Nisnss^F Ven li. M'ovember ' 1838. I II ^) r i e n. öaibach. Am 3. d, M. sind Ce. Excellenz Hetr Larl Ludwig Graf von Ficquelmont, k.k. wirkl. gchcimcr Nalh, Kämmerer, Feldmarschall-Lieulenant und außerordentlicher k. k. österreichischer BÄlhschaftcr am kaiserl. russischen Hofe, mit Familie und Gefolge, von Julien über Trieft kommend, »ach Wien durchgereist. Mottling. Einem Schreiben jll Folge tvllrde ttm 2^. October Fiüh um 2 ^/« Uhr ein siai-kes Erdbeben von ziemlicher D«ncr daselbst verspürt. Die , Erdbewegung schien ihre Richtung von Osten nach Wcslt!» genommen zu habcn. Ein sturmähnliches Gc-löse begleitete ditselde. Klagen furl. Indem wir hier die Beschreibung der Fliei'Iichkeiten,'welche das l reue Kä r n t ? n d'en k. k. Majestäten bei Allerhöhstihrer öl'eise durch das Land jollle, soris.hen, tragen wir zu dem bercits in unserm vorletzten Bla:lt Gelieferten, no.y Folgendes nach: In M ,^ lborgct ward von dem Geioerken Hm» ,I o sfphI e sse dei seinem Hause ein Triumphbogen, mit Blumen reichlich verziert, errichlel, der an seinem Schcilcl auf rothem Grunde di< Zuschrift: «Vivünl r^tl-ix" zeigt/. An ocr Vorderseite dieser Ehrenpfort« brannten zu beiden Veiten auf mit Blumen-Guirlan« den dchangcnen Altären Opfeisi<,mmen. Auf einel Strecke nun 6 Klaftern standen zu doiben Seiten ua gt.iilen Äiasrndaukcn Gesäße n,,t Hlor^nS liedl!chfl K.nüern,, an die sich ciue dl'pp?Il so ianc^e B>nlin Stadt stand ein schöner, großer, architekta« nifch aufgebauter, mit Arabesken und Inschriften ver-ziernr Triumphbogen, auf def^n Höhe über einer vergoldeten, Kugel der Doppel'Aar prangte. Zur Seite dcssslbcn wehcten Fahnen mil den kaiserlichen, den österreichischen t .den kälntntrischen und den städtischem Farben; auf den Eck,',, zeigten sich Vasen mit lkbei,-deu Blumen. Zwischen d.esen beiden errichteten Hul-digun^s - Zeichen wliren zu beide« Seiten des Weges zuirst die Schuljugend von Vi,llach und der angrän-zendcn Pf.ilren mil dein ikehrpFlsonale, ihren Fahnen inid grüinn Neisern ausgcstvllt; a« diese reihten sich die Zünfte mit den Fahne» uu> viele Honoratioren,' zunächst der Ehtenpforte stailden eine DcputlUion Ler Stadtg«m«inde, der Herr D«sl^hrsurcht5vo!l empfangen. Das zahlreiche Vürgercorps war in Pa' rade dem PostHause gegenüber aufgestellt, von dessen Musikband« die Melodie der schönen Vö'lkerhymne gespielt wurde. Se. k. k. Majestät geruhten,an den Herrn Oubernialrath und KreiehauptMiUNl, a» den Sladtcommandanten und den Maior dcs Bürg'rcotp^, Herrn Gewerken Spiridion M ü h I b a ch e r, tini^e Worte zu richten. — Unter lauten» Jubel und den herzlichsten Lebehochs fuhren die Allerhöchsten durch die Stadt und unlere Vorstadt zwischen den Reihen der Zünfte, die bis a«s Ende der Vorstadt leichten, wo abermals zwei Pyramiden errichtet waren. Uiüer Begleitung des Hrn. Kreishauptmanns, welches bis 361 l>n die Gränze des Kreises geschah, kamen das Aller-höchste Herrschcrpaar in die Gegend von See dach, »vo diese Gemeinde und die von St. Ruprecht mit ihrcn Oltöftt'lsorgern an den beiden Seilen der Straße versammelt waren, und die Innigstgclieblcn mit herzlichem Freudenluf begrüßten. Ueberall, besonders von dem Graf D ielrich st ei n lschen Schlosse, Land <-krön, dessen Ruinen einen großartigen Anblick g». währen, hallten Geschützessalven durch di, Luft, bis die Allerhöchsten