Nro. 48. LBacher W^> MW. l^ ^ ^ ^ ^. ^ ^ Freytag den 17. Brachm. 1791. Inländische Nachrichten. Laibach den 17. Rrachm. Am ?4» d. iff von den hiesigen Landesständen unter dcm Vorsitz' Sr. Exzellenz unsers Herrn Landeschefes Ioh. Viepomuk Gr. v. Gaisruk der Wahllandtag gehalten worden , wo durch — Mehrheit der Stimmen auf der Herrn Bank der Wohlgebohrne Franz Freyherr Schweiger von Lerchen-' feld , f. k. Kammerer, zum ersten , der Mohlgebohrne Bernhard Frevherr von Rosttti zum zweien , der Wohlgebohrne Frevh. V. Apfaltrer zum dritten, auf der Ritterbank der Hochedelgeb. Hr. Ioh. Nep. v. Bussetti, und auf der geistlichenVank unser Hochw. Hochgeb.Fürsterzbischof NlVer-, ordneten des Landes gewählt worden sind.— ^Abends gaben einige Theater-Freunde vom Msigen Li;aum zum Besten der Armuth in, landschaftlichen Schauspielhause ein Lustspiel in 3 Auszügen. Man muß dem edlen Bestreben dieser jungen Leutt/und ihrer Vorstellung zum Ruhme nachsagen, daß sie alle Erwartung überttoftn haben. — Laut Briefen aus Triesi ist vorige Woche alldort ein französisches Kriegsschiff, auf dem schon die Nazional Flagge wehet, von 34. Kanonen mit 240. Streitern bemannt angekommen , und liegt — den« es wurde zur 42 tagigen Kontumaz angewiesen, — im Angesicht dieses Havens vor Anker; man sagt, es wäre ihm bereits das Einlaufen in den Haven zu Livorno glatterdings abgesprochen worden ; man will auch wissen, daß von Triest gleich eine Staffelte an den Fürst Kaunitz mit der Anfrage abgegangen sey, ob dieser Fregatte die Erlaubniß in Haveu einzulaufen gegeben werden könne. Das ganze TriestinerPublikum ist auf die Antwort'hierauf begierig. Die Aufschrift der Nazional-flagge ist folgende: Hlon Dien, K mon Ko^. — Die hiesige Schützen - Gesellschaft gab am 12. 13. 14. 1?. und l6. d. das gewöhnliche Freyschüjsen, wo;u mehrere fremde Schützen vom Lande aus Steyermarkt, Kärnten, und Tyrol angelanget sind, ihre Anzahl belief sich gegen 56, die mit den hiesigen waren also ungefähr 73 Schlitzen ; der erste Preis auf der Hauptfcheibe betrug i sc» st. auf der Schleck - Scheibe 27 fi Die übrigen Preise wurden verhältnißmassig bestimmt. Den Hauptgewinnst erhielt Hr. Reiter bürgt. Zinngießer all-hier, den ersten Gewinnst auf der Schleck-Scheibe der Hr. Moro bürgl. Handelsmann zu Klagenfurt. 'Wien den 10. Brachm. Den 7. d. M. hatte der Erzherzog Franz wegen den Geburtstag Sr. Er,herzoglichen Ge« mahlin ein unverhostes Fest. Es erschienen alle Bauernbuben und Mädchen von der gan;en Gegend bey Laxenburg, und sagten verschiedene Sprüche auf. Sie wurden großmüthig beschenkt, und sollen von des Erzherzogs K. H. in Laxenburg öffentlich traktirt werden. — Den 8. hatten Oe. fürstl. Eminenz, der Herr Kardinal von Migazzy, die Ehre, den ganzen k. k. Hof zu Neudorf zu Mittag zu bewirten. — Letzthin fanden sich Se. K. H. der Ercher;og Franz, wie auch der Herr Feldmarschall Prinz von Koburg, nachdem er von seiner Reise zurückgekommen war / und alles, was Wien Großes und Glanzendes hat, in Augenschein genomen hatte, nebst einer unbeschreiblichen Menge Zuschauer aus allen Klaffen des Volks, «m Prater ein. — Se. K. K. Majestät haben ^n Hrn. Ferdinand von Müller, K. K. Hofagenten, wegen des bey der Illnrischen Nazion erworbenen besonderen Zutrauens, auch zum Holagenten bey der Illyrischen Hofkanzley allergnadigst zu ernennen geruhet. — Blandchards Luftreise < ist geendiget; er