Ireltag den 23. Mai 1873. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitlig. Preise — für Marburg: ganzjährig t? fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr; für Zastellung ins HauS monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebiihr 8 kr. pr. Zeile. Die Ntchllojigkril dcr Eistobaha-Dtditastttta. I. Mit der raschen Entwicklung des Eisenbahnwesens haben sich die Anforderungen an die geistige und moralische Befähigung des Bediensteten in gleichem Maße gesteigert. Kenntnisse, welche in früherer Zeit geiUigten, um den schüchternen Anfänger in einer raschen Karriere zu schwindlichter Höhe zu tragen und ihm zu einer nie geahnten Lebensstellung zu verhelfen, reichen heute kaum mehr aus, um den Anspruch auf eine Dienerstelle zu unterstützen und während vordem biicherscheue, der Schulruthe entlaufene Abenteurer sich den Bahnhof als Tummelplatz ihrer unfertigen Bildung erwählen durften, sehen mir heute Personen mit fachmännischem Wissen, akademischer Bildung oder in langem Staatsdienste gereifte Männer hoffnungslos bei den verschiedenen Direktionen antichambriren, oder mit ihren Bittgesuchen des betreffenden Referenten — Papierkorb füllen. Diese Konkurrenz um die Ehre, von einem Amtsleiter zur Thüre hinausgebrüllt oder—je nach der Dienstordnung der betreffenden Anstalt — hinausgelächelt zu werden, hat zu der nichts weniger als begründeten Auffassung gesührt, das Loos des Eisenbahnbediensteten müsse das Idol eines jungen strebsamen Talentes sein, und der Titel eines Bahnbeamten involvire die besten Versprechungen, sich in lohnendem Zeitvertreibe eine glänzende Existenz zu schaffen, — eine Anschauung, welche durch die berechtigten Schmerzensrufe der Subalternen ein scharfes Dementi erhält. Zur Zeit, als Handel und Industrie durch die Eröffnung der neuen Verkehrswege sich iln Aufschwllnge befanden, und gleichzeitig der reiche Segen des Bodens alle Schienenstränge nlit Naturprodukten überfchweminte, da verwandelte sich jeder Schmeißtropfen in ein Goldkorn, welches dem Bediensteten in die Tasche fiel. Es gab Prännen-Remunerationen, Provisionen und Diäten, daneben lief eiil rasches Avancement, und man hatte nicht Grund, über pedantische Formreiterei Klage zu führen. So floß damals den Bediensteten das Leben hin zmischen Erwerb und Genuß, und ließ ihm nur den Einen Wunsch übrig, es möge der Zustand der Dinge nicht verrückt werden. Es mar dies das goldene Zeitalter. Da von Rechtsverhältnissen zu sprechen und Normalien zu fordern für den Eintritt in den Dienst, über die Dienstpflichten und Recht, über Behandlung, Avancement, Versorgung, Auflösung des Dienstverhältnisses wäre überflüssig gewesen; die Zeitverhältnisse schütteten diese Gaben in reicherer Fülle über den Bahilbediensteten aus, als der anspruchsvollste Rabulist zu fordern gewagt hätte. Der Höhepunkt war erreicht, als die Spekulation sich mit einer krankhaften Leidenschast auf deil Bahnbau warf, und mittelst der falschen Deklaration politischer, wirthschaftlicher oder strategischer Nothwendigkeit den Negierungen Konzession um Konzession, sür Neuatilagen zu entlocken wußte. Der Mangel an geschulten