«Mv MM pß«O Mn TS. Aamom KmMa MontagsAusgabe S» ?»? WW Adstatage in vpltt Der ExekutivauSschuh der ^ZadranSka sespedes — fubanifcher Staatövräfldent Machado hat das Land vcrlaffen / USA aeivWt ihm jetzt! „Asylrecht* / Die „Ordnung und Sicherheit" im Lande wieder hergestellt straZa" in Split wird auch Heuer dortselbs! einen „Adriatag" veranstalten, der ein?n überaus festlichen Verlauf nehmen wirk». Tas Festprogramm ist qeei^net, Fremde in großer Zahl zu einer Erkursion uach Dal- ^ matien zu veraulafsen. Für diese Feier ist eine 75prozentige Ermahnung auf d>'n Bah neu und eine solche von auf ^chifsm Gleick) nach Proklamierung der politischen Veränderungen kam es i. Havanna zu großen Manifestationen, die sich aber bald darauf in tumnltuöse Demonstrationen verwandelten. Die Demonstranten, die ihren Haßgefühlen gegen die Prätorianer Machados Ausdruck verleihen wollten, stürmten das PrSsident-schaftspalcns, welches teilweise demoliert wurde. Machado ist Samstag um 15.W in der Richtung auf die Bahama-Inseln abgeflogen und verbrachte die ganze Nacht auf der Insel Andrews. Machado begibt sich demnächst nach den Vereinigten Staaten, die ihm i.'ttt ihr Asylrecht angeboten haben. Das Le- filr alle Besiickier der ???ranstliltttngen fiir die Zeit vom l. bis !I. ?eiitember angesucht worden. Nachstehend da? ^i'stprogramm: A. Septeniber: ?lnkunft lMte. ?tf»<".:d) Akademie der Iugendoriianimtion der „Ja' dranska stvaia" au5 ?plit, Beliki Bt'Lkerek und anderen Orlen, die ihre Mitwirkung rechtzeitig angenieldet ha^en. «. September: Ankunft dez» «chulfchiffes ».Iadran", eines Geschenkes der «Jadron-skv straiin" lNtd feierliche Uetcrgabe un die Kriexisinnrine, sodann Neberreichmig der Flliqge durch die I»»qendorfianisation mit airschlit'kendem Defilee der Organisation. ??lini herzlich begrlis^t. Der Ankunft wohnten «^lle Mitglieder der Relsierüng. das diplomatische tt^orps, viele Wiirentrciger nnd eine »iresie Menschenmenge bei. Die Ankunft Balbos gostaltete si6) zu ei-neln wahren Trinnlph. Der Kl'nig empfing die Mannschaft dec! Transatlantikgo^chwa-ders in einer Fostaudieiiz. Balbo und seine Aanieraden zogen unter dem Konstantin, Siegesbogen ein, was sich zum ersten Male seit li'>S7 ereignete. Mussolini ernannte Bal l»o zuin Lnstfahrtmarschall. Der König verlieh ihm den Koldenen Adlerorden. .Hohe ^.'lnszeichnungen erhielten anch die übrigen Mitglieder des GeschlvaderS. NWskis Lebenstragödie Einst Taiizwunder und Ideal von Miinnerschönheit, heute verarmt und wahnsinnig ^ In eim'r Heilanstalt von Kreuzlingen. am Zchiveizer llfer des Bodensees, lebt seit oier-sehn ^hren ein Mann, dessen Nanie eiltst in aller Munde nmr und der die g^oliet't hat, ge^ nur den Preis, den eine einfache Thoaterklarte kostet. Dann i»st deni gri)s^ton Tänzer aller Zeite,l nitd seiner Fainilie geholfen " Anna Pawlowa, Tamara Kars^iwina Nijinski sind aus dem Daghil^'^v-Batlctt her vorgegangen. Als die Truppe »or niehr als 5^vanzig Jahren in Paris zum ersten Male auftrat, wurde Niiinski über Nacht Verühint. Er ivar ein Tanzwintder, eiil Pliiinomen. Damals überschüttete nkan nicht die Pai>lo« wa, nicht die Karsawina, sondern Nijniski Nlit allen Ehrungen, obwohl er knapp .^ivan-zig ^asn'e a^t der franzl>sischen Bildhauerkunst, Augnste o« d i n, bezeichnete Nijinski als einen der ive-nigen großen Künstler, die die?>?olltine über wmlden haben und die Mhigkeit kesiizen, alle Unruhe der menschlichen Seele auö.iu» drücken. Nijinski gehiirte zn den nvnigen, die die SM>erkraft der Erde iiberminiden zu habe» schienen. Als nian ihn einnial nach! dieseni, seinem großen .Cnnstgeheimnis fragte, antwortete er: „Das ist gan^; einfach. Mall springt lNld lnacht, »velnl lnais olieir ist einfach eine Pause." Wer Nijillski gesehen hat, der wiif^te, d'afi er T-änzer nlit Leib nnd Seele n>ar. im Tan.^' lebte er anf, fand Befriedignn.i und Muck. Seine Rollen und Tällze n'erden iin-lner fortleben. Wer an Nijinvki denkt, sieht vor sich iln Gei>ste das Ideal von Mötiner-fchönheit, einen edlen ^iürper, einen slcnvi-schell, fast tatarische,l rassigen An Ni-«finSki lwr alles Rasse, selbst sein<' l^?razie, sein Anmut. Seine Seele und ö^eist sind ge« swrben, Körper und Rnhni aber lelien iwch. Oft hak man versucht, Nijinski zn neuem Leben zu erlrvcken, seinen gAttlich<'n ^'inken lvieder zu entzünden, doch alle Beinnhun-gen schlugen fehl. Die Mrsaloil:nsinns hält :f)ll umfangen. Seine Fran Pflegt ihn. Sie bat deln großen Künstler übrigens zniei Tl'^s'tev gescheilkt. Fttvchtl'ar ist dieses Schicks.is. tra« gischer noch dadurch, daß je^^t zil d^ r schweren K'rankheit nocl) Aruint konlnlt. Seltsamer Gekdstmord eines Arztes. P r a g, ?.?. Anglist. Unter sehr eigel?