Schrift! eitung: «athausgasse Nr 6 l-I-pho» Rt. tl, iutfiurba*. «»«e»ftn»»e: Jdj^a <»t ■itMgmt »rt ®onit- i. geiet-l«se) »»» 11—ltafcr MIX. JionMArtibrn rc rrbrn mchl »nrii — Mtfwu . . . K 0 — «-nii-hrtg . . . . K lt.— Bili« tullanb rrfcibrn sich bu 8e)ng«qcbUtireu um 6« t«t)R« i« IbbrUrOmg. Ar. 40 HtM, Mittwoch, 18. Mai 1910. 3o. Iaörgang. Der Ehrentag des Deutschen Schulvereineo. Man muß sagen ein Ehrentag des deutschen Volkes in Oesterreich! Wenn der Tyrläus des österreichischen Deutschtums, unser Roden Hamerling auS dem Grabe stiege, so würde er sagen, daß wir doch nachgerade ansangen, das „verlorene politische Packet" wiederzufinden. Die Grundbedingung unseres völkischen Daseins aus dem schwer bedrohten Boden dieses Staate» ist und bleibt die Einigkeit und wir können nicht oft genug der herzlichen Freude Ausdruck verleihen, daß die Tagungen unserer Schutzvereine, die Südmarktagung in Linz, wie die SchulvereinStagung in Graz im Zeichen einer so festgefügten, ungetrübten, einer so vertrauensvollen und herzerfreuenden Einigkeit aller der Hunderte deutscher Volksgenossen standen, die sich in liebender Sorge sür ihr VolkStum zu ernster Tat zusammen-gesunden hatten. Die Gchulvere'nStagung in Graz nahm einen so glänzenden Verlaus, daß sie mit Recht als ein Mark-stein in der Geschichte der Deutschen Oesterreichs gelten muß. Von diesem Marksteine, von diesem Jubeltage der deutschen Schutzarbeit kann der Weg nur auswärts führen, zu immer bedeutenderer Kräftigung unseres VolkStumS, Festigung unserer Stellung, auswärts zum Sieg des deutschen Banners, dem in heiliger Begeisterung und in Selbstausopferung und in unermüdlicher Liebe zu folgen jedes deutschen ^Nachdruck »erboten > Kometenwayn und Kometenfurcht. Von Dr. Herre. Der Umstand, das Mitte Mai dieses Jahres, genau am 18. bzw. 19., der Halleyfche Komet aus seiner rund 75 Jahre langen Umlaufsbahn um die Sonne unsere Erdenbahn kreuzt und so in aller-nächste Nähe unseres Planeten kommt, hat bekannt-lich in den Köpfen mancher Aengstlichen und Leicht-gläubigen eine bedenkliche Verwirrung angerichtet, die sich bei einigen sogar bis zur Verzweiflung, ja zum Selbstmord gesteigert hat. Es ist daher wohl an der Zeit, das astronomische Ereignis der Kometenerfcheinung etwas näher zn beleuchten. Unser „himmlische Vagabund" sühn seinen Namen nach dem englischen Astronomen E. Halley — 1656 —1742 —, der im Jahre 1705 die Bahnen der Kometen von 1531, 1607 und 1682 berechnete und die Vermutung aussprach, daß es sich in allen drei Fällen um einen und denselben Stern handle, der gegen Ende des Jahres 1759 wiederkehren werde. Die Voraussage bestätigte sich und war ein glänzender Triumph der astronomischen Wissenschaft. Der Komet aber führt daher seinen Namen nach seinem Entdecker, genauer Berechner. Seine Um-lausszeit beträgt 74einhalb Jahre; er ist bisher 17mal beobachtet worden, zuerst im Jahre 12 vor Christus. Solche Kometen, die nach einer bestimmt berechenbaren Zeit wiederkehren, heißen periodische. Die berühmtesten von ihnen sind die Enckesche mit einer Umlausszeit von .ieindrittel, der' Bielasche mit einer solchen von 6einhalb Jahren usw. Eine besonders prächtige Erscheinung bot der Donatische im Jahre 1858. Er war vom 10. September ab mit unbewaffnetem Auge sichtbar und entfaltete in Oesterreichers Herzenspflicht sein muß. Das wich-tigste Ereignis des Schulvereinstages in Graz war die Beschlußfassung über die Verwendung der Rofeggerstiftung. Die ganze Tagung stand im Zeichen unseres großen Landsmannes und wir Steirer haben allen Grund mit hohem Stolze aus die herrliche Errungenschaft des Deutschen Schul-Vereines im letzten Jahre zurückzublicken. Ueber die Art der Verwendung wurde die Vereinsleitung mit einer Anzahl von Ratschlägen bedacht, die entweder die sofortige Verwendung der gesammelten Gelder in ihrer Gänze oder d»e Kapitalisierung verlangten, so daß nur das Erträgnis der Sammlung verwendet werden solle. Die VereinSleitung hat nun im Einverständ-nisse mit Herrn Dr. Peter Rosegger einen Mittel-weg eingeschlagen und stellte folgende Anträge, die auch angenommen wurden: 1. Die Rofeggerfammlung wird abgesondert vom übrigen Vermögen de» Deutschen SchulvereineS verwaltet. 2. In der Regel sind nur die Zinsen des Kapitals für die Zwecke deS Deutschen Schulvereines zu verwenden. 3. Ausnahmsweise kann jedoch in dringenden Fällen nationalen Notstandes auch das Stamm-kapital angegriffen werden. Hiezn ist ein zustimmender Beschluß des zu diesem Zwecke um zwei Mitglieder aus den Alpenländern zu verstärkenden Aufsichts-rateS notwendig. Diese zwei Mitglieder werden dauernd bestellt. Zunächst hat Dr. Peter Rosegger daS Recht, dieselben zu bestimmen. Andernsalls den letzten September- und ersten Oktobertagen seine größte Pracht. Sein Schweif, der, wie meist, der Sonne abgekehrt war, nahm etwa den vierten Teil des Himmelsgewölbes ein, und Verfasser dieser Zeilen, damals noch ein sechsjähriges Kind, ent-sinnt sich noch genau, wie allabendlich nach Sonnen-Untergang die Bewohner des Städtchens sich auf dem weiten Kirchplatze versammelten und in stummer Bewunderung das unvergleichliche Schauspiel am Himmel anstaunten. Viele Kometen kehren nicht wieder, d. h. ihre Bahnen lassen sich nicht berechnen: sie tauchen plötzlich an irgend einer Stelle am Himmelsgewölbe auf, erstrahlen eine Zeitlang in hellstem Glänze, werden blässer und blässer und verschwinden endlich ganz. Die Frage nach dem Woher? und Wohin? der meisten dieser Kometen läßt sich am besten dahin beantworten: aus der Unendlichkeit in die Unend-lichkeit. Aber ebenso rätselhaft wie ihre Herkunft und ihr Laus ist ihre Beschaffenheit. Sind es Ge-steinstrümmer, Reste früherer größerer Himmelskörper, auf denen vielleicht einst vor Jahrmillionen das Leben ebenso fröhlich und wechselvoll pulsierte wie aus unserem winzigen Planeten. Erde genannt — wer mag es sagen? . . . Nun ist alles erstorben und verdorben, und als ein ungeheurer seelenloser Hausen roher Steine bewegt sich der einstige Him-melskörper im dunken, eisigen Weltraum dahin. Führt ihn feilte Bahn in die Nähe unserer Sonne, so wird er von ihr angezogen, und mit immer größerer Geschwindigkeit fliegt er der senrigen Kugel, der Sonne, zu: je mehr er sich ihr nähert, um so mehr beginnen seine Gesteinsirümmer zu leuchten, und eS entwickelt sich, gleichsam die Bahn markierend, ein Sckweis, bis endlich an einem Punkte seiner Bahn seine größte Sonnennähe erreicht hat; dann werden dieselben durch Zumahl des Aussichtsrate» bestimmt. 