Kräften veranlaßte die neukreirten Bahnver- waltungen sich auf Suche zu begeben, und bei den älteren Bahnen in mehr oder minder unverhohlener Weise den Werbetisch aufzuschlagen. Es ging bei diesem Menschenhandel ost kunterbllnt her, man feilschte und handelte, und der Beanüe mar es, der sich selbst taxirte. Die altern Bahnen, welche sich so über Nacht der tüchtigsten Kräfte beraubt sahen, sanden sich veranlaßt, unter einailder das bekaimte Kartell zu schließen, das dem aus den: Dienste tretenden Beamteil den Uebertritt zu einer andern Bahn fast unmöglich machte, oder doch sehr erschwerte. Zur Verstärkung dieser Maßregel griff nlMl noch zu einenl andern Mittel, um dem Austritte aus dem Dienste Einhalt zu thun, man ließ bei den einzelnen Bahnverwaltungen die Reverse in Anwendung treten, durch welche sich der Aufgenommene verpflichtete durch eine konventionelle Zeit bei derselben Bahn Dienste zu leisten, midrigens ein festgesetztes Pönale zu erlegen. Zur .geschichte des Tages. Glückliches Volk —die Halbamtlichen O esterr ei.chs. Die Zollfrage, eine Lebensfrage für Volk und Staat, !nötl)igt diese Leute nicht, ihren Kopf anzustrengen; sie Alle macht der Glaube selig: richtig und weise ist, was die hohe Negierung beschließt. Die Wahlbewegung in Ungarn zeigt wieder, daß Politik die mächtigste Leidenschaft der Männer ist. Schade nur, daß bei dieser Bewegung die beste Kraft verbraucht mird und die übrig gebliebene nicht mehr hin- I e u i l c e t o n. dt« Kastmattcu Magdtbargs. Von Lewin Schücking.' (Fortsetzung.) „Wir können die Geschütze vernageln, unl-siürzen, mit Erde verstopfen — aber allerdings märe es besser, wenn wir uns Aiunition verschaffen könnten. Darum eben mache ich Ihnen diese ganze Eröffnung; gesellet! ^ie sich zu uns, stellen Sie sich unter mein Kmnmaltdo, geben Sie Ihren Schlüssel zu unserer Kasemattethüre her, u»n uitS das plötzliche Losbrechen zu erleichtern, und geben Sie mir jetzt von Ihren: Golde — dalnit wird es mir nlöglich seitl, Munition zu bekonunen!" „Wie wollen Sie das ansailgen?" „Lassen eie das nlein Geheitnniß sein; um es Ihnen zu erklären, müßte ich Namen nennen, die ich versprochen habe zu verschweigen." „Also ganz Magdeburg wollen Sie in Ihre Gewalt bringen?" sagte leise flüsternd und nachdenklich von der Trenck. „Und Sie sollen dazu helfen!" Von der Trenck schüttelte zweiselnd den Kopf. „Sie wollen nicht?" „Ich will tnirs überlegen, Herr Kamerad", sagte Trenck. „Wir haben ja Zeit, uns noch weiter darüber zu besprechen." „Nun wohl, ich will morgen wieder zu Ihnen konttnen. Oder ziehen Sie vor, mir ltleinen Besuch in meiner Kasenlatte zu erivi-dern?" „Nein", versetzte Trenck. „Ich würde dort drüben von zu vielen Leuten gesehen werden — es könnte ein Verräther darunter sein. Kommen Sie zit tnir. Nur ill den Stunden von Neun bis Mittag bin ich nicht ini Stande, Sie zu empfangen. Uin )!enn ntuß ich beginnen, die Spuren meines Ganges zu verl'ergen, und dann in meitle Fesseln zurückschlüpsen und sie mit Brod verkitten — unl Mittag konlmt mml zur Inspektion und mit tneineiti Essen." „So koinnle ich morgen Abend wieder", entgegnete Frohn. „Gut, der