^U140. Mittwoch am 22. 3uni 1864. Die „vaibachtt Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt dm Beilagen im Comptoir ganzjährig 11 si., halb-Mrig 5 fl. 50 kr., mit Kreuzband im Comptoir ganzj. 12 si,, halbj. 6 fl. Für die Zustellung in's Haus sind halbj. 50 fr. mehr zu entrichten. Ml der Post portofrei gnnzj., untn Kreuzband und gedruckter Adresse 15 fl., halbj. ? si. 50 lr. Äusrrtwnsgelniyr ftr eine Garmond - SpaNmzelle ober den Raum derselben, ist filr Imalige Einschaltung 6 tr., fllr Lmalige 8 tr., für 3maligc 10 lr. u. s. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertion« - Stempel per 30 lr. filr cine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen kosten 1 si. 90 lr. für 3 Mal, 1 fl. 40 lr. fllr 2 Mal und 90 lr. für 1 Mal (mit Inbegriff des InserrionSstempelS). MnnMiM-GiM»!!!! »ns«c,M»chn Zcilmg" sti d»« 2. Smtstn 186^, HA» it 1. Illli geht dic viertel- und halbjährige Pränumeration auf dic „Laibacher Zeitung" uud „Vlätter aus Krain" zu Ende, daher laden wir das 1'. I. Publikum zu cincm ucucu Abonnement ein. — Aus der bisherigen Haltimg des Blattes ist ersichtlich gewesen, daß die Redaktion bestrebt ist, allen billigen Anforderungen an ein täglich (mit Ausnahme der Sonn- nnd Feiertage) erscheinendes Proviuzblatt zu genügen. In diesem Vcstrcbcu wird sie fortfahren, uud um es mit'(5rfolg thuu zu Wunen, ersuchen wir alle vaterländischen litcrarischcn Kräfte, uus ihre geschützte Mitwirkung nicht zu versagen. Jeder Zcitnngölcser sott anch Zeitungsschreiber sein. Alle entsprechenden Beiträge werden bestens honorirt! Die Vlätter aus Krain", welche jeden Samstag in cincm halben Bogen erscheinen nnd als Gratisbeilage den l'. l'. Abonnenten der Zeitung verabfolgt werdcu, sind für das Wissenschaftliche uud Belletristische bestimmt, uud als Mitarbeiter dafür Männer von anerkanntem litcrarischcm Nnf chätig. Änfsätzc, wissenschaftliche Abhandlungen, interessante Schildernugcu, welche vatcrläudischc Stoffe bchaudclu, und wic wir in der letzten Zeit fast ausschließe lich brachten, sind uns vor Allem willkommen uud wcrdcu csscufallö bcstcuS honorirt. Die Plänumcrations-Dcdingungcn bleiben ftnjl unverändert: Gmniälni.i mit Post, uutcr Kreuzband versandt . . - li» si. — tr. l GauMrig siir Laidach, in'S Ha>w zugestellt .... 12 si. — lr. ImlbjW-iq' dto. dto. dto. . . - 7 . 5l» „ halbjährig dto. dto. dto..... ll „ — „ na!,;iählig im Comptoir uutcr Convert..... !2 „ — „ ganzjährig im Comptoir offen...... II „ — „ halbjährig dto. dto. ..... <»,,—„ halbjährig dto. dto....... 5 „ 5U „ Die Pränumerations-Betrage wollen portofrei zugesandt werden. Die Iuscrtions- Gebühren in das vicrspaltigc Intelligcnzblatt der „Laibachcr Zeitung" betragen für eine Garmond-Sftaltcnzcilc, oder den Raum derselben, für einmalige Einschaltung l> kr., für zweimalige 6 kr. uud für dreimalige N) kr. öst. W. n. s. f., wcuu die Wicdcrholuug der Eiuschaltuug innerhalb acht Taycn erfolgt. Zu dicscn Gebühren sind noch 30 tr. „für Inscrtiousstcmftel" für ^iuc jedesmalige Einschaltung hinzu zu rcchucn. — Inserate bis zn 1^) Zeilen tosten l fl. '»<>"lr. silr dr^'i Mnl, l fl. 40 tr. flir zwei Mal und i»(> ll'. fnr c-ill iVl'al, Nlit Inbegriff des Inscrtionöstcmpcls. Rüäständigc Prinlinncratiuuö-Vcträgc und Il>scrtiunc«gcbührcli wollen franco berichtigt wcrdcn. 18«»»« V. «Lvl,»«K»)U nnd eontr^ von allen Seiten nicht fremd geblieben. Sie kennt die Materie ganz genau, nnd der Kaiser der Franzosen ist dadurch in der Lage, den Gegenstand vollkommen zn überschauen, vollkommen zn beherr-schcn. Er wäre sicherlich ein wünschenswerlherSchieds« ächter, wenn der englische Vorschlag überhaupt an-genommen wird." « Anderer Mcinnng ist «die Verfassung"; sie sagt: „Das von England proponirte Schiedsgericht ist der dcmschen Nation nnd der Sache, um die cö sich jetzt für Deutschland handelt, unwürdig und es ist ferner nichts Anderes, alS ein durch nnd durch seichtes Aus' kunfsmittel. um den Vankbruch, den die Diplomatie erlillen hat, für blöde Augen zu bedeckeu. Die Au> nähme dcS neuesten englischen Vorschlages mnß nur ciue uicht zu entschuldigende Verschleppung der deutsch» dänischen Frage znr Folge haben, nnd wnrde schließ' lich nur England zugute kommcu, da diescS. sich dem SchiedSrichtcrspruche fügend, von den Kalamitäten, in welchen es sich jetzt durch die Verrannlheit seiner Staatsmänner befindet, mit elncm Nuck befreit wäre. Um aber ^!ord Palmrrston eine ruhige Nacht zn ver> schaffen, oder Ear! Nnssell im Vcsip seines Porte« seniles zu erhalteu. wird Deutschland gewiß uichl sein gntcö Nechl in einer guten Sache zum Opfer bringen." WaS nnn die Annahme bicscs Vorschlages Sei. lens dcr anderen Konfercnzmitgliedcr bclnssc, so läßt sich mit Bestimmtheit allcrdiuas nichts voraussagen, oa derselbe in dicscm Augenblicke dcn deutschen Mon» archcn zur Entschcidnug vorliegt. Indessen sind einige 'Änlichen uorlianoeu. welche für die Auuabme sore« chcn. Herr von Venst ist nicht umsonst in Paris gc» wescn. zwischen Vcrlln und Paris bat es in dcr letz-lcn Zeit nicht an einem lebhaften Gedankenaustausch gefehlt. Nnßlaud braucht den Frieden und erstrebt pcnsclbcu. wie man versichert, ans allen Kräften. Oesterreich wird nicht nein sagen, wenn es gilt. ciue friedliche Lösung in ciucm Streite zu finden, der schon zn lange gedauert hat. nnd liei dem keinesfalls ein snhjcktivcs Interesse Oesterreichs