Anbacher Ieituna. .»« «««. Mittwoch am 5. October R8H3. Die vaibachcr Is't»»^" erscheint, »lit Ailsnahmc drr Honn- >,»d ^icrtage. «änlich, ilnd soilct m>nmt dc» Äeila^n im Com p to ir qanzjährig «l ft., halbjährig S sl. 3N lr, ,nit .ssreil^'aiil' i», l^omvioir ^anzjähriq l2 sl.. l,a l !'^> !, riq « st. Für oie Iüsl.ll»»^ >»',' Ha»s 'l»d Hal l> jäl> ri ^ .'l« sr. >»ehr zn rntrichtc». Wl i t der Po st po'r to« svei qnü^iäsni^. unter ^nil^aiid »»p qedrilcklcr ?lores,. l5» fl., hall'jahriq 7 sl. Z« f>. — I,, serai lo ,l 6q cbü l, r ,'in cine Svaltcnzeilt odcr den Na,»i, derselben, für ei»' malige El!>,cha!tl»n, ^ kr.. si»' MMlalige ^ ^'' ^'^ ^">m,!l!^e .', lr. (5. M. Ins.rate l'is 12 Ieilm soste» > si- >'>'" 3 M.,l. .',0 fr. sill 2 Mal mid 40 lr. siir l Mal einzilschalteo. Zn di.sr,, (i>ll'ühvm iss naä) dcm ..prl)vln'risslfN («csehe vm» s>. ytovrml'cr l«!i() ss,r Iüftrtil'iiSsläüipsl" noch <<> lr. si'r cinc jcdcolualige (5i»schalt»»a, hinzu z» rechne». Nichtamtlicher Theil. Laibaol,, -'». October. DaS glorreiche Namensfest Sr. k. k. apostolischen Majestät unsercö allergnädigsten Kaisers und Herrn wurde gestern um IN Uhr Vormittag durch «lu, vom Herru Fürstbischof in der Domkllche cele-brirteS Hochamt gefeiert, welchem sämmtliche Civil-, und Militär-Autoritäten, nl>d eine, große Menge Andächtiger beiwohnten, nm des Himmels Legen über das Haupt deS gnädigsten Landesvaters zn erflehen. — Abends fand im ständischen Echanspiclhanse bei Beleuchtung deS älißeien SchanplayeS ei»e Festror? ssellnng Statt, bei welcher daS zahlreich versammelte Publicum jeden Anlaß ergriff, den Gefühlen seiner unwandelbaren Unterlhanstrene den lautesten Anedrucf zu geben, und die unter allgemeinem Jubel daS Fest-. W'el beschließende österreichische Volkshymue mnßte auf ''ürmisches Verlangen des Publicumö wiederholt werden. Laibacl,, ^. October. Vom 28. September bis zum 2. October fand die angeordnete ordentliche Kirchen-Visitation der hiesigen evangelischen Gemeinde durch den hochwürdigsten Herrn Gottfried Franz, k- k. (Zonststorialrath und Superintendenten aus Wien Statt, an welcher Seitens deS hierortigen Stadtmagistrates der lte Ma-gistrats-Nath 5^err Michael Ambrosch Theil nahm. (V F k e r r s i ch. V3ieu, ,. October. Der kaiserlich rassische Gesandte am hiesige,, Hofe. Herr Baron von Mayen-dorff, wird 5! —10 Tage in Warschau verbleibe!,. — In der hiesigen Station der Wien-Glogq. nil)er Eisenbahn sind, obwohl die Strecke hence vom Staate übernommen wnrde, keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Das Bemebepersonale, die oberste Leitung allsgenommen, blieb in seinen derzei. tigen Functionen. Die Fahrpreise sind unverändert beibehalten worden; in der Fahrordnung wnrden ei« nigc zweckmäßige Veränderungen vorgenommen. An die Stelle des halb Ü Ubr Trains von Vaden nach Wien trat ein um '/^0 Uhr abgehender Train. Der Nbendtrain von Wien nach Baden, dann die SonntagStrainS auf dieser Strecke sind anfgelafsen. -^- Die znr Prüfung des Vorschlages in Betreff der Saveregnlinmg bestellte Commission hat bereits Bericht «.stater, und sich fs.r die Nothwendigkeit und Möglichkeit der Dmnpsschifff^t zwischen Sissek n„d ylgram ansgesprochen. Es hudelt sich derzeit noch UM Unter,nchnng des Flusilm.fes ,on Agram bis Nllgvica und um Bezeichnnng der Mittel znr nothwendigen Flnßregnlirnng. — Ans Wien, 30. Sept., wird der „Tr. ?g." geschrieben: Die Geltklemme hac anf dem hiesigen