Nr. 171. Plänumelat!oii«vrci«: Im «omptoir ganzj, fi. 11, haibj, ff. »50, ssl!l hie Zufl«llun« in« H«»e halbl. b« lr. »ti» d« Post ganzl- st. lb, hilbi ss. ?^o. Samstag, 28. Juli. Instltlonsgtbllr: ffllr Nelne Ins«alt »!» ,n 4 gtllen 35 li,, giöh««: per Zelle 6 lr., del »ftlren Wieb«holul!gen p«r Ziil« 3 lr. 1883. Mit 1. August begin,,! ein n«ue« Abonnement auf die „Knlmchcr Zeitung." Der Pränumerations-Preis beträgt für "e Zeit vom 1. bis Ende August: ^,tt Post unter Schleifen.....1 fi. 25 kr. '^Lalbach ins Haus zugestellt. . . 1 „ — „ >lln Comptoir abgeholt......— „ 92 „ Vom 1. Äugn st bi« Ende Dezember: U" Post unter Schleifen.....6 st. 25 kr. M Lmbach ins Haus zugestellt . . . 5 „ - ., ^omptoir abgeholt......4 „ 60 „ Amtlicher Theil. ^ Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit L,", lachst unterzeichnetem Diplome dem Feldmarschall-^uttllant und Artilleriedirector des ach'en Corps "licnd Vogler als Ritter des Ordens der eisernen denn ^'""' ^^^ '" Gemäßheit der Ordensstatuten " "'tterstand allergnädigst zu verleihen geruht. 3M ,^' ^ ""d k. Apostolische Majestät haben mit "etyljchst^ Einschließung vom 24. Juli d. I. die "omal,oe«a.rrichtsräthe in Lemberg Oasil Kowalski Ob tt ^ ^'"er v. Zborowski zu Hofrälhen des "'"" Gerichtshofes allergnädigst zu ernennen geruht. Prazäl m. p. Ällerb?cks/'/ü? ! «postalische Majestät haben mit Obs^< Entschließung vom 16. Juli d. I. den irluator an einer Privatsternwalle in Dresden d A?4 ""s Weinet zum ordentlichen Professor Vor« °""k an der l. k. Universität mit deutscher dirs !^!prache '" P"g und Director der Sternwarte >^ Ullivelsität allergnädigst zu ernennen geruht. Conrad-Eybesfeld >n. i>. Llll,^/' k- und k. Apostolische Majestät haben mit H. Elster Entschließung vom 21. Juli d. I. dem Ioba.. '^ b" der Bernhauptmannschaft in Wien Mr,« """z '" Anerkennuug seiner mehr als vierzig« Mbe-, m"'"^" "nd pflichttreuen Dienstleistung das vkll.i^ ""dlenstkreuz mit der Krone aUergnädigst zu "'yen geruht. Erkenntnis. Das k. k. iiandcsgericht Wien als Pressgcricht hat auf Antrag der l, l. Staatsanwaltschaft erkannt, dass der Inhalt des in der in Wien erscheinenden periodischen Druckschrift „Social-politische Fachzeitunss der Metallarbeiter Oesterreichs" Nr. 14 vom 19. Juli 1383 enthaltenen Artikels mit der Aufschrift „Die Wahrheit und ihre Liia.cn" in den zwei Stellen von „Hat je einmal eine der hclischcnden" bis „vorschlagen und auch durchführen" und von „Wie dic Wahrheit daran geht" bis „socialistischer Staat erstehen wird", und des Artikels mit der Aufschrift „Die freie Arbeit" in den beiden Stellen von „Freie Arbeit! Welch großes Wort" bis „nun einmal nicht fortzuleug^ nen" und von „der capitallosen Volksmassc gegenüber" bis „macht Lapital daraus, rohe Materie" das Vergehen nach 8 !l02 St. G, begründe, und hat nach § 493 St. P. O. das Verbot der Wciterverbreitnng dieser Druckschrift ausgesprochen. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät derKaiser haben, wie das „Präger Abendblatt" meldet, den Gemeinden Purschan, Pctlarn und Wosant im Tachauer politischen Bezirke zum Wiederaufbaue der a.n 10. Mai d. I. abgebrannten Friedhofskapelle eine Unterstützung von 200 st. zu spenden geruht. Laibach, 27. Juli. Die schönen Kaisertage sind vorüber. Alles Hut gewetteifert, um den Monarchen überall in würdiger Weise zu empfangen, um ihm die ergebenste Anhänglichkeit und Liebe zu bezeigen; in dieser Beziehung hat Kram in der That sich selbst übertroffen; darüber sind Einheimische und Fremde einig gewesen. Doch, dass sich Krain so gezeigt, wie es wirklich ist, das verursacht gewissen edlen Seeleu schlaflose Nächte. Dem allseitigen begeisterten Volksjubel folgt nun das Rabengekrächze derselbeu in den factiöfen Blättern, in welchen sie ihre widerlichen Klagelieder darüber anstimmen, dass sich Krain in den Kaisertagen nicht in das Gewand gehüllt, welches sie ihm um« hängen möchten, dass die Leute so gejubelt haben, wie ihnen eben «der Schnabel gewachsen ist". Und was soll man erst zu den Sensations« Telegrammen sagen, welche mm von hier über unsere Zustände nach allen Richtungen der Windrose ver« schickt werden, um gewisse „Wellblätter" sammt ihrem Lefepublicum — zu dnpieren. Die Welt muss wissen, was sich Hierlands für schreckliche Dinge (!) zutragen, dass sich nämlich in Kram nicht nur Italiener als Mordbrenner, mit Bomben und Brandschriften beladen (!), herumtreiben, sondern auch, dass in der Umgebung von Laibach auf den „frequentesten" Spaziergängen slovenische Bauernburschen mit „gezückten Messern" auf die hier prome^ nierenden Deutschen lauern. Ist doch diesertage — und das ist gewiss ein unwiderleglicher Beweis namentlich für den letzteren Umstand — ein Ingenieur auf der Straße zwischeu Iosefsthal und Kaltenbrunn von einem solchen Vur« schen angefallen worden, der — was aber auch die Welt wissen sollte — sich an dem Herrn, ohne sich um dessen Nationale zu kümmern, vergriff, weil er, ein bekannter Truukenbold, eben an dem Tage wieder dem Bacchus über dieMaßen gehuldigt hatte. „Wir gehen traurigen Zuständen entgegen!" jammert unser Heulmeier in deu gedachten sensationssüchtigen Blättern, da er die Ehre des Landes besudeln darf, ohne von der besonnenen krainischen Bevölkerung die Züchtigung dafür befürchten zu müssen. Dabei lacht sich der Schalk in die Faust, dass er dem leichtgläubigen Publicum wieder einen Bären angebunden und einige Groschen diesen Blättern herausgelockt hat, welche, indem sie solche Fabrikate in ihre Spalten aufnehmen, die deutsche oder gar die österreichische Sache zu fördern glauben. Wer ergötzt sich nicht an dieser schönen Komödie! Wien, 26. Juli. (Orig.