JfoKn n» platena * fotorfB .l Deutsche Zeituna Organ für die deutsche Minderheit in Slowenien " 11 i echrtytkttan« stA BenMttaa« s friknuM alUa 6, Zetep^M St. 21 (hrtenufcm) t «»,»g»»r»isr fit Um Inland: vierteljShrig 40 Di», halbjährig « Di». ««y. WHtUm i» Ux BtnMltu« z» billigst«« »«Mchrtti s jährig 100 Dw. Für das ««stand »sprechende VrhShung. edy»Im>«»er Din \XA Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag [ Celje, Sonntag, den 22. Dezember 1829 j 54. Jahrgang Nummer 100 Weihnachtszeit Wer vermag den feinen Zauber dieser geheimnisvollen Zeit in Worten auf das nüchterne Papier zu bannen ? Alle hüllt er ein: die Kinder, für sie ist er heilige Wahrheit; die Eltern, für sie ist er em wunderbarer Jungbrunnen, «eil er ihnen das Schönste schenkt, was es im Leben überhaupt gibt, die reine Freude in den Augen ihrer Lieblinge: die einsamen Alten, auch wenn die kalten Erfahrungen ihrer vielen Jahre noch so widerstreben, der Zauber der Weihnachtszeit ergreist doch auch sie und führt sie zurück in die blühenden Paradiese der Jugend. Selige, gnadenvolle Weihnachtszeit! Das Symbol des Werdens und der Zukunft läßt sie in bitterem Winter, während ringsum das Land in Erstarrung liegt, geboren werden: ein liebliches Kindlein. Ein Kindlein, dos noch nichts weiß von der Härte des Lebens, nichts von Leiden, nichts von der blutigen Dornenkrone. Diese vollkommene Unschuld ist es, die uns Menschen immer wieder so unwiderstehlich dezaubert. Denn dieses göttliche Kindlein ist nicht etwas, was außerhalb von uns liegt. Es ist in uns allen. Jeder von uns war einmal ein solches .Kindlein und die Sehnsucht nach der Herrlichkeit dieser lilienreinen Unschuld begleitet uns alle bis zum Grabe. Weihnachtszeit? Selige Zeit der Kinder! So-lange wir Nein waren, warteten wir mit brennendem verlangen auf die kommende» Wunder des Lebens Wir wußten nicht, daß die Kindeszeit das Wunder-barste ist. Mit gläubigen Weihnachtsaugen blicktet: wir nur voraus, dem heranbrausenden Leben der trotzen entgegen. Als wir aber dann groß waren, wendeten wir enttäuscht die Blicke, so oft wir nur konnten. Und da gibt es nun einen Abend im Jahr, wunderbar symbolisiert, an dem wir dem Leben der Großen ganz den Rücken kehren und in das Wunderland unserer Kindzeit zurückschauen. Glücklich, «er dann selber Kinder hat und an ihrer Freude wieder zum Kinde werden kann. Trauriger heiliger Abend, wer einsam sitzt und nur in sich hinein-blickend zurückwandert zu verlorenem Märchenglück. Aber ein heiliger Abend ist es auch für den Ein-samen, denn in dem erinnernden Wiedererleben wird seine Seele geheiligt. Heiliger Abend der Liebe! Nie sind die Herzen so offen, die Blicke so entsühnt wie da. Allüberall in der ganzen Welt blüht die Liebe aus mit den Lichtern der duftenden Christbäume. Solche Stunden, die wie diese erfüllt wären mit den Wünschen aller Menschen, einander Freude zu bereiten, gibt es im ganzen langen Jahr nicht wieder. Und weil das Größte doch die Liebe ist, die Freude schenkt oder einmal geschenkt hat, behält die Weihnachtszeit für jeden Menschen ihren wundersamen Zauber, ob ihm nun ihre kirchliche Bedeutung noch etwas sagt oder nicht. Denn eines bleibt sie für jeden: die kindlichste und reinste Festzeit des Jahres! Politische Rundschau Inland Vor der Ernennung der Leitung des Sokol des Königreiches Jugoslawien Am 26. l. M. verfließt die Frist, bis zu welcher die bisherigen Turnvereine ihren Beitritt zum Sokol des Königreiches Jugoslawien anmelden müssen. sofern sie nicht aufgelöst werden wollen. Bisher hat der jugoslawische Sokol seinen Beitritt erklärt, semer ein Verein des kroatischen Sokol am Nordufer der Adria, in Bribir. Wie man behauptet, werden dem letzteren Beispiele noch viele Vereine des kroatischen Sokol nachfolgen, na mentlich jene im Küstenland. Nach Ablauf der obigen Frist wird dre Ernennung der obersten Leitung des neuen Sokoloerbandes erfolgen. Ausland Dr. Korosec auf einer Reise durch Deutschland Den Besuch des jugoslawischen Ministers Dr. Korosec, der inzwischen bekanntlich vom Reichs- Betrachtungen einer Mutter zum Weihnachtsfest Haben nicht bis in die letzte Stunde vor dem Weihnachtskirchaang armselige Sorgen das Herz der Hausfrau und Mutter bedrückt? Und all die Wochen »orher, wenn die Kinder mit Fragen und Wünschen erwachten und zu Bett gingen: „Mutter, was bringt mir das Christkind?" Und man hat dagestanden mit müde gearbeiteten Händen, hat in» Geist nach-gerechnet, wie weit das Wirtschaftsgeld noch reicht und hat die kleinen Fraaer beschwichtigt: „Es wird dir viel Schönes bringen. Liebling, wenn du artig bist!" Man hat nachts schlaflos gelegen, weil Ge-danken kamen, die wie schwarze Vögel über unserem Haupt kreisten, und wenn ein Lichtstrahl fallen wollte durch die Türen unseres Herzens, ein weih-nächtlicher Schimmer, blies der Wind Schneeflocken hinein und es fuhr kalt in das Innerste wie ein Schreck: „Das Geld reicht nicht? Was find das für Weihnachten!" £>, es sah manchmal gar nicht nach Weihnachten aus im Herzen und man muhte sich selbst schelten, daß man sich so unterkriegen, lieh von materiellen Sorgen. Weil man nicht so konnte, wie man wollte. Weil man schönere, reichere Weihnachten erlebt hat. damals, als man in die Sparkasse gehen tonnte, weil „nur einmal im Jahr Weihnachten ist". Mutter sein und die Wünsche der Kinder nicht erfüllen können! Weiche Wünsche? Was sind das für unerfüllbare Wünsche: eine Puppe, ein Schaukel-pferd, ein Steinbaukasten? Nein, man ist hart und mitleidslos gegen sich selbst und erkennt: es sind da noch andere Wünsche, zu deren Erfüllung uns manchmal die Kraft ausgeht im Alltag unseres Mutter- und Hausfrauentums. Es ist, als schlösse sich eine Tür in der Seele, als würde etwas entseelt und zu Stein, wenn man so rechnet und rechnet und es will nicht langen . . . Mit solchen Gedanken hat man dagesessen und es kamen plötzlich Kinderschritte über die Treppe und eine Tür ging aus und es legten sich warme, weiche Kinderarme um unseren 'Nacken. ..Mutter," sagte das Kind. „Mutter, bald ist Weihnachten!" und es klang eine große Seligkeit in dieser Stimme und die Augen glänzten, als hätten sie den Weih-nachtsmann gesehen . . . Da fielen plötzlich alle Sorgen von uns ab und wie wir dem Kinde über das seidige Haar strichen, tauchten Erinnerungen in unserer Seele auf und wir sahen uns selbst als Kinder auf das Klingelzeichen des Weihnachtsmannes warten. Da Präsidenten von Hindenburg in Audienz empfangen worden ist, kommentiert an leitender Stelle die an-gesehene „Deutsche Allgemeine Zeitung" folgender-maßen: Nach einer Belgrader Nachricht befindet sich zur Zeit der jugoslawische Minister Dr. Korosec auf eine? Reise durch Deutschland. Wie wir hören, wird er demnächst nach Berlin kommen, um auch hier mit Vertretern der deutschen Wirtschaft und Pvliiik persönliche Verbindungen aufzunehmen. Seine Reise hat rein privaten Charakter und entspringt der lebhaften Anteilnahme, die Dr. Korosec allen Fortschritten der Technik und der Gestaltung des modernen Wirtschaftslebens entgegenbringt. Der hervorragende tfxist hat betanntllch schon in der Vorkriegszeit im politischen Leben der österreichisch ungarischen Monarchie eine bedeutende Rolle gespielt. Im neuen jugoslawischen Staat nahm er von An-fang an eine anerkannte Stellung ein. Er war wiederholt Minister und lzat im Sommer vorigen Iahres als Ministerpräsident längere Zeit die Ge-schicke seines Landes geleitet. Nach dem 6. Jänner ist er Mitglied der Regierung geblieben und hat darin mehrere Ressorts verwaltet. Augenblicklich br kleidet er den Posten eines Forstministers. KoroÄe gehört sicherlich zu den befähigsten und erfahrensten Politikern Jugoslawiens, und es ist ihm durch seine Aktivität insbesondere auch gelungen, seinem slo wenischen Volksstamm beachtliche Vergünstigungen zu erwirken. Wir freuen uns aufrichttg über den Besuch dieses hervorragenden Staatsmannes und hoffen, daß .Herr Dr. Korosec in Deutschland die besten Eindrücke empfangen und erkennen wird, welch große Sympathien man im Deutschen Reich dem jugoslawischen Staat und seiner Bevölkerung ent-gegenbringt. Wir hvsfen. daß dieser Besuch dazu beitragen wird, das gegenseitige 2ierstündnis zu fördern und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beide,. Ländern zu befestigen und weiter auszubauen. Wir sind aber auch der Ueber-zeugung, daß Herr Korosec aus Deutschland bei aller Sympathie, die ihm und seinem Staate entgegengebracht wird, doch auch mit dem tiefen Ein-druck in seine Heimat zurückkehren wird, daß man in allen deutschen Kreisen den dringenden Wunsch hegt, der deutschen Minderheit in Jugoslawien mögen alle jene Rechte, auf die sie gerechter Weise Anspruch erheben kann, zugebilligt werden. Wir haben es bereits wiederholt gesagt und müssen bei dieser Gelegenheit aufs neue 'betonen, daß ein beugte inan jich jäh über das Köpfchen der Kiemen und murmelte unter mütterlichen Küssen: „Vergib, Kind!" Ja. ja, es ist gut und gerecht, sich da» alles zu sagen und zu wiederholen hier unter dem Christ-bäum, während die Kinder mit den Puppen und den anderen Sachen spielen, während der Mann dort im Sessel sitzt und dem Rauch seiner Weih-nachtszigarre nachblickt. An was mag er denken? Sagt auch er sich die Wahrheit, bittere Üvahrheit manchmal: Man Hot dies und das nicht recht ge-tan! Man hat sich zu sehr unterkriegen lassen' Man ist zu sehr Alltagsmensch geworden ! Sieh, nun Ist ja alles gut. Der Baum ist ge-schmückt, die Lichter brennen, das Glück der Kinder ist ungetrübt. Wie preßt unser Mäderl das alte Püppchen an das Hea das alte Püppchen, dem wir nur einen heilen Kopf und ein paar selbstge-nähte Kleider gegeben haben. Und wie stolz reitet Georg aus den, Schaukelpferd, das du auf einer Auktion erstanden. Es hat ja alles gereicht, es ist alles getan worden, was getan werden konnte, es sind Pfefferkuchen gebacken und die Gans ist zube reitet für die Feiertage. Wie groß waren unsere Wünsche, als wir uns zum ersten Male die Weih-nachtsvorbereitungen überlegten und wie schwer lastete die Sorge auf uns. Und nun ist ja alles gelungen. Seite 2 Deutsche Zeitung •JhraiHor tau wirklich freundschaftliches Verhältnis Mischen )ug5 flawien und Deut Wand nur dann denkbar ist, wenn den Deutschen in Jugoslawien die Rechte gegeben werden, auf die sie nach Billigkeit und Gerechtigkeit Anspruch erheben dürfen. Dr. Wilfan bei den Lausitzer Wenden Der Präsident des europäischen Minderheiten kongresses Dr. Iosip Wilfan ist nach Abschluß eines Kongresses der Minderheitenführer in Berlin nach Bautzen abgereist, um sich hier über die Lage der wendischen Minderheit zu informieren, die am Kongreß in Berlin nicht vertreten war, weil ihre Führer im Verein mit den Polen bekanntlich eine Tonderpolitik in Minderheitenangelegenheiten zu verfolgen belieben. Das neue österreichische Pressegesetz Der österreichische Nationalrat hat am 19. De° zember eine Novelle zum Strafgesetz angenommen, welche