Nr. 1«9. Pränumer <» tio » spreis: Im Comptoir ganzj. fi. II, haldj, fl. 5.5>u. Filr dic ^»stcNung ins Hau» halbj. l><> l>, Mit der Post g.n!,j. si. >5>, halbj. ft. 7.5«, Freitag, 12. Mai Insertionsgebllhi bis lO Zeilen: imal lio l,., li»i.«u lr., »m. i f!.; sonsl p». .^eilc im. »!lr., iüü.n lr.. 3m. 1U lr. u. s. w. Inlcvüonsstempcl iebcsm. »Ul». «87«. Aiutlicher Theil. Der Reichskanzler, Minister des kaiserlichen Hauses und des Acußcrn, hat den Consular-Kanter Alfred Vargehr zum Dolmctsch-Adjunctcn und Attach^ bei ^er f. und k. Botschaft in Constantinoftcl ernannt. Der Flnanzministtr hat die Finanzconcipistcn Victor ,V5 i cst und Joseph Bilnbacher zu- Ministcrialcon-tlpistcn im Finanzministerium ernannt. Verordnung der Ministerien des Innern, der Finanzen und des Handels vom 7. Mai »87«, betreffend das Verbot der Ein- und Durchfuhr von alten Kleidern, nicht gereinigter Leibwäsche und nicht gereinigtem Vettzcnge aus der Schweiz, auS Deutsch« land und Russisch-Polen. Wegen Gefahr der Einschleppung ansteckender Krank» feiten wird im Einvernehmen mit den k. ungarischen Ministerien des Innern, der Finanzen und des Handels ble Ein- und Durchfuhr von alten Kleidern, nicht ge-leinigter Leibwäsche und nicht gereinigtem Bcttzeuge aus der Schweiz, aus Deutschland und Russisch Polen auf Unbestimmte Zeit verboten. Von diesem Verbote sind jedoch die Effecten der Weisenden und die in Folge von Uebcrsiedlungen einge-slHrten Gegenstände ausgenommen. Diese Verordnung tritt mit dem Tage, an welchem sit den betreffenden Zollämtern bekannt wird, in Wirk-scllnleit. Hohenwart in. ^). Holzgcthan iu. p. Schaeffle m. p. . Am 10. Mai 1871 wurde in der l. l. Hof- und Staats-l»ckcrri das XV. Stilck des Reichsgcsetzblattcö ausgegeben uud ^tsendct. ^Dasselbe cuthält uutcr "l'. I, Geistlichen in dcr Schule der erste Platz ein-^ctsi^" ^l." daß die Schulgesetze überhaupt mit «Be-leiei, K"'N der Wünsche dcr Kirche" zu reformiren ^dstea t Ehegcsctzgebuug. sowie die Stellung des '"Ngt s.'°U bei diesem Anlaß nicht zur Sprache gc- Es kam der zwcile Pnnlt zur Bcsprcchuug: Die Einheit des Reiches nnd der Dynastie, die Wo-! rischcn Rechte dcr einzelnen Kronländcr. Ricgcr bedauert, daß mau den Dualismus geschaffen. Dcr Ausgleich mit Ungarn sei ein i^it accompli, daS man als gesetzmäßig anerkennen müsse, hoffen aber könne man, daß cS einmal wieder andcrö werde. Er fürchte, daß die Einignng mit Ungarn noch fchwcre Opfer losten werde, wenn nicht durch dic Verhältnisse dic Ungarn dahin gebracht werden, daß sie einsehen, sie brauchen uns mehr als wir sie. Oesterreich müsse ein Staatenbund sein, dcsscu zusammenfügendes Band die gemeinsamen Interessen find, meint Herr Rieger. Daher alfo: Föderalismus, die Grundlage eines weisen Rcgierungssystems. Ein Centrum müssc bestehen, aber die einzelnen Kronländer müßten allc in ihren Rcchlen geschützt uud rcspcctirt wcrdcn. Was die Nationalitätcnfragc betrifft, so äußerte sich Ricgcr voll Milde und Versöhnung. Allc deutschen Forderungen sollen angenommen und erfüllt wcrdcn, nur solle den Czechen das Glcichc gewährt werden. Die Czcchen hätten viele Beweise von Versöhnlichkeit gegeben, die Liberalen seien gegen die Aussöhnung. Zum Beweise: in der czechischen Vürg:r«Ressource werde au mehreren Tischen deutsch gesprochen, während im deut» schcn Casino Niemandem einfallen dürfte, czcchisch zu reden. Ricger erkennt die Nothwendigkeit, an der Lösung der socialen Frage zu arbeiten, mib beklagt speciell die Enlheiligung dcS Sonntags. Das sei eben auch cine Aufgabe der Katholiken, dcn Sonn» uud Feiertagen ihre Rechte wiedcr zu erringen. Zwei Interpellationen, ob er nicht die EntHeiligung des Iohannesfeslcs durch dic Hußfcier verhindern könne und den Beschimpfungen der katholischen Kirche durch die czcchischc Presse durch semcu Eiufluß ein Ende machen könnte, beantwortete er dahin, daß scin Einfluß in dieser Beziehung sehr gering sei. Die Nachricht von der Unterzeich n u u a des deutsch-französischen Friedens in Frankfurt kum etwas unerwartet, nachdem man allgemein noch auf längere Dauer dcr Conferenz sich gefaßt gemacht hatte. Die vollständige Ordnung der internationalen Verhältnisse zwischen Deutschland und Frankreich wird ohne Zweifel auch zur Beschleunigung des Falles von Paris beitragen, welcher übrigens auch nach dem natürlichen Gange der Dinge nicht lange auf sich warten lassen kann. Die Verwirrung ist in den Reihen dcr Pariser Gewalt» Haber auf's höchste gestiegen. Der neu ernannte Commandant Rössel gab dcr allgemeinen Stimmung Ausdruck, indem er sich außer Stande erklärte, länger die Verantwortung für ein Commando zu tragen, wo Jeder» mann befehle, Niemand gehorche. AuS Paris, 0. Mai, 7 Uhr Abends, wird der „N. Fr. Pr." telegraphirt: Ein heftiges Bombardement auf Auteuil uud Point«du-Iour verbreitet Schrecken unter dcr Bevölkerung; Alles flüchtet. Die Batterien des Grimborion und dcS Montrctout säubern die Verschanzungen derartig, daß die Föderirtcn das Feucr einstellen. Das Thor von Auteuil ist niedergerissen; die Kasernen im Fort Vanvcs