^ tumlichen Ulnstandeil ln'rüble der fährige Arzt Dr. Josef S e b e st a ans Pisino in Istrien in seilier tschechischen >>eimiit^siemein de bei Klattau Selbstniord. Dr. Sebesta lvar seit Iahrzehliten ^"jalmarzt in Pisino nnd besaß dort auch eine Apotheke. Er luar eigens ill seille Heilliatsgeiueinde gefahren, unk dort aus dein Leben zu scheidell. Er kanr dt>vt nur li. d. llachts an, begab sich sogleich in die ^rieghofshalle und legte dort alle seii,e Do« klliiiente geordllet ans das ?^enster, richtete illl Schein seiner Taschenlaiikpe aii seille Fa-milie in Pisilio eineil Abschiedslnief, in delN er ulitteilte, das; er lvegen jahrelanger ^krailk heit aus dem Leben scheide, und schrieb auf einen» anderen ^'^ettel, das; ir aui (!. August Uhr Selltstunnd ^'erübt habe. Seine Patentuhr stellte er genall auf diesen Zeitpunkt eill. Um die a»igegel'ene Zeit legte er sich auf den Z^isch der Leichenhalle nnd schoß sich zwis(l>en den Angei' eiile Kugel in den Kopf. Erst gesteril fanden Arbeiter, dic ilN?^riedhof zn tui» batten, dnrch Zufall den Solbstmördei', der ans eillenl anderen /,ette! angeordnet ljatte, daß seilt Begräbnis in al. ler Stille stattfinde» und daß nian seilten ii Pilsen wohneildeii Brndcr von seiilein Tt'd erst liach einigen Tagen verständigen sl-ile. da dieser lnn- einer sclnveren 'Dperalioi? Nt'^e Nr. 210 - iwwy, -sen, fliehen die Eingeborenen in hellen Scharen. Sie lassen alles liegen und stehen, wenn cin heiliges Rind sich ihrem Bungalow nähert. Diese Rinder sind in» eigentlichen Sinne die höchsten „Respektpersonen" des Staates Hat doch ein Unvorsichtiger ein Tier berührt, so wird er ergriffen und vor den 5könig geschleppt. Wer ihn zu schützen sucht, wird gleichfalls mit deiu Tode bestraft. Bei der Urteilsverkündung beobachten der jitonig und seit! zu diesen! Zweck einberufener Staats rat ein feierliches Zeremoniell. Alle versain-melten Nichter legen lange weiße Bärte um, die zu ihren schwarz glänzenden Gesichtern in merkwürdigem Gegensatz stehen. Dann ffibt einer nach dem anderen seine Meinung kund und schlägt die Strafe vor, die er für angemessen hält. Zum Schluß ergreift der König das Wort. Er legt die Gründe dar, die sein Urteil bestilnmen und verkündet in den ineisten Fällen, wo ein Rerstoß gegen die heiligen Landessitten vorliegt, die Todesstrafe. Gegen dieses Wort gibt eS keinen Widerspruch. Bor den Augen des Königs und seiner Ratgeber wird das Todesurt^l auf der Stelle vollzogen. Auch wenn ein besonderes Fest, z. B. die Geburt eines heiligen Rindes, gefeiert wird, legt der König den langen, weißen Bart unt, der ihm bis zun, Lendenschurz niederwallt. Eingeborene Trommler, die auf großen ^Ulhen regiert. Der kleine Staat besitzt eine ^ trommeln eine Art Morsezeichen weiterge ben, die kilonieterweit hörbar sind, verkün- ülnzahl heiliger Rinder, deren Berührung, fluch ^venn sie niibewußt und unbeabsichtigt geschieht, init deni sofortigen Tode bestraft wird. Nur drei schwarze Priesterinnen, die sich stälchig in der Nähe des Königs aushalten, dilrfen sich den Kühen nähern, die ihnen als Orakel dienen. Jede Regierungshandlung, jeder Entschluß des .Königs, der mit diktatorischer Gewalt regiert, ist von der Zustinlunlng der drei schwarzen Grazien abhängig, die »viederunl ihren Rat erst erteilen, nachdem sie vorher die heiligen Klihe befragt haben. Die Priesterinnen, die erst nach monatelangen, schweren Prüfungen Bor eingen Tagen taui aus Chicago die und uniständlichen Zeremonien ihre Würde - Nachricht, daß dort der Rechtsanivalt Aaron erlangt haben und sie bis zu ihrem Tode be-' S h a p i r o als Führer höchst gefährlicher halten, sind fiir sänitliche Untertanen tabu. Ilnterweltbanden entlarvt und verhaftet Wer eS wagen sollte, sick) den — nach Neger-! worden sei. In Chicago hatten sich schon vor begriffen — Schönen zu näherii, ivird uu- einigen Monaten v der angesehensten Bär den der Bevölkerung das festliche Ereignis. Zed«S Dorf in Bunjoro besitzt eimn „Morsetrommler", der die Zeichen weitergibt. Innerhalb von zwei Stunden können die Nachrichten auf diese Weise eine Strecke von mehr als 1200 Kilometer zurücklegen, so ausgezeichnet funktioniert der „drahtlose Nachrichtendienst". Die bestell Trommler de» Reiches sind selbstverständlich am königlichen Hofe angestellt. Aber wehe ihnen, wenn fi< bei der Weitergabe yon Botsci^sten auch nur den geringsten Fehler machen, auf grausame Art werden ihnen die Hände verstümmelt, so daß sie ihr