JiBtimntrolitES - Preise: Für Laibach: •ecila^iifl . . . 8 fl. 40 ft. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierkeliäbrig. . . 3 „ 10 „ Wcnctlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: •enjjtitirig . . . 11 fl. — tt. -«ItjLhrig . . . 5 „ 60 „ Vierteljährig. . . 2 , 75 „ Sftt UafteUHNfj ir.8 Hau» eiertcl« jährig 25 fr., monatlich 9 ft. •ürgelnc Wrtnmttn 6 fr. Laibllcher Anonime Mittheilungcn werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Ä t bn h 1 io n »ahnhofgasie Nr. 132. Lkpediliou und 3nfttaltn-flnrtau: Kvngtebplatz Nt. 81 i Buchhandlung ere 3. e.ftfcinmaVtÄit. SBamfctg), Änserlio«,preise: yüt die einspaltige Pelitzeile 3 tt bei zIr eimaliger Einschaliung »5 fr dreimal l 7 fr. JnIcrlionSstcmpcl jedesmal so ft. Bei größeren 3nferaten «nt öfterer Sinfchaltung entfrtechendcr Rabatt. Nr. 268. Mittwoch, 22. November 1871. — Morgen: Klemens. 4. Mrgang Die Hebung der Volksschule — der ’ Hort unserer Zukunst. Unter diesem Titel ist ein Flugblatt erschienen, welches sich selbst als „Ein Wort an alle deutsch-politischen Vereine Oesterreichs" bezeichnet und dessen Verfasser, Professor Dr. EraSmns Schwab, Bezirks-schulinspcktor und Direktor der Olmützer Prüfungskommission für allgemeine Volks- und Bürgerschnlen ist. Wir entnehmen der trefflich geschriebenen Flugschrift die wichtigsten Momente, hiebei unserem Prin-zipe getreu, stets das Interesse für die Volksbildung wach zu erhalten uud cs immer mehr zu steigern. Schwab schreibt: Der Grad von Sorgfalt, welchen eine Gemeinde, ein Land, ein Volk der Erziehung der Jugend, somit in erster Reihe der Volksschule zuwendet, ist der richtigste Maßstab für den geistigsittlichen Standpunkt und die politische Reise der Gemeinde, des Landes und Volkes. Nicht nach den hervorragenden Geistern, nicht nach Akademien und Universitäten darf man den Werth eines Landes beurtheilen, sondern nach der Bildung der Masse des Volkes. Die Volksschule ist darum das getreueste Spiegelbild der Kulturstufe eines ganzen Volkes. Die Volksschule als die Pflanzstätte des Wohles der Nation, soll daher das Schooßkind jeder Gemeinde sein. Daß sie dies dort bereits ist, wo die Aufgabe der Schule bisher am besten vom Volke erkannt wurde, äußert sich auch darin, daß daö Schulgebäude daselbst sogar in jeder Dorfgemeinde das schönste, wohnlichste Haus und der Stolz der Gemeinde ist. Wo ein Staat, ein Volk ernsthaft an der Reform ihrer Zustände arbeiten wollen, dort werde» sie nicht bloß für gute Gesetze sorgen, welche selbst--verständlich auch ernsthaft befolgt werden müssen, nicht blos für gute Verkehrswege und Beförderungsmittel des Handels, sondern vor allem für Schulen. Wo die Schulen gehoben werden, dort ist der wahre Fortschritt des Volkes verbürgt, dort muß der allgemeine Wohlstand zuuehmeu, dort muß die Wohlfahrt des einzelnen und der Gesammtheit gedeihen. Die wichtigste Art der Schulen ist jedoch die Volksschule. Demi besitzt ein Volk ober ein Staat quch gute oder wenigstens erträgliche Hoch-, Mittel- und Fachschulen aller Art, und ist die Volksschule nicht gut, dann sind die öffentlichen Zustände nichtige-, fund, nicht natürlich, denn Man hat versucht das Dach zu baue», ehe die Grundmauern gelegt waren. In diesem Falle befand sich bisher Oesterreich. Biö zur Erlassung des neuen Schulgesetzes vom 14. Mai 1869 war das Volksschulgesetz schlecht, noch erbärmlicher jedoch war die Ausführung des Gesetzes. Nach der „Politischen Schulverfaffung" bestanden die Unterrichtsgegenstände unserer Volksschule außer dem Katechismus in nichts weiter als in Lesen, Schreiben und Rechnen — dann in Sprachlehre, doch nur in der Stadtschule. Ei» eigentlicher Religionsunterricht, welcher Herz und Geist befruchten konnte, wurde nur in den seltensten Fällen evtheitt; den» der Katechismus wurde nur gedankenlos eingetrichtert und bestand weit mehr aus unverstandenen Glaubenssätzen, als aus der Moral unserer schönen Ehristuslehre. Obwohl die Schule durch das Gesetz der Kirche völlig überantwortet war, so nahm sich doch der Klerus in ganzen Ländern nur selten der Schule au; häufig mußte der Lehrer sogar das Einlernen des Katechismus übernehmen, u. z. auf Kosten des übrigen Unterrichtes, mitunter selbst dort, wo der ehemalige Vor- e# gesetzte des Lehrers, der Pfarrer in unmittelbares Nähe der Schule wohnte. Die übereinstimmenden Berichte der Bezirks? fchulinfpektoren entwarfen von der weitaus größten Mehrzahl österreichischer Volksschulen folgendes Bild : Die Schulhäuser im schlechten Zustande, die Schul-räumc in Anzahl und Größe gar nicht einmal genügend, alle schulfähigen Kinder zu fassen, die Einrichtung der Schulzimmer unzweckmäßig und oft, widersinnig, Lehrmittel gar nicht vorhanden, der Schulbesuch unregelmäßig (oft war nicht ein Viertheil der Kinder