Nr. 10«. Freitag, 13. Mai 1887. 10«. IahlMua.. Mbacher Zeitung. aa».'!"'"a«°usprels: Mit P o st u e l s e n d u n 8 : !>anziählig fi, 15, halbiahrig fl. 7.K0. Iu, Comptoir: l "sing sl, ii, h^ldjährig sl, L,ou, ssllr die ^ustellun^, ,ns Haui« ganzjährig fl, i. — InsertionSaebur: Fllr >>e!,ie Inserate biK zu > ^cilen 25 <>'., größerc p.>r Zeile « lr,: bei öfteren Wied^rholnugen pr, Zeile 8 lr. Die .,i,'aibacher Zeitung'' erscheint täglich mit NuSnnhmc der Sonn- und Feiertage. Die Administration befindet fich Nahnhofgasse 15, die Medattion wiencrstraße 15, — Unfrankierte Vrlef« nicrdcn nlcht aligcnommen und Manuscript« nicht zuriickgeftcUt, Amtlicher Weil, Z,„ Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit ^"höchster Entschließung vom 3. Mai d. I. dem rector des allgemeinen Krankenhauses in Wien. Ober- ^"atsrathe Dr. Joseph Hoffmann, den Titel nnd Mlaftrr eines Hofrathes mit Nachsicht der Taxe aller- ""'gst zu verleihen geruht. Taaffe in. p. Ns, Ee. t. nnd k. Apostolische Majestät haben mit ^höchster Entschließung vom 3. Mai d. I. dem ^rector des Krankelihauses «Wicden» und Vorsitzenden c>, uiederösterreichifchen Landessallitätsrathes, Doctor A'edrich Wilhelm Lorinser. den Orden der eisernen H'e dritter Classe mit Nachsicht der Taxe allergnä-^' zu verleihen gernht. ^ Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit y"Mchster Entschließung vom 28. April d. I. dem filierten Magazinsdiener des Zoll- nnd Salzamtes ^ Hrano Joseph Ratsch mann in Anerkennnng ^l vieljährigen treuen Dienstleistung das silberne >^nstkreuz allcrgnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Weil. Unser Unterrichtswesen. --Wien, 10. Mai. ^ Erlösende Worte waren es, die wir gestern im ^ rdnetenhause endlich zu hören bekamen, erlösende ^lc l ^" Vaterlandsliebe nach so vielen betrübenden ^'>en eines Parteihasses, der in seiner blinden I^"lchaftlichkeit sich bis zur Preisgebung des Vater-hy?6 gesteigert hat. Wir mnssten im Abgeordneten-H, Norte hören, die wir an solcher Stätte nie filr tz^'ch gehalten, Worte, welche in einem anderen Hu ^" Redner zum Opfer der allgemeinen Ent-^heil^ si^nacht hätten. Es schien, als ob einem ^lcl ^eses Hanfes das ganz elementare Gefühl, tltN? ^ ^en derartige Insulten des Vaterlandes ^.".abhanden gekommen, als ob jene Sonne des ^.'"tisnuls, die mit ihrem ewigen Glänze den, ^lil^ ^er Volksvertretung leuchten soll, von dem htzl Hen Oewölke politischer Parteileidenschaft uer-^^^den wäre. Und wie Aug nnd Herz sich ^ ^ wenn endlich die hellen Strahlen des Gestirnes t^^lnst und Nebel durchbrechen, so war es gestern >^Ue Freude, aus den, Munde des Unterrichts- ministers jene Worte des kräftigen, stolzen und selbst-bewussten Patriotismus zu hören, die wir nnn schon zu lange in diesem Hause vermissten. «Oesterreich über alles» — das erklärte Herr von Gautsch laut und freudig als den Leitstern der Unternchtsverwaltung, und seine Persönlichkeit bietet die Gewähr, dass er es verstehen wird, dieses Programm zur Wahrheit werden zu lassen. Mit hoher Genugthnung dürfen auch die Worte begrüßt werden, welche der Minister über den Geist und die Gesinnungen der österreichischen Studentenschaft gesprochen hat. Er gab die tröstliche Versicherung, dass das Gros der stndierenden Jugend nicht ergriffen ist von jene,n Gifte, welches der Abgeordnete Tomaszczuk mit Recht die Corruption der Jugend durch Neid und politische Leidenschaft genannt hat. Herr von Gantsch hat anch treffend jene Agitatoren gekennzeichnet, welche die bedenklichen Verirrnngcn in die Studentenschaft hineintragen — Lente, die sich die studierende Jugend zum Terrain ihrer Agitation aus' ersehen haben, weil sie anderswo kein gebildetes Pu-blicnm für ihre Sorte vou Politik fiuden. Gehen wir in der Besprechnng der Rede des Herrn Unterrichtsminisiers weiter vor, so fällt jene Stelle ins Gewicht, in der sich der Minister mit der Rede des Abgeordneten von Plener, welcher das bittere Wort ansgesprochen, die Ingend wachse ohne den Glauben an Oesterreich und an seine Existenz anf, befasste. Herr Dr. von Gautsch war bestrebt, den Geist, der ill den Mittelschulen und den Hochschulen unter der Jugend herrscht, kennen zu lernen. Er war in der Lage, mit Selbstbewusstsein nnd mit voller Ueberzeugung dem Hansa die Versicherung zu ertheilen, dass die Befürchtungen des Vertreters der Egercr Handelskammer keine Begründung haben. Man hört jene, welche lärmen. Man hört jene nicht, welche lernen. Man beobachtet jene, welche auf die Straßen nnd in die Versanunlungslucale eile»«, man übersieht jene ernste und fleißige Mehrzahl, welche die Pflichten des Lebens anders auffasst und im fleißigen Wechselverkehre mit den Wissenschaften die Vorbereitung für den künftigeu Beruf erblickt. Wie mit den Studenten ist es auch mit den Lehrern beschaffen. Maßgebend filr die Ansichten des Standes bleiben jene Lehrer, welche auch ihre Pflichtn: erfüllen lind die Last ihres Bernfes mit Gewissenhaftigkeit tragen. Man darf sie nicht nach jenen beurtheilen, welche nach Popularität lechzen, deren hauptsächlichste Wirksamkeit ihre Stätte außerhalb der Schulräumc findet. Wenn es aber auch in Zukunft an Versnchen verschiedener Agitatoren nicht fehlen sollte, die Jugend dem österreichischen Staatsgedanken abwendig zu machen, in sie den Geist der Gleichgiltigkeit zu verpflanzen, dann wird das kraftvolle Festhalten an dem österreichischen Geist in der Unterrichtsverwaltung solch ein Beginnen schon einzudämmen vermögen. Und dass es dem gegenwärtigen Minister hiebet auch an Energie nicht fehlen dürfte, falls eine solche nothwendig werden sollte, dafür scheint sein bisheriges Verhalten nnd die bisherige Verwaltung des Unterrichts-Portefenills ausreichende Bürgschaft zu gewähren. «Ich habe für meine Person nie ein politisches Interesse beansprucht, ich habe es lediglich für meinen Ressort, für meine Schule verlangt», versicherte Herr Dr. von Gautsch. Insolange er dem Vorsätze, all sein Streben der Schnle zu widmen, getreu bleibt uud anderseits auch mit allem Nachdrucke darauf bedacht bleibt, dass auch keine politischen Interessen der Schule sich bemächtigen, wird in derselben der bisherige gut österreichische Geist eine sichere Zuflucht finden, und wir können jeder Besorgnis über die weitere Entwicklung der österreichischen Jugend überhoben sein. Sie wird aber wahrscheinlich nach dem gestrigen Auftreten des Herrn Dr. v. Gautsch auch der Einwirknng des steten Anzweifelns der Lebenskraft des österreichischen Staates entrückt bleiben, welches nnnmehr ans dem parlamentarischen Phrasen-vorrathe entfernt werden dürfte. Die Rede Sr. Excellenz des Herrn Unterrichtsministers Dr. von Gantsch hat folgenden Wortlaut: Hohes Haus! Wenn ich es unternehme, sofort auf dasjenige zu antworten, was der geehrte Herr Abgeordnete der inneren Stadt Wien vorgebracht hat, so müsste ich eigentlich zunächst mit einem Dankesvotum au den Herrn Abgeordneten beginnen; denn hebe ich alles das' jenige aus seiner Rede heraus, was nicht an meine, sondern an eine fremde Adresse gerichtet war, und beschränke ich mich alls das — wie ich es auch thun werde — was lediglich die Centralleitung des Ministeriums für Cultus und Unterricht betrifft, so kann ich mich kurz fassen. Der Herr Abgeordnete hat zunächst davon gesprochen, dass das politische Interesse an meiner Person durch die jiinqst erfolgtcu Erklärungen des Ministeriums erloschen fei. Anch vou dieser Erklärung nehme ich mit besonderem Danke Kenntnis. Soweit mir bekannt ist, habe ich für meine Person niemals ein Po» litisches Interesse beansprucht, ich habe allerdings ein Interesse beansprncht, aber lediglich für deu Ressort. Feuilleton. In der Fliederzeit. ,^'^s ist eine Lust, zu leben!» Hütten mag sein °tt Mhmtes Wort in der Ieit gesprochen haben, da Mieder seine Blüten erschlossen hatte, in der ' 'e U Jahreszeit. Die Luft weht hell und reiu. Hü, Mlne belastet nicht den Menschenleib, sie belebt ^^.allersonnigste Sonnenschein flutet vom Him-V Meder. Das Gras, welches eben erst Rispen s^'cht "d aus dem die ersten Kleeköpfchen lugen, H il^en, Smaragd. Die Maiglöckchen umschlingen )ftr„ ..«ranze mit den Frührosen. Die Narcissen n"cht' n Pulpen prahlen in mannigfacher Farben-.^t'i,i ledem Hage entfaltet der Weißdorn seine >/Uen zg^^ Goldregen und Schneeball be-^llet, n^e Erde, von welcher die Erdbeeren ihre ^>'i^!>^ emporsenden nnd Milliarden Vergiss->e ^ugen zum Himmel gerichtet sind. Die Lanb-^Yel, Aben das grüne Kleid übergeworfen. Die hellen. s^lela5' e der Nadelhölzer überwältigen das alte ! svass"' Auf den Zweigen der Kastanienbänme >'>" 5, c?be Kronleuchter aufgerichtet, die Akazien ° ÜliiM"de Blütentrauben, und allüberall blüht 5,, ^s der Flieder. ^ts^Vtn Altar jeder Dorfkirche prangt em ?