FMllcherWMtlmg. Nr. «4. Pränum?ratlonsftl>:iö: Im Comptoir ganzl. fl. II, hnll'i, ss. si.5>». ssili die ^ustcllüiiss ius Hau« halbj. 5« l> ^>it dcr Post ganzj. st. 15', halbj. fl. ?.5»o Dienstag, 23. April Insertions gebühr bl« 10 Zeilen : imal so lr., lm. «u lr., »m. 1 fl.; sonst pr. Zeile im. <> lr., »m. « lr., »m. 10 lr. u. s. >r. Inserlion§steuipel jcbcsm. 3i»l,. l87l. Aültlicher Tbeil. ^?c. l. und f. Apostolische Majestät haben dic nach-stcheilden Allerhöchsten Handschreiben zu erlassen geruht: Ljeber Graf Veust! AufGruud des XII. ungarischen Gesctzartikels I8<)7 und des Gesetzes von, 21. December 186? für die im Neichsrathe vertretenen Königreiche und Bänder habe Ich Nut den in Abschrift beiliegenden Handschreiben die ^e-legationen für den 22. Mai d. I. nach Wien einzubc^ luseii befuudcu nnd beauftrage Sie, wegen Einbringung bkr betreffenden Vorlagen das Erforderliche zu verau-lassen. Schönbrunn, am 20. April 1871. /rlNy Iofcpl) ii^. p. Beust in. p. Lieber Graf Andrussy! Ich finde Mich bestimmt, die vom nngarischcn Reichstage auf Grund deS XII. Gesetzarlikels 1807 und ^l>m Neichsralhe für die übrigen Bänder Meiner Monarchie auf Gruud des Gesetzes vom 21. December 1807 iur Behandlung der gemeinsamen Angelegenheiten für ^s Jahr 1871 zu entsendenden Delegationen auf den ^2> Mai l. I. nach Wien zur Aufnahme der ihrem ^llungskreise gesetzlich vorbchaltenen Thätigkeit einzuberufen. Indem Ich gleichzeitig Meine Ministerien für ge-'Neinsame Anss.legeuheilen zur Eiubringnng der verfaf-^'ngsmäßigcn Vollaßen auwcisc, beanftrage Ich Sie, ^M, der Wahl und Einberufung der Delegationsmit-^leder das Erforderliche zu veranlassen. Schöubrunn, am 20. April 1871. /ran.; Jose;,!) in. p. Andrüssy m. p. Lieber Graf Hohe nwart! Ich finde Mich bestimmt, die vom Rcichsrathe auf Grund deS Gesetzes vom 21. December 1867 und vom ungarische,, Reichstage auf Grund des XII. Ocsctzattikcls I8l)7 zur Behandlung der gemeinsamen Angelegenheiten sllr das Jahr 1871 zu entsendenden Delegationen auf ^n 22. Mai l. I. nach Wicn zur Aufnahme der ihrem ^"irkungstreise gesetzlich vorbchaltencn Thätigkeit einzu' berufen. Indem Ich gleichzeitig Meine Ministerien für gemeinsame Angelegenheiten zur Einbringung der versus» ^uigsmäßigcn Vorlagen anweise, beauftrage Ich Sie, "^gcn der Wahl und Einberufung der Delcgationsmit-^ttder das Erforderliche zu veranlassen. Schönbrunn, am 20. April ^1871. /ran.; Joscpl) in. ji. Hohcuwart m. i». Se. k. und t. Apostolifchc Majestät haben den bisher ÄV ^unordentlichen Gesandten und bcvollinächtigten Munster Prenßcns und des norddeutschen Bundes in ^u bestellten Generalmajor Lothar v. Schwcinitz " l<). ^^^ 1^71 in besondc.cr Audienz zu empfan-^" und ans dessen Händen daS Schreiben, woinit , k'.Äiajcstät der deutsche Kaiser und König von Preule beglaubigt, cnlgcgcnzunehmcu geruht. s>»^. ^. t. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller-^chster Entschließung vom 15. April d. I. die Wahl ^ bisherigen ViccbürgermcistcrS Karl Deschmann !^" Bürgermeister der Stadt Laibach allergnädigst zu "öligen geruht. ^"ndmachung des Oesammtministeriums vom . >tt. April »^7» "Betreff deS Beschlusses dcS Rcichsrathcs über die 3 Wlichc Verordnung vom 29. August 1870 (R. G. Bl. der n^' wodurch ein letzter Termin für die Einlösung -"liinzscheinc und der Silbcrscheidcmi'mzc zu sechs Kreuzern CM. festgesetzt wurde, r°^ ^^ wird hicmit bekannt yegcben, daß der Reichs 187^ ^"^1 die kaiserliche Verordnung vom 29. August w^" (N, G. Bl. Nr. 108) getroffenen Verfügung, übev ^ "lt Beziehung auf den § 14 dcS Grundgesetzes " d'e Reichsvertretung vom 21. December 1867 > l(R. G. Bl. Nr. 141) ein letzter Termin für die Einlösung der Münzscheinc und der Silbersckcidemünzc zu sechs Kreuzern CM. festgesetzt wurde, dic vcrfassungs mäßige Gcnchmignng ertheilt hat. Hoheuwart in. i>. Holzgcthan m. ^). Scholl m. p. Iireiek iu. p. Schaefflc in. p. Habietinek in. p. Am 22, Nplil 1«71 wurde in der l. l. Hof- »nd Staatö- drlickcrei das XIII, Stück d<>s NcichsgeschblnltcS ausgrgebrii und vcrsclidct. Daösclbl culhäll uiiler Nr. 2<) dic Kiiiidiliachiuiss dcs Fiüaii^inüislcrilimS vom Z. April 1871 wrqcn Ernchlliug ciiiov Piii^irinig^stätlc i» Si'bcmco; Nr. 2? dic Kimdmachuiiss dcö GcsiKmulliiiiustniunis ^üin Ili.^lpril 1^7l in Vctrrff dcs Viichlnssei« drö Ncichsrnlhct« ilbcr dic taiscrl. Vciordüinisi uom 2!). August 18/0 (N. G. Vl. Nr. 108), wodurch ciil lctztcr Tcriiuu sur dir Ei„los»»g dcr Miin;-schcinc und dcr Silbclschcidcmiwzc ;n scchs Krcuzrrü CVt. schgescht wlirdc. (Wr. Ztg. M. 1(15 uom 22. April.) Nichtamtlicher Theil. Wien, 22. April. Aufruf zur Errichtung cinrs Tegetlhoff-Drickiimls in Wien. In dcr Vollkraft deS Manncsalters hat ein unbarmherziger Tod Wilhelm v. Tcgetthoff uns entrissen. Eine engc Gruft schließt ein turzcS ruhmgckröntes Hcldenleben uud eiuc wohl noch reichere Znlunfl ein. Doch wie die Siege, die er crruugen, für alle Zeitcu die Geschichte dcr Monarchie schmückeu werden, so sall sich ein Denkmal der Erinnerung für ihu erheben, welches bezeugen wird, daß schon die Zeitgenossen den Mann, den Helden, den Patrioten, den treuen Diener seines Kaisers zu würdigen gcwnßl, und das dic späteste Nachwelt noch aucifern soll, ihm n,ichzu-strebcn in allen kriegerischc«, und burgcrlichcn Tugenden. In Wicn vor dcr Volivkirche soll dieses Standbild errichtet werden. Vor jcncm Dome, den di>! hochherzige Pietät des Erzherzogs Ferdinand Max u,s L.bcn gerufen, und welcher nun selbst zu einem Monumente sür den edlen, unglücklichen Kaiser Max von Mexico geworden, ist die weihevollste Stätbz^für das Denkmal Tcgctthoffs. Sind doch die Namcn: Max und Tcgctlhoff auf das innigste verbunden. In dcs Erzherzogs Schule hat sich dcr Seemanu Tegetthoff gebildet; ihm vertraute dcr scheidende Kaiser uon Mexico die Marine, seine Lirblingsschüpfung, au, dcs Kaisers Geist umschwebte die kleine Flotte in jener Stunde, da sie TcMthoff mit kühnem Eutschlnsse zum Kampf uud zum Siege führte. Uud die Leiche dcs cr> mordete,, erlauchten Freundes und Wohlthäters Holle dcr tkfgchcuglc, lraucvude Held aus fernem Wcltthcil, um sic über daö wogende Meer dcr stillen Gruft der Ahnen zuzuführcu. Das Deutmal des Mannes, der den Glanz dcr Monarchie dnrch feine Thalcu gehoben, foll nur aus Beiträge,, Oesterreich-NugaruS erstehen; ein Denkmal, an dem sich Jeder ohne Unterschied dcs Stammes, der Spiache, dcr G^bnrt nnd des Vermöge, S bclheili-gcn lnögc. Ein Volk, daS seiüc Heldcu nicht zu ehren versteht, verdiente nicht sie zu bcsilM, Das (5omit«' zur (Errichtung cinct' Tcgetthoff-Dcnkmaltz iu Wicn: Erzherzog Ludwig. Graf B e u st, Graf Julius A n d r a s f Y, Graf Ernst Waldstcln, Graf Rudolf Wruna, Coutrcadmiral Baron P ö ck, Generalmajor Baron Ebner, Bürgermeister Dr. Felder. Beiträge werden entgegengenommen: Von Sr. k. uud k. Hoheit dem durchlauchtigsten Hcrrn Erzherzog Ludwig, Palais Sctnvarzcnberastraße, täglich von 10 Uhr Vormittags bis I Uhr Nachmittags. Von Sr. Exc. dem Herrn Reichskanzler Grafen Beust, Ministerium des Acußeru, Ballplay. Von Sr. Exc. dem Hcrrn königlich ungarischen Ministerpräsidenten Grafen Julius Andrassy für Ungarn. Von Sr. Exc. dem Hcrrn Grafen Ernst Walostcin, Prag, Waldstein-Palais. Von Sr. Exc. dem Herrn Viceprüsidcntcn dcs Herrenhauses Grafen Rudolf Wrbua, Kärtncrring 2. Vom Herrn Contreadmiral Baron Pock, Schenken« straße 14. Von» Herrn Generalmajor Baron Ebner im Ge-neralcommando, Roßau, Porzellangasse II. Vom Herrn Bürgermeister der Haupt- und Residenzstadt Wien, Dr. Felder, Wipplingerstiaße 8. Die einlangenden Beträge werdcn dnrch die „Wr. Ztg," und andere Journale veröffentlicht werden. (Die hier einlangenden durch die „Laib. Ztg.") l. Verzeichn iß dcr bei Sr. k. und l. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge Lndwig eingegangenen Beiträge für das Tegctthoff-Monumcnt. Ihre Majestät die Kaiserin 1000 fl., Ihre Majc. slät Kaiserin Carolina Augusta 2000 fl., Er;l,er;og Franz Karl 1000 fl., Erchcr^ogiu Sophie 1000 fi., Erzherzog Carl Ludwig 1000 fl,, Erzherzogin Annun-;>ata 500 ft., Erzherzog Ludwig 3000 fl.. Erzherzog Albrecht 1000 fl., Erzherzog Carl Ferdinand 500 fi., Erzherzog Wilhelm 500 fl., Erzherzog Leopold 500 fi., Erzherzog Ernst WO fi., Erzherzog Sigismund 300 fl., Erzherzog Rainer uud El ^Herzogin Marie 300 fl., Herzog uud Herzogin von Modena 500 fi., Prinz August Eoburg 1000 fl., Fürst und Fürstin Schwarzenberg 5000 fl., Graf Johann Waldstein 775 fi. Politische Uebersicht. «aibach, 24. April. Die nächste Plenarsitzung des Herrenhauses findet Mittwoch den 2U. April statt. Auf der Tagesordnung dcrfclbcn ficht der Gesetzentwurf über die Fort-crhebung der Steuern und Abgaben im Monate Mai nnd dcs Gefctzcs wcgcn Aufhebung der Stempelsteuer für Localbahucu. Dcr Fi u a u z a u s sch u ß dcs AbgcorductcnhauseS erledigte iu sciucr jüngsten Sitznng den Titel „Bedeckung" dcs Budgets des Fiuanzministcriums. Die Grundsteuer wurde mit 36,800.000 fl. gegenüber dem Präliminare dcr Regierung mit 30,523,054 fi., die Ocbäudcsteucr mit 18,700.000 fl„ (Ncuicruu^vorlagc l8.570.858 fl.). die Erwerbsteucr mit 8,400.000 fl. (Regierungsvorlage 7.(>!>2.821 ft.), dic Eiulommcusteuer mit 1l! Millionen (Regierungsvorlage 15.511.555 ft.) cinaestcllt. Als außer, ordentliche Bedeckung wurden für den Titel „Steucrexe-cutionsgebühr" 92.000 fi. (Regierungsvorlage 69.940 si), sür Vcrzugsziusen von rückständigen Steuern 200.000 Gulden eingestellt. Für das Erfordernitz dcs Capitels „directc Steuern" wurden 172.842 fi. vewilligt. Gleichzeitig wurde folgende Resolution augenommen: „Die Rcgicruug wird aufgefordert, mit Rücksicht auf dic gerechte Verthciluug dcr Steuer eiuc Gefctzcsvorlagc bezüglich dcr Gel'äudcsteuer, dcr Erwerbstcuer und Einkom-mcnstcucl, zu machen." Hierauf wurde das Capitel „Ackerbaumiuistcrium" erledigt und hicbei folgende Resolution gefaßt: „Die Regierung sei aufzufordern, auf Verminderung des mit den Agenden dieses Ministeriums und mit den Kosten der übrigen Ministerien in keinem Verhältnisse stehenden AufwaudcS für die Ecutralleitung kräftigst hinzuwirken." Wic ans Pest berichtet wird, liegt dem ungarischen Justizministerium der ihm uom l. k. Justizministerium iu Wicn mitgclhciltc wichtige Gesetzentwurf über das Priuatsccrccht, au dcm sich u. A. auch die ueue Scemannsordnunli reiht, zur Berathung vor. während die Sccbchördc in Fiumc mit der Erörterung des Gesetzentwurfes „nlicr die Bcfuguiß dcr Scchaudlungsschiffc, die österreichisch-ungarische Flagge zu führen, nud über die Führung dcr Schiffsregister" beschäftigt ist, welcher ebenfalls im Handelsministerium in Wien ansgcarbcitele Gesetzentwurf ihr vom ungarischen Handelsministerium zur Aeußerung zugcmittelt wurde. Im Pester Unterhause beantwortete Minister P a u-ler die Interpellation Schwarz' dahin, daß ' er an den« llaoowin r menlS, die, 2000 Mann stark, sich auf dem Vinlimillc-platz sammeln sollten, erschienen nur — siebenundfünfzig Mann. Im Ganzen soll die Zahl der Nationalgardisttn. welche sich mit den Versaillern schlagen und beständig bei der Hand sind, nicht 50.000 überstiege!, habc>'. Allein es fehlen deren schon viele und an Ersatz der-selben ist nicht zu denlel,. Ein Anschlagzettel besagte diesen Abend, daß dic 3., 4., 7. und 8. Geniccompagnie aufgelöst worden sind, ein bedenkliches Symptom dei Desorganisation. Auch lmter den Führern zeigen sich schlimme Spaltungen; das Gebäude kracht in allen Fugen Eine StadthauS'Reoolution, um nicht zu sagen, tlne Palast-Revolution, wäre nicht unmöglich. Die Bevollmächtigten der Friede nSconfcre uz in Brüssel verhandelten am 18. d. über die Frage der neuen Grenzen. Der nächste SitzungSlag ist noch nicht bestimmt. Der ..Daily NewS" znfolge hat Kaiser Napo> leon, von der Ncugicrde der Londoner belästigt, beschlossen EhiSlchurst zu verlassen und mit dem als Gouverneur nach Queensland versetzten Marquis oj Nolwanby Unterhandlungen zur miethweise:, Ucberlas» sung seiner Besitzung Mulgraoe Castle in Yorkshire angeknüpft. DaS imperialistische Abendblatt ..La Situa» tion" bemerkt hiezu: Ein Gerücht ist im Umlaufe, daß der Kaiser Napoleon im Begriffe stehe, ChiSlehurst zu verlassen und sich nach dem Innern Englands zurück« zuzietzcn. Wir zweifeln nicht daran, daß Chislehurst bald verlassen werden wird, glauben aber nicht, daß seine Gäste von dort weggehen werden, um sich noch weiter in den Nebel AlbionS zurückzuziehen. Die Ausgaben des deutschen Reichs pro 1871 betragen zehn Millionen Thaler, die Einnahmen dritt» halb Millionen; es sind demnach aufzubringen acht Millionen; von dicsen kommen auf den früheren Nordbund 5 Millionen, auf Baiern 900.000. auf Württemberg 350.000, auf Baden 290.000, auf Hessen 100.000 Thaler. Im deutschen Reichstage wurde der Gesetz' entwurf, betreffend die Beischaffung weiterer außeror» denllicher Geldmittel in zweiter Berathung mit allen Stimmen gegen jene der Polen und des Abg. Freitag (Amderg) angenommen. Um gegen den Episkopat einzuschreiten, welcher dem geschworenen Verfassungscide zum Höhne, ein den Laudesfrieden gefährdendes Dogma öffentlich zu verkünden wagt, stehen der baierischen Regierung nach der „Allgemeinen Zeitung", folgende Mittel zu Gebote: Ein