in der Schule!), die Lehrmethode entsprechend dem ungenügenden Lehrziele, welches die politische Schulverfassung aufstellle. In der Schu'c regierte noch gar oft der Stock, nachdem er in br Armee längst beseitigt war. Das Elternlfüns nix: und die Gemeinde kümmerten fick gar nicht um die Schule. Das wenige, was die Kinder in der Schule gelernt hatten, vergaßen sic gewöhnlich schon in jener Zeit, in welcher sie den WiederhoUrngSunterricht besuchen sollten, der aber meist nur auf dem Papiere stand. In den Städten war es wohl etwas besser um die Volksschule bestellt, doch wie traurig sah es in der Regel auf dem Lande aus! Und wie selten waren wahrhaft gute Schulen vorhanden. Welcher Muth und welche Bravheit gehörten bis zum Jahre 1869 dazu, um in Oesterreich ein für die Schule begeisterter Lehrer zu fein. Wie unwürdig war die materielle und gesellschaftliche Stellung jenes Mannes, welcher die Jugend nicht bloS zum Wissen und Können, sondern auch zum Charakter erziehen soll! Die so häufig empörend schlechte materielle Stellung zwang den Lehrer oft, alles mögliche zu sein (Handwerker, Musikant, Winkelschreiber, Kirchendiener u. s. w.), nur nicht daö, was er sein sollte. Die Gemeinden hatten nicht selten Jeuill'eton. Die Flucht Eugeuieus. (Nach Nathan SheppardS: „Eingeschloffen in Paris.") Am Sonntag, den 4. September, hatte die Kaiserin ihre letzte offizielle Zusammenkunft mit dem Grafen Palikao, der ihr meldete, daß er und seine Kollegen und die ganze Assembler vom Pöbel aus-einandergetriebcn worden wären, und daß von diesem und der äußersten Linken im Hotel de Ville die Republik proklamirt worden mit den Männern der Linken als Ministern und Trochu als Präsident und Höchstkommandirendem. Palikao erklärte sich bereit, mit einem Korps zuverlässiger Truppen, wenn genug zu finden wären, für sie zu kämpfen. Die Kaiserin lehnte das sogleich ab, und sie beschloß, sogleich abzureisen, wenn das noch möglich wäre. Es war ungefähr 3 Uhr 30 Minuten Nachmittags, der Palast war rings von der Menge umgeben, die Gärten schon vollgedrängt. Die alten Tuilerien glichen einem riesigen Schiff in wildbewegtem Meere. Das Brüllen der menschlichen Wogen erschallte durch die verlassenen Säle. Man hörte Stimmen auf der Haupttreppe und das Ge- räusch von Flinten, welche gegen die Steine gestoßen wurden. Die Fahne auf der Kuppel war ein« cingezogen worden, vielleicht in der Hoffnung, dem Volke weis zu machen, die Kaiserin wäre schon entflohen. Diese Wirkung wurde verfehlt; Stimmen und Tritte kamen näher und näher. — Es war kein Augenblick mehr zu verlieren. Begleitet von Madame le Breton, der Schwester des Generals Bourbaki, vom Fürsten Metternich und Ritter Nigra und wenigen Herren ihres Hofstaates begann die Kaiserin ihren Fluchtversuch. Durch beit Hof nach dem Karoufselplatz war es unmöglich; der Platz war voll Menschen. Sie mußten zurück und durch die ganze lange Louvre-galerie; es war jetzt nur noch die Kaiserin, Madame le Breton und die beiden fremden Minister; die anderen hatten sich in Sicherheit gebracht. Die Kaiserin und ihre Begleiter hatten ein Thor erreicht gegenüber der Kirche St. Germain Auxerrois; ein kurzer Gang zwischen hohen Eisengittern führte auf die Straße. Die aber war voll von Leuten, welche • „decMance,“ „Absetzung" und „Es lebe die Republik riesen." Die kleine Gesellschaft zauderte, ehe sie bas Thor öffnete; aber es war keine Wahl, sie mußten vorwärts. Sie hörten bic Menge hinter sich ; zurückkehren hieß in ihre Hänbe fallen. Es mußte gewagt werden. Die Herren öffneten vorsichtig die Thür, sahen mit Besorgniß auf bic Straße, unb die beiden Damen traten heraus. Sie waren nicht in absichtlicher Verkleidung; ja ihre Schleier waren zu dünn, denn einer der unvermeidlichen Gamins, der sie erblickte, rief, sei es aus Scherz, sei es aus Bosheit: „Die Kaiserin!" Zum Glück beachtete niemand den Ruf; noch günstiger war, baß eine verbeckte Droschke gerabe zur Hand war. Die Kaiserin und Madame le Breton stiegen ein, gaben dem Kutscher eine beliebige Adresse und fuhren wohlbehalten bavvn. Noch war die Gefahr für bic Kaiserin nicht vorüber. Als sie ben Boulevard Haufjinüun hin* unterfuhren, fragte sie ihre Begleiterin, ob sie Geld bei sich hätte, sie habe keines. Mabame le Breton zog ihre Börse; sie enthielt nur brei Franken, und nun faßte sie die Angst, sie könnten den Kutscher nicht bezahlen. Sie beschlossen sofort auszusteigen unb setzten ihren Weg zu Fuß fort bis zum Hause bes berühmten amerikanischen Zahnarztes Evans. Dort mußten sie, wie jeder Patient, warten, bis sie an der Reihe waren. Einige Zeit verstrich, ehe sie gerufen wurden, und bann schloß Madame le Breton die Thür und drehte den Schlüssel um; sie bat Lust, dem Manne, welchem sie ihr Theuerstes, ihre Kinder anvertrauten, wie