wird anstatt aä attra — hübsch xer peäeä aus allen k. f. Landern wandern müssen. Von den eingegangenen Leggeldern werden dessen Schulden bezahlt, dann zur Schadloshalcung des Publikums Feuerwerk und Heze ^atiz gegeben. Das übrigbleibende Geld bekömmt das Armen-institut. — Se. Maj. der Kaiser werden erst den 20. Heum. in Wien erwarter. — Ihro K. H. die Erzherzogin wariä Anna ' befinden sich zu Baden in HöchsterwütijH-ten Wohlseyn, und haben den 2/ dies gegen Mittagszeit beliebet die unterthä-" lliqsitu Glückwünsche an linehmen, welche der Dechant und Sradtpfarrer nebst zwey Kapellanen, wle auch der Bürgermeister und der Stadtspndikus an der Spitze der gesammten Magistratsrathe in Namen der Stadt Ihrer K- Hoheit darbrachten. — Die durchlauchtigsten Gouverneure der österreichischen Niederlande sind am 23. in vollkommenen Wohlsenn, in Koblenz eingetroffen. Brunn den 8. Brächm. . Von der türkischen Gränze sind sehr beunruhigende Nach-richten eingegangen. Der in Belgrad kom-mandirende Hr. Feldmarschall, Gr. Michael v. Wallis sowohl, als der Interims-Befehlshaber von Kroaten, F. M. L. von Wallisch schicken Kurriere einen um den andern, und melden, daß die Bosniaken sich in zwey starken Kolonnen den Oesterreichischen Gränzen nähern, und daß die Türken auch auf der andern Seite, nämlich gegen Belgrad und Orsova, sich mit Macht zusammen ziehen. Man wisse nicht, heißt es, ob sie nicht die Absicht h^ben, irgendwo einzubrechen; besonders da maü ihnen nur wenig Mannschaft entgegen z" setzen hätte, die sich überdieß wegen Mangel an Magazinen auch nicht sogleich zusammen ziehen könn?. 'h)reßburg den 8. Vrachm. Seine Majestät der Kaiser haben aus besonderer Gnade den bey der neu errichteten Illyrischen Hofkan ley angestellten Personale die Zahlung der Taxen nachzusehen geruhet.— In Berichten aus der Wallachey heißt es: Ungeachtet unsere Truppen an die türkische Grande vorzurücken befehliget wurden, um auf alle Fälle, welche sich etwan noch vor Endigung der Friedcnsunterhandlun-a.m ereignen könnten, znmalen, da die Türken , wie man schon lange weiß, ben Silistria eine Schiffbrücke in Bereitschaft haben, die sie sehr gern über die Donau schlagen möchten, und — vielleicht um derb abgepeitschet zu werden, — so hofft Man dennoch die Herstellung des Friedens ehestens bewirket zu sehen. Die Russen scheinen über das Vernehmen , daß die Türken ben Silistria eine Schiffbrücke zu schlagen lüsteren, ebenfalls kein sonderbares Vergnügen gefunden zu haben , weil sie, wie man sicher vernimmt, um ihnen solches nachdrücklich abzurathen , bereits in: vollen Anmärsche seyn sollen. Es geht übrigens das Gerücht, daß der Großve-zier von dem Sultan Befehl erhalten habe, in einer Zeit von 2a Tagen dennoch bey Gilistria mit einer starken Anzahl Trup" -pen üocr die Donau zu gehen, und nicht, wie man vormals wissen wollte, einen gewissen ehemaligen Fürsten der Wallachey, sondern den Sohn des hingerichteten Ma-^ vroieni als Herrn dieses Fürsienthums mit aller möglichen Feyerlichkeit einzusetzen; folglich auch vorher alle fremde Truppen daraus zu jagen. — Aus dem Ratranscheumus bey Braila/ sollen die dorthin po-^ Art gewesenen srcmden Türken bereits alle deserriret, und nun statt diesen aus der Festung andere 1222 Mann dahin verlegt worden seyn. Ofen ben 2. Arachm. Am is. d. v. liefen von allen Kordonsposten einstimmige Nachrichten ein, daß die Pfone