brennen, um Poinl-du-Iour gleichfalls Feuersbrunst. Die Quartiere dcr Chamfts-Elysses und der TcrneS leiden mehr als je. — Heute Abends wird über Cluscrct Gericht abgehalten. Die Nicderreißung dcr Vcndome-Säule soll in der nächsten Nacht erfolgen. Die letzte Nachricht auö Verfailles, 9. Mai, 10 Uhr Abends, bringt ein Circular Thiers', welches sagt: „Die geschickte Leitung der Armcc, unterstützt von der Tapferkeit dcr Truppen, hat heute ciu glänzcudes Resultat erzielt. DaS Fort Issy wurde heute Morgens nach nur achttägigem Angrifft von dem 38. Linien-Regiment besetzt. Man fand dort vicl Munition und Artillcric'Matcrial vor. Wir werden morgen darüber Details geben; aber wir können fchon heute oie Kühnheit loben, mit der unsere Generale die Aftprochc-Arbcitcn unter dem Kreuzfeuer des Forts Vanvcs, der Enceinte und des Forts Isft) selbst geleitet haben. Der Genictruppe gebührt ein großer Antheil an dem so raschen uud entscheidenden Erfolge. Das Fort Vanves befindet sich in einem Zustande, der ihm nicht leicht eine Verlängerung des Widerstandes gestalten wird. Im Uebrigcu genügt die Eroberung des Aorts Issy allein, um dem gegenwärtig unternommenen Angriffs, plane dcn Erfolg zu sichern. In dieser Nacht hat General Douai nach einer furchtbaren Kanonade der Vatte« rien in Montretout, begünstigt überdies durch die Dunkelheit der Nacht, die Seine passirt und sich vor Bou< lognc gegenüber den Bastionen 67, 6t> nnd 65 festgesetzt, wclchc die Werke von Point-dn-Iour bilden. !40s> Arbeiter, dic aus verschiedenen Regimentern entnommen wurden, habc» gc^cn 10 Uhr Abends einen Laufgraben eröffnet, und die ganzc Nacht bis zum Tagesanbrüche gearbeitet. In dem Augenblicke, wo sic die Arbeit unterbrechen inußtcn, reichte ihr rechter Flügel bis zur Seine, ihr linker Flügel bis zum äußersten Punkte von Boulogne. Dank ihrem Eifer und ihrem Muthe, waren sie um 4 Uhr Morgens bereits in gedeckter Stellung und geschützt vor dem feindlichen Feuer. Sie sind nur mehr 300 Metres von der Enccintc, das heißt in einer Entfernung, in dcr sic, wcnu sic cS wollten, schon eine Brcschcbattcric errichten könnten. AllcS läßt unö somit hoffen, daß dic grausamen Prüflnigcu dcr ehrlichen Pariser Bevölkerung sich ihrem Ende nahen und daß die verhaßte Herrschaft einer schändlichen Fraction, welche die rothe Fahnc ^ die Motivirung, welche diesem Ausspruche gegeben wordc» ist, derart unbedeutend, daß ich glaube, nicht nothwendig zn haben, damit das h. Haus erst lange ermüden z" sollen. Ich glaube daher, daß alle die Bedenken, wel^c dcr Ausschuß gegcu die Regierungsvorlage vorgebracht hat. wohl nicht begründet seien, daß sic am allcrwenig' stcn geeignet seien, ihretwegen über eine Vorlage, d>e dann auch, wie ich ebenfalls gezeigt zu haben glaube, richtige Zwecke verfolgt, znr Tagesordnung überzngchc»- Ich erlaube mir daher, das h. Haus zu ersuchet in die Svecialberathung des Gesetzes eingehen zu wolle»' (Beifall rechts.) Feuilleton. Zur Frage üker die phystsche Erziehung deo weiblichen Geschlechts. (Schluß.) Nächstdem aber verlangen wir zweitens unbedenklich auch eiuen Abzug an den weiblichen Arbeiten. Natürlich nicht an denjenigen, welche zu dem ehrwürdigen Vcruf dcr Frau, und insbesondere der deutschen Frau achörcn. Nein, das Mädchen soll sich znr dcrcinstigcn Führung dcS Haushaltes vorbereiten, soll kochen uud backcu, „ähcn und stricken lernen, uud soll es mit dcr vollen und frcudigcu Hingebung ausüben lernen, welche cin so schöner Zug der Hausfrau ist, und anch oaS scheinbar Kleine nnd Geringfügige verschönert und veredelt. Wir machen unseren Abzug nicht hieuon, sondern nur an den Tändeleien des StickcnS, Häkclns nnd anderen ähnlichen Fertigkeiten, deren künstlerischer Werth mcist cbcn so fraglich ist als dcr reelle. Nicht als ob wir sie gcradczn ganz verbannen wollen, sie mögen als niedliche Spielerei ein bedingtes Rccht behalten, aber beschränken, sehr beschränken wollen wir sie, zu Gunsten wichtigerer Interessen. Je mehr nun auf diese Art Zeit gewonnen werden taun. desto besser. Wir verlangen täglich mindestens eine bis zwei weitere Stunden zur Erholung, Leibes-pflcge uud Leibesübung, unter deneu je eine Vormit-tagsstuudc sein sollte, uud zwar wo möglich eine solche zwischen den Lcctioncn. Hiednrch erreichen wir eine wohlthätige Unterbrechung der geistigen Anstrengung und zugleich dcr sitzcudcn und meist gebückten Körperhaltung. Und nun noch cin Wort über die eigentliche,, Turu» übuugcn. Wir haben sie als eine Ergänzung der natürlichen instinctive« Bewcgungöthätigleiteu bezeichnet, dmn bci unseren künstlichen Zuständen und unserer vcr-kehrten Lebensweise müssen die Heilmittel sorgfältig berechnet, conceutrirt und in jeder Weise ausgekauft werden. Dieser Forderung nun entspricht eben das Tnrncn, und zwar insbesondere das neuere sogcuanntc Schulturnen. Wir wollen dem hohen Werth des ursprünglichen Iahn'schen Turncns auch uicht cutferut zu nahe treten, aber cS ist das große Verdienst des leider zu früh gestorbeuen Spieß, das Turnen dcu Forderun-geu der Schule und Erziehung