Gang soll dann geöffnet sein. Auch will ich Ihnen Gold geben." Von der Trenck holte eine seiner Rollen herbei und übergab sie Frohn. „Hier sind fünfzig Lolnsdor!" sagte er; „aber warten Sie", fuhr er fort, das Gold zu-rücklehmend, „ich will sie Ihnen in einent anständigen Etui geben — eine goldene Ta-batiere habe ich zwar nicht, alier etwas Anderes, was noch werthvoller ist als eine goldene Ta-batiere; ein Werk nleiner Hand — behalten Lie es als Andenken." Er nahni etwas aus der Ecke hinter feinem steinernen Tisch hervor llttd nachdem er die Geldrolle hineingeworfen, überreichte er es Frohtl. Es war eilt zinnerner Becher, ganz dem ähnlich, den wir schon in Frohns Händen sahen, tiber und über mit Bilder und Sprüchlein bedeckt. „Was ... Sie sind der Mann, der diese mcrkwürdigetl Becher macht?" Von der Trenck nickte stolz mit dem Kopse. ..Es ist nicht der erste, deit Sie sehen?" „Man hat nlir einen geschenkt . . . aber als Andenken soll mir dieser darunl nicht minder merth sein. Ich hal^e noch heute bei der Betrachtlntg des meinigen den lebhaftesten Wunsch gefühlt, mit detn Gefangenen, der sie mache, in Verbindung zu koinmen. Alier ich muß Ihnen dabei bekennen, daß ich überzeugt war, der Schöpfer dieser feiilen und wunderbar kilnstlichen Artieit sitze ganz ohne Zweifel als Falfchmi'lnzer, Schriftenfälscher o^'r etwas den: Aehiüiches gefangen ... ich dachte, er merde der rechte Mann sein, um durch ihn falsche reicht zur Bewältiguttg der staatS- und volks-wirthschaftlichen Aufgabe, welche an den nächsten Reichstag herantritt. Bei der Volksabstimmung in der Schweiz ist das Bundesgesetz liber bürgerliche Ehe und Führung der Standesbücher angenommen worden. Die Republikaner haben das Vertrauen der Kulturkämpfer gerechtfertigt und steht am höchsten in Europa, wie das Land, so auch die Freiheit der Eidgenossen. Belgien übt sich im Vorspiele des Bürgerkrieges. Kommt es zum Losbruch — und bei dem Fanatisnlus der Ultramontanen, bei der Erbitterung ihrer Gegner läßt sich dies wohl besorgen — dann ist die Einmischung der Großmächte wahrscheinlich und noch wahrscheinlicher in diesem Falle die offene Feindschaft Deutschtands und Frankreichs. Vermischte Nachrichten. (Zum Schuhe der Vögel.) Der natltrwissenschaftliche Verein in Schweinfurt hat einen Preis von sechs Mark für Jeden ausgesetzt, der einen Vogelfänger, Nachtigallfänger, Siestausnehnler ertappt und zur Anzeige bringt. (Gedächtnißfeier der Murten-schlacht.) Am 22. Juni 1875 sind es vierhundert Jahre seit der Schlacht von Murten (Kanton Freiburg), in welcher die schweizerischen Mdgenossen den Herzog Karl den Kühnen besiegt. Zur Gedächnißfeier werden schon großartige Vorbereitungen getroffen. An sämmtliche Kantone der Schweiz und an Elsaß-Lothringen werden Einladungen erlassen, sich durch Abgeordnete im Kostilnie der damaligen Zeit an dem Feste zu betheiUgen. Es werden Nachgrabungen auf denl Schlachtfelde veranstaltet, welche ktirz-lich in der Nahe der Kapelle von Cressier zum Auffinden eines menschlichen Rumpfes führten, von welchenl das Haupt mit einem Schlverthieb getrennt war. Zugleich hat man die Archive im In- ilnd Auslande