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( » — . « »— . » lr- »wrtmöwa Salti« •tl Krt »»41 a»» rr»«4 ginn des letzten großen Angriffe« der englisch-sran-zisischen Flotte gegen die Dardanellen, auch in Kon-stantinopel englische Fühler ausgestreckt worden sind und durch englische Vertrauensmänner mitgeteilt wurde, man wolle ja der lieben, guten Türkei nicht» tu», aber sie möge sich nur von Deutschland und Oesterreich Ungarn schleunigst los'agen. Diese englischen Manöver find nicht ganz neu. aber sie haben durch den Versuch, sie neuerding« wirksam zu gestalten, nichts an ihrer bisherigen Plumpheit eingebüßt. E« handelt sich selbstverständ-lich nur um heuchlerische Lockrufe, die den Zweck haben sollen, in Konstantinopel und in Wien die Meinung hervorzurufen, k« könne alleS zwischen England einerseits und der Türkei und Oesterreich-Ungar» anderseits wieder ins Reine kommen, wenn sich die beiden letzigenannten Machte nur entschließen könnten, sich von Deutschland loszulöien. Wir brauchen wohl kaum hinzufügen, daß dieies freund-schafiliche Augenverdrehen und diese englischen Lock-rufe in Oesterreich-Ungarn keinen Hund vom Osea locken werden. Man kennt das Wesen und die Ziele der englischen Politik aus Erfahrung sehr genau und es wird niemandim beisa^en, auf den englisch--» Köder anzubeißen. Die erwähnten Erfahrungen reichen ja, wie der Wiener Mitarbeiter der „M. N. >)L" m Erinnerung bringt, auf Jahre zurück. Ganz ähnliche Anerbietungen hat seinerzeit im Juli des Jahres 1908 schon König Eduard bei seinem letzten Beiuch in Jschl gemachl. Er ist damals gründlich abgefalleri und seitdem war die englische Politik gegen Oesterreich-Ungarn nichts anderes alS ein großer, unaufhörlicher Racheakt gegen Ocfter-reich-Ungarn, weil dieses an dem Bündnis mit Deutschland sesthielt. Wo irpend in der Welt Feindseligkeiten gegen Oesterreich Ungarn gesponnen oder versucht wurden, hielt und hält England seine „Gott Vater," begann er mit süßer, weicher Stimme, „Du, der Du alles weißt, dem der Men-scheu Schicksale bekannt sind, wie der kleinste Tropfen Tau auf versteckter Wiesenblume, — o sag« mir, wann dieser schreckliche Krieg zu Ende sein wird und mit ihm der himmelschreiende Jammer der Menschheit?!" Sinnend blickte Gott Vater aus den bittenden Engel und sprach: „DaS verrate ich nicht! Aber fliege aus die Erde herum« und laß Dir die Ant-wort von den Menschen sagen! Erzähle mir dann davon und ich werde sehen, ob ein Mensch vom Ende deS Krieges weiß." Da flog der Engel trüben Blicke« davon und hinunter aus die Erde, mitten in all dem Schrecken und dem Jammer hinein. Lange blieb er auS, doch als die Sonne zum drittenmale sich senkte und der Erde Weh wieder in den Schleier der Dunkelheit gehüllt wurde, erschien er vor Gottes Thron. „Gott Vater," begann er, „ich habe viel ge« bort aus der Erde und sast alle Menschen denken über das Ende des Krieges ander«. Manche sagen, e« werde Frieden sein, wenn die Rosen blühen, an-dere, biS der Spätherbst kommt, wieder andere be-reiten sich noch auf Jahre vor, viele wußten auch zu sagen, daß nicht eher alle« zu Ende sein werde, bis bnde Teile vernichtet am Boden lägen, und an> dere meinten wieder, bis so eine arge Hungersnot eintreten werde, daß die schon zum Frieden zwinge. So hört» ich das Verschiedenste und ich wurde immer trauriger. Doch ehe ich wieder in den Him-mel zurückflog, kam ich noch zu einem Man», zu einem hünenhasten Recken, dem Russenbezwinger, dessen Namen, wenn er ausgesprochen wird, wie ein schützend« Hand über die Gegner unserer Monar» chic. ES wird den englischen Politikern niemals ge-lingen, noch jemanden in Oesterreich-Ungarn zu dem Glauben daran zu bekehren, daß man von demsel-den England, da« im Bunde mit Rußland und Ser-bien noch vor kurzem die Zertrümmerung der Mo-uarchie als das Hauptziel des Krieges ausstellt«, etwa« Gutes für Oesterreich Ungarn zu erwaitea habe Man kennt bei un« die Rolle ganz genau, die England bei Ausbruch des Krieges gespielt hat. Sie war nicht im geringsten geeignet, Vertrauen zu England zu erwecken. Der Weltkrieg. Gegen Frankreich. So wie im Osten die russische, so flaut im Westen die sranzösische Offensive sichtlich ab. Die oberste deutsche Heeresleitung veröffentlicht hierüber solgende Berichte: 14. April. Ein nächtlicher feindlicher Vorstoß bei Bern) au Bac scheiterte. Nordwestlich von Ber« dun brachten die Franzosen gestern Minen mit stark gelblicher Rauch- und erstickend wirkender GaSent-wicklung g'.gen unsere Linien zur Anwendung. Zwi-scheu Maas und Mosel wurde weitergelämpst. Bei «inrm starken sranzösischen Angriffe gegen die Linie Maizerey Marcheville drangen die Franzosen an einer schmalen Stelle bei MarcheviUe in unsere Stellung ein, wurden aber durch Gegenangriff bald wieder hinausgeworfen. An der übrigen Front brach der Angriff bereits vor unserer Stellung zusammen. Zwischen Combre« und St. Mihiel sanden gestern nur Arritlerrekämpse statt. Im Aillywalde wurden nach «rsolglosen feindlichen Sprengversuchen drei feindliche Angrifft zurückgewiesen. Ein Angriff bei-derieil» der Straße Esser» Flirey scheiterte «estlich dieser Straße und führte östlich derselben zu Nah- Jauchzen und ein Gebet zugleich den Lippen aller Deutschen entschwebt. Der antwortete aus die Frag», wann der Krieg zn Ende sein werde, kurz und büa-big: Bis Deutschland gesiegt hat!" Da huschle über de» Herrgott« Angesicht ei« Leuchten, wie über den westlichen Horizont am Abend, wenn die Sonne hinter den Bergen ver-sinkt. Seine Augen sprühten und um seinen Mund zuckle ein seines Lächeln ... Er sprach kein Wort, aber der Engel wußte, daß die Antwort deS kühnen, deutschen Helden dem Herrgott gesallen hatt«! Aom ma. Von Adolf Ledwinka, Marburg. Durch blauen Nachtglanz wandern stumm zwei Menschen. Ein junges Weib und ein Mann. Ein Mann in grauer Tracht. Nur ihre Schritte hallen über den träumenden Plan. Sonst Stille, tiefe, seltsame Stille. Durch dünneS, graue« Gewölk sickert magische» Mondenlicht, Wälder und Fluren mit mildem Sil-berglanz begießend. Matt ist der Gleiß der Ge-stirne. Er blickt sie an. Dunkel leuchtet es aus seine» Augen. Seine Stimme bebt: „WaS heißt das Schweigen? Romana! We»-halb sprichst Du nichts?" Sie stehen still und starren sich an, wie sremde, unbekannte Menschen, und schwach kommt es zurück: ,WaS frägst Du nur? Karl, lehrt un» unser Lo» denn Bessere» al» Schweigen?" Celte « Kouiiche Wacht Nummer 3l kämpfen, i« denen unsere Truppen die Oberhand behielten. Im Priesterwalde fanden keine Kämpfe statt. In den Vogesen mißglückten französische Bor-stößt gegen den Schnepsen-Riethkops südwestlich von Metzeral. 15. April. Zwischen Maas und Mosel kam et gestern nur zu vereinzelten Kämpfen. Bei Marche-ville erlitten die Franzosen in dreimaligen, ersolg-lose« Angriffen schwere Verluste. Westlich der Straße Essey'Flirey dauerte der Kampf um ein kleine» Gradenstück bis in die Nacht hinein fort. Am und im Priesterwalde scheiterten französische Angriffe. Feindliche Abteilungen, die gegen unsere Stellungen «ord» östlich Manonviller vorgingen, wurden von unseren Sicherungstruppen mit schweren Verlusten zurück- ?geworfen. Südlich 6e» Hartmann»w«ilrrkopfe« ver. uchlen die Franzosen fünfmal vergeblich unsere Front durchzubrechen. Im Uebrigen fanden in den Bogefr» nur Artilleriekämpfe statt. Die Riesenschlacht in den Karpathen. Die gewaltigste Schlacht dieses Kriege« ist zum Stillstand gekommen. Die Kämpfe in den Karpathen haben nachgefassen, ganz aufhören werden sie wohl nicht, solange dort ruffische Truppen gegen österrei-chisch ungarische und deutsch« stehen. Aber nach einem Ansturm vo» zehn Wochen Dauer haben nun die Ruffen, für einige Zeit wenigstens, sich zu einem Stillstand ihrer militärischen Bewegungen bequemen müssen. DaS ist ihnen abgerungen worden und darin kommt der große Erfolg der verbündeten in den Karpathen kämpfenden Truppen gegen die ruffische Uebermacht zum Ausdruck. Ein Sieg ist errungen worden. Denn auch in der Behauptung eine» vom Ftind« stark berannten Gelände« drückt sich der Sieg au», er tritt in diesem Falle angesichts der ganz ungeheuren Opser, die Rußland gebracht hat. um seinen Plan, durch di: Karpathen an irgeud-einer stelle durchzndringen, zu verwirklichen. Ueber 400.000 Mann sollen die Ruffen in diesen zehn Wochen langen Kämpfen in den Karpathen verloren haben. Da» sind ganz ungeheuerliche Ziffern. Darin drückt sich die Wucht des ruffischen Angriffe» auS, diese Ziffern erzähle» uns von einem gewaltigen Ringen, wie e» die Weltgeschichte bisher auch nicht annähernd gekannt hat. Die Ziffern bedeuten aber nicht bloß sür die Ruffen eine schwere Schwächung ihre» HeereS. sie sind zugleich ein glänzende» Zeug-uis sür die Tüchtigkeit, sär die KampseSfreudizkeit und sür die Ausdauer unserer und der mit uuS ver-kündeten deutschen in den Karpath-n kämpfenden Truppen. ES wird wohl erst der Zeit nach dem Kriege befchieden sein, festzustellen und in