>M ^ "'s dem Fenster jeder Kellerwohnung He nn" blau und weiß und sendet eine balsa-"»R ^vlle empor, und vom engen Dachstübchen drunter. Auf den Kathedern der Schnl- meister fehlen die Fliedersträuße so wenig, wie in den Gewölbern der Fleischer, Bäcker und sonstigen Ver« känfer von Lebensmitteln und anf den Tischen der kleinen Restaurants. Auf den Märkten frühmorgens, wenn er frisch von den Dörfern oder aus den städti-fchen Gärten gekommen, bietet er den schönsten Anblick — er welkt leider schnell. Die Hansfrau und die Köchin, sie vergessen nicht, einen Blütenkegel auf den Deckel des Marktkörbels zu legen, die Milch-mariaudl ziert ihre Brust uud auch das Kopfgeschirr ihrer Rosinantc mit Flieder. Ueberall wächst der gnt gedeihende Strauch, in keinem Gärtchen fehlt er; in die schmutzigen Höfe bringt er eine Ahnung des Früh» lings nnd zwischen den rußigen Mauern der Fabriksgebäude ist er neben dem Stückchen, zwischen den Dächern niederschauendeu Himmelsblau die einzige Erinnerung an Gottes herrliche, fröhliche, blühende, duftende Schöpfung draußen. Er ist so bescheiden, der Fliederstrauch, zufrieden mit jedem Boden, freundlich jeder Umgebung. Ill manchen Jahren freilich fühlt er, gleich anderen Holzgewächsen, das Bedürfnis nach Ruhe; er trägt nur spärliche Blüten. Aber das ist selten, und dann anch bringt er immer noch so reiche Gaben, dass der Bedarf vollauf gedeckt wird und noch ein großer Ueberschnss bleibt. Einer von seinen Vorzügen ist sogar ein Geheimnis der Kinder, Schmetterlinge nnd Bienen; jede Kroneuröhre birgt nämlich einen Tropfell Nektar, das wohlfeilste und gesundeste Naschwert — wenig zwar in jedem Kelche, doch die fleißigen Bienen wissen manch Kilo Honig aus einer Fliederhecke zn bereiten, Die Blüte, welche die schönste Jahreszeit einleitet und schließt und innerhalb derselben durch ihre Masscn-haftigkeit den Charakter der Vegetation bestimmt, hätte verdient, dass die Dichter sie in schwungvollen Versen besingen. Reizt doch ihr Geruch die Phantasie mächtig an und führt die Träumer weit hinweg nach dem Orient. Unter den Fliedersträuchern Kabuls mag Fir< dnsi feine bnnte Fabelwelt ersonnen haben, die glänzenden, mit Dämonen lämpfenden Ritter, die Franen mit den Mondgesichtern, all die wundersamen verschlnn-genen Abenteuer. Doch der moderne Pegasns, wenigstens der lyrische, ist ein naher Verwandter des Vn-reauschimmels. Das vou den alten Griechen und Römern angelegte lyrische Materialiendepot ist in nenerer Zeit um wenige Stoffe bereichert worden; heute, wie vor Jahrtausenden, werden immer nur Liebe, Herzen, Sterne, Wein, Cykade besungen. Im Alterthum und im Mittelalter gab es in Europa und am Nord-rande Asiens leinen Flieder, die Lyriker von Ana-kreon bis Properz konnten von diesem nicht singen, und so haben ihn anch die Poeten der Nenzeit unbeachtet gelassen. Das «Immer-langsam-voran» gedenkt wohl des Fliederthees, aber dieser stammt vom Hollunder. nicht vom wirklichen Flieder. Letzterem ist selbst die Botaink nicht gerecht geworden. Sie nennt ihn Syrmga, ein Wort. das die Deutschcu vielfach verstümmelt haben, so in Zerane. Syrene, Zere. Syringa ist kem richtiges griechisches Wort, es ist in barbarischer Weise aus Syrinx gebildet, dem Namen einer arkadischen Nymphe, welche, voll Pan verfolgt, zum Flusse Ladou floh, der ttailmcher Zeitung Nr. 108 910 13. Mail^, der meiner Leitung unterstellt ist: für die Schule! Dieses Interesse, glaube ich, obwohl von Seite des Herrn Abgeordneten das politische Interesse für meine Person erloschen ist, anch künftighin in diesem hohen Hause, wenn auch nicht bei dem Herrn Abgeordneten, doch alls anderen Seiten stets zn finden. (Lebhafter Beifall.) Der Herr Abgeordnete hat zur Begründung des Anwurfes, dass es der Ceutralleitung des Unterrichtswesens an der nöthigen Objectivität mangle, gewisse Thatsachen vorgebracht, und zwar zunächst erwähut, dass eiue ganze Reihe von Entscheidungen der Unterrichtsverwaltung vom Verwaltnngsgerichtshofe cassiert worden sei. Er hat beigeseht, dass diese Entscheidungen zumeist oder alle — wenn ich recht verstanden habe — bloß die Deutschen, wenn ich nicht irre, in Böhmen betroffen haben. Der Herr Abgeordnete hat Eines vergessen, nnd dafür wäre ich ihm sehr dankbar gewesen, wenn er nämlich die Güte gehabt hätte, anch das Datum der Ministerial-Entscheidungen zu citieren, denn ich weiß im Augenblicke »icht, ob die Entscheidungen, welche im Laufe des Jahres 1886 beim Verwaltungsgerichtshofe in Verhandlnng gestanden sind, von dem im November 1885 ins Amt getretenen Minister gefällt wurdeu oder nicht. Ich kaun das Verdienst in dieser Beziehung nur theilweise für meine Person in Anspruch nehmen und werde dann erst volle Klarheit in dieser Richtung gewinnen, wenn ich genügend Zeit gefunden habe, mich über diese Angelegenheit aus dm Entscheidungen des Verwaltnngsgerichtshofes selbst zu informieren. Als weiteres Argument für die mangelnde Objec-tivität der gegenwärtigen Centralleitung des Unterrichts-wesens wurde auch angeführt, dass es dem Minister für Cultus und Unterricht bis nun nicht gelungen sei, durchzusetzen, dass jenes Gesetz, welches die Bezüge der Religionslehrer regeln soll, in diesem hohen Hause durchberathen wird. Ich glaube mich in dieser Be-ziehnng sowohl auf die geehrten Mitglieder des Abgeordnetenhauses als auch auf das hohe Präsidium berufen zu dürfen, dass ich meinerseits gewiss niemals irgend eine Handlung unternommen habe, um die Durchberathuug dieses Gesetzes zu verhindern, dass aber selbstverständlich eine derartige Angelegenheit zurücktreten musste angesichts jener großen und wichtigen Vorlagen, welche im Interesse des ganzen Staates dieses hohe Haus in der letzten Zeit beschäftigt habe» und die in wirklich opferwilliger Weise erledigt worden sind. Ich mnss also diesen Vorwurf, so weit er das Interesse meines Ressorts betrifft, ablehnen, und ich muss dies umsomehr, als ich nicht anstehe, zu erklären, dass ich die bestimmte Hoffnuug hege, es werde dem hohen Hause gelingen, diesen Gesetzentwurf in der nächsten Zeit, jedenfalls aber noch vor Schluss dieser Session fertigzustellen. (Bravo! rechts.) Der Herr Abgeordnete hat auch anderer Thatsachen Erwähnung gethan, er hat gesprochen von einem wahren Martyrium, welches unsere Schülerbibliotheken im ab» gelaufenen Jahre durchzumachen hatten. Als ich im vorigen Jahre einem geehrten Mitgliede des hohen Hauses als Gegner gegeuübergestauden bin, dem ersten Redner in der Debatte über die Centralleitung des Cultus- und Unterrichtsministeriums, da hatte ich ja Gelegenheit, deu Standpunkt zu markieren, welchen die Unterrichtsverwaltung in dieser Frage einnimmt. Mir scheint aber, dass der geehrte Abgeordnete der Stadt Wien heute der Unlerrichtsverwaltung einen besonderen Dienst dadurch erwies, dass er uus gewisse Stellen aus slovenischen Büchern vorgelesen hat, welche gewiss für die Jugend vollkommeu unpassend sind und von welchen ich nicht weiß — der Herr Abgeordnete hat es nicht mitgetheilt — ob sie sich thatsächlich in Schülerbibliotheken befinden. Sollte dies aber der Fall sein, so ist der Beweis vollkommen erbracht, wie nothwendig es war, dass die Unterrichtsverwaltung purificiereud in dieser Richtung vorgegangen ist. Ich kann Sie versichern, dass die Berichte, die mir über diese Revision zugekommen sind, ganz eigeuthümliche Erscheinungen zutage gefördert haben. Und ich lengne cs nicht; mit einer gewissen Befriedigung blicke ich auf die Revisionsarbeit des letzten Jahres zurück. Eiue Uumasse von Büchern, welche für die Jugend thatsächlich in irgend einer Aeziehuuq nicht tauglich waren, sind aus deu Schülerbibliothckeu eutfcrnt worden. Nicht das Unter« richtsministerium hat diese Bücher entfernt, die Lehrer felber waren Richter in dieser Frage, nnd das wird gewöhnlich vergessen. Das Unterrichtsministerium hat für diese Arbeit eiu ganz kurzes Programm hinausgegeben, das Programm: nicht unftatriotisch, nicht unsittlich, nicht irreligiös. Wir haben nicht den Censor an den einzelnen Schulen gemacht, und wenn der Herr Abgeordnete gesagt hat: Uns Deutschen werden unsere Classiker aus den Schülerbibliotheken genommen, so mahnt mich das an eine Demonstration, die — wenn ich nicht irre — seiteus eiucs Theiles der Lehrerschaft in Wien vorgekommen ist, einer Lehrerschaft, die wohl annehmen müsste, dass die Uuterrichtsverwaltnng sich niemals dazu hergeben wird, das. was an den deutschen Classikern nach seinem Inhalte für die Jugend bestimmt feiu kanu, dieser Jugend zu entziehen. Eine Lehrerschaft hat dies gethan und damit einen Beschluss gefasst, den die Unterrichtsverwaltung wirklich nur belächeln konnte, und dies umsomehr, als kurze Zeit darauf vielleicht dieselben Personen einen ganz anderen Beschluss gefasst habeu, den ich allerdings ernster genommen und den ich^ bedauere, dass nämlich die BntVnreiser wieder in der Schule wachseu sollen! Die deutschen Classiker werden, soweit sie für die Jugend passen, nicht verschwinden; aber auch der Stock wird in der Schnle seine Herrschaft nimmer antreten. Znm Schlüsse seiuer Ausführuugeu hat der Herr Abgeordnete der Stadt Wien auch vou gewisseu legislativen Vorlagen gesprochen und dabei der Unterrichtsverwaltung, speciell meiner Person, den Rath ertheilt — und darin gipfeln alle seine Ausführungen — ja keine legislativen Vorlagen einzubringen. Er hat gemeint, ich möge den Weg nicht imgewarnt wandeln. Ich habe die Warnuug gehört uud erkläre, ich werde den Weg wandeln. Ich werde legislative Vorlagen vor das hohe Hans bringen; welcher Art dieselben sein werden, davon wird der Herr Abgeordnete genugsam Gelegenheit haben, sich während dcr Berathung der« selben zn überzeugen. Ich werde aber nur Vorlagen einbringen, die meiner Ueberzeug uug entsprechen, und diese werde ich vor dem hohen Hause nach Maßgabe meiner schwachen Kräfte auch zu vertreten wissen. (Bravo! Bravo! rechts.) — Ich bin nun mit demjenigen zn Ende, was ich auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten der innern Stadt zu erwidern habe. Aber da die Centralleitung des Unterrichtsmini-sterinms in Verhandlung steht, kann ich nicht umhin, an das hohe Haus in einer Angelegenheit zu app^.,^ die mir von Wichtigkeit scheint für die Fvmj . Führnng meines Ressorts. Ihr Budget-M^ mc!