einem schlecht gezahlten Knechte der Gemeinde zu begegnen; der Pfarrer behandelte den Lehrer nicht nur als seinen willenlosen Untergebenen, sondern oft geradezu als seinen Bedienten, der ihm nicht nur in der Kirche, sondern auch bei Tische Dienste leisten mußte. Wie viele unserer Lehrer waren vor dem neuen Schnlgesetz in der Lage, wahre Selbstachtung zu besitzen. _________________(Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 22. November. Inland. Neuerdings hat in den entscheidenden Wiener Kreisen eine bessere Strömung die Oberhand gewonnen. Man scheint doch zur Einsicht gekommen zu sein, daß es einen ändern Anknüpfungspunkt nicht gebe als die Verfassungspartei, um zu dauerhaften Zuständen zu gelangen. Wenn man nicht nochmals in Hohenwart'fches Fahrwasser zurückkehren will, so ist eben im wesentlichen etwas anderes, als was Kellersperg gewollt hat, nicht möglich. Ja es heißt sogar, Gras Andrassy habe seinen Einfluß zu Gunsten einer Rückkehr zur „vollen und unanfechtbaren Versassungsmäßigkeit" geltend gemacht und die Auflösung der illegalen Landtage sei endlich beschlossene Sache. Als erster thatsächlicher Beweis dieser Wendung gilt denn auch die Berufung des Fürsten Adolf Auersperg an den kaiserlichen Hof und die Verhandlungen mit ihm wegen Bildung i'ines Kabinets. Es ist das zwar ein neues Räth-ic(, daß nach der ungnädigen Abweisung des Kel-icrsperg/schen Programms ein Auersperg berufen werden konnte, dem gegenüber Kellersperg ein Föderalist genannt werden kann, der also mindestens mit ebenso großer Entschiedenheit den verfassungsmäßigen Standpunkt hervorkehren wird, als Kellersperg. Der Mangel an Stätigkeit und Beständigkeit in nnserm politischen Leben, die bitteren Enttäuschungen, die uns noch jüngst geworden, machen es erklärlich, wenn wir diese neue Wendung nicht mit ungetrübter Freude hinnehmen können, ans Furcht, in einigen Tagen uns wiederum dem unberechenbaren gegenüber zu finden. Als günstiges Anzeichen wollen wir cs jedenfalls auffassen, daß der Fürst vor seinem Amtsantritte sich der Zustimmung der deutsch-liberalen Partei versichern will, und daß sein Name schon für seine Charakterfestigkeit und Ehrlichkeit bürgt. Der Fürst Adolf Auersperg ist der Bruder des Karloö Auersperg, des „ersten Kavaliers des Reiches." Er war früher Militär, zog sich mit Majorsrang zurück und lebte eine Zeit lang als Privatmann in Teplitz. Bon da wurde er zunächst durch die Wahlen des Großgrundbesitzes in den böhmischen Landtag und bald darauf auf den Posten des Oberst-landmarschalls berufen. Er verwaltete denselben mit Umsicht uud Energie und wurde später auf beit Statthaltcrposten in Salzburg berufen. Als solcher hatte er unlängst Gelegenheit, von seiner Gesinnungstüchtigkeit ein glänzendes Zeugniß zu geben. In der Rede bei der Landtagseröffnung sprach er das treffliche Wort, das historische Recht Salzburgs sei die Verfassung und außer dieser gebe es in Oesterreich feilt giltiges Recht. Er sei als ehrlicher Man» ins Land gekommen und wolle als ehrlicher Mann aus demselben scheiden. Diese Worte wurden unter Hohenwart'schem Regiment gesprochen, wo politische Ehrlichkeit eben nicht gar so stark betont wurde. Natürlich nehme» die Ungarn die neue Wendung für sich in Anspruch. So wird aus Pest berichtet: „Hier verlautet vo» intimen politischen Freunden Andrassy's, daß derselbe es gewesen, der dem Kaiser die Berufung des Fürsten Auersperg zur Bildung eines österreichischen Ministeriums empfohlen habe und der in der unzweideutigsten Weise feinen Einfluß dafür eiusetze, daß mau unbedingt zuin verfassungsmäßigen Regime zurückkehre, jeder Ausgleichsverhandlnug außerhalb des Reichs-rathes entsage und mit den Polen gute Beziehungen, ohne die Verfassung im geringsten zu beeinträchtigen, unterhalte." Ansland. Die Andeutungen über das Rundschreiben des Grafen Andrassy an die Gesandten im Auslände, namentlich die Versicherung, daß der neue Minister des Aeußern in denselben Geleisen, wie sein Vorgänger Graf Beust, sich bewegen wolle, haben in Petersburg doch den Eindruck gemacht, daß man sich beruhigter fühlt und von der Befürchtung, als berge die nächste Zukunft eine ernstliche Störung des russisch-österreichischen Verhältnisses in sich, zurückgekommen ist. Das „Journal de St. Petersbourg" lenkt heute ein, indem es erklärt, nichts liege ihm ferner, als übelwollend von der Ernennung Andrassy's zn sprechen. Wenn es sich aber den Anschein gibt, als hätte es auch früher diese Sprache geführt, so mag dies wohl diplomatisch sein, aber ehrlich ist cs nicht. Uedrigens kann esnnS nur recht sein, wenn das Gortschakoss'sche Journal jetzt von der Aufrechthaltung der guten Beziehungen beider Staaten überzeugt ist; wir selbst wünschen, wie wir dies oft genug ausgesprochen, nichts sehnlicher, als