platze in lchter Zeit wieder eme Höhe erreicht, wie sie schon seit Langem nicht empfunden wnrdc. Die solidesten Hauser sind oft nicht im Stande, sich die unbedeutendsten Summen zu verschaffen, jede Speculation ist gehemmt, und die Vesiper von Industrie' und anderen Papiereu sehen sich genöthigt, schaaien-weise anf der Börse ihre Effecten zu veräußern. Welchen Einssnsi ein solcher Geldmangel auf den Gang aller Unternehmungen und Geschäfte ansüben w»ß, wird Jedermann leicht ermessen können, s,lbst wenn er keine mercantile VerbMlingen mit Wien nnmhalcen sollte. Dabei verfährt die Nationalba»k bei der Eocomptirung der Wechsel mit «iner Zurück« halmng, das; es fast den Anschein hat, als würde sie das Escomptiren gar nicht mehr für einen Theil ihrer Aufgabe halten. — Dem „Wiener Lloyd" wird gemeldet, Se-kais. Hoheit der Herr Erzherzog Ferdinand Mar sei znm Generalgolwernenr der pplnischn'Mhenischen Provinzen, der Königreiche Galizieu und Lodomerie», des Großherzogchniils Krakan und dcS Herzogthnmo Bukowina ernannt worden. -- Uebll das Project einer permanenten Mn^ steransstellnng österr. Landespioducte und Indnstrie-erzeng!,isse i» Hamburg, bchnfs der Anbahilnng eineo lebhafteren Erportes nach Australien hat sich die dieß-fallige l>omluisslon der mederösterreichischen Handelsund Gewerbekammer ungünstig ausgesprochen. Auch die Mehrheit der Kammer selbst sieht m einer solchen Ausstcllnng weit eher einen Nachtheil, als einen günstigen Erfolg. Sehr wünschenswert!) erscheine es dagegen, daß mehrere Industrielle selbst sich vereinigten und gemeinschaftlich für die Erweiterung des ErporlS ihrer Erzengnisse duich ve,läßliche Agenten oder Han-delsrciscnde Sorge tragen würden. " Wien. Es ist in volkswirtschaftlicher Be-ziehnng von Wichtigkeit zu untersuchen, ob der angegebene Stand des Zugviehes in der Monarchie den Bedarf znm Betriebe der Laüdwinhschaft decke. Das treffliche Handbuch der Statistik deü Ka^<»,nml «l« (^ml>!lanllu<>i»'<>« vom 19. v. M. liegt unS vor. DaS Venamsfest war in der besten Ort" nnng beschlossen worden. Die zwei in Eonstantmopel angekommenen französischen Dampffregatte,, l«"d,,M^ gador" uud „Gomer"; ans lcl/te.cr l.ci...'d '.c^^ Contreadmiral Barbier de T,>'<"., ^ .^^ ^,, ,n ^nstantmopel ."'l""'g" "'"<'' .„rden mcht er-emgelanfene., britisch", ^'l""" 930 wähnt. DaS Blatt meldet die Ankunft eines k. k. österreichischen Couriers, ohne jedoch von dem Inhalte der von ihm mitgebrachten Depeschen Kenntniß zu haben nnd enthalt noch eine weitläufige Abhandlung über einen, bezüglich der b- Grabfrage im türkischen Interesse zu Malta erschienenen Brochure. " Wie bekannt, wurde über Antrag BaiernS von der Zollcouferenz. vorbehaltlich der Natification der betreffenden Negiernngeu, genehmigt, daß bei der im Jahre 1«ü'4 z» München abschaltenden Industrieausstellung des deutschen Zollvereins, auch außer dem Berein befindliche deutsche Gewerbserzenguisse zugelassen nnd die gleichen Begünstigungen, wie sie im Jahre 1844 zngestanden waren, anch diesimal genießen sollen. Darnach soll: 1. Die zollamtliche Revision und Abfertigung außervereiuolandischer Gegenstande serS auöspricht, auf der andern Seite den kaiserlichen Wahlspruch: Virile mlili,^ Sowohl Stein- ald Schmicoarbeit ist ein Erzeugniß heimischer Kunstfertigkeit. Nun erfolgte durch den hochwürdigeu Hrn. Dom-propsten, unter Assistenz des anwesenden CleruS, die kirchliche Einweihung, worauf der Herr Pfarrer