Gedruckt mit Edlen von Kleinmayerschen Schriften. Freytag den ,7. Dezember ' 3 » 3. Kriegsschauplatz. »Il ach Berichten vom N'.e'oerrhein soll bereits die Festung Breda in der Gewalt der holländischen Insurgenten seyn. Die aus Holländern und Schweitzern bestehende Garnison bemächtige sich der Tbore, und erklärte sich sür die Sache von Alt - Holland. Nach Prihatbriefen aus Holland sollen die Engländer mit 3 Linienschiffen und mehreren Fregatten bey Helroetsluys gelandet, und ein nicht weit von da entferntes Etablissement von Kricgsmunitlvn a/änzl?ch vernichtet haben. In Amsterdam siebt, wie es heißt, der Graf von Styrum an der Spitze der,daselbst errichteten provisorischen Regifrung. So eben vom Niedcrrhem cinlauftn^en Nachrichten zufolge ist eine Abtheilung des Bü-low'schen Korps unterhalb Düsseldorf über den Rhein gegangen und hat sich der Stadt Neuß bemächtigt. Eine andere Abtheilung der Ar» uiee unter den Befehlen dieses Generals hat den wichtigen Platz Arnhcim besetzt. ^' Verlätzigen Nachrichten aus Holland zufolge lst das Volk in Amsterdam mi> Gewalt ins Hotel des Prcfekten, Grasen von Cellos eingedrungen, der sich nur mit vieler Mühle nach Utrecht fluchten konnte, wo die Wegsühnmg.der Kassen gleichfalls Bewegungen unter dem Volke veranlaßt hat. Es sind fast gar keine Truppe», in Holland. Die Douaniers und die Beamten bei den Drois »Reums stellten von dem Augen« blick an, wo die von Münster aufgebrochenen Kosaken am »2. in Zwoll anlangten, ihre Funktion ein. In Rotterdam sind gleichfalls Unruhen gewesen. Emden von 2Z. Nov. Der Directeur unserer Douauen hatte sich in der Nacht von, »4. zum iF. mit ungefähr 40 Angestellten auf einem großen Fahrzeuge eingescklfft, lim den den Zoltkamper Kanal hin, aufzufahren; aber Wind und Wetter machten, daß er crst am ,7. in Zoltkamp, 4 Stunden von Groningen anlangte, von wo man Leute abschickte, um sie gefangen zu nehmen. Seit dieser Expedition hat man sich der ganzen, be. träcktlichen Casse der Vouane bemächtigt, und den Privatpersonen ihre Effekten zurückgegeben. Grcven den 6. November. Der Schrecken, welcher in die Franzosen gefahren ist, geht über alle Beschreibung. Zoo Kosaken haben gegen 4ooo Franzosen aus Mmt« sier gejagt, und sind ihnen auf dem Fuß nach. gefolgt, wo sie wahrscheinlich noch gute B? Se. Excellenz der Herr Feldmarschall, Graf Mon Bellegarde / ist vorgestern hlercingetrchen. Vom Main vom 2. Dezemher: ^Heute silid es 21 Fahre, daß Teutschsands Heere die Ätadt Frankfurt von den Franken unter Custine befreiten. Damals hatte« wir es uns ine träumen lassen, was wir späterhin eine so lange Reihe von Fahren dulden muß, ten- Doch weg mit Ruckermnerungen, die nur ein schmerzhaftes Gefühl erregen. Halten wir uns an die Gegenwart und die Aussicht emer frohen Zukunft. Die Lage der Dmge hat sich mächtig geändert. Am Rhcinstrome sammelt sich ein Heer, größer, als es dieser Fluß je sah, bereit, den Feind in seinen eigenen Gränzen aufzusuchen. Durch unsere Gegend ziehen unaufhörlich zahlreiche Abtheilungen von Truppen jeder Waffengattung, in verschiedener Richtung. Die Ereignisse m Holland, von denen man mit jeder Stunde umständliche Berichte erwartet, werden auf die Kricgsoperationen am Rhein großen Einfluß haben. Aus den Neckargcgenden vom 26 Nov. Die Instradirung der kaiscrl. russischen Truppen geht gegen Ulm, und sichtbar ist dcr Zweck, aus dcr Schweitz «ach Italien, oder nach Frankreich, nachdem es die Umstände for« Hern, zu wirken.' Der Eintritt der verbündeten Truppen in die Schweih wird höchstwahrscheinlich dieselbe Wirkung hervorbringen. wie M die Annäherung derselben zu den Staaten des »° aufgeloßten Rheinbundes. Die Erklärung der Schweitz konnte auch nicht jenen Erfolg haben, den sick der hohe Sinn der Kantonsdeputirten zu lversprechen schie», denn so wenig die verbündeten Mächte irgend einem Staate des Rheinbundes, dcr bisher mit Frankreich alliir: war, Neutralität zugestehen konnten, so wenig kann die Schweitz auf eine solche dem großen Zweck des Krieges 5 ergab, geblieben. Ihre Wiedererob-run^ ist in Änsebun,; des Hände s- tehrs fur