nach W e rnb erg gelangten, w, die Pfarrsgemcinde Gottesthal ein herzliches Will« kommen cntgegenjauchzte. Eben so herzlich empfing die Gemeinde L i:'o das allgeliible Hsrrsch'lpaar, während das henlich gelegene, mit de? schönsten AnS-sicht lohnende Stcrnbcrg mit Pöllcrschüsscn feme Freude vvlründete. Unter gleichem Jubel einer wogenden Voikvmcnge wurde in der Pos.statirn Velden über-spanin. Ein herrlicher Herbsttag folqte einem neblichlen Morgen, sommerliche Närine spenden» nähert, sich die Sonne ihrer Mittagshöhe, und roie weggehauchl war das Nebfltuch, das am Morg«n dir Thäler ver« dültte, als unsere langgcnährle Hoffnung in Erfüllung ging, Denjenigen nach neunzehn Jahren wictcr zu schauen, Dcr durch eine beispiellos, Milde, dicscu A glänz der Hoheit, sich unzerstörbare Altäre dcmre, nicht nur in hen Herzen derjenigen, die das Gluck hahin. unter Seinem väterlichen Echter zu leben< syndetn auch in den Herzen aller Besserge-sinnten in den fernsten Rcichen, — Den wicdcr zu schauen, der mit den Segnungen des Friedens daH Füllhorn eincr bessern Zukunft uns brachte. In, der Mllta^sstlinde des 22. Octobers liber: schrillen Ihre k. k. Maicstä'tTn das'Bachchrn, we!ches die rieidcn Kreise dsh Landcs schcidec. A>, der Gränze des V i lla cher ^ K r ei se s waren vom Bezirke R o-stgg Wei Pyramiden, geziert mit dem kaiscvlichen und dem kärntnerischen Wappenschild? , und den b«i-dcr'ei Fahnen, errichtet. Ungefähr 250 Schritte da° von entfernt stand am Eingänge in den Klagen, furler - Kreis von dem Bezirke Leonstein z» Pörtschach ein? aus grünen Reisern eidame Ehr««: pforte, welche die Namenszüge des Allerhöchsten Herr-scherpaares mit rothen Walddeeren in Eichenlaub zeigt.', und die Aufschrift: »Heil dem Vater seiner Unterthanen! trug." Zwischen den beiden Pyramiden und der Ehrenpforte, welche durch eine Fichten-Allee verbunden wa« ren, wurden die k. k. Majestäten von dem Herrn Amtsverwalter desk. k. K l a g enfur l e r K r e i sa m-les, dcn Ortsbehörden und der Pfarrs - Geistlichkeit der Bezirke Roscgg, ^eonstein zu Pörtschach und Keulschäch, der Schuljugend mit ihren Zahnru und der zahlreich versammelten Landlcute der benachbarten Ortschaften ehrfurchtsvoll^ begrüßt. und mit l'lrzüchfm Jubel empfangen. südwestlich von der Ehrenpforte war auf dem schönen Werdersee, dcr sich bei drei Stunden immer längs d^r Commerzi.U» Scraße ausdehnt, eine Abtheilung ländlich verzierter und mit Fahnen geschmückter Schiffe aufgestellt, von »reichen fünf zu einem einzigen großen vereint, das Wort Vl.V^V!'' bildeten; ein sechstes zei^le einen Sa-Ion, aus welchem mit MnsikbeglciUlng die, Volks-I^rmne crcönle, wahrend von l^'ioen Ufern des Sec's, so wie von den Schiffen Pollerschusse und der Iubes-ruf des Volkes erschallten. — Vor dem Dorfe Port. schach, wo sich die Elraße fest an dem See hin-zieht, der hier eine gliäumiqe Bucht bildet, war eine zweite Abtheilung von 56 Schien, Aüe wik die ersten mit Flaggen geziert und in der Art aufgestellt, daß sie den Allerhöchsten Reisezug nachbilden sollten. T)en Zug eröffnete ein kleiner Nachen, dem folg!