Bezugspreise £jjr cvsterroich-Uugarn ganzjährig K 4- — halbjährig K i' — £iir Amerika: ganzjährig D. 1-25 ^ür das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werdenmchtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gcfenbet. Gvttslheer Dste Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Gottscheer Boten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftkeitung des Gottscheer Boten in Gottschee. Anzeige» (Jufcrate; werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage bei Gott-scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Wr.. 10. Kottschce, am 19. Wai 1908. Jahrgang V. Zur Landtagswahlreform in Kram. Wie aus Laibach berichtet wird, hat der zur Reform der Landtagöwahlordnung eingesetzte Permaneuzausschuß am 9. d. M. in Anwesenheit des Landespräsidenten und des Landeshauptmannes unter dem Vorsitze des Abgeordneten Dr. Krek eine längere Sitzung abgehalten, in der Abgeordneter Dr. Šušteršič den Bericht erstattete. Nach eingehender Erörterung des Gegenstandes wurde in allen die Wahlreform betreffenden wesentlichen Punkten das volle Einvernehmen erzielt Nach dem vereinbarten Entwürfe werden die bisherigen Mandatzahlen für die städtische Kurie und die Landgemeinden (8 Städte-, 16 Landgemeindenbezirke) fast unverändert bleiben. Die Zahl der Zensusmandate für die Landeshauptstadt wird auf das Doppelte erhöht, und da Laibach überdies auch ein Mandat der neuen allgemeinen Kurie erhält, wird die Landeshauptstadt fünf Mandate zu" vergeben haben. Was die kleineren Städte des flachen Landes anbelangt, soll alles beim alten bleiben, nur der Markt Reifnitz wird von der Stadt Goitschee abgetrenm und zum Unterkrainer Städtewahlbezirke geschlagen werden. Es wird also künftighin die Stadt Gottschee für sich einen Abgeordneten wählen. Hiedurch wird dieses deutsche Mandat sür die Zukunst stchergesteut. Es wird demnach die Zahl der den Deutschen vorbehaltenen Mandate wie bisher elf betragen, nämlich zehn des Großgrundbesitzes und das Mandat der Stadt Gottschee. Die neuzuschaffende allgemeine Wählerklasse, für welche, wie beim Reichsrate das allgemeine und gleiche Wahlrecht eingeführt wird, erhält elf Mandate zugewiesen, von denen zehn auf das flache Land entfallen. In der allgemeinen Wählerkurie werden die Städte und Märkte zusammen mit den Landgemeinden wählen; es werden also aus ihnen voraussichtlich nur christlichsoziale slowenische Agrarier hervorgehen. Der krainische Landtag, der derzeit 37 Mandate Zählt, wird also in Zukunft aus 50 Mitgliedern bestehen. Die christlich-soziale Slowenische Volkspartei hofft, nach der Wahlreform es auf mindestens 27 Mandate zu bringen; sie wird demnach über die Majorität im Landtage verfügen. - Die Hoffnungen, die seitens der Gottscheer Landgemeinden in die Wahlrechtsänderung gesetzt wurden, werden leider nicht m Erfüllung gehen. Man erwartete nämlich, daß sämtliche Gottscheer Landgemeinden, ähnlich wie bei den Reichsratswahlen, zu einem Wahlkreise vereinigt und ihnen mindestens ein Abgeordneter zugestanden werden würde. Nun wird zwar der politische Bezirk Gottschee, was die Landgemeinden anbelangt, wahrscheinlich statt wie bisher zwei, künftighin drei Mandate erhalten. Da aber der Vertreter der neuen allgemeinen Wählerklasse von sämtlichen drei Gerichtsbezirken zusammen gewählt werden dürfte, so werden die Gottscheer von der voraussichtlichen Vermehrung der Mandate im Bezirke keinen Vorteil haben. Es wurde zwar seitens der christlich-sozialen Partei in Gottschee und vom Sekretariate des Gottscheer Bauernbundes an zuständiger Stelle angeregt, man möge den Gottscheer Landgemeinden doch wenigstens ein Mandat gewähren. Allem dieser Wunsch stößt gegenwärtig auf angeblich schwer überwind-liche Schwierigkeiten und wir werden uns wahrscheinlich damit vertrösten müssen, daß erst in einer späteren Zukunft der Wunsch der Gottscheer Bauern erfüllt werden wird. Jedenfalls werden wir es nicht unterlassen, die Notwendigkeit der Schaffung eines Mandates für die deutsche Landbevölkerung Kcains immer und immer wieder zu betonen. Eine bodenständige deutsche Bevölkerung von 18.000 Seelen darf denn schließlich doch nicht ohne alle Vertretung gelassen werden, dies umso weniger, als nach der vermehrten Zahl der Abgeordneten durchschnittlich schon auf etwa 14.000 Seelen in den Landgemeinden ein Abgeordneter kommen wird. Da künftighin in Krain durchschnittlich auf 10.000 Einwohner ein Landtagsmandat kommen wird, so haben die 20.000 Gottscheer auch hienach Anspruch auf zwei Mandate. Mit dem Hinweis auf das deutsche Mandat der Stadt Gottschee ist den Landgemeinden auch nicht gedient. Aus nationalen Rücksichten dürfen wir allerdings von dem Abgeordneten der Stadt Gottschee erwarten und verlangen, daß er auch bie Interessen der Gottscheer Landbevölkerung wahrnehme. Allein nicht immer sind die Interessen von Stadt und Land die gleichen und eine bäuerliche Bevölkerung von 18.000 Seelen hat denn doch mindestens das gleiche Recht, im Landtage vertreten zu werden, als 2000 Städter 1 Wenn etwa jemand auf die zehn Mandate des deutschen Großgrundbesitzes Hinweisen sollte, durch die das Deutschtum in Krain ohnehin reichlich vertreten sei, so ist auch dieser Hinweis sür uns nicht stichhältig. Denn erstlich ist es fraglich, ob die deutsche Mehrheit im Großgrundbesitze überhaupt für alle Zeiten bestehen wird; ferner vertritt der Großgrundbesitz seine eigenen Standesinteressen, die mit denen der Gottscheer Bauern (Jagd ec.) durchaus nicht immer identisch sind. Die deutschen Bauern in Krain (Gottschee), die nach der Volkszahl die weitüberwiegende Mehrheit der deutschen Volksgenossen im Lande Krain bilden, haben entschieden ein Recht daraus, im Landtage einen eigenen Vertreter zu besitzen, und werden daher auch nie ablassen, diesem ihren guten Rechte zum endlichen Durchbruche zu verhelfen. , Über die Aufteilung der zehn Mandate der allgemeinen Wahler-klasse auf das Land liegen bisher bestimmte Details noch nicht vor. Wäre es nicht am einfachsten und natürlichsten gewesen, statt elf zwölf Mandate der allgemeinen Wählerklasse zu schaffen, analog dem Reichsratswahlgesetze? In diesem Falle wäre auch die bäuerliche Bevölkerung von Gottschee zu ihrem Rechte gekommen. Warum ist man dem so Naheliegenden und sozusagen Selbstverständlichen ausgewichen und muß sich nun erst noch den Kopf zerbrechen über die Aufteilung der zehn Mandate auf das Land? Für die neuen elf Mandate sind Ergänzungswahlen vorgesehen. Gewisse Paragraphen der Landesordnung und der Landtagswahlordnung wurden unter eine Sicherheitsklausel gestellt, wornach