PoStnin« pla£an« t gotovW eutsche Zeitung __ = Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat —— Schr>ftl»iwn, und Bftsolfamg: Pre!ernoua »lica 5, Telephon Nr. 21 (iitterardan) 1 Bezug »preis« für da, Inland: vierteljährig <0 Din, halbjährig «1 Din. ga«,. >nründigu«ge» »erde» w U» Verwaltung jt> dilligste« »edühren entgegengenommen s jährig lS« Din. Wr da, «u»iand entsprechend« Erhöhung, «inzelnrlmmer Din l K0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 83 Celje» Donnerstag, den 17. Oktober 1935 J 60. Jahrgang Der ctrteg in Afrika Der Negus verkündet den „Heiligen Krieg" Der italienisch« Sesandte von Addis Abeba abgereist Der Negus berief das Oberhaupt der abessi-nischen Kirche Abuna zu sich und ordnete die Verkündigung des „Heiligen Krieges", sowie die Mo-bilisierung einer starken Armee an, die die heilige Stadt Aium den Italienern entreißen soll. Die Bevölkerung von Addis Abeba hat die Nachricht von dem Verrat Ras Gugsas gleichmütig aufgenommen. Von keiner der Fronten werden be-sondere Ereignisse gemeldet. Die abessinische Mobi-lisierung ist vollständig beendet. Das abessinische Oberkommando hat die Flucht Gugsas zu den Italienern bestätigt. Wie man erfährt, sind mit Gugsa nur 200 Abessinier übergelaufen. Es handelt sich um Gugsas Leibgarde. Ras Seyum hat mit seinen Truppen sofort jenen Kampfabschnitt besetzt, den Gugsa zu verteidigen gehabt hätte. Unter den abessinischen Truppen herrscht furchtbare Erbitterung wegen Gugsas Verrat. In der Umgebung der abessinischen Haupt-stadt lagern über eine halbe Million Soldaten. Diese Truppen stellen die zweite Reserve dar, die erst dann eingesetzt werden soll, wenn an einer der Fronten die Lage kritisch werden sollte. Das Flugzeug von Bruno Mussolini, einem Sohn des ital. Ministerpräsidenten, würd« während eines Auftlärungsfluges in der Nähe von Malalle von vier Gewehrschüssen durchbohrt. Bruno Mujso-lini blieb unverletzt. Es ist bezeichnend, daß das Flugzeug gerade über jenem Gebiet heftig beschossen wurde, wo Abteilungen Gugsas stehen, der mit vielen Soldaten bekanntlich zu den Italienern über-gelaufen ist. Italien. Flugzeug abgeschossen Die Meldung, wonach es den Abessiniern ge-hingen ist, abermals ein italienisches Flugzeug über der Bahnstrecke Addis Abeba—Dzibuti abzuschießen, wird bestätigt. Zwei Offizier« und der Pilot wur-den getötet. Italienischer Admiral schickt englischen Orden zurück Mussolini erhielt von Konteradmiral Giuliani Pini folgendes Schreiben: In den Jahren 1902 und 1904, als der Mullah eine gute politische Waffe in unseren Händen hätte sein können, zeigte sich Italien als derart loyaler und aufrichtiger Freund Englands, daß es Schiffe und Menschen zur Ver-fügung stellte, um England bei der Befriedung von Englisch>SomaIiIond zu unterstützen. Heute, da Englands Regierungsmänner an Vergeßlichkeit leiden, erachte ich es als meine Pflicht, die Medaille, die ich damals von der englischen Regierung erhielt, zurückzustellen, wobei ich nur bedaure, daß italienische Matrosen unter meinem Befehl ihr Leben für ein Land aufs Spiel setzten, das kein Gefühl der Dank-barkeit und Gerechtigkeit besitzt. * Propaganda gegen die Tschechoslowakei Aus Warschau wird geschrieben: Die polnische Presse erhebt in letzter Zeit die unverhüllte Förde-rung Polens nach dem tjchechischen Staatsgebiet, in welchem Polen leben. Unterstrichen wird diese Forderung durch die tägliche Presseschau des polnischen Rundfunks, die eine eindeutige Propaganda gegen die Tschechoslowakei darstellt. Senat Senatspräsident Dr. Tomasic hat die Sitzung des Senates für Samstag den 19. d. M. um 9 Uhr einberufen. Die Skupstina ist für den 20. einberufen. Kampf gegen die Korruption Dem Beograder Parlament soll demnächst ein interessantes Gesetz vorgelegt werden. Es richtet sich nicht nur gegen die Korruption der Zukunft, sondern auch gegen die Korruption in der Vergangenheit. Es sollen Kommissionen gebildet werden, denen das Recht zusteht, den Ursprung des Vermögens der früheren und jetzigen Minister, Politiker und hoher Staatsfunktionäre zu untersuchen. Jugoslawien—England Der neue bevollmächtigte Minister Großbri-tanniens am Beograder Hof Ronald Campbell empfing am 12. d. nachmittags einen Vertreter der Avala. Der Minister hob den liebenswürdigen Empfang hervor, den er bei S. K. H. Prinzregent Paul gefunden hätte, und den tiefen Eindruck, den dieser auf ihn gemacht habe. Die Beziehungen itannien seien, zwischen Jugoslawien und Großbritannien erklärte der Gesandte, nicht nur gut, sondern aus-gezeichnet. „Was meine künstige Tätigkeit betrifft", fuhr der Gesandte fort, „so werde ich alles tun, was in meinen Kräften steht, um die Beziehungen nicht nur auf politischem, sondern vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet noch weiter auszubauen. Auf wirtschaftlichem Gebiet ist, glaube ich, noch viel zu tun". Auf eine Frage betreffend die internationalen Ereignisse und die Vorgänge in Genf erklärte der britische Gesandte, die britischen Staatsmänner wünschten nur eines: den Frieden. Griechenland und Monarchie In ganz Griechenland Herrscht, wie aus Regierungskrisen mitgeteilt wird, volle Ruhe und Ordnung. In allen Aemtern und staatlichen An-stalten wurden Bilder König Georgs II. angebracht. Nun werden in allen griechischen Kirchen in den Gebeten auch König Georg und die IgL Familie genannt. Neue polnische Regierung In Polen kam dieser Tage eine neue Re-gierung ans Ruder. Der außenpolitische Kurs wird derselbe bleiben; dies beweist auch schon die Bei-beHaltung des erfahrenen Oberst Beck als Außen-minister. _ Aufhebung der Freimaurerei in der Türkei w«ii staats und vollischädiich. Die Regierung hat olle