Illyrisches Blatt U Nutzen und Vergnügen. U^ Nro., 25. M Freytag d.en ZI. Iuny 162a. /Ein Paar Wotte zur Berichtigung einer irrigen ' Meimmg über Krams Eisenguß-Fabrikate. t^cr geblldetc Berg und Hüttenmann, der wissenschaftliche Techniker, und der vertraute Freund der chemischen Natur unserer Stoffs, darf w den gegenwartigen Worten weder Neues noch Belehrung, suchen. Es sollen nur Llchtfunken für jene seyn, dcnen es nicht Vergönne oder Beruf war, über das innere Wesen der habhaft werdenden Erdtörper, unserer Natur« und Kunstprodukte und sdukte, eine richtige Kenntniß ihre« Eigenschaften zu erlangen. Wenn man hört, wie Berufene und Unberufene W Vaterwnde schreyen: »Krams Eisen taugt nichts; zMeb ist schlecht, unbrauchbar zu jeder Arbeit, ^u jeder Verwendung;" so drängt sich die Frage auf: ist dies so unbedingt wahr? darf dies unberücksichtiget für das landeswohl — so gerndedings zugegeben werden? Dcr gründlich Unterrichtete kann h,erzu nicht schweigen, wenn ilM um die gute Sache Ernst ist^ — wcnn er ein Freund der Wahrheit, ein redlicher Mit« bürger des Landes seyn will, so ihn freundlich auft 5ahm oder ernährt! ' ' , In diesen Beziehungen hie« ein Paar Worte zu Krame Ehrenrettung; in der Folge an einem andern Drte aber mehr übcr Krams Eiscnwcsen im allgemein «en, ncbft einigen Vorschlägen. Die gegenwärtige ^Berichtigung hat keine Untersuchung und Vergleichung ^be< di? HuMät ur.d den W«UH vesK»merischen Stabeifens (geschmiedetes Eisen) mit den aus andere« Landern zur Absicht; sondern man will nur vorläufig bemerken: daß auch aus Oder-, und Unterkrains Ei« fensteinen und Roheisen, weiches, zäher, gut schweiß; barcö Schmiedeeisen erzeugt werden könne, wenn-gleich nicht mit jenem geringenKostenauswande und Ein-fachhcit desProzeßcs, wie in den von Natur so reich be» schenkten Karntcn, Steyermark, Schmalkalden u. s. w. Wir sind aber nicht allein diejenigen, die zum größer ren Kampfe mit der Natur bestimmt und erwählt sind.'Ungarn, Böhmen, Mahren, Preußen, Vaycrn, Schwaden, ja sclbst das eisenreiche Schweden und Rußland und das mit unerschöpflichen, der vortrefflich-stcn Steinkohlen gesegnete England, müßen mit ga»z andern Vortheilen, wie Körnten, Steyermark, Schmalkttlden, Nassau ^Sieben u. m. dg. Länder, ar« beiten , um gutes Stadcisen auszubringen. Wie, uH auf welche Art, und durch was für wirkende und Meldende Kräfte dieö geschieht oder'geschehen könnte, da< zu ist hier der Raum und Ort nicht. Ich verweise daher auf einige, hierüber Handelude Schrieen*), aus *) Rinmanns Geschichte des Eisens. Neue Aue- gäbe. Blumchofs Nl:l!ii:!os,2c6ie der Eisenhüttenkunde. Karstens C'isenhüttcntundc. . . , St ü n k e l5 Bcschrndung derE^senhütten amHcrrz. v.Marchevs Beyträge zur »K^enhüttcntunde. V.Pantz und Atzls Beschreibung der vor- zügllchsten Berg'und Hüttelnvcrke.Stcye'rmartL. V. Pant z's Feuer«bcnd fiir Berg- undHüttenmän^ ner,Forst-,Iag^u,nd^nd^K'U)eaufdavZ.H8Hg. u. m. d. öenen sich mehrere Nachrichten und Velshrungen ziehen lassen. Und mm zum Hauptgegenstande, zur Berichts gung der ganz irngcn Meinung: Krain könne keine