befriedigt wird. Die Dancn sind allerdings in ihrer gcgenwattigcn Eraltatiou nicht berechenbar; aber es will uuö bc. oünkcn, daß. uachdcm es Frankreich durch seine kluge Haltung in der Konferenz dahin gebracht hat. daß Europa ihm die scincn Stolz nicht wenig befriedi-gcndc Genugthuung gibt. ihm die dohc Mission eines Schictslichtcrs anzuvertrauen, so werden anch i»Ko< pcubaqen jene E'uftüssc verschwinden, welche bisher die Dänen so hartnäckig machten. Oesterreich. Wien, 18. Juni. Die Strafgesetzkommissiou bat. wic der «Wanderer- meldet, nachdem sie gewisse Strafartcn. welche sie bei den Stmfvcrschärfungen ausgeschlossen, bei dcn Disziplinarstrafen aufgenom« me», in den letzten zwei Sitznngcn sich mit dcr Erwägung der Frage beschäftigt, ob das System der «Beurlaubungen", das in England erprobt ist. uicht auch bei uns einzuführen ware. Dieses System be« steht darin, daß dcr Verbrecher, dcr auf eine Anzabl Jahre verurtheilt ist. für gewisse Zeit unter dcr Voraussetzung guter Aufführung verhältnismäßig, d. i. unter polizeilicher Aufsicht, frei wird. Dcr Sträfling erhält einen Urlaubsschein (lilckt'l cis I<>!,v<>) uuo es ist eine Abtheilung der Polizei mit dcr Ucbcrwcichnng der Besitzer von ticket« us i>nv« betrant. Namentlich waren es zwei Punkte, welche im Schooße der Kom» mission, nachdem man das Veurlaul'ungssyNem prin» zipiell angenommen hatte, lebhafte Debatten bervor» r'cfcn. Vor Allem gingen dic Mcinnngcn bezüglich der Frage, ob und in wic fcru die Strafdauer durch die Venrlaubungen alterirt werden sollc. auseinander. Die Einen meinten, die Beurlaubung sei nicht als Strafe anzusehen, sondern als Begünstigung odcr Gnade und könne dcu Vcurlaubteu die Zeit derselbcu als cutsprccheudt Erfülluug der Slrafdancr nicht angerechnet werden; die gegcntheilige Ansicht siegte schließlich, uud es wird sonach z. B. Dcrjeuigc. welcher auf zehn Iahrc uerurtheilt ist, wenn er sieben Iahrc im Zuchthaus und drei Jahre als Beurlaubter zugebracht, die über ihn verhängte Freiheitsstrafe überstanden haben. Anch die Frage, unter welchen Modalitäten die Beurlaubungen uorzuuchmeu wären, wurde erst nach lebhaften nnd eiugchcndcu Erörtc. rungcn entschieden. Ein Autrag ging dahin, die Ur< laubc nach einer gewissen Scala zu ertheilen; über« Haupt sollten sie erst bci ciucm drei Jahre überstci« gcudeu Strafausmaß Platz greifen; und dann sollten sie als Marimum bei cincr Strafe von drei bis fünf Jahren ein Vierlheil. von fünf bis zehn Jahren ein Drittheil, von zehn bis zwanzig Jahren dic Hälfte 558 der Strafzeit betragen können. In der durch diesen Antrag hervorgerufenen Debatte wurde aber geltend gemacht, daß eine derartige Scala mancherlei Inkon« sequcnzen nach sich ziehen würde, nnd man einigte sich enclich dabin, daß überhaupt bei tinem Strafausmaß über drei Jahre ein Drittheil der Straf» daucr im Wege der Beurlaubung abgebüßt werde« könne. Was endlich die Frage anbelangt, unter wel« chen Bedingungen ein Verurtheilter beurlaubt werden könne, und unter welchen er vor Ablauf der ihm bewilligten Zeit aus der verhältnißmäßigen Freiheit in das Gefängniß zurückgebracht werden solle, fo war man ursprünglich der Ansicht, daß dieselben strenge und in's Detail zu formulireu seien; man kam aber schließlich, in Anbetracht deS Umstandcs. daß die Ur-laubSzeit nicht als außerhalb der Slrafc fallend an» znsehen sei, zn dem Beschlusse, im Allgemeinen anS» znsprechen. daß der Benrlanbte. falls er sich ^schlecht" aufführe, seinen Urlaubsschein verwirkt habe. Wien, 20. Juni. Die ,Wr. Apst.« schreibt: Das englische Blatt «The Morning »Post« bringt in der Nummer vom 14. Juni eine Korrespondenz aus Krakall mit zwei derselben beigefügten angeblich mnt-lichen Aktenstücken, nämlich einem Schreiben des Di< rektors der diplomatischen Kanzlei in Warschau Herrn v. Tengoborsly an den Herrn Statlholterei-Kommis-sionsleiter v. Merk! in Krakau. dann eine darauf be» zügliche Depesche des Herrn PolizeiministerS an den lehtgcdachten österreichischen Funktionär. -— Wir sind in der Lage, diese beiden Dokumente, welche auch in einigen hiesigen Blättern abgedruckt wurden uud schon in ibrer Fassung und iu ihrem InHalle daS Gepräge der Erfindung nnd tendenziösen Verdächtigung augenfällig an sich tragcn, als vollkommen apokryph und die daraus gezogenen Folgerungen als jeden HalteS entbehrend zn erklären. Trieft, 21. Juni. In der gestrigen ersten Sitzung des Comites zur Prüfung der in der bekannten Ne-uollclla'schen Broschüre enthaltenen Vorschläge wurde einstimmig die Adscndnng einer transatlantischen See-Expedition als ein wesentliches Hilfsmittel zur An« bahnung von Verbindungen mit transatlantischen Ländern anerkannt. Den Unternehmungen anderer Staaten gegtnüber, unter denen in allcrjüngstcr Zeit namentlich Italien durch drei Expeditionen sich hervorznthun suche, sei eS für Oesterreich äußerst rathsam, solche Länder aufzusuchen, deren Verhältnisse für unsere Schifffahrt und unseren Handel einen Gewinn vcr> sprechen. Schon allein vom Standpunkte unserer Küstenprovinzen aus sei eine Sce-Elpeditiou dringend zu empfehlen; es sei aber auch, da im Inlandc, wie ans einzelnen bedeutungsvollen Anzeichen hervorgehe, daS Interesse an ocr Ausbreitung des Exports wachse, mit Sicherheit darauf zn rechnen, daß die Idee bei unseren Industriellen großen Anklang finden werde. Bei einer vorläufigen allgemeinen Diskussion des