von Gleinach, Tautscher. die Kanzel bestieg, nnd in slo-venischer Sprache eine kräftige Anrede hielt, in welcher er besonders die religiose Bedentung des Festes hervorhob und zn treuer Pflichterfüllung i„ allen Le> benökrcisen ermähnte. Kronstadt, 27. September. Der „Kr. Satellit" schreibt: Nach Briefen, welche wir heute von der untern Douan erhalten haben, sieht eS daselbst sehr kriegerisch auS. Aber die Ansichten haben sich dort gewaltig geändert. Eine Revolutiou iu der Türkei, heißt es iu diesen Briefen, bricht ganz sicher auS, uud um die türkische Regierung und die Christen vor der Wuth der Fanatiker zu schuften, wild die russische Armee in die Türkei eiurückeu, um die Revolution niederzuschlagen und das Ansehen des Snlcans anfrecht zn erhalten. Der gesammte enro-paische Nadicalismus hat seine Blicke auf Omer Pascha gerichtet, nnd mau glaubt dieser tüikische Feldherr sei bereitS schon so weit gegangen, das: er die Hoffnungen der Revolutionäre sehr rege gemacht habe. — Omer Pascha gilt in der öffentlichen Meinung als einer der treuesteu Anhänger deS jeftigen Sul-lanS, nnd deßhalb glanbt man auch, daß die Unzufriedenen mit dem jeftigeu türkischen Regiment die Absicht gehabt hatten, ihu dnrch Gift anf die Seite zn schaffen. Die erwarteten russischen Officiere sind nicht hie. her gekommen, sondern sollen durch den Rotheuthmm-paß über Hermannstadt nach Schäfiburg abgegangen sein. In der Walachei stehen, b'ldlich gesprochen, bald so viele Soldaten als Sand am Meer, und toch erfreut sich dieses gesegnete Land einer classischen Wohl» feilheit. ^ Oca (2'^ Pfund) Rindfleisch kostet 10 kr. und die Oka Schasfleisch 8 kr. Dieser Preis darf vor Ostern t«!i4 „icht erhöht werden. Eine Oka Semmelu kostet 4 kr., nnd «ine Oka Hauovrot 3 kr. Mit Recht kann man da sagen, daß es wohl wenige Länder iu der Welt gibt, wo man so billig leben und sich auch so frei bcir^eu kami, wie in der Wa« lacho. Der GesundheitSzustaud läßt ebenfalls nichtv zn wünschen übrig. I r a tt k r e l ch. Paris, 27. September. Ueber daS Einlaufen französischer und englischer Kriegsschiffe in den BoS-poruS laßt sich daS „Pays", wie folgt, vernehmen: Frankreich und England haben die Dardanellen nicht unüberlegter Weise passirt; sie hätten, als Rußland den Prnth überschritt, bereits das Recht dazn gehabt. Sie wollten aber, so lange es noch möglich war, zu unterhandeln, diese Unterhandlungen nicht bloßstellen. Alles schien mit einem friedlichen Arrangement enden zu wolleu; uusere Flotten bliebeu unbeweglich in der eingenommeneu Stellung, die sie, ohne drohend zu sein, in den Stand seftte, den Eventualitäten begegnen zu können. Diese Klugheit der französischen und englischen Regierung wird, was uuu auch geschehen möge, ihre Früchte getrageu habeu, deuu sie wird durch ihre combinirte Thätigkeit die Anstrengn»; gen dcr europäischen Diplomatie und die größcen Interessen des Weltfrledens befestigt haben. Ieftt, wo dlc Hilfomitcel der Unterhandlung erschöpft zu sein scheinen, ist die Wiener Konferenz auf dem Puncte sich zu trennen; andererseits scheint es gewiß, daß der KriegsfanatiSmus in (5onsta»ti»opel auf einen Punct gestiegeu ist, um sowohl für dlc öffentliche als die Autorität des Sultans sehr bedrohlich zu werden. Weun die Situation jenen Ernst hat, den ihr die Korrespondenzen und Ionrnale beilegen, so konnte eine fernere Neutralität unserer Flotte nicht mehr gestattet sein. Unter allen Umständen