um Einsendung aller in ihrem Besitze besiildlichen geschichtlichen Belege ersucht, welche auf die Schlacht Bezug haben. Sehr werthvolle Mittheilungen füllen in dieser Beziehung bereits von Dresden, Nancy und Atailand gemacht worden sein. In Petersburg selbst befindet sich eine handschriftliche Chronik, welche von einem Augenzeugen der Schlacht, Namens L. Steiner herrührt. (Der W e l t - P o stv e r t r a g.) Dieser Vertrag, ain 9. Oktober 1874 auf dem Kongreß zu Bern abgeschlossen, ist nun von allen zwan» Schlüssel llnd dergleichen Arbeiten vorkommenden Falls besorgen zu lassen. „Ich habe Ihnen Abbitte zu thun!" „Ja, da haben der Herr Kamerad sich freilich geirrt!" fiel Trenck stolz ein. Frohn steckte den Becher und das Gold zu sich und mit den Worten: „Nun, nichts für ungut!" reichte er dem Gefangeilen die Hand. Dieser schüttelte sie mit anscheinender Herzlichkeit, und Frohn zündete jetzt das Licht in seiner Laterne wieder an. Dann ließ er sich in die Grube hinabgleiten und ^verschwand in der Erde. 3. Am folgenden Tage erwartete Frohn mit verdoppelter Ungeduld seine junge Freundin. Er hatte am Atorgen frühzeitig dafür geforgt, daß das aufgewühlte Loch in der Ecke der Ka-seniatte verdeckt wurde, wobei seine Matratze die wesentlichsten Dienste leistete. Dann hatte er, sobald die Leute, die sich heute wieder zur Arbeit führen ließen, entfernt waren, auf kleine Streifchen des zerriffenen Papiers, worauf Esther ihn^ den Plan der Festung zugefäMuggelt, mit zig Unterzeichneten des Entwurfes genehmigt worden und tritt am l. Juli d. I. in Wirksamkeit. Durch diesen Vertrag wird für den internationalen Verkehr ein einziges Postgebiet hergestellt, welches sich vom Nordkap bis Mogador in Marokko, von Island bis Fazoyl inl Süden, von San Franciöko und New-Orleans ostwärts bis zum Amurgebiete und Penschinsk in Sibirien erstreckt und außer den europäischen Ländern von Asien das asiatische Rußland und die asiatische Tilrkei, von Asrika, Egypten, Nubien, den Sudan, Tunis, Algerien llnd Viarokko, voil Amerika die Vereinigten Ltaateil — mithin ein Gebiet von etwa 37 Millionen Qnadrat-Kilometern und mehr als ^70 Mill. Menschen — umfaßt. Die wichtigsten Bestimmungen des neuen Vertrages sind: das Anstreben einheitlicher Porto«Taxen und ein sreier Postaustausch in: ganzen Vereinsgebiete, (wodurch zwischen den Postverwaltungen die meisten gegenseitigen Abrechnungen erspart werden). Das Porto soll betragen: für Briefe 25 Centimes (10 kr. ö. W.) für je 15 Granlm Gewicht, für Postkarten die Hälfte der Brieftaxe, für Zeitungen, Bücher und sonstige Drucksachen, sowie sür Waarenproben und Geschäftspapiere 7 Centimes für je 50 Gramm. Bei allen diesen Gegenständen ist das Einschreiben gestattet. Jede Verwaltung hat die von ihr erhobenen Beträge an Porto zu beziehen, so daß die Abrechnung über internationale Porto-Antheile wegfällt. (Industrie. Gegen den Möbel-Schleichhandel.) Vertrauensmänner der Möbelindustriellen Wiens habeil dem Statthalter eine Petition überreicht. In dieser wird der technische und geschäftliche Verfall der Wiener Möbel-Industrie, der seit einigen Jahren immer mehr zu Tage