einigen Darstellungen zu erzählen, waS in diesen zehn Wo-chen der Karpathenschlacht unsere Truppen und die vom Deutschen Reiche dorthin entsandten geleistet, geduldet und ertragen haben, um dem Ansturm der Er senkt das Haupt, sinnt und spricht: „Romana, die Stunde unserer Trennung naht. Du weißt, ich muß ins Feld, in oen Krieg. Sei also stark und sprich. — Hast Du die Lieb' zu mir verloren ?" Sie zittert leise und greift nach seiner Hand. I» ihren Augen glänzen Tränen. ..Wie sprichst Du, Karl, wie soll ich Dich nicht ganz und innig lieben? Doch, ach laß uns nun scheiden, sür immer scheiden; Karl, wir tonnen doch »ie glücklich werden. Du kennst die Gesinnung mei« ncr Eltern. Sie schenken nur unseren Verleumdern Glauben. Man hat Dich bei ihnen schlecht ange-schrieben. Hat ihnen unser Verhältnis verraten. — Und »un. Karl, ich halt' es nicht länger ans. Der Vater will mich vom Hause jagen. inS Kloster, wenn ich, ach Karl, wenn ich mit Dir nicht breche." Ueber sein Antlitz kriecht ein dunkler Schatten. Beide schweigen, schweigen und wandern weiter, ihrem Elternhause zu. Dort stehen sie stille. Im nahen Strauch flötet eine Nachtigall und ihr melodisch' Lied tönt zauberhaft hinaus über die schlummernde Heide. „Romana!" hier zitterte seine Stimme. «Du hast mir einst Treue geschworen. — Da sang der gleiche Vogel hier, so schön, so schön wie heute. Du sprachst von ew'ger Treue, von allen Hindernissen, die Du meinetwegen bewältige» willst, und nun? Romana! Sprich, willst Du mir doch in» Feld noch schreiben?■ Das Weib schluchzt auf und preßt ihn wei-«end an die Brust. „Karl, ich darf es nicht, ich darf es nie mehr tun, ich hab' es meinen Eltern so versprochen." Fester halten sie sich noch umschlungen. Sein Herz schlägt laut und ihre Lippen finden sich. Dann gewaltigen russischen Maffen zu hemmen, zurückzu-werfen und so die Riesenschlacht in den Karpa:hcn zugunsten der österreichisch-ungarischen und deutschen Waffen zu wenden. Ein Ersolg ist ja schon erzielt worden durch die Besetzung der seit dem 6. Februar hart umstrittenen Höhe nördlich von Tobolka. Damit hat sich die Kampflage im östlichen Teile der Karpathensront zu Gunsten der österreichisch ungarischen und deutschen Truppen verschoben. Die amtlichen österreichischen Kriegsberichte lauten: 14. April. Die allgemeine Lage ist unver-ändert. An der Karpathensrcnt waren in den meisten Abschnitten nur Geschützkämpfe im Gange. Nord-westlich de« Ujsoker Paffe« wurde eine von den Ruffen vor Tage» besetzte Stellung in ihrer ganzen Ausdehnung durch den Angriff der tapseren ungari-schen Infanterie-Regimenter Nr. 19 und Nr. 26 erobert. I» Südostgalizien und der Bukowina herrscht Ruhe 15. April. In Westgalizie» scheiterte bei Ciec-kowice a« der Biala in den Morgenstunden de« 14. April ein Vorstoß der Russen. Auf den Höhen beiderseits Wysocko wz. am Stryi griffen stärkere russische Kräfte die Stellungen unserer Truppen an. Nach heftigem Kampf« wurde der Gegner geworfen ; im Gegenangriffe «in« wichtig« Höh« gewonnen und besetzt: 3 Offiziere, 661 Mann gefangen. Im Ued-rigen an der Karpathenfront nur Geschützkamps, in vielen Abschnitten herrscht Ruhe. In Südostgalizien und in der Bukowina keine Ereignisse. Keine Kämpfe in Polen. Aus der Front in Russischpolen, namentlich an der Front entlang der Nida und Pilica, herrscht seit den letzten Tagen de» Februar vollständige Ruhe, von unbedeutenden Kanonenkämpfen abgesehen. Diese Ruhe bedeutet keine Schwächung unserer dorii-gen Aktiv »fähigkeit. Entlang der Nida von der Dunajeclinie bi« hinauf zur Pilica und entlang der zahlreichen Windungen der Pilica bis zu den Siel-lungen der Teutschen sind unsere Stellungen nicht zu durchbrechen. Die Russen haben nach ihren schweren Verlusten eingesehen, daß hier ein Durch-bruchSversuch hoffnungslos ist. Den größeren Teil ihrer hier stehenden Kräste haben sie nach Westgali-zien und an die Karpathenfront geworfen. Die Lage ist hier eine demonstrative Gegenüberstellung von festen Stellungen ohne Kamps. Bombenwürfe über Antivari und Pod-goritza. — Das Bombardement Belgrads. Der „Matin" berichtet, daß österreichisch-nnga-rische Flieger ueurrdingS über Antivari und Podgo-ritza Bomben abgeworfen hätten, wodurch nament-(ich auf dem Podgoritzaer Markte großer Schaden angerichtet und viele Menschen verletzt wurden. Auch aber reißt er sich plötzlich loS. Noch einmal blick« er der Geliebten in die Augen, ties, tief, und eilt schluchzend durch die stille Nacht . .. „Karl! Karl!' Aber nichts antworte». Immer schwächer lassen sich seine Schritte hören, immer schwächer und leiser. — Da fliegt die Nachtigall flötend über die Heide und ihr süßeS Lied dringt bi« an das Tor de» HanseS, wo ein unglückliche« Menschenkind bitterlich um den Geliebten weint... ES vergehen Wochen, viele Wochen. Blutrot geht die Sonne unter und am Schlacht-selbe wird e« ruhiger. Dort am Bache unter den Erlen stöhnt ein verwundeter Held. Die letzten Strahlen der sinkenden Könne färben sein bleiches Antlitz. Wirr zuckt es um seinen Muud. Bon fern-her eilt ein Kamerad herbei. „Karl! Was ist mit Dir?" Allein dieser stiert ihn verworren an und wie-der zuckt es schmerzlich um seine Lippen ... Er kämpft mit dem Tode ... Da kniet der Kamerad neben ihn auf den Boden. ..Karl, ich bring' Dir hier einen Brief auS der Heimat. Soll ich ihn öffnen?" Und feine Finger lösen hastig den Umschlag. Mit großen, fiebernden Augen blickt der Ster» bende auf feinen Inhalt. Ein Mädchenbild und ein Beilchenslrauß. Dunkel glüht das Abendrot über die Berge und die Dämmerung beginnt sich leise über das Tal zu verbreiten ... Da richtet sich der Blick eineS Helden zum letzte» Mal nach dem Himmel . . . Ein friedlicher Schimmer schwebt über sein Antlitz und über feine Lippen kommt es wie im Traume, leise, ganz leise: „Romana. Romana.--leb' wohl . . über das Bombardement Belgrad» werden Ei»ze!« heilen mitgeteilt, die feststellen, daß die Wirkung der Beschießung bedeutend gewesen sei. Die ferbifch-bulgarifchen Grenzkämpf«. Die serbisch-bulgarischen Grenzkämpse habe» durch da» Eingreifen der ferbifchen Banden, welche griechische Unterstützung erhalten haben sollen, eine» anderen Charakter angenommen. Sech» Tage hielt sich eine serbische Bande in Saloniki auf, ivo sie durch die v,n Bentfrlo» organisierten griechische» Gendarmen Beistand erhielt. In Kvtschana sind vier serbische Banden von je 2b Mann gebildet worden. Jede Bande hat drei Wagen Munition mit sich. Außerdem hat der serbische Major Popowitsch be-sondere Banden gebildet. Um den serbischen Eharak-ter de« Grenzgebiete« zu erweisen, «erden alle M»-hammedaner ermordet. Au« der serbische» Arme« entflohene Bulgaren bringen furchtbare Schilder»»« gen von Greueltaten der Serben. Der Krieg der Türkei. Da« türkische Hauptquartier teilt mit: Einige feindliche Beobachtungsschiffe beschossen wirkungslos eine halbe Stunde lang außerhalb der Dardanellen unsere Batterien am Eiugang der Meerenge. Dies« erwiderten; ein feindliches Panzerschiff und ein Tor-pedoboot wurden von unseren Geschaffen getroffe». An den übrigen Fronten ist keine Aenderung z» verzeichnen. Letzte Nachrichten. Oesterreichischer Kriegsbericht. 16. April. Amtlich wird verlautbart: In Pole» wurde e n russischer Angriff bei Blogie. istlich Pe-trikau, abgewiesen. An der unteren Nida schim »n-sere Artillerie ein russische» Munitionsdepot i» Brand. Mehrere Schützengräben der Ruffen, die i> unserem wirkungsvollsten Geschützseuer lagen, wurde« vom Gegner unter großen Verlusten fluchtartig ver-lassen. In de» Karpathen kam cS nur im Waldgebirge zu vereiiizelten Kämpfen. Vorgehende rusft-sche Infanterie wurde, wie immer, unter bedeut»-d«n Verlusten abgewiesen. 