinthia nach links. Dort gelangst du auf die breite Fahrstraße. Eine zweite Tafel zeigt den weiteren Weg, eine dritte steht schon auf dem Grunde des Lehrerheim-Gartens. Nun bist du auf der Brücke, die zum Tore führt. Du mußt anläuten. Sogleich erscheint des Hauses Mutter. Da du eintrittst, grüßen dich von der Wand die Worte „Aus eigener Kraft". Zunächst begibst du dich ins Erdgeschoß, um dich auszuweisen, ob du berechtigt bist, hier zu weilen. Dann führt man dich durch die Gänge und Zimmer. Überall die größte Nettigkeit, der freundliche Charakter des Hauses. Auf der Terrasse stehst du, wie vom Zauber umfangen. Ein Bild zieht in deine Seele ein, wie du cS noch nie gesehen. Unter dir breitet sich der schattige Garten aus. Rote Tischchen itnb Sessel blinken durchs Gezweig. Dort wiegt sich jemand in der Hängematte, hier gibt cs ein Tarokspiel, in der Ecke ein trauliches Schäkern. — Willst du dich laben, so kehre zurück in das Zimmer, wo man dir das Nationale obgenommen. Dort liegen die verschiedensten Tages- und Fachblütter auf. Auch eine Bücherei hat sich entwickelt. Sie weist noch Lücken auf. Schreib dir das auf und schicke was, wenn du heimgekehrt bist! 81.) Hrweitcrungspkäne. Im nächsten Jahre soll im Lehrerheime die Riklikur eingeführt werden. Hiezu ist ein Sonnenbaddach nötig. Es wird wahrscheinlich über dem Zubau, der in Aussicht steht, angebracht werden. Zur Ausführung dieser Pläne sind weitere Geldmittel zu beschaffen. Darum sollten die Sammlungen ungcschwächt fortlaufen. Da uns das Kleine so trefflich gelungen ist, wollen wir in Zuversicht das Große anstreben. — Beiträge. 496. Lehrerverein „Fortschritt", St. Pölten..................................................K 50 — 497. Oberlehrer Libal, Brotzen, Böhmen.......................................................„ 20 — 498. Fachlehrer F. Fiedler, Wien............................................................ „ 2 — 499. Lehrer Alois Möller, Oberaltstadt, Böhmen, statt einer Kranzspende . . . . „ 10 — 500. Lehrer Karl Porsche, Neuhofen, Oberösterrcich........................................„ 4-— 501. Lehrer Fr. Ferner, Rohitsch, Ertrag eines Iunggeselkenkränzchens zu Gunsten des „Südheims".........................................................................„ 10 — 502. Schulleiter Joh. Kaiser, Pöllau, anläßlich einer Avschicdsscier.......................„ 5 — 503. Schulleiter Hans Glawischnig, Kreuth, Kärnten.........................................„ 1 — 504. Direktion der Mädchcnvolks- und Bürgerschule Kratzau, als Spende des Lehrkörpers „ 10-— 505. Lehrcrklub „Wartenberg", Niems, Böhmen, statt einer Kranzspende für die verstorbene Frau Oberlehrer Schwarzbach „ 5 — 506. Oberlehrer Al. FaulHammer, Lehrer F. Klein, Oberstinkenbrunn, Gründerkronen „ 2;— 507. Lehrer Alois Thaller, Heil. Kreuz bei Graz „ — 60 508. Lehrkörper der Volksschule Grünau, Niederösterreich 6 — 509. Frl. Emilie Opletal, Lehrerin, Unterretzbach, Niederösterreich, Grdk „ 1'— 510. Zweiglehrerverein Neufelden, Oberösterreich „ 6 — 511. Oberlehrer Karl I. Decker, Jakobeny, Bukowina, sendet Gründerkronen von seinen Kollegen: Oberlehrer Sig. Laufersweiler in Jllischestie, Lehrer Alois Zankl in Gura-Humora, Lehrer Fr. Prasser in Jllischestie, Lehrer Val. Schweizer in Hliboka, Lehrer Heinrich Becken in Jllischestie, Lehrer Philipp Dewald in Jlli- schestic, Lehrer Simon Mayer in Satulmare, Lehrer Anton Kaindl in Balazana „ 8'— 512. Lehrer Emil Link, Wolsdorf, Böhmen, Grdk................................................K 1— 513. Oberlehrer Viktor Straczowsky, Lehrer Leopold Hanselmayer je 1 K . . . „ 2'— 514. Oberlehrer Steph. Halm, Senftleben, Grdk................................................„ 1 — 515. Lehrer And. Gruber, Kottingbrunn, „Leichenöegängnis Kartwig"............................„ 10 — 516. Frl. Gabr. Tauber, Lehrerin, Bisenz: „Am Todestage meiner teuren Mutter" für das Südheim............................................................................„ 3'— 517. Schulleiter K. Sch ofhalter, Festenburg, „Als SpieCergevnis für das Lehrerbeim im Süden" . „ 2'— 518. Gründerkronen von: Lehrer I. Kry und Lehrer L. Mayer, Eidlitz, Böhnien . . „ 2'— 519. G. Scharinger, Salzburg, Grdk...........................................................„ 1 — 520. Schulleiter A.'H olzer, Koritschnu, Grdk................................................„ 1-— 521. Lehrer A. M arterer, Lautersbach, Böhmen, durch Veräußerung des Drautsckukes bei der Hochzeit des Amtsgenossen Pensl „ 8 50 522. Oberlehrer I. 9JZ. Fietz, Schrems: „Als Ergebnis einer Sammlung für das Südheim anläßlich des Abschiedes einer Kollegin" „ 4 — 523. Oberlehrer H. Wolf, Marlinsberg, Niederösterreich.............................................................................. 2'— 524. Oberlehrer K. Trost, Niederabsdorf, Grdk................................................„ 1-— 626. Oberlehrer I. Harlos, Joroslau, Galizien................................................„ 5 — 526. Oberlehrer I. Sigmund und E. Langer, Gaubitsch, je 1 Grdk...............................„ 2'— 527. Bürgerschullehrer W. Jauernig, Troppau..................................................„ 2-— 528. Frau A. Koller, Oberlehrers-Witwe, Mühldorf, Kärnten, „Statt eines Kranzes vom Direktor Cella in Stadl für das Südheim"...........................................„ 10 — 529. I. Goritschnigg, k. k. Rcchnungsoffizial in Laibach, Schriftstellerhonorar . . . „ 10'— 530. Lehrer L. Uhl, Laibach, anläßlich der Gehaltserhöhung...................................„ 5 — 531. Schulleiter A. Fucker, Adamsfreiheit, Böhmen............................................„ 2-— 532. Einige Mitglieder des Gurktalerlehrervereines je 1 K: Lehrer A. Baumer in Gurk, Frl. F. Klima, Lehrerin in Straßburg, Schulleiter Lamb. Mag gauer in Kraßnitz, Oberlehrer I. Müller in Gurk, Oberlehrer Fr. Pigl in Altenmarkt, Oberlehrer Joh. Schiffer in Glödnitz, Oberlehrer Ferd. Schwarz in Weitensfeld, Oberlehrer Joh. VeliZek in Micheldorf, Frl. Am. Bo sch ak, Lehrerin in Micheldorf. Je 50 h spendeten: Schulleiter Fr. Egger in Gunzendorf, Schulleiter I. Forcher in Steinbüchl „ 10 — 533. Oberlehrer Joh. VeliZek, Michcldorf, als Sammelergebnis.....................................................„ 11— 534. Lehrer W. Pöschko, D. Beneschau, Ergebnis einer Sammlung in D. Reichenau . „ 2'37 536. L. Magganer, Sammelergebnis in Treibach „ 406 536. Oberlehrer Fr. Rößler, Schönbach bei Eger, Grdk „ 1 — 537. Schuldirektor G. Rosmanith, Lehrer I. Thim, Harland, Grdk „ 2 — 538. H. Wiegele, Südheimreserent, Rinkenberg bei Bleiburg, sendet für die von der Geschäftsstelle des S. A., Wien, an Herrn Oberlehrer H. Huber in Bleiburg gesandten Südheimkarten 10 K; 4 K aus der Sammelbüchse in Prävali . . . . „ 14 — 539. R. Bachheimer, Bruck a. d. Leitha, Spende...............................................„ 3 — 540. Frl. P. Prucha, Lehrerin, Waißbach, Schulleiter Hr. Skof, Flaschberg, Grdk. . „ 2'— 541. Fr. Seidler, Allentsgschwendt, Niederösterreich.........................................„ !•— 542. Lehrer Kurka, Pohrlitz, Ergebnis einer Sammlung.........................................„ 6 — 543. Fachlehrer Ferd. Wenzel, Lehrer I. Beutel, Lehrer I. Schubert, Lehrer E. Wabersinke, sämtliche in Karbitz bei Außig, Grdk............................................„ 4"— 544. Lehrkörper der Schule in Treffen statt einer Kranzspende für Oberlehrer Steiner „ 10 — 545. Lehrer I. Tomany, Zwodau bei Falkenau, „Aus fröhlicher Runde" . . . . „ 2-— 546. Vereinsspende des Schwarzwasserer Bezirkes..............................................„ 2-50 547. Oberlehrer R. Dengg, Lenzing bei Saalfelden, Grdk „ 1 — 548. Lehrerverein „Fortschritt", St. Pölten, Spende „ 50 — 549. Lehrerklub Wartenberg statt einer Kranzspende.................................................................................. 5 — 550. Lehrer W. Zezula, Reichenau, Mähren „ 2 — 551. Schulschwestern in Persenbeug, Niederösterreich „ 2 — 552. Lehrer Otto Demmer, St. Michael „ 1-— 553. Lehrer K. Elmauthaler, Neumarkt a. d. Pbbs . . . /. „ 2 — 554. Frl. Marie Watzel, Lehrerin, Allerheiligen „ 4 50 555. Schulleiter K. Bauer, Enzersdorf............................................................................„ 2-— 556. Lehrer F. Pr echt l, St. Georgen a. d. Ubbs „ 1 — Wöti V ^ ^ ^ (6. Aastr.) Aokge 6(5. für den flbieiltingsuimiTicbt Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens. SciumncbiHt 0 K (ti SDIatf, Herausgeber: Geschäftlicher auSschUcßUch 7Frk., jährlich. Elnzelnum- an dt- „Verwatlung der wr eo h. Postsparkassen- • »„ji, . Blätter siir den Adteilungs- schcch-Konto Nr. 58.218. JvUuOlt $•. flCCVf tN Xll t U110). unterricht in Laibach". Nimmcrmelir wird untergehen, Was Begeisterung erschaffen. H. v. Llngg. Post festum! Wie ein kurzer Freudentaumel, der schließlich eine Ernüchterung zurückläßt, ist das ^eichsvolksschulgesetz -Jubiläum vorübergerauscht. Ein paar kräftige Reden, ein paar Hochrufe, ein vielstimmiger Ehorus und dahin war das Gedenken an den großen Tag; es bleibt nun alles wieder hübsch fein beim alten. So will es das Geschick gefeierter Einrichtungen. Sie tauchen auf kurze Frist auf, um dann wieder zu versinken. „Ja, was will Man," ruft da der Dithyramb, „die Schulgesetznovelle hat uns ja alles verdorben; sie hemmt uns auf Schritt und Tritt in der freien Entfaltung I" Wie doch das Schlagwort öie Geister zu bannen vermag! Weil es nun so in einigen Zeitschriften geschrieben war, weil die Phrase durch Persammlungen schwirrte, muß sie wohl wahr sein, unumstößlich. Würde sie doch jeder einmal abklopfen, um zu sehen, ob sie standhält, ob sie uns Zeitlebens in Fesseln schlagen kann! Es ist ja richtig, daß die Schulgesetzbestimmungen vom Jahre (883 einen Rückschritt bedeuten und einen Rückschritt wollten. Allein, was vermag der tote Buchstabe in der Zeit, da alles vorwärtsdrängt, da die Bildung alle Hemmnisse niederweht und gewaltig durch die Länder zieht? Und wie soll die beengende 'Vcgel wirken, wenn der Lehrerstand sich reckt und als geschloffene Masse der Erkenntnis zu-strebt, sich eigene Wege bahnt und in Hellen Kaufen durch die Tore bricht, die ihn vormals von dem Gemeingut der Gebildeten abschlossen? Bei solchen Betrachtungen ist das Per* Zagen schlecht angebracht; wir halten uns und den Zeitenstrom für schwächer als wir st"d, als er ist. Das Gefühl der eigenen Kraft hat noch immer alle Hindernisse überwunden; dieses Gefühl wird auch hier die rechte Fährte finden. Greifen wir die Töne aus dem Akkord, der in die Schulgesetzfeier schrill hereingellte I — (.) Es heißt, durch die Schulgesetznovelle sei in der Form von Schulbesuchserleichterungen die achtjährige Schulpflicht auf sechs Jahre herabgeschraubt worden. Zn der Tat trifft es zu; es muß aber nicht zutreffen. Gerade im Briefkasten der vorliegenden Folge unserer „Blätter" findet sich eine Stelle, die uns lehrt, daß wir sonder Zwang und Arger öie Schüler selbst über die acht Jahre hinaus in unserer Stube haben können, wenn wir es wollen. Der gute Lehrer muß die Zungen gewaltsam abstoßen wie die Henne ihre Küchlein. Daran erkenn’,ich meine Pappenheimer I Hätte ich es nicht in vielen, vielen Schulen wahr-senommen, selbst erlebt und in meinem Znspektionsgcbicte, wo ein erschreckender Mangel an Arbeitskräften besteht, beobachtet, ich würde nicht daran glauben. So aber schlägt mich die Tatsache und ich kann füglich den Satz aufstellen: Die Zahl der Schulversäum-nisse bildet ein Kalkül für die Arbeit des Lehrers. Da mag nun dieser oder jener einwenden, was er wolle; es gilt nicht, weil die Praxis es anders lehrt. Zltir erscheint der durch Geld- und Kerkerstrafen erzwungene Schulbesuch genau so als Schwäche wie eine durch deu Stock bewirkte Disziplin. Wer es nicht anders zuwege bringt, die Schüler an sich zu ziehen und in Schranken zu halten, muß mir leidtun. Wäre ich nicht selbst unter den mißlichsten Verhältnissen ein Jahrzehnt Volksschullehrer gewesen, würde ich nicht sehen, wie es die braven Lehrer meines Schulaufsichtskreifes zuwege bringen, ihre Klaffen zu füllen, ich müßte den Vorwurf, als priese ich ein unmögliches Phantom, hinnehmen. So aber stemme ich mich dagegen, indem ich aus Überzeugung all den ZTtißmutigen, Verzagten und Schwarzsehern zurufe: „Stellt dort, wo Luch die Pflicht hält, Litern Mann, und das Türchen, durch welches die achtjährige Schulpflicht entwischen will, bleibt verschlossen." Ich möchte den Vater sehen, der seinen Sohn zum Pfluge zerrt, wenn dieser zur Schule will, wenn er mit Tränen bittet: „Vater, laß mich zum lieben Lehrer, laß mich in die Schule!" Das müßte ein Rabenvater schlimmster Sorte sein; rührte ihn schon nicht des Kindes Z3ittc, so bestimmte ihn der (Einfluß seiner Nachbarn zur Nachgiebigkeit. Und was verschlüge es, wenn der Bauer zum Lehrer käme und sagte: „Ich kann den Buben mit dem besten Willen nicht entbehren" — und dieser zurückgäbe: „Gut, Bauer, laß mir ihn halt den ganzen Vormittag; Nachmittag soll er der Arbeit gehören" 7 Dahinter wittern jene, die der Sache nicht auf den Grund gehen, einen Rückschritt, weil es gar so bequem ist, jede neue (Einrichtung, die etwa ein bißchen mehr ZUühe im Gefolge hat (hier trifft es übrigens nicht zu), abzuschütteln. — Wie aber soll ich den Schüler soweit bringen, daß er aus eigenem Antriebe zur Schule wallt? Für diese Frage läßt sich kein Rezept aufstellen. Zftcr entscheidet die Persönlichkeit, die Begeisterung des Lehrers. Wer ein Herz für die Kinder hat, wer es versteht, sie mit den zarten Fäden der Liebe an sich zu ziehen, wer wohl vorbereitet vor sie hintritt, sie das lehrt, was das Leben heischt, wer sein Geschäft nicht handwerksmäßig betreibt, sondern ihm sein ganzes Tun freudig widmet: für den gibt es nicht eine sechsjährige, nicht eine siebenjährige und auch nicht eine achtjährige Schulpflicht, denn Schüler und Litern vergessen bas Gesetz und es bleiben die Großen solange in den Bänken, bis die Kleinen nach drängen und die Plätze für sich in Anspruch nehmen. — 2.) Das Zurückschrauben der Lehrerbildung durch das übermäßige Methodisieren ist eine Krankheit der Zeit „gewesen"; in unseren Tagen sind wir wohl über diese Art beruflicher Rüstung hinweg und es steht auch hier wieder bei den wirkenden Faktoren, das Streben in natürliche Bahnen zu leiten. Wenn die Lehrerschaft wie ein Zttami verlangt, daß man ihr nicht sosehr erkünstelte Handgriffe zueigen mache, sondern sie vielmehr mit einem reellen Wissen und Können ausstatte, das von einer gesunden Methodik durchzogen wird, ohne daß man dafür bestimmte Formen imprägniert, die nicht in die Tiefe dringen, sondern nur oberflächliche Schichten berühren: so wird die Zlnstalt, die Lehrer heranbildet, wohl dem entsprechen müssen. Unsere vielverzweigte Methode mit ihren zahllosen Gesetzen und Regeln, mit der verzwickten Terminologie, mit erzwungenen Systemen, mit zeit- und kraftraubenden Stundenbildern und engherzigen Bestimmungen verschiedenster Zlrt scheint zu nichts anderem bestimmt zu fein als Griechisch und Latein in der Mittelschule: zum Absorbieren der Zeit, auf daß für kulturgemäße Bildungsstoffe nicht der nötige Raum übrigbleibe. Line vernünftige ZKethodik stellt sich dem Sachlichen vom ersten Tage an unvermerkt an die Seite und weckt das natürliche pädagogische Empfinden des Zöglings; nur die Zünftigfeit gefällt sich auf hohe in -Kothurn. — 5.) Ähnlich steht cs mit der Einschränkung der Realien. Alan hat sie auf das „Faßlichste und Wissenswerteste" bezogen und vielfach in den Rahmen des Lesebuches gc= bracht. Ist jedoch damit eine feste Grenze gesteckt worden 7 Ist das wirklich von Übel, wenn man zunächst vollständige Sicherung des Triviurns Lesen > Schreiben - Rechnen fordert und dann das Faßlichste und Wissenswerteste aus den Realien? Welcher klardenkende Schulmann könnte es anders wollen? Wer den Blick ganz von der Welt wendet, wie sie um ihn webt und wirkt, macht sich selbst zum Sklaven. Unser Ruf nach Bodenständigkeit des Unterrichtes sagt ja auch nichts anderes, als was in der zitierten Bestimmung liegt. Sollte nun dieser Ruf auf einen Rückschritt abzielen? Alan darf eben nicht aus allem gleich das Schlechteste lesen, selbst wenn es die Verfasser hineinlegen wollten. Ich halte es in dieser Einsicht mit Franz Frisch, der einmal in einen Lehrerkalender schrieb: „Das Gesetz ist ein Gefäß, das die Le her mit dem Inhalte füllen." Wie stch also der Tüchtige hinsichtlich des Schulbesuches die Schäden vom Leibe hält, so wird er es auch hier verstehen, der Bestimmung jene Deutung zu geben, wie sie seinem Wesen und Wollen entspricht. Das alte Gesetz muß tu uns leben, dann lebt es. Die übersprudelnde Freude, über die sich eine Wolke legt, kann niemanden entzücken; es ist besser, man bricht mit dem Sonnenstrahl durch den dunkeln Schleier. Es besteht kein Zweifel darüber, daß in den Tagen, da der freie Geist im Angesichte einer Ueuen Zeit ein neues Volksschulgesetz schuf, die große Waffe noch nicht reis war, die Segnung zu erfassen und zu würdigen; es ist auch richtig, daß noch nicht alle Vorder«. lungen getroffen erschienen, die schönen Ideen zur Tat werden zu lassen; es ist ebenso wahr, daß die Durchführungsbestimmungen, zu denen man wenig Schulmänner, aber bafür viel Juristen heranzog, vielfach über das Ziel hinausschossen und uns eine Volksschule mit mittelschulmäßigem Anstrich schufen, weil den Herren das Gymnasium noch lebhaft in Erinnerung war; es ist weiter bedauerlich, daß die Veränderung des Schulwesens, bas hastige Hervorzaubern von Schulpaläften auf Rosten der Gemeinde der neuen Schule wel Feinde brachte; es wirkt endlich ernüchternd, daß man an alles dachte, nur nicht an b*c entsprechende Besoldung jener, die dem Gesetze Leben verleihen sollten. Aber all dies und, was dann folgte, sollte uns nicht entmutigen, denn nun ist die Zeit gekommen, die Üch mit dem Licht des Fortschrittes auf die welke Saat legt, sie emporrichtet und nährt, auf daß sie allen Stürmen trotzen und die erhofften Früchte bieten könne. Im „Post festum“ liegt die rechte Feier des Reichsvolksschulgesetzes für jene, die Taten ernten, weil fie Taten säen. — ______________ Wenn no’ a’ Muetterl hast!1 Schau, Bua, wenn no’ a’ Muetterl hast, Na’ geh’ von eahin net fort, Und wcnn’s a bisserl nur ko’ sci(n), Na’ bleib bei eahni in’ Ort. Wer auf sei(n) Muetterl no’ was hält, Dem leucht’ a Sternderl rar’. I’ wüßt’ koa’ Glück auf dera Welt, Dös no’ viel reicher war. So lang oan s’ Muetteraug’ no’ lacht, Is d’Welt voll Glanz und Scheich), Doch, wenn tna’s Muetterl legt ins Grab, —___________ Grabt ma’ a d'Jugend eich). A. Krämer. c>.. 