« das gröttt und schönste Schiff, auf weläem die Na-m,nschiss»rn der Abgeliebten festlich geschmückt prangten; in angemessener Ei.ifernung schloffen sich die übrig«« glöpcrn Sch,ffe dem Zuge an, wahr.nd meli-lere kleine Äiachen als ^labanten d„s Maicstäi?schisf un^sch'virrtcn, und ein in der Ferne ausgestelllcs Boot aus vi»r Kanoncn Salven gab, welche von beiden Seeufern mit Pö^rschüssen deantwoitrl wurden. Auf »inem der größeren Skiffe bef^ld sich cine ländliche Hochzeit mit Musik und allen Hochzeilsqästen, indcin »in an diesem ^«zgc verbunbeneo Brautpaar dicsen feicrllchen An>a^ beüü^te, das Bi!d cineü solchen Actes Ihren k. k. Ma^stälcn im landesüblichen Hcch-zciistaate darzustellen und zugleich ehrfurchtsvoll zu begrüßen. AIZ die Allcrdöchften Reisenden diesen qe> wngencn Aufzug gewählten, mu^c^ l.i,^,sam,,r.^gesat): l«n weiden, und ein l erablassenbls sreundlichrS Zu» linken der ?lllgeliebteu, das die errungene Zufricd.n» hnl auosprach, errcgic unlec Schwenkung ber Hme s ncn Iu!>el und ein donnerndes Vivat. das lan^e !n »ln B«rgen wicderdallie. — Im Dorfe P ö r t sch a ch selbst, vor dem herrschaftlichen Hause hatte das Sl'ft St. Paul, im Blsitze dieser Hcrrscbaft, e>n Gezell auS grünen Neifc.n, auf acht Säulen ruhend, ec^ch: let, über welchem eine aus den schönsten G>orginen l^Dahlien) verfecligte Krone von Guirlanden getragn, schwebte. Vor diesem Zelt? begrüßten der Herr Decau und d»r Heir Hofmeister des Tlifics Mlt mehreren ^ chen mic Nlumcnstl'äußein und die gesallinl'.e 'd,-v^ kcrung der Umgebung in tiefster Ehrfurcht und nut herzlichem Freudcrus dcn milden ^andekvatcr und die ftomml Landesmuttcr. — Eine Viertelstunde unter Port sch ach, in der Gcgcnd Goritschach, wo dec See abermals eine Bucht bilde.t, schwamm auf selbem eine dritte Abtheilung von 2l) Schiffen, ebcu so aufgcste^t wie die vorigen, auf welchem sich die Ve: völkcrung des Bezirkes Kentsch ach mit Musik be^ fand. Hier wiederholten ssch die so erfreulichen Zei-chen der Huld lind Zufriedenheit der k. k. Maiesta-ten, und d.'.s Schiffsuolk brach in so lauten Jubel auS, daß Gesang. Musik und Freudenschüsse übertönt wurden. Unter diesem fortgesetzten Froudcncufe begleiteten die Schiffe den W^enz>ig dcr Ai.gelicd< ten bis zum Wirth?haufe bei Priischil sch. wo d>e Strafe sich uom Sie adziedt, und erst dann endete der Jubel, e^s dic ß, k. Majestäten lange schon ihrem Gesichtskreise entzogen waren. (Leschl'.ist fo>l,t.) Preußen. Am <8. October Abends ist Loul5 Napoleon ^10' n^paric mit Gefolge von Cöln in Düsseldorf rin^ir?-'.-, ftu, düt daseldst im Gasthofe »zu den drei R^'i.s-cronen" übernachtet, und am 20. Vormittags !a»u^ der andern Rheinftile, uder Ll.vi, die ,Nc>'^ 'ach England fortgesetzt. (^st ^-) 362 Italien. Ancona, 20. October. Diesen Vormittag hat Ihre Majestät die Königinn von Griechenland an Bord der griechischen (Zorvelte Amal,a von unserm Hafen aus ihre Rückreise nach Griechenland angetreten. (Aug. Z.) Uanigrei^i bcivcr Slcillen. Kürzlich von Messina angekommene Reisende brachten die Nachricht nach Neapel, daß am 29. September un> 9 llhr 5 Minucen Abends in besagter Sladt lin starkes Erdbeben verspürt würd«, das glücklicherweise keinen Schaden anrichte c. Die C^schütleillng glich einem wellenförmigen Rollen, und gleich darauf stellte sich Nordwind ein. Aller Wahrscheinlich' keil nach rührte dieseb Phällomcn vom Aein a her. Sämmtliche auf dtr Abendseiie (eS Berges gelegenen Landschaften wurden durch t»,e gewaltigen Slöß? so erschüttert, daß die Einwohner aller Ortschaften ihr Hab und Gut aus den Häusern flüchteten und