450 Gefangene. Partielle Kämpfe im Stryjtale brachten weitere 263 O«-fangene ein. Deutscher Kriegsbericht. Westlicher Kriegsschauplatz. Großes Hauptquartier, 16. April. Vor Ost-ende—Nieupon beteiligten sich gestern am Artillerie» kämpf« einige seindliche Torpedoboote, deren Zl»a schnell zum schweigen gebracht wurde. De» Lud-rand von Samt Eloi besetzten wir nach Eprenguoz zweier Häuser. Am Südhange der Loeettohöhe wird seit heute nacht wieder gekämpst. Zwischen Maat und Mosel fanöen nur Artilleriekämpfe statt. Die Verwendung vo» Bomben mit erstickend wirkender Gasentwicklung und von Jnfantene-Explosivgeschofsa bei den Franzosen nimmt zu. Bei dem klaren sich-tigen Wetter war die Fliegertätigkeit gestern wieder sehr reg«. Feindlich« Flieger bewarfen die Ortschaften hinter unseren Stellungen mit k>ombe». Auch Freiburg würd« wieder heimgesucht, wo meh-rere Zivilpersonen, hauptsächlich Kinder, getötet vder verletzt wurden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Osten ist die Lage unverändert. Z» de» kleineren Gefechten bei Kalwarja wurden i» den letzten Tagen von un» 1040 Russen gefangen je» nommen un» sieben Maschinengewehre erdeutet. Ein Zeppelin über dem Kohleagebiet de» Tyne. Amtliche deutsche Meldung. Am 14. April abend» unternahm ein Mari«-lustschiff einen Angriff gegen die Tynemünduiz. Hieraus wurde eine Anzahl von Bomben zeworse». Da» Lustschiff ist unversehrt zurückgekehrt. Der Krieg zur See. Die Blätter melden, daß der englische Dampf« .Armigan' beim Leuchtschiffe von Noordhmder ik-pediert wurde. Els von der 22 Mann starke» öe-satzung wurden gerettet. Eine verlorene Partie. Die „Neuen Züricher Nachrichten" schreib«: Täusche» nicht alle Anzeichen, so hat trotz aller ge» genteiligen Versicherungen die KriegSlage ihre HSHt bereit» überschritt«». Der Dreiverband steht vor einer verlorenen Partie. > Drei Dinge kemizeichi», die Lage: Da» völlige Versagen der neue» frm» Aummer Hl Htev'Ws Wach. Sviie 3 zifischen Offensive zwischen MaaS und Mosel, der Z»sammenbruch der verzweiselten russischen Kar« Mhenofsensiv« und die vorläufige Einstellung der Versuche, die Dardanellen zu sortieren. Wohin man lws der Seite de« Dreiverbandes blicken kann, gibt ti keine Aussichten, die militärischen Mängel aus-pigleichen. Der eine hofft auf den anderen, dieser «atere ist aber außerstande, die Hoffnungen zu er-süll-n. Wirtschaftlich sind die Zentralmächte ein »ichl zu erschütternder Rocher de dronze, während «m Dreiverband nur England noch wirtschastlich kraftvoll dasteht. Die moralischen Strafte Deutsch' liafeä und Oesterreich-Ungarns haben eine Steige-mag erfahren. Frankreich und Rußland zeigen An-zeichen des Zerfalles. Von einem Sieg bei Dreiver-tindeS ist im Ernst nicht mehr zu reden, es han-delt sich nur noch um die Schwere der schließlichen Riede klage. Aus Stilöt und Jani». Iofef Makesch f. Heute früh ist in Graz einer der angesehensten Bürger unserer Stadt, Kauf-»ann Joses Makesch, im 63. Lebensjahre einem schweren Leiden erlegen. Josef Makesch genoß als Teilhaber der Firma Makesch u. Moßmann in den Kreisen der Kausmannsch«fl des Lande» großes Ansehen und erfreute sich wegen seines gewinnenden, Keudeutschen Wesens bei der Bevölkerung Cillis »llzemeiner Beliebtheit. Seine Herzensgüte brachte krost in manche arme Familie, sein froher Sinn »»chic ihn durch viele Jahre zum Mittelpunkte eines ihm treuergebenen Freundeskreises. Durch mehr »1« 30 Jahre stand Josej Makesch an der Spitze btt „AlubS der G.'mütlichcn". Die Leiche wird Dienstag von Graz ir'cr eintreffen. Das Leiche n-tegängniS findet Dienstag den 20. d., nachmittag» h»ld 3 Uhr, vom Sahnhose auS zum städtischen Kriedhof statt. Todesfall. Freilog früh ist in Graz der Postostizial Herr Vinz?nz Wivkler auS Cilli im iltcr von 4^ Jahren nach langem Leiden verschie-den. Die Leiche würd» zur Bestattung nach Cilli Herführt. Auf dem Felde der Ehre gefallen. Nach einer verläßlichen Nachricht aus den Karpathen ist der Schriftsteller Franz Wastian, Sohn deS vor längerer Zeit verstorbenen Grazer Gemeinderate» vsstian, und Bruder des Abgeordneten und Schrift-MerS Heinrich Wastian, gefallen. Ein Schrapnell-schnß tötete Herrn Wastian, der als Leutnant zum Infanterieregiment Nr 27 eingerückt war. Der Ge-füllen? wurde in einem Do»-ffrirdhofe beerdigt. Opfer des Krieges. Das Begräbnis des jtatwnier» Daniel Mickoj des Feldkanonenregi-«enies Nr. 21, welcher infolge Erkrankung, die er sich am nördlichen Kriegsschauplätze zugezogen hat, im Landwehrmarvdenhause gestorben ist, fand heute «m 4 Uhr nachmittags von der Leichenhalle des obigen Marodenhauses unter militärischen Ehren us dem städtischen Friedhof statt. Das Begräbnis M Kanoniers Matias Lampert des k. u. k. Ar-tillerieregiments Nr. 7, MnnitionSkolonne Nr. 3. welcher an den Folgen der vor dem feinde erhaltenen Verwundungen im k. u. k. Sieservespitale ge-Horden ist, findet am 18. d. um halb 5 Uhr noch-»iltagS von Irr Leichenhalle der SpitalSkaserne, kibacherstraße Nr. 12, auf den städtischen Fnedhos »il militärischen Ehren statt. Aus dem VolKsfchuldlenste. Der Unter-riihwminister hat den Oberlehrern Anton Kosi der allgemeinen Volksschule in Polstrau unv Franz Lautizar der Volksschule in Unterschiichka den Titel Vireltvr verliehen. Danksagung. Die Verwaltungskommission beim k. u. k. Reservespitale in Cilli hat dem Zweig« «reine Cilli Stadt de» Roten Kreuzes für die hochherzige Osterspende im Namen der verwundeten trieger den innigsten Dank ausgesprochen. Zu der Lflerbescherung haben Frau Auguste Dickn, in kluiv und Frau Maria de Lenardv durch Widmung »an je 300 Stück Apselsinen hervorragend beige-tragen. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-uz findet in der ChristuSkirche um 1V Uhr vor-mltig» ein öffentlicher Gottesdienst statt. vorträge über Gemüsebau. Samstag iwb Sonntag nachmittags hielt Herr Fachlehrer und kliilekommiffär Otto Brüder» im Zeichenfaale der Mädchenschule zwei übersut fesselnde Vortrüge über Gemüsebau, denen eine zahlreiche Zuhörerschaft mit gespannter Aufmerksamkeit folgte. Die Faßlichkeit des Vortrage« und fein praktischer Wert machten die Reden des Herrn Fachlehrers besonder» wertvoll. Man hatte dabei viel Schönes erlernt, das sich nutzbringend verwerten läßt. Dem Herrn Fachlehrer BrüderS fei an dieser Stelle für seine so wertvolle Mithilfe in dem uns ousgezwungene» Kampse ums tagliche Brot herzlicher Dank ausgesprochen. Ein Kranken- und Berwundetenzug brachte Freitag vormittags 517 verwundete und kranke Soldaten vom nördlichen Kriegsschauplätze nach Eilli. Davon waren rund 20» verwundete und 300 Kranke. Unter den Verwundeten befanden sich 18 Russen. 186 wurden im Äarnisonsspitale, die übrigen im Reservespiiale untergebracht. Ostern im Felde. Einem Feldpostbriefe eines in den Karpathen kämpfenden CillierS entnehmen wir folgendes: „Osterfonntog, 4. 4. 1VI5. Meine Lieben! Ostern im Felde l Es sind die schönsten, die ich erlebt. Ein Frühlingstag, warm unv sennig, wie er in den Alpen nicht schöner sein kann. Ich fitze vor meinem Unterstand und habe eine Aussicht ins Tal und die abschließenden Berge, für die mancher etwas zahlen würde. Mir hat der Frühling noch nie so gefallen und ich habe mich noch nie so danach gesehnt, wie heuer, wo ich drei Monate im Schnee und eisiger Kälte oft tagelang im Freien war. Und so ging e» uns allen, als vorgestern nach Tagen heftigen Schneetreibens zum erstenmal die Sonne kam. Alles kroch aus den Un-terständen, legte sich in die Sonne und machte Frühlingsioilette. Ich bade jetzt förmlich in der frischen Luft und Sonne. Heute kroch ich um halb 5 Uhr aus meiner Lauekiste, als gerade die Lerchen ihr Moigenlied fangen. Kl» die Sonne herauskam, stellte mir mein Diener einen Tiänkeimer mit Waffer ins Freie und es begann gründliche Osterreinigung. Gestern kam ich nämlich nicht dazu, wir hatten „Auferstehungsschikße»". Es war ein Ehrentag für unsere Batterie. Gestern früh gegen halb 4 Uhr unternahmen die Moskali einen Sturm auf unsere Infanterie. Besonders zegen ein Bataillon richtete sich der Angriff Dorthin konzentrierten wir unser Feuer und in de» Schrapnellhagel zogen sich die Russen zurück, der Angriss war abgeschlagen. DaS betreffende Bataillon telephonierte dann an die Bri-gade, daß die Wirkung unseres Feuers ganz fabel-haft war; es liegen allein an 400 tote Russen vor feiner Stellung. Wir griffen dann an anderen Punkte» zur Unterstützung anderer Batterien ein und der Angriff wurde überall abgeschlagen. Be-sondeiS unsere braven 87er haben sich unter dem Kommando des Majors Medikus glänzend geschla-gen. Abends war ich taub vom vielen Schießen und heiser vom fortwährenden Kommandieren. Dafür wurde auch nicht nur von der Brigade, sondern auch von der Infanterie die Unterstützung und groß-aitige Wirkung der Artillerie besonders hervorge-hoben. Und der Russe hatte so genug, daß er uns unseren Ostersonniag nicht stört. Und so genießen wir heute alle den herrlichen Frühlingstag. Ich liege aus meinem Mantel in der Sonne und freue mich wie ein Schneekönig Sonst nichts besonders. Herzlichste Grüße und Küsse." Besuch von Militürpersonen in Bos nien, Herzegowina und Dalmatien. Vom Kommando der Balkanstreitkräste wurde das Verbot erlassen, daß Militärpersonen, die sich im Armeede-reiche bifinden, den Besuch ihrer Angehörigen emp-sanaen. Reisen nach Bosnien, Herzegowina und Dal-mästen zu solchen Besuchen können daher biS auf weiteres nicht unternommen werden. Personen, die in Absicht in eines der genannten Lander zu gelan-gen versuchen, werden an der LandeSgrenze zurückgewiesen und muffen unverrichteter Dinge yeimkehren. Bad Neuhaus als Erholungsheim für Krieger. Im Bade Neuhaus und den um-liegenden Ortschaften wird die Heeresverwaltung demnächst a» 600 erholungSbediirstige Krieger und Flüchtlinge unterbringen. ES ist wohl anzunehmen, daß der Badebetrieb sür die Zivilbevölkerung damit vollständig ausgeschaltet wird. Gegen die gufammenziehung der Kriegsgefangenen in Riesenlagern. Der Obmann des Bezirksausschusses Pctiau Herr Land-tagSabgeordneter Bürgermeister Ornig, hat in der nachstehenden Eingabe an alle hiebei in Frage kom-menden Minister eine beachtenswerte Anregung gegeben : »Ich habe aus