die Aufrechthaltung und Befestigung des Friedens mit aller Welt, also auch mit Rußland. Aus Berlin wird dem „Daily Telegraf" von seinem dortige» Korrespondenten telegrafirt, daß in Kreise», die gewöhnlich glaubwürdig seien, die Rede davon sei, die russische Regierung richte ihre Aufmerksamkeit auf die Russifizirung ihrer Ostsee- Provinzen. Wie der Korrespondent erfahrt, wird den Verwaltungsbeamten dieser Provinzen von Neujahr an nicht länger gestattet werden, mit der Zentralbehörde in deutscher Sprache zu korrespondiren. Auch wird versichert, daß die deutsche Universität in Dorpat nach Wilna verlegt und genöthigt werden wird, russisch zu werden, während in Dorpat nur ein einziges Kollege bleiben wird. Der „Schwab. Merkur" erfährt aus Berlin, der Buiidesrath habe gestern den Antrag des baie-rische,, Bevollmächtigten betreffs Bestrafung des Amtsmißbrauches der Geistlichen angenommen. In Frankreich bildet eine große Rede, welche Gainbetta in St. Quentin gehalten, das Ereigniß deö Tages. Hervorzuheben ist es, daß Gamlietta diesmal mit einer ganz besonderen Entschiedenheit die Nothwendigkeit einer Loslösung der Gesellschaft von der Kirche betonte nnd sich gegen die Theorien des Syllalms erhob. Er forderte deshalb zur Einführung des Schulzwanges und deö weltlichen Unterrichtes auf, weil darin allei» die Möglichkeit einer Verjüngung der Gesellschaft liege. Wie energisch er auch für die baldige und definitive Proklamirung der Republik eintrat, so sah er doch den Nutzen einer etwas konservativen Mittelpartei ein, welche zwischen den Extremen vermitteln soll, uud dieses Gestäudniß hat das Wunder bewirkt, daß selbst das „Journal des DebatS" ein Wort des Lobes für den „Ex-Diktator" findet. lieber eine der schändlichsten Greuelthaten der Kommunisten ist das Unheil gefällt worden. Die sieben Mörder der Generale Thomas und Leeomte find zum Tode verurtheilt worden. Das Verdikt fiel furchtbar aus, aber schwerlich wird sich für die Vollführer des Verbrechens in der Rue Rösters auch nur das mindeste Mitgefühl rege machen. Zur Tagesgeschichte. — Prager Ehrenbürger. Die „Narodni spotten ihrer selbst und wissen nicht lote. Sie bringen nämlich eine historische Uebersichl der seit 1848 zu Ehrenbürgern von Prag ernannten Persönlichkeiten, der wir folgende pikante £at,m entnehmen. Im Jahre 1848 wurden Palacfn, Schafarik, Löschner und Rieger zu Prager Ehrenbürgern ernannt; bald darauf der Polizei-Direktor Muth für „seine siebenjährigen Bemühungen um Aufrechthaltung der Ordnung." Schon 1850 treten in die Rethe der Prager Ehrenbürger Felix Fürst Schwarzenberg, der den Krem-sierer Reichstag anseinandergejagt, und Dr. Alexander Bach, letzterer „sür die ganz besondere» Verdienste, die sich Sc. Exzellenz um den Staat ermorden." 1854 folgen Polizeiminister Mecsery und Polizei-Direktor Sacher-Masoch; 1856 Buol-Schaueustein und den Doktor um Stille, uud sagte ihm, dies sei die Kaiserin, sie wünschte» sich in seinem Hause zu verbergen, bis sie Paris verlasse» könnten. Dr. Evans war erstaunter, als man erwarten sollte, denn er wußte, mit seinen Patienten beschäftigt, nichts von dem plötzlichen u»d völlige» Umschlag der Dinge. Er konnte an eine Gefahr für Ihre Majestät nicht glauben uud bat die Dame», zu verweilen, während er sich überzeuge. Bei seiner Rückkehr hatte er die Ueberzeuguug gewonnen, daß die Kaiserin keine» Augenblick zu früh beit Palast verlassen hatte. Er benahm sich sehr loyal und nmthig, seine persönliche Gefahr achtete cr gar »icht. Er bat sie, seine Gäste zu bleibe», bis er Mittel, sie aus Paris zu schaffen, gefunden hätte. Glücklicherweise erwartete er in einigen Tagen zwei, seiner Dienerschaft unbekannte Damen. Die Kaiserin und Madame le Breton sollten dafür gelten. Frau Evans war aus dem Lande, die Kaiserin, leidend, blieb ans ihrem Zimmer. Sobald als thunlich fuhr Evans aus, angeblich um Krankenbesuche zu machen, in Wirklichkeit, um den Weg zu bahnen, die Barriere zu passiren. Erfuhr zur Brücke von Neuilly, wo cr angehalten uud ausgefragt wurde. Er nannte Namen und Beruf. Einer von den Gardisten kannte ihn und sagte, man möchte ihn ohne Paß ungefragt passiren lassen. Der Doktor bat, sie möchte» ihn sich genau ansehen, damit sie ihn wieder erkennen könnten, er würde wvhl mehr hin- nnd herfahren müssen. Er fuhr weiter und kehrte bald ungehindert zurück. Die beiden Flüchtigen versahen sich aus der Garderobe von Frau Evans mit dem Notwendigen, da sie gar nichts mit sich führten. Als Dr. Evans der Ansicht war, er könne die Barriere mit einiger Sicherheit passiren, theilte er seinen Gasten seinen Plan mit. Die Kaiserin sollte eilte sehr nervöse Patientin spielen, die'er in ein maison de santö bringen wolle; Mad. le Breton die Freundin, die sie begleiten sollte. Als der Wagen nun die Barriere