2N2T3WNN3OV Mr Annst, Meratnri Theater n. geselliges Leben. NNN2<22NN ^»OZ? NN^Z'^N N Nn i» Laibach ganzjährig b, ^^'^ halbjährig , ss. Durch die t. s. Post unicr Ouuvert ,»>t portofreier Zusendung ganziahrig u, halbiährig 4 tl ' E. M.< und wird balbiahria voraus­bezahlt. Alle l. t. Postämter »»hmcn Pränumeration n». In Laibach pranumerirl man beim Verleger am Raon, Nr. lyu, »» ersten Stocke. Nichtigkeit des menschlichen Wissens. <^n thörichtcr Verblendung prahlet Der Mensch, daß seines «elftes Macht Der Weisheit still verborg'nen Schacht Vis auf de» tiefsten Grund durchstrahlet. Nichts scheint zu Hroß ihn, und zu schwer. Daß es sei» Auge nicht ergrunde, Und doch tappt er, der Arme, Vünde, I n ew'ge» Dämmerung umher. Mi t stolze», Wort von Kanzel und Katheder Lehrter den Vau des Grashalms und derCeder; Er thut, als «h der Weisheit Gottesfunken Sem Eigenih',,», als ob am Ouell des Lichts, A», Quell de, Wahrheit er sich satt getrunken, Und weiß doch — Nichts! Dem Maulwurf gleich durchwühlet er die Tiefen, Die stillverborg'ne Weitstatt der Natur, Doch nicht se > n Vlick, e,n hell'res Äuge »ur Entziffert die geheime» Hielygliphe,!. Was ist, doswardihm klar, doch wie >»> Stillen Natur mit stets verMigte» itoift An ihien Wunderweite« schaffi. Das wird sein Auge mc enthülle». Nück' um dich her! Was, weil's zu allen Zelten Vor seine» Vlicten sich erzeugt, Dem Menschen ganz gewöhnlich däucht — Kannst du es deuten? Den Samen legst du in der Erde Schooß — Und r>ese„groß Wachst l» des Himmels sonnenhelle», Raum Empor de> Vau,». . Ken„st d» die Kraft, die »1 dem Keim Mi t wunde» bare», Zauber waltet. Und sicher und gehl»» Aus Tod das Leben neu entfaltet? Kennst du die Kraft? Was sie geschaffen nur Erreiint dein Vlick, doch w,e das Leben fielst Enthüllst d» nie! — In's Inii're der Natur Drl»gt tein-crschaff'ner Geist! Dich selbst, » Mensch l du räthselhaftes Wesen, Du höchstes Wunder, das der Allmachtruf Des Ew'gen, des Alll^benden erschuf — Kannst du dein eig'nes Rnlhsel lösen? Ncschricben vielfach und genau Hast du der Glieder wunderreichen Vau , Und. wie das züitc Vond de» Nerve» GlHeinmißUoll sich m einander fügt; Doch wie der mächt'Ze Vtro»» des Lebens Dnrch deine Adern brous't, wie er versiegt — Di e Frage thust du dir vergebens. Wohl suchet die Philosophie Durch enxn neue Hypothesen Dies große Räthsel uns zu losen — Doch lösen wl»d sie's nie! An einer fastvcrschloss'nen Pforte Steht hier der Geist! Kein Mund kennt die geheimen Zauberworte, Durch welche er das Thor sich öffne» heißt. Hier, Mensch, der d» in, Traum« deiner Größe, I n Eitelkeit versunken bist, Erkenne demuthsvoll m dieser Vlöße, Daß all' dem Wissen Stückwert ist! Hermann Waldow. Die Hand der Vorsehung. -Erzählung vo» Eduard Sileslus. (Fortsetzung.) »Nicht weiter! — o um Alles, was uns thcuer im Leben! nicht weiter!" rief Robert erschöpft. Des Rufes Sinn mißverstehend, hohnlachte aber'der Begleiter »»Also das Herzchen hält Dich hier fest, armer Liebeskranker!«« Und ein Medaillon herausziehend, das von Gold und Edelsteinen lostbar blitzte, fuhr er triumphirend fort: „»Auch in andern Ländern gibc's noch weibliche Engel, wenn sie auch nicht durch Spukereien sich interessant zu machen wissen.' Sieh her!