Leben lang Krüppel bleiben. An so einen: Festtage, »venn der König bei besonders guter Lam?e ist, tritt auch ein anderer „Hofbeamter" iil Erscheinung, der königliche Kritiker. Diese Rolle ist ungefähr mit der des'mittelalterlichen Hofnarren zu vergleichen, der dem Herrscher die größten Unverschämtheiten ins Gesicht sagen durfte, ohne dafür bestraft zu werden. Das Amt des Kritikers vererbt sich vom Bater auf den Sohn. Aber zum Ausgleich gibt es aber auch das Amt des königlichen Weckers, der am frühen Morgen mit Stentorstinime vor dem Bungalow des Herrschers eine Lobrede aus die unsterblichen Taten und unvergleichlichen Eigenschaften des Königs von Bunjoro hält. An den Festtagen erscheinen auch die Priesterinnen vor dein Volke und führen in gebührender Eutfernuug von de« männlichen Stammesangehörigen einen heiligen Tanz auf. Die schwarzen Grazien haben im übrigen auch viel Sinn für Schönheitspflege. Sie sind die einzigeil, die sich öfter die .Hände waschen — weil das Zeremoniell diese Handlung vorschreibt. Ihre Gesichter über» tünchen die schwarzen Schönen mit einem widerlichen Brei von. weißer Kalkfarbe, da-zu malen sie ihre wulstigen Lippen blutrot an, und dieser inachtvollen Schönheit muß der Negerjüngling widerstehen! Nicht selten kommt es vor, daß auf dem Negerfest auch die heiligen Kiihe erscheinen, die sich durch den Trubel angezogen ftihlen. Dann ist es mit einem Schlage mit der Fest-stinnnung vorbei. In panischem Schrecken fliehen die Eingeborenen nach allen Seiten auseinander, sich scheu unisehend, ob es nicht etwa einein Rind einfällt, ihne«, zu folgen. Und auf dem weiten Festplatz bleiben die weiß gekalkten Priesterinnen niit den heiligen Kühen, der Herrschern über Bunjoro, die von ihrer Macht nichts wissen, allein . .» Die entlarvten Erpresser von Ehicago Verhaftung des Greuelhetzers Äaron Shapiro / UnierweliS-banden als amerikanische WiNichattsmaM nachsichtig mit de,tt Tode bestrast. Es genügt schon, daß ein Eingeborener in der Nähe der Priesterinnen gesehen wird, nni ihn de,n .c^enker auszuliefern. Aus diesen: Grunde nlacl)en saintlichc männlichen Stanimesge-losscn lieber einen großeil Bogen, iveim sie !>le Priesterinnen zu Gesicht bekonlmen. Auch kx'r Uiigliickliche, dem die schwarzen Halbgöt-tliincn ihre Zuneigung zu erkennen geben, niiilmt schleunigst Reißaus, deim sonst könn-t-' er Niit denl Schivert des Sc^rsrichters der sich ständig in? Gefolge des Königs befindet, unliebsame Bekanntschast machen. Die drei schivarzen Grazien sorgen auch für das leibliche Wohl des Königs. Der Majestät ist es nämlich nach strengen „.^lofzeremonisn" verboten, die Speisen nnd Getränke selbst zun? Mlinde zu führen. Jin übrigen kann man den .König nur daran erkennen, daß er jtändig von den Priesterinnen begleitet ivird, denn er legt gar keinen Wert daraus, seine ^''errschergewalt auch durch äußerliche Prunk l'ntfaltung ^u beweisen. Er lebt in einem ein-scichen Vilngalow wie jeder Durchschnittsneger seines Reiches nnd liebt es, in seinem Lande umherzuziehen. So kommt es vor, daß ein Bittsteller, der deil König sprechen ivill, est tagelang suchen Mich, bis er seinen ?ltlfenthnlt ansfindig inacht Meist verlegt c>er .Herrscher seine „Residenz" schon nach ein paar Tagen nach einent anderen Orte. Bunjoro darf sicl) als0 rnhnien, daS einzige W-iiinreiö) der Welt.m sein, das keine Hanpt- ger in« geheimen zu einem Untersuchungs ausschuß zusalnmengesch'ossen, um Licht in die nicht mehr erträglichen Bedrückungen zu bringen, denen eine ganze Reihe von Ge-werbeMeigen durch die Tätigkeit der „racketeers", also organisierter Unterweltbanden, ausgesetzt ivaren. Die Sache ist iibri-gens keine Chicagoer Spezialität. Sie wird in Newyork genau so ausgeübt und gehört zu den inerkwnrdigen Sondererscheinnngen der amerikanischen Wirtschaft. Es ist ein Irrtuin, anzunehmen, daß die Mordtaten und die sonstigen kriminellen Gewaltakte, die zutn Tagesbericht in den amerikanisii^n Großstädten gehören, die charakteristisck>e Note des Großstadtverbrecher tums ausmachen. Der Mord ist nur ein Teil der ganzen Angelegenheit, nicht einmal der lvichtigste, eigentlich niehr eiile Nebenerscheinung, die obendrein meistens garnicht die friedliche Bevölkerung trifft, sondern eine interne Auseinandersetzung der Verbrecherwelt darstellt. Den Bürger läßt inan leben. Man schlachtet die .Henne nicht, die goldene Eier legen soll. Denn — und das ist die besondere Erschei nnngsform der Verbrecherwc^lt amerikanisch. Gro^tädte — man gcht nicht auf Einzelcoups aus, sondern man hat ein Systmn or-ganiisiert, um mit allen