PrSuumeratiouS - Preise: Für Laibach: «inzjährig . . 6 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig , 2 „ 10 „ Monatlich ... — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig...........12 fl. Halbjährig............6 „ Vierteljährig........ 3 ,, Laibacher Kür Zustellung ins HauS iertelj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. § Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht -iirückgcsendet. Redaction vahnhosgaffe Nr. 132. Expedttions- L Anserajx«^.^. Longreßplatz Nr. 81^(Buch^, Handlung von Jg. b. «tei«. mayr L Fed. Bamberg j Jnsertionspreise: Für die einspaltige Petitzeile » 4 kr., be, wiederholter Einschaltung L 3 kr. Anzeigen bis S Zeilen SO kr. Lei größeren Inseraten und österer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz beson-dere Vergütung. Nr. 194. Freitag, 25. August 1876. — Morgen: Zephyrin. 9. Jahrgang. Die FriedenMilterhaiidlimM dürften, so Mild« der elektrische Draht, bereits begonnen haben. Die Note, in welcher Serbien die Vermittlung der europäischen Mächte angesucht» soll berei'.S redigiert vorliegen, die Genehmigung des Für-sten Milan und des serlüschen Ministeriums erhallen haben und bereits zur Expedition vorbereilet sein. Die serbische Regierung setzt in diesem Schriftstücke, gerichtet an die in Belgrad residierenden Vertreter der Großmächte, ihren Standpunkt auseinander, welchen sie bei de» eventuell mit der Pforte zu eröffnenden FriedenSunterhandlungen einnehmen zu müssen glaubt. In der Erwägung, als da« serbische Cabinet die Bereitwilligkeit und Geneigtheit der Großmächte, den ütLtu8 Wo in Serbien zu erhalten, als sicher bestehend a->sieht, kann der Standpunkt Serbiens in dieser Angelegenheit von jenem nicht wesentlich abweichen, welchen die Großmächte im Interesse des allgemeinen Weltfriedens in dieser Frage einzunehmen für gut befunden haben. In Serbien sind mit geringen Ausnahmen derzeit alle Facloren für den Frieden gestimmt, und es ist eine Opposition heute nicht mehr zu besorgen. In die Behandlung der Waffenstillstandsfrage ist man bisher noch nicht eingegangen, jedoch steht es außer Zweifel, daß nach abgegebener meritorifcher Erklä< rung des serbischen Ministeriums diese Frage sofort zur Sprache kommen dürfte. Der volle Inhalt der vorstehend erwähnten und von uns nur in allgemeinen Umrissen mitge-theilten Note soll an Arroganz und Selbstüber- schätzung Großes bieten. Anstatt daß Serbien in bescheidener und stiller Form um die Unterstützung der europäischen Machte ersucht und sich in geschmei-digcr Redeweise bereit erklärt, die gmen Dienste der vermittelnden Mächte anzunehmen, setzt Serbien sich auf das hohe Roß und verkündet, daß sein Stand. Punkt von jenem der Großmächte nicht wesentlich abweicht. Serbien gibt einer Haltung Ausdruck, die vermuthen lassen soll, daß nicht Serbien, sondern die europäischen Mächke über die Anbahnung von Friedensunterhandlungen in lauten Jubel auSbrechen müßten. Das kleine, durch einige zweifelhafte Waf-fenerfolge übermüthig gewordene Serbien spielt in diesem an d*e Mächtc gerichleten Schriftstücke den Großmüthigen, welcher dem gesammten Europa den heißersehnten Frieden zu schenken in Gnaden bereit ist. Das sei bische Cabinet führt in dieser Note eine verwegene Sprache, es macht den europäischen Mächten den Vorwurf, daß es denselben nicht um das Schicksal Serbiens, sondern um ihre eigene Haut bange. Welche Sprache hätte Serbien geführt, wenn es aus dem Kampfe mit der Türkei als Sieger hervorgegangen wäre? Welche immensen Ansprüche hätte es als Sieger gestellt? Während Serbien zum Friedensabschlusse sich allergnädigst geneigt zeigt, ertönen aus Rußland neuerdings Drohrufe: Rußland« Völker brennen vor Kriegslust für die flavifche Sache und verlangen die Fortsetzung de« heiligen Krieges gegen den Moha-medanismus. Die vermittelnd einschreitenden Mächte, Rußland ausgenommen, werden sich durch dieses Droh-geschrei in ihrer FriedenSaction nicht stören lassen. Die neuesten F r i e d e n s b ed i n g u n g en, welche die Türkei stellt, bestehen in folgenden sieben Punkten: Erster Punkt: Serbien bezahlt eine Kriegs, entschädigung, welche die Höhe des zehnjährigen Tributs, also ungefähr 500,000 Dukaten betra-gen wird. Zweiter Punkt: Serbien verpflichtet sich, das Milizsystem beizubehalten, und verpflichtet sich gleichzeitig, daß die drei Aufgebote der gesammten Miliz, bisher nominell 160,000 Mann, von nun an auf 20,000 Mann reduciert werden. Dritter Punkt: Sämmiliche Befestigungen an der serbischen Grenze werden demoliert. Vierter Punkt: Fürst Milan begibt sich zur Huldigung nach Konstantinopel, wo eme Erneuerung aller Verträge zwischen Serbien und der Pforte stattzufinden hat. Fünfter Punkt: Der Friede wird in Kon. stantinopel geschloffen. Sechster Punkt: Für die Zahlung der Krieg«, entschädigung werden Garantien gesucht, ohne daß eine militärische Occupation des Landes seitens der Türkei stattzufinden habe. Siebenter Punkt: Die Bestimmungen de« pariser Vertrages hinsichtlich Serbiens bleiben aufrecht erhalten. Diese sieben Punkte erscheinen auf den ersten Blick harter und drückender Natur; wenn wir je-doch berücksichtigen, daß die Türkei, als die legi, time