-Corr.) Die 40 Gemeinderäthe Wiens, welche sich für die reducierte Türkenfeier aussprachen, scheinen sich doch beträchtlich bezüglich der Stimmung Wiens getäuscht zu haben, die sie mit so viel Emphase als eine „traurige" hinstellen Der Beschluss hat ihnen nur eine erkleckliche Auzahl von Misstrauensvoten eingebracht, welche sie in jeder Sitzung mit süßsaurer Miene zur Kenntnis nehmen müssen, sie erleben auch ein beschämendes Desaveu durch die Bürgerschaft selbst, welche sich rüstet, auf eigene Faust die Festfeier zu veranstalten, ohne sich um die „traurige Stimmung" jener 40 Herren viel zu kümmern, welche just nur Feuilleton. Veldes.* Anst tauchte mir nach trüben Nebeltllgen «us Wollenschleier und aus Negenflor A" semem Vergeslranze. seinen Sagen Das schöne Veldes sonnenhell empor U" wa der See mit seinen klaren Fluten, Und Waldesgriin umlaubt. A3 A"'b stand in rothen Abcndglnten Des macht'gen Triglav dreigelröntes Haupt. U?!^!> ^M das Purpurlicht dort oben. Dp. ^ H'^ "" blauer Nebeldust Ver Insclk.rchc Heiligthum umwobcn. Di! Iluckenklang zog durch die stille Luft -W,... °^ lnndct die Erhürung droben, ^enn beim Gebet die Wundergloclc ruft. __________ E. Wtrner. Der zerbrochene Sporn. "tnman aus dem Leben einer grohen Stadt. Von Wilh. Hartwig. (98, Fortsetzung.) 4 5. Capitel. Atacd^/l?^"""U l"'l Richard Iottrat hatte Alice ernste., l r/l' "'" furchtbare Aufregung verseht. Die ^^^ mdenschaftlichen Mahnungen des jungen bir da^'? ?!"?ss der 600jährigen Jubelfeier KrainS erhielten ^liebtr», ^'lehende stimmunqsuollc Sonrtt ans der Feder der ^ptod ,!. '^"slstellcrin E. Werner und glauben durch "lb dca l, !"F desselben sowohl die Fieunde der Schriftstellerin "es herrlichen PeldcS. der „Perle Overtrains", zu erfreuen. Anm. d. Ned. Fremden erfüllten ihr Gemüth mit den trübsten Ahnungen. So oft solche auch früher schon in ihr aufgrstie« gen, hatte sie doch immer muthig dagegen angekämpft, da sie gut genug wusste, dass weder Mr. Eustace noch weniger aber Mr. Lancaster sie ihres einmal gegebenen Wortes entbinden würden. Aber durch diese eben gehabte Unterredung er» kannte sie zum erstenmale wie unwiderruflich diese Heirat sie von jeder Hoffnung auf Glück trennte. Fassungslos brach sie, nachdem sie ihr Zimmer erreicht halte, zusammen. Die Vorahxung kommenden Elends beraubte sie aller Krast. Wa« konnte, was sollte sie thun? Nur noch wenige Stunden, und ihr Schicksal war besiegelt! Gewaltsam raffle sie sich ans aus ihrer Lethar. gie. e kommst du auf diese Frage? Glaubst du. ich wolle dich täuschen? Ebenso gut könnte ich glauben, das« Lancaster mich täuschen würde! Denn Lancaster —" Weit geöffnet hafteten Alicens Augen auf Eustaces Gesicht. Athemlos, das Herz voll zum Zerspringen, lauschte sie auf seine Worte. Da plötzlich wurde dle Tnllr aMnet und Eustace brach jäh ab. Lancaster war eingetreten und mit einem finsteren, drohenden Blick stand er neben der Thür. Seine in. n5re Aufreauna gewalt am unterdrückend, wandte er «HM der Aufforderung an Alice, ihren Verlobten Z wig Augenblicke mit ihm allein zu lassen und lwmal H ihrer Stiefmutter zu sehen da d.e Stunde schlosstn,"1o WchwN auch das Lächeln aus Lan-casters Zügen, ünd ärgerlich wandte er stch an se.nen ^Was, zu», Teufel, machst du denn für dumme Streiche? Willst du denn alles auf Spiel setzen? Ich hatte dir doch verboten, heute noch mit Alice Mam-menzulommen. In deinem Rausche weißt du nicht, was du sprichst. Ich sah es ihr an. dass sie noch im letzten Augenblick ihr Wort zurücknehmen möchte." l gründlich widerlegt. Auch passt diese vielleicht unerwartete beiderseitige Mäßigung gar nicht in den Kram gewisser deutsch-liberaler Wiener Journale, die in ihrem bekannten „patriotischen und uninteressierten" Eifer eine Serie heftiger, die Anstrengungen von Generationen in dem schönen Lande Böhmen zur Un« fruchtbarkeit verurtheilender Kämpfe weit lieber gesehen hätten. Das Missvergnügen dieser Blätter ist so groß, dass sie die Haltung ihrer Parteigenossen in Böhmen beinahe als Verrath qualifizieren. Es hat dies übrigens auch sein Gutes. Wird sich doch jetzt die deutsche Bevölkerung in Böhmen sowie anderwärts über die mehr oder minder geheimen Motive Rechenschaft geben können, von denen sich jene Presse inspiriert, die im Streite der Parteien für sich selbst eine berathende, hin und wieder sogar eine führende Rolle in Anspruch nimmt. Jene aber, welche weder die Unterdrückung der Deutschen durch die Czechs, noch auch die Unterdrückung der Czechen durch