Freimaurerlogen ver-boten. Die Polizei hat alle Häuser, in denen die Logen (20 türkische, mehrere jLdische, eine französische und eine griechische) untergebracht waren, versiegelt. Das Verbot wird damit begründet, daß keine Organisationen mit Ausnahme der Regierungepartei erlaubt seien. Die Behörden seien nicht in der Lage, die Beziehungen dieser Organisationen mit dem Ausland zu kontrollieren. Opfere auch du für die Winterhilfe. Die schwierige außen-politische Lage der Tschechoslowakei Die Moldaurepublik ist in den letzten Monaten in eine peinliche Lage geraten, die ihren drastischen Aus-druck in bedeutsamen Truppenverschiebungen und An-sammlungen an den Grenzen Deutschlands, Polens und Ungarns findet. In Prag beurteilt man allgemein die Lage sehr ernst und eine zunehmende Nervosität ist fast überall feststellbar. Wodurch ist diese kritische Situation entstanden und welche Entwicklung kann voraus gesehen werden? Die Außenpolitik der Prager Regierung wird fast souverän seit 16 Jahren von Außenminister Dr. Eduard Benesch geführt. Diese Politik stützt sich gegen-wärtig auf das Bündnis mit Frankreich, auf die Koope-ration innerhalb der Kleinen Entente, auf den russisch-tschechischen Beistandspakt und auf den Völkerbund. Die Nachbarschaft besteht aus Deutschland, Polen, Un-garn und Oesterreich. Eine Untersuchung der Entwick-lung der Beziehungen m den Nachbarstaaten gibt durch-aus Aufschluß über die eingetretene Verschärfung der außenpolitischen Lage des Landes und über den gegen» wältigen Status. Die Beziehungen zu Deutschland haben sich in der letzten Zeit außerordentlich verschlechtert, vornehmlich deshalb, weil Benesch ein fanatischer Verfechter der Un« fehlbarkeit der Friedensverträge ist und in geradezu or-thodorer Form die Pariser Thesen verteidigt. Die Be-ftrebungen Deutschlands, die Gleichberechtigung zu er-langen, stießen deshalb auch auf den hartnäckigen Wi-verstand Prags. Die Tschechoslowakei vermeint, daß ein militärisch starkes Deutschland den Bestand der Tschecho-Slowakei bedroht. Der nicht verhinderbaren Erstarkuna des Deutschen Reiches suchten Barthou und Benesch durch Abschluß von Beistandspakten zu begegnen, um einen Ring gegen Deutschland zu bilden. Die Pläne für die Schaffung des Ostpaktes fanden in Benesch einen rührigen Befürworter und der Abschluß des russisch-tschechischen Beistandspaktes führt zu einer engen politi-schen und militärischen Zusammenarbeit zwischen Prag und Moskau. Und je mehr sich Benesch für den Ostpakt und die Annäherung an Moskau exponierte, in eben demselben Masse erkalteten die Beziehungen Berlin-Prag. Dazu treten noch innerpolitische Gründe. Die kri-tische politische und soziale Lage der Sudetendeutschen bleibt nicht ohne Rückwirkung auf das Verhältnis der beiden Nachbarn, denn es ist klar, daß Deutschland am Schicksal des deutschen Volksleiles in der Tschechoslowa-kei tiessten Anteil nimmt. Die Zusammenarbeit Deutsch-lands und Polen, die in der letzten Zeil neuerlich ein-drucksvoll zu Tage trat, trug eher zu einer Verschlechte-rung der Beziehungen der beiden Länder bei. Die Relation WarschawPraa bat sich gleichfalls erheblich verschlechtert. Es wird vielfach und fälschlich angenommen, daß die in der Tschechoslowakei lebende polnische Minderheit, welche sich über die Verletzung ihrer nationalen Rechte beklagt, diese Verschärfung oer-ursacht. Die Dinge liegen im Grunde genommen aber so, daß sich die polnische Gegnerschaft in der Hauptsache ge-gen Benesch richtet, dessen russophile Politik von Pil-sudsky und seinen Nachfolgern abgelehnt wird. Zwischen Budapest und Prag liegt eine breite Kluft, die unüberbrückbar scheint. Die Tschechoslowakei verteidigt beharrlich den durch die Friedensverträge ge-schaffenen status quo; Ungarn dagegen fordert die Re-vision der Verträge und der Grenzen. Die traditionelle Freundschaft, welche die Ungarn mit den Polen verbin-det, ist intimer als die Zusammenarbeit Warschau-Ber-lin. Auch diese Tatsache verschlechtert zunehmend die Be-Ziehungen Polens zu Prag. Ungarn steht seit 1927 im römischen Blocksystem und die Bemühungen der Klei-nen Entente, über Rom zu einer Stabilisierung im Donauraum zu kommen, sind alten Datums. Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 83 Dennoch eröffneten erst die Abmachungen Mussolini« Laval im Januar d. I. begründete Aussichten, die Kleine Entente in die italienische Donoupolitik anzu-schalten. Mussolini stimmte der Schaffung eine»Donau-pakte» zögernd zu und auf der Konferenz zu Stresa — diesem Höhepunkt derEinkreisungspolitik gegen Deutsch-land — betraute man den Duce mit der Einberufung der Donaukonferenz. Seither ist Benesch ein glühender Vorkämpfer für den Donaupakt, den das Wiener Re-gime ebenso benötigt als der Hradschin. Laoal und Benesch versprachen auf Jugoslawien im ausgleichenden Sinne einzuwirken, während Mussolini zusagte, der Haltung Ungarns eine mUdere Note zu geben. Die Ent-wicklung seit Stresa hat nun aber alle Kombinationen, Konferenzen und Paktpläne über den Haufen geworfen. Zunächst führt Mussolini also Krieg und damit gehen die mühevoll angebahnten Freundschaften wieder in die Brüche. Die Hoffnungen der Prager wie der Wiener Regierung zerfließen in Betrachtungen über eine durch-aus vage Zukunft. Wie reagiert nun Prag auf die eingetretenen Veränderungen? 