erstes Mittel würe die Sperrung der Temporalicn, also der mit dem kirchlichen Amte verbundenen Einkünfte nnd Gefalle aller d^rjcni» gen Bischöfe nnd Priester, welche gegen LandeSgcsctz und Recht die Verkündigung dcs neuen, den Frieden bedrohenden Dogma's aufrechterhalten. Eine zweite Maßregel wäre die von dem König Max II. ausdrücklich oorbc« haltcne Wiedcraushcbung der geistlichen Seminarien, in welchen nicht wahre Pliester in christlichem Sinne, sondern nnr staatsgefährliche Fanatiker erzogen werden. E« fragt sich nun, ob das Cultusministcrium auch den mo« ralischen Muth haben wird, auf dem hier bezeichneten Wcge gegen einen Episcopal vorzugehen, dessen jetzige« Gebühren, im grellsten Widersprüche mit seinen loyalen Phrasen, eire Kriegserklärung gegen dic Krone wie ge-gen die Verfassung ist. Eine Münchener Correipondcnz der „A. Aboztg." erklärt die jetzige Gefügigst der ehedem dem Unfehlbar-keitSdogma abholden Bischöfe damit, daß man denselben von Rom aus zu verstehen gegeben, daß man ihnen in allen Rescrvalfällcn, d. h. in allen nach den canonischen Satzungen dem Papste zur Entscheidung vorbchaltcncn Fällen, die Ermächtigung zur Diöpcnsertheilung verweigern oder die e> theilte Gerechtsame zurücknehmen werde. Die Bischöfe cihallen nämlich anf Ansuchen vom Papste die Gewalt und das Recht, in seinem Namen die Dispens in solchen Fällen den Diöcesanen zu ertheilen, waS für letztere, dic sich sonst nach Rom wen» den mußten, von großem Vortheil ist und zur Erhöhung deö bischöflichen Ansehens in nicht geringem Grade beiträgt. Diesem Drohmittcl scün die oissentirenden Bischöfe fast insgesammt erlegen. Der italienische Minister des Im'ern sendete an die Präfcctcn der größeren Städte ein vertrauliches Circular, in welchem dieselben aufgefordert werden, die katholischen Vereine strenge im Auge zu lic» halten, deren Streben insbesondere in Ktztcrcr Zcit dahin gehe, das Voll zu'Gunsten dcs Papstes anzuhetzen. Es heißt, das LandcsverthcidigungS.-Comil^ habe beschlossen, um R o m 23 Forts zu errichten, welche in einem Umkreise von etwa 5lXX) Metres erbaut werden sollen. Auf dem Monte Mario nmoc elne Citadelle ge« baut werden und gedenke man auf eine Entfernung von weiteren 3000 Metres eine zweite Reihe von 14 weiteren Forts zu bauen. In Bologna wird eine Adresse an den Abgeordneten und Vice-Präsidcnten deS deutschen Parlamentes, Herrn v. Bennigscn, vorbereitet, um ihm zu danken und die Freude darüber auszudrücken, daß in der Adresse des Reichstages an den Kaiser Wilhelm durchaus liberale und Italien günstige Grundsätze den Sieg davongetragen haben und die Anhänger der weltlichen Macht des Papstes im Berliner Parlamente gänzlich unterliegen mußten. Der „Gazetta d'Italia" wird aus Rom. 19. April, geschrieben: Die Behauptungen italienischer Blatter von einem schweren Unwohlsein des Papstes seien unbegründet. Es sei nur so viel wahr. daß die Anschwel« lung der Beine durch die strenge Abschließung im Vatican, in welcher Se. Heiligkeit von ihren Rathgebern erhalten wird, zugenommen hat, und mit dem Eintrittc der Hitze bei längerer Fortdauer der Abschlietzung ge» führlich werden könnte. Ans Petersburg kommt wieder einmal die Nachricht, daß Fürst Gortschal off zurücktreten wolle. Wie ein Correspondent der „Ostsee-Zeitung" behauptet, wäre Baron Brunnow zu seinem Nachfolger bestimmt und dessen Ernennung nächstens zu erw rten. Die russisch-nationale, das heißt panslavistische Partei biete Alles auf. um General Ignatieff zum weiter der auswärtigen Politik Rußlands zu machen, aber an der Gesinnung des CzarS scheiterten alle Bemühungen. Der Bürgerkrieg in Frankreich. Telegramme. Paris, 21. April. Der Oestcrreicher Leo Fränlel wurde von der Commune zum Delegirten für die öffentlichen Arbeiten bei der Executiu - Commission ernannt. Mac Mahon hat am Freitag einem Kriegsrath prüjidirt. Ein Decret der Commune juSpcndirt die Nacht- arbeit der Bäcker nnd befiehlt die Errichtung einer Luft-schiffer-Compagnie, Cin wahres Höllenfeuer macht Tel« ncs unbewohnbar, ^er in den letzten Tagen erlittene Verlust ist fürchterlich. Die Insurgenten behaupten, Neuilly noch zu besitzen. — Es circulirt das Gerücht, daß die Nordforts Sonntag Thiers von den Deutschen überliefert werden. — 7 Uhr Abends. DaS Bombardement ist heute heftiger als je; bei Ncuilly hatte sich ein heftiges Gefecht entsponnen. Die Füdcrirten versuchten vergeblich, die Ariicke von Asniöres wieder zu erobern. In dtM Nähe dcs Tiiumphbugens werden Batterien aufgcstellW um das Feuer des Mont-Valericn zu erwidern. DW Commune hat heute auch im Invalidcndom alle Silber-aerüthe weggenommen. Die Deutschen bereiten die Räll« mung des Forts Charcnton vor. Versailles, 22. April. Bourg'la-Rcine wurde durch Hußaren von der Vcrsailler Armee besetzt. Die Insurgenten sind auf dem Rückzüge. St. Denis, 22. April. Prinz Georg von Saa> sen trifft demnächst hier ein. DaS erste Uhlancy Regiment geht nach Deutschland zurück und wird durch ein Hußaren-Rcgimcnt ersetzt. Rouen, 2l. April, Mittags. Au5 Paris heule Früh entflohene Personen berichten, d^ß dic Anarchie beständig znnimmt; Fleisch ist in Paris nicht mttr vorhanden, Gutter lostet 90 Francs das Kilogramm. Die Barricade« vermehren sich. Die jetzigen Znstände sind völlig unhaltbar. — 22. April. Der ..Nonvclliste." Organ dcs Finanzministcrs Pouycr-Qucrtier. schreibt: Die halbe Milliarde liegt zur Verfügung der Regierung; der Fi< nan.zministcr hat aber noch leine Eulscheidnng darüber getroffen, ol> er sie der preußischen Rcgieiung schon anmahlt, nxil die Preußen nach der Zahlung doch nictit alle Forts anf dem rcchlen Scine^Uscr ränincn werden, sondcin angesichts der Ereignisse zwei behalten werden. London, 22. April. Dem „Standard" wird ans Paris. 21. d.. gemeldet: Die Insurgenten machcn alle möglichen Anstrengungen, Sablonville wieder zu erobern, doch hatten sie bisher leinen Erfolg. Die Batterien beim Maillot' und bci dem Tcrncs-Thor haben sich zurück' ziehen müssen, — Den Föderirten beginnt es an Leuten zu schs.'i,, namentlich macht sich der Mangel an Kanonieren sii.lbar. Die Bourgeoisie scheint ihre Verstecke nur nach Beseitigung der Gefahr verlassen zu wollen. 6(1 Percent der waffenfähigen Männer der OrdnungS-Partei sind versteckt oder geflohen. Paris. 