HrLuumerationS-Prrtse • Für Laibach: Ganzjährig . - 8 fl. 40 tr. halbjährig . . Vierteljährig . ®*enotli(6 - Laibacher -kedaction: Lahnhosgoffe 'Jir. 132. 20 10 70 Mit der Post: Ganzjährig..................^ fl. halbjährig................. ® " ^Wrieljähiig................3 - 6fit Zustellung ins Haus 25 kr., monatl. 9 fr. ®tnjtlne Nummern 6 kr. lagblott Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Expedition- & Anseraten-Bureau: Congreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. tilein-mayr & Fed. Bamberg.) JnsertionSvreise: Für die einspaltige Petitzeile ä 4 kr., bei wiederholter Einschaltung ä ,3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20 K. Be, größeren Inseraten XSh,'-öfterer Einschaltuna etttspre-' ' chender Raba^t.^ Für complicierten Satz beson- i': dere Vergütung/ - jr Skr. 79. Freitag, 9. April 1875. — Morgen: Ezechiel. 8. Jahrgang. Der Kulturkampf in Meylo. Der Kampf zwischen der katholischen Hierarchie Nb der Staatsgewalt tobt nicht blos diesseits des ^«mischen Oceans. Auch auf der ändern Erdigste, namentlich in Brasilien und Mexiko .st der ju hellen Flammen entbrannt. Zuvorderst ist der mexikanische Freistaat, dessen energische Re. Sng in letzter Zeit durch Erlasung von liberalen ^setzen zur Ermunterung von Einwanderern, durch ^senbabnbau. sowie überhaupt durch die Förderung S Fortschrittes und der Entwicklung des Landes * kllgem-in-n. jedoch S der merkwürdigsten Kirchengesetze, welches wohl 5 irgend einem Lande existiert, die allgemeine Auf. Ntiamltit der Presse in ändern Landern auf sich Infolge dessen haben die gerchten Änontanen blutige PöbelaufstSnde an verschieden Orten hervorgerufen; Protestanten wurden Mordet, ibre Kirchen und Bethau,er mit Zersto-Sbto£ Der von den katholischen Priestern frisierte Pöbel mußte mit Gewalt zu paaren ge- ' welches der Präsident der Republik k Bändigung eines volksverhetzenden Klerus dem sSansfe vorgelegt und letzterer trotz des Wider-Ä bcir Ultramontanen fast -.nstimm.g angenom-S Bot fit fest, daß der religiöse Unterricht so Sft alle CultuShandlungen aus den öffentlichen k^len verbannt und innerhalb der Familien und ? «rdi«, verwiesen werden. Die Regierung ver. %—---------------------------------------------------- pflichtet sich, überall dort, wo eS nothwendig. öffentliche Schulen aus Staatsmitteln zu errichten. Keine bürgerliche oder militärische Behörde darf in ihrer amtlichen Eigenschaft dem Gottesdienste beiwohnen. Auf diese Weise soll die strengste Unparteilichkeit der Staatsbehörden in religiösen Fragen gewahrt werden. Die Geistlichkeit darf nur innerhalb der Kirche Gottesdienst abhalten; Processiouen und öffentliche Umzüge sind daher strengstens untersagt. Ja die Priester dürfen sich in ihrem Ornate auf den Straßen gar nicht zeigen und kein Abzeichen ihres Amtes tragen. Am schwersten jedoch wird die in Mexiko besonders habsüchtige und verweltlichte Mutter Kirche durch die Bestimmung getroffen, daß keine religiöse Anstalt Grundeigenthum oder in Grundeigenthum angelegte Kapitalien erwerben und besitzen darf. Mit dieser Entziehung der ökonomischen Grundlage werden viele Abhängigkeitsbeziehungen des Volkes zu den herrschsüchtigen Priestern beseitigt, z. B. der Pächter und Taglöhner zur grundbesitzenden Kirche. Die mexicanische Regierung erkennt ferner keinen Orden an, sogar die barmherzigen Schwestern sind verbannt und mit Gewalt über die Grenze geschafft worden. Endlich sind diejenigen, welche die Ausübung des nichtkatholischen Gottesdienstes stören, mit den härtesten Strafen bedroht. Man wird gestehen, der Eontrast zwischen der Stellung, welche dies Gesetz dem Klerus anweist, und derjenigen, welche derselbe sich ehemals in Spanien und seinen Nebenländern, wozu auch Mexiko gehörte, herangebildet, kann greller nicht ge. dacht werden. In keinem Lande der Welt war der Klerus so übermächtig, so allgewaltig, so üppig und hoffärtig gewesen, in keinem Lande der Welt hat er aber auch seine hervorragende Stellung so schonungslos zum Verderben des Volkes ausgenützt, wie in Spanien und Mexiko. Reich auSgestattet mit Grundbesitz, schwelgend in Ueppigkeit und Wohlleben, war er nur daraus bedacht, die Bevölkerung in der Nacht des Aberglaubens zu erhalten und jede geistige Regung durch die schauderhaften Jnquisitions« gerichte zu ersticken. So war die Priesterschaft allgemach zu einer Stufe der Versunkenheit gelangt, daß sie nicht einmal mehr den äußeren Schein und Anstand wahren zu müssen glaubte. Um so freudiger begrüßen alle gebildeten Klassen des vielgeprüften Landes das neue Kirchengesetz und die durch dasselbe eingeleitete neue Ordnung der Dinge in Mexiko. Derjenige aber, der mit starker Hand das Volk von Mexico aus der Versumpfung herauszureißen versucht, der das Priester liche Joch mit Macht bricht und als die Haupttriebfeder aller dem Fortschritt huldigenden Ideen betrachtet werden kann, ist der gegenwärtige Präsident des