angepaßt und so für die Erziehung erst recht fruchtbar gemacht zu haben. Nicht nur hat er durch die sogenannten Ordnungsübungen etwas beinahe ganz Neues geschaffen, was die trefflichsten Dienste leistet, sondern er hat überhaupt auch das ganze Turusyslem auf die Grundsätze einerseits der Anatomie, Physiologie und Diätetik, andererseits der Pädagogik gebaut, und es dadurch zu einem wahrhaft rationellen gemacht. CS werden jetzt nicht blos, wie früher, alle Glieder und Organe gleichmäßig geübt und gekräftigt, sondern es wird dabei auch auf die allmälige Entwicklung des jugendlichen Körpers sorgfältig Rücksicht genommen, uud dadurch jede Gefahr vor Uebertreibung oder anderen Mißgriffen beseitigt. Und was so von dem neuern Schulturnen überhaupt gilt. das kann auch von seiner besondern Anwendung auf das weibliche Geschlecht mit voller Zuversicht gesagt werden. Deun die Uebungen bcim ncncn Mädchen-turnen sind ausdrücklich mit Rücksicht sowohl auf die zartere Structur, den feineren Knochenban nnd das schwächere Muskelsystem des weiblichen Körpers, als a»> Vas weibliche Zartgefühl und den Schönheitssinn ^s Geschlechts sorgfältig ausgewählt und dicsen Forderung^ angcpaßt. Voran stehen eben deshalb die Spieß'schcn W'" und Ordnuugsübungcn mit ihren ansprechenden Neige»' welche neben ihrem technischen Werth zugleich auch vo dcn Mädchen mit besonderer Vorliebe getrieben und li^, wohnlich mit vieler Grazie ausgeführt werden. Aus de übrigen großen Zahl von Uebungen find nur die "^ den cbcn bezeichneten Grundsätzen passenden ausgewäll^ Ihren wohlthätigen Einfluß auf Gesundheit und Wol)', befinden überhaupt, besonders aber mit Anwendung "' das weibliche Geschlecht, faßt eine Denkschrift dcr ^c ^ liner medicinischen Gesellschaft von 1804 an den Uli" richtsministcr in folgenden Worten zufammcu: "^ , Turnen stärkt das Muskclsystem, regelt und fördcn ° Blutumlauf, verbessert die Haltnng des Körpers, yl dic Brust zu freiem Athmen, gibt den Bewegung"' o stigkeit und Anmuth und befördert die normale, lw> und harmonische Entwicklung der Glieder und bes u sammten Organismus. Wir haben vou einem joln^ Turnunterricht für Mädchen — heißt es weiter ^^, allcrgünstigsten Erfolge gesehen. Bleiche, schwächl'M/ ^ bcholfcue Wesen mit schlechter Haltnng wnrdcn "' '^ '^ kräftige, gewandte, gerad einhergchende umgewandel, ^ ganz allgemein geht unsere Erfahrung dahin, ^^„^ frühzeitig, d. h. mit den, siebenten oder aHten"^^ jähr, bcaonucucs und consequent fortgesetztes ^la ^ turucn cin späteres Schief- uud Buckeligwcrden, ,^ in Fällen, wo eine erbliche Anlage dazn vorhanv" fast ausnahmslos verhütet." 793 Berichterstatter Dr. Herbst erklärt scinc Aufgabe nach der einen Seite hin sehr leicht, Nach dcr andern schwerer. Sehr leicht, wenn es sich blos' um dic Wiedcrlcgung dessen handelte, was Hegen den AlSschußantrag vorgebracht wurde. Ich bin sehr oft Berichterstatter gewesen, fährt Redner sort, so leicht ist ^ Nur die Aufgabe niemals geioesen. A,iS dcr Mittc des ^ ^hen Hauses ist zur Begründung dcr Regieruugsaor ^ge gar nichts gesagt worden. Nas vorgebracht wurde,' war ein Votum des Wohlwollens für dic Regierung, ?ber leine Begründung der Vorlage. Wenn der Minister sich äußerte, der Ausschußantrag sei so unbedeutend, baß er ihn nicht widerlegen wolle, so ist das kein Argument, das von der Minislcrbanl ausgesprochen wcr-i den sollte. Das sind keine Gründe für die Vorlage. Der Vorredner klammerte sich cm sinzelne Worte dcS Berichtes für die Vorlage selbst, hat aber damit gar nichts! gesagt. Es ist eigenthümlich, zu sagen, „das hat dcr ge-1 sW, und es ist nicht richtig, das hat Ieucr gesagt, und cö ist nicht richtig." Das beweist für die Negle-l'uügsvorlage eben gar nichts. Das beweist nur, baß UM die Regierungsvorlage zu vertheidigen nicht im Stande sei. Ich kann daher nichts von de» Gründen sü'r die Regierungsvorlage Vorgebrachtes widerlegen. Ich lann nur widerlegen, was gcgcn den Ausschußbericht gesagt wurde. Wenn der Ministerpräsident eingesteht, daß durch bie Vorlage nichts für den inneren Frieden gewonnen werde, so acecvtirc ich dieses. Ich constalirc nur die 8roßc Differenz zwischen der Zuversicht, wie sie sich im Programme vom Februar d. I,, zwischen dcr Zuversicht, Welche durch die gegenwärtige Vorlage begründet wer-ben sollte, durch welche das Haus zum Richter über b>e Handlungen der Regierung gemacht werden sollte Und "dcr heutigen Bescheidenheit. Es ist eben etwas an-bercs, ein Programm mit allgemeinen Wortcn herstellen Uud ctwas anderes, wenn diesen die Thaten folgen sollen. Leider ist diese Vorlage keine solche That gelesen. Dcr Minister behauptet, es habe die Vorlage ben Zweck, die Lücken in der Verfassung auszufüllen, Und "deruft sich auf gemachte Erfahrungen und auf die nuf Grund des Gesetzes gemachten Deductionen. Beide Beweisführungen find ihm mißlungen. Redner findet die Darstellung dcr Consequenzeü bei Gelegenheit dcr Einbringung der galizischcn Resolution als nicht richlig. Noch weniger richtig ist es, wcnn Rauptet würde, es handle sich hier nicht um Bcstim-^ungen dcr Geschäfte onung. sondern nm Aestimmnn-^ dcs Grundgesetzes selbst. Ich behaupte, cs handle sich "'ei nur um eine Bestimmung dcr Geschäftsordnung ^s Ncichsrathcs, welche verbietet, daß Landtage unmittelbar mit dem Rcichsrathe verkehren. Dagegen entölt tz 1.3 der R.