21. April, ll Uhr Abends. Heute den ganzen Tag fanden größere 5iämpfc zwischen C*lichy und Ncuilly statt. Durch die Kanonade und das Mitraillcu« senfcuer sind Feuersbrünste entstanden. Der Kampf um die Häufer von Neuilly dauert fort. Die Versaillcr Truppen habcn mit dcm Angriffe auf Lcvallois begonnen; einige Bataillone der Födcrirtcn trachten dieselben zn verjagen. Einige Hänscr von Sablonville und einige von Neuilly, welche von Versaillcr Truppen besetzt wurden, sind von den Haubitzen der Födeiirtcn in Brand gesteckt worden. Nach Clichy wurden den Insurgenten zahlreiche Verstärkungen gesendet. Alle Gewölbe anf der Höhe dcs Faubourg St. Honor»; sind geschlossen. Bei den Süd-forts ist nichts vorgefallen. Versailles. 22. April. 9 Uhr Morgens. Es fand keinerlei militärisches Ereiguiß von Bedeutung statt, nur zwischen den Vorposten wurden einzelne Kanoncn« und Gewehrschüsse gewechselt; aber zahlreiche Truppcn-lmvegungen lassen glauben, daß eine Schlacht bevorstehe. Lgrlotte und dcr Capita». Novelle nach dem Englischen, (ssartsetzulig.) H. Sapitel. (Die Undankbarkeit der Welt und Lorlotlm's Eigensinn. — Mr, Hyazinlh betritt den Schauplatz und setzt Madame mld ihre Gesellschaft v> Erstaunen.) Lorlotte war gekommen. Und ohne so etwas wie eine Prinatunterredung mit Madame gehabt zu haben, vermuthete sie, daß man sie zu einem bestimmten Zwecke nach Paris hatte kommen lassen; daS erste mal, als deS Capitän« Name genannt wurde, vermuthete sie die Ab« ficht nnd zum Nachtheile von Madames LieblingSplan und des Eapilüns Heiratsvrospecte, nahm sie sich vor, ihn gar nicht zu beachten, so sehr hatte englischer Um-gang französische gute Sitten verdorben. Doch Lorlotte war zu gescheidt, und, armes Ktnd! sie war zu abhän» gig. um Madame Dupont. ihre vielvermögende Verwandle, offen und geradezu zu beleidigen. Lorlotte wollte ihren Vorsatz geheim halten um die Jahreszeit, die schönste von allen, zu genießen, welche durch die französische Be« zcichnung deS „Wieoergrünweroens" — ruvsräoriss — dcs Wicdergrünens in Paris, so treffend veranschau» licht wird. Ohne berechnend zu sein, war Lorlotte nicht ganz unverständig, uneigennützig und unbelümmert um die Folgen; doch was will man, nachdem sie achtzehn Monate in einer englischen Pension gelebt hatte? Lorlolte war so glücklich, eine Gesicht und eine Gestalt zu besitzen, welche in einem gewissen Grade den innewohnenden Geist verriethen. Sie war ein brünettes, fröhliches, muthwilliges Kind, mit der Naivetät eines sol' chcn, die in ihr glücklich mit dem schon erwachten Selbstbewußtsein dcs Weibes verschmolz. Ihre Gestalt war klein, leicht und auserlesen zierlich — ja sogar elegant in ihren Frühlingsmusselins und Hüten, verfertigt und ge. schmückt von ihren eigenen Lilienhänden. und der Jahreszeit in ihrem Schmucke einer einzelnen wilden Rose, eines Wcißdornzweiges oder einer kleinen Fliederblülhe, um einen Schritt voraneilend. Auch ihr Gesicht war klein und hatte feine Züge von jugendlicher Rundung, mit zarten, leicht zusammengezogenen, sehr ausdrucksvollen Brauen, die sich über Veilchenaugen wölbten, und einem Ton von Carminroth in dem klaren Braun der Wangen mit einer grübchendurchfurchten, gespaltenen Kirsche als Mund und ihrem gefpaltenen Kern als Zähne. sie werden bemerkt haben, daß Madame dem Ca-pitän lein Wort von Lorlotte's persönlichen Reizen gesagt hatte. Erstens hatten sie in Madame's Augen nichts mit den Vortheilen der Partie zu schaffen, und zweiten« wenn sie in der thörichten Grillenhaftigkeit eines Man-neS überhaupt in Betracht kamen, dann wußte Madame, daß sie doppelt so schwer wiegen würden, wenn sie ihn unerwartet überfielen. Die Wirkung, welche Lorlotte's Reize auf den Ca-pitün übten, als sie einander in aller Form vorgestellt wurden, und sie des Capitäns Begrüßung durch ihre Vchulmiidchenoerbeugung erwiedert hatte, war nicht nur, daß er zu ihrem Sclaven wurde, sondern daß er in sei-ner Uebcrraschung geradezu verstummte — während Lor« lotte, daS sorglose, unbekümmerte Mädchen — junge Mädchen haben in ihrer Unschuld und Unerfahrcnheit zugleich die besten und die grausamsten Herzen — über ihn spottete, ihr schönes kleines Naschen gegen ihn auf« warf, ihn ganz ruhig zum Besten hatte und als ob dieses noch nicht schlimm genng für ihn sei, ihn noch im Stillen quälte und ärgerte, so viel sie nur konnte. Nicht nur war nichts in des armen Capitüns Aeußern, was das Auge eines jungen Mädchens beim ersten Blick gc-> fangen nehmen tonnt.'; es war nicht einmal etwaS an ihm, das ihm dem scharfen Auge berechnenden Eigen-nntzcs bc^chrenswcrth hätte erfcheinen lassen. „Der Mann ist arm wie ein Franziskaner," sagte Lorlotte geringschätzig zu sich selbst. „Ich hörte ihn neulich ein Fünf-franlenstück von Madame borgen und sie sagtc zu ihm, er möge zusehen, daß er es ihr wieder bringe. Ich würde für ihn zu arbeiten und zu lochen haben. Vielleicht müßte ich wieder Schüler annehmen, wenn er auf Halbfold ginge oder seinen Monatgehalt im Lottospiel verlöre. Ich glaube, man erwartet von mir, daß ich ihm in den Tagen des Allers und der Gebrechlichkeit sein Brot verdiene." folgerte Lorlotte verwegen. „Danke Madame, ich möchte lieber nicht. Ich zi^c es vor, wenigstens auf einen starken Arm zu hoffen, der für mich arbeiten und an den ich mich lehnen könnte, wenn nicht auf eine ge« füllte Börse oder die Sympathie einer großen Leiden» schaft, von welcher die Engländer sich nicht scheuen zu sprechen und zu sagen, daß sie sogar vor der Heirat zu kommen und nachher daS ganze Leben hindurch zu dauern Pflege." Doch lehnte sich Lorlotte nicht auf gegen die Präliminarien, ehe die Schüchternheit des Capitäns energischeren Antrieben gewichen war und er Madame bevoll' mächtigt hatte, den Rubikon zu überschreiten und seinen Antrag, der eine selbstverständliche Sache sei, in allcr Form für ihn zu stellen. Solch ein Betragen von Lor- 677 Die Gerüchte von Veränderungen im Ministerium slnd unrichtig. ^h,^ besuchte gestern die Verwundeten im Militär- letale. Das Gerücht, daß die Ersatzwahlen für die Nationalversammlung für den 25. Mai bestimmt wurden, be-ltütigt sich „icht, Versailles, 22. April. Das ..Journal officiel" ^'rüsfeniiich' zahlreiche Beförderungen und Ehrenle^ions-krnenülmacn in der Nhcin-Armee. welche auf Vorschlag ^ Generals Llflo an die Rhc'n-Ärmee erfaßten, um ^'^ bcdaucrnswerlhe Ungleichheit aufhören zu machen, ^'lch: in Bezug ans Vcloh.'üügen zwischen dieser Armcc u>i!) der Panscr, der Loire- und dcr Nordarmce brstand. ^Mg^rtuer, ^^^^^f^ ^>,^ cihicltcn das G^oßlicnz b'r Cl,renllalo!., Das „IlluriiDl osficiel" fagt, mcl^crc Journale beachten in ungenauer Weise übcr dic Besprechung Thiers ^lt den Dclcczirtrn dcs Municipaliaihes vou Lyon. ^1>ers hat in allc'.l scincn ösfentlichcl. odcr Priuatmit-Heilungen unadändcrlich die Erklärungen wiederholt, ^ttchc cr auf der Tribüne abgegeben hat.