1 Die Weise dazu findet sich aus einer Ansichtskarte, die der Verlag A. Mayer in Nürnberg versendet, mir den Schulgebrauch sehr zu empfehlen. D. Sch. Über Schulhausbauten. Von Franz Zdarsky, k. k. Bezirksschuhnspektor. (Schluß.) Und möglich wäre es. Hören wir! Heutzutage kann man alles, sein Leben, sein bewegliches und unbewegliches Eigentum versichern, daher auch eine mit der Zeit notwendige Bausumme. Die Gemeinden wären daher zu verpflichten, ihr Schulgebäude abschätzen und diese Wertsumme, vermehrt um den Betrag der etwa im Laufe der Zeit notwendigen Erweiterungskosten sowie um den Betrag, um den das Baumaterial und die Arbeit teurer werden dürfte, bei einer Anstalt, beispielsweise auf hundert Jahre, versichern zu lassen. Die jährlichen Prämienzahlungen für diese Versicherung wären nicht im Wege einer Umlage aufzubringen, sondern aus den besonderen Einnahmen der Gemeinde zu decken. Zu diesen besonderen Einnahmen vieler Landgemeinden gehören: der Zins für verpachtete Gründe, der Ertrag des Gemeindewirtshauses und der Jagdpacht. Für Gemeinden, die keine solchen Einkünfte haben sollten und die Prämienzahlung nur im Wege einer Umlage leisten könnten, hätte der Landesausschuß diese Zahlung zu übernehmen. Alle Versicherungen müßten bei einer Landesversicherungsanstalt abgeschlossen werden; fehlt eine solche einem Lande, so kann das Geschäft mit einer Anstalt des Nachbarlandes gemacht werden. Wird die Zeitdauer der Versicherung mit wenigstens hundert Jahren angenommen, so sind die jährlichen Prämienzahlungen nicht gar groß und daher leicht zu leisten. Durch die gemeinsame Versicherung verfügt die Anstalt schon in kurzer Zeit über ein genügendes Kapital, um solchen Gemeinden, die sich auf die versicherte Summe einen Vorschuß zu Schulbauzwecken nehmen müssen, aushelfen zu können. Auf diese Weise stünden jeder Gemeinde jederzeit die etwa notwendigen Geldmittel für einen Schulbau zur Verfügung. Von einem neuen Schulhause wäre zu fordern: 1. Unterkellerung aller ebenerdigen Räume; 2. Lehrzimmer mit einem Besetzungsraume für höchstens 50 Kinder; 3. die notwendigen Nebenräume, darunter ein Zimmer zum Aufenthalte für jene Lehrkräfte, die Zeichenstunden haben; 4. eine einwandfreie, nicht eingebaute Abortanlage; 5. ein gedeckter Turnraum; 6. breite, lichte Stiegen; 7. breite Gänge, die zugleich als Kleiderablage zu dienen hätten. Bezüglich der Ausführung wäre zu bemerken: Seit einiger Zeit ist man bemüht, auch an Landschulen vollkommen geruchlose Abortanlagen zu bauen. Unter den vielen Systemen scheint sich jenes am besten zu bewähren, das auf dem Prinzipc der Wasserspülung basiert ist und bei vollständig erreichter Geruchlosigkeit täglich nur ein Liter Wasser zum Betriebe braucht. Es ist dies das Patent Adainek in Wien. Sehr im Argen liegt auf dem flachen Lande der Turnunterricht. Fast an allen Schulen steht nur ein sogenannter Sommerturnplatz zur Verfügung, auf dem sich die allernotwendigsten Turngeräte, meist nur aus einem sehr fragwürdigen Klettergerüste bestehend, vorfinden. Von einer richtigen Beschaffenheit des Turnbodens ist nirgends die Rede; er ist meist mit Gras bewachsen, dabei voller Hügel und Löcher oder tief sandig, wenn nicht schotterig. Dabei ist aber der Platz durchwegs sonnig. Die Benützung hängt von der Witterung ab. Diese ist im Herbst, im Winter und im Früh- jahre ungünstig, im Sommer wieder meistens zu heiß und nicht selten regnerisch. Wann soll da geturnt werden? Hiezu kommt noch der Übelstand, daß die allen Witterungseinflüssen ausgesetzten hölzernen Turngeräte rasch verfaulen und daher fast alle fünf Jahre teils ausgebessert, teils durch neue ersetzt werden müssen und so der Gemeinde unliebsame Auslagen verursachen. Einen eigenen Zubau, bloß zu Turn-zwecken bestimmt, zu errichten, ist mit großen Kosten verbunden und daher nicht überall durchführbar. Hier könnte man, wenn man auf die körperliche Ausbildung der Schuljugend wirklich Wert legt, bei Neubauten billig Abhilfe schaffen, indem man den Dachraum zur Vornahme der allernotwendigsten Turnübungen — Freiübungen, Hang und Stütz — einrichten würde. Dies wäre zu erreichen, wenn man statt des allgemein üblichen Satteldaches ein gebrochenes Dach auf das Schulgebäude aufsetzen würde. Der untere Teil des Daches hätte die notwendige Anzahl Fenster, die freilich schräg stehen würden, zu enthalten. Der Dachboden müßte von der Decke des unterhalb liegenden Zimmers getrennt sein, die Tragbalken des Fußbodens wären, um jede Erschütterung aufzuheben, auf Bleiplatten zu betten. In dem so geschaffenen Raume, etwa doppelt so groß wie ein Lehrzimmer, könnten einige Kletterstangen, ein Reck, zwei Klettertäue, zwei Leitern, zum Verstellen eingerichtet, und ein Paar Schaukelringe angebracht werden. Ein Barren ist nicht notwendig, weil diese Art Übungen in der Volksschule durch die Übungen im Liegestütz ersetzt werden können. Von den Anschaffungskosten der Geräte abgesehen, würde die Herstellung eines solchen Turn-raumes eine kaum nennenswerte Erhöhung der Baukosten herbeiführen; man hätte aber den Vorteil, fast durch das ganze Schuljahr — die strengsten Wintertage etwa ausgenommen — das Turnen pflegen zu können und die Turngeräte nicht fortwährend, trotzdem sie wenig oder gar nicht benützt werden, erneuern zu müssen. Was die hygienischen Einrichtungen des Lehrzimmers anbelangt, so wäre zu fordern: Große, hohe, mit einer leicht beweglichen Ventilation versehene Fenster; diese Lüftungsvorrichtung wäre wenigstens an einem Fenster anzubringen. Schmale, nach innen stark abgeschrägte Fensterpfeiler, Mantelöfen mit einem Luftzufuhrschlauch ferner ein Luftabfuhrschlauch von genügendem Querschnitt; dieser Luftkamin ist in einer größeren Entfernung vom Ofen in der Mauer derart anzubringen, daß sich dessen obere Öffnung nahe an der Decke, die andere nahe am Boden befindet. Beide Öffnungen sind mit Verschlußklappen zu versehen. Alle Fenster im Schulhause sollen nach innen, alle Türen nach außen zu öffnen sein. Der Ofen darf nicht in der Mitte der Längswand des Lehrzimmers, sondern hinter dem Bankfelde aufgestellt sein. Eine sehr wichtige gesundheitliche Einrichtung des Lehrzimmers ist die Verhinderung der Staubbildung in demselben, denn der größte Feind, ja der Todfeind der Kinder und der Lehrer, ist und bleibt der Schulstaub. Eine staubfreie Luft erzielt man aber im Lehrzimmer nur dann, wenn dieses einen fugenfreien Belag von harten Bretteln erhält und wenn der so hergestellte Fußboden zwei- bis dreimal im Jahre mit Stauböl gestrichen, bezw. eingelassen wird. Dieses Mittel hat sich überall, wo es bisher angewendet wurde, glänzend bewährt. Damit wäre ich mit meiner Aufgabe, auch ein Scherflein zur Verbesserung unseres Schulwesens beizutragen, zu Ende; es erübrigt mir nur noch der Wunsch, es mögen sich auch Männer finden, die meine Ratschläge und Vorschläge in die Tat umsetzcn. Ein Blatt aus der Kulturgeschichte Ungarns. Von Direktor Ludwig Schlosz, Rimaszombat (Ungarn). Mit dem 19. Jahrhundert hat der Entwicklungsprozeß der nationalen Staatenbildung, der die Geschichte der Neuzeit erfüllt, seinen Abschluß gefunden; wie eherne Kolosse stehen die großen Nationalstaaten über die Erde verbreitet da. Somit ist die Gegenwart vor neue Weltaufgaben gestellt. Welches Inhaltes werden sie sein? Wird das 20. Jahrhundert das, was in langem Ringen durch Blut und Eisen zusammengeschweißt worden, in neuen Völkerwirren wieder gefährdet sehen? Oder wird es die fruchtreiche Kulturarbeit der vorhergehenden Geschlechter stetiger und reicher als diese fortsetzen und mehren dürfen, werden die Stimmen recht behalten, die es als ein Friedensjahrhundert verkünden? — Nichts kann mehr für die Berechtigung der letzteren Prognose sprechen als die Tatsache, daß mit dem Fortschritte der Zivilisation die Zahl der Kulturaufgaben beständig wächst, die auf dem Boden des Einzelstaates, und sei es des größten, nicht mehr zu lösen sind, und die deshalb des friedlichen Zusammenwirkens der zivilisierten Nationen notwendig bedürfen. Kein Gebiet im Umkreis der gesamten Kultur ist seinem innersten Wesen nach so stark auf internationale Verständigung und internationale Förderung angewiesen wie das der Wissenschaft, Kunst und Technik. Es kann denn auch das junge Jahrhundert bereits auf eine Reihe von Institutionen, Veranstaltungen und Stiftungen blicken, die, von weitschauenden Regierungen und Körperschaften oder von hochherzigen Menschenfreunden ins Leben gerufen, im Dienste dieser Kulturideen wirken. In auffallendster Weise zeigt sich dies in folgendem: In den letzten zwei Jahrzehnten haben vorwiegend soziale Kämpfe unser innerpolitisches Leben bestimmt. Es war das Zeitalter des Kampfes um materielle Wohlfahrt, ganz besonders um die wirtschaftliche Hebung des Arbeiterstandes. Man kann diese Zeit wohl das soziale Zeitalter nennen. Die Bestrebungen, in erster Linie der sozial am ungünstigsten gestellten Arbeiterschaft bessere Lebensbedingungen zu sichern, gingen Hand in Hand mit dem ungeheuren Aufschwung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse. — Doch noch eine andere, tiefer greifende Frage drängt sich auf: Soll das Streben nach wirtschaftlicher Wohlfahrt das einzige bleiben oder soll dieses Ziel nur als die unbedingt notwendige Voraussetzung weiterer Bestrebungen gelten, die jenseits der materiellen Wohlfahrt liegen und die schon während des Kampfes um diese Vorbedingung zu fördern wären? Bisher war in diesem Kampfe das äußere Wohl ausschließlich in den Vordergrund gerückt und die Sorge darum hat fast unser ganzes innerpolitisches Leben und Denken ausgefüllt. Damit scheint unser gesamtes öffentliches Leben aber einer gewissen Veräußerlichung verfallen, und wenn ihm nicht der Boden zu jeglicher Vertiefung und Veredelung entzogen werden soll, so muß unserer Sorge und unserem Kampfe ein weiteres Objekt, ein höheres Ideal, gegeben werden. So tritt im ungarischen Volke in vielen Ständen und Klassen eine Gärung zutage, das bedeutsame Vorzeichen zu einem neuen, gewaltigen Kampfe, dem Kampfe um die Kultur. Wir sind der festen Überzeugung, daß sämtliche uns beschäftigenden Fragen des sozialnationalen Lebens nach der erfolgreichen Arbeit auf materiellem Gebiete nunmehr in der Hauptsache, durch eine Vertiefung der Volksbildung, durch Verjüngung und Erhebung der Volksseele, des Volksgeistes, zu lösen sind. Was soll es nützen, dem Volke zur Beruhigung immer wieder Geschenke zu machen nur in Gestalt von erhöhten Löhnen, verkürzter Arbeitszeit oder Ähnlichem, wenn wir das Volk nicht zu gleicher Zeit fähig machen, den wahren Nutzen daraus zu ziehen, daß wir es nicht von seiner geistigen Unfreiheit erlösen? Was wird dem Arbeiter der Groschen mehr und die freie Stunde mehr im Grunde nützen, wenn man ihm nicht die Möglichkeit gibt, sich aus der Tiefe des Proletariats auf ein höheres Niveau emporzuarbeiten!? Löst erst die Fesseln seiner geistigen Unmündigkeit, gebt ihm Gelegenheit, sich zu einer edleren Lebenserfassung heranzubilden, dann wird er auch wissen, seine materiellen Vorteile richtig auszunützen. Von diesen und ähnlichen Ideen begeistert, konstituierte der Staatssekretär im ungarischen Kultus- und Unterrichtsministerium Dr. Viktor Moinär die ungarische Volksuniversität. Die Volksuniversität hat schon seit der Spanne Zeit ihres Bestandes die ersprießlichsten Erfolge aufzuweisen, so daß sie auch vom bulgarischen Unterrichtsminister Dr. Sismanov eingeführt wurde. Ich hatte Gelegenheit, die jüngst gehaltene großangelegte, ideenreiche Eröffnungsrede des Präsidenten der Volksuniversität Dr. Viktor Moinär beizuwohnen, und beehre mich, ihre leitenden Gedanken mitzuteilen. „Die kulturellen Bestrebungen unserer Zeit werden hauptsächlich durch den Zug charakterisiert, daß sie mit fieberhaftem Eifer Mittel und Wege suchen, wie sie die ganze Nation, wie sie alle Klassen und Mitglieder ihrer Gesellschaft der Bildung teilhaftig machen können. Die moderne demokratische Staatsauffassung, die auf der Respektierung der individuellen Arbeit basiert, kennt nicht nur im Kreise der politischen Berechtigung, sondern auch in der ganzen Ausdehnung des geistigen Lebens kein Privilegium mehr. Unsere Zeit duldet auch im Hinblicke auf die allgemeine Bildung keine Exklusivität, die unter den Bürgern eines Vaterlandes Scheidewände aufrichten kann. In vergangenen Zeiten auch noch während der ganzen Dauer des verflossenen Jahrhunderts sah man das Charakteristikum des Fortschrittes, sogar die Garantie der nationalen Existenz darin, wenn in einzelnen Zweigen der Kultur, in der Wissenschaft, in der Kunst sich eine hervorragende Persönlichkeit entwickelte, die wir sans gene unter den Größen anderer Völker erwähnen können. Heute — die Erfahrung liat uns dies gelehrt — glauben und bekennen wir, daß in der intellektuellen Welt die ununterbrochene Entwickelung nicht auf dem Hervor ragen der einzelnen beruh t, sondern daß sie nur durch werktätige Teilnahme der großen Gemeinschaft zu sichern ist. Nicht dadurch wird das Rückgrat der Nation muskulös, wenn wir in wissenschaftlichen Institutionen und Gesellschaften durch Pflege einzelner Fachwissenschaften in ihren Details das tote Kapital der Kenntnisse vermehren; man muß die Gesamtheit der Gedanken und Ideen in lebendigem Verkehr erhalten, in jedem Mitglied der Nation eine lebhafte geistige Bewegung hervorrufen. Die intellektuelle Mittelklasse, auf der nach aller Theorie die ruhige Entwickelung der staatlichen Existenz basiert. — . . . Als Gradmesser der allgemeinen Bildung gilt gewöhnlich der Prozentsatz der des Lesens und Schreibens Kundigen, nach ihrem Anwachsen bilanziert die Statistik die Hebung der allgemeinen Kultur. Dieser Gradmesser jedoch, der auf Grund der langsamen historischen Entwickelung durch enge Gesichtspunkte der inneren Verwaltung empfohlen wurde und der vielleicht in Hinsicht auf ein räumlich sich abschließendes Volk mit genügender Genauigkeit angewendet werden kann, trifft heute nicht mehr zu, er ist antiquiert. .. Die Verbreitung der Frage des Schreibens und Lesens kann für das Maß der allgemeinen Bildung richtunggebend in einem solchen Kreise und Grade sein, wo die Wahrung einer gewissen intellektuellen Reserve, die Überlieferung einer ständigen Tradition das einzige Ziel der Kultur ist.. . . . . Wenn auch bei uns die Volksschichte der des Lesens und Schreibens Kundigen geringer ist als in Deutschland und in einem guten Teile der ausländischen Staaten überhaupt, so macht es dieser Umstand noch dringender notwendig, daß diese kleinere, aber ebenso gebildete Volksschichte n'it gesteigerter Ambition an der großen internationalen Weltkonkurrenz teilnehme und all ihre Kraft unspnnne, um nicht aus diesem Wettbewerb der westlichen Kulturstaaten vollständig hinausgedrängt zu werden. Deshalb müssen wir mit umsichtiger Sorge und in raschem Tempo diese kleinere Volksschichte auf dem Wege der Kultur vorwärts bringen und einer allgemeinen europäischen Bildung zuführen ... Der Mensch von heute kann sich nicht mit dem kargen Vorrat an Bildung begnügen, der ihm m der Schule zugemessen wird, aber auch nicht mit der isolierenden Einseitigkeit des Fachwissens. Beute muß jeder einzelne im weitesten Maße über den ganzen Komplex der Kenntnisse orientiert sein, der ihm in dem Konkurrenzkämpfe der Nationen wirksamere Hilfe zu leisten vermag als die Macht der Waffen. Und es genügt nicht, daß nur die höheren Klassen oder einzelne Führer des Volkes nach der Erwerbung dieser Kenntnisse streben. Heute ist es nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, daß jeder tüchtige Kaufmann, jeder geschickte Industrielle und jeder Ökonom von Selbstbewußtsein tiefere Einsicht in das verschlungene Gewebe des Wissens besitze, um in der sich stetig ausbreitenden internationalen Verbindung seinen Mann zu stellen .. . Derartige Gesichtspunkte, die Empfindung der großen Erfordernisse der allgemeinen Bildung bedingten die Konstituierung unseres Vereines der Volksuniversität. In der Überzeugung, daß sie eine unvergängliche Aufgabe erfülle, daß sie einem Beruf diene, der eine Lücke ergänzt, trat sie an die Seite der Schulen und unter die Institutionen für allgemeine Kultur. Sie verschließt sich keinem Zweige des Wissens und der Kenntnis; aus den Quellen jedes Zweiges der Erfahrung und der Theorie schöpft sie denjenigen Teil, dessen die Hebung unserer allgemeinen Kultur am meisten bedarf... Die Volksuniversität ist in der Reihe unserer Kulturvereine heute der einzige gesellschaftliche Organismus, der seine Tätigkeit auf das ganze Land (ja sogar auf das Ausland) ausdehnt, der in allerengste Verbindung auch mit den kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strömungen des Auslandes aufrecht hält, in ihrer Wechselwirkung die verwertbaren Elemente zur Vermehrung zur nationalen Bildung sucht; die Volksuniversität ist der einzige vaterländische Organismus, der sich aller Zweige der Bildung, aller Richtungen des Wissens und der Erkenntnis, aller Gebiete der Fertigkeit und Kunst gleichmäßig annimmt. . .“ Eine ersprießliche und glückliche Erweiterung der Volksuniversität ist die ebenfalls vom Staatssekretär Dr. Viktor Molnär gegründete permanente Kunstausstellung „Urania“, die von unseren berühmtesten Malern und Bildhauern reichlich beschickt wird. Die Urania-Kunstausstellung steckte sich das hohe Ziel, für die schönen Künste auch bei den niedereren Volksschichten Interesse und Liebe zu erwecken und Verständnis einzuimpfen, da die bildende Kunst keine bloße äußerliche Zierde des Menschendaseins, kein Luxus für die obersten Gesellschaftsschichten ist, sondern eine innere allgemeine Notwendigkeit für jedes Volk, die ebenso, wie die Religion und die Sprache, die Zusammengehörigkeit festigt, zu vereinigtem Wirken anspornt, das als ein staatenbildendes und erhaltendes Element betrachtet werden muß. Ein zweiter, unschätzbarer Zweig unserer Volksuniversität ist das „Arbeiter-Gymnasium“, das, wie es auch sein Titel verrät, zur höheren Ausbildung der Arbeiter dient. Arbeiter-Gymnasien haben wir schon in den meisten Städten; sie haben einen von der Unterrichtsregierung gutgeheißenen Lehrplan. In den Lehrplan sind 12 Mittelschulgegenstände aufgenommen, die in 12 Abrisse eingeteilt sind; demnach wird der gesamte Lehrstoff in 144 Vorträgen verarbeitet. Der Lehrkurs des Arbeiter-Gymnasiums besteht aus drei Wintersemestern. Diese beginnen am 1. Oktober und dauern bis 31. März, immer in den Abendstunden. Hörer des Arbeiter-Gymnasiums können Arbeiter und Arbeiterinnen sein, die das 16. Lebensjahr bereits erreicht haben, lesen und schreiben können. Durch das Arbeiter-Gymnasium kommt eine hehre Idee zur Verwirklichung: Die Wertschätzung der Arbeit und durch sie die Liebe zur Arbeit! Das Arbeiter-Gymnasium strebt darnach, daß mehr wirkliche Handwerker in höhere Gewerbeschulen gelangen können, denn diejenigen Zöglinge, die aus den Mittelschulen in die Gewerbeschule treten, sträuben sich gegen den Titel „Handwerker“. Die wahre Achtung und Wertschätzung des Arbeiters hat auch bei uns die tiefere, gründlichere Ausbildung des Arbeiterstandes zur Folge, denn die Beispiele des gebildeten Auslands bewiesen es zur Genüge, daß die ersprießlichen Erfolge der vernünftigen, ernsten Arbeiterbildung den Arbeiter gesellschaftsfähig machen. Nicht den Gewerbetreibenden meinen wir, der schließlich auch bloß ein Unternehmer sein kann und den Namen Arbeiter sich manchmal widerrechtlich zueignet, sondern den wirklichen Handwerker, der mit Hammer, Bohrer und Stemmeisen in der Hand den Kampf ums Leben begann und sich zu hohen Stufen der Gesellschaft emporschwingen konnte. — Für das Album. Der wilde Sturm bricht manche Blüte, Die erst dem Leben hold erwacht. Ein gut’ Geschick dich wohl behüte, Auf daß das Glück dir freundlich lacht. Halt rein dein Herz und sei zufrieden Und strebe nicht nach Ruhm und Glanz! Dem ist das wahre Glück beschieden, Der sich erwirbt der Tugend Kranz. * Nur hoch das Haupt und fest den Blick Und nicht verzagt im Kampf des Lebens! In uns nur liegt das echte Glück Als Frucht des ehrlich-ernsten Strebens. * Laß des Lichtes Helle Strahlen dir ins Herz! Trink aus reiner Quelle, Strebe himmelwärts! Jugendsorgenlosigkeit sie schwindet balde. — Und nach langem Mühen ruhest du auf stiller Halde. * Genieße deine Jugendzeit In vollen Zügen Und laß um deine Fröhlichkeit Dich nicht betrügen! Die Frühlingszeit des Lebens ist gar bald entflohen, Es naht der Sommer und der Herbst, wo Stürme drohen. Hanemann, Ratschendorf. Ein Wort zur hauswirtschaftlichen Ausbildung der Bauerntöchter. Es ist nicht schwer einzusehen, daß das Wohl und Wehe des Bauernstandes und sein wirtschaftliches Vorwärtskommen größtenteils von der Tüchtigkeit des Wirtes abhängt. Daher hat sich auch die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer beruflichen, fachlichen Bildung der Bauernsöhne immer mehr Bahn gebrochen und in mehreren Kronländern Österreichs bestehen landwirtschaftliche Schulen, in denen sich die Söhne der Landwirte für den spätem bäuerlichen Beruf die notwendigen Fachkenntnisse aneignen können. Vorträge von Wanderlehrern, Vereinszeitschriften, landwirtschaftliche Blätter und Kalender tragen auch viel zu dieser Fortbildung bei. Das ist alles notwendig und anerkennenswert. Warum denkt man aber so wenig daran, auch die Bauerntochter berufstüchtig zu machen? Braucht denn eine Bauersfrau gar keine Berufsbildung? Ist doch die Befähigung und die wirtschaftliche Tüchtigkeit der Bauersfrau von mindestens gleich großer Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg wie die Tüchtigkeit des Mannes. In keinem Hauswesen kann der Einfluß der Frau so tief einschneidende, weittragende Folgen haben als im bäuerlichen Betriebe. Und gerade für den Haushalt des Bauers gilt noch mehr als anderswo das Sprüchlein: „Sechsmal sechs ist sechsunddreißig — Ist der Mann auch noch so fleißig, Und die Frau ist liederlich, Taugt die ganze Wirtschaft nich.