Grund der bezüglichen Kund-machung des k. k. LokalkommiffärS für agrarische Operationen eine ganze Reihe vo» für die Hebung der Landeskultur hochwichtigen Arbeiten im Bereiche de» Pettauer Bezirkes angeregt und hiefür laut nebenstehenden Ausweises 25.000 Kriegsgefangene zur Arbeitsleistung angesprochen. Nach meinen Ideen würde eine ganze Reihe von Baracken (etwa je 200 Mann faßend) an den verschiedensten Stellen de» Bezirkes aufgestellt werden müffen. Zum Beispiel: Die Pößnitz»Regulierung könnte in der gesamten Strecke de» Marburger, St. Leonhard und Pet-lauer Bezirkes durch einige tausend Kriegsgefangene in einem Ruck in Angriff genommen werden, indem man in entsprechenden Abständen längs des Pöß-nitztale» Baracken ausstellt. Die Verteilung von KriegSgesangenen könnte von jeder Baracke an» an die benachbarten Gemeinden, in erster Linie sür landwirtichastliche Arbeiten, erfolgen, Lei allen Stockungen sowie in Zeiten, wo die Landwirtschaft diese Arbeitskräfte entbehren kann, würden sie stetS bei der Hand sein, um die Regulierungsardeiten rasch zu fördern. DieseS Beispiel kann aber in ganz Steieimark, bei allen Flußregulieruugcn (Drau, Mur, Dran usw.) sowie bei Straßenumlegungen Platz greifen. Welchen Nutzen unsere Sleiermark und deren ländliche Bevölkerung von solcher Arbeit haben könnte, braucht wohl nicht besonder» betont zu werden. Ich bitte daher Eure Exzellenz, sofort alles Geeignete zu veranlagn, damit der Zentralisierung von vielen Tausenden KriegSgesangener an einzelnen Plätzen svsort Einhalt gelan werde, weil nicht nur die Transportkosten von einem solchen Lager enormes Geld verschlingen, sondern auch die Transporte soviet Zeit erfordern würden, daß zur Arbeitsleistung nichts übrig bleibt." — Die Durchführung dieses Vorschlages hätte auch den Vorteil, daß die Verpflegung wesentlich erleichtert würde. Die Sperrung von Graz und Umge-bung für galizische Flüchtlinge. Die Statt-halterei hat laut Kundmachung vom l5. d. die Stadt Graz und Umgebung sür den weiteren Zu-zug galizischer Flüchtlinge gesperrt. Abgeordneter R. v. Pantz sprach beim Statthalter vor und er-suchte il>n nachdrücklichst, die Einwanderung galizi» scher Flüchtlinge nach dem ganzen Kronland Sleier-mark zu verbieten und verwies dabei aus die un-geheure Belastung der heimischen Bevölkerung durch die Gefangenen- und Flüchtlingslager. Die Speuung der Stadt Graz verfügte die Statthal-tcrei über Einschreiten des Regierungskommiffär» der Siadtgemeinde Hofrates von Uuderrain. Zur Militärhinterbliebenen Versorgung. Der Piäsident des Reichsverbandes der deutschen Gewerbevereine Oesterreichs, Herr Architekt Bernhard Ludwig, hat im Auftrage der letzten Prä-fidialratsfitzung vom 6. März in Erledigung der Anträge des mährischen Gewerbevereines und deS Gewerbevereines der Stadt Steyr, beim Minister drs Inneren, Baion Heinolt», vorgesprochen, die Wänschen des ReichSverbandeS nach Aenderung der Bestimmungen des Gesetzes vom Jahre >387 über die Militärhinterbliebenen - Versorgung vorgetragen und hiebei den Wunsch und die Bitte ausgesprochen, insbesondere die Bezüge der MannschaftShinterbliebe-nen annähernd jenen des Deutschen Reiches gleichzu» stellen Der Herr Minister machte die angenehme Mitteilung, daß zwischen der österreichischen und der ungarischen Regierung und dem Kriegsministerium Verhandlungen im Zuge sind, um die gänzlich un-genügenden Bestimmungen des Gesetzes vom Jahre 1887 zu ändern. Dabei bat sich herausgestellt, daß eine definitive Regelung wegen der dauernden Be-lastung des Staatsschatzes erst nach dem Kriege statt» finden kann. Mittlerweile werden vorläufige Verfü» gungen platzgreifen, welches gegen die hauptsächlich» sten Härten de« Gesetze» ausreichende Abhilse schafft. Kriegsmetall Sammlung. Diese wird am Montag den 19. d. durch die Schüler der Kna-benvolksschule in Cilli von Haus zu Haus vorge-genommen. Es wird gebeten die Metallgegenstände bereit zu halten. Wenn eine Spende zu schwer oder zu groß ist. so daß sie die Schüler nicht mitnehme« können, so wir? der Name und die Adreffe und was der Geber spenden will, vom Schüler notiert und am 20. d erfolgt das Abholen mit einem Sammel« wagen. Mitbürger, Mitbürgerinnen! Es gilt jetzt den Dank abstatten an die Männer, die sür un» geblutet haben und noch bluten, und es gilt der KriegSverwallung helfen, die Waffen zu schärfen, durch die der Feind besiegt und der Friede errungen werden soll. Keiner wird sich ausschließen und wir alle werden dem feindlichen Auslande durch den Er-folg unserer patriotischen Metallsammlung zeigen, daß alles Uebelwollen und alle Niedertracht wie «a dem Heldenmute unserer Armee, so auch an der Opferwilligkeil unserer Bevölkerung scheitern müffen! Gott strase England! Feldpostpakete entwendet. Der I8jäh-rige gewesene HandilSangestellte Ernst PriSlan aus Et. Paul bei Pragwald war feit der Mobilisierung Deutsche &auti beim hiesigen Postamte al« provisorischer Postamt«, bicner beschäftigt. Als solcher benutzte er die Gele-genheit, sich eine ganze Reihe von nützlichen Gegen« ftanäcn, die sür die int Felde stehenden Soldaten be-stimmt waren, anzueignen. PriSlan entwendete eine Menge von hier als Muster ohne Wert zur Post gegebenen Feldpostpakete, worin sich die verschieden« ften Gegenstände, die den Soldaten sehr zustatte» ge» kommen wären, befanden, so hauptsächlich Zigarren, Zigaretten, T«bak, Zünder und dergleichen. Alßer den Feldpostpaketen verschwanden durch PriSlan auch viele andere Pakete mit Uhren. Schuhen, Stoffen und dergleichen. Von dem Gestohlenen verwendete PriSlan einen Teil sür sich, einen Teil schickte er seinem Bruder Otto nach Lichtenwald, durch den man auch endlich aus den eigentlichen Täler kam, nach dem schon seit längerer Zeit geforscht wurde. Ott) PriSlan hatte nämlich eine Uhr einem Schüler in Lichtenwald geschenkt. Dieser auffallende Umstand veranlaßte die Gendarmerie, in der Wohnung dej Otto PriSlan eine Hausdurchsuchung vorzunehmen, wobei noch andere verdächtige Gegenstände vorgefunden wurden. Ueber die Herkunft derselben befragt, gab er au. die Sachen von seinem als PostamtSdier ner in Cilli weilenden Bruder E'nst PriSlan erhol-ten zu haben. Bei der bei Ernst PriSlan vorgenom-menen Hausdurchsuchung fand man nun ein ganzes Lager von gestohlenen Sache». Die Menge der vor-gefundenen Gegenstände läßt schließen, daß Ernst PriSlan schon seit längerer Zeit sein unredliche» Handwerk betrieben haben mußte. Er wurde dem Kreisgerichte Cilli eingeliefert. Der Biehstand in Oesterreich und Deutschland. Man schreibt dem Wiener Deutschen BolkSblatte: Die hohen Fleischpreise führen zu ver« gleichenden Betrachtungen zwischen Deutschland und Oesterreich, die unS die Ursach.'n derselben bloßlegen. Es ist nicht der wucherische Zwischenhandel allein verantwortlich zu machen. Eine rechtzeitige Förderung der Viehzucht hätle gewiß die inländische Produktion iu einem gesunden Verhältnisse zum Ver-brauche gehoben. Der Konsum stieg von Jahr zu Jahr, nicht aber die Produktion, trotzdem alle Bor-aussetzungen hiezu in Oesterreich in weit höherem Maße vorhanden sind al« in Deutschland, daS in der inländischen Produktion ein mustergiltigeS Bei-spiel zu gebe» imstande ist. Gerade dieser Krieg zeigt es wieder so deutlich, wie sehr eine aus-reichende Jnlandproduktion notwendig ist. um un« abhängig von allen Zufälligkeiten feine Lebens-existenz zu sichern und zu bewahren. Nach den letzten statistischen Angaben vom Jahre 1912 ern-tete Deuischland mil fast 05 Millionen Einwohnern und 540.742 Quadratkilometern Flächeninhalt an Weizen und Roggen 16 Millionen Tonnen, an Kar-löffeln 50'2 Millionen, während der Viehstand 30-5 Millionen Rindvieb. 21 9 Millionen Schweine und 58 Millionen Schafe und Ziegen ausweist. Oesterreich-Ungarn mit 624.856 Quadratkilometern und mil 51'4 Millionen Einwohnern erntete an Weizen und Roggen I I 2 Millionen Tonnen, an Kartoffeln 18 5 Millionen Tonnen und besaß 16 5 Millionen Stück Rindvieh. 