Mitteln einer kühnen, gewaltsamen und nach deii A^iterien der Gesetzmäßigkeit nicht fragenden Politik der vl'irgerlilhen Gesellschaft einen regulären Tribut abzuzapfen. Was an Verbrechen im Einzelnen verübt wird, dient nur der Durchführung und Sicherung dieses Tribut-lystems, mit dem die iti kaum ge^'im gehaltene, straff disziplinierten Verbindungen zu sammengefaßtc Unterwelt sich an den goldführenden Blutbahnen der Wirtschaft festsaugt. Sie betreibt zu dieseut Zweck illegale Geschäfte, wie namentlich den Altohol-fchinuggel, das Glücksspiel und die geiverbs-mäßige Organisation der Prostitution, aber sie erzwingt auch vom legalen Geschäft, das; man sie als Teilhaber und Nutznießer zuläßt. Und das sind im besonderen die Taten, die man der von Avron Shapiro geleiteten Bandenorganisation jetzt nachgewiesen hat. . Man muß sich gegenwärtig halten, ^ß das amerikanisch« Geschäft unter dem Druck der mit allen denkbaren Mitteln in den Verbrauch hineingepreßtenMafsenfabrikation — dem Prinzip, auf deni die amerikanische Wirtschaft schlechtweg ruht viel hemmungsloser im Wettbewerb ist, zuinal daS „inake inoney" oberster Wert der allgemeinen Lebensphilosophie ist. Man ist ja auch sonst in der Welt nicht gerade gewöhnt, daß der Geschäftsmann sich von der Rücksicht auf den Konkurrenten leiten läßt. Drüben noch weniger als anderswo. Und das amerikanische Gesetz verbot bisher jede K'ooperation zur Regulierung der Wettbeiiverbsverhält-tsse, wie wir sie in der Bildung und in N^rtschaftlichen Zwangsmaßnahmen von Verbänden, Konventionen, Kvrtelle!^, Siin-d^ten kennen. Na>ch der Ncrtional Indu-.f^al Roovery Act von Roosevelt wird das ja jetzt anders werden. Bis vor kurzem ^aver waren derartige Znsannnenschlüsse. die dMen in iraend einer Form MS de>e Ein- D»i Der «lUtßtsütze führt t>er Gebrauch de» natürlichen T»ies"-VttteL»asiers zu regelmäßiger Ltuhlent» leerung unb Herabsetzunq de» hohen vlutdrucke». Meister der Hellkunst empfehlen bei Alterser« kcheinungen verschiedener Art das Z^ranz-Iosef-Wasser, da es Stauung«» in den Unterleib?-organen neben trS^r Verdovuna in sicherer und milder Welse be^itig» Da» „A»O»z»I^^-.Bitterwafser ist in Apothetn, Drogerien u«d Spezereihandlun» gen erhältliche ficht von der Notwendigkeit der Unterbin« dung hemmungslosen Wettbewerbs entstan-den, Praktisch wirkungslos. Das Gesetz nahm ihnen die Möglichkeit der Exekutive auf legalem Wege. Das ist der Punkt, ivo die Mächte der Unterwelt, die die Achtung vor dem Gesetz nicht kennen, eingreifen. Sie übernehme, häufig lnit dem Mittel erpresserischer Be» drohung, bestehende Organisationen del Geschäftsleute ciiler bestimmten Branche, oder schaffen »velche, sie tragen die Kosten und sorgen mit den Mitteln der Bedrohung und der physischen Gewalt für Disziplin — und erheben für ihre Bemühnngen natürlich von allen Beteiligten eine Stener, die nach Möglichkeit bis zur obersten Grenze des oben Tragbaren gesteigert n^rd. Bezahlen muß letzten Endes die Allgemeinheit, denn dieser Tribut au die Unterwelt stellt für deil G«k sck)äftsmann schließlich auch nur einen Kal-kulationÄposten dar, den er seine Preise einrechnet. Die Innehaltung dieser Preise ivird durch die duMen Kräfte, die hinter dieser ganzen ZivangSovganlsation stehen, und die keine Auhmfeiter dulden, kontrolliert. Als die „racketeers" von Chicago die cheinischen Reinigungsanstalten und Färbereien organilsierten, stieg zuui Beispiel der Preis für das Aufbügeln eines Anzuges — das gehört zu den Diensten dieser Geschäfte — von eineul ^llar auf 2.50 Dollar, und daran verdienten die Banden entsprechend. Aber auch die Geschäfte selber hatten bei dem höheren Preise einen besseren Verdienst, und so ^ben wir die groteske Erschei nung, daß der Verächter der Gesetzmäßigkeit, der geschworme Feind der bürgerlichen Ordnung, eine wirtschaftlich soziale Funktion iln Dienste der biirgerlichen Wirtschaft ausübt. Er gibt ihr, was das Gesetz ihr versagt: Hilfe gegen die Desorganisatio,, deS Marktes durch heminungslose K^onturreilz. Allerdings lätzt er sich diese Hilfe teuer bezahlen, und die Gescj^stAleute, die sich des momentanen persönlichen Borteils wegen der Ausbeutung gefavm lassen, vergessen, das^ dieses weitverbreitete ^tvm — in Chicago z. B. sind so noch die Schuihropara-tur, die Wüschereien, der Materialwaren-liandel, die Klentpner, die Schneider, die Eislieferanten, die Kutscher und Chauffeitre, die Lei-chettbeftatter u»ch sogar die Platz-amveiser in gestern organisiert morden — die Lebenshaltungskosten beträchtlich erhöht und damit das Interesse jedes (Einzelnen, der