- Einzig und -'^in „ach dcu, Inhalte di Ans Paris vom 22. April Morgens wir^ gcnlcl' ^t„ dnh da^ ..Journal osficirl" von Paris nichts Bc-sondcres eull,üll. Ein Schreiben Pyats tadelt dcn Beschluß der Immune bezüglich der Giltigkcitscrklärnuq der letzten ^ah!(!i. Pyat bc^ichnct dicscn Bcschluß als Usurpi-^ng der Ocwnlt. lind erklärt, daß er dic Dmüssion ae-^n wcvde, wclin die Coü.iuune auf ihrem Beschlusse bc-Mrrt. Nogeard hat ans demselben Grunde seine Dcmis-Mi, acgebcn. ..^tappet" und „Mol d'Ordre" tadeln daS will«! 'ürlichz Vorgehen der Commune. Der „Nappcl" sagt, .^^ eine Versammlung von 24 Delegirtcn der Arbcittr-^1»dicatskanimern dem Programme der i'iga der rcpu-^icanischeu Union dciaetretcn ist und Dclegirtc ernannt ^be, wclche sich dcn O^V.girtcn der nationalen Union ""schlichen werdcn, um einen neuen Schrill in Versailles ä" vrrsnchen. Brüssel, 22. April. Mail versichert, daß die ^'gicrnugstrnMn St. Denis besetzt haben, und daß ^ Aslmbahnlxldlnduuacu im Norden nnlcrbrochcn sein !°llen. Zagesneuisskeiten. y -^ Ec. k. und k. Apostolische Majestät haben mit "UerlMMm Haudschreibeu vom 31. März d. I. zur ^Xenbestreituug dcr vou A. Pctermaun in Golha für . kscs ^^^)r l)^austaltoten Forschungsreise zum Gillcölande ^ Osten von Spitzbergen eincn Beitrag vou hundert "ucatcn aus Slaalsmitteln allergnädigst zu bewilligen ÜMiht. — ^Armee-S teeple-Chase.) In das diesjäh- ^lge Programm der Wiener Neunen wurde auf Wunsch ^r. Majestät des Kaifers ein Armee-Steeple-Chasc-Ncnuen ^fgeumume». Ein solches hat in der österreichisch-ungari- !ü)cn Aconarchic bisher noch nicht stattgefunden und wird cshald in Sportlrcisen das größte Interesse erregen. Hier 'k bezügliche Verlautbarung: „Armee Steeplechase. Preis ^0 Dlicateu, gegeben vou Er. Majestät dem Kaiser für Aeroe aller Länder, seil 1. Februar d. I. doim ticlo im! s^e von Officierell im activcu Dienste des k. und k.! österreichisch-ungarischen Heeres oder im activen Dienste der Landwehr und von solchen zn reiten, welcke seit Verlautbarung dieser Clausel nicht in Trainers Hand gewesen. Distanz 2'/z Meilen, nicht mehr als zehn Hindernisse, keines Über zehn Fuß breit mN drei Schuh hoch. Dem Sieger 300 Ducaten, d^n zwcilc-l Pferde 60 Ducat^u, dem dritten Pferde 40 Tucatcn, Zn laufen auf der Wiener. Vahn am 27. Mai 1671." Od in Uniform odcr in Farben zu reiten, wird späterhin d^nllt g?g'b?n werdeu. — (C 0 n ceptsper 1> ,, ,' e 0 cr Finanzlan-desdirc ct i 0 n cn uud Fiuan z 0 ez ir lsd i recti 0-nen.) Mit Allerhöchster Entschließung vom 20. October 1870 wurden Aenderungen in dcn Kategorien und Bezügen des ConceMpersonalet- der Finanzlaudesdireclioncn und Fi« uanzbczlrfsdirecliom'n in Nicderösterreich, Böhmen, Mähren, Steiermark, Tirol und Galizien, dann des Cculral-Tar. und Gebiihrenbemessungsamtes in Wien allergnädiast genehmigt. Hiernach hat die KalcMie der Finauzdezirlöcommis-färe künflig nur aus zwei Klassen zu besichelt. Der Ueber, tritt aus der zweiten in die erste Classe der Finanzbezirks-commissäre so wie anch der Uebcrlrilt aus der Gehaltötlasse von 1200 st. in jene von 1400 st. findet im Wege der Ernennung statt. Die Dieusteskategoric der Finanzconcepts-adjuncten wurde gänzlich aufgelassen. Ferner wurden iu den erwähnten sechs Kronländeru bei den Finanzlandesdircctio-nen, den Finanzbezirlsdircclionen wie auch bei dem Central-Tap und Gebiihreubcmessuugsamte iu Wien Finanzconci-Pisten in den Gehaltsstufen von 900 fl., 800 fl. und 700 fl. systemisirt, welche insgcsainmt einen Concretalstatus zu bilden haben. Das Ausmaß der Aojnten für Conccpts-prakticanten wurde durchgeheuds mit jährlichen 400 fl. festgesetzt. — (Reichsgericht.) Am 27., 26. und 29. April d. I. um 10 Uhr Vormittags und 12 Uhr Mittags werden öffentliche Verhandlungen vor dem Reichsgerichte ! in Wien stattfinden. Dieselben betreffen: Ansprüche auf Zahlung von Finolingsverpflegskoslen und auf Bemessung höherer ^ehramtsvezüge; ferner Competcnzconflictc wegen Zahlung von Patronatsauölagcn und wegen Theilnahme an Bürgcrrechtöuutzuugeu; .dann endlich eine Beschwerde wegen behaupteter Verletzung politischer Rechte. — (Dr. Pell et er.) Dem zur evangelischen Con-fcssiou übergetretenen ehemaligen Krcnzherruordeuspriester Dr. Pclleler wurdeu für dcn Fall seines Rücktrittes glänzende Aucrbietungcn gemacht nnd vollständige Vergebung zugesichert; Pelletcr hat aber abgelehnt. — (Wissenschaftliche Eroberung.) Neue-steus soll iu Berlin die Erwerbung Spitzbergens angeregt worden sein, um daselbst eine meteorologische Sta-tiou zu errichte». — (Folgen des Krieges.) Aus Herschbach, Amt Selters, geht der „Mittelrh. Ztg." folgende Korrespondenz zu: „Die Witwe Klein dahier verlor in diesem Kriege ihre beiden einzigen Sühne, den einen bei Weißenburg, den andern bei Sedan. (Ihr ältester Sohn bücb vor eini--gen Jahren bcuu Bau einer Eisenbahn todt.) Durch Fleiß und Sparsamkeit hallen die Söhne ihre Mutter nicht allem bisher ernährt, sondern ihr auch ein Häuschen gebaut. Nuu liegen sie, die für dic Ehre uud Unabhängigkeit ihres Vaterlandes so tapfer gestritten, iu Fraukreiih begraben und die alle, arme, gebrochene Mutter wird, wcnu nicht bald der Tod ihrem Elende ciu Ende macht, auf Koslcu dcr Gemeinde au dcu Wenigstnehmenden veraccordirt." — (Der Stand der Saaten) ist in Frankreich, nach einer Mittheilung des „Son," in allen Departements l befriedigend. Er hat sich in Folge dcr letzten Regengüsse ! sehr gebesfert. lk-'g S^^ würde als ein Ilcckcn an dcm Schicklich-^^sühl eines Mädchens, ja sogar an ochcn Anstün-, 8'eit betrachtet worden sein nnb wcn^ cinc hinreichende uffnldcrung gewcscu, sie in der furchtbarsten Ungnade ^»vackcn und zurück nach Boulogne, zu ihren Verben ^" TonK'itcrn spcdiren zn lassen. Und Lurlotlc liebte ^!^ 5cricu und besonders ihre Fcricn in Paris im h "'; sie hatte cincn natürlichen Widerwillen gcsscn die H.^inißmäßigc Einslnulcit, dic Selbstüberwiudnng nnd ^, ^uci des Hchulzimmürs (obgleich sie ein Liebling so-Util, ^^ Vorstchcrinntn wie d^r Zchülcrinucn war), Illlt' ^ sä)c,udcrte vor diefer Ungnade. So plante Lor-s. ' so lachte und splühtc sie Funken fröhlicher Laune, d», ^otestittc und — erlaubte sie schließlich dennoch stel, ^"plta", täglich an ihrer S^'ile Schildwachc zu t/?' so nahm fie endlich dic Blumensträuße cw, dic di»!^ täglich in netten Papierliouqucliereu fchicklc und tz,/!.' swfverschüölteller Schrift dic Worte trugen: ./Das y/?"'te dcr Schönsten." — so ging ,ic mit ihm und ""ame aus, zn Kirche uud Markt. H Doch Madame war cine weit sehende und schlaue lote,' ^ sie es gesagt halle, so durchschaute sie Lor-3lu« ""genommcne Zurückhaltung und ihr wirkliches »vca« ^'"' ^°s Ansehen der Dinge gefi.'l ihr keines, y^' Dcr Capitän in seiner scschcidenhcit und Vlind« hi,t, ^!