P ^Uo««er»ti-us-Pretie FSr Laibach: •aositorifl • • 8fl. 40fx. HLMhrig • • 4 * 20 * VÜÄeljShrig . 2 „ 10 „ gSodtfidb . — " 70 „ Mil der Post: Gquzjäbrig..............12 P- Halbjährig .............6 <* ««teljährig..............3 « gßi Zustellung inS HanS eltrtelj. 26 kr., monatl. 9 K. Cinjelnc Nummern 6 kr. Laibacher SctictilK Bahnhofgaffe Nr. 133. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Ervrditiou- & Jnserateu-Bureau: Longreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Riete-m«hr & geb. «amberg' JnsertiouSp Für die einspaltig. L 4 kr., bei wieder! schallung k 8 K Anzeigen bis 5 Zeile ' Bei größeren Inseraten und öfterer üinfcfcoltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 238. ILÜ ag, 18. Oktober 1875. — Morgen: Petrus v. A. 8. Jahrgang. Der Ultramontauismus in Nordamerika. Da« SrrigniS des Tages in den Bereinigten ©toolen bildet die Rede, welche der Präsident Grant nnianaft vor einer Versammlung im Staate Tenes. see arhalt-n hat. Der Präsident verbreitete sich über rin besonders zeitgemäßes Thema, nemlich über das r-vlksschulwesen in der vereinigten Republik und über die Gefahren, welche der freien konfessionellen Staat». (Aule vonseite des Uliramonlanismu« drohen. Der Präsident erklärte, alle Bürger der Re. vublik sollten wenigstens in dem einen Punkte über, rinstimmen und fest zusammenhalten, daß die freie Staatsschule von jeder religiösen Beeinflußung und Aufsicht ferne bleibe. Pein Staat der Union solle and) nur mit einem Dollar eine konfessionelle Volks, schule unterstützen, vielmehr darauf achten, daß in Itt freien Slaatsfchule nur die gewöhnlichen Unter« richtSgegenstände, durchaus aber nicht ein bestimmte« religiöses Bekenntnis gelehrt werde. Wenigstens in der öffentlichen Volksschule müßten Staat und Kirche tot immer getrennt bleiben. Man wird mit Recht fragen, was das Ober. Haupt des mächtigen nordamerikanischen Freistaates ,u einer so kategorischen Erklärung bewogen haben maq Die Bundesverfassung selbst enthält die leiten-btn Grundsätze, nach welchen die freie Staatsschule ifnaeriditet und erhalten werden soll. Allein nicht minder ist es eine bekannte Thatsache, daß sich die Ultramontanen aller Länder um Slaatögrundgefetze einen Pfifferling kümmern. Das System der freien Staatsschulen ist dem ultramontanen Klerus schon längst ein Dorn im Auge und die Gefahren, die der Schule von dieser Seite drohen, find keine ge-ringen. Es fehlte daher nicht an Gründen, daß Präsident Grant in öffentlicher Rede auf diese Gefahren aufmerksam machte, und die Gefahr mußte schon weit gediehen sein, wenn sich das Staatsoberhaupt selbst zu einer so ernsten Mahnung vtran» laßt sah. . . Die katholische Kirche ist in den letzen Jahren, insbesondere durch die gezwungene Uebersiedlung agi, kalorischer Elemente in den Bereinigten Staaten zu großem Einflüsse gelangt; sie verfügt über einen ungeheuren Grundbesitz, über reiche Geldmittel und Stiftungen und ihre Anhänger zählen nach Millionen. Nirgends sind aber auch die Jesuiten und ihr Anhang rühriger, die Propaganda seitens der katholischen Hierarchie nirgends lebendiger. In erster Linie geht ihr Bestreben natürlich dahin, die freie von religiösem Bekenntnisse unabhängige Schule zu entwurzeln. In jenen Staaten der Union, wo die Ultramontanen die Mehrheit bilden, suchen sie daher vor allem den Bolksunterrichl in ihre Hände zu bekommen und durch die Staatenparlamente Subventionen für ihre konfessionellen Drillanstalten zu erlangen. Diese Bestrebungen find namentlich in jenen Staaten nicht ohne Erfolg geblieben, wo die Katholiken durch Zuzug aus Europa ihre Masse ansehnlich verstärkt haben. Sv ist es selbst im Staate New 9)ork, wo katholische Irländer und Deutsche überwiegen, gelungen, für die katholischen Schulen eine Unterstützung seitens der Legislatur zu «wir* kcn. Dem Hauptagitator in dieser Richtung, dem Erzbischof von