“ Allbekannt ist auch das Sprichwort: „Die Bauersfrau kann mit der Schürze mehr vom Hofe wegtragen als der Mann mit dem Heuwagen hinfahren.“ Demnach ist die Frau im Haushalte ein ebenso wichtiger Faktor wie der Mann, wenn nicht gar der wichtigere. Ihr sind nicht nur Küche, Keller, Speicher, Garten und Viehstall oft ausschließlich anvertraut, auch in der Kinderstube ist sie unersetzlich; alles schreit nach der Mutter. Die Pflichten einer Mutter, einer Hausfrau und eines Wirtschafters hat sie gleichzeitig zu übernehmen. Ihre Aufgabe ist vielseitig, ernst und schwer besonders dann, wenn sie die Stelle des Mannes auszufüllen hat, z. B. im Krankheits- oder Todesfälle. Solche Fälle sind gar nicht selten und die Erfahrung zeigt, daß auch von Frauen geleitete Betriebe ebenso gut vorwärts kommen können wie solche von Männern geleitete. Nun wird aber diese Tüchtigkeit dem Kinde nicht als Geburtstagsgeschenk in die Wiege gelegt, sondern sie muß anerzogen und geübt werden. Am besten wird die Bauerstochter wohl von der Mutter erzogen und unterrichtet. Es handelt sich aber heute nicht bloß um Erziehung, sondern auch um Belehrung und Unterweisung in allen praktischen Arbeiten und Kunstgriffen im Haushalte und in mancherlei anderen Dingen, die früher nicht bekannt oder doch nicht notwendig waren. Das Haus allein genügt unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr. Auch die Tochter muß sich draußen in der Welt umsehen, muß neue Erfahrungen und Kenntnisse sammeln, die für den spätem Beruf unbedingt erforderlich sind. Allein, da sieht es traurig aus. Für die Berufsbildung unserer weiblichen Bauernjugend geschieht viel zu wenig. Es gibt ja noch viele Orte, in denen sich die Mädchen nicht einmal im Stricken, Nähen, Flicken genügend ausbilden können. Wohlhabendere Bauern schicken ihre Töchter, dem Zuge der Zeit folgend, in ein städtisches Institut. Dort erhalten sie Unterricht in fremden Sprachen, Klavierspiel, Sticken, Malen und feinen Manieren. Was nützt ihnen dieser ganze Kram für das spätere Leben! Diese für das Hauswesen nicht ausgebildeten, dagegen sehr eingebildeten Dämchen haben keine Lust mehr für die ländliche Arbeit, packen alles sehr ungeschickt an und kehren schließlich der Landwirtschaft den Rücken. In der Stadt hat man ja Gelegenheit als Stubenmädchen oder Kinderfräulein sich das Geld leichter zu verdienen. Doch bald haben sie das Dienen satt und kehren dann als Modedamen, vielfach auch sittlich verderbt, in die Heimat zurück, den alten Eltern zur Schande und zum Spott. Eine über den Gesichtskreis vieler Mütter hinausgehende Bildung tut unsern Bauerntöchtern not; man hat in dem Mangel solcher Bildung auch eine der Ursachen für die Landflucht erkannt. Doch wähle man nicht städtische Institute zur Ausbildung, sondern ländliche Haushaltungsschulen. Da aber gewöhnlich alle diese Schulen und Schulküchen schön eingerichtet sind mit Geräten, Geschirren, kurz mit allem, was man braucht, so wissen sich die Bauernmädchen, wenn sie in das Elternhaus zurückkehren, schwer mehr in die einfachen ländlichen Verhältnisse zu fügen; daher wäre es wohl am besten, wenn die Landmädchenausbildung für Haushalt, Krankenpflege usw. im Orte geschehen würde, sonst schafft man, wie Pensel mit Recht sagt, nur Fräuleinfabriken. Wenn schon nicht in jedem Orte, so sollte doch in jedem Tale eine solche Schule sein. Diese wäre für alle leicht erreichbar, billig und der Unterricht könnte gründlich, den örtlichen Verhältnissen angepaßt, bodenständig erteilt werden. Einen Beweis dafür bildet die vom Pfarrer Dümler in Unterfranken ins Leben gerufene Haushaltungs-Wanderschule, welche sich in jedem Dorfe niederläßt und nach acht oder zehn Jahren wiederkehrt. Der Lehrkurs dauert zwei Jahre. Die Mädchen arbeiten und praktizieren das Erlernte nebenbei zu Hause. Gelehrt wird Kochen, Einmachen der Früchte und Gemüse, Gartenbau, Tierpflege, Stricken, Flicken, Neuanfertigung von Kleidern, (dabei sollte besonders die Volkstracht berücksichtigt werden), Waschen, Stärken, Bügeln, Gesundheits-, Erzie-hungs-, Anstandslehre, Haushaltungsrechnen, Bestellbriefe usw. — Sobald man auf dem Lande wieder mehr versteht, die Arbeit gewinnbringend, das Heim „heimisch“ zu gestalten, so wird die Stadt viel von ihrer Anziehungskraft verlieren. Wenn die unterrichteten Mädchen später als Hausfrauen Mann, Kinder, Dienstboten an das trauliche Heim zu fesseln wissen, wenn durch ihre weise Sparsamkeit der Wohlstand sich mehrt, manche Krankheit ferngehalten oder im Keime erstickt wird, dann können alle jene, welche die Veranstaltung von Haushaltungsschulen angeregt oder unterstützt haben, das selige Bewußtsein hegen, zu diesem Glücke beigetragen zu haben. Ein großer Segen erwächst daraus für Familien, Gemeinden, den Staat und den ganzen Bauernstand. Darum wollen namentlich wir Lehrerinnen uns die Mädchenbildung und Erziehung besonders angelegen sein lassen, solche Gründungen anregen und durch fleißiges Mitarbeiten fördern, soviel in unserer Macht liegt. Es muß uns dies als ein Ziel erscheinen „wert des Schweißes der Edelsten“. Fil. Moll, Lehrerin. Lose Gedanken. 10. Richtlinien für den Nachfolger. Wie ehedem, so spielt auch heute der Kastengeist eine große Rolle. Blicken wir aus unserem trauten Kämmerlein hinaus in das wogende Getriebe der Welt, lenken wir unsere Schritte auf die Promenade oder in die Volksversammlung, treten wir in die Gaststube oder wallen wir zu dem Prachtgebäude, in dem die Bretter die Welt bedeuten: überall werden wir seiner gewahr. Es liegt eben in der Natur der Sache, daß sich diejenigen zusammenschließen, welche gemeinsame Interessen haben und gemeinsame Ziele verfolgen. Nur die Masse als organisches Ganzes wirkt, nur die Einigkeit macht stark. Auf Grund dieser Überzeugung bilden sich Organisationen über Organisationen, ja fast soviele, als es Berufsgemeinschaften gibt. Jede dieser Organisationen sucht nun alle gleichartigen Elemente zusammenzufassen; denn jedes einzelne fördert das große Ganze — aber dieses fördert auch wieder jedes einzelne. Der Wink, der in dieser Tatsache liegt, ist klar, ist deutlich genug: es strebe jeder hin zum Ganzen, es trachte jeder von uns, ein tätiges Glied in der Lehrerorganisation zu sein. Und nicht nur das: jedermann muß sich auch bestreben, die Standesinteressen auf jede mögliche Weise zu fördern. Dies läßt sich auf gar einfache Art bewerkstelligen. Fassen wir heute eine sich oft vollziehende Tatsache ins Auge, den Lehrerwechsel. Welch reiches Maß von Erfahrungen kann da der Vorgänger dem Nachfolger bieten! Wie selten aber ist es diesem möglich, mit jenem über Angelegenheiten, worüber er im Interesse eines erfolgreichen Wirkens der Aufklärung bedürfte, persönlich zu sprechen! Und doch, wie ganz anders versteht er es anzufangen, wenn er vorher in die für ihn neuartigen Verhältnisse eingeweiht wurde! Man werfe nicht ein, daß er auf solche Art mit einem gewissen Vorurteil an seine Tätigkeit auf dem neuen Dienstorte schreiten werde, mit einem Vorurteil, das ihm eher schaden als nützen könnte. Nein, ein charakterfester Mann — und ein solcher muß der Lehrer sein — läßt sich bei seinem Tun und Lassen von keinem Vorurteil leiten; er wird im Gegenteil durch die Bekanntmachung mit den Hindernissen nur doppelt vorsichtig auf das Ziel lossteuern. Ungleich schwieriger und langwieriger läßt sich dieses aber erreichen, wenn er selber die rechten Wege auskundschaften muß, die sein Vorgänger bereits entdeckt hat. Eine schriftliche Aufklärung darüber ist der mündlichen in diesem Falle unbedingt vorzuziehen. In der raschen Flucht der mündlichen Aussprache kann ja so manches Wichtige übergangen werden. Wenn beide Noten von Mitteilungen zur Ausführung gelangen können, umso besser. Allein dies wird wohl nicht immer möglich sein. Eine klare schriftliche Darlegung über die vorwaltenden Verhältnisse und die gemachten Erfahrungen sollte aber kein Kollege unterlassen, der seinen Posten verläßt. Damit wird er seinem Nachfolger einen Dienst erweisen, der des Dankes wert ist. Worauf sollte sich nun eine solche Instruktion beziehen? Auf alles, was für das berufliche Wirken des Nachfolgers von wesentlicher Bedeutung ist. Daß die gemeinten Erklärungen ohne Polemik geschrieben und objektiv gehalten werden müssen, braucht nicht erst betont zu werden. Man wird also schreiben über individuelle Eigenheiten einzelner Kinder, die eine besondere Behandlung verlangen, über kurzsichtige, schwerhörige, mit Sprachfehlern oder mit anderen Gebrechen behaftete Schüler, über Schulbesuch und die Gründe des schlechten Schulbesuches, über die Kinder, die täglich einen weiten und beschwerlichen Schulweg zurückzulegen haben; man wird den Nachfolger auch aufklären über ungewöhnliche häusliche Verhältnisse, welche die auffallende Benehmungsart der von diesen in Mitleidenschaft gezogenen Kinder begreiflich finden lassen, ferner über besondere Schulfreundlichkeit oder Schulfeind-hchkeit mancher Eltern u. dergl. So eingeweiht, kann dann der Nachfolger sein Erziehungswerk auf einen sicheren Grund bauen, jede Angelegenheit von der richtigen Seite aus fassen und auf diese Weise manches Übel ab wenden. Solche nur für die Hand des Nachfolgers bestimmte Aufklärungen sind aber wirklich von Vorteil; denn man findet sie weder im Kataloge noch in der Schulchronik, wohin sie ja ohnedies nicht gehören. Sie werden besonders dem Nachfolger an der Einklassigen sehr willkommen sein; sie werden aber auch beim Lehrerwechsel an den höher organisierten Schulen manchen Segen stiften. Und darum lasse sich keiner beim Scheiden von seinem Dienstposten die geringe Arbeit verdrießen 1 Sie wird dem Nachfolger, einem Kollegen, den Anfang erleichtern und ihm manche schwere Stunde ersparen. Ein Kollegendienst ist es also auch, wenn man informiert. Oberlehrer Eppich in St. Anna bei Obdach. Praktische Rechenaufgaben. 14.) Zwei Nachbarn A und B haben in ihren Waldungen das überständige Holz geschlagen. A verkauft sein Holz am Stocke und bekommt vom Holzhändler für 1 Festmeter Nutzholz (Bloch °der Schnittholz) 7 K 50 h, für 1 Raummeter Brennholz 2 K 40 h; wieviel nimmt der Bauer A ein, Wenn bei der Abmaß 156 Festmeter Nutzholz, 240 Raummeter Brennholz vorhanden sind? 15.) Der Bauer B läßt sein Holz von Holzarbeitern fällen und liefern. Er zahlt den Holzknechten für die Schlägerung pro Festmeter 1 K 80 h, für die Lieferung 1 K 60 h; wenn nun bei der Abmaß 358 m3 vorhanden sind, wieviel Arbeitslohn muß B auszahlen? 16.) B verkauft sein Holz dem Holzhändler und bekommt für 1 Festmeter Nutzholz K 13 5, für 1 Raummeter Brennholz K 35. Er hat 243 Festmeter Nutzholz und 187 Raummeter Brennholz; a) wie hoch sind seine Einnahmen? b) wie groß ist sein Gewinn? c) welcher Bauer hat sein Nutzholz besser verkauft? 17.) Der Berghofer hat am Rupertimarkt zwei Kühe gekauft. Die Weithorn kostete 260 K, die Scheck 320 K; wieviel kosten beide Kühe? Wieviel Zinsen hätte diese Summe in einem Jahre, zu 4% in unserer Sparkasse angelegt, getragen? 18.) Die Weithorn gibt täglich 14 1 Milch, die Scheck 20 1 Milch. Wieviel gibt jede in einem Monate, in einem Jahre? Wieviel geben beide in einem Monate, in einem Jahre? Wieviel nimmt die Bäuerin von jeder Kuh täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich ein, wenn 1 1 Milch 24 h kostet? 19.) Von 100 1 Milch der ersten Kuh bekommt die Bäuerin 4 5 kg, von der zweiten Kuh 3'6 kg Butter; wieviel Butter gewinnt sie von jeder Kuh in einem Jahre? Wieviel nimmt sie jährlich ein, wenn 1 kg zu 2 K 40 h verkauft wird? Bringt Milch- oder Butterverkauf mehr Gewinn? Eingesendet von Job. Suppin, in Kleinarl. Schulhumor. 14. Lehrer: „Was haben jene Menschen, denen die Haare ausgehen?“ — Schüler: „Die haben studiert. Eingesendet von Stein in Wels. 15. Die Waise: Die Lehrerin erklärt: „Ein Kind, welches weder Vater noch Mutter hat, ist eine Waise. Ihr alle habt noch Vater und Mutter, nicht wahr?“ — Die kleine Marie: „Na, der unsere is e>ng spirrt.“ Eingesendet von Käthe K och. Des Lehrers Takt mtb Schliss in der Gesellschaft. 10.) An der Sommerfrische. Nur allzuoft wird die Freizeit als allzu freie Zeit iit jeder Beziehung betrachtet. Man glaubt sich aller Fesseln entledigt, auch der gesellschaftlichen. Mancher hat dafür schon schweres Lehrgeld gezahlt. Ist er ortsansässig und empfängt er Fremde, so heischt die Pflicht gegen den Gastfreund Höflichkeit und feine Sitte. Man ist allzusehr geneigt, den Lehrer unter Bauern als verbauert zu bezeichnen, auch wenn es nicht berechtigt ist. Konimt man als Gast in das Dorf, so soll man zwar nicht als Kollege großtnn, wohl aber als Mann mit feinen Manieren beispielgebend sein und den Städter zeigen. Wir müssen beide Lehrerkategorien ins Auge fassen. Der Lehrer als Einheimischer! Eine Gesellschaft von Sommerfrischlern ist angekommen. Sie steht auf dem Dvrfplntze und sieht unschlüssig nach allen Seiten. Wird es da zudringlich gedeutet werden, wenn du dich den Fremden näherst und ihnen einen schonen Spaziergang bezeichnest? Keinesfalls! Im Gegenteil: die Ankömmlinge werden dir herzlich danken, werden sich glücklich schätzen, daß sich ihrer jemand angenommen, und werden dich als liebenswürdigen Menschen preisen. Du hast dich zwar nicht sogleich vorgestellt, wohl aber im Perlaufe des kurzen Gespräches oder wenigstens zum Schlüsse, da du sagst: „Augenblicklich fehlt mir leider die Zeit, die Herrschaften zu begleiten; aber ich bin morgen mit Vergnügen bereit, als Führer zu dienen. Gestalten Sie, daß ich mich vvrstelle: Lehrer N. I" Man sieht sich stumm an, als wollte man sagen: „Ei, da seht mir doch den feingebildeten Lehrer der Dorfschule an!" — Wenn du nun am nächsten Tage dein Wort einlösest, und das mußt du wohl tun, so beschränke dein ganzes Gespräch lediglich ans das Amt des Führers. Verrate in keiner Weise, daß du eine Nebenabsicht verfolgst; man würde es übel deuten. Schütte auch dein Herz nicht aus! Erstens weißt du nicht, wen du vor dir hast; zweitens interessieren ja den Sommerfrischler deine Schmerzen nicht. Man wird dir über alles danken und dich zu weiteren Spaziergängen bitten. Sei jedoch sparsam mit der Güte! Nur allzuleicht schlägt die Noblesse in etwas um, was dein Ansehen nicht hebt. Nirgends muß der goldene Mittelweg so sehr beachtet werden als hier. — Der Lehrer als Sommerfrischler! Seine erste Pflicht besteht darin, sich sofort nach der Einquartierung in das Schulhaus zu begeben, um sich der Lehrerschaft des Ortes vorzustellen. Es sicht recht sonderbar aus, wenn es heißt: „Was, Herr Oberlehrer, Sie wissen es nicht, daß „ein Kollege" von Ihnen jetzt schon zehn Tage im Orte weilt?" Alle Stände legen Zusammengehörigkeit an den Tag; am meisten sollten es die Lehrer tun. Die Schranke zwischen Stadt und Land haben lvir doch schon längst niedergerissen. Sollen wir sie vor den Augen des Publikums in der Sommerfrische wieder aufrichten? Auch die Staffel des Fachlehrers muß verschwinden. Die Dorfbewohner sollen erkennen, daß der heimische Lehrer nicht weniger gilt als jener, der als Sommerfrischler eingezogen ist. Neben der Rücksicht der Kollegialität hat ja die Annäherung auch manch Gutes, manch Nützliches im Gefolge: der Fremde findet gleich Anschluß, findet Anregung, er bringt manch neue Idee in den Ort, er empfängt aber auch manch gesunden Gedanken vom Landkollegen. Der Bevölkerung gegenüber hat der Lehrer als Gast immer zu beachten, daß jede Angehörigkeit nicht nur ihm, sondern dem Stande und vor allem dem Ansehen der ansässigen Kollegen schadet. Konferenzlhemen. 44.) Wie könnten die Jugcndbüchereien siir Erziehung und Unterricht möglichst ausgewertet werden? 45.) Die Stellung des Anschauungsunterrichtes in den einzelnen Schuljahren. 46.) Mittel zur Behebung der sittlichen Gebrechen unserer Zeit. 47.) Wo liegt die rechte Grenze zwischen formaler und materialer Bildung? 48.) Wie führt man den Schüler zur Selbständigkeit? Schulhumor. 16. Er weiß es bereits. Die Kinder müssen der Reihe nach den Satz nachsprechen (während die Lehrerin auf das Bild zeigt): Das ist ein Hase. Als der kleine Meyer an die Reihe kommt, macht er gar keine Miene zu sprechen. „Nun, Meyer,“ meint die Lehrerin aufmunternd, „sag es nach: Das ist ein Hase!“ Da blickt er sie von der Seite an und sagt verächtlich: „I waß eh.