4. Die VereinSleitung des Deutschen Schul-vere'neS hat die dem Stammkapital entnommenen Beträge nach Tunlichkeit wieder zu ersetzen. Obmann Dr. Groß teilte mit, daß Rosegger als die von ihm zu bestellenden Mitglieder de« AussichtSrateS die Abgeordneten Dobernig und Wastian bestimmt habe. Rosegger selbst war durch Krankheit verhindert an der Tagung teilzunehmen und richtet an die Versammlung ein Schreiben, dem wir die goldenen Worte entnehmen: „Wir wollen an unseren Sprachgrenzen keine Kriegsfestungen bauen, die Schule ist eine Friedens« bürg! Die richtige — ich sage mit Absicht — die richtige Ausbildung des Herzens und des Charakter« führt zu jener Gesittung, die uns lehrt, daß der Vorfahren Sprache und Scholle eines jeden Volke» unveräußerliches Eigentum ist, an das kein Nach, barvolk frevelnd die Hand legen darf. Nicht anderen zum Trutz, nur uns zum Schutz — das war der Gedanke, mit dem ich das Werk begann und mit diesem Segensspruch möchte ich es auch beschließen. Wenn die Nachbarvölker auch ihrerseits Schulen in diesem Sinne gründen, dann werden die nächsten Geschlechter mit Einsicht und Wohlwollen den un-seligen Nationalitätenhader auflösen und Mittel finden, auch in gemischtsprachigen Ländern, friedlich sich gegenseitig fördernd, nebeneinander zu leben. Die versöhnende Gesittung ist auch der beste Schutz des deutschen Volkes, heute freilich ist das eine sagte man: Er befindet sich im Perihel. Aber der leuchtende Himmelswanderer darf nicht rasten und ruhen. Immer weiter zieht er feine Bahn im un-endlichen Raum, Licht, Wärme. Anziehungskraft nehmen mit feiner Entfernung von der Sonne ab, infolgedessen wird er unserem Auge immer unbe-merkbarer, bis er ihm entschwindet. . . Und der ätherische Wanderer zieht als kalter, licht- und lebloser Trümmerhause im dunklen Weltenraume weiter dahin.....Andere Gelehrte sind der Meinung, daß die Kometen überhaupt keine feste Masse sind, sondern aus Nebel oder Gasen bestehen, die sich, sobald sie in die Nähe unserer Sonne kommen, zu verdichten und zu lenchten beginnen. Die Spektralanalyse, die bekanntlich die Aufgabe hat, nach dem Vorhandensein der Grundstoffe auf den Himmelskörpern zu forschen, hat nachgewiesen, daß es wahrscheinlich glühende Kohlenwasserstoffe sind, die das Leuchten der Kometen verursachen. Die« scs aber wird durch die elektrische Einwirkung der Sonne hervorgebracht. Nach alledem mag man beurteilen, welch törichter Wahn es ist, vom Erscheinen eines Ko« nieten eine Katastrophe für unsern Erdkörper ab-hängig zu machen. Von einem „Zusammenstoße" zu reden, grenzt schon geradezu an — Wahnsinn! „Zusammenstoß" eines testen Körpers — Erde — mit einem leuchtenden Nebel — Gaskörper — oder schlimmsten Falles mit einem über ungezählte Tau-sende von Quadratkilometern im Weltenraum zerstreuten Haufen von Meteoriten — wer will da ernst bleiben? In solchem Falle würden wir höch-stens das wundervolle Schauspiel eines Stern-schnnppensalles von nie gesehener Pracht erleben. Gleichwohl sind die Befürchtungen, die sich an das Erscheinen von Kometen knüpfen, sehr alt, so alt. Svtte 2 Kachi Nummer 40 Utopie, so wie vor einem Jahre die Schutzsammlung noch eine Utopie gewesen, aber sie wird zur Wirk-lichkeit werden. Auf dieser Hoffnung beruht unsere heutige Festesfreude, an der ich vom ganzen Herzen teilnehme. Peter Rofegger, Krieglach, Pfingsten I9l0." Wir wollten, es wäre so, wie es sich der Dichter mit seinem goldenen Herzen vorstellt, allein man mag im Norden Umschau halten, man mag den Gegner im Süden betrachten, so wird man finden, daß auf nationalem Gebiete mit dem slawischen Gegner ein Friede, ein Ausgleich, ein Sichverstehen unmöglich ist und daß auch eine Kulturgcmeinsamkeit, wenn sie bestünde, nicht im Stande wäre, den nationalen Kamps des Slawentums aufzuhalten, der nur in der vollständigen Niederringung des öster« reichischen Deutschtums von der Elbe bis zum Karst sein Ende finden könnte. Wir müssen ausharren, bis der Sieg entgiltig unser ist und zu diesem langen schweren Kampse wird es noch ungeheurer Opfer bedürfen und des einigen ZusammenstehenS aller deutschen Herzen von den Palästen in der Großstadt bis in die Arbeiterquartiere, vom Bürger-hause bis zur letzten Alpenhütte. Daß unser Ringen um die Erhaltung und Stärkung des Volkstums sich so gestalte, dazu finden wir die Lehre und Er-munterung in der Jubeltagung des Deutschen Schul« Vereines, die uns gezeigt hat, welch herrliche Schöpfungen zur Sicherung unseres Volkstums in einem Menschenalter erstehe» konnten. Darum auf, deutsche Volksgenossen, schart euch um das Banner der Schutzarbeit und weiht mit Liebe und Dank euer Herz und eure Gabe unserem wackeren Deutschen Schulvereine! Zur Regelung der Spnichen-frage. So ist denn wieder einmal der Versuch unter-nommen worden, im Rahmen der parlamentarischen Vertretung der Deutschen und der Tschechen zu einer Verständigung in der Sprachensrage zu kommen. Der oft gewählte Weg wurde wieder beschritten und der Versuch gemacht, zunächst durch „unverbindliche" Besprechungen den Boden zu gewinnen, auf dem sich dann die Vertreter der beiden Streitteile zu wie die Menschheit letzterer beobachteten. Und das ist, wenigstens solange es sich um im Naturzustande lebende Menschen handelte, die von astronomischer Wissenschaft keine Ahnung hatten und die Naturer-scheinigungen nur nach ihrem äußern Eindrucke be-urteilten, durchaus verständlich. Wofür man Kometen verantwortlich machte, zeigt folgendes aus einem Büchlein vom Jahre 1690. Da heißt es: „Allerlei Unglück entsteht, wenn ein Komet am Himmel geht: viel Fieber, Krankheit, Pest und Tod, schwere Zeit, Mangel und Hungerszeit, groß' Hitz, dürre Zeit, Unfruchtbarkeit, Krieg, Raub, Mord, Aufruhr, Neid und Streit, Frost, Kälte, Sturmwetter, Erdbeben an manchem End. Solch Unglück insgesamt entsteht, wenn ein Komet am Himmel geht." Wurde schon das Erscheinen eines Sternes von außergewöhlicher Größe und Helligkeit als Vorzeichen irgend welchen bedeutsamen Vorkommnisse« wie Tod, Geburt usw. großer Männer gedeutet, wieviel mehr, wenn ein «omet mit einem langen Schweife, der das Aus-sehen einer Rute hat, plötzlich sichtbar wird! Da. her lesen wir bereits in der Schillerschen Kapuziner-predigt — „Wallensteins Lager" —, wie der wetternde Pater das leichtlebige KriegSvolk aus den Kometen hinweist und zur Buße mahnt: Am Himmel geschehen Zeichen und Wunder, Und aus den Wolken blutigrot Hängt der Herrgott den Kriegsmantel herunter; Den Kometen steckt er wie eine Rute Drohend am Himmelsfenster ans. usw. Und der berühmte Komet von 1311 wurde in ähnlicher Weise gedeutet; als dann im nächsten Jahre — 1812 — das Verhängnis über den Völkerbedrücker Napoleon I. in Rußlands eisigen weiteren Auseinandersetzungen hätten finden — sollen. Die „unverbindlichen" Besprechungen haben stattge-funden und die Parlamentäre haben Mitteilung ge-macht über daS, was sie bisher unternommen hatten und man hat auch in beiden Lagern diese Mitteilung „zur Kenntnis" genommen, also nicht ausdrücklich zurückgewiesen. Damit war es aber auch schon wieder Schluß! Auf tschechischer Seite hat der leise Versuch, zu einer „unverbindlichen" Besprechung in der wichtigsten Streitfrage des Reiches zu gelangen, das tschechische Lager, das bisher geeint schien, wieder auseinander getrieben. Die Tschechisch-Radikalen