so guten Gußwaa r e n wie Stcyer-wark und B o h me n c r z eu g e n, indem es dem selben an dem hi erzu ge eigneten rohen Materiale (Stoffen) fehle.? Es ist zur Be» an^voortung dieser Meinung n.oty',vend«a, sogleich je« »,e Elftnyüticn anzugcdcn, die sich ^im Lande Krain mit der Erzeugung von Gußwaaren eigentlich beschäftigen. Di^s ist meines WifftnH einzig und allein die Herrz^glich Fürst Wilhelm v. Auerspcrgische Eiscn» fa.brik (Elsenberg Hüttcn und Hainmerwcrk) zu Hof im Gurkthale-, welche aus 7^hon- und Nrauncisensten ncn,ihr Rohgut (Eußris.'n) producirt. Nuu etwas aiber da5 Vorkommen und die Ve-s^^^j>e>le dieser Eisensteine. So wie im ganzen Lande Krain den Hauptbe-. standthcil der Erdoverftäche der weit verbreitete höh-lcnreiche Alpen -- ödcr ÜbergangökaNstein der jünger ren Formation einnimmt sp ist er auch ringöher« um im Gurl'chalc und Gebirge« das herrschende'Ge-. birgsgesicin, über wclchcss zumahl in den Thalern, NergMtten, sanfteren Abyängcn dcr Gebirge u.s. w. das aufgeschwemmte Lcu.ld (Wc'.n^rö neuesten aufgeschwemmten Gebirge) in verschieden wechselnder Mach: tigkeit (Dicke) auV Lehm, Sand, und Geröllen, gela-gert ist. Über diese aufgeschwemmten Massen, die den zakig'sftießig'auügcwafchcnen und klüftigen Kalk' steingrund-überdecken, ^findensich mGeschieden, Mu^ geln, Putzen, Nestern fast olle Nuancen Thoncisen, steine, oft mit dichten und okrigen Brauneisenstein verwachsen, seltner aber Brauneisensteine allein. Meistens sind.es Gemeine-, oder Nieren-, und !kugffön lnige-., öfters scyaaUZ» sandige Thoncisensteine, oder dichte und okrige Brauneisensteine, die in dem fttten, zähen Lehm (Thon,) der wohl auch fandig ist, irregu» lair inne liegen. Sie werden .entweder durch kunst» loses Graben 'm Schürf?« und Röschen, «zder mittelst ordentlichen Berggcbäudcn mu Rollen und Schachten von i bis 6a und mehr Fuß Teuse (Tiefe) erbauet, von Lehm befreyet, ^und als Gegenstand des Berg» 'baues' zu Tag gefördert» Ungewöhnlicher, seltener, und mehr vercinzclnt ist hier jenes Vorkommen, wo d?r Viauu--und Roth: Eisenstein und eine AN Eisenglanz, gleichzeitig in Stö« kan, Puhen und Trümmern,, im erwähnten Alpen^ kallsteine,erscheint; der, nach den Mi^Hf Mführtcn Vergdanungcn auf leine anfthuliche Fre^ucl-z (.Ver-sammlnng) nd Elstrekung t'dffen laßt. Die Bestandtheile dcr dasigcn Eistnsleine sind^ ^ncbst dem KristallisatwnSlEiö (gcbun5'?neü Wasser),, Eisenoxidul, Manganoxid, Kicft'l-ThoN' und 5talkcrdc -und etwas Bittcrerde, Von geschwefelten Eisen (Nicb) Lymmt in-den zu Hof gewonnenen Eisenstemcn, kci>,e Spur voL. ^ > Der Eisengehalt dieser Elsensteine 'wechselt ^on 10 bis ^o und mehr Pfunden. Aus diesen der Vorbereitung zu unterwerfendem Eisensteinen werden mittelst des erforderlichen ZusahcZ, durch harte oder buche«e Kohlen in einem «8 Fuß hohen Hochöfen mit Timpl (Gußofcn) eben so wie in andern mit dcr Güßercy beschäftigten Ländern, 'Gußwaaren, a»Z grauen zähen Rohgut (Gußeisen) nach allen Gestalte» und Formen erzeugt« Die Qua^ litat des Roh 5 ode»'Gußeisens ist von der Art, daß >es slch sagen, bohrcn, drehen, und