erreichte, wurde er angehalten,, um über die Begleiterinnen des Doktors Auskunft zu erhalten. Er deutete auf die Kaiserin und machte ein Zeichen, daß sie gestörten Geistes sei und nicht beunruhigt werden dürfe. Die Garden, die Dr. Evans erkannten, zogen sich höflich zurück und wünschten ihm freundlich gute Reife. Als die erste Gefahr so vermieden war, fuhr der Wageu »ach St. Germain und Mantes. In dem Hotel sagte der Doktor dem Wirth, daß eine der Damen eine Patientin wäre, die er in ein maison de saute bringen wollte, bat um ein Zim- mer, in das niemand sehen könne, mit Nägeln und Riegeln an den Thiireit, eine Bitte, der gern willfahrt wurde, nnd da blieb die Kaiserin mit ihrer Gefährtin, während der Doktor und sein Begleiter ansgingen, um die Mittel zur Fortsetzung der Reise zu besorgen. Er sandte seinen Wagen nach Paris zurück. Daun nahm cr einen ändern Wagen mit zwei Pferden an, der in einer Stnnde bereit sei» sollte, um nach einem nahe gelegenen Schloß, da«, wie cr sagte, einem Verwandten der Unglücklichen gehörte, zn fahren. Inzwischen ließ er seine Pflegbefohlenen sich erfrischen. Der Kaiserin theilte cr den Bestimmungsort mit uud wies sie an, sich lebhaft zu weigern und so böse und hartnäckig zu werden, daß inan einen ändern Weg Einschläge» müsse, den der Doktor dann bezeichnen wollte. Wie sie das Hotel verlassen hatten und eine Strecke weit gefahren waren, fing die Kaiserin Streit mit dem Doktor an und die Zänkerei zwischen der verrückten Dame und ihren Freunden wurde so heftig, daß der Doktor den Wagen halten ließ und sich bemühte, die Dame zu überreden, eine kleine Strecke zu gehen. Sie verweigerte dies, wobei sie zugleich eifrig gegen das Schloß pro-teftirte, wohin sie, wie sie zu wisse» schien, gebracht werden sollte. Der Kutscher machte Vorstellungen, sagte, seine Pferde würden scheu, wen» der laute Finanzminister Bruck. Am 1. Juni 1863 ernennt der Prager Stadtrath den Freiherrn Ernst v. Kellers-perg zum Ehrenbürger — dann Belcredi und jetzl Hohenwart und Schäfsle. Gewiß, eine interessanie Serie und wer weiß heule, welche — Fortsetzung folgt ? — Das in Leipzig erscheinende illustrirte „Neue Blatt" ist von einem seiner Abonnenten angegangen worden, Porträts der neuen österreichischen Minister (es ist nicht gesagt, welche der letzten Serien gemeint ist) zu veröffentlichen. Darauf antwortete die Redaktion: „Die neuen österreichischen Minister im Por- trät zu bringen, ist für ein Journal eine gewagte Sache. Ehe die Stöcke in Holz geschnitten sind, kann bereits wieder ein neues Ministerium in Oesterreich am Ruder und können die Porträts der gefallenen Größen veraltet fein." Lokal- und Provinzial-Angelegenheilen. Lokal-Chronik. — (D e r erste Schnee.) Wie viel Schreck und freudige Hoffnungen erregen diese paar Worte! Wie fährt es der Armuth eisig durch die Glieder und welche Lust weckt es in der Brust jener, denen der Winter den Boven zu Freuden und Vergnügen bietet. Ein Heer von quälenden Sorgen und schmerzlichen Seufzern macht auf der einen Seite die Wangen der Armuth noch mehr erbleichen, während auf der anderen Seite eine bunte 'Schaar von fröhlichen Plänen und tollen Entschlüssen Köpfe und Herzen gefangen hält und das Auge leuchten macht. Mit den ersten Schneeflocken beginnt ein herzzerreißendes Trauerspiel oder ein fantastisch-üppiges Lustspiel. Hier Noth und Elend, dort Pracht und Ueberfluß, hier bitterer Mangel, dort der schrankenlose llebermuth, sie alle rüsten sich zum Kampfe, wozu der Winter — die Zeit des Jammers und der Lustbarkeit — sie heraussordert. Wem immer bet Winter ein Bote der Freude, der möge im Wonnetaumel der Armuth nicht vergessen, welcher nun die herbsten Prüfungen bevorstehen. — (Neue Zeitung.) Der bekannte slove-«ische Sprachforscher Pfarrer Marlin Terstenjak beabsichtigt mit Jänner 1872 ein belletristisch Wissenschaft» liches Blatt „Tabor" hcrauszugeben. Das Blatt wird zweimal im Monate erscheinen; jährlicher Abonnemente preis 4 fl. — (P o l i z e i b e r i ch t.) Johann Oblak aus Hotaule entwendete dem Knechte des Petric in Log einen Rock. — Der Bäckerlehrjunge Peter Zaplvtnik benachteiligte Herrn Kofchier um 7 fl — Anton Kulliaro und Vincenz Swmkal beschimpften Landwehrmänner und waren Ursache eines Excesses. Die genannten Individuen wurden der Strasamtshandlung übergeben. — Der Schneider Thomas Kuman in Der Lärm fortbauertc, woraus der Doktor, anscheinend1 in Verzweiflung, umweudeii und zur nächsten Stadt ahreu ließ, von wo mau bann den Wagen znrück-schickte. Im Hotel dieselben Vorsichtsmaßregeln, wie vorher, ein anderer Wage» wurde gemiethet und nun gings dem wirklichen Bestimmungsorte zu, Deauville, wo Frau Evans der Seeluft wegen sich aufhielt. Auf jeder'Station wurde ein neuer Wagen uud Kutscher gemiethet und der andere