haben sich losgesagt. Dabei bleibt es aber nicht, denn die Agrarier folgen ihnen sofort, denn ihr Vorschlag, daß nicht nur die böhmische Frage gelöst, sondern aus einen Schlag die nationalen Angelegen-heiten in allen Kronländern geordnet werden sollen, hat doch keinen anderen Zweck, als durch die Last des gesamten Problems der Sprachenfrage in Oester-reich die Keime einer Auseinandersetzung zu erdrücken und zu ersticken. — Diese Erscheinung erhärtet ab.i auss neue die Tatsache, daß. wenn es wann immer zu einem Versuche, den deutsch-tschechischen Sprachen, streit zu bereinigen, kommen sollte, es immer die Tschechen waren, die nichts davon wissen wollten. An schönen Beteuerungen, daß ihnen die Beilegung des Streites am Herzen liege und sie nichts sehnlicher wünschen, als den Nationalitätenkamps, der nicht bloß tvm Reiche, sondern vielleicht weit mehr n^ch dem Lande Böhmen schadet, wenn auch nicht beendet, so doch beengt zu sehen, hat es auf Seite der Tschechen nie gefehlt, wenn cs aber zum Ernste kommen soll, dann gibt cs lauter „wenn" und „aber", und wenn auch diese überwunden sind, schließlich ein brüskes, schroffes Nein! Und wenn dann der Versuch unternommen werden soll, über den Willen der radikalen Elemente hinweg doch zu einer Ver-ständiguug zu gelangen, dann wird mit Pultdeckel und Ratschen das Parlament einfach niedergedonnert! Glaubt bei solcher Sachlage irgend jemand, der sich um die Schaffung leidlicher nationaler Verhält-nisse im Lande Böhmen ernstlich bemüht, tatsächlich daran, daß es möglich ist, dies aus parlamentarischem Wege dnrch Beratungen und Beschlußfassungen im Abgeordnetenhanse zu erreichen? Das ist ausge-schlössen! — Die Tschechen haben längst erkannt, daß sie im Trüben am besten fischen und daß ihnen der größte nationale Ersolg immer dann winkt, je mehr sie das Wasser trübe zu erhalten vermögen. Eine gesetzliche Regelung der Sprachenfrage, die der Exekutive keinen Raum mehr ließe zur Auslegung im Sinne der Tschechen und die auch die Besetzung der Ministerstellen durch Tschechen sehr entwerten würde, trachten die Tschechen unter allen Umständen zu verhindern. — Ans diesem Wege wird es also zu einer Regelung nie kommen. Die Regelung selbst aber ist lange nicht mehr im Interesse der Deutschen Gefilden hereinbrach, da meinten nicht wenige, das sei die Erfüllung dessen, was der Komet verkündet! Aber diesmal soll der „Zusammenstoß" deS Kometen mit unseren Erdenball nichts Geringere» zur Folge haben als die Zerstörung des letzteren, die man kurz als „Weltuntergang" zu bezeichnen pflegt. Wem möchte dabei nicht gruselig werden? Selbst unsere Schuljungen hat sich die „Kometensurcht" bemächtigt, nur daß diese die Sache vou der prak-tischen Seite ansehen und ihr mit einem gewissen Humor ins Antlitz zu sehen wissen. So singen sie z. B. in der Pfalz nach einer eigens erfundenen Melodie frisch draus lo»: Wir brauchen nix zu lernen, Wir leben nicht mehr lang: Am achtzehnten Mai Ist der Weltuntergang! Am neunzehnten Mai Ist alles vorbei! « Wenn's nur wahr wäre, ihr Guten! Aber ich sürchte nur, das Lernen wird weitergehe?, wie seit-her, und der «omet ebenso! Aber wenn'S durchaus nicht anders sein kann, als daß wir von seiner Nähe etwa« spüren sollen, so möge er uns entweder ein gute« Weinjahr bescheren wie anno Elf, wo der „Kometenwein", von Goethe und anderen Poeten als .Eilfer" begeistert besungen, von ihm erzählte, oder er möge uns das glänzende nächtliche Schauspiel eines ungewöhnlich reichen Sternschnup-penfalles bieten, damit die kleinmütige Menschheit wenigstens einigermaßen ftir ihre ausgestandene Todesangst durch ein — Bnllautseuerwerk ohne gleichen entschädigt werde! gelegen. Sie brauchen von ihrem nationalen Stand-punkte an« kein Gewicht darauf zu legen, wie es zum Beispiel mit der Amtssprache gehalten wird. Sie haben ihren Standpunkt im Pfingftprogramme vom 21. Mai 1899, also gerade vor elf Jahren, klar und zutreffend mit den Worten gekennzeichnet: „Durch den Drnck der Verhältnisse gezwungen, bestellen wir unser eigenes Haus! Aber innig verknüpft mit dem Schicksale der Deutschen in Oesterreich ist das Schicksal Oesterreichs selbst. Und wer den Blick auf daS Große richtet, muß für unsere Forderungen noch andere im innersten Wesen dieses Staate« selbst geschöpfte Gründe den unseren hinzufügen." Und so steht e«! Die Sprachensrage zu be-reinigen den Sprachenstreit durch eine Regelung, das heißt durch eine gesetzliche Festlegung des Wirkungskreises der einen und der anderen Sprache einzndämmen, ist keine Angelegenheit, die in das Gebiet dentscher Schutzarbeit sällt, das ist eine Sache der Staatsnotwendigkeit. Von diesem Gesichtspunkte aus ist sie zu betrachten und von diesem Gesichts-punkte auch allein ist die Frage zu lösen. Wenn es nun auf parlamentarischem Wege nicht geht, da man die, so lange sie nicht da war, fortwährend ver-langten Regierungsvorlagen zur Regelung der Sprachenfrage nicht einmal zur ersten Lösung kommen lassen will, so muß es eben auf einem anderen Wege versucht und gemacht werden. Politische Runi>fchuu. Inland. Die Sommersesfion des Parlamentes. Heute nahm das Parlament nach den Pfingst« serien seine Tätigkeit wieder auf. Die Sommersession, die nur bis 8. Juli dauern soll, wird keine beson« deren Aktionen bringen. Das Arbeitsprogramm für die Haussitzungen wird umfassen: den Bericht de« Volksw.rtschaftlichen Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend die Herstellung der Erdölreservoire und sonstige Maßnahmen zur Regelung der Mineralölindustrie. Ferner werden die Berichte de« Justizausschusses über das Rechtspraktikautengesetz und über das Ge-setz über die Aushebung des Instituts der öffent-licheu Agenten und einige Berichte deS Steuer-Au«. schusse« vorliegen. Außer diesen Arbeiten soll allen« salls auch uoch der von der Regierung einzubringende Gesetzentwurs, betreffend die Einführung einer Zündhölzchensteuer, beziehungsweise eines Zündhölzchen-Monopols, zur ersten Lesung gelangen. Ein Teil der HanSsitznngen wird durch die Beratung von Dringlichkeitsanträgen in Anspruch genommen werden. Um dem Budgetausschuß wenigstens Gelegenheit zu geben,^ seine Hauptarbeit zu erledigen, sollen die wenigen HauSsitzungen, die stattfinden werden, nur bis 5 Uhr nachmittags dauern. Sehr fraglich ist es geworden, ob der GefchäftsordnungSansschuß uoch in dieser Session mit der Beratung der Geschäfts« ordnung fertig werden wird. Allen VoranSsichten nach wird das Abgeord-netenhaus somit im Sommer an größeren Arbeiten nur da« Budget erledigen. Deutschfortschrittlicher Parteitag in Prag. Wie verlautet, findet am 22. d. M. im Spiegel« faale des Deutschen Hauses in Prag ein Parteitag der Deutschen Fortschrittspartei in Böhmen statt, an welchem die Reichsrat»- und LandtagSabgeord« neten der Partei sowie die Vertrauensmänner aus ganz Böhmen teilnehmen werden. Deutsche Fahnenweihe in Unterthemenau. Die Einweihung der