vom Vorsitzenden. Vize-Präsideuten der Zentral'Sccbehörde. Ritter v, Becke, entworfenen, sehr eingehenden Pro« grammS ergab sich bereits, daß einige der wichtigsten Angelegenheiten des österreichischen Handels und der Industrie, namentlich die Frage der Bahn uud See» Frachten, deren Höhe dem Export so hinderlich in den Weg tritt, ferner die hohen Abgaben uud Spesen österreichischer Schiffe in einzelnen anßer-ruropäischen Landern, mit denen keine Verträge bestehen, eine ausführliche Behandlung erfahren werden. Da die Absicht besteht, die Meinungen von Körperschaften, hervorragenden Industriellen uiw vollswirthschaftlicheu Kapazitäten möglichst ausführlich zu erfahren, so wird sich daö Comit^ in kürzester Zc,l mit einer Anzahl von Personen uuo Korporationen in Verbindung sehen. (Tr. Ztg.) Pest, 18, Juni. Ueber die neue Gcrichtsorga» nisatwn wird den ungarischen Blättern aus Wien telegraphirl: Ein allerhöchstes Handschreiben bezeichnet die Grundzüge der neuen Gcrichtsorgauisatiou: Alle Gerichte sind königlich und ständig. Die Justiz wird von der Verwaltung getrennt. In allen Pro-zcßsachen bestehen drei Instanzen. Die erste Instanz bilden einzelne Stuhlgcrichte. die Siavlrichtcr große« rer Freistäote uud die Komitatsgcrichtc. die auch Wechsel« und HandclSprozesse bekommen. Die Di-striktualtafeln, auf Grundlage königlicher Delegation verstärkt durch Mitglieder der königlichen Tafel, fnn-giren auch als zweite Instanz wie die königliche Tafel. Temcöoar erhält eine Distriltualtafe!. für besondere Strafsachen wird ein neucS Landeogcricht erster In» stanz in Ofen errichtet. Bei Appellation in gewissen Strafsachen an daS Seplemvirat referiren Septem-uire. Der Richter muß die Ablegung der Nichter-amtSplüfung oder Advolaturprüfung nachweisen. Die Bezahlung, Pensionirluig mic> Behandlung der könig< lichen GcrichtSbeamten erfolgt wie in den Erbländern. Die Distriltualtafel hat die Diszipliuaraufsicht über das Gcrlchtspersonal im Distrikt. Die Aduolalenprü-suug wird verschärft. Ausland. Aus Paris, 16. Juni. wird der «Köln. Ztg." geschrieben: Im Instizpalaste herrschte heute eine uu-gewöhnliche Anfreguug. Die Polizei hat nämlich heute Morgens zwischen 7 uud 8 Uhr bei elwa zwan« zig Pariser Advolaleu Haussuchungen macheu lassen. Dieselben faudcu kraft eines Mandats des Unter, suchungörichters de Gonet Stall. Jene Maßregel wurde iu Folge der Untersuchung angeordnet, die vor einiger Zeit gegen oie Advokaten Drco. Garnier Pageö und Andere eingeleitet wurde, die bei Gelegenheit rer Wahlversammlungen, die bei Ersterem stattfanden, an» geklagt sind. eine nicht ermächtigte Assoziativ» uou mehr alü zwanzig Pcrjo>,cn gebildet zil haben. Ve-lannllich brachte Garnier Pages (einer der Pariser Dcpulirten) diese ganze Angelegenheit bei der Budget» diskussion vor die Kamim-r. Nmcher (der Staats-minister) erklärte damals, daß. falls die Regierung sich in ihrer Annahme geirrt, daß die Assozialion, welche die Genannten bei Gelegenheit der Wahlen gebildet, eine unerlaubte sei, die gerichtlichen Verfol« gungcn keine weiteren Konsequenzen haben würden, daß jedoch das Gescß, einerlei, wer die Schuldigen sein würden, im entgegen zeseytcn Falle seinen freien Lauf haben würde. Der Vorirmnd nnd vielleicht anch der wahre Grund, der für ricsc Haussuchungen äuge- geben wurde, ist der. daß man nach den Listen der Mitglieder der Assoziation suchle. Es schein! nämlich, daß oie Regierung glanbt. daß das Pariser Wahl-comiic an der Spihe einer über ganz Frankreich verbreiteten Assoziation steht, welche die Wahlen zum Vorwaude nimmt, um eine allgemeine Agitation hcr-uorzurnfen. Unter denen, bei welchen Haussuchungen gemacht wurden, befinden sich alle Diejenigen, welche die Manifeste des Wahlcomitc's unterzeichnet hatten. Diese Maßregeln haben natürlich nicht allein im Instizpalaste, sondern in ganz Paris Aufregung und Bestürzung hrrvorgerufen, zumal das Gerücht gebt, daß binnen wenigen Tagen im „Monileur" Dekrete erscheinen sollen, welche an die erinnerten, die das Iabr 1^51 kennzeichneten. Bei einem Advokaten, einem früheren Mitarbeiter des „Temps", der nicht in Paris anwesend ist. wurden alle Pulle. Schränke nnd Kisten erbrochen- sonst verfuhren die Polizei-Agenten mit großer Höflichkeit. — Das mexikanische Kaiserpaar hat am 21. Mai den Kanal von Accatan passirt. um in den Golf von Mexiko einzulaufen. Warschau, 13. Juni. Mehrere Bürger, schreibt mau dem Dr. I.. waren vorgestern polizeilich aufge« fordert, beim Statthalter zu erscheinen. Allda angekommen, empfing sie Se. Exzellenz auf's höflichste, erzählte ihnen, daß Se. Majestät der Kaiser sich wol,l befinde und die kaiserlichen Kinder, die er ebenfalls in Kowno gesehen habe, gleichfalls, und kam im Laufe ocS Gespräches auf den Kaukasus zu sprechen, wo der Kampf zn Ende sei. Nußland habe anch dort, meinte der Statthalter, seinen Beruf erfüllt, wilde Menschen nämlich zu verdrängen, um sie durch zivili-sine und gebildete zn ersetzen. Polen sei ein schönes Land. habe aber das Unglück, alle W Jahre von einem Reuolutions'Fieber ergriffen zu werden, welches daS Land ruiuire. Hierauf äußerte der Statthalter seine Zufriedenheit darüber, daß demnächst eine französische Schauspielertruppe hicherkommc. deren Spiel er gern besuchen werde, und sie, die Anwesenden, möchten auch rechtzeitig abonniren. Zuletzt sprach er noch über die Merkwürdigkeiten