von den Blättern als Ausnahmsgesetz gegen die Presse bezeichnet wird. Das Gesetz hat den Zweck, die giftigen Auswüchse hintanzuhalten, die namentlich in den Wiener sozialdemokratischen Blät-tern aus das üppigste wuchern, ist aber natürlich noch immer so frei, daß jede irgendwie sachliche Kritik möglich erscheint. Interessant ist, daß dieses Gesetz auch vom Ljubljanaer „)utro" als reaktionär bezeichnet wird, weil es durch seine Straf-bestimmungen die Kritik der Öffentlichkeit „ein-schränke". Ein Torpedo gegen den Voung-Plan Von Seite des Pariser Gencralstabsblattcs JScho de Paris" wird dem englischen Schatzkanzler Snowdcn die Absicht unterschoben, für den Houng-Plan die Aufnahme von Sanktionen zu for dern, die in Kraft zu treten hätten, wenn Deutsch land einmal nicht zahlen würde können. In den maßgebenden politischen Kreisen Deutschlands ist von einer solchen Absicht Snowdens nichts bekannt, man hält die Nachricht für einen Torpedierungsoer-such jener Kreise in Frankreich, denen Sanktionen noch immer wichtiger sind als Reparationen. Aus Stadt und Land Frohe und gesegnete Weihnachten wünschen allen Lesern und Freunden der „Deutschen Zeltung" Schriftleitung und Verwaltung. Die Weihnachtsfeiertage und das Neujahr fallen für die technischen Möglichkeiten unserer Zeitung Heuer etwas vertrackt (Mittwoch u. die Kinder freuen sich und wir sitzen unter dem Baum und — sind zufrieden. Nein, wir sind noch nicht ganz zufrieden. Mit uns selbst nicht. Wir schelten uns, daß wir von den äußeren Vorbereitungen uns so sehr die innerliche Vorbereitung auf das Fest stören ließen. Wir haben für äußere Dinge zu sorgen getrachtet und vergaßen, daß auch in unserer Seele ein Weihnachtsbäumchen zu schmücken war und viele erloschene Lichter wieder anzuzünden und viele Geschenke auszubreiten waren. Wir fühlen es plötzlich, wie nun die Kinder sich an den Händen fassen und um den Baum schreiten mit hellem Singen: Das Wunder des Weih nachts-festes liegt nicht in all diesen Puppen und Schaukel-pferden, im Lichterglanz des Baumes, o, wir tragen es auf einmal in brennender Brust, unsere Seele brennt weihnachllich, lauter Kerzen sind darin entzündet. Mütter sitzen mit im Schoß gefalteten Händen unter dem Weihnachtsbaum. Sind dem Alltag, ihren armseligen Sorgen entrückt, als sähen sie über sich den Stern von Bethlehem Die da nun sitzen mit entspanntem Gesicht, mit ruhenden Händen, wie gleichen sie in dieser Weihestunde Maria . . . Ein Glas „Palma" natürliche!' Bitterwavter beteiligt bei täglichem Gebrauch Mag'1 aleiden, Magen und PnrmkiUnrrli, schlecht.' Verdauung. Stuhl rerntopfung, Hömorrhoiden. Berühmte Aerxte empfehlen „Palma" alt da« beete natürliche Haui-HeilmitUl. Verlanget .Halma in Apotheken. Drogerien, SpezereigeschSften oder in der llauptoiederlage: Ort:» inldarlr. CYlJf, Jaia« rtlwtttte Donnerstag Feiertage und am Mittwoch darauf Neujahr!), so daß wir bemüßigt sinr, damit die Sonntagsnummer nicht ausfällt, diese als Weihnachts-nummer hinausgehen zu lassen. Ws nächstfolgende Nummer erscheint dann infolge der gleichen technischen Gründe die Neujahrsnummer, und zwar mit dem Datum von Donnerstag, dem 2. Jänner. Für die Huldigungsdeputation aus Slowenien haben sich bisher beim Bürgermeister von Ljubljvna Dr. Puc 90 Gemeinden gemeldÄ. Der Tag der Audienz ist offiziell aus Beograd noch nicht angegeben worden. Die Deputation wird über 200 Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder zählen. Ministerpräsident Hivkooic mit dem Grohkordon der Ehrenlegion ausgezeichnet. Am l«>. Dezember hat der französische Gesandte am Beograder Hof dem Ministerpräsidenten General Zivkovic den. Großkordon der französischen Ehrenlegion überreicht. Plötzlicher Tod eines Zagreber Phi-lanthropen. Aus der Galaveranstaltung der Beograder Offiziere verschied am Dienstag vor Mitter-nacht der Jagrebn: Großkaufmann (sandor A. von Alexander-Sesvetski, der als Gemeinderot der Stadt Beograd an der Huldigungsdeputation teilgenommen hatte, plötzlich an Gehirnschlag im Alter von 63 Jahren. Der Verstorbene war in Zagreb als großer Wohl-Wer der Armen bekannt; sein eigentliches Lebenswerk bildete die Organisierung des Volksküchen-Vereines „Prchrana", der bei seinem vor kurzem gefeierten 15-jährigen Bestände einen Vermögens-stand von 32 Millionen ausweisen konnte. Ein Geschenk Deutschlands an der, Papst anläßlich seines goldenen Priester-jubiläums. In ven Blättern von Rom kommt allgemein die Bewunderung zum Ausdruck, die das Geschenk der deutschen Reichsregierung an den Papst ausgelöst hat. Das Geschenk besteht aus einem pracht vollen Pozellan-Tischservice, das KW Stücke umfaßt, die in den berühmtesten deutschen Fabriken hergestellt wurden. Verhaftung eines Mitschuldigen an den Zagreber Morden. Die Polizei in Graz hat aus Aufforderung der Zagreber Polizei den Studenten Mladen Lorkrwic wegen Verdachtes der Mitschuld an der Ermordung der zwei Zagreber Detektive verhastet. Dr. Roldin gestorben. Der Südtiroler Rechtsanwalt Dr. Noldin, welcher bekanntlich aus den Lipariichen Inseln interniert worden war, weil er deutjchen Kindern deutschen Hausunterricht ver-sorgt hatte, ist an dem schweren Leiden, das er sich in der Jitternierung zugezogen hatte, gestorben. Sine Bergwerkskatastrophe ereignete sich in einem 1000 Meter tiefen Schacht in Okla hama lVereinigte Staaten) infolge einer Schlagwetter-explosion, wobei fiO Bergleute den Tod fanden. Wie Klein-Inge Weihnachten feierte Bon Hansi «»bin „Mami, heut' Nacht hat mir vom Krampus geträumt!" plagte die vierjährige Inge am Morgen des ersten Weihnachtstages und kuschelte sich noch einmal herzhaft gähnend in ihr Bettchen hinein. „Aber!" staunte die Mama, ..jetzt träumen die braven Kinder vom Christkindlein und nur die ganz unartigen werden noch vom Krampus verfolgt." Klein-Inge blinzelte von unten heraus die Mama an und lispelte wie eine reuige Sünderin.- „Weißt, weil ich immer so was Garstiges sagen tu: ver-dammtcs Zeug und so allerhand!" „Pfui Inge, das darf man doch nicht, so was spricht kein anständiger Mensch!" „Aber du hast es doch gesagt! Weißt nämlich, wie dir die Scher' vom Kasten herunter-gefallen ist^ hast du gejagt: „verdammtes Zeug!" Die Mama muß in diesem Augenblick an einen sehr weisen Ausspruch von Goethe denken, der lautet: „Man könnte erzogene Kinder gebären, wenn die Eltern selbst erzogen wären!" — Ablenkend sagt sie dann: „Nun aber flink aus dem Bettchen. Inge, das Frühstück wartet schon!" „Ich mag nichts essen, ich werd heut' er-hungern!" sagt Inge und schneidet dazu ein Gesichte! wie das böse Wetter. „Man sagt: verhungern, aber das wirft du schon nicht. Heute Abend gibt es nämlich Honigkuchen." Ungeheure Goldlager isollen von oer wissenschaGlichen Lipedition. welche im Namen der Moskauer Akademie Professor Obeniiof führt, in der Nähe von Jrkutsk in Sibirien entdeckt worden fein. Gemälde um 25.000 Pfund versunken. Der Dampfer „Manuka" ist bei Cap Dunedin g^ junken 200 Passagiere und Matrosen tonnten sich in Rettungsbooten retten. Unter der Ladung, die gänzlich verloren ist, befanden sich zahlreiche Gemälde moderner englischer Maler, die einen Gesamtwert von 25.000 Pfund (7 Millionen Din> darstellen. Die „gottliche" Suzanne als Berkäu-ferin. Die berühmte französische Tenniswielenn Suzanne Lenglen, die beste Spielerin der Wrff, hat in einem Pariser Modengeschäft eine Stelle als Verkäuferin angenommen. Die 15.000 Kinder der Besatzungsarmee. Der Rheinische Frauenvcrband hatte bei den zuständigen Stellen in Paris und London Schritte unternommen, um Alimentationsbeiträge für die l 5.000 unehelichen Kinder zu erhalten, die nach dem Abzug der französischen und englischen Besatzungstruppen im Rheinland zurückgeblieben find. Das französische Gesetz kennt nur Alimentationen für den Fall, daß der Vater sich ausdrücklich zur Vaterschaft bekenn». Eine Alimentationspflicht besteht im übrigen nicht' die zuständigen französischen Stellen haben eine glatte Absage erteilt. Noch pein-licher war die Antwort Englands- das englisch« Gesetz bestimmt, daß ein britischer Untertan keinerlei Verpflichtung gegen Nachkommen hat, die nicht unter der englischen Flagge geboren wurden. Der Rheinische Frauenverband hat sich mit dieser Antwort nicht zu-frieden gegeben und hat bei den Gerichten in Paris und London Klagen angestrengt. Wenn auch diese Bemühungen vergeblich sein sollten, wird der Ver-band diese Angelegenheit vor den Völkerbund bringen. Gebrauchen Sie Koliner Zichorie, damit Sie Ihre Nerven schonen. Allen unseren werten Kunden wünschen wir recht herzliche und frohe Weihnachten und rufen Prosit Neujahr? Koliner Nährmittrtfabrik A. G., Ljubljana. Celje Am Goldenen Sonntag, dem 22. D«' zember, sind laut Bewilligung des Banus alle Geschäfte von 8 bis 14 Uhr geöffnet. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 22. Dezember, entfällt der Vormittagsgottesdienst, da am Nachmittag um 4 Uhr in der Christus kirche die Kinderweihnachtsfeier und ein Teil der Armenbescherung stattfindet. Am 1. Weihnachtsfest lo. „Der Heiland ist geboren" Seite« 'wer ist Michael Pupin? Ein amerikanischer Professor und auf der Welt anerkannter Erfinder. Er hat die Röntgenphotographie eigentlich erst für die Medizin brauchbar gemacht, hat den elektrischen Resonator erfunden, die sekundären X°Strah!en entdeckt. ihm ist die Möglichkeit des genauen „Ab-jtimmens" im Radio zu danken, seine bedeutendste Erfindung ist die Verwendung der Induktionsspulen für lange Telephonleitungen und Ueberseekabel, so daß dem Telephonieren heute praktisch keinen Grenzen gesetzt sind <„Pupinifierte Linien"). Dieser weltbekannte Erfinder ist in Idvor bei Panievo im jugoslawischen Banat geboren und war in seiner Jugend ein einsacher Hirtenjunge. Seinen märchenhaften Ausstieg — ein (Gegenstück zu den amerikanischen Lebensläufen „vom Zeitungsjungen zum Milliardär" erzählt er selbst in lebhaften Farben, mit viel 0>efühl, Humor und Spannung. Das Buch befriedigt das Leserbedürfnis nach dein Abenteuerlichen: lein Weg von der Viehweide über die Schulen von Pancevo und Prag, über allerlei „ Hochverräter«", auf die Farmen Amerikas, in die Keller, Fabriken und Lesehallen New-Porks. der zähe Aufstieg zum College und den Universitäten von Cambridge und Berlin, schließlich zum Univer-sitätslehrer und Erfinder das alles ist in hohem Maß« fesselnd erzählt. Zugleich erhall man reiche Aufschlüsse über den eigentümlich verschiedenen Wissenschaftsbctrieb in Amerika. England und Deutschland, wobei Deutsch-land - obwohl Pupin alles andere als ein Deutschen-freund ist glänzend abschneidet. Alan lernt an dem Wesen eines, der für die Wissenschaft geboren ist. welche Kraft der Erhebung und Veredlung in der reinen Wissenschaft lebt. Pupin ist von geradezu religiöser Inbrunst für die wissenschaftliche Wahr heitsforschung erfüllt. „Die wissenschaftliche Forschung wird uns der Gottheit näherbringen als je irgend-eine von Menschen ersundene Theologie. Von