Fahne der deutschen Schule in Unterthemenau fand am 16. ds. in feierlicher Weise statt. Am Nachmittag wurde ein massenhaft besuchtes Volksfest abgehalten, das einen äußerst gelungenen Verlaus nahm und ohne jeden -Zwischensall verlief. Die tschechischen Ortsbewohner und die aus Grund einer vielwöchigen Verhetzung aus tschechischen Gemeinden Böhmens und Mähreu« herbeigekommenen Tschechen, mehrere Hunderte, ver« hielten sich angesichts der deutschen Kundgebung vollkommen ruhig, so daß das starke Ausgebot von Gendarmen keinen Anlaß zum Einschreiten hatte. Allslawischer Kongreß. Präsident Bobtschew erstattete Bericht über seine Besprechungen mit Dr. Kramar und dem Polen Drnowski in Wien, sowie mit den serbischen ftUMtKt 40 Delegierten in Belgrad. Der Präsident erklärte, das als Tag deS Zusammentrittes des Kongresses end« giltig der 6. Juli festgesetzt wurde und daß der Kongreß vier Tage dauern werde. Die Gruppe DrnowSki, d. h. die Polen, wird nicht teilnehmen ; alle übrigen slawischen Gruppen haben ihre Teil-nähme zugesagt. Die kroatische Wahlreform. Der Landtag nahm bei der Abstimmung die Wahlreformvorlage als Grundlage für die Spezial-debatte an. Ausland. Die Anarchie in der griechischen Armee. Wie EmbroS meldet, mehren sich täglich die Proteste ans dem Heere wegen zwangsweifer Ver-abschiedung von Olfizi-re» durch deo Militärrat. Die Erregung ist dadurch größer geworden, weil der Militärrat fürsMittwoch zu einer neuen Sitzung ein-berufen ist und man glaubt, daß er weitere Verabschiedungen von politisch unbequemen Offizieren vornehmen wird. König Eduard f. In der ..Westminster Gazette" gibt Carl Marshal Herzog von Norfolk den Wunsch deS Königs bekannt, daß am 2J. ds. nm 1 Uhr nach-mittags — es ist die Stunde, wo die Beisetzung des Königs in Windsor erfolgt — im ganzen Lande feierliche Gottesdienste abgehalten werden. Die Kretafrage. Nach Meldungen aus Kanea haben die Kon-fuln der Schutzmächte der Negierung und de» Führern erklärt, daß, falls den mohamedanifchen Inselbewohnern nicht gestattet werde, ihre Depu-tiertensitze in der Nationalversammlung einzunehmen, es für die Kreter sehr ernste Folgen haben werde. — In diplomatischen Kreisen verlantet, die Bemühungen der Kretamächte zielen gegenwärtig auf Zulassung der mohamedanifchen Deputierten in die Kretakammer ohne Eidesleistung ab. Räch einer Information der Pforte, erwägen die Schutzmächte die Wiederbefetzung der Insel, andere Gerüchte er-wähnen die Besetzung der Zollämter. Der Senat verwarf die von der Kammer beschlossene Abän-derung der Verfassung, wonach zwei Drittel der Senatoren gewählt werden sollen und nahm im Prinzipe die Ernennung aller Senatoren durch den Sultan an. Aufstand in Albanien. Der Berichterstatter der „TimeS", der seit einigen Tagen im türkischen Hauptquartiere weilt, ist zur Ueberzeugung gekommen, daß man bisher die Widerstandsfähigkeit der albanesischen Aufständischen überschätzt habe. Der Berichterstatter machte einen Patrouillenritt kürkischer Truppen aus Priz-rend mit, 60 Kilometer über die Front der tür< kischen Hauptstellnng hinaus. Aus dem ganze» Ritte fiel kein Schuß und er sah kein Gewehr, außer in den Händen der türkischen Soldaten. In vielen Orten, die sie durchritten, hatte die Bevölkerung weiße Fahnen gehißt zum Zeichen der Unterwerfung. Die Niederwerfnng des AufstandeS sei nicht in un« menschlicher Weise erfolgt und seien nur wenige Häuser zerstört worden. DaS Kommen des Kriegs-Ministers habe nur den Zweck, die Verhandlungen mit den Albanesen-zn regeln, die de» Kriegsminister besonders gut kennen. Wie der Berichterstatter des „Daily Telegraph* erfahren haben will, seien den Türken mehrere Archive in die Hände gefallen, aus dennen hervorgehe, welche Personen eigentlich hinter der ganzen Bewegung stünden. Die nötigen Hast-befehle feien bereits ergangen. Aus Sludl und Land. Cillier Gemeinderat. Am Freitag, den 20. Mai um 5 Uhr nachmittags. findet eine ordentliche öffentliche Ge-meiudeausfchußsitzung mit folgender TageSordnnng statt: Berichte des R e ch t S a u S s ch n s s e S über: l. eine« Amtsvortrag wegen Erlassnng einer Ans-ziehor^nung für die Stadt Eilli, 2. die Eingaben wegen Znerkennuug des Heimatsrechtes, betreffend : den Maurer Franz Koschetz. die Bedienerin Julie Wesenschet und den Bahnarbeiter Josef Seniza; 3. einen Amtsvortrag wegen Wahl eines Vertreters der Stadtgemeinde Eilli für die Gemeindewahlen in Tüchern und 4. daS Ansuchen der Gabriele Gsund Deutsche Wacht um Bewilligung zum Einleiten elektrischer Krast zum Betriebe ihres Klavieres in ihrem Gasthause. Verichte des B a u a n s s ch n s s e S über einen AmtSbericht betreffend die Einführung des Müllab-fuhrsystemes in der Stadt Eilli und einen Amts-vortrag betreffend den Lichtgraben beim Landwehr-m,rodenhaus. Berichte des Finanzausschusses über: l. die Eingabe des Alexander Kruschitz betreffend den Ankauf deS WaldhauseS; 2. die Ansuchen der FranziSka Walentfchak und des Franz Fuchs um Er-höhung der Rauchfangkehrpaufchale; 3. eine» Amts-vorlrag wegen Erhöhung der Kanalreinigungskosten; 4. ein Ansuchen um Bewilligung eineS Unterstützung«-beitrages für die deutsche Volksschule in St. Leonhard in W.-B. und 5. eine Eingabe des WirtschaftSver-bandes in Wohnungsangelegenheiten. Bericht des Gewerbeausschusses über: 1. eine Eingabe des Karl Goritschar um Buch-handlungSkonzession; 2. ein Ansuchen der Anlonia Traun« um Trödlerkouzessio»; 3. daS Ansuchen des Vereines Deutsches Hau« um Bewilligung der GasthauSverpachtnng an Eduard Mayrhofer und 4. ein Ansuchen der Fran;iSka V'ditz un Stand-Platzbewilligung. Ernennung. Der Bezirkskommiffär Herr Ferdinand Z o s s a l in Eilli wurde zum Statthaltern« fekretär ernannt. Auszeichnung. Dem Landesfanitätsrefe-reuten in Graz. Statthaltereirat Herrn Ludwig P o s s e k wurde der Orden der eisernen Krone 3. Klaffe verliehen. Vom Landesschulrate. Die sünfklassige Volksschule in St. Andrä-LeSkowetz wurde zu einer sechsklassigen erweitert. Die formell befähigten ArbeitSaushilsSlehrerinnen Johanna Steinbauer iu St. Martin l. S. und Anna Germovfek, geborn« Eizek in Peilenstein wurden zu ArbeitSlehreriunen bestellt. vom politischen Kanzleidienste. Der Bezirkssekretär Franz Viditz wnrde von Windisch-graz nach Graz übersetzt. Cillier Militäroeteranenverein. Am 26. Juni d. I. veranstaltet der Cillier Militärve-teranenverein zu Gunsten eines in Cilli zu errich-tenden Versorgungshaufes für erwerbsunfähige Ve-teranen ein großes Volksfest. Zu diesem Feste hat der Verein die vollständige Kapelle des 27. Jnf.