tritt, geschildert und als wichtigste Ursache der überwuchernde „Möbel-Schleichhandel" bezeichnet, den man unter dem Scheine von Ausverkäufen oder Gelegenheitsverkäufen betreibt. Durch diefe Spekulation, welche auf den Verkauf schleuderisch und unsolid gearbeiteter Möbel basirt ist, wird das Vertrauen des Pub-likunlS erschüttert und Arbeiter an oberflächliche und nachläfsige Arbeit gewöhnt. Die Petition verlangt die Unterdrückung des Möbel-Schleich-handels durch Anwendung des Gewerbe- und Steuergefetzes auf denselben, indem sie ihn als gewerbemäßig betriebenes Geschäft unter nicht gewerbemäßiger Benennung darstellt. Der Statthalter stinnnte den AltSführungen der Petition zu und bemerkte, daß die Behörde diefer Spekulation bereits ihre Aufmerksamkeit zugewendet. einem Bleistift allerlei Hieroglyphen gekritzelt, kurze und unverständliche Sätze, als z. B. 3. Objekt Elbthor. Befetzt. oder (Z. 5. Objekt Bastion Kurfürst. Marktplatz, und dergleichen mehr. Den Rest der Zeit hatte er zum Theil damit zugebracht, über die merkwürdige Bekannt-fchaft nachzudenken, welche er am Tage vorher gemacht hatte. Dieser energische, in seinem tiefen Elende so ninthige und so viel srische Lebenskraft zeigeilde Mann hatte ihm imponirt, er mußte ihn bewundern — aber er fühlte auch, daß es eine wunderlich angelegte, komplizirte Natur sei, die ihm ein gewisses Mißtrauen einflößte, oder etwas wie ein Unbehagen viellnehr, das Frohn hinderte, eine volle warme Theil-nahme für ihll zu empfinden. Es war diesem wenigstens klar, daß in dem Freiherrn voll der Trenck ein Ehrgeiz, ein Hochmnth und eine Ueberhebung liegen nlüsse, die ihn zll einem sehr gefährlichen Freunde mache, und zu einem gefährlichen Menschen überhaupt, wenn er frei und im Vollbesitze seine Kräfte und seines anscheinend so großen Reichthums sei. Endlich kam die Stullde, die Esthers liebliche Erscheinung in die düstre Wohnung des Gefangenen brachte. Sie kam eilig mit ihren Korbe herein. (Allverst än dliche Sprache.) Zu jenen Forschern, welche den Versuch gemacht, eine Universal- Schriftfprache zu erfinden, ge» hört auch Dr. Bachmaier in München: Dieser Gelehrte hat eine Methode zur Verständigung ersonnen, in welcher er für Worte und Begriffe Zahlen setzt. Bachmaier nimmt an, daß sür alle Vorkommnisse in runder Summe viertausend Worte geniigen, und stellte daher ein Wörterbuch zusaulmen, in dem neben jeder Zahl von eins bis viertausend ein Wort steht und in den verschiedenen Sprachen bei gleichen Zahlen die dasür geltenden Ausdrücke sich finden. Z. B. das Wort „Feuer" stehe neben Zahl zweiundfünfzig, so findet sich im französischen Lexikon dieselbe Zahl neben „seu", im englischen neben „Lrs" und in derselben Weise in den andern Sprachen. Es ist darnach klar, daß ein Deutscher, welchem Französisch oder Englisch völlig fremd ist, leicht in jeder dieser Sprachen sich verständlich machen kann. Er sucht in seinem Wortverzeichniß nach und no-tirt die betreffende Zahl; der Franzose oder Engländer nun sucht in seiner Liste dieselbe Zahl und findet so das entsprechende Wort. Um das Geschlechtswort, Hauptwort, Zeitwort und grammatische Veränderungen