konnte dieß weder in Paris noch in London gehörig gewürdigt werden, sondern nnr auf dem Schauplafte der Ereignisse selbst dnrch die Gesandten, die von ihren Sonverainen nnumschränkce Vollmacht habcn. Wem, diese Gesandten, die einzigen competeutcn Richter der Nothwendigkeit, die sie zn diesen Beschlüssen bestimmt hat, die Flotten herbeirufen zu müssen geglaubt haben, so sehen wir darin nnr die Kundgebung der wohlbekannten Politik Englands uud Frankreichs. Diese Politik hat offen erklärt, daß sie die Türkei beschilften würde. Sie wird sie gegen innere Revolutionen eben so beschilften, als sie sie gegen äußere Einfälle beschüftt haben würde. Der Krieg, wenn er möglich sein sollte, darf me der Ausbruch des Fana-tiomns, sondern das Resultat der Nothwendigkeit und die Vertheidigung eines allen Staaten Europa's gemeinschaftlichen Interesses sein." Telegraphische Depesche. Bahnhof Odcrberg, 3. October. Se. k. k. apostol. Majestät sind in Begleitung Sr. kais. Hoh. deS durchlauchtigste!, Herrn Erzherzogs Carl Ludwig ll^ Uhr Morgens im besten Wohlsein hier angekommen und ehrfurchtsvoll empfangen worden. Nach einem halbstündigen Aufenthalte geruhten Se. Majestät die Reise nach Warschau fortznsefteu. Verli», 3. October. Se. Majestät der König sind gestern Abends halb tt Uhr in Begleitung zweier FlügeladManten nach Warschan abgereist. wtadrid, 27. Sept. Narvacz ist zum Se-uatSpräsideitten vorgeschlagen worden. Paris, 3. October. Renten 7.'i.20 -1W,!>0, österreichische 94. Die „Assembly nationale" ist verwarnt worden. * 3lo„t, 28. Sept. Eine Regierungscommis-sion beräth den von einer englischen Gesellschaft vorgeschlagenen Bau einer Eisenbahnlinie von Ancoua nach Brindisi. Vcrtlichco nnd Prmml.licllcs. Laibach, ii. October. Um die Erdapfel — emes der Haupt-Nah, ruugSerzeugnisse nusereS KronlandeS — vor der Fauln iß zn bewahren, empfiehlt der Trie-ster ,,l)il>vol''!l(»" folgende Methode: Die Erdäpfel sind im sechszehnten Jahrhunderte dnrch die Spanier aus Amerika uach Europa gebracht worden, nnd zwar unter dem Namen „lZalabay". Diese wohlbekannte» Knollen, wenn sie gehörig ausgetrocknet sind, verwandeln sich mit leichter Mühe iu mehligen Staub, welcher — mit Ausnahme des klebrige^ ScoffeS — alle Eigenschaften des Getreides hat. Die Erdäpfel geben eine große Quantität Kraftmehl, von gleicher Gattung wie jenes des Weizens oder jedeS andern Getreides; sie sind nahrhaft, jedoch iu geringerem Grade als die Getreide-Substanzen, hingegen austös-lichcr und verdaulicher im Magen alü jene, nnd haben keinerlei schädliche Eigenschaften. Eö ist bekannt, daß man mit "/., Weizenmehl und '/^ von jenem der Erdäpfel ein gutes Brot erhält, und wie mannigfaltige Speisen werden noch aus denselben bereitet. — Um die Erdäpfel in ihrem natürlichen Zustande, so wie sie auS der Erde gegraben werden, zn erhalten, ist folgende Methode als sicherlich zweckdienlich anzuwenden : Man stellt Wasser znm Feuer, und wenn dasselbe im vollen Sieden ist, senkt man die Erdäpfel iu eiuem Weidenkorb oder in einem Nefte sc> weit hinein, daß sie vom Wasser bedcckt werden; im Verlauf von 4 Secunden nimmt man sie herauo, schüttet sie auf den Boden, und fährt auf solche Art fort, bis man den ganzen Vorrath dicsc-r Operation unterzogen hat. Nun seftt man die Erdäpfel dei Sonneuwärme nud einem möglichst ssarkeu ^ustzng auS, um sie so schuell als thnulich zu trockueu, legs sie sodauu an einen trockenen und