-Reg. verpflichtet. Die Festordnung ist in kurzem folgende: Am Vorabende den 25. Juni findet im Deutschen Hanse ein Konzert der genannten Kapelle statt. Am 26. nachmittags marschieren die Veteranen mit ihre» auswärtigen Gästen unter klingendem Spiele durch die Stadt auf die Festwiese, wo das Volks-sest mit Konzert nnd verschiedenen Volksbelustigungen stattfindet. Dieses Volksfest ist in großem Stile ge-plant und der Festausschuß ist bereits wacker an der Arbeit. Steuerbeamtentage. Wie in ganz Oester-reich, so wird anch in Steiermark Sonntag den 22. d. M. der 2. österreichische Steuerbeamtentag abgehalten. In Steiermark tagt dieser an drei Orten und zwar: In Graz mit dem Beginne um 10 Uhr vormittag im GemeinderatSsaal?; in Leoben mit dem Beginne um 2 Uhr nachmittag im Hotel Gärner; in Cilli mit dem Beginne um 11 Uhr vormittag im Hotel „zum Mohren". Röntgenstrahlen-Untersuchungen. Ueber Einschreiten der hiesigen KrankeuhauSverwaltung hat der steiermärkische Landesansschuß gestattet, daß im Cillier Krankenhause auch solche Personen, welche die Spitalspflege nicht aufsuche», mit dem dortigen Röutgen-Apparate gegen Entrichtung einer kleinen Gebühr untersucht werden können. Der Apparat gelangte vor kurzem zur Ausstellung und entspricht allen Anforderungen. Hiedurch wurde einem lange gehegten Wunsche entsprochen. Futzballwettspiel Cilli — Graz. Wie schon gemeldet, findet am Sonntag den 22. d. M. ein Fußballwettspiel zwischen der Fußballmannschaft des Cillier deutschen Athletiksportklubs und der zweite» Mannschaft des Grazer Athletiksportklubs statt. DaS Interesse, das sich in der fportfrennd« lichen Bevölkerung unserer Stadt knndgibt, ist ein bedeuteudes, zumal man von den Gästen, welche zur Zeit die beste Maunschast in den Alpeuländeru repräsentieren ein hübsches, spannendes Spiel er-wartet, die junge, kurz zusammengespielte Mann-schast der Cillier wird eine harte Arbeit haben nm einen für sie ehreuvolleu Ausgang des Spieles zu erzwingen. Das Wettspiel findet auf der Festwiese bei jeder Witterung statt und beginn« Punkt 5» Uhr Seite 3 nachmittag. Karten im Vorverkauf sind im Cafe Merkur und bei den VereinSmitgliedern zu haben. Du sollst die gebotenen Fasttage halten! In einer Schule des Bezirkes Umgebung Graz trug sich, wie die „Pädagogische Zeitschrift" meldet, dieses zu. In einer Rechtschreibstunde am Freitag wurde mit anderen Wörtern auch das Wort Geselchtes ans die Tafel geschrieben. Es kommt der Katechet in die Klaffe, wirst einen scheelen Blick aus die Tafel und sieht — o Schreck! — das erwähnte Wort. „Wer hat das Wort geschrieben?" Der Täter meldet sich bescheiden, ohne an daS an-gerichtete Unheil zu denken. „Ablöschen!" donnert der Katechet; „wißt ihr denn nicht, daß heute Freitag ist?" So geschehen im Jahre des Heils 1910. Deutscher Schuloerein. In der Zeit vom 28. bis zum 4. d. M. sind K 4033 43 als Speu« den eingegangen. Hievon haben gesandt: Steiermark (Gemeinde Wildon) 20 K. Kärnten K 33-36, Küstenland K >0.—, Salzburg K 78'—, Ober« Österreich K 116-86, Niederöfterreich K 127-53, Wien K 37 —, Böhmen K 2042 97, Mähren K 1497-54, Schlesien K 25—, Buchenland K 13-17; aus dem Deutsche» Reiche (Baiern) sind 12 S gekommen. 10.000 Kronen für die Rosegger-Stiftung. Die Wiener Burschenschaft „Liberias", die in diesen Tagen das fünfzigjährige Stiftung»-fest begeht, entsandte am 9. Mai nach den Ans-fahrten zur Universität und Technik ihren Sprecher Jur. Gustav Turner und die A. H. A. H. Ober, bergrat Dr. Danger und Dr. Reichsritter von Sammern in die Kanzlei des Deutschen Schul-Vereines, um dort einen der Rosegger-Stistting gewidmeten Betrag von >0.000 Kronen zu über-reichen. Ein herzliches Heil dieser vorbildlichen Tat deutscher akademischer Jngend! Rad- und Kraftfahrer seien anläßlich des FrühlingSeinzuges aus die zahlreichen Borteile aus« merksam gemacht, die ihm die Mitgliedschaft im heimischen Ganverbande 36, Steiermark mit Kärnten, des Deutschen Radfahrer» Bundes bietet. Diese Vorteile umfassen alles, was das Rad- und Krastfahren nützlich und angenehm macht lind die Anhänger dieser Sportzweige vor den diesen eigentümliche» persönlichen Fährlichkeiten (Unfälle, Haftpflicht) sichert. Aus diesem Grunde sind die Darbietungen sowohl sür VergnügnngSsahrer, als auch für diejenigen, die das Rad oder Kraft-fahrzeng in ihrem bürgerlichen Berufe beuützen, von gleicher Wichtigkeit. Es sollte daher kein Fahrer versäumen, sich über die gebotenen Vorteile, deren halbwegs vollzählige Aufführung an dieser Stelle der Raum verbietet, näher zu unterrichten. Ein diesem Zwecke dienendes Verzeichnis wird deutschen Rad- und Kraftfahrern, fowie -Fahrerinnen in Steiermark und Kärnten ohne jedwede Verbindlichkeit für den Empfänger unentgeltlich und postfrei zugesendet. Man wende sich darum (Postkarte genügt) an die „Verwaltungsstelle des Deutschen Radfahrer-Bundes, Gau 36, in Graz, Steyrergaffe 103 (Elektrische Zentrale). Totschlag oder Notwehr? Am Pfingst- montag gerieten in Trifail in einem Gasthanse der Besitzer RoSek, ein berüchtigter Ranfer mit dem Bergarbeiter Stampfer in einen Wortwechsel, der in eine Balgerei ausartete. Bei derselben wars BoSek den Stampser zu Boden und würgte ihn. Stampfer zog sein Taschenmeffer und stach den Bosek in den Hals. Bosek, der eine Durchtrennung der Halsschlagader erlitt, gab in wenigen Minuten seinen Geist aus. Der Täter wurde in Hast ge-nommen. Großer Brand in Kötsch. Gestern brach in Kötsch bei Marburg «in furchtbarer Braud anfl, dem in kaum einer Viertelstunde zehn Objekte zum Opser fielen. Der Brand kam im Wirtschaftsgebäude des Ludwig Retschnigg dadurch zum Ausbruche, daß der fünfjährige Sohn Ludwig Retfchnigg deS genannten Besitzers in einer Streuhütte mit Zünd« Hölzchen spielte. Es ist höchstwahrscheinlich, daß daS Kind, nachdem e« die Flammen um sich aufzüngeln sah, durch die Hiutertür der Scheune flüchten wollte. Die Scheuuentür war aber verschlossen. Hier konnte das Kind nicht durch und hinter ihm brannte es bereits in hellen Flammen, so daß eS auch nicht mehr zurück konnte nnd so iu den Flammen umkam, aus denen eS später als ver-kohlter Leichnam hervorgezogen wurde. DaS Feuer sprang infolge des herrschenden großen Sturmes aus daS Wirtschaftsgebäude des Juritsch über, das vou den, des Retfchnigg durch einen breiten Garten mit hohen Obstbäumen getrennt ist. Hier griff eS Seite 4 Deutsche Wacht Nummer 40 auf das Stallgebäude und ein zweites Wirtfchafts-gebäude deS Anton Wernig über. Wenige Minuten später stand auch das Wohngebäude deS Anton Wernig und das Wohn- und Wirtschaftsgebäude deS Johann Sernetz in Flammeu. Fast gleichzeitig brannte auch schon das Wirtschaftsgebäude des Franz Retfchnigg und deS Franz Hergonth. In einigen Minuten staub die halbe Ortschaft in Flammen. Außer der Marburg» Feuerwehr, die mit Dampf-spritze ul'd einem Löschtrain sogleich ausgerückt war, warm in kurzer Zeit auf dem Brandplatze erschiene» die Feuerwehreil von Kölsch, HanS am Bacher», Roßwcin, Rotwein, Poberfch, dann die Feuerspritzen von Wochdu nnd RogeiS. Die Wehren mußten sich auf die Rettung der übrigen Gebäude beschränken, was ihnen durch Ueberschüttuug derselben mit Wasser daS ihnen zum Glücke zu Gebote stand möglich war. Der Sturm kam von Süden; hätte er nach Osten umgcschlageu, wäre das ganze Dorf samt der