den bosnischen Türken ein?u Ferman zugeschickt habe, daß sich alles, was nur waffenfähig ist, zum Krieg rüsten solle. Gleich nach Ausgang des Waffenstillstandes, oder längstens nach dem Bairamfest, welches sich den 3. dieses endiget, sollen sie nach Umständen in unsere Lander eindringen, und sich so lange zu halten suchen, bis noch mehrere Truppen, welche dermal noch in den weltschichtigen Standesquartieren zerstreut sind, nach -Kroazien rücken werden. Durch diese wiederholt eingebogene Nachrichten wurde der das Interimskommando führende Herr General - Feldmarschall Lieutenant Baron Wallisch bewogen, solches höchsten Orts ein;uberichten, und um weitere Verhaltungsbefehle zu bitten. Um / bis zu einer erhaltenden Antwort, die Grenze so viel möglich zu sichern, wurden alle Grenizregimenter, von welchen seit eingegangenem Waffenstillstände nur 1 Vattallion pr. Regiment, wechselweise an Kordon stunden, vom 1. dieses ganz vorzurüken beordert. Zu deren etwa nöthiger Unterstützung ist das zte Bataillon vom Erzherzog Ferdinand nach S.luin, Deutschmeister und vakant Johann Palfy.^ nach Vojnich, Preiß nach Glina in daM Lager vorzurüken befehligt, Strasoldo BaW taillon aber bleibt in Karlstadt zur Besa'-^ zung. Auch der Herr G. F. M. L. Wallisch ist mit einigen vom GenerM<,ab> und einigen Inginieur - Korps InMduen nach Vojnich vorgerückt. Bis nicht mehrere Truppen aus den innern Ländern nachkommen , wird sich diest wmige Mannschaft durchHeldenthaten auszeichnn, muffen. Temeswar den 1. Brachm. Uttter den 24. dieses wurde Ihnen von hier aus geschrieben, daß der Herr Feldmarschall Graf Michael von Wallis , von Orsova und der Veteranischen Höhle hier zurück eingetroffen sey , nachdem derselbe diese Plätze bloß in Augenschein genommen hatte. Allein wir vernehmen itzt für zuverläßig, daß es sich mit der eigentlichen Ursache und Veranlassung der Reise dieses Befehlshabers nach Orsova, ganz anders verhalt, indem folgende Beweggründe angegeben werden: Der Waffenstillstand geht mit diesem Monate zu Ende, und wegen der Verlängerung desselben sind noch keine Befehle ergangen; ungeachtet die Deputir-ten in Szißtow dessen Erneurung schon vor einigen Monaten vorgeschlagen hatten. Das wichtigste aber ist, daß sich die Türken bey Widdin sehr häufig zusammen ziehen. — Wegen dieser Umstände ist die Ausbesserung der Werke in Qrsova sogleich Vorgenomn n worden , wobey man zugleich 36 Kanone i auf die Wälle brachte. Zufolge einer gestern aus Belgrad allhier angelangten Staffele, geht morgen ein Theil der hier gelegenen Artilleristen mit 6 Zwölspsi'mdern und hinlänglicher Munition nach Qrsova ab. " Brüssel den zo. Ma?. Man hat einen geheimen Briefwechsel zwischen dem berüchtigten van der Noot und einem sichern Beckmann, welcher wegen seines Fanatismus und patriotischen Enthusiasmus im Jahre 1787 sehr berühmt war, entdeckt und aufgehoben. Man sagt, daß «ben auf Eingebung des brabantischen Er-agenten die neuen Vorstellungen der Bevollmächtigten , welche den dritten Stand von Brabant ausmachen, wären emwor- zionalversammlung ! du stolzes Babel: deine Dekrete werden dich alsdann vom Verderben nicht retten, das über dich hereinbricht. Auch sind bald 40 Tage vorüber , die ^Pius VI. den Priestern als Zeit zur Busse gegeben hat. Wird alle Dienst - und Freytage nachmittMs um 4. Uhr auf dem Platze N". 183. in 0er von Klemmayerschen Buchhandlung ausgegeben.