««—Und Robert schaute beim blassen Schimmer der fernher flackernden Ampel die blen­dendste weibliche Schönheit. Nicht die erste Unschuld lä­chelte in dem dunklen Augenpaare, aber die liebeweckendste irdische Schwärmerei. Ein Blick auf die reizenden Grüb­chen dieser Rosenwangen hätte einen Sokrates zur Schwach­heit verlockt; ein Blick aus diesen schwarzen Sonnen, ein lohnendes Lächeln dieses Grazienmundes hätte ihn zu ei. nem Meineide verführt — und der Gedanke: »dieser En­gel soll dein seyn!" schien den Glücklichen, de^ solches den­ken durfte, über den Verlust eines ehrlichen Namens trö­sten zu können. A62 , Robert ' starrte, schwelgte, lechzte, taumelte. Was war die blasse, blonde Grabgestalt dagegen? »Sie ist dein!" — fi-üsterte der Verführer— „sie ist dein als schönster Preis nach vollbrachtem Werke!« — Ro­bert liebte — glühte >— wankte. »Der Preis für das vollbrachte Werl« las er in Chif­ferschrift auf der Rückseite des Medaillons von wohlbe­kannter Hand — und es kostete ihm eine einzige Nacht, nur einen Aufsatz in Chifferschrift zu Papier zu bringen, um das ihm zugedachte Werk zu vollbringen. »Eine reiche Mitgift geht noch obendrein in den Kauf« setzte der Verhüllte nach einer Pause bei. Er hatte Alles verloren, unverdient verloren, und tonnte nun mit weni­gen Federstrichen sowohl sein irdisches Glück wieder errin­gen, als auch volle Rache an seinen unwürdigen Feinden nehmen. Kalte Tugendhelden, die ihr nie den Doppel­kampf mit dem heißen Blute von Inneil, und dem harten Schicksale von Außen gekämpft, brecht nicht den Stab über ihn, wenn er jetzt schweigt — jetzt schwankt — jetzt wüthend einschlägt in die dargebotene Rechte, und hohn­lachend ausruft: »»Sollst ihn haben, schwarzes Brüderchen, den Angriffsplan! Ist ja Alles Spuck und Teufelei um mich her! Muß es mir sichern, das reiche, volle Leben für diese Welt!«« Schweigend riß ihn Jener fort. — An der schwach­erleuchteten Wegkapelle vorüber eilend, erblickte Rober t zwei verhüllte Gestalten auf dem Bethschemmel knieend. Ein ahnungsvoller Schauer durchrüttelte ihn. Die eine Gestalt wendete sich — in der matten Dämmerung des aus dem innersten Heiligthume' flackernden Aempleins starrten ihm, indem der Nachtsturm den Schleier lüftete, die wohl­bekannten, bleichen Züge entgegen. »»Die Todten entsteigen ihren Gräbern und treten zwischen den Satan und sei:>e Beute!«« kreischte Robert und stürmte, sich aus des finster« Begleiters Umklamme­rung losreisiend, in Sinncsverwirrung „ach der Stadt zurück. »Der Henker hole euch Phantasiemenschen,!