Kirche in Flammen ausgegangen. Mit den Gebäude» sind viele Futtervorräte, Einrichtungsstücke und Bieh verbrannt. Die Objekte waren nur teilweise versichert. Bei der Rettungsaktion wurden auch zwei Personen schwer verletzt. Hausfrauenschule. Heut: Mittwoch bat die Vorsteherin der österreichischen DauShaltuugS-schulen Frau von Sprung ans Wien im Beisein der hiesigen Vorsteherin Frau Leopoldine R a k u f ch die HauSfraueuschule einer eingehenden Besichtigung unterzogen und sich über den stand der Schnle sehr lobend ausgesprochen. Steinbrücker Schützenklub. Am 13. d. M., abends 8 Uhr, fand im großen Saale der Südbahnrestauration das Königspreisfchießen, sowie die Bestverteilung vom abgelaufenen Schießjahre an die vier besten Schützen des Vereines statt. Der Oberschützeumeister Herr Südbahningenieur Hawa eröffnete de» offizielle» Teil des Abe»dS. Er begrüßte die vollzählig erschienenen Schützen mit einem krästize» Schützenheil, hieß inSbesonderS die aus Tüffer und Hrastnigg erschienenen Damen herzlichst willkommen, als auch die eingetroffenen starken Abordnungen von Cilli. Tüffer, Hrastnigg und Lichtenwald. Der Oberschützenmeistcr entrollte nun in ansführlicher Weise den Bericht über daS abgelaufene Schießjahr, beglückwünschte den neu anSzuzeichuenden Schützenkönig, sowie die anderen besten Schützen. Mit großer Befriedigung konnte er mitteilen, daß das abgelaufene Schießjahr au Ergeb-nissen reich war und wünschte mir, es möge Ang' nnd Hand fürs Vaterland auch seruerhin stark erhalten bleiben. Man ging jetzt zur Verteilung der Beste. Den ersten Preis, das wandernde Herr-liche KönigSabzeichen erhielt Herr Postassistent Koffär (Steiubrück); den zweite» Preis, ein herrlich graviertes goldenes Medaillon, Herr HeizhanSches Ingenieur Lauter (Steinbrück); den dritten Preis, ein wundervoll graviertes silbernes Zigarettenetui Herr Dentist Hoppe (Cilli); den vierten Preis, ein in wunderschön ausgeführter Umrahmung gehaltenes Goldstück 10 K, Herr Ingenieur Harbich (Steiubrück). Auch der anderen Schützen gedachte man mit sehr schönen kleinen Andenken. Bei dem zu Ehren der Gäste veranstalteten Bestschießen für die Dame» und Herren erhielten Frau Pirker und Frl. Drolz aus Tüffer Preise. Von den Herren erschossen sich Preise k. k. Richter Schelley, Herr Winkle und Hank aus Lichtenwald. Herr Doktor Wiener, Südbahnkommissär aus Trieft, hielt einige schwungvolle humoristische Tafelreden, welche vom Oberhaus ebenfalls humorvoll erwidert wurden; und fo währte das herrliche Schützenfest in froher Laune bis zn den Morgenstunden. Für Küche nnd Trank sorgte der Südbahnrestaurateur in bester Weise und erntete allgemeines Lob. Heil den Schützen! Wann ist der Halley'fche Komet ficht-bar? Im „Berliner Lokalanzeiger" beantwortet diese Frage Lizentiat Otto Schrader sür die Zeit, da er am Abendhimmel erscheint (19. bis 30. Mai) mit einer Zusammenstellnng, der wir entnehmen, daß am 19. d. M. die Sonne nm 7 Uhr 58 Mi-nuten und der Komet um 8 Uhr 37 Minute» untergeht. Diese Zeiten verschieben sich bis zum 25. d. M. derart, daß der Sonnenuutergang um 8 Uhr 7 Minuten, der Kometennntergang nm 11 Uhr 27 Minuten erfolgt. Am 30. d. M. geht die Sonne um 8 Uhr 13 Minuten, der Komet um II Uhr 38 Minute» unter. Diese Angaben sind zunächst sür Berlin ausgestellt, doch gelte» sie a»ch annähernd sür unsere Gegenden. Die Hand zerfetzt. Donnerstag nachmittags ka»l der Kenschler Karl Ferk anS Unter-Wölling, Bezirk Radkersburg, wegen eines BackhuhueS um seine rechte Hand. Eine Krähe hatte sich ein kleines Hühnlein zu gute kommen lassen, waS den Keuschler sehr erregte, daß er beschloß, sich an dem Täter zu rächen. Er lauerte mit seinem Gewehr auf den Feinschmecker und als er kam, war daS Unglück geschehen. Beim Abfeuern zerbarst in der Mitte daS Gewehr und zerfetzte seine rechte Hand derart, daß ihm diese im allgemeinen Krankenhause in Radkersburg abgenommen werden mußte. Ein Rofegoerbaustein der Marburger Kaufmannschaft. Die unter Marburger Kaus« leuten eingeleitete Sammlung behnss Zeichnung eines Rosegger Bausteines ist vollendet. Die 2000 Kronen wurden voll eingezeichnet. Es ist dies der einzige an der Sprachgrenze ausschließlich von Kaufleute» gezeichnete Baustein. Jenen Herren, die sich um daS Zustandekommen dieses Bausteines der Marburger Kaufleute besonders bemühten, sowie allen Teilzeichnern gebührt die herzlichste Aner-kennuug für ihr warmes Fühlen und für ihre Opferfrendigkeit. Der Liebesroman eines Kaplans. Wie man der „Tagespost" ans dem Unterland« mitteilt, soll ein jnnger Kaplan nach zehn Tagen seines geistlichen Wirkens am 8. Mai »ach dem Gottesdienste mit seiner Geliebten nach Amerika ausgewandert sein. Geldwechsel durch die Gastwirte. Dem Landesverband für Fremdenverkehr in Steier-mark sind von Fremden, die Steiermark besuchten und sich über die Schönheiten des Landes in sehr schmeichelhafter Weise äußerte», Beschwerden zuge-kommen, daß beim Umwechseln fremden Geldes dnrch daS Kelliierpersoiial ungebührlich hohe Abzüge gemacht werden. Solche Vorgänge führe», uament-lich bei den deutsche» Fremde», welche an Komfort, Entgegenkommen, Freundlichkeit und Reellität der Gasthofbesitzer und Restaurateure gewohnt sind, eine Verstimmung herbei, die de» VergnügnngS-reisenden Lust und Liebe zum Wiederkommen ver-dirbt. ES werde» daher alle Hotel- und Gasthos-besitze? im Interesse des guten RufeS unseres Landes nnd einer gedeihlichen Entwicklung des steirischen Fremdenverkehres ersucht, auch dieser Sache ihr besonders Angeiimerk zuzuwenden. Um allen Unzukömmlichkeiteu beim Geldwechsel vorzu-beuge», empfiehlt es sich, die vom Postsparkassenamte offiziell aufgelegte GeldumrechnnngStabelle, welche um den Betrag von 30 Hellen« bei den Postämtern zu haben ist, anzuschaffen. Empfehlung eines Turnbuches. Auf das Erscheinen deS TurnbucheS „Der Turnunterricht", entwickelt ans den natürlichen BewegungSformen, ein Ratgeber sür das Turnen i» Schule und Verein, zugleich ein metbodisches Hilfsbuch für Turnlehrer an Seminarien usw., von Fritz Eckardt, Dresden 1908. Alwin Huhle. Preis gebunden 2 Mark L5 Pfg., wird die Lehrerschaft der allgemeine» Volks- und Bürgerschulen, sowie die Lehrkörper der Lehrer-und Lehrerinnenbildungsanstalten, mit deutscher Unterrichtssprache, behufs dessen all fälliger Anschaffung mit Ministcrial-Erlaß vom 15. Februar 1910, Z. 2323, aufmerksam gemacht. Hochenegg. (SchulvereinSseier.) Auch hier wurde in der deutschen Schule das 30jährige Wiegenfest des De»tschen SchnlvereineS festlich begangen. Erschienen waren die Schuljugend mit dem Lehrkörper, der SchulvereinSkindergarten mit der Kindergärtnerin und von der Marktbevölkerung die Mitglied« der Familie Stallner-Hanser. Friedrich Gras von Nenhaus hat sein Fernbleiben schriftlich entschuldigt und bedauert, der Feier nicht beiwohnen zu könne». Die BortragSordnuug bestand aus einem Biolinvortrag mit Harmoniumbegleitung, der vom Oberlehrer