Freistaates, Sebastian Lerdo de Tejada. Ein amerikanisches Blatt, „Galveston News," gibt folgenden Lebensabriß dieses Staatsmannes, der schon deshalb interessieren dürfte, weil Tejada auch auf das Schicksal des unglücklichen österreichischen Prinzen von entscheidendem Einflüsse gewesen, der in Mexico den Thron Montezumas aufrichten wollte. Ieuilleton. Das Kaninchen. V Die Kaninchenzucht, früher nur alS Spielerei tJt Liebhaberei betrieben, hat in Europa nament-in Frankreich, England und Deutschland der ftriienbcn Preise aller Lebensmittel Mer eine gewisse volkswirthschastliche Wichtigkeit Ä-»«- d° 6ie »robuciion ü11 der (Konsumtion nicht gleichen Schritt, was d, Möglich beim Rindvieh seine Anwendung findet; berücksichtige nur die Unzahl der Kälber, welche, auf die Welt gekommen, dem Fleischer anheim und ferner, daß zur vollen Ausbildung e,nes Mn oder einer Kuh mehrere Jahre erforder ich A __ wie endlich die dem Anscheine nach nicht ^beseitigende, bald hier, bald dort immer wieder-«Mnherneft. welche Taufende von Opfert f!!%be Rinderpest, welche Tausende von Opfern ' Hieraus geht hervor, daß das ärmere Pu- t. ' . ft4t UXtifin StffftffflflPYlllf fcÄtt. jnterauB y^i u»p v»v -- - --- t- der alten Welt sich häufig dm Flei,chgenuß V* versagen muß, und, wenn in neuerer Zeit fö5 Pferdefleisch zur Aushilfe genommen wird. so nn einen höheren Oat bereits dies ebenfalls an einen höheren PreiS-^Mchwung zu nehmen, abgesehen davon, daß Pfer-^isch nicht eben jedermanns Lieblingsgericht ist und Pferde fo lange als möglich zu ändern Zwecken benutzt werden. In Anbetracht aller dieser Umstände hat man sein Augenmerk auf das Kaninchen ge-richtet und in ihm ein kleines nützliches HauSthier entdeckt, welches mit wenig Aufwand erzogen werden kann, sich stark vermehrt und in einigen Monaten schon ein gutes genießbares Gericht liefert. Betrachtet man die billige Ernährung der Kaninchen, ihre große Fruchtbarkeit und frühe Reife, fo wird man sich überzeugen, daß es, zumal in beschränktem Raum, kaum eine lohnendere Zucht geben dürste. Hierzu kommt noch, daß die Felle gut bezahlt werden und selbst btr Dünger, hitziger Natur und dem Taubenmist ungefähr gleich erachtet, gern gekauft wird. / Der Ähnlichkeit der Gestalt wegen und mehr noch wegen des übereinstimmenden Baues wird das Kaninchen zu der Familie der Hasen gezählt. ES. verhält sich auch wirklich zum Hasen ungefähr, wie der Esel zum Pferd. Jedoch geht wunderbarerweise' diese Verwandtschaft nicht so weit, daß von Hasen und Kaninchen Bastarde gezogen werden können. Beide Geschlechter scheinen im GegentHeil eine Art von Antipathie und Haß zu haben, welche schon bei ganz jungen Thierchen ausfallend genug sich äußert. Wahrhaft lächerlich sind aber alle jene Märchen von fruchtbarer Begattung zwischen Kaninchen, Ratten und Katzen, drei natürlichen Todfeinden und in ihrem innerlichen Wesen völlig antipodischen Geschöpfen. Wie groß die Aehnlichkeit zwischen dem Hasen und Kaninchen erscheinen möge, so sind doch beide in ihren Gewohnheiten, Liebhabereien und in ihrer ganzen Lebensweise himmelweit von einander verschieden. Das Kaninchen ist ausnehmend empfindlich gegen die Kälte, kann aber den höchsten Grad von Hitze vertragen und scheint sich sogar ausnehmend wohl dabei zu befinden. Treffen fich Hasen und Kaninchen auf der Weide ober sperrt man sie zusammen ein, so bleibt ein Krieg auf Leben und Tod selten auS. — Oft trägt in solchem das Kaninchen seltsamerweise den Sieg davon. Die Kaninchen sollen aus dem südlichen Europa und zwar ursprünglich aus Spanien und Alt-Griechenland stammen, von dort aus aber zuerst nach Frankreich und Italien und dann nach Deutschland und England verbreitet worden sein. In kalten Ländern, wie z. B. in Schweden und noch nördlicher, gedeihen sie im Freien nicht, dagegen findet man sie in Asien und Afrika. Nach Amerika verpflanzten sie die Europäer, und sie befinde» sich vortrefflich alldort. (Forts, folgt.) Sebastian Lerdo de Tcjada ist ein Mann von kurzer Statur, ungefähr 5 Fuß 5 Zoll hoch, stark und von gedrungenem Körperbau, mit rundem, vollen Gesicht, blauen kühnen Augen, breiter, vorstehender Stirne, welche auf hohe geistige Entwicklungen schließen läßt. Sein Teint ist hell, läßt aber auf seine rein spanische Abkunft schließen; seine Manieren sind einnehmend und gewinnend und zeigen die charakteristische Höflichkeit eines mexikanischen Caballeros. Lerdo wurde im Jahre 1825 in der kleinen Stadt Mapa, im Staate Vera-Cruz von ganz armen Eltern geboren. Seine Studien beendete er in der Hauptstadt Mexiko und practicierte eine Zeit lang als Advocat in der Hauptstadt Mexiko, gab jedoch bald die Advocatur auf und wurde Präsident der berühmten Lehranstalt San Jldefonso, welche Stelle er viele Jahre bekleidete. Im Jahre 1856 wurde er als Chies-Justice der Supreme-Court der Republik erwählt. Dieses hohe Amt bekleidete er ehrenvoll bis zum Jahre 1857, in welchem