Roms. das er als juuger Manu besucht habe. Nachdem die Herren so über eine Stunde im Schlosse verweilt, wurden sie wieder entlassen. — Anch gestern ist ein Transport Deporlirtcr von 250 Personen mit der Eisenbahn ab^mi^cn. Es war darunter ein Mann. der hier die seltenste Achtung genießt: Dr. Dibek. Professor an der medizinischen Fakultät der hiesigen Hochschule, der liach Sibirien dcportirt zli werdr» ucrurthcllt iN. weil er. als ihm in der Untersuchung der bekannte Oberst Tucholkin in's Gesicht spie. die Beleidigung durch eine Ohrfeige crwioerte. London. Das Parlamentsmitglied Sir Harry Verncy macht in einer Zuschrift an die «Times" fol< gcndcn Vorschlag: Man tlicile Schleswig in drei Zonen, eine nördliche, mittlere und südliche. Man lasse dann die M'tlelzone zuerst abstimmen, mit dem Verständniß, daß, wenn sie für den Anschluß an Jutland stimmt, auch die nördliche Zone mit zn Jutland falle» soll; wenn sie für Holstein stimmt, geht die südliche Zone mit zu Holstein. und dann bleibt nur Feuilleton. Des Leibes Nahrung nnd Nothdurft. (Schluß.) Wie viel Nahrungsmittel vom Körper täglich aufgenommen werden müssen, damit er seine Gesundheil und Kraft erhalte, läßt sich nicht genau angeben und noch weniger in bestimmten Zahlen ausdrücken, da die täglich anfznnehmcnoe Menge je nach der In« dividualität. Beschäftignng, Witterung :c. sehr bedcu-teuden Schwankungen nnterworfen ist. Der ausschließliche Gennß von Pfianzennahrung ist ebenso nachtbeilig für den Körper, wie der ausschließliche Gennß thierischer Nahruug; ersterer erstreckt seine schädliche Wirkung meist auf die Verdauungs», letzterer auf die Ernährungsorgane. Man hat behauptet, daß ein Volk, welches vorzugsweise thierische Kost genießt, kräftiger, kühner, dabei aber auch leiden» schafllicher und unlcnksamcr werde, daß es sich über-hanpt leiblich und geistig besser entwickle als ein sol° chcs, welches fast nur vou Pflanzenkost lebt. So allgemein ausgesprochen ist diese Ansicht jedenfalls nicht richtig, denn man vergißt dabei. daL die erste Bedingung für rag leibliche und geistige Wohlbehagen nicht so sehr lie große Nahrhaftigkeit der Speisen, als viel« nichr der Umstand ist. daß dieselben den besonderen, vor allen Dingen sich nach dem Klima und den Bc> schäftigungcn richtenden Bedürfnissen rcs Körpers vollkommen angepaßt sind. Im Winter nnd iu kalten Gegenden bat man bet harter Arbeit eine sehr reich, lichc nnd substantielle, daher durchaus thierische Kost nöthig, während der Bewohner der heißen Zone die- selbe Arbeit mit einer geringe» Menge vegetabilischer Nahrung auSfübrt. Der von der Natur so sehr be-vorzugle Europäer ist auch in Rücksicht auf seine Pftanzennahrung insofern günstiger gestellt, als die übrigen Bewohner der Erde. da seine Getreiocarlen bei gehöriger Zubereitung viel verdaulicher und zugleich viel nahrhafter sind, als die Pflanzenkost deS Aincri-kaners, der Mais oder die Hirse des Afrikaners und selbst der NeiS der Asiaten, weil alle diese in verhältnißmäßig größerer Menge verzehrt werden müssen und deßhalb nickt so vorlheilhaft anf das Wohl deS Körpers und des Geistes wirken. Indem der Mensch seinen natürlichen Bedürfnissen und Neigungen gemäß lebt. hat er mehrere Stadien zu durchlaufen. Zunächst muß er dem natürliche» Bedürfnisse genügen. uud dafür sind Fleisch uud Brod die Mittel, durch welche in alleu Ländern der Erde diesem Zwecke entsprochen wird. Sodann hat der Mensch sich durch Bcnnhnug der Gewürze und beson-derS des Kaffee's, des Thee'S und der Chokolade Stoffe verschafft, durch welche er die Thätigkeit deS Nervensystems erhöbt und i» den Stand geseyt wird. bei einer gleichen Nahrungsmenge größere körperliche nnd geistige Anstrcnguugcn zu ertragen. Die Liebe zu diesen warmen Getränken findet sich in den nörd. lichsttu Gegenden und in den rauhestcn Klimaten ganz ebenso wie in den Tropenländern. Auch Europa hat sich sein Lieblingsgclräxk erwählt' Spanien und Ila-lien trinken vorzugsweise Chokolade. Frankreich. Deutschlaud. Schweden und die Türkei haben bcson-d.-re Neignug zum Kaffee. Ilußlauo. Holland uud Eugland zichcu den Thee vor, Ueberall sind Gelrauke. welche nicht berauschen uud nicht betäuben. im allge. meinen Gebrauche, uuter Stämmen von jeder Farbe, unter jeder Sonne, in jerer Lage des Lebens. und cs ist also wohl anzunehmen, daß diese Gewohnheit einem allgemeinen Bedürfniß unserer armen menschlichen Natur entspricht. Weiter aber sucht der Mensch oie Sorgen, die ihn mitunter qnälcn. zu mindern und sich unaugcncl'me Empfindungen und Elwäguu-gen fern zu halten, und dann greift er zn gegohrc« nen Flüssigkeiten, durch deren Alkohol er des Lebens Mühen und Qualeu zu vergessen strebt. Alle Men-schenraccn ohne Alisnahmen hal'en, man kann sagen: durch Instinkt, die Kunst erlangt, gegohrcne Gctränke darzustellen. und verschaffen sich die Freuden und die Leiden des Rausches. Endlich aber sncht der Mensch seine leibliche» und geistigen Genüsse zu vermehren und zu gewissen Zeilen zu erhöhen. uno vieß erreicht er durch narkotische Gcnnßmiltcl. Währcno die durch Gährung gewonnenen Getränke den nämlichen wirksamen Bestandtheil enthalten, hat jedes narkotische Oennßmittel seinen besonderen eigenthümlichen Stoff uno seine besondere eigenthümliche Wirkung. Von Anf.ing au weit davon entfernt. Bedürfniß zu sein. sind alle diese Genußmiltcl allmählig zu einem solchen geworden, nicht »nr well eine üble Gewohnheit die Menschen zu ihrem Gebrauche veranlaßte, sondern weil die immer fortschreitende Kultur die mächtige Triebfeder war und stetS sein wird. Ein Beweis dafür sind die überall fchlgtschlagencn Versuche geistlicher und weltlicher Potentaten, den Gebrauch dieser Gennßmiltel zu hemmen. Jeder verständige Menschenfreund wird übrigens stets mehr nach moralischen als nach Gewaltmitteln snchcn, llm die aus derselben hervorgchcndcu Ausschweifungen zu beseitigen. Nahrungsmittel und Gcnußmiticl bedingen den eigenthümlichen Eharaklcr eines Volkes. Vergleicht man die Lebensweise, die Sitten, die Gebräuche und die Verfassungeu der Völker, so erkennt mau bald die große Bedeutung. welche jenen zuzuschreiben ist. Vcl der Geburt sind im Allgemeinen allc Menschen 559 noch die nördliche zil befragen. Die Leitung des gan< zcn Verfahrens übertrage man zwci erfahrenen Dl-plomatcn, eincm französischen uud einem englischen, Sir Harry Verncy glaubt, daß dieser Vorschlag nicht auf die Einwendungen stoßen würde, welche die «Times" gegen den angeblichen Antrag des Herrn v, Veust erhoben hat. Mal- und ProvillMl-Nachlichlen. Laibach, 22. Juni. Von Seite des hiesigen k. k. LandeSgerichtes H uns folgende Zuschrift zugegangen: .In Ihrem Vlatte Nr. 126 l. I. kommt die auS der Grazer «Tagespost" Blatt-Nr. 125 entnom» mene Bekanntgabe des MiroSlao Vilhar vor. daß er ein Gcsnch um außerordentliche Revision seinrs Pro» zcsscs nicht überreicht bade. Sie werden im S>nne des §. 19 des Preß» gesetzcs vom 17. Dezember 1862. N.-G.-Bl. Nr, 6. aufgefordert, in Ihr VIatt die Berichtigung aufzunehmen, daß Mlroslav Vilhar in dem wider ihn wegen Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe abgeführten Preßprozcssc gegtn das bestätigende ober» landesgcrichtliche Strafurtheil am 26 März 1864, Z. 2187. die außerordentliche Revision angemeldet und dieselbe am 11. April 1864. Z. 2527. ausgc» führt hat. daß jedoch der hohe k. k. oberste Gerichtshof dieser außerordeutlichcn Berufung mit dem hohen Erlasse vom 3. Mai 1854. Z. 2857 und 2824. keine Folge zu geben befunden habe." — Durch den Tod des Bürgermeister Ambrosch ist zugleich der Sitz cincS Vertreters der Städte und Märkte Adelsberg, Oberlaibach :c. im Landtage erledigt. Als Kandidaten werden die Herren Adolf Obresa in Zirknitz, Franz Kotnik in Ober-laibach uud Peter Koslcr in Wien genannt. Wie uns mitgetheilt wird, hat die Mehrzahl der Wähler bereits den Entschluß gefaßt, Sr. Mzellenz dem Herrn Stallhalter Freiherr» u, Schloißnigg ihre Stimme zu geben. — Zur Uebernahme der Advokatursschrifteu dcS verstorbeneu Dr. A. Rak ist Herr Dr. Josef Suppan bestimmt wordc». — Der Schluß der Ge mä l d e a us st e ll u n g im Nedoutei'.saalc findet auf Wunsch Vielcr. welche diesllbe zu besuchen bis jcßt versäumt habcu, erst Morgen Donnerstag Statt. — Am 26. d. M. hat der Turnverein „.In/iü 80K0I" zur Fcicr der Ucbergabe seiner Fabnenbänder ein Schauturnen auf dcm Turnplätze, und Mittwoch de„ 29. d. M. mncht derselbe etliell Allöfillg »ach Krainburg. — Gestern wurde »tt Guloen; Nr. 146 745 gew. 8000 ft.; Nr. 13.716 gew. 3000 fi. Nr. 112.201 und Nr. 171.174 ge-winucn je 1000 st.; Nr. 2664. 98.153. 145.778 und Nr. 165.496 gew. je 500 fi.; Nr. 33.109, 59,857, 128.062, 137.357 und Nr. 151.174 gew. je 400 ft., Nr. 42 323. 73.713. 81.996. 86,559. 99.784 und Nr. 113.290 gew. je 200 fi.; Nr, 1172, 3570, 4048. 9173. 9222, 37.267.^41 493. 45.612. 86.879. 91 941. 92,«85. 97.465. 107,888. 113.622,130 539 145,070.147.841,157.201,169,264 und Nr. 172.727 gew. je 100 st.; Nr. 843. 8918. 9253. 13 208.15.906, 20.667. 21,097, 21.356. 21.987, 24.887. 29,612. 34.757, 34.851, 37,842, 38.680. 40.561. 45,157, 50.994. 52,378, 53.288, 56.320. 57 904. 59 090, 59.298. 64.566, 67.170. 71.106. 77 098. 80 552, 85.534. 87,449. 92.260. 104.644.107 868.113.893. Il.9.088. 122,425, 123.654. 126112,126.588. 130.086, 131.266, 134505. 134.864. 135.038. 138.654. 138.789. 138 988. 141.073. 141.765. 141.854. 150.914. 151.8l3. 153.168. 156.864. 162,218.162.595.168 105.169,838 und Nr, 172.027 gew. je 77 ft. C.-M. Außerdem wurden noch 3900 Nummern mit dem Gewlnnste von 67 fi. gezogen. Die Auszahlung der Gewinnste erfolgt am 15. Dezember 1864 bei dem Großhandluugshause S. G. Sina in Wien. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Kissingen, 20. Juni. König Ludwig von Vaiern stattete gestern nach 10 Uhr Vormittags Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth und dem Kaiser von Rußland Besuche ab, begab sich mit den Oesterreich!« scheu Majestäten um 11 Uhr in die Kirche und empfing Mittags den Gegenbesuch dcS KaiscrS uou Ruß> land. Se. Majestät Kaiser Franz Joseph hat die Besuche deS Kronprinzen von Württemberg, Großder« zogs von Hessen und Herzogs von Naßau empfangen und erwiedert und wird heute dem intimen Diner bei Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland anwohnen. — Die Abreise Sr. k. k. Majestät erfolgt morgen nach einem Diner bei Sr. Majestät dem König Ludwig von Vaiern. Dic Abfahrt von Schwein» fürt erfolgt um halb 11 Uhr Nachts, von Hof um 4 Uhr Morgens, und die Allerhöchste Ankunft in Karlsbad Mlttwoch 1 Uhr Mittags. — Ihre Majestät Kaiserin Elisabeth sind trotz des schlechten Wet-ters heute im Kurhause erschienen. Dcr Großherzog von Sachsen-Weimar ist heute hier augekommen. Uissa, 20. Juni. (8 Uhr 30 Minuten Vormittag) Sr. Majestät