New-Iork, Mr. Aoskey, wurde als Belohnung dafür vom Papste unlängst der Cardinal«-Hut verliehen. Man ist, wie unter ändern auch die eingangs erwähnte Rede Grant« beweist, in Amerika allerdings auf seiner Hut und bestrebt sich, den unermüdlichen Wühlereien der Jesuiten ein Gegengewicht zu bitten. (Kandidaten für öffentliche Staatsämter wie für Gouverneurposten müssen in Volksversammlungen die feierliche Erklärung abgeben, im Falle ihrer Wahl das System der freien Staatsschule nimmermehr anlasten zu wollen. Die öffentliche Presse thut ebenfalls ihre Pflicht und macht die Bevölkerung auf die Gefahren, welche den freiheitlichen Institutionen der Union vonseite des Ultramontanismu« drohen, aufmerksam. So hat Eugen Lawrence, ein talentvoller und eifriger angloamer!kanischer Schriftsteller, der sich insbesondere die Bekämpfung des Ultramon-taniömuS und Jesuitenthums in der nordamerikanischen Union zur Aufgabe gestellt, neuerlich unter dem Titel „Political priests“ (politisierende Priester) in dem in New-Uork erscheinenden Wochenblatte „HarperS Weekly" einen Artikel veröffentlicht, worin er nachweist, wohin der UltramontaniSmuS Spanien und Frankreich gebracht, und sich dann mit dem steigenden Einfluffe desselben in den Staaten der Union beschäftigt. Nach einem flüchtigen Blick auf Ecuador, dem Jefuitenopfer unter den südameri-konischen Freistaaten, schreibt Lawrence über die Union: ,,Es war lange das glückliche LoS unseres neuen Lande«, ganz frei von sectirerischen Animosi. Feuilleton. Die ftovemschen Hammerarbeiter. Ein Feuilletonist des „N. Fr. Bl." gibt über hi meist windischen Hammerarbeiter in Kärnten folaenbe wie der mit den Verhältnissen vertraut? «fatal ’ wird, naturwahre Schilderung. .Der Aammerarbeiter — so lautet dieselbe — ist in der «enel eine knochige muskulöse Erscheinung und wie * Ln, fortwährende Beschäftigung mit den Feuer fi* bringt, von abgehärteter Natur, ©eiernt Et er außer dem Metier, da« er sich von frühester oinbbcit sozusagen selbst angeeignet, bis vor ganz Srlet Reit gar nichts und erst in letzter Zeit fängt « an auch diese Menschen, vielmehr ihren Nach Wohllhaten des Schreibens und Lesen« Shaftlfl werden zu (affen. Jy der Reuet — we-Tffl habe ich e« so gesunden - find fie fl9. i f (6 t r Nationalität und sprechen selbst ihre ?«?»rkvrache — daS wlndifche — nur in dem ge-£ üblichen Dialekte. Ich Iraue mir zehn gegen 2S iu wetten, daß sie mit dem Aufstande in. Herzegowina uÜb Bosnien — trotz der Stamme«. Verwandtschaft — nicht sympathisieren, da fie so wenig Interesse für die Außenwelt zeigen, daß sie von diesem ©rtignifse wahrscheinlich gar keine Kenntnis haben. Ihr oberster Herr, auf den fie schwören, ist der gospnd Fajmoster (der Pfarrer) der sie auch absolut beherrscht. Diesem zunächst folgt eventuell der Kaplan, und dann erst kommt der Gewerksherr, dessen Beamte und zuletzt die Beamten des Bezirksgerichtes, mit denen sie zuweilen, fo bei der Stellung oder wegen Raufe$ceffen in Berührung kommen. Dem Fremden gegenüber, wenn er städtisch gekleidet ist, tritt der Hammerarbeiter, wenn er so viel deutsch kann, mit einem devoten ..Gelobt sei Jefti» Christus" oder mit einem slovenischen Dober dan (guten Tag) entgegen. An Wochentagen kennt er nicht« als Arbeiten, Schlafen, Esten und Trinken. In der Regel arbeitet er sechs Stunden und genießt eine ebenso große Frist zur Erholung, und so geht dies Tag wje Nacht fort, bis zum Samstag, wo er um 2 Uhr nachmittag» das Feuer ausgehen läßt, um es am Montag früh um 12 Uhr wieder anzujflnben. Für seine Kost hat et einen genau Ungehaltenen Speise-zeltet. Montag fängt et mit Heidenstetz an, fetzt die« die, übrigen Wochentage regelmäßig fort und läßt am Sonntag nur die Abwechslung eintreten, daß er zu feinem Sterz noch faure Milch genießt. Fleisch ißt er in den seltensten Fällen und nur an Sonntagen, abend« gönnt er sich den Luxus, daß