“ Eingesendet von Käthe Koch. Beiträge zum Kapitel „Reform des Handarbeitsunterrichtes“. Von Stephanie Sehnen, Arbeitslehrerin an der deutschen Schule in Hrastnigg. Wohl kein anderer Unterrichtsgegenstand ist so reformbedürftig wie unser Handarbeitsunterricht. Über jeden ändern Gegenstand sind massenhaft Streitfragen und Reformvorschläge in den verschiedenen Fachblättern erschienen, die wohl mehr oder minder auch den Erfolg hatten, von maßgebenden Persönlichkeiten erwogen zu werden. Man arbeitet wirklich daran. Anders ist es mit dem Arbeitsunterrichte. Man hört wohl hie und da den Hilferuf einer schaffensfreudigen Arbeitslehrerin, aber er verhallt ungehört und man huldigt der althergebrachten, F*r unsere Zeit längst unbrauchbaren Methode weiter. Und worin liegt die Ursache, daß gerade ein für unsere Mädchen so wichtiger Gegenstand 80 stiefmütterlich behandelt wird? Wohl darin, daß wir männliche Vorgesetzte haben. Ist der Herr Inspektor Familienvater, so wird er sich gewiß darüber ärgern, wenn die erwachsenen Töchter jede „kleine Näharbeit“ zur Näherin schicken, weil sie lieber Tischläufer, Decken, Wandbehänge u. dgl. machen, als sich zu einer langweiligen Näharbeit zu setzen. Aber darüber hinaus wirkt dieser Ärger eben nicht, sonst wäre es gewiß dem einen oder ändern Herrn Inspektor eingefallen, daß mit der jetzigen Arbeitsunterrichtsmethode aufgeräumt werden muß, will man endlich diesem Deckerlkultus ein Ende machen. Es ist ja richtig, in der Volksschule wird das nicht gelernt, aber schon in der Volksschule werden die Mädchen daran gewöhnt, Unpraktisches, nie wirklich Brauchbares anzufertigen; sie weiden mit diesen Sachen vertraut, sammeln Häkel-, Strick- und Stickmuster, kommen aber nie dazu, diese Muster für brauchbare Gegenstände zu verwerten. Gegen das Mustersammeln in einem gewissen Sinne bin ich nicht. Wie viel wird zu diesem Zwecke in jeder Frauen- und Modezeitung gebracht; wie viele von diesen Mustern werden aber achtlos als Packpapier verwendet oder in den Ofen geliefert! Nach der Erfahrung aller Mütter kommt das Mustersammeln der Töchter gewiß nicht billig, empfehlenswert wäre es, sich an größere Modegeschäfte zu wenden, die sich gewiß gerne bereit erklären werden, den Handarbeitsteil der Modeblätter für einen entsprechenden Betrag abzugeben. Auf diese Art werden die Mädchen zum Geld- und Zeitsparen angehalten; sie finden außerdem noch Zeit genug, sich mit den praktischen Näharbeiten vertraut zu machen. Genäht wird ja vielleicht in jeder Schule. Jedes Mädchen bringt auch eine oder mehrere Näharbeiten fertig. Fragt man es aber: „Kannst du das jetzt allein machen?“, so wird ein verneinendes Achselzucken die Antwort sein. Unsere Mädchen müßten viel, viel mehr nähen in der Schule; sie müßten vollends vertraut gemacht werden mit dem Nähen. Meiner Meinung nach wird zuviel Zeit fürs Häkeln und Stricken verwendet. Häkeln solange üben, bis den Mädchen Luftmaschen, feste Maschen und Stäbchen geläufig sind und zwar nur an Praktischen Gegenständen; abhäkeln von gezeichneten bezw. gedruckten Mustern und — das Häkeln wäre erledigt. Das Musterband ist überflüssig. Stricken: Ebenfalls zuerst an einfachen, verwendbaren Gegenständen üben, dann einen Socken und ein Musterband mit vier bis sechs Mustern. Hauptsache lst beim Stricken wohl das An- und Ein stricken und Stopfen der Strümpfe, sowie das Annähen gestrickter Tritte an gekaufte Strümpfe. Ganze Strümpfe werden heute wohl nur mehr in den Schulen gestrickt; sonst fällt es niemandem mehr ein, weil man es beinahe eine Verschwendung an Zeit nennen kann. Merken: Mit dem Merken bin ich so ziemlich einverstanden, wenn nach dem Merktuche mit zwei großen und einem kleinen Alphabete und einigen Bordüren auch das Merken der Wäsche auf Straminauflage geübt wird. Nähen: Das Nähtuch finde ich vollkommen überflüssig. Die einfachen Nähte macht man den Kindern an einer Schürze mit gezogenem Volant viel leichter begreiflich als an einem Nähtuche, schon deshalb, weil man den Vorstich nur zum Ziehen verwenden kann, niemals zu einer Naht, wie dies beim Nähtuch der Fall ist. Mit dem Nähen soll man mindestens schon im vierten Schuljahre beginnen. Im sechsten und siebenten Schuljahre soll mit dem Maschinnähen begonnen werden. Gegen dieses werden sich wohl viele Arbeitslehrerinnen sträuben. Warum? Weil uicht jede mit dem heute in jedem Kreise eingeführten Gegenstände so vertraut ist, daß sie die Kinder unterrichten könnte. — Und wollen wir die Mädchen das Anfertigen der einfachsten Wäsche-und Kleidungsstücke so lehren, wie sie im Haushalte in Wirklichkeit ausgeführt werden, so müssen wir sie das Maschinnähcn lehren. Ausbessern und Stopfen der Wäsche muß auch fleißig geübt werden. Auf diese Art werden die Mädchen mit dem Anfertigen der Wäsche und den einfachsten Kleidungsstücken vertraut gemacht und es werden wenige sein, die sich später scheuen, eine Näharbeit zur Hand zu nehmen. Das wäre beiläufig in kurzen Umrissen das Lehrziel im Handarbeitsunterrichte für die Volksschule. Wer sich gründlich damit beschäftigt, wird sich überzeugen, daß es kein allzu leicht erreichbares ist und ganz gewiß die Arbeitskraft eines Menschen vollkommen in Anspruch nimmt. Nun, wie viele Berufsarbeitslehrerinnen aber haben wir? Das weiß jede Schulleitung, jeder Bezirksschulrat so gut wie der Landesschulrat. Keine literarische Lehrerin, die sich schon vier bis fünf Stunden in der Schule geplagt hat, müde und abgespannt ist, wird arbeitsfreudig zur Arbeitsstunde gehen. Auch gibt es ziemlich viel unbefähigte Arbeitslehrerinnen, die nicht einmal die Gegenstände, die für eine mehrklassige Volksschule vorgeschrieben sind, selbst anfertigen, geschweige denn selbe einem Kinde methodisch erklären können. Endlich gibt es befähigte, d. h. geprüfte Arbeitslehrerinnen, die sich blutwenig um den Erfolg im Arbeitsunterrichte kümmern. Und warum? — Weil es eben keine entsprechende Inspektion gibt. Sparen ist eine gute Tugend; hier erreicht man durch das Sparen aber das Gegenteil, denn: Nimmt man von einem Gegenstände so viel weg, daß er unvollkommen ist, so ist eben das Übrigbleibende auch verschwendet. Vom Zucker. Stundenbild von Hans Richter, Oberlehrer in Seiz bei Kammern, Steiermark. Lehrmittel: Abbildung des Zuckerrohres, Stückchen Zucker, ein Stück Würfelzucker, etwas Staubzucker, Kandiszucker und Sirup. Einleitung als Einstimmung. Was habe ich euch heute hier mitgebracht? (Zuckerstückchen.) Wie nennen wir dieses Stückchen Zucker? (Würfelzucker.) Warum? Wie dieses Stückchen? (Gewöhnlicher Zucker oder Hut- oder Stockzucker.) Warum? Hier habe ich ein weißes Pulver. N. N. verkoste es! Du auch! Wie schmeckt es? Was ist auch dieses weiße Pulver oder Mehl? (Zucker.) Wir nennen diesen Zucker Staubzucker. Warum? Wer weiß, wie die Mutter den Staubzucker herstellt? Wozu braucht ihn die Mutter? Wozu wird der Zucker überhaupt gebraucht? Auch in unserem Blute ist Zucker. Derselbe nährt, und wir sagen: Der Zucker ist ein Nahrungsmittel. Nennt Handwerker, die den Zucker verarbeiten! Kinder naschen gerne den Zucker. Denkt an den Spruch: „Naschen macht leere Taschen!“ Befühlet die Zuckerstückchen! Wie fühlen sie sich an? Brich dieses Stückchen! Wie ist der Zucker? (hart und spröde.) Für unsere Zähne ist das „Zuckerlessen“ sehr schlecht. Wenn wir die Stückchen genau besehen und nach verschiedenen Seiten drehen, so sehen wir größere oder kleinere glänzende Sternchen, Punkte, Nadeln usw. Wir sagen, der Zucker ist kristallinisch. Zielangabe: Heute wollen wir lernen, von wem wir den Zucker erhalten. Der Zucker wird aus dem Zuckerrohre, einem Grase der heißesten Länder, gewonnen. Darbietung. I. Warum wir das Zuckerrohr ein Gras nennen? Hier seht ihr das Zuckerrohr abgebildet. Es hat, wie alle Gräser, eine unansehnliche Blüte. Dieselbe besteht aus drei Staubblättern und einem Stempel. Die Blüten stehen paarweise beieinander und bilden eine große, ästig ausgebreitete Rispe. Die Pflanze hat einen vielfach verzweigten Wurzelstock, aus welchem sich alljährlich bis 6 m hohe und bis 6 cm dicke, gegliederte Halme entwickeln. Dieselben sind mit einem lockeren, saftigen Marke ausgefüllt, das reich an Zuckersaft ist. Die Blätter sind ziemlich breit und hängen im Bogen über. Die älteren Blätter fallen ab und die Narben der stengelumfassenden Blattscheiden bleiben ersichtlich, wodurch der untere Teil des Halmes geringelt erscheint. Nachdem alle Gräser ähnlich gebaut erscheinen, zählen wir das Zuckerrohr zu den Gräsern. II. Wo dieses Gras verkommt. Die Heimat des Zuckerrohrs ist Ostindien. Die Pflanze bedarf großer Wärme und Feuchtigkeit. Heute ist es namentlich in Amerika verbreitet, wohin cs verpflanzt wurde. Es bevorzugt die Nähe des Meeres und nicht zu hohes Gebirgsland (Feuchtigkeit, Wärme). Nirgends findet es sich mehr wild, sondern wird in den Ländern der heißen Zone mühsam angebaut und sorgfältig gepflegt. III. Wie man den Rohrzucker gewinnt. Wenn die unteren Halmglieder recht dick geworden und alle Blätter mit Ausnahme der obersten abgestorben sind, dann ist das Zuckerrohr erntereif. Zum Ernten ist trockenes Wetter erforderlich. Zuerst wird der Pfeil entfernt, dies ist die aus den drei obersten Gliedern bestehende Halmspitze. Dann werden die noch vorhandenen Blätter vorsichtig abgestreift und die Halme so tief wie möglich abgeschlagen. Aus den Halmen wird nun durch eiserne Walzen der Saft herausgepreßt und mit Kalkmilch gekocht, worauf der Rohrzucker als ein gelbes, körniges Pulver auskristallisiert. In diesem Zustande kommt er meist nach Europa, wo er in Zuckerraffinerien (Reinigungsanstalten) gereinigt wird, wobei man Kandiszucker und Sirup erhält. Hier seht 'hr Kandiszucker und Sirup. Durch weitere Reinigung des Kandiszuckers erhält man den Kristallzucker. Den Rückstand, welchen man beim Kochen mit Kalkmilch erhält, nennt man Melasse. Aus dieser bereitet man Rum und Sirup. Letzterer wird hauptsächlich zum Versüßen von Flüssigkeiten z. B. Arzneien gebraucht. IV. Andere Pflanzen, die uns Zucker liefern. Der Zucker ist ein Nährstoff der Pflanzen. Der Saft der Blüten, Zuckerahorne, Zuckerrüben, Zuckerpalmen, Möhren, Birken, Weinbeeren, Kartoffeln und vieler anderer Pflanzen und Früchte enthält Zucker. V. Von welcher Pflanze wir den Zucker gewinnen. Unsern Zucker erhallen wir nicht vom Zuckerrohr, sondern von der Zuckerrübe. Dieselbe ist eine Verwandte der Runkelrübe, „Knollen“ heißt sie bei uns. In den Sudetenländern und in Ungarn werden große Felder mit ihr bebaut. Sie wird durch Aussaat auf dem Felde gezogen. Da die Pflanzen zu dicht stehen, so wird ein Teil derselben ausgerauft; dadurch erhalten die übriggebliebenen genug Raum und Licht. Die Wurzel ist dick und fleischig und hat eine helle Rinde. Sie liefert bis 18"/» Zucker. Im Herbste verkauft der Rübenbauer die Zuckerrübe an die Zuckerfabrik. Die Abfälle bei der Zuckergewinnung werden als Viehfutter benützt. Die rein gewaschenen Rüben kommen in eine Schnitzelmaschine, in welcher sie zerkleinert werden. Diese Rübenschnitzel werden nun durch erwärmtes Wasser ausgelaugt. Der dadurch erhaltene Saft heißt Rohsaft, welcher nun durch Kalk von den Nichtzuckerstoffen befreit wird. Der so erhaltene Saft wird dann noch mit Kohlensäure und schwefeliger Säure behandelt und endlich in Spodiumfiltern gereinigt. Der gereingte Saft kommt in verschiedene Eindampfapparate, welche er als kristallisierte Masse verläßt. Dieselbe wird dann nach der Ausscheidung des Sirups, die wieder in eigenen Maschinen erfolgt, in verschiedene Formen wie Würfel, Brote, Kegel usw. gepreßt und so in den Handel gebracht. Die ausgelaugten Rübenschnitzel werden getrocknet und dann als Viehfutter verkauft. (In Gegenden, wo Zuckerraffinerien und -fabriken sind, wird man diese Fabriken mit den Schülern besuchen.) VI. Wie der Zuckerrübenbau zur Einführung gelangte. Vor zirka 100 Jahren stand Kaiser Napoleon I. auf der Höhe seiner Macht. Viele Staaten hatte er schon zertrümmert; da wollte er auch England bezwingen. Um dieses Reich empfindlich zu schädigen, verbot er die Einfuhr englischer Waren nach dem Festlande. Da man den Rohrzucker ausschließlich aus England bezog und jetzt nun keinen erhielt, war man gezwungen, sich nach einem Ersätze umzusehen. Man ging bei den Versuchen von der Runkelrübe aus, die etwa 7 bis 8% Zucker enthält. Durch sorgfältige Hflege und fortgesetzte Auswahl der zuckerreichsten Pflanzen für die Nachzucht gelang es, allmählich eine Rübenart zu bekommen, die bis 18% Zucker enthält. Diese Rübe nannte man Zuckerrübe. Sie wurde bald an günstigen Orten angebaut und in diesen Gegenden entstanden die ersten Zuckerfabriken in Deutschland, von welchem Lande die Zuckerfabrikation auch nach Österreich kam. In alten Zeiten mußte der Honig die Stelle des Zuckers vertreten. Randbemerkungen zur Folge 64. abäafung aler denung und Särfung. Unsere Rechtschreibung bedarf einer Reform, aber keiner Verstümmlung, die ihr das deutsche Gepräge raubt (ich bin nämlich so rückständig, völkisch zu sein) und auf Kosten der Sprachschünheit und Verständlichkeit geschieht, wie es der getane Vorschlag bewirkte. Auch sonst verlangt (?) der Verfasser Widerspruch. 1. Daß die Schrift jünger als die Sprache ist, ist erwägungswert. Augen-, Gebärden-, Bilder-, Blumensprachen usw. sind Schriften und uralt. Unsere Schrift ist Mit größerem Recht als die genannten Sprachen und mehr als tote Darstellung des gesprochenen Wortes, wozu sie nach dem gegebenen Rezepte herabsinken würde. Sie wirkt ebenso, ja oft mächtiger als die Sprache, man will aus den Schriftzügen den Charakter des Schreibers erkennen, ja es ist die höchste Stufe der Redekunst, wenn einer spricht „wie ein Buch“. Man soll bei richtiger Rechtschreibung nicht nur schreiben, wie man spricht, sondern auch das Umgekehrte können. Beides geht jetzt. Nach einem „reformierten“ Buch darf aber nimmer gesprochen werden vonwegen der absafung aler denung und serfung. 2. Die Buchstaben sind nicht willkürlich angenommene Zeichen der Kulturmenschheit, gerade unsere deutschen Zeichen nicht, die der Verfasser ausmerzen will. Sie haben sich aus den Runen durch Verschmelzung mit der Antiqua entwickelt und die Runen sind in ihrer Urform eine Bilderschrift. Es sei nur auf die besonders kennzeichnenden Runen für Schwert (tyr) und Mensch (madhr) hingewiesen. Daher Schutz unseren „Buchenstäben“, fort mit überflüssigen kosmopolitischen „Sorgen“! 3. In den acht Schuljahren kann die jetzige „schwere“ Rechtschreibung recht wohl erlernt werden. Wenn es nicht geschieht, dann ist eben im Rechtschreibunterricht nicht genug geschrieben, die Wortbildungslehre, der Lese- und Schreibunterricht nicht genug in den Dienst dieses Unterrichtes gestellt worden; man hat im Stilunterrichte vielleicht orthographische Fehler mit Rücksicht auf den Inhalt verziehen, kein Fehlerheft angelegt, Provinzialismen nicht beachtet, die Mundart nicht studiert, nicht unerbittlich, rücksichtslos die Exaktheit der Aussprache immer und überall als obersten Grundsatz verlangt und durchgeführt usw. 4. „fir jeden laut ajn ajgenes caih’en“ sagt der Verfasser und kennt schon in diesem Safz ein „aj“ und ein „ai“ während die Sprache doch nur ein „ai“ hat. Statt ch ein h’ zu schreiben ist kein Fortschritt, vom Gesichtspunkte der Geläufigkeit der Schrift aus eher das Gegenteil. Nach dem genannten Grundsatz müßte nicht nur das „z“ sondern auch das „c“, das der Verfasser behält, verschwinden, denn beide sind der nämliche zusammengesetzte Laut „ts“. Wird man einst dieser Tatsache gerecht, dann schreiben unsere „Schwachen“ nimmer abwärz usw. die neue Rechtschreibung trägt diesem Umstand Rechnung bei der Trennung von „tz“ in t-z, nicht z-z, gleich ck in k-k. Auch unsere jetzige, wie die vorgeschlagene „S“-bezeichnung entspricht genanntem Grundsätze nicht. Unsere feinartikulierte Sprache unterscheidet ein weiches und hartes „s“. (Vergl. Rose und Wiese!) Das „ß“ ist der dritte Grad des „s“-lautes, „sch“ ist ein aspiriertes „s“, verlangt also die vierte Bezeichnung als „s“-laut. Die jetzige Bezeichnung des „sch“ ist natürlich schlecht, weil gegen den vernünftigen, im obigen enthaltenen Grundsatz: für einen Laut auch nur ein Zeichen, gesündigt wird. Sogar seinen Hauptgrundsatz tritt der Verfasser mit Füßen, wenn er den mehrfachen Laut „tsch“ einfach durch c bezeichnet, fir jeden . . ., also folgerichtig: Für zusammen- gesetzte Laute mehrfache Bezeichnung. Ebenso gut könnte man dann für kr — k’, pl — p, kn — k., schm — sch usw. schreiben. Die Reform der Rechtschreibung muß und wird durgeführt werden, aber nicht mit Rücksicht auf Nation oder auf „das Kind“ (zieht nur keine Treibhauspflanzen, die im ersten Reif vergehen!) und Erleichterung des Unterrichtes, sondern nur mit Rücksicht auf die Sprache. Dann muß vor allem das „c“ verschwinden. Wir brauchen es schon jetzt nicht mehr, da uns die neue Rechtschreibung erlaubt, stets z oder k in den Fremdwörtern zu verwenden. (Ausnahmen: Glace, Glacis, Coupon und Coups.) In „ch“ und „ck“ kann das „c“ ruhig zu einem bedeutungslosen Vorstrich herabsinken. „Z“ muß in „ts“, qu in gw, x in chs in ks umgewandelt, sch muß einfach s in seinen drei Graden, v und f wieder einfach bezeichnet werden. Dehnung und Schärfung müssen bleiben, sollen aber einheitlicher und einfacher bezeichnet werden. Wenn man glaubt, sie entbehren zu können, dann auch fort mit b, d und g, es genügt p, t und k für beides. Wir Deutschen machen dann eben unsere Liebeserklärungen wieder französisch, um einen ändern Ton als den einer „Befehlsausgabe“ treffen zu können. Auch für ö, ä und e genügt dann e; das hieße vereinfachen und die Bücher würden so „billig“. Hoffen wir, daß der Optimismus des Verfassers hier versagt, da er ausruft: „wir gewönen uns ja an files, was ajn ausgesproh’ener unsin ist.“ Jogef Pcter jn Königswcrt Verwertung der Ziffernreihe 1 —10 beim Rechnen. (A. Rock, Oberlehrer in Lannach, Steiermark.) In wenigen Sekunden ist die Ziffernreihe 1 — 10 etwa in folgender Ordnung aufgeschrieben: 1, 7, 4, 9, 2, 5, 8, 6, 3, 10. Wie gering ist diese Arbeit, wie groß aber die Menge der Aufgaben, welche an diese Zahlenreihe angeschlossen werden kann! 1.) Für den Zahlenraum 1 — 20. Zuzählen: a) zu jeder der obigen Zahlen 1, 2, 3, 4 . . . usw. b) jede der obigen Zahlen zu 1, 2, 3, 4. . . c) Ergänzen auf 10. 1 + ."= 10; 7 -j- • = 10. d) Zusammenzählen zweier, bezw. dreier nebeneinander stehender Zahlen. Wegzählen: a) jeder dieser Zahlen von 10, 13, 15, 11 . . . b) Vermindern auf eine der obigen Zahlen, z. B. 10 — . — 1, 10 — . — 7 . . . 10 — . — 1, 13 — . = 7. c) Vergleichen zweier nebeneinander stehender Zahlen. 1 [67:73] 4. d) Vergleiche mit einer gegebenen Zahl. 1 [9 10; 7 [3 10 . . . 1 [14 15 . . . oder 10 9] 1; 10 3] 7 . . . usw_20. Mündlich können auch benannte Zahlen geübt werden. 1 h + 7 h; 10 h — 1 h = . 20 h — 1 h = 1 h + . = 10 h usw. auch mit anderen Benennungen. 2.) Für den Zahlenraum 1 — 100. Zuzählen: a) einer, zweier oder dreier der obigen Zahlen zu einer gegebenen Zahl. 23 + 1 = . 23 + 7 = . usw. 35 + 1 = . 35 + 7 = . 21 + 1+ 7= 21+7 + 4 = . 28+1+7 + 4 = . b) Zusammenzählen zweier oder dreier Zahlen bis zu einer gegebenen. 1 + 7 = 8+1=9 + 7=16+1 = ...40. 1+7 + 4= 12 + 1+ 7 + 4 = 24...60 usw. Wegzählen: a) einer, zweier oder dreier der obigen Zahlen von einer gegebenen Zahl. 27 — 1 . 27 — 7 = . usw. 25 — 1— 7 = . 29 —1—7 — 4 = . b) Wegzählen einer, zweier oder dreier Zahlen auf eine bestimmte Zahl, z. B. 35 — 7 = .. 0, 51 — 1 — 7 = ... 