ja immer auch Konsument ist, schädigt. Bon der inorMc^n Schädigung, der Untergrabung der Achwng vor Gesetz und Recket, ganz abgesehen. Aber dieser engen Verflechtung mit der bürgerlichen Oberivelt verdankte der „racke-tcer" seine fast unangreifbare Existenz. Jedermann kennt drüben diese Zustände, sie sind auch den Behörden bekannt, werden in der Presse ganz offen diskutiert, aber nie-niand wagte es biHer ernstlich, sie zu beseitigen; denn diese Berbrecherbanden, die zur Durchführung ihrer angemaßten Rolle vor nichts zurückschrecken und zweifellos Feilide des Gemeinwohls find, iverden von zu vielen als ihre Prikten Freunde angesehen, und es gibt genug Leilte, die ganz ernstlich fragen, lvas an die Stelle des „racketeering" gesetzt werdeii soll, wenn man es beseitigen wollte. Daß man es bisher nicht beseitigen »vollte, und — wie die Verhältnisse lagen — vielleicht aitch nicht beseitigen konnte, ist allerdings wohl nicht nur eine Folge der bestehenden geschäftlichen Verflechtungen, sondern auch der dunklen politischim Beziehungen zwischeil Ober- und Untern»elt. Unter den jetzt in Chicago Verhafteten werden ak? Beteiligte der Führer der republikanischeil Stadtverordnl?tenftaktion und einer der be» sten Freunde des früheren langjährigen Bürgermeisters von Chicago genannt. Äe Polizei hnt natürlich nicht gewagt, ernstlich vorzugchen, denn sie weiß, daß die Protek« tion einflußreicher Politiker die Feinde der öffentlichei, Ordnung schützt lind daß die ^s^''nseaill'nze,i ilnerwünsck^tl'n llebereifers den pflichtgetreuen Beamten trellen. «tviiaia, vw «iwist zv«. vort vom Sonntag Sensation im Änftlbad Kunstspringen der Damm und Herren / Reichhaltiges Pro» gramm / Groteskspringer sorgen für Heiterkeit M a r i b o r, 13. August. Unser Jnscibad erlebte heute eine sportliche Ten'ation, die in der Entwicklung des Heimls6)en Wassersports einerr neuen Markstein darstellt. Die beste« Kunstspringer aus (^raz, sttagensurt, Ljubljana und Ataribor si'lhrtcn in einer Propagandaveranstaltnng des DS-K. Maribor iint einer bei uns noch nie gesehenen Bravour vom Brett u. Turm Sprünge vor, die wohl rosllos die Besucher begeisterten. Die beiden prominenten öster--reichischen Meisterinnen Frl. Trude Wald (Ztaat^^meisterin von Oesterreich 1933) und Frau Atimi A l in e r - L a i m g r u b e r sZweitPlacierte von Oesterreich 1933) überboten sich in Elegauz und Grazie gegenseitig und forderten die Zuschauer zu wahren Beifallssti'lrmen heraus. Während Fräulein Wald eine verblüffende E^altheit aufzeigte, überraschte Frau Laimgru!^r mit ihrer gra ziösen Bielfeitigleit in ihren Sprüngen. Auch die Grazer KarfundKarel sowie Jng. Petz aus Leoben warteten mit erst klassigen Leistungen auf. Von den Gästen aus Ljubbjana gefiel ganz sonders der junge Z i h e r l, der mit seinen Meistersprüngen vom Iv-Meter-Turm die ZOlX? Zu schauer förmlich elsktrisierte. Seine Saltos vom großen Turm waren auch für die Mehrzahl ein Erlebnis. Unser l)eimischer Meister Gala schloß sich den Gilten wür^ dig an und zeigte in seinen Sprüngen Sicherheit uud Eleganz. Die Veranstaltung verlief klaglos, wofür den Veranstaltern mit Marinekommissär L o os, Bergant und I u r i t s ch an der Spitze Anerkennung gebührt. Einen recht nnterlMenden Abschluß erfuhr das Programm mit einigen zwerchfellerschütternden Intermezzos von Iilg. Petz und K a r e l, die sich als originelle Grotestspringer entpuppten. Die LigakiimPje. Die gestrigen Ligakämpfe brachten einige überraschende Niederlagen. „Priinorje nahm in Beograd den Kainpf gegen den BASK auf und muhte mit 2 : 4 geschlagen das Feld räumen. In Zagreb feierte HA.M einen hohen l! : O-Sieg gegen „Jugoslavija „Hajduk" überrumpelte auf dem heißen Spliter Boden „Vojvodina" mit ü : 0. Voll und ganz mußte „Gradiansli" seine Klasse hervorkehren, um m Osijek den dortigen Meister „Slavija" m^t 2 : 1 niederzuringen. Lelchtathletitmeiftesschasten von Maribor Namhafte Verbesserungen / Spannende Kämpfe in allen Disziplinen M a r i b o r, 13. August. 