die Deutschen wünschen und welche ohne eine besonders markierte Vorliebe für den einen oder den anderen Volksstamm beide in gleicher Weise schätzen, werden unzweifelhaft über den friedlichen Gang der Dinge aufrichtige Befriedigung empfinden. Sollte das vom Grafen Taasse so beharrlich festgehaltene Programm der Verständigung wirklich eine solche Chimäre sein, wie dies von den Gegnern des Ministeriums so oft und so leidenschaftlich behauptet wurde? Von den Landtagen. Prag, 24. Juli. Der Bericht des Landesaus-schusses über das Volksschulwesen in Böhmen, welcher in der gestrigen Sitzung zur Vorlage gelangte, wurde der Budget- und Schulcommission zur Vor« berathung zugewiesen. In der Budget»Commission wurde das angemeldete Minonlätsvotum bezüglich des Baues des böhmischen Museums eingebracht. Dieses von sämmtlichen Mitgliedern der Minorität unterzeichnete Votum lautet: '„In Erwägung dessen, dass die Uebernahme einer Verpflichtung des Landes zum Baue eines Gebäudes für das Museum einerseits die Regelung des Verhältnisse« der Anstalt zum Lande für die Zukunft und andere,seits die Kenntnis der Kostensumme zu unerläszlichen Vorausschuna.cn hat, wird der Landesausschuss beauftragt, mit der Musenm-Gesellschaft in ersterer Beziehung in Verhandlung zu treten, die erforderlichen Erhebungen durch Anfertigung von Plänen und Kosteniiberschlägen zu pflegen und Anträge zu stellen." Aus Agram wird unterm 24. Juli berichtet: Das Project des Landestheaterbaues ist in ein neues Stadium getreten. Die innere Abtheilung der königlichen Landesregierung hat nämlich alle auf den Van eineL neuen National-Theaters bezüglichen Pläne der Vausection zur Ueberprüfung und baldmöglichen Abgabe ihves Gutachtens zugewiesen. In maßgebenden Kreisen herrscht die Absicht, mit dem Baue anfangs deS nächsten Frühlings zu beginnen und mit Hilfe des patriotischen Publi-cums den Bau auch bald zu beenden. Ueber die Mittel, über welche der Theaterfond verfügt, bemerkt die „Agramer Zeitung", dass der Verkauf des gegen-wärtigen Theatergebäudes 50 000 fl. ergeben dürfte, dass ferner das weiland Eduard Ielaöxl'sche Legat 100 000 ft. repräsentiert, und dass endlich aus den öffentlichen Sammlungen ein Betrag von 50 000 fl. vorhanden ist, doch ist mit der Gesammtsumme von 200 000 ft. nur etwas mehr als ein Drittel der ver- „DaS wäre ebenso schlimm für sie, wie für dich," höhnte jener. „Aber sie wird schon Wort halten. Sie ist eine viel zu gute Tochter." Und in seinem Rausche vor sich hin lachend, warf Eustace sich zurück ins Sopha und war im nächsten Augenblick fest eingeschlafen. Lancaster warf einen vernichtenden Blick auf ihn und sank auf einen Sessel nieder, von Gedanken der verschiedensten, beunruhigendsten Art gemartert. Er hatte Dalton sprechen wollen; derselbe war fern von Mootfield. Seine Vorbereitungen für die Abreise hatte er beendet. Sofort nach der stattgehabten Trauung follten alle Moorfield verlassen. Als er seine Sachen packte, hatte er, einem un-bestimmten Impuls folgend, ein Bündel besonders für sich gelassen. Es enthielt den fremden Anzug, den Mrs. Chapman abends vorher für ihn bereitet halte. Derselbe bestand aus einem Reitanzuge nebst ein Paar wasserdichten Stifeln mit Sporen, an welchen letzteren indessen dem einen das Rädchen fehlte. Lange Zeit saß Mr. Lancaster gedankenvoll in seinen Sessel zurückgelehnt. DaS Tageslicht hatte schon dem Zwielicht Platz gemacht, als ein durchdringender Schrei das Haus durchgellte. Das Geräusch eiliger Fußtritte wurde laut. In Ahnung drohenden Unheils sprang Lancaster auf seine Füße und eilte an die Thür. (Fortsetzung folgt.) anschlagten Kosten bedeckt, und es bleibt daher d^c patriotischen Hilfsaction für den gedachten Zweck no°» ein weiter Spielraum offen. Vom Ausland. Wie aus Berlin berichtet wird. ist dort die Anzeige Sr. Majestät des Königs von Spanien, dass er im Laufe des September Sr. Majestät dein deutschen Kaiser einen Besuch abzustatten wünscht, nunmehr eingegangen. Die Ratification des deutsch-französische" Literarvertrages dürfte, wie die „Nordo. alH Zig." erfährt, in allernächster Zeit erfolgen, nachdw auch französischerseits die nöthigen Schritte hiezu g^ than sind. Was den deutsch.belgischen Literarvertca« anbelangt, zu dessen Einleitung der deutsche Bundes rath seine Genehmigung ertheilt hat, so wird dersel^ auf der gleichen Basis stehen wie der deutsch-fra^ zösische. Zur Zeit sind von Seite Belgiens no9 keinerlei Bestimmungen getroffen, ob es Commiss^ nach Berlin zu schicken gedenkt oder den deutsch'fr^ Mischen Vertrag ohne weiteres den Verhandlung^ zugrunde legen will. — Die neuen preußisch^ Verwaltungsssesetze haben, wie die „Neue preuW Zeitung" erfährt, alle Stadien durchlaufen, und diM daher ihre Publication fchon in nächster Zeit in M" ficht stehen. In den französischen Kammern schlepp' sich Conventionsvorlage und Iuftizreform, diese bel^ Senate, jene bei den Deputierten, in endlosen RedA fort. Im Senate waren bis zum 23. d. M. "'" weniger als 45 AmendementS zu der bereits in t>e Deputicrtenkammer wie auch in der SenatscomnilW, vielfach modificierten Vorlage, betreffend Reform de Iustizdicnstes, eingebracht worden. — Die Verhandlu^ über die Eisenbahnconventionen hat dec intransigent Presse Anlas« zu den gröblichsten Schmähungen "" Verdächtigungen der Kammer gegeben, die in ih^ Mehrzahl von den Eisenbahngesellschaften erkauft " und um schnöden Geldgewinnes willen die Inletts!