Änderungen dieser Bestimmungen nur in Gegenwart von mindestens 42 Mitgliedern des Landtages und mit Zustimmung von mindestens drei Viertel der Anwesenden beschlossen werden können. Schließlich noch eine Bemerkung. Was im Permanenzausschusse des Landtages vereinbart worden ist, ist noch nicht endgültig und hat noch nicht die Kraft eines Gesetzes; es ist vorderhand nur ein Vorschlag, der im Permanenzausschusse selbst oder im Plenum des Landtages vielleicht noch abgeändert werden kann. Wenn nun den Landgemeinden des Gottscheer Gebietes daran gelegen ist, daß sie ein eigenes deutsches Landtagsmandat bekommen, so müssen sie sich jetzt sofort energisch rühren und in diesem Sinne an den Landtag (Permanenzausschuß des Landtages) Petitionen richten, u. zw. schon in allernächster Zeit, denn im Juni wird im Landtage schon die Entscheidung getroffen werden. Wenn die Gottscheer Landgemeinden jetzt schweigen und die ihnen zugemutete Zurücksetzung, durch die fte bezüglich des Landtagswahlrechtes auch fernerhin gewissermaßen nullifiziert werden, ruhig und widerspruchslos hinnehmen und sich teilnahmslos gefallen lassen, so werden die entscheidenden Kreise annehmen müssen, daß der bäuerlichen Bevölkerung von Gottschee an einer eigenen Vertretung im Landtage überhaupt nichts liegt, ltno man wird sowohl jetzt, als auch in Zukunft über die nicht nachdrucksvoll genug zum Ausdrucke gebrachten Wünsche der Gottscheer Landgemeinden bezüglich des Landtagsmandates zur Tagesordnung übergehen. Wir betonen hiebei ausdrücklich, daß es uns in dieser Frage ganz ferne liegt, Parteipolitik zu betreiben; wir geben uns ja gar nicht der Hoffnung hin, daß, wenn den Gottscheer Landgemeinden wirklich ein Mandat zugestanden würde, dieses heuer durch einen Mann unserer Partei besetzt werden würde. Wir sprechen in dieser Frage ganz uneigennützig nur im Interesse der gesamten bäuerlichen Bevölkerung von Gottschee ohne Unterschied ihrer Parteistellung. Wenn diese in der Wahlreformfrage teilnahmslos und untätig bleibt, so wird man auf ihre Wünsche überhaupt kein großes Gewicht legen. Erklärungen des Äckertmumimsters im Oudget-aus schulst. Der Ackerbauminister hob hervor, daß das Budget pro 1908 gegenüber dem Voranschlag von 1901 eine Erhöhung von 26 Prozent erfahren habe und daß die ins Budget eingestellten Beträge für die Landwirtschaft im Vergleich zum Jahre 1901 das Vierfache betragen. Nichtsdestoweniger gebe er die Versicherung, daß er seinen ganzen Einfluß einfetzen werde, daß die Posten des Budgets, wo es notwendig ist, wesentlich erhöht werden. Der Minister stehe diesbezüglich in Verhandlung mit dem Finanzministerium und hoffe, daß das Ackerbauministerium in dieser Angelegenheit eine günstige Lösung herbeiführen werde. Der Minister wies ferner auf die im Budget vorgesehenen Beträge zur Hebung des Futterbaues, der in erster Linie wiederum für die Hebung der Viehzucht in Betracht komme, und versichert, daß er geradeso wie sein Amtsvorgänger der Alpenverbesserung mit allen Kräften seine Fürsorge widmen werde. Der Minister verweist auf die Wichtigkeit der Futterkonservierung und der Verwendung von Kraftfuttermaterial, bezüglich deren wir in Österreich noch sehr im Rückstände seien. Selbst in Zeiten der Futternot sei der Verkauf von Kcafffuttermaterial ins Ausland noch ein sehr großer. In Besprechung des Molkereiwesens und der Käsereibereitung bemerkt der Minister, daß über 7 Millionen Kronen für Käseeinkauf ins Ausland gehen, und hebt hervor, wie wichtig es für die Landwirtschaft wäre, den Bedarf aus der eigenen Produktion zu decken. Der Minister wendet sich der Erörterung des landwirtschaftlichen Unterrichtswesens und des Vereins- und Genossenschaftswesens zu und verweist auf die großen Erfolge, welche das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen, besonders die Raiffeisenkassen erzielt haben, und erwähnt, daß 8000 Genossenschaften in vierzig Zentralverbänden arbeiten. Das Ackerbauministerium werde gewiß bemüht sein, den Genossenschaftsgeist in der landwirtschaftlichen Bevölkerung weiter zu wahren, und er könne darauf Hinweisen, daß ihm wiederholt von Seite der Interessenten der Dank hiefür ausgedrückt wurde. Auch hinsichtlich der agrarischen Korporationen, deren Bestand et vollauf würdige, werde er jederzeit bereit sein, dieselben tatkräftigst zu fördern. Bezüglich der bei diesen Korporationen tätigen Beamtenschaft betont der Minister, daß bereits Schritte unternommen wurden zur Verbesserung ihrer materiellen Lage. Der Minister erörtert sodann die Frage der Wildbachverbauungen und betont, daß die Regierung dieser wichtigen Angelegenheit nach wie vor die größte Sorgfalt angedeihen lassen werde. Der Minister kündigt an, daß ein neues Meliorationsgesetz bereits in Vorbereitung sei, und betont, in Erörterung der Veterinärangelegenheiten, daß auch er die Übertragung der tierärztlichen Hochschule an das Ackerbauministerium für außerordentlich wünschenswert erachtet und daß die Frage in früherer Zeit schon einmal vom Ministerium des Innern in Verhandlung gezogen worden war und auch das Ackerbauministerium sich damit befaßt habe. Angesichts der berechtigten Klagen gedenke der Minister den staatlichen Veterinärdienst auszugestalten. Ein neues Veterinärgesetz soll geschaffen werden, welches auf die Milz-, Rauschbrand- und Rotzkrankheit ausgedehnt werden soll. Das Gesetz bilde gegenwärtig den Gegenstand interministerieller Beratung. Der Minister kündigt sodann an, daß wegen der Reform des Tierseuchengesetzes den berechtigten Wünschen Rechnung getragen werde, er versichert sodann, daß das Ackerbauministerium den sozialpolitischen Fragen die größte Aufmerksamkeit widme. Was die Reform des Wasserrechtsgesetzes betreffe, so seien die diesbezüglichen Vorarbeiten bereits vorgeschritten. Er berührt die Frage der Heereslieferungen und betont, daß das Ackerbauministerium in entschiedener Weise die Interessen der Landwirtschaft stets zu wahren wissen werde. Schließlich berührt der Minister die Frage der Bodenentschuldung und bemerkt, daß dieselbe ebenso wichtig wie schwierig, eine definitive Entscheidung aber noch nicht getroffen sei. Es werde die Angelegenheit aber weiter beraten und der Ausschuß könne überzeugt sein, daß der Minister, wie auf allen Gebieten seines Ressorts, so auch hier, seine Pflicht auf das gewissenhafteste zu erfüllen sich angelegen sein lassen werde. (Lebhafter Beifall.) Sauerntmndangelegenheiten. Es sei daran erinnert, daß jene Mitglieder des Bauernbundes, welche den Jahresbeitrag von 1 Krone für 1908 noch nicht entrichtet haben, denselben noch