'Samstag und Sonntag wurden am »Ra-pid«-Sportplatz die Leichtathletikmeister sc'i itter* vok Maribor in Einzelnewirb zum Austrag gebracht. War auch der vom Verband festgesetzte Termin recht ungünstig gewählt und der Start einige Lücken aufwies, so zeigten unsere aufopferungsvollen Athleten trotz der enormen Hitze so manchen Formverbesserung auf. Insbesondere Rudi, Celhar und Rak verbesserten ihre vorjährigen Leistungen ganz beträchtlich in den Weitsprung. Vor allem S m e r d e 1 im Stabhochsprung mit 3.10 und A r n u 3 im Hochsprung mit 1.66. Von den Läufern hatten es die Langestreckler am unangenehmsten, weshalb die Leistungen von Germovsek über 5000 und 10.000 Meter ganz besonders zu betonen sind. Die Reihe der Sprinter wurde durch Stropnik, der den unverwüstlichen Pipf um Brustweite zurückliess, vermehrt. Sehr gut waren G u t m c i e r über 200 und Mondere r über 110 Me- ter Hürden, wogegen die Mittelstreckler die vorjährigen Marken Hofers auch nicht annähernd erreichten. Glänzend hielt sich wieder die ausgeglichene »Ra« pid«-Staffel über 4 mal 100 Meter, die ihren eigenen Rekord um eine volle Se-kimde(!) verbesserte, üawz besonderem Interesse begegnete der Auftritt des Internationalen Martini, der als Gast im Hochsprung mit den ansehnlichen Leistungen von 1.75 und 1.80 aufwartete und mit seinem vorbildlichen Stil die versammelten Athleten in helle Begeisterung versetzte. Für die glatte Abwicklung des umfangreichen Programmes machte sich der hiesige Unteraussohuss verdient, dem das Schiedsrichterkollegium unermüdlich zur Seite stand. Die Siegerliste weist nachstehende Namen auf: Stropnik (100 Meter 117), Gutmeier (200 Meter 25.5) und Dreisprung 11.75.) Stok (400 Meter 56.7), Strucl (800. 2.17 und 1500 Meter 4.45), dermovSek (5000 17:12,8 und 10.000 Me- zatefso svasehi Tuche möbl. Zimmer mit separ. Eingang, garantiert rein, Park-»tähe. Unter ,,Stalno" an die Berw. »776 » v ^ v Schönes, möbl. Zimmer, separ. 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Allerdings sche nen die Engländer nicht restlos begeister von diesen muskelprahleilden Mädchen sein, als die Mannschaft am Bahnhof an kam und von den Behörden begrüßt wurde, ließe,: sich einige schüchterne Pfiffe aus dc'm Publikum hören. in die andere, zuweilen u^öchie ulan den Enrpfängcr bei irgendeiner fcstlick>en Gele« genheit auch zu einem guteil Freund mitnehmen, der keinen Rundfunk hat. oder nian möchte ihn, wenn man verreist, am Ort sei-neS Ferienaufenthaltes gebrauchen. W g man vor Schaden bewahrt bleiben, so tranS« Pvrtiert nian den (Empfänger mit größter Vorsicht. Am besten ist es, »venil ntan für einen Alchen Fall die Originalverpackung des Gerätes vorso''glich aufhebt. .Hier befindet sich der Einpfänger zwischen starken Wellpappe-Polstern, die von ihnl alle harten Stöße ab« halten und eine Beschädigung verhindern. Die Röhren nimmt man an: besten heraus und verpackt sie mit Hilfe von Watte und Wellpappe in eineul besonderen Karton> Ailch hier ist es zweckmäßig, wenn man die Röhvonkartons mit den Wellpappeneinlagen und der VerpackungÄvatte noch besiitt. Die Verpackungen der Firmen sind genau ausprobiert; sie find j^var meist sehr groß, bei ihrer Verwendung hat man aber die .größte Sicherheit, daß das Gerät keinen Schaden leidet. Eine sorgfältige Verpackung nehme man aber nicht nur dann vor, wenn man mit dem Gerät eine große Reise antreten will; sie ist auch dann notwendig, wenn inalr zum Beispiel mit dem Auto nur eine halbe Stnn de weit zu fahren hat. Der Empfänger ist nicht so eingerichtet, daß er den Stößen, die in e^nem noch so gut gefederten Auto auf« treten, ohne Schutz ausgesetzt werdeit darf. Mso auch hier ist ein sorgfältiges Verpack^^n die beste Vorbeugungsmaßnahme vor Sd>a-den anl Innern des Gerätes. zu Radio Wohnung, kompl., Hause zu vermieten. Dalmatilrska 37. lin Schmerzerfüllt geben die Unterzeichneten allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, das ihr innigstgeliebter Gatte, bzw. Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Viktor Mlklauilna Unterbeamter der Staatsbahn Sonntag, den 6. August 1933 um 1/z2A Uhr, unerwartet im 47. Lebensjahre verschieden ist. Das Leichenbegängnis des teuren Dahingeschiedenen findet Montag, den 14. August 1933 um V2I7 Uhr, von der städt. Leichenhalle in Po-brezje aus statt. Die hl. Seelenmesse wird am Mittwoch, den 16. August um 7 Uhr in der St. Magdalcnen-Pfarrkirchc gelesen werden. Po b re z j e bei Marifoor, den 13. August 1933. Maria Miklauzlna, Gattin; Herma, Tochter. Josef. Konrad, Michael und Ferdinand, Brüder. Elisabeth Vistaler und Gustl Brtinhofier, Schwestern. Cacilia Miklauzlna und Anna Lorenc, Schwägerinnen. Alle übrigen Verwandten. Separate Parte wcdcn nicht nnseeeeben MW'«— Montag, l4. A«g«ft. Ljubljana 13.15 Uhr Schallplatten. SV Esperanto. ^ 20.W Uebertrazvng aus Zagreb. Konzertabend— Beograd N Schallplatten. — .ch sehr jun?, aler verlobt, soviel ich n>eiß." „Mit seiner Voilsine ^ngeborg Detlefssn. Er hat sich aber schon vor dieser iperlobunq vt'rsichert, als er i>or einigen ^uchren in die väterliche ^irma eintrat. Mit einer hohen Sunlme." „pei 7^hnen, moeßius?