^ des Landes preisgebe. Da nun auch der Abgeordn" Laisant in einem von ihm unterzeichneten Artikel ^ „Republique Radicale" in diesen Ton einstimmte. "'. Eisenbahnverträge infam, null und nichtig nannte u", von der „schwer abzuschätzenden Höhe der Trinkgelds sprach, so brach am 25. d. M. ein Sturm in o, Kammer los, welchen der Präsident Vrisson damit ^ schwichtigte, dass er die Versammlung an ihre» eigA Beschluss erinnerte, derlei Beleidigungen nicht gerl'H' lich zu verfolgen, da dieselben als eine gegen die ^ tion gerichtete Beleidigung lediglich zu verachten st'^ — Die Budgetcommission der DeputiertenkammerH nehmigte einen von der Regierung eingebrachte Dringlichkeitsantrag auf Gewährung eines auA ordentlichen Credite« von 50000 Francs behufs W"' sendung einer französischen Sanitätscommission """ EgYPten. , Auch in Paris hat die Entschließung der e^ tischen Regierung, die Vereinbarung inbetreff ^,", ^ zweiten Suezcanales fallen zu lassen, großes l salion erregt. Herr von Lesseps hat sofort, nach^, ' die Erklärungen des englischen Ministeriums vor ^ Unterhause telegraphisch nach Paris signalisiert n>a^ durch die „Agence Havas" ein Schreiben verM. lichen lassen, welches er bereits am 20. d. M " ^ der letzten Besprechung mit Herrn Rivers W'lsoN " den britischen Premier richtete. Herr von Lesseps l sucht darin im Interesse des allgemeinen Friedens "^ der Eintracht zwischen England und Frankreich V^, Gladstone, sich durch den vorläufigen Vertrag "H weiter für gebunden zu erachten, und schließt Mlt^, genden Sätzen: «Empfangen Sie die bestimmte ^ klärung, dass auch in dem Falle, wo unser Ver" suspendiert oder überhaupt rückgängig gemacht tvel" sollte, die Anlage des zweiten CanaleS dennoch ""> züglich begonnen und sämmtliche zwischen uns ver redeten Tarifermäßigungen in Kraft gefetzt W" > sollen. In Eintracht und ohne Störung werden ^ fortfahren, wie bisher gemeinsam mit dem in un>e g Verwaltungsrathe sitzenden Vertreter der Reg'", «ü der Königin den Seefahrtscanal zu verwalten U""^ verbessern, wie es erforderlich ist für ein Werl. ^i ches laut unserer Concessionsurkunde bestimmt 'l.t' ^ geöffnet und den Flotten aller Nationen zuga"U zu blechen, ohne Ausnahme noch Begünstigung. ^» In, englischen Unterhause gab am ^ > ,e Iull. gleich beim Beginne der Sitzung. Mr. Glavi^ dle mit großer Spannung erwartete Erklärung ^z die Entscheidung der Regierung in Bezug ?"',.^ mit der Suezcanal-Gesellschaft getroffene Ueve^f kommen ab. Den Ursprung desselben leitet "H das immer deutlicher zutage getretene Bedürft"» he emem zweiten Suezcauale zurück, da der bejt^ ^ Wasserweg sich für den gesteigerten Verkehr"'^ relchend erwiesen hat. Der Premier resümierte" ^ Herrn von Lessepz. dem er großes Lob zoUH e" pflugenen Verhandlungen und getroffenen vorla">A, Vereinbarungen, die nach seiner Ansicht durch s" ch Mäßigung der Durchfahrtsabgaben im Suezcana^ ^ den englischen Rhedern eine jährliche E'spa" " „B einer Million Pfund Sterling eingebracht hcilte", , ^liaibacher Zeitung Nr. 17! 1477 28. Juli 1883. l?^ ,!"?gen der in England dagegen entstandenen "pftchtwn fallen gelassen werden. Im Ob er hause liindigte Earl Oranville die auruclzlehun« de« Uebereinkommens mit Herrn von "Mpz ,n ähnlicher Weise an, wie dies im Unter, yauie durch Mr. Gladstone gleichzeitig geschah. Als wttteres Motiv filr diesen Schritt gab Lord Granville nocy dle Absicht der Negierung an. allen Debatten vorzubeugen, welche nicht nur die Erledigung der Auf« »aven des Parlamentes verzögern, sondern auch Frank. «>.cy und andere Staaten verletzende und irritierende "llM zutage fördern würden. Hätte Herr von Lesseps «ewunscht, dass die Entscheidung des Parlamentes ein. neyolt werde, so hätte er (Lord Granville) nie eine A"wmmu„g zur Zurückziehung der Vorlage gegeben. Mr von Lesseps gab aber der Regierung ihre Actions« 'lnyeit zurück, und das Cabinet sah sich aus den ge-nannten Beweggründen veranlasst, trotz der offenbar "Nlretenden Wandlung in der Beurtheilung des Ueber« "Nlommens die Vorlage zurückzunehmen, ki. ^ "^"'lh Telegraph", der „Morning Advertiser". "" .Morning Post" und selbst die «Daily News" «rgruhen die Zurückziehung der Suezcanal-Vorlage «mi unverholenem Vergnügen. Während jedoch das n!,. u Hauptorgan den Bemerkungen Gladstones 'lwetreff der unverletzbaren Rechte des Herrn von sU'?s sein.' rückhaltlose Anerkennung zollt, stellen >'^ me conservative« Organe, der „Daily Telegraph" . "ngeMossen, auf den entgegengesetzten Standpunkt "no grasen den Premierminister aus dieser Ursache in M scharfer Weise an. — Die kontroverse über die ^uezcanal-Vorlage ist selbstverständlich mit der Zurück-z«yung des Uebereinkommens nicht abgeschlossen. Die "NMoatwe P^ei vermochte sich jedoch über die «Mere Haltung in dieser Angelegenheit noch nicht zu z. .Aus Rom wird gemeldet, dass Se. Majestät der ANH das Decret über die Eröffnung einer vierten T^tarakademie unterzeichnet habe. Sie wird in Rom "vNnet, und zwar mit 200 Zöglingen, welche in den 'v genden Jahren auf die Zahl von 400 gebracht , rroen sollen. Zöglinge der anderen Militärakademien "nnen auf Verlangen nach Rom überseht werden. „». AusConstantinopel wird den „Daily News" unter dem 23. d. M. gemeldet: Der Ministerrath hat ^ letzten Augenblicke beschlossen, den zwei englischen Tm > " b" Lynch-Lmie die Schiffahrt auf dem mi? s? l" gestatten, bis ein neues Uebereinkommen ann.