er sich im Wirthshause einen Schöpsenbraten geben läßt. Der Hammerarbtiter wohnt in geradezu dürftigen BerhäUniffen. Ein Tisch, einige Sessel und ein oder mehrere Betten, in welchen alles andere eher als Bettzeug zu finden ist. all die« in ziemlich rohem Zustande, bilden fein ganzes Mobiliar. Speciell in Waidifch sind die Hammerarbeiter noch ziemlich gut daran, indem des Gewerksherrn de» kannte Menschenfreundlichkeit jedem der verheirateten Hammerarbeiter ein kleine« Stück Feld unentgeltlich überläßt, durch deffen Bebauen mit Erdäpfeln fie in die Lage versetzt werden, bei ihrem Speisezettü einige Variation eintreten zu lassen. Ein Lieblings-getränte des Hammerarbeiter» bildet da« Steinbier, ein Gebräu, bei dessen Verkosten allein mir grün und blau vor den Augen warb. Auch pflegt er gerne ein Gläschen Schnaps mit Honig zu trinken, doch vergönnt er fich diese« nur an einem Feiertage. Nebenbei verschmäht er weder Wein noch Bier, doch find dies wieder Getränte, bie er nur zu Ehren eines hohen Feiertages genießt. Wofür aber btt HammeratbeUer ein merkwürdig feines Gefühl hat täten und europäischen Impulsen zu leben und die Gefahr vor einer gebieterischen Herrschaft fremder Priester nicht zu kennen. Endlich ging uns dieses Borrecht für immer verloren. Wir waren bemüht, diese verhängnisvolle Reaction vor uns selbst zu ver. bergen, aber eS liegt endlich offen da, daß dieselbe sectirerische Faction, welche in Frankreich einen verderblichen Rachekrieg predigt, welche Spanien mit Metzeleien und Verwüstungen bedeckt, und religiöse Zwietracht in fast alle Staaten Südamerika'« getragen, und die Nationen in haßoolle Parteien theilt, auch unter uns eine große und oft herrschende Macht geworden ist. Vor fünfundzwanzig Jahren waren die Ultramontanen bei uns die kleine Minorität einer fremden Stete; heute regieren sie die Demo-kratie in New-Iork und Ohio mit einer unbarmherzigen Gewalt, und sie leiten deren Politik in Neu.England und im Westen. Ein Ultramontaner in Ohio, Geghan, erzwang in der dortigen Legislatur ein Bill, mehr durch Drohungen als Argumente, und betonte dabei: „Zwei Drittel der demokratischen Partei in Ohio seien römisch-katholisch." In Cincinnati zeigen die Römisch-katholischen den Protestanten und Republikanern offen ihre Verachtung. Sie fordern Gehorsam, ohne Widerrede, von der ganzen Demokratie in Ohio, und diese kriecht zu ihren stützen. In den Strafanstalten in Ohio herrschen allein die Katholiken, und die früher dort an gestellten protestantischen Geglichen wurden vertrieben. In jedem Staate der Union bringen es die Ultramontanen zu Landerwerb und zum Bezüge öffentlicher Gelder, obwol dies durch die Constitution verboten ist. In Ost-St. Louis in Illinois beherrscht eine katholische Majorität die Schulen. Die Constitution des Staates Illinois verbietet kirchlichen Steten als solchen jeden Erwerb. Die Römisch-Katholischen behandeln dieses Verbot mit Verachtung, sie theilten dtn SchulfvndS unter ihre Sectenschulen und ver-wendeten ihn zum Theile zur Propaganda. Es wurde vorgeschlagen, diesen Vorgang als Verbrechen gegen die Constitution zu verfolgen und die Priester und das Volk Gehorsam gegen das Gesetz zu lehren. In Newyork gibt es gegen die Constitution viele katholische Pfarrschulen. In Südamerika hat man den ultramontanen Hetzereien fortwährende Unruhen und Revolutionen zu danken; in Mexiko und Canada lassen sie das Volk wenig in Ruhe. Und nun beginnt das ultra-montane Unwesen auch in der Union gefährlich zu werden. Eine Hälfte der demokratischen Stimmgeber in Newyvrk und Ohio sind Römisch-Katholische, und jeder römisch-katholische Bischof und jede ultramontane Zeitung fordert zuerst die Vernichtung der das ist die Erkenntnis, die er mit allen hocheivili-(irrten Menschen theilt, daß das Geld den Haupt-faetor im menschlichen Leben bilde. Demgemäß belegt et auch das Geld mit