einem Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion kann keine Rede sein." — Was er freilich über den ame-rikanijchen Idealismus sagt ihm ist es ein Hauptanliegen — überzeugte uns nicht. Der Opti-mismus und naive Fortschrittsglauben eines jäh aufsteigenden und reichen Volkes ist der Tiefe der Welt und ihrer Nöte nicht gewachsen. Zum Besten des Buches gehört die Geschichte seiner^ Erfindungen und wie er sie alle aus Kind heitseindrücken stetig sich entfalten läßt. Wertvoll ist ferner die lichtvolle Behandlung der modernen physikalischen Theorien. Diese Darstellung ist so elegant, daß auch der physikalisch nicht Vorgebildete dafür Interesse faßt. Und schließlich gehört doch im Zeit-alter des Radios und Autos eine gewisse Kenntnis der wichttgsten physikalischen Theorien ebenso zum Kennzeichen des Gebildeten Iwie die Kenntnis der Namen der neuesten literarischen Nobelpreisträger. Für uns Leser in Jugoslawien ist das Inte-»essanteste. daß dieser Mann, dessen Ziel es ist. hundertprozentiger Amerikaner zu werden und niemals Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 1t» Hausorchesters begrüßte die Venreter des Männer-gesangvereines Herrn Obmann Grabt und Obmann» stellvertreter Dr. Herzmann, den Obmann des Kirchen-chores Herrn Kullich, das Männer-Quartett, die Herren Dr. Iuhart, Aislrich, Lösd,nigg und Ble-chinger sowie den Conferencier Herrn Gustav Stiger und die geladenen Gäste. Von feiten derer, die gleich mir als Gäste an diesem Abend teilnahmen, ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, den« gast« gebenden Orchester unseren Dank für die genust-reichen Stunden dieses Abends zu sagen. Gäste ein-laden kann schließlich jeder, aber sie in seinem Haufe gleichsam Heimattuft atmen lassen, sie so festhalten, daß die Zeit vergessen wird und sie citMich mit der besten Absicht fortgehen, recht bald wieder zu kom-mea, das kann nicht jeder. Unier Hausorchester aber kann es! Leider ist im Leben aber nichts oollkom-men: dieses Familienfest so könnte man jagen , das uns so fröhlich vereinte, hatte leider einen großen Fehl«: es ging zu rasch zu Ende. Man sagt: Wenn es am besten schmeckt - und gemundet hat es allen soll man aufhören. Das ist leicht gesagt, aber schwer ausgeführt. Aber eine Hoffnung ist es. die uns den Schmerz des allzufrühen Scheidens mildert: die des Wiedersehens' Die Verdienste dieses beliebten Orchesters sind zu allgemein bekannt, als daß ick sie nochmals besonders hervorheben möchte. Zedermann weiß, wie es sich unter der bewährten Fuhrung seines rührigen Obmannes und nicht zu-letzt des ausgezeichneten Musikdirigenten Herr Bau-rneister Kalischnigg zu einer Höhe emporgeschwungen, jedermann weiß es aber auch, das; es bei allen musikalischen Aufführungen beim M. G. V. ehrenvoll hervortrat und auch stets großen Beifall erntete. Da» Hausorchester ist eben so groß geworden, weil jedes seiner Mitglieder von der echten, warmen Liebe zur Musik beseelt ist. jeder sich^ mit allen Kräften bestrebt, mittelst der Musik das Schöne und Edle zu fördern. Dieses einmütige Zusammenwirken im Guten ist es, was dem Orchester zu seinen schönsten Erfolgen verholfen hat und immer noch verhilft. Dies alles konnte man an diesen» Abend so recht wahrnehmen. Welch schöne Ueberraschungen von den auserlesensten Musikstücken, die uns der Dirigent zum Vortrag brachte, als ja auch der Harfensolist Herr Weber aus Liubljana sein Instrument meisterhast beherrschte. Richt zu vergessen und einzig dastehend ist wohl unser Quartett des C. M. G. V.. die Herren Dr. Juhart, Aistrich, Loschnigg und Blechinger, welche uns mit einer Fülle heiterer Lieder beglückten. Der Conferencier Herr Gustav Stiger strengte die Lachmuskeln der Anwesenden derart an. daß man fast fürchten muhte, es trete eine Muskellähmung ein. doch war unser Vereinsarzt Herr Dr. Herzmann gottlob in aller-nächster Nähe. Nicht vergessen möchte ich die edle Spenderin und Wirtin, Frau Savodnik. die famos die Wirtin zu machen weiß. Sie selbst ist gerade nicht eine ..Wirtin wundermild", sie liebt im Gegen-teil ein kräftig Wort und einen guten Scherz, aber ihre Weine gehören zu den mildesten, die ich kenne. Auch ist kein „Goldener Zipfel ihr Schild", denn mit Llpselwein gibt sie sich nur in bitteren Notfällen ab, jedenfalls verstand sie es, den Gästen das Beste zu bieten. E. G. Hoppe Bezüglich der Ehristbäume verlautbart der Stadtmagistrat: Dem Auftrag des Herrn Oder-gespanz der früheren Gebietsverwaltung Maribor vom S. Dezember 1V»27, ZL G. br. 765/1, zufolge wird verlautbart, daß im Sinne der Verordnung der früheren k. k. StadchaUerei für Steiermark vom l. 12. 1910, ZL 33 LGB., jedes Fällen und der Verkauf von Christbäumen, soweit sie den Vorschriften der zitierten Verordnung widersprechen, strengstens verboten ist Für den Verkauf bzw. für den Handel mit Christbäumen muß die vorgeschriebene, von Seite der Bürgermeisteramts, in dessen Berreich die bezüglichen Wälder liegen. ausgejteUie Ursprungs betätiqung beigebracht werden. Ilebertretungen dieser Verordnung werden mit aller Strenge des Gesetzes mit einer Sttafe bis 4000 Din bzw. im Fall der Uneinbringlichkeit mit Arrest bis 14 Tagen geahndet. Ordnungswidrig erworbene Christbäume werden beschlagnahnt werden. Genauere Aufklärungen erteilt während der gewöhnlichen Amtsstunden die städtische Marktaufsicht. Ausschreibung. Die städtische Bestattungs-anstatt in Celje beabsichtigt, für Träger 9 Anzüge aus gutem schwarzen Stoff anzuschaffen. Detailmit-teilungen über die Art der Uniformen erteilt der Referent der städtischen Bestattungsanstalt im Zimmer Nr. 2 der Stadworstehung während der Amtsstunden. Die bezüglichen, richtig gestempelten Offerte nimmt der Magistrat bis spätestens 30. Dezember l Z: entgegen. Der Autobus Celje-Kozje-Podfreda verkehrt jetzt regelmäßig alle Tage. Vorläufig wirkt auf die Straße der eintretende Winter günstig ein. Um aber die Straße auch bei schlechtem Wetter in brauchbarem Zustand zu erhalten, hat das Autobus-unternehmen im Einvernehmen mit der betroffenen Bevölkerung beschlossen, ab Montag, dem 23.1. M.. die Fahrpreise um ungefähr ein Fünftel zu erhöhen. Mit dieser Erhöhung wird das Unternehmen bloß einen Fond sammeln für dringendste außerordentliche Beiträge für die Erhallung der Sttaße. solange bis nicht die öffentliche Verwaltung die Straße hin-reichend dotiert. Die betroffene Bevölkerung hat nämlich erklärt, daß sie lieber bis auf weiteres er-höhte Preise .zahlt, als daß der Verkehr unterbrochen würde, auf dem sie so viele Jahre wartete. Der Autobus Eelje-Teharje«Ätore wird auf ^Wunsch der Bewohner von Teharie und Store ab Sonntag, dem 22. l. M, an jedem Sonntag und Feiertag, nicht jedoch auch an Werktagen, vormittags vom Bahnhof in Celje um 13 Uhr. 40 nach Store fahren und um 14 Uhr von der Dolomiten" geschildert werden. Statt Slowakei muh es heißen „Slowenien" und die Dolomsten liegen weit davon - - aber die mögen auf Pupins Gewissen lasten. — y. Primarias a. D. D. Eduard Gollitsch lobit ü 15. Dezember filini trg Ir. 9, II. Stock and ordiniert dort wie bisher V N 911 Uhr vorm u^d von 2 3 Uhr nachm. > Für Sport und Spiel benötigen Sie unbedingt eine Armbanduhr die Sie billigst erhalten bei Anton Leönik, Celja, Glavni trg 4 von Vronslo nach Celje kommen, schon in 5 Minuten Verbindung nach Teharje und Store haben. Den Cilliern wiederum ist Gelegenheit Legeben, nach dem Mittagessen nach Teharje und Store zu fahren, wohin sie ichon bisher an solchen Tagen gerne^zu gehen pflegten. Die Bewohner von Tebarje und otorc hingegen werden schon um auf 15 Uhr in Celje sein können. Die beabsichtigte Brauereigründuug in Last», deren vorbereitende Versammlung dieser Tage stattfand, wird in der Oefientlichkeit lebhaft kommentiert. Da die Brauerei von Grund auf neu gebaut und eingerichtet werden müßte (das alle Brauhaus ist bekanntlich vertäust worden), wird die Geschichte einen schönen Happen Geld kosten. Den Konsumenten lväre es natürlich recht, daß dieses Konkurrenzunternehmen zustandekäme, weil sie auf diese Weise verläßlich zu billigerem und besserem Bier kämen.^ auch von Seite der bisherigen Brauereien. Ob aber die neue Brauerei einen ge-niigend langen Atem haben wird, um den von den alten Brauereien schon aus Notwehr bis zum äußersten durchgeführten Konkurrenzkampf auszu-halten, ist eine andere Frage. Auf die sogenannte „Verpflichtung" der Gastwirte, nur bei der neuen Brauerei das Bier zu beziehen, auch wenn sie es bei der „Union" billiger bekämen, geben wir nämlich nichts. Dah bei hierläudischen Vortrüge» über slawische Minderheiten im Ausland häufig völlig falsche Behauptungen aufgestellt werden, die die Zuhörerschaft als wahr auffaßt, weil der Vortragende die Verhältnisse im Ausland an Ort und Stelle studiert haben will, zeigt folgender Fall: 3n einem Bericht des Ljubljanaer „$utro" über einen Vortrag über die slawischen Minderheiten, der am 3. November im „Sokolski dom" in Gaberje gehalten wurde, stand am Schluß nachfolgender Satz: „Interessant ^ist eine Bemerkung des Vor tragenden, daß der Sohn eines höheren slowenischen Staatsbeamten ein HumboldtStipendium genießt, das für pronoiuterte deutsche Studenten außerhalb Deutschlands bestimmt ist." Begreiflicherweise konnte diese Bemerkung allerhand Schlüsse nicht nur für den betreffenden Sohn, sondern auch für seinen Vater zulassen, dessen uns unbekannter Name zweifellos am Gasthaustisch genannt worden sein dürfte. Deshalb lasen wir mtt Interesse die Richtig-stellung, die das genannte Blatt in einer seiner letzten Nummern in diesem Zusammenhang ver-Sffentlichte: „Wie wir uns überzeugten, war diese Behauptung des vortragenden Herrn Bucar, die übrigens nicht im Vortrag selbst, sondern nach dem Vortrag am Gasthaustisch vorgebracht wurde, unbegründet, denn die Humboldtstiftung ist ausschließlich nur für Bewerber nichtdeutscher Nationalität bestimmt und Deutsche, auch wenn sie Ausländer sind, können sie nicht bekommen. 2n den letzten zwei Jahren wurde das Stipendium unter anderen einigen jugoslawischen Hochschülern erteilt, die alle nach ihrer Gesinnung bewußte Slaven sind... Wir sind der Meinung, daß mtt solchen Be hauptungen von vornherein etwas vorsichtiger um gegangen werden sollte, denn wie man sieht, bedeutet die Erreichung eines solchen Stipendiums in Wirtlichkeit nicht nur nichts Abfälliges für einen slowenischen Studenten und seinen Vater, sondern mt Gegenteil: jeder Vater muß stolz darauf sein, auch wenn er höherer slowenischer Staatsbeamter ist, daß die Studienleistungen seines Sohnes diesen für die Erteilung des Humboldt-Stipendiums, für das gewiß auch genug andere Bewerber vorhanden waren, hinweisend gualifizierten. Todesfälle. Am Dienstag voriger Woche ist auf seinem Schloß in Wflrm4!ifr«nt . Edmuxi Band«?. Maribor Der Gemeindeooranschlag für lMjO ist n'vernuüs abgeändert worden, weil die Ausgaben eine lkrhöung erfahren haben. 