Oberhoheit über Serbien, zur Stellung der« artiger Bedingungen vollberechtigt ist und Serbien Neuilleton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulff. (Fortsetzung., So lästig auch dem Jünglinge der Besuch war, so kannte er doch die Regeln der Sitte und des An. standes zu genau, um gegen dieselben zu verstoßen. Mit artiger Zuvorkommenheit hieß er seine beiden Gäste willkommen. „Wo bleibt Herr von Waldheim?" fragte er, als der Genannte noch immer nicht erschien. „Er ist zurückgeblieben, um Ihre Gemäldesammlung zu bewundern," entgegnete Hochfels. «Rathen Sie einmal, lieber Baron," sagte Graf Holleben, „was uns zu Ihnen führt und uns veranlaßt, in Ihr Allerheiligstes zu dringen." „Ich habe kein Talent zum Rathen. Herr Graf," antwortete Rudolf, die Achseln zuckend. In diesem Augenblicke erschien Waldheim in der geöffneten Thür. Der Jüngling erhob sich, um ihn zu begrüßen. »Verzeihung, Herr von Afseburg," sagte der Eoufin der Generalin von Simmern, „daß ich e- wage, Sie hier in Ihrer Einsamkeit auszusuchen, aber ein Versprechen zwingt mich, wie auch diese Herren," er deutete auf Hochfels und Holleben, „Ihr Einsiedlerleben zu unterbrechen." „Nicht Sie, Herr Baron, ich habe um Vergebung zu bilten, daß ich zögerte, Sie zu empfangen. Ich fühle mich im höchsten Grade leidend, mein Arzt hat mir Ruhe verordnet." ..Wahrscheinlich ein Arzt mit Schelmenaugen und einem Rosenmündchen," lachte Holleben. .Die Befehle, die ein solcher Arzt ertheilt, müssen allerdings sorgsam befolgt werden." Waldheim warf seinem Begleiter einen unwilli. gen Blick zu. Er kannte Rudolfs strenge Grund« fätze und befürchtete, daß eine solche Bemerkung ihn verletzen würde. Er beeilte sich daher, fortzufahren: .Eine Dame hat un« das Versprechen abge. nommen, Sie aufzusuchen." „Wir wollen Sie entführen," rief der Graf, „mit List, oder wenn es nöthig sein sollte — m t Gewalt. Sagt Ihnen Ihr Herz nicht, wer die e Dame ist, welche nach ihrem ungetreuen Seladon seufzt und schmachtet?" „Mein Herz schweigt," entgegnete Rudolf ernst. „Wie ich sehe, ist wenig Hoffnung r-orhanden, Frau von Erbach den verlorenen Anbeter zurück» zubringen," rief Holleben, indem er sich an feine beiden Freunde wandte. Hochfel- winkte ihm mit den Augen, er möge schweigen. „Du verdirbst alles," flüsterte er ihm zu. „Das ist nicht der rechte Weg, um ihn zu veran-lassen, uns zu folgen." — „Wie, Sie kommen im Aufträge der Frau von Erbach?" fragte Rudolf. „So ist es, Herr von Affeburg," nahm Wald-Heim rasch das Wort, um einer etwaigen vorschnellen Entgegnung des Grafen zuvorzukommen» „und ich hoffe, Sie werden dem Wunsche dieser Dame Folge leisten, indem Sie uns sogleich begleiten. Wir haben den gemessenen Befehl, Sie zu ihr zu führen." Rudolf versuchte dagegen Einwendungen zu machen, aber sein Protest fand kein Gehör. Er ward trotz seiner hartnäckigen Weigerung endlich doch Überredet, mitzugehen. „Erlauben Sie mir, nur meine Kleidung zu wechseln, dann stehe ich zu Ihren Diensten," sagte er, als er sah, daß ein längeres Widerstreben nutz, lo» sein würde. als Rebelle gegen seinen souveränen Schutzherrn auftrat, so werden uns diese sieben Punkte im milderen Lichtr erscheinen, und wir müssen Serbien aufrichtig Glück wünschen, daß es so leichten Laufes davontommt. ^ Es lassen sich Journalstimmen vernehmen, welche über die Mäßigung des türkischen CabinetS ihre Verwunderung ausdrücken. Die Türkei leistet auf die Abtretung serbischen Gebietes Verzicht, besteht nicht auf oem Besatzungsrechte in den wichtigsten serbischen Festungen, begehrt wol eine Kriegsentschädigung, die jedoch Serbien niemals zu bezahlen im> stande sein wird. Serbien wird diese sieben Bedin. gungen vollinhaltlich acceptieren müssen. Die Erfüllung dieser Bedingungen vereitelt alle Hoffnungen, die Serbien auf seine Jnsurrection gesetzt Hai. Di-Türkei hat der Well den Nachweis geliefert, daß sie lebensfähig ist. In civilisatorischer Beziehung ist der Triumph der hohen Pforte zu beklagen, denn wer wird dem Fanatismus der Muselmänner ein „Halt" gebieten? Wünschen wir es im Interesse der Civili-saiion und Humanität, daß es den vermittelnden Mächten gelingen möge, in den türkischen Vasallen, ländern andere, erträglichere Zustände zu schaffen I Schließlich obliegt uns noch die Mittheilung, daß auch der „Pester Lloyd" erklärt: für die Friedens. Vermittlung der europäischen Mächte sei alles oorbe. reitet. Dieselbe werde wol in Konstantinopel einem lebhafteren Widerspruche begegnen, als in Belgrad, allein auch dort sind die Schwierigkeiten schwerlich unüber-windlich. Den Gedanken einer vollständigen Jncorpo-rterung Serbiens wird man in Konstantinopel selbst nicht zu fassen wagen; der Anspruch auf eine Erneuer unz des Besatzungsrechtes in den serbischen Festungen würde wahrscheinlich lebhaften Einwen-düngen vonseite der europäischen Mächte begegnen, denn alle Gründe, welche für Aufhebung des Besatzungsrechtes sprachen, bestehen fort, ja seine Wieder-Herstellung würde nur in erhöhtem Grade der Keim neuer Conflicte und Zusammenstöße werden. Der Versuch endlich, den Fürsten Milan zu einer aus giebigen und auf lange Zeit hinaus fühlbaren Kriegs-«ntschädigung zu verhallen, verbietet