üe Herren, hat in jener Sitzung, von weW ^ der Herr Abgeordnete heute zu sprechen die ^"^.^ den Beschluss gefafst, jener Position nicht M«'!'^ welche sich die Unterrichtsuerwaltung zur Syste'w! . ^, einer zweiten Sectionschcfstelle erbcteu hat. ^'.,^ in, Ausschusse die Ehre, die Gründe eingehend o, ^ legen, welche die Cultus- und Unterrichtsvttwa ^, bestimmt haben, trotz drr äußersten VcdachtnaW^^ die finanzielle Lage des Staatcs doch mit bM? ^ fordermlg an die Legislative heranzutreten. ^,,^,ü es heute uicht uutcruehme», all dasjenige im "^.^ wiederholen, was ich damals zu erklären die Ehre Y ich werde insbesondere das Argument der im g ^ Maße gesteigerten Geschäftslast des Ministeriums ^ betonen. Aber ich werde an dasjenige anknüpfe"' ^. den Schluss mciuer Ausführungen dem Abgeor von Wien gegenüber gebildet hat. Die UnterrB«^ waltnng ist bestrebt, auf einer ganzen Reihe vo"z bieten mit legislativen Arbeiten an das hohe ^ heranzutreteu. Ich neuue iu dieser Beziehung lN Reform der unteren Gymnasien, ich verweise ""' ^ Reformen, die bezüglich dcr Hochschule iniliiert w ^ sind, nnd ich mache darauf aufmerksam, dass die. forderungeu, namentlich in Beziehung auf ben ^ ,^ lich?n Unterricht, fortwährend im Steigen beg j sind, AN das lässt sich von einem Chef des iM ,, nicht in dein Maße bewältigen, wie es für c^ ,^ deihliche Führung des Amtes wünschenswert erM ^ wenn ihm uicht die Möglichkeit geboten ist, weM ^. im Innern des Amtes selbst — 'nicht nach aBH^ trage ich allein die Verantwortung — Persönl'u)^ zu besitzen, welchen die Verantwortuug in crh ^ Maße kraft ihrer Stellung übertragen werden la'^ Ich erlaube mir daher, fchon bei diesem " ^ einen Appell an das hohe Haus zu richten '"' ^ dringlichen und ergebenen Bitte, die Position der gieruug wieder aufuehmen, beziehungsweise ^!? j sition genehmigen zu wollen. Ich hege die Hofs . ^ dass diese Bitte keine Fehlbitte sein wird, ich h^M Hoffnuug deshalb, weil noch niemals ein österreia! > .^ Unterrichtsminister in Angelegenheiten, welche e .,^ seinen Ressort, und zwar für den Unterricht, als w?^ nnd nothwendig bezeichnete, vergeblich an diese» V Haus appelliert hat. (Sehr gut! rechts.) . ^ Bevor ich zum Schlüsse gelange, sei es H ^ stattet, ganz im kurzen auf einige Punkte zurüH" ^ men, die meinen Ressort speciell berühren und ^. früheren Tagen von einzelnen Rednern erwähn! ,^ den sind. Ich muss in dieser Beziehung zunächst ^, Rede gedenken, welche sich insbesondere mit bel ^ waltung der Unterrichts-Angelegenheiten in ^' ^ beschäftigt hat. Ich werde anf diese Rede. wel^ ^, Form und Inhalt gleich originell war (Heiterkeit)' ,^' antworten, weil dies meine schwachen Kräfte ^ steigen würde. Da jedoch der Herr Abgeordnete ^ mit einer Reihe geschmackvoller Titulaturen, wie ^ ^l gräber und dergleichen, zu bedenken die ^ >^c Freundlichkeit hatte und er unter Citierung ?.^ Erlässe eiueu Vergleich aus dem Orient herbes ^ er nannte mich nämlich Omar II. — so kann lsy ^e umhin, ihm bei diesem Anlasse auch meinerse/t ^, Stilblüte morgeuländischcr Poesie zn widmen, e>n aus dem Divan des Dichters Hafis: sich von dem schönen Munde zum Mitleid rühren ließ und die Syrinx auf ihr Bitteu in Schilfrohr verwan» delte. Trostlos darüber — so behauptet wenigstens die Sage, wahrend die That eher auf Bosheit schließe« lässt — zerschnitt Pan die Geliebte in Rohrstückchen von verschiedener Länge und Stärke, fabricierte aus denselben die erste Hirtenpfeife nnd pfiff dann seinem Liebchen was. Die Nachbildungen dieser Pfeife haben bei den Alten Syrinx geheißen, Syringa oder Flieder würde sonach einen Pfeifenstrauch bedeuten. Aber das klappt nicht, denn Pfeifen werden nicht ans dem Flieder-, sondern aus dem Philadelphusstrauche uud dem Hollunder geschnitten. Nun heißt im Deutschen der Flieder auch «blauer Hollunder», und der Hollnn-derthee heißt im Volksmuude «Fliederthee», aber die Botanik weist dem Hollunder eine ganz andere Stelle im Pflauzensystem an, als der Syringa. Neben Lila (nach dem ins Türkische übergegangenen persischen, auch von den Franzosen und den Engländern eingebürgerten Namen Lilac) ist orgonaMa und orßonaia gebrauch« lich, Worte, in deuen auch die Pfeife die Hauptrolle spielt, sintemal die Orgel eine riesige Nachbildung der aus verschiedenen langen Stäben zusammengesetzten Hirtenpfeife ist. Heutzutage, wo nach Bismarcks Exempel alles nach der «Klinke der Gesetzgebung» greift nnd für jedes Uebel Staatshilfe fordert/sollte'der Staat in den Fliedernamens°Wirrwarr eingreifen und Verord-ullngen erlassen. Aber freilich, der Flieder hat Ursachr, sich nicht der hohen Obrigkeit durch Petitionieren auffällig zu machen, deuu er besitzt keinen Heimatsschein und könnte deshalb vou Polizeiwegen als Vagabund behandelt werden. Obwohl im größeren Theile der alten Welt verbreitet, stellenweife verwildert nnd, wie in Syrmien, kleine Wälder bildend, ist er doch überall nur angepflanzt, nirgends ursprünglich. Er hat das mit seinem Verwandten, dem Oelbaum, gemein. Die Bezeichnungen «spanischer», «türkischer», «persifcher» Flieder sind irrig, da er weder aus Spanien, noch aus der Türkei, noch vom iranischen Hochlande stammt — von letzterem kommt nur, wie erwähnt, der Name Lilac. Seine Herüberkunft nach Europa soll er dem schwersten Unheil danken, welches über uuser Vaterland hereingebrochen ist; der Niederländer Busbek soll ihn nämlich nach Wien gebracht haben, wo er in den kaiserlichen Gärten angepflanzt wäre, und von wo er seinen Siegeszug über Europa angetreten hätte. Auger Busbet, ein Niederländer, zog 1555 als Gesandter Ferdinands I. zn Suleiman dem Prächtige», desseu Hand nach dem Siege von Mohacs schwer auf dem größeren Theile Ungarns lastete. Er fand den Padischah nicht in Con-stantinopel, erst in Amasia, und in dieser wunderbar romantisch, an beiden Rändern einer Schlncht gelegenen Stadt mag er den Flieder gebrochen haben, der in Wien angepflanzt wurde. Woher er aber auch stamme, wir freuen uus des Flieders, welcher mit seinem Erblühen nnd Verblühen die herrlichste Jahreszeit begrenzt, und so lange seine Tranben noch duften, wollen wir nicht daran denken, dass mit der Flicderblüte auch die Frühlingslust welken und gleich dem Fliederdnftc so mancher Liebesschwur verwehen wird, welchen die Maienlnst den jnngen Herzen entlockt hat.__________ K. 3>as OMckskwö. , Aus dem Dänischen des I. <5. Poestion von 9». H"'" (9. Fortsehnn«.) ^. «Vor dem Gebäude kam uns plötzlich ^H^ gegeu — jünger, frischer, rothwangiger und H >>! als da er die Heimat verließ. Nur war der ^ gi5 seinen blaue» Augen so uustet uud umherirren > ^ ähnlicher Mangel an Zusammenhang war " D' seinen Reden zu bemerken. Er zeigte bei nnse^ F blicke eine reine, überströmende Freude, lM< h.^ keine Frage an nns, wie es uns auf der ^^^ ergangen sei, und obschon er über unser ^ W offenbar dnrchans nicht verwundert war, !H^' ih^ doch nicht klar zu erinnern, dass dasselbe ja v^/' selbst veranlasst war. — Als die Mutter d'^Fl' kuug machte, dass wir erwartet hatten, in ^ M von ihm empfangen zu werden, brach er aus ^ samste Weise ab und begann uns deu Garten i der gemüthlich und wohlgepflegt war. ^ H «Wir begegneten einigen Bedienten, die ^ Art Uniform aus braungrauem Korderoy ^>i^ waren; Karl machte eine herablassende Ha"^ H" als wir an ihnen vorübergiengen. Die '""^id^ lichkeit, mit welcher dieselben seinen Gruß ^,1 >. war mir zwar nicht wenig aufgefallen; ZM setzte dieselbe auf Rechnung des amerikanisÄ gefilhls. M<^ «Karl begann nun umständlich all ^" ^' "^ rungen aufzuzählen, welche er an dem 6"^ ^e> nehmen zn lassen gedenke. Es sollte kw 9^„c^ Flügel angebaut werden, uud es war anch > ^aibachcr Zeitung Nr. 108____________________________________________911 ^ ^^ 1887. Nur dem Eprosser ist verständlich, Was das Buch der Rose spricht. Mancher lieSt in einem Blatte Und versteht den Inhalt nicht. ^^ sei mir auch verstattet, auf etwas anderes zu llW?' ^ "" Verlaufe der jüngsten Debatten hier iqel ^oe. Der geehrte Herr Abgeordnete der 3llk'! Handelskammer hat nnter Benützung eines von»" °'^ ^""' i""9^ erfolgten Intcrpellations-Beant-^li, ^ ^s Unterrichtsministers eine Reihe von Fol-ihlnk " ,^^g"l, dic ich denn doch nicht mit Still-bti ^r" übergehen möchte. Der Herr Abgeordnete hat M°!« Anlasse erwähnt, dass die Entscheidung be-eiüe 3> "erih' lich als nichts anderes darstelle als i^ "achgiebiaM — ich glaube, er hat damals ge-^ ^ gegen die czcchischen Wünsche. Nun, der Herr ^ordnete hat Eines übersehen. Nicht, wie er in seiner iheil, ^"^"t hat, als gesetzwidrig wurde die Ent-^ Ung d^ ^,^^^^^^^^^,^ aufgehoben, sondern ^" mangelhaften Verfahrens, tz^^knn Sie, meine Herren, das Gesetz über den ^u3 "Nsgerichtshof durchblicken, werden Sie wohl Hula Lehmen, dass diese beiden Fälle in zwei ^ ^lchen ihre wesentliche Unterscheidung gefnnden ^ ^ ^'" vorliegenden Falle aber liegt zufolge die Sache so, dass h»!