« murrte der Verhüllte, warf ein in seinen Händen zurückgebliebe­nes, abgerissenes Stück von Nobert's Mantel von sich, und schlich, neue dunkle Pläne brütend, auf einem einsa­men Feldwege nach seiner abgelegeneu Behausung zurück. v. Eine Trommel wirbelte durch den Park und weckte die Sonntagsgäste, die bei Kaffeh und Bier fröhlich im Grünen sasjen, aus ihrer behaglichen Ruhe. Alles versam­melte sich erwartungsvoll, als ein langer, hagerer,' fan­tastisch gekleideter, alter Bursche, einen Gürtel mit Cha­rakteren auf der Brust tragend, im gebrochenen Wälsch­deutsch die Wunderwerke verkündete, welche sein Herr, der große Physiker Pasquino , sogleich dem verehrten Publikum zum Besten geben werde. Ein Keiner, stämmiger Junge' ging ihm trommelnd zur Seite. Neugierige Scharen folgten ihm nach der nahen Gausieryütte, welche im abgelegensten Winkel des Parkes aus einem einsamen Birkenwäldchen hervorblickte — wie die Behausung eines zauberischen Drudenweibchens alter Zeit. Spiegel mancherlei Art ließen am Eingange den Besuchern ihre eigenen, Züge in den seltsamsten Ge­staltungen und Verzerrungen entgegengrinsen; schwarze Teufelskopfe ringelten ihnen, wie belebt, ihre blutrothen Zungen entgegen; aus dem Innern der Hütte kreischten, wie Beschworungen, die halbverständlichen Anordnungen des Magiers an seine Handlanger, und das hohle Rasseln der aufgezogenen Maschinen tönte, dem Erwachen der in's Leben heraufbeschworncn Zauberkräfte vergleichbar, seltsam schauerlich durcheinander.» Eine Taschenspielerbude ist ein wahrhaft poetischer Schauplatz, für Fantasie und Neflerion, für Gefühl und Humor gleichviel Beschäftigung bietend. Der Taschenspie­ler— ein Mensch, der auf eine so nichtsbedeütende Weise, doch oft mit so feiner Kunst einen, tiefen, unaustilgbaren Trieb im Menschen, den Hang zum Wunderbaren zu be­schäftigen weiß — spielt auf der einen Seite eine so in­teressante, auf der anderen eine so armselige Rolle. Auf der einen Seite ist er ein räthftlhafter Nachbildner der räthselhaften Natur, des großen, ewigen Wunders; auf der aAdern Seite aber — sie scheint Ernstes und Wich­tiges zu bezwecken, und er will — müßige Augenblicke hin­weggaukeln. , Mi t diesen Betrachtungen betrat Robert , zufällig im Parke anwesend, die Gauklerbude, um seinen Unmuth für eine halbe Stunde zu zerstreuen. Nach mehreren un­bedeutenderen Kunststücken kam ein kleiner, magischer Tür­ke an die Reihe, welcher nach seiner Consorten Weise mancherlei Gaukeleien mit seinem Glöckchen und Hammer vornehmen mußte. Als ihn das Geschäft traf, auf die be­kannte Weise den Herzenskundigen'zu spielen, wandte sich der kecke Italiener zu dem finstern Rober t und drohte ihm, wenn er .kein freundlicheres Gesicht zu seinen Künsten mache, alle seine unzähligen Liebschaften, der Reihe nach, dem Publikum zum Besten zu geben. Alles lachte über .den schalen Einfall. Robert warf, Hn keines Verwei­ses würdigend, nur einen vernichtenden Blick auf den Pos­senreisser. Auf einen Wink des Herrn erhob das Automat seinen gewichtigen Hammer unter wieherndem Gelächter der ausgelassenen Menge; aber bei dem ersten gellenden Schlage borst die Glocke dröhnend, wie ein rostiger Eisen­sarg so gewaltig, daß die Stücke umherflogen. Der schäu­mende Gaukler stieß ein Paar derbe, italienische*Flüche ge­gen den ungeschickten. Maschinisten unter der Tafel aus, aber dem ernsten Rober t überlief, als hätte ihn ein Ruf von jenseits herüber getroffen, ein kalter Schauer, und er murmelte, indem er sich dichter in seinen Mantel wickelte, vor sich hin: »Toller Zufall!