-G.-G. über dic RcichSvertretung kein derartiges Hinderniß. So i'ci auf die Frcmdciipolizei hingewiesen worden Und doch mußlc der Minister zugebcn, daß für Prag eigentlich wieder ein anderes Poli;cigesctz eingeführt wcr- bcn müßte, als im Böhmerwaldc, deshalb wird man uichl behaupten wollen, daß alle möglichen Gesetze in ullcn diesen Ländern verschieden sein müßten. Man sagt. bem Rcichsralhc bleiben noch eine Menge übrig und ^eitzt auf lit. l dcr Vorlage hin. Es ist hier ein '^Mi8 momormo vorssclomlncn, indein der Minister ^Wß, daß dort Gegenstände vorkommen, dic nicht vlei- "end dcm Rcichsralhc zustehen, so z. B. dcr Handels ^d Zolloerlrag mit Ungarn. WaS der Minister über °'e Ministerucrantwortlichteit sagte, ist nicht stichhältig, ^eint auf ungenauer Kenntniß der Staatsgrundgesetze ^ beruhen. Ein Gesetz aber, das siebzehn Minister- ^amwortlichlcitssjcschc möglich werden läßt, ist geradezu ^u Nonsens. Hinterthüren aber öffnen im Gesetze und ,^ anpreisen, sci nicht staatSmämüsche Gewoyühcit, ^ solches Vorgehen wäre dc>- Ncichsverlrclung unwürdig. ^as Gesetz mit jener I^urvl^io montalil^ anzunehmen, ^. wo ein so geschaffenes Gesetz vorkommt, es zurück- ln^'l'cn, das ist nicht staatsmännische Maxime, sondern 7-^f'lnc einer Gesellschaft, die ich nicht näher bcncüncn ^l. (Oho, rechts. Bravo, links.) Eines ist gewiß, wenn ^ deu Standpunkt dcs Äiinisteriums in feinem Pro- ^'Nln r>om 6. Febrnar, seiner Zuversicht, mit der langen s^ bitz ^»r jetzigen Vorlage betrachten, so werde» wir ^". daß man sich über einen Erfolg nelauscht hat. ... Alan kann nnr wünschen, daß das h. Minislelium l'"'l auch mit seinen neuen Erfindungen ebensowenig suchen möge, welche es in seinem Programme anfge- tl, l hat, so die Entdeckung des wahrhafteu Oesterreichcr- h".^. Wir, die wir in Oesterreich geboren sind und lc/ aroß wnrdcn und im vorgerückten Alter lein ande» ,,^ Vaterland leinten als Oesterreich, wir mußten hö- ^'' daß ^llcs was wir bisher als echt österreichisch be- ^"^tct, es nicht sci; es traten neue Repräsentanten lvll!^ "k"m Oeslcrrcichcrlhnms auf. Das, was wir für Nm ^ ^cstcrreichcrthum halten, das ist, daß cs kein Hill ^ ll'^' welches höher ist, als das österreichische Neov/^ ""b keines, welches ihm gleichgestellt oder ihm der w '"^^" ^"rfc, weder das Interesse für jenseits scstt, s ^ "^ ^° anders. Diesen Begriff werden wir licht" "' ^ bmtm wir und werden Treue, Anhäng. din!.« "'^ "^bc an unserem Valerlandc üben. Aller^ tuna "" ^kdllnkc beseelt uns in Mitlc aller Zerrüt- die k '"'^ lwer daS Vaterland hcrcinbrecheu sehen, °"lch eine solche Gesetzgebung am allerwenigsten auf- gehalten wird. Dieser Gedanke ist dcr, daß eS heutzutage keine Macht mehr gibt, welche stark genug wäre, die deutsche Nationalität und die Idee ihres Sein und Werden in Oesterreich auf die Dauer zn unterdrücken. (Beifall.) Miniüer Ritter v. Grocholski. Ich ergreife nur deshalb das Wort. um die in den Zeitungen col-portirte Nachricht zu widerlegen, daß die Regierung erst dann sich zur Einbringnng der ^lizischcn Resolution entschlossen habe, als sie noer ons Schicksal der Vorlage betreffs Competenzerwelttrung der Landtage Sicherheit hatte. Dies ist schon deshalb unwahr, weil doch die heutige Vorlage daS Schicksal dcr galizischen Resolution ganz unberührt läßt, indem die Regierung, auch wenn die heutige Vorlage angenommen werden sollte, auf Grund dcrsc^en zur Vorlage dcr galizischeu Resolution nicht verpflichtet wäre. Berichterstatter Dr. Herbst: Durch die soeben vom Herrn Minister Grocholsli abgegebene Erklärung fällt der einzige vom Ministerpräsidenten für die Regierungsvorlage vorgebrachte Grund vm, selbst weg. Es bleibt somit nur die Vorlage, die Gründe für dieselbe cxistircn nicht mehr. Vci der Abstimmung wird dcr Ansschußantrag mit 88 gegen 58 Stimmen angenommen. Von den Deutschen stimmen nur dagegen die Abg. Kotz und Koto rzov a. Hierauf nimmt das Haus den Ausschußbcricht über das vom Hcrrenhausc abgeänderte Gesetz, betreffend dic Ausübung dcr Gerichtsbarkeit über die Landwehr zur Kenntniß nnd nimmt das Gesetz über die Einrichtung und den Wirkungskreis der Bergbehörden ohne Debatte in zweiter Lesung an. Schluß der Sitzung 2'/, Uhr. Nächste Sitzung. Freitag, den 12. d. M. Hagesneuigkeiten. — Se. Majestät der Kaiser haben den durch Feuer verunglückten Insassen des Marktfleckens Senomat iu Äöh-mcn eine Unterstützung von 500 si. aus Allerhöchsten Privat-mittcln allerguädigst zu bewilligen geruht. — (Die Beisetzung der Erzherzogin An-nunziata.) Die sterblichen Ueberreste der Verblichenen wurden in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Kapelle dcr Hofburg in Wien aufgebahrt. Der Andrang des Publicums war fchon am frühen Morgen ein ungeheurer. In der Mitte der schwarz drapirten Kirche