Sernetz gehaltenen Festrede, fünf Deklamationen völkischer Gedichte und einem nationalen Liede. Es herrschte nur einstimmiges Lob über das Gebotene und die prächtige Ausschmückung deS Lehrzimmers. An den Deutschen Schulverein wurde auch ein Drahtgruß zu seinem Wiegenfeste gesendet. Markt Tüffer. (Lau dbriefträ gerdien st,) Mit 16. d. M. wurde beim Postainie in Markt Tüffer der Landbriefträgerdienst sür die Orte Tousto, Doblatina, Riffnigozd, Taucenlez, Werstnik und Jagoditsch mit wöchentlich einmaliger Zustellung (Mittwoch) eingeführt. Dagegen werden die bisher Montag», Mittwochs nnd Freitags vom Landbrief, träger begangenen Orte Zikovoa, Ojstro, Padresch, Reka, Podvin, Teutsche, Lahombl, Slopitz, Harje, Bukovje Maria-Graz, Radoblje und Lahomschek ab 16. d. M. nur Montags und Freitags begangen werden. Tüffer. (Verschönerungsverein.) Am 11. d. fai d im Gasthose der Frau Henke die Haupt-Versammlung des Tüfferer Verschönerungsvereines stat'. Der BereinSobmann Herr Dr. Mravlag ließ zu Beginn der Versammlung den TätigkeitS-bericht des Vereines und des MuseumSausschusieS verlesen. Die Kassegebarung ergab im Vereine einen Kasserest von 1362 K 60 h und im Museum einen solchen von 55 K 44 h. Es wurden die im Laufe des JahreS durchzuführenden Arbeiten besprochen und in die VereinSleitung gewählt die Herren: Dr. A. Mravlag Obmann, Josef Drolz Stellvertreter, Boh. Falta Säckelwart, Direktor Karl Balentinitfch Schriftwart Ad. Weber, Dr. E. Schwab, Gustav Kottiiauer und Karl Hermann als Ausschüsse, Matthias Hötzl und Georg Beiiedek als Rechnung?-Prüfer. In den MufeumSauSschuß wurden gewählt die Herren Direktor Karl Balentinitsch, Landes-gerichtSrat Hubert Wagner, Lnd. Pohl und Oberstaatsanwalt i. R. Gustav Kottnauer. Schließlich wurde den Spendern von Subventionen, wie auch der VereinSleitung und dem MuseumSanSschufse der Dank ausgesprochen. Trifail. (Beigelegter Ausstand.) Am SamStag drohte ein Teil der Arbeiterschaft der Kohlenwerke in Ausstand zu treten. Den Anlaß hiezn gab die Entlassung älterer Arbeiter. ES wnr-den alle Vorkehrungen getroffen; die Angelegenheit wurde aber gütlich beigelegt. Rohitsch - Sauerbrunn. (Personal-Nachricht). SanitätSrat Dr. I. Hoisei hat . Sonntag seine brunnenärztliche Tätigkeit in Rohitsch-Sauerbrunn wieder aufgenommen. Rohitsch. (Frühlingsliedertafel des M ä n n e r g e f a u g v e r e i n e s.) Sonntag den 8. ds. veranstaltete der Männergesangverein Rohitsch seine Liedertafel, die von allen Schichten der Be-völkernng besucht war. Auch au» Cilli erschien eine Abordnung deS Mäunergesangvereine«. Zum Bor-trage gelangten fast ausschließlich neue Chöre, die von den Sängern recht wirkungsvoll dargeboten wurden. Besonders gut gefiel das vom Chormeister des Vereines Herrn Dr. Schuster vertonte Kern-stock'fchc Gedicht „Ein fein deutsch Reiterlied". Die Klavierbegleitung zu einigen Chören lag in den bewährte» Händen der Fra» Bezirksrichtersgattin Zangger und deS Herrn RechtSanwalleS Dr. Fritz Zangger aus Cilli. Frau Olga Stoinschegg an» Sauerbrunn stellt? sich nach dem Konzerte mit einigen Vorlesungen in steirischer Mundart ein, die ihr meisterhaft gelangen, wofür sie auch mit über-reichem Beifall bedacht wurde. Der Berein unter-nimmt im Monate Juni einen Ausflug nach Gauer-brunn und wird im Hotel „Sonne" einige Chöre zum Vortrage bringen. Windischfeistritz. (Verschiedenes.) In der Pfarrkirche zu Maxau bei Windischfeistritz wnrde Montag den 9. Mai vormittags Fräulein Juliane Mahoritsch, Gasthausbesitzerstochter, mit Herr» Karl Aubel, Realitäteubesitzer in Sankt Lorenzen W.-B. getraut. Die Trauzeugen waren: für die Braut Herr Josef Mahoritsch, Gastwirt in Pölifchach, für den Bräutigam Herr Konrad Neu-hold, Gastwirt in Windischfeistritz. — Der hiesige Gerichtsbeamte Ragusch sprang Donnerstag abends aus dem Fenster und verletzte sich derart, daß er ärztliche Hilf: in Anspruch nehmen mußte. Er erlitt am Kopfe nicht unbedeutende Wunden. — Der BerschöuerungSverein, dessen Aufgabe eS ist, unser Städtchen zu verschönern, hat mit nicht unbedeu-tenden Opfern den GerichtSpark hergestellt. Noch kaum haben die Pflanzen recht Wurzel gefaßt, so muß man die unliebsame Wahrnehmung mache», daß an den Parkanlagen Frevel getrieben wird. Trotz wiederholter Anzeiae bleibt der Verein ohne Schutz. Die Wachmannschaft sieht einfach nichts, trotzdem ihr Prämien für jede Anzeige ausgesetzt wurden. Hühner und andere» Geflügel treibt sich herum und vernichtet die zarten Wurzeln. Ja tag-lich kaun man beobachten, daß Schweine (!) im Parke weiden. Ist eS ein Wunder, daß die Vereins-anwälte müde werden nnd jede Unterstützung ver-sagen?' Es wäre sehr wünschenswert, daß die Ge« meindevertretniig endlich einen Beschluß fassen würde, mit welchem das Weiden von Schweinen auf Straßen und öffentliche» Plätzen untersagt wird. Die Hühner machen selbst den Stadtplatz zu einem au»gespro-cheiien Hnhnerhos. Die Hühner nnd anderes Ge-flügel gehören nicht auf Straßen! Das Lokal-Museum. Am er au Krinnernnge« au öie PimerzeU s» überreiches Museum ist an Donnerstag,» ,»» Souutafl.» von 9—1 Zlhr geöffnet, a» ander«, !>»r V«che von l0—12 Mßr. Die cht» trittsgeökyr beträgt 20 Keiler. stummer 40 Sartre «rite 5 Volkswirtschaft. (Die Zunahme in der A uSwa n d eru ng über Trieft.) Im Mouilte April sind von Trieft: 1841 Auswanderer nach Nordamerika und 155 Aus-wandere? nach Südamerika, zusammen 1996 Aus-wauderer. abgereist. In demselben Monate des Vorjahres waren: 89t) Auswanderer nach Nord« amerika und 868 nach Südamerika, zusammen 1758 Auswanderer, von Trieft abgefahren. Im Gesamt-verkehr des Monate« April ist also eine Zunahme von 236 Personen gegenüber dem Vorjahre zu ver-zeichnen. Sämtliche Passagiere nach Südamerika und fast alle Passagiere nach Nordamerika sind mit der Austro-Amer'caua befördert worden. Schrifttum. Ratschläge und Winke für die Tätig, keit in deutschen Vereinen und Schutz-Vereinsortsgruppen. Für den praktischen Ge-brauch zusammengestellt von Dr. Moriz TopolanSky. Unter diesem Titel ist soeben im Verlage des Lese-und Redevereines deutscher Hochschüler in Wien „Germania" eine Broschüre erschienen, welche daS österreichische Vereins- und Versammlungsrecht in allgemein verständlicher Weise darstellt und auch sonst dem Vereins» und Leitungsmitglied mit gutem Rat ou die £anb geht. DaS Büchlein enthält unter an-derem eine sehr schätzenswerte Tabelle über die Ein» gaben an Behörden und zahlreiche Muster für die Abfassung von Schriftstücken und die Führung von Protokollen nnd Büchern. Der Name deS Verfassers, eines tüchtigen, und erprobten Vereinspraktikers. bürgt für die Güte der Arbeit, zu dereu Anschaffung jedermann geraten werden kann, der nur irgendivie sich in Vereinen betätigt oder sich über diese Be-tätigung unterrichten will. DaS Büchlein ist zu be-ziehe«, gegen Voreinsendung von 60 Hcller, einschließlich Porto, direkt vom Verfasser: Dr. Moriz TopolanSky, Wien, 