er Minister des Auswärtigen unter Comonsort wurde. Bon 1860 bis 1863 war er Deputierter des Con-greffes, und am Schlüsse desselben fungierte er als dessen Präsident. Unter Präsident Juarez war er StaatSsecretär, resignierte aber nach einigen Jahren, weil er dem Finanzsecretär in den Cabinetsberathungen an Rang untergeordnet war. Er wurde nun abermals als Chies-Justice der Supreme-Court erwählt, welche Stellung er einnahm, als Juarez starb. Dies machte ihn zum Präsidenten per se für den noch nicht abgelaufenen Termin der Präsidentschaft Juarez. Rach Ablauf der provisorischen Präsidentschaft wurde er beinahe einstimmig zum Präsidenten erwählt. Sein Termin wird im Jahre 1876 ablaufen. In allen seinen Positionen hat er bewiesen, daß er ein Staatsmann von großen Fähigkeiten und außerordentlichem Scharfsinn ist, kalt und berechnend; man sagt von ihm, daß er niemals ein großes Ziel, welches zu erreichen er entschlossen war, verfehlt hat. Der Tod Maximilians, sowie der Sturz des Kaiserreichs soll hauptsächlich durch seine außerordentliche Energie und unbegrenzten Einfluß auf dir Juarez-Rcgierung veranlaßt worden sein. — Juarez soll geneigt gewesen sein, Maximilian zu begnadigen, aber Lerdo siegte selbst über das weicht und gute Herz de« Präsidenten. „Cs ist nicht Benito Juarez, welchen man um Pardon für den fremden Eroberer und Eindringling bittet, sondern es ist der Präsident der Republik, und dieser darf und kann Maximilian nicht begnadigen," sagte Lerdo — und Juarez Unterzeichnete das Todesurtheil. Als Politiker hat er nicht seines Gleichen in Mexico; bei ihm muß sich das Gewissen (wenn er eines hat) vor dem Interesse beugen; er regiert Mexico nach den Diktaten seine« Kopfes, nicht nach dem Herzen. Dieses ist eine seiner besonderen Ei-genthümlichkeiten; die ganze Gewalt seines außerordentlichen Talents scheint sich einzig und allein auf die Vergrößerung und Entwicklung Mexico'S zu concentrieren. Eisenbahnen und Emigranten sind bei ihm Fragen, die alle ändern in den Hintergrund drängen. Unter seiner Regierung wird sich Mexico sicher, wenn auch langsam, in geistiger wie materieller Beziehung entwickeln und zwar mehr als unter irgend einem seiner Vorgänger auf dem Prä- fidentenstuhl. Ich habe mich bei fernen intimen Freunden über die Art und Weise, wie er die Zeit zubringt, sowie über sein Privatleben erkundigt, und gebe darüber einige Skizzen: Er steht morgen« um 10 Uhr auf, nimmt Bad und Imbiß, geht dann auf sein Geschäfts-bureau und durchsieht die eingelaufenen Eorrefpon-denzen. Um 1 Uhr ißt er in Gesellschaft seiner Minister Frühstück, worauf eine kurze Zeit dem Rauchen und geselliger Unterhaltung gewidmet wird. Bon 4 — 5 ist er im Audienzzimmer und gibt den Besuchern auf ihre Anliegen mündlich Bescheid. Spät abend» fährt er in einem offenen Cabriolet hinaus nach dem Paseo, aber niemals mit Begleitung. Sein innerer Stolz erlaubt keine Begleitung oder öffentliche freundschaftliche Beziehungen mit anderen hervorragenden Persönlichkeiten. Nachtö hat er entweder Gesellschaft oder studiert bis 12 oder 1 Uhr, wenn er sich zurückzieht. Er ist unverheiratet und stolz daraus, daß er sich sein Vermögen, welches sich auf mehrere hunderttausend Dollars belaufen mag, durch eigene Energie und Ausdauer erworben hat. In seiner Jugend soll er ein extremer Anhänger der Kirche gewesen sein, während er jetzt ihr bitterster und gefährlichster Gegner ist, und vom Klerus gehaßt und gefürchtet wird. Es kann gar nicht anders sein, daß ihn seine Feinde als den leibhaftigen Gottseibeiuns schildern und ihn schwärzer als die Hölle malen; aber das Volk von Mexiko lernt nachgerade einsehen, daß es eine Besserung seiner Zustände nur von einem energischen Willen zu hoffen hat, welchem es gelingt, die priesterliche Herrschsucht in ihre Schranken zurückzuweisen. Politische Rundschau. Laibach, 9. April. Inland. Ueber die positiven politischen Ergebnisse des Kaiserbesuches in Venedig wird der „Presse" von dort das Folgende gemeldet: Das diplomatische Diner, von Visconti-Venosta dem Grafen Andrassy gegeben, wird von den jetzt zu Dutzenden hier herumschwärmenden Neuigkeitsmachern zu den muffigsten Conjecturen ausgebeutet. Alle Nachrichten, welche von formellen diplomatischen Verhandlungen oder Abmachungen erzählen, gehören in daS Bereich der politischen Fabel. Solche Verhandlungen waren niemals geplant und in den maßgebenden Kreisen hat sich auch hier die Noth-wendigkeit für dieselben nicht ergeben. Der Besuch des Kaisers wird sowohl von österreichischer wie von italienischer Seiie als ein Act der Höflichkeit aufgefaßt, der lediglich der Initiative des österreichischen Monarchen entsprungen ist. Die beiden Fürsten verkehrten sehr lebhaft und freundschaftlich, ja intim mit einander und auch zwischen dem beider, fettigen Gefolge hat sich rasch das beste Umgangsverhältnis herausgebildet. Daß in diesem intimen Verkehre auch die Kragen der