1. Es stellt sich hinter den Völkerbund im italienisch-abessinischen Konflikt. Benesch unternimmt alles, um England dem Völkerbund zu erhalten, so sehr die ge-meinsamen Anstrengungen auf die Schonung Italiens auch gerichtet sein mögen. In der Wahl zwischen Italien und England aber steht Prag zum Völkerbund und zu Eine Reglerungsdiktatur in der Schweiz? Am 27. Oktober d. I. finden die Wahlen in den schweizerischen Nationalrat statt. Wohl noch nie hat sich ein derart bunter Parteiaufmarsch gezeigt, wie diesmal. Hier Listenverbindungen zwischen So--lialdemokraten und Kommunisten, da kampflose Wahlvereinbarungen zwischen Liberalen und Kon-seroativen, dort eine neue Liste usw. Nebenbei Ver-zichtserklärungen alter Parlamentarier. Der politische Umschwung rund um die Schweiz und die immer schärfer einsetzende Krise drängen auch in der Schweiz zu neuen politischen und wirtschaftlichen Wegen und Formen. Am 8. Sevtember d. I. hat das Schweizer-volk eine Totalreoision der Bundesverfassung abge-lehnt, obwohl die Verfassung unbestreitbar reform-bedürftig ist und eine Modifizierung unter strikter Aufrechterhaltung der freiheitlichen Grundlagen um o zwingender ist, weil sonst die Regierung genötigt st, ständig die Verfassung zu verletzen, damit sie zum Wohle des Landes und des Volkes regieren kann. Dadurch hat sich im Verlaufe eines Jahres eine Art Bundesratsdiktatur herausgebildet, die auf irgend eine Weise legalisiert und weitergeführt wer-den soll. Die Formulierung dieser Entwicklung hat die unabhängige Zeitung für Demokratie und Volks- fiemeinschaft «Die Nation" richtig dargestellt, wenn le schreibt: „Sollen die Rechte und Freiheiten des Volke» erhalten bleiben oder einer Bundesratsdiktatur ge-opfert werden? Die Gefahr, die der Demokratie zur Stunde droht, heißt nicht so sehr Frontismus oder Wein und Landschaft Da« .Fest d«r deutschen Traube und de» Wein»' oom 19. 26. Oktober IM5 Das nationalsozialistische Deutschland, da« dem Bauerntum die ihm gebührende Stellung im Leben der Nation wieder einräumt, und das Erntedankfest zum Ehrentag de« gesamten Volkes erhob, hat sich im besondern Maße auch des Winzervolkes an-genommen, das in den letzten Jahren große Not gelitten hat. Schon im Vorjahre setzte eine groß-zügige Propaganda-Attion für den deutschen Wein ein. In diesem Jahre gestaltet sich der Weinwerde-fclbjug zu einem wahren Volksfest. Unter dem Motto „Wein ist ein Volksgetränk" wird vom 19. bi» 26. Oktober des Jahre« in allen deutschen Gauen eine Weinwoche durchgeführt, in der ein guter Tropfen schon fiir wenige Groschen genossen werden kann. Diese« Fest ist weniger eine Auf-forderung zum vermehrten Alkoholverdrauch, als ein Hinweis auf die volkswirtschaftliche Notwendigkeit des Weinbaus und ein Vorstoß gegen die oft ge° hörte Meinung, daß Wein ein Luius sei. Zwar entfallen von den 29 Millionen Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Deutschen Reiches nur 03°/» — also etwa 80 000 ha — auf Weinberge. Aber diese« kleine Gebiet ernährt fast 2 Millionen Menschen. Denn außer den Winzern «hält loch eine große Anzahl anderer Berufszweige England, denn eine Loslösung Großbritanniens aus dem Genfer Kollektivsystem würde einer Verstärkung de» europäischen Revision»blocke» gleichzuhalten sein. 2. Die Tschechoslowakei nimmt nach dem Gömbö»-Besuch eine enge politische und militärische Zusammen-arbeit zwischen Deutschland, Polen und Ungarn al» ge-geben an. Die Bildung eine» solchen Blocke» empfindet Prag als stärkste Bedrohung. Es befürchtet ferner, daß Oesterreich mit diesem Bunde sympathisieren könnte und die fernere Entwicklung in Genf schließlich auch Italien veranlaßt, den Völkerbund zu verlassen, um sich dieser Vertikal'Verdindung zu nähern. Eine solche Verlage-rung würde aber zu einer völligen Einkreisung der Tschechoslowakei führen. 3. Prag besorgt aus der Memelftage heraus, Konfliktmöglichkeiten zwischen Deutschlaund und Litauen. Es fürchtet einen deutsch-russischen Krieg, denn hinter Kowno steht Rußland. Ein solcher freilich würde die Tschechoslowakei mm Kriegsschauplatz machen. Deshalb empfiehlt Benesch der litauischen Regierung mit Nach-druck die Respektierung de» Memelstatuts und den Ab-bau der Spannungen zwischen Kowno und Berlin. 4. Der Prager Ministerrat beschloß kürzlich schließ-lich auch Schritte in Paris und Bukarest zu unternehmen, um die verbündeten Regierungen zur Aufgabe ihrer Bündnisse mit Polen zu bewegen. Die Politik im Donauraum tritt in eine neue entscheidende Phase! Faschismus^ sie besteht darin, daß die Volksrechte auf „kaltem Wege", durch das Mittel der dring-lichen Bundesbeschlüsse, ausradiert werden. Starke Kräfte arbeiten darauf hin, daß nach den Wahlen dem Bundesrat Vollmachten erteilt werden, die es ihm ermöglichen, den brenzligen Teil der Gesetze, die vor dem Volke keine Gnade finden würden, durch bloße Bundesbeschlüsse zu erledigen." Auch der vchaffhauser „Grenzbote", das Or-gan der Nationalen Front berichtet von den „Dik-laturplänen des Systeme". Dos Blatt schreibt über die Absicht, auf dem Wege des dringlichen Bundes-beschhisses ein Notrecht zu proklamieren u. a.: „Das Schweizervolk würde dadurch auvlän-bischen Zuständen entgegen geführt. Um seine Frei-heit und sein Selbstbestimmungsrecht wäre es ge-schehen. Wir bekämen eine Diktatur schlimmster Sorte, die einzig zur Erhaltung der Sessel und Pfründen der heutigen Machthaber dienen, das Schweizervolk aber in Hunger und Elend führen würde!" Unabhängigkeit der Schweizer Presse Der aus Berlin wegen seiner tendenziösen Be-richterstattung ausgewiesene Korrespondent der „Basler Nachrichten", Ernst Klein, bedient nun dieses Blatt als Wiener-Korrespondent. Der bis-herige Wiener-Korrespondent der „Basler Nachrichten" Dr. Fran? KleiN schreibt nun von Rom aus für diese Zeitung. Beide Klein sind laut einer seinerzeitigen Meldung der „Basier Nachrichten" „nichtarische Oesterreicher". der Industrie und Wirtschaft und des Handwerk» durch den Wein seinen Lebensunterhalt. Darüber hinaus sind die Weinbaugebiete für