680.000 Din als Deckung für die llederfchreitung des Voranschlages für 1928, 200.000 Din als Beilrag zum Quartter-geld der Lehrerschaft, tOO.OOO Din für den Fond zur Deckung unvorhergesehener Ausgaben und 15U.0U0 Din für Gehaltsaufbesserung der Gemeinde angestellten. Die städtischen Anleihen, welche die Gemeinde für 1930 aufnehmen wird, sind nach-folgende: 250.0Q0 Din für die zweite Rate zur Abzahlung der auromatischen Magirusleiter. 200.000 Din für die Erweiterung der Wasserrohrleitung und 430.00U Din zur Errichtung neuer Kühlzellen im städtischen Schlachthaus«. vudgetsttzung des Gemeinderate». Das Budget des Gemeinderates, das nun schon seit Wochen in den Blättern herumspukte. ist nun endlich fertiggestellt worden, nachdem mehrere ursprünglich geplante Steuern abgeändert bzw. gestrichen worden waren. Namentlich'fielen insoige der vom Finanz-Ministerium eingeräumten Möglichkeit höherer Aus-sHläge aus die Staatvsteuern einige sehr unpopuläre steuern, wie die Reklamesteucr, Glühlampensteuer u. s. w., aus. Das neue Gemeindebudget, das in der Sitzung des Gemeinderates vom 19. Dezember angenommen wurde, weist die beachtlichen Summen wn.l7,857.415 Din im ordentlichen und 26,801.004 Din im außerordentlichen Verkehr, also zusammen 44.256.415 Din. au«. Zum Zweck der Deckung des Fehlbetrages von 11,301.004 Din im ordent-lichen Bertehr sind nachfolgende Einnahmen voran» ichlagt: 200"/«,iger Aufschlag auf die Grundsteuer 945.000 Din, 50V»iger Ausschlag aus die Gebäude-steuer 1,041.000 Din, 30'/„iger Aufschwg aus die Erwerbsteuer 987.000 Din, 10t)"/,iger Ausschlag auf die Rentensteuer 141.000 Din, 3 getdefizils aus dem Jahr 1928 wurden Anleihen im Bettaae von b,944.000 Din aufgenommen. Zu Beyinn »er Sitzung teilt« der Bürgermeister mit, bah an der Huldigungsdepuiation der Stadt Maridor die Herren Bürgermeister Dr. Juvan, Vizebürger-nmster Dr. Lipold sowie die Gemeinderäte Saboty und Bure» teilnehmen werden. Ferner berichtete der Bürgermeister, daß die amtlich« Verständigung ein-gerufen sei, derzusolge bezüglich der Polizei der Hörige Zustand auch im Jahr 1930 noch andauern und die Gemeinde in diesem Jahr die Polizei noch sticht übernehmen brauchen wirb. 2n der General-debatte über den Gemeindworanschlag sprachen die Gemeinderät« Dr. Lipvld, Pfrtmer und Grcar. Die Abänderungsvorschläg« der Gemeinderät» Dr. Mühl «isen und Pfrimer, welche wohldegründet aus eine Herabsetzung der drückenden Steuern abzielten, na-mentlich aus eine Herabsetzung d«r Steuer aus unbebaut« Parzellen, wurden abgelehnt mit der Be-gründung, das, alles schon in der Sektion verhandelt wmde und sich der Gemeinderät nicht in die Gefahr begeben könne, da» Gleichgewicht wieber ins Wan toi zu dringen. Wegen der Errichtung eines Finanz» infpettorate» in Maribor haben hiesige Wirt* schaftskreise eine Aktion eingeleitet, welche Aussicht auf Erfolg hat. Der hiesige Weihbischof Dr. Tomajii ist am Dienstag mit dem Tnefter Schnellzug nach Rom abgereist, um im Namen der Diözese Lavant an den Feierlichkeiten des päpstlichen Jubiläums teilzunehmen. Gemeindesparkassa. Der Direktor der Ge-meindesparkasse in Maribor Herr Badeb wurde, wie wir hören, mit vollen Bezügen in den Ruhe stand versetzt. Wie wir weiters erfahren, bewerben sich um diese Stelle der Direktor der mittlerweile bereits liquidierten Gebietsverwaltung Herr Gramer, der Direktor der Sparkasse der ehemaligen Gebiets-Verwaltung Herr Kovaiec und der Direktor der ehemaligen Handelsbank Herr Toman. Reuer Chef der Eifenbahnwertftiitte. Am Nkittwoch trat der neuemannte Chef der hie sigen Eisendahnwerkstätte Herr Andro Jovtt aus AU seinen Dienstposten an. Gefährliche» Schadenfeuer in Melje. Am Dienstag brach in der Kantinenbaracke neben der Tertilfabrik Hutter in Melje ein Brand aus, der das Objekt völlig einäscherte. Der rasch herbei-geeilten Feuerwehr gelang es nach mühevoller Arbeit, das F^uer, das eine Gefahr für die benachbarte Fabrik darstellte, zu lokalisieren. Die etwas später am Brandplatz eingetroffen? Feuerwehr von Po brezje brauchte nicht meyr in Aktion zu treten. Der Schaden, welcher 5- 6000 Din beträgt, ist durch Versicherung gedeckt. Da sich in der Baracke kein Ofen befand, dürste der Brand gelegt worden sein. Einbruch. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brachen unbekannte Diebe in die Kanzlei der Baufirma Kiffmann ein, wobei sie aus der Kaste gegen 70.000 Din stahlen. Die Spitzbuben müssen routinierte Meister ihres lichtscheuen Hand-werts sein, denn sie gingen so raffiniert und ge-räuschlos zu Werke, daß sie der aus dem Hose befindliche Nachtwächter nicht hörte. Es liegt die Annahme nahe, daß sie auch den Brand in der nahe liegenden Kantinenbaracke gelegt haben, um alle Aufmerksamkeit abzulenken. Diebstahl von Radioapparaten. 3m hiesigen Radiogeschäft Oblak wurde ein großer Dieb-stahl von Radioapparaten und Bestandteilen im Werte von ungefähr 100.000 Dinar entdeckt. Der Verdacht fällt auf den 21-jährigen Stanislaus R., der vor einigen Tagen verschwunden ist. Dah die biedere <»asthosbezeichnung „Schwarzer Adler", die so ziemlich in der ganzen Well zu finden ist und bis jetzt ungestört auch ln unserer Stadt existieren durfte, gewisse Gemüter bis zur Drohung des Fenstereinschlagens aufzwiebeln kann (worüber wir uns in der gegen-wältigen Zeit autoritativer Ordnung übrigens auf-richtig wundern!), möchte auch lein Mensch glauben, und doch ist es so. Der Ljubljanaer „Stoven«" macht von dieser tragikomischen Begebenheit in nach-folgender Weise Mitteilung: Das Dilemma: Schwarzer oder Weiter Adler regte lange die Mariborer Gemüter aus und teilte sie in zwei Lager — für das renoviene Hotel sicherlich die beste Reklame. Dann gltiizle auf den, renovierten Gebäude die Aufschrift ^Schwarzer Adler" und triumphierte, bis nicht das Duell zwischen den „Schwarzen" und „Weihen" sein endgültiges Ende am Dienttag abends ge-legentlich der Eröffnung de» neuhergenchteten Hotels „Zum Schwarzen Adler" fand. E* kam eine Deputation zum Besitzer des HotÄs und drohte, daß die Fensterscheiben und Gläser zertrümmert und im Ru die Räume des Hotels ausgeräumt werden, wenn nicht binnen 60 Minuten das Beiwort „tsrnl" von der Fassade verschwinde. Der Hotelier entschloß sich sür eine Kompromißlösung: es siegten nicht die „Schwarzen" und auch nicht die „Weihen". In Maribor haben wir ad Dienstag ein neues Hotel: „Hotel . . . Lrel". — Zu bemerken ift übrigens, daß der Hotelbesitzer, der begreiflicherweise nicht auf den alteingeführten Namen seines Unternehmens verzichten wollte (gibt es doch z. B in der Schweiz fast in jedem Ort einen „Schwarzen Adler" und in Trieft gibt es da» Hotel „Aquila Nero!), ein Sloweneist. Ein Seehund in der Drau? Beim Prä parateur Zieringer in Vtanbor befindet sich zurzeit nach Zeitungsmeldungen unter anderen seltenen Tieren ein Seehund ausgestellt, der vor etwa zwei Monaten von einem Fischer in der Drau oberhalb Faal gefangen und dem dortigen Elektrizitätswerk abgetreten wurde, da» ihn durch zwei Monate mit Fischen (täglich fünf divfechs Kilogramm) gefüttert hat. Das Tier ist 1,2 Meter lang. In dem Bericht ist nicht gesagt, ob es lebend oder bereits tot und präpariert ausgestellt sei. Die Frage ist nur, wie ein Seehund in die Drau kommt. Der gemeine Seehund (Phoca viwlina), der bis 1,9 Meter lang wird, bewohnt alle atlantischen Küsten Europas, die Ostseeküsten und die des Weißen Meeres, Spitz-dergens, Grönlands und Nordamerikas und geht meilenweit in die Flüsse. Daß er aber aus dem Atlantik in das Mittelmeer und aus diesen, in das Schwarze Meer, von dort aber durch die Donau in die Drau gekommen sein sollte, klingt wohl sehr unwahrscheinlich. Möglicherweise handelt es sich um ein aus einer Menagerie oder einen Zirkus ent-wichenes Tier. Im Mittelmeer lebt nur die Mönchs-robbe (Leptonu inonachus), ist aber auch schon sehr selten geworden. Vielleicht ist aber der Seehund, wenn er nicht am Ende ein gewöhnlicher Fischotter ist. ein Abkömmling der alljährlich austauchenden «seeschlange, die sich auf ihrer Wanderung durch den Zeitungswald etwas verspätet hat. Pwj August Heller f. 3m hiesigen Biirgerspital ijt im hohen Aller von 84 Jahren der frühere Spenglermeister Herr August Heller gestorben. Der Verstorbene ist unseren Lesern als treuer Mitarbeiter unserer Zeitung bestens bekannt. Noch vor kurzen, (am 1. Dezember» veröffentlichten wir eine Erzäh lung au» seiner Fed^: „Die Schmuggler", im Jahre 1928 erschien in 7 Fortsetzungen „Eine Reise von Pettau nach Graz und zurück vor 83 Jahren", ferner im Juni des heurigen Jahres „Die beiden Ganznatürlichen" und „Die besten Selchwürste". Die schriftstellerische» Arbeiten dieses nunmebr ent-schlasenen Altbürgers zeichnen sich durch biederen Humor und liebevolles Versenken in alte, längst entschwundene Zeiten aus. Wir werden ihm, der an Jahren wohl unser weitaus ältester Mitarbeiter war, immer ein ehrendes Andenken bewahren. Ehedrama. Am vergangenen Sastag abends war Sv. llrbani bei Ptuj der Schauplatz einer schrecklichen Mordtat, welcher die ziemlich wohlhabende Besitzerin Lisa Alt zum Opfer fiel, indem sie von ihrem Manne Johann mit einem Krampen so zugerichtet wurde, das sie bald darauf verschied. Den Mörder hat die Gendarmerie bereits dem Gerichte eingeliefert. Abermaliger Totschlag. Sonntag wurde in Krcevina bei Ptuj gelegentlich einer in der Nähe des Gemeindehauses entstandenen Schlägerei der 24-jährige Befitzerssohn Franz Krepel aus Krcevina erschlagen, während ein zweiter Bursch« im hiesigen Spitale mit den Tode ringt. Die Täter, und zwar die Besitzerssöhne Joses Gerdinsek und Johann Arenko aus Mestni orh, ferner Alois Ljubec aus Vurberg haben sich selbst der Gendarmerie gestellt und sind bereits im hiesigen Gerichte in Haft. Beklagenswerte Strahenverhältnisse. Der Vorort Breg bei Ptuj ist seit den letzten Tagen, da es wieder regnerisch geworden ist, in ein Hotmeer verwandelt, als» in einen Zustand, der für denImmer größeren Verkehr geradezu unhaltbar geworden ist. Die Reinigung der Straßen läßt alles zu wünschen übrig, so zum Beispiel ist die Brücke über das Brunnwafser, die in der früheren Zeit eine Zierde des Ortes war, in einem Zustand, der mit Worten nicht zu schildern ist Wir sind der Ansicht, daß man den an dieser Stelte zusammengyogenen Kot mit Leichtigkeit In das Wasser befördern könnte, nicht aber die Abflußöffnung damit verstopfen. Es wäre höchst wünsch«nsw«rt, daß die maßgebenden Stellen hier Schritte unternehmen, um die Zufahrt in un-sere Stadt menschenwürdig zu gestalten. Slovensta Bistrica Todesfälle. An, Freitag, dem 13. d. M„ verstarb im nahen Zgornja Bistrica der angesehen« Grundbesitzer Herr Franz Guntscher im schönste» Mannksalter vnn 45 Äahren an den Folgen eines Schlagflusse», der ihn einige Wochen vorher gerührt hatte. Mit Franz Guntscher ist ein biederer Land-wirt und sorgsamer Familienvater allzu früh ins Gmb gesunken. Die Freiwillige Feuerwehr von Zgornja Bistrica betrauert in dem Dahingeschiedenen ihren rührigen Hauptmann. Im Weltkrieg hatte er aus dem türtischen Kriegsschauplatz gekämpft. Das Leichenbegängnis, an dem außer einer Abteilung Militär Abordnungen der Rachbarfeuerwehren ver-treten waren, zeugte durch eine zahlreiche Beteiligung zum letzten Male von der Beliebcheit, welcher sich der Verstorbene, der eine Witwe und drei unversorgt« Kinder hinterließ, Zeit seines Lebens erfreut haue. — Vor kurzem starb hier Frau A. Toplai, Seite K Deutsche Zeltung .