politn'ren laßt n°^ Sckmie^e ifen. ÜbrißenZ hat es — wie aller Orten, eine harte Oberfläche (einen dünnen Überzug von grellen oder weissen Roheisen) die dem besten Stahl widersteht; auch ist es in dünnen Stücken mehr ver Zerbrechlichkeit wi«,. iu.,massiven Klumpen unterworfen. v , . Man kann das Hofer Roheisen, so wic i».den er» sten Gießereyen Europens in der. Feine der kleinsten Münzen, wie ln Massen von »6 bls »3 Zentner >« ein -und Dauerhaftigkeit sich erprobt haben-, wie'di^Z dir t'-stiM HandlnngödÄn,ftr und rechtuchstcn Mnunrr Italiens, Arainö und Cr>.acicnv lc. t?twal)ren'können. Die Ge' Wichte lhrcr Gußofcu laufen von i55 bi^ ic,bc> Pf. ,pr. Stuck. So wie -?? in der Eisenhüttenkunde enviesen ist, daß Thonciscnsteilit, Magne«iscnftciüe (.SünvcdeM berühmte Quikc?^) Rascllcisenstcinc^ und ManFan arme Brauneisensteine zur Glcßrreh dw ,geeignetesten sind, sso ^ist ös auch zrwicsen, daß nur,die Spathciscn. steine, und die M^ng'nncichcn, -mehr dem v^rwtttcrtn den Spcltvciftnftein,zugch,ongid Steyermärl^ u. s. w. don Wclt bc-rühmtctt'Norifchkn StM)l liefern. D M»e können nnn> bei diesen ewiZ wahren Erfah-'rungon ^ Berufene wie Unbcruftnc/den uatcrländii schen Eisenfabnkaten alle Güte, alle VrÄuchbarkeit, absprechen? Sollte dieß nicht alle errungenen Wahr. heilen von Jahrhunderten mit cmem Schlagc vernicht tcn, gcmzc Lander, ;n Wclttheile da!,in wc'stn heißen : daß sie kein brauchbares Eisenfabrikat erzeigen könncn, weil sie Eisenstein? vnschmelzcn und Nohei, sen verhan-.mern^ die der Mlneruwgc^o.er Chemiker,, und der Techniker für Glieder AUS eine? Sippschaft Mit d^n krainerischen crkwnti — " Mit Lächeln muß Schaber dic'ses, nne — über das steycrmärkische Gußeisen bestehende Meinung'noch berühren ^ nach der cin Schmied vor seiuer Fcucv<ße nu« ein Stück Gußeisen hineinhalren und recht glü' hend. machen dürfe, um daraus Nägl. Schienen, und WM cr wolle, schmieden zu können? Bedarf eint fv h«he Meinung, eine so öed»ucrungswürdige Täuschung clner A3ied??lequn<;? G'wiß nicht, den« das EnöchelV de^ Lesc«v wäre zu besorge:r! ^- " Flug durch ^ie Schweif in den Monaten Iuly unv August iNl6> in Briefen an eine Dame? vom Freyherrn von Thumb. (F o rtsehnn q.) DicMolk?«, die mcni in Ga>6 irinft> sind besonn ders ein Geg^mittc', wid ich mir sagen licg, gs<,e« den auch in unserem DeulMand leider unmer häufige«: werdenden gnrsngdn Spleen. Mehrere Teutsche, , dle an dirftm Mrl wbo^en', fanden wir auch hicr^ Engländer nicht, diese fch-inca eZ.vorzuziehen, durch Reisen in diesem Wunderland der Schöpfung ihre Gesundheit zu starken, 'denn man süßte unZ, daß sie schssssvcnwelsc von allen Seiten in dasselbe einzögen; begegnet sind wir bis jez't noch leinen. Wir folge» ihrem Beyspiele de'r'Landstreich^e'y > und hoffen d2^ durch, um mit -ihrem großen Landmann zu redend „den kranken Theil, der etwa Mch mi uns seyn möchte, wegzuwerfen, um mit dem Übetreftt nm so fröhlicher zu leben." Am folgenden Tage ginZ es daher weiter, nach W eisbad, auch hinein Drte, ivo Molken ge^ trunken wctden, doch gleichfalls nicht um >a^lbft,;u ver-wcklcu. sondern ,um von dc! au6 düö Wild k i r ch l i und die E b e n a I p zu besuchen. Bey ziemlich hcittt Dem Wetter langteü wir in dicscm Kurorte an, aber kaum hatten wir das Frühstück zu uns gsnymmen, ss fiel in großen Tropfen Regen'herab^ der den, ganzen Votwittag anwelt> u!sr unsern Vorsatz, d der scynVateri land innig Ucdt, und es mit keinem Lande in dcr We-lt vertauschen möM«^ wenn ihm gleich in diesem Augen« blicke die Stimmung, die unter emem groben Theils fei> „ee'Landsleute chnrscht, eden nicht sehr gefallt. Habe ich die Molkenkur einmabl n^hig, so gebe ich gewiß dem Weisbade' vor Gais den Vorzug. — (Der Beschluß folgt.) Was Neues. In den vaterländischen-Blättern für i8Za, n. 42 ist bewiesen, daß der Verfall der inländischen Fabri, i ßen nachtheilig auf die Güterbesiher einwirke, und daß demnach Prohibitw « Maßregeln gegen ausländische . Eahrikate eine Wohlthat sind. Die Frage od Bett - Lancastcrsche Schulen in den ^ f. ?. östreichischen Staaten anwendbar und Bedürfniß fcycn, ist vom Hrn. Regierungsrathe Ioh.Wch. Leon» Hard mit Nein beantwortet wvrdcn. ^ . « * , ' Sr. Durchsucht, dem Oberst - Hof». un5 Lan^d- 1 ziigtrmcifte« Herrn Carl Fürsten von AurzperH Dein vortreffliches, auch fürKrain sehr bxauchhares, Werk dedicilt worden, dessen Titel: »Theoretisch-prak »t^che Anleitung zur ForstZehaube^mmung oder Ta-„ratic?n und Ncgulirnng der Waldungen; zum Selbst--»unterricht sowohl für 'Forstlchriinge, niedere und »höhere Forstdeamte, alö auch für die mit Forstgcfchäftcn ,„sich befassenden Wirthschaftsräthe, Verwalter und »Waldeige'nMmer selbst, welche ihre Wälder auf ei), ^ne sichere und wenig kostspielige Art regulieren lassen »wollen. Verfaßt von I9H. Ant. Schmitt, e. k. rrst'en »und ordentli^enProfcsftr der Forstwirthschaft ander ,,k. k. Forstlehranstalt zu Maria Brunn bey 'Wie« »u. s. w. 2 Bande Wicn ^19 bcy Lcopold Grunv. P»eis 24 fi. W. W. .^ Von dem Iokanneum in Gräh, diesci- herrlichen Schöpfung deZ durchlauchtigsten Erzherzogs Johann wird eincZeitschrfftausgehen von provinz^llen,, (Mey-ermärkischem) nationcllem und universellem Interesse. Das provinzielle Interesse wird umfassen Kenntniß des Landes und der Bewohner, deren ssrwcrbflciß, Kennd niß der Landesverfassung, der Landesfürsten , der aus^ gezeichneten Staats ° und Kirchendiener, der landet adeligen Geschlechter, Nachrichten, von besondere" Opfern zum Besten der Provinz, Berichtigung irriger oder schiefer Urtheile und Ansichten über d^s Einht" mische. — Sehr günstig recenftrt und empfohlen wird: Der Geist des Menschen in seinen Verhältnissen zum phy' sischen Leben oder Grundzüge zu einer Physiologie des Denkens. Für Arzte Philosophen und Menschen im höheren Sinne des Wortes. Von Pf. Carl. Hartmann Doct. und öffcnt. ordent. Prof. der Medien an der Univcrf. zu Wien. Prcis 8 fl. <^'-.^ ^ » ......^ >,' , D^e Arbeiten an der Gotthardtsftraße, um di^ selbe für Wagcn fahrbar zu machen, sollten bereits ^jm M»,y mit großer Thätigkeit ihren Anfang nehmew obglezch die dazu erforderlichen Kosten durch di< genotw menen Ätt«en be«^ weitem nicht gcdeclt sind. ^