1., IohanneSgafse 2. Deutscher Klub. Deutsche Volksgenossen! Nach jahrelanger freudig geleisteter Arbeit und Dank der opferwilligsten Beihilfe national bewußter Volksgenossen ist der Bau deS Deutschen Hauses bi» zur Vollendung gediehen. Die prächtigen Räume de« stolzen Baues sind ihrer Bestimmung übergeben worden. Freigemute«, frische«, völkisches Leben ist in da« Haus eingezogen, da« für da« ganze deutsche Eilli und alle Freunde dieser Stadt, für die deutschen Vereine, für alle Schichten der deutschen Bevölkerung bestimmt ist, al« Heimstatt deutschen geistigen Streben« und deutscher Leben«freude. al» Pflegestätte deutschen Wesen« in den Südmarken de« deutschen Gebietes. Das Hau« ist erstanden durch rühmenSweHe Leistungen an Geld und Gut und Arbeit, bei denen deutsche Einigkeit und Brüderlichkeit herrlich zu Tage traten. Jetzt gilt e« da« Geschaffene zu erhalt«» al» stolze« Bild völkischen Leben«, al» Sammelpunkt aller Deutschen au« nah und fern, so daß jeder deutsche Volksgenosse mit aufrichtiger Freude und mit Begeisterung die herrlichen Hallen betritt. Da« Deutsche Hau« so zu erhalten, daß e« unser aller Stolz und Freude ist, da« Leben im Deutschen Hause so zu gestalten, daß e« da« völkische und wirt-schaftliche Gedeihen Deutsch Eilli« in bedeutungsvollem Maße fördert, da« ist ein« Ehrenaufgabe für die Deutschen Cilli« und aller Deutschen, die treu zu Cilli stehen! In erster Linie obliegt diese Ehrenpflicht den deutschen Bewohnern Cilli«. E« gibt wenig« Städte auf deutsch«? Erde, in welchen die nationale Opferwil-ligkeit so sehr die Gesamtheit b«seelt, wie unser kämpf-umtoste«. allezeit siegreiche« Cilli, wo in bewunderungö-würdiger Weise arm und reich, hoch und nieder freudi-die schwersten Opfer bringt am Altare de« deutschen Volkstum« und auch für da« Deutsch« Hau« Opfer ge-bracht wurden, die der Bewunderung und dauernden Danke« wert sind. Deutsche Cilli«! An diese bewährte Opferwillig-keit, die unserer Stadt so viel Segen gebracht und ihr in allen deutschen Landen einen ehrenvollen Namen gemacht hat, appelieren wir. Da« Deutsche Hau« bedarf dringend Eurer Opfer e« stellt an eure Leistungsfähigkeit, an Eure Heimat-liebe und Euren gesunden nationalen Sinn hohe An-forderungen, höhere, al« sie je an Euch herange-treten sind. Wahret und heget Euer schönstes Kleinod: Das Deutsche Hauö! Trage jeder nach seinen Kräften sein Scherflein hin zum Deutschen Hause. Werd«t Mitglieder, Gründer, Stifter de« Vereine« Deutsche» Hau«, strömt in Scharen in die schönen Räume — kurz vereinigt Euch in liebender Sorge um diese« stolze Werk, da« unserer Stadt und dem ganzen Vaterlande zur Zierde und Ehre gereicht. Seid in diesem hehren Ziele ein einig Volk von Brüdern! Jeder tue seine Pflicht, keiner bleibe zurück? Heil Cilli immerdar! Ter Ausschuß des BtlkillkS Deutsches Haus, Cilli Anmerkung: Spenden und Beitrittserklärungen werden vom Zahlmeister Herrn Josef Jirmcr. enl-gcgengenonnnen Hingesendet. 3agrn Sie es Niemandem, verehrte Hausfrau, oder nur Ihren besten Freundinnen, daß Ihre Parketten nur durch die Verwendung der echten Eifenftädter'ichen „Mollin'-Pasta einen so herrliche» spiegelnden Hochglanz zeigen. „Mollin"-Pasta ist in jeder größeren Material-, Färb- und Spezereiwaren-Handlung vorrätig. Alleinige Erzeuger: Lackfabrik Ge-brüter Eisenstädter, Wien, IV/I. Man achte genau auf die Schutzmarke .Eiserner Ritter", welche auf jeder Dose ersichtlich ist. Moderne Hautpflege. Ein schöner reine Teint wird besonder» von dem zarten Geschlecht mit Recht al« ein wertvoller Besitz geschätzt. Wer ihn aber nicht hat, sondern mit unreiner Haut kämpfen muß, wird gewiß gerne vernehmen, daß e« ein höchst einfache« Mittel zur Beseitigung dieser Hautmängel gibt. — Während man früher glaubte, durch Deckmittel wie Puder, Schminke usw. abhelfen zu könne», welche die Poren der Haut verstopfen und so da« Uebel schlimmer machten, ist man jetzt zur Einsicht gekommen, daß eine wirksame Hautpflege nur darin bestehen kann, die Haut vor allem frisch zu erhalten und kein harte«, kalk-haltige« Wasser zum Waschen zu verwend«», sondern ein, dem Regenwasser möglichst ähnliche«, weiche» Wasser. — Die« ernicht man leicht und zuverlässig, indem man dem Waschwasser ein wenig von Mark'S Kaiser-Borax beifügt, welcher nicht nur antiseptisch und reinigend wirkt, sondern bei regelmäßigem Gebrauch der Haut natürliche Frische, Reinheit und Zartheit ver. leiht. Die wertvollen hygienischen und kosmetischen Eigenschaften de» Kaiser-Borax sind zur Genüge bekannt und soll hier noch erwähnt werden, daß derselbe nächst der Sei.e da» populärste und meist gebrauchte Toalet-mittel geworden ist. Beim Einkauf verlange man au»-drücklich den echten Mack'schen Kaiser-Borax in roten Karton« von der Firma Sottlieb Voith, Wien lll/1, welche auch die bewährten und beliebten Spezialitäten „K-iser-Borax-Seife", Kaiser-Borax-Sham-Poon" und „Kaiser-Borar-Hau«pud«r" in den Handel bringt. Des Lebens ungemischte Freude ward keinem Sterblich n zut-il. Da» erfährt jeder, der nach einem Sva,iergang, nach «inern Äu«ftua schwer erkältet heimkommt. Aber man kann sich dann wenigsten« leicht helfen, wenn man schleunigst Fay» ächt« Sodener Mineral-Pastillen in der nächsten S Apotheke oder Drogerie kaust. Fay5 Sodener lassen W eine Erkältung nicht hocht.immen, und itire An-£1 Wendung ist dabei außerordenrlich bequem und an-A genehm. Prei« Kronen 125 pro Schach,el. 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Wer also seine Gesundheit bi» in sein spätestes Lebensalter «rbalten will, gebrauche den durch seine ausgezeichneten Ersolge rühmlichst bekannten Dr. Engel'schen Nectar. 5 Dieser Nectar, ans erprobten nnd vorsc&glich befundenen KrUuterwästen mit gutem Wein bereitet, übt infolge Heiner eigenartigen nnd sorgfältigen Zusammensetzung auf das Verdauungssystem äusserst wohltätige Wirkungen aus Ähnlich einem guten Magenlikör, heiiehnngswelae Magenwein, nnd bat absolut keine schädlichen Folgen, | Gesunde und Kranke können Nectar also unbeschadet ihrer Gesundheit geniessen. Nectar wirkt bei vernünftigern Gebrauche förderlich ans die Verdauung und anregend ans W die S&ftebildmsg. Deshalb empfiehlt sich der Genuß de» JDx. Engsel'sclien ISTectar für alle, welche sich einen guten Magen erhalten wollen. Neckar ist ein vorzügliches Bordkugk-Mitlkl gegen M»^r« I-tarrh, Mageuknmvs. Maqenschmerzen. schwere Verdauung oder ver-schleimung. Ebenso läßt Nectar gewöhnlich weder Stuhlverftopsung nocb «ellemmuuq noch «olilschmerzeu noch Herzklovlt» auskommen. erhält vielmehr guten Schlas und regen Appetit und verhütet also Scklas-tosigkeit. Gemülsverstöruni. Kopsichmerzen und nervöse Abspannung. >WI In weilen Kreisen de« Volkes durch seine Wirkungen ge'chäyt, erhält Nectar Frohsinn und Lebensluft. Neckar ist zt haben in Ftafthen zu K 8*— und K 4'— in den Apotheken von Cilli, Bad NeuhauS. Wind.arjri. 4iqi«n«punrt. »almul«imjel, tfamiatn » W,#. Di«