im Laufe des Monates Mai bei ihrem Bauernrate einzahlen mögen. Die heurige Hauptversammlung findet im Juli statt und hat zur selben Reichsratsabgeordneter Michael Schoiswohl sein Erscheinen zugesagt. Der Bauernbundkalender erscheint im Oktober. Sollten sich in das Märkteverzeichnis welche Fehler eingeschlichen haben, so wolle man dies rechtzeitig der Schriftleitung unseres Blattes bekanntgeben. Die Schriftleitung übernimmt auch Aufträge für Anzeigen im Bauernbundkalender. Erster Sundestag des niederösterreichischen Sauernbundes in Vien. Der niederösterreichische Bauernbund veranstaltet am 28. d. M. (Christi Himmelfahrt) in der Volkshalle des Wiener Rathauses seinen ersten Bundestag, auf welchem eine Reihe wichtiger wirtschaftlicher Fragen zur Erörterung gelangen. So wird Reichsratsabgeordneter Schraffl über die Altersversorgung des österreichischen Bauernstandes sprechen, während Reichsratsabgeordneter Hagenhofer über die Notwendigkeit einer Reichsorganisation für den deutschösterreichischen Bauernstand Bericht erstatten wird. Ein interessanter Vortrag steht auf der Tagesordnung vom Kreissekretär Melchner aus München über die Erfolge der christlichen Bauernvereine in Seinern. Auch das politische Moment wird bei der Tagung in den Vordergrund treten, indem die Reichsratsabgeordneten List, Gruber und Höher über die bevorstehenden Landtagswahlen sprechen werden. Der Bundestag wird überdies von Bürgermeister Doktor «ueger, Arbeitsminister Dr. Geßmann, Ackerbauminister Doktor Ebenhoch, Präsidenten Dr. Weißkirchner und von den Bundes-obmännern der Bauernbunde in Oberösterreich, Steiermark, Tirol, Kärnten. Böhmen, Mähren, Krain und Salzburg begrüßt werden. Der Hauptversammlung geht eine Delegiertenversammlung voraus, in der die Organisation des Bauernbundes sowie interne Verbands-anqelegenheiten besprochen werden. Als Referenten in der Dele-mertenversammlung sind die Abgeordneten Stöckler, Fißlthaler und B auch in g er bestimmt. Der Bundestag wird durch einen Gottesdienst in der Votivkirche eröffnet werden. Aus Stabt und Land. Hottschee. (Personalnachricht.) Der Kaiser hat mit Allerhöchster Entschließung vom 21. April d. I. dem Professor am ersten Staatsaymnasium in Laibach Herrn Dr. Heinrich Gartenauer anläßlich seines Übertrittes in den bleibenden Ruhestand taxfrei den Titel eines Schulrates verliehen. — (Vom politischen Dienste.) Der Landesregierungskonzipist Herr Eugen Marquis von Gozani wurde von Gottschee znr Landesregierung nach Laibach einberufen. — (Beförderung.) Herr Leutnant Ludwig Kette beim Infanterieregimente Nr. 14 in Linz wurde zum Oberleutnant ernannt bei gleichzeitiger Transferierung zum Infanterieregiment Nr. 71. — (Das Postamt Banjaloka) führt seit 15. d. M. die geänderte Bezeichnung „Nova Sela in Krain". — (An der Knabenvolksschule) in Gottschee ist eine Lehrstelle zur definitiven Besetzung ausgeschrieben. Gehörig belegte Gesuche sind bis 10. Juni d. I. im vorgeschriebenen Dienstwege beim hiesigen k. k. Bezirksschulräte einzubringen. — (Todesfall.) Am 7. Mai starb in Laibach Herr Martin Golf, k. k. Oberfinanzrat d. R., im hohen Alter. Der Verstorbene war der Vater des hiesigen Rechtsanwaltes Franz Golf. — (Jubiläumsfestzug in Wien.) Wie bekannt, beteiligt sich an dem großen Jubiläumssestzuge, der anläßlich der Feier des 60jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers am 12. Juni d. I. in Wien stattfindet, auch das Land Krain. Es ist beabsichtigt, gegen 300 Teilnehmer in alten krainischen Trachten aus den verschiedenen Teilen des Landes Krain nach Wien zu entsenden. Auch Gottschee soll hiebei vertreten sein. Die Herren Direktor Artur Mahr und akademischer Maler Heinrich Wett ach haben es, wie uns mitgeteilt wird, übernommen, für Gottschee die Teilnehmer, beziehungsweise Teilnehmerinnen in Gottscheer Tracht zu besorgen, beziehungsweise die Zusammenstellung der Gottscheer Gruppe in die Hand zu nehmen. — (Zubau am Gymnasium.) Wie wir hören, sind die Pläne für den Zubau am Gymnasialgebäude vom Unterrichtsmini- ' sterium nunmehr genehmigt worden. Hienach erhält das Gymnasium rückwärts einen Zubau, in dem zehn Zimmer (sämtliche Lehrzimmer) untergebracht werden. Die Wohnungen des Direktors und des Schuldieners sollen von den übrigen Räumlichkeiten derart abgeschlossen werden, daß sie eigene Eingänge erhalten, damit es nicht notwendig ist, im Falle einer ansteckenden Krankheit in den betreffenden Familien die Anstalt zu sperren. — (Fahrbegünstigungen bei Ernteurlauben.) Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, haben sich sämtliche österreichische, ungarische und bosnisch-herzegowinische Eifenbahnverwaltungen bereit erklärt, der auf Ernteurlaub abgehenden Mannschaft, auch wenn selbe in Zivilkleidung reist, für die Hin- und Rückfahrt gegen einfache Vorweisung des Ernteurlaubscheines jene Fahrbegünstigung M gewähren, welche den Militärpersonen bei Reisen außer Dienst in Uniform zugestanden sind. Die Fahrbegünstignng erstreckt sich nur auf die 3. Wagenklasse der Personenzüge. — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat an Stelle des der Volksschule in Lienfeld zur Dienstleistung zugewiesenen definitiven Lehrers Herrn Johann Loser die Aushilfslehrerin Fräulein Maria Priboschitz zur Supplentin an der Volksschule in Stalzern bestellt und den definitiven Lehrer an der fünfklasstgen Knabenvolksschule in Gottschee, Herrn Josef Krauland, der bisher denkrankheitshalber beurlaubten Oberlehrer der erstgenannten Schule, Herrn Josef Windisch, supplierte, infolge Austrittes von zwei Lehrkräften, wieder zur Dienstleistung an die Knabenvolksschule in Gottschee rückberufen. Weiters hat er die bisherigen Supplentinnen an der Knabenvolksschule in Gottschee Fräulein Paula Lehner und Fräulein Vera v. Gressel zu provisorischen Lehrerinnen ernannt, und zwar erstere an der Knaben-, und letztere an der Mädchenvolksschule in Gottschee. Ferner hat der Bezirksschulrat an Stelle der krankheitshalber beurlaubten Lehrerin Frau Helene Petsche die geprüfte Lehramtskandidatin Fräulein Pia von Koschin zur Supplentin an der letztgenannten und den geprüften Lehramtskandidaten Herrn Josef Rom zum Supplenten an der erstgenannten Schule bestellt. — (Gesuche um Ernteurlaube.) In letzter Zeit mehren sich die Fälle, Daß Gesuche um Ernteurlaube von den Gemeindeämtern direkt beim k. und k. Ergänzungsbezirkskommando Nr. 17 in Laibach einlangen und von dort aus wieder an die zuständige k. k. Bezirkshauptmannschaft übersendet werden müssen. Die Gemeindeämter werden daher mit Beziehung aus den diesbezüglichen Erlaß der k. k. Landesregierung