-,)!Ru(anter 100 Gerichtsdienerswitwe, im hohen Alter von üb« 80 Iahren. — Im Allgemeinen Krankenhause in Graz verschied kürzlich Frau Hermine Reich, Witwe nach dem seinerzeit in unserem Städtchen wirkenden Oberlehrer Herrn Ferdinand Reich, im 06. Lebens« jähre. Ormoi Todesfall. In Ormoz ist an, 16. L M der wert und breit bekannte und hochgeschätzte Arzt Herr Dr. Alois Heifj im Alter von 83 Zähren gestorben. Der Verstorbene stammte aus Rennweg in Kärnten: in Ormoz war er vom Jahre 1898 bis 1919 Leiter des Spitals des Kreuzritterordens. Dr. Heiß erfreute sich der größten Sympathien bei der Bevölkerung. PraktiscneWa hnachtsges henke! Bein Schafw>H«trÜmpf« Din 42.öO, 46,60,60, 67 70,86, »ö - ürwigFtrb«n Auswahl 10 v«»rschied n» Q aHtät n Trikothosan B ttt wjt. Flor Mianete Seid« Seide mit Wollsu1*r Baumwolle Innen fle auht Schafwolle Mädchenho8«n öd •«■WOl « und Wo le Baumwolld Innen gerauht Benqer'8 Ribana Oanwv u «terwäsctie Professor Dr. Jäger Damen- und Heren-unterwäsche in grosser Ausw«h oC. putan Celje Reichhaltiges Sortiment Seidenstrfimpfe Ma ke ,,Kayser" . Reparationen für Südslawien und Devisenvorrat der Rationalbant. Deutsch-land iphlte an Jugoslawien vom L September 1929 30 Millionen Mark an Reparationen, hievon 20 Millionen Mark oder 270 Millionen Dinar (noch dem besonderen Verrechnungskurse) in Devisen. Der Devisenvorrat der Raüonalbank ist dadurch beträchtlich gestärkt worden. Europäische Maisernte. Jugoslawien hatte 1929 eine Ernte von 40.8 Millionen mq Mais gegen bloß 18.8 Millionen mq im Jahre 1828. Für Rumänien lauten die Ziffern 61.0 und 27.6 Mill. mq., Italien 21.1 und 16.5 Millionen mq., Ungarn 19.5 und 12.6 Millionen mq., Bulgarien 9.2 und 4.6 Millionen mq, Spanien 6.4 und 5.3 Mlllio nen mq. Da» Einkommen der Amerikaner. Nach statistischen Angaben haben sich die Einkünfte der Staatsbürger der Vereinigten Staaten im Laufe der letzten 10 Jahre um 23 Milliarden 470 Mil-lionen Dollar, in den letzten 20 Iahren um genau 60 Milliarden Dollar erhöht. S ch a ch-E ck e rtMßitrt von Harald Schwab Problem Nr. 2S P. A. Orlimont, Tepl. Schönauer Anzeiger 1925. Stellung Weiß: Kel, Df8, Tb 2, Lc3 (4 Steine) Schwarz: Kcl. Sbt, Ba4, b5, c 2, c4, e3, e4, (8 Steine) Weiß zieht und setzt im vierten Zuge matt! Lösung zu Problem Nr. 24 1. De 1 — e 4 mit der Drohung DXL I........ Lc6 X + 2. Kl5 — f4 Db5 - b8 3. Kf 4 — e 3 nebst Matt im nächsten Zuge! Ein sehr schönes Stück von vollendeter Oekonomie! Nachrichten Im 13. Trebitsch-Gedenk-Turnier hat sich nach der 10. Runde folgende Spitzengruppe gebildet : Kmoch 7(1), Hönlinger 7, Grünfeld 6'/,, Müller, Spielmann 6. Ueberrascht hat das ver° hältnismäßig ungünstige Abschneiden Großmeister Spielmanns, der sich in den ganz großen Turnieren scheinbar wohler fühlt als in schwächer besetzten Lokal-Turnieren. Post der Schachecke bitte an H. S ch w a b, P t u j Postfach 30, zu richten. SPIELWARENHAUS _ F. KÖNIG, QELJE Wirtschaft «.Verkehr Die Kohlenförderung in Slowenien in den ersten 10 Monaten des heurigen Jahres betrug 1,881.141 Tonnen Kohle gegen 1,482.534 Tonnen in den ersten 10 Monaten 1928. Im Ok> tober 1929 allein waren es 204.882 Tonnen gegen 191.700 Tonnen im September 1929. Abgegeben wurden an die Eisenbahnen 85.636 Tonnen, an die Schiffahrt 620 Tonnen, an die Industrie 76.769 Tonnen, sonst 22.850 Tonnen. Ausgeführt wurden «332 Tonnen und in den Werken selbst verbraucht 12.882 Tonnen. Arbeiterstand 10.473. Rückgang de» Weintosum» in Slowenien. Im Weinkosum in Slowenien ist in den letzten Iahren ein Rückgang zu verzeichnen. Im Jahre 1924 wurden in Slowenien 480.500 Hekto-liier, im Jahre 1927 385.300 Hektoliter, im Jahre 1928 352.300 Hektoliter Wein versteuert. Der Kon-sum von Flaschenweinen fiel vom Jahre 1924 bis zum Jahr« 1928 von 99.900 auf 53.800 Hektoliter. c -IIFF> I. IM OHR ' m gute fpietzeug Welch und \M.mkno/e IfnsWj Grosse Auswahl In Weihnachtsgeschenken in Spiel», Galanterie», Lederwaren »owi»- Grammophone Besichtl/feu Sie bitte die Schaufenster und die-Weihnacht»-Aufteilung im ersten Stock. Solide PreUe I Schrifttum1 Märchen. In den A5»xnttagen, zur Zeit der Annenwende, wo Wald und Berg zu gehelmnis vollem Schlummer rüsten, fühlen wir ein mächtiges Sehnen nach geheimnisvollen Wetten. Der Ueber gang im Leben der Natur stimmt uns ahnungsvoll. Es umzaubern uns Erinnerungen an die eigene Kindheit; unsere eigene Vetgangtnheit erscheint uns so ferne; trau martiger steigen die Bilder der Kindheit auf. Das Vaterhaus... die Mutter, die gütige, die uns in ewiger Iugendfrische so vieles, vieles zu erzählen gewußt. Trauriges und Heiteres aus längst verklungenen Tagen, von Riesen und Unholden, bösen und guten Geistern. Belohnung Her Tugend und Strafe für das Vergehen war immer das Ende der Erzählung. Die. Geschichte von den drei oösen F Faulheit. Feigheit, Falschheit, die besiegt und gestraft werden yon Tugend. Tüch^keit Und Treue, war eines der schönsten deutschen Märchen. welche Mutter erzählte. Irgendeine alte Mär der Zipser Deutschen. Heute ist dies alles nur > mehr ein Märchen ... verklungen«: ©lockert ferner Widerhall Die Zipser Deutschen, die an den Abhängen der hohen Tatra Sprache und Märchen der Altvordern treulich von Geschlecht zu Geschlecht überlieferten, fie selbst sind für mich eine, verklungen« Sage. So greife ich denn nach einem Land „Märchen",, aus der Fülle der „Märchen der Weltliteratur", tpelche Eugen Diedrichs in Jena verloat. Vorzügliche Bücher. Jetzt liegt der neue Band Märchen aus deut Do naulande" vor. Wie das deutsche-Wort „Märchen" an etwas Kindliches, Kleines gemahnt, also 'Mcht langatmige Erzählung, so ist diese Sammlung sehr seines Volksgut. Zumal die Rlärchen aus der Steiermark und Kärnten fmd reich art Helft en Motiven völkischer Dichtung. Im Märchen offenbart sich am reinsten die Eigenart nationalen Denkens und die kindliche Einfalt der Seele. Stimmungs-reiche Märchenpracht. ' Dr. £ R. Out erhaltener Smoking fdr mittlere Statur, preiswert tu verkaufen. Zu besichtigen in der Razlngora ulica 11, parterre rochts. Dameurad j zu kaufen gesacht. Angebote an H. Gros«, Kanzlei M»jdie, Spodnja Hudinja. Schuhniederlage St. Strasek Celje, KovaSka Ji Ic c Reiche Auswahl aller Art Schuhe für Damen, Herren und Kinder, Schneeschuhen, Galoschen Hausschuhen. 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Wenn aber der alte Kowsky heute abgestraft wird, lege ich mich zu Bett und du kannst mit dem General allein Weihnachten feiern." Trotzig warf sie ihr Köpfchen zurück. ..Eigensinnig, wie es ihre gottselige Mutter gewesen", dächte der Graf doch was tun? Der General wäre schwer beleidigt, wenn Soscha nicht mehr erschiene und gerade jetzt schien sich die Sache zu machen. Er sagte daher! „Nun, wenn es dir eine große Freude macht, verschieben wir die Erekution bis nach den Feiertagen." ..Und dann kann man sie ja in eine Arreststrafe um-wandeln, nicht wahr, mein lieber, guter Papa?" und sie legte schmeichelnd ihre Wange an seine Schulter. ..Nun, wir werden ja sehen, was sich tun läßt. Du siehst, liebes Kind, wie sehr ich bestrebt bin, deine Wünsche zu erfüllen, doch erwarte ich dasselbe von dir. Ich werde nicht ewig leben, deine Zukunft liegt mir am Herzen, es bietet sich jetzt eine Ge-l^enheit . . ." „Ich weih schon, Papa" unterbrach Soscha, „Fürstin zu werden, Palastdame I. M der Kaiserin. Herrin vieler Schlößer. einen Palast in Petersburg, einen in Moskau zu besitzen - und obendrein einen braven Mann, der um 25 Jahre älter ist als ich, eine rote Nase hat und mich heiß liebt." ..Soscha!" jagte der Graf streng, „ich verbiete dir. über derlei Dinge zu spotten!" „Ach, Papa, wenn der General so aussähe wie du. nähme ich ihn sofort." „Aber, Kind, ich din ja nur mehr eine Ruine." — „Was fällt dir ein! Ueberall nennt man dich noch den schönen Andre Lamjewsky." Sichtlich geschmeichelt, legte der Graf seine vornehme, wohlgepflegte Hand auf das Haupt seines Kindes: «Soscha, ich fürchte, du wirst dein Lebelang alle Männer um den Finger wickeln." „Das hoffe ich. Papa!" Der General trat ein: „In zwei Stunden haben wir ihn und wenn er sich in die Erde ver graben^ hätte!" Soscha überlief es kalt. Wenn sie blos; wüßte, ob Matija schon heimgekehrt war. „Was mich aber sehr beunruhigt," fuhr der General fort „ist, daß mein Kurier mtt dem Weih» nachtsgeschent für die Gräfin noch nicht angekommen ift, wo ich ihm doch strengen Auftrag gab, am 1">. hier zu sein." „Er ist vielleicht den Franzosen in die Hände gefallen," bemerkte Soscha. „Nein, ich gab ihm eine gmug große Eskorte, mit um sich verteidigen zu können. Er soll mir diese Saumseligkett büßen." „Was liegt an seinem Kommen, die Hauptsache bleibt doch, daß Sie da sind, lieber General, und dieses schöne Fest mit uns feiern." „Sie sind ein Engel, Gräfin Soscha!. Doch erlauben Sie mir, wie stehe ich da, wenn, wie Sie mir sagten, ein Weihnachtsbaum nach deutscher Sitte angezündet wird, sich darunter alle beschenken und ich, der ich Ihnen einen herrlichen Schmuck zugedacht hatte, mtt leeren Händen zusehen muß?" „Es wird sich vielleicht die Gelegenheit ergeben, daß Sie mir mit einer anderen Sache Freude beritten." „Da wäre ich hocherfreut, bitte, befehlen Sie nur, ich bin berett, Ihren Wunsch zu erfüllen." Soscha lächelte: „Das werden wir erst sehen. Vorderhand habe ich noch viel zu hm. Auf Wiedersehen bei Tisch!" 