sich bei der tiefen Erschöpfung des Landes, bei der trostlosen Lage seiner Finanzen und seiner natürlichen Hilfskräfte von selbst. Für die Fortsetzung des Kampfes von türkischer Seite fehlt der Zielpunkt des Krieges, der Siegespreis. Es wäre fellsam, wenn unter solchen Verhältnissen die in Aussicht genommene Mediation der Mächte erfolglos bleiben würde. An dem redlichen Willen, den Ausgleich herbeizuführen, wird es also «irgend» fehlen. Controllers könnte nur die Frage werden, welche Bürgschaften Serbien der Pforte für die Zukunft zu bieten habe. Gegenüber den großen Problemen der Orientfrage im ganzen ist dieses Detail von verhältnismäßig untergeordneter Bedeutung. Es wird seine Lösung finden innerhalb einer europäischen Eonferenz oder im Wege der Verstän. digung. ____________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 25. August. Zuland. Sämmlliche ungarische Blätter besprechen den Rücktritt des ungarischen Handelsministers Simonyi; alle beklagen denselben, weil die Regierung in Simonyi ein charakterfestes, ener-gisches und tüchtiges Mitglied verliere. Die Neubesetzung des Postens wird allseitig als schwierig angesehen, einmal weil die geeignete Persönlichkeit fehle, dann könne für den wiener Ausgleich im Par« lamente kein Minister einstehen, welcher an den Verhandlungen nicht theilnahm. „Ellen ör" hält es sür selbstverständlich, daß die Opposition den Rücktritt Simonyi's ausnützen werde, und „Kelet Nepe" sagt über Simonyi: „Es sei bekannt, daß er nicht der Richtung huldige, welche im wiener Ausgleich zum Ausdruck gelangte; Tisza sei ihm zu großem Dank verpflichtet, daß er trotzdem die Verhandlungen bis zu Ende geführt habe. Das Cabinet Tisza habe kein Programm, der Rücktritt Simonyi's beweise dies glänzend; Simonyi wäre nie in das Ministerium eingelreten, wenn in dem sogenannten Programm TiSza's jene Politik erkannt worden wäre, welche zum Ausdruck gelangt ist, und bei einem solchen System werde eine so große Anzahl von Politikern aufgebraucht, wie sie kein Land für längere Zeit zu producieren imstande ist; ein solches System kann nicht gesund und nicht der treue Ausdruck des Parlamentarismus sein." Die in Kroatien befindlichen bosnischen Flüchtlinge bringen durch unzählige Deputa-tionen beim Landes-Commando in Agram ihre Wünsche vor. Äm vorigen Samstag halten sich abermals zwei solche Deputationen eingefunden, um ihre Bittgesuche dem Stellvertreter des Landes-Com mandierenden zu überreichen. Die eine Deputation bat um Unterstützung, da die bosnischen Flüchtlinge im Provinciale in solchen Orten interniert seien, wo sie sich beim besten Willen keinen Bissen Brod verdienen können. Die zweite Deputation wollte die Freilassung des in Samobor internierten Popen Repac erbitten. Ausland. Die deutsche Reichsregierung ist bereits mit Arbeiten beschäftigt, welche sich auf die Erneuerung der Handelsverträge mit Oesterreich und Italien beziehen. Zunächst hat man sich mit den Regierungen in Verbindung gesetzt, um die verschiedenen Wünsche und Ansichten über die zu erzielenden Vortheile entgegenzunehmen, und sieht man den betreffenden Berichten entgegen. Wie man hört, wird mit Oesterreich namentlich über die Zölle auf Eisen und Hadern verhandelt werden, während man von der Erfüllung der deutschen Forderungen die Bemessung der Weinzölle für Oesterreich abhängig machen will. Oefterreichi-scherseitS drängt man auf Beschleunigung der Verhandlungen, da die wiener Regierung die Zollsätze bereits im Dezember d. I. publicieren, beziehungsweise anläßlich der Verhandlung des Zoll- und Han-delsbündniffcS dem Reichsrathe unterbreite» möchte. ES bestätigt sich, daß die im Orient stationierte italienische Flotte den Befehl erhielt, nach Italien zurückzukehren. Es werden nur einige Stationsschiffe dort verbleiben. Dem „Nord" wird aus Wien gemeldet: „Wie auch der ÄuSgang der Kämpfe sein möge, welche augenblicklich im Süden Serbiens stattfinden, so hat man allen Grund, zu hoffen, daß die in Belgrad angebotene Mediation trotz des gefaßten und jüngst proclamierten Entschlusses, den Krieg bis auf's Aeußerste fortzuführen, angenommen werden wird." Betreffs der in Konstantinopel und Belgrad aus Herstellung einer friedlichen Stimmung gerichteten Bestrebungen wird in PeterrSburg von unterrichteten Personen bemerkt, daß die beiderseitige Lage der Kriegführenden an sich kaum zu besonderen Ansprüchen auf Erwerb neuer Rechte und Entschädigungen berechtige. Dagegen möchte die Frage betreffs Sicherstellung der Christen in der Türkei und einer Gewähr der einen dauernden Frieden verheißenden Einrichtungen mit der srühern Schwierigkeit auftauchen. Es komme darauf an, ob England, welches die Friedensstiftung jetzt zu befürworten scheine, auch in der vorgedachten Richtung sich den Bestrebungen anschließe, welche vor Monaten schon für die Schritte der drei Kaiser-Höfe maßgebend waren. Es verlautet, die türkische Regierung werde dem griechischen Cabinet anzeigen, daß sie die Note inbeueff der Insel Kreta erst nach Beendigung des jetzigen Krieges in Erwägung ziehen werde. Die Stimmung der Pforte gegen Oesterreich ist seit einiger Zeit eine günstigere geworden. Die Unzufriedenheit über den Zwischenfall von Klek und die Kundgrbungen der bosnischen Kaiholiken sind vor den Versicherungen Oesterreichs geschwunden, daß es keinerlei Gedanken bezüglich Territorial« Aenderungen hege.