anzuzeigen, fügt Bachmaier den Zahlen gewisse einfache Zeichen hinzu. Er hat schon drei Wörterbücher, Deutsch, Französisch und Englisch — herausgegeben und arbeitet bereits an anderen Sprachen. Bei der Versammlung des Orientalistenkongresses im vergangenen Herbst waren diese Wörterbücher ausgestellt und wurden von Fachmännern warm empfohlen. Nlarburger Rrrichte. (Vereinswefen im steirischen Un-terlande.) Amtlichem Berichte zufolge gab's Ende 1874 im steirischen Unterlande 14K Vereine: 4t politische und 105 nicht politische l^Turner- und Sängervereine, Feuerwehr, Ar-beitervereine. . .) — Erstere vertheilten sich solgendermaßen: Stadt Marburg 4, Bezirks-hauptnlanschast Marburg 13, Stadt Cilli 2, Bezirkshauptmannschaft Cilli 2, die Bezirks-hauptmannfchaften: Leibnitz 14, Luttenberg 1, Pettau 3, Radkersburg 3, Rann 2, Windisch-Graz 3. Von den nicht politischen Vereinen entfallen: auf die Stadt Marburg 40, Stadt Cilli 15, auf die politischen Bezirke: Cilli k, Leibnitz 21, Luttenberg8, Marburg 13, Pettau 13, Radkersburg 13, Rann 5, Windisch-Graz 5. Frohn nahm ihn ihr ab und drückte sie an sein Herz, so daß ihre schwarzen Locken über seinen Oberarm flössen — höher reichte sie an der mächtigen Männergestalt nicht hinauf. „Du hast gute Nachrichten," sagte er — „ich seh's Dir an." Sie nickte mit dem bei seiner Umarmung tief dunkelroth gewordenen Gesichte. „Ja", sagte sie, „es ist mir gelungen, die Frau des Ober-FeuerwerkerS kennen zu lernen, der Nachts die Schlüssel zu dem Plllverthum zu sich nimmt . . ." „Zu dem Laboratorium neben dem Thor der Sternschanze?" „Zu demselben, von dem Sie mir früher fprachen." „Und weiter?" „Die Frau liebt den Branntwein; der Mann ist Abends im Bierhause in der Stadt. Ich werde sie heute Abend besuchen und we»ln es mir gelingt, .sie trunken zu machen, werde ich mir Wachsabdrücke voir den Schlüsseln machen können, die über dem Bette der Leute an einenl Nagel aufgehängt werden." (Fortsej»ttng folgt.) (Vom Schwurgericht.) Mathias Win-disch. Taglöhn er in Lanzendors. Gerichtsbezirk Pettau, hatte am 6. Jänner d. I. dem Andreas Hertitsch in Pobersch mit einer Wagenkipfe den Schädel zertrümmert und war der Tod schon nach einigen Stunden erfolgt. Wegen dieses Verbrechens angeklagt, wurde A. Windisch für schuldig erklärt und zu schwerem Kerker auf die Dauer von vier Jahren verurtheilt. (Sauerbrünn.> In Sauerbrunn bei Rohitsch sind bereits 35 Parteien lnit 53 Personen zum Kurgebrauche angekommen. (B ezirks turnen.) Das Gruppen- und Wettturnen, welches die Vereine von Marburg, Pettau und Cilli gestern in Windisch-Feistritz abgehalten, wurde vom Cillier Turnlehrer Herrn August Tisch geleitet. Preisrichter war der Genannte und Herr Markl, Turnlehrer in Marburg. (Arztstelle.) Das. Gemeindeamt Ober-Pulsgau veröffentlicht den Wunsch, es möge sich dort wieder ein Arzt niederlasien; zwanzig Ort-^schaften sind auf die Hilfe eines solchen ange-wiesen und hat sich in Ober-Pulsgau seit Langem stets ein Arzt befunden. Der letzte,. Dr. Denifcha, s. Z. Oberarzt beim Regiment KinSky (zu Marburg) starb im vorigen Jahre. ^Ausschreibung.) Vom Kreisgerichte Cilli wird die Stelle eines Grundbuch-Führers zur Bewerbung ausgeschrieben. Die Gesuche können bis 5. Juni überreicht werden. (Haltstelle in Lembach.) Von Lem bach wird uns — 24. Mai — geschrieben: .