wohlansgeliifcete» Ort, wo sie vor der Feuchtigkeit geschüftt si"0- ^mb müssen die Erdäpfel steißig umgewendet m,d ausge breitet werden, damit sie "icht übereinander zu lieg,» kommen, zngleich wechsele man auch ihren Plaft. Das nämliche Verfahre., mnß man bei jenen Erdäpfel» genau in Anwenduxg bringen, welche mau zur A>" pssanznng bestimmt; diese legt man sodann iu einen leichten, gut gedüngten Boden. von welchem jedoch das Regenwasser guten Ablc.uf hat und nicht stehen bleibt. Auf solche Art wird mau der Gährnng vor^ beugen, welcher sonst diese Knollengewächse auSgeseftt sind, wodurch sie dem Verderbcu nuterliegen und der Gesundheit nachtheilig werden, anstatt eine gesunde uud nährende Speise an ihnen zu finden. 931 Feuilleton. AuS Central Afrika. (Neuesler Mlssionsbericht au das Coinitt- des Maris»-Vereines in Wien.) 3nr die Schissleute durfte keine Yawa (Vier), für unsere Küche keine Hämmel mehr angeschafft werden. Doch auch in diesem Znstande hatte ich den Trost, zu sehen, daß dieses, wenn auch rohe Volk, dennoch^ Gefühle der Dankbarkeit und Anhänglichkeit habe. Mehrere von deneu, welche früher gegen Bezahlung! bei uns gearbeitet hatten, kamen von Zeit zu Zeit und griffen da zu, wo sie sahen, daß eS am noch; wendigsten war. Ich war inuigst gerührt, als ich ^ zuweilen sah, daß einzelne Männer, mit eiucm Steine, in der Hand oder am Kopfe von weicen herkommend, denselben ohne weitere Bemerkung auf den Haufen zu den übrigen hinwarfen. Mancher Häupiling, der früher von mir Geschenke erhielt, schickte oder brachte mir einen oder ein Paar Hammel, obschou er keine Gegengeschenke zu erwarten hatte; ja »on Nigla er» hielt ich sogar zwei Ocksen und mehrere Hämmel, ohne eine Glasperle dasür zu geben. Du bist mein Vater, sagte er, so lange ich Ochsen habe, hast Dn sie anch. - Auch das Osterlamm hat mau uns aus^ diese Weise und zwar ziemlich weit hergebracht. So ^ hat uns der Herr auch hier unter einem wllden Volke mit dem Nothwendigen versorgt und uns nie an etwas Mangel leiden lassen. Unser Gemüsegarten, welchen wir gleich im Beginne am unteren Uferraude angelegt hatten, war unter der Pflege des hochwürdi-geu Herrn Mozgan bald gediehen. Wir hatten in demselben einen Haud-Wasserzieher, wie man sie in Aegypten hat. allgebracht nnd ein Manu konnte des Tags hmdnrch eine hinreichende Menge Wassers aus dem Strome ziehen, welchcS durcli Canäle die besäe-ten Veetcheu bewässerte und die verschitdensteu europäischen Gemüsearten zu unserem Erstannen ans der Erde trieb. Schon am dritten Fosteusouutage hatte» wir Monatrettig, Gemüse und schönen Lattig, Salat von vorzüglicher Güte am Tische, l:ud seit der Zeit hatten wir vom besten Grünzeug täglich zur Genüge; diesi hatte meiner Meinung nach au der Stelle der frühere» trockeueu Kost sehr viel zur späteren festereu Gesundheit, deren wir uns Alle zu erfreuen hatten, beigetragen. In der zweiten Woche nach Ostern ware» die Maneru unseres linken Flügels iu der Länge von bci. läufig neun Klaftern, zwei eine halbe Klafter breit nnd zwei hoch vollendet. Wir machten uns nun a» den Dachstuhl, der uns bei dem in der Regel nicht immer geraden Bauholze wieder viel Arbeit kostete. Doch wir waren schon abgewöhnt, in Verlegenheit zu kommeu; wir stellten das Hauptgerüste bald ans und die an das Klettern auf die Segelstangen ohnehin geübten Matrosen zimmerten uach der von mir erhaltenen Angabe die gerade, schief und quer auslau-fendeu