___________________________________ Vom Kriegsschauplätze. Mehrere türkische Armee-Commandamen berichteten an den Großvezier, daß in der serbischen Armee eine furchtbare Demoralisation herrsche. „Sie wollen uns entschlüpfen, obsr Lsron," rief der Graf, „daraus wird nichts. Sie werden mir und Herrn von Hochfels gestatten, Sie zu begleiten und keinen Schritt von Ihrer Seite zu weichen, um einenEtwaigen Fluchtversuch zu verhindern. Sie find unser Gefangener und wir haben für Ihre Person zu haften." Lachend willigte der Jüngling ein und verließ, von dem Grasen und Hochfels begleitet, das Gemach. Waldheim mußte Zurückbleiben, um, wie Holleben scherzhaft äußerte, alle Ausgänge zu bewachen. Gedankenvoll schritt der Cousin der Generalin von Simmern auf und nieder. „Ich würde mir die reizende Witwe verpflichten," flüsterte er vor sich hin, „wenn ich heraus bringen könnte, weshalb Asseburg plötzlich alle Ge sellfchaften meidet und sich fast immer in seiner Wohnung verborgen hält. Ein Geheimnis muß auf jeden Fall dahinter stecken. Vielleicht gar ein Liebesabenteuer, welches er ängstlich bemüht ist, vor den Lugen der Welt zu hüten? Wie fange ich es an, ihn zum Reden zu bringen? Er Win entschlossener, energischer Charakter, und mit solchen Charakteren habe ich nicht gern etwas zu schaffen. Aber vielleicht gelingt es mir doch, wenn ich es klug an- stelle, und dann ist mir der Dank der schönen Frau gewiß." Wie wir schon srüher angedeutet haben, ging Walbheim mit dem Plane um, den jungen Freiherrn in sein Netz zu ziehen und seine Unerfahrenheit aus-zubeuten. Er versuchte daher, sich unter der Maske der Freundschaft in Rudolfs Vertrauen einzuschmei-cheln, indem er ihn in alle die Kreise zog, in denen er vermöge seiner gesellschaftlichen Talente eine Hauptrolle spielte. Waldheim besaß ein glattes, verführerisches Aeußere und einen durchdringenden Verstand, er hatte die Schwächen des Standes, dem er an-gehörte, genau studiert und wußte dieselben, wie wir es bei dem Grafen von Thurneck gesehen haben, zu seinem Vortheile zu benützen. Er baute auf Ru-d.lfs Jugend und begann sein Spiel damit, daß er ihn mit Frau von Erbach bekannt machte, einer intriguanten Kokette, auf deren Ruf schon mancher Flecken haftete. Anfangs ließ sich Rudolf blenden durch die glänzende Schönheit der allerdings geist vollen Witwe, welche ihn mit raffinierter Versah-rungskunst zu fesseln bemüht war, aber seine stren-gen Grundsätze ertrugen eine solche Fessel nicht allzu lange. Gerade zu derselben Zeit, als der Baron sich dem Ziele nahe sah und schon im Geheimen trium- phierte, brach er die Kette und zerstörte die ferneren Pläne dcS Elenden. Wie eifrig Waldheim bestrebt war, Rudolf wieder zurückzufühlen in das Haus der schönen Witwe, erkennen wir deutlich heraus, daß er nicht eher ruhte, als bis er den Jüngling überredet hatte, ihm dahin zu folgen. Während er jetzt auf und nieder schritt, mühte er sich ab, ein Mittel zu ersinnen, um sein Opfer fester als zuvor zu umgarnen und einen zweiten Fluchtversuch zu vereiteln. Bei seiner Wanderung durch das Zimmer kam er in die Nähe des Tisches, welcher vor dem Kamin stand. Er gewahrte sogleich den Brief, welchen'Rudolf in seiner Zerstreutheit vergessen hatte. „Wahrscheinlich ein Billetdoux," murmelte er, „vielleicht erhalte ich hier den gewünschten Ausschluß. Laß' sehen.!" Er blickte forschend umher, als wollte er sich überzeugen, daß er allein im Zimmer sei. Dan» ergriff er den Brief. Aber kaum hatte er einen Blick daraus geworfen, als er sich entfärbte. „Von ihr," bebte es von feinen Lippen. „So, ist sie noch immer hier, in der Residenz. Höll' und Teufel, Joses hat mich betrogen!" Die Offiziere schießen die Gemeinen und diese wiederum ihre Vorgesetzten nieder. Viele serbische Soldaten verstümmeln sich selbst, um nichl unter den strengen russischen Offizieren dienen zu müssen. Die türkischen Journale versichern, Mukhtar Pascha und Mahmud Pascha werden, nachdem sie Verstärkungen erhalten haben, im Vereine mit Derwisch Pascha den Angriff auf Montenegro beginnen. Eine Depesche aus Nisch vom 21. August meldet, daß die Türken Al exin ac cernieren, dessen Bombardement unmittelbar bevorsteht. Die serbische Armee hat alle ihre Stellungen bei Alexinac geräumt und den Rückzug auf Para Lin angetreten. Die Verbindung mit dem Corps HorvaloviL ist unterbrochen, und fürchtet man, daß dasselbe von den Türken gänzlich abgeschnitten wird. Zur Tagesgeschichte. — Kronprinz Nudols vollendete am 21. d. das achtzehnte Lebensjahr und feierte seinen Geburtstag im Schöße der kaiserlichen Familie in Ischl. — Brief- und Fahrpostsendungen. Dem Handelsministerium wurde ein von zwei Handelskammern befürwortetes Project aus Einführung von Abtrags-Franco-Marken sür Briespoflsendungen vorgelegt. Das Ministerium hat jedoch dieses Project nach genauer Erwägung Hur Praktischen Aussührung nichl geeignet erkannt und die Bemerkung beigesügt, daß wegen Ermäßigung des internen Fahr-posttarifes Perhandlungen bereiis im Zuge sind. — Der