war auf einer niedrigen Estrade der Leichnam in einem mit rothem Eammt überzogenen, goldvordirleu Sarg aufgebahrt, welcher von riesigen Silbcrcaudclabcrn umgeben war. Die Verblichene ruhtc auf weißen Teidenkisscil, der Leichnam in ein weißes Allaöt'leid gclMt, cm silbcrdnrchwiiüer Schleier bedeckte dic Leiche, ein silbernes Diadem und ein Kranz von weißen Vliithen schmückte das Haupt. Die Züge der Erzherzogin waren in Folge des langen Leidens sehr verändert; die Hände, über der Brust gefaltet, hielten ein silbernes Krcuzlcm. Arciere»- und ungarische Leibgarden hielten die Ehrenwache. Um 4 Uhr war das Lei-chenbegängniß anberaumt. Tie Ordnung wurde trotz dcr ungeheueren Menschenmassen nicht gestört. Den Leichenzug eröffneten ein Zug von Cavallcrie und Wagen mit Hofbe-dicnstelcn. Diesen folgte der sechsspännige Leichenwagen, von Leiblakaicu, k. k. Edelknaben, Arcierenlcibgarden, ungarischen nnd Trabantenlcibgarden und Lcibgardegendarmcn begleitet. Eine Compagnie Infanterie und eine Escadron Kavallerie machten den Schluß. Vci den Kapuzinern wurde die Leiche beigesetzt. — (Neue Museen und neues Hofschauspielhaus.) Wie die „Oesterr. Corr." vernimmt, haben Se. Majestät der Kaiser mit Allerhöchster Entschließung Se. Durchlaucht den Ersten Obersthofmeister Fürsten zu Hohenlohc mit der Ballführung dcr neuen Museen und des neuen Hosschauspielhauscs zu beauftragen und in Äezug auf dic im Einvernehmen mu dcm Ministerium dcS Innern zu pflegende Gebarung mit den aus dem Stadterweilerungs-sond für den Bau bestimmten Geldmitteln die Einsetzung einer Commission unter dem Präsidium Sr. Excellenz deö Grafen Wrbna zu genehmigen geruht. — (Scerecht.) In Uebereinstimmung mit den Beschlüssen dcö Bremer Handclötciges vom Jahre 1«5U und dcS internationalen Congresses w Cairo im Jahre 1869 haben die Handelskammern der beiden Reichsbälften wiederholt dem Wunsche dcr Haudelöwelt Ausdruck gegeben, es möge der Grundsatz, daß allcö fcindllche Priuatgut, Schiff wie Ladung — Kriegsemitrebandc auögenommcn — auch in KriegSzciten frei fein foll. in daö inlenlalionalc See-recht ausgenommen werden. Denselben Orund'atz haben die vereinigten Staaten, die Regierungen von Oesterreich, Nußland, Italien und Preußen bei verschiedene» Anlässen empfohlen, und daö Berliner Cabinet hat noch im August 1.^67 Gelegenheit genommen, einleitende Schritte zur allgemeinen Anerkennung desselben zu thun. Diese letztere scheiterte jedoch bisher au dem Widerstreben oder den Einwendungen der westlichen Seemächte. Die österreichisch - ungarische Regierung hat, dem Verlangen dcs Handelskammern dcr Monarchie Rechnung tragend', dcm Berliner Cabinet gegenüber die Hoffnung ausgesprochen, dasselbe werde ill gerechter Würdigung sciucö hervorragenden Berufes die Gc-leaenhcit dcr Fricdenövcrhaudlungen mit Frankreich benutzen, nm Frankreich zur principiellen Aucrteummg jenes Grundsatzes zu vermögen. Damit, schreibt die „Ocsterr. Corr.." wäre ein erster, aber doch sehr bedeutungsvoller Schritt für die volle Sicherung des Privateigenlhums zur See gethan. Denn bisher weigerten England, Spanien und Amerika nur mit Rücksicht auf die Weigerung Frankreichs ihren Beitritt. Was die anderen hiermit zusammenhängenden Wünsche der Handclswelt, die Definition des Begriffes „Contrebande" (deren Nothwendigkeit sich gerade im letzten Kriege empfindlich suhlbar machte) uno die Beschränkung der Blocade auf feste Kriegshäfcn betrifft, fo n^rc cs wohl Sache eines internationalen Congresses, oiefeu Erweiterungen des Seerechts völkerrechtliche Geltung zu verschaffen. Dem Vernehmen nach wird das nächste Nothbuch das hier erwähnte, an daö Berliner Cabinet gerichtete Actenstilck enthalten. — (Der Lloyddampfer „Sphiuz") ist am 9. d. mit 900 Colli Waare, 350 Faß Mehl und einem Passagier nach Bombay abgegaugen. — (Mord). Aus Leipnik, 7. Mai, wird geschrieben : Ein Maurer aus dem Dorfe L. hatte durch längere Zeit eine Bekanntschaft mit einem Mädchen. Sie wurde ihm endlich gleichgiltig, indem er einer Anderen den Hof machte und sich mit ihr verehelichen wollte. Seine frühere Geliebte wollte ihn an diese,» Entschlüsse hindern und machte ihm alle möglichen Einstreuungen, weßwegen er sich zu dem Versprechen veranlaßt sah, zu ihr wieder zurückzukehren; doch dies uur zum Scheine, denn er lockte sie in seine Wohnung, erwürgte sie daselbst und verscharrte sie in seinem Keller und heiratete die Andere. Bor kurzem bekamen sie Streit; seine Ehehälfte flüchtete sich, um seinen Schlägen zu entgehen, in den Keller und stieß zufällig auf die Stelle, wo die Leiche verscharrt war, worauf sie einen Schrei des Entsetzens ausstieß und ohnmächtig aus dcm Keller geholt wurde und in Folge der ausgestandeneu Angst schwer daniederliegt. Die gerichtlichen Untersuchungen sind Hiewegen eingeleitet. — (Allerlei aus Paris.) Die Versailler haben die Anlage der Batterien um Paris vollendet und daö große Bombardement auf der ganzen Linie eröffnet. Von Mou-trctout, Brimborion, Brcteuil, Meudou, Flcury, Clamart und Chatillon wurdc das Feuer zugleich eröffnet. In