^ ei'dgiltige Entscheidung des Verivaltungsgerichts-^ ^1 den neuen instanzmäßigen Erkeuutnissen der i ^ .^chtsverwaltung zn gewärtigen ist. Dasjenige, tz ,/?"^wen und speciell in Leitmeritz geschehen ist, ^e>i . "^ eine provisorische Ordnung der Dinge, ^^blsorische Ordnung, gegen welche die Unterrichts-!^ "UNg schy^ deshalb keine Einwendung erheben !i^' weil gegen dieselbe kein Recurs von irgend An überreicht worden ist. Ich bitte nnr die °5 bi ^ ^statten: Wie kann die Unterrichtsverwaltung ^^ern. Hass das Land Böhmen eine bestimmte U^ subventioniert? (Abg. Dr. Pickert: Es gibt im ^ Men Schulgesetze keine Landesschulen!) Ich werde ^Me Bemerkung nicht antworten (Abg. Dr. Pickert: wiG 6 uicht möglich ist!), weil das. was eben gesagt ^ ^"z selbstverständlich ist. Wer. frage ich also, ^tin' Land Böhmen hindern, eine Schule zu sllb-gesHmn? (Abg. Dr. Pickert: Das Gesetz!) Dies ^ldn ^riNiährend und täglich, und dem Herrn Ab-^ ^' der die Frenndlichkeit hat, mich in meiner ^ ^ unterbrechen, muss auch bekannt sein, dass die ^i»ng der Bezirksschulfonds von Seite des böh-^r^ "besausschusses erfolgt. Wenn aber der Herr ^ ^tt! ,^ '" diesem Vorgänge Anlass zu einer Be° ^.f findet, dann muss ich mir schon erlauben, ^ ^zuweisen, dass die Stelle hiefür nicht das hh^ '^tsministerium, auch vielleicht nicht dieses hohe ^/, Indern eher, wie mir vorkommt, die Prager ^ ^ .e ist. (Zustimmung rechts.) Ich sehe nun ab ^ langen, was hier über die Leitmeritzer Inter- ! »!it ^'Beantwortung ^sagt wurde; denn ich glaube ^ f, '^ ganz kurzen und flüchtigen Ausführungen ! Kl^niiesen ^ ^h^^ Hass die provisorische Ordnung Hhtz N'cht dasjenige ist. was mit der eventuellen ! Kn^orlage ^ ^ Mmoritätsschulen in Böhmen ^. ^ und gemeint sein soll. !^n3" der Herr Abgeordnete der Egerer Handels-'^ niH^" auch ein Wort gesprochen, ein Wort, das > Haiders bezeichnen kann, als ein bitteres und Me» ?' und dieses Wort soll nicht unerwidert ^^^ demjenigen, dem die Bildung und Er- ziehung anvertraut sind. Der Herr Abgeordnete hat in seiner Rede die Bemerkung gemacht, dass ein Theil unserer Ingend aufwachse ohne oen Glanben an Oesterreich und an seine Existenz. Meine Herren, das ist ein hartes Wort, ein Anwurf nicht bloß gegen die Unter-richtsverwaltllng, sondern ein Anwnrf gegen unser Schulwesen überhaupt. Ich habe in meiner Stellung genugsam Gelegenheit, mich über den Geist, welcher in nnserem Schulwesen, an den Mittelschulen und an den Hochschulen herrscht, zn informieren. Ich lasse keine Gelegenheit vorübergehen, dies zu thun, und mit Freude und Stolz sage ich es in diesem hohen Hause: es ist nicht so, wie der Herr Abgeordnete gemeint hat. (Beifall rechts.) Ich kann nicht leugnen, dass namentlich an unseren Hochschulen da und 'dort sich Spuren von Verirrungen zeigen, von Verirrnngen bedauerlicher Art, die aber nicht aus der Studentenschaft herans-, sondern in die Studentenschaft hineingetragen werden. (Lebhafter Beifall rechts.) Meine Herren!' Sie werden hineingetragen von Männern, die vielleicht gerade deshalb sich die Studentenschaft znm Terrain ihrer Action wählen, weil sie auf einem anderen Gebiete kaum ein gebildetes Publicnm für ihre politische Anschauung zu zählen haben. (Beifall und Heiterkeit.) Aber es scheint mir nicht genng zu sein, constatiert zu haben, dass dem nicht so ist. dass die Verhältnisse doch bei uns noch anders liegen, als der Herr Abgeordnete der Egerer Handelskammer meint. Es scheint mir. als dem Chef der Unterrichtsverwaltung, nothwendig zu sein, es laut zu verkünden, dass in unserer Stndentenschaft, in unserer Lehrer- und Professorenwelt der Glaube vorhanden ist, aber nicht bloß der Glanbe, sondern die freudige und werkthätige Ueberzeugung von der Zukunft Oesterreichs. (Lebhafter Beifall rechts.) Und dieser Thatsache ist in diesen Tagen umso lauter im hohen Hanse Ausdruck zu geben, als wir vor kurzem eine Rede gehört haben, die mit einem Citate geschlossen hat, das jeden Patrioten nur mit tiefstem Bedauern erfüllen kann. Meine Herren! Der Geist der österreichischen Un-terrichtsvcrwaltnng lässt sich kurz in einer Devise zn-sammenfasfen, eine Devise, für deren Festhaltung und Pflege in den österreichischen Schulen ich, so lange ich im Amte bin, gewiss sorgen werde — denn ich' habe dazu den festen Willen und so lange ich im Amte bin, auch die Macht hiezu — eine Devise, die nicht, wie ein verehrter Redner der Rechten vor kurzem bemerkt hat, halb verschollen ist, die Devise: Oesterreich über alles! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen rechts. Redner wird von vielen Seiten beglückwünscht.) Politische Uebersicht. (Verhandlungen des Reichsrathes.) In Fortsetzung der vorgestrigen Debatte über den Unterrichtsetat klagte beim Titel «Erfordernis zum Religionsfonde» der Abgeordnete Picht er, dass die Seelsorgegeistlichkeit in Nordböhmen die nationalen Bestrebungen der deutschen Bevölkerungen nicht unterstütze. Abg. Pscheider erörterte die neue Congrua-berechmmg, welche zahlreiche Geistliche in ihren Bezügen verkürze. Minister Gautsch erklärte, die neue Congruab rechnung strebe die Erzielung der Einheit! m den Bezügen an und sei vollkommen gesetzmäßig. Wenn einzelne Seelsorger etwas einbüßten, haben au-dere etwas gewonnen, aber es wurde eine gewisse Aus> gleichung erzielt. Nachdem noch mehrere Redner ge- ^ sprochen, wurde dieser Titel unverändert angenommen. In der Abeudsitzung fand die Debatte des Titels ^ «Hochschulen» statt. Abg. Luzzatto plaidierte für die Errichtung einer italienifchcn Universität in Trieft. ' Abg. Menger missbilligte das Streben, den Zndrang ^ zu den Universitäten zu erschweren, und hält eine Beseitigung der Zweitheilung der Mittelschulen als wünschenswert. Redner beleuchtete die Schwierigkeit der Er- ! lernung der slavischen Sprachen an den deutschen Schulen und erörterte verschiedene wünschenswerte Re- ^ formell des juridischen und medicinischen Unterrichts. Minister Oantsch wies gegenüber dem Abg. Luzzatto ! darauf hin, dass es anch jetzt bereits den Studierenden italienischer Nationalität ermöglicht sei, die Studien theilweise in italienischer Sprache zu machen, wie in Innsbruck, und sagt weiters: Ich kann das vom Abgeordneten Luzzatto Vorgebrachte nnr als eine Anregung betrachten, die ich erwägen werde, ohne irgend ein Versprechen meinerseits daran knüpfen zu können. Der Minister erklärte ferner, die beabsichtigten Maßregeln der Unterrichtsverwaltung seien zwar dahin gerichtet, eine Ueberfl'l'llung der Anstalten zn beseitigen, aber keineswegs dahin, das Studium überhaupt erschweren zu wollen Generalredner Beer erklärte sich gegen die Verlegung des naturwissenschaftlichen Unterrichtes in das Öbergymnasinm, gegen die Erweiterung auf neun Jahre, empfiehlt Vorsicht bei der Reform der juridischen Facultäten, deren Vorzüge man in Deutschland erst anstrebe, und verlangt die Aufreche Haltung des wohlerworbenen Rnfcs der medicinischen Schule. Der Titel «Hochschule» wurde angenommen. (Demonstrationen an der Wiener Universität.) Tlotz des Abrathens alter ehrlicher Frennde der Studentenschaft, trotz der Ermahnungen des Rectors, des Decans und der Professoren haben sich die kindischen Demonstrationen in den Räumen der Wiener Universität wiederholt. Die Folgen für die Scandalmachcr dürften, wenn die Excesse nicht aufhören, fchwere sein, und diese Folgen werden die Studenten allein und nicht die gewissenlosen Agitatoren, die im Verborgenen schüren, treffen. (Execution der Gehalte derPrivat-beamten.) Der aus den Berathungen des Iustiz-ausschusses hervorgegangrne Gesetzentwurf infolge des Antrages der Abgeordneten Dr. Iaques und Genossen, betreffend die Execution auf die Bezüge der im Privat-dienste dauernd Angestellten und ihrer Hinterbliebenen, ferner anf Pensionen, Provisionen, Unterhalts- und Erziehungsgelder, welche von Anstalten, Vereinen oder Gesellschaften au ihre Mitglieder und deren Hinterbliebene verliehen werden, bestimmt, dass im Privatdienste dauenld angestellte Personen von der Execution nicht getroffen werden sollen, wenn deren jährliche Gesammt» bezüge 800 st. nicht übersteigen. Von den Ruhegenüssen dieser Personen und den Bezügen, welche wegen ihrer Verdienste deren Witwen und Kindern von dem Dienstgeber verliehen wnrden, ferner von den Pensionen, Provisionen, Unterhalts- nnd Erziehungsgeldern der früher erwähnten Anstalten hat der Execution gleich« falls nur derjenige Betrag, nm welchen die Abfertigung 500 ft. übersteigt, zu unterliegen. (Ungar n.) Der Finanzausschuss des ungarischen Abgeordnetenhanses nahm vorgestern den Entwurf des Quotengesetzes an, nachdem sich die Repräsentanten der Unabhängigkeitspartei im Ausschüsse mit Berufung auf ihre Principien gegen die Vorlage sowie gegen jede f^äch? Wintergarten allzulegen. Im Verlaufe des 5! tlas ^aren wir zum hause zurückgekommen, und !??!? ^" ""s ^ Veranda einen großen, schwarz-ü, V ^ann mit weißem, dichtgeschnittenem Haar ^j" der uns sehr höflich gniß'te. ,Das ist Mister gh^,>agte Karl und schlug ihm wohlwollend auf l' A"""- -~ Meine Verwandten aus Dänemark, Ü^ter, ^ S,'e so freuudlich, in