« (Fortsetzung folgt.) ­ Die schiffbare Save in Krain. Von Heinrich Klonberg. (Forlfttzung.) Er mochte wohl mein Lächeln bemerkt haben; er er­röthete, lachte laut auf, und wir traten mit Eueline und 363 ihrem Begleiter in die Mühle. Die Bäuerin brachte uns Milch, und als wir uns mit derselben labten, war auch Ludwig mit seiner Skizze fertig geworden. Ein Schiffs­knecht kam, um uns in der Landessprache nach seiner Art höflichst zu erinnern, ob es nicht gefällig wäre, wieder ab­zufahren; ich verdollmetschte ben Fremden seinen Wunsch und »vir verließen nach Beschenkung der guten Bauersfrau die friedliche Mühle, die lange vielleicht kein so schönes Stück Geld gesehen hatte. Wir fuhren ab, alle zurückgewendet nach dem plto­resken Wasserfalle; der Schiffsherr zeigte uns eine tiefe Schlucht, die sich am linken Ufer weit in das Land hinein­zog, und bemerkte hiebci, daß es die Grenze Krains und Steiermark sey. Wie vom Blitz berührt, drehte sich der Alte um, und blickte düster in die Schlucht, end­lich sprach er: »Krain hat herrliche Berge und Felsen, und jene, die ich in dem unbeschreiblich schönen Veldes und in der hohen Wochei» gesehen habe, übertreffen Alles, was Tyrol aufzuweisen hat. Das Schiff ruderte weiter und der Engländer zog aus seinem Neisesack eine Zeichnung hervor. Es war das gute Kupferstück des Mittalewasserfalls vom k. k. Herrn Hof­rath Schemerl, Rittervon Leitenbach. Bald kamen wir im weißen Schwalle an, und durchfuhren den dor­tigen Kanal eben so schnell, als jenen zu Prußmk. Es ist ' dies eine in',lebendige Felsen eingesprengte Rinne und liegt in einer äußerst einsamen, von Fels und Berg um­gebenen Gegend. Ueberhaupt ist von Sava angefangen bis Ratschach, eine sich ziemlich gleich bleibende, wild schöne Gegend — rechts und ,links himmelänstrebende Felsen und hohe Berge, in der Tiefe der Strom. Nur dann und wann begrüßt ein einsames Häuschen oder die, an einem Wildbache gebaute Mühle den Wanderer. Der Landschafts­maler findet sowohl große als kleine Parthien, die seiner Kunst Ehre, machen würden. Auch Ludwig wollte die schöne, über die steirische San n gebaute Brücke, die von, Cilli herunterrauscht und bei Steinbrücken in die Save mündet, zeichnen, allein die einbrechende Nacht hieß die Schiffleute eilen, und wir langten bei der Abenddämme­rung im Markte Ratschach an. — Nachdem wir ein einfaches Nachtessen eingenommen hatten, vor welchem der Franzose in Erinnerung einiger Vorfälle in Prußnik unser ganzes Service, rücksichtlich'der Reinlichkeit prüfte, .der' Engländer aber der halb schlum­mernden Eueline den Hamlet recitirte, begab ich mich in mein Schlafkabinet. Eine herrliche Nacht senkte ihren blauen Schleier über das Gebirge herab. Ich konnte nicht schlafen. Ver­gangene Zeiten tauchten in meiner Seele auf, und ich beschloß einen einsamen Gang an den Ufern der Save zu machen. I n Erinnerungen verloren kam ich wie ein Träumender auf eine hinter dem Schloß^ Weirelst ein gelegene Er­höhung und- legte mich auf das weiche Moos nieder. Ich war bewegt—ein Wind streifte durch die Gipfel der Fich­ten, die mich umgaben, und bald schienen sich mir Thurm und Häuser und die Felsen