3, 73 —1—7 — 4 = ...! Vervielfachen: a) von und mit diesen Zahlen — benannt und unbenannt. 2X1=, 2X7=, 2X4=.., 1X2=, 7X2 = .. Messen (benannt oder unbenannt): a) ohne Rest. 2 in 2 = 1 2 in 14 = 7 2 in 8 -= 4. b) mit Rest. 1 in 23 = . 7 in 23 = . 4 in 23 = . . . Teilen: Vs von 2 = 1; V2 von 14 = 7; Vs von 8 = 4... Alle diese Übungen sind mit benannten und unbenannten Zahlen vorzunehmen. 3.) Für den Zahlenraum 1 — 1000. Im Zahlenraume 1 — 1000 eignen sich diese Zahlen besonders zu Übungen im Vervielfachen, z B.: IX 20 = . 7X 20 = . 4X 20 = . IX 26 = . 7 X 26 = . IX 30 = . 7X 30 = . 4X 30 = . IX 32 = . 7 X 32 = . 20= 1 X 20 140 = 7 X 20 30= 1 X 30 210 = 7 X 30. Besonders wichtig sind Übungen im Vervielfachen der Heller — als Vorübung für das Preisberechnen (Schluß von der Einheit auf die Mehrheit) — z. B. 1 X 20 h = 20 h, 7 X 20 h = 1 K 40 h . . . 1 X 18 h =, 7 X 18 h = 1 X 23 h =, 7 X 23 h = usw. 20 h = 1 X 20 h, 1 K 40 h = 7 X 20 h .. Weitere Übungen sind das Verwandeln von Kronen in Hellern, von Meter in Zentimeter usw. 1 K = 100 h; 7 K = 700 h . . . Dann Preisberechnungen: 1 l Milch 16 h, 7 / 1 K 12 h, 4 / 64 h usw. 4.) Schriftliches Rechnen (über 1000). a) Multiplizieren von Ganzen, Dezimalen, beziehungsweise mehrnamigen Zahlen mit reinen Einern, z. B.: 436 X 7 = 436 X 4 = 436 X 9 = 134 K X 7 = 134 K X 4 = . . . 328 6 X 7 = 328 6 X 4 = . . . 98 K 84 h X 7 = 98 K 34 h X 4 = (als benannte Deziin.) Preisberechnungen: 7 m Tuch ä 18 K 75 h, 4 m ä 18 K 75 h . . . b) Dividieren durch reine Einer, z. B.: 2520 : 7 = : 4 = : 9 = usw. 50 4 : 7 = : 4 = . . . 75 K 60 h : 7 = : 4 = . . . Für das Rechnen im Zahlenraume 1 — 1000 eignen sich noch mehr die reinen Zehnerzahlen: 10, 70, 90, 30, 60, 20, 50, 80, 40, 100. 1.) Zu- und Wegzählen: a) zu jeder obigen Zahl 10, 20 ... . 100 b) jede obige Zahl von 100, 110 . . . 200 c) „ „ „ zu 110 usw. . . . 900 d) „ „ „ von 210.........................................1000 2.) Vervielfachen, bezw. Multiplizieren: 2X 10 = 2 X 70 2 X 90 = 2 X 10 h = 2 X 70 h = . . . 20 = 2 X 10; 140 = 7 X 20; 20 h = 2 X 10 h; 1 K 40 h = 2 X 70 h. 632 X 10= X 70= X 90 =; 146 8 X 10 = X 70 = usw. 3.) Messen, Teilen und Dividieren: 2 in 20 = 10; 2 in 140 = 70 ; 2 in 180 = 90. Va v. 20 = 10; Vs v. 140 = 70; Vs v. 180 = 90. 2 h in 20 h = 10; 2 h in 1 K 40 h = 70. 1/2 v. 20 h — 10 h; V- v. 1 K 40 h = 70 h. 3780 : 10 = : 70 = : 90 — . : 30 = . Die angeführten Aufgabenreihen zeigen eine große Reichhaltigkeit und geben dem Lehrer beim mittelbaren Rechenunterrichte für gewisse Rechenpartien hinreichend Stoff, ohne daß er viel aufzuschreiben braucht. (Also fort mit dem Rechenbuchc. D. Sch.) Fallobst. Der Garten voll von der Obstgöttin Blumensträußen. Unzählbare Blüten auf jedem Baum. Wieviel werden zur Reife gelangen? Viele Blüten, kaum erschlossen, schon verwelkt, manche Früchte, kaum gebildet, schon gefallen, wieder andere, schon der Reife nahe, erreichen sie doch nicht. Die sorgsame Hausfrau aber sammelt diese. Von den ersten Tagen des August an beschickt sie damit den Mittagtisch mit einem köstlichen Kompott, ja sie weiß dieselben durch des Feuers Hitze und des Zuckers Süße zu begehrten Wintervorräten zu verwerten. Das ist das Bild meines Gedankenlebens. Wie Blüten im Maien kommen die Gedanken, wie Blumenblätter im Winde entflattern die meisten, manche Fruchtansätze verkommen bald darauf, Fallobst gibt es in Fülle, nur weniges reift vollständig. Ob es gute Früchte sind, wer kann es sagen; der Zweifel nagt immer daran. Soll ich nicht, gleich der sorgsamen Hausfrau, das Fallobst sammeln; Weiß es vielleicht ein Leser zu verwerten? Machen wir in diesem gastlichen Blätterwalde damit einen Versuch! Wo der Garten steht, aus dem diese anspruchslosen Früchte kommen, werden die Leser wohl im Laufe der Zeit herausfinden. 1. Der Bleistift gleitet über das Papier; er soll niederschreiben, was wir Lehrer aus dem „Kunstwerk1 schöpfen können. Der Sturm dringender Berufsgeschäfte ließ die Arbeit nicht zur Vollendung kommen. Ist’s ein Zufall, der mir jetzt zu Hilfe kommt? Das erste Maiheft dieser „Halbmonatschau für Ausdruckskultur auf allen Lebensgebieten“ ist ganz der Jugend gewidmet: Ein Aufsatz des Herausgebers (F. Avenarius), Proben achtjähriger Schriftsteller, lose Blätter mit Kindheitsgeschichten, eine Anregung zur Führung von Kindes-Tagebüchern u. a.; reizende Kinderbildnisse, zwei Schattenrisse eines vierzehnjährigen Knaben und eine Musikbeilage, von der ich mir wünschte, daß sie von einer Künstlerin unsern Kleinen einmal zu Gehör gebracht werden möge. Wer sich also eine Probenummer kommen läßt, erfährt durch dieselbe mehr als durch meinen beabsichtigten Aufsatz. Probeheft unentgeltlich und portofrei vom Verleger G. Callwey in München. K. Aragen für die Leyrbefähigungsprüfung. (Volksschulen.) 9. Folge. 1.) Inwiefern war die Erziehung bei den Athenern bodenständig? (Inwieweit können wir diese Er» Ziehung in.... anwenden?) 2.) In welchen Gebieten unseres Vaterlandes, bezw. unseres Heimatlandes könnte die spartanische Erziehung, wenigstens zum Teile zeitgemäß, nachgeahmt werden? 3.) Ans welchen Komponenten ergibt sich die Resultierende mit dem Namen „Charakter"? 4.) Es ist darzutun, inwiefern die Erziehung bei den Athenern harmonisch war, inwiefern die heutige schule dem Umstande Rechnung bringt. 5.) Wieso und inwieweit ist uns die athenische Erziehung naturgemäß nahegerückt? G.) Welche Vor- und Nachteile hat der öffentliche Unterricht im Vergleiche zum Privatunterrichte? 7.) Die Erziehung bei den Römern als Zusammenfassung alter Erziehungssysteme und als praktische, iritgemäßc Erziehung. 8.) Welche Grundsätze Ratkes stimmen mit unseren heutigen Uuterrichtsgrundsätzen überein? 9.) Von wem und wie wurde die Anschaulichkeit im Unterrichte begründet? 1U.) Vergleich der sokratischen Sehrform mit der Methode Herbarts und der des Comenius. 11.) Pädagogische Sentenzen und ihre Erklärung. 12.) Welcher Untcrrichtsgrundsatz von Comenius weist auf das biologische Verfahren hin? 13.) Jnwieferne steht die Pädagogik unter dem Einflüsse der Zeitströmung? 14.) All welche Pädagogen werden wir erinnert, wenn mir in eine moderne Schute treten? 15.) Jmviefeme ist die Pädagogik international, inwieweit national? 16.) Die Nuturgemäßheit des Unterrichtes bei Comenius, Rousseau und Pestalozzi. Inwieweit wird sie zur Zeit beachtet? 17.) Die Begründung für „Mens sana in corpore sana“ nach John Locke. 18.) Warum ist Robinson die beste Jugendschrift? 10.) Welche pädagogischen Werke mürbe ich mir anjchaffcn, wenn man mit 100 K dazu geben würde? Warum? 20.) Moderne Bestrebungen im Volksschulwesen. Die lüecbselrede. Zur 11. Krage. (Soll die Schiefertafel aus der Schule verbannt werden oder nicht?) 35. Urteil. Oberlehrer Rudolf Glase in Eis, Niederösterreich. Wir haben aus unserer drciklassigen Schule seit sechs Jahren vom dritten Schuljahre an die Schiefertafel verbannt. Im ersten und zweiten Schuljahre üben wir wohl auch das Schreiben auf Papier mit Feder und Tinte, doch bleiben auf diesen zwei Altersstufen Tafel und Griffel „Hauptsache“. Hier heißt es „üben“ und wieder — „üben“ und dazu paßt wohl nichts besser als die Tafel. Wenn auch dann und wann eine solche in Trümmer geht — was liegt daran? Soll denn das Lernen gar nichts kosten? Daß ferner die „Tagebücher“, wie wir diese Übungshefte nennen, zu teuer kämen oder von den Leuten ungern beigestellt würden, könnte ich nicht behaupten. Ich hörte über diese Einführung nie eine Klage, obwohl unsere Bevölkerung wahrlich nicht mit Glücksgütern gesegnet ist. Die Vorteile der Tagebücher gegenüber den Rechentafeln auf der Oberstufe sind ohnehin in früheren Folgen der Blätter oft genug hervorgehoben worden. (Die 11. Frage wird hiemit abgeschlossen. D. Sch.) Zur 12. Krage. (Notenstngen in der Landschule oder nicht?) 9. Urteil. Lehrer H. Gärtner in St. Peter in der Au, Niederösterreich. (Schluß.) Dies war bis zu Beginn des verflossenen Jahrhunderts noch nicht so. Damals sang man noch in der Werkstatt, in der Spinnstube, auf der Tenne, in Feld und Wald; im kleinsten Häuschen war der Tonkunst ein Altar errichtet. Die meisten Kinder brachten eben in die Schule Musik vom heimischen Herde mit. Die Schule rechnete nun zuviel auf den Segen und die erkleckliche Mitgift des Elternhauses, da sie eben dadurch einer großen Sorge überhoben war. In dieser Muse beharrte sie so lange, bis der Mißstand ordentlich in die Augen fiel. Da sah sie nun ein, daß es hohe Zeit geworden sei, modernere Wege auf diesem Gebiete einzuschlagen. Insbesonders Deutschland fing an, sich zu rühren, da es von dem Engländer John Hui Iah, der vom Parlamente auf eine Studienreise geschickt worden war, eine sehr geringe, durch Beschreibungen und Vergleiche fest belegte Zensur im Gesangsunterrichte erhielt. Die Anhänger des methodischen Betriebes mehrten sich so stark, daß es heute in Deutschland niemand mehr wagt, dem alten Gehörsingen in der Schule öffentlich das Wort zu reden; nur bei uns wagt man es noch. Wie soll nun der Unterricht im Singen nach Noten vor sich gehen? Über die Einführung des Singens nach Noten, sowie über das notwendige Maß theoretischer Kenntnisse, die vermittelt werden müßten, hätte sich die Lehrerschaft in Konferenzen, Versammlungen usw. untereinander zu beraten; einige Freiheit müßte man da nach den Schul- und Musikverhältnissen walten lassen. Drei Punkte aber müßten vor allem ins Auge gefaßt werden. Der erste Punkt beträfe das Ziel des Gesangsunterrichtes. Die Kinder müssen vom Blatt singen lernen, leichtere Lieder in den mittleren Schuljahren, schwerere Lieder in den oberen Schuljahren. Beweise für die Erreichbarkeit dieses Zieles liegen seit fast 100 Jahren aus der Schweiz vor. Der zweite Punkt beträfe den Weg zur Erreichbarkeit dieses Zieles. Mit dem Singen nach Noten muß man rechtzeitig beginnen, je nach den Umständen im zweiten oder dritten Schuljahr. Für das erste Schuljahr ist das Gehörsingen, da Ohr und Stimme noch ungeschult sind, nicht zu entbehren; als Hilfsmittel muß man es auch später öfter heranziehen. Der dritte Punkt wäre ein methodischer, der gesangliche und hygienische Gründe in sich einschließt. Die Kinder sollen möglichst viel einzeln singen. Dies wären nur einige leise Andeutungen, wie der Gesangsunterricht betrieben werden müßte. Daß man auf den Gesangsunterricht in der Volksschule ein besonderes Augenmerk wenden muß, dafür zeugt der Umstand, daßjder Gesang die einzige Wurzel der musikalischen Volkskraft ist. Die Verrohung und Entsittlichung der unteren Stände steht eben im Zusammenhänge mit der geringen Musikpflege und der daraus sich ergebenden Verminderung der Musikliebe. Auf einen wunden Punkt der Lehrerbildung möchte ich noch, bevor ich schließe, hinweisen; er betrifft den Gesangsunterricht an Lehrerbildungsanstalten. In den Lehrerbildungsanstalten sollten musikalisch gut geschulte Gesangslehrer, welche die Natur der Kindesstimme genau kennen und die es verstehen, die Jugend bei den musikalischen Elementen zu fesseln und durch die Elemente lernfreudig zu machen, herangebildet werden. Für die Auswahl der Musiklehrer an Lehrerbildungsanstalten sollte die Leistungsfähigkeit in der Gesangspädagogik maßgebend sein. Das ist freilich eine Forderung, die sich sobald nicht erfüllen läßt und solange ist an eine Lösung der Frage im angegebenen Sinne nicht zu denken; jedes weitere Zanken und Behandeln der aufgeworfenen Frage ist daher zwecklos. An diese meine Ausführungen trete ich noch hinzu mit der Bemerkung, daß ich nur meine Ansichten in der sturmbewegten Zeit der Methodik bekannt geben wollte. Sehr viel hielt ich mich dabei an die Schriften berühmter Gesangsmethodiker Deutschlands. 10. Urteil. Oberlehrer Micko in Haselberg, Böhmen. An den minder organisierten Volksschulen kann von einem Singen nach Noten nicht die Rede sein. Bis zum Jahre 1885 war in Böhmen auch in den Lehrplänen für einklassige Schulen das Singen nach Noten vorgeschrieben. Abgesehen von einzelnen Übungen war es aber doch ein Singen nach dem Gehör. Aus eigener Erfahrung wird jeder wissen, daß nebst einer guten Veranlagung nur andauernde, unermüdliche Übung zu einem Erfolge im Singen nach Noten führt. Diese zeitraubenden Übungen kann die Landschule nicht bieten und wenn schon, dann nur auf Kosten anderer Fächer. Auch wird ein Lied mehr Wirkung auf das Gemüt haben, wenn es absatzweise eingeübt als nach Noten zerpflückt wird. Trotzdem ist es gut, den Schülern als Anhaltspunkte beim Singen die Kenntnis der Noten, Pausen, Takte und einige Vorzeichen zu vermitteln. Zur 13. Kräfte. (Soll den Eltern zeitweise der Zutritt zum Unterrichte gestattet werden oder nicht?) 9. Urteil. Lehrer August Müller in Dornbirn. Welcher Stand entzieht sich während der Berufsausübung vollständig der Öffentlichkeit? Der Richter verhört und spricht das Urteil öffentlich. Den Post-, Eisenbahn-, Telegraphenbeamten sehen wir tätig im Berufe. Der Künstler will ungestört wirken und schaffen; kunstgesinnte, geistesverwandte, mitfühlende aber braucht er notwendig mitunter um sich. Jeder Gewerbsmann läßt sich gern in seinem Betriebe zuschauen. Der Geistliche verrichtet seine Obliegenheiten größtenteils öffentlich. (Ohrenbeichte ausgenommen und doch nicht ganz, da ja der Beichtstuhl öffentlich dasteht.) Der Kaiser selbst und der Papst, sie zeigen sich der breitesten Öffentlichkeit in ihrem Amt. Den Lehrern vertrauen die Eltern das Teuerste an und es spricht von einer fast unbegreiflichen Hochachtung, daß sie sich während der Berufsausübung gänzlich hinter Mauern verbergen dürfen. Gänzlich? Nein. Wie lächeln die Vorbeigehenden ob der Unbeholfenheit deiner Kleinen, wenn du während der ersten Schulwochen mit ihnen im Freien spielst! Welches Interesse bringt man einer stramm turnenden höheren Klasse entgegen, die sich im Freien zeigt! Warum soll der Unterricht nicht stundenweise in der Woche der Öffentlichkeit zugänglich sein? Es muß doch auch wie im Gotteshause über jeder Schulstube eine gewisse Weihe liegen, die Unzukömmlichkeiten zum voraus unterdrückt; das Ansehen des Lehrers kann der Zutritt der Öffentlichkeit zu seiner Tätigkeit nur heben. Freilich nur des „Lehrers“ nicht des Stümpers im Amte. Man sagt, der Lehrer sei genugsam vom Vorgesetzten überwacht. Haben nicht auch andere Stände Vorgesetzte ? Und sie ziehen sich doch nicht vor der Öffentlichkeit zurück. Fragen kann man allerdings: Werden sich die Eltern Zeit nehmen, manchmal beim Unterrichtsgetriebe zugegen zu sein ? Ich fürchte, nicht vielerorts wird sich großes Interesse dafür zeigen. Aber wo es sich zeigt, da soll meiner Ansicht nach der Lehrer demselben geradezu auf halbem Wege entgegen kommen. Wer will bei seiner Tätigkeit nicht beobachtet sein? Weinpanscher — Schacherjuden und anderes dergleichen, das nicht mit Unrecht das Licht scheut! 10. Urteil. Lehrer A. Brugger in Nußdorf, Tirol. Wenn dieses „zeitweise“ so aufzufassen wäre, daß jeder oder jede dem Unterrichte nach Belieben beiwohnen kann, so stimme ich energisch dagegen und schreibe lieber an meine Schultür „Eintritt verboten“. Aber z. B. gegen Ende des Schuljahres, an einem bestimmten Tage eine allgemeine Einladung an alle Eltern und Schulfreunde ergehen zu lassen, damit bin ich einverstanden. Der Tag kann meinetwegen öffentlicher „Prüfungstag“ heißen. Da wird der Lehrer die für die Zuhörer interessantesten Gegenstände herausgreifen und zeigen, was die Schule leistet. Die Hospitanten gewinnen einen Einblick in die Schule, während sie, wenn sie nur hie und da einer Unterrichtsstunde beiwohnen, keinen bekommen oder sich dabei gar langweilen und dann einen für die Schule ungünstigen Eindruck mitnehmen. Wenn es schon vorkommt, daß Personen von Beruf die Schule falsch beurteilen, wie soll man dann dem Laien Zutrauen, daß er in einer oder ein paar Stunden ein richtiges Bild von der Schule mitnimmt? Der Prüfungstag hingegen wird sowohl die Eltern und Schulfreunde als auch die Kinder und den Lehrer befriedigen. — Andere Klassen z. B. die Turner zeigen auch nicht wie sie lernen, sondern was sie können-(Schau- oder Gautag.) Zur 15. Krage. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 3. Urteil. Schulleiter Ludw. Demal in Winklarn, Niederösterreich. (Fortsetzung.) Um in Pädagogik bessere Erfolge zu erzielen, wäre zu beachten: Erstens sind gediegene Lehrbücher zu fordern, zweitens nur besonders tüchtige Lehrer für dieses Fach zu bestellen und drittens ist eine andere Verteilung des Lehrstoffes vorzunehmen. Ein besseres Lehrbuch müßte jedenfalls sehr faßlich geschrieben sein, besonders immer Hinweise auf das Leben, auf den Unterricht bringen und sollte auf die Geschichte der Pädagogik mit Hinweisen und Beispielen Rücksicht nehmen. Besonders geeignet für den Unterricht in diesem Fache ist nur derjenige, der selbst mit Kindern zu tun hatte. Damit läßt sich sehr wohl akademische Ausbildung verbinden. Ohne praktische Erfahrung ist dieser Professor doch nur ein Ausleger fremder Gedanken und wird kaum wissen, auf welche Kapitel das Schwergewicht zu legen sei. Damit der Lehramtszögling bei dem jetzigen Zeitausmaße doch in seinem Hauptwissen tüchtiger werde, möchte ich in Vorschlag bringen, schon im ersten Jahrgange ein — nennen wir es — pädagogisches Lesebuch benützen zu lassen. Leichtfaßliche Stücke aus dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichtes sowie passende Stellen pädagogischer Klassiker nebst Bildern aus der Geschichte der Pädagogik würden eine gute Vorbereitung für den späteren systematischen und praktischen Unterricht bilden. Einige Überschriften: Notwendigkeit des Unterrichtes. Der Stundenplan. Unterricht im Freien. Der anschauliche Unterricht. Lehrmittel. Über Lehrton. Unterrichte leichtfaßlichI Unterrichte anziehend! Vom Gedächtnisse. Die Aufmerksamkeit. Der Gehorsam. Über Lohn und Strafe. Das Beispiel. Die Lektüre. Vom Spielen. Die Familie. Schulerziehung. Die Erziehung in Sparta, Athen, in Rom. Eine Klosterschule. Eine Stadtschule u. ä. Auch für den zweiten Jahrgang sollte ebenfalls das pädagogische Lesebuch im ersten Halbjahre gebraucht werden. Für das zweite Halbjahr möchte ich wöchentlich zwei Stunden Methodikunterricht vorschlagen. Die Zöglinge wären durch ihre Lektüre schon etwas vorbereitet, mit Nutzen dem Lehrer folgen zu können. Dieser Unterricht sollte nicht mit einer allgemeinen Methodik, noch weniger mit jener der Elementarklasse beginnen, sondern mit dem beiweiten leichteren der höheren Schuljahre, und zwar sollte vorerst ein Gegenstand gründlich durchberaten werden. Stets sind die Zöglinge anzuleiten, selbsttätig den Lehrstoff für eine Stunde abzugrenzen, den tauglichsten Lehrgang, die passendste Lehrforin und eine entsprechende Stillbeschäftigung zu finden. Immer kehre die Frage wieder: „Weshalb mache ich jetzt dieses, jetzt jenes?