^ i»?» ttne." ,/)llso ein harter Schlag auch für ^ie?^ ..An selche Zchlüc^e sind wir .leivdhn!. — ''Iber e» ivar auch bei uns etwas r-ichlich in tetUrr .'^cit. 5ct>il>er, schwer ist das alles!" „Für Gebrüder Detlefsen vielleicht die ^»tettung?" Generaldirektor Moebius antivortctr nicht mehr. Denn in diesem Augenttick wird In« geborg Detlefsen vom Oberkellner in den Ketnen Raum geführt, in dem die Herren gefrühstückt haben. Sie ist geisterhaft blaß. Der Prokurist Buch7»er hat -sie ^rbegleitet. Per alte Mann kann sich kaum aufrecht halten. Ingeliorg zeigt wunderbare Beherrschung. Sie reicht den Herren die Hand. „Wo ist mein Onkel, .Herr MoebiuS?" „Er list sofort abgefahren. Hatte keine Ruhe zu warten. Er läßt Sie bitteil, s^räu« lein Detlefsen, nach Hause zu gehen und Jh« rer Frait Tante die Botschaft zu bringen." „Das — kann ich nicht. Ich muß duhin, wo Carlo ist." „Sie können nicht mehr helfen, Fräulein Detlefsen. „Ganz gleich, ich muft. . Man wagt es kaum, in diese verzu»eifelten Augen zu se« hen, diesem armen jungen GeschSpf widersprechen. Aber noch einmal versucht es Moebius: „Es war der Wunsch seines Vaters, das, Sie Frau Detlefsen die Nachricht bringen." „Das kann Onkel nicht überlegt haben. Ich bin doch schließlich ^ Carlos--— Braut." Ihre Stimme bricht. „Herr Buchner, lieber Herr Büchner", Ingeborg nimmt sich zusammen. Ergreift die Hand des alten Maintes. „Sie werden zu meiner Tante gehen? Sagen Sie zuerst Jnez lvas geschehen i.st, sie soll es der Tante schonend beibringen. Ich ^ muß zu Carlo." Nun »vagt keiner der Herren mehr, ihr abzuraten. Aber nach einem langen mitleidsvollen Blick in das oersteinte junge Mädcheligesicht sagt Klaus Moebius entschieden: „Dann müssen Sie mir nvnigstens erlauben, mit Ihnen zu fahren, Fräulein Detlefsen. Asscin lasse ich Zie nicht." „Danke", versetzte sie ganz mechanisch. ..Vielen Dank.^' Und schon ist sie wieer draußen, wo der MietÄnaqen wartet. ..Wir fahren in meinem Auto. Es steht am Gän'cmarkt, Fräulein Detlefsen. Kom-nien Sie", bittet Moebins. Sie geht gehorsam die ivenigen Zchritte an seiner Seite. Gibt sogar Antwort auf seine Fragen: „Ja, ein Alisturz mit dem trennenden Flugzeug. Er ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Nur ein Paar Triimmer des Eindeckers existieren noch. Die Nummer war Was ist ein Raucher? Ein Wort Ziur Ehrenrettung des Nikotins Von C. W. S ch o e p k e. liallcher — um mit einer Definition zu beginnen _ ist derjenige, dem der Tabat nicht ein Luxus-, sondern ein E^islenzbe-5Hrfnis ist. Ob jemand zu dieser Älasse gehört, weiß inan, tvenn man ihn zwei Minuten rauchen sah. Die Art, wie ein Mensch die Pfeife Mrschen ^n ZAHnen hält, »nie er !!>ie ^'^iqarett'e zum Munde fichrt und wie or die Mche abstreift, wie er die Zigarre beschneidet oder abbeißt, wie er den Rauch einatmet und ausstießt, oder als Nichtraucher mit spitzen Lippen in die Luft bläst, allein das genüqt, um zu erkennen, ob es Spielerei oder Ernst ist, »nas er mit dem edlen t^aut treibt. Der Nichtmucher wiiH erklären, daj^ ttauch^^n immer nur Spielerei, und zn>ar ,»ine höchst ungesunde und törichte Spielerei sei. Nun, über die ?cs>^ tigen, klugen Mädels von heute, n>eun sie dabei so sehr weiblich sind, wie Ingeborg Detlefsen." In Schivarzenbeck kennt jeder Einwohner das Gut des Herrn von Grimin. Man mnß noch zehn Minuten fahren und ist ani Ziel. Ein langgestrecktes Gutshaus in einent schönen Garten. Ein Knech: springt hinzu Ulid i)sfnet den Schlag. Klaus Moebiu? hebt Ingeborg Detlefsen aus dem Wagen, sagt, warllul sie gekommen sind. Die Herren aus Hamburg sind auch erst vor zwanzig Minuten eingetroffen, sind noch im Hause. Eiu Mädchen führt die neuen Gäste in das Zimmer zu ebener Erde, iis genossen, doch nicht hinreichend erklärt. Die wirklich Ilrsache, daß die Worte deS Priesters, der Zauber der Medizinuiäuner einen derartigen Einfluß auf die Ulnvelt hatte, wird wohl dieselbe sein, wie beim heutigen Politiker, Agitator, Nervenarzt ^cr Hypnotiseur. In allen diesen Fällen ist eine erhöhte Ausgabe von Energien die Ilrsache der Macht, und die alten Priester, die nbri' gens das Nikotin in viel stärkerem Mas^e ,iii sich ttahmen als w!r heute, scheinen gelvußt zu s)aben, daß dieses lÄft gewisfermas^en die Energie eines Menschen lockert und aus ihiu herapSt reibt. Vergleicht :nan damit, kei nielchen Menschen heute die Neiguug znni Nauchen ant stürksten ist, so wird man finden, daß zu-nächst die Männer mehr rauchen als die Frauen, daß nnter den Frauen iviodex dic im Beruf stehenden, die geistig arbeitenden, dik nervösen, masknlinen