3Hs Soscha m ihr Zimmer trat, fand sie ihre Zofe, die ihr meldete. Matija habe einen Stallburschen geschickt, daß alles in Ordnung fei. Die erste Etappc wäre erreicht, doch so lange die Nachsuche dauerte, mußte man fürchten, die russischen Soldaten machten vor nichts Halt und wenn es einem einfiele, die Türe der Sakristei aufzubrechen, dann ... Soscha mochte gar nicht daran denken. Die Haupte fache war. sich ja nichts merken lassen. So erschien sie denn mtt lächelndem Gesicht um ein Uhr zur Mittagstafel. Die Fastengerichte des gräflichen Koches genossen in ganz Polen Berühmtheit. Auch heute war die Schildkrötensuppe vortrefflich. Die Herren schlürften sie mtt Behagen, Soscha hingegen nahm nur einige Löffel davon. „Weshalb ißt du nichts?" fragte der Graf. „Ich bin nicht hungrig. Du, Papa?" „Was denn?" - „Wer war meine Urgroßmutter?" „Jetzt weiß das Kind nicht mehr, wer ihre Großmutter gewesen," rief der Graf entrüstet. „Deine Urgroßmutter war eine Marquise de la Tremouillerc. mein Großvater lernte sie in Paris kennen. Sie war eine schöne, geistreiche Frau. Ihr Bild hängt in der Ahnengalerie neben dem seinen." — „Ausgezeichnet!" sagte der General und wischte sich den Schnauzbart. „Ja, mein Koch ift ein Künstler, er versteht es, aus den wunderlichsten Dingen vortreffliche Speisen zu bereiten, j. B. seine Brühe aus Nabenfleisch ist eine Delikatesse." „Bald wird man keine Raben mehr töten dürfen," sagte der General „sie werden heiliggesprochen." „Was du nicht sagst, weshalb denn?" — „Napo leon wollte in seinem gotteslästerlichen llebermut das mächtige Kreuz Ivans des Großen vom Kreml herunternehmen lassen, um es nach Paris zu bringen. Da erhoben sich tausend und abertausend Ratan, umkreisten im dichten Scharen das Kreuz und wollten den Frevlern die Augen aushacken." „Selbst die unvernünftige Kreatur" murmelte der Graf „erhebt sich gegen diesen Mann, wie sollten wir es nicht tun!" „Sagen Sie mir, lieber General" nahm Soscha das Wort, „wer hat eigentlich Moskau angezündet? Einige sagen, die Franzosen, andere, es wäre auf Befehl des Zaren geschehen?" „Unser gütiger Zar hat ein zu edles und zu weiches Herz, um von seinen Untertanen ein so großes Opfer zu fordern, die Franzosen hatten kein Interesse daran, ihr Winterquartier zu vernichten, ich will Ihnen sagen, wer es getan hat Rostopschin war es." „Rostopschin? Der gutmütige, sanfte Rostopschin? Ist es möglich?" „Dieser Mann begriff wie durch göttliche Er-leuchtung, daß. Moskau mit seinen unermeßlichen Vorräten verlieren, dem russischen Winter ausgeliefert, die französische Armee zu Grunde gehen mußte. Sein herrliches Palais war das erste, welches in Flammen aufging und als Napoleon auf seinem Rückzug sich Nostopschins prachtvolles Schloß zu seinem Quartier wählen wollte, fanden die Fran-zosen nur mehr verkohlte Balken, zusammengestürzte Mauern und auf der eisernen Kirchentüre stand geschrieben: „Fünfundzwanzig Jahre habe ich ge-braucht, um dieses Haus zu schmücken, viele glückliche Jahre habe ich mit den Meinen hier verlebt — heute setzte ich es in Flammen, damit es nicht durch euch entweiht werde." „Das sind Patrioten!", rief der Graf begeistert „Solange Nußland solche Männer hat, ist es nicht verloren." „Es lebe Nostopschin!" rief Soscha, sie erhob ihr Glas, an welchem sie jedoch bloß nippte. Der General und der Graf leerten die ihren, welche wieder gefüllt wurden. „Es lebe der Zar, unser edler Monarch!" sagte der Graf feierlich. „Gott schenke ihm Sieg und Gesundhett!" Es wurden abermals die Gläser geleert, dann ließ man noch die Zarin und die ganze kaiserliche Familie leben. Die Nase des Generals rötete sich langsam und seine Augen glänzten. Da trat der Kammerdiener an den Stuhl des Adjutanten und flüsterte ihm etwas in das Ohr. Denisos stand auf, entschuldigte sich und ging hinaus. Soscha fühlte ihr Herz bis in den Hals hinauf schlagen. Denisos kehrt bald zurück und meldete dem General: Man habe Haus und Hof nach dem Franzosen abgesucht, jeden Winkel durchstöbert, doch nichts gefunden. Ob Eizellenz be-fehlen, daß man noch wetter suchen sollte? „Selbst-verständlich, der Franzose muß zur Stelle geschafft werden, lebend oder tot, vorher keine Nast!" „Herr General", bat Soscha „erlauben Sie mir einige Worte. Ich habe für Ihre Lente um vier Uhr einen Imbiß und ein Glas Schnaps in der Ge-sindehalle bereiten lassen. Obgleich sie nicht mit uns Weihnachten feiern, wollte ich doch, daß sie sich heute mtt uns freuen." „Sie sind d»e Güte selbst. Gräfin," und zum Adjutanten gewendet: „Die Mannschaft hat heute um vier Uhr auf das Wohl der hochgeborenen Gräfin Sophia Andrejewna Lam-jewska ein Glas Schnaps zu trinken." „Nicht nur auf das meine" sagte Soscha „auch auf das Ihre, Herr General." „Also auf das meine und auf das der Gräfin. Verstanden? Sie find ein Engel, Soscha, ein Engel," flüsterte der General gerührt. Doch der Adjutant schien noch etwas auf dem Herzen zu haben. „Eizellen; erlauben, daß ich noch etwas melde, worüber Erzellenz vielleicht unzufrieden sein werden." Die Brauen des Generals zogen sich unheilverkündend zusammen: „Also heraus damit!" „Die Patrouille, die wir dem Kurier entgegen-geschickt haben, ist unverrichteter Dinge zurückgekehrt." „Daß sie alle zusammen der Teufel holen soll, diese vermaledeiten Idioten, die zu nichts, rein zu gar nichts taugen!" Soscha legte beschwindigend ihre f>and auf den Arm des Generals: „Machen Sie sich wegen dieses Geschenkes, bitte, keine Sorge, Sie können mir mit einem andern eine noch größere Freude bcretten. Versprechen Sie mir, daß Sie mir das geben, worum ich Sie am helligen Abend bitten werde?" „Teuerste Gräfin, Sie verlangen vielleicht etwas, das zu erfüllen nicht in meiner Macht liegt, sonst sebr gerne." „Nein, es wird Ihnen leicht werden, diese Bitte zu erfüllen, und niemand als die Anwesendenden sollen davon erfahren." „Das ist gewiß wieder ein Scherz Sojchas, dieses Geschenk," nahm der Graf das Wort, „doch du kannst beruhigt versprechen, sie ist viel zu klug und taktvoll, etwas Ungebührendes zu verlangen." „Das meine ich auch," sagte der General, „und ich verspreche feierlichst, den Wunsch der Gräfin zu erfüllen. Nur verlange ich, das auch sie jene Bitte, die ich schon oft an sie gestellt habe, nicht unberücksichtigt läßt." „Gewiß," sagte Soscha und reichte dem Ge-neral ihre Hand, die er an die Lippen führte. „Also ein gegenseitiger Pakt," lächelte der Graf und rieb sich vergnügt die Hände. Nach Tisch fühlten sich die Herren durch den so reichlich genossenen Wein schläfrig und zogen sich zurück, um eine Siesta zu halten. Soscha nahm Hut und Mantel und eilte in die Kirche, vor den Hoch-altar kniete sie nieder und bat Gott, ihr Vorhaben weiter zu begünstigen. Dann pochte sie an die Sa-kristeitür und wurde eingelassen. Ein Ausruf des Erstaunens entfuhr ihren Lippen, nie hätte sie in dem eleganten Kavalier, der vor ihr stand, den verwahrlosten Mann erkannt, den sie vor einigen Stunden verlassen hatte. Der Marquis lächelte. „Sie sind überrascht, Gräfin, daß ich halbwegs menschlich aussehe." „Halbwegs menschlich, der Heuchler." dachte Soscha: um ihn zu strafen sagte sie: „Allerdings der Bart hatte Ihr halbes Gesicht verdeckt, doch deshalb umso interessanter gemacht." „So," lachte er, „von jetzt ab mache ich das Gelübde, mich nie mehr zu rasieren." „Was würden die schönen Dame« von Paris dazu sagen?" „Ach die," und er machte eine gleichgülttge Bewegung mtt der Hand, dabei sagten ihr seine leuchtenden dunkelblauen Augen, daß von jetzt ab nur sie Geltunq für ihn habe. Soscha nahm Hut und Mantel ab, setzte sich auf die Ofenbank und lud den Aiarquis ein, neben ihr Platz zu nehmen. „Wissen Sie, mein Herr, daß russische Soldaten viele Stunden nach Ihnen gesucht haben?" „Ich habe es mir gedacht, als ich Schritte und Stimmen in der Kirche hörte, auch an der Türe hier wurde gerüttelt, dann nach einer Weile wurde es wieder still. Das Schicksal scheint mich zu schützen, und wenn es ganz dunkel geworden, will ich meine Wanderung fortsetzen, tiefdankbar für die unvergeß-lichen Stunden und alle Wohltaten, die ich Ihrer Güte verdanke." „Monsieur de la Tremouillere, haben Sie Vertrauen zu mir?" „Weshalb fragen Sie? Wer könnte Ihnen mißtrauen!" „Würden Sie alles tun, was ich Ihnen zu Ihrer Rettung vorschlage?" „Wenn Sie mir versprechen, daß es nichts ist, das meiner Ehre zuwiderläuft, denn auch das Leben wäre mit einer feigen oder ehrlosen Handlung zu teuer erkauft." „Das weiß ich und würde es Ihnen ebensowenig zumuten als mir selbst. Also hören Sie, um sieben Uhr abends wird der Mann, der Ihnen die Kleider brachte, mit einem Schlitten hier sein, auf diesem wird sich eine mit Löchern versehene Truhe befinden. In diese steigen Sie ein, der Deckel wird geschlossen. Wenn sie wieder geöffnet wird, werde ich dabei stehen, Sie steigen heraus, sprechen aber nicht, bis ich nicht gesprochen habe. Das übrige wird sich finden." „Gut, ich werde es gerade so machen wie bei meinen Vorgesetzten: gehorchen und schweigen." „Gerade so," lächette Soscha. „und nun sagen Sie mir, wie lange sind Sie schon aus der Wander ichaft und wie kamen Sie hieher?" „EigenUich begann unser Leidensweg schon am 24. Oktober, als wir das verödete Moskau verließen. Die Marschälle hatten schon viel früher den Kaiser gebeten, den Rückzug anzutreten, doch hatte er durch Lauriston den, Zaren Aleiander seine Frieden »an-geböte übermitteln lassen und wartete aus Antwort, die nicht kam. Daß man ihn, den Beherrscher Eu ropas, keiner Antwort würdigte, diese Schmach fraß an seinem Herzen. Nach langem Zögern entschloß er sich endlich und wir marschierten ab, der Winter und der Feind zogen mtt uns, sie reichten sich die Hand, um uns zu vernichten. Wir kämpften gegen beide wie Löwen, die Nüssen schlugen wir zurück, dem Winter erlagen wir, das stolze Herr schmolz von Tag zu Tag dahin. Leichen von Menschen und Pferden bezeichneten unsern Weg — und was übrig blieb, ein Haufen elender, zerlumpter Menschen — und doch, wenn es dazu kam, verrichteten sie Deutsche Zeitung noch Heldentaten. Mein Regiment unter Niarschall | Ney kam in die größte Gefahr, abgeschnitten werden: es gelang uns unter unendlichen Schrote-rigketten bei Nacht über den halbgefrorenen Dnjepr einen ttebergang zu finden, doch opferten wir dabei fast alle Pferde und die ganze Bagage. Als wir am IS. November in Orscha ankamen, waren wir bloß noch 15.000 Mann unter Waffen. Am 28. No-vember im Beisein des Kaisers wagte endlich die gesamte Armee bei Studzonta den Uebergang über die Berezina, durch Zusammenbruch der Brücke fanden Unzählige in den eistreibenden Fluten den Tod, doch der Kaiser war gerettet. Ney mtt den Seinen hielt die herannahenden Russen aus, es war ein verzweifelter Kampf von achttausend Mann gegen eine unzählige Uebermacht. Dort wurde mir das Pferd unter dem Leib zusammengeschossen. Ich stürzte und blieb bewustlos liegen. Als ich aus der Betäubung erwachte, war es stacht, der Mond schien hell. Mit Mühe kroch ich unter meinem toten Pferde hervor, ich war allein unter Toten. Taumelnd ging ich weiter, da ganz nahe hörte ich Stöhnen, einer, der am Boden lag. schien sich zu regen. Ich beugte mich herab Herrgott, es war Noaille, mein bester Freund, die beiden Füße waren ihm abgeschossen, doch schien er es nicht zu merken und bat mich, ihn aufzurichten. Ich hielt il)n an meiner Brust und fühlte, wie ich. von Kälte übermannt, immer steifer wurde, wie der Tod auch mich in seine Arme schloss. Er starb beim ersten Morgengrauen. Seine letzten Worte waren: „Mutter, meine arme Mutter!" Der junge Mann begrub sein Gesicht in die Hände und blieb regungslos. Soscha legte ihre Hand auf seine Schulter, Tränen glänzten in ihren Augen: „Trauern wir nicht um die Erlösten, sie sind geborgen." Er hob den Kopf, „Sie haben .recht — halb erfroren kam ich in eine Hütte, wo ich Aufnahme fand. Ich half den Leuten Holz fällen, ihre Tiere füttern, ich hatte noch etwas Geld, das gab ich ihnen. Als ich keines mehr hatte, wiesen sie mir die Türe — nun beschloß ich, nach einem Herrensitz zu fragen, der einem Polen gehöre, man wies