wo» »k ttgttreu »oh dir Jntnnst Das, Brot und Arbeit uns fltrüft Schul« tet stehru, Datz unsere Kinder in der Schule lernen Hob unsere Stets« nicht «ehr betteln gehen. ©. H erwegh. Zt\mm Nr. NR, 18M V. tO.SB. Zer mmrnmM ZenLralorgan des Österreichischen Eisenbahn-Personales. RedaMon: Men VA, BrSnhausgasse 84. Redabllonsschluß: Iwci Tage vor de« Erscheine» de« Blatte». Sprechstunden pnb sehen Tag mit Ausnahme der Sonn» mtb Feiertage von 10 Uhr oormittags bis '/,« Uhr nachmittags, Jnsertlonspreis: Lte einspaltige Millimeierzeile oder deren Ran« M Heller. Bei Jahresauftrag Rabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich ..Kr. 2-88 Ganzjährlich ............... , 6-76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6-—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. Erscheint jeden 1.» 10. und 20. Im Monat. Nr. 29 Wie«, de« 10. Atober 1914. 22. Fahr«. Aus technischen Gründe« erscheint die nächste Nummer unseres Blattes anstatt am 20. schon am 17. Oktober, was wir bei Einsendungen an die Redaktion zn beachten bitten. Gewerkschaftliche Treue. Unsere Ausgaben in der Organisation wahrend des Krieges. Auf den Schlachtfeldern von Europa donnern die Kanonen, und' alle Aufmerksamkeit, die in diesen schicksalschweren Tagen die Menschheit aufzubringen vermag, richtet sich auf die vielgestaltigen Probleme, die jetzt mit dem Schwerte entschieden werden. Eine nervöse Spannung ist über alle gekommen, und wir folgen den Ereignissen, wie sie der Tag und die Stunde bringt, mit der spannenden Erwartung, die sich nach großen Entscheidungen sehnt, weil wir schließlich alle an der Gestaltung der Zukunft interessiert sind. Aber freilich, inmitten der nervösen Hast und der seelischen Hochspannung, die über allen lagert, sollte man doch einmal auch Zeit und Ruhe wiedergewinnen, uin sich die Frage vorzulegen, was es für einen Sinn haben soll, wenn wir müßig die Tage und Stunden zählen, die uns in der heranreifenden Entscheidung den Sieg bringen sollen, den wir alle als die an dem Schicksal dieses Staates Mitinteressierten herbeiwünschen müssen. Sollen wir nicht auch inmitten des großen Kriegsgetümmels, dem sich selbst die Daheimgebliebenen nicht ganz entziehen können, wieder ein wenig die Selbstbesinnung gewinnen und daran denken, daß uns Pflichten übriggeblieben sind, die wir gegen uns und gegen die soziale Gemeinschaft zu erfüllen haben, und zwar auch dann, wenn draußen der große Krieg ist? Es ist ja wahr, daß jede Arbeit, die der Kultur und dein sozialen Gemeinwohl gewidmet ist, int Kriege ungemein erschwert ist. Der Krieg bedeutet ein Messen der Kräfte und er absorbiert schon deshalb alle Werte des Staates, legt ihm Verpflichtungen und Verbindlichkeiten auf, die man in Friedenszeiten nicht kennt und für die nach allen Richtungen Vorsorge getroffen werden muß. Und so kommt es auch, daß in Kriegszeiten der Staat sich genötigt sieht, die politische Bewegungsfreiheit seiner Bürger einzuschränken, was eoen immer durch die Inkraftsetzung gewisser Ausnahmsbestimmungen geschieht, die an Stelle der allgemeinen bürgerlichen Rechtsordnung treten. Darunter leiden selbstverständlich die Parteien, durch die bestimmte Jnteressengesichtspunkte und Gegensätze der einzelnen Bevölkerungsklassen zum Ausdruck gebracht werden, und vor allein natürlich leidet am meisten d i e soziale und politische Betätigurig der proletarischen Klasse, der es während der Kriegsdauer versagt ist, von den Mitteln zu ihrem sozialen Aufstieg Gebrauch zu machen. Unsere G e-w e rksch asten stehen daher auch unter der allgemeinen Einwirkung des Krieges nach einer zweifachen Richtung. Wirtschaftlich fühlen sie vor allem die Folgen, die dem allgemeinen Wirtschaftsleben in seiner Gänze nicht erspart bleiben können und die man als die allgemeinen Niedergangserscheinungen, als Krise n und Arbeitslosigkeit kennt. Kulturell bezieht sich die allgemeine Kriegswirkung aus das gewerkschaftliche Leben, auf jene unmittelbaren Aktionen, deren sich die Gewerkschaften in ihrem täglichen Bemühen und in ihrem fortgesetzten Ringen um eine höhere Lebenshaltung der Arbeiterklasse bedienen. Es gibt während des Krieges keine Arbeits- und Lohnkämpfe, wie sie in normalen Zeiten der Ausfluß der kapitalistischen Lohn- und Produktionsordnung sind, denn die allgemeine Staatsnotwendigkeit gebietet den Gegen- sätzen der einzelnen Klassen und Stände zu schweigen, denn der Staat als die politische Ausdrucksform der heutigen sozialen Gliederung kämpft um seine Selbsterhaltung und seine ureigensten Lebensnvtwendig-keiten. Ist also aus allen diesen Gründen eine normale gewerkschaftliche Betätigung unmöglich, und ist die allgemeine Bewegungsfreiheit auf ein Minimum ihres Ausmaßes reduziert, so wäre es dennoch falsch zu glauben, daß unsere gewerkschaftliche Arbeit während desKrieges überhaupt zu ruhen habe. Wie sich nämlich auch in normale n Zeiten nicht alle gewerkschaftliche Arbeit darin erschöpft, nur Kämpfe zu führen und auf den unmittelbaren Erfolg bedacht zu sein, auf jenen Erfolg nämlich, der sich in einem höheren Lohn oder in einer verkürzten Arbeitszeit ausdrücken läßt, so wird gerade in der abnormalen Zeit der Kriegsdauer auf die andere Seite der gewerkschaftlichen Aufgaben ein besonderes Gewicht gelegt werden müssen, auf die erzieherische Einwirkung und auf die Er-Haltung und den Ausbau der Kraft. Gewiß sind auch in dieser Richtung durch die Ausnahms-beftimmnngen, die der Krieg geschaffen hat, gewisse enge Grenzen gezogen. Manche prinzipielle Gesichtspunkte müssen zurückgestellt, und die Erörterung mancher für uns wichtigen Frage muß aus dem Kreis der Diskussion von vornherein ausgeschaltet werden. Die Schärfe manchcrAusdrucksform muß vermieden, derganze Elan, der unserer Bewegung und unserem Wesen inncwohnt, muß gemildert werden. Aber was wohl vor allem wichtig ist, unsere Vereins- und Versa m m l u n g s t ä t i g k e i t braucht nicht vollständig lahmgelegt zu werden, weil ja auch das Vereinsund Versammlungsrecht keineswegs außer Kraft gesetzt ist, und weil sohin noch immerhin die Möglichkeit gegeben ist, durch gute bildende und belehrende Vorträge den Geist der proletarischen Massen, soweit diese zu den Daheimgebliebenen zählen, zu schulen und zu beleben. Vergessen wir daher gerade jetzt nicht, daß die proletarische Bewegung eine reiche und für jede» einzelnen Arbeiter nützliche Literatur h e r v o r g e'b r a ch t hat, die bei richtiger Auswahl und bei richtiger und fachgemäßer Benützung heute 'am besten geeignet erscheint, uns über die Zeit, wo das allgemeine Kulturleben leidet, hinwegzuhelfen, aus der wir Aufklärung, Schulung, aber auch Zuversicht und glaubensstarke Hoffnung schöpfen können. Und vor allen Dingen: Vergessen wir in diesen schweren und harten Tagen, die über uns alle gekommen sind, nicht daraus, daß unsere proletarische Aufgabe auf die Erhaltung der Kraft und Stärke in unseren Gewerkschaften gerichtet sein muß. Nicht bloß jetzt, sondern vielleicht mehr noch werden nach dem Kriege an unsere Gewerkschaften hohe und steigende Anforderungen gestellt werden, die in vermehrten Leistungen werden zum Ausdruck gelangen. Vergessen wir nicht, daß unsere Gewerkschaften Kulturinstrumente sind, die bisher als einzig wirksame Hebel für den allgemeinen Kulturfortschritt angesetzt werden konnten, und mit Hilfe derer wir alle unsere wirtschaftlichen Verbesserungen im jahrzehntelangen