mein Comptoir ein-! l zein. .am!' Wte der Herr im schwarzen Rock ^ U° "lit einer Handbewegung, die auch mir galt, i? »Nil 3°lbgeöffncte Th"r. —' Min! ich möchte 'K er c ^hren Verwandten allein sprechen, Mr. N./ ^ '^m c "^. K"^ Mttm machte, uns zu folgen. ^ ih H >al) ihn mit einem wilden Blick und war h, heis ^l'ffe, eine heftige Antwort zu geben; allein ^ 3ll. '^e ""l. unbeweglicher Ruhe feine stahl-^Anq^n auf ihn und machte eine ganz kleine h>>^ lyllr t?" blm einen Zeigefinger. Wie dnrch Zau-'ll ^l Lm ^ verwandelt; er sank förmlich zusammen Mt hHkn. dann aber machte er plötzlich eine V Uh ,./"ssende Handbewegung. drehte sich auf der Üi> ^ v°. l> 2^"g seines Weges, eine Offenbach'sche " H?sj '.lch hinträllernd, welche damals auf der ^ «^ ^ m der Mode war. ^'''^ten ^lM' hatte alles ein eigenthümlich stren-^ 3'sche M ^"ssehen. Ich bemerkte, dass es lauter ^^iNe8^^ waren, die auf den Regalen standen. V "hü? <^ ""s. Platz zu nehmen uud begann ^l,^."leitung: ,Die Enttäuschung, die Ihnen 1 '«Mnlich jetzt bevorsteht, würde ich Ihnen erspart haben, wenn ich beizeiten Bescheid gewusst hätte. Sarltou House' ist eine Anstalt für Geisteskranke. Mr. N.'s Wahnsinn ist eine eigene Art von Größenwahn; er glaubt mehrfacher Millionär zu sein uud verfügt in der Einbildung über unbegrenzte Summen. Der Umstand, dass für ihu als Patienten erster Classe gezahlt wird, trägt, aufrichtig gesagt, nicht dazu bei, diese seine Schwäche zu vermindern; allein sein Freund Mr. Duff will es mm einmal so.' «Ich will mich nicht darauf einlassen, zu beschreiben, welche Wirkung diese Worte auf die Mutter und mich machten. Die weißen Streifen, welche noch in dem gekräuselten, eisengrauen Haar der Mutter zu sehen sind, datieren von jenem Nachmittage her. Mr. Aoynes behandelte ihren Schmerz mit Ruhe wie ein Mann, der gewohnt ist. tagtäglich Betrübnis und Knmmer vor Augen zu sehen und theilte uns, nachdem der erste Anfall wilden Schmerzes sich gelegt halte, klar und kurz mit, wie die Sache zusammenhieng. «Karl hatte in den Minen eine nicht unveden-tende Menge Gold erworben; aber alles, was er besaß, hatte er an einem einzigen Abend an ein paar mexikanische Spieler verloren und seither wurde er in solcher Weise vom Unglück verfolgt, dass Kummer und Gram endlich seinen Verstand erschütterten, mit dem es vermnthlich von jeher nicht ganz richtig stand. Ein Amerikaner Namens Duff, welcher eine Zeit lang in den Minen sein Kamerad gewesen war, hatte ihn dann durch einen reinen Zufall im elendigsten Zustande im Hotel einer kleineu Stadt angetroffen, wo man nicht wusste, was mall mit ihm anfangen sollte. Die Ka- meradschaft ist die am stärksten bindende moralische Macht, welche diese vertenfelten Kerle im fernen Westen kennen. Hierzu kam in diesem Falle, dass Duff eine Mine ausgebeutet hatte, von deren unermesslichem Reichthum au Gold anfangs fchou Karl mit großem Eifer profitiert, bei der felbst zu verbleiben aber fein unsteter Siun ihn nichtsdestoweniger gehindert hatte. Duff war eiu echter Jankee mit einem klaren, kalten Kopf. Seinen erstell Gewinn hatte er zum Ankauf von Maschinen verwendet, die ihn instandsetzteu, durch Anwendung uou Wasserkraft ganze Höhen und Hügel aus zuwaschen, welche Ueberfluss an goldhaltigem Sand hatten. Als er Karl traf, war er eiu. auch nach amerikanischen Begriffen besonders wohlhabender Mann, und er hatte sogleich seinen alten Werkgenosseu in einer bestens renommieiten Irrenanstalt unterbringen lassen mit dem ausdrücklichen Auftrage, dass Karl in allem und jedem wie eiu Patient der ersten Classe gehalten werden solle. «Mo immer er auch in der Union herumreisen mag, schickt er doch regelmäßig jedes Quartal das Kostgeld für ihu/ schloss Mr. Boyncs. ,Ich will hoffen, dafs es dabei bleibt; denn obschon der Wahnsinn ihres Sohnes mild und vollkommen unschädlich ist, Ma'am, so glaube ich, dass er lebenslänglich dauern uud nicht mehr zu heileil sein wird; - - da Ihuen all dies ganz unerwartet kommt, habe ich die Ehre, Ihnen bis morgen eiu paar Gastzimmer anzubieten. Ich sympathisiere mit Ihrer Enttäuschung und schwierigen Lage; aber ich sehe mich nicht imstande, etwas für Sie zu thun/ (Fortschung folgt.) Macher Zeitung Nr. 1l)8 912 13. Mai l^?^ andere Bewilligung von Beiträgen zu gemeinsamen Angelegenheiten erklärt hatten. Der Entwurf steht auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung des Hauses. (Deutschland.) Die Vorlage über eine Reform der Brantweinsteuer in Deutschland wird voraussichtlich lebhafte Debatten im Reichstage entfefseln. Das ist das natürliche Ergebnis der außerordentlichen Wichtigkeit des Gesetzes. Durch dasselbe soll dem Reiche eine Mehreinnahme von rund sechzig Millionen Mark zugeführt werden, es soll ferner die Landwirtschaft in den sogenannten «landwirtschaftlichen Brennereien» gegenüber den gewerbsmäßigen Brantweinbrennereien bevorzugt werden, endlich soll die neue Abgabe eine Probe auf die wirtschaftliche Interessengemeinschaft der ein-zelnen Buudesstaaten bilden. Selbstverständlich ist auch ein «erzieherisches» Moment in den Vordergrund gestellt worden. Es hat also jede Partei Anlass, zu dieser Steuerfrage Stellung zu nehmeu, und die wahrscheinliche Annahme des Gesetzes ist eine nicht zu unterschätzende Kraftprobe der Regierung. (Zur Lage in Serbien.) Wie der «Pol. Corr.» aus Belgrad gemeldet wird, entbehrt die in einigen deutsche« Blättern aufgetauchte Nachricht, dass Herr Ristic von König Milan mit der Mission betraut worden sei, ein Cabinet zu bilden, jeder thatsächlichen Grundlage. Der genannte Staatsmann hat während der ganzen nahezu dreiwöchentlichen Dauer der Ministerkrise keine Einladung erhalten, im königlichen Palais zu erscheinen, und in den vestnnterrichte-ten Kreisen überwiegt die Anschauung, dass bei der Neubildung des Cabinets weder die Person noch die Partei des genannten Staatsmannes Berücksichtigung finden dürften. (Bulgarien.) Der Zeitpunkt des Zusammentrittes des bulgarischen Sobranje ist noch unbestimmt. Wahrscheinlich wird nicht das gewöhnliche, sondern das große Sobranje einberufen. Die Meiduugen der Blätter über Differenzen zwischen einzelnen Ministern nnd der Regentschaft sind unrichtig. (Elsa ss - Lothringen.) Für die deutschen Neichslande steht eine complete Reorganisation der Volksschulen, besonders die Entfernung französischer Lehrbücher bevor. Tagesneuigteiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die Abgebrannten der Ortschaft Csüged 1000 fl. und für den Vudapester Landes Fraueubildungsverein anlässlich des von demselben veranstalteten Bazars 800 ft. zu spenden geruht. __________ — (Ausflug nach dem Süden.) Wie man uns ans Lussinpiccolo mittheilt, wird die dortige Section des österreichischen Touristenclubs am Tage des Besuches der Insel durch die Theilnehmer des von demselben arrangierten zweiten Abazzia-Ausfluges, welcher an« 19. d. M. angetreten wird, zur Erinnerung an die im heurigen Jahre durch den Kronprinzen ausgeführte Besteigung des Monte Ossera eine Gedenktafel feierlich enthüllen. Seit dem Bekanntwerden des bevorstehenden Massenbesuches der Insel befindet sich die Bevölkerung in begreiflicher Aufregung. Auch von Seite der Direction des österr.-ungar. Lloyd und der k. k, Seebehörde wird dem Aus-fluge die größte Unterstützung entgegengebracht, und wird sich derselbe außerordentlich billig stellen. Zudem wird die Reise durch das im Quarnero herrschende ausgezeichnete Wetter begünstigt und den Theilnehmern der Partie die Möglichkeit geboten, sich an dem Anblicke des im herrlichsten Blüten- und Farbenschmucke prangenden Ortes zu erfreuen. — (Waldbrand.) Am 8. d. Mts. mittags brach in der dem Matthäus Skubir vulgo Znidar gehörigen Waldung iu Radusch bei Windischgraz ein Fcuer aus, welches, vom heftigen Winde angefacht, sich in kurzer Zeit über die ganze Berglehne ausdehnte. Nur der thatkräftigen und aufopfernden Arbeit von Leuten der Umgebung sowie der besonderen Umsicht der Gendarmerie unter der Leitung des Wachtmeisters Cerncic ist es zu danken, dass das Feuer, welches sich mittlerweile über einen Naldcomvlex von über 20 Joch verbreitet hatte, nach dritlhalbstündiger Arbeit gedämpft wurde und nicht die ganze Gebirgskette sammt der Ortschaft Heil. Geist den Flammen zum Opfer fiel. — (Ex-Kaiserin Eugenie) wird im Laufe der nächsten Woche m Venedig eintreffen. — (Aus Gleichenberg) wird uns geschrieben, dass die Vereius-Restauration, welche entsprechend adaptiert und wobei die Veranda durchgcheuds verlängert wurde, an Herrn Josef PanHans, bisherigen Küchenchef der Hotels Semmering und Abbazia, verpachtet ist. — (Carriöre eines österreichischen Consuls.) Wie «El Diario» in Buenos-Ayres meldet, wurde der dortige Rheder Nikolaus Mihanovic, ein gebürtiger Dalmatiner, zum österreichischen Consul für diese Stadt ernannt. Derselbe emigrierte vor mehreren Icchrcu nach Buenos-Ayres, wo er anfangs simpler Bootsmann war. Später errichtete er im Vereine mit seinen Landsleuten Girolamo Zuahanah und Ottavio Kosulic einen Dampfschiffverkehr im Hafen von Auenos'Ayres. Vor kurzem hat jedoch Herr Mihanovic seinen beiden Genossen ihren Antheil an dem Unternehmen abgekauft, und fo ist er jetzt alleiniger Besitzer von zwanzig kleinen Dampfschiffen, ^- (Tod in den