für Krain (Z. 8140 vom 6. April l. I.) aufmerksam gemacht, daß derartige Gesuche nur der zuständigen k. k. politischen Behörde behufs Amtshandlung vorzulegen sind. Ebenso unstatthaft ist die direkte Vorlage von solchen Gesuchen durch Privatparteien. Sie hat unbedingt den vorerwähnten Weg zu nehmen. Die Gesuche find zu stempeln. (1 K.) — (Elektrizitätswerk.) Bisher wurde der elektrische Strom zu Beleuchtungszwecken im Pauschalwege abgegeben. Um nun der Verschwendung des Stromes ein Ziel zu setzen, sollen vom 1. Juli d. I. an überall Stromzähler eingeführt werden und wird also der Preis des elektrischen Lichtes nach dem durch den Zählerausweis festgestellten Verbrauche berechnet werden. Die Zähler können entweder vom Elektrizitätswerke gemietet werden oder sind von den Lichtabnehmern selbst anzuschaffen. Für die kleinen Konsumenten bedeutet diese Maßnahme eine empfindliche Mehrbelastung. — (Bierauflage.) Die Stadtgemeindevertretung hat bekanntlich beschlossen, von jedem Hektoliter Bier 80 h als Auflage einzuheben. Diese Bierauflage wurde im Versteigerungswege verpachtet und Herrn Anton KajfeL um 2020 K jährlich zugeschlagen. Der Pacht erstreckt sich auf die Zeit von 1908 bis Ende 1912. Anläßlich der Erhöhung der Bierauflage wurde in mehreren Gastwirtschaften auch der Preis des Bieres (im Gassenschank) um 4 h (I) pro Liter erhöht. So weiß man aus einer Last sogar noch einen Vorteil zu machen. — (LehrbefähigungsPrüfungen.) Bei den am 9. Mai in Laibach zu Ende geführten Lehrbefähigungsprüfungen wurden für allgemeine Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache u. a. approbiert: Fräulein Rosa Ermacora, prov. Lehrerin in Lienfeld, und Valerie Kasch, prov. Lehrerin in Gottschee. — (Anteilnahme Krains am Kaiserjubiläumsfestzug in Wien.) Der slowenisch-liberale Gemeinderat von Laibach Hat es bekanntlich abgelehnt, die Landeshauptstadt der Beteiligung am Kaiserhuldigungsfestzuge zuzuführen. Man kann sich darüber um so leichter trösten, als maßgebendere Kreise sich rege für die Teilnahme am Festzuge einsetzen. Unter dem Vorsitze des Herrn Landeshauptmannes Luklje fand kürzlich in Laibach eine große, aus allen Teilen Krains beschickte Versammlung statt, der auch der Herr Landespräsident beiwohnte. Auch mehrere Bürgermeister von Gottscheer Landgemeinden nahmen daran teil. Es wurde ein großer Vorbereitungsausschuß konstituiert und ein sehr schönes Programm entworfen, demzufolge Krain in mehreren Gruppen in Nationaltracht vertreten sein wird. : — (Drei Wochen Ernteurlaube.) Die Verordnung bezüglich der Ernteurlaube wird, wie sich der Landesverteidigungsminister einem Reichsratsabgeordneten gegenüber äußerte, einen Unterschied machen zwischen reklamierten und nicht reklamierten Soldaten, welch letztere auf Ernteurlaube überhaupt keinen Anspruch haben. Die Überprüfung der Urlaubsgesuche obliegt der politischen Behörde (Bezirkshauptmannschaft.) Die Soldaten, die von ihren Angehörigen reklamiert werden, haben sich bei ihren Kommandanten zu melden, die den Urlaub dann ohneweiters erteilen. Auch Soldaten, die nicht reklamiert wurden, haben, falls sie einen Ernteurlaub anstreben, beim Kommandanten des Regimentes um einen solchen einzukommen, während deren Angehörige gleichzeitig ein Urlaubsgesuch bei der Bezirkshauptmannschaft einzubringen haben. Der Urlaub wird auf drei Wochen erteilt. — (Die Herbstübungen im dritten Korps.) Für das dritte Korps sind die üblichen Übungen in der Brigade und Division, dann Truppendivision gegen Truppendivision (Heer gegen Landwehr) mit dem Schluß am 5. September vorgesehen. Auch diese Übungen sollen möglichst freizügig und mit Benützung aller modernen Hilfsmittel durchgeführt werden. Die für die großen ungarischen Manöver herausgegebenen Bestimmungen über die allgemeine Leitung der Übungen, wie Schonung der Mannschaft, Geldprämien für guten Nachrichtendienst, werden auch innerhalb unseres Korpsbereiches Geltung haben. — (Die krainischen Landesfinanzen.) Einem Artikel des Herrn Landesausschußbeisitzers Dr. E. Lampe zufolge weist der Landesvoranschlag pro 1908 Ausgaben in der Höhe von 4,453.072 K auf, denen Einnahmen im Betrage von nur 1,310.124 K gegenüberstehen. Der Abgang von 3,142.948 K ist durch die Landesumlagen nur in der Höhe von 1,446.248 K gedeckt, so daß der tatsächliche Jahresabgang, für den keine Bedeckung vorhanden ist, die Summe von 1,046.700 K ausmacht. Wie Herr Dr. Lampe des weiteren ausführt, sind überdies die Ausgaben sehr niedrig veranschlagt und beziehen sich nicht auf die verschiedenen Ausgaben, die angesichts der stetig anwachsenden Erfordernisse unausweichlich erscheinen und für die auch der in den Voranschlag nicht eingestellte Betrag von 100.000 K ausreichen würde. „Die Sanierung der Laudesfinanzen muß also die Hauptausgabe des gegenwärtigen Landesausschusses bilden, und die Landesverwaltung muß zuerst diese Aufgabe lösen, wenn sie nicht unter den Trümmern begraben werden will." — (Der Bezirksforstgarten) in Gottschee erfreut sich unter der umsichtigen Leitung des Herrn k. k. Bezirksförsters Truger der sorgsamsten Pflege. Es wurden heuer im ganzen ungefähr 440.000 Baumpflanzen an Parteien abgegeben. Da die Ausnützung unserer Wälder sich immer intensiver gestaltet und durch die Rücksichtslosigkeit der Arbeiter der Unternehmungen (Erzeugung von Holzkohle) hie und da bezüglich der Abstockung die Grenzen des gesetzlich Zulässigen schon überschritten worden sind, ist die Wiederaufforstung abgeholzter Flächen von größter Wichtigkeit nicht bloß für die betreffenden Besitzer selbst, sondern für die Interessen des öffentlichen Wohles überhaupt. Wir möchten bei diesem Anlasse auch eine gewisse Vorsicht beim Abschluß von Abstockungsverträgen sehr empfehlen. Es darf den Unternehmungen nichts gestattet werden, was nach den Forstgesetzen nicht erlaubt ist, sonst kämen die Parteien oder Ortschaften zu empfindlichem Schaden. Es würde sich überhaupt empfehlen, vor dem Abschlüsse solcher Verträge sich Rat und Auskunft bei der politischen Behörde, bzw. dem Forstreferenten derselben zu erbitten. Durch ungeschickte Abstockungsverträge sind ja selbst schon Herrschaften (Reifnitz I) seinerzeit arg geschädigt worden. — (Spende.) Frau Amalia Edle von Thomaun-Montalmar, Gemahlin des k. k. Regierungsrates i. R. Dr. Ludwig Thomann Edlen v. Montalmar in Triest, hat anläßlich des Hinscheidens ihres Vaters, des Herrn Johann von Albori, der oft Gottschee besuchte und gern daselbst verweilte, dem Studentenheim in Gottschee den Betrag von 100 Kronen gespendet. — (Christlichsoziale Landesparteileitung