zurückgesaudt. Mehrmals wären sie beinahe entdeckt worden, aber die Kaiserin hatte mehr Glück als Maria Antoinette und ihre Familie. Sie wurde niemals erkannt. Müde und angegriffen, noch nicht außer Gefahr, aber so weit wohlbehalten, kam die kleine Gesellschaft in Deauville an und fuhr in die Wohnung von Frau Evans. Hier blieben die Damen und ruhten aus, so gut es ging, während der Doktor und fein Freund nach Mitteln suchten, sie über deu Kanal zu schaffen. Zwei pachten lagen im Hafen vor Anker. Sic -gingen zurück an Bord bet" größeren, aber der Eigenthümer war abwesend. Dann bestiegen sic die „Gazelle;" sie gehörte dem Baronet Sir John Bourgoyne. Als sie ihm ihre Geschichte erzählten und ihn baten, der Kaiserin und ihren Freunden Kapu;inervorstadt Nr. 73 fiel von einer Leiter herab unb hat sich schwer verletzt. — Ein sicherer Mathias Bokau entwendete ber Maria Faidiga eine silberne Uhr im Werthe von 24 fl. Der Dieb hat krumme Füße und ist flüchtig. — Einem hiesigen Handelsmanne sind vier Zentner Druckpapier gestohlen worden; man ist dem Thäter auf der Spur; ein Theil des Papieres wurde bereits eruirt. — Ein unbekannter Bauer hat einer Greißlerin in ber Gradischa eine silberne Uhrkette gestohlen. — Der vom k. k. Untersuchungsgerichte Krainburg wegen Diebstahl verfolgte I . . . . wurde am Viehmarktsplatze angehalten und der Gerichtsbehörde eingeliefert. — In Kreßnitzpolane (Bezirk Littai) wurde eine gestohlene Uhr ausgemittelt. — In einem hiesigen Gasthaufe wurde einem Individuum, das mit einer Doppelpistole agirte, diese Schußwaffe abgenommen. — Ein sicherer Rudolph Mayer aus Gusing hat einem Agramer Handelsmanne einen Geldbetrag von 58 fl. entivenbet. Mayer soll nach Laibach und Umgebung flüchtig geworden sein. Aemtliche Nachforschungen werden gepflogen. — Bei dem hiesigen städtischen Polizeiamte ist fein einziger Fall eines Diebstahles am ersten Markttage zur Wnteige gebracht worden. Der Viehauftrieb war wohl ein zahlreicher, aber wegen des mageren Viehes wenig Kauflust vorhanden. — (Theater.) Die Reihe der Veuefizevorstelluugeu eröffnete gestern jene des Regisseurs unö Operetteuteuvrs Herrn Gustav L ö c 3 , welcher mit derselben auch seinen Zweck — ein volles Haus — vollkommen erreichte. Eröffnet wurde die Vorstellung mit einer von Hrn. Schlesinger recht gut vorgetragenen Soloszene: „Die Leiden eines Choristen." — Diesem folgte: „Das Gänschen von Buchenau," eilt sehr gutes und gerngesehenes Lustspiel, in welchem die Hauptrolle vvu Frau L ö c s - W e i f in vorzüglicher Weise gegeben wurde. Auch alle übrigen Mitwirkeiiden, die Herren Traut, Werner, 9t a M v r und Schulz, sowie Frau Lev, halfen durch ihr munteres Spiel wesentlich zum guten Erfolge des Stückes mit. — Den Schluß machte: „Unsere Feuerwehr," eine Operette von gefälliger, au mehrere» Stellen recht hübscher und lieblicher Musik, die den Kapellmeister der hiesigen Bühne, Herrn Pleiuiuger, zum ftompositeur hat. Aufs beste iu ihrem Erfolge wird dieselbe von dem Libretto unterstützt, welches sich zwar in einem ziemlich ansgefabrenen Geleise bewegt, aber durch die eine, mit viel Komik ausgestattete Hauptrolle nicht n»amüsant wirft. Dank ber vom iionipoftteur mit viel Sorgfalt einst ubirten Chöre imb vor allein ber exquisite» Leistung Hr». S ch l e f i u g e r ’ 3 a'.ä „ Schneider Faden«," ' wurde die Novität vom Hanse sehr beifällig aufgeuotume», uud glauben wir, daß auch eine Wiederholung derselben ein dankbares Publikum finden dürfte. Der in der letzten Sitzung des koustitut. Vereins vom RegiernngSrathr L a s ch a n beantragte Gesetzentwurf betreffs des Abgeordnetenhauses lautet folgendermaßen: Gesetz, wodurch einige Bestimmungen des Grundgesetzes über die Reichsvertretuiig vom 2t. Dezember 1 >’>67 abgeändert werten. Mit Zustimmung der beiden Häuser des Reichsrathes finde ich einige Bestimmungen des Grundgesetzes über die Reichsvertretnng vom 21. Dezember 1867 zu ändern. i Ueberfuhr zu gewähren, wollte er zuerst nicht in die Sache verwickelt sein ; vielleicht fürchtete er, cs möchte daraus irgendwie eine nationale Berwicklung entstehen; aber die gefährliche Lage der Flüchtlinge wurde geltend gemacht und dies Wagniß als eine That der Menschlichkeit dargestellt. Sir John gab nach und verlangte nur, daß die Kaiserin erst im letzten Moment an Bord gehen solle, um Verdacht uud Aufenthalt zu vermeiden. Die Borsicht war gut, denn man war argwöhnisch geworden in der Stadt und die „Gazelle" empfing unwillkommene Besucher, die aber niemand als den Besitzer und feine Mannschaft fanden °, die Kaiserin, Madame le Breton uud Evaus gelaugten glücklich an Bord und die „Gazelle" segelte ab. Noch war nicht alle Gefahr Überstunden, denn auf dem Kanal erhob sich jetzt jener furchtbare Sturm, der die Engländer mehr kostete, als