andere land-wirtschaftliche Erzeugnisse nicht nutzbar zu machen, da in den meist steinigen Bergen keine anderen Früchte gedeihen. Die größte Weinlandschaft de» Deutschen Reiches ist die Pfalz mit einer Fläche von 15385 ha. Darauf folgt Rheinhesfen, dann da» Mosel- und Saargebiet, der Rheingau und die Nahe, während Unterfranken mit 3212 ha das kleinste Weinland ist. In diesen Gebieten wird alljährlich durchschnittlich 200 Millionen Liter Wein geerntet, da» Rekordjahr 1934 brachte e» ja auf 470 Millionen, von denen noch über 200 Millionen in Fässern lagern, die aber dringendst für die neue Ernt« gebraucht werden. Es ist deshalb die vor-nehmste Pflicht der deutschen Regierung gewesen, den Winzern neue Absatzgebiete zu erschließen. Denn Deutschland, das so oft als ..weinfreudiges Land" besungen wird, marschiert keineswegs im Wein-verbrauch an der Spitze der europäischen Länder. Im Gegenteil. Während in Frankreich auf den Kopf der Bevölkerung jährlich 140 Liter Wein entfallen, in Italien 92, Spanien 80, Schweiz 20, Oesterreich 15 Liler, wird in Deutschland pro Kopf der Be-völkerung jährlich nur 4 bis 5 Liter Wein ge-trunken. Auch im übrigen Alkoholverbrauch sind die Zahlen ähnlich. Werden in Frankreich jährlich etwa 35. in Spanien ebensoviel, in Italien 28. in Oefter- Opfert für die Winterhilfe. Kurze Wiener-Chronik Verläßlichen Meldungen aus Wiener Heim-Wehrkreisen ist zu entnehmen, daß zwischen Starhem-berg und Minister Fey die alten Spannungen wieder eingetreten sind. Fey bemüht sich, Starhem-berg nicht nur in der Regierung, sondern auch in der Heimwehr auszuschalten. Um die Herrschast über die Heimwehr zu erlangen, hat Minister Fey sich eine verläßliche Gefolgschaft von 14 000 Mann gesichert, die er für eine Palastrevolution verwenden will. Es wäre nicht das erste Mal, daß die Heim-wehr Feys revolutioniert. Die Leitung der NSDAP Oesterreich hat einen Aufruf an das österreichische Volk erlassen, in welchem gegen Italien Stellung genommen wird. — Zur Bekämpfung der immer stärker werdenden Regierungs Opposition hat die Wiener-Polizei eine neue Spezial-Erhebungstruppe gebildet, die aus Zivilpersonen besteht und Nach-richtenmaterial liefern soll. — Die jüdischen Kreise üben auf das Regime einen immer stärkeren Druck aus, auf keinen Fall mit der Opposition des Volke» irgend einen Frieden zu schließen. — Die Durch-setzung der „Vaterländischen Front" mit System-gegnern schreitet unaufhörlich vorwärts. Selbst Re-gierungsblälter klagen, daß die „Vaterländische Front" nicht mehr ganz rot-weiß-rot sei, sondern stellenweise schon arg braun und marxistisch. Das Baltimoredeutschtum in vorbildlichem Aufschwung Gdp. — In Baltimore im Staate Maryland der USA w)hnt ein einiges deutsches Element, da» in die Zukunft schaut und für die Förderung ver deutschen Ideale in den Ver. Staaten arbeitet. Die deutschen Organisationen, Vereine und Einwohner hatten seit dem Kriege keine deutsch« Tageszeitung. Innerhalb kurzer Zeit wird jedoch wieder eine deutsche Tageszeiutung erscheinen, und das wurde einzig und allein durch die kräftige Mit-arbeit jeder deutschen Organisation und jede» deutschen Vereins in Baltimore und im Staate Maryland ermöglicht. Es freut uns ganz besonders, über den Geist zu berichten, der in Baltimore herrscht und der unter der deutscheu Einwohnerschaft in vielen anderen größeren Städten sehr oft nicht zu finden ist. Die deutsche Bevölkerung in Baltimore zeigte den Deutschen in anderen Städten den Weg, wie durch gemeinsame Zusammenarbeit an der Wiedererrichtung einer deutschen Tage,presse ihrem Interesse und demjenigen der Gemeinde am besten gedient werden kann. Jede Revolution, die vor der Geschichte Bestand hat, ist ein geistiger Akt. — Der Re-volutionär hat das bessere Recht auf feiner Seite, wenn — und soweit — er dem Rechte von morgen zum Sieg verhilst. reich II Liter Alkohol ausgeschenkt, verbraucht Deutschland nur 5 Liter. Diese Zahlen beweisen zur Genüge, daß die in Deutschland aufgegriffenen Maßnahmen zur Hebung der Rot des Winzerstandes notwendig waren. Aber das „Fest der deutschen Traube un) de» Wein»" ist nicht lediglich au» wirtschaftlichen Gründen »er-anstaltet, es ist auch nicht ein Fest de» Trinken», sondern ein Fest deutscher Heimat und deutscher Freude. Das findet seinen sinnfälligsten Ausdruck in den „Weinpatenschaften", die fast alle größeren deutschen Städte übernommen haben. In dieser Zeit werden in allen Gaststätten nur Weine der Ge-markungen ausgeschenkt, für deren Weinabsatz sich die betreffende Stadt einsetzen will. Die Reich»-Hauptstadt hat z. B. sich verpflichtet, die gesamten unverkauften Bestände des Jahrgangs 1934 der Moselstädte Trittenheim, Elüsserath und Mehring, der Nahestadt Monzingen und Landhaus i. d. Pfalz abzunehmen. Die Patenstädte — auch da» ist ein Zeichen schöner Verbundenheit von Stadt und Land — werden ihrerseits aus dem bunten Leben ihre» Volkstums mitteilen. Bilder geben die charakteristischen Züge der einzelnen Landschaften wieder und die Winzerabordnungen haben einen Ehrenplatz auf diesem Feste. Der Boden formt den Menschen und der Boden formt auch den Wein. Gerade in Deutsch-land gibt der Wein der Landschaft ihre charakteri- Nummer 83 Deutsche Zeitung Seite 3 Aus Stadt Celje Kundmachung Das königl. Banalamt gibt für die Luftabwehr-Übungen im Draubanat folgende Verhaltungsmaßre-geln bekannt: Während der Dauer der Luftschutzübungen hat sich die Bevölkerung streng nach den jeweils ausgegebe-nen behördlichen Anordnungen zu halten. Diese Anordnungen beziehen sich auf da« Ver-halten der Bevölkerung im Bezug auf die öffentliche Ordnung, Sicherheit und den Verkehr während der Uebungsdauer. Die Bevölkerung muß sich aber auch verpflichtet fühlen, den Anordnungen, die der Lustschutz vorschreibt, unbedingt Folge zu leisten, und zwar: Schließen der Fenster und Türen, sofortiges Auffuchen von jchutzsicheren Kellern usw. Wer sich den oorgeschrie-denen Anordnungen ohne Angabe triftiger Gründe nicht fügt, wird mit 10 bis 1000 Dinar Strafe belegt, im Nichteinbringungsfalle mit Arrest von 1 bis20Ta-gen bestraft. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Bekanntmachung in Kraft. Die Skiklubveranstaltung. Der Familien-abend des Skiklubs am letzten Samstag hatte unter dem schlechten Besuch leider sehr gelitten. Schuld daran dürfte wahrscheinlich der zu erwartende schöne Sonntag gewesen sein, der Viele schon Sametag abends und Sonntag zeitig in der Frühe hinaus in den herrlichen untersteirischen Herbst lockte, was ja schließlich nicht zu verdenken war. Die Ver-anstalter gaben sich redliche Mühe, die dadurch ent-ftandenen Lücken durch Stimmung zu verdecken, was ihnen schließlich ja auch gelang. Dabei hatte den größten Erfolg Herr Werner Stiger, mit seinem Llchtbildervortrag über das Skispringen in Planlca und die Touren in den Bachern. Die „Unentwegten" find aber jedenfalls auf ihre Kosten gekommen. Man spricht davon, daß einzelne Teilnehmer noch sehr zeitig auf waren ... Da« Büffet, gespendet von den Damen de» Vereins, war außerordentlich reich beschickt und wurde gern aufgesucht. Hoffen wir, daß der nächste Abend auch von jenen besucht wird, die diesmal nicht dabei waren. Danksagung. Der Skiklub läßt allen lieben Volksgenossen fürdie opferwilligen Spenden zum frohen erfolgreichen Skiabend herzlich danken und bittet sie um weitere wohlwollende Unterstützungen. Jedermann op-fere für die Gemeinschaft. Kriegsopfertag. Der Orteverband der Kriegs-invaliden in Celje hält am Sonntag, den 20. d. M. zum Gedenken an die im Weltkrieg gefallenen Kameraden und an die gestorbenen Invalidenkameraden und Kriegswitwen einen Trauertag ab. Der Gedenkgottes, dienst findet um 8 Uhr in der Pfarrkirche St. Daniel statt. Zur Teilnahme sind alle Kameraden, Mitglieder und die ganze Bevölkerung eingeladen. stischen Züge und er bestimmt die Art der Menschen, die mit ihm leben und durch ihn leben. Wer je einmal in deutschen Weingebieten weilte, wird die starke Verbundenheit des Menschen mit dem Boden und der Arbeit, die ihm seine Früchte bringt, gefühlt haben. Die Pfalz, der „Garten Gottes" mit feinem fast endlosen Rebenmeer, da» sich aus der behaglichen und fruchtigen Schwere, aber dennoch freudigen Lieblichkeit der Landschaft hebt, paßt zu den Men-schen dieses Gebiets in ihrer breiten und wuchtigen Art. Und beide» spiegelt sich in den Pfälzer Weinen wieder. Im „Goldenen Herz der Pfalz", in Deides-heim, Neustadt a. d. Hardt und Bad Dürkheim, gedeihen die Pfälzer Edelweine, die zu den besten Marken des „Weinkellers des Deutschen Reiches" zählen. Hier ist auch eine „deutsche Weinstraße" angelegt worden, die am ersten Tage des „Festes der deutschen Traube" feierlich eröffnet wird. Künst-lich gestaltete Wegeschilder werden die Straße ein-heitlich bezeichnen. Ganz anders ist die Art der moselländischen Landschaft und damit auch der Menschen und de» Weine». Hier wächst der Wein an steilen Berghängen, die dem Winzer so manchen Schweiß abgezwungen haben. Und dieser muß rasch und lebendig sein, um den Anforderungen seines Berufes zu genügen. Der Weinjünger trinkt diese rasche Lebendigkeit .Und Herbheit der Landschaft in dem goldig-grünen Moselwein. Im roten Ahr-wein, der an dem heißen FeUgestein der wild- und Land Personalanderung und Ernennung. Zum Chef der Stadtpolizei von Celje wurde der Kommissär der Polhel in Susak Herr Stefan Törner ernannt. — Oberst I. Neiak, Gehilfe des Kommandanten des 39. Infanterieregimentes in Celje. ist zum Kommandanten des Regimentes ernannt worden. Danksagung. Der Stadtpräsident Herr Mi-helcic spricht hiermit dem Spar- und Vorschußoerein in Celje seinen herzlichsten Dank für die hochherzige Spen-de von 10.000 Dinar aus, die dieser anläßlich de» trau-rigen Todestages S. M. des Ritterlichen Königs Ale-ander I. des Einigers für die Armen und Arbeits-losen der Stadt Celje gewidmet hat. Danksagung. Die Stadthauptmannschaft Celje läßt im Namen des städtischen Armenrates der Familie Zumer (Hotel „Zvezda") herzlichsten Dank sagen für die hochherzige Spende von 150 Dinar an Stelle eine» Kranze» auf das Grab des verstorbenen Herrn Franz Rebeuschegg. Auf zum zweiten noch heitereren Skiklub. Bachernauvflug. Noch ehe das trübe, regenschwere Wetter eintritt, wollen wir allen Mitgliedern und Freun-den des Skiklub Gelegenheit geben den Bachern im Farbenschmuck des Herbstes zu sehen. Wer einmal die berauschende Farbenstimmung de» Bachern im Herbst gesehen hat, den lockt e» immer wieder in diesem Farben-reichtum zu schwelgen und die herrliche Bachernluft zu genießen. Wieder geht es auf die Rogla. Der Aufstieg ist nicht schwer — gute Geher machen den Weg in 17, Stunden; bei mäßigem Gang kommt man in 2'/, Stunden gemütlich hinauf. Also für niemanden ein Hinderniß den Ausflug mitzumachen. Mel-den Sie ihre Teilnahme zur Bergfahrt im Friseur-geschäft Paidasch und erlegen Sie Din 25.— Fahrtangaben. Dann führt Sie ein bequemer Autobus — Samstag, den 19. d.M. um V.8 Uhr abends — vom Hotel „Post" (Rebeuschegg) au», fast bis zum Aufftieg. Für Speise und Trank ist gesorgt wohl raten wir Ihnen, Taschenlampe und Wollweste mitzunehmen. Zögern Sie nicht — nützen Sie den schönen Herbst — bei Regen fahren wir näm-lich nicht — und freuen Sie sich mit an unserem Werk. E» zahlt sich aus! Skigymnastik. Auf vielseitigen Wunsch wer-den die Gymnastikstunden auf Mittwoch verlegt. Bitte weitersagen! Sonntag kein Strom. Das Städtische Elektrizitätswerk Celje gibt bekannt, daß am Sonn> tag, dem 20. d. M. zwischen 8 Ubr vormittag und 2 Uhr nachmittag da» Elektrizitätswerk wegen Reinigung des Transformators und des Ström-netzes stillstehen wird. Autobusausflug nach Mariazell und Semmering! Das Verkehrsbüro „Putnik" veran-staltet vom IS.