14 Millionen Schweine und II Millionen Schafe und Ziegen. Auf den Kopf der Bevölkerung entfielen au Brotgetreide in Deutschland 0 247 und in Oesterreich nur 0-218 Tonnen, an Kartoffeln in Deuischland 0 773 und in Oesterreich 0 36 Tonnen, Rinder 0 465 in Deuischland und 0 321 in Oesterreich, Schweine 0-335 in Deutschland und 0272 in Oesterreich, Schafe und Ziegen 0 089 in Deutschland und 0°214 in Oesterreich. Diese Zahlen sprechen eine beredte Sprache, deren zwingender Logik sich die behördlichen Faktoren nicht entziehen sollten. Deutsch-land bei geringerer Fläche und weitaus größerer BeoölkerungSziffer produziert per Kopf weitaus mehr als Oesterreich, mit einziger Ausnahme der Schafe und Ziegen. Der statistische Ausweis vom Jahrc 1914 gibt sür Deutschland einen Biehsland von 21,817.769 Stück Rindvieh und 25,339.627 Schweinen an. Die Schlußfolgerung aus all diesen Zahlen weist kategorisch auf eine Hebung der inlän-dischen Produktion der Mahlprodukie und aus eine gründliche Förderung der Viehzucht. Strahenbauten in Steiermark durch Kriegsgefangene. Eine Reihe von Straßen-bauten, die nicht nur für den allgemeinen Verkehr, sondern auch « erster Linie zur Hebung des F em> denverkehr» in der betreffenden Gegend von aller-größter Wichtigkeit wären, konnten bis heute wegen Mangel der hiefür notwendige» Geldmittel nicht zur Durchführung gelangen. Darunter befinden sich unter anderen die Straßen im Zuge Brück— Tragöß—Oberort, im Schladminger Ober- und Untertal, Thörl—Buchberg (Bodendauer», Straßen- Herstellungen und Verbesserungen im Mariazeller Bezirke und im Sanntale usw. Der Landesverband für Fremdenverkehr in Steiermark hat daher vor einiger Zeit bei den in Betracht kommenden Bezirks-Vertretungen angeregt, die Schaffung dieser wichtigen Reisemittel durch Verwendung von Kriegsgefangenen in Erwägung zu ziehen. Keine Brotkarten in Ungarn. Der Ofenpester Magistrat hat entschieden, daß von der Einführung der Brotkarten vorläufig Abstand ge-nommen werde, jedoch monatliche Mehlkarten ver« teilt werden sollen. Anfangs Mai, wenn die Ueber^ siedlungen beendet sein werden, soll eine neue Kon> skriplion vorgenommen werden, die die Grundlage deS Systems der Mehlanweisunqen bilden wird. Der Magistrat beschloß, alle Vorbereitungen zu treffen, damit im Bedarfsfälle auch unverzüglich Brotkarten auSgezebeu werden können. Die Mehl-anweisungen werden alle vier Wochen verteilt wer-den. Zur Besorgung bei mit der Verteilung der Mehlanweisung verbundenen Arbeiten werden in erster Reihe die Mitglieder deS hauptstädtischen Lehr-Personals und im Bedarfsfall« auch die Mitglieder deS Beamtenkorps verwendet werden. verderben grober Mengen von Le bensmitteln in Ungarn. Der „Pester Lloyd", also eine unverfälschte ungarische Quelle, berichtet in einem Artikel, betitelt: „Die TranSportzertifikate für Getreide und Mahlprodukte". aufsehenerregende Tatsachen: Die ungarischen Behörden verweigern ohne Ausnahme Zertifikate für LebenSmitteltranS-Porte nach Oesterreich. Nun handelt eS sich aber vielfach um Verkäufe von Produkten, die einem ra« schen Verderben ausgesetzt sind, zum Beispiel um Maismehl, MaiSgrieS. Kartoffeln oder um Cinquan-tin, für die in Ungarn Käufer in große» Posten kaum oder nur zu sehr gedrückten Preisen zu finden sind. Indem also der Abtransport dieser Waren verhindert, deren Verwertung in Ungarn unmöglich ist und auch die Behörde diese Waren nicht über» nehmen will, erleiden die Warenbesitzer sehr großen Schaden. Durch das Verderben großer Mengen von Lebensmitteln leidet auch das Interesse der offen«, lichen Approvisionieruna. Das Präsidium der Buda-pester Waren- und Effektenbörse wurde von zahl-reichen Mitgliedern der Getreidebörse aufgefordert, Abhilfe zu schaffen. Russenfang bei Unterdrauburg. Aus Unterdrauburg wird berichtet: Zum Besitzer Pan kratius Kobolt vulgo Kunz in Gorizenberg kamen dieser Tage zwei uniformierte Männer und baten um Essen und Nachtherberge. Herr Kunz gab ihnen ein Effen, sandte aber, da ihm die Männer ver-dächtig erschienen, eine Meldung an den Gendar-merieposten. Der sofort erschienenen Gendarmerie-Patrouille gaben die Fremden an. auS dem Gefan-gelten lagst in Knittelseld entwichen und über das Gebirge geflüchtet zu sein, um von hier ans Jta-lien zu erreichen. Die Ruffen. namens Mischko Arsend und Tobonskii. wurden verhaftet und dem Lagerkommando in Knittelfeld überstellt. Nachdem hier und in der Umgebung seil kurzer Zeit bereits sieben Ruffen vom Knittelfelder Lager aufgegriffen wurden, herrscht in der Bevölkerung große Auf« regnng. zumal dieses Gesinde! meist in den Nacht-stunden einzelnstehende Gehöfte aufsucht. Unangebrachte Fürsorge. Dem Grazer Tagblatte entnehmen wir folgende Mitteilung: Im Deutschen Reiche hat es seinerzeit nickt wenig E»t« rüst,mg hervorgerufen, als man hörte, daß gefan« gene Franzosen bei der Beförderung i» da» Innere des Landes in einzelnen Orten mit Liebesgaben be dacht wurden. Wie uns ein gelegentlicher Bericht-erstatte? mitteilt, hat sich etwas Aehnlicke» auch in Salloch bei Laidach ereignet, als am Ostermontag ein Trupp russischer Gefangener anlangte. Eine große Zuschauermenqe drängte sich zum Gesaugenen-lager. gab den Ruffen Kuchen. Schinken. Eier und dergleichen und bewirtete sie sogar mit Wein. Diese Freigebigkeit war — abgesehen davon, daß die Ruffen durch die überall verübten Greueltaten jeden Anspruch aus eine entgegenkommende Behandlung verloren haben — umsoiveuiger am Platze, als die gespendeten Gaben in den Laibacher Spitälern eine viel beffere Verwendung gesunden hätten Hoffent« lich wird auch bei uns die Behörde gegen derartigen Unfug einschreiten. Den eigenen Bruder erschossen. Aus Unlerpulsgau wird berichtet: Der I8jährige, beim Tischlermeister Josef Putschko in Untcrpulsgau in der Lehre stehende Matthias Pokrivatsch, der am 10. d. seine Eltern, die Besitzersleute Gregor und Johanna Pokrivatsch, in Loka besuchte, nahm um die Mittagszeit im Borhause seiner Eltern ein an der Wand hängendes doppelläufige« Gewehr an sich. I« der Meinung, e« sei nicht geladen, schlug er scherzweise daS Gevehr gegen seinen dreieinhalb-jährigen, i« Borhause fünf bi« sech» Schritte vo» ihm entfernt stehenden Bruder Stephan an. Hieb« ging ein Schuß los und die ganze Ladung draq dem Knaben in den rechten Oberschenkel, so daß er aus der Stelle zusammenbrach und sogleich in bat Allgemeine Krankenhau« in Marburg übergeführt werden mußte, woselbst er gleich nach Ankunft in-folge der erlittenen Schußwunde an Verblutung starb. Gegen den unvorsichtigen Schützen und dess«» Bater, der daS geladene Gewehr mangelhaft va-wahrt hatte, wurde die Anzeige an daS Gericht erstaltet. patriotische Kriegs Wetall-fammtung. Unsere Bevölkerung hat schon viel getan zm Linderung der Wunden und der Not de» Krieges. Der Fortgang der Kämpfe stellt eine neue Ausgabe an sie: Die Beistellung der Kampsmittel selbst durch Spendung aller im Haushalte oder ErwerbSbetrieie entbehrlichen Metallgegenstände und Abfälle jeder Art, zur Erzeugung von allem notwendige» Krieg«« Material. DaS k. u. k. KriegSozinisterium hat im Einver« nehmen mit den in Betracht kommenden Ministerin die Zentralleitung damit beauftragt, eine Sammlung von Metallgegenständen in allen Gemeinden in zaiq Oesterreich einzuleiten und deren Durchführung zn überwachen. Die gespendeien Metalle sollen für Kriegszwecke und der Erlös für kriegSwohltätize Zwecke verwendet werden und so den Opfern bei Krieges zugute kommen. Wir alle wissen, daß die Feinde Oesterreich-Ungarns und Deutschlands, die unS bisher mit deu Waffen nicht niederringen konnten, ihre Hoffnung auf den Ersolg des schändliche» Planes setzen, du beiden verbündeten Staaten von jeder Zufuhr » Lebenimitteln und Rohstoffen abzuschneiden. Noch ist aber der andere Anschlag unserer zu vereiteln, der sich hauptsächlich zum Ziele gesetzt hat, unserer Kriegführung schwere Hindernisse ra den Weg zu legen dadurch, daß der Kriegsverwal» tung die Zufuhr der für die Herstellung der Kriezt-Mittel notwendigen Metalle gesperrt wird. Auch dieser Plan der Feinde kann und wird zunichte ge-macht werden! Gewaltige Mengen dieser Metalle sind bereits durch die Kriegsoerwaltung aufgehäuft worden, gewaltige Mengen sind noch im Vatcrlaxde in privatem Besitz vorhanden. Unsere Schuljunge» sollen die Vermittler fern zwischen der Kriegsverwaltung und der Bevölkerung. Sie sollen auf diese Weise in ihren ersten, für &»-drücke empfänglichen Lebensjahren teilhaben an ft« großen Pflichten, die der Krieg der Gesamtheit ans« erlegt. ES wird sozusagen die militärische Dienstla-stung der Jugend sein, ihre erste Gabe für die Ar-mee, der sie einst selbst angehören werden, der jugendliche Dank für die Armee der Männer, die draußen im Felde stehen und für die gesicherte Z»-kunsl unserer Jugend kämpsen. Wer wird die jugendlichen KriegS-Melalliama-ler, die demnächst an jede Wohnung«' und ük-fchäflSlür klopfen werden, abweisen, wer wird sich die Freude versagen wollen, sie mit Wangen, gerötet vor Freude über die glücklich vollbrachte Ausgab«, wieder von bannen ziehen zu sehen? Bereitet vor, was entbehrt werden kann und gebet, damit die jugendlichen Uebermittler unserer vaterländischen Bitte die Erinnerung an eine» ausgiebigen und schnellen Erfolg dieses ihres Werke« ins Leben mitnehmen. Es gilt jetzt den Dank abstatten an di« Mä»< ner, die sür uns geblutet haben und noch blute», und cS gilt der KriegSverwaltung helfen, die Eaf« sen zu schärfen, durch die der Feind besiegt und der Friede errungen werden soll. An diesem Ziele habe» wir alle, wes Standes und welcher Nation wir auch feien, das gleiche Interesse. Kiner wird sich ausschließen und wir alle wer« den dem feindlichen Auslande durch den Erfolg unje-rer patriotischen Metallsammlung zeigen, daß alle« Uebelwollen und alle Niedertracht wie an dem Hel« denmute unserer Armee, so auch an der Opferwillig« keil unserer Bevölkerung scheitern müffen! Wa« wird