°^te zufrieden sein; Madame war cs nicht. Sie ^f lhren Wunsch ausgesprochen und damit ihre Ehre t"a.^> dingen deö Planes gefetzt. Sic ließ daher die n ^''^ beißende Rede über den Ungehorsam und ^ Undankbarkeit der jungen Mädchen in das Ohr dcs sich,," ^"punt fallen, dcr sie in seiner leichten, zuver-dyh !">eu ^ ^, ^ruhigen suchte, indem er ihr sagte, " ^a ^orlotte ihre Pflicht lhnn müfsc. „Wann hätte ^ man je von einer solchen Ungchcucrlichfcit, Absurdität, ! vou solch eincm Mangel an Zartgefühl gehört, wie jenc ! wä>cn, wcnn ciu junges Mädchni auf seinem cigencu Willcu bestände, und sich dcu 1'lbsichlen ihrer besten ssrcluide in dcr Anordnung einer Heirat widersetzte?" Zu gleicher Zeit handelte Madame vorsichtig; sie war nicht hinterhältig, doch auch nicht vorlaut. Sie wünschte nicht, gar zu rasch mit Lorlotti zum Abschluß zn gclangeu und dadurch das vcrdcrblc Mädcheu iu die gehässige Handlungsweise zu treiben, dcr rechtmäßigen Antoriiät Tlvtz zu bieten; und Madame war eine zn mitleidige Tcctt, besonders lmnn es dem beabsichtigten Zwecke zuwider gcwcscn wäre, hart zn sein. Vielmehr zog sie c6 vor, die ssüdcn ihvcs starten, zähen Willens, sowie Vorlottens jugendlichen Leichtsinus und ihrer Hilf-losigk^t immer cügcr und enger um sie zu ziehen, bis sie rettungslos darin gefangen war, mochte sic dann auch noch so schcu mit dcn Flügeln schlagen. Madamc's Mißoergnügeu und Entrüstung wurden im Hintergründe, zurückgehalten, und wenngleich stc sie nicht ganz verbergen tonnte, so lourde ihnen doch bis jetzt noch nicht gestattet, auf ihr Opfer niederzustoßen. Für den Augenblick hielt Madame Frieden mit Lorloltc, weil sic lcine Zeit zu Volieren hatte. Innerhalb dreier Wochen mußte das Regiment des Capitiins Fcmtaincblcan verlassen und Madame hatte unabänderlich beschlossen, daß innerhalb dieser kurzen Frist der Capitän seine Frau heimgeführt, dcn activen Dienst verlassen uud sein Zelt aufgeschlagen, d. h. cinc Ncihc von Zimmern in eincm bcqncmcn Sladtlhcil gemiethet haben sollte, wclche für den Rcst seiner Tage sein ftiedliches Daheim bilden sollten. (Fortsetzung folgt) — (Gefangen.) Der kühne Räuber aus den gebildeten Mittelklasse«, der vor Kurzem in London in einem eigens zu diesem ZwcctV geiniethe:^ H.^usc den Gehilfen eines großen Juweliers mit Hilfe seiner Gattin einer Anzahl zur Ansicht gebrachter Schmuckgegeustäudc von hohem Wcrlhe entledigte und mit der Bcu'e nach dem Continent entrann, ist der londoner Polizei in die Hände gefallen. Man erinnert sich, daß oie Gattin wenige Taqe nach der That festgenommen und vor Gericht gestellt wi.de, wo es ihrem Vertheidiger gelang, durch geschickte Bearbeitung der Gefühle bei den Geschwornen die Freisprechung zu erwir-ten. Seitdem hatte die Polizei die Frau scharf im Auge behalten, und der Umstaud, daß sie sich ihr helles Hiiar schwarz färbte uud sich iu tiefe Trauer lleidete, machte zu' erst die bclreffcuden Agenlen aufmerksam. Es wurde er-miltelt, daß sie im nordwestlichen Stadttheile verschiedentlich dasselbe Haus besuchte, und dort fand man denn auch den angelegentlich gesuchte, Gatten, Michael Torpey, vor. (5r machle leine Versuche, seine Identität zu leugnen, und gab in Diamanten uud Geld gegen K00 Pso. St., etwa ein Viertel des Raubes, heraus, als ihn die Polizei in Gewahrsam brachte. Locales. Protokoll dcr Sitzung dcs t. t. ^ an dessan itütsratheS für Krain am 17. Februar l871. Gegenwärtig : Der Vorsitzende: Professor Dr. Va-lcnta; die l. t. Sanitätsräthe: p.p. Doctoren: Ncgic-rungsrath v. Audrioli, Bleiwcis, Ganstcr. Nazpet, u. Slöckl und Schiffer. Schriftführer: f. k, Nca.icruna.s-concipist Ednard Baron Gnssich. I. Das letzte Protokoll vom 10. Februar 1871 wird genehmiget und dcssen Veröffentlichung einstimmig beantragt. II. Sanilälsrath Dr. v. Stöckl bemerkt zum Protokolle vum l0. Februar 1871, daß er künftighin womöglich 24 Stnndcn flüher fein Nichterscheinen zu einer ^andessanitätsraihs. Sitzung instructionSmäßig an-geigen wcrdc, jedoch möge man berücksichtigen, daß er dks nicht immer lhnn könne, wcil er als GcrichlSarzt oft plötzlich abberufen wcrdc. III. Dcr SanilätSralh Dr. 0. Stöckl erbittet sich ferner zum Protokoll vom 10. Februar 1A71 das Wort zur Sicherstellnng von Thatsachen in Angelegenheiten dcr Blalteriicrkranknngcn im Spitalc. Dic Glättern wurden durch zwei mtt gebundener Marschroute von Cilli in Vaibach angelangte Ilalicucr ins hiesige Spüal eingeschleppt. Trotzdnn, daß die Spitalsdircction wegen Üi^angcl cigcucr Blatlcrnzimmer die Kranteii bchufs der Isolirnm, in dein einzigen zur Verfügung slcheiidcn Zii'Ulcr für nach zweiter Klasse verpflegte Ktanle unter« Ulingcn ließ, erfolgte doch '/lnstccknug im Spitale dcr daselbst befindlichen Kranlcn in rascher Wiederholung. Als in dcr zelnc», Physiker wieder nicht üder die Candidaten licfraqt wurden, odschou der LaubcssanilätSlath bei Gclcgcuhcil des Vcsctzungeloorschlagcö dcr A^ivtswundarztenslcllc dc> Umqedlmg Laibach cinen diesbezüglichen Antrag sscstclll hatic; cr slcltt dulssr folgenden Antrag: Dcr ^andetzsanitäteircilh wiederholt sein Ersuchen, daß nuch bei Eiichcsslcilni-li ri.ics Competenzgesuchcs um cllieii öffentlichen SamtälSdiensl vou Seile einer f. l. Bczirtshmlptmllnnschaft jederzeit das Gutachlen t>ce> vc« zügüchcn Physifcrs eingeholt lmd mitgetheilt werde. Was emslimmig angenommen wird. Schluß dcr Sitzung halli 6 Uhr. Deöinfcction verunreinigten TrinkwasserS. Es unterliegt keinem Zweifel, daß durch verdorbenes und mit faulenden organischen Stoffen verunreinigtes Trink-wasscr häufig Krankheiten erzeugt werden. Magen- und Darmkatarrhe stehen hiebei. obenan, oft entwickeln sich typhöse Fieber, nicht selten Wechselficber. Die Engländer suchen bekanntlich den Grund der Typhuöepldemien zumeist im Trinkwasscr, während Petten-loffer dieselben mit dem Sinken des frUher höher gestie» genen Grundwassers in Zusammenhang dringt, wobei ilbri» gens auch das Tnntwasser durch Ausaugung der faulenden Rückstände in den die Brunnen umgebenden Erdschichten in hohem Grade verdorben werden kann. Es gibt nun häufig Quellen und Brunnen, die zeit< weilig, besonders nach stärkeren Regengüssen, trübes Wasser liefern, in welchem sich oft bei mikroskopischer Untersuchung zahlreiche organische Elemente befinden, bei welchen chemischer Ammoniak, Schwefelwasserstoff u. s. w. in bedenklicher Menge gefunden werden. Die Beobachtungen sind nicht selten und auch Hierlands gemacht, daß darnach Magen- und Darm» ertrankungen in