„Abgesehen von den vielen Anfragen bei der Marburger Eisenbahn-Kasse: „Wann die Züge wieder in Lembach halten werden?" ist die Thatsache für die Zweckmäßigkeit dieser Haltstelle, d. h. baldige Eröffnung derselben bezeichnend, daß 'in den Pfiingsttagen einem Kondllk-teur ein „gutes Trinkgeld" versprochen wurde, wenn er den Zug in Lembach nur „ein klein wenig" halten ließe. Daß die Marburger diese Haltstelle viel benützen, ist ebenso Thatsache, wie der Unlstand, daß es kaum andere oder ähnliche Parthien gibt." Anweisungen bezüglich der Schulhäuser und ist eine ziemlich vollständige Zusammenstellung der mlf Erfahrung und Wissenschaft gegründeten Forderungen, welche an ein Schulgebäude gestellt werden, wenn es den Anforderungen der öffentlichen Gefundheitspflege entsprechen soll. Eingesandt. Zur Widerlegung deS im vorigen Blatte erschienenen Artikel» erkläre ich, daß der „Packträger" Nr. 7 ganz-lich unschuldig ist an dem ihm vorgelvorfenen Mißbrauche des Vertrauens. Ich bin die Gattin deS Herrn Josef Räschel. Er bestellte mich für den Abend zur AuSfolgung mehrerer mir und meinen Kindern gehörigen Schriftstiickel da er jedoch nicht erschien, so dilrchsuchte ich seine Effekten und fand dort unter den ganzeu Schriftstücken nur ein einziges, das mir gehörte; die übrigen waren alle Liebesbriefe der verheiratheten Maria Baumann, an meinen mir angetrauten Mann Josef Raschel gerichtet. Nrbstbei muß ich noch seine Unterschrift berichtigen, da er nicht Kaschel, sondern Raschel heißt. ö63 Migdaltiia Naschtl. Konkurs. Zm Bezirke der k. k. Telegrafendirektion für Steiermaik und Kärnten sind fünf Ttle-grafenamtS-Assistenlen-Stellen der XI. RangS-klassc und 3. GehallSstufe. und eventuell zwei Eleven-Stellen II. Klasse erledigt. Gesuche, rücksichtlich der Ersteren mit den Diensttabrllen, rücksichtlich der Letzteren mit dem BefähigungSzeugn>sse belegt, sin^ biS 29. Juni l. I. Hieramts einzubringen. Mit der Ernennung zum Assistenten ist die Verpflichiung zum Erläge der Dienst-Saution im Betrage von 200 fl. verbunden. In den Gesuchen ist anzugeben, ob der Bewerber mit einem Beamten der Telegrafen-Anstalt verwandt oder verschwägert ist. K. k. Telegrafen-Direktion Graz am 19. Mai 1d7ö. (539 lZislialfee, l'uniseli » la Llaee swpLelilt (513 Ivl» (418 „zur IlölilZnidö" detinäsu sieli solgeuäe (?6trÜ.llIcs IM 187461'l(o!08vf . . . a III'. 32 pr. Xla83 1873vr kotk^vin V. (?0li0dit2 „ 49 „ 18726r lokannvZbsrgvf . . „ 4ö „ 187461- l.uttonbvi'gvi' . . „ 5k „ I368sr Ztaätdorgvi' . . . „ Lv „ vsiv vor8e1lie6eQ0 OattunZen flasvkvn-V^vmo 2u äön wäsLigsten?rsiseQ. Oi'ö aus c^e?' c?6s Ksr»-?» 