für Deutschböhm eu.) Einer Anregung seitens der christlichsozialen Reichsparteileitung entsprechend, fand am 26. April vorm. zu Mariaschein, Gasthaus „Zum goldenen Brunnen", die endgültige Konstituierung der auf der letztjährigen Hauptversammlung des „Christlichsozialen Verbandes" eingesetzten vorläufigen und durch Vertreter anderer Organisationen erweiterten christlichsozialen Landesparteileitung für Deutschböhmen unter dem Vorsitze des bisherigen Obmannes Verlagsleiter Josef Gürtler statt. Derselben wohnten namens der Reichsparteileitung, an Stelle des durch Erkrankung verhinderten Rabg. Wohlmeyer, Gymnasialprofessor Franz Habel aus Horn, ein Deutschböhme, ferner L-Abg. I. Böhr usw. bei. An der Teilnahme behinderte Mitglieder sowie Rabg. Wohlmeyer aus St, Pölten hatten Begrüßungsschreiben geschickt. Die Tätigkeit der bisherigen Parteileitung wurde gutgeheißeu. Zum Obmann der Landesparteileitung wurde Verlagsleiter Josef Gürtler, Warnsdorf, zinn Stellvertreter Georg Scharnagl aus Pirkau und Landtagsabgevrdneter Josef Böhr-Warnsdorf, zum Kassier Hermann Glanz-Warnsdors, zum Geschäftsführer Karl Rziha-Warusdors gewählt. Obgenannte Herren bilden mit Redakteur Aug. Loacker-Leitmeritz und Landtagsabgeordneten Professor Franz Walters den Vollzugsausschuß der Landesparteileitung. Das allen Mitgliedern vorgelegte Organisationsstatut der Landesparteileitung wurde mit einigen Ergänzungen angenommen und insbesondere die volle Selbständigkeit der christlichsozialen Landesparteileitung für Deutschböhmen und ihre Aufgaben für die politischen Organisationen und deren Einigkeit betont. Der vorgelegte Organifations- und Finanzplan wurde genehmigt. Den Schlußpunkt der Beratungen bildete die Stellungnahme zu den Landtagsangelegenheiten, worüber mehrere Beschlüsse gefaßt wurden. Mit dem Wunsche, daß die Tätigkeit der Landesparteileitung weiterhin eine recht erfolgreiche werde, schloß der Vorsitzende die von Herren aus Ost-, West- und Nordböhmen besuchte Sitzung. — (Verbot der Guldenwährung.) Die „Wiener Zeitung" verlautbarte kürzlich eine Verordnung, womit' der Gebrauch der Guldenwährung verboten und unter Strassanktion gestellt wird. Die Höhe der Strafen, die zur Anwendung gelangen können, beträgt 2 bis 200 K oder 6 Stunden bis 14 Tage Arrest. — Die Verordnung tritt mit 1. Juli 1908 in Kraft. — (Ein praktischer Erfolg der christlichsozialen Bauernorganisation.) Als einer der größten und gefährlichsten Schädlinge eines selbständigen, kräftigen Bauernstandes hat sich bekanntlich, als Begleiterscheinung des „liberalen" Wirtschasts-systemes, die Güterschlächterei erwiesen, der schon Tausende von Bauernwirtschaften zum Opfer gefallen sind. Der n.-ö. Bauernbund hat es verstanden, in der organisierten Bauernschaft das Solidaritätsgefühl zu pflegen, daß die Landwirte nicht mehr so leicht dazu zu haben sind, von einem Güterschlächter die Trümmer einer vernichteten Bauernwirtschaft an sich zu bringen, ihm also das Geschäft zu erleichtern. Schon mancher dieser Vampyre hat solcherart in der letzten Zeit eine Enttäuschung erlebt durch die Standhaftigkeit der Bauern, die sich verpflichtet hatten, um keinen Preis bei so einer Operation mitzuwirken. Kürzlich kam der Fall wieder bei Herzogenbnrg vor. Der Güterschlächter sah sich außerstande, das an sich gebrachte Bauerngut parzellenweise an Mann zu bringen, und war endlich gezwungen, die ganze Wirtschaft mit Verlust in die Hände eines Ortsinsassen gelangen zu lassen. — Wir können die Landwirte zu diesem standesbewußten Auftreten nur beglückwünschen. Das Vorgehen verdient auch in Gottschee nachgeahmt zu werden. — (Kellereiinspektoren.) Von großer Wichtigkeit für die Weinproduzenten und zum Schutze derselben gegen den unreellen Handel mit Kunstweinen ist die Systemisierung der im neuen Wein-gesetze vorgesehenen Kellereiinspektoren. Aus einer Reihe von Kron-ländern kommt an die Abgeordneten die dringende Aufforderung, es solle mit der diesbezüglichen Durchführung des Weingesetzes nicht lange mehr gezögert werden. Seitens der Regierung wird ^Jahr aber in definitiv der Lar Beschlus Änstellu auf die zeit nid jahrelar die Lan notweni ein Am Abgeori Jnspekt-ohne w Dotatio mit ©' mächtig gelöst, werfe d korb, sc die Mo sache cu werk fr vier Jc oder in der S bisheru nennen- wird u verlänc aeaen dieses pachtsö der T beföhle die lai über i sehen weder den G; wären bessere ob sei ungesä Ackerbl das 1. Grafli Schwc 3. Ma nur, i wesen war i dorf r gedanl stücklei Kühe nieind andere währe ist Kc gratul 6el. m dieser Frage der Standpunkt geltend gemacht, daß die definitive Anstellung von Weinkellerei-Jnspektvren an die Zustimmung d-r Landtage gebunden ist und eine Durchführung nicht vor der Mchlußfassung der Landtage möglich ist. Gegen eine provisorische Anstellung der Kellereiinspektoren ist die Regierung aus Rücksicht J die Landtage. Die Verfasser des Kunstweingesetzes haben seinerzeit nicht bedacht, daß einzelne Landtage infolge der Obstruktion jahrelang in ihrer Tätigkeit gehindert werden können. Jüngst waren L Landtage wieder nur ganz wenige Tage versammelt. Es wird notwendig sein, in dieser Frage im Einvernehmen mit der Regierung ein Auskunftsmittel zu finden. Jüngst wurde die Regierung im Abgeordnetenhaus-; aufgefordert, mit der Ernennung von Kellerei-. Inspektoren in jenen Ländern, wo kein Hindernis mehr vorliegt, ohne weiters vorzugehen und für die Kellereiinspektoren eine höhere Dotation in Anspruch zu nehmen. , — (Kind und Briefmarke.) Die Sammelindustne hat sich mit Schnelligkeit der österreichischen Jubiläums-Briefmarken be-miichtiat Am wenigsten wird für die rote Zehnheller-Marke ein-oelöst Z-lle anderen Marken erzielen jedoch gute Preise. Niemand werfe daher die Umschläge und Kuverts seiner Briefe in den Paprer-korb, sondern wer durch Briefmarken Kinderschutz ausüben will, lege die Marken zusammen und sende sie von Zeit zu Zeit als Drucksache an den österreichischen Kinderschutzverein, Seraphisches Liebes» merk für gefährdete Kinder in Linz a. D. Dieser Verein hat m vier Jahren 477 Kinder aus allen Teilen des Reiches unterstützt oder in Anstalten untergebracht. Mitterdorf. (Der Gemeindeausschuß) befaßte sich in der Sitzung vom 6. d. M. zuerst mit der Jagd. Obgleich der bisherige heimische Pächter einen so hohen Betrag anbot, daß ein nennenswert größerer auch durch Neuversteigerung nicht erreicht wird und trotzdem auch Forstmeister Schadinger ^ für die ^ngopacht» Verlängerung eingetreten war, sprach sich doch die liberale Mehrheit aeqen die Verlängerung aus. Die christlichsozialen Bauern wollen dieses Vorgehen