Tagespolitik aufs Tapet kommen, ist selbstverständlich. In erster Linie ist es die r ö-mische Frage, welche beide Reiche in gleicher Weise nahe berührt und daher ventiliert wurde. ES hat sich ergeben, daß in dieser Hinsicht eine Übereinstimmung der Anschauungen vorherrsche, die eigentlich jede Vereinbarung überflüssig macht. Die Prätension Roms, die kirchliche Omnipotenz auf das staatliche Gebiet auszudehnen, wird von der österreichischen wie italienischen Diplomatie bekämpft; allein innerhalb jener Grenzen, welche die locale Notwendigkeit ergibt. Jedes der Cabinete hat die Selbständigkeit seiner Action gewahrt und will sie auch künftig aufrechterhalten. — Die in letzter Zeit oft wiederholte Zeitungsnachricht, wonach Deutschland in Rom wegen des Garantiegesetzes ofsicielle Schritte gethan hätte, ist trotz der Versicherung deutscher Blätter vollkommen unrichtig. 16» ist möglich, daß der deutsche Gesandte in Rom eine diesbezügliche Jntimierung von Berlin erhielt; ein ossicieller Auftrag ist nicht erfolgt oder wenigstens nicht ausgeführt worden. Daß der Besuch des Kaisers die Entente mit Italien gekräftiget hat, liegt auf der Hand. ES kann mit Bestimmtheit angenommen werden, daß die beiden Reiche in der nächsten Zukunft, keine politische Action gegen oder ohne einander unternehmen werden. Dieses Resultat ist wohl das gewichtigste der venetianischen Entrevue, ganz abgesehen davon, daß die persönlichen Beziehungen der Monarchen intime geworden sind. Die r e pu blikan is che Propaganda sieht den Besuch mit scheelen Augen, denn insbesondere die in dieser Partei gehegte Idee der Territorial-Veränderungen tritt nun abermals ganz in den Hintergrund. Die italienische Regierung und btt römische Hof perhorrescieren diese Bestrebung«!. — Andrassy und Visconti haben einanbc wiederholt besucht und ihre Ansichten auSgetaascht; dieselben dürfen in nicht viel von dem abweich» was in dem Vorausstehenden als Ausdruck da Ansichten in den maßgebenden Kreisen mitgethäll wird." Der ungarische Finanzmini st» hat in der Sitzung des Steuerausschuffes vom 5.^ die Vorlage eines Gesetzentwurfes über die Bc> steuerung der Grenzwälder angekündizl. Die Hälfte der weitausgedehnten GrenzwaldunP> ist bekanntlich nach der Provinzialisierung der ©rcnjf in taS Eigenthum der Gemeinden übergangen, Welt ein ziemlich bedeutendes Erträgnis auS benfelfec ziehen. Dieser Besitz soll nun der Besteuert unterworfen werden. Ausland. Da« Sperrgefetz ist o» 6. d. von dem preußischen aibgeorbnetenhM'i in dritter Lesung angenommen worden. Neu mit nur die Mitteilung des CultuSministerS Kll daß Bischof Rudigier von Linz unterm 17. Mi an ihn eine Zuschrift gerichtet habe, um darzuthm daß er eine Ermächtigung zur Unterwerfung untfi die österreichischen Kirchengesetze vom Papste nxbS nachgesucht noch erhalten habe; er sei nur eine: päpstlichem Erlasse gefolgt, welcher den Episkopl ermächtige, die Pfarramtsverweser inkorporiert» Pfarreien zur kaiserlichen Approbation zu präs» ticren. In der Sache ist es natürlich gleichM ob eine fpeeiille päpstliche Ermächtigung oder (t päpstlicher Erlaß Herrn Rudigier zur Nachgiebig^ bestimmte. Der „Pall Mall Gazette" wird aus Bcrli> telegraphiert, daß gegen den Fürstbischofs Breslau ein summarisches Verfahren vor btf Gerichtshöfe für kirchliche Angelegenheiten eingeleiS werde, wenn er nicht feine Resignation bin** 14 Tagen anzeige. Ein Rückzug nach OrstemÄ soll ihm durch Internierung abgeschnitten ein Auskunftsmittel, das die Lösung der brttff** Diöcesansrage wesentlich erleichtern würde. Telegramme unter Breslau.) AuS Berlin wird die interessante SDlitchtituej gemacht» daß das Collier, welches dem Fürst«' Bismarck bei seiner Investitur als Ritter P spanischen Ordens vom goldenen Vließ üfcf reicht werden wird, dasselbe ist, welches einst W Ferdinand VII. von Spanien getragen hat. & eigentümlicher Zufall — denn eine Absicht W» dabei schwerlich zu unterstellen sein — fügt tt, » dem Vorkämpfer gegen die weltliche Macht der ritf fchen Kirche dieselbe Ordensdecoration zu Theil M welche einst den Hals des Monarchen schmückte, W die Inquisition in Spanien wieder herstellte und' allen seinen Handlungen und Gesinnungen in ticp principiellen Gegensatz zu dem heutigen Kanzlet ij deutschen Reiches stand. In der Auswahl der Orb» Insignien für den Marschall Mac Mahon, »w bekanntlich gleichfalls zum Ritter des goldenen W ernannt wurde, ist dem Zufall weniger freier raum gewährt worden. Der Marschall-Prä^ von Frankreich hat, wie wir erfahren, bicjenige^I coration empfangen, welche einst Napoleon III. n* In Italien treten nun sogar Männer Rechten mit der Forderung auf, daß eine ftetptj gere, entschiedene Kirchenpolitik angebahnt wö» müsse. Auch von dieser Seite wird daran erring daß jener Brand, welcher in Deutschland wüthet mehr ober weniger alle übrigen Länder ergriffen von Italien durch Mazzini, Garibaldi und uc gelegt worden, und dürfe