Ringen erreicht haben. Was nach dem Kriege sein wird, liegt mehr oder weniger im Dunkel. Aber klarer wie vordem liegt der Weg für die Arbeiterklasse vorgezeichnet, die für ihren und den allgemeinen Fortschritt zu arbeiten und zu wirken haben wird. Sie darf also ihre Kräfte, die sie sich gesammelt hat, nicht versiegen und verdorren lassen, sondern muß sie jung und frisch erhalten, was in einem unerschütterlichen Durchhatten der Treue zur Organisation geschieht. Das sind unsere gewerkschaftlichen Pflichten und Aufgaben auch während der schweren Ze:t des Krieges! Fmnenvsllchte« in der drgonilatio» während der Kriegrreit. Wer im voraus im Geiste die Lücken abzuschätzen pflegte, die scharfe soziale Zusammenstöße den gewerkschaftlichen und politischen Organisationen des Proletariats kosten konnten, der wird jetzt traurig kaum wissen, wo mit Feststellen, Zählen und Vergleichen beginnen. Der Krieg hat das Heer der proletarischen Organisierten ganz erheblich gelichtet, und wie viele, sehr viele werden nie mehr zurückkehrcn, die nicht bloß treue passive Gefolgsleute waren, sondern lebendige, werbende und wirkende Kräfte, die die werktätigen Massen vorwärts und aufwärts drängten. Wenn das Proletariat erst wieder das Schwert des gewaltigen Weltkriegs mit der Pflugschar seiner eigenen Interessen vertauscht hat, ivird sich diese Tatsache fühlbarer machen als jetzt, rvo der Wasfenlärm nicht bloß die Musen schweigen läßt — das beweisen die erbärmlich unkünstlerischen Gelegenheitsreimereien der Hauptmann, Dehmel und anderer — vielmehr auch der verstummte Sehnsuchtsschrei des Volkes nach vollem Menschentum. Geivih, unsere Organisationen haben sich bis jetzt in ihrem Gefüge unerschüttert erhalten und ihr Mechanismus funktioniert ohne hervortretende Störungen, ja zum Teil tadellos. Das ist zweifellos ein Erfolg, dessen sich die Arbeiter rühmen dürfen, denn es ist ihr ureigenstes Werk. Jedoch vergessen wir das eine nicht. Der^Bestand der Organisationen und das Funktionieren ihres Mechanismus sind lediglich Mittel zum Zwecke im Dienste des Befreiungskampfes, nicht Selbstzwecke. Die Proletarier sind in dieser besten aller Welten nicht auf einer Ausstellung, und sie können sich hier nicht den schönen und interessanten Luxus gönnen, sinnreich gebaute Maschinen leer lausen zu lassen. Worauf es ihnen ankommen muß, das ist das Leben, das geschichtliche Leben der Klasse, unter dessen Hauch die Organisationen entstanden sind, und dem sie dienen müssen, wenn anders sie eine Existenzberechtigung haben sollen. Das geschichtliche Leben der Organisationen wird aber heiß, zuckend, fieberhaft pulsierend durch den Herzschlag der Menschen bestimmt, die sich in den Organisationen zusammenschlicßen, und deren Empfinden und Wollen aus lauter einzelnen zersplitterten Atomen zu einer einheitlichen Größe und Macht zusammengefaßt, den Vereinigungen Inhalt und Charakter, Richtung und Ziel gibt. Die Abwesenheit so vieler und so vieler der Tüchtigsten wirkt lähmender auf das Leben der Organisationen ein als der Belagerungszustand, dessen mancherlei Vorschriften und Bindungen wie die harten Notwendigkeiten des Kriegszustands, so auch die spezifisch politische Kultur des Landes widcrspiegcln. Wir müssen die Dinge sehen und nehmen, wie sie sind, und deshalb geht an die organisierten Frauen die dringende Mahnung, ihrerseits bis zum letzten Hauch daranzusetzen, daß innerhalb der vom Gesetz gezogenen Grenzen das Leben der Organisationen unberührt bleibt und unbeirrt durch Augenblicks-creignissc und vorüberrauschende Strömungen vorwärts geht. Denn die Frauen werden jetzt mancherorts in den Organisationen die Mehrzahl sein, und von ihrer klaren Einsicht, von ihrem festen Wollen wird es abhängen, welcher Geist in den Organisationen webt und lebt. Vielleicht wendet man hier ein, daß mit der Betätigung in den Organisationen eine allzu schwere Last auf die Schultern der proletarischen Frauen gelegt würde. Haben sie nicht auch die weiten, verzweigten stmd ver-antwortungsrerchen Aufgaben der sozialen Hilfsaktion zu erfüllen? Sollten sie diese etwa vernachlässigen, um jenen Tages nicht. Die Mitarbeit der Proletarierinnen in der Hilfsaktion ist unabweisbar, wenn das Nötigste bleiben soll, was es den Umständen nach sein muß: nämlich der Ausfluß eines sozialen Rechts für die, die Gut und Leben für eine geschichtlich gegebene Gemeinschaft einsetzen. Nur die Mitarbeit der Proletarierinnen kann entgegen-wirken, daß die soziale Hilfsaktion zu der mit Recht übel berufenen bürgerlichen .Licbestätigkeit' alltäglichen Stiles XaV ‘ ttsi.il IAA Z"—__Y Y V ... PL C. ? . entartet, frühere der ;ute, chmutzige Hände und Seelen längst die chlichte, christliche Seele ausgepreßt haben. Man mißverstehe uns nicht! Wir neigen «ns voll Achtung vor der bürgerlichen Frau, die den Schein der Stellung aufrechterhalten muß und ihrer Bedrängnis eine kleine Gabe ablistet oder abtrotzt, auch wenn diese Gabe für einen Zweck einem Gedankengang geopfert wird, dem wir WM" Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 44,000 Exemplaren. -MW \ nicht immer akzeptieren. Es wird uns warm und wohl ums Herz, wenn wir ein sonst flatterhaftes Dämchen aus grober Wolle Soldatensocken in dem guten Glauben stricken sehen, damit Masche für Masche an Deutschlands Größe und Kultur zu arbeiten. Ja, wir sind außerstande, höhnisch überlegen zu lächeln, wenn eine vornehme Salonlöwin in derselben ehrlichen Ueberzeuguug mit ungeübten Händen recht täppisch hie und da helfend zugreisen will. Wir achten die Ueberzeuguug, die die Tat gebiert, ganz gleich, ob es sich um unsere eigene Ueberzeugung bandelt oder nicht. Aber wer binter den Dingen die Menschen fleht, der weiß auch, wie manche Eigennützige und Eitle setzt ihre Zeit gekommen fühlt, nach Pharisäerart an die Straßenecken zu treten, wo sie von den Leuten gesehen wird. Und wir sagen es offen: wir verachten die Selbstsüchtige, die nicht einen festen Griff in die Hunderttausende tut — die häufig nicht einmal die Geschäststüchtigkeit der Vorderen gehäuft hat, vielmehr bedientenhafte Gelegenheitsmacherei — und die dafür jeden Tag mit einem neuen Aufruf in schlechterem Deutsch andere zum Geben ermuntert und für das eigene .gemeinnützige Wirken" daheim die Dienstboten um so herrischer zum Schaffen an-treibt. Die jetzige Hilfsaktion gleicht einem stozen Strom, der von der Ferne betrachtet silberglänzende Wellen wälzt, aber in der Nähe gesehen den Schlamm und Unrat erkennen läßt, den er mit fortgerissen hat, daS viele leichte Treibholz, das sich spielend auf seiner Oberfläche wiegt. Und gerade deshalb ist es so bedeutungsvoll — reden wir einmal von dem ganzen Frauengeschlecht — für seine Ehre bedeutungsvoll, daß unsere Genossinnen in dieser Hilfsaktion alle soziale Einsicht erweisen, die sie der sozialistischen Erkenntnis und Schulung verdanken, aber auch sittlichen Ernst, alle sclbstverleugncte Aufopferung, kurz alle Bürgertugeuden, wie sie nur von dem höchsten Menschheitsideal genährt werden können. Angesichts des Kriegslärms, der unsere Organisationen umbraust, bedürfen sie dringender als,je zielklaren sozialistischen Lebens, das sich nicht täuschen und beirren läßt, auch nicht durch die sogenannte nationale Phrase. Sozialismus ist wohlverstandene Vaterlandsliebe, sozialistische Einsicht ist echte vaterländische Kultur. Es ift an den Genossinnen, die Organisation als Mittelpunkt