“ Die Zöglinge mögen selbst häufig die Volksschüler darstellen. Gegen Ende des zweiten Jahres sollten die Zöglinge vor ihren Kameraden als Lehrer auftreten, damit sie vor ihrem Auftreten in der Übungsschule das Lampenfieber ein wenig verlieren. Von größter Wichtigkeit wird es auch sein, die Zöglinge bei diesem Unterrichte stets an ihre bis jetzt erworbenen pädagogischen Kenntnisse zu erinnern, diese zu festigen, zu klären und zu erweitern. Wenn erst die jungen Leute einmal an guten Beispielen das Wesen eines richtigen Unterrichtens gesehen haben, können sie mit größtem Nutzen angehalten werden, sich auf die nächste Methodikstunde mündlich oder in knappster Form schriftlich vorzubereiten. Daß bei diesem Unterrichte auf das Abteilungswesen immer Rücksicht zu nehmen ist, erscheint selbstredend. Im dritten Jahrgange treten erst Erziehungs- und Unterrichtslehre als Wissenschaft auf, und zwar nebeneinanderlaufend, weil meiner Meinung nach nur auf diese Weise das richtige Verständnis und die richtige Verwertung dieses Wissens in der Praxis gesichert ist. Es wäre natürlich vorteilhaft, wenn die zwei betreffenden Lehrbücher auf diesen Umstand bei ihrer Stoffeinteilung Rücksicht nehmen könnten. Die Erziehungslehre behandelt z. B. folgende Kapitel: Ursprung der Vorstellungen. Anschauungen. Die Aufmerksamkeit. Das Gedächtnis. Die Einbildungskraft. Lohn und Strafe. Diesen Teilen entsprächen aus der Unterrichtslehre etwa folgende, welche zur selben Zeit zu behandeln wären: Unterrichte anschaulich, interessant, dauerhaft. Indirekte Anschauung. Disziplin. Für die Erziehungslehre dürften drei Stunden wöchentlich, für die Unterrichtslehre wird eine Stunde ansreichend sein, da ja letzteres Fach von den Zöglingen bei den vielen praktischen Übungen viel geübt wird. Für den vierten Jahrgang bliebe sonach bloß die Geschichte der Pädagogik, welche erst jetzt mit Verständnis behandelt werden kann. Drei wöchentliche Stunden hiefür sind jedenfalls das Mindestausmaß. Größtes Gewicht sollte auf das Erfassen der Hauptideen der einzelnen Pädagogen gelegt werden, weshalb die wichtigsten pädagogischen Werke wenigstens bruchstückweise von den Zöglingen gelesen werden müssen. Diese Forderung ist nicht zu umgehen. Seien wir ehrlich — gar viele Lehrer wissen von den pädagogischen Reformern und deren Werken kaum mehr als irgendein anderer Gebildeter. An der Anstalt hatte man bis jetzt nicht Zeit zum tieferen Eindringen, der junge fleißige Lehrer hat mit seinem Berufe genug zu tun, der ältere aber hat auch nicht Zeit oder kein Interesse mehr. Es ist diese Tatsache nicht beschämend für unsern Stand, auch die meisten ändern Studierten zehren später zumeist von dem, was sie auf der Schule gelernt haben; Beruf und Familie lassen wenig Zeit zum Nachholen des Versäumten — und bei den Lehrern wurde in dem Wissen ihres Hauptfaches bis nun fast alles versäumt. Auch die Fortbildung, das Beachten der ins Ungeheure anwachsenden pädagogischen Literatur lassen den Lehrer nicht zum Studium der alten Schulmänner kommen. Vom Studium der Logik erwähnte ich absichtlich nichts, weil der bis jetzt betriebene Unterricht in diesem Wissenszweige fast ganz erfolglos ist, wie man an dem Denken und Handeln sovieler Studierter bemerken kann. Die Logik ist der Schrecken der Schüler, doch kommt dies auf Rechnung des Lehrbuches und Lehrers. Nach Art der Denklehre von C. Schöler — Amstettcn — behandelt, würde dieser Gegenstand ebenso anziehend als nutzbringend sein. — Nun zur praktischen Ausbildung. Vorweg sei erklärt, daß diese ausschließlich in die Hände solcher Männer zu legen wäre, welche selbst einmal vor Kindern in einer Volksschule (mit Abteilungsunterricht) gestanden sind, wenn auch nur ein Jahr. Dies besagt durchaus nicht, daß diese Lehrer nicht zugleich akademische Bildung haben sollten. Im Gegenteil I Denn die völlige Beherrschung des Stoffes erleichtert die Auffindung der zweckmäßigsten Methode. Die Methodiklehrer müssen aber nebstdem Gewähr bieten, daß unter ihrer Hand die Zöglinge nicht zu bloßen Nachahmern dieser oder jener Methode werden, sondern jene Einsicht und Fähigkeit erreichen, daß sie einst selbsttätig eine den jeweiligen Verhältnissen entsprechende Lehrkunst auszuüben vermögen. Wie schon erwähnt, hatte der Methodikunterricht bereits im zweiten Halbjahre des zweiten Jahrganges einzusetzen. Es wären da nicht alle Lehrfächer nebeneinander zu besprechen, sondern man müßte mit jenem Gegenstände beginnen, dessen Vermittlung am leichtesten ist, also etwa mit Naturgeschichte. Am Ende des zweiten Jahrganges mögen die Zöglinge dem Unterrichte in öffentlichen Schulen beiwohnen. Vorbedingung für eine nutzbringende Hospitierstunde ist besonders bei Anfängern eine gründliche Vor- und Nachbesprechung. Mitschreiben der Zöglinge während des Klassenbesuches hindert die geistige Teilnahme und sollte — ausgenommen ganz kleine Notizen — nicht erlaubt sein. Im ganzen dritten und vierten Jahrgange wären die methodischen Unterweisungen und die Hospitierstunden fortzusetzen, und zwar derart, daß die Zöglinge sich wochenlange nur mit einem Gegenstände einer Altersstufe beschäftigen und bloß die betreffende Klasse besuchen. Nur auf diese Weise sehen sie die Fortschritte der Schüler und lernen den Wert tüchtiger Methodikbildung verstehen, während das beständige Wechseln der Klassen und Lehrstoffe jeden Zögling verwirren muß; er sieht nie, was die Schüler vor der Hospitierstunde lernten, und erfährt nicht, was sie nachher machen. Wenn die künftigen Lehrer stets auf die Stunde vorbereitet werden, dann braucht es nicht allzu vieler Besuchsstunden und sie werden doch mehr Nutzen schaffen als nach dem heutigen Vorgänge. (Fortsetzung folgt.) Der kranke Lehrer und das kranke Kind. 9. a) Die Ernährung des geistig Arbeitenden.1 Die Bestandteile des Körpers, die einen beständigen Ersatz erfordern, sind Wasser, Mineralstoffe, Eiweiß, Fett und Kohlehydrate. Das Wasser, das flüssig oder gasförmig durch Nieren, Haut und Lunge und als Bestandteil der festen Ausscheidungen des Darmes den Körper verläßt, wird durch den Wassergehalt der Speisen und durch Suppen und Getränke ersetzt. Zu reichliche Wasseraufnahme bewirkt entweder eine Zurückhaltung von Wasser in den Organen, eine ungesunde Aufgeschwemmtheit des Körpers, oder sie stellt unnötige Anforderungen an die ausscheidenden Organe, also überflüssige Arbeit. Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme wird beim Gesunden im allgemeinen durch den Durst angezeigt und daraufhin ausgeglichen; immerhin ist es wünschenswert, bei Aufstellung des Kostplanes auch daran zu denken. Die Mineralstoffe, besonders Natron, Kali, Chlor, Kalk, Magnesia, Phosphorsäure und Eisen, sind in den Organen und Säften des Körpers als Teile chemischer Ver- 1 Aus der Korrespondenz für Volkswohlfahrt (Deutscher Verlag für Volkswohlfahrt in Berlin W.), bezw. aus dem Hausbuche: „Die Hygiene der geistigen Arbeit von Dr. med. Dornblüth.“ bindungen enthalten. Sie werden zur Genüge durch den Mineraliengehalt einer vernünftigen gemischten Kost ersetzt. Eine besondere Zufuhr durch sogenannte Nähr-salzpräparate ist bei richtiger natürlicher Ernährung unnötig. Eine Schädigung durch Mehrzufuhr ist allerdigs nicht anzunehmen, aber zwecklose Ausgabe bleibt es immerhin. Den einzigen mineralischen Nährstoff, den die Kost nicht von vornherein in genügender Menge enthält, das Kochsalz, pflegt man in der Küche oder am Eßtisch hinzuzufügen. Ein Übermaß davon, wie es hie und da aus schlechter Gewohnheit genommen wird, ist unzweckmäßig, weil der Magen dadurch unnötig gereizt und die Ausnutzung der Speisen dadurch herabgesetzt wird. Also auch hier eine unnötige Kraftverschwendung. Das Eiweiß ist in den Anfängen der wissenschaftlichen Ernährungsforschung für den wichtigsten, manchmal für den allein wichtigen Nährstoff gehalten worden. Heute wissen die Ärzte, daß die anderen Nährstoffe gerade so unentbehrlich sind. Aber die Laien sind allmählich zu einer erheblichen Überschätzung des Eiweißes gekommen, teils weil die Laien gewöhnlich die Ansichten haben, die in der Wissenschaft vor einigen Jahrzehnten herrschten — das Gute und Richtige bricht sich leider immer nur sehr langsam Bahn! —, teils weil die Industrie seit mehr als einem Jahrzehnt eine ungeheure Reklame für eiweißhältige Nährmittel macht, von dem längst vergessenen Carne pura und der für bestimmte Zwecke noch heute an erster Stelle stehenden Somatose bis zu Tropon, Sanatogen und Bioson. Der Gesunde deckt seinen Eiweißbedarf aus den natürlichen Nahrungsmitteln, aus dem Eiweiß im Fleisch, in der Milch, in den Eiern und in eiweißhaltigen Pflanzen, zumal Erbsen, Bohnen, Linsen. Das Fett ist ein wichtiger Bestandteil der Milch, die uns von den ersten Lebenstagen an als gesundes und wohlschmeckendes Nahrungsmittel begleitet, und der daraus gewonnenen Erzeugnisse: Rahm, Butter, Käse. Es findet sich ferner im Gelben des Eies und als Fett des Fleisches und seiner Zubereitungen, endlich in einigen Nahrungsmitteln aus dem Pflanzenreich, namentlich in Kakao und Schokolade, in Mandeln und Nüssen. Die Kohlehydrate fassen das nach seiner chemischen Einheit zusammen, was wir im gewöhnlichen Leben Mehl- und Zuckerstoffe nennen würden. Es gibt tierische Zuckerstoffe, die sich besonders in der Leber, in den Muskeln und in der Milch finden; sie sind aber der Menge nach für die Ernährung des Erwachsenen nicht erheblich. Wir genießen sie vielmehr der Hauptsache nach in Nahrungsmitteln aus dem Pflanzenreich, im Mehl der Getreidearten, der Hülsenfrüchte, der Kartoffeln, im Rohrzucker aus dem Zuckerrohr und der Rübe, im Trauben- und Fruchtzucker des Honigs und der Obstarten. Die nahe chemische Verwandtschaft der Mehl- und Zuckerstoffe zeigt sich darin, daß im Körper die Mehlstoffe durch den Mundspeichel und andere Verdauungssäfte in Dextrin und dann in Zucker umgewandelt und als solcher in die Säfte aufgenommen werden. Was außer diesen Nährstoffen in der Nahrung vorhanden ist und damit in den Körper aufgenommen wird, ist teils Gerüst und Ballast, um den Speisen die nötige Form und die Masse zu geben, die Magen und Darm in der richtigen Weise ausfüllt, teils sind es Würzstoffe, die der Nahrung den erwünschten Geschmack geben. Wollten wir die vorhin aufgeführten Nährstoffe chemisch rein in der zum Ersatz nötigen Menge aufnehmen, so würden sie wegen ihrer Geschmacklosigkeit unsere ästhetischen Anforderungen an die Kost nicht erfüllen, aber sie würden uns auch nicht satt machen, weil sie eben den Magen nicht genug füllen, und sie würden im Darm wegen ihrer geringen Menge nicht die nötige Anregung zur Fortbewegung geben. Wir haben also sowohl die Würzstoffe nötig, die den Geschmack der Speisen bedingen, als die Ballaststoffe, vor allem die unverdaulichen Zellstoffe, die aus dem Darm wieder abgehen. Was die nötige Menge der Nahrung angeht, so hat die Wissenschaft für die Hauptgruppen Durchschnittszahlen aufgestellt, die in der Praxis des Lebens als richtig anerkannt worden sind. Man kann für einen erwachsenen Mann von mittlerer Arbeitsleistung für den Tag etwa 100 Gramm Eiweiß, 50 Gramm Fett und 500 Gramm Kohlehydrate als nötig annehmen. Eine Frau kommt wegen der durchschnittlich geringeren Masse mit etwas weniger aus, sie braucht durchschnittlich 80 Gramm Eiweiß, 40 Gramm Fett und 400 Gramm Kohlehydrate. Das Kind braucht etwa vom 12. Lebensjahre ab 80 Gramm Eiweiß, 50 Gramm Fett und 250 Gramm Kohlehydrate. ___________________________________ (Schluß folgt.) Unser Garten im Juni-Juli. Mit den Blumen erschienen auch die verschiedenen bösen Feinde.' Deshalb die Augen offen halten und die Schädlinge rechtzeitig vernichten, keine zusammengeklebten oder gerollten Blätter ununtersucht lassen, zumal an den Spitzen der Triebe! Abgeblühte Rosen täglich entfernen und zwar mit zwei Blättern abschneiden, da das erste Auge nur geringe Lebensenergie besitzt, dagegen die folgenden um so kräftiger treiben und Blüten bringen. Gleichzeitig sind in der Entwicklung zurückgebliebene schwächliche Zweige mit zu entfernen. Dem Rasen ist jetzt Aufmerksamkeit zu widmen; Sichel, Sense oder Rasenmähmaschine müssen ln Tätigkeit treten. Nach dem Schnitt den Rasen walzen oder mit Trittbrettern treten, reichlich bewässern; Rasen, der im Wachstum zurückgeblieben ist, mit einigen Gaben lose darüber gestreuten Chilisalpeter oder Poudrette anregen, aber nur bei Regenwetter. Von den Erdbeeren stets nur pflücken, ehe sie die volle Sonne bescheint; man treffe Vorsorge, daß dieselben nicht beschmutzt werden, lege strohigen Dünger um die Pflanzen, bringe Erdbeerhalter an. In jungen Anpflanzungen entfernt man alle Ranken, bei älteren benützt man kräftige Ausläufer zur Vermehrung oder zur Anzucht von Treibpflanzen in Töpfen. Arbeiten an den Obstbäumen sind neben sachgemäßem Sommerschnitt: Reinhalten der Baumscheiben und Düngen, bei Trockenheit starke Wassergaben, besonders den neugepflanzten Bäumen und Sträuchern, Lösen und Anbinden von Veredlungen, Entspitzen der Seitentriebe bei Formbäumen, Eitzen schlechttreibender Bäume, Auslichten des zu dichten Fruchtbehanges. Man kann auf das treibende Auge okulieren: Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen, und wenn reifes Edelholz vorhanden ist, auch Rosen; aber nicht an der Sonnen-, sondern an der Morgen- und Abendseite. Die Vermehrung immergrüner Gehölze, von denen Stecklinge mit etwas altem Holze geschnitten werden, findet von Ende Juli bis in den August hinein statt. Die leerwerdenden Beete sind sofort wieder vorzurichten und zu bepflanzen, für Porree und Sellerie jetzt beste Pflanzzeit, Gurkenbeete noch bepflanzen, von Buschbohnen, Winterrettich, Winterkohlarten, Salat, Endivien, Radies, Erbsen Folgesaaten machen. Bepflanzte Beete fleißig lockern, Hacke und Gießkanne dürfen nicht ruhen, alle Tage gießen, hacken, anhäufeln, jäten. Bei Gurken Reisig unterlegen, zumal in feuchter Lage bei nassem Wetter. Die Ranken der Gurken, Kürbis, Melonen werden gleichmäßig verteilt. Melonen sind zu schneiden und künstlich zu befruchten. Arznei- und Küchenkräuter sind am Morgen abzuschneiden, ehe sie an der Sonne ausgedünstet haben. Die Schlingpflanzen wollen geleitet, aufgebunden und nötigenfalls durch Schneiden im Zaum gehalten werden, wo angängig, aber möglichst frei entwickeln lassen. Bei Dahlienknollen nur kräftige Schosse lassen, Pfähle geben, Ohrwürmer in auf die Pfähle gestülpten Blumentöpfen oder Strohwischen fangen, jeden Morgen vernichten. Jetzt Nelkensenker machen, ebenso von Sträuchern, bei denen Stecklinge schwer wachsen. Große Kübelpflanzen, Oleander, Granaten, Lorbeerbäume sind reichlich zu gießen, auch ab und zu flüssiger Dungguß. Wir säen Linerarien und Calceolarien in Töpfe oder Schalen in reingewaschenen Sand, stets feucht halten und schattieren, wenn sich die zweiten Blättchen zeigen in Mischung von 8/s kräftiger Lauberde und Vs Sand pikieren (verstopfen). Unsere Topfpflanzen im Freien sind fleißig zu spritzen, von Unkraut rein zu halten: es kann noch umgepflanzt werden; dazu nie zu große Töpfe nehmen; Stecklinge machen. Palmen können an halbschattigen, passenden Platz ins Freie gebracht werden. J. C. Schmidt. Briefkasten. Folge CG entsteht am Strande der Adria. Arbeiten, durch die den Gästen für die Ferien eine wirtliche Stätte geboten werden soll, haben den Lehrerheiinreferenten hieher geführt. Welch entzückendes Bild schimmert herein, da er die Flügeltüren öffnet und auf die Terrasse tritt! Das Geschmetter der Sänger drunten im Lorbeerbusch hat ihn nicht ruhen lassen, der Sonnenschein war verstohlen ins Zimmer gekrochen und der heisere Ruf des Dampfers kreischte herein: „Auf, auf, du müder Wandersmann!" Über Rächt hatte es geregnet. Blank geputzt sind daher die Gärten, blank geputzt ist das weite, weite Meer. Bis zu den Höhen des Velebits streift der Blick, im Bogen gleitet er zu den Juselgestaden und dann hinüber nach Fiume, das aus dem Morgennebel blitzt. Es ist so traulich auf dieser Bühne, von der ans sich ein reizendes Proszenium auftut! Born zaubrischen Hauch des Meeres »mwobcn, wühlt der Geist in den zahlreichen Schriften, die nach dem Briefkasten streben; es soll heute mit der Antwort der Gruß des Südens hinauf in die nordischen Berge ziehen, ein treuer, herzenswarmer Gruß aus dein Lehrerheim in Laurein. — O. 33. in K. (Wedcrösterrcich): Zunächst schönen Dunk für Ihren köstlichen Beitrug! Sie führen eine prächtige Feder. — Dem Fräulein wollen Sie folgende Bedingungen zur Aufnahme mitteilen: 1.) 3 Jahre Mitglied des Bundes. 2.) Ärztliches Zeugnis. 3.) 4 K täglich für die Verköstigung. 4.) Gesuch an den Lehrerheim-Ausschuß in Laibach. Protektion ist gänzlich ausgeschlossen. — B- Kr. L.: Ich habe nichts dagegen, wenn Sie den Schulhumor der „Blätter" Nachdrucken; aber eines sollten Sie dabei nicht vergessen, was m der ganzen Welt üblich ist: Die Quelle nennen! — K. R- in I.: Die Gedanken Ihres Poems „Ein Jahr vorbei!" sind zum Teil sehr hübsch; allein der Rhythmus will sich nicht fügen. Auch hat die Stelle, die der Freude über bas Ende des Schuljahres Ausdruck geben soll, ein zu profanes Gepräge sowohl im Inhalt als auch in der Form. Meines Erachtens sollten wir den Jubel über das „Die Schul' ist aus!" nicht zur Schau tragen; er leiht unfern Feinden Stoff und vergiftet so manches Ideal. — Lehrer K. St. in tf>. (Bukowina): Wenn Sie sich früher gemeldet hätten, so würde ich das Thema zur Bearbeitung hinausgegeben haben. Ist cs nun mich für Sie zu spät, so kann vielleicht die Ausführung ändern nützen. Das Thema hieß: Die Entstehung der Jahreszeiten mit Hilfe des Telluriums. Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp'? — 6>vk. L. R- in H. (Steiermark): Hab' Ihnen den Dienst vom Herzen gern erwiesen. Es gibt gottlob noch Prüfungskommissäre, die auch ein Gefühl haben und mehr das Können wägen als das tote Wissen. — Wach mehreren Seiten; Man möge der Schristleitung nicht grollen, wenn vom eingesendeten Schulhumor nicht alles erscheint. Vieles hat nur örtliche und augenblickliche Wirkung. Das allgemein Ergötzliche kann nur der unbeeinflußte Leser beurteilen. Und so muß manches beiseite gelassen werden, was wohl für den einen ein Späßchen war, allen aber nicht als solches erschiene. Werden wir matt, so kriegt man uns satt. Daher keinen Groll, sondern vielmehr erhöhten Eifer, auf daß wir den Griesgram schütteln! — Krt. L. in H. und ändern: Ei, ei, der Briefkasten hat Ihnen letzthin gefehlt! Und darob waren Sie böse. Dafür gibt cs diesmal wieder viel Plauderei. Sollte diese aber wirklich alles sein? — Hvk. s5. M. in M. (Arain): Als Lektüre für Ihren kleinen Schützling empfehle ich Ihnen die Jugendbücherei des „Oberösterr. Landeslehrervereines". Lassen Sie sich ein Verzeichnis kommen! (Adresse: „O. L., Linz, Lehrerhaus.") — Direktor L. Sch. in R- (Angarn): Wir nehmen alles mit Freuden aus, was unserer Sache, d. h. der österreichischen Schule nützen kann. Da die „Blätter" auch jenseits der Leitha gelesen werden, so ergibt sich hiemit ein Austausch der Gedanken. — Lehrer K. K. in A. (Äicderösterreich): Jnsolange ich das Lehrmittel nicht kenne, vermag ich nicht ein Urteil abzugeben. Demnach erwarte ich den Apparat in natura. —K. I. K. in K. (Böhmen): Der Eigenverlag hat sein Gutes und sein Schlimmes. Inder Regel zahlt man drauf. Es fehlt eben die Reklamtrommel des Verlegers. - Aß f. A. D. in L. (Salzburg): Sie schreiben: „Ludwig ist ein großer Methodiker; ich bewundere die Kunst, mit der er in seinen Unterrichtsbriefen das Labyrinth der Mathematik zu eröffnen versteht." Das wird den Verfasser freuen. Sie fahnden nach einem zweiten ähnlichen Werke. Lassen Sie das! Wenn Sie Ludwigs Briese gründlich durchgearbeitet haben, sind Sie gründlich präpariert. — „Student"; Für die Einzelprüfung aus Französisch genügen bezüglich der Pädagogik die Lehrbücher der Anstalt. — Lehrer K. B. in K. (Rußland): Woher die Schüler ihr Wissen genommen, ist gleichgültig; Hauptsache bleibt, daß sie was wissen. Sie können also mit den Jungen ohnewciters vor den Prüfungstisch. Wie sind Sie zu den „Blättern" gelangt? — Aöl. A. K. in W. bei K.: Die „Stilaufgaben" kann ich leider nicht verwenden, weil sie mit den von mir wiederholt vertretenen Grundsätzen über den „Freien Aussatz" im Widerspruche stünden. Die Leser würden irre werden. Die Arbeit steht demnach, sosehr sie mir an und für sich gefällt, zur Verfügung. — Schilt. L. ch. in Kt. (Hliederösterreich): Ich hätte die Verwaltung selbstverständlich angewiesen, der Beztrkslehrer-bücherei zu kreditieren. — Aßl. A. M. in K. (Salzburg): Da ich mit Ihrem Aufsatzbetriebe vollkommen einverstanden bin, setze ich eine Stelle aus Ihrem Briefe her: „Bemerkt sei, daß derartige freie Aufsätze nur von Zeit zu Zeit gegeben, sonst aber Musterbeispiele durchgearbeitet werden, damit sich die Schüler an schöne Formen der Ausdrucksweise gewöhnen. Ein freier Aussatz wäre gleichsam die Prüfung, wie weit Ausdrucksweise, Sprachlehre und Rechtschreibung geistiges Eigentum des Schülers geworden sind. Übrigens bin ich der Ansicht, daß selbst eine stilistisch minderwertige Arbeit, wenn sie eigenes Geistesprodukt ist, mehr Wert besitzt als die schönste Arbeit, die aber nur die Worte des Lehrers wiedcrgibd" — Die eingesendeten Schülerarbeiten über das Thema „Die drei Bergleute von Kuttenberg" zeugen von einem sorgfältigen Aufbau des freien Aufsatzes. Köstlich ist es, was einer der jungen Literaten schreibt: „Der dritte Bergmann wollte ein Jahr .friedlich' mit seiner Frau leben." Er hat also das Schwergewicht auf »friedlich' gelegt. Jedenfalls wollte er den Bergmann nur unter dieser Vorbedingung gerettet sehen. — A. R. in K. (Mieder-öllerreich): Die eingcholte Beurteilung über den von Ihnen zur Ankündigung in Aussicht gestellten Artikel lautet ungünstig; das Inserat wird daher in die „Blätter" nicht ausgenommen. — Hausch: Ein polnischer Kollege möchte seinen Sohn, der iluiversitätsstudent ist, über die Ferien in einer deutschen Familie unterbringen und dafür einen Knaben oder ein Mädchen in Tausch nehmen. Anfragen umgehend an die Schriftleitung! — Krf. S. j». in O. (Steiermark): Sie haben es gut herausgefunden, was die „Blätter" neben der unterrichtlichen Rüstung noch wollen: das Emporringen des Stande«, das Finden und Retten von Persönlichkeiten. Den einen, den Sie meinen, konnte ich freilich nicht mehr zurückgewinnen. Er verlor den sittlichen Halt und muß zu den Verlorenen gerechnet werden. Schade um den talentvollen Mann! — K. <£. in K. und vielen, vielen anderen: Ich bitte um freundliche Berücksichtigung des Vermerkes: „Geschäftliches ausschließlich an die Verwaltung", da sonst eine Verzögerung eintritt. Auch ersuche ich, Spenden für das Lehrerheim gesondert einznschicken. Es muß alles gehörig belegt erscheinen. — Kchllt. A. A. in K. (Nöhmerwal'd): Wenden Sie sich unmittelbar an Pros. Burger! Unter Berufung auf die „Blätter" erhalten Sie sicherlich ein Freistück. — Hlierkehrer S. St. in St. A. (Steiermark): Daß Sie sich trotz des argen Mißgeschickes doch zum „Lehrerdoktorat" aufschwingcn, deutet auf seelischen Heroismus. Erlahmen Sie nicht; es wird die schöne Geistesarbeit Sie über so manche trübe Stunde hinwegtäuschen! — Lehrer W. H. in A. a. K.: Ihr durch den Leitartikel in Folge 64 angeregter Aufsatz wird in Bälde erscheinen; es ist mir angenehm, daß die Schäden des gegenwärtigen Schulbetriebes auch einmal von anderer Seite gefaßt werden. — I. A. in W.: Ihr Versbau ist zwar frei wie das Lied des Vogels; aber trotzdem soll das Gedicht hinaus. Es bringt einen schönen Gedanken und der ist uns immer lieb, auch wenn das Geklingel nicht streng den Gesetzen entspricht. — „Zaghafter, sorgenvoller Kinkkaßler": Verzeihen Sie die späte Antwort; in der nächsten Folge wird Ihrem Wunsche entsprochen werden. Ich erwarte umgehend den versprochenen Lohn: das Bild Ihres Schulreiches. — Schilt. K. S.: „Praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht", sind mir immer willkommen. Herein also mit der ganzen Sammlung! Es sollte alles wacker mittun, damit die zweite Auflage des Dengg'schen Büchleins eine ansehnliche Bereicherung erfahre. — Direktor A. St. in Ii. (Währen): Die von Ihnen gebotenen Schätze verteile ich mit kluger Ökonomie; ich bitte daher nicht zu zürnen, wenn manches warten muß. — Schilt. Z. I. in A. (Kärnten): Ihr Aufsatz über Bienenzucht soll im nächsten Frühlings zur Arbeit drängen. — Lehrer <6. K. in Wien: Das Umlaufheft wird zunächst ausgebeutet und wandert dann wieder in die Welt. Wer daran teilnehmcn will, muß sich rechtzeitig melden. Die erste Wanderfahrt hat viel Wertvolles gebracht. — Schilt, h». W. in K. (Niederösterreich): Spät, spät erst komme ich, um für die Glückwünsche zu danken. Im Drange der Geschäfte wird das Persönliche zurückgestellt. — chvl. I. L. in St. St. (Steiermark): Die Politik lasse ich nicht in die „Blätter"; sie verdirbt das Chlorophyll. — Höl. Zt. W. in (Nähmen); Zur Behebung der Nervosität empfehle ich Ihnen die Rikliknr. Sie können sie recht wohl daheim betreiben. Morgens entblößt im Walde turnen, laufen, schreiten; vormittags entblößt in der Sonne liegen; nachmittags ein Bad; hernach einen kräftigen Spaziergang; sechs Wochen nur Pflanzenkost genießen und sich des Alkohols und Nikotins enthalten — und jedweder geistigen Arbeit! Das wirkt besser als das angepriesenstc Medikament. — Jirl. K. A. in $$•: Wenn der Kollege meint, das Kapitel „Des Lehrers Takt und Schliff" sei überflüssig, so mag das vielleicht bei ihm zutreffen. Die Mehrzahl der Leser hat jedoch den Wert des Abschnittes erkannt und uni eine Neubelebung gebeten. Die Zeit will nun einmal die Formen; damit müssen wir rechnen. Da die Bildungsanstalt darauf vergaß, so ist uns die Arbeit geblieben. — Hvk. A. S. in N-1 Nähmen): 1.) Die Wechselrede über die 12. Frage bleibt noch offen. — 2.) An ein Nordheim wurde bereits gedacht; es wird bald in Angriff genommen werden. — 3.) Das umfangreiche Manuskript kann ich erst in den Ferien lesen. Wenn Sie nur größer schrieben! — Krau Zt. in K.: Ihr Herr Gemahl berichtet wörtlich: „Schauen Sie, was die .Blätter' anrichten! Meine Frau liest unter dem Kaffeeeinschenken darinnen und schüttet dabei den Inhalt der ganzen Kanne auf die Jännerfolge." — Das geschah zu Mittag, so schreibt er. Hiezu meinen Rat: Gewöhnen Sie ihm den .Schwarzen' ab! Er bewahrt die „Blätter" und ihren Leser vor Schaden. Und das Budget der Hausfrau erfährt eine Erleichterung. Der schwarze Kaffee ist für die Geistigarbeitenden Gist. Er schlägt uns in Fesseln wie Nikotin, Alkohol und Liebe. — Hvs. W. N- in W. (Nähmen): Das ist nun schon in vielen Bezirken üblich, daß für jede Monatsberatnng als ständiger Programmpunkt der ansgegeben wird: „Was ist von dem in den .Blättern' Gebotenen für unsere Schnlverhältnisse anwendbar?" Es wäre nunmehr nur noch eines zu wünschen: Die Monatsberatungen sollten .Randbemerkungen' abwersen. Machen Sie den Anfang! — Lehrer K. Sp. in W.-K. (chveröster-reich): Aus Ihrem Briefe: „Der Lehrer ist mit seinem Gehalte leider so schlecht gestellt, daß er sich nicht einmal die zu seiner vom Gesetze verlangten Fortbildung notwendigen Fachzeitschriften halten kann." — Machen Sie es so wie die Kollegen jenseits der Enns: Die Bezirkslehrerkonferenz beschloß die Anschaffung von ausgewühlten Fachzeitschriften für alle Schulen. Der Landesausschnß genehmigte den Beschluß, weil ja das Geld für die Bezirkslehrerbüchereien aus dem Säckel der Lehrer fließt, wornach ihnen innerhalb gewisser Grenzen das Bestimmungsrecht znsteht. — Da Sie die volle Bezngsgebühr nicht entbehren können, so ist die Verwaltung angewiesen worden, eine Ermäßigung zu bewilligen. — Avungsschussehrer K. K. in W.: Je mehr Freunde, desto mehr Feinde! Das Wachsen der „Blätter" hat einen Sturm erzeugt. Zum Glück hat er sie nicht hinab-, sondern hinaufgewirbelt. — Lehrer Z. K. in (H. (Währen): Ich bin gerne bereit, für Konferenzthemen die Stoffqucllen anzugeben; nur sollten die Anfragen früh genug erfolgen. — Dr. med. univ. L. W. in (!?>.: Eine Stelle aus Ihrem Briefe erinnert mich an einen pädagogische» Parallelismus; darum teile ich sie den Lesern der „Blätter" mit. Es heißt: „Sehen Sie, darin liegt es, wenn ein Mensch seinen Berns — ich nehme teilte Bernfsnrt ans — mit der Zeit nur mehr als flache Alltagswiese in der Schwüle drückender Arbeit vor sich liegen sieht, darin, daß er sich diesen Boden nicht ordentlich beguckt. Denn würde er es tun, so müßte er manche zarte Blüte entdecken, die bei entsprechender Wartung sich recken und strecken würde und dem einförmigen Einerlei willkommene Abwechslung gäbe. Was den ärztlichen Beruf betrifft, so ergreift ihn wohl nur ein Idealist. Das weiß ich nicht bloß von mir. Ich habe im Lause der Jahre manchen Jünger Aeskulaps über die Motive befragt, die ihn ans Krankenbett drängten — es fand sich keiner darunter, den nicht Hiebei die edle Absicht geleitet Hütte, selbstlos Leiden zu helfen. — Und dann kommt ein großer Tag. Ein ganzer Schwarm wird losgelassen auf die kranke Menschheit, das Diplom unter dem Arm, den Kopf ballastüberfüllt, das Herz von der Hoffnung geschwellt, schon in den nächsten Stunden Blinde sehend, Lahme gehend, ja sogar Tote lebendig zu machen. Da kriecht aber auch schon die Ernüchterung herein. Dieser starb und jener, da versagte die Kunst, dort traf der sehnsüchtig und, tveilS die Bücher der Gelehrten so verheißen, mit größter Zuversicht erwartete Erfolg nicht ein. Der Ernüchterung folgt als Übergangsstadium die Verzweiflung und dieser die Gleichgültigkeit, der sich der Geschäftssinn willig verbindet. Irgendwo draußen aber, nicht gar weit von den Toren der Alma mater liegt hohläugig eines schönen Jünglings kalte Leiche, daneben zerknitterte, verwelkte Rosen, — der Idealismus. Dieser Weg des Jammers bleibt keinem Arzte erspart. Vor mir liegt er noch. Aber ich suche mich abseits zu hallen. Daher füllte ich von jeher meine freie Zeit mit Arbeiten ans, die zuweilen Früchte reifen ließ. Dabei fiel auch für die medizinische Wissenschaft etwas ab. Eines Tages führte mir mein Lebensweg eine kranke, aber so unendlich dankbare Kinderschar in die Arme, und während ich ihre Köpfchen an mein Herz drückte, stammelte ich etwas, das klang wie ein Eid: ,Jch gehöre zu Euch und will Euch helfen.' Wie manche Stunde bin ich mitten unter Ihnen gesessen! Des belanglosesten Wortes aus dieser Zeit habe ich nicht vergessen. Nachts um 2 Uhr stand ich mitunter im Kinderspital bei den zehrfiebernden Kleinen. Und als dann plötzlich mir die Abschiedsstunde schlug und 20 bis 80 kleine Rekonvaleszentenhände sich in meinem Kittel festkrallten, mir Blumen entgegenhielten und ich die Bettlegerinnen noch einmal zu grüßen ging, da erneuerte ich unter Tränen im Stillen meinen Schwur." — So spricht tiefgehender Idealismus. Er sollle jedem Arzte eigen sein und jedem Lehrer. — Hverkehrer A. K. in K. (Wayeru): Ihr Gedicht auf der schönen Grußkarte teile ich an anderer Stelle mit. Sie nennen unsere „Blätter" eine „vornehme Zeitschrift". Wenn das Ausland so spricht, so macht uns dies doppelt so stolz. — Lehrer 28. 5. in 2t. (Mähren): „Kreuz und quer von Schule zu Schule" und der Auszug aus den Jahrgängen 1904, 1905, 1900 erscheinen noch vor den Ferien. „Talaufwärts" wird in dritter Auslage auf den Weihnachtstisch gelegt werden. — Serr 3ofef Aoruska läßt sagen, daß das unter Nr. 144 besprochene Büchlein nicht verkäuflich ist. — Äverleyrer A. $>. in (H.: Die mitgeteilte Anekdote würde ich abdrucken lassen, fiele nicht ein Schatten aus den Lehrer. — 6f. S. 2i. in S.: Ihre Stundenbilder gefallen mir, weil sie weniger der methodischen Fexerei dienen als der sorgsamen Stoff. Zubereitung auf Grund fleißiger Sammlung. Halten Sie das Kapitel als Domäne fest! — „Hreuer Mhmer-nmfbret“: Sie schreiben: „Bitte, mir mitzuteilen, ob es einem jungen Lehrer erlaubt ist, das, was das junge Herz bedrückt, vertrauensvoll mitzuteilen und um Rat zu bitten?" — Aber selbstverständlich, lieber Kamerad! Es ging schon so mancher geheilt von hinnen; warum sollte es für das junge „Herz" kein Mittel geben? — IV. Jahrgang der li. It. Lehrerbildungsanstalt in Leitmeritz: Wie vornehm! Ein Briefumschlag mit der Firma! Da seht mir nur die jungen Leutchen an, wie sie die Zeit erfassen! Eine Festschrift soll ihr Studium beschließen. Das lob' ich mir. Das Blättchen wird Wunder tun. In den Stürmen des Lebens wird es so manchen aufrichten, so manchen zum Bruder ziehen. Ich freue mich auf die Gabe. — Leyrerverein K.: Es scheint, daß Sie mir gram sind, weil ich der Einladung nicht sogleich entsprach. Dermalen geht es eben nicht. Erst im Herbst reife ich wieder über Land. — „(fletäufcht“: Hinter dem Kennworte steckt ein Motiv zur Studienbeflissenheit. Sie suchen Trost und Ersatz in der Wissenschaft. Hab' ich's erraten, Fräulein Helene? — Zur Sache: Ein Ferialkurs für Zeichnen findet in Laibach statt, ein Bürgerschullehrer-Jahreskurs in Graz. — Lehrer iS. Ht. in W. A.: Der Aufsatz „Wanderer" stellt einen Erguß dar, der zweifellos schön zu lesen ist, aber wenig Greifbares zurückläßt. Da indes die „Blätter" mehr der Sache zustreben und nur das bieten wollen, was inhaltlich wirkt, so kann ich den Raum leider nicht mit Stimmungen belegen. — Art. A. H. in W. (Wederostcrreich): Den Ausdruck „Bodenständigkeit" werden Sic sogleich erfassen, wenn Sie die einschlägigen Abschnitte in den Jahrgängen 1908 und 1909 lesen. Folge 65 brachte ja bereits die 9. Fortsetzung. — Lehrer I. W. in f.: Ich kann Sie für die Stelle nicht empfehlen, weil mein Vertrauensmann über Sie ein ungünstiges Urteil abgegeben hat. — „W. K. 35“: Was betraf Ihre Anfrage? — Lehrer W. M. in H. (Möhmen): Treuen Tank für Ihre Treue. Die abgetanen Sachen mag ich nicht berühren. Zur gedeihlichen Entwicklung der Lehrerintcresscn brauchen mir de» Frieden. — Mitte: Jene Herren, denen cs belieben sollte, den Leitartikel der vorliegenden Folge zu verdrehen, werden ersucht, den ganzen Wortlaut mitzuteilcn. So erfordert cs der Anstand. — chrußtiarten aus: 1.) Michcldors (Zwcig-lchrcrberatung). — 2.) Baden bei Wien. — 3.) Veldes (Prüfungsausflug). — 4.) Fulnek (.Zuruf zum Aprilsturm'). — 5.) Hrastnigg (Maiausflug). — 6.) Bruck a. d. L. (Mit Schutzmarken bespickt). — 7.) Prag (flifingst-grüß eines Lehramtskandidaten). — 8.) V erd reu g bei Gottschee (Lehrerrunde). — 9.) Kärntner Bundesversammlung. — 10.) Gradlitz. — 11.) Dippoldiswalde bei Dresden. — 12.) Ncuwclt i- B. („Ein Annchcn" ist verdächtig nahe unterzeichnet). — 13.) Bielitz (Jugendspielkurs). — 14.) Liebenstein (Nach den Prüsungs-mühcn). — 15.) Rom (Hab' für die hübsche Karte das Strafporto gern gezahlt). — 16.) Morobitz bei Gotischer („Trauliche Lehrerrunde"). — 17.) Aspern („Vom alten Pulverschlucker"). — 18.) Klagcnfurt (Sängcrfest). — Kleine Mitteilungen. 154.) Aahrprciscrmäßignng. Nach einer Mitteilung der „Freien Bukowiner Lehrerzcitung" hat der Abg. Jsopescul-Grecul den Eisenbahnminister in der Fahrkarten-Angclegenhcit interpelliert. Minister Derschatta hat seinerzeit ausgerechnet, daß die Zuerkennung der Fahrpreisermäßigung an Volksschullchrcr in dem Ausmaße, wie sie den Staatsbeamten zukommt, 70.000 K Abgang brächte. Was macht das für ein Staatsbudget aus? Um die Bagatelle sollte man sich denn doch das Unrecht vom Halse schaffen, dem Minderbemittelten etwas vorzuenthalten, was man dem Bemittelten ohneweiters in den Schoß wirft. — 155.) Contra Wkotin und Alkohol wurde in England ein Jugendschutzgesetz erlassen, dem wir nachfolgende Bestimmung entnehmen: „Wer an Minderjährige Tabak in was immer für einer Form verkauft, gleichviel, ob derselbe für Erwachsene oder für Kinder bestimmt ist, macht sich einer strafbaren Handlung schuldig, ebenso diejenige Person, welche Kinder mit Tabak beschenkt oder zum Rauchen verleitet. Jeder Schutzmann hat das Recht, rauchende Jungen onzuhalten und ihnen sofort an Ort und Stelle den Tabak wcgzunehmen. Ähnliche Bestimmungen betreffen die Einschränkung des Alkoholgenusses durch die Jugend." 156.) 3>et verhungerte Dollisschntl'ehrer. Mit dieser Aufschrift wußten einige Tagesblütter letzthin die Aufmerksamkeit der Leser auf einen Artikel zu lenken, der das Geschick eines „entlassenen" Lehrers enthielt. Hätten sie sich des Armen lieber in der Zeit angenommen, da er der Hilfe bedurfte! Aber nein, das machen sic nicht. Wohl aber sind sic hinterher barmherzig zum Zerfließen, weil es nichts mehr kostet und weil man wieder einmal den „vormürzlichcn Schulmeister" Heraufzaubern will. Wir bedanken uns um solches Mitleid, das dem Einzelnen nicht nützt, dabei aber unser Standesansehen schädigt. Und die Entlassenen rechnen wir eben nicht zu uns; daher kann man sie auch nicht als Volksschullehrer benennen. Man vergleiche andere Stände! Keiner wird es sich gefallen lassen, daß man ihn in der geschilderten Weise dem öffentlichen Mitleide, hinter dem ein Stück Geringschätzung steckt, preisgibt. — 157.) chverkehrer-Ghrenvürger. In der Gemeinde Kremetschau wurde zum ersten Ehrenbürger der dortige Oberlehrer Franz Kluka ernannt. Würde sich die Ehrung allenthalben ergeben, cs wäre sicherlich um unser Standesansehen besser bestellt. 158.) Aeriakliurse. 1.) Im Hochschulkurse zu München werden folgende Stoffe behandelt: 1. Die Polargebiete und ihre Erforschung, mit Lichtbildern. 2. Übung und Ermüdung. 3. Die Strahlungserschcinungcn der Elektrizität, mit Experimenten und Lichtbildern. 4. Die niederen Sinnesorgane. 5. Richard Wagners Schriften und Dichtungen. 6. Die Erkrankung der Stimme und Sprache mit besonderer Berücksichtigung des Schulunterrichtes. (Mit Demonstrationen.) 7. Leibniz. 8. Mozart. Mit Demonstrationen am Klavier. Im Rahmen des Ferialkurses finden auch noch folgende Führungen statt: a) Durch das Bayer. Nationalmuseum, b) Durch die „Alte und Neue Pinakothek", c) Durch die „zoologischen Sammlungen" des Staates. Außerdem wird der Besuch des Deutschen Museums (beider Gebäude) ermöglicht. Auch für die hiesigen Kunstausstellungen, Kunstsammlungen u. a. sind bedeutende Vergünstigungen gewährt. Mitteilungen: 1. Die Stundeneinleilung, welche jeder Kursbesucher mit der Teilnehmerkarte erhält, ist so getroffen, daß jeder Besucher an sämtlichen Vorlesungen und Führungen bequem teilnehmen kann. 2. Das Honorar für alle Vorlesungen und Führungen zusammen beträgt 20 Mark; für Schulpraktikanten, für Hilsslehrerinnen und Hilfslehrer 10 Mark. Irgendwelche Nachzahlungen werden nicht erhoben. 