Balken znsammen, welche mit Nägeln mit einander verbunden, eine erwünschte Festigkeit, welche sogar unsere Erwartungen übelstieg, erhielten. Gegen die Mitte des Monats April, welcher die Zeit der Aussaat ist, blieben ergiebige Regen, welche das Erdreich zur Genüge aufweichen sollten, auS, obschon vorübcrachenoe, Regen ,»,d Stürme Hain fig waren. Eine Art Zauberer, welche sich in dieser Jahreszeit die Macht anmaße», den Megen hervorzubringen und sich von den» leichtgläubigen Volke Vieh, Getreide und andere Producte verabreichen lassen, daunt der Regen in größerer Menge falle, trieben iu dieser Jahreszeit gewöhnlich ihr Unwesen. Einem derselben, der nach Empfang vou bedeutenden Geschenken mcht im Stande war, dem harrenden Volke den versprochenen Regen zuzuzaubcrn, fiel es eiu, die Ursache desseu Alwl'leibens dem Rauche unserer Ziegelöfen (') zuzuschreiben, was, so lächerlich auch der angeführte Grund war, das arme unwissende Volk dennoch geglaubt hatte. Eines Nachmittags, als ich mich eben bei den Arbeitern befand, zeigte mau mir iu großer Bestürzung an, daß eine ganze bewaffnete Schaar im An-zuge wäre, uud uns überfallen wollc. Ich kam heran und sah, daß sich wirklich eine biS 200 Mann starke Truppe Schwarzer, uur wenige hundert Schritte vor uuserm neuen Gebäude iu der Frour eben aufgestellt habe. Es hieß, sie wären über uus gekommen, weil wir verhinderten, daß der Regen über das Land ! käme. Auf diese Aeußerung, welche ich von den um uns stehenden Bari vernahm, ging ich gerade» Weges, m«ch mit dem Zeichen deS heiligen Kreuzes dm, Schuye Goltes empfehlend, auf das Centrum der feindlichen Schaar zu, welche sich bei meinem Annä-! Hern, zum Zeichen, daß man mich nicht ungehörc Mit dem Pfeile begrüßen wollte, ans'ö Commando niedcr-schce. Da AUe gleich nuiformut wareu, so erkundigte ich mich elst uach dem Eommandauteu, welcher sich am rechten Flügel befand. Ich begrüßte deuselbeu uach Landessitte, schte mich lhm gegenüber auf den Boden uieder und fragte ih», wao denn der Grund wäre, der ihn bewogen halte, sich memem friedlichen Hause mit bewaffneter ! Macht zn nähern. Mit riuer Stimme, die aus Ge-! schrei gränzte, begann dieser den obeuerwähliten Grünt) i auoemauder zu sei en ; ich uuterblach ihn aber jchou bei den ersten Worten uud b»merkce ihm, er möge gelassener uud ruhiger sein, und feine Gründe vorbringen. Er folgte meiuer Ermahnung und berief sich auf den Zauberer, daß Niemand anderer als wir die Ursache wären, daß heuer der Regen ausbleibe, daß ich daher mtt den Leuceu, welche immer heiyeu wollen, augenblicklich, ehe noch die Nacht eiublichi, abreisen, uur Einig« derselben iu Gondokoro zurücklassen und uach dcr Regenzeit die Arbeiten forise-yen solle, und Falls wir uus uicht alsogleich auf deu Weg macheu, so würde ma» uuS ohne weiterü Alle ermorden. Ich erwiederte ihm gleich darauf, daß man dieses höchstens an mir auosührcn könne, da ich mich ohne alle Waffeu unter bewaffneter feindlicher Menge befände. Uebrigenö wollte ich mich aber vcu dem Verdachte, deu man AugesichtS dieser Irregeleiteten auf uuS geworfen hatte, reinigen, indem ich dem Anführer und seiner Truppe auoeinailder seyte, daß lch eben so Grund habe, deu Regeu zu wünschen, wie jeder Bari; ich selbst brauche ja für meine Leute und für mein Vieh Getreide und Futter, welches auf meinem Erdreiche ohne R/gen eben so wenig ge-de,he» kann, als auf dem eiueS Anderen. Ferner erklärte ich, daß