sie selbst die ganze Nacht außerhalb verweilten. Die Eruption des Aetna dauert noch immcr »nil großer Heftigkeit fort! am stärksten tobte er am ^6. und 2U> September. Am Abend des 3U. um 6^ Uhr n^ch Sonnenuntergang wurde in de ganzm Umgebung am Fuiie des Berges eine noch heftigere Erschütterung alö Tags zuvor verspürt, aber auch diese soll keinen Schaden verursacht haden. — Der Vesuv ist wieder ganz ruhig. (Ost. B.) N i e v e r l a n v e. Au5 Holland, 19. October. Vorgestern traf zu H?lvoc:''lU!s das Transportschiff »M^wrdc" ein, N) l eö die Expedition des Gcncrals Verveer nach der Küste von Guinea mitmachte. B^'nnilich hatte diese Expedition den Zweck, den Aufstand der yanta'schcn Neger zu unterdrücken. Das Sänff überbrachte' dte Bothschaft, daß General Verveer seine Mission glück-lich erfüllt hsbe. Die Hanta'schen Aufrührer wurden geschlagen, mehrere ihrer Oberhäupter gefangen ge^ nsmmen und daö Oberhaupt Bonsoc, in Folge kriegsgerichtlichen Urtheils und als Repressalie für dis grausam.' Ermordung des Beamten Bremer und Lieutenants Maasson, erschossen. Unser? Truppen sollen sich sehr brav gehalten haben; auch hätten mehrere Negerstämme, welch? die Küste bewohnen, ihr« sreund-schafllichcn Gesinnungen gegen Holland bethätigt. General Vcrvecr wild demnächst nach Holland zurück: kehren; Obristlieulenant Bosch bleibt als Gouverneur unsrer Besitzungen an der Küste von Guinea zurück. (Allg. Z,) Spanien. Die Gazette de France vom 2l. October gibt folgende Nachrichten über di« Reise der Prinzessinn, von Geira mit dem ältesten Sohne dis Don ^arloS d.nch Frankreich und die Ankunft derselben in Spanien. „Be. königl. Hoheit der Prinz von Asturien'und Ihre königl. Hoheit die Prinzessinn von Veira sind Sonn-adeifd d?n 6. m einerPostckaise zuVaponne angelangt, und nichrerc 2age dort geblieben; da sie gan» uner. wartet eiügelrosfcn waren, mußten erst die nöthigen Vorbereitungen zur S:cherstellung ihres Eintritts m Sl?^li!>,'n ßetrcsscn werden. — Aiu Hl. um 8 Uhr Morgens machte sich der Prlnz auf den Weg, unb erst am l2. traf er, über Ainhoa, dem letzten französischen Gränzorte, in Urbax ein, wo sich die Carlisti« sche Douane befindet. — Die Prinzessinn wollte vor ^ ihrer Abreise vollkommen überzeugt seyn, daß ihr königlicher Neffe bereits Spanien erreicht habe, und nicht eher abreisen, bis si, nicht Nachricht von seiner glücklichen Ankunft auf spanischem G^.i^e erhalten hadlu würde. Sie hat Vayonne am ,q. vellasseii, und ist am z5. Mittags auf navarresischem Bod,n an-^ gelangt. —> Ihre köuigl. Hoheiten waren von mehreren Personen ihres Hofstaatcö begleitet, die alle mit dem Prinzen oder mit oer Prinzessinn, wie ihr Dknst erheischte, über die Gränze gegangen sind. — Wir. baden durch gütige Miuheüung cin Schrcibin auS Vayonne vom 17. erhallen, worin die Gründe deZ-lauern Aufenthalts Ihrer tönigl. Hoheiten in biesir Eial?: crläucerl werben.-----AllcK war für Piiclwoch den 10. zur Abreise bereit, als man erfuhr, daß der Untcrpräfect an dem nämlichen Tage gerade einen Theil der Str^he, die der Prinz einschlagen sollte, bereisen wollte. Die Abreise mu'^te daher auf den folgenden Tag verschoben weiden. — Was die Piin^essinu Vt« trifft; so sollte sie am Sonnabend l15 ) Morgenö abreisen; sie erhielt aber Kunde, t^ß der Telegraph am Freitag Befehle c,us Paris, hinsichtlich ihres Auf