Italien nie vergesse«, es dem deutschen Reich schulde. Die Eröffnung der GeneralrathS'v sion in Frankreich hat mehreren Präsiden» legenheit geboten, um ihre Befriedigung w Votum vom 25. Februar auszusprechen. Präsidenten, und namentlich Herr Conti! i Departement und Maguin im Cöte b ebenfalls die RevisionSfrage betont und pl 9 int Sinne drr Auffassung der republikanischen Organe geäußert. Die Session der Departementalräthe wird übrigens erst an Interesse gewinnen, wenn die Mini, fitf, welche Generalrathsstellen bekleiden, in jenen Körperschaften erscheinen. Justizmister Dusaure, der Präsident des Generalrathes der Charente-Jnförieure ist, hat sich bereits am Sonntag nach diesem Depar. teiflcnt begeben. Die .Jndependance" ist ermächtigt, die von einem französischen Blatte in Umlauf gesetzten Gerüchte beglich der bevorstehenden Abdankung des Kaisers Dom Pedro von Brasilien formell zu deputieren Es sollten nach jener Meldung Differen-zwischen dem Monarchen und dem Ministerium Branco bezüglich des seit 1872 entbrannten »iribenslreiteS vorgekommen sein, die den Kaiser veranlaßt hätten, zugunsten seiner Tochter Donna Jsa-bella zu abdicieren. Wie der ..Jndspendance" verwert wird, ist von solchen Meinungsverschiedenheiten keine Rede. ________________________________________________ Zur Tagesgeschichte. „»olaender Fall religiösen Wahnsinns wird x «r Tqp" aus Cilli gemeldet: Montags wurde ^eBauerstochter aus Trennenberg dem Stadtrathe von fr fl« behufs ihrer Beförderung in die Landesirrenanstalt tfenden; die Geisteszerrüttung der Armen artet in Tob-h.it aus sie sieht in jeder sich ihr nähernden Person den L i-- « »" *"ieWT, m: 53C keine Speise zu sich genommen und we.gert sich auch ^r V»wahrungshast, etwas zu genießen. Nach Aus-Vn,bcr Angehörigen war das Mädchen vor Ostern öfters ^ rer Kirche aus dem Josestberge bei Cilli. beichtete dort. Ulbt und wohnte den Predigten bei. Vor den Feiertagen ^ das Mädchen noch geistig gesund. Nach arztl.chem Lrhatten dürfte die Unglückliche be. chrer zunehmenden $Si|tu»g bi. 8*‘ «•* - Der englischePost- und Telegraphen-befindet sich bereits zum großen The.le ,n we.h-IW^Snden. Die Regierung beabsichtigt nunmehr wei--me Anzahl von Schreiberstellen m den Postamts-Waffen mit Frauenzimmern zu besetzen Bewerber.nnen diese Stellen haben sich -in» Prüfung aus Schön- und ^schreiben englisch« Sprachlehre und Aussatz, Ar.th. ^ 1 und Geoarap ie zu unterziehen. Als Altersgrenze ^XSSSL ist d°s 16. bis 30 Lebensjahr fest. W; die Behalte find gegen die b.sher ür we.bUche 2. ' . . m J berablten bedeutend erhöht worden. ^ Ä erhalten 40 bis 75 Pfund 5Sr«T« 80 bis 100 Pfund Sterling und LLÄme» HO bis 150 Pfund Sterl.ng. ^ocal- und Provinzial-Angelegenheiten. Einladung zur Monatsversammlung des konstitutionellen Vereins von Laibach, Taqesordnung. Besprechung des krainischen Lolkss-bulwesens. -IDie krainische Ba ugesellschaf t) hielt Ah, 7 b unter dem Borsitze des Präsidenten des Vermal-Chatte Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Gutmannsthal, itzrt erste ordentliche Generalversammlung ab. Der vom CnenMen *tt«, Herrn Max «renner , vorgetragene ^Mstsbericht. welcher den Zeitraum vom Ma. 1873 b.S ^December 1874 umfaßt, entrollte ein .mmerh.n erfreu-tW,« «iw von der gesellschaftlichen Thä.igkeit. welche durch V ^drückten und der Entwicklung der Baulust so ungün-t »eitverhältniffe zwar beengt, jedoch nicht lahmgelegt konnte. Die Versammlung nahm Kenntnis von dem-W?* fotoit von der Bilanz, welche für die erwähnte Ge-^»sveriode einen Reingewinn von 10.106 fl. 53 kr. au«, ntheilte dem BerwaltungSrathe daS Absolutorium. Bestimmte über Antrag des ActionrS, Herrn Johann ^ f(fi daß der Jnli-Coupon nickt eingelSSt. sondern der Vnach Abzug des bereit- einzelSSten Jänner-Conpo« bleibende Rest vom Reingewinn pr. 5164 fl 53 kr. auf Rechnung des laufenden Jahres vorgetragen werde. Sodann wurde für die aus dem BerwaltungSrathe ausscheidenden Herrn Jul. Dörsel, Jos. Gorup. Jos. Luckmann, Dr. Adolf Schaffer und Dr. Robert v. Schrey die Ergänzungswahl vorgenommen, bei welcher die Herren Joh. Baumgartner, Karl Beyschlag, Jos. Haussen, Richard Janeschitz und Jos. Kordin als gewählt hervorgingen; bei der unmittelbar darauf vollzogenen Neuwahl des Revisionsausschusses wurden die Herren Ferdinand Mahr, Wilhelm Bolheim und Joses Zenari zu Revisoren und die Herren Ottomar Bamberg und Ferdinand Souvan zu Ersatzmännern gewählt. Der oben erwähnte Beschuß der Generalversammlung, den ganzen Restgewinn dem lausenden Jahre zu gute kommen zu lassen, liefert ein erfreuliches Zeugnis an dem Bestreben der Sc» tionäre, dem Unternehmen eine gesunde Basis zu sichern und es gegen die noch immer andauernden ungünstigen Verhältnisse zu kräftigen, und somit kann nun die Gefell» chast bei Beginn der Bausaison ihre namentlich inbezug auf Vergrößerung und Verschönerung unserer Stadt ersprießliche Thätigkeit wieder erfolgreich