—20. Oktober wieder einen schönen Au-tobusausflug nach Mariazell. Abfahrt von Celje um ca. 5 Uhr Früh Samstag, den 19. d. M. mit mehrstündigem Aufenthalt in Graz. Mittags Weiterfahrt nach Maria-zell, dort Uebernachlung und nächsten Tag Rückfahrt romantischen Ahr seine Geburtsstätte hat, funkelt da» Feuer, das die Menschen dieses Gaue« auszeichnet. Und wer die bunte Weinkarte der badischen Land-schaft studiert, wird in der Eingenart seiner Weine auch manche Charakterzüge des Landes und seiner Menschen feststellen. Deutschland ist reich an berühmten Weinorten. Ihre Erzeugnisse können mit den besten Weinen der Welt konkurrieren. Aber die Güte des Weines liegt nicht nur an den guten Lagen, sondern hängt auch von der Sorgfalt bei der Kelterung ab. Die Gärung der Rebe, die der Hefepilz verursacht, der durch Insekten auf die reisen Früchte getragen wird, muß sorgfältig beobachtet werden. Kontrolliert man den Most nicht, so vermehrt sich dieser Pilz zu rasch und die wilde Gärung ist dann die unbeabsichtigte Folge. Aber auch die Lese-Zeiten sind von großem Einfluß. Dem Weinkenner verraten die Etiketten der Weinflaschen, ob es sich um eine „Spätlese", oder um eine „Auslese", um „Beerenauslesen" oder „Trockenbeerenauslesen" handelt. Diese Ausdrücke sind Qualitätsbezeichnungen, für die das deutsche Weingesetz genaue Bestimmungen kennt. So kann z B. als „Spätlese" nur ein ungezuckerter Wein gellen, der erst nach Abschluß der Hauptlese geerntet worden iit, wobei also die Früchte völlig ausgereift find. Wein und Landschaft — da» ist ein Begriff. Da» „Fest der deutschen Traube und de» Wnn»" drückt diese Einheit in sprechendster Form au«. über den Semmering nach Graz und Ankunft in Celje um ca. 22 Uhr. Fahrpreis Din 2*0.— pro Person. Paß nicht nötig. Eheste Anmeldungen bis 16. d. M. bet „Putnik" Celje, Aleksandrov trg 2, Tel. 119. Krämer- und Viehmarkt. Montag, den 21. Oktober d. I. findet in Celje der Krämer- und Viehmarkt statt. Teppichausstettung. Besuchet die große Dalmatinische Teppich Pracht. Eine sehenewürdige Ausstellung dalmatinischer Hausindustriearbeit in na-tionaler Ornamentik. Die Ausstellung befindet sich im großen Saal der Städtischen Sparkasse und ist geöffnet vom 16. bis einschließlich 20. d. M Vormittag» von 9—12'/, Uhr. nachmittags von 3—7 Uhr. Eintritt frei. - Kino Union. Heute, Donnerstag, zum letzten Male der Tonfilm „Zigeunerkönig" mit Don Jose Mojca und Rosita Moreno. Ab Freitag, der Ton-film „Die Fahrt ins Blaue". M a r i b o r Weinlese. Im nördlichen Teil der Slovensk« aorice ist die Weinlese größtenteils schon beendet. Der Ertrag ist sehr gut, er übertrifft den in normalen Jahren. Besonders ertragreich waren heuer die minderen Sorten, wie Isabella und Direktträger. Die Direktträger werden immer mehr ausgemerzt und durch Edelsorten ersetzt. Die Banalverwaltung dringt darauf, daß nur mehr Edelreben gepflanzt werden. Vorläufig sind die Wein-gärten noch zu rund 60 v. H. von Direkträgern be-standen. Segelflugzeugtaufe. Auf dem Flugfeld in Tezno wurden Sonntag nachmittag drei Segelflugzeug« getaust, die von Mitgliedern der Segelflugsektion vom Mariborer Aeroklub gebaut worden waren. Die Flug-zeuge erhielten die Namen „Pohorc", „Celjan" und „Berat". Nach der Feier wurden mit den neuen Appa-raten Probeflüge unternommen. Der Apparat „Berac" stürbe infolge Ausgleitens des Piloten am Pedal ab und wurde fast vollständig zertrümmert. Ptui Ein lebhafter Tag in Ptuj. Am Sonn-tag, dem 13. Oktober ging e» in Ptuj äußeist leb-haft zu. Schon am Morgen vernahm man Blech, musik: Die Feuerwehr Kapelle von Na!e durch fuhr auf dem Rüstauto unter klingendem Spiel die Straßen der Stadt und warf Flugzettel au», die zum Besuche der am Nachmittage stattfindenden Tombola einluden. Kurz nachher erschollen Fanfaren, die da» Herannahen einer Gruppe von Radfahrern auf flaggengeschmückten Räoern au» Maribor an-kündeten. Bald darauf folgten unter Vorantritt eine» Harmonikaspieler» junge Leute, die selbst mit nagel-neuen Mänteln bekleidet Reklametafeln der Firma Tivar trugen. Ihnen entgegen wallte eine Menschen-menge, die ein Mann hoch überragte. Wieder er-schollen Trompetenklänge und die Worte eine» Au», rufer». Der Seiltänzer Krainc fuhr auf einem über 2 Meter hohen Einrade durch die Straßen. Während sich da» Publikum am Minoritenplatze zur Vormittagsvorstellung der außerordentlich tüch. tigen Seiltänzer versammelte, verteilten Mitglieder der hiesigen Feuerwehr Einladungen zum nach, mtttägigen Weinleses-ste. Gegen 11 Uhr marschierte die städtische Musikkapelle auf. deren flotte Weisen den baldigen Beginn der Seilkünslleroorstellung verkündeten. Schon warder Minoritenplatz schwarz vor Neugierigen, als vom Stadtpark her Reklametafeln der Vergnügungsunternehmung Michel getragen wurden und von der entgegengesetzten Seite wieder mit Trompetenschall die Mariborer Radfahrer nahten. Während die Seiltänzer ihre halsbrecherischen Vorführungen zeigten, erscholl Großfeueralarm. Der Umstand jedoch, daß alle Geräte das Spritzenhau» fast gleichzeitig verließen, verriet sogleich, daß e» sich um eine große Uebung handle. Da» angenommene Brandobjekt war da» Theatergebäude. Trotzdem die große Motorspritze und die altehrwürdige Dampf-spritze an die Drau, die kleine Motorspritze aber an den Grajenabach geschafft worden