eine verlorene Schlacht: den Unkrgang des neuen Schiffes, der „Kapitän," der mit Manu und Maus zu Grunde ging, den Sohn Bourgoyne's als Befehlshaber au Bord. Doch die „Gazelle" hielt sich brav uud die Kaiserin landete um 3 Uhr Nachmittags im jnasen von Ryde. A r t. I. Der § (J des genannten Gesetze« hat nun zu lauten: In das Haus der Abgeordnete» desReichsrathes kommen durch Wahl 406 Mitglieder, und zwar in der für die einzelnen Königreiche und Länder auf folgende Art festgesetzte» Zahl: Böhmen 108, Dalmatien 10, Galizien mjt Krakau 76, Oesterreich unter der Enns 36, Oesterreich ob der Enns 20, Salzburg 6, Steiermark 26. Kärnten 10, Kram 12, Bukowina 10, Mähren 44, Schlesien 12, Tirol 20, Vorarlberg 4, Istrien 4, Görz und Gradiska 4, Triest mit Gebiet 4. Art. II. Der § 7 des besagten Gesetzes hat nun zu lauten: a) Die Hälfte der für jedes Land festgesetzte» Zahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses wird von feinem Landtage durch unmittelbare Wahl entsendet. Die Wahl hat durch absolute Stimmenmehrheit iu der Art zu geschehen, daß die nach Maßgabe des Anhanges zur Landesordnung auf bestimmte Gebiete, Städte, Körperschaften entfallende Zahl von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses aus den Laudtagsmitgliedern derselben Gebiete, derselben Städte, derselben Körperschaften heroorgehett. Aeudernugeu iu der Feststellung der Gruppen, beziehungsweise Gebiete, Städte, Körperschaften und in der Verkeilung der zu wählenden Abgeordneten unter die einzelnen Gruppen erfolgen übet Antrag der Landtage durch ein Reichsgesetz. Dem Kaiser bleibt Vorbehalten, den Vollzug der Wahl unmittelbar durch die Gebiete, Städte und Körperschaften auzuordueu, wen» ausnahmsweise Verhältnisse eintreten, welche die Beschickung des Hauses der Abgeordneten durch einen Landtag nicht zum Vollzüge kommen lassen. Diese unmittelbare Wahl hat iu der Art zu geschehen, daß die nach Maßgabe der Laudesordmtngeu auf bestimmte Gruppen entfallende Zahl von Mitgliedern des. Abgeordnetenhauses durch die Landtagswahlberechtigteu derselben Gruppe gewählt wird. Die Wahl ist nach dem Gesetze vom 29. Juni 1868 über die Durchführung von unmittelbaren Wahlen iu daS Abgeordnetenhaus des Reichsrathes zu vollziehen. b) Die andere Hälfte der für jedes Land festgesetzten Zahl der Mitglieder des Hauses der Abgeordnete» kommt derart zu Stande, daß die nach Maßgabe d;r Laudesord uuugeu auf bestimmte Gruppen entfallende Zahl von Mitgliedern des Abgeordnetenhauses durch die Laudtagswahl berechtigten derselbe» Gruppe nach Leu Anordnungen des Gesetzes vom 29. Juni 1868 gewählt wird. c) Verzichtet ein Landtag auf sein Wahlrecht für daS Abgeordnetenhaus des Reichsrathes, so wird die für dieses Land festgesetzte volle Zahl der Mitglieder deS Abgeordneten» Hauses nach den iu b) angegebenen Bestimmungen gewählt. Art. III. Der § 15 des eingangs bezogenen Gesetzes hat nun zu lauten : Zn einem gütigen Beschlüsse des Reichsrathes ist iu dem Haufe der Abgeordneten die Anwesenheit von 160, im Herreuhaiife von 40 Mitgliedern und iit beiden die absolute Stimmenmehrheit der Anwesenden nothwendig. Aenderungen iu diesem Grundgesetze, sowie iu den Staatsgmndgesetzen über die allgemeinen Rechte der Staat« bürget für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder, über die Einsetzung eine* Reichsgerichtes, über Cie richterliche, sowie über die Ausübung der'Regierung-- ,i»d der Vollzugsgewalt können nur mit einer Mehrheit von wenigstens zwei Dritteln der Stimmen gütig beschlossen werden. A r t. IV. Die sammtlicheu übrigen Bestimmungen des mehrberufenen Gesetzes vom 21 Dezember 1867 bleiben iu Kraft. Wien........... (Unterschrift des Kaisers.) ____________________________(Unterschrift der Minister.) Witterung. Laibach, 22. November. Trüber Tag, die Berge tief herab in Wolken gehüllt, naßkalt. Wärme: Morgens 6 Uhr + 0.4U, Nachm. 2 Ubr + 0.8° C. (1870 -| 13.9°, 1869 + 0.9°). Barometer im Steigen 736.38 Millimeter. Das gestrige Tagesniittel der Wärme — 0.7" C., um 3.7° unter dem Normale. Der gestrige Niederfchlag 1.85 Millimeter.________________ Theater. H eilte: Umkehr. Sittenbild in 4 Akten von Förster. Telegramme. (Orig.-Telegr. des „Laib. Tagblatt.") T8 i c ii , 38. November Ucbereinfiim* inend melden die Morgenblätter über die gestern stattgefundene Besprechung einer Anzahl hervorragender Mitglieder der BerfaffnngSpartei mit dem Fürsten Adolf AuerSperg, leorntid) dem Programme des letzter» die Unterstützung der Partei ;u-gesoflt worden. Als eventuelle KabiuetS-mitglieder werden genannt: Laffer, Stre-m«ittrr, Glaser, Unger, Chlumetzky, Bahn-hans und Brestel. Berlin, 21. November. Der Reichstag nahm das Marinebudget an. Der Kriegsminister erklärte, die Regierung beabsichtigte auch heute nur die Herstellung einer Seemacht zweiten Ranges. Paris, 21. November. Es wird versichert, daß zwischen den Grafen von Paris uud Chambord thatsächlich eine Verständigung erzielt wurde. Ron», 21. November. Der König ist hier eingetroffen, er wurde enthusiastisch empfangen. Konstantinopel, 21. November. Es wird versichert, daß ernstliche Divergenzen zwischen den Kabinetsmitgliedern eingetreten seien, und eine Ministerkrisis erwartet.