Wellen.) Wie aus München telegraphisch berichtet wird, haben sich vorgestern zwei adelige Schwestern im Alter von 18 und 20 Jahren an derselben Stelle, wo König Ludwig ertrank, in den Starn-berger See gestürzt. Beide wurden fest umfchlungeu todt aufgefunden. — (Theure Blumen.) Bei einer diesertage in Dornside bei Leatherhead stattgehabten Versteigerung von Orchideen, welche Doubletten aus der berühmten Sammlung des Herrn W. Lee umfasste, wurde eine Pflanze mit 310 Guineen bezahlt. Local- und Prouinzial-Nachrichten. Laibacher Gemeinderatl). (Schluss,) Namens der Bausection referierte Gemeinderath Dr. Stare über die Regulierung der Schicßstättgasse, wo seit der Eröffnung der Nesselstraße der Verkehr ein sehr lebhafter sci. Das magistratliche Bauamt berechnete die Kosten für die Regulierung der Schießstättgasse init 4000 st. ohne die Entschädigung, welche für die Grund-abtretung der Straßenanrainer zu leisten wäre. Der Stadtmagistrat stellte die bezüglichen Anfragen. Das k. k. Fianzärar fordert für 274 Quadratmeter den Aetrag von 500 st., die Herstellung einer neuen soliden Einfrie-dungsmauer und die Erhöhung der bisherigen Holzlegen um 1'/„ Meter, um das Holz zur Winterbeheizung aufbewahren zu können. Der Stadtmagistrat hätte alles auf seine Kosten auszuführen, dafür aber überlässt das k. k, Finanzärar dem Stadtmagistrate von der demolierten Mauer alle Ziegel und Steine. Das fürstbischöfliche Ordinariat, welches die Zustimmung zur Abtretung von 330 Quadratmeter des Gartens des «Collegium Aloysia-num» geben sollte, hat sich nach Anhörung der Direction des Aloysianums gegen die Abtretung erklärt. Die nächsten Anrainerinncn, Frau Helene Kavcic und Frau Hedwig Eisl, erklären sich im allgemeinen gegen die Gebietsabtretung, im unerlässlichen Falle aber sind sie auch nicht gewillt, den ganzen zur Regulierung nothwendigen Grund abzutreten, bewerten denselben mit 5 st. per Quadratmeter und verlangen außerdem verschiedene Herstellungen von Gartenmauern, Einfahrtsthoren und Ersatz für die angeblich an dieser Stelle ertragreichsten Obstbäume, so dass der Gemeinderath ob der großen Kosten derzeit auf die geplante Regulierung verzichten muss. Wohl aber beantragt die Bausection den Anbot des k. k. Fiuanzärars (an welcher Stelle übrigens die Straßenregulierung am nothwendigsten ist) zu acceptieren. Der Stadtmagistrat wurde beauftragt, den Vertrag sofort abzuschließen. Die Kosten sollen aus den laufenden Cassebeständeu gedeckt und weiterhin der Stadtmagistrat beauftragt werden, zu erforschen, auf welche Weise den Passagehindernissen in der Schießstättgasse wenigstens theilweise abgeholfen werden könnte. Gemeinderath Potocnik referierte namens der Bausection über die Schlussrechnung für den Bau des Quais an der Hradetzkybrücke. Der Bau sei in solider Weise um den Gesammtbetrag von 20 480 st. ausgeführt worden. Die Stadtgemeinde hat jedoch in ihren Baubedingnisseu dem Bauunternehmer zugesagt, einen Platz zur Ablagerung des Baumateriales und zur Bereitung des Betons zur Verfügung zu stellen. Da ein folcher Platz, ohne die Passage zu behinderu, der Unternehmung nicht angewiesen werden tonnte, musste ini Flussbette der Laibach ein Gerüste zur Ablagerung des Vaumateriales errichtet werden, wofür der Bauunternehmer Loncaric den Nachtragsbetrag von 1000 fl. anspricht, Referent beantragt, den Betrag in der nach Anschauung der Bausection gerechtfertigten Höhe per 800 st, zu bewilligen, welchem Antrage der Gemeiuderath zustimmt. Gemeinderath Dr. VoZujak referierte namens der Polizeisection über die Errichtung einer sechsten Apotheke in Laibach. Der Referent betoute, die Section verkenne nicht die Nothwendigkeit einer Apotheke für die Vorstädte Polana und Petersvorstadt, weshalb er beantrage, der Gemeinderath möge sich für die dringende Nothwendigkeit einer Apotheke für diese beiden Vorstädte aussprechen, welcher Nothwendigkeit aber nach Ansicht der Section im Wege der Uebersiedlung einer der derzeit im Centrum der Stadt situierten Apotheken abgeholfen werden könnte. Sollte die Uebersiedlung einer der fünf Apotheken nicht bewerkstelligt werden können, dann solle man um die Concession für eine fechste Apotheke einschreiten. Gemeinderath Dr. Tavcar erinnert daran, dass die Regierungsräthe Dr. Keesbacher und Dr. Gauster schon anlässlich der Frage betreffs Errichtung einer fünften Apotheke in ihren Gutachten in eingehendster, wissenschaftlich und praktisch begründeter Weise die Nothwendigkeit auch einer sechstell Apotheke verfochten haben, und bezeichnet den Antrag der Polizeisection als einen nichtssagende», " mö^ einfach das obbezeichnete Votum des Herrn D?l Keesbacher abschreiben lassen, und sicher werde die M-Apotheke bewilligt werden. , z Redner stellt den Antrag, es sei die k, t. 2a"^ regierung zu bitten, eine sechste Apotheke iu LaibaM dem Platze in der Polana- oder Petersstraße z" , willigen. Die Gcmeinderäthe Hribar und Dr. ^' weis unterstützeil diesen Antrag. Desgleichen d>e . meindcräthe Velkovry und Valentin cic, ^, letzterer die commode Verabreichung der Medicamente 1 tens der Subjecte abfällig besprach. Personen vom ä»^^ Ende der Polana- oder Petersvorstadt, die um ^"^ camentc kommen, werden auf eine halbe oder ganze Zt» später wiederbestellt, um die Medicamente in ^^' zu nehmen, und zwar auch in Fällen, wo das ^ . langte sogleich verabreicht werden könnte. Gemeinde»^ Valentincic betont ferner, dass die Apotheke" ^, Laibach sehr einträglich sind und um hohe Preise vl kauft werden. — Bei der Abstimmung wurde der Ä»u . des Gcmeinderathcs Dr, Tavcar auf Errichtung e> ^ sechsten Apotheke mit großer Majorität angenommen- Gemeinderath Hribar interpellierte, was ev dem defect gewordenen Chamotte-Pflaster beim 6a!> gebäude für einc Bewandtnis habe. Der Herr Vlttg meister erwiderte, der Fabrikant des Pflasters sei >^ in Laibach anwesend und habe sich bereit erklärt, " das Pflaster auf seine Kosten in Cement umgelegt n>e>, — Nachdem noch Gcmeinderath Hribar einige minder W tige Interpellationen bezüglich der Ablagerung des Strc^ mistes u. s. w. gestellt, wurde die öffentliche Sitzung 9 schlössen. — (Aus dem Reichsrathe.) In der M gen Sitzung des Abgeordnetenhauses ertheilte der Pl dent nach Verlesung der Petitionen dem Abgeord^ Klun das Wort zur Geschäftsordnung. Abgeord'" , Klun: Im stenographischen Protokoll der 149, S^ kommen in der Rede des Triester Abgeordneten LB.^ Ausdrücke vor, welche nichts weniger als parlame"^ ,^ sind. Dabei werden mir und dem Abgeordneten 6> , Verdächtigungen, Anfeindungen und Verleumdungen "^ Art zum Vorwurf gemacht. Wir können das, was gesprochen haben, jederzeit erweisen, und würden w^ , Recht schaffen, wenn diese grundlosen Anschuldig""^ außer dem Hause gemacht worden wären; so bleibt aber nichts übrig, als an den Präsidenten zu appe^ ^ und ich erlaube mir, in meinem und im Min^ . Abgeordneten Suklje den Herrn Präsidenten zu "' ^. dem Abgeordneten Luzzatto den Ordnungsruf i" ^ theilen und denselben daran zu ermähnen, ^>'ü nicht im Stadtrath von Trieft sitzt, wo solche ^ ^, vielleicht auf der Tagesordnung sind, s^'der" ^ hohen Reichsrathe. (Lauter Widerspruch auf den ^A der Italiener und Rufe links: Das ist eine ne"^ ,H Beleidigung und Verdächtigung!) Präsident: ^^i» auf die Reclamation erst heute zurückkomme, hat ^ seinen Grund, dass bei den häufig aufeinandeWg ^,, Sitzungen die Protokolle immer erst spät zu mein^ ^ sicht gelangen. Ich habe mir das Protokoll übel .,^ Angelegenheit vorlegen lassen, und aus diesem erg>" ^ in der That, dass der Herr Abgeordnete Luzzatt"^ Herren Abgeordneten Suklje und Klun wirklich ^ dächtigungen, Anfeindungen und Verleumdungen i"^,,,^' Wurf gemacht hat. Verdächtigungen und Am^'^ ^ würden noch gehen (laute Heiterkeit), aber Verlcll»'^ ,^ kann man einem Abgeordneten nicht zum ^^^!^ machen, und daher muss ich dem Herrn Abgeol ^ Luzzatto den Ordnungsruf ertheile»' ^ß das, was vorgebracht wurde, erwiesen werden ^ oder uicht, darüber kann ich keine Discussion i^l ^ da dies nicht vor das Forum des Hauses 6 ,^< Abg. Luzzatto: Der Herr Abg. Klun hat "^/ Rede direct die ganze Stadt Trieft sowie die W ^ Repräsentanz derselben, den Stadtrath, des I^ ,F mus angeklagt; cr hat Thatsachen vorgebracht, bl ^ im mindesten auf Wirklichkeit beruhen, und deWl ^ ich als Repräsentant der Stadt Trieft sowie "^ meinderath verpflichtet, dagegen zu protestieren. ^ .^' Abg. Suklje hat für sich allein, d. h. für die sl^ ,,i>! Partei, den Patriotismus vindiciert und gesagt, ^' seine Partei nicht ins Ausland schaue und nicht " ^F den Erlöser erwarte. Man konnte also zwischen den ^ lesen, dass die italienische Partei ins Ausla"^ F und von dort den Erlöser erwarte. Das ist " . ,M der Fall, das war nicht der Fall und wird a" ^ der Fall sein. Ueber österreichischen Patriot's'"'' .