Paris fchcint man zur Vertheidigung bis aus'S Aeußerste entschlossen. Rössel wurde zum Militärdictator ernannt. In Fort Issy wurden hohe Communeofficiere verhaftet, weil sie erklärten, das Fort sei uicht länger haltbar. In einer geheimen Sitzung berieth die Commune über das Schreiben des baierischeu Generals v. d. Tann, welches die vollständige Räumung dcs Forts Vincenneö seitens der Pariser Nalioualgardcu fordert. — (In Metz) wurde gegen Ende dcö vorigen Jahres eine Gesuudhcitscommissiou eingesetzt, welche die Gefahrcu beseitigen sollte, welche durch die Anhäufung von 25.000 Menscheuleichen im Umkreise der Stadt drohen mußten. Die Commission hat ihre Aufgabe iu glänzender Weise gelöst. Die ehemaligen Lagerplätze der Bazaiueschcn Armee sind mit Saaten bestellt, welche bald in Halm geschossen sein werden. Ein Theil des Festungöterrains ist mit jungen Bäumen bepflanzt worden, deren üppiges Grün schon jetzt der Luft die Miasmen entzieht. Die Gräber aber sind nach erfolgter Desiufectiou m erkennbare Form gebracht uud derart mit Erde überschüttet worden, daß ein Entweichen von Gasen nicht mehr zu befürchten steht. — (Neue Nordpol-Expedition.) Oberlieutenant Payer will im heurigen Jahre noch auf einem kleinere» Schiffe eine RecognoScirungsfahrt zum Nordpol durch den Golfstrom unternehmen. — (Die Falschmünzerei) steht in Italien in starker Vlüthe. Soeben entdeckte die Polizei in Lecce eine Falschmünzerbande, die sich mit Aufertigung von Papiergeld beschäftigte uud cs uicht unter lOOFrancsbillcts that, von denen circa eine Million im Werthe vorgefunden wurden. Außerdem fanden in jüngster Zeit Verurlheilungen von Falschmünzern statt: in Mailand wegen Anfertigung von 25-Fraucsbilletö, in Brescia wegen Anfertigung von Billets zu 500 und 1000 Frcs., in Cunco wegen Anfertigung von Billets zu 500 Francs und in Trapani und Bari wegen anderer in dieses Fach einschlagender Kleinigkeiten i» 2- und in 20-Francsbillctö. Die höchste Strafe — zwölfjähriger schwerer Kerker — wurde i» Brescia ausgesprochen. — (Livingstone und Faulkner.) Am 5. Mai sind dcm auswärtigen Amte zu London Depeschen von Dr. Kirk, dcm britische» Consul in Zanzibar, zugegangen, welche Mittheillmgen von der Sicherheit Livingstone's im October vorigen Jahres enthalten. Derselbe befand sich um diese Zeit in Mauatozo und erwartete die Borräthc, welche für ihn unterwegs waren. Seine unmittelbaren Bedürfnisse scheine» von den Arabern gedeckt worden zu sein. — Fast zu gleicher Zeit lässt Kunde ein, die kaum eiue» Zweifel aufkommen läßt, daß Capita« Faulkner, welcher dic Expedition zum Aufsuche» Livingstone's geleitet, in Afrika ge-lödtet worden ist. Auf eigene Kosten hatte er mit ein paar Freunden diese Expedition ausgerüstet, aber eine fast ununterbrochene Kette von Unglücköfällen verfolgte sie. Zunächst erwies sich dcr Dampfer, wclcheu sie umgenommen, als untauglich, dann wurden sie von einer Kraulheit befallen, dic den meisten den Tod brachte, bis Capita» Faulkner schließlich noch allem Übrig blieb. Immer noch hofsle er zu einem Resultate über das Schicksal Liviugstoue's zu gelaugen, bis er auf feinen Reise» Partei für einen schwachen Stamm ergriff, der vo»« einem stärkeren unterdrückt wurde. Im Kampfe für jenen wurdc er gelödlet." 794 Locales. — (Evangelischer Gottesdienst.) Nachdem der k. k. Militärprediger Herr Lulatsch Sonntag den 14. d. hier zubringt, so ist von Seite der evangelischen Gemeinde die Einleitung getroffen worden, von ihm die Abhaltung des Gottesdienstes und Spendung des Abendmals in der protestantischen Kirche zu erbitten. — (Der Turn er ball) verspricht nach den Vorbereitungen, die in vielen Kreisen für denselben getroffen werden, sehr zahlreich besucht und animirt zu werden. Dem Vernehmen nach erscheinen die Mitglieder des Turnvereins in Jacke und schwarzem Beinkleid, die übrigen Vall-gaste im gewöhnlichen Ballauzuge. — (Eine entsetzliche Nebe rraschuu g) ward Samstag der Frau eines armen Arbeiters im Civilspitale bereitet. Ihr Mann war vor ein paar Tagen wegen Krankheit ins Spital aufgenommen worden. Die Frau tam nun mit ihren fünf Kindern, um ihn zu besuchen und sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Dabei geriethen sie in den zufällig geöffneten Secirfaal, wo eine Leiche auf dem Tische verdeckt dalag. Neugierig, wie Weiber schon sind, hob sie das Tuch vom Gesichte, und o Schreck! — es war ihr Mann. — (M Utter! beaufsichtigt eure Kinder!) Vorgestern verunglückte in der Vahnhofgasse ein dreijähriges Kind, das von feinen Eltern ohne Aufsicht gelassen worden. Es hatte sich nämlich an eine auf einem im Hofe stehenden Schottcrwagen liegende leere Truhe gehängt, diese schnappte über, fiel zu Boden und brach den Fuß des Kindes. ______ ^_________________________ Neueste P«st. (Original - Telegramm der „Laibacher Zeitung.") Wie«, »l. Mai. (Hcrrenhaussitzun«,.) Der Präsident wird ermächtigt, Sr. Majestät dem Kaiser und dem (Erzherzoge Karl Ludwig anläßlich des Ablebens der Frau Erzherzogin Maria Annunziata das tiefste Veileid des Herrenhauses