häufiger ranchen, a^S die ttipüch »veiblichen, I)ausfvaulichen. Der gleiche Vorgang ist es, daß unter den MiAnern der Städter ini allgemeinen niei)r VstUcht als der Bauer, der Hungrige und dl?r MiMre mehr als der Zufrieden und Psileq-mattsche, der nervöse Intellektuelle, der Mensch in der Hast niodernen Enverbs-lst^ns nlehr as jeder andere. Das ergibt zweisellos einen ziemlich einlieitlichen Rau-chortt>p und bestätigt die Vermutung, daß GstS Stimulailz des Nikotins eine Boschleu-Nigung und Steigerung geistiger Funktionen und der Energie zur Folge hat. Gerade in Augenblicken der Spannung in dem Lorenz Detlefsen und der alte Sieg« mund mit dem Ehepaar von Grimnl sitz.'n. „Ingi^org!", stammelt Lorenz Detlefsen beim Anblick des juligen Geschöpfes, ^as ihm stumm in dic Anne sinkt, verziveisel?. Er hält sie an sich gepreßt. „Mein Mädel! Meine liebe, lieb'' Deern!" „Ich nmßte kommen", stößt sie hervor. „Ich konnte nicht anders . . . Musz — 'hv — sehen . . Lorenz Detlefsen streichelt und wiegt sei» ne Nichte in seinen Armen wie ein kleines jl^ind. „Es ist gnt, Inge", 'nurnll^lt er beruht« gend. „Gllt so, uiein Mädchen, mein LiebeZ^ Komnl, ivein dich aus . . Da bricht eS aus ihr beraus. Dic unnatil? liche Starrheit verschwindet. Sie schluchzt faffungslos. Es ift beinahe eiil Schreien, das allmählich zu wima.erndeu kleinen Law teil wird. Entsetzlich ist es für die Mäner zu h^n. Entsetzlich den ,^;ammer di?es fassnngslo» sen, gepeinigten Wesens zu sehen. „Grauenvoll-" flschert der alte -iegmund uitd wendet sich ab. Er kann den Anblick nicht uiehr ertragen und geht ans dem Zim« mer. Klaus Mzekin i folgt ihm Iu der Tiekß des Gutshaui?s st» hen sie zusammen. „Wie ist p? l^aff.ert?" „Das .i,e.ß kriuer, Moeb-u?. C!n junge» Paar, das sein Weekend in '-chwar^enbel! verbrachte nnd heute morgen bis Friedrichs« ruh durch den Wald ging, um von dort nach Hamburg zurückzufahren, hat den Brandge« ruch gespürt und ist ihm nachgegangen. Der Eindecker lag am Rand einer Waldwiese und hat im Absturz, der mit ungeheurer Ge« ivalt geschehen sein muß, Aeste und Zuieige und ein paar Sträucher umgerissen. Schein» bar ist die Explosion schon in der Luft er, folgt. Alles ist verbrannt. Ich kann Ihnen sagen, Moebius, ein mehr als schauderhaf« tei' ?lnblick! Es gehören Nerven dazu, um ihn zu ertragen. Ein Glück, das? die jungen Leute dazugekommen sind, sonst hätte eiv Waldbrand ^lltstehen können." „Dann l>at uian die Fenern'ehr geholt u den Landgendarnien", fährt Klaus MoebinS fort. „Soviel wns^te Fräulein Ingeborg auch schon. Und hat Carlo Detlefsen hierher ge« bracht." „Von Carlo Detleffen ist nichts übrig gh blieben, Moebius." „l^rauenhaft! Und das Flugzeug?" „Ist auch bis auf ein Paar Trüninier vev kohlt. Zum Gliick konnte man die Nuinine» entziffern nnd dadurch den Eigentümer fest« stellen." Sie gehen wieder ins Ziunner hinein. In t^borg löst sich langsam ans den Arinen det Onkels, sieht mit starrem Blick uni sich int sagt mit äußerster Beherrschuug: »Ich — will zu — ihm —!" Loreuz Detlefsen nimmt ihre .Hände wig der in die seinen. und Erregung, in Situationen, die rasche Entschlüsse oder andauernde geistige Produk» tivität verlangen, ist daher das Fehlen de? ilünichstoffes intellräglich, wie jrder Rauchi't bestätigen wird, lvenn man ihn an den jirieg, an ein Eramen, an Stultden nächtlicher Arbeit erinnert. Erklärt wird daher auch die bt^sondere ^iolle, die der Tabak bei Debatten und Ber» haildlungen spielt, wo ja l>'ides, geistige Produktivität uud rasche Entschlusisähjgl'c'lt. notwendig ist. Man kann hie? zahllose Bei. spiele anführen, von der Friedenspfeife der Indianer bis znr Zigarrenkiste in, Direktor-zimmer. Die Leidenfchaft des '^küssen ^ür endlose Disknssir>ne,l lmd seine Gewohnheit, die Zigaretten kettenweise zu rauchen, ver» bildet nicht nnr der Zufall, und auch bei uns kann umn beobachten, daß nie so viel geraucht wird, als bei angeregter und hi^i-ger Unterhaltung. Mit all dem soll keineswegs ein Loblied auf den Tabak lll'sungen werden, dessen anregende Wirkung ivie jedes Stiiuulans, ua» türlich eine Neaktiml der Erschlaffung aus. löst. Man kann einen OrganisninS nicht ungestraft dauernd künstlich vovwärtspeit-sckien und sicher ist, daß heute viel zu viel geraucht wivd: allei'dings bleibt nianchem Raucher die Entgegnung, daß die heutige Zeit eben viel zu viel von seiner Energie verlangt. .?>ier sollte nur gezeigt nverden. daß NU1N iiucl» diese Massenerscheinung nicht einfach als törichte nnd sinnlose Mode al^ lehnell kann. l» .1«, I», ^ 0»«,k »»«»«zWWUtUnb» ih»«^ .. sm. t« ^ ^