«N "b getroffen sein wird. — Die Bitte des in A. " Patriarchen Narses um Begnadigung der gelehnt " verurtheilten 63 Armenier wurde ab« Aus Skutari "lld der ..Pol. Corr." unterm 16. d. M. geschrieben: b " ""lerworfenen Stämme legen gegenüber den For< fiM. Ä ""d Wünschen der Regierung eine so auf-Auf?^?^nMa.keit an den Tag. dass man in die t'at V O"«"W Haltung Zweifel zu setzen berech. Nicht ^.Bergbewohner beeilen sich. der Regierung lluck i"^«n « ^" Truppen abgenommenen, sondern dez ^?r c?"!'^ zurückzustellen, welche ihnen wahrend trie,, "wsch.türkischen Krieges und zur Zeit der Um. Word.« 51 °lbanlschen Liga zur Verfügung gestellt aeaenw"?"""- 3" "'ehr als das, die Stämme führen tinim.«^ 3 ^ Häusersteuer ab, mit welcher sie seit Nick? f ^"" im Rückstände waren. Man geht wohl zurllssU'. ^"" """ diese Haltung auf das Bestreben ihrer Ä.^^" ^'tische Regierung zur Zurückziehung »enmi-so! ^." aus dem Gebiete des nunmehr nieder, d n un. ü, wlfstandes zu veranlassen. Durch die bei Manen ^!"" Stämmen erzielten Erfolge einiger. PM° ""uthlgt. beschloss der Gouverneur Assim fteben!'«« ^".. " Gouvernement von Slutari unter-N°tten «l^?"""" ^e der Regierung gehörigen fassen, und ertheilte den Au-Viak7«.l ^^°"'?' sichle in diesem Sinne. Diese schlieken m.s^^/^^^"^ den ersten Anzeichen zu N '."'^/^'^" Widerstand stoßen. So beant-^ffm abzulk e7n'"d«m^ ^wli die Zumuthung, die der NuM^^ « einen eigenen, mit b°lchi ermord^. ^" betrauten Bulul- Tagesneuigkeitelt. Ihrer M^s^^'1. ^gusta.) Ueber daS Befinden ^schrl^ ^ ber deutschen Kaiserin wird aus Coblenz " « alläb.^/m^'". ^"" täglich gastliche Tafel und bei welchen sie fast immer pranaenk n w.^Ä"<''°' ^" l'bt im allsten Schmucke "UN au^^^^nlagen. einen Besuch abstattet. Wenn °Us »u?i^ n^ ^""'."b^"den der hohen Frau durch, «inen d^,^^''^. '" und namentlich ihr Aussehen Andruck 3 ^ ?'^" ^"fknthalt wesentlich erfrischte.. Ariden n^"^^° l'"d boch die schweren körperlichen Nicht n,r.^'^ überwunden. Namentlich ist die Kaiserin bei den «m^ l'lbständig zu gehen, so dass sie auch bewill^ glichen Veranlassungen nur sitzend die Gäste Theiln«? ""d verabschiedet, während ihre persöxliche llicht geft/ t"'n^" ^°^^ ^ "'" Gesundheitszustand — (Vortrug des Reichs-Finanzministers von Küllay) Se. Excellenz der Herr Reichs.Finanz, minister von Källay hat bekanntlich am 20, Mai in der Akademie der Wissenschaften in Budapest unter dem Titel: „An der Grenze des Ostens und Westens" einen Vortrag gehalten, der damals sowohl in wissenschaftlichen als in politischen Kreisen große Anerkennung fand. Dieser Vortrug ist von Herrn Alfred Szczepansli inS Polnische übertragen und mit einem Commentar versehen worden. Von dieser Uebersetzung, welche zuerst im „Dziennik Poznansli" erschien, ist ein Separatabdruck veröffentlicht worden, der diesen hochinteressanten Vor-trag auch weiteren slavischen Kreisen zugänglich macht, — („Rudolf in um".) In dem von Herrn A. M. Pollak Ritter von Rudin gegründeten Stiftungshause „Nudolfinum" in Wien sind für das Studienjahr ! 1883/84 70 Stiftungsplätze an fleißige und dürftige ordentliche Studierende der Wiener technischen Hoch« schule, ohne Unterschied der Confession, zu verleihen. Die Bewerber um dieselben, welche die österreichische oder ungarische Staatsbürgerschaft besitzen müssen, haben ihre Gesuche, mit den letzten Studienzeugnissen eines Politechnicums oder. wenn fie erst nn die technische Hochschule gelangen wollen, mit dem Maturitätszeugnisse eines Obergymnasiums oder einer Oberrealschule, ferner mit dem amtlich beglaubigten Dürftigkeitszeugnisse ver» sehen, bis längstens 31. August 1383 bei der Administration des Ruoolfinums (Wie», IV., Mayerhofgass? Nr. 3) einzureichen. Von jenen Studien« und Dürftigkeits« zeugmssen, welche nicht in der deutschen Sprache aus« gestellt sind, müssen gleichzeitig die deutschen Uebersehun-gen beigebracht weiden, widrigenfalls auf die betreffen' den Bittsteller leine Rücksicht genommen wird. Die näheren Aufnahmebedingungen können bei der Haus< inspection eingesehen werden. — (Taufe und Trauung eines Chl, nesen.) Die Besucher der evangelischen Kirche in der Dorotheergasse in Wien waren am letzten Sonntag Ieugen einer seltenen Feier. Der 30jährige Chinese Allay-Tschung, Eszterhazygasse 21 Wohnhaft und gegen, wärtig bei einem Medicinae-Doctor in der Kärntnerstraße bedienstet, trat aus der buddhistischen Religion zur