Panzer-Fregatte «Kaiser Max" und Dampfer „Lucia" sind eben in südöstlicher Rich« lung passirt. Berlin, 20. Juni. Iu der verflossenen Samstag stattgehabten Konferenz schlug Preußen einen sechsmonatlichen Waffenstillstand vor; bezüglich der Grenzlinie erklärte es sich ausdrücklich für die Befragung dcr Bevölkerung in deu Hcrzogthümeru. Oesterreich will statt letzterer die Befragung einer legalen Volksvertretung. Der Bevollmächtigte des Bun-dcö hielt seine frühere Erklärung aufrecht, England schlug bezüglich der Grenzlinienfrage den SchicdSrich. terspruch eiuer Ncutralmacht vor. Die Bevollmächtig« ten der Kriegführenden nahmen den Vorschlag ilä roldronämn. Stuttgart, 20. Juni, Eine zahlreiche -Vc» sammlung von Handels' und Gewerbetreibenden be« schloß fast einstimmig an die. StaatSregiernng die Bitte zu richten: „durch Annahme des französischen Handelsvertrages das Verbleiben Württembergs im Zollvereine sicherzustellen und die Verhandlungen mit Preußen über den Anschluß an den sich neu konstituirenden Zollverein wieder anfzunehmeu." Hamburg, 20. Juni. Eine Depesche des Asse-kuraüzuerrineö aus Coweö eingelangt, meldet die Landung einer Dampfyacht mil 60 Geretteten uou der Mannschaft dcS südstaatlichen Dampfers «Ala-bama." qleich; die Art und Weise der Nahrung ruft die Vcr schiedcnheit der Iüdividualiläten. der Familien, dcr Stände, dcr Völker, dcr Stämme hervor. Der Thee, verbunden mit dcr fast ausschließlichen Fleisch, kost, macht den Engländer zum kräftigen, berechnen» den. praktischen, entschlossenen Menschen, verursacht aber allch. in Verbindung mit den klimatischen und geographischen Verhältnissen, jene strenge Orthodoxie, oic unS an ibm mißfällt. Der Kaffee läßt den Deut» schen alS tiefen Denker nnd scharfsinnigen Systemati, ler auflrcteu und würde auch in politisch-sozialer Hinsicht vortreffliche Jorcn entwicklln helfen, wenn seine Wirkung nicht durch das Bier. die Kartoffel» und die Hülsenfrüchte beeinträchtigt würde. Dcr Wein erzeugt im Südländer jene Lebendigkeit der Phantasie, welche wir in ihrer künstlerischen Kundgebung wahr« ncbmcn. Laßt cinen Fürsten bungcrn. gebt ihm dann ordinäre Speisen und Diese in kärglichru Maßen, so wird seine Denkweise dcr cincS Proletariers nahc kommen; der Trieb dcr Sclbstcrhaltnng uud das Gefühl dcr Knechtschaft werden seine Gedanken be-schäftigcn und idn zu einem andern Menschen machen. Mit dem Wechsel des Wohnortes und mit dem Wech. sei dcr Nahrungsmittel verändert der Mensch oft schr bedeutend seinen Charakter. Ein Beispiel hierfür ist der große Unterschied zwischen den europäischen und amerikanischen Deutschen. Nahrhaftigkeit und Verdaulichkeit der Speisen ist ein Hauptbedürfniß für die Erhaltung rcs körperlichen Wohlbefindens. Zu der Verdaulichkeit dcr Speisen l'"t die Kochkunst, deren Fortschritt mildem dcr Knl< l»r Hand in Hand gcht, viel beigetragen. Die mci-llcn Pssanzenstoffe haben im rohen Zustande weit längere Zeit zu ihrer Verdauung nöthig, als wenn sie gekocht, gebraten oder geröstet werden; deßhalb genießt dcr knllivirte Mensch seine Pftanzcnnahruug zubereitet. Die roheu Speisen aus dem Thierreich sind dem Menschen nicht so schmackhaft, als wenn sie durch Feuer und Wasser, durch Gewürze und Wür-zen verändert sind. DaS weiß der Mensch schon ans der untersten Stufe der Bildung; ja seihst vrr völlig Wilde bereitet seine Speise zu. Rohe thierische Nah. rung verwildert das Gemüth des Menschen, regt seine natürlichen Triebe und Leidenschaften an und steigert sie bis zum Blutdurst. Die Kochkunst liefert viele Produkte, um so mehr, je gebildeter ein Volk oder em Stand ist. Der kurmainzischc Mundloch Mal Rumpoldt lelirtc schon gca/n das Ende des 16. Jahr. Hunderts 63 Arten von Suppen zn bereiten, und das im Anfange dcs 18 Jahrhunderts crschici'enc ^alzburgischc Kochbuch gibt die Bcreilnngsweise von 281 Flcischsuppen uno 163 Fastensuppen an. Die Saucen scheinen in Frankreich erfunden zu sein. Die! Backwerke waren schon im Alterthum bekannt, doch ist Die Kunst, sie recht fein und schmackhaft herzu, stellen, eine Erfindung res 15. IdhrhnndcrtS. Die Gemüse aß man schon in den frühesten Zeiten, jetzt werden dieselben in den mannigfachsten Formen uud Zubereitungen von den verschiedenen Ständen gcnos« sen. Ein Mensch, dcr bloß Gemüse >Lt. muß in der gemäßigten Zone verkümmern; mit Fleischspeisen zu-sammen benutzt, bilden die Gemüse eine sehr gesunde Nahruug. Die auö Italien stammenden Salate sind ln dcr Regel nicht als nährende, sondern als erfri-schende Speisen anzusehen. Das Fleisch wird auf mannigfnchc Art zubereitet, wer gesund ist und viel arbeitet, für den sind die dnrch Braten und Rösten gewonnenen Zubereitungen die geeignetsten. Einc jede Mablzett gewährt erst dann den wahren Genuß und befördert das Wohl des Körpers und Geistes erst dann vollkommen, wenn sie bei heilerer Stimmung, in fröhlicher Gesellschaft, im traulichen Familienkreise statlfindet. Wer allein ißt. nimmt dle Speise gewöhnlich wie mechanisch und mit ziemlicher Schnelligkeit zu sich; daS Essen in Gesellschaft geschieht langsamer, die Anfüllung deS Magens nicht so rasch, und dieß ist für die Verdauung weit zuträglicher. Den gesellschaftlichen Mahlzeiten, den Tafelfesten, den Trinkgelagen, den Kaffeekränzchen kommt eine große Bedeutung für die Gesundheit und für die gesellschaftliche Stellung des Menschen zu. und