^ wir uns von keiner Partei, auch nicht von de I Slovene« belehren. (Beifall links,) Präside'^ßl^ werde darauf aufmerksam gemacht, dass der , ^ " den Stadtrath von Trieft. Dafür mufs ich ^^c falls den Ordnungsruf ertheilen. — Hieraus Budgetdebatte fortgefetzt. ^F' — (Truppen.Inspicierung) ^„ist^. der Corpscommandant FZM. Freiherr von "."" ^' stern abends in Laibach eingetroffen und lv>l hiesigen Truppen inspirieren. ^lnbllchcr Zeitung 3tr. 10« 913 13. Ntai ^8? ül ^s^^'Oesterreich-Ung'arn in Wort und zlt ^en, )< ^"^ in Paris lebender Landsmann Hcrr ^, "bic wnrdc von Sr, kais. Hoheit dem Kron-^ ^ ^" ^ udol f eingeladen, für die Abtheilung «Kram» «i! lcicki^"'^°"pn"zen herausgegebenen Werkes «Oester-^, h, '^ungarische Monarchie in Wort und Bild» Illu-^ "°"en zu liefern. ^ ^ ^ (Ein nenes Meisterstück des Lai- lcb ll^/^ ^llrrcfpondenten der «Tagespost».) e> 'ia ^ ^' ^' ^ meldet dieser Ehrenmann der wackeren .,' W°V^» u. a. Folgendes: «Dass die Laibacher Gym- 0i zee, ?"^ bei allen (bei welchen allen?) Excessen ,K ichy'?^ Deutschell hervorragend (!) betheiligt waren, ist ^ ^.. ^öfteren nachgewiesen worden (wie ist es nach- ,^ >,^'.^en worden?). Selbst der Landesvräsident hat s ^Is '^ ^ ätzten Landtagssitzung nicht zu bcstreiten, i» R ^ ^^ beschönigen gewagt (nun, mit welchen Worten >!' ^ ,.^^^hen sein?). Und hierin, in der Person des ^ ^^Präsidenten, liegt der wundeste Punkt (risum wno- /c M ^^ Zustände in Krain werden, wie die am Lai- bG ^^nnasinln, sich erst mit einer Personalveränderung >>l lM^^^ luie war es denn, bevor der Landesfträsident ^ ^ ^ kam?). Die Gymnasialjugend sieht in dem l> Vl/^ Antler, der mit ihnen — als sie, einige hnndert ^< ^,> '^ stark, aufmarschierten, um nach den Heldenthaten sj lec, l>»t^ ^°""^e Iutti stattfindende Schwurgerichtsveriodc >> ^tlo "ungelöst als Hanptgeschworne die Herren: i' ^>^ .^amberg, Vnchdruckereibesitzer in Laibach; Io- !l )«t l,^^^^ Kaufmann in Dornegg- Franz Cerne und ,! 'ltz ^ " ^^^ Hausbesitzer in Laibach; Anton Di- . H Kaufmann in Adelsberg; Anton Drascil, Holz- ' ^ ^ in Laibach; Adolf Galle, Herrschaftsbefitzer in h ^'schta; Anton Ritter v. Gariboldi und Johann c ^^ ^ ^^^^ Hausbesitzer in Laibach; Bartholomäns i l^ Besitzer in Stein; Victor Hoffmann, landschaft- l ^n. ^"unaK'ath; Anton Ierancid, Hansbesitzer; Ernst ! !^"^ar, Krämer - - alle drei in Laibach; Gregor Krat- , Hs-"ksltzer in Stein; Alois Krenner, Fabriksbesitzer in ^ >^V°ck; Karl Mally, Schuhwarenfabritant in Neu- ^liliä Jakob Matjan, Hausbesitzer in Laibach; Man- ^ ^^^>er, Brauer in Krainburg; Johann Mnrnik, l^ ^kllmmersecretär in Laibach; Johann Novak, ^°besitzer in Innergoritz; Karl Obreza, Hans- >ich^ in Oberlaibach; Ferdinand Omejec, landschaft- ^, ^echnuugsofficial iu Laibach; Franz Peterca, ü,y ^l'tzer in Laibach; Alois Pogacnik, Handcls- »^ m Zirknih; Johann Primär, Grundbesitzer in ^ ^! Johann Remc, Grundbesitzer in Podsmrck; ^. "Nton Rojc, Advocaturs'Concipient in Laibach; ^ ^"lmic, Gruudbesitzer in Adelsberg; Franz Xaver ^"°an, Großhändler; Anton Spalek, Procurist; August ^^- Handelsmann; Johann ,^^^ l Franz Tercek, Handelsmann; Franz Treven, ^>^> ^er — alle in Laibach; Anton Trevn, Kauf- ^"/n Sava; August Winkler, Hausbesitzer in Laibach. ^lin ^^anzuugsgeschworne die Herren: Johann ^'Hausbesitzer; Jakob Ausic, Versicherungsbeamter; ^n ^ento, Hausbesitzer; Carl Karinger, Handelsmann; ^Djstris, Hausbesitzer; Anton Ravnikar, Hausbesitzer; »^° Slovsa, Hausbesitzer; Felix Sterte, Hausbesitzer, "vhann Zagar, Bäcker — sämmtliche in Laibach. ^^(Vrand der Pulverfabrik in Stein.) ^ ^ä'nzung der gestern publicierten Depeschen berichtet >ü ^"s aus Stein: Der Brand ist gegen halb 11 Uhr ^i^ Salpeterraffinerie infolge Unvorsichtigkeit eines ^ ^ zum Ausbruche gekommen. Statt den schad- ^ "essel ins Freie zu tragen und dort zu uerlöthen, l«i^ er das glühende Lötheisen nnd wollte den Kessel ,^!, Morale ausbessern. Unglücklicherweise glitt der '»H^.auf ^^ Fußboden aus, uud der mit Salpeter «'b^^rte Fußboden fieng fofort in hellen Flammen l'^ ""en an. Das Feuer griff selbstverständlich rasch um ^eö in kurzer Zeit war der Mitteltract des Gc- ^eiy. ^^al niedergebrannt. Der umsichtigen Leitung der '^ dn«^""^^ gelang es, den Brand zu localisieren ^ ^^ Schweselmagazin, in welchem über 10 000 Ton- ^eit^efel verwahrt sind, zu retten. Auch die Fabriks- ^the^ und die männliche Bevölkerung von Stein ?^c>rf> ^ ^ "' anerkennenswerter Weise an den Mh ^^en. Auch die Feuerwehr von Domzale war um s hhr ^^' ll"f bem Brandplatze erschienen. Als um !<"'8te "achniittags die Laibacher Feuerwehr hier an- ?^d »" ^" Vrand fast schon erstickt. Der dnrch den '^n ^""^sachte Schade beläuft sich laut Schätzung des ^' Etei^^'^lrectors des dritten Armeecorps, der zufällig ^ Pan-f°"^"o gewefen. auf «- bis 10 000 Gulden. ! ^osim '>. ^e infolge der Furcht vor der drohenden s'^'g enlk Schwefelmagazins in der Steiner Bcvöl- Mtetei, '""^en, '"°^' unbeschreiblich. Frauen und Kinder b. ^l 5?"H Mannsburg, Domzale u. s. lv., nur die ü^'line. " zurück, um sich an den Löscharbeiten zu ^ an ^ Den Feuerwehren sowohl als auch allen, die k'" Löschwerfe betheiligten, aber gebürt unser wärmster Dank dafür, dass sie größeres Unglück von uns abgewendet haben. — (Promenade-Concert.) Am nächsten Sonntag um halb 12 Uhr findet in der Sternallce ein Promenade-Concert mit folgendem Programm statt: 1.) «Oberst Amor», Marsch aus der Operette «Der Vagabund» von Zeller; 2.) Ouvertüre zur Oper «II Fmiio soonwr»' von Sollera; 3.) «Kornblume», Polka fran-caife von Ziehrer; 4.) Potpourri <ä«8 airs «spa^noi^» von Denis Granado; 5.) «Ball Promessen», Walzer von Johann Strauß; «.) «Flora», Polka schnell von Meißner. — (Perso nalnach richten.) Der Aezirks-commissär in Adelsberg, Herr Anton Tschopp, wurde nach Littai und der provisorische Bczirkscommissär in Littai, Herr Josef Rihar, nach Radmannsdorf überfetzt. — (Leykam-Iofefsthaler Papierfabriks-Gesellschaft.) Der Verwaltungsrath der Leykam-Iosefsthaler Papicrfabriks-Gesellschaft hat in seiner vorgestrigen Sitzung beschlossen, für das verflossene Jahr eine 5proc. Dividende, gleich 10 fl., gegen 8 Procent pro 1885 in Vorschlag zn bringen, die Reservefonds cnt-fprcchend zn dotieren und 50 000 fl. anf neue Rechnung vorzutragen. Hätte man es nicht vorgezogen, zur Stärkung der Betriebsmittel bedeutend größere Abschreibungen als im Vorjahre vorzunehmen, so wäre die Gesellschaft in der Lage gewesen, eine wesentlich größere Dividende zu vertheilen. Das Jahr 1886 hat nämlich eine Erhöhung der Gesammtprodnction dieser Gesellschaft und eine nicht unbedeutende Reduction der Erzeuguugsftreise gebracht, indem sich einerseits das Absatzgebiet der von diesem Unternehmen erzeugten Papier-Specialitäten namentlich im Auslande abermals bedeutend erweitert hat, anderseits die Verwaltung in der Lage war, durch Aus-untzung der techuifchen Fortschritte die Gestehungskosten wesentlich zu verringern. Diesen günstigen Thatsachen stand indes die allgemeine Depression des Papiermarktes gegenüber sowie die Betriebsstörung eines der Etablissements, welches infolge von Wasserschäden zn längerem Stillstände genöthigt war. In der Bilanz erscheinen die Papiervorräthe sämmtlich zu den niedrigsten Preisen eingestellt. — (Tour- und Retourkarten nach Venedig.) Um den Besuch der am 2. d. M. in Venedig eröffneten, bis inclusive 25. Oktober dauernden großen internationalen Kunstausstellung zu erleichtern, werden in den Stationen der Südbahn: Wien, Budapest, Graz, Trieft, Innsbrnck, Vozen und Trient bis inclusive 23. Oktober Tour- uud Retourlarten uach Venedig zn sehr ermäßigten Preisen ausgegeben, welche eine Geltungsdauer vou fünfzehn Tagen haben uud zur Fahrt mit allen fahrplau-mäßigen Zügen berechtigen. ___________ Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 12. Mai. Im Abgeordnetenhaufe des Reichsrathes war auch heute die Spmaldcbatte über den Unterrichtsetat auf der Tagesordnung. Der Titel «Mittelschulen» veranlasste eine längere Discussion, m welche auch Minister Dr. von Gautsch in wirksamer Wrise eingriff. Wien, 12. Mai. Gestern abends demonstrierten wieder mehrere hundert Studenten vor der Wohnuna. des Professors Maaßen, wurden jedoch von der Polizei zerstreut und fünf derselben verhaftet. Heute fanden keine juridischen Vorlesungen statt. Bei Fortdauer der Demonstrationen soll die juridische Famltät geschlossen werden. Eine Studenten Deputation theilte dem Rcctor den Entschluss mit. die Ordnung an der Universität selbst anfrechtzuhalten und Demonstrationen vermeiden zu wollen. Wien, 12. Mai. Von den gestern anlässlich der Demonstrationen verhafteten fünf Studenten wurden von drr Polizei zwei zn dreitägigem, die übrigen zn vier-undzwanzigstündigem Arrest verurtheilt. Belgrad, 12. Mai. Die Königin nnd der Kronprinz sind heute morgens abgereist Und treffen morgen zu zweitägigem Aufenthalte m Bukarest ein. Paris, 12. Mai. Das die Regierung zur Vorlage ncucr Ersparungsmaßregeln auffordernde Votum dcr Budget-Commission wird als vollständiger Bruch auf-qefas'st. Die Journale sehen cine Ministerkrisis als wahrscheinlich an. Paris, 12. Mai, Der Verkauf der Krondiamanten hat heute begonnen. Gegen 250 französische und ausländische Juweliere und zahlreiche Kunstfreunde wohnten der Versteigerung bei. _______________ Äugctommeue Fremde. Am 11. Mai. Hotel Stadt Wien. Kullingcr. Vied. Doctor, Klettner, Stngl, ssußmegger, Hostnit, Kcmfleuw, Wwi. — Pfadcichaucr, Min-l)niidler, Pmzmg. — Glttck, Kaufmann, Prag. — Dusbcck, Nciscnder, Budapest. ^ Lautner, Mcd. Doctor, s.Frau, Weitcn-stl'iu. — Schnabl, Besitzer, Außcuch. — Pctschr, Kaufmamv?