auszudrucken. Sodann Debatte iiber den Gesetzentwurf bezüglich der Beitrags leistung zu den gemeinsamen Angelegenheiten in Folge <5ivilisirung der Militärgrenze. Hof rath Miklosich wcndet sich gegen den vom Ausschusse beantragten (die Rechtsansprüche Krains auf drn District Sichelbnr,, uud die Gemeinde Marienthal betreffenden) ^iugangs-passus des Gesetzes, beantragt, das Herrenhaus möge der diesbezüglichen Abgeordneten Hausfassung beitreteu. Der Antrag wird nicht hinreichend uuterstutzt. Aichteufels plaidirt fiir den <5ommissionsautrag, beantragt ein weiteres Amendent, dahingehend, daß der Anspruch Krains auf genannte Gebietstheile bei der Greuzreguliruug berücksichtigt uud diese der Genehmiguug der Neichsvertretung uuter< zogeu werde. Ätach einer längeren Auseinandersetzung des Berichterstatters Arneth wird der Gesetzeseingang nach der Ausschußfassnug mit dem Amendement Lichtenfels angenom men, hierauf das ganze Gesetz in dritter Le sung genehmigt. Nach dem Sitzungsschluß constituirte sich das Haus zu einer vertraulichen Besprechung. In der gestrigen FinanzausschuMtzuug wurden bei dem Capitel: Ministerrath die für den Dispositionsfoud präliminirteu hnn-dertachtzigtauseud Gulden mit allen gegen 4 Stimmen gestrichen. Der Antrag Vrestels, unter der Vlnbrik. Ministerium des Innern für die Staatspolizeiauslagen hundertzwanzig-tauseud Guldcu zu genehmigen, uud der Antrag Hassers, ebeudort für grheime Auslagen hundertsiebenuudzwanzigtauseud Gulden einzu- stellen, kommen in einer der nächsten Sitzungen eventuell zur Veratlmng. Wien, 11, Mai. (Tr. Z.) In der gestrigen Siz-zung des Vcl'fassungsllllSschusscs wurde der Antrag Sturms, im Abgeordnetenhaus«: zu beantragen, die Dc-legationSwahl vorzunehmen, angenommen. Die Anträge Stuims behufs Verschiebung dcr Dclegationswahl bis nach der Budgctberalhung und des Ersuchens an die Regierung, die Delegationen zu vertagen, wurden abgelehnt. Der Ministerpräsident eltlarte, daß gleichseitiges Tagen der Delegation und des NeichsrathcS in Aussicht genommen sei. Hierauf fand die Verhandlung über die galizischc Regierungsvorlage uud dcu Antrag Dinslls bezüglich der dirccten Wahlen statt. Dcr Antrag Giskra's, beide Fragen cumulatio zu berathen und hierüber die General-dcbattc zu crüffncu, wurde angenommen. Auf wiederholte Aufragen über die Stellung der Regierung zu den direc-ten Wahlen, sagt Hohcuwart: die Regierung beharre auf dem schon früher angcgcbcneu Standpunkte, werde den Antrag betreffs dirccter Wahlen nicht im RcichSrathc einbringen, betrachte den Antrag DinstlS nicht als von dcr galizischcn Vorlage untrennbar uud tonne sich über diesen Antrag nicht näher anssprechen, weil derselbe zu allgemein laute. Die Anfrage Herbst's, od die galizischcu Abgeordneten im Reichsrathc auch über jcne Gegenstände mitslim-imn, welche Galizicn sclbslstäudig zu behandeln Hal, beantwortet Hohemvart bejahend, da die Galizicr doch ein Interesse am Gesammtreiche haben und durch daS dem NeichSrathe vorbehaltcne Geldbcwilligungsrccht sei Oali-zicn eine Schranke gezogen. Ucber einc Anfrage Lasser's, ob die ^'egicrung die Galizien gewährte Concession auch anderen Ländern gewähren will, erklärte Hohcnwart: Vorderhand stellte nur Galizien ein solches Verlangen, von Böhmen liegen allerdings Forderungen vor und wenn sich Böhmen mit den Galizicn gewährten Concessionen befriedigt, sei die Regierung bereit, dieselben zu bewilligen. Schließlich nahm dcr Ansschuß den Antrag Klierö an, das Adreßsubcomit^ habe schleunigst über den ihm gewordenen Auftrag zu berichten. Bauhaus befragte die Regierung über die Motive dcr Einbringung dcr galizi-schcn Vorlage, über die Regicrungsanschauung betreffs dcr dauernden Befriedigung des Landes hiedurch und ob die Regierung ciue Zweidrittclmajorität des ReichsratheS hicfür erwarte. Grocholsli verweist auf die früheren Verhandlungen übcr die galizifchc Resolution und die Zusagen der Krone in der letzten Botschaft an den gallischen Landtag. Die Regierung hat Grund anzu> nehmen, der gegenwärtige Landtag werde keine neuen Forderungen stellen, für alle Zeiten lassen sich allerdings bindende Zusagen nicht geben oder Voraussetzungen ausschließen. Die Frage wegen Zweidritlclmajorität sei mit Rücksicht auf den Vorgang bei dcr Vcrfassungs-ändcrung 1871 zweifelhaft, in moriw glaubt die Ne» gicrung mit Grund diese Frage bejahen zu müssen. Die ,.W. Z." schreibt: Das „Vaterland" wiederholt feine Behauptung, es feien die Schulgesetze in Dalmatic« susftcndirt worden. Diese Behauptung entbehrt jeder thatfächlichcn Begründung: vielmehr hat das Unterrichtsministerium einen auf eine solche Maßregel gerichteten Antrag als unzulässig abgelehnt. Die auS Berlin telegraphisch signalisirtc Ankunft dcs Grafen Bohuslav Chotck, k, k. Gesandten in Pclers, bürg, daselbst, steht— wie dcr „Boh." geschrieben wird — keineswegs in Verbindung mit irgendwelcher Berufung dcsfclbcu nach Wien. Graf Chotel hat vielmehr einen kurzen Urlaub erbeten, den er in Böhmen im Kreise feiuer Familie verbringen dürfte. Aus Petersburg erfährt man nebstbei, daß die Verbindung zwischen dem Prinzen von Oranicn und der Großfürstin Marie denn doch nicht zu Stande kam. Brüssel, 10. Mai. Man glaubt, der Sturm auf Paris werde bei Auteuil bcabsicl'-tigt; die Sl^dt-mauer ist bei Autcuil durch das Bombardement zerMt. Unter dcr Nationalgarde herrscht Enlmuthigung. London, 10. Mai. Dcr „Timcs" wird u"s Paris unterm 9. d. lclcgraphirt: Fort Vanves wurde gestern in Vrand gcstcckt und da ciue Löschung unmöglich war, von den Insurgenten geräumt. Telegraphischer Wechselcours» vom I I, Mai. 5perc. Mctalliaues 59.10. - 5verc M.'taMqnc3 mit ^a,-und Noucmber-Zinsen 59 10 — 5perc, Notional-Anleheu ti8?