mehr oder minder ausgebreiteter Weise entstehen, die vermieden werden könnten, wenn man das Wasser vor dem Trinken dcöiuficirt hätte. Auch in Sumpfgegenden ist zumeist verdorbene«, schlechtes Trinkwasser, das bei längcrem Gebrauche die Leute trank macht. Das Kochen des Wassers vor dem Gebrauche zum Trinken nlitzt häufig nicht ausreichend, abgesehen, daß das Wasser dann nicht angexehm zum Trinken ist und etwas Essig u. dgl. als Zusatz zur besseren Schmackhafngteit bedarf. Der Landesgerichtschemiker Kletzmsky schlägt ein Des-infectionsmittel vor, das gegenüber den bisher benutzten jedenfalls vorzuziehen wäre, und das wir daher hier mit-cheilen, da es sehr leicht zu beschaffen ist und auch Hierlands an vielen Orten in Anwendung gezogen werden sollte, um sich vor Erkrankungen thunlichst zu schützen. Die ossiciuelle reine, verdünnte Phosphorsäure wird mit gebrannter Magnesia gcsätliget, und zwar nimmt man im Verhältniß 6 Loth Säure auf '/2 Loth Magnesia. Dieselbe Säure wird in einer andern Mengung mit Thonerdehydrat ^6 Loth Säure, 1 Loth Thonerdehydrat) bei mäßiger Wärme gesättiget. Endlich bereitet man eine dritte Mengung durch Sättigung von 1 Loth phosphorsaurem Eisenoxyd mit 6 Loth obiger Säure. Diese drei Lösungen mischt man hierauf derart, daß von der ersten und letzten gleiche Theile, von der zweiten um die Hälfte weniger zusammengemengt werden. Diese Mischung erhält sich unverdorben lange Zeit und es genügt 1 Drachme (1 Quentchen) zur Desinfcction von 5 bis 10 Maß Trinlwasser, je nachdem es verunreinigt ist. Ein Ueberschuß schadet nicht. In jeder Apotheke kann das Gemenge ohne besondere Kosten bereitet werden, wenn man es nicht' vorzieht, dasselbe daheim herzustellen. Bei dcr Nnwendung ist nur zu beobachten, daß man das mit dem DeSinfectwttsmillel versetzte Wasser, das nicht von vorn- herein kalkreich ist, mit doppell kohlensaurer Soda versetzt, um die Fällung des Ammoniaks, Schwefelwasserstoffes und der Modersäurcn zu bewirten. In Sumpfgegenden müßte man, wenn das Triukwasser aus dem Sumpfgebiete kommt, »och eine Lösung von übermaugansaurcm Kali in Ver» wcndung bringen, und zwar derart: 5 Unzen der Des-iufeclionsflüssigkeit werde» mit einer gleichen Gewichtzahl einer Lösung von '/„ Drachme des mineralischen Ehamä« leons in 5 Unzen destillirlen Wassers versetzt, und von dieser Mischung werden 2 Quentchen 5 bis 10 Maß Trinkwasser beigemengt. Dcr einzige Uebclstaud ist hier, daß manchmal im Chamäleon Ueberschuß rückblcibt, der nur mittelst Filtration durch plastische Kohle beseitiget werden kann. In dieser Weise kann nach Klctzinsty selbst Sumpfwasser unschädlich und genießbar hergestellt werden. Dr. <^. — (Krankenunterstützungs« und Versor-gungsverein.) Sonnlag fand im Nathhaussaale die gut besuchte Generalversammlung dieses Vereines für das 5. Vereinsjahr, 1870, statt. Dcr Director, Dr. Kees-bacher. trug zuerst den Jahresbericht in deutscher und slo» venischer Sprache, hierauf dcr Hauptkassicr, Herr Bürger, den Rechnungsabschluß und VermögensausweiS vor. Ersterer schließt mit einem baren Kassercst von 560 fl. 70 lr., letzterer weist das gesammte Vereinsvermögen Ende 1870 mit 4230 fl. 26 lr. aus. Herr Pakitsch erstattet im Namen des Nevisionscomilö Bericht, das die Bücher durchaus richtig befunden hat. Ein von demselben ausgesprochener Wunsch, den bedeutenden in der Sparcasse erliegenden Betrag noch fruchtbringender anzulegen, wurde vom Secretär mit der Mittheilung beantwortet, daß die Direction in der letzten Sitzung bereits einen Beschluß im gleichen Sinne gefaßt habe. Zum Schlüsse wurde das Revisiouscomit6 mit Acclamation und die bisherige Direction mittelst Stimmzetteln wiedergewählt, nur kam in letztern als Kassier für die Kapuzinervorstadt statt des ausgetretenen Herrn Doberlet Herr Waidhauser. — (Militärveränderungen.) Herr Vincenz Jack, Hauptmann 1. Klasse, wurde aus dem zeitlichen Ruhestände zum Regimente Freiherr v. Kühn Nr. 17 als Überzählig mit Wartegebühr beurlaubt ^UrlaubZort Laibach) eingetheilt. — (Slovenische Borstellung.) Donnerstag den 27. d. M. findet eine flovenische Vorstellung zum Vortheile des Frl. Älbina Brus und des Herrn Julius SußterZiö im landschaftlichen Theater statt. Zur Aufführung kommt: „Oäkrii.l. ^0 »roo" (Sie hat ihr Herz entdeckt) in 1 Act, in welchem Lustspiele bekanntlich eine Paradcrolle für naive Liebhaberinnen vorkommt, das ein-actige effectvolle Lustspiel ,,1^Lii Otdolo" (Ein weißer Othello) und die drastische Posse „Avo-mrtv^ /ülloiikku" (Die lebendig-todten Eheleute). Die Wahl der Stücke ist eine gute zu nennen und ist bei der Beliebtheit der beiden Benesicianlen, die sich um die slovenische Bühne gewiß verdient gemacht haben, ein sehr volles Haus zu erwarten, welches wir denselben vom Herzen wünschen. — (Am Untergymnasium in Krainburg) ist die Lehrstelle für Zeichnen zu befetzen. Bewerbungen, an das hohe Cultusministerium gerichtet, sind bis Ibtcn Mai beim k. t. Landesschulrath einzureichen. Auf Bewerber, welche auch für die aushilfsweise Ertheilung des Unterrichtes in der Mathematik geeignet sind, wird besondere Rücksicht genommen. — (Für Seidenzüchter.) In Untertrain ist die Scidenzucht in erfreulichem Aufschwünge begriffen. Ein einziger Seidenzüchler, Herr Johann Kapelle in Mottling, erzeugte im vorigen Jahre 200 Pfund echten Mailänder Seidenraupensamen (Grains). Gegenwärtig sind, wie uns Herr Kapelle mittheilt, noch 20 Loth dieses Samens k 2 st. pr. Loth bei ihm zu haben. Ucucjlc Post. (^ligmal'Tele'Mmme de» „Laibacher Zeitung/^ IOien, 25. April. Das ..Vaterland" ml det: (sine dem Ncichorathe nicht nnssehiirige polnische Deputation überreicht heute Gro cholski eine Vertrauenöadresse. Berlin. 24. April. Im Neichstaste er klärte Fürst Vismarct: Die Naumuna. der noäi besetzten Pariser Forts erfolge vertraa.sn»a-ftiss nach dem Friedensschlusse. Die Brüsseler Verhandlungen schreiten langsam vor. Frankreich scheine zu hoffen, das; es nach spaterer Orstarkung bessere Bedingungen erlange Wir werden jedoch keineswegs Abschwächn«»« des Präliminarfriedens dulden. In die inneren Ver Hältnisse Frankreichs werde man sich nicht einmischen, obgleich man nicht Zurückhaltung um jeden Preis versichern könne. München. 24. April. (Tr. Z) Der König leidet an einer starken katarrhalischen Affection. Dic Feier des GeorgSordenSfesles wurde auf nächsten Mittwoch ver^ schobcn. Paris. 