protestantischen Kirche über. wobei der Naturalien-Händler Herr Karl Schuster als Taufpathe fungierte. Nach diesem Acte wurde der Chinese mit seiner Geliebten, einer Wienerin, getraut und deren drei Sprossen als eheliche Kinder immatriculiert, Allay-Tschung. nun» mehr die Taufnamen Karl Maximilian führend, kam vor sieben Jahren aus Amerika nach Wien. Er trat in den Dienst des Restaurateurs der Iaroschauer Bierhalle. Im Hause seines Gebieters lernte der junge Chinese ein Wiener Stubenmädchen kennen, welches nun seine Frau wurde. — (Truppenübungen.) Die Garnisonen von Oberüsterieich und zum größten Theile auch die von Salzburg werden vom 27. August bis 5. September um Linz zum Zwecke der Truppenübungen concentriert werden. — (Kampf mit einem Bären.) Dem Cfik-Szent«Mihalyer Gendarmen Franz Katona kam vor wenigen Tagen, als er die Gebirgswälder durchstreifte, ein riesiger Bär entgegen, der ein getödtetes Schaf schleppte. Als Meister Petz des Gendarmen ansichtig ward, starrte er ihn einige Minuten lang an und drehte ihm dann brummend den Nucken, In diesem Augenblicke brannte ihm der Gendarm Eines auf den Pelz und aus dem Hals des Bären quoll das Blut. Das Thier lieh ein durchdringendes Brüllen hären und stürzte sich geradenwegs auf den Angreifer, der noch weitere zwei Schüsse abgab. Der Bär, der mittlerweile ganz nahe an seinen Feind herangerückt war und dem die Schüsse nur wenig angehabt zu haben schienen, ergriff nun mit beiden Tatzen das Gewehr und biss nach dem Gendarmen, Katona hatte während des Kampfes mit dem Gären zwar das Unglück rücklings zu fallen, aber dennoch konnte das Thier seinen ungewöhnlich starken Gegner nicht überwältigen. Endlich nach längerem Ningen lieh der Bär das Gewehr plötzlich los und schlug seine Krallen in den Schenkel des Gendarmen, der dem Bären das Gewehr entriss und dann mit demselben auf den Kopf des Thieres schlug. Nun erst ergriff der Bär die Flucht, wurde aber von herbeieilenden Hirten und dem Gendarmen eingeholt und zu Boden gestreckt. Katona trug glücklicherweise, Dank seinem besonderen Muthe, seiner Geistesgegenwart und seiner ungewöhnlichen Kraft nur ungefährliche Verwundungen aus diesem Kampfe davon l — (Eine Erbfchaft von 40 Millionen Gulden) Kürzlich hat in Rotterdam ein Process seinen Abschluss gefunden, der eine Zeit lang das aus. schließlich« Landesgespräch bildete. Eine schlaue Betrügerin, früher einfache Dienstmagd, halte mit Hilfe einiger ebenfalls den untersten Volksclassen ungehöriger Gauner dem Gerüchte einer ihr zugefallenen Erbschaft von 40 Millionen Gulden allgemeinen Eingang zu ver. schaffen gewusst und dadurch eine Menge von Geschäftsleuten, aber auch ein halbes Dutzend Wucherer um riesenhafte Summen beschwindelt. In Amsterdam trat sie mit wahrhaft fürstlichem Pompe auf. und da sie stets in Gesellschaft zweier jungen Nichten reiste, deren Mitgift von ihr nuf eine Million festgesetzt worden war, , so war sie bald von einem Schwärme Freier umgeben. ^Sie wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurtheilt. — (Der Nil.) Nachrichten aus Chartum melden, dass der Nil in raschem Steigen begriffen fei. Die Höhe des Flusses in Kairo ist gegenwärtig 9 Fuß. gegen 7 Fuß 7 Zoll zur selben Ioit im Vorjahre. VorsichtS-maßregeln wurden in ganz Egypten eiligst getroffen, um die mit der Ueberschwemmung verbundenen Gefahren abzuwenden. — (Capitän Webb ertrunken.) Wir meldeten kürzlich, dass der berühmte Schwimmer Ca» pitän Webb eine Wette eingegangen, respective sich er« bötig gemacht hatte, den Niagara hart unter den Fällen zu überschwimmen. Mehrere Bahngesellschaften hatten die von Wedb geforderte Summe von 10000 Dollars gezeichnet, wohl wissend, dass sie unter allen Umständen ein gutes Geschäft machen würden. Capita« Webb ist nun an dem tollen Unternehmen zugrunde gegangen; er ertrank angesichts einer an die hunderttausend Köpfe zählenden Menschenmenge, welche durch Separatzllge der die Wette haltenden Bahnen bis Susftension>Bcidgc gebracht worden waren. Webb sprang hart am Niedersiurz deö Falles in den Niagara, tauchte rasch wieder auf und durchschwamm den ersten Theil der Stromschnellen mit Erfolg. Plötzlich aber wurde er von einem der un» geheuren Wirbel, welche die aus einer Höhe von 48 Metern niederstürzenden, das Flussbett tief unterwüh« lenden Wassermassen bilden, erfasst und in die Tiefe gezogen. Wiederholt kam er den Zusehern am Ufer in dem Gischt und Schaum wieder zu Gesichte. Er kämpfte mit Riesenanstrengung um sein Leben — jedoch ohne Erfolg. Wieber und wieder zog ihn der Wirbel in die Tiefe, ohne dass es ihm gelang, sich vorwärts zu drin« gen. Endlich verließen ihn die Kräfte, und vor den Augen der Tausende, welche das Schauspiel mit gespanntem Interesse verfolgten, sank er endlich unter, ohne dass jemand imstande gewesen wäre, ihm auch nur die geringste Hilfe zu leisten. Gleich so vielen anderen hervorragenden Schwimmern hat Capita» Webb seine Tollkühnheit mit dem Tode gebüsst. Webb hatte bekanntlich im Jahre 1875 den Canal La Manche über« schwömmen und unzählige Wetten gewonnen. Locales. Nachträgliches