>'' - 1860er Staatö-Anlcheu 97. ..... Baülacüm 741. — 6«dw Acti^i 279.60. — London 125.W. ..... Silber 122.60, — K, l Münz-Ducatm 5.92. — Napoleono'or 9.95. Hanöel und Golkswirthschastliä?^. Wochenausweis der Nationalbauk. Dcr cM» anö, gehören, 2,568,268 fl.. EScomplc !>»i> fl, eingelöste Coliftc>ns von Oüindeullastungs-Obli' gationen 1,600.793 fl., eingelöste und buiseumäfzig aiigekanstl Pfandbriefe 9,057,533 fl,, zusammen 2!»!»,:! 1^,596 fl. Angekommene Fremde. Am 10. Mai. llll«> Sühn, Wvlfodilchl, — Petric, jtanfm.. Klasimsnrt. ^ ^ lcncic, Spediteur, St. Peter, - Filter v/ Icttmar, l. l> Etcitthaltcrcirath, Trieft. ^ Kl,'prionilcr, Pfarrer, Sava. ^t»l>T K^l^«. Die Hcrren: Tanzcr, Privat, Wicu. — H» bad. Privat, Wien, - Hcß, k. k, Postmeister, Möttlinci. ^ Graf Aiicrsperg, l. k. Aczirlsyai'4t,!,aün, ^ittai. — Urballlschiijä', Nlitsbesitzerin, Höstein. »,»l«»,'K!x«'«»«»,' »»«'. Die Hcrrcu: Scaudolara, Ina/nieM', Turin, - Mciizingcr, Oberlehrer, Illir, Feistriz. — Demsar, k. t. Furstwarth, Wocheiner^Feistriz. 3Neteorologische Neoljachlull^n ill Lmliach. ff ! ^ Z ^' "^" ' l ^'^ 3^s 6^l1 Mg, 326 lo^^^sNW, schivach 'gän,"bclv^ 11. 2 „ N. 324,»i -l-13 5 W. schwach halbhciter ' 0.co 10 „ Ab. 325.»l -f- 8« ^ W. schwach , stsrnenhcll Ätachlö steriicnhcll Morgens licwiilkt. Später AufheiterlN'!! souiligcr, misscuchmer Tag, tiihle Witterung anhaltend. Das Taa,c5 iniltcl dcr Wärme ^ 8 7«, um 18" unter dcm Normale. Verantwortlicher Ncdactcur: Igiinz u. K l e i n m a y r. > Danksagung. ! ^ Fiir die vielen Beweise dcr Theilnahme wahrend D W der Kranlhcit unseres unvergeßlichen Sohne«, be." M W zichimgöwcise Vrndervj W M sowic auch filr die zahlreiche Begleitung desselben zur D W lchll'n Ruhestätte sagcu wir alleu Freunden, Vclaim- M W ten n„o Verwandten unseren tiefgefühlten Danl, M > ^,'aibach, am 11, Mai 1871. > W Die tirfbetriilltrn M > Eltern uud Geschwister. > Ättjenbenchl. Hl^ie», 10. Mai. Die Börse war ohne sondcrüchc Bewegung, aver günstiger al^ gestern. Die Objectt der Tllgci?sfte«llatiuu besserten sich um l^ bi^ ,'l sl. und die 6chrn^ kcuwerthc verkehrten iu fester Haltung bei gleichfalls theilweisc ctwnö hi,U,creu Curscn, Besonderes Angcnmcrl zagni einige Nebcncffeclen aus sich. In dieser Richtung sind »°' nnnllich m mmmn Frauco-ungarischc Vauk (70.75 — 80.25), Inncrbcrgcr (145), Wiener Hypothclcntassc (l44 50). Wechülcrbaul (iZ'i), Oeslrrr.-oricutalischc Bank (2,^0 50 und darilbcr,) Dcv'!'" und Gold hielten aunäherud gestrige Prcis^_____________________________________________________________________________________________________________________ vT. Allaemewe Gtaatöfchuld. Mr 100 fl. Geld Wllar.' Einheitliche Staatsschuld zu 5 M.: mNowl verzinst. Mai-November 59,15 59.35 ,, .. „ Februar-August 59,10 59.20 „ Silber „ Iänuer-Iuli . 6890 69.— „ „ „ Apnl-October. «8.75 68.85 ",)se V,1.1839......293.50 294.50 „ „ l854 (4"/,) zu 250 s!. 91,50 92.-., 1860 zu 500 si. . . 97.50 97.75 „ 1860 zu 100 si. . . 109 — 109.50 " ,, 1864 zu 100 si. . , 12625 126.50 nmats-Domciucu-Pslludbriese zu 120 fl. ö, W. in Silber . . 125.50 120.— «. GrundentlastunaH-Qbliaationci!,. Filr 100 si. Geld Waare «hm«, . . . , ,.,^— /».«» Ilieder-Ocstcrrcich. . ., 5 „ 97.25 97.75 Ober-Oesterreich . . „ 5 „ 94.- 95,-Siebeubilrgcn ... „ 5 „ 7480 75.30 Gttlnm«'' ... „ 5 ^ ^71 „ "" Ungaru ......5„ 7990 80.20 Q'. Andere öffentliche Anlehen. DollllurcaMrungslose zn 5 pCt. 9li.25 95.50 Nng. Eiseubahnllnlehcn zu 120 si. ü. W. Sillier 5".. pr. Slllct 107.40 107.60 Ulig Prämicnanlehru zu 100 si. «.W.t?5si. Einzahl.) pr.SlUa «2,30 92.50 Wieucr Commnnalanlehen, rllct- Geld Waare zahlbar 5pCt. filr 100 si. . . 87.40 87.60 VV. Actien von Ban?insiituten. Geld Waare Baulucrcitt.......^"-" ^""^ Bodcn-Ereditanstall - - - ^17" <.I7'^. Ereditanstalt f Handel u. Gew, . 281.- .8l 20 ^rcditllllstüll, allgem. »ugar. . .0«5« 1 ^ ^ Eacomptc-Ocsellschaft, u, ü. . . ^5 ^9.^ Frauco-Üsterr. Baut .... 1^ " "0.25 GeueralbanI......."---" ^I» HandclSbaul.......^^.50 95.^ Natioualbaul.......^4^746." Uuioubanl.......?^^?^ Äerm'Sbaut......1^ < Staatsb. G.3°/^5>00Fr.„I.Em. 139,25 139/' Siidb.G, 3°, ü 500 Frc. pr. Stils 112 25 N2''" Siidb.-G.« 200 si. z. 5"/„ filr 100 st. 89.80 M Glldb.-NonS 6"/„ (1870—74) i, 500 FrcS pr. Slllck , . .241,— 24^ Uug, Ostbahn für 100 si. . . 84.80 85^ »». Privatlose (per Stilct.) ^ Creditaustalt s. Handel n. Gew. Geld W u»lu„tirun»: 86.- Velb, - W°«re.