ungarische Episkopat hält im September abermals eine Conserenz ab, in welcher über die Konstituierung und das Statut der Schulstühlr der römischen und griechisch katholischen Gemeinden berathen werden soll. — Ruhezeit der Bahnbediensteten. Die Stationsvorstände einer der größer» österreichischen Bahnen wurden wiederholt strengstens angewiesen, genau daraus zu achten, daß bei'einer Dienstzeit des Personals von 16 Stunden immer eine achtstündige Ruhezeit eintreten muß und Ausnahmen lnevon nur insoserne zu gestatten sind, daß auch nach zwölf Stunden Dienst da, wo es die Verhältnisse erlauben, die Ruhe eintreten darf. — Priester, Ehemann und Missionär. Der Priester Don Giovanni P., von seiner österr. Vaterstadt Cormons ausgewandert, begab sich, wie das „Jnnsbr. Tagbl." erzählt, nach Venedig, wo er, der katholischen Religion entsagend, zur evangelischen Gemeinde übertrat und einige Zeit lang als Priester fungierte. Von da ging er nach Mailand, , und zwar aus allen seinen Wanderungen von seiner Geliebten Luise L. begleitet. Er übte nun seine Kunst als Violinspieler im Orchester eines der dortigen Theater aus, erklärte sich infolge des wiener Traktates sür einen italienischen Staatsbürger und ließ sich mittelst Civilactes mit obenerwähnter Luise trauen. Der Ehe entsproß eine Tochter Elvire. P. aber gerieth nach einiger Zeit in Noth und Elend. So groß auch seine Selbstbeherrschung war und wie trefflich er es auch verstand, seine wahren Gefühle zu verbergen, so zitterte er doch bei dem Gedanken, daß Rudolf seine Erregung bemerken würde Er Halle kaum Zeit, den Brief wieder an seinen Platz zu legen, als sich die Thür des Neben--immers öffnete und Asseburg, von Hochfels und Hollebcn gefolgt, in das Gemach >rat. Rudolfs erster Blick fiel auf den Brief. Un> willkürlich stieg der Argwohn in ihm auf, daß Wald-heim feine Abwesenheit benützt und den Inhalt des. selben gelesen habe. Er richtete daher sein Auge auf den Baron, aber eine Secunde hatte hingereicht, um dem letzter« die Fassung zurückzugeben, deren er in diesem entscheidenden Augenblick bedurfte. Keine Miene veränderte sich in seinem Antlitz, und obschon ks in seinem Innern wühlte und tobte, so waren doch seine Züge vollkommen ruhig. Rudolf ließ sich täuschen. In der festen Ueberzeugung, daß ihm nur allein der Inhalt des Briefes bekannt sei, verschloß a l d e m o k r aten - B e rsam m - lung in Gotha beschloß, in der nächsten Reichstags-Session ein Arbeiterschutzgejetz durch die Abgeordneten der socialistischen Wähler zu beantragen; serner noch vor Schluß des diesjährigen Eongresses zu den Fragen: Schutzzoll oder Freihandel? Schwurgerichte, Schöffengerichte oder juristisches Richtercollegium? und zur Eisenbahnfrage principielle Stellung zu nehmen. Mal- und Provinzial-Angelegenheiteu. Origlnal-Correspoiidenz. Sagor nächst der Lüdbahn, 23. August. Der bei der hiesigen «ohlengewerkschast »am Savestrome" bedimstete Arbei-ter Anton Kruschiz zog sich in der Grube eine schwere körperliche Verletzung zu. Der Zustand des Beschädigten wurde stündlich gesährlicher, man wollte dem genannten «ergmanne die Tröstungen der römisch-katholischen Religion zukommen lassen und schickte um einen Pnesler. Pfarrer und Kaplan waren vom Psarrhose in Sagor abwesend. Der Kaplan befand sich zur Zeit im Gasthause de, Stenvviz, leistete jedoch dem Ruse, den schwerverletzten Bergarbeiter zu versehen, keine Folge; erst über dringendes Einschreiten eines eben auch im Gasthause anwesenden Gewerkschastsbeamten erklärte sich der Kaplan bereit, die angesuchte priesterliche Handlung unter der Bedingung vorzunehmen, wenn ihm ein Fuhrwerl beigestellt und der Verschgang bezahlt werde; überdies bemerkt! der Kaplan: „es liege nichts daran, wenn Kruschiz sterbe." Dem Kaplane wurde das verlangle Fuhrwerl beigestellt und der erwähnte Werksbeamte bezahlte dem »aplane sür die vorzunehmende priesterliche Handlung einen Betrag von 3 fl. Dieser Fall erregte in der Gemeinde allgemeines AergerniS. Es wurden Stimmen laut, die den Vorgang des unduldsamen, geldsüchtigen Kaplans mit scharfer Zunge brandmarkten. Es wurden Stimme» laut, welche die Ab-forderung eines Geldbetrages sür Verabreichung des Slerb-sakramentes als eme ungesetzliche, unoerechtigte Erpressung erklärten und die Frage auswarfen, wozu denn Pfarren und Kaplaneien seinerzeit mit Geld nnd Naturalgaben, Zehenten, Urbarialbezugsrechten und Stistungen dotiert wur-den, wenn man derzeit sür jede priesterliche Verrichtung, insbesondere sür Persolvierung des Sterbesakramente zahlen müsse? Es ist zu hoffen, daß das bischöfliche Ordinariat in Laibach Liesen Fall einer genauen Untersuchung und Ahndung unterziehen wird. Auffallend ist es, daß gerade der jüngere Klerus Unduldsamkeit und Inhumanität zur Schau trägt. Es dürfte endlich an der Zeit sein, daß die Prieflerseminarien, in welchen eine einseitige und unge-uügende Bildung des KleruS "erzielt wird, aufgehoben und die Landidaten des Priesterstandes verpflichtet werden, ihre theologischen Studien an einer öffentlichen theologischen Lehranstalt zu absolvieren. Es obliegt mir heute noch eine unangenehme Referentenpflicht, nemlich auch das Verfahren teS Pfarrers in