ausnehmen. — (Spenden für den GründuugSfond der städtischen Musikkapelle): C. W. 5 st., I. W. 2 fl., K. W. 2 fl., M. A. 1 fl., Herr Franz Koll. mann 5 ft., Frau Obrefa 6 fl. Weitere Beiträge übernimmt das Zeitungöcomploir und Herr Karl Achtschin. — (Bilder aus Dalmatien von Anton Karinger.) Anläßlich der Katferreise nach dem romantischen Dalmatien erinnern wir unsere Leser an die beiden seinerzeit vom verstorbenen heimatlichen Künstler, Ober» lieutenant Anton Karinger, meisterhaft ausgeführten Oel-gemälde, das österreichische Fort Pressieca und die Hochebene von Cettinje darstellend, welche der leider zn früh dahin -geschiedene Künstler Sr. Majestät dem Kaiser Franz Joses ehrfurchtsvoll widmete und dafür von Sr. Majestät mit der großen goldenen Medaille mit dem Allerhöchsten Wahlspruche .Viribus unitis“ ausgezeichnet wurde. Ein weiteres Gemälde, die Hochebene von Cettinje, verehrte der Künstler dem Könige von Sachsen und erhielt nebst einem sehr schmeichelhaften Anerkennngsschreiben einen goldenen Ring mit einem Smaragd, umrahmt von 14 Brillanten, zum Geschenke. Ein weiteres Bild, „die Bucht von Cartoli und Teodo» mit der Fernsicht von Cattaro, welches der Künstler der hiesigen Filiale des österreichischen Kunstoereius zum Geschenke machte, gewann bei der Verlosung Herr Victor Wutscher, welcher nunmehr so freundlich ist, dasselbe zur Ansicht des Publikums in der Handlung des Herrn Karinger auf einige Zeit auszustellen. Bei dem allgemeinen Interesse, welches Dalmatien durch die Kaiserreise gewinnt, machen wir das kunstsinnige Publicum aus dieses Werk des heimatlichen Künstlers Anton Karinger aufmerksam. — (Ein höchst interessantes Soncert) fleht dem kunstsinnigen laibacher Publicum morgen im hiesigen landschaftlichen Theater in Aussicht. Ein Gast von jenseits des Oceans, die englisch - amerikanische Opern-Soubrette Miß H a r r i e t Cherry, der ein vorzüglicher Ruf als Opernsängerin vorausgeht, wird unter Mitwirkung der Militärkapelle unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Schinzl die Ehre haben, in einem reichhaltig ausgestatteten Concert englische, französische, italienische und deutsche Lieder und Arien vorzutragen. Statt aller Anpreisung wollen wir aus den vielen uns vorliegenden höchst anerkennenden Kritiken ein Uttheil der königsberger „Hartnng'schen Ztg." an-führen, welches folgendermaßen sich ausspricht: „Wer Gelegenheit hatte, dem im Schützenhause veranstalteten Concerte beizuwohnen, war gewiß entzückt von den Vorträgen der englischen Opern-Soubrette Miß Harriet Cherry; besonders die Wiedergabe der melodienreichen „Potpourris of Eng-lish airs“, wo bald schalkhafte Naivetät. bald tiefes Gefühl, bald wieder feurige Leidenschaft zum Ausdruck kommt, was jedenfalls große geistige Fähigkeiten bekundet, rissen das zahlreich versammelte Publicum zu stürmischem Beisall hin. Ihre graziöse Erscheinung, gehoben, durch ebenso elegante als originelle Costüme, die das kleine Chamäleon mit Blitzesschnelle zu jedem neuen Bortrage wechselt, kommt besonde rs im Pagenanzug zur vollen Geltung, wo ihre markige, umfangreiche und gut geschulte Mezzosopranstimme, die besonders in der Tiefe und Mittellage von herrlichem Wohllaut ist, die Jllu -ston eines jungen, übermüthigen Cavaliers vollendet. Wir glauben nur die Wünsche aller Musil- und Gesang-Enthustasten zu interpretieren, wenn wir das Verlangen auJspcechen, Miß Harriet Cherry möge noch in einem Concerte ihr schönes Talent dem Publicum Königsbergs widmen." Das Programm, mit welchem Miß Harriet bei uns zu debütieren gedenkt, wird folgende Nummern umfassen: 1. Theil. Ouverture; „Sweet spirit hear my prayer!“ Aus der Oper „Liitline" von Wallace"; „Potpourri of Engliah airs.“ 2. Theil. Ouvertüre; Potpourri in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache; Pagenlied aus „Hochzeit des Figaro" von Mozart in deutscher Sprache; »Polka de Bravour.“ 3. Theil. Ballade ans der Oper „Esmeralda" von Balfe; Potpourri amerikanischer und englischer Bolksmelodien; Schlußgalopp. — Wir wünschen aus vollem Herzen, das kunstsinnige Publicum Laibachs möge es ja nicht versäumen, an den seltenen, von einer ebenso originellen als ausgezeichneten Kraft hier gebotenen Genüssen sich recht lebhaft zu betheiligen. Billets sind zu haben in der Buchhandlung Jg v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. — (Wetterprogno fe für den April 1875.) Der bekannte Meteorologe Professor Sdbofta veröffentlichte in der „Nikolsburger Wochenschrift" Folgendes: Der Anfang dürste sich wohl relativ milder zeigen, aber schon vom 7. oder spätestens 13. an einer neuen Kältenperiode Platz machen, die vor dem 22. selten wesentlich nachläßt und vielleicht noch später Nachwehen bringt. Kalle (oder trübe) Nächte kommen wohl am wahrscheinlichsten zwischen dem 17. und 22.; doch gehört die ganze Zeit zwischen dem 12. und 28. dem sogenannten giftigen, d. h. frostbringenden Aprilscheine