23. April. (Tr. Z,) Eni Anicht der Im slN'^enlcn bchauptel, daß dieselben mehrere Versaillcl Batterien zum Schweigen brachten und Angriffe auf die Laufgräben von Issy und Vauvvc zurückwiesen. Die Velsaillcr bauen eine Schiffbrücke lici Smcneö und Bar« ncaden in NeMy. Man glaubt, dcr Waffenstillstand werde heute bei Ncuilly fortdauern. Versailles, 23. April. (Tr. Z.) Abends. D»c heutigen Mtlitärcreignisfe reduciren sich auf den aewöhm licheu Auslausch von Kanonenschüssen zwischen Valerien und Poilc Maillot. Das Gerücht von Zahlung von 500 M'llionm an Preußen, um die Nordsorts zu occU' pircn, wird dcmentirt. Telegraphischer INochselcvurS vom 24, April. 5pcic. MetalliciueS 58.90, — 5vcrc, Metalliqnes mit Ma>-und Nuvember-Zinscn 58.90 — kfterc, Nalional-Aulrhrn 08 55, - 1860er Staats-Aulehen 98. — Baulactie» 747. - Credit' Acucn 278,40 — London 125.40. - Silber 122.60. - K, l Milnz-Düc^'n 5.90. — Nupoleond'or 9.96'/,. Angekommene Fremde. Am 23, April. «l«»sn»<. Die Herren: Kelchcr. Tischler. Gurkfeld. - Bregcl. Wanitsch, Gr»k, ^ctauovic, Morell, Mcgorit, Radic, Mager!, Pas und Zessen, Knrlfeld, Kristian, Pfarrer, Pigann. -Iama, l. l, Finauzvath, Troppan ^ Papp, Maschinbaucr, Pest - Wagner, Äaufm,. Ungarn, — Name. Pfarrer, St. Petc> -- Smclslitcr, Nauchfanglebvcr. Rudolfswcrth. — Krcsc, PfarrN'. Slrug, — Nemoinl!, Kaufm,, Czatailmru, — Cbcnspang, WieN> — Piemoscr, Obcrkrain. — Austerlitz, Reuender, Wien. ^ Oreutz, Kaufm,, Lnck. 8t»«ll AH^l«;,». Die Herren: Nasslic und Krener, Kaufleute ^'ack. — Ritter r>, Gutmannsthal, Trieft. - Ritter v. Pestencg, Gurtfeld. — Scherz, Kaufm., Graz, — Paulin, k. l. Beamtt, Tscherncmbl, — Stcllarw Gianettu, Trieft, — Schopl, Kauf»'" Wieu. — Heilboru, Kaufm,, Prag. — Flaudrat, Reif., Wie»' »«l»','i5>e>>«'>> »>««'. Die Herren: Gulic, Ochsenhändlk'', Sessaua — ^,'augfcldcr, Hanfm., Pest. Meteorologische NMachümlMl ill Lmlwch. ? !" 5 " ! ^ ! -.1, «.,< u l! Mg 324 80 !-s- 80 5 windstill lrilde ! 2l. 2 , N,' 323.2!, -j-14 8 SW. mäßig halliheiter ! O.oo 10.. M. 524 Ii! -l> 8,l ,NW.schwach^ sternenhell Morgens lrljbe, Höhciliicbrl, Vormittags Aufheiterung, h"'" lichcr Älachmitlag, klare Luft, schone« Admdroth, Das Tagl^ miltel der Wärme -j- 103°, nm 2'2" iU'cr dem ^Ilormalc. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. K l e i 11 m a l> r. . Ni^^NNÜi^sl«^^ 'iUien, 2'^. April. Die Vürsc war auiinirt und in ssllnstigcr Stimmung. Dies zeigte sich weniger an den usuell alö EpsculatioiiSobject dienenden Baiiipapieren, welche ly,' H,?zN^l.ll!l'l NlVt. gestrigen Nolivuugen ucrhältüißmäjzig nicht so bcdculcnd Ulicisticsseii ^Ailglo 2?2.5(>, Credit 279.50, Uninnbauk 2»^7.?5). Viel träflisser cutwickelte sich die bessere Tendenz ", Nulaailwerthen, von welchen eiue ansehnliche Auzahl sehr lndeutendc Avancen erzielte. Rente mtt Mai.Coupon wurde mit 59.10 uud darilber bezahlt. I860cr i,'osc hoben sich ans 98 nm I p^ 16"" ' die Hliltuna ein.' ungleiche. Während einige Sorten stagnirttn oder kleine Rückgänge erlMcn, wurden audcrr mit ^ebhasngtril und zu sehr hohen Einsen gehandelt. So hnbcu sich Karl.Ludwig l>^ 2»itt?5 Nordbahn illicr 2205 Nordwest auf 315, StaatSbahn auf 420 und darilber, Lombarden bi« l82. Unter dcn Industricacticn sind alt« solche, welche wegen besonderer Ursache oder in F°^ dcr hc'rrschendm Strümuna hervorragende Beachtung sailden, Wiener Vaugesellschüft (94.50 93) nnd Omnibus (11?) besonders zu crwähucn, Devisen waren wenig verändert. FUr 100 fl. Oelt Waari iZiuhritliche Staatsschuld zi: 5 p 68,65 ^ise v,I. 1U39..... 292.50 293.50 ,, „ t854 (4"/.) zu 250 ft. 90.— 91.— ., ., I860 zu 500 st. . . 97.90 98.— „ „ 1860 zu 100 st. . .108-50 109,50 „ „ 1864 zu 100 fl. . 126,25 126,50 6,taats-Domiinell-Pfandbrlesr zu l!i0 st. «,W. in Gilb« . . 123.25 123.50 !»». Grunde»tlastungHl«Dbligatiol,en, Für 100 fi. G.ld Waare Rühmen . . . . zu5M 9450 95.50 Galizien .... „ b „ 7450 75.- Nieder-Oesterreich. . „ b .. '96.50 97.— Ober-Oesterreich . . „ 5 „ 94.- 9b.- Siebeubitrgm ... „ 5 „ 7475 75.25 Hlelermar^ ... « b » 93 — 94 — Ungarn .... „ 5 „ 79 75 80.25 «. Andere öffentliche Anlehen Doulluregnürungtzlose zu 5pLt. 95.25 95.75 Uug. Eifenbahnanlchen zu 120 st. ü. W. Silber 5"/„ pr. SlUck 107,30 107.50 Ung Prämienanlehen zu 100 fl. U. W. (7bft. Einzahl.) pr.SMck 92 80 93,- Wiener Eommunalanlehen, rtlck- Geld Waare zahlbar 5M. fllr 100 fl. . . 87,40 87.60 «». Actien von Bankinstituten. Geld Waare Analo-österr. Vanl.....271 50 272.— Bankverein.......247.50 248,50 Voden-Ereditanstalt .... 263 - 2^5.— Creditliuftalt f, Handel u. Gcw, . 279,50 273 75 Crcditanstalt, allgcm. ungar. . - 96.— 96 50 EScompte-Gesellschllft, u, ii. . - 892.- 896.-Frauco-ofterr. Banl .... 110.75 111.— Geulralbanl.......—^^.— —.— Handclöbaul ....... 92.50 93,— ^tationcilbllnl. ,.....745-^ 746,— Umonbanl.......267 50 267.75 Vereinsbllnt......107.— 107.25 Vertehrsbanl.......164.— 16450 «. Actieu von Transpovtuntrrneh. mungen. Geld Waare Alfold-Flumaner V°hu . . . 173.50 174.— Nühm. Westbllhn.....261— 2»,1.50 llarl-kudwig-Vllhn ..... 266.25 266.50 Donau.Dllmpfschifff. Gchllsch. . 604.—606. - Elisabltli-Wtftblchn.....'s-V«lbu . . .199 75 200 25 Lemberg-Czern.cIassyer-Vahn . 179.— 180,— Lloyd, üfterr........370,— 372.- Oesterr. Nordwesibahn . . . 214.50 215.— RudolfS-Bahn......161.— 162,- Siebcnbilrgcr Bllhn .... 169,- 169.50 stlllllsbahu.......419, - 420,— Sudbahn . ......181.90 182 10 Siid-nordd, Verbind. Vahn , . 179.75 180.25 Theiß-Vahn ,......249.50 250.50 Ungarische Nordostbahn . . . 159.— 160.— Ungarische Ostbahn .... 86.25 86.50 Tramway........222,50 222.75 r. Pfandbriefe (sllr 100 fl.) Mg. oft, B«bcn-. in S. verz. (I. Tmiss.) 95 25 96.-lltrbiullilds-Nordb. iu Silb verz. wb.- 105.25 5ranz-IosepliS.V^t)n .... 96.90 97.10 O.Tarl-Ludw.V.i.S.verz.I Vm. 104,75 ,-, Oefterr. «ordweftbabn . . 96.— 90.25 j ßett,' M" siebenb. Vahn in Silber verz. . 89 25 89-A. Btaütsb. G. 3°/« " 500Fr. „I.Em. 139 25 139.?' slldb. G. 3°/„ i. 500 Frc. pr. StUck 112,75 U3 ^ Slldb.-G. k 200 fl. z. 5«/« filr 100 fl. 89.8>' 90.^ Klldb.-«ons 6°/„ (1870—74) 5 500 FrcS pr. 3tllck , . . 241 50 '7'^ Ung. Ostbahn für 100 ft. . . 54.90 85.1" «l. Prlvatlose (per Sllicl.) ^ Kreditanstalt f.Handeln.Gew. Geld W°°' zu lOO ft, ö.W......163-^164.^ Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 1450 l'^ Wechsel (3 Mon,) Geld W^ Augsburg siir 100 ft, sildb. W. 104 25 l^'. Frautfurt a.M. 100 st. detto 104.60 I'^qs, Hamburg, für 100 Mark Banco 92 25 ^'A London, für 10 Pfund Sterling 125.35 18^ Pari«, für 100 Francs . . . —.— ^' Tours der Ocldsvrten , Geld W«a" K. Münz-Ducatei, . b st. 90 tl. 5 st. U '' NapoleonSb'or . . 9 „ 96 « 9 « ^. Pr«lß. Casstnfcheine. 1 .. 85 ^ 1 " ^s .! lZilber , . 122 ,. 70 „ 122 ,. ^ -' lKrainische Grundentlaftungs , Obligationen, V ^ > vatnotirung: 86.— Veld, Wan«,