____________________________________ Wiener Börse vom 21. November Bta&tsfond». j Neld | Ware --perc.Renre, öst.Pnp. 58.Lb, 5,.3b dlo. bto. öst.inSilb. t>7.t)0 68.-l'Clc von 1854 . . . 9i.- - ti*.-fctjc von 1860, ganze yfo SJ lOO.iO Sr je »er. 1860, Fünfr. m.nO hl5.~ v. 1864 . ISO 75 140.-~ CtruadentL-Obl. | eoteiermar! zuSpLl. 90--; 92.— Kür^.ren, Krain o. Küstenland ö * , 85.75; 86 — L-flcrn . . zu 5 „ | 79.75 80.S5 Krvcl. n. Slav.5 „ — .--J 88.— Srebenbürg. * 6 * «5.25! «7 — Aotlen. nalöant . . . tir.irn - Bank . . . Lredircrnstalt . . . ts\ ü. EScompre-Ges. L7.tz'o-östcrr. Bau? . C vf.. Bodencred.--L. . Otjv Hypoth.-Bank. €teict. E«compr.-Bk. Franko - Austria . . ais. Ferd.-Stordb. . küdoahn-Gesellsch. . Ätr.f. EUsabetb-Bahn. Larl-^udwig-Bahn fcicbcnb. Eisenbahn . HtaatSbahn. . . . Lü'.i. Franz-Zosefsb.. Tvafk.-Barcser E.-B. «!^S!d»Fium. Bahn . 8*0.-264 .fO 810. »55. *73.75 261 — ! 80.-250.-124.-I 2138 203.40 149.25 160.25 177 5-.199.— 211.-177.5') 185 50 If2l.— 2t>5 310.25 960 — 274.26 263.— 82. i 55 124 25 2137 2Q3.60 1*49.75 260.5; 178 50 4u0.~ 211.00 178.50 186 50 !®;lb j OeH. Hypol^.-Ban! . | 95.-Priorttätto-Okitfe'. Südb.-Ges. zu 5v0 Fr. m.— bto. ‘Bcnf 6p5t.l22y 50 Nordb. (100 tt. CM.)>il 5 75 Sieb..--«.{200 ff. ö.üß.)! 9J.-I Staatsbahn Pr. Stück :34>.50 StaatSb. Pr. St. 1867.133.50 ^ubolf6b.(300fl.r.Zß.)! *0.8i>, Franz-Jos. (200 ft.S.)! 99.83 Credit 100 fl. ö. L?. . 186 Don.-Dampfsch.-Ge? zu 100 fl. SM. ü*a-t 95 50 111.50 23u.tO 106.85 £0.54’» 136 50 134. -91 20 100.— 59.— 32.— 42.50 28.-256.- 31.50 24.5« 22.— 14 — 14 50 ... 97.— I Triester 100 fl. CM. .'120 50 Me. 50 fl. ö.W. . Ofen et . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 * Palssy . * 40 „ Warp . „ 40 * St. GenoiS„ 40 * Mndischgrätz 20 „ Lvaldslein . 20 „ Keglrvich . 10 r Rurolf4ftift. lOc.n. WoohHelfS 27Zcn.) LugSb.lOOfl.südd.W. Franks. 100 fl. . w fconben 10 Pf. Ster!. Paris 100 Francs BSünsen. Kais. L^ünz-Ducateu. 20^-Francösriirr. . . öereiuSLhaler . . . Silber . . . . 1*6.50 97 50 121.50 60. 33. 43 50 29.— 38-32.-55.-23.-16.— 15.50 9 s. 701 98.90 Oi.saj 99.- 117.—117.20 45 3 , 45.40 5 59 5 60 9.311 9.33' 1.74») 1 75 116.75 1.7. - Pfandbriefe. | Nation. ii.'SB. öerloßb. 68.99 89.201 Srrß. Scb.-Srebttanft.1 88 60 84.-LÜg.öft.Bob.-Lredit. I04.f.0 104 8 bto. in 35Uf.tü(X*. ,| 86.501 87.- Telegrafischer Wechselkurs vom 22. 9tc6embcr. Sperz. Rente österr. Papier 58.10. — öperz. Rente österr. Silber 68.—. — IStiOcr StaatSarilebcn l0(/.75. — Bankaktien 822. — Kreditaktien 309.30. — London 117.10. - Silber 117.-. - K. k. Münz-Dukaten 5.58. - Na-poleonsd'or 9.31._______________________________________________ Avssordkmng. Der mir den Schreiber der heute an mich gerichteten anonymen Korrespondenz-Karte bekannt gibt, erhalt eine Belohnung von 85 fl. Peter Tliomaiui, (556)________________Steinmetz._______ ligttommene Fremde. Am 21. November. Elefant. Felbinger, k. KomitatS Ingenieur, Agram. — Dermelj, AdelÄerg. — Dekleva, Urem. — Burgthaler, Wien. — DamiUo, Triest. — Grasig Kanonikus, tiiti= dolfswerih. — Pollak, Dechant, Haselbach. — Adler, Kfm., Wien — Paul, Kfm., Mailand. Stadt Wien. Ritter v. Gnttmansthal, f. f. Präsident, Triest. — Frau Jugovik, Krainburg. — Otto, Gutsbesitzer, Weinegg. — Stümpfl, Gutsbesitzer, Neustein. — Straffer, Kunze und Ehrlich, Kauflente, Wien. — Woj-novii, Major, Agram. — v. Langer, Gutsbesitzer, Poganiz. Sternwart«». Jamik, Reifender, Wien. — Sagorc, St. Barthelmä. - v. Treuenstein., Cilli. Erster Marktbesuch. Der Gefertigte hat die Ehre, dem geehrten Publikum von Laibach hiermit bekannt zu machen, daß erden hiesigen Markt zum ersten male besucht und ladet zum Besuche feiner, mit einem großen Lager fertiger PelMaren ausgestatteten Markthütte ein. Obwohl die Ranhwaaren jetzt sehr hoch im Preise stehen, so ist der Gefertigte dennoch in der Lage, die besterzengte Maare zu billigsten Preisen zu verkaufen, da er bei Zeiten einen großen und vorteilhaften Einkauf von Ranhwaaren bewerkstelligt hat. Er empfiehlt feine Niederlage in aller Art Pelzwaaren und zeichnet hochachtungsvoll J. Nehava, (554—2) _____ Kiirschnermeister aus Graz. Josef Karinger Caßer « ^ Für Herren Hemden, Gattien, Kragen, Manschetten, Kravats, Regenschirme und Flanell-Hemden. (553-3) s-is? t Druck ton Jgn. v. Kleinmayr * Frd. Bamlerg in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Dttomar Bamberg