ale« gesammelt? HauShaltgeräte, Küchengeräte und sonstige $<-genstände, vor allem aus Kupfer, dann auS Messing, Bronze. Rotguß, Zinn, Zink, Reinnickel. Blei. Si-timon und Aluminium. Nummer 31 Alles wird dankbar entgegengenommen: Pfannen, Kasserollen, Töpfe, Tiegel, Schöpfer, Back-bleche, Kuchenformen. Kannen, Schneekessel, Fisch, kefsel, Siebe, Waschkefsel. Wasserwannen, Ttschglocken, Eriphonköpse, Eimer. Nußknacker, Bestecke. Servier-lassen, Mörser, Wagschalen, Wagen, Gewichte. Rohre, Lampen, Lampenbrenner, Staniol, Flaschen« kapseln, Zinntuben, Bleiplomben, Glocken, Gashähne, Wasserleitungshähne, Mesfingpipen, kupferne Druck-walzen, Schanklischplatten, Vasen, Wandteller, Aschen-becher, Blumenkübel, Spielsachen, Lüster, GaSarme, Kerzenleuchter, Ofentüren, Ofentaffen, Bilderrahmen, Schreibtischgarnituren, Zinnteller, Bierkrugdeckel, Münzen, Dosen, Zinnzimente, Maschinenbestandteile, Türklinken, Türbeschlüge, Fensterbeschäge, ZiernSgel, Möbelbeschläge, Kl.iderhaken, Kleiderständer, Patro» nenhülsen, Bleischrot, Gürtelschnallen, Uhrpendel, Uhrgewichte, Messingstangen. Draht, Metallknöpfe, Trompeten, Signalpfeifen, Werkzeuge. Vermischtes. Höfliche Feinde. Unter diesem Titel bring« die „Bibliothek der Unterhaltung und deS WiffenS" folgende interessante historische Erinnerung. Man hat die Schlacht be! Fontenoy, in der der Marschall Moritz von Sachsen am 11. Mai 1745 die Engländer besiegle, nicht mit Unrecht die „letzte Schlacht der Kavaliere" genannt, denn wohl in keinem späteren Treffen haben die Gegner einander höflicher behandelt als während dieser blutigen Schlacht, die Frankreichs Borherrschaft in Europa gegenüber England behaupte». Als die französischen vnd Schweizer Garden im Walde von Fontenoy auf das in Schlachtordnung ausgestellte englische Heer stießen, machten sie sünfzig Schulte vor der feindlichen GesechtSlinie halt; da nahmen die Eng-linder Gewehr bei Fuß. ihre Offiziere traten vor »nd grüßten die Franzosen, indem sie die Hand an Ixn Hut legten. Aus französischer Seite erwiderten der Gras v. ChabanneS unv der Herzog v. Biron, die ebenfall» ihre Reihen verlassen hatten, diesen Gruß. Nach der gegenseitigen Begrüßung, die eben-sogm während einer Parade halte stattfinden kön-»in. ging Lord Charles Hoy, Kapitän in der eng-lischen Garde, auf die französischen Offiziere zu und sagte: „Schießen Sie, meine Herren von der sran-jösischen und Schweizer Garde!' Nach diesen Wor-teil trat der Gardelcutnant Graf v. Hautroche eben-sikls vier Schritte vor, verneigte sich und rief mit lavier Stimme: „Wir schießen nicht zuerst, meine Herren. Beginnen Sie selbst, wenn ich bitten darf?" Nachdem der Gras in so bescheidener Weise den Feinden den Vorrang eingeräumt hatte, setzte er seinen Hut wieder aui, den er, während er sprach, abgenommen halte, grüßte ebenso verbindlich und trat wieder in seine Reihe zurück. Wenige Minuten spiiter donnerten die Kanonen und die Schlacht begann. Russische Soldatenknochen und jivanischei Pulver. Die zahlreichen Muni-tionvsendun ei>, die Japan dem schwer bedrängten un!» von aller Zufuhr abgeschnittenen Zarenreiche zukommen laß», dürften wohl nicht von allen Russen mit ungetrübten Empfindungen aufgenommen wer-be». Denn es sind erst einige Jahre her, daß die «Rowoje Wremja" einen erregten Artikel über den »nlvürdigen Handel brachte, der von den Chinesen »it den Gebeinen der im russisch japanischen Kriege gesallenen und in der Mandschurei beigesetzten ruf« ßschen Soldaten zugunsten Japan« getrieben wurde, vab-i erfuhr man dann, dap die Japaner zur Her-stellung eine» besonders wirksamen Explosivstoffes wkilschlicher und tierischer Knochen bedurften, und da sie aus eigenen Mitteln den Bedürfnissen ihrer In-lwslrie nicht zu genügen vermochten, so halten sie sich an die Chineien gewandt, um durch ihre Vermitt» Itmz die Gebeine der in der Mandschurei beerdigten winsln Soldaten zu erhalte«. Da die Japaner fcn Zentner solcher Knochen «it etwa drei Mark bezahlten, so scheuten sich die Chinesen nicht, das lllsjlchisreiche Geschäft zu machen, und durchwühlten die russischen Kriegsgräber nach dem gewinnbringen-bei knochenmaterial. Die Grüber, in denen Japaner oder Japaner und Russen gemeinsam beigesetzt waren, so daß eiue Scheidung der Ueberreste nicht »ehr möglich war, ließen sie dagegen unberührt. Aus diese Weise beziehen die Russen aus Japan eine Munition, deren Sprengsüllung zum Teil auS ruf« sischnn Knochenmehl besteht, und ihre Soldaten sind m die giausige Notwendigkeit versetzt, Geschosse zu vnjenern. die durch die Schändung derer entstanden sind, dle vor einem Jahrzehnt für den Zaren und tos russische Baterland im serneu Osten fielen. ??***$ s'l' ■+ Helichtssaal. Cilli, 14. April. Falsche Zeugenaussage und Beleidigung des Kreisgerichtes. Beim Bezirksgerichte Cilli wurde am 25. August 1914 das Verfahren wegen Winkelschreiberei gegen einen damals noch unbekannten Täter eingeleitet, welcher sür den 44jährigen Keuschler und Schuh-wacher Georg Richter in Obersnschitz in dessen Strafsache wegen Uebertretung gegen die Sicherheit der Ehre nach § 491 St.-G und Art. 5 dcS Gesetzes vom 17. Dezember 1862 mehrere Eingaben versaßt hatte. Während nun der 66jährige Buch-binder Michael Tansek in St. Peter am Königs-berge gestand, diese Eingaben sür Georg Richter ge« schrieben zu haben, stellte letzterer dies bei seiner Vernehmung als Zeuge vor dem k. k. Bezirks-gerichte Rann am 17. Oktober 1914 entschieden in Abrede und sagte an«, daß er den Michael Tansek überhaupt nicht kenne. Durch das spätere Geständnis des Georg Richter selbst und durch die Än-gaben deS Michael Tansek stellte sich heraus, biß die beiden sich schon längere Zeh gekannt hatten und insbesondere auch Tanseks Name dem Georg Richter wohl bekannt war. Georg Richter behanp-lete, deshalb so ausgesagt zu haben, weil ihm TonS.-k ausgetragen habe, den Schreiber der Ein-gaben nicht zu nennen, wenn er bei Gericht dar-über befragt werde. Tans k leugnete dies. Am 4. November 1914 langte beim Bezirkszerichte Cilli abermals eine von Georg Richter unterfertigte Ein-gäbe in der gleichen Straffache ein, in welcher um Wiederaufnahme des Strafverfahrens 'angesucht wurde. In dieser Eingabe wurde das Kreis- als Berufungsgericht Cilli beschuldigt, daß es seine Amtsgewalt zum Nachteile des Georg Richter miß-braucht have, weil es das erstrichterliche Urteil ohne weiteres bestätigt habe. Weilers wird ohne Anfüh-rung näherer Umstände das genannte Gericht der Bestechlichkeit geziehen und durch die Stelle: „Denn nicht eines jeden.Menschen ihre ist des schnöden Geldes feil" verspottet. Der Verdacht, diese Eingabe geschrieben zu haben, siel ebenfalls auf Michael Tansek, wurde jedoch durch das Gutachten der Sachverständigen entkräft«. Der Schreiber derselben konnte nicht ermittelt werden, da Georg Richter die Auskunft hierüber verweigerte. Georg Richter ge-stand, d>e Eingabe unterfertigt zu haben, verantwortete sich jedoch dahin, daß er ihren Inhalt nicht kenne, da er des Deutschen nicht mächtig sei. Diese Verantwortung erschien unglaubwürdig, da es »ich« anzunehmen war, daß Richter, welcher in der mehr-sach erwähnten Strafsache und in den vorhergehen-den Straffällen wiederholt Eingabe» an die Gerichte gerichtet hatte, dieselben unterschrieben hätte, ohne sich vorher von ihrem Inhalte Kenntnis verschafft zu haben. DaS beim hiesigen KreiSgcrichte gegen Georg Richter eingeleitete Strafverfahren endete mit der Verurteilung des ersteren zu fünf Menaten Kerkers wegen der oben erwähnten falschen Zeugen-aussage. Von der Anklage wegen Beleidigung des KreisgerichleS Cilli wurde» sowohl Richter als auch Tansek sreigesprochen. Graz, 14. April. Alexander Knez wegen Beleidigung eines Mitgliedes des kaiserlichen Hauses ver-urteilt. Am 10. März wurde Alexander Knez zu einer schweren Kerkerstrase vsn vier Monaten verurteilt. Heute stand er vor dem Landwehrdioisionsgerichte. (Vorsitzender Oberstleutnant Schande, Verhandlungs-leiter Oberleulnanlaudilor Dr. Jßleib, Militäran-walt Oberleutnantauditor Dr. Rasberger.) Der Angeklagte wird von Dr. Triller verteidigt. Das Gericht erkannte ihn der Beleidigung eines Mit-gliedts de» kaiserhchen Hauses und des Verbrechens nach § 65a schuldig und verurteilte ihn zu acht Monaten einfachen KerkerS. Die Untersuchungshaft vom 27. Februar bis 8. d. wird eingerechnet. Laibach, 13. April. Der Prozeß Kamilla Theimer — Dr. Schusterschitz. Vor dem hiesigen LandeSgerichte fand am It). d. eine Verhandlung über die Zivilklage stall, die Frän-lein Kamilla Theimer gegen den Landeshauptmann und ReichSratSabgeordneien Dr. Schusterschitz und den Redakteur Moskere wegen Schadenersatze» in der Höhe von 116 656 K erhoben hatte. Fräulein Theimer behauptet, von den beiden Geklagten der-maßen geschädigt worden zu sein, daß sie nicht mehr die Möglichkeit habe. Vorträge zu veranstalte», als Seite i Mitarbeiterin von Blättern tätig zu sein und be-reit» vorbereitete Bücher herauszugeben. Der