der Landschaft zu bewegen und zu regen. Mi r schien es, als zögen die blauen Ne° belgestalten der hingeschiedenen. Freiherrn von Morda x aus ihrer verfallenen Ruine dem Monde entgegen, und verschwämmen in seinem silbernen Lichte. , - Werk der Fantasie, rief ich, Täuschung nicht Natur! und doch, du, blauer Strahl, der du dich wie ein König der Elfen durch t>ie schimmernde Flut hinziehst — du bist nicht Täuschung. Eine bekannte rufende Scimme weckte mich aus mei­nen Träumereien. Es war wieder der alte Herr, der mich überall verfolgte. Hören Sie, junger Mann, Sie sind wie eine Gemse; ich sah Sie unser Gasthaus verlassen und folgte Ihnen, um den Mondeffekt-dieser Gegend mit Ih­nen zu bewundern^ verlor Sie jedoch aus dem .Gesichte, und'fand Sie erst, als Sie sich durch Ihr Selbstgespräch verrathen haben. Ei, ei, junger Held, lassen Sie diese Fantastereien eines erhitzten Geblütes und widmen Sie Ihre Talente dem wirklichen Leben. — Ich wäre gerne allein geblieben, und recht zur ungelegenen Zeit kam mir dieser Sittenprediger. O lassen Sie mir die goldenen Träume, die — Ei, was goldene Träume! rief er begeistert, das kommt alles von eurem heillosen. Lesen — jeder will ein Jea n Pau l seyn, ohne dessen Talent zu besitzen. — Sagen Sie mir, ist diese Gegend nicht wunderherrlich. Sehen Sie nur, während wir bisher wie in einen Sarg eingezwängt, zwischen Bergen und Felsen hinfuhren, und fast nirgends sicher waren, von den sich ablösenden Felsstücken erschlagen zu werden, öffnet sich »NM die Landschaft, wie ein Früh­ ,lingsmorgen. Jene schwindelnd hohe, senkrechte Felsenmauer ist gleichsam das Thor, womit alle die wilden Schönheiten abgeschloßen werden, und auf jener, durch diese trotzende Höhe kunstvoll durchgesprengten Straße verläßt der Wan­derer die gebirgige Gegend, um eine lachende Flur zu be­grüßen. Der Srrom ändert sein trauriges, schwarzes Kleid und küßt wie ein Bräutigam die von Neben begrenzten Höhen — er macht sich's aber auch bequem und dehnt das höher oben von Felsen eingeengte Bett bedeutend breiter. Betrachten Sie jene, auf der Höhe der besagten Naturmauer hervorblickenden Nudera der alten Burg; wir sehen es zwar nicht, aber gewiß ist es mit Moos und Epheu bewachsen — eine Wohnung für Eulen und Fle­dermäuse. Es ist die verfallene. Burg der Stammherren von Mordar, fügte ich bei. Ein berühmtes Geschlecht, auch in der neuern fran­zösischen Geschichte bekannt, sagteWr und wies mit dem Finger auf die hin und wieder beleuchteten Punkte des , Berges. Ich sah ihn verwundert an, und staunte über seine Kenntniße, er aber fuhr fort: Wie doch der Herbst diese Berge belebt; der. Winzer jubelt über die süße Gabe des Schöpfers. — Wir schwiegen eine Zeit lang, und ,ch bemerkte, 3«4 daß das eigentliche Ratschach Mit dieser schonen Gegend in Disharmonie stehe. Erstaunt sah er mich an. So sehen Sie doch, und Sie müssen Ihr Wort zurücknehmen. Dieser schöne Thurm» der Kirche mit der romantischen Gruppe der ihn umgeben­ den Häuser — dieses Hindehnen zerstreuter, niedlicher Häuschen am Fuße von Weinbergen, links ein herrliches Thal — rechts ein Strom wie ein See — und