0. k'eraers ^irä 6a8e1b8t aueli vill gut ad-ßeleßsuös Köti'LvkvS üiläi'Zvnblvl' » kr. 28 zr. ^ass ausxsZeliäukt. ^u AütiZem ^UZpruvIis laäet IiöAicli ein (ZsLtvirtli. Letzte Post. Die gemeinsame» HeereSkosten Oester-reich-UngarnS soUeu nact» dem Voranschlage für t87E auf zwi»lf Millionen höher de-laufen, als jene für 187S. Der ArbeiterkongreH in Gotha hat den Antrag, betreffend daS Stimmrecht der Arauen abgelehnt. Garibaldi veranschlagt die Kosten der Tiberregulirung auf sechzig Millionen und hätte der Ttaat die Hälfte beizutragen. Wom Aüchertisch. Das Bolksschlllhaus mit besonderer Berücksichtigung der Derhält-niffe auf dem stachen Lande und in kleinen Städten. Von Dr. Wilhelm Kuby, kgl. Bezirksarzt in Augsburg. (Mit 14 lithographirten Tafeln. Augsburg, M. Rieger. Preis 1 fl. 32. kr.) Der Verfasser bezeichnet als Zweck dieser Schrift: die Forderungen, welche bei Barz und Einrichtung voll Schulhäusern unerläßlich sind, in solchen Kreisen, wo einestheils Mangel an Mitteln, andererseits ungenügende Kenntniß der Erfordernisse eines guten Schulhauses den Bemühungeu der Sachverständigen entgegenwirken, zur Geltung zu bringen, zugleich aber auch diese Anforderungen so zu sormulireu, daß sie mit den häusig sehr beschränkten Nutteln der Gemeinde ausführbar sind. Das Schriftchen beschränkt sich auf das Schullokal uud die Einrichtung, läßt Schulzucht und Unterrichtswesen ganz unerörtert. Neues bringt dasselbe nicht, aber es gibt ,den Gemeindebehörden und. Bautechnikern praktische Erfreuliche Anzeige. Endlich ist die lang erwünschte Straße über den Ziglenzenberg durch die Bezirksvertretung St. Leonhard zur Bezirksstraße erhoben und recht gut fahrbar hergestellt; deßhalb den Herren Touristen, welche die herrliche Augficht, den guten Uatvrwein und das beliebte Götz'scht Mär^tubier, sowie die guten Krat- und Pack-Hühner in St. L»rda.rs. dvi Varmdvrx genießen wollen, eine schöne und gute Gelegenheit geboten ist. 560 Gastgeber. (561 kelroleiliii-Itkcli-jtiipilnle dillixste kekeiz^unz m»! Aemedlvs von 3 ü. anZekangev, dei <11 s»!*! Ein Hubgrund ^ bei St. Jakob inWindischbüheln^ nächst der Kirche im Flächenmaße circa 32 Joch, bkstrhend auö Wohgebäuden, zum Betriebe eines Gasthauses. Fleischl)auerci oder Hanvlung geeignet, nrbst Weingarten, Aecker, Wiesen, Obstgarten, Hutmeide und Hochwald, ist aus srcler Hand zu verkaufen. Auskunft ertheilt Jakob Gornig in Jaringthal Haus Nr. 47. (562 I Ein Gelvölli am Domplatz ist zu vergeben. 532) C. Schraml. Dampf-u. Wannenbad in der Kärntner-Vorstadt (21s täglich von 7 Uhr Früh bis 7 Uhr Abends. Alois Schmiederer. LerreMkiäkr solilj unll »vlt>8t gosi-t)sitvt LIeiÄermuKAsin äss (459 8el> Triest-Wien. Ankunft 2 tl. 13 M. Nach»n. j Ankunft 2 U. 35 N. Nachm. Abfahrt 2U. Iti W. Rachm. > Abfahrt 2 U. 33 M. Nachm. Kärntner-Ziäge. Abfahrt. Nach FranzenSfe ste: 9 N. 25 M. Bormitt. und 10 U. 35 Nacht». Nach Bill ach: 2 U. S5 M. Nachmitt. Ankunft. Voll Franzensfeste: 7 U. 5 Min. Früh und 6 U. 40 M. Nachmitt. Von Villach: 12 U. 2S M. Mittag. Haupttreffer 7O.OQ« Gulden Aiehulig am IS. Juni 1875 (b4i zu haben in der s. k. Lotto-Kollektnr bei Frau l). Ksi'Isbvi'gvi', ?o8tga88s Ieb8t vielen »nöeren LeKenZlünllen »kKozeden im 27 kr. «ISrUplAlW 'MUG ^ Diö Liicliäriicköröi M I.it!ioerAv1iiö V0N OK k-cq UM-ZW «ZW Postga88s lir. 22 22 Po8tga88v VorlttA VOi» VruvIlSQrtvi» kür ^^volcatev, Notare, (lememäLlKzIiöiclön, ete. eto. i.agsi' von allen Zoi'tvn ki'ivf-, Kanzlei-, Lonvept-k'aiiiei' unl! Louvei'ten. «'S