Preußen noch besonders wichtig, weß- halb da n anchdi« ^.ailzose,, sie von allen <>oers festun^n zu.etzt herausgeben wollten. Die We«« , ke sind »on thnen seyr Vefi>ess,lt worden« er auch nacbber gefunden worden ?st. Außerdem hatte ich Gelege, deit ^u erfahren, daß nuin allcs, wos bei uns vorg.n^, wußte und stündlich Nachricht davon bekam. Wir wurden in->ch nach Hamburg zu d'Aubiünose gebracht, zuerst in ein schlechtes Gefängniß, nachher aber, nach gehabtem Verhör, nnter geheimer Aussicht frei gelassen, «nd oft wieder vorgefordert. Eln Hcutscher, wahrscheinlich von der geheimen Po< lizey, nahm sich unserer mit dem Scheine von herablassender Humanität sehr an, begleitete uns aus Spaziergängen, wo wir nun kindisch über unser Unglück jammerten, und erkannte in uns so ehrliche Leute, daß er uns ben An, trag mackte, wohlbestallte französische geheime Agenten zu werden und uns bei weitem zröße-re Versprechungen machte, als die in jener Erzählung angeführten, welche mit dem, was ich in meinem Vaterlande einst zu erwarten, zu vergleichen, mir nie eingefallen ist. Er sah unser verbissenes Lachen über seine Dummheit für innere Freude an, und so wurden nur nach mehreren geäußerten Bedenklichkelten des Auf« Hängens, wenn uns die Preußen entdecken wür« een, bald eins, erhielten emcn Paß und be, kamen ein «»sehnliches Reisegeld, mit welchem wir nach noch einigen Abenthcuern und Gefah, rcn im Hauptquartier des Herrn General Gra« fen von Wallmoden ankamen. — Merkwür« dig wird mir übrigens noch immer die Ver. abredung bleiben, t'ie man mit uns nahm, durch die pst die Möglichkeit entdeckt zu wer-^ den wegfiel. E. T., ehemals Obj.im Lutzowsche« Freicorps. Oessentliche Nachrichten aus Dresden können die beinahe an Verzweiflung gränzende Lage dieser Stadt während des ganzen Krieges, besonders aber während ihrer letzten Blockade, nicht genug beschreiben. Man schätzt nach einer mäßigen Berechnung, die Gesammtzahl der seit dem dzeßiähngen Wtederausbruch der Feind, seligkeiten in Dresden verstorbenen Eixheimi' schen und Fremden auf78,8ao Menschen. Frei« lich vermehrte sich die Anzahl der Sterbenden »n den letzten sechs Wochen ungemein, weil in "cser Zeit. wo die Stadt so eng eingeschlossen «>ar, zu dem allgemeinen Elend und zu den auf Z" Straßen liegenden Leichnamen von Men-lchen und Vieh noch eine Hungersnoth sich ge-nltte, em Zustand, von welchen sich Nlemand, der nickt Aligenzeuge war, einen Begriff ma, chen kann. Denn nachdem alle bei den Ein« wohncrn befindlichen Verräth? von Lebensmit« teln von den französischen Militär. Behörden requir rt worden waren, nachdem daher fast nichts mehr davon in der Oc-adt «ufzut-reiben war, nachdem kein Bäcker.mehr backen, kem Schlächter mehr schlackten konnte, fielen die tnmgerigen französischen Soldaten über die aus den Straßen seit mehreren Tagen liegende« todten Uerde her, und verzehrten sie halb roh, halb faulend. Mit welchen dankbaren Gefüh« len erfuhren daher die Dresdener die Nach» richt ihrer Befreiung, und wie freuten sie sich, als am l2. Nov. die erste Colonne der Franzosen abmarschirte. Dresdens jUmgebunaen m einem Umkreise von Z Meilen sind gänzlich verheert, und >H abgebrannte Dorfer dem Erdboden gleich. Nach einem, jedoch unverbürgten Gerücht soll der Maire von Straßbulg durch Ausbruch von Unruhen wegen einer starken Militärko«» scriplion sein Leben verloren haben. Der englische Kapitän Briscow Hat im großen südlichen Ocean, südwestlich von Neu» Seeland eine Gruppe von sieben Inseln enl« drckl, welchen er den Namen Lord Anklands» Inseln gegeben hat. Auf elne wiederholte Einladung Sr.Maj. des Kaisers Franz sind am ip. Nov. die königl. Prinzen und Prinzessinen von Sachsen nebst Gefolge nach Prag abgcreißt. ^ Die pohlnische Festung Mdlin hat elne Kapilulazion vorgeschlagen, nach welcher die« selbe freyen Abzug nach Frankreich verlangte, was ihr aber von dem die Belagerung kom, mandirenden General abgeschlagen wurde. Nach Prioatberichtcn ist die Stadt Beemea ovm Kaiser von Rußland für eine srepe Han« sestadl erklärt worden, und man klwarlet dert bereits Schiffe auS Helgoland.