im Hin­ tergründe' ein mit einer Ruine gekrönter, schwarzer Fels — was wollen Sie mehr ? — Es ist würdig von Schindlers Kreide gezeichnet zu werden. — Aber kommen Sie, kommen Sie , wir brauchen für die weitere Reise Ruhe. Gute Nacht,, ihr Sterne da droben,, gute Nacht, du fahler Mondesschein. — (Beschluß folgt.) Aphorismen. Beherrsche immer dein Auge! Ei n kühngewagter Blick, und in deinem eigenen Herzen thut sich die Holle auf, wo­rin unbekannte Gluten toben, nie gekannte Wünsche ra­sen, und deine Brust —vor Kurzem ein Hafen der Ruhe — ist plötzlich ein Tummelplatz der Leidenschaften geworden. Die Verheißungen vieler Menschen ähneln dem Ge­lispel des schwankenden Schilfes, welches der Wind leise bewegt, während das Hochwasser wächst und es begräbt — sie rauschen und — vergehen. Lernet das Lockenköpfchen beugen in frühester Jugend, nimmer beugc, sich dab Haupt der störrigen Eiche, außer von der Gewalt getroffen und zersplittert. Fliehe jeglichen Streit. Mächtige wissen sich an dir zu rächen, Reiche gegen dich sich das Recht zu verschaffen, und der Arme tritt dir, wenn sonst mit nichts, wenigstens mit Verachtung entgegen. Freunde sind wie der Wein. Die alten stärken; die neuen aber blähen meistens nur zehrend auf und schwächen. Zügele die Begierden nach Gold und Silber. Das frevelvolle Streben darnach reicht seine Krallen bis in die Gemächer gekrönter Häupter, und wie oft führt dieser ewige Durst bis zum — Schaffet. Stets soll es dir an der öffentlichen Meinung, viel liegen; denn früher oder später rächt sie sich gewiß an Al­len, die sie verkennen. Der Gebrauch und die Gewohnheit können nur mit­telmäßige Menschen so beherrschen, daß sie sich ihnen zum Gesetze aufdringen; das Genie werden sie nie unterjochen. Wie oft sagt man zu manchem Menschen: D u Esel! und bedenkt nicht, wie er gar keine einzige gute Eigen­schaft dieses armen, Mmldigen und genügsamen Lastthie­res besitzt. Zweifelst du an der Gewißheit eines andern Lebens, du dich selbst betriegender Thor? — Wozu denn der hohe Grad deiner Eitelkeit, deiner Meinung von dir selbst? — Bist du dann nicht elender, als das Thier, wenn die in­nere Stimme, wenn die Ewigkeit eine Mähre seyn sollte?— Joseph Vuchenhain. Theater in Laibach. Dienstag am «. März: »Folgen einer Mißheirat!),« Gcmcil­de «us dem Leben in 4 Alten nach dem Französischen von Castelli . Niemand wird diesem dramatischen Lebensbilde Richtigkeit der Zeichnung, Lebendigkeit des Colorits, kurz Trefflichkeit der Charakter-Darstellung abspre­chen wollen, wofür schon der Name des deutschen Bearbeiters bürgt; allein es ist nun einmal eines jener Stücke, die ein bitteres Gefühl zurücklassen, bei denen man das Haus unbefriedigt verläßt. Lobenswerthes leisteten Dlle. Vieinb «k als Charlotte und Hr. Koch »ls Graf Aiglcmont. Die stufen­weise, gleichsam sichtbar vorschrcitende Bildung, wie der Ton und die Hal­tung der Erster» war allen Anforderungen entsprechend; Letzterer war in Bewegung, Manier und Sprache vollkommen Kavalier. Das nämliche laßt sich »om Hr. Gehrig (Monval) sage». Die Uebrigen wirkten eifrig mit. Die sorgfältige Toilette sowohl der