-nattin, Altcnmarlt. — Hanna, Aamt, Laibach. — Hertaus, Obrr-Postoircctor, Trieft. Hotel (klefant. Fürst Auersperg, Goldegg. — Dollcschnl, Forst-meistcr, Wlaschim. — Veuedcl, Kuma, Fabrikanten; Ortner, Stiea.liz, Kulla, Klein, Fischdach und Viaay, Kaufleute, Wien. — Tewele, Reisender, Prag. — Steiner, Kaufmauu, Floris-dorf. — Beran, l. k. Lieutenant, Tuzla. — Lo'winger, Kaufmann, Groß-Kanischa, — Leskovic, Vesper, sseistritz. Gasthof Sildbllhnhof. Luh, Beamter, München. — Low, 3tei< sender, Wien. — Lehki, Photographiu, Gcmona. — Bock, In-aenicur, Brunn. — Kohn, Meinhändler, Bomhäd. — Arselin, Privat, Kraiubura. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Luckmann, Praprotnil und Iugovic, Gewerlsbesitzer, Kropp. Volkswirtschaftliches. 5!ail!llch, N. Mai. Auf dem heutigen Marlte sind el' schienen: 4 Wagen mit Getreide, 2 Wagen mit Heu uud Stroh, 11 Wagen uud 2 Schiffe mit Holz. Durchschnitts-Preise. -Mit, Mg,,° Mil.« Vig,'» N.str, fl,j li. !l,sl^ 'fl. sli^ Weizen pr. Heltolit. 7 31 7 95 Butter pr. Kilo . . — 90------- Korn » 4 «7 6 20 Eier ftr. Stück . . — 2------- Gerste . 4 39 5 20 Milch pr. Liter . . — 8------- Haser . 2^92 3,— Riudsieisch pr. Kilo — 64------- Halbsrucht .-------6^60 Kalbfleisch » — 54------- Heiden » 4 55 5 2N Schwciuesleisch » —60------- Hirse . 4«? 5 40 Schöpsenfleisch » —36------- Kukuruz . 5 4 b 30 Händel pr. Stück . — 70------- Erdäpfel 100 Kilo 2 67-------Tauben » — 20------- Linsen pr. Hcttolit, 11-----------Heu pr. M.«Ctr. . 2 85------- Erbseu , 14-----------Stroh » . . 312------- Fisolen » 13-----------Holz, hartes, pr. Rindsschmalz Kilo 1----------- Klafter 6----------- Schweineschmalz » — 64 — — — weiches, » 4----------- Speck, frisch, , — 60-------Wein, roth.,100Lit.-------24 — — geränchert » —68-------— weißer, »-------20 — Nudolfswert, 9. Mai. Die Durchschnittspreise stellten sich auf dem heutigen Marlte wie folgt: sl. tl. fl. /". Weizen per Hektoliter 7 81 Eier pr. Stück ... — ^i Korn » — — Milch pr. Liter ... — tt Gerste . 4 55 Rindfleisch pr. Kilo . — 44 Hafer » 2 61 Kalbfleisch . . — i 4« Halbfrucht » 6 18 Schweinefleisch » . — — Heiden » 4 6 Schöpsenfleisch » . — — Hirse » 6 51 Hähndel pr. Stück . . — — Kukuruz » 4 88 Tauben » . . — — Erdäpfel pr. Mrter-Ctr. 2 80 Heu pr. 100 Kilo . . — — Liusen pr. Hektoliter . — — Stroh 100 » . . — Erbsen . — — Holz, hartes, pr. Cubik- — — Fisolen . - — Meter..... 3 25 Niudsschmalz pr. Kilo — 80 Holz, weiches, pr.Cubik' Schweineschmalz » — 80 Meter.....— — Speck, frisch, , — — Wein, roth., pr.Heltolit. 16 — Speck, geräuchert, » — 80 Wein, weißer, » 10 — Verstorbene. Den 11. Mai. Michaela Ielocnil, Schnhmachers^Tochter, 1'/, I., Rosengasse 39, Masern. Im Spitale: Den 9. Mai. Johann Brolich, Arbeiter. 26 I., Tuber-cuwse. — Maria Mehle, Conducteurs^Gattin, 50 I., Erschö pfung der Kräfte. — Ursula Äucar, Inwohnerin, 81 I., Apo. plexie. — Franz Müller, Bedienter, 58 I., Lungentuberculose. — Maria Hribar, Arbciters-Gattin, 38 I., Pyämie. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ' 7^M.^734.1? s'^"'MT'Mach ^6ewo'lkt"s'^7 12.2 . N. 732,81 14,8 NO. schwach bewölkt «?'"" 9 . Ab. 733,03 9.8 O. schwach theilw. heiter "^" Tagsüber trübe, gegen Mittag etwas Regen, abends theil» weise heiter. Wetterleuchten in W. und NO. Das Tagesmittel der Wärme 11,5°, um 1,9° uuter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic. Geheimnisse unseres Organismus. Während des Jahres scheidet das Blut fortwahreud uu brauchbare Stoffe aus, die, wenn sie nicht rechtzeitig nach auße> abgeführt werde», die mannigfachsten und oft schwere Krankheit« hervorrufe» können. Im Frühjahr und Herbst ist aber die recht Zeit, um die sich im Körper abgesetzten, überflüssige« nnd di, Thätigkeit der einzelnen Organe hemmenden Stoffe uud Säst (Galle und Schleim) durch eine regelrechte, deu Körper nich schädigende Abführung zu entfernen und hierdurch schweren au deren Leiden, welche durch diese Stosfablagerungeii leicht hervor gerufen werde», vorzubeugen. Nicht nur für diejenigen, welch, au gestörter Verdauung, Verstopfung, Blähungen, Hautausschlag Blutandrang, Schwmdel, Trägheit uud Müdigkeit der Glieder Hypochondrie, Hysterie, Hämorrhoideu, Schmerzen im Magen in der Leber uud den Därmen leiden, sondern auch deu Ge sundeu oder den sich für gesund Haltenden kau« uicht dringen! genug augeratheu werden, dem kostbarru rothen Lebenssaft, de uuscre Adern uud Acdcrchc» durchströmt, die volle Reiuheit uu> Stärkung durch eine zweckmäßige und regelmäßig durchgeführt« Cur vorsichtig zu wahren. Als das vorzüglichste Mittel hicrz, küuucu jedermauu die Apotheker Richard Brandt'schen Schweizer Pillen, welche uusere hervorragendsten mediciuischru Autoritäte, als cbeuso wirksam wie absolut unschädlich wärmsteus empfehlen aufs beste angerathcu werden, und findet mau dieselben iu den Apotheken 5 Schachtel 70 kr. (159) Allen unmittelbaren uud mittelbare» Nekamlteu uud Freunden meiues seligen Vaters, die durch w überaus zahlreiche Theilnahme am Vcgrcibuiss'', durch Spende» vou Kräuzen uud aus andere Weise einem schlichte» Ehrenmanne die letzte Ehre erwiese» haben, spreche ich hiemit in meinem uud der Verwandten Namen den tiefempfundenen Dank aus. Johann Mets, städtischer Lehrer. 914 Course an der Wiener Börse vom 12. Mai 1887. Na« v«n oM«««. Lo«^^ Gelb Na«l Ttaats-Nnlehen. «otenrente ....... 81 35 81 eo Vilderrente....... 82 »0 «!l-5o 1854er 4°/„ Staatslose »50 fi, 128 - 12850 I8«0or 5°/a ganze 500 „ I35»30135 60 I860c-r 5°/» ssünftel 100 „ I3»2b i»n?5 I864cr Staatslose . . 100 „ 165 75 i.85 i«ß4er ^ . . 50 „ I64?5iß5^5 Lomo»Nentenschein« . . per St. — — — — 4°/« 0est.Golbrente, steuerfrei . 1H^5I12I5 oeftxrr. Noten«»te, sieuersrei . 9, 05 97.2« ung, Volbrente 4°/« . . . . iv!ubiai'2o „ Papicrrenle b°/° . . . . «775 8? 90 „ Vilcnb..Unl.ill«sl.ö.W.S. l50«5,50?5 » Ofibahn«Prior niederoftelreichische . < . ios — 110 — »°/l> «beröfterreichische , . . . l05 — — — 5'/, fteirilche....... 105 50 106 50 5 °/, kroatische unb slavonische . 104 50 los — 5',, fiebenblirgischt..... 104»0l00 luv sl. . 1l6'25 1l«'7b blo. «nleihe 1878, Neuersrei . I05 7b 106 5.0 klülchcn b, Etabtgemeinbe Wien 105 - 105 50 Nülcben d, EtaUgemeinbe Wien (Gllber unb Gold) .... 131-— 13» on Prämien««nl, d, Etabtgem. Wien 125 50125 90 Pfandbriefe (jül 100 fi.) Vobencr. allg. vsteri. 4 °/, Gold. 12/, °/° 100 90 10130 dto. in 5<1 „ « 4°/u . »s 70 »7 lo dto. Prämien«Echulbverschr.3 101'—I01-s lui'ko — — Oest.-ung. Vanl Verl. 5°/<> . . lvo 75 101 2k bto. „ 4>/,°/° . 102 — 108,30 blo. „ 4°/„ . . 98'bl» 99 — Ung, alla, Bodencrcdit.Nctienges. in Pest in I. 1839 veil, 5'/,°/« ^'---------— Prioritüts'Obligationen (für 1U0 fi,) Elisabeth-Vefibahn I. «mission —>_____-— Ferbinanb«»!»lolbbahn in Ellber i»o 20100 80 sstanz«IoI . loo?« 101'— Oesterr. ^iorbwcstbühn , . . I0ü2n io«?0 Siedcnbütgcr....... __.^ __>__ Velo »ldare Staatsbahn 1. «mission . .198 — 199 — Siibbahn z »o/o.....145 5014«'— , i^ 5<.....Ill5-9«. 1LS-L0 Nnst.'galiz. Nahn.....9» 70 luc, 80 Diverse Lose (per Stils). Lreditlose 100 fi......17Ü'— 175 50 Llaru-Lose 40 st...... 44 25 — - 4°/» Donau-Dampssch, loofi. . 11875 H4'2>> LaldacheiPrämitn«Änleh. zt0 fi. igz» ill 7l> Ofener Lose 4U sl..... 48L5 49 Lü Palffy.Lose 40 n..... «75 44 25 Rothen Kreuz, oft, Ges. v, i«!l. 14 «o 14 so Mudols-Lose IN fi..... 18 — 10 — Salm-Lose 40 fl...... 07.50 «« 25 St,.Ven°is<-Lose 4« sl. . . , 55 ?5 56ü5 Waldfieiü'Lose X0 fl. ... 35-50 l>e ^. WlnblschgrHh'Lose «0 sl. . . <,» 75 44 25 Vanl'Nctien (per Stück). «lnglo.Oesteir. «a:,l i!00 fl. . 103 —10350 Nanlv«eln, Wiener, 100 fl. . 9i>io i,i>b0 Ädncr,.Nnft,,Oeft,!i00fl.S.4U°/<> 241 — i«42 — Lrdl,'«nft, f, Hand. u. G. iso fl. «zc» 3« »sa s><> «lrcdllbanl, Mg, llllg. AOO fl. .zk4 2b284?5 T>cposite!>b>ull, AUa.!iuU st. .170—1?« — Loc. mpt>:-Ges.,Niebercst.ü0Ufl.!ß45.— 550^. Hypotdelenb., öft.i!0U sI,^5"/l>E,,> s.4— ß«-— Lanbcrb., oft,, ü0Ufl, G. 5u",„ E,!z.>jc,'75 2»1,2!> Oesterr.^Ung. Banl . . . .ß?^,—8?8'— llnionbanl üuu ,l.....»oü'bl, »0?" Aerlchrobanl, AU^. I4u ji. . i5(,?5li<,i 2fl,EM,----------------- Vöhm, Norbbahn löo fl. . ,18C—i»i- „ Westbahn noo fl. . . 282—«85-Vufchtiebrader Eisb. 5ou fl. «Vi ?9l» — ,9!» — „ Mt.«) «00 fl. «10-^0 2i,1b0 Donau « Dampfschiffahrt« ° Ges. Ocftcrr. 500 fl. EM. . . .343—3«5 — Drau' -'-sserbl»and»'Nordb. 1000 fl. VarcserEisb.20usI.s.-------------— VaIiz,«arl«Vudw!g'Ä.»00fl. >iM, 2N5'50 2o«"?5 Graz^öflaaer«..^ ,^oc>sl. ö.«0.-------—'— itadlcuvcra.Eisenbahn 100 N. .-------— — «aschau.oderd.liisenb.iaa fl. S, —'— —-— »!elnbolg»,, Silber . iy2 —!i62 LK Prag»Dllj—^ —-— staaluül,^!!,^^» ^,,« ,l. 0 W, . 826 — !22ü 50 -----------------------------------—O^«^ Sübbahn «a fl. Ellber . - - I?»?!ii'V Süd.Norbb.»Velb,«!U.2u0sl.' ^ Irailsport.»seselllcha,./ «l U»g,WcNb,(!it>,al'.<»ra,)<0Ul,,S,l Indnftrie>Actien (per Stück), «.<«. «^'" ,,,» ^ionian.^csellich., üslerr..alpine l?« „^^ Prag« Hlse>l.I!it,.»Ä<:s. >!UU ft, - l»?-->B.. salg°»Tarj. Hisenraif. l0'» !l. . l«< — . . Trisllll« ttohlenw,«Gcs, ?» tt- ^"^ ^^ Wassnlf..G.. Qeft. iu W, »x» sl - " Devisen. .z Deutsche Pl«h«......««'" „7 ,l/ London.........^«I7^^> Pari« .........zc.«l<.^.^ Petersburg .......— Valuten. ,„ Ducaten........6M ^« «0,yrancs.Sl!i>le..... l»0^ ^., Silber......... 1»»!«,z?! Deutsche «eichsbanlnole» . , «»'»!«"