aus den Kaisertagen. Zum Allerhöchsten Besuche Sr. Majestät in der Allltwasser-Oeilanstalt zu Stein. Wie wir es bereits mitgetheilt, wurde auch die Kal«wasser.Heilanstalt des Herrn A. Praschniker in Stein der hohen Ehre des Allerhöchsten kaiserlichen Besuches theilhaftig. Kaum waren tagsvorher, am 15. Juli, die Festvorbereitungen in Stein und speciell jene des Bades, welches mit reichem Flaggenschmucke. üppig grünen Reisigguirlanden, Festons, Triumph« Pforten, Inschriften u. f. w. Prächtig geschmückt war. vollendet, als zum größten Leidwesen der ganzen Ve-völkerung am Firmamente sich schwere, graue Regenwolken zeigten, welche schlimme Aussichten die gehobene Feststimmung der Steiner gar sehr beeinträch. tigt?n. Aber das romantisch gelegene Stein, da« sich in seinem Festschmucke, der den Reiz dieses Alpen-bades noch erhöhte, vortrefflich ausnahm, hatte Glück, und es war ein angenehmer, kühler Sommertag, der die Bewohner Steins in der Früh des 16. Juli begrüßte. Der Horizont hielt sich auch rein und klar, und bei schönstem Wetter hielten Se. Majestät mit der Suite und in Begleitung des Herrn Landespräsidenten Freiherrn v. Winkler und des k. k. Vezirkshanpt-mannes Grafen Pace den Einzug in Stein. Die Richtung der kaiserlichen Wagen wurde sofort vom Marktplätze gegen die Kaltwasser«Heilal>stalt des Herrn A. Praschniker genommen. Beim Eingänge in das Bad war eine geschmackuolle Triumpbpforte errichtet, bei welcher der Besitzer desselben Se. Majestät ehrerbietigst begrüßte und Höchstdenselben sowie die Begleitung, in der sich nun auch der Herr k. k. Bezirkthauplmann Zaplotnik befand, in die Räume der Kallwasser« Heilanstalt geleitete. Se. Majestät, Höchstwelcher den allerunterlhänig« sten Empfang mit einigen freundlichen Worten zu erwidern geruht hatten, besichtigten nun in eingehendster Weise und unter Führung des Vadebesitzels Herrn Piaschniker die Localitäten der Curanstalt, erkundigten Höchstsich eingehend um die Einrichtungen derselben und waren von den erhaltenen Auskünften sehr befriedigt, indem Se. Majestät dem Badebesitzer gegenüber wiederholt die Allerhöchste Anerkennung aus^ zudrücken geruhten. . . Im Vestibule des Bades überreichte Fraulem Theresine Kecel, eine Enkelin H"rn Praschnl-lers, Sr. Majestät ein herrliches Bouquet aus Blumen der Steiner Alpenflora, welches der Monarch Huld« voll anzunehmen geruhte. I" einer den Telch einfassenden Felsenp.rtie im ywke war eme Stunde vor Ankunft Sr. Majestät eine d,e Thalsache des Aller^ höchsten Besuches verewigende Gedenktafel angebracht worden. Als der allera»äoigste Monarch bei dem Rundzange durch den Park dieser Gedenktafel an. sichl'g würd?, geruhlen Se. Majestät beifällig zu Herrn Praschniker zu sagen: «Da« freut Mich. das ist schön Ich danke Ihnen herzlich dafür l" ' '^ ' Laibacher Zeitung Nr. 171 1478 28. Inli 1883. Im Curhaussaale war dmch den k. k. Hofliefe« ranten, Herrn Restaurateur Ed. Sacher aus Wien, ein Buffet enichtet gewese». Auf die Bitte des Herrn Praschniker geruhten Se. Majestät aus den Händen der Tochter desselben, Fräulein Johanna Prafchniker. welche dem Monarchen durch Herrn Vater vorgestellt wurde, ein Glas Unlerkraimr Wein anzunehmen, wobei Se. Majestät die freundliche Bemerkung machten: „Recht ein guter Wein"! Dieses Landeöproouct stammte aus der Keknei des Hcrrn Martin R'tter v. Hotsch e« war in Guikfeld, und es wird jcht dieser Wein mit Recht der „Kaiserwein" genannt, und alles will nun den „Kaiserwein" kosten! — An das Fräulein Praschniker stellte der Monarch in herablassendster Weise noch mehrere Fragen und zeichnete schließlich über die ergebenste Bitte oen Alle« höchsten Namenszuq in ein Gedenkbuch rin, welches zu dem Zwecke von einer renommierten Wiener Firma in prachtvoller Aus« stattung geliefert worden war. Se. Majestät sprachen Allerhöchstsich wiederholt über das reizende, wunderbar gelegene Bad beifälligst aus, mit dem Wunsche, dass dieses herrlich begonnene Werk auch sein wohlver» dientes Gedeihen und Erspnehen finden möge; auch geruhten Se. Majestät Allerhöchstsich über die elegante, geschmackvolle Decoration des Bades sehr lobend auszusprechen. In leutseligster Weise erkundigte Sich ferner der allergnädigste Monarch über den Fortgang der hiesigen Cementindustrie und geruhte über die im Bade verwendeten und exponierten Erzeugnisse dem Fabriksbesitzer Herrn A. Praschniker den Allerhöchsten Beifall auszusprechen. Die im Parke anwesenden Cur-gaste sowie das zahlreich erschienene Landvolk, welches sich in ehrerbietigster Hallung benahm, begrüßten Se. Majestät bei der Ankunft und Abfahrt mit den leb< haftesten Hoch« und ZivioRufen. Beim Verlassen des Bades stattete der Besitzer desselben Sr. Majestät den tiefgefühltesten Dank für die hohe Ehre des kaiferlichen Besuches ab. — (Die landschaftlichen Aemter) sind in den letzten Tagen bis auf die LandeScasse, welche sich noch im Gebäude der k. k, Finanzdnection befindet, aus dem Redoutengebäude in die landschaftliche Burg rückübersiedelt. Auch der Herr Landeshauptmann Graf Thurn-Valsassina hat seine Wohnung