Sa-gor öffentlich als ein unstatthaftes, ungeziemendes zu bezeichnen. Vor einiger Zeit saßen zwei Werksbeamte imSte-nvviz'schen Gasthause in Sagor im vertraulichen Gespräche beisammen; andere Gäste, darunter auch der Pfarrer von Sagor, gaben sich dem Vergnügen deS Kegelscheibens hin. Bei Beginn des Ave-Maria-Läutens wurde das Kegelscheiben unterbrochen, die im eifrigen Gespräche bei einem abgeson-derten Tische beisammensitzenden Werksbeamten überhörten das Geläute und ließe» ihren Kopf bedeckt. Beide Beamten wurden dieserwegen vom Pfarrer mit folgenden Worten begrüßt : „Bevor man nicht Art und Anstand gelernt hat, besuche man keinen öffentlichen Ort oder eigne sich früher bessere Bildung an." Die beiden Beamten erwiderten: „Wenn der Pfarrer ungestört beten wolle, so möge er zuhause bleiben, nicht ein öffentliches Gasthaus b.suchen und in der Betstunde nicht Kegelscheibe»; das Wirthshaus ist nicht der Ort zu Moralpredigten." Aus diesem Falle geht folgende Moral hervor: „Im Wirthshanfe ist der Priester eben auch nur Gast." — (Schützenlot»terie.) Die Ziehung der 500 Gewinnstlose fand am 18. d. M. statt. Infolge der ungüu-stigen ZeitverhLllnifse ergab sich nicht da« gewünschte Re'-sultat; von der zum Absätze bestimmten Anzahl von 50,000 Losen wurden nur 14,000 Stück verkauft; auf letztere ent-fielen 300 Eewinnste. Der Gesammterlö« sür Lose dürfte den Betrag von 7000 fl. nicht übersteigen. Die Rohrfchützen-gesellschast konnte auf Grund dieses geringen Ergebnisses das neue Schützenhaus nur mit bescheidenen Geldmitteln anssühren lassen. — (Für die Abbrändler in Loitsch.) Die krainische Sparkaffe spendete de» namhaften Betrag von 1000 fl. — DaS arrangierte Bestkegelscheiben in den Lokalitäten der Litalnica erfreut sich einer recht lebhaften Theil-nähme, die werthvollen Beste und der edle Zweck ühen eine außergewöhnliche Zugkraft aus. — Die Spenden in der Stadt und in den Vorstädten liefern ein günstiges Resultat. — (Beim gestrigen Brande inJgglack) wurden 13 Wirthschaslshäuser sammt Nebengebäuden, Frucht-vorrüthen, Wirthschastsgeräthen und Zimmereinrichtungsstücken rin Raub der Flammen. Die s.eiwillige Feuerwehr auS Laibach leistete von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends das Möglichste zur Verhütung weiterer Schäden. Große Waffernoth machte sich gellend. Die Feuerwehr rückte erst nach Eintritt deS Regens vom Brandplatze ab. Von den beschädigten WirthschaftSbesitzern waren 12 gegen Feuer-schade» bei der wechselseitigen BrandversicherungSanstalt in Graz versichert. Das Feuer soll angeblich durch Tabak-rauchen auf der Dreschtenne ausgebrochen sein. — (Zum Unglücksfalle auf der Südbahn.) «us glaubwürdiger Quelle wird uns mitgetheilt, daß der betreffende Bahnwächter in der Nacht vom 18. auf den 19. d. M. die erwähnte Bahnstrecke, aus welcher der Zusammenstoß deS Zankar'schen Fuhrwerkes mit dem Lastenzuge stattfand, 10 Minuten vor Ankunft des Lastenzuges besichtigte und aus dieser Strecke ein Hindernis nicht wahrnahm. Zankar erreichte die Bahnstrecke und suhr auf derselben zu einer Zeit weiter, in welcher der Schranken noch nicht gesperrt war. Den Bahnwächter soll kein Verschulden treffen; der FuhrwerkSeigenthümer wurde vonseite deS Gerichtes zum Erläge einer Geldbuße von 30 fl. verurtheilt. — (Nacht-Schnellzug.) Die Börsendepotation in Triest hat sich neuerdings an die competenten Behörden und Aemter um Einsührung eine- Nacht-SchnellzugeS zwischen Wien und Triest gewendet. — (Die großen Truppenmanöver in AdelSberg) beginnen am 31. d. M. und dauern durch 14 Tage. Herr Oswald, Lasino-Lafetier in Laibach, fungiert als Lager-Restaurateur. besorgt kalte Küche und Getränke. — (Für Touristen.) Am 23. d. sand die Eröffnung der Unterkunft-Hütte am Ka ls e r - T h ö r l, zwi-schen Kals und Windisch-Matray, statt. Die Hütte erhielt den Namen „Matrayer-Thörlhütte", und waren außer vielen Landleuten auch Touristen und Mitglieder der Llpenvereine Graz, Matray, Austria, Wien. SSngerverein Pregarten an» wesend. Die Feier verlies unter vielen Hochrufen auf die verschiedenen Sektionen deS deutschen und österreichischen AlpenvereineS. — (AuS der Bühnenwelt.) Theaterdirector Keller wird aw 1. Oktober mit seiner Gesellschaft in Lilli eintrefsen und sich dort drei bis vier Monate lang aushalten. — (Eisenbahnverkehr im Juli 1 876.) Befördert wurden auf der: 1. Süd bahn: 818,536 Per-sonen <34,009 mehr al- im Juli 1875) und 354,370 Tonnen Frachten (866 weniger als im Juli 1875). Die Einnahmen beliefen sich auf 3.087,565 fl. (38,748 fl. weniger als im Jutt deS Vorjahres); 2. Rudolfs bahn: 121,190 Personen (4849 weniger als im Juli 1875) und 78,519 Tonnen Frachten (4849 weniger als im Juli >875.) Die Einnahmen beliefen sich auf 294,361 fl. (um 14,451 fl. niedriger als im Juli des Borjahr-s.) — (Für Hausfrauen.) Ein sicheres und sehr einfaches Mittel, Eier viele Zeit auszubewahren, ist das Bestreichen mit Leinöl. Dieses bildet nemlich, indem es aus der Schale einlrocknet, eine seine Schichte, die sür den Austritt der verdunsteten Flüssigkeit und Eintritt von Luft an dieser Stelle, zwei Ursachen, denen zufolge die Eier in Fäulnis übergehen, dieser unzugänglich ist. Ein Landwirtb