waren, waren die auf da» angenommene Brandobjekt geworfenen Wassermengen doch nicht so groß, daß sie zum Löschen eine» wirklichen Brandes ausgereicht hätten. Die Uebung wurde gegen 12 Uhr mtttags ab-geblasen. Nach kurzer Mittagspause begann der Rummel vom Neuen. Der Radfahrverein „Zooncek" hielt ein große» Wettfahren durch die mitllere Kollo» ab, am Floriansplatz war große Volk»tombola und um 17 Uhr begann dann da» Weinlesefest da hiesigen Feuerwehr. Abend» dann ging e» m der Seile 4 Deutsche Zeitung' Nummer 83 unteren Sladt wie auf dem Rummelplatz einer Messe hoch zu, Skenengeheul aus Michels Ver-gnügungspark und Gedudel des großen Musik-werkes, Musik am Platz und aus dem Hofe des Feuerwehrheimes, wo es bis in die späte Nachl noch recht lebhaft war. Montag verließen die Seiltänzer und Michel die Stadt, die nun wieder ihr ver-träumtcs, ruhiges Wesen annimmt. Fliegerangriff auf Ptuj. Montag, den 14. Oktober um 14 30 Uhr verkündete das Heulen der Sirenen der Industrien das Nahen einer Flieger-gruppe. Bald daraus hörte man auch schon das Brummen der Motoren in der Luft. Das Rettungs-auto der Feuerwehr fuhr aus, dumpfe Schüsse er-klangen und bald sah man auch schon silberglänzende Körper, die eine lange Rauchfahne finter sich ließen, aus die Stadt herabfallen. Schon erscholl Feuer-alarm und donnernd raste der Autolöschzug durch die Straßen. Bald aber hört« man wieder Trompeten-signale und das Läuten der Kirchenglocken. die das Ende der Uebung verkündeten. Um 15 Uhr rückte auch die Feuerwehr wieder ein. L Siovensla Bistrica General Julius Cuscoleca 's 1 Am 5. Oktober verschied in Innsbruck nach kurzem Krankenlager Generalmajor a. D. Julius Cuscoleca. Einer Kärntner Familie entstammend, hat er seine Jugend- und Studienzeit im Elternhause in 5Uagenfurt verbracht und wurde im Jahre 1892 als Fähnrich zum 7. Feldjägerbataillon in Tarvis ausgemustert. Im Jahre 1897 wurde er als Leut-nant für sein mutiges Verhalten anläßlich^ der Hochwasserkatastrophe, die damals die Alpenländer heimsuchte, besonders ausgezeichnet. Nach Absolvierung der Kriegsschule kam er zum 3. Kaiseriägerregiment und zog 1914 als Generalstabsmaior in den Krieg. Fast 1'/, Jahre stand er an der russischen Front, zeitweise der deutschen Armee Linsingen zugeteilt. Dann war Cuscoleca Generalquartiermeister beim Armee-kommando der Südfront (Boreovit), woselbst er hervorragenden Anteil an den Borbereitungen zum Durchbruche der Isonzoftont hatte. Nach dem Umstürze 1918 wurden die Fähig-leiten dieses ausgezeichneten Offiziers brachgelegt. Er lieh sich in Innsbruck nieder, ntcht aber um untätig zu ruhen, sondern um sich weiterhin für Heimat. Volk und Vaterland zu betätigen. Er schuf, organisierte und leitete in vorbildlicher Weise die technische Nothilse für Tirol, er übernahm die Leitung der Berg-IselStiftung, rettete diese sür jeden Alpenländer geheiligte Stätte vor dem Versall und gestaltete sie mustergültig zu einer Erbauungs-und Ainnerungsstätte deutscher Geschichte und treuer Heimatliebe au», die heut« auch «inen hervorragenden Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr bildet. Trotz einer derartig vielseitigen Jnanspruch nähme fand der Verewigte noch Zeit, der Bewirt schaftung des seit über 100 Jahren im Besitze der Familie befindlichen Weingutes in Ritoznoj bei Slov. Bistrica seine besondere Sorgfakt zuzuwenden. Dank außergewöhnlich gründlicher Fachlenntnis und umsichtiger Tottrat gelang es ihm, am Südost-abhang des Bachern einen Musterweingarten erstehen zu lassen und durch sein «dies, stets hilf», bereites Wesen die Achtung und das Vertrauen der Landbevölkerung zu erringen, die im allzufrüh Heim-gegangenen «inen väterlichen Freund betrauert. Mit General Cuscoleca ist ein selten hervor-ragender Offizier und vornehmer Charakter, ein lieber, herzensguter Mensch und ein aufrechter, wahr-haft deutscher Mann dahingegangen, den alle, die mit ihm in Berührung kamen, in» Herz geschlossen hatten. Er ruht auf dem stillen, traulichen Berg-friedhof von Mühlau bei Innsbruck. Seinen Angehörigen, vor allem seiner Witwe, Frau Eis« geb. Spieß, und seinem Bruder, Herrn Bergrat dipl Jng. Emil Cuscoleca in Wien, wendet sich eine allgemeine herzliche Teilnahme zu. Ehr« seinem Andenken! Ljubljana Trab- und Galopprennen Schon für den vergangenen Sonntag wurde in Fujine bei Ljubljana ein große» Trab- und Galopprennen angesagt, da» aber wegen ungünstiger Witterung nicht abgehalten werden konnte. Da» Rennen wurde nun diesen Sonntag bei etwas gün-stigerem Wetter bestriiten, obgleich auch diesmal der Regen die Veranstaltung etwa» behinderte. Im Rennen der Stadt Ljubljana auf einer Strecke von 1600 Metern war „Ubkok 11" (Franz Kodela aus V:c) Erster, in der Propagandafahrt „Prosilni" (Ivan Krusic aus Ljubljana) und im zweiten Heatrennen der Stadt Ljubljana wieder „Uskok II" (Franz Kodela). Das Einspännerrennen des Draubanats auf 2100 Meter gewann „Dizma" (Bozo Bon aus Kröko) und das Peier-Mozart-Handicap „Aginica" (^rtomir Dolar). Großes In-teresse herrschte unter den 3000 Zuschauern für das Galopprennen auf 1800 Meter, das „Divno" (Kapitän Roba) im prachtvollen Finish gewann. Im Hürdenrennen auf 2800 Meter ging „Perun" (Polizeidirektor in Ljubljana) als erster durch das Ziel. 3m Lippstt-Rennen für Zweispänner auf 2800 Meter siegte das Paar „Egon"-„Posilni" (Ivan Krusic), obwohl es wegen der hohen Qualifikation eine Strecke von 2960 Nieter zu durch-laufen hatte. Es folgte das Oberkrainer Bauern-rennen auf einer Streck« von 2000 Nietern, das vom Sieger in 4.48 Minuten gewonnen wurde. Um das Rennen, das in bester Ordnung ver-lief, machten sich besonders verdient die Herren Ge-neral Pekic, Franz