mich hieher." Beide schwiegen, draußen begann es zu dämmern. Das SUberkreu; auf der großen Komvde, in der die Messkleider verwahrt wurden, glänzte matt im letzten Abendstrahl, die Heiligenbilder an den Wänden schienen noch dunkler als zuvor. Die beiden Leute fühlten, wie sie das Schweigen ge-heimnisvoll umhüllte, zugleich empfanden sie ihre gegenseitige Nähe als etwas köstlich Weihevolles und in ihren Herzen regte sich beglückend der erste Flügelschlag der Liebe. Da schlug die Turmuhr die fünfte Stunde. Soscha schnellte empor: „Ich mutz gehen". Einen Augenblick standen sie schweigend vor einander, da sahte er ihre Hand: „Was immer kommen mag. Gräfin Soscha, ich werde, solange ich lebe, nur einen Wunsch hegen und der ist für Ihr Glück." „Und ich für das Ihre". Hatte sie zuviel gesagt? Er zog ihre Hand an seine Lippen: „Leben Sie wohl, aus Wiedersehen." ♦ , • Im grossen Ahnenjaa! stand von Kerzen strahlend der mächtige Tannenbaum. Gepuderte La° kaien mtt Wappenknöpfen auf fast jedem Körperteil öffneten feierlich die Flügeltüren. Die Herrschasten traten ein. Soscha trug ein gerade herabfallendes Kleid aus leichter weißer Seide, unter der Brust ein breites blaues Band, die tiefausgeschnittene Taile mit den kurzen Pufsärnteln lieh Hals und Arme frei, deren edle Linien an die Statuen der Antike gemahnten: das goldbraune Haar, rückwärts geknotet, umrahmte in Locken ihr rosiges Gesicht Noch nie war sie dem General so schön erschienen. Die Dienerschaft wurde beschenkt, dann erhielt Soscha einige Gaben aus der Hand ihres Baters. „Und ich", sagte der General niedergeschlagen, „kann zu Ihrer Freude nichts beitragen." „Doch", sagte das junge Mädchen und wies auf eine "-«k* Truhe, die Hinter dem Tannenbaum stand. „Geben Sie mir das. was sich in dieser Truhe befindet." „Was kann das sein?" — „Es ist ein Tier", sagte der Graf, der an die Trübe herangetreten war, „denn es sind Löcher in die Wände gebohrt." Der General lachte: „Gut, ich schenke Ihnen den Inhalt dieser Truhe." „Ihre Hand darauf!" Er reichte ihr seine Rechte. Zojcha winkte den Dienern, den Deckel zu öffnen, der Strick wurde durchschnitten, der Deckel in die Höhe gehoben und aus der Truhe stieg ein junger Mann. Sein Jabot war tadellos, der dunkelblaue Frack kleidete ihn trefflich und die weißen Lederhosen patzten wie angegossen. Feine Stulpstiesel zeigten einen wohlgeformten Fuft. Der Fremde verbeugte sich artig, dann verblieb er in vornehm gerader Haltung und lies; sich von den zur Sprachlosigkeit erstaunten Anwesenden betrachten. Dann wandte sich soscha an den Grafen: „Papa, hier stelle ich dir vor Roger de la Tremoillere. un-sern lieben Vetter, und Ihnen, Herr General, stelle ich vor den Major de la Tremouillere, zugeteilt dem Marsch«!! Ney." Der General, der sich nun von seiner Ueberraschung erholt hatte, traf aus den Marquis zu und sagte: „Mein Herr, Sie sind mein Gefangener." „Pardon", nahm Soscha das Wort, „der Major de la Tremouillere ist das Weihnachtsgeschenk, das Sie, Herr General, mir zu geben versprochen hatten, und ein Ehrenmann wie Sie hätt sein Won." Der General überlegte, es gab viele französische Gefangene und nur eine Soscha. Sollte er den Franzosen gewinnen und Soscha verlieren V Nein, das wollte er nicht, also sagteer: „Mein Herr, Sie sind nicht mein Gefangener, sondern das Weihnachtsgeschenk der Gräfin Sophia Andrejewna!" Nun trat der Graf auf den Marquis zu: ..Mein Herr. Sie sind nicht Kriegsgefangener, ich begrüße Sie als lieben Gast und Vetter." „Doch nun", wandte sich der General an Soscha, „erwarte auch ich das Geschenk, das Sie mir versprochen haben." „Sie sollen es erhallen. Sie haben mich oft um einen Kus; gebeten, den ich immer verweigerte, doch heute nach Ihrer großmütigen Handlung gebe ich ihn gerne." Der General hatte sich etwas anderes erwartet, doch machte er gute Miene ztim bösen Spiel. AIs sich jedoch Soschas Rosenlippen seiner Wange näherten, um dort einen freundschaftlichen Kug^iuszudrücken, nahm er ihren Kopf zwischen beide Hände und drückte seine Lippen auf die ihren — das war nicht korrekt — doch in Kriegszeiten muß man selbst einem General etwas zu Gute halten. Weihnachtsglocken Durch die winternächt'ge Stille Dringt der Glocken voll' Geläut, Allen Landen es verkündend: EHristus ist geboren heut! Und in jubelnden Akkorden Tönt der Orgel Lobgesang. Und die alten Weihnachtslieder Grüßen mtt vertrautem Klang. Aus den hohen Kirchenfenstern Kerzenschein die Nacht erhellt. Und es strahlt aus Heilandsaugen Heut ein Licht in alle Wett. O. Michelet. Weihnachtsgebete für die Binder Jetzt falten die Kinder ihre Händchen noch gläubiger und inniger zur Schlafenszeit, da in der „guten Stube" der Tannenbaum geschmückt steht und allerlei Pakete verborgen liegen. Jetzt weiß der süße Kindermund noch ein anderes Gebet als das alte, von der Mutter gelehrte, schon halb im Schlaf gelallte: „Lieber Gott mach mich ftomm, daß ich in den Himmel komm." Jetzt steigt vor oder nach dem „Gute Nacht-Kuß" noch der Kinder Weih> nachtsgebet gläubig gen Himmel: Christkindlein, komm in unser Haus, leer deine große Tasche aus, stell dein Eselein untern Tisch, daß es Heu und Hafer frißt. Heu und Hafer frißt es nicht, Zuckerplätzchen kriegt es nicht. Oder es löst sich ängstlich-ftoh, erwartungsvoll von reinen Kinderlippen: Ei, du lieber Heilger Ehrist, komm nur nicht, wenn 's finster ist, komm nur nicht, wenn 's finster ist, komm im hellen Mondenjchein, wirf mir Nüß und Aepfel rein. In der Christnacht aber, wenn alle Kinder wieder im Bettchen liegen, nachdem sie genug gespielt haben mtt der neuen Puppe und mit den anderen schönen Dingen des Weihnachtstisches, da lallt ihr Mündchen, und es geht ein glückliches Leuchten über das Kinderantlitz: Christkindlein, kamst heut ins Haus, leertest deine Taschen aus. Hast uns Schönes mitgebracht und uns alle froh gemacht. Christkindlein, ich dank dir sehr. Nur noch eine Bitte hör: . Laß es morgen tüchtig schnei'n. Das wär schön, Christkindelein. WZ VEREINSBUCHDRUCKEREI Herstellung1 von Druckarbeiten wie: Werke, Zeltschriften und Broschüren. Rechnungren, Briefpapiere, Kuverts, Speisentarife, Tabellen, Geschäfts- und Besuchskarten. 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Nach einem Leben voll aufopferndster Pflichterfüllung hat uns heute unser lieber guter Gatte, Vater, Großvater etc. Medizinalrat Dr. Flans Lichtenegger sen. i I ..31, nach schwerer Krankheit im 80. Lebensjahre für immer verlassen. Das Leichenbegängnis unseres teuren Toten findet am Sonntag, dem 22. Dezember um 4 Uhr nachmittags vom Sterbehause aus statt. Die hl. Seelenmesse wird am Montag, dem 23. Dezember um 9 Uhr früh in der Stadtkirche in SoStanj gelesen werden. SoStanj, den 20. Dezember 1929. * - » Gisela Lichtenegger, geb. Schnizer Edle von Lindenstamm, Gattin Dr. Hermann Lichtenegger Anna geb. Racz Hubert Lichtenegger Paula geb. Hauke Dr. Hans Lichtenegger Weri geb. von Doboczky Söhne Schwiegertöchter Hubert, Ilse, Gretl, Hertha, Enkelkinder In Sostanj werden besondere Todesanzeigen nicht ausgegeben. Dr. Viktor Glaser, Sohn Justine Glaser, Tochter Anna Glaser. Schwiegertochter und sämtliehe Verwandte. Hellmut Glaser, Bnk«l Günter Glaser, Enkel Antonla Vlher, Schwester Stummer 100 Deutsche Zeitung Seite 9 an Sibirien Erinnerungen aus dem Weltkrieg und aus Ruhland Von einem ehemaligen Siebzehner Mu mir zusammen lag auf einem schmalen Brett ein zahnluckiger Einjähriger, ich glaube aus Wien. geschmückt mit einer dichten englischen Schnurr bartbürftc. Meistens hockte er in der Kretjche am Brett und schaute aus seinen braunen Eulenaugen ins Zimmer, Immer hatte er eine Hand in der Hose, weil er beständig kratzen muhte. So geschwind, wie es sich hier erzahlt, war die Situation natürlich nicht fertig. Zuerst besorgten wir uns Holz und pfefferten gehörig in den Ofen hinein. Bis es halbwegs warm wurde, standen wir im frosti-gen Zimmer in den Mitteln herum und spekulierten die Möglichkeiten der neuen Wohnung aus. Bloß die Säcke hatten wir auf die Plätze gelegt, damit diese später nicht strittig werden konnten. Wir bekamen sogar bald zu eflca. jveil die Russen insofern für unseren Trans-port Sorge getroffen hatten, als aus dem Roten Lager schon vor zwei Tagen Köche herauskomman-viert worden waren, die uns einen ziemlich anständigen Fratz gekocht hatten. Wenn ich mir recht erinnere, waren kleine Fleischstückchen mit Innereien zu einer breiartigen Suppe verkocht worden, die himm lisch schmeckte. Auch Brot faßten wir kleine Laibe, aber so kohlschwarzes und teigiges wie Kitt. Trotz-dem schmeckte es herrlich. Dieses Weihe Lager in Trojskosawsk war dann eines der gemütlichsten Es fehlte zwar die „Noblig keit" anderer Lager, Lavkas (Kantinen) x, auch waren nicht viel Russen vorhanden, bloß eine kleine Zahl von dunkeluniformierten Landstürmern mit ihren Landsturmkreuzen auf den dunklen Teller Mützen, aber gerade das paßte uns. Russische Cffi ziere wohnten hier braunen überhaupt keine. Mit den bärbeißigen alten Russen ergab sich bald eine Art von .Kameradschaft. Im ganzen Lager, das aus einigen zehn größeren und kleineren Objekten (Holz-barocken« bestand, waren vielleicht drei von Gefangenen bewohnt. Die russischen Soldaten bewohnten weiter oben ein kleines Häuschen, so daß wir von ihnen so ziemlich den ganzen Tag. gewiß aber den ganzen Abend nichts zu spüren hatten. Bald waren wir alle untereinander gut bekannt, Oesterreicher und Reichsdeutsche. Viel trüg es zur Gemütlichkeit auch bei, daß bis auf einige Ungarn andere Nationali-täten qls Deutsche nicht im Lager waren. Namentlich war kein einziger Tscheche und auch kein Polack vorhanden. Die Kälte nahm immer mehr zu. Wenn ich bei dem morgenttichen Spaziergang stehen blieb und hinunterschaute, dann sah ich von den vielen braunen Dächern der Stadt Trojskosawsk silberne Rauch' silulen kerzengerade in die sonnige Kälte emporsteigen. war }o{ als ob von einer karierten braunen Fläche aus jedem Quadrat eine Rauchsäule empor-stiege. Roch weiter drüben, eigentlich anschließend, war Kiachta und noch weiter Aiasmatschin. Dieses war schon auf chinesischem Boden. Begreiflicherweise starrten wir mit besonderem Interesse auf Majmatschin hin, weil diese Stadt nach unserer Meinung — m einem wunderbaren Märchen lag, in der Freiheit. Mit freiem Auge sichtbar. Gleich an einem der ersten Tage war aus Trojskosawsk unser Kommandant au uns heraufgekommen. Ein hochgewachsener, breit-schulteriaer Kerl mtt einer ganz gewöhnlichen Frcssage. Man iah ihm an, daß ihn erst der Krieg zum Praporschtschik (Fähnrich) gemacht hatte. Er fluchte auch entsprechend herum wie ein Bauer. Mit unserer Menage verdiente er bestimmt ein Heidengeld, denn sie war unterm Pintsch. Das Brot wie Lehm, aus so miserablem Mehl, daß es sich nicht backen ließ. In der Mitte der kleinen Laibe war es noch immer Teig und ließ jich ziehen. Trotzdem wartete ich alle Mvrgen mtt Sehnsucht auf die klein gewordene Portion, die