Prozeß wurde am selben Tage zu Ende geführt. Da« Ur> teil wird schriftlich herausgegeben werde». FPilTZ RASCH,. inciiMiifl, CILLI. Schrifttum. Illustrierte Geschichte des Weltkrie-ges 1914/15. Allgemeine SriegSzeitung (Verlag der Union. Deutsche VerlagSgesellschast in Stutt-gart, Berlin, Leipzig, Wien). Wöchentlich ein reich mit Abbildungen geschmücktes Heft zum Preise von 33 Heller. Nach dem bewährten Vorbild der rühm-Iich bekannten Illustrierten Geschichte des Kriege« 1870/71, die als einzige unter vielen heute noch stark verbreitet wird, bietet der Verlag jetzt aber-mals eine fortlaufende Zeitgeschichte aller wichtigen Kriegsbegebenheiten, bestimmt, die Ereignisse der über uns ausgegangenen großen Zeit in Wort und Bild dauernd festzuhalten und ein Hausbuch zu werden, das über die Ursachen und den Verlanf des uns aufgedrungenen Kampfes in abgeklärter Art berichtn. Wertloses beiseite läßt und das Bedeu-tungSvolle und Bleibende sammelt, ein vaterländi-sches Werk für alt und jung, hoch und niedrig, sür die Gegenwart und die Zukunft. Jede« Hest enthält neben der fortlaufenden Kriegsgeschichte zahlreiche Beiträge namhafter Mitarbeiter aus dem Heere, der Marine, den Kreisen der Wissenschaft und Technik, sowie viele Zeichnungen, Gemälde und Phoiogra-phien nebst einem Extrakunstblatt odet einer Karte. Die außergewöhulich reiche und schöne bildliche AuS-schmückung, sowie die Beigabe zahlreicher ein- und mehrfarbiger Kunstblätter hat dieser illustrierten Kriegsgeschichte eiue Verbreitung verschafft, wie sie kein anderes derartiges Unternehmen auszuweisen hat. Die Firma R. Lechner (Wilhelm Müller), Wien, 1., Graben 31, welche dieses Werk in großen Massen verbreitet, stattet einen Teil des Erträgnisses dem KriegSsürsorgeamt ab und hat bereit« mehr al» 6600 K demselben überwiesen. Bis jetzt sind 26 Hefte erschienen, welche mit Post überallhin zum Preise von 35 Heller versendet werden. Pro-spekle werden gratis abgegeben. Kurort Rohitsch>Sauerbrunn Südbahnstation, Steiermark. Modernste hygienische EinrirhtuDgeo. Besonders geeignet tstr rekonvaleszente Krieger. Ausgezeichnete Heilererfolge bei Uageu und I> innlaiden, Horzneurose, :: :: Kutrastheiiie. :• sr Orthopädische Heilanstalt. = Saison : April bis Oktober. — Prospekte aurch die Laodeg-Kiirau&Ult. Eingesendet. Die zweckmäßige Düngung unserer Kulturpflanzen mit Rückficht auf die Kriegszeit. Mit Verordnung de» Handels- und Kriegs-Ministerium» vom 3. März 1915 wurden die Be« stünde an schwefelsaurem Ammoniak zu Kriegszwecken gesperrt und selbst der Kalkstickstoff unierliegt der Anzeigepflicht und kann nur bedingungsweise bei der Landwirtschaft zur Verwendung gelangen. Nachdem, infolge der KriegSverhillnifse, der Stickstoffdünger dem WirtschastSbetried nur in beschränktem Maße zur Versügung steht, ist es notwendig, den Stick» stoffbedarf zur Düngung der Kulturflächen durch eine sorgfältige Behandlung und Verwendung des Stalldüngers sowie der Jauche zu ersetzen. ES ist daher raliam, die Iaucherinnen der Viehstallungen mit Torsstren auszulegen, diese zu kompostieren und sodann statt Ammoniak oder Kalkstickstoff diesen Kompost zur Boden- oder Kopfdüngung für die Rübe, Kartoffeln und die schwächeren Stellen der Halmsrüchte usw. auszustreuen. Ebenso können wir eurch entsprechende Kalkung von humusreichen Böden den natürlichen Slickstoffvorrat als Pflanzennahrung ausschließen und vorteilhaft zur Geltung bringen. Seile v Nummer 31 Glücklicherweise sind die anderen Hauptnährstosse zur Düngung unserer Kulturpflanze» und Sicherung einer hohen Ernte hinreichend vorhanden. Dank un-serer leistungSsähigen einheimischen Euperphotphat-Industrie sind wir in vorteilhafter Weise imstande, den Bedarf an Phoiphorfiure für die Acker- und Futterflächen, durch Anwendung deS EuperphoS-phateS, mil seiner wasserlöslichen, leicht ausnehm-baren Phosphorsäurt zu decken. Auch der Bezug von Kali wird keinen wesentlichen Schwierigkeiten begegnen, da da» verbündete Deutsche Reich über gewaltige Kalilager verfügt, so daß unsere Land» wirtschaft in der Lage ist, dem Boden hinreichende Mengen an Phvsphorsäure und Kali zuzuführen. Da aber die Landwirtschaft im gegenwärtigen Zeitpunkt nur unzulängliche Arbeitskräfte zu Gebote hat und eine richtige Mischung und Verteilung des SuperphoSphateS und deS Kalis sür den Ernte« ersolg ausschlaggebend ist, empfiehlt eS sich, die im Handel üblichen KalisuperphoSphate zur Düngung zu verwenden. Mit Rücksicht, daß die Anbaufläche unserer Monarchie durch Verwüstung eineS großen Teile« von Gali oU &o!ü$H>>, Apoch lr. »ur Mariahilf. Slnitcr* tdiiü. Iti':ll|«tc. i «. P»l»«cr. 8«l- I I Mtn.VwtlKft. SBm6.-tf inMNrq; <"iottnl. I Hnp jt»o!h-I«, tHoäiticii. ian«cbrtt*B ; | fente in >2«» >cl>lit>>cl>", Griffe Bremstrummi. Lenkstangen, Glocken, werden eingetauscht Gunimiliidnnn, Hosenhalter, Gel, Kns«*in u. » w. Elektrische Taschenlampen und Batterien. Ratenzahlung. MM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. 5»»«taasbeila«e fcrr „Deutsches Wacht" in gUTi. Nr. 16 ,Di« feübmarl" erscheint |tbi unter dem Schmerz. Mit schnellen Schnitt lös« ich di« Fahne vom Fahnenband und wickele sie mir um den Leib. Mit letzter Krast schleppe ich mich in ein Gebüsch. Be-vor mir die Sinne schwinden, dämmert es in mir aus, welchen Dienst ich mir selber geleistet — die Fahne deckte meine Blöße brillant. Nun aber kommt da» Nachspiel. AlS ich auS meiner Bewußtlosigkeit erwache, mußten Stunden vergangen sein, denn der Abend dämmerte bereits. Natürlich kann ich mich zunächst nicht aus die Si-tuation erinnern, zumal ich — unglaublich aber wahr — in veränderter Lage und zwar vornüber liege. Gleichzeitig trichtert ein wütender Schmerz in meinem Arm mii völlige Klarheit ein. Und nun stockt mir vor Verwunderung der Atem — ich spüre eine Hand an mir, eine Hand, die an mir zerrt und zerrt und höre einen Fluch in russischer Spracht. Blitzschnell sährt rS mir durch dkn Kops: Der Russe hat dich sür tot gehalten und will die deutscht Fahne rauben; die aber hält ein Restbestand Pech — drei-mal gesegnet sei es — fest! Wenn Totgeglaubte plötzlich wieder lebendig werden, ist das immer eine unheimliche Sache, zu-mal für einen Räuber. Nun, ich ließ ihm nicht Zeit, sich von dem Schreck zu erholen — meine treue Waffe tat ihre Schuldigkeit. Der Schuß und vor allem die Farben der Fahne, die man bemerkt, lenkt eine den Waldrand passierende deutsche Rom» panie herbei und nun ward mir Hilse — ich wurde ins Lazarett geschafft. Die Pechgeschichte, zu der die sestklebende Fahne einen schlagenden Beweis ablegte, ward nicht nur von den Kameraden, fondern auch von dem Herrn Ob« st herzlich belacht. Mein zähes Verteidigen der Fahne aber brachte mir daS eiserne Kreuz ein. Und nun, meine Herren, gestehen Sie es zu: Durch und mit Pech habe ich eS mir errungen." Nachdruck verboten). Sie Kauplstadt der Hsmanen. Von Dr. Leo WeldtErb. Keiner will di« Stadt am goldenen Horn dem anderen gönnen. Der Russe will sie, der Bulgare, der Grieche und vor allem der Brite. Und das ist gut fo, denn so wird sie keinem zufallen, zumal die Türkei auch heute so erstarkt ist, daß sie jeden An-griff aus Konstantinopel, sei e« seewärts von den Dardanellen oder vom Bosporus her, sei eS landwärts vom Golf »om SaroS oder von Midia aus, siegreich abschlagen wird. a Konstatinopel liegt ans der enropSischen «üste am südlichen Eingange de« BoSporuS und zwar so wunderschö.i ^,nd malerisch, daß e« für eine der prachtvollst gelegenen Städte der Welt gilt und neben den Gioßstädten des Orients Smyrn« nnd Kairo genannt werden darf. Zumal weil sie als türkische ReichShauptstadt und Kalisenresidenz den Versammlungsort der muselmannischen Welt bildet und wegen ihre« internationalen ChorakterS den ersten Rang unter allen Hauptstädten einnimmt. Gleich der alten Rom« breitet Konstantinopel sich mit seinen Vorstädten amphitheatralifch über sieben Hügel auS. DaS eigentliche Konstantinopel, die Altitadt, bedeckt eint dreieckige Landzunge, welche im Norden von dem goldenen Horn, einer schmalen, überbrückten Bucht, im Osten vom Bosporus und im Süden vom herrlich schimmernden Marmara-meer begrenzt wird. Wenn wir besonder» im Glänze des TagcSfcheineS einen Blick auf die herrliche Stadt werfen, fo erkennen wir in dem Häusermeer des Vordergrundes mit seinen vielen Minaretts und Moscheen die eigentliche Eiadt Konstantinopel, an deren äußerster Spitze im Osten da» sogenannte Serail liegt. DaS ewig wallende Meer bietet sich hier gar herrlich dar nnd die Schiffe finden daselbst einen so vortrefflichen, tiefen Ankergrund, daß auch die größten Kriegs- und Handelsdampfer hart am Lande anlegen können. Wenden wir uns über die lange Brücke, welche über da» goldene Horn nach der Vorstadt Galata hinüberführt, so sehen wir diese links oben am BoS-poruS sich dort weiter ausdehnen und finden ihren geräumige» und sicheren Ankergrund belebt von Schiffen, denn Galata ist der Sitz rührigen Handels-verkehr». Nordwestlich von Galata schließt sich die Vorstadt Pera an, welche vorwiegend von Europäern, die der Türke Franken nennt, beivohnt wird. Sie bild« den Sitz der Gesandtschaften nnd hat mit ihren breiteren und geraden Straßen und stattlichen steinernen Gebäude» da» Aussehen einer italienischen Stadt. De.ii ganzen europäischen Ufer de» Bosporus entlang bemerken wir Gebäudemaffen, welche, im Nordosten sich an Gala a»>chließend, mehrere Vor-städte bilden, während landeinwärts und nördlich von Pera noch die Quartiere St. Demitn, Pancaldi und mehrere andere liegen. In neuerer Zeit ist manche Veiänderung mit diesen Quartieren geschehen, aber ihren ruinenhasten Charakter haben si« b>S heute beibehalttn. Aus der asiatisch«! Seite erhebt sich die Stadt Skulari, die mit dem südlicher gtlegtneu Kadikjöi noch zu den Vorstädten von Konstantinopel gezählt wird. Weiter hiu gtgtn den Hintergrund am asiatischen Gestade liegen «och die Ortschaften Kusgundschik, Beglerb« und Dschengelköji in fast wilder Szenerie. Den un-befchreiblichen Zauber der Lag« KonftantinopelS bilden außer dem immer bewegttn, prachtvoll?