machte über diesen Gegenstand einen genauen Versuch. Es wurden zehn Eier mit Leinöl, zehn mit Mohnöl mit dem Finger leicht augestriwen, zwei andere wurden nicht geölt. Alle 22 Eier blieben aus einer drei Linien hohen Schichte Sand neben einander liegen, doch so, daß sie sich nicht berührten. Nach drei bis sechs Monaten wurden sie gewogen und nach letzterer Zeit geöffnet. Die nicht angestrtchenen Eier hatten nach drei Monaten 11, nach sechs Monaten 18 Perzent ihres Gewichtes verloren, waren beim Oeffnen halb leer und hatten den Geruch halb verdorbener Eier. Die mit Mohnöl angestrichenen Eier halten nach drei Monaten 3, nach sechs Monaten 4'/, Perzent ihres Gewichte« verloren: die Eier waren beim Oeffnen voll und hatten keinen schlechten Geruch. Die mit Leinöl behandelten Eier hatten nach drei Monaten 2, nach sechs Monaten 3 Perzent ihres Gewichtes verloren, waren beim Oeffnen voll und Hallen den Geruch ganz frischer Eier. Das Leinöl hat demnach vor dem Mohnöl den Vorzug. — (Der Bazar), illustr. Damenzeitung, bringt in den soeben ausgegebeuen Nummern 16 und Beilage: »,) 12 Anzüge sür Damen (mit Schnitt); — Kleider für Kinder (6 Nr. mit Schnitt); — Negligejacken für Damen; -Wäschegegenstände für Kinder <17 Nr. mit Schnitt); 3 Morgen-Hauben (mit Schnitt); — Monogramme; — Schaukelstuhl mit Deffin in Kreuzstich; — Schutzglocken gegen Flieg°n; — Toilettenkiffen und Taschentuchbehälter mit Stickerei; -Bettdecke in Häkelarbeit; — 3 gehäk. Spitzen; — 3 Ta-schen zu Kleidern u. v. a. — d) Ein verhängnisvoller Ball, Novelle v. P. Stein; — »Papa im Kreuzfeuer"; Orig.-Zeichnung v. O. Günther. — Aus dem Familien- und Gesellschastsleben. 3. — Die Herzogin von Sagan, Portrait mit Text von F. v. Hohenhausen. — Bianca Lapello; Orig.-Zeichnung von Lattaneo, Text von Karl Frenz.l. — Wie entsteht die Mode; von Fr. Hermann ; Frauenarbeit aus der Münchener Ausstellung, von Dr. Jlg^ — Logogripb. — Lorrespoudenz u. v. a. — Abonnements besorgt die hiesig« Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg. Das laibacher Moor imd seine Ueber-schwemumngen. (Fortsetzung.) Wenn nun oben erwähnte Gutachten einer näheren Prüfung unterzogen werden, so findet man in denselben und insbesondere in jenem des LandschreiberS Markovitsch, als Haupthindernisse der Trockenlegung des Morastes auch die Versandungen deS LaibachflnfseS in der Stadt selbst und jene oberhalb der Stadt bezeichnet (Art. 9. „Itsm, so verhindert der Stadtgraben ... wie auch oberhalb der andere «ach. . ., daß die Laybach ober der Stadt gar langsam fliestet. Danu eben diese zween Bäche sühren deS Sandes so viel mit sich, daß".. .), ferner ebenso die Mühlen und Wehren unter der Stadt (Art. 12). Diese Mühlen und Wehren wurden zwar in den Zwanzigerjahren mit großen «eldopfern abgelöst und sodann beseitigt; allein, wie auch aus der im verflossenen Jahre hier in Druck erschienenen, von Herrn vr. E. PerelS, Prosessor an der k. t. Hochschule für Bodenkultur und Verfasser des gediegenen Werkes „die Trockenlegung versumpfter Ländereien", lobend anerkannten, hier jedoch noch wenig beachteten „Denkschrift über den laibacher Morast" (vom Hm. k. k. Baurath F. Potoinik) zu ersehen ist, besteht seit einigen Jahren in der Gegend der vorhin vorhandenen Mühlen wieder eine neue Wehre, welche, wir fachmännisch nachgewieseu wird, dort eine Riickstauung des Wassers bis weit in das Moorgebiet hinein zu bewirken geeignet ist. Aus diesem geht klar hervor, daß nunmehr wieder ähu-liche Uebelstäude eingetreten sind, wie eS die vor Jahrhunderten bestandenen und damals als Hauptursacheu der Versumpfung mit aufgezählten waren, und baß bei längerer Nichtbeachtung derselben die schon mit so großen Erfolgen der Kultur unterzogenen Moorgründe wirklich wieder einer neuen Versumpfung entgegengeheu können. Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, daß das Gefälle des Laibachflusses von seinem Ursprünge bis zum iheilweisen Einflüsse in den Äruber'schen Kanal, da« ist bis zu den Versandungen ober der Stadt, in der Länge von 23,135 Meter 0.40 und von da an bis zur Einmündung in die Save, in der Länge von 15,900 Meter, 1810 M. beträgt. Wenn nun schon „Ziffern sprechen", so geben sie insbesondere hier ein beredtes Zeugnis von der Gefahr, welche in den Sanvbarren und sonstigen Hindernissen gegenüber dem kleinen Gefälle von 0 40 ober der Stadt besteht. Sie liefern aber auch den besten Beweis, wie leicht bei einem Gefälle von über 18 Dieter unter der Stadt die vollkommene Entsumpfung und Trockenlegung des Moores ans-zusübren wäre. Die vollkommene Trockenlegung des Moores ist nun auch dir Hauptbedingnng zu einem gedeihlichen Fortfchrejten in der Kultur der Moorgiünde und ist dieselbe nur durch eine zweckmäßige Vertiefung des Laibachflusses in und unter der Stadt und durch ordentliche Instandhaltung des Flußbettes zu erreichen. Die Lösung der Fragen aber, was sür eine Vertiefung deS Flußbettes zu einer vollkommenen Trockenlegung des Movies erforderlich sei, und welche Vertiefung die Quais und Häuser entlang dem Flusse, sowie die am unteren Lause des Laibachflusses vorhandenen großen Wasserwerke znlassen, ist Sache der Experten. Vorläufig aber ist die schleunigste