Herren als Damen an diese», Aben­ de verdient bcso»dcrcs Lob. Mittwoch «m t>. März: »Der Z »überd räche« fünfaltiges Lust­spiel von Bau ern feld. Ein Bühnenstück, welches unter denen, des ge­schätzten Herrn Verfassers bei Weitem nicht den ersten Rang einnimmt, und schon hier bekannt. Es wurde im Ganzen recht gerundet gespielt, doch zeich­neten sich besonders aus: Hr. Walther als Baron Groll und Hr. Kiippl als Theqterschncider Krespel. Hr. Wallhe r gab das behagliche Phlegma des reichen, geschäftsschcuen Vritten mit einer so glücklichen Färbung, daß !h»> der gerechte Beifall nicht entgehen tonnte. Hr. K'oppl war -überaus drastisch und ergötzlich. Alle übrigen entsprachen ihren Fächer», nur war die Repräsentation des Handluiigscommis Schmachtenbcrger durch Hrn. Czerma t nicht die glücklichste. Donnerstag am ?. März: »Der Muller und sein Kind,« Drama in 5 Akten von Dr. Ernst Raupach. Das Stück ist allbekannt, daher eine »ähere Abhandlung darüber hier gänzlich überfiüßig; nur glau­ben wir der Meinung eines der geachtetsten u»d scharfsinnigsten Recci,senten— der sich jüngst irgendwo, äußerte: Raupachs »Müller und s.in Kind" ge­höre, zu denjenigen seiner dramatischen Arbeiten, welche zwar die Anzahl seiner Stücke, aber bei weitem nicht die seiner Anhänger vermehren —unbe­dingt und aus vollem Herzen beipflichten zu müssen. Dlle. Reinbe t th»r als Marie alles Mögliche, was sich nur im­mer für diese Parthie thun läßt. Sie war ga»z die stille, demüthig er­gebene/dahinsiechende Dulderin; ganz die fromme, gehorsame Tochter ei­nes ticselherzigen Vaters, dem sein Geld mehr isi> als s.in eigen Blut. Der tiefinncrst verschlossene Schmerz der heiß liebende» Jungfrau, der sich keine Leidenschaftlichkeit erlaubt, war vortrefflich martirt. Sie wurde zwei Mal gerufen. Hr. Köpp l spielte den Müller — wie es uns schien — etwas zu leidend, zu kränklich. Den Müllerburschen Konrad gab Hr. Gehrig durch­dacht, gefühlvoll und tattrichtig; nur hätte, unsers Erachtens, in der Scene bei der Erzählung des Todtengräbers John i m Wirlhshause seine wachsende Teilnahme sichtbarer — und beim endlichen Abgange sein Zustand stär­ker markirt seyn sollen. Hr. Walthe r als Gastwirth Reimon war ganz »n seinem Platze. Wir glauben auch die Leistung des Hrn. Lzermak »ls Jacob nicht übergehen zu dürfen, der diesmal seine klein« Rolle besonders brav gab, und wahrlich Beifall verdient hätte. — Die übrige» unbedeuten­den Rollen waren genügend besetzt. Durch den Umstand, daß während der Verwandlungen — besonders im iten Atte bei der Verwandlung der Gaststube in den Kirchhof —sich im­mer nur ein einzige r Theaterdiener mit der HinwcgramnnnZ u»d der Herbeischaffung der Geräthschaften plagen mußte, wurde die Geduld des Zu­schauers noch mehr in Anspruch genommen. — Die ersten zwei, Vorstellun­gen wurden zahlreich hesucht, bei der letzten aber waren die Räume des Hau­ses — sowohl Parterre als der Olump — überfüllt. Leopold Kordesch. Auflösung des Knittel-5!ogogryPhs im Blatte Nr. yd. Bleiweiß, Giweiß, Blei, weiß, Weib, Leib, Beil, Liebe, weile, Gffe, Bei, Vis. Laibach. Druck und Verla»; von Joseph Blasnik.