an. (Oft mehrtägige) Niederschläge sind um den 11., (13.?), 17., 20., 22., 26. und (28.?) zu hoffen, einige dürsten indes) durch Kälte oder stärkere Winde vertreten werden. Namentlich um den 7. sind weitverbreitete Stürme zu befürchten. (Ist bis jetzt nicht eingetroffen.) Da ich die jetzige Lage der Windringe nicht kenne, kann ich über die herrschende Windrichtung, mithin auch über den allgemeinen Charakter der Monatswitteruug nichts Zuverlässiges sagen, hoffe aber, er werde kühl aussallen. Es ist nemlich zu wünschen, daß die Vegetation möglichst zurückgehalten werde, da Heuer im Mai Fröste ungewöhnlich wahrscheinlich sind. Aus diesem Grunde rathe ich, die Reben so spat als möglich zu schneiden. — (Vortreffliches und billiges Zahn-Pul»er.) Die vielen Präparate, welche gegenwärtig unter verschiedenen verlockenden Namen, wie Perlzahnpulver, China-Zahnpulver rc. im Handel Vorkommen und ihrem wahren Werthe nach gewöhnlich sehr theuer sind, enthalten meist Mineralstoffe, welche die Zähtu angreifen und bei längerem Gebrauch auch sonst der Gesundheit schädlich wer-den können. Das beste, billigste und gesundeste Zahnpulver ist seingepulverter Milchzucker, den man um geringen Preis in jeder Apotheke erhalten kann. Vermöge seines schwachen Gehalts an Milchsäure reinigt er die Zähne vollkommen, ohne sie anzngreifett, und sein Gebrauch ist angenehmer und reinlicher als von irgend einem ändern Mittel Leute, die an üblem Mundgeruch leiden, sollten sich indeß keines anderen Zahnpulvers als feingepulverter Holzkohle bedienen, die alle übten Gerüche absorbiert. Man kann das Holz, kohlenpulver auch mit Milchzucker vermischen, wodurch seine Anwendnng angenehmer und wirksamer wird. Schröers „Uuterrichtsfragei." Von Pros. A. Heinrich. Der Name Schröer erinnert in Krain vorzugsweise nur an den Mann, welcher „über den Dialekt der Gott; scheer» geschrieben hat. Dr. K. I. Schröer ist ord. Professor der deutschen Literatur an der technischen Hochschule in Wien ist wohlbekannt als deutscher Dichter, (Alpharts Tod. Re-clams Bibliothek), berühmt als Schriftsteller; (wir erwähnen sein neuestes Werk „Geschichte der deutschen Literatur im 19. Jahrhunderte); war Gymnasialprosessor und Direktor der evangelischen Schulen Wiens und Mitglied des nieder-österr. Landesschulrathe« und ist Mitglied der Prüflings-commission für Kandidaten des Lehramtes an Realschulen. In den letzteren Stellungen sammelte er das Material zu seinen „Unterrichtssragen," aus welchen ich aphoristische Bedanken eitleren will, die in unseren Tagen für jedermann von Bedeutung sind, für den Staat aber geradezu Lebensfragen berühren. In I spricht er wohl manchem Pädagogen aus der Seele (daß er doch allen in die Seele redete!) wenn er sagt, bas Kind fei auch im 6. Lebensjahre für die Schule, zu der es gezwungen wird, noch nicht reif; Kindergärten seien nur für jene unglücklichen Geschöpfe denen die Familie die rechte Erziehung nicht zu geben vermaa • der eigentliche Schulunterricht solle erst mit dem 7 Leben», iah« beginnen, «r bedauert den armen Kleinen ' der bewundert «er»e, man er, kaum 6 J.h« alt, s. „herzig" lese, lese wie ein Alter. „Uns erscheint der arme Kleine «den wie ein Alter, und das ist schon schlimm genug." Wecket die Sinne des Kindes, ruft Schröer aus, aber verschont es mit dem systematischen, besonders abstracten Lehren und Lehrern. (Forts, folgt.) Deflkntlichcr Dank. DaS gefertigte Comitö entspricht hiemit einer überaus angenehmen Pflicht, indem es den geehrten Herren Wählern, welche bei den eben vollzogenen Ergänzungswahlen für den Gemeinderath der Landes Hauptstadt so zahlreich und einmüthig für die von ihm vorgeschlagenen (Kandidaten eingestanden sind, sowie auch jenen Mitbürgern, welche durch ihre Theilnahme an der Wahlbewegung zu dem trotz der außerordentlichsten Anstrengungen der Gegner sehr befriedigenden Resultate der Wahlen beigetragen haben, den verbindlichsten Dank sagt. Laibach, am 9. April 1875. Vom Centralumhlcornitö des const. Vereins. Oeffentlicher Dank. Der Herr Reichsrathsabgeordnete MartinHotsche-var hat dem „kraiuischen Schulpsennig" den namhaften Betrag von Einhundert Gulden gespendet, wofür hm edelmüthigen Schulfreunde der wärmste Dank ausgesprochen wird. Laibach, den 9. April 1875. Vom Comit6 des hrnht. Zchulpfennigs. Witterung. Laibach, 9. April. Morgens fast heiter, vormittags Sonnenschein, nachmittags trübe, schwacher SW. Wärme: morgens 6 Uhr + 4 8», nachmittags 2 Uhr + 137» C. (1874 + 10 2«; 1873 + 118° C.) Barometer im Steigen 733-27 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 8 6» Am 0 3° unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 6-00» Millimeter Regen.