mit der' Forderung nach Aufteilung des ^agd-vachtschillings unter die einzelnen Besitzer quittieren. ^ — (Schulbänke und Schulgarten) waren weitere Punkte der Tagesordnung. Die dringend notwendige und oft schon anbefohlene Anschaffung von neuen Schulbänken wurde wieder auf die lange Bank geschoben. Dafür wurde des langen und breiten über den Schulgarten debattiert und Beschwerde geführt. Abgesehen nun davon, daß die Gemeinde Mitterdors den Schulgarten weder angekauft, noch bisher erhalten hat und Verfügungen über den Garten doch zuerst in den Bereich des Ortsschulrates gehören, wären bessere Schulbänke bei uns viel notwendiger, als eine bessere Instandhaltung des gegenwärtigen Schulgartens, welcher ob seiner weiten Entfernung von der Schule und infolge seiner ungeschützten Lage ganz unpraktisch ist. — (Ernennung.) Herr Oberlehrer Georg Erker ist vom Ackerbauministerium zum Saatenstauds- und Ernteberichterstatter für das 1 Berichtsgebiet (Katastralgemeinden Altlag, Ebental, Gottschee, Graflinden, Lienfeld, Malgern, Kostern, Mitterdorf, Mosel, Reintal, Schwarzenbach, Katzendorf, Seele und Unterlag) ernannt worden. — (Jagdbeute.) Einen prächtigen Auerhahn fchoß am 3. Mai der Besitzer Josef Jaklitsch von Kostern Nr. 47. Schade nur, daß man den schönen Vogel nicht ausstopfen, sondern verwesen ließ. , , . ... . ., — (Ein nobles Gespann.) Die heurige Faschingszeit war übermäßig lang, doch für Herrn Alois Perz aus Windisch-dorf und drei seiner Freunde scheint der Fasching immer noch kurz gedauert zu haben. Denn letzthin führten diese vier ein Faschmgs-stücklein zum Gaudium aller Mitterdorfer Säuglinge auf. Zwei Kühe vor einem Leiterwagen gespannt, mußten den Herrn Ge-weinderat Perz samt seinen Kollegen von einem Wirtshaus zum anderen führen. Der Kuhbesitzer schritt bedächtig vor dem Gespann, während dessen Eheweib Hintenoben saß. Herr Gemeinderat Perz ist Kandidat der Liberalen für den Bürgermeisterstuhl. Wir gratulieren schon im voraus. — (Prügelei unter Zigeunern.) Betrunkene Zigeuner schlugen letzthin auf einen ihrer Genossen solange los bis dieser blutüberströmt an der Straße liegen blieb. Die Täter flohen sodann. Mtfaa. (Schule.) Unsere Roten möchten stch gern durch einen Schulbau verewigen, natürlich auf Kosten der Gemeinde, der sie gerne neue Gemeindeumlagen aufhalsen möchten. Wir leugnen es nicht, zu einem Schulbau wird es einmal kommen müssen, da das jetzige Gebäude seinem Zwecke früher oder spater nicht mehr entsprechen wird, Da es nur ein Flickwerk ist, aber für die Verhältnisse, wie sie sind, ist es bis heute noch genügend. — (Post.) Unserem Postorgane möchten wir den Rat geben, etwas gewissenhafter vorgehen zu wollen und die Adressen besser zu studieren. Diesbezüglich wäre viel zu wünschen. Daß em Schulknabe als Postbote fungiert, halten wir auch etwas sur gewagt. Soviel für heute. — _ Kieq. (Todesfall.) Im Alter von 70 Jahren ist am Charsamstäge Maria Braune, Mutter des hiesigen Kaufmannes Franz Braune, gestorben. ^ r . — (UmqestauDen) sind im heurigen Frühjahre m unserer Gegend schon eine ganze Reihe von Schweinen. Wir behaupten nicht, daß kranke Schweine eingeführt wurden; aber wenn man zusieht, wie diese noch an die Muttermilch gewöhnten Tiere, oft tage- und wochenlang in der ärgsten Witterung von Ortjchaft zu Ortschaft geschleppt und mit Kukuruz und dgl. kümmerlich genährt werden, so wundert es uns, wenn überhaupt noch eines mit dem Leben davonkommt. Es gibt ein Gesetz, das die Einfuhr von kranken Schweinen verbietet, es sollte aber auch Organe geben, die strenge darauf achten, daß die Tiere von den Händlern entsprechend behandelt werden, damit die Käufer nicht Schaden leiden. Am besten wäre allerdings heimische Zucht; hiezu, bezw. zur Gründung einer derartigen Genossenschaft wurde schon vor einigen Zähren Anregung gegeben; aber die ganze Sache wurde hintertrieben, und zwar von Südmärkern und, wenn wir nicht irren, Mitgliedern der landwirtschaftlichen Gesellschaft. , 0 . , Kirisgruöen. (Gestorben) ist htet m 61. £ebensi«hre Josef Friz; am 13. April wurde er begraben, ^m Winter hielt er sich in Leitmeritz auf. Katschen. (Spende.) I. A., der Ärmste der Pfarre - er liegt schon drei Jahre an Gicht darnieder und hat drei kleine Kinder — erhielt als Ergebnis einer Sammlung in Amerika 100 Kronen. Morovih. (Frühling.) Unsere schön gelegene Ortschaft prangt im Hochzeitkleide, das ganze Dorf gleicht einem Blumensträuße, fürwahr, hier hat, wie ein Herr aus Wien sich äußerte, der Herrgott ein Stückchen Paradies vergessen. Die Apfelbaume stehen in der schönsten Blüte und versprechen, wenn nichts dazwischen kommt, eine gute Ernte. Die Bienen der hiesigen Imker finden gedeckte Tafel, und weil sie manchmal des Guten zu viel tun, kommen sie aus dem Häuschen, d. h. sie schwärmen; Heuer recht Mh j — Am 24. Mai, d. i. am fünften Sonntage nach Ostern, findet beim Ebnerbilde der erste Festgottesdienst statt chöttemh. (Todesfall.) Am 22. April fand hier unter großer Beteiligung der heimischen Bevölkerung das Begräbnis des Kaufmannes und Gastwirtes Ludwig Nossan statt; auch aus den Nachbargemeinden Rieg, Masern, Niederdorf und einigen anderen Orten waren Trauergäste erschienen. Die Auszehrung hat dem jungen, unternehmungslustigen Manne, der erst 3l ^zahre zahlte, ein Ende gemacht. ~, .r, Messektak. (Unleidliche Zustände.) Em nettes Schild-bürqerstück haben einige „rote" Nesseltaler am Abende des 3. Mat in einem hiesigen Gasthause aufgeführt. Der bekannte Stelzfuß und Edelknabe" von Nesseltal hatte im christlichsozialen Gasthause des Herrn Agnitsch in seinem Übereiser für das Ansehen der „roten Sache einem ehrenwerten Gaste und hiesigen Realitätenbesitzer den Hut ausgewechselt — ob absichtlich oder nicht, möge dahingestellt bleiben — und ging mit demselben in das „rote" Stammgasthaus des Fleischhauers und Gemeindevorstehers Hans Wüchse Mehrere Snzi — diese Titulatur möge von jetztan bleiben, denn viele unserer Roten übertreffen an Verrohung sogar die Sozialdemokraten in den industriereichsten Städten — bemächtigten sich sofort des ausgetauschten Hutes, und in der Meinung, er gehöre dem Kaplan Perz, malträtierten sie die unschuldige Kopfbedeckung, indem sie dieselbe unter Verhöhnungen und Zoten bald mit Wein und Bier begossen, bald mit Händen walkten. Die versammelte rote Gesellschaft jubelte, schimpfte, applaudierte und schrie sich fast heiser über den gemachten Fang, denn „wenn wir schon des Kaplans nicht habhaft werden können, so wollen wir wenigstens seinem Hut es fühlen lassen." Frau „Sesele" lachte aus Leibeskräften und gab