vor-ausgesetzt, daß sie in den Schranken der Mäßigkeit bleiben, tragen sie sebr viel zur Beförderung dcs leiblichen WoblcS und zur Heiterkeit des Gemütbes bei. Selbst ein zeitweiscr Ekzcß im Essen und Trinken, wenn er ein gewisscs Maß nicht überschreitet und sich nicht zu häufig wiederholt, ist rer Gcsnndheit eher zuträglich als schädlich, weil er die erschlaffenden Wirkungen, wie sie ein einförmiges Leben und ein maschinenmäßiges Fortvcgclircn bei so vielen Men-schcn mit sich bringt, vermindert und aufhebt, weil er auf diese Weise einen freiern geistigen Aufschwung zur Folge hat und die Entstehung dcs tranrigen Phi-listerthllmS hemmt. Wiederholt muß freilich betont werden. daß ein solcher Exzeß iu den Schranke» der Mäßigkeit und unter dcr Herrschaft der Vernunft bleibe, sonst hat er nur schädliche Folge», dcun, wie Vater Homer sagt. ... die Götter verordneten jeglichen Dinges Maß nnd Ziel den Menschen anf nahrungsprossender Erde. Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr S F^ M» 33Ül!tl!^tll^! National-Anlrhcn und Lost bis auf die ctwaö bcssern 18«0cr um wenige Zchutcl schwächer; Staatöbahn- uud Lloyd-Aclim fielcu uui 1'/, bis 2 fl., die Übriger Wien ^ ' Gattungen aber gegenüber der vorgestrigen Notiz laum verändert. Wcchscl auf fremde Plätze uud Comfttanten, steifer eröffnend, schlössen um °/,o°/° billiger. GcN den 29. ^niii. abondaul. Geschäft ohne wesentlichen Belang. -veffeutllche Hchulo. ä. des Slaalc« (für 100 ft.) Geld W«ar, Än üsserr. Währung . zn 5'/. 68.40 68,50 5'/. Anlth. v. 1801 mit Rückz.'/. 97.40 l>7.60 ohn, Abschnitt 1864 '/. . . i>L,40 96 50 Vilber-Aülchen von 1864 . . 87.85 88 — »lat., Anl. mit Iän,-Conp. zu 5°/« 80.40 80.50 „ .. ., Apr, Vl.'iip... 5 ,. 80.30 80.40 M 96.'.'5 Aktien (pr. Stuck.) Nationalbank......788. 789, - .ssredit-Amialt zu 200 fl. ^'. W. 194.80 194.90 N. ö. (5scom.-Gcs. z. 500 ,!. o.W.600.— 602.-K. Fel-d.-Noibl'. z. 1000 st. C. M.1840.-1842 -Staats-^is.' Ges. zn 200 li. CM. oder 500 Fr......186.— 136,50 Kms. (5Iis.t Vahn zu200 fi.CM. 131.50 132.-Süd.-nordd.Verl,-A.200 .. ., 122.90 123. Süd. Staats-, lombardisch-vene« tianische und central-italienische Eis. 200 fl. ö. W. 500 Fr. 246. - 248.- Gal.>ssarl-Ludw.-V.z.2!'<0fI.CM.247.:''0 248 — Otst.D^'.-Dampssch.-Gcs. "^ 453.- 455.— Oestervlich. i!l^)t> i„ Tricft Z Z 238.— 240.— Wien. Dampfm.-'.'Ista..500st.c'.W. 45l».— 470.— Pesser Ketteubrucke .... 375> — 380.__ Äöhm. AZcNl'ahn zu 200 jl. . 157.50 157^75 Tlit!!;l'al,nM.i,n zu 200 fi. L. M. m. 140 fl. (707.) Einzahlung 147.— —.— Pfandbriefe (für 100 fl.) National-, lOjähvig, v. I. ba»f auf ^ 1857 zu . 5'/. 101.— 101.20 (5. M. ) vcrl^dar« 5 „ 90.75 91.-Nalilüiall'.anf ö.W >.'sllo^'.5 .. 86.50 86.70 Ungarische Bodenscdit-Anj!alt z» 5'/, pLt......_.^ 85.50 ^tose (pr. Stück.) Krrd.-Anstalt für Handel u. Gcw. zu 100 fl. öst. W. ... 130.20 130.40 Dcn.'Dmp,sch.-G.zu100,1.(z!l)i. 98.- 98.25 Zladt^em. Ösen „ 40 „ ü. W. 28. — 28.— Werhazy „ 40 .. (5.M. 94.— 95.— Salm___________.. 40 .... .. 82.50 33.— Mld Waare Palffy zu 40 fl. CM. . 29.25 29.75 Clary ,. 40 „ ,. . 28.— 28.50 St. Oenois ., 40 „ .. . 29.25 29.75 Windischgrah „ 20 ., ., . 18.50 19.- WaldNein „ 20 .. .. . 19.50 20.— Kcglcvich „ 10 „ ., . 12.50 13.— Wechsel. 3 Monat,. Geld Waare Augsburg für 100 ff. siidd. W. 97.40 97.50 Frankfurt a.M. 100 fl, detto 97.40 97.60 Hamburg, für ^00 Mart Banco 86.30 86.50 London fur 10 Pf. Sterling . 114.80 115.— Paris, für 100 ,n>mks . . . 45.(>0 45.70 (5ours der Wcldsorten. Gcld Waare K. Müiiz-Dusatcn 5 ,1. 47 kr. 5 ss. 48 M-. Kronen . . . 15 ,. 95 .. 15 „ 98 Napolcouso'or . 9 „ 27 .. 9 „ 28 „ Nuss. Imperials. 9 „ 51 .. 9 „ 51 „ VcreinSthalcr . 1 .. 71;.. 1 .. 72 „ Silber . . 114 .. 25 „ 114 .. 50 ,. Telegraphische Effekten- und Wechsel-Kurse an der k. k. öffentlichen Börse in Wien den 21. Juni 1864. 5'/« MltalliqucS 72.— 1860-er Anleihe 96.75 b°/. Nat.'Auleh. 8050 Silber . . . 114.— Aanlast!.'» . 788. London . . 114 80 Kreditaktien . 194.80 K. k. Dukaten 5.45 Ircmden-Anieige. Den 20. Juni. Stadt Wien. Dic Herren : Nl^ri, HaiidliinMliscnder, von Calavino. — Löwenthal, Kausmaüü, von Vrünn, — Lalncr uud Wolf, Handelsleute, vo» Gott-schel. Glephant. Die Herren: Ubell. lDberilift'tktor, von Wien. — Kartiu, Kaufniann. von St. George«. — Kliuzcr, Kaufmann, nnd Hallcger vi>u Kla-qenfnrt. — Sallochcr. Apotheker, nnd Nebitsch, Gastwilth. oon Nadmannsdorf. — Fran Sivi^, von Tlilsl. Wilder Mann. Herr Thorand, Kaufmann, von Wicn. Baierischer Hof. Hrrr Vereti, Handelsmann, von Trieft. Mohren. Herr Dolf, Verwaltn', von Marburg. (»2»2—I) Nr. 2998 und 29W, Crekiltive Fahnüssctt-Lizitatiou. Von dem k. k. Bandes- als Handelsgerichte Laibach wird bekannt gemacht : E6 sci über Ansuchen des Josef Rö'ßlcr in Wien durch Dr. Suppan in die exekutive Fcilbietung der S6)neidcr- und Schigau'schcn,am25,. ?lpril d. I., ZZ. 222» und 222«, auf I«8 fl. ^3 kr, und »85, fi. 9U kr. geschätzten Fahrnisse wegen zweier Wechselforderungen pr. 300 fl und Illtt fl. l^. «. l^> gewilliget und wegen Vornahme derselben die Ter» mine auf den 7. Juli und 2l. Iuli d. I., jederzeit Vormittags 9 Uhr, im Gewölbe der Lridatare mit dem Bci-sahe angeordnet worden, daß diese Fährnisse bei dem ersten Termine nur um oder über der Schätzung, bei dem zweiten abcr auch unter derselben, jedoch immer gegen baarc ' Bezahlung, hintangegeben werden würden. K. k. LandeS« als Handelsgericht Laibach am l8. Juni'l8«4. (1191-2) Nr. 1837. 