König. Erich Krisper von Lippitt, Dr. Luckmann, Julius Novak, Vladimir Janusic, Janko Kocian, Josef Lenarcic, Alois Pavlin, Dr. Veble, Joses Turk und Mor Sever. Der Totalisator hatte volle Hände zu tun, um zeitweise den Andrang der Wettlustigen zu bewältigen. Leichtathletik. Samstag und Sonntag wurde hier ein LeichtathletikStädtekamps zwischen Graz und Ljubljana ausgetragen, aus dem Groz mit 84 : 69 Punkten als Sieger hervorging. In der 4 mal 200 m Stafette siegte Ljubljana mit der neuen jugoslawischen Rekordzeit von 8.19 ein Fünftel. Trbovlje „Dideldeitschek". Sin« Erinnerung von Jng. Ailiip Krassnik, Irbovij«. Der Dideldeitschek ist ein vergessenes Tischgerät, welches vor einem halben Jahrhundert bei uns allgemein im Gebrauch stand. Als ich im Jahre 1883 als junger Beamte nach Untersteiermark kam, war der Unterkrainer „Cvicek vermischt mit „Rohitscher Sauerbrunn", da» beliebteste und verbreitelste Erfrischung?-Getränk. In den Gastwirtschaften stand fast auf jeden Tisch die „Sauerbrunerca" und daneben lag ge-brauchsbereit der „Dideldeitschek", ein einfache» In-strument, da» aus einer runden, durchlöcherten, nach unten konveren Holzscheibe von ungefähr 55 mm Durchmesser, versehen mit einen 16 cm langen Stiel, und den damals etwas größeren Trinkgläsern an gepaßt war. Der Gast schenkte nun in dieses Glas ungefähr 2/3 Wein und 1/3 Sauerbrunn und mischte diesen Inhalt durch rasches mehrmaliges Hineinstoßen des Dideldeitschek auf. bis das Gemisch überschäumte und dann getrunken wurde. Es mundete ausgezeichnet. Wein und Wasser war damals billig und jeder konnte sich — besonders in der heißen Som-merszeit — diese Erfrischung in der guten alten Zeit leisten. Leset und verbreitet die „Deutsche Zeitung" Wirtschaft u.Berkehr Mitteilungen der Deutschen Sektion des Hopfenbauverbandes in Saaz Saaz, am 11. Oktober 1935. (Bericht der Deutschen Sektion des Hopfenbauverbandes in Saaz.) In der verflossenen Berichtswoche herrschte stärkere Nachfrage und lebhafteres Geschäft als in den Vorwochen. Von den Umsätzen, die sich täglich auf mehrere hundert Zentner beliefert, entfiel ein Teil auf Erportrechnung, ein anderer Teil auf Käufe für Inlandzwecke. E» standen zwar alle Sorten im Handel, doch wurde am Platze vorwiegend Prima, am Lande meistens Mittelware gekauft. Stimmung und Preise haben sich befestigt. Die Notierungen sür 1935er Saazer Hopfen lauten: Prima und Ausstich von 1700 Kc bi» 1750 Kf Gutmittel . . . „ 1575 „ „ 1650 „ Mittel . . . . 1500 .. „ 1550 „ Schwachmittel . . „ 1400 „ „ 1450 „ e Zentner zu 50 kg. Die Vorräte haben sich durch die stärkere Ein' kaufstätigkeit weiter »erringert, denn 75°/« der 1935er Ernt« sind bereits der ersten Hand entnommen. In der Oeffentlichen Hopfen signierhalle in Saaz wurden bis heute insgesamt 8.405 Ballen, d. s. 20.059 Zentner zu 50 kg 1935er Saazer Hopsen beglaubigt. Sanntaler Hopfen. Es dürfte noch un-gefähr 3000 Zentner unverkauften Sanntaler Hopfen geben, der nur langsam abgeht, weil die Preiie unverändert bleiben, die Besitzer aber auf eine Preiserhöhung hoffen und warten. Italien kauft Pferde in Subotica. Italienische Händler kaufen in Subotica große Mengen Pferde auf. Die Händler kamen über die Nachricht hin nach Subotica, daß im Laufe dieser Woche dortselbst ein großer Markt und eine Pferdeausstellung stattfinden werden, und haben schon jetzt große Abschlüsse getätigt. Die Händler bleiben eine Woche in Suboiica, wo laut Jnfor-motion aus Handelskreisen die Ankunft bulgarischer und griechischer Pferde erwartet wird. Bekanntlich dürfen Pferde fortan nur mit besonderer Bewilligung des Landwirtschaftsministeriums ausgeführt werden. Weinlese. In der Umgebung von Maribor ist die Weinlese größtenteils beendet. Im Bezirke Ljutomer hingegen hat die Lese erst jetzt eingesetzt. Die heurigen Weine werden erstklassig sein. Sport Hermes: Athletik 2:0 (1:0). Sonntag, den 13. d. M. trug Athletik bei strömendem Regen in Ljubljana sein zweites Meisterschaftsspiel au», au» welchem Hermes als Sieger hervorging. Die Mannschaft der Athletiker führte für» Auge ein technisch ganz erstklassiges Spiel vor. Nach Zeitungs-berichten sah man in Ljubljana schon lange nicht mehr eine Mannschaft derartig fair und technisch so hervorragend spielen. Athletik war vor der Pause seinem Gegner hoch überlegen. Nach der ersten Haldzeit aber war Herme» die bessere Nlannschaft. Athletik führte auf dem durch den Regen durch-weichten Boden ein ganz unzweckmäßige» Spiel vor. Wo schon längst «in Torschuß abzugeben gewesen wäre, wurde noch immer herumkombieniert, solange bis es einem Gegner gelang, den Ball fort-zubefördern. Athletik ist im wahrsten Sinn« an seiner Ueberkombination in Schönheit gestorben. Herme» zeigt« «in einfaches aber erfolgreicheres Spiel. Die Mannschaft hatte einen bedeutend besseren Start, ihre Stürmer waren vor dem Tore die härteren und so konnten sie sich auch zweimal durchsetzen. Schiedsrichter H. Marcutti war im allgemeinen gut. Nur sein« Abseitsentscheidungen waren nicht immer richtig. Ein schönes Kopftor der Athletiker wurde wegen angeblichtn Abseits nicht anerkannt. lZ «locht wird für Celje und Umgebung ein gut eingeführter, kautionssähiger Vertreter zum Verkauf ron Fett. Anträge sind w richten an die Verwaltung de« Blatten «nter ,F«tt Nr. 311" Jtingeres, deutsche» Fräulein mit sohoner Handschrift, die Lust und Liebe hStte, «ich als Hotelbeamtin auszubilden mit Kaution wird (Or sofort gesucht. Offert# an Katalinii: dom, Porile/Nou Vinodol, Primorjo. 309 Füllfedern u. -Halter in großer Auswahl, mit Garantie auf 10 Jahre ! Fachmännische Reparaturen in 4 Stunden. 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