huldvollst ihren Segen zu dieser „erhabenen" und seltenen Feier. Nur Moritzleben fehlte noch, fürwahr — das Bild wäre zu schön, als daß es nicht photographiert zu werden verdient hätte! Endlich wurde bei lebhafter Szenerie die Galavorstellung geschlossen, und mit stürmischen Rusen „Nieder mit den Schwarzen" trennte man sich. Tags darauf erfuhr man zum Staunen aller, daß der Hut dem hiesigen Besitzer Herrn Sch . . . gehörte. Die Gesichter der Roten werden länger und länger und verzweifelt ruft ein Sozi aus: „Es läßt sich nichts mehr machen." . . . Die Galablamage war fertig. Ein ähnliches Stücklein hört man auch von Gottschee, wo der bekannte „Kilometerfresser" den Hund des Herrn Kaplans mit Schlägen traktierte, um sich sein Mütchen wenigstens am unschuldigen Tiere abzukühlen. Kann man es in der Niedlichkeit der Gesinnung überhaupt noch weiter treiben? Und diese „Satt" rühmen sich noch ihrer Taten, heben stolz das Haupt und beglückwünschen sich gegenseitig, als hätten sie kühne Reckentaten vollbracht! Pfui der Schande! — (Das neue Gasthaus) des Herrn Agnitsch wurde am 20. April l. I. eröffnet. Wir empfehlen das Gasthaus jedermann, da man hier gut bedient wird und nicht Gefahr läuft, angerempelt zu werden. Folgende christliche Blätter liegen auf: Gottscheer Bote, Tiroler Volksbote, der uiederösterr. Banernbündler, die tägliche Ausgabe der Reichspost und das politische Witzblatt „Kikeriki. — (Volksbewegung.) Im ersten Vierteljahre gab es in unserer Pfarre 3 Eheschließungen, 16 Taufen und 10 Sterbefälle. Gestorben sind: Maria Stolzer von Untersteinwand Nr. 10, 77 I.; Joses Roschitsch von Grodetz Nr. 3, 85 I.; Magdalena Detella von Nesseltal Nr. 84, 69 I.; Pauline Mille von Lichtenbach Nr. 2, 18 Tage; Johann Kump von Nesseltal Nr. 23, 48 I.; Maria Materie von Nesseltal Nr. 35, 69 I.; Maria Stonitsch von Lichtenbach Nr. 17, 61 I.; Andreas Rom von Büchel Nr. 45, 72 I.; Rosalia Maußer 'von Nesseltal Nr. 45, 12 I.; Anna Jonke von Kummerdorf Nr. 5, 8 Monate. Getraut wurden: Anton Stefani. Köhler, mit Maria Moro aus Asiagi; Anton Rossi, Köhler aus Asiagi, mit Magdalena Lakner aus Altfriesach Nr. 9; Jakob Mavrin, Stallknecht in Nesseltal, mit der Dienstmagd Maria Eppich aus Obrer«. — (Das k. k. Ackerbauministerium) hat den Pfarrer in Nesseltal, Hochwürden Herrn August Schauer, mit dem Erlasse vom 14. April 1908, Z. 15.223/421, zum Saatenstands- und Ernte-berichterstatter für das dritte Berichtsgebiet des Gerichtsbezirkes Gottschee ernannt. Das dritteBerichtsgebiet umfaßt die Katastralgemeinden: Buchberg, Büchel, Friesach, Kummersdorf, Nesfeltal, Reichenau, Taubenbrunn und Unterdeutschau. Stalldorf. (Hausindustrie.) Wie bekannt, hat sich in Stoll-dorf und mehreren Dörfern der Nachbarschaft die schon seit Jahrhunderten bestehende holzverarbeitende Hausindustrie bis in die Gegenwart erhalten, während sie fast überall sonst im Gottscheer-lande, wo sie in früheren Jahrhunderten allgemein betrieben wurde, längst ausgestorben ist. Wir sind der Fachschule für Tischlerei in Gottschee sehr dankbar dafür, daß sie sich schon seit ein paar Jahren Mühe gibt, unsere Heimarbeit, die bisher nur die allerprimitivsten Werkzeuge und Verarbeitungsweisen kannte, zu haben. Der Vermittlung der Direktion der genannten Fachschule und dem Entgegenkommen des hohen Unterrichtsministeriums hatten wir es auch zu verdanken, daß ein Wanderlehrer für Binderei — bei uns wird zumeist Hausindustrielle Binderarbeit („Butscherl," Schaffe, re.) betrieben — durch mehrere Wochen hier sehr nützliche Weisungen erteilte, die hoffentlich gute Früchte zeitigen werden. Wie wir mit Freude hören, wird sich dieser Wanderlehrer heuer wieder einfinden und die Anfertigung von Binderarbeiten aus Eichenholz bei uns einzubürgern sich bemühen. Bisher wird nämlich hiec nur weiches Holz für diese Arbeiten verwendet. Erzeugnisse der Binderei aus Eichenholz würden gewiß noch lohnender sein. Unsere Leute arbeiten zu Hause recht brav und fleißig. Da sie aber den Vertrieb ihrer Ware einem Grossisten überlassen, schöpft dieser gewissermaßen den Rahm weg und den Erzeugern der Ware bleibt nur die blaue Milch. Die Bildung einer Verkaufsgenofsenschaft, wie ähnliche auch vielfach anderswo existieren, läge demnach sehr im Interesse der Heimarbeiter. Leider haben die Leute zu wenig Gemeinsinn, um so etwas ins Werk zu setzen. Auch müßte jemand sein, der die Sache richtig in die Hand zu nehmen wüßte. Wo die Gemeinsamkeit ihren wahren Vorteil nicht erkennt, dort ist natürlich der beste Boden zur Bereicherung einzelner auf Kosten der Gesamtheit Wenn mau sich übrigens schon nicht zur Gründung einer Genossenschaft aufraffen kann oder will, so sollte man wenigstens selbst die Absatzquellen aufsuchen und die Ware möglichst direkt an die Abnehmer verkaufen, damit der Zwischenhandel nicht zu viel vom Profit wegnimmt. Wösek. (Todesfälle.) Es starben am 13. Jänner Maria Fitz, Inwohnerin in Obermösel Nr. 62,51 Jahre; am 7. Febr„nar Magdalena Stimpfel, Inwohnerin in Niedermösel Nr. 33, 74 Jahre; am 16. Februar Magdalena Matchen in Dürnbach Nt. 14, 85 Jahre, genannt die alte Peaterlin, die trotz ihrer vielen Kinder balo noch der Gemeinde zur Last gefallen wäre; am 22. Februar Maria Putte in Obermösel Nr. 35, 74 Jahre, genannt die alte Müllerin; am 2. März Ernst Köstner in Niedermösel Nr. 12, 1 Monat 3 Wochen; am 5. März Johann Schaffer in Niedermösel Nr. 27, 52 Jahre; am 12. März Magdalena Högler in Verdreng Nr. 8, 45 Jahre alt. Hleichenau. (Tierquälerei.) Die Schwarzen sind gar manchem Krakeeler und Pseiferlbnben dahier ein Dorn im Auge. Man möchte sie am liebsten erdrosseln oder lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Da das doch nicht angeht, verlegt man sich auf die schwarzen Katzen, deren eine vor kurzem unter den Augen des Winterortsvorstehers im Stadl feierlich den Tod durch den Strang erhielt. Also, Herr Kump, auch ein Fortschritt und Vergnügen! Wemtak. (Spende.) Herr Rudolf Eisenzopf von Mosel spendete der freiwilligen Feuerwehr 10 K, wofür hiemit das Feuerwehrkommando Reintat den schönsten Dank ausspricht. Htteröach. (G asthaus er öffnung.) Der Besitzerin Maria Lacktter von Nr. 5, vulgo Jursch, wurde am 25. April das Gasthausgewerbe bewilligt und fand die Eröffnung desselben am 3. Mai unter Zuspruch sehr vieler Gäste statt. Ein Gasthaus war dahier seit Menschengedenken noch niemals. Die veränderten Verhältnisse erforderten jedoch eine Gastwirtschaft, besonders infolge der zahlreichen in der Nähe beschäftigten italienischen Kohlenbrenner. — (Geschenk an die Kirche.) Fran Maria Flos aus Cleveland (Ohio) ließ auf ihre Kosten ein neues Meßbuch ankaufen. — (Heirat.) Das Haus Nr. 3, vulgo Jakeifch, erhielt einen neuen Besitzer; Josefa Wogrin heiratete am 27. April Josef Lacktter, den Sohn des Postmeisters ans Obermösel. Werderö. (Straßenbau.) Der Unternehmer Marcott läßt vom Fliegendorfer Walde nach Verderb eine Straße bauen, um die Kohle, die dortselbst gewonnen wird, leichter verfrachten zu können. KoHenegg. (Markt.) Am 4. Mai wurde auf dem Markte in Gottschee ein Paar Ochsen vom Besitzer Josef Stimpfl verkauft. Sie wogen 1640 kg und warfen einen Betrag von K 1344'80 ab. Noch nie wurden hierzulande so schwere Ochsen verkauft. Wien. (Todesfall.) Am 10. Mai starb hier grau Maria Edle von Rom, Gattin des k. k. Majors d. R. Herrn Josef Edlen von Rom, im 65. Lebensjahre, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten. Sie ruhe in Frieden! Kenossenschaftswesen. Aottschee. (Ein gutes Buch) über das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen ist das kleine Werk des Öberösterreichischen Ober-Landesrates Viktor Kerbler: „Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen in Oberösterreich". (Linz, 1905. Druck und Verlag des Aathol. Preßvereines.) Der um die genossenschaftliche Bewegung in Oberösterreich sehr verdiente Verfasser erfreute sich bei der Abfassung seiner Schrift der Ermunterung von Seite eines hervorragenden Förderers der genossenschaftlichen Bewegung, nämlich des Herrn Landeshauptmannes, nunmehrigen Ackerbauministers Dr. Alfred Ebenhoch. Das Buch, das wir jedem, der sich für das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen interessiert, bestens empfehlen, aibt über alle wesentliche Punkte Aufklärung und Belehrung. Es behandelt auf 106 Seiten die freiwilligen Berufsgenossenschaften (Landeskulturrat und Bezirksgenossenschaften, Landwirtschaftsgesellschaft), die Zwangsgenossenschaften, dann in ausführlicher Weise die uns besonders interessierenden Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften (Raiffeisenkassen, Bezugs-, Absatz- und sonstige Genossenschaften, die Organisation des Molkereiwesens, Viehzuchtgenossenschaften. Biehversicherung im genossenschaftlichen Wege), Anwaltschaft und Revision, die Landes-Zentral-Kredit-Organisation und, den allgemeinen Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften in Österreich. In der Einleitung sagt der Verfasser u. a.: „Es ist nicht so schwer, Genossenschaften zu gründen, eine gewisse Begeisterung ist leicht geweckt und mit einiger behördlicher Nachhilfe ist eine Genossenschaft bald in die Welt gesetzt. Ungleich schwieriger ist es, sie über alle Fährlichkeiten hinwegzuführen und so zu leiten, daß sie ihre Aufgabe dauernd zu erfüllen vermag, und dies kann nur dann der Fall sein, wenn in erster Linie dafür gesorgt wird, daß der genossenschaftliche Organismus gesund sei. Als die leitenden Gesichtspunkte bei jeder genossenschaftlichen Tätigkeit müssen unverrückt im Auge behalten werden die Selbsthilfe, die Nächstenliebe und lebendiges Gottvertrauen. Ein wahrer Genossenschafter muß mit der herkömmlichen Indolenz (Lässigkeit) brechen, und solange er im Genossenschaftswesen tätig ist, aus eine gewisse behaglicke Ruhe zu verzichten wissen. Auch mit dem bloßen Ratfon-meren' (Raunzen) oder alle Hilfe vom Staate erwarten ist nichts gewonnen, man muß selbst die Hand anlegen, und je unverdrossener genossenschaftliche Arbeit geleistet wird, desto sicherer ist der Erfolg. Die Betätigung der Nächstenliebe aber erfordert gerade im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen die geringsten Opfer, da der Landwirt in seinen Mitgenossen nie, wie dies im Handel und Gewerbe der Fall ist, einen Konkurrenten, sondern nur einen in gleicher Weise Bedrückten findet." Attlag. (Raifseisenkasse.) Im Monate April betrugen die Einnahmen K 23.19Ö18; der Geldverkehr betrug K 45.819'02; die gesamten Spareinlagen haben bereits die schöne Summe von K 77.722-50 erreicht; der gesamte Geldverkehr beträgt bereits K 161.418-08. Es geht also. Pentaf. (Kassegebarung.) Im April betrugen die Gesamteinnahmen K 3360. Seit dem Bestände betragen die Einnahmen K 12.524-50; der Verkehr K 24.699'98. Messeltal'. (Kassegebarung.) Im Monate April verbuchte unsere Spar- und Darlehenskasse an Einnahmen K 5527; die bisherigen Gesamteinnahmen belaufen sich auf K 21.309 76; der bisherige Geldumsatz beträgt K 42.221-09. Die Mitgliederzahl ist auf 33 gestiegen. Einlagebüchel wurden 43 ausgestellt. Mieg. (Kassegebarung.) Geldverkehr im April K 2343’70; Gesamtverkehr K 14.678*27. Amtliches. Bei der Karl Freiherr von Flödnigschen und bei der illyrischen Blindenstiftung sind mit Beginn des Schuljahres 1908/1900 zwei Plätze AU ücrQcbcn. Die Stiftplätze werden im Blindeninstitute in Linz genossen, woselbst mit dem Schulunterrichte am 16. September l. I. begonnen wird. Auf diese Stiftungen haben Anspruch in Kram geborene, arme, hilflose und blinde Kinder beiderlei Geschlechtes, insbesondere Waisen, welche gesund, bildungsfähig und wenigstens 7, jedoch nicht mehr als 14 Jahre ^Gesuche um Verleihung dieser Stiftplätze sind im Wege der Bezirkshauptmannschaft des Wohnortes, beziehungsweise durch den Stadtmaglstrat Laibach. ^ . y ^ bis zum 1. Juni l. I. anher zu überreichen; dieselben sind mit dem Tauf- und mit dem Heimatscheine, dem Jmpfungs- und Armutszeugnisse, dann mit dem ärztlichen Zeugnisse über die Gesundheit und Bildungsfähigkeit des Aspiranten zu belegen. K. k. Aanbcsregieruttg, Laibach, am 1. Mai 1908. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergesxaltene «leindriickzeile oder deren Kaum io Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes 3ahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze jahr eine zroanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Lin. schaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Beste!, langen von den in unserem Blatte angezeigten Krmen sich stets aus den „Gottscheer Boten" zu beziehen. 4—------------------------------------------------------------ Wohnhaus in Obermösel, sehr hübsch gelegen, schöner Garten, Wasserleitung im Hause, ist zu verkaufen. Auskunft beim Eigentümer Rudolf Hifenzopf ttt Höermofek. Ein Haus in der Ortschaft Verdreng Nr. 15, mit schönem Obstgarten, ist preis w er t zu verkaufen. Anzufragen bei der Eigentümerin Maria Mdmer ttt Merdreng. Hausverkauf! Haus Nr. 22 in Reichenau bei Gottschee eine Stunde vom Pfarrorte Nesseltal entfernt, samt den dazu gehörenden Grundstücken und Waldanteilen und mit Weiderecht ist für 5600 K sogleich zu verkaufen. 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