___________________________________ Angekommene Fremde. am 9. April. Hotel Stadt Wien. Feifer, Besitzer und Saitz, Privatier, Unterkrain. — Florentin. Franzen. — Nelki und Pouak, Kaufleute, Wien. — Baronin v. Bernstein Witwe. — Dr. Malli, Kraiuburg. — Hirsch, Kfm., Schweiufurt. — Ritter v. Wiffiak, Gontreatmtiral mit Gemalin, Triest. Hotel Elefant. Wranizani und Caruppi, Triest. — Ghon, Billach. — Knpper, Bier. — Laus, Wien. Baierischer Hof. Huber, Pferdehändler, Mailand. Sternwarte. Blahua. Forstmeister, Reifniz. Verstorbene. Den 7. April. Johann Habtf, Arbeiter, 63 I., Ci-vilspital, Magenkrebs. Den 8. April. Franz Senovke, Tischler, 66 I., vilspital, Gehirnschlagsluß. — Albino Proßenc, Marktauf-fehers^Kind, 2 I. 8 Tage, Wradisckavorstadt Nr. 9, Lungenemphysem. — Joses Viicfmatin, Sparkassebeamter, 82 I., Polanavorstadt Nr. 74, Erschöpfung der Kräfte.____________ Gedenktafel über die am 13. April 1875 stattfindenden Lici-tationen. 2. Feilb., Bilz'sclie Real., Feistriz, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Tezak'sche Meal., Rozalnice, BG. Mvtlliug. 3. Feilb., Lrauicar'scbc Real, Rozalnice, EG. Möttling. — 3. Feilb., Erbeznik'sche Real., Zeier, BG. Lack. — 3. Feilb., Peterlin'sche Real., Slateueg, LG Reisni,. — 3. Feilb., Premrau'sche Real., Treihauser, BG. Seuosetsch. —3. Feilb., Stankovik'sche Real., Bojansdors, BG. Möttling. — 3. Feilb., Rados'sche Real., Radose, LG Diöttling. Telegramme. Pola, 8. April. Der Kaiser besichtigte nachmittags die von Sterneck commandierte, aus dem Cafemattenschiffe „Kaiser", der Fregatte „Radezky", Corvette „FrundSberg" und dem Schraubenschoouer „Nautilus" bestehende Escadre, inspicierte den „Ra-dezky", verweilte sodann auf dem „Kaiser' , befahl Klarschiffübungen und andere Manöver, blieb trotz heftigen Regens bis nach vollkommener Durchführung des Programmes und drückte der Bemannung Höchstseine Zufriedenheit aus. Rom, 8. April. Man versichert, die Grund lagen eineS neuen österreichisch-italienischen Handelsvertrages wurden in Venedig endgiltig und ent sprechend den handelswirthschastlichen Interessen beider Staaten festgestellt. Graf Andraffy empfing heute den Besuch Minghetti'S und verbleibt noch mehrere Tage in Venedig. Berlin, 8. April. Das Abgeordnetenhaus lehnte im Einverständnisse mit dem Minister des Innern die Theilung der Provinz Preußen in zwei Provinzen ab. — Die „Kreuzzeitung" meldet: Der Kronprinz reist Montag zum Besuch des Königs von Italien nach Florenz, besucht sodann den Kronprinzen von Italien in Monza. — Die Kinder des Kronprinzen von Deutschland gehen Montag nach Saint-Leonardö bei Hallings (England). Breslau, 8. April. Der Fürstbischof beantwortete die Aufforderung zur Amtsniedcrlegnng ablehnend. Telegraphischer (Kursbericht am 9. April. Papier-Rente 71 !5 — Silber-Rente 75 55 — 1860« Staats-Anlehen 112 60 — Bankactien 963.— Lredit 240'— - London 111 Silber -03 30. — K. k. Münz. ducaten 5 23. — 20-Fraucs Stücke b'861/,. — 100 Reichsmark 54 30. Tief betrübt geben wir alle» Bcrwaudten, Freunden und Lekannten die traurige Kunde von dem Ableben unseres innigst geliebten Bruder-, beziehungsweise Schwagers, des Herrn Josef Luekrnanii, jnbil. Sparkaffe-Buchhalters, welcher gestern abends halb 10 Uhr im 83. Lebensjahre, nach Empfang der heil. Sterbesakramente, langen und schweren Leiden erlegen ist. Die heil. Seelenmessen werden in der Pfarrkirche St. Peter gelesen werden. Das Leichenbegräbnis findet am 10. d. M. nachmittags um halb 6 Uhr vom Trauerhause, Jahrmarktplatz Nr. 74, aus statt. Laibach, am 9. April 1875. £omDcri /iorf Lu-Kman», Bruder. Elise (fdlc oo» £ufefiin geb. .Cuctirnann, Schwester. Jeanette £adU niann geb. Wiener, Schwägerin. Die Gefertigten geben schmerzerfüllt allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von dem Ableben ihres geliebte» Kindes, resp. Bruders, Maximilian, welches nach längeren Leiden heute nachts im Alter von 5 Jahren von dieser Erde abberust» J wurde. Die Hülle des Dahingeschiedenen wird efl 10. April d. I. nachmittags 3 Uhr vom Trauer-banse, Herrengaffe, nach Bern Friedhof z» 3t-Christof überführt nnd in der Familiengruft bestattet. Laibach, am 9. April 1875. ftarl Pol;, k. f. Oberstlieutenant und Reserve-Couimaudant in Fliufkirchen, Elise Polz, ülk Eltern. Friedrich, Richard, Rudolf, Ltto und ttzisa Pol;, als Geschwister. Hotel Scheine: „zur ungarischen Krone" in Graz, im Mittelpunkt der Stadt, neben dem Landhaus in der Herrengaffe, ganz neu eingerichtet. comforfafife Zimmer, gute Aestauration. billige Preise. W#~ Omnibus zu jedem Eisenbahnzuge. "MW Driginnl-Pilsner Bicr. In Erinnerung an meine Wirksamkeit als Restaurant in Laibach belieben obige Annonce freundlichst zu berücksichtigen. Hochachtungsvoll »*»*-* C. J. Scheinen. ; xxxixxxxxxxxxx: Frachtbriefe ^WU nach der neuen Vorschrift in der Buchdruckerei v. Kleinmayr & Bamberg. Julius Hock & Co. Wien, Schottenring 17, Nachfolger der rühmlichst bekannten Vikllkr StkrMühMllschiltkllflidck (^abrikü-Marke) empfehlen ihre vorzüglichen Fabricate in Nähmaschinen gegen comptante M-gulierung sowohl, als gegen ratenweise Abzahlung. 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