Beseitigung der Versandungen des Fluß-bettes unbedingt nothwendig._____________________(Forts, folgt.) Witterung. Laibach, 25 August. Wettersturz, Gewitter seit gestern Nachmittag 5 Uhr; die ganze Nacht anhaltend, heftige Regengüsse, Winddrehung von SW. i'ach SO. starke Abkühlung der Lust. Wärme: morgens 7 Ubr -s- 13 «", nachmittags 2 Uhr -s- 13 2° 6. (1875 -s- 213°, 1874 s-I8 6°0.) Barometer 722 92mm. Das gestrige LageSmitt-l der Wärme -j- 18 8°, um 0 8° über vem Normale; der gestrige Niederschlag 75 50 mm Regen._________________________________________________________ Augekvmmeue Fremde am 25. August. Hotel Ziadt Wien. Dr. Unger, k. k. geh. Rath, Minister rc.; Maural, Bankbeamter, und Staudacter. Ksm., Wien. — v. Kikpach, Oberlieut , Prag. — Müller, Kassebeamter, sammt Gattin; Preschern, Rentier, und Dr. Kraus, Triest. — Gcrdinik, k. k. Gym.-Pros., Gotischer. — Li-Pouseg, Zollbeamter, fammt Gemalin, Lorinons. — Zobel, Ksm, Schönbrunn. — Nardin, Pfarrer, Kopriva — Hauser, Reif, Klagenfurt. Hotel Elefant. Perl Moritz, Apotheker, u. Dr. Anton Schweiger, Wien. Wolf, Kroatien. — Graf Pake, Ponovic. — Gräfin Nngent, Triest. Hotel Europa. Dr. v. Hösf r sammt Gemalin, Advocat, Graz. — Dr. Ruzii, Fiume. — Friedmann. Prosessor, Dr. Papsilorum. Advocat, und Pflügel sammt Gattin, Wien. Vtohren. Seibl Anna Agram. — Böhm u. Waymann, Linz. Uaierischrr Hof. Salvator, Italien. — Lolikarie, Selze. Kaiser von Oesterreich, Kogej, Brezowiz. — Flejan, Salog. Sternwarte. Karis, Reis.; Gollob, Stubler, Duller und Wabner, Rndolsswerth._____________________________________ Verstorbene. Den 24. August. Alois Koschir, Briesträgerskiud, 4 I. I Mon., Kapuzinervorstadt Nr. 82, Rachenbräune. — Jakob Fließ, Inwohner. Versorgungshaus, Altersschwäche. Gedenktafel über die am 28. August l876 stattfindenden Licita tionen. 3. Feilb., Jan'sche Real., Grabte, «G. Radmannsdorf. S. Feilb.. Schnsterschitz'sche Real., Krainburg, BG. Krain-bürg. — 8. Feilb, Wernig'sche Real, Laibach, LG. Laibach. — 3. Feilb., König'sche Rral., Krutschrn, BG. Seiseuberg. — 3. Feilb.. Zweck'sche Real., Laibach. LG. Laibach. - 3te Feilb., Stoiß'sche Real., Zeline, BG Gurkseld. - 2. Feilb . Dedek'sche Real., Laibach, LN Laibach. Telegramm. Belgrad, 24. August, 12'/, Uhr nachmittags. (Officiell.) Gestern fünfter Kampftag. Die Türken griffen mit aller Macht unsere Stellungen bei St. Stefan an, wurden aber zurückgetrieben; un» sere Infanterie focht mit großer Bravour, die Artillerie verursachte dem Feinde enorme Nerluste. Nachmittags griffen uns die Türken auch am linken Morava-Ufer au, wurden aber überall zurückgeschlagen. Heute morgens 6 Uhr, als unsere Truppen das Feuer eröffneten, rückte der Feind gegen unsere Verschanznngen vor, wurde aber gezwungen, sich zurückzuziehen. Gut Heil! Die Vorstehnng des k. k. priv. Schießstandes Laibach hatte die Freundlichkeit, zu der künftigen Sonntag stattfindenden feierliche» Eröffnung der Scbießstätte - Beginn halb 8 Uhr morgens — die p. t. Mitglieder des laibacher Turnvereines einznladen, wovon diese hiermit verständigt werden. Der 8precüwart. Lin überspieltes Mepiam ist wegen Abreise billig zu verkaufen. — Alter Markt Nr. 37 im 2. Stock. (456) 3—2 jung, beeidet, gut ausgebildet und verläßlich, beider Landessprachen vollkommen mächtig, wünscht als solcher bei einem größeren Postamte im September oder Oktober eine Stelle zu bekommen. Geneigte Anträge wollen an die Administration dieses Blattes unter der Chiffre „k. ü. 12" geleitet werden. _________________________________________________ <45l) 3—2 (kUlsuodt) lisilt drieüiod der 8xsci»lLrnt vr. Lillisc-I», RoustLüt, vrssäün (Skrellkea). livrvits Ilbvr 8(WO mit krlvlx boliunäolt. (1) 57 Octav vorrathig Wiener Börse vom 34. August. Bcld Sperc. Rente,öft.Pap.! dto. dt°. öft. in Silb.! «iS 8b Sole von I8L4 .... 107-bv Lose von 1860, ganze lll'25 I «oje von t»k«, Fünf,, llv'bv > SrmrrlsLt.-Obl. ?i-:benbitrg. Ungarn ^ vttvl». Ünalo-Bank . . . Lreditanstalt . . . D-rofitenbank . , SScomvte-ilnstall Kranco - Baal . . Handelsbank. . . jtationalban! . . Lest. Bankgclelll. Union - Bank . . . ÜerlebrSbanI. , . »lsöld-Bahn . . «ail tiudwigbahu ikail. Llls.-Bahn «als. yr. g->s-<»b KtaalSba-n . , «üddahn............ 74','0 7» - rkLllltdrtok«. Allg. öft. Bod.-Lr-dit. dlo. in SS I........ Nation, ö. w......... Ung. Bod.-Treditanst. rZränz IosefS-Bahn L>eft. Nordwestbahn Siebenbürger . . . 75. . StaatSbahn .... 74 50 Südlahn S. ü Perz. dto. Bon- Geld Ware 105-50 106.-89 50 90 — 72 50 140 70 78 75 140 SO L,o»o ' Credit - Lose . Rudolf- - Lose 855-- 857 - 58 -! 83.-103 5l 800 5V 159 50 133 -87V.-l 75 76! 50 ISVvori«. (3Müu.) ÄugSdurg 100 Mark Franks. 10c Mark. . Hamburg „ « vondon 10 Pfd. Sterl. Paris 100 Kranc- VLÜLLSQ. Kais. Münz-Ducaten LO-MancSttück . - . PreuH. Kassenscheine Silber . . 97 65 86 91 75 87 — 61 50 97 90 86 SS 98— 87'50 62— 155 8K 93 40 94-60 160 — 13 50 59-59-52 -181-80 48 10 «86 9-71 59 65 108-50 KiV'b» 14 S9.W 5980 59 LO 188 8» 48 80 5 88 9-78 597S 1l'8 75 Der telegraphische Wechselkurs ist uns bis zuw Schluffe des Blattes nicht zugekommen. Drack von Jg. v. Klei«mavr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich : Fran, Müller.