der R'gen in keiner Meuscheuge-walt stehe, da ja Niemand im Stande wäre, sich zu den Wolken emporzuschwingen und daS Wasser aus denselben zu zirhen; der Zauberer hätte daher unr ihre Leichtgläubigkeit mißbraucht, um sich durch lee-reb Vorgeben seiner vermeimlicheu Künste zu bereis cheru. Der Regen, sowie alle sonstigen Nalurerschei-. nungen, bcmeikte ich weiter, stehen ausschließlich in der Macht Gottes, deu aber die Bari leider kaum dem Namen nach kennen. Dieser, der Schöpfer des Himmels und der Erde, hätte der Natur vom Beginne Gesepe gegeben, welche der Mensch nicht abändern könne. Man könne den Regen im Lande eben so wenig hervorbringen oder hüidern, als ein Mensch odcr alle Menschen zusammen genommen, nickt im Stande sind, die Sonne aufzuhalten, daß sie des Morgens uicht auf-, oder des Abends uicht unterge. hei, würde. Lechzet die Erde uach Regen, verschmacht tcu Menschen ,ü,d Thiere vom Durste, so solle mau sich nicht an ohnmächtige Menschen, sondern an Gott wenden, der Alles gibt, dcssVn wir zur Erhaltung des Lebens brdürfen, der lins ja, wie ein Vater sline Kinder, liebt. Wenn übrigens der Regen längere Zeit ausbleibe, so könne dieß eben eine Strafe für die Bari, welche sich durch uuordentlichcu Lebenswandel, durch beständigen Zank und Streit unter ein-ander reu Zorn Gottes zugezogen haben und uun Buße wirken sollen. Vou dem. vou mir rechtmäßig mit Approbation des ganzen Landes angekauften Boden könne uud dürfe mich uud meine Brüder Niemand vertreiben, obschou ich übrigens, da meiue Glasperlen und Provisionen bereits fast ganz ausgegangen sind, mich genöthigt sehen werde, in Kürze abzureisen. Endlich versprach ich, daß ich mich selbst zu dem höchst gütigen und allmächtigen Gott wenden wolle, damit er sich des Landes erbarme und ergiebigen Regen schicke, auf daß das arme Vieh wieder Futter brkäme und die Bari uach Wunsch ihre Felder bestelle» können. — Dieß war der Hauptinhalt des Gespräches, wel« ches ich mit dem feindlichen Anführer hielt, den ich noch darauf aufmerksam machte, daß wir berettS seit zehn Tagen keine Ziegel gebrannt haben. Während ick sprach, beobachtete die ganze Menge ein achtungs, volles Stillschweigen; uur schien man gegeu den Zau» berer aufgebracht zu sei« und drohte sogar, ihm die Zunge abzuschneiden, falls er sie betrogen hätte- Alle schienen überzeugt zn sein, daß ich mit dem Regen nichts zn schaffen habe uud denselben, wenn er übrigens käme, weder verhindern könne uoch wolle. Die allenfalls durch mich uoch nicht gehobeneu Zweifel wurden ihnen aber uoch durch uusere Nachbarn, den Medy, Lutwery uud audere benommen, welche sich uach meiuer Entfernung ihren Landslenten näherten. Dieselben hatten sich schon früher, obschon in friedlicherer Weise, in der RegenS-Angelegenheit an mich gewendet, und sind von mir darüber hinreichend belehrt worden. (Forts, folgt) M i s c e l l e n — (komischer Druckfehler,) DaS „Ionr. nal de Valenciennes" enthielt neulich eine Beschreibung der im Departement dn Nord dnrch einen großen Sturm angerichteten Verheerungen, worin folgender PassnS vorkam: „Ein Pompier (Spriyen-mann) von 40--4>l Jahren, welcher au der Ecke der Straße stand, wurde vom Sturm in Stücke zerrissen, und die Stücke uach allen 4 Winden zerstreut. Mau fand vou ihm nichtS, als seineu Fuß." — Die übrigen Eprchenleuee, sobald sie dieses Unglück lasen, beschlossen, die zerstreuten Ueberreste ihres veruu> glückten Kameraden zu