ich dann auf einem Sitz verdrückte. Zum Glück ging dieser Lehm den Herren, die Geld hatten, nicht ein und so schenkte mir oft einer seinen XciL Wir lebten in unserem Weißen Lager sozusagen eine abgeschlossene Idylle, die sich zur Familie aus-wuchs, wo jeder den anderen kannte wie seinen Sack. Die alten russischen Landstüriner belästigten uns nicht viÄ Die waren selber froh, so im Verborgenen blühen zu dürfen. Arbeit gab es so gut wie keine. Wir liefen alle Morgen m der kalten Luft unser Pensum ab, schnüffelten dabei zwischen den gemütlichen Holzhäusern herum und wünschten, recht lange so allein und ungestört zu bleiben. Als dann draußen eine blitzende Schneedecke in der Kälte kreischte, fühlten wir uns m unserem warmen Zimmer, wo es keine Doppelpritschen, sondern nur einfache Holz- lager gab, ungemein wohl. Es war schön warm ein-geheizt, von zuhause waren für viele schon Pakete und Geld gekommen. Was also an der immer miserableren Menage abging, ersetzte der Umstand, daß die Geldbesitzer sich zum Teil von den immer schwunghafteren Fleischlaberlerzeugern nähren ließen und daher auf die Armen mehr von der Menage kam. Uebrigens war diese nicht immer gleich schlecht. In mancher Woche war sie relativ natürlich — sogar aanz gut, um dann wieder plötzlich auf einen Hundefraß herabzusinken. Die Fleischladerlsadrikanten florierten und wurden zu regelrechten Kapitalisten. Unter diesen primiliven Verhältnissen zeigte sich am besten, wer eingeborenen kaufmännischen Sinn hatte. In jeder Baracke gab es etliche und die wurden einfach reich. Ich gehörte leider nicht dazu, obwohl die Sache so einfach war wie nur möglich. Vielleicht war ich auch zu eingebildet oder richtiger zu faul. Denn ein solcher Fabrikant mußte es verstehen, sich so ins Ansehen zu setzen, daß eines der immer mit Heferl und dergleichen besetzte? Ofenlöcher für ihn frei gemacht wurde. Es war zu erreichen, denn einige Gratisfleifchlaberl an die „Maßgebenden" des Ofenloches wirkte Wunder und schaffte eine Garde, welche in der Zeit des Fleischlaberlbratens alle an-deren verdrängte. Das Fleisch kostete in der Stadt !i Kopeken das Pfund. Wenn man sich an den Karren spannte, der alle Tage in die Stadt fuhr, um unseren Lagerproviant hereinzubringen, konnte man Fleisch kaufen und mitbringen, soviel man wollte. Sauberes, schönes, steifgefrorenes Fleisch. Diese Neureichen spielten in ihren Gruppen aber auch sonst eine beträchtliche Rolle. Da war z. B. ein gewisser Hölbling aus Marenberg, der in einer Ecke des großen Zimmer vor dem unseren residierte. Der hatte so seine Schar um sich, die er zu großen Zetten, etwa zu Weihnachten, festlich bewirtete. Die drückten sich im Winkel zusammen und lebten. Er war im ganzen kleinen Lager ein angesehener Mann. Der Schnee leuchtete vor dem Fenster und nach dem Morgentee und dem Spazierenlaufen vertrieben wir uns die Zeit. Irgendeiner von den Einjährigen — Lang hatte eine ftanzösische Grammatik auf-getrieben und verrostete Kenntnisse aus der Real« schule ausgegraben. Vielleicht hatte er auch - fein genug schien er mir zu sein einmal eine ftanzösische Bonne gehabt. Also lernten wir Französisch. Eine Zeitlang mit heiligem Eifer. Sogar unser Kärntner Landesschütze, der mir mehr von der Mistgabel zu sein schien, kümmelte aus Leibeskräften ftanzösische Vokabeln Gan, richtige Unterrichtsstunden gab es. Da wurde ausgefragt, gelesen, gevrüft und yernach gestuckt wie verrückt. Heute muß ich lachen, wenn ich daran denke, wie wir mit unseren Papier-fetzen in den Händen um den viereckigen Ofen herumstanden und die Vokabeln mit wichtig konzen trierten Gesichtern vor uns hinmurmelten. Es war ein gesunder Zeitvertreib. Einige verstiegen sich auch zur Mathematik und erzielten ganz erstaunliche Re >ullate. Ueber diese Lernereien in der Kriegsyefan-genschaft wird noch später einiges zu sagen sein Es zerbrachen sich da Leute ihre Zungen mit französischen Vokabeln und hielten die Nasen krumm, von denen man es nicht hätte annehmen können. Auch biedere Bäuerlein machten das Pritschenbrett zum Schreib-tisch und malten mit steifen Buchstaben die Sprache Voltaires nieder, den vortragenden „Professor" Lang dabei andächtig anblickend wie einst den Pfarrer in der Kirche. War übrigens eine ziemlich ausgefrejsene Nummer, dieser Lang, mit glattem Gesicht und blitzenden Zwickern, aus Olmütz zuhaus. Daß wir außerhalb dieser Unterrichtsstunden auch beständig debattierten, über alles Erdenkliches, versteht sich. Wir debattierten den ganzen Tag bis tief in die Nacht hinein, um am' frühen Morgen wieder zu beginnen. Oft zankten wir auch wie die Spatzen, aber ^as machte nichts aus, trotz der Frozzeleien und Streitereien hielt unsere Gruppe doch fest zu-sammen und war eine fteundschaftliche Familie. Schlimmer war es schon, wenn es einen Wortwechsel mit den benachbarten Pritschen gab. Da hörten alle Unbeteiligten zwar mit Wonne zu, aber wenn man selber ein streitender Teil war, konnte man ganz un-glaublich wütend werden. Ich wurde einmal wegen einer harmlosen, eigentlich gan, abseits liegenden Behauptung eines niederösterreichischen Dragoners so wütend, daß ich mich, da ich auf dem Pritschenbrett stand, schnell niedersetzen mußte, weil mir ganz schwarz vor den Augen geworden war. Alle Tage also leuchtete bei dem Fenster der weiße Schnee herein und die Tage liefen. Man glaubt gar nicht, wie schnell diese gleichförmigen Tage liefen, trotzdem.jeder das Gefühl der Unendlichknt der Zeit hatte. Vielleicht gerade deshalb. In unserem Zimmer lag bei der Gruppe des Zugsführers Mad« der Tiroler Kaiserjägerunterjäger Willi Schweighofer aus Brunneck. Was für ein Künstler im Bildschnitzen dieser Viann war, sollte ich erst viel später mit Staunen sehen. Jetzt zeichnete er. Nicht jeden, weil er seine Mucken hatte Mich zeichnete er aber einmal und ich kann sagen, daß ich noch nie auf etwas so neugierig war wie auf dieses Bild, das da auf der Pritsche entstand. Es gefiel mir dann auch über alle Maßen, denn daß ich einmal einen so kühnen, schnittigen Typus würde abgeben, hätte ich nie geglaubt. Die reinste Kratzfigur, in die man den Teufel hineindenken konnte. Schweighofer schnitzte auch reizende Kosakenstatuetten: Vferd, Kosak und Lanze. Sie waren bestimmt Kunststücke und er ver-kaufte sie leicht an die Händler, die sie wieder durch die russischen Soldaten draußen in der Stadt ver trieben. Daher hatte er auch immer Geld, obwohl er von zuhaus ebensowenig bekam wie ich. Uebrigens war er ein eckiger, aber nobler und ziemlich schweigsamer Kerl, der aber auch ausbrechen konnte. Dann rief er: ..Verfluacht!" An Geld lag ihm nicht viel. Freilich, eigensinnig war dieser Wuli ganz gehörig. Einmal hatten wir unser ganz gehöriges Er staunen. Als nämlich etliche von uns am Morgen zu dem Stangenzaun kamen, der das Lager gegen die Stadt hin abschloß, sahen wir da eine ganze Anzahl von kleinen mongolischen Pferden stehen, die uns ganz munter aus der feuchten Tiefe ihrer glän zenden Augen anblickten. Die niedlichen Geschöpfchen waren am Abend vorher aus irgendeinem Grunde in unser Lager getrieben worden und hatten die ganze eisige Nacht im Freien angebunden verbracht. Jedes trug auf seinem wolligen Rücken eine dicke weiße Decke Reinfrost, aber sie stampften übermütig und einige riskierten ein helles Gewieher. Sie waren eben sibirische Kinder und die Kälte tat ihnen augenscheinlich nichts an. Nun ging es auf den Heiligen Abend zu und unsere große Familie bereitete sich geheimnisvoll darauf vor. Es sollte diesmal etwas Besonderes werden. In der oberen Baracke hatte sich unter der Leitung eines Wiener Berufsmusikers eine regelrechte Musikkapelle oebildet. Ihr Kommandant war dieser Musiker, ein stark kurzsichtiger Zugsführer, dem die Augen ziemlich herausfanden. Die Kanone seiner Schar war ein Primgeiger mit wehmütigen Mandel-äugen in einem dunklen Gesicht, das immer melancholisch zur Seite hing, als sei es für den dünnen Hals viel zu schwer. Dieser konnte überhaupt alle Instrumente spielen. Zeder von diesen Künstlern hatte einen Spleen, aber man ließ sie gerne gewähre«, weil sie auf ihrenselbsterzeugten naturfarbigen Geigen unsagbar süße Musik zu machen verslanden. Am ganzen Nachmittag des Heiligen Abend wurde in dem großen Zimmer unseres Holzhauses eifrig geklopft und umgebaut. Aus den Pritschen verfertigte man eine ziemlich geräumige Bühne, aus anderen wurden einige lange Reihen von Bänken hergerichtet. AIs es dann grau und dunkel wurde, waren wir richtig alle kindisch erregt und in einer ganz süßschmerzlichen Weihnachtsstimmung. Das Barackenzimmer war mit Reisern geschmückt, auf der Bühne stand ein ausgewachsener Christbaum mit vielen iierzchen und es roch nach Tannenduft. Dm ganzen Zauber, den ich als Mitwirkender aber schon vorher gesehen hatte, verhüllte ein aus Decken und Fetzen zusammengehefteter Vorhang. Als sie dann alle aus dem Lager kämm, waren sie fast lächerlich höflich, sie redeten bloß im Flüstertöne miteinander und schon von der Türe weg waren sie auf dm Fußspitzen zu den Sitzgelegenheiten gegangen. Ich hatte ein sonderbares Zittern in den Knien, als ich hinter dem Vorhang nebm dem hell erftrahlmden Ebristbaum stand und aus das Zeichen wartete. Dieses wurde mit einem Glöckchm gegeben und der Borhang ging in Rucken auseinander. Mir ver-flössen die hundert Gesichter, die aus dem däm-mengen Raum heraufschauten, zu einem großen einzigen, auf dem eine erschütternde, kindliche Andacht lag. Lauter Augen von Kindern, in denen die Lichter des Baumes glitzerten. Und ich sprach die Weihnachtsrede. Ich wußte nicht einmal am nächsten Morgen, was ich gesagt hatte, dmn schon bei der Einleitung: „Liebe Kameraden!" würgte es mich in der Keifte und die ungeheure Stimmung dieser sibirischen Weihnacht überwältigte mich so sehr, daß in meiner Stimme Tränen waren. Ich werbe ihnen halt von der fernen Heimat erzählt haben. S» 1.200.000 — 06.354 }f 30.000 — 17 254 H «00.000 — 9 88.511 99 30.000 — 19.968 >» 300.000— 4.739 )) 30.000* 28L37 >» 250.000 - 68.670 30.000 — 40.407 M 200.000 — m 87.071 .. 30.000 — 53.343 *» 80.000 — 0.837 •9 30.000 — 61.809 H 80.000- 9.277 »♦ 30.000 — 90.845 tf 80.000 - 21.378 j* 30.000 — 92.387 n 80.000- 23.155 30.000*— 93.49" n 80.000 — 75.864 .. 30.000 - 121.720 »» 80.000 — m 93.204 •9 30.000 — ff 123.316 *9 80.000* — 102.192 24.000- ff 31.139 >» 60.000- — ff 5.151 ♦9 24.009 - 37.749 yf 60.000- 10.702 99 20.000-— 7.998 „ 00.000 - t 20.580 99 20.000. 13.241 »1 60.000 — 51.734 99 20.000- 13.325 » 60.000 - 9 93.306 9» 20.000 — 19.159 n 60.000 - s 107.047 >9 20.000* 1VLW ♦» .»0.000 — » 81.328 «9 20.000 — 29.818 »> ..0.000 — e H9-602 __ 20.000*— - 34.584 »» 40.000 — 18.000 9* 20.000*— 36.130 „ 40.000 - ff 34.626 99 20.000*— :«*502 40.000 - 43.252 99 20.000 — 71.761 40.000 — 55.977 9» 20.000 - 66.767 »» 40.000- 89.642 9t 20.000 — 71.752 „ 40.000*— * KX.49X ir,.ooo*— 82.376 und viele andere! 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