im zweiten Stocke der Burg wieder bezogen, und befinden sich auch die Bureaux der Herren Landesausschiisfe in der Burg. x- — (Aus dem Gemeinberathe.) Anwesend sind 20 Gemeinderäthe. Der Bürgermeister Herr Gras-setli eröffnet die Sitzung mit einer Ansprache, in Welcher er der verflossenen Festtage der Jubelfeier in warmen Worten gedenkt, die gewiss jedermann, der die-selben miterlebt, bis zum letzten Athemzuge in freudigster Erinnerung bleiben werden. Der Bürgermeister gedenkt sodann der außerordentlichen Huld und Gnade Seiner Majestät deS Kaisers, welcher Höchstseine Majestät der Stadtvertretung bei jeder Gelegenheit zu versichern geruhten und die sich in den Allerhöchsten Antworten Sr Majestät auf die Ansprache des Bürgermeisters beim Empfange auf dem Bahnhofe und im Allerhöchsten Hof. lager in der Burg manifestierte, welche Antworten mit goldenen Lettern in der Chronik der Stadt eingezeich-net bleiben werden. Der Bürgermeister verliest nun d,e Antworten Sr, Majestät deS Kaisers und beantragt, das« dieselben vollinhaltlich dem heutigen SitzungSprotokolle beigeschlos. sen werden, welchem Antrage der Gemeinderach unter arohem Beifall zustimmt. Der Bürgermeister theilt wei. terS mit, dass Se, Majestät der Kaiser, welche über vorgetragene Bitte der Deputation de» GemeinderatheS die Stadtbeleuchtung zu besichtigen geruhten Allerhöchst, sich dem Bürgermeister gegenüber sehr beifallig äußer« ten. dass dieselbe sehr schön ausgefallen sei. Der Bür-germeister theilt weiters mit. dass eme Deputation des Gemeinderathes, bestehend aus dem Bürgermeister und den GNR Hribar und Dr. Mosche. Se. Majestät den Kaiser gebeten habe. e» möge der Stadtgemeinde die Pachtung der ärarischen Verzehrungssteuer für die La„. deshauptstadt Laibach überlassen und der Ankauf deö Verpflegsmagazins und Garnisonsspitals an die Stadt-gemeinde unter günstigen Modalitäten bewerkstelligt werden. Se. Majestät geruhten Allerhöchstsich huldvollst für beide Bitten zu interessieren und eine günstige Erledigung anädiast in Aussicht zu stellen. Der Bürgermeister er-innert sodann an die Huld und Gnade Sr. Majestät durcb die Spende der Allerhöchsten Büste, welche an einem würdigen Platze aufgestellt, noch in späten Zeiten !!7sichwares Zeichen der Gnade Sr. Majestät für die sodann von der Güte Er Majestät des Kaisers und weist auf die so nam. ^sfp K^nde für die Stadtarmen hm. welche nach Nück- h en LandeSpräsidium demnächst unter b Gemeinden zur Anschaffung von Löschrcquisitcn 3062 st. 50tl> Hiefervefond mit 31. Dezember 1882: 1 086 37s fl. 6 kr. Graz am 18. Juli 1683. (3278) (Nachdruck wird nicht honoriert.) Lottoziehung vom 85. Juli: Prag: 62 72 82 44 59. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. ° 1 N n ° ft A ?U.Mg, 737.18 -^15.8 NW. schwach halbheiter «, «g 27. 2 ., N. 735.03 -j-19.7 NO, schwach theilw.heiterl ^'<« 9 „ Ab. 734.28 ^15.2 NO, schwach bcwöltt !""" Vormittags ziemlich heiter, nachmittags zunehmende Ä^ wöllung, nach 5 Uhr Gewitterregen aus SW., beiläufig elltt Stunde anhaltend, abends ganz bewölkt. Das Tagesmiltcl del Wärme -^ 16,7«, um 2.9« unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: P. v. RadicS. Depot äer ll. k. llßilmIMMM Maßstab 1: 75,000, Preis per Blatt 5(1 lr.. in Taschenformat auf Leinwand gespannt 80 lr. Jg. v. tUemmayr K Fell. Kmnbergs KuMaMung in Aaibach. Vln»esendet. Das bestrenommierte Clavier-Etablissement A. Thierfeld", Wien, VII., Vuraaasse Nr. 71. dessen lllaviere in London 1»b5 Paris 1867 und 1878, Wien 1873, besonders prämiiert wurde"' hat die Einrichtung getroffen, jedermann die Möglichkeit.i" bieten. dass Salon-Stutzstügel. Pianinos-Piccolo auf lle«»" Thellzahlungen dem P. T. Publicum zu überlasfen. (323?^ Herrn Julius Schau mann, landschaftlichen Apotheker in Stoclerau. Im Namen des Glasmachers Anton Valler für wel^" wir im bcrbste vorigen Jahres Ihr Magensalz bezogen h°bL agen wir den Dank fur dieses Arzneimittel, denn laut MZ sage des Arwtcrs hat er seither keine Magenbeschwerden M^ und fnhlt stch ganz wohl. » > -, Nun ersuchen wir abermals für einen anderen armen G^ arbelter drei Schachteln Magensalz per Postnachnahme zu se"""' Bukszad, den 17. April 1882. ^ ' " ^ ° _^. Achtungsvoll ,, Direction der Graf Miles'schen Glasfabru, Jos. Dousa in. p., Director. ,^ », 6" h°bcn beim Erzeuger, landschaftlicher Apotheker ., Stoäerau, ferner in allen renommierten Apotheken Ocstcr"'" Ungarns; m Laibach bei den Herren Apothekern E. VirsW Iul v. Trnlüczy und Ios. Svoboda. Preis einer Sch""'l N^hm^H'l""'" "°" "indestcns zwei Schachts W Fur die vielen Vcwcise der Wohlwollcnheit, W W ^.ebc und herzlichen Theilnahme während der hart- » M nackigen, langen Krankheit des theuern, verblichenen » M Herrn , -, , ^ > Mmndel Zpeltak. > W Verlchrsassistenten der Südbah". > W da»» für die vielen schönen Kranzspenden. für die > ^ zahlrclche Begleitung zur letzten Ruhestätte sprech" « « allen, insbesondere den Herren Beamten der Sud' « W bahngesellschaft und den Herren Veteranen den ties- » « gcsuhlten, ergebensten Dank aus W W die trauernden Hinterbliebenen. W