3. Für Familien werden besondere Karten ausgegebcu. Der Preis beträgt für zwei Personen 30 271t., für drei 40, für vier 50 und für fünf Personen 60 27!k. Diese Karten sind nicht übertragbar und dürfen daher nur von den direttcn Angehörigen einer Familie benützt werden. 4. Gebildete Damen und Herren aus anderen Standen können sich, soweit Raum vorhanden ist, gleichfalls an den Veranstaltungen des Ferialtnrscs beteiligen. 5. Das Komitee ist gerne bereit, sowohl Privat- als mich Gasthofwohnungen zu besorgen, wenn diesbezügliche Wünsche unter Angabe des Mict-anfwandes geäußert werden. 6. Über den Besuch des Ferienturscs werden am letzten Tage, d. i. am 31. Juli, Bescheinigungen ausgestellt, welche das Verzeichnis der gehörten Vorlesungen enthalten. 7. Anmeldungen wollen unter Beifügung des Honorars nur an den Kassier, Herrn Johann Bund, Pfarrhofstr. 8, gerichtet werden. Anmeldungen, denen der Teilnchmerbetrag nicht bcigefügt ist, gelten als nicht geschehen. 8. Die Teilnehmerkarten gehen den Gemeldeten gleichzeitig mit einem ausführlichen Stundenpläne sofort zu. 0. Auf Ansuchen werden gerne Prospekte gesandt. 10. Alle Anfragen wollen gerichtet werden an den Vorsitzenden oder Kassier, oder an Frl. Marie Hicber (Zieblandstr. 14/11) und Frl. Amanda Freund (Olgastr. 4/111). — 2.) Stenographiekurs in Wien. Er dient zur Vorbereitung für die staatliche Stenographie-Lehramtsprüfung. Dauer vom 19. Juli bis 9 August. Anfragen beantwortet Direktor K. L. Weizmann in Wien, I. Wollzeilc 12. — 3.) Vierwöchiger Turnknrs für Volks- und Bürgcrschnllehrer in Linz. Vom 2. bis 28. August des heurigen Jahres soll in Linz der siebente österreichische Turnlehrerkurs abgehalten werden. Aufgabe dieses Kurses ist die theoretische und praktische Aus-, bezw. Weiterbildung der Teilnehmer im Knaben- und Mädchenturnen. Bei täglich achtstündiger Übungszeit werden nicht bloß die im österreichischen Lehrplan enthaltenen Übungen nebst dem Keulenschwingen und Trockenschwimmen durchgeübt, sondern es wird besonders auch den Turnspielen der ihrem Werte entsprechende Platz eingeräumt. Am Schlüsse des Kurses erhält jeder Teilnehmer ein Zeugnis. Als praktische Vorkenntnisse werden von den Teilnehmern die vorgeschricbenen Übungen der Volks- und Bürgerschule vorausgesetzt. Die Kursgebühr beträgt 10 K und ist im vorhinein zu erlegen. Vierzehntägiger Turn- und Spielkurs für Volks- und Bürgcr-schullehrerinnen in Linz. In Anbetracht des Umstandes, daß die mit dem nächsten Schuljahre in Kraft tretenden neuen Turnlehrpläne auch das obligate Turnen an Mädchenbürgerschulen enthalten werden und daß ein sehr fühlbarer Mangel an geeigneten Lehrkräften für diesen Gegenstand eintreten wird, wird, einem vielseitigen Wunsche entsprechend, Heuer vom 1. bis 14. September ein Kurs für Turnlehrerinnen abgehalten. Derselbe soll in zweiwöchiger fleißiger Arbeit den gesamten Tnrnstosf für Mädchenschulen theoretisch und praktisch behandeln, alle 2)lüdchenspielc durchüben und außerdem das notwendige praktische Können vermitteln. Die Turngebühr beträgt 5 K. Leiter der beiden Kurse ist Herr Max Hirt, Turnlehrer an der k. k. Lehrer- und Lehrerinnenbildnngsanstalt in Linz. Anmeldungen für die Kurse sind an den Öberösterreichischen Turnlehrerverein in Linz zu richten. — 4.) Universitätskurs in Innsbruck. — 6.)Zeichenkurs in Laibach. 159.) Dem Willensschwächen ins Stammvnch: Wer mit dem Leben spielt, Kommt nie zurecht. Wer sich nicht selbst befiehlt, Bleibt immer ein Knecht. Goethe. M der Neichsgreiye von Schule )u Schule. (£tn< Schnkreise durch Kärnten, Hirol, Vorarlberg, die Schweiz, Waden, Württemöerg, die Kohcnzollern- kande und Wägern.) 12. Mitten im reizenden Ländle. Es ist drüben alles so klein und so niedlich: das Ländle hinter dem Arlberg, das Stabile am See, das Bergle, das vom Alpstock herniederwellt, und das Bächlc, das sich durch die Runsen windet. Immer schob sich ein neues Bild in den Guckkasten, da wir wieder um eine Ecke bogen. Das Eisengefährte war noch neu und kreischte daher in den Kurven. So begleitete uns denn ein svnderbarlich Singen bei der Morgenfahrt durch Busch und Wald. Nach etwa einer Stunde hielten wir länger an; wir waren an dem Punkte angclangt, von dem aus man . zum Wallfahrtsorte emporstieg. Das Bergle wurde zum Berg, ich spürte es in meinen Gliedern; auch meine Begleitung bekam Respekt vor dem „welligen Ausläufer", insvnders der Herr Kollege, der sich im Laufe der Jahre eine Hemisphäre umgeschnallt hatte. Das Bücken machte ihm Beschwer und die Vormittagssvnnc schmiegte sich an die rundliche Fülle; der Spott fügte das Seine dazu. — „Es scheint, Herr Bruder zur Rechten, daß die Bergschule Sic nicht sonderlich zieht." „„Wieso? Gerade sie hat mein volles Interesse."" „Ja, wenn sie ins Tal herabkäinel Ein Inspektor von Ihrer Statur verrät wenig Tangenten mit der Einklassigen im Berge hoch droben." „„Soll das Jnspektoren-Biolvgie sein?"" „Gewiß! Das Ächzen über den Hang, der unnötige Ballast am Körper, das ängstliche ®licfett zur Höhe: das kennzeichnet den Bezirks-, aber nicht Gebirgsschnlinspektvr." „„Nu, ich Hab' ja das Geschäft erst begonnen; soll cs mir die Jngcndfrische und das Ebenmaß des Körpers bringen, ich will ihm mit doppeltem Eifer obliegen. Da ich erst ein paar der Landschulen im Tale gesehen, ist in mir ein neues Streben erwacht, das Streben, hier mit meiner ganzen Kraft einzusetzen, um dem Volke dort die Bildung zuznfnhren, wo die äußeren Verhältnisse sie hemmen. Drüben in der Stadt läuft die Maschine von selbst; doch hier muß sie geölt, getrieben werden. Der Arme, der in der Einsamkeit allein am Schwungradc fleht, soll meines besonderen Schutzes sicher sein, soll erhalten, was er begehrt. Zeigt er mir den Ersatz, so will ich ihn wirken lassen, wie es ihm behagt; weist er wenig ans, so werde ich ihn zum tüchtigen Genossen schicken. Ich denke, auf den, der aus sich heraus- schafft und mit Begeisterung sein Amt erfaßt, wirkt die methodische Marsch« route erlahmend; dem das Berufsideal fehlt, ist sie leerer Schall, ein totes Schema. Darum will ich mehr beobachtend und prüfend denn diktierend wirke»."" Es ist klar, daß wir mittlerweile auf ebenes Terrain gekommen waren. Wie hätte sonst Mein breitgefügter Wandergenvß sich zu der umfangreichen Ausführung ansschwingen können! Doch das war noch nicht die letzte Stufe des Rückens; noch zwei Etappen waren zu er- klimmen. Viel Bächlein stürzten dieweil von der Höhe, viele von der Stirne des Begleiters. Endlich, es war schier Mittag geworden, langten wir auf der Kuppe an. Wie sich da Mutter und Töchterlein um den lieben Papa zu schaffen machten, auf daß keine Zugluft über ihn streiche, auf daß nicht zu früh das ersehnte Naß kredenzt werde, ans daß der Mittagstisch nichts Ungewohntes bringe. Ich knurrte mich in eine Ecke und dachte: „Warte nur, warte nur, balde, balde hungerst und krächzest du auch! Nicht immer wird das besorgte Paar mit dir ins Land ziehen. Da wirst du auf Zugluft, kühlen Trunk und Hartgekochtes vergessen und mit mancherlei Leiden heimkehren. Allmählich wird die Wage mit dem Zeiger einige Grade zurückbleiben, bis aus dem wohlgenährten Väterchen ein schlanker, flinker Inspektor geworden." Auch das Mittagsschläfchen war dem Frischgebackencn noch eigen; er könnt' es nicht missen. Darum zogen wir gegen den Wald und legten uns auf den samtenen Rasen. Doch die Einklassige ließ meine» Nachbar nicht ruhen. Immer wieder kam er auf sie zurück. Er »leinte, inan bürde ihr zuviel auf, man schiebe ihr Stoffe zu, die sie nicht braucht, nicht mag, nicht erfaßt. Das raube ihr Kraft, Zeit und Interesse. In unseren Gesprächen schnitten wir so manchen dürren Ast vom Baume und pfropften dafür ein frisches Reis ein. Bei dieser Arbeit hatte das verwöhnte Väterchen das Mittagsschläfchen leicht verwunden. Indes wurde zum „Segen" geläutet. Als wir zur Kirche käme», vernahmen wir eine heisere Stimme, die Stimme eines Greises. Er kniete am Altäre wie ein Mann ans dem Jenseits. Ich habe eilte so ehrwürdige Gestalt noch niemals im Talare gesehen. Daher war es uns ein Bedürfnis, mit dem Manne, aus dessen Gesichte ein Jahrhundert lag, zu sprechen. Wir gingen ihm in die Wohnung nach und lauschten dein zitternden Worte. „Wenn Sie da drüben von Dorf zu Dorf wandern, so wird Sie überall ein Priester-greis begrüßen. Alle im weiten Umkreise haben unter mir als Kapläne gewirkt. Mit weißem Haupte sehe ich sie zur Kirche und zur Schule schreiten; throne über ihnen als der Älteste der Alten. Vier Generationen haben während meines Aufenthaltes auf dieser Höh' gewechselt; die fünfte werde ich wohl nicht erleben. Mir ist nicht bange bei dem Gedanken an das Sterben, walle ich doch schon langsam hinüber. Wenn ich drüben am Altäre knie, fühl' ich mich meinem Gott so nahe und es scheint mir, als kehrte ich in eine fremde Welt zurück, so ich die Schwelle des Pfarrhvss betrete. Sie, meine Herren, stehen noch vor einem großen Abschnitt emsigen Schaffens. Möge Ihnen dereinst das Scheiden von dieser Welt so leicht werden wie mir! Übers Jahr bin ich sicherlich bei dem, dem ich mein Leben geweiht." Und er hatte recht, der gute Alte! Als ich von der Reise zurückgekommen, lag auf dem Schreibtische ein schwarzumraudetes Papier, das die Botschaft von seinem Hinscheiden enthielt. . . „Was soll das Zetern unten aus dem Kirchplatze bedeuten? „„Die Burschen wollen nicht in die Schule."" „Wie, hält man hierzulande am Sonntag Schule?" „„Das ist die Fortbildungsschule für Schüler, die der Schulpflicht entwachsen sind. Da es ihnen freigestellt ist, dieselbe zu besuchen, so muß mit ihnen jedesmal unterhandelt werden."" So sprach ein junger, junger Präzeptor; er war noch Kandidat und praktizierte in den Ferien an Stelle des Baters. Die Studiosen hatten zu ihm nicht sonderlich Vertrauen und es half daher weder das Zureden noch das Zerren am Rocke. „Lvß mr an Ruah'; i mog net!" Mit diesen Worten klemmten sie die Tabakspfeife zwischen die Zähne und sahen dem Kugelspiel auf dem Dorfplatze zu. — Wir mengten uns nicht in den Streit, gaben uns auch nicht zu erkennen, sondern baten den grimmen Pädagogen lediglich, uns ein wenig hospitieren zu lassen. Er ließ es gnädig zu. Hätten wir geahnt, was uns bevorstand, wir wurden auf das Vergnügen verzichtet haben. Eine neuerliche Bergpartie war es, die sich uns bot. Das Schulzimmer lag nämlich knapp unter dem Dache eines weitläufigen Bauernhauses, in dem die verschiedensten Gerüche durcheinander strömten. Die Treppe war so steil, daß man sich fest an die Wand klammern mußte, um nicht rücklings herabzukvllern. Schweißtriefend kamen wir oben an. In dem niederen, aber sonst geräumigen Zimmer saßen zwei Dvrfjünglinge und sieben Jungfrauen. Bezüglich des Alters schwankten sie zwischen 14 und 17. — Es wurde Geometrie tradiert. Der Kandidat machte die Sache nicht schlecht. Er entwickelte kurz und bündig die Berechnungssvrinel für den Flächeninhalt des Rechteckes und ging sofort zur Anwendung über. Von den Feldern des N. und des T. hatte er sich die Maßzahlen für Länge und Breite angemerkt; auch der Kaufpreis für 1 in2 war dabei. So gewann also die Lektion einen durchaus bodenständigen, praktischen Anstrich. Wir wurden dadurch für die waghalsige Kletterpartie einigermaßen entschädigt. — Der junge Freund gab mir später das Geleite ins Tal jenseits des Berges. Stolpernd über Stock und Stein steckte ich ihm so manche Zehrung für seine Lebensreise in die Tasche, nahm aber auch von ihm viel wertvolle Stücke über Lehrerbildung in mein Ränzlein auf. In erster Linie interessierte mich das Wesen der Fortbildungsschule. Der Begleiter verriet, daß man jenseits des Rheins die Wirkung gesehen und daher die Einrichtung diesseits nachahmen wolle. Allein, was half sie, da ihr die Grundlage fehlte? Keine Autorität stützte sie, kein fester Plan zog ihr die Grenze, es ergab sich kein Interesse. Sv war sie denn eine schlechte Kopie ohne greifbare Wirkung, eilte Form ohne Gehalt. Doch welch wichtige große Idee lag ihr zugrunde I Sie sollte praktischen Unterricht in einer Zeit vermitteln, da der Schüler in einem reifen Alter steht, die Lebensbedürfnisse und den Ernst einer gediegenen Schulbildung erkennt, da die sittlichen Gefahren in ihr ein Gegengewicht finden sollten, da die Persönlichkeit auf die Persönlichkeit wirkt. Mich ließ der Gedanke nicht ruhen, wie einige Stunden zuvor den Kollegen die Einklassige im Mittagschläfchen gestört hatte. Einsam zog ich drunten im Talbvden die Straße dahin, dieweil der Abendhimmel sich immer tiefer senkte und seine Schleier über die Kuppen schlug. Von droben ertönte das Glöcklein. Gewiß kniete jetzt der Hundertjährige vor dem Kruzifix und blickte hinauf zu seinem Herrn und blickte hinab zum blinkenden See, um das Bild, das er nun an die siebzig Jahre geschaut, noch einmal durch seine Seele ziehen zu lassen. — a) Einbanddecken für die „Blätter". Grün, in Leinwand, mit dem Titelblatt und der Abbildung des Lehrcrheimes. Elegant ausgcstattet, versehen mit dem Verzeichnisse der Mitarbeiter. Preis 1 K, Porto 10 h. b) Sammelmappen für die „Blätter". Lichtgrün, mir Lederimitation, solid, zum Einlegen der jeweiligen Folge der „Bl". Preis 60 h, Porto 10 h. Herau-qeber und verantwortlicher Schriftleiter: Rudolf E. Peerz. — Druck non Hofes Paolicek in Eottschee. 557. Lehrer I. ©trat, Pettendorf, Niederösterreich.........................................K 1 — 558. Lehrer H. Kurz, Christianberg................................................„ 1— 559. F. Schätzer, Bureauleiter, Wien ■ „ 1'— K 36408 K. Schrott mit K 3-40 zweimal ausgewiesen, ingleichen Nr. 484 u. 485 mit je 1 K, also ab ,, 3-40 K 36063 Endsumme in Folge 63 . . . ,, 7.012-87 Bisher in den „Blättern" verzeichnet K 7.373*50 « BnKiindigungstafcl. * 1.) Schukwandkarten bei Freylag und Berndt, Wie», VlI/i Schottenfeldgnssc 62. (Be-sprechung 11.) — 2.) Zur Vorbereitung auf den Unterricht — das Vorbereitungsbuch von Pichler. (Besprechung 5.) — 3.) Radiergummi, Karben bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Hinte von Schuster in Wien und Schüller in Amstetten. — 5.) Äleistifte von Hardtmuth in Budweis. (Besprechimg 29.) — 6.) Hufchcu von Anreitcr in Wien VI/i. 7.) Als Lefefloff für die Kleinen — „Österreichs deutsche Jugend" in Reichenberg. (Besprechung 21.) — 8.) Uruckfortcn bei Pavlicek in Gottschee (Krain). — 9.) Lehr-intb Lernmittel vom Lehrerhausvereine in Linz a. b. D. — 10.) Musikinstrumente von Klier in Steingrub und Langhammer in Brüx. — 11.) Methodische Rüstung mit Mohaupts Schriften. (Bgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 50!) — 12.) Karben bei Dr. Schoenseld in Düsseldorf; Zeichenutenstlieu bei Schnüncke in Düsseldorf. — 13.) Reißzeuge bei Müller und Mehner in Wien. — 14.) Schulbänke bei Dr. G. Fischet Söhne in Wien I. — 15.) Radiergummi bei Simon in Wien. — 16.) Kreide bei Hoschkara in Waidhofen a. d. D- Alle anderen Musikinstrumente und Saiten unter voller Garantie. Preisliste frei. Reparatur-Werkstätte. 14 Tage zur Probe sende ich an jeden Herrn Lehrer meine in Künstlerkreisen rühmlichst bekannten Spezialitäten: Streichinstrumente, Zithern und Guitarren von unübertroffener Güte und Preiswürdigkeit. Empfehle gute Violinen zu K 5, 6, 8, 10, 12 und höher. Gute Violinen mit starkem Ton, Bogen, gefüttertem Holzetui. Reservesaiten, Stimmpfeife, Dämpfer, Kolophonium und Violinschule franko. K 15 bis 20. reine Orchester-Violinen samt Zugehör, besser, K 25 bis 30. 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Bei dem Umstande nun, daß der Schüler hiedurch infoferne bedeutend benachteiligt erscheint, als derselbe solche minderwertige Ware nicht billiger erhält, sondern denselben preis für diese, wie für unser tadelloses bestes Fabrikat bezahlen muß, so ergibt sich die Notwendigkeit, darauf zu achten, da; die im Gebrauch stehenden Bleistifte auch genau unsere Firma-Aufschrift: „L. & <£. hardtmuth" trage». Wenn wir »ns gegen den erwähnten Mißbrauch die gütige Unterstützung der p. T. Lehrerschaft erbitten, so involviert dieselbe gleichzeitig einen Appell zum Schutze dieses alten österreichische,, Industriezweiges. Hochachtungsvoll Gegründet l?W. £, & <£, HardtlUUth. Jede Schute sollte Porsch's ges. gesch. * Kartenständer * einführen. Zahlreiche Anerkennungen, Lehrerverein Böhm. Leipa schreibt in Nummer 32 der „Freien Schnlzeitnng": „Der Kartenständer des 2lmtsgenoffen porfch kann als sehr zweckmäßig zur Anschaffung bestens empfohlen werden." — Mit Berufung auf die „Blätter" > Krone für das „Südheim". H»reis 15 Kronen ----------- Bestellungen an: Karl Worsch Schulleiter in Dürfchel, Danba, Löh,ne». Q WlN§WlNLW>N!MÄlsMM-iMZIl2MZlsMZiA Wie heißt es in den „Mkättern f. d. ÄVIeilungsunterrichl" (Kokge fi2) ? „Na, gottlob haben nun tüchtige I Praktiker sich des Zeichnens nach der Natur bemächtigt. ^Stcrkike und Heischet Stundkilbilder für modernes Zeichnen bieten aus der Werkstatt heraus |j| prächtige Stücke in prächtiger Ausführung. Man sieht sie vor sich, ü die Meister der method. Kirnst, wie sie schaffen und erproben, damit ja — nichts unfertig in die Ivclt reife. De» I Kollegen Sterlike ». pifchel gebührt a der Dank der Lehrerschaft, daß sie [| unerfahrenen Hinmielsftiirmern die [° n Idee aus der Hand genommen und g sie auf festen Grund gestellt haben." r-pvof. pmj. 1 Zu beziehen: Fachl. -And. Sterkilie, 1 Rokotnitz, Böhmen. I. Teil K .3.30, II. Teil K (» — franko gegen gj Voreinsendung o. (Portozuschlag) Nachnahme. [3 3m selben Verlage. 1 Vreistavessen für den Kechen-unterricht D vom .^achl. Hub. Sterlike, .3 Tafeln, 50 : 75. sL E] preis: (Voreinsendung) für .3 zusantmengehor. p! | Tafeln K 150. | Nett erschietten: Uns Märchen uom Osterhasen. Line dramatische Märchendarstellung für die Jugend mit fröhlichen, leicht sangbaren Liedern zu jeder Gelegenheit verwendbar. Leicht aufführbar. Keine Ausstattung erforderlich. Text vom Oberlehrer Alois Friedrich. Musik von Joses Steyskal, dem Komponisten des Festspieles „hoch Österreich", „Gott erhalte unfern Kaiser“ und des Weihnachtsmärchen „Sil-vestria, die Waldfee". 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Da zwischen dem Verbrauch von Kreide und der Leistung einer Schule bekanntlich ein Zusammenhang besteht, bedeutet die Einführung derselben die Lösung einer nicht zu unterschätzenden Schulfragc. Geprüft und empfohlen von der Zentralleitting und den Zweigvereinsobmännern in Niederösterreich. Jordan Wien, am 26. Februar 1909. k] 1 ‘i 1 ®Isiafaisi^isiMai[5MaJisMajiSMaii5iMEiisiMaisimiii5Mia!sil]i][sisiaiiHisiaJieiHisJisiHiaJliiMäl[SMaisiMSJisiBjaJisisiaiil 0000000000000000000000000000000 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 I Liter Tintenextrakt Nr. 2 (4 K) gibt 20 Liter schwarze Schultinte ä 20 h. I Liter Eisengallusextrakt Nr. 3 (6 K) gibt 10 Liter echte Änthrazentinte ä 60 h. Diese Extrakte sind flüssig, vollkommen satzfrei und geben mit kaltem Wasser verdünnt sofort fertige Tinte. ------ Von vielen Landes- und Bezirkslehrervereinen geprüft und empfohlen. Von 3 Liter an portofrei. Keine Nachnahme. Keine Voreinsendung des Betrages. 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