«, azur-blautn Mt«« die anmutig schwellenden Hügel, die Mafse von grün-duftigen Pflanzen innerhalb de« HäusermeereS und daS uugemein liebliche Klima, da» besonder« Brustkranken viel Linderung, wenn nicht Genesung verschafft. Da« Inner» bet Stab» hält freilich nicht, was ba» «eußerc versprich«. Denn betreten wir die engen schmutzigen Gas-sen, so bietet sich tei« liebliche« Bild dar. Die Häuser sind meist von Holz und sehen sehr bau-fällig au«. Nur ein Teil der öffentlichen Gebäude ist von Stein. Bon der alten Pracht und den Herr» lichen Kunstdenkmälern der einstigen Hauptstadt de« ostiömischen Kaiserreiche« ist fast nicht» mehr zu sehen. Nur die ehemalige Sophienkirche und einige Moscheen bieten noch «in angenehme» Bild dar. Und aus der einst durch sorgfältigen Anbau und künstliche Bewässerung so blühenden Umgebung der alten Byzanz ist heute eine steinige Wüste voll Schutt und Trümmer geworden. Haben wir da» äußere Bild Konstantinopel» geschildert, so wollen wir auch de« Leben» und Treiben» im Innern der Stadt etwas eingehender gedenken. Auffällig ist da gleich der ungeheure Lärm in den engen Straßen. Frühzeitig schon kommen persi-sche Efelireiber. Ihnen folgen die wandernden Ber-käufer, die Backwerk. Semmel, Brot, M-lch frei« bieten. Gemüsehändler preisen in allen Tonarten und Rkdeivendungen ihre Gartenerzeugnisfe an. In einer Straßenecke sitzen mehrere Hebräer mit ihren charakteristische» Ringellockch«n und lrgen Papier und Tinte zum Verkauf aus. Ganze Herden vo» Bettlern nnd Krüppel» drängen sich heran und er-bitten ein Almosen. Wenn sich die Magazine öffnen, dann beginnt aber erst der eigeuiliche Geschäftsverkehr. Szene um 6?zene spielt sich vor unsere» Augen ab. Reiter traben heran. Karossen bewegen sich mühsam durch die Menschenmasje. Lastträger schleppen ihre Ballen und Kisten bald langsam, bald im Laufschritt Bon dem einen oder anderen Magazin« werden Waren« ballen und Kisten au» und eingepackt; Gruppen Neugieriger fummeln sich und machen die Straße fast unpassierbar. Hunderte von Holzhackern verrich-ten mitten auf den Straßen ihr Geschäft, unbeküm-merl um Fluch- und Schimpfwort« der Borüber-gehenden. An vielen Stellen haben sich Geldwechsler in der Hälfte det Trottoir« niedergelassen und har» ren de» Zuspruch». Neben ihnen finden sich Ber käufer vo» Töpfer- und Ei'enwaren und Werkzeugen aller Art ein. Und die Polizei hat nicht» dagegen; e« macht eben jeder, was er will Ein wahre» Menschengewühl findet zu allen Tagesstunden besonder» zw»ch,n Slamdul und Galata statt. Aus der langen Brücke, welch« diese bei-den Stadtteile verbinde», hat man Gelegenheit, da» internationale Gemisch aller Völktischasten dreier Weltteile zu betrachte». Hier findet man den West-europäer. den Reger, den Sohn Iran» und TuranS. den Beduinen und Araber, den Griechen, Bulgaren, den polnischen und spanischen Juden, den einheimi-scheu Türken, den Bewohner vom Innern Anato-lien», den Armenier und Kurden. ftrmmt man in die vo» den Ve»kehr«straßen entfernt gelegenen Quartiere, so findet man alle« still und auigestolben. Di« Holzhäuser bieten ein vernachlässigte« Aeußere«; die Fenster sind vergil« «er«. An unS vorüber schleichen verhüllte Gestalten; spielende Sinder balgen und zanken sich; zwischen ihnen kriechen eine Anzahl von Hunden umher. In den Stadtteilen, die weniger vom sogenannten Völkergemisch beivohnt sind, trifft man neben dem mo-der» gekleideten Neutürken die urwüchsig«» Volks« typen in gar malerischer Nationaltracht, in bunten Pumphosen und Kastanen, mit brei!«« Gürteln, kurzen, auf den Rücken gestickten Jäckchen, grüne und wttß« Turban aus d«m Kopf. Auch die «cht türkischen Frauen sind hier mehr *u finden. Sie »ragen grellsarbige Gewänder;'gegen die Sonnen-glut schützt sie ein Schirmj da« Gesicht ist halb oder ganz mit einem dünnen Schleier verhüll«. Auch hier trifft man wandernde Berkäufer. Durch Rufen, Schreien, Singen machen sie sich bemeikbar. Der Wafserverkäuser preist feinen frische» Quell an. Der Messerschleifer ruft im singenden Tone feine Kunden herbei. Melonenverkaufer und Weintraubenhändler preisen ihre Ware an. Doch, »ver zahl« die Ge> schäfte und gewerblichen Handtierungen alle, die vom Morgen bi« zum Abend in diesen Quariieren die Aufmerksamkeit de« Reisenden so in Anspruch nehme». Berlassen wir da« Gewühl in den Straßen nnd begeb«n un» in «in«» der vielen türkische» Kaffeehäuser. Da» Inner« ist srhr einfach. An den Wänden stehen Wasserpfeifen. Bon der Decke hän» gen Kornähren und Vogelkäfige. Alle« ist »»hig und würdevoll. Die Gä't« sitzen aus Holzbänken und schlürfen den braunen Trank. Selten wird ein Won gesprochen. Die Trinkenden und Raucher sitzen wie im Traume, sie gähnen wohl auch aus Lange-weile oder starren vor sich hin. Unterdessen rasiert der Wirt diesen oder jenen Kunden, er zieht Zahne, verordnet Pflaster auf Wunden »nd setzt auch Blut-egcl an. Der Abend kommt endlich heran und der Ber« kehr wird allmählich ruhiger. Nach und »ach, wenn die Schatten der Nacht kber die Stadt hereinsinke«, wird e» stiller; und man vernimmt nur noch von dem einem oder anderen der Minaret« den klagen-den Rus eine» Muezzin: La illali il allab! — Es ist nur ein Gott und Mohammed ist sein Prophet! Schrifttum. Vogelschau - Karte des westlichen Kriegsschauplatzes. Format 57 : 47 Zentimeter in Umschlag. — Druck in drei Farben. — Preis 1.20 K. Verlag: Akustische« Institut ©teil Füßli, Zürich. Bei dieser neuen Utbersichttkart« über den westliche» Kriegtschauplatz bewährt sich wiederum daß Retiessystcm ganz vortrefflich. Zn dem gesamten Ge-bet, dessen Diagonale von der nordwestlichen^Dchweiz gegen den Kanal »eiläust und duich die'Grenze zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich gedil-det wird, läßt sich di« Obeiflächenbeschaffenhtit überall äuge,ordentlich klar erkennen. Auch die Lan-deSgrenzen, Flußläuse und Verkehrswege sind sehr deutlich eingezeichnet. Bon den Ortschaften ist zugleich ihre strategische Wichtigkeit gut erkennbar gemacht. Die Karte darf al« «in vorzügliches Orientierung«-Mittel «mpfvhlkn werden. Nummer 31 Deutsche Wacht Cfitt 7 KATARRHEN. k41?MTIIA äg&^l'.V mMLN I HU B«l Affftkltoaen der Muodh.'.bl», d«> Hai». and R»cb»a«. A«a- «■rrbis»rd«rnd. aa«t»cptl«cb, ■tlmmbefreiende Wlrkaaf. AafstM «rprobt. Dfbtrill erbiltllik. I'rcl* per Scharktel K 1.80. I>e|m«: Erihtrtog Karl-Apotheke, Wt«a Hjt, Enrnjun 13. Eafroi : A. K*l»r• Kokn, WUa—Baa»durf krapina -Töplitz heilt Gicht, Kronttim. klkUMStiSMUS, •kunft und Prospekt früi» - » « durch die Direktion. ISClll3Si Geöffnet vom 20. April. Kundmachung. Anlässlich des Ausbrucbes der Manl- nnd Ivlaueuseache unter den Viehbeständen des städtischen Schlachthofes wird behufs Verhütung einer allgemeinen Verbreitung dieser gefährlichen Tierkrankheit die Ausfuhr von Klanentieren ans dein Bereiche der Stadt untersagt, sowie die Abhaltung von Rinderund 8o.hweinemärkten eingestellt. Die Besitzer von Klauentieren werden aufgefordert, jede verdächtige Erkrankung ihres Viehes ungesäumt zur behördlichen Anzeige zu bringen. Unterlassungen von Seuchenanzeigen werden nach Abschnitt 8 des Tierseuchengesetzes streng bestraft. Stadtamt Cilli, am 15. April 1915. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jaborneg£. Lichte gesunde Wohnung mit 2 bis 3 Zimmern und Küche nebst Zubehör wird zum August-termin von anständiger Partei zu mieten fr e sucht. Angebote mit ge-n uer Wolmungsbeschreibuug und Zinsangabe erbeU-n unter ,,Hopfen-kommissionär 21111" an die Verwaltung des Blattes. Lehrling der deutschen und slowenischen Sprache mächtig, wird aufgenommen bei Julius Decrinis, Gemischtwarenhandlung in Lentschach. Vorzustellen bei Frau Käthe Nepl, Cilli, Grazerstraße 47. Gelegenheitskauf. Zi ka 500 StOck Kunstblumen für Hüte, 5000 Meter Stiohborten und 500 Stack Rutufstecke, Gace