3- crckulive Feilbictung. Im Nachhalle zum dickämllichc» Edikic vom II. Iäimrr d. I., Z. 7.^. wird bckalnN gcniacht, daü. „achDem auch zur zmcitcn Felll'lltim.i dcr ccm Matl'iaö Pucl uo» Plilc gcdörigen, im Giundbuche dcr Herrschaft Nassem'«!'' .^ul» Urli.«Nr. 322 umkommenden Hublealität kcill K^nf. lustiger erschienen ist, am 11. Juli l. I., Vormittag 9 Uyr, zur dritten Fcildictliug in dieser Amlökanzlci gcschritlcn will». K. k. Bezirksamt Nassenftch. alö Gr-richt. am 11. Juni 1864. (11^!^3) ^Nr. 17627 Erekutive Fcilbietuug. Von dem k. k. Brzirköamte N^dmaiiiis-doif. als Gericht, wird hiemil l>^(N.»l gcnmcht: Eö sei über das Ansuchen dcs Hr^liz Nabiisch. Vorunind der Alois Nabiisch'schl» PupiUcn von Nadmainlödolf, gcgcn Mal-thäuö Mrc,k von Vorstadt Nabmaliüödolf wegen, aus dem gerichtlichen Verbleicht vom 30. Mai 1862. Z. 1933, schuldiger 32 fi. 11 kr. ö. W. c. «. l>., in cie r-rekuliue öffentliche Vel'sicigclUüg del. 0s,n Lehtcrn gehörigen, im Gnnttimchl der vormaligen Stadlgilvc NadMlNMödm'f »ub Post-Nr. 191 V0llommc!i0c» Ncall« tät Haus-Nr. 21 im gerichtlich crlwbcül'li SchäßungSweithe von ^290 st. öst. W. gewiUiget, und zur Vornähme vcrscll'c» Die Ftllbietungs-Tagsaßungeu auf oc» 9. Juli, 9. August und 9. September d. I., jedeömal VormiltagS nm 9 Uhr, in die-scr Gerichlska»zlci mit dem Anhange bestimmt worden, daß die fcilznbicicnde Ncalität nnr bei der lcßlen Fcilbicüiüg auch unter dcm Schäyungölvellt'c an den Meistbietenden dintcingegclun wcrdc. Das Scl'ännngsrrotokoll. der G-nnr. buchgexlrakt nno die ^izilationöl'cdingüissc löüllcu bel diesem Gcrichte in den gcirödn-lichcn Amlsstlindcn eingcschcn wcrdcn. K. k. Ve^irkSamt Nadmannedolf. als Gericht, am 17. Mai 1864. (1195-3) LhitlltiMS-Ankündigung. Am 23. Juni, Vormittagb um 9 Uhr, werden in Egg ob Krainburg beiläufig 4«» Tägeblöcke im Lizitationswcge parthienweise verkauft. Kauflustige sind höflichst eingeladen. Wirthschaftsamt Egg ob Krainburg. ^ ^_____________ (1192—2) ' " ' ' Wohnung und Gewölbe zu vermuthen. In der Gradischa-Voistadt ist ein gs-rällmiges Gcmölde mit oder olme Ma» gazincn sogleich, uud eine schr schöne Wohnung im erstell Slocke. bestehend aus vier Zimmeru. iiüche. Speisekammer, ssclier. Holjlcgc und Dachkammer zn Michacll I. I. zu velmiclhcn. Näheres bei dem Hauöcigcllthümcr in dcr Gravischa «znm Gärtner." Wefcrtigttr stattet hiermit dcm ?. IV Publikum sowohl in ^aibnch, als iu Krainburg sciucu wärmstcu Dank ab für dic Theilnahme, welche dcr Lcichc sciucö geliebten SohncS Schülers dcrM. Gymnasialtlassc iu ^aibach, sowohl bci dcr Uebcrführuug dcr-sclbcu nach 5lrainburg, als bei dcr Bcstattuug allhicr gütigst crwicscu wurde. Krainliurc) am 20. Inm 1804. (^l" Hailiil'rsitzrr. > (2441—29) » Der getreueste Freund. Hollawlly's S'albe. Iedcrmaliil, der iu deu Vcsil) dieses Mittels gelangt u»d seine Anwendung ;u handhaben versteht, ist sicher dcr Ar;t seiner Familie. Wenn die Symptome dcr Halltkmükbeiten bei einem Familiengliede zum Vorschein kommen, oder mit Schmc^cn. Geschwülsten. Halsschmcrzen. Asthma oder welcher auch immer an-dnc» Art dcr Krankheit ci»e Person belastet mird, so ist sie am schucllsteu uub sichcrsteu dmch den beständigen Gebrauch dicscr Salbe von allen diesen Uebeln wieder befreit. Es hat sich noch kcin Fall ereignet, dak durch Anwendung dieser Salbe FnLwundcn lmd Vrnslgeschwülsse nicht grheilt worden wären. Tausende Menschen j.deö Aliers wlirdcn dnrch dirses Mitte! wieder hergestellt, nachdem viele von ihnen von den Spitälern, als linbcildar erklärt, einlassen worden sind. — Wenn sich aber die Wassersucht der FnLe bemächliget. so geschieht die Hcilnug derselben am sichersten darnrch. daß nil,» dic Saldc nnd Pillen znglcich in Anwenoung bringt Vrandwunden anf dem Kopfe, Kihcl, Vlaitern. kropfartigc Schmerzen oder ein ähnliches Uebel, uelschwinden smirlos unter dcm mächtigen Einfinp dieser Salbe, wenn man nämlich dic affectirten Stegen zwei» oder dreimal des Tages mit delselben gnt eiureibt. und znglcich zur Ncinigung deS VlnteS die Pillen eillnimmt. Jene Hautkrankheit, denen die Kinder am nieisten initerworfen sind wie: Kopf- nnd Gcsichtskenstlll. Pusteln. K,äl)c. Trockenheit der Hant u. a. m. sind durch diescS ausgezeichnete Mills! sch,n!I crlcichlrvt liud gcheill. ohnc irgend eine Narbe odcr andere Spuren derselben zurüct^nlasscn. Sowohl di? Pillen als auch dic Salbe sind in folgenden Fällen ctcrkl a<)s Hüstw.h Schimr^ü dcS .ssopfcs Äl^ttcrn Hslh!,cr.Nlgc>! ^ hcs (^csicht^ Brand K^ltc ,i»d Mangcl dcr Wärmc ,. an dcr Scite Driiscncrwcitcrilng in irgend eincm Theile dcr Gr- „ dcr Glieder (Erysipelas trcnutätcn Schnittwunden Fiftcln an, V>iuch.- Kraule Arilsiwarzcn Ssrofrln an den Rippcn .Nr.itze Skorbut ^ am Mastdanii Krcl'6 Tic D^nlourcur Ocschwülfle Krunnnc und varicl'sc A.'ncn dcr Vcnclisc» ?lnschwclln»q seicht Füsic „ Flecke und Grcresctnz G^llüd Lumbago „ Gcschwürc Hantl'lascn '.»icl'.'cn^ltrrn Wassersucht Hantsrailfhcitcn i»i Allqcmciinu Pusicln Dilse Salbe 1st im Hanptgcschäftölocal zn London. Nr. 244 Strand, und bei allen Apothekern uno sonstigen Medicmhändlern alle: Mittheile zu haben. H a u p tn ied er laa. e bei Hcrril Sevravallo, Apotbcker in Triest und u Laibacl» bei Herrn V. O«^»;enbersser, Apotheker „znm goldenen Adlet" am Hnndschaslöplat). Hiezu ein halber Bogell Amts- und Intelligenzblatt.