sammeln und ihm die lepte Ehre zu erweisen. BereicS waren sie im Begriff, sich auf den Weg zu machen, als die folgende Nummer desselben Blattes erschien, in welcher nächste-, bende Berichtigung zu lesen war: „Iu unsere gestrige Beschreibung deS großen SlurmeS hat sich ein stuueutstelleuder Druckfehler eingeschlichen, welchen wir ;u berichtigen nns beeilen. In der 34ten Zeile steht irriger Weise Pompier, anstatt „Pommier." Der Verunglückte war also kein Sprchenmann, sondern ein — Apfelbanm.' (Eine höfliche Warnung.) Auf dem reizenden Albrechtshof bei Berlin stehc folgende Warnung zu lesen: „Die ihr diesen Garten hier besucht, Reißt nichts ab, nicht Blume und nicht Frucht; Bedenkt, daß Adam Emeu Apfel uur genommen Uud deßhalb aus dem Paradies gekommen!" Kaun die Drohuug des HinanSwerfenS höflicher eingekleidet werden? PltilliariiioiiiKC'ltc t-ewrllseliiin. Die, (iesangsclmle ,i ,,,,«! <»,„,««<<« ganz neu iu die Scene gesept, zur Aoffülirlma,; wor» auf die Operufrenude besonders aus'in-is",, a^in'chc werden. Druck und Verlag von I. v. klc..„»nyr lind F. Bamberg in Laibach. An!)Mtg zur Im^aHerSeitmm. Teleftraphischer Eonrs«Bericht der Staatspapiere vom 4. October l853. Staatsschuldvclschrcil'ungm . zu 5 M. (m l.5U.) 91 l 1/16 dettc, ........<^1/2 „ „ 8>^ dctto......„ ^ ., ., 727/8 dctto...... „3 „ ,. 55 l/2 D.,rIelM >»lt Vcilosüng v.J. l830, s>>r 1N0 fi. . . 133 A.nif-Actim, l'r. Stück 13>« st. ,n C M. Victim der Kaiser Ferdinands-Norddahn ,u lUtttt sl. <5. M........22ft.'' tt. i»(Z.M. Attien drr Wicn Olossqnipn-Eiftnb.ihl! zu 6UU fi. (5. M. ohue (foupons . 8l8 3/^ st. in V. Vt. ?lctisli der l'sterr. Donau-Da>M'sschisffah»'t vhnc Vczugsrscht z» 5W »l. (i. M. . ».,t. Ham!'»,q, ,m- N»<> Mavf Ä.nno. Ouldrii «l 3/'< Vf. 2 Mmat. Livorno, fiir 300 Toscmuschr iüls. (^illd. t«l< l/4 Vf. 2 M,'»at. L»n^!)!!, siir l Pfund Sttvli»^, Gulof« ll)-48 Af. 3 M^n.it. Mailnnb, für 3«<» O.stcn.ich. Vi>.-, Gn,d <(>9 l/^ Vf. 2 M'ilüt. Marseille, sl!r:WU Fransn«, . <ö»,l!d 1ii9 l/2 ii Monal. Paris, für 300 Fraulcu . . Guld 130 Vf. 2Momil. Gold- und Silber<(zo!l>sc vom 3, Ocll'l'cr ««5,3. Vli.s H1c!d. Kais. Münz-Dumtm Agio .... 1« chh.n,d!urg sich das Plil'ilc.qilim «'rwolbli, hat Dassrll'c wird von dem rlihmlichst bclaluttsn G^Ir^ooglaphr,, Hcirn ^co Schön in.-ci er in Vcl'iüchcii galvcmographnl und in der Gwße uon 2." Zoll Höhe und l7 Zoll Breite mit dem Papicrrandc, ausgegeben. Der Preit, pr. Exemplar auf weißem Papier ist l si. 30 kr. C. M. und auf chinesischem Papier 2 si. (5. M. Alle Kunst- und Buchhandlungen des I»- und Auslandes nehmen Präinnncration hierauf an, in Laib ach »«.»!'. Salzburg den 14. September l853. Gregor Valdi, Kilüstha'ntlei' in Salzburg. K. l. Miche Slaals - Eisenbahn, i ^^^^^^1 ^^^BJ^^^I* B^^l ^^^H fl^H ^^^H ^^^r ^l^l ^^^1 ^I^B ^IH l^^l ^^^H ^^H hH ^^^B m S5 der Züge auf der südl. k. k. Staats - Eisenbahn zwischen Mürzzuschlag und Kaibach, vom 45. Mai v. A, bis auf weitere Bestimmung. Abfahrt der Züge in der Richtung von Mürzzuschlag nach Laidach. lAbfalntvu»! w.,8,..„ Personen Abfahrtvon Personen «Uofttna I^erHtatioul ^"^«a Z,,,,__derHtatiVi» ^^3«« ^^^I^ ! <2t««d. Miüüt. Ht!!«d. MiuutTU Ttxud. Miuut T»u»i>. Minut. M ürzzuschlac, i». b a ch 7. 30 Abends «. !cgcpacf >st oc» c,röß«n Stutwncn wcniqstcni« V, Stunoc vor Abgang des Zuges zu Üd!'rz,eMi, wenn et, mn d>>m!e»'fn ^u>,< befördert werden soll. Mit l>en Lastzügen weivcn ke,ne Pal-sagiere beföroerl.