solchen sozialistischen Lebens zu erhalten, zu sorgen, daß dieses Leben von da aus auf unsere Presse überströmt, die oft jede Existenzberechtigung verloren hat, da sie auch mit der Lupe nicht mehr von' bürgerlichen Organen zu unterscheiden ist; daß es auf die Massen der Unorganisierten überströmt, mit deren Empfindungen und Gedanken die Wolken und Winde der Kriegsereignisse spielen. Unsere Bildungseinrichtungen sind zum Teil zertrümmert, zum Teil fehlt ihnen der alte sichere Boden des Wirkens. Sorgen wir dafür, daß die frei gewordenen Kräfte innerhalb unserer Organisationen den Acker für die Aussaat der sozialistischen Ideen vorbereiten und bestellen. Lassen wir ihn nicht durch das Unkraut überwuchern, das der Feind jetzt mit freundlicher Gebärde reichlich dazwischen sät. Der Eisenbahner-Kalender Kr dar 8ahr 1818. Ein alter, allen liebgewordener Berater ist auch heuer wieder rechtzeitig erschienen: der Eisenbahner-Taschenkalender für 1915 ist bereits zur Ausgabe gelangt, womit wie alljährlich auch heuer den Eisenbahnern ein wackerer Berater in allen ihren Angelegenheiten an die Hand gehen wird. In schmucker und gefälliger Ausstattung, mit einem Bild des .Eisenbahnerheim" geschmückt, enthält wie immer auch das Jahrbuch für 1915 eine ganze Reihe sorgfältig gearbeiteter Aussätze und Artikel über alle möglichen Wissensgebiete, wovon natürlich vor allem jene zu nennen sind, die den Eisenbahner zunächst angehen, weil sie sein tägliches Berufsleben berühren. Da haben wir zunächst einen Aufsatz, der eine eingehende Belehrung über alle .dem Staatsbahnpersonal zustehenden Rechte und sonstig eingeräumten Benefizien" enthält, sowie einen Aufsatz über die Vorschriften betreffend .die Bemessung der Dienst- und Ruhezeit im exekutiven Betriebsdienst der Staatsbahnen". Der allgemein bekannte Bahnarzt Dr. B 6 k 6 s hat einen äußerst lehrreichen Artikel über .die Gesundheitspflege des Auges im Eisenbahn-dienst" beigesteuert, ein weiterer Beitrag belehrt die Eisenbahner über das am 1. Jänner 1914 in Kraft getretene neue Personaleinkommen st euergesetz. Neben einer ungemein lehrreichen und auitlärenden Abhandlung über .die Leistungen unserer Organisation" verdient noch eine Reihe kleiner Aufsätze über alles mögliche Wissenswerte lobend hervorgehoben zu werden. Außerdem ist natürlich auch Heuer wieder mit dein Besitz des Kalenders eine Versicherung auf den tödlichen Betriebsunfall verbunden. Das Ansehen und der Ruf, den sich unser Kalender seit Jahren in allen Eisenbahnerkreisen mit Recht erworben hat, werden auch durch die diesmalige Ausgabe aufs neue gefestigt. Und so steht zu erwarten,' daß das vortreffliche Nachfchlagebuch eine Massenverbreitung erfährt und daß es überallhin seinen Weg findet, wo noch Eisenbahner der Aufklärung und des Schutzes bedürftig sind. SSSSSvSVvVvSSKDKSSSNSSSÄL-SvSSSÄSKDSSSS Eisenbahner! In dieser schweren Zeit ist es Pflicht der Arbeiter, Treue ihrer Organisation zu bewahren, doppelte Treue den Einrichtungen, die sich die Arbeiterschaft aus eigener Kraft geschaffen hat. Wir glauben daher nicht vergeblich an Euch zu appellieren, wenn wir Euch ersuchen, alles daranzusetzen, um der Organisation nicht nur die alte Mitglicderzahl zu erhalten» sondern auch dafür zu sorgen, dasi derselben neue zahlreiche Anhänger zugesührt werden. SVSSSVSSSVSvvESVSSSSSGSSovSaSSaSSVESSV Inland. Fahrpreisermäsffgung zum Bestich kra'cker oder verwundeter Krieger. Auf den Linien der k. k. österreichischen Staatsbahnen und den im Bereich derselben stehenden Lokalbahnen, rückstchtlich deren der Staats-eisenbahnverwalnmg das freie TanfieruugSrecht zufteht, werden ab 4. Oktober I. I. Angehörige kranker oder verwundeter, in ärztlicher Pflege innerhalb der Monarchie befindlicher österrcichisch-gngarischer Krieger zu deren Besuch in der 2. oder 3. Wagen klaffe der Personen- oder Schnellzüge zum halben Preise befördert. Als Angehörige gelten nur Eltern. Kinder, Geschwister und die Ehefrau. Die Fahrpreisermäßigung wird nur für Reisen über 50 Kilometer gemährt. Die Fahrkarten zum halben Preis werden von Fahrkartenausgabestellcn auf Grund von Ausweisen verabfolgt, die zu enthalten haben: Name bes Reisenden, Anfangs- und Endstation der Reise, Reiseweg sowie die Bescheinigung, daß der Reisende Angehöriger kranker oder verwundeter österreichisch-ungarischer Krieger ist und die Fahrt zu deren Besuch unternimmt. Diese Bescheinigung ist unter Beisetzung des Amtsstempels und der Unterschrift von der p o l i tis ch e n B e z i r k s-behörde und in Orten, wo eine l a n d e s f ö r ft 11 ch c Polizeibehörde besteht, von dieser auszustellen. Die Ausweise werden von den Fahrkartcnansgabestellen bet jeder Lösung einer Fahrkarte abgestempelt und den Inhabern zurückgegeben, die sie bei der Fahrkarteuprufung vorzuzeigen und nach Beendigung der Rückfahrt mit den Fahrkarten abzugeben haben. Die zur Ausgabe gelangenden Ausweise sind stempelsrei. Höchstpreise für Getreide. Wir haben in der Nr. 27 im Leitaussatze unseres Blattes auf die Ge- staltung der Getreidepreise hingewtesen, deren Ziffern sich aus die Preisnotierungen im Monat August bezogen. Seitdem sind die Preise mit Riesenschritten in die Höhe gegangen. Die Bewegung der Getretdepretse ergibt sich aus nachstehender Tabelle: Theißweizen Slowakischer Weizen Rogaen Metz! Kronen per Meterzentner 17-20 36 22 46 30 58 somit der Preis des slowakischen Weizens um 73 Prozent, deS Roggens um 76 Prozent,' des Mehles um 61 Prozent gestiegen. Wie sehr die kriegerischen Ereignisse und die Zurückhaltung mit_ den unbedingt noch vorhandenen großen Vorräten auf die Preisgestaltung einwirken, beweist die Tatsache, daß wir im Jahre 1909 eher eine geringere, keineswegs aber bessere Weizen- und Roggenernte, dabei aber nur Höchstpreise für Weizen von 15‘A Kronen und für Roggen von 11 Kronen hatten, obschon das diesem vorangegangene Jahr 1908 auch nur eine mittlere Ernte auftvies, daher keine nennenswerten Vorräte zurücklieh. Mit Rücksicht auf diese Verhältnisse ist nun endlich am Freitag den 9. d. M. eine Verordnung der Gesamtregierung erschienen, welche besagt: Auf Grund der kaiserlichen Verordnung vom 24. September 1914 werden im Einvernehmen mit der ungarischen Regierung die Zölle für nachstehende Artikel der Tarifklasse VI des Vertragszolltarifs der beiden Staaten bis auf weiteres außer Kraft gesetzt: Tarisnuinmer 23: Weizen, Halbsrucht, Spelz; Tarif» nummer 24: Roggen; Tarifnummer 25: Gerste; Taris-nummer 26: Hafer; Tarifnummer I7: Mais; Tarif-nummer 28: Heidekorn: Tarifnummer 29: Hirse; Taris-nummer 31: Bohnen, Erbsen. Linsen; Tarifnummer 33: Mehl und Mahlprodukte aus Getreide und Hülsenfrüchten. Diese Verordnung tritt sofort irt Kraft. Galizische Eisenbahner in Wien. Nach einer ungefähren, in der Nummer 7 des seit kurzem in Wien erscheinenden „Wiedenski Kurjer Polski" veröffentlichten Schätzung der Anzahl der bisher tn Wien eingetroffenen galizischen Flüchtlingen wird die Zahl derselben auf über 125.000 eingeschützt, mit dem Hinzufügen, daß ein ansehnlicher Teil derselben auf aus Galizien evakuierte Eisenbahner entfällt, die bereits nach verschiedenen Stationen Steicrmnrks versendet und disloziert worden sind, um Wien in dieser Richtung teilweise zu entlasten und den Flüchtlingen und deren Familien ihr trauriges Los möglichst zu erleichtern. Die Zahl der bisher nach Steiermark weitergesendeten und aus Galizien evakuierten Eisenbahner beträgt ungefähr 7000 und weitere 5000 bis 6000 werden nach Ansicht der betreffenden Behörden in den nächsten Tagen erwartet. Die bisher in Steiermark eingetroffenen evakuierten galizischen Eisenbahner wurden in folgender Weise auf die unterschiedlichen Stationen im Lande verteilt, und zwar: Graz und Umgebung 2000 Personen, C i l l i 700, Leoben 900, Marburg 900, Bruck 400, Mürzzuschlag 4M. Pettau 200, W e iz 200, V oi ts-b e r g 150, Litzen 350, Leibnitz 200, Judenburg 400, Hartberg 350, Feldbach 450, Deutsch-L a n d s berg 250 rc. Die galizische Petroleumindustrie und der Krieg. „Nowiny Wiedenskie“ berichten zensuriert: In Kreisen der Petroleumindustrie verlautet, die Petroleum gruben sowohl wie die Erdölfabrik in Drohobycz (Ostgalizien) seien u n a n g e t a st e t. Den Petroleumquellen kam es zugute, daß die E n g l ä n d e r und Franzosen schweres Geld hierin investierten und nun auf diplomatischem Weg? ihre russischen Verbündeten von einer Zerstörung abzuhalten verstanden haben. _______________________________ Anfang Jänner . . 24 22-35 Vor Kriegsausbruch . 28 28 Jetziger Preis ... 88 88 Seit dem Beginn des JahreS ist deS Theißweizens um 68 Prozent, jener Soziale Umschau. Die Gewerkschaftsdisziplin bewährt sich auch im Felde. Ans dem Feldpostbrief eines Berlin er Arbeiters. Tilsit, den 18. September. .... Von mir persönlich kann ich mitteilcn, daß ich wohlauf bin und an der Eroberung Tilsits teilgenommen habe. Viele gute Kameraden sind an meiner Seite gefallen, unter anderen eines unserer Mitglieder, der Kollege Grasiow aus Weißens«. Ter Kollege Otto Opitz, Klavicrmacher, ist schwer ver-mundet. Nach vielen Entbehrungen in den vorangegangenen Wochen haben wir jetzt ein gutes Quartier und werden in der liebenswürdigsten Weise von der Bevölkerung Tilsits verpflegt. Wenn ich heil nach Hause komme, werde ich manches berichten Feuilleton. StaurmtischWeu. De, Feldherr. Den Stammtisch bedeckt eine Wachstuchdecke mit der Karte von Europa. Aufrecht, den Finger auf der Karte, steht der Feldherr da. Er ist dick, sein Kinn ist doppelt, die Wangen vor flammender Begeisterung gerötet, die Augen sind klein, aber sie blitzen im heiligen Feuer nach der sechsten Maß. Er spricht: .Die militärische Lage ist jetzt die: Belgien ist erledigt. Nordsrankreich ist besetzt. Damit haben wir Haitis. In EalaiS stellen wir unsere Zweiundvierziger auf; beim hundertsten Schuß ist England in den Grund gebohrt. Bon Antwerpen schicken wir dann noch einige Bataillone nach England und nehmen den Nest davon gefangen. England ist damit erledigt. Seine Schiffe haben damit ihren Stützpunkt verloren und müffen sich nach Indien zurückziehen. Bor Paris- stehen wir. Kluck marschiert oben herum, Heeringen unten herum und die beiden Kronprinzen kommen von vorne her. Die französische Armee wird nach Paris hineingeschmissen. Unter Paris sitzt schon seit einigen Wochen der Häseler mit Pionieren und Bergleuten, von oben kommen unsere vierzig Zeppeline. Die arbeiten von oben, der Häseler bohrr sich von unten heraus und von außen arbeiten unsere Zweiund-vierziger. Paris ist fertig und mit Paris Frankreich. Bleibt Rußland. Hier handelt es sich ausschließlich Um Strategie, nochmals Strategie und zum dritten Male Strategie. Wir lehnen uns an die Ostsee, reichen über Polen hinweg den Oesterreichcrn die Hand, die Oesterreich« schwenken herum und ehe sich die Rüsten besinnen, liegen sie in der Osts«, wo sie unsere Flotte in 6mp< sang nimmt." Der Stammtischfeldherr tut einen gewaltigen Trunk. Triumphierend blickt er in die Runde. Dein Blick begegnet staunenden Gesichtern. Er wirft sich in die Brust: , ist dazu notwendig? Ausdauer einige Wochen, einige Wochen kein Bett, kein Schlaf, für unsere Truppen nicht und nicht für unsere Strategen! Kein Zurück, immer ein Vorwärts I Ich, Donnerwetter, ich------------* Dröhnend schlägt die Uhr. Der Feldherr erbleicht: „Zenzi, was, schon Else? Und um Zehne Hab ich daheim sein wollen!? No, da ist der Krieg wieder da aus ein paar Wochen." Der Feldherr zahlt, hüllt sich in Halstuch und Ueber-zieher und verläßt fluchtartig den Stammtisch. Set Politiker. Er läßt die Leute lange reden; unterbricht sie selten. Hie und da nur lächelt er überlegen und maliziös. Endlich eine Ge-sprächspause und nun schiebt er sich ein. .Meine Herren, Sie verkennen die politische Lage, verkennen sie vollkommen, verkennen sie durchaus. Die politische Lage ist klar und einfach, ist Schachzug um Schachzug und sie führt die Entscheidung herbei. Moltke - Achtzehnhundertund, siebzig — in Ehren! Wer aber hat den eigentlichen Sieg errungen? Bismarck! So wird eS jetzt wieder sein. Wer in den Fängen der Politik Bescheid weiß, sieht den Verlauf deS Kriege» voraus, sieht die Früchte de« Krieges. Ah, ich könnte viel sagen. Aber —" Mit geheimnisvollem Lächeln lehnt er sich *m Stuhle zurück. Alles schaut erwartungsvoll auf. Er beugt sich über den Tisch, seine Stimme sinkt zum Flüstern herab: .Die Politik sagt: Der Krieg war eine Lebensnotwendigkeit. Der Friede ist auch eine Lebensnotwendigkeit. Also wird auf den Krieg der Frieden folgen. Hier sehen Sie die gewundenen Gänge der Politik. Man muß scharf zuseheu, um sie zu erkennen. Dem Krieg folgt der Sieg, dem Sieg der Friede. Und welch ein Friede! Ich kann nicht mehr sagen: aber ich sage: Welch ein Friede. Frankreich, ich bitte Sie, meine Herren; Belgien — Sic wissen, meine Herren; bleiben England und Rußland. Wir wollen darüber nicht sprechen. Aber erinnern Sie sich meiner Worte; erinnern Sie sich, was ich voraus-gesagt habe. Uebcrlassen Sie alles uns Politikern. AlleS sagt der berühmte Wahlspruch: Sunm enique; daS heißt: wir drücken sie an die Wand bis sie quieken. Das ist unsere Politik." Er schweigt und streicht sich über die Stirn Dann erhebt er sich stolz und würdevoll: .Ich habe schon zuviel gesagt, meine Herren. Der Politiker soll schweigen und handeln. Aber immerhin — denken Sie an meine Worte und an alles, was ich vorhergesagt habe." Er neigt sein Haupt in herablassendem Gruß und geht. Die Zuhörer schauen ihm staunend nach, bewundernd teils, als wäre ein großes Licht von hinnen gewandelt. Der Mann, dessen Bruder alle» macht. „Also daS ist mein Bruder", sagte der Mann und zeigte daS Bild eines Unteroffiziers. .Der hat bei Lüttich alles gemacht, die ganze Sache ist von ihm geleitet. Die zweiuudvierzig-zölligcn Haubitzen hat er — na, darüber darf ich nicht zuviel sagen. Aber seine Frau, die weih alle«. Die ganzen Haubitzer hat er ihr beschrieben. Die könnt euch so ein Ding einfach hinhauen, wie wenn sie einen Strumpf strickt. Er kennt ja die Dinger zu genau. Darum hat er auch alles machen müssen und alles geleitet. Die Ingenieure mußten immer aus ihn warten." Der Mann redete noch sehr lange und noch sehr viel. Alles war erstaunt über den Bruder, der alles gemacht hat. Endlich fragt ein Mann schüchtern: ,WaS ist denn Ihr Bruder?" Entrüstet fast über die Frage, antwortete der Mann: „9Ja, er ist doch Chauffeur beim Munitionsdepot und holt mit seinem Wagen doch alle die Geschosse herbei." Der Landkartenänderer. Er sieht genial ans. Auf den ersten Blick erkennt man: dieser Mann gibt sich nicht mit Kleinigkeiten ab. Vor ihm auf Sorget dafür, datz der »Eisenbahner" auch vom reisenden Publikum gelesen werdet 150 können. Da» eine kann ich aber setzt schon sagen: Der Einfluß der politischen und gewerkschaftlichen Erziehung hat sich auch im Felde gezeigt. Unsere Partei- und Gewerkschafts, genossen haben sich durch vernünftiges und braves Verhalten ausgezeichnet. Wenn irgendwie Disziplinarvergehen vorgekommen sind, da waren cS nicht die Unseren. Darauf können wir stolz sein. Freundlichen Gruß W. G. SlffoTjoftierBet i« Rußland. Der .Vorwärts" (Berlin) vom 9. September meldete: Petersburg, 7. September. (W. T. B.) Der Verlaus von Spirituosen in Rußland ist für die ganze Dauer de« Krieges verboten jword en. Diese Nachricht begegnet«, als fie bekannt wurde, vielfacher Bezweiflung. Sie scheint aber tatsächlich richtig zu sein, denn wie nun aus den ausländischen Blättern festzustellen ist, hat am 11. August in Petersburg eine Sitzung des Ge-meinderateS stattgesunden, in welcher die Frage des Alkoholverbotes beraten wurde. Der Dizebürgermeister teilte dabei mit, daß der Polizeipräsident von Petersburg erklärte, daß der Verkauf von Wutki und Bier in Petersburg für die ganze Zeit des Krieges verboten werde. (Das Alkoholverbot war ursprünglich offenbar nur für die Zeit der Mobilisierung geplant.) Aus den Weinkellern werde man nur den Verlauf der letchen Sorten erlauben. Der Verlaus geistiger Getränke werde nur in den erklassigen Restaurants, aber auch hier nur in eingeschränktem Maße erlaubt. Senator Iwanow sagte, die Stadtverwaltung könne sich kaum damit begnügen, diese Erklärung zur Kenntnis zu nehmen. Die Stadt selbst müsse vielmehr die Meinung der Gemeindeverwaltung in dieser brennenden Frage zum Ausdruck bringen. Er beantragte eine Petition an die Regierung, in welcher das Alloholverbot für die ganze Zeit des Krieges verlangt werde. Nach einer lebhaften Debatte wurde tatsächlich beschlossen, eine Petition an die Regierung zu richten, in welcher das Alkoho.verbot für die ganze Kriegsdauer in ganz Rußland und auch sürdieerstklassigenRestau-rantS verlangt wird. Englische Arbeiterführer über den ifrieg. In welchem Maße einzelne Parlamentsmitglieder der englischen Arbeiterpartei stch in der Rekrutierungskampagne für die Armee engagierten, geht auS Berichten hervor, die wir im .Daily Citizen" finden. So sagte Charles Duncan zum Beispiel aus einem Meeting in WilleSden, England sei stolz darauf, mit Frankreich in diesem großen Ringen verbunden zu sein. Will CrookS sagte in einer großen Versammlung in Brighton, das britische Reich fei wie eine Familie, die innerhalb deS Hauses liege, aber wenn der Feind vor der Tür stehe, sich gegen ihn zusammenschließe. Wenn im inneren England etwas schlecht gehe, so sei bas der eigene Fehler der Engländer, die eine sich selber regierende Nation bilden. Sollen zukünftige englische Generationen eine Regierung von Blut und Eisen haben? fragte er, und als die Versammlung „nein" schrie, fuhr er fort: „Also, zeichnet eure Namen für die neue Armee. Der Militarismus soll sür immer gebrochen werden." James Parker, der in St. Austall eine Rede hielt' sagte, Deutschland sei verantwortlich für den Krieg, während England alle« tat, ihn zu vermeiden. Nach seiner Meinung hätte Deutschland schon während des Balkankrieges England an-gegriffen, wenn eS damals fertig gewesen wäre. Man sieht, diese Mitglieder der Arbeiterpartei lassen sich von der Kriegsstimmung in starker Weise mit fortreißen. Aber solche Reden werden nicht in der ganzen Partei gebilligt. Die Redaktion der.D a t l y Citizen" zum Beispiel führt im allgemeinen eine ruhige und besonnene Sprache. Sie brachte vor einigen Tagen einen Aufsatz, in welchem sie dem .Vorwärts“, der zwar ganz auf deutscher Seite sei, einen weiten Blick nachrahmte und dessen Haltung die beste Bürg, schast sür die Wiederherstellung der Internationale nannte. Auch der ,L a b o u r L e a d e r", das Wochenblatt der Unabhängigen Arbeiterpartei, hält sich tapfer. Dem Gefc^ei der bürgerlichen Presse Englands über die deutschen KriegSgreuel in Belgien und Frankreich stellt er die Erinnerung an die englischen Greuel im Burenkrieg gegenüber und fragt: „Sollten wir den ersten Stein werfen?" Ein anderer Aussatz befaßt sich in längeren Ausführungen mit der „unveränderten Tyrannei" deS russischen Bundesgenossen und fordert ein Zusammengehen mit den Sozialisten neutraler Staaten „zur Beratung, was zu tun, damit der vollständige Untergang der Freiheit in Rußland und in ganz Osteuropa verhindert werde, wenn dieser Krieg vorüber ist". Kurz, ein großer Teil der englischen Arbeiterbewegung läßt sich vom Chauvinismus nicht blenden. Aus dem Gerichtssaal. Die Praktiken der Aussig-Teplitzer ßisenbahn. Ein schöner Erfolg unserer Organisation. Wie noch erinnerlich, wurde anfangs März 1913 vom k. k. Kreisgericht in Leitmeritz eine für das gesamte Personal der Ausstg-Teplitzer Bahn äußerst wichtige Entscheidung gefällt. ES handelte sich damals um folgendes: Genosse Josef Schi ller, der fast zwanzig Jahre als Schmied auf der Aussig-Teplitzer Eisenbahn tätig war, wurde im März des Jahres 1912 plötzlich ohne Angabe eines Grundes entlassen. Zunächst suchte Genosse Schiller um die Wiederaufnahme bei der Direktion an, doch wurde dieses Ersuchen abgewiesen. Auch der Verwaltungsrat billigte den Entschluß der Direktion und wieS die Berufung des Entlassenen ab. Mer Genosse Schiller verlor außer der Arbeit, die ihm übrigens nach ärztlichen Aussagen schwere Beeinträchtigungen seiner Ge« sundheit gebracht hatte, auch noch den Anspruch auf die wahrlich sehr karge Unterstützung aus dem Provisionsfonds. Gegen die diesbezügliche' Entscheidung, die von dessen Ausschuß gefällt worden ist, war schwer etwas zu machen, denn die Statuten bestimmen im § 25, daß „die endgültige, auch im Rechtsweg unanfechtbare Entscheidung über Provisionsfondsgesuche, beziehungsweise Anträge, insbesondere über die Höhe des anrechenbaren Bezuges, die Dauer der anrechenbaren Dienstzeit und das Vorhandensein dauernder Dienst-untauglichkeit" dem Ausschuß obliege. — In Vertretung unseres Genossen Schiller überreichte nun Herr Dr. Hübsch in dieser Angelegenheit die Klage beim KreiSgericht in Leitmeritz, das in seinen damaligen EntscheldungSgründen die juristisch scharfsinnigen Ausführungen unseres Rechtsanwaltes akzeptierte und die Bestimmungen deS § 25 der Statuten als rechtsungültig, weil unmoralisch, erklärte. Aus Grund dieser später auch über Berufung der Bahnverwaltung vom OberlandeSgericht in Prag bestätigten Entscheidung überreichte nun Hun: Dr. Hübsch die neuerliche Klage aus Zahlung, beziehungsweise Nachzahlung der Provision an Genossen Schiller. Bei der am 21. September vor dem Kreisgericht in Leitmeritz über diese Klage stattgefundenen Verhandlung wurde nun die Aufslg-Teplitzer Eisenbahn verurteilt, vom März 1912 angesangen dem Genossen Schiller seine monatliche Provision bis zum 3 0. September 1914 nachzuzahlen, und von da ab die monatlichen Raten im Betrag von Kr. 38-63 einzuhalten. Gleichzeitig wurde die Aussig-Teplitzer Eisenbahn zur Tragung aller Prozeßkosten verurteilt. Wir werden, sobald das Urteil mit seiner Begründung vorliegt, noch ausführlich auf diesen für daS gesamte Personal der Aussig-Teplitzer Eisenbahn wichtigen Erfolg zurückkommen. Schiedsgericht der B e-Unfallversicherungs- Wittvenrente. (Vom . rufsgenossenschaftlichen ................ ........ anstalt.) Herr Anton -Lute?, Weichenwächter der k. k. Staats bahnen, hat am 26. September 1907 in der Station Troppan einen schweren Unfall erlitten. Derselbe begab sich gelegentlich Ausübung deö Tagwächterdienstes aus die zum Bahnhosmagazin führende und außerhalb des Bahnhofrayons gelegene Magazin-straße, um dort verstreute Kohle für seinen Hausbedarf zu sammeln und wurde durch einen des Weges daherkommenden Streifigen, welcher einen zweiten in derselben Richtung fahrenden Wagen überholen wollte, niedergeftoßen und überfahren. Durch dem Tisch liegt eine Weltkarte. Sein scharfes Auge streift die Umhersthendcn und dann beginnt er mit tiefer, überzeugungS-kräftiger Stimme zu reden: „Wir werden die Landkarte ändern. Das ist selbstverständlich. Wir werden sie sogar gründlich ändern, wie es der Größe unserer Siege entspricht. Unsere Nordseeküste verlängern wir bis Le Havre und von da ziehen wir einen Strich an Paris vorbei, dann etwas südöstlich um Beifort herum bis zum Elsaß. Das ist dann unsere neue Westgrenze. Den Engländern werden wir England lassen. Denn wir halten eS |a von Belgien und Holland aus in Schach. Nur Irland werden wir befreien und zu einem deutschen NeichSland machen. Im Osten befreien wir die baltischen Provinzen und Finnland und verleiben sie dem Deutschen Reich ein. Darin ziehen wir von Finnland einen Kreis an Moskau vorbei herunter zur Walachei und haben damit unsere Ostgrenze. Polen wird der Provinz Posen einverleibt und genießt alle Vorteile deS preußischen Polen. Wegen der englischen und französischen Kolonien werden wir uns mit Oesterreich einigen. Indien wird selbstverständlich von den Engländern befreit und deutsches Schutzgebiet. Mit Japan hat die Sache ja einige Schwierigkeiten. Am besten wird die Sache so gemacht, daß wir das Protektorat über China übernehmen und Japan zu einer chinesischen Provinz machen. Bleiben die Meere. Hier müssen wir uns allerdings mit den Vereinigten Staaten in Verbindung setzen. Wir werden ihnen Australien anbieten und damit den Großen Ozean bis auf die Meere an den Küsten von Ostasien. Ter Atlantische Ozean wird das Deutsche Meer und der Indische Ozean kann zum Schutzmeer von Deutschland und Oesterreich werden/ Der Landkartmänderer hat mit gewandten Fingern die Grenzen auf die Weltkarte gezeichnet. Jetzt, wo er schwieg, warf er sein genial blitzendes Auge wieder auf die Anwesenden. Diese bewundern ihn. Nur einer lächelt zweifelhaft. Scharf und chneidend fragte ihn der Landkartenänderer: „Haben Sie vielleicht etwas zu bemerken?" Der Mann fuhr zusammen und sagte ein wenig kleinlaut: «Um GotteSwillen, nein! Ich Hab' bloß an die Geschichte vom Fell des Bären gedacht." Der Landkartenänderer rollte Karte zusammen und voll Verachturg sprach er: .Ich kann nicht an einem Tisch mit sitzen, wo ein Mensch anwesend ist, der unsere große Zeit nicht begreift und keinen Patriotismus hat." Die Ausdauernden. Es ist nachts gegen 11 Uhr. Der Regen strömt in Bindfaden herunter. Er klatscht auf ihre Regenschirme, ist schon durchgedrungen und rinnt ihnen an den Kleidern hernieder. Aber sie beide harren ouS vor der Zeitungsexpedition. Sie harren aus und wenn eS Backsteine regnet. Denn heute muß die große Nachricht kommen. Sie ermuntern sich gegenseitig: .Ich weiß eS bestimmt, der Junge von Meyers hat es geschrieben. Der ist Bursche bei einem Hauptmann, mit dem der Häseler einmal in Metz gesprochen hat. Und der Junge von Meyers schreibt: am 14. September haben die Deutschen Paris oder der Häseler schießt sich tot." „Dann kommt heute noch etrmS," meinte der andere, „ich weiß, ich kenn' den Häseler, der hält Wort." Es schlägt elf Uhr; es schlägt halb zwölf Uhr — die beiden stehen im strömenden Rege», naß bis auf die Haut, vor der ZeitungSexpedition. Sie spornen sich zur Ausdauer an: .Der Häseler hält Wort! ES muß waS kommen; entweder von ihm oder von Paris 1' So stehen sie bis zwölf Uhr, bis endlich ein Polizist sich ihrer erbarmt: „Seid ihr denn verrückt geworden", herrscht er sie an. Sie protestieren lebhaft und geben ihm die Gründe für ihr Dastehen an. Er aber drängt sie, und sic gehen, ohne ihre Ausdauer belohnt zu sehen, nach Hause. den Unfall hat er stch den Bruch deS rechten FußeL und Verletzungen am Kopf so schwerer Natur zugefügt, daß nach der Unfallsanzeige sein Tod zu erwarten war. Durch sorgsame Pflege gelang es jedoch, den Verunglückten zu retten, der noch sechs Jahre lebte und erst am 16. Oktober 1913 die Augen schloß. Er hatte bis zu seinem Tode eine 60prozentige Rente, die der Annahme vollkommener Erwerbsunfähigkeit entspricht, bezogen. Rach seinem Tode weigerte sich jedoch die Berufsgenossenschaftliche Un-falloersicherungSanftalt, der Witwe eine Rente zu bezahlen, weil angeblich der Tod mit dem Unfall in keinem Zusammenhang steh!. Gegen den abweislichen Bescheid der Anstalt brachte die Witwe, Frau Karoline Tuöek. die Klage durch Dr. Leopold Ehrlich an das Schiedsgericht der Berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt ein, über welche am 17. September 1914 die Verhandlung stattfand. Die Sachverständigen Professor Dr. Erben und Doktor Jagte gaben ihr Gutachten ab, dessen Tenor nach Fragen des Klagevertreters endlich dahin ging, daß zwei Ursachen deS Todes möglich seien: entweder sei der Tod durch Lungenemphysem herbeigeführt worden, dann stünde der Unfall in keinem Zusammenhang mit dem Tode und sei auch nicht durch die Unsallssolgen in indirekter Weise herbeigesührt worden, oder eine Lungentuberkulose, in welchem Fall eine Beschleunigung des Leidens und frühere Herbeiführung des Todes durch den Unfall nicht aus-zufchließen sei. Die Sachverständigen konnten sich jedoch in keiner Weise dafür entscheiden, welcher der beiden Annahmen der Vorzug einzuräumen sei. Dr. Leopold Ehrlich führte nun aus, daß die Sachverständigen die Entscheidung deS Falle« in die Hände von Laien gelegt hätten, er sei aber in der Lage, sich auf die Aussage eines Zeugen zu berufen, der über genügende Sachkenntnis verfüge, nämlich aus den während des tödlichen Verlaufs der Krankheit intervenierenden Arzt, der ausdrücklich Lungentuberkulose als Ursache des Todes angegeben hat. Wenn die Blutung lediglich durch indirekte Angaben des Verstorbenen bestätigt würden, so müsse darauf hingewiesen werden, daß in der Unfallsanzeige sich der seltene Vermerk findet: Alle Angaben des Verunglückten eien glaubwürdig weil die Individualität des Verletzten und ein sonstiges Verhalten dafür sprächen. Angesichts dieser Um-tände müsse man wohl Lungentuberkulose als Todesursache und )ie Beschleunigung deS Todes, herbeigeführt durch die UnsallS-'olgen, als erwiesen annehmen. Das Schiedsgericht schloß sich diesen Ausführungen vollkommen an und verurteilte die beklagte Anstalt, der kläge-rischen Witwe eine Nachzahlung von Kr. 264• 16, einen Leichenkostenbeitrag von 50 Kr. und eine monatliche Rente von Kr. 22-02 sowie die Prozeßkosten zu bezahlen. Aus den Amtsblättern. Nr. 10.368/A. Wiederaufnahme von Arbeitern, welche nach erfolgter Mobilisierung ins ZivilverhältniS riickversetzt werden. (ProoisionSinsti titt für Arbeiter.) An alle Herren DienstabteilungS-, BetriebSinfpektoratS- und Lokalvorstände der österreichischen Linien der Südbahn samt Nebenlinien. Wir bringen Ihnen in Erinnerung, daß die Abschnitte IV und V deS Zirk. 672 A 1913 die allgemeinen Bedingungen festsetzen, unter denen die Wiederaufnahme von Arbeitern erfolgen kann, welche infolge EinrückcnS im Falle der Mobilisierung aus gesellschaftlichen Diensten ausgeschieden sind und welche sich, nach ihrer Versetzung inS ZivilverhältniS wieder um einen Arbeiterposten bewerben. In Ergänzung dieser Bestimmungen wird hinsichtlich der Widerausnahme von Arbeitern, welche infolge der am 26. Juli 1914 angeordneten teilweise» beziehungsweise der am 31. Juli 1914 ungeordneten allgemeinen Mobilisierung ans gesellschaftlichen Diensten auSgeschieben sind und welche sich nach ihrer Versetzung ins ZivilverhältniS um einen Arbeiterposten bewerben, folgendes verfügt: 1. Die Wiederaufnahme kann nur nach Maßgabe des für die einzelnen Dienststellen jeweils unbedingt erforderlichen ArbeiterbedarfeS erfolgen. Um die Wiederaufnahme zu ermöglichen, sind, soweit nicht dienstliche Interessen dawider sprechen, in erster Linie diejenigen Arbeiter, welche als Ersatz für infolge der Mobilisierung abgeschiedene Arbeiter ausgenommen wurden, weiterhin, wenn nur dadurch die Wiederausnahme verheirateter Arbeiter ermöglicht werden kann, auch andere dienstjüngere ledige Arbeiter kündi-gungSweise auszuscheiden. Ist die Wiederaufnahme eines Arbeiters bei seiner bisherigen Dienststelle nicht möglich und kann auch eine benachbarte Dienststelle, mit welcher diesbezüglich in kurzem Weg das Einvernehmen zu pflegen ist, den Arbeiter nicht in Verwendung nehmen, so ist ein kurzer Bericht an die Vorgesetzte Direktion zu erstatten. 2. Die Wiederaufnahme darf ohne Rücksicht auf die Dauer der militärischen Dienstleistung nur erfolgen, wenn die physische Tauglichkeit deS Arbeiters durch eine neuerliche bahnärztliche Untersuchung sestgeftellt ist. Wird der Arbeiter vom Bahnarzt als dienstuntauglich bezeichnet, so Ist das bezügliche Purere, auf welchem der Bahnarzt noch sein Gutachten darüber abzugeben hat, ob die Dienftuntauglichkeit während der Militärdienstleistung eingetreten ist oder schon vorher bestanden hat, sofort mit kurzen, Bericht an die Vorgesetzte Direktion zu leite». 3. Hinsichtlich der Höhe des an wiederausgenommene Arbeiter zu gewährenden TaglohneS gtit folgendes: Wird der Arbeiter auf dem vor seinem Einrücken zur , Militärdienstleistung innegehabten Posten verwendet, so ist er wieder in den Bezug des irüher bezogenen TaglohneS zu setzen. Kann der Arbeiter nur aus einem anderen Posten in Verwendung genommen werden, so bleibt die Festsetzung der Höhe des TaglohneS der Vorgesetzten Direktion Vorbehalten. 4. Die Entscheidung darüber, ob und inwieweit eine Nachsicht der durch das Einrücken 'zur Militärdienstleistung erfolgten Dienstzeitt'nterbrechung in Ansehung deS Lohnvorrückungs- und Urlaubsanspruches und in Ansehung der Berechnung der für die Ausnahme in das Provisionsinstitut für Arbeiter erforderliche» dreijährigen ununterbrochenen Dienstzeit erteilt werden kann, bleibt einem spateren Zeitpunkt Vorbehalten; die bezüglichen Gesuche der wiederausgenominenen Arbeiter sind im Dienstweg an die administrative Direktion A/6 zu leiten. 6. Um die Nachsicht der Unterbrechung der Mitgliedschaft an der Krankenkasse ist mit separater Eingabe beim Ausschuß der Krankenkasse anzusuchen. 6. lieber die Wiederausnahme solcher Arbeiter, welche zur Zeit ihres Einrückens zum Militärdienst bereits Mitglieder des Provisionsinstitutes |ür Arbeiter waren, ist vom Lokalvorstand eine kurze Meldung. auS welcher der Tag des Austrittes und der Tag des Wiedereintrittes des Arbeiters zu entnehmen sein muß, unter Anschluß eineS aus dem bei der Ausnahme von Arbeitern in daS Provisionsinstitut für Arbeiter vorgeschriebencn Formular abzugebenden bahnärztlichen PatereS und des Militärdokumentes direkt au die administrative Direktion A/6 zu erstatten Von dieser Dienststelle werden den Lokalvorständen sodann die Weisungen wegen Einhebung der ProvisionSinstitutsbeiträge umgehend zukommen. Wiederau'genommene Arbeiter, welche zur Zeit ihres Einrückens zum Militärdienst bereits Mitglieder deS Provision«» Besucht rurr Lokale, in welchen der »Eisenbahner" aufliegt! Seite 4 Wien, Samstag ».Der Gisctthal,ner. 10. Oktober 1914 Nr. 29 Institutes für Arbeiter waren, können gemäß § 9 (2, b) dcS Provisionsstatutes für Arbeiter um Anrechnung der im Militärdienst verbrachten Zeit ansuchen; in den bezüglichen Gesuchen ist anzugeben, ob die für die anzurechnende Militärdienstzcit entfallenden Beiträge auf einmal bar entrichtet werden oder in wieviel Raten diese Beiträge zum Abzug vorgeschriebcn werden sollen. Wien, am 28. September 1914. Der Generaldirektor: Weeber m. p. Aus den Organisationen. Proßnitz. Als Kassier für die Mitglieder der k. k. Nordbahn wurde Kollege Joses Rygl, Wagenschreiber, bestellt. Derselbe ist berechtigt, die Monatsbeitrügc gegen Bestätigung einzukassieren. Alle im Rückstand befindlichen Mitglieder werden aufgcfordert, ehestens ihre schuldigen Monatsbeiträge nachzuzahlen, damit sie ihrer erworbenen Rechte nicht verlustig werden. Karlsbad. Infolge Versetzung des Kollegen Johann Sturm verliert die Ortsgruppe einen tüchtigen Genossen. Wir sind überzeugt, daß Sturm in seinem neuen Domizil auch jederzeit für die Organisation eintreten wird. Leobersdorf-Wittmannsdorf. Ein herzliches Lebewohl rufen sämtliche Genossen der Süd- und k. k. Staatsbahn dem nach Graz versetzten Kollegen Ferdinand P r o p st samt seiner , Familie zu. Möge P r o p st in seinem neuen Domizil ein ebenso , treuer Kollege und Berater werden, wie er es bei uns jederzeit gewesen ist. Böbmisch-Kamnitz, Am 18. Oktober um 3 Uhr nachmittags findet eine Besprechung der Kollegen im Vercinslokal .statt. Die dienstfreien Kollegen werden ersucht, sich zahlreich ein-.zufinden. St. Pölten. Durch den Tod des Kassiers Genossen Josef Mente tz hat die Ortsgruppe einen schweren Verlust erlitten. Genosse Nemetz war jederzeit ein hilfsbereiter und gewissenhafter Kollege. Ein langandauerndes schmerzhaftes Leiden hat ihn dahingerafft. Möge ihm die Erde leicht sein. Wir werden ihn stets ein ehrendes Andenken bewahren. An Stelle des verstorbenen Kassiers Genoffen Nemetz i wurde bis auf weiteres Genosse K t i z e I als Kassier aufgestellt. S Alle Zuschriften in Kaffaangelegenheiten sind an F. K r i z e k, iGrillparzerstraße27 in St. Pölten zu adressieren. Wels. Bei der am 19. September 1914 stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Ludwig K o n r a d, Obmann, Anton Sturm, Johann Brauner, iStellvertreter; Anton Leidinger, Schriftführer, Stummer, Stellvertreter; Franz Lehner. Kassier, Peterseil, Stellvertreter; K o z e l und S a g e d e r, Bibliothekare; P o l n-dorfer, Endmaier, Feuchtner, Erblehner, Bauholz l, Ausschußmitglieder. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind zu richten an Genossen Ludwig Konrad, Grünbach st raße 10, in Geldangelegenheiten an Genoffen Franz Lehn er, Per-sonalhauö A, Sammlungsausweis. Sammlungen ,füt den Unterstsitzungsfonds der Organisation (Zentrale). IV. Ausweis. Die Angestellten unserer Organisation , dreiprozentiaer Abzug vom Gehalt, dritte Rate Str. 15526, iSernez, Laibach Str. 3 —, Joses Schwab, Wien n Str. 5 —, Bahnmeister M. Str. 50 —, Birnbauer, Wien III Kr. 2'—. Hiezu die bereits in den letzten Ausweisen an-(geführte« Kr. 41477, macht zusammen eine Summe von iftr. 630*03. duIak, Oberbauarbcitcr; Zablolow: Eduard Petzelt, Bahnrichter; Zagorz: Franz Pocztowski. Michael Bilyk; Buczacz: Bazil Babiat, Nagorzanka, Post Bnczacz; Czortkow: Josef M a z u r, Johann Z y r o i n S k i, Werkmeister; Dclaiyn: Wenzel G uzmann, Kondukteur, Jan Müller, Kanzleidiener; Jaroslan: Dominik Kruk, Gärtner; Kalusz: Josef MalaczynSki, P.-W., Jan Waclawski. Wächter, Wistüwa; Korszow: A. Dziudrzink, Streckenwärter; Wasyl Dosyn, Vorarbeiter; Lemberg: Josef Nicdzwiecki, Lokomotivführer, Anton Goral, Tischler; MorSzhu: Greg. Le-wicki, Andr. Wenzel, Bahnwächter; Podwoloczyska: Michael Hirnyk; Rzeszow: Karl Krwawicz; Tarnopolr Jan S k r a b u t, Start Kubitza. Mitteilungen der Zentralverwattung. An die BekeinSfnnktionäre» Vertrauensmänner und Mitglieder! Die Zeutralleitung hat ln ihrer letzten Sitzung ^beschlossen, bei jenen Mitgliedern, die dem Hinterbliebenen- ‘ ' t$t zum vernng Das beim 'Militär verstorbene oder im Felde" gefallene Mitglied des H.-U. wird analog wie alle anderen Mitglieder 6c-[handelt uud bekomme« die Hinterbliebenen de» ansprnchS-[berechtigteu Versicherungsbetrag ansbezahlt. Boraus-.setzuug ist, daß die Beiträge pünktlich geleistet und dte i Bezahlungen immer mit dem laufenden Monat erfolgen. Die Zeutralleitung erwartet vou diesem Beschluß, der ihr große Auslagen verursacht, daß die den H.-ll. noch Jcrnstehenden Genossen nunmehr auch als Mitglieder demselben bettreteu. __________ Betrifft Neuaufnahmen zum H.-U. Laut Beschluß der letzten Delegiertenversammlung dürfen ab 1. Juli 1914 alle neu-beitretenden Mitglieder nur mit der HinterbliebenenunterstützungS-einrichtung ausgenommen werden. ES ist daher von nun an notwendig, daß in die Aufnahmescheine die genauen Geburtsdaten «nd der Charakter eingetragen werden. Durch unrichtige Informationen könnten sich bei einer Inanspruchnahme schwere Komplikationen ergeben. Rotfondssammlnng. Der Zentralausschuß hat analog den anderen Gewerkschaften beschlossen, Sammlungen für die Familien der im Feld stehenden Genossen, die nur auf den staatlichen Unter st ützungsbetrag angewiesen sind, einzuleiten. Die eingesammelten Gelder sollen den Ortsgruppen verbleiben, aus denen sie den verwundeten, kranken und arbeitS-! losen Genossen und den Familien der gefallenen Eisenbahner ■ nach Maßgabe der eingelaufenen Spenden Unterstützungen geben sollen. Die Sammlungseingänge werden im „Eisenbahner' regelmäßig veröffentlicht werden. Den daheimgebliebetien Genossen obliegt die Pflicht, helfend einzu-greisen, und wo immer eS angängig ist, mit den Sammlungen die Ansprüche der im Rückstand sich befindlichen Mitglieder an den Verein zu sichern. Es wirb eine traurige Zeit kommen und jeder wird sich glücklich preisen, der Organisation anzugehören. Die Ortsgrnppcnkontrollett werden dringend ersucht, ihre Tätigkeiten auch auf den Verschleiß von Kalendern, Ab-zeichen und sonstigen zur Kolportage bestimmten Drucksorten auszudehnen. Manche Differenzen und schweren Mängel werden dadurch behoben werden. Bekanntgabe des Aufenthaltsorts der galizifchen Ortsgruppenfunktionäre und Vertrauensmänner. Jene Ortsgruppeufunktionäre, insbesondere die Ortsgruppenkassie r c G a l i z i e n S, welche dienstlich in andere Orte kommandiert oder in andere Gegenden übersiedelt sind, werden ersucht, ihren Aufenthaltsort unS bekanntzugeben. Alle unsere Vertrauensmänner werden dringend gebeten, dort, wo galizische Eisenbahner dienstlich eingestellt wurden, an dem Zustande-kommen ihrer Adreffen behilflich zu sein, damit die nicht abae-rechneten Vereinsgelder von den letzten drei Monaten sowie die Ortsgruppenbücher und deren Inventar fertiggestellt werden kann. ES sind dies die Obmänner und Kassiere folgender Ort«-gruppen: Haliez: Joses Lasowy, Magazindiener, Podwysoki; Snyatin-Zalneze: Anton LewandowSkl, Andrej San- ZahlungSrnckstandSanöwcis. Die Ortsgruppen Jaworzno und Kraka« schulden die Beitrüge per I u n i, Jul i, A u g u st und September, wogegen folgende Ortsnamen die Beitrüge per Juli, August und September schulden: „ t Ala, Vakov, Kohljanowitz, Neu-Sandec, Podgorze,1 Podgorze ll. Sucha und Szczakowa. Für Au gust und September schulden die Ortsgruppen : Veschi«, Cicszkowice, Cormons, Daßnitz, Deutkch-Brod, Elbogc», Jaölo, Joachimsthal. Kojetern. Michelob, Nowy Targ. Plibram. Rudolfswert, Saybusch^Sebenkro, Teschen, Trient II, Sternberg, Stillfricd und Wocheiner-Feistritz. _____ Kalenderbcstellnnge« für 1915 werden nur dann effektuiert, wenn die Bestellung die Unterschrift der Ortsgruppen leitung und deren Stampiglie trägt. Maßgabe der Ablieferung. Die Absendung erfolgt nach Mitteilungen der Zentrale. Verwaltungskomiteesitzung am7.Oktober 1914. — Entgegennahme der Berichte der Sekretariate in Prag und Triest über die gegenwärtige Situation. — Erledigung des vorliegenden Einlaufes und einer Reihe administrativer Angelegenheiten. Sprechsaal. An die geehrten Leitungen der Ortsgruppen und Zahlstellen! Infolge der Kriegsereignisse mutzten viele in Galizien und in der Bukowina stationiert gewesene Eisenbahner aller Kategorien ihre Domizil-stationen verlassen und in andere Kronländer, wie Böhmen, Mähren, Schlesien und in die Alpenländer übersiedeln. Unter diesen evakuierten Eisenbahnern befinden sich viele, die bisher den verschiedenen nun verlassenen Ortsgruppen in Galizien und in der Bukowina als Mitglieder unseres Vereines angehörten. Um nun mit diesen derzeit in allen Ländern verstreut lebenden Mitgliedern wegen Vereinsangelegenheiten in Fühlung treten zu können, stellt die Zeutralleitung an jene Genossen Funktionäre, in deren Ortsgruppenrayon sich solche Mitglieder aus Galizien und der Bukowina befinden, das dringende Ersuchen, sich sofort mit diesen Mitgliedern ins Einvernehmen zu setzen. Es sind von diesen Mitgliedern etwaige Wünsche und B e s ch w e r d e n entgegenzunehmen und zur Erledigung an unsere Zentrale weiterzuleiten. — Auch wird es sich empfohlen, ein NamenS- und Adressenverzeichnis dieser Mitglieder an die Zentrale einzusenden; in diesem Verzeichnis ist ersichtlich zu machen, welcher Ortsgruppe diese Eisenbahner vor ihrer Evakuierung als Mitglieder angehörten. Im Interesse unserer Organisation wie auch im Interesse der evakuierten Mitglieder aus Galizien und der Bukowina erscheint es dringend geboten, datz s o b a l d als möglich die notwendige Verbindung dieser Mitglieder mit den in Betracht kommenden Orts-gruppen-(Zahlstellen-)Leitungen und durch diese mit der Zentrale hergestellt wird, um diese Mitglieder nicht zu verlieren. Die Zeutralleitung. Sonntag den 11. Oktober I- J-ab 7 Uhr abends im Speisesaal fiemütllcher Abend unter Mitwirkung des Quartetts des Metallarbeitersängerbundes Freier Eintritt. Ende 11 Uhr. ; 'W'oerae.BaaBelflre» $ Sonntag den 18. Oktober I. 1-zugunsten des Vereines der Wiener Kinderfreunde grosse skünstlerin. ersängorin (Gartenbau). Wicucr Mäuner-Gesangvereins: bei der folgende Künstler Mitwirken: 1. Mia Bruno, Vortragsk 2. Rust! Lennor, Lieder 8 4. I. Ktimwiy, Konzertsangerin. 5 Fritz Rolejtt, Gesaneslmroorist.. ß f> Q. Faoohlny, moderne Zauberin. 7. Gustav Wlolneel, Altwionor Lieder. 8. Rudolf Juno, Humorist (Itonachcr). 8. Brüder Pongraoz, Salon- und Vcrwandlungsano. 10. Theo Werner, Uesangshumorist (Kolosseum). 11. Humoristlecher Vortrag i Müllern vom Verein „Kinder-freunde“. 12. Karl Zelllnger, Klaviorhuraorlst. Sämtliche Künstler wirken zugunsten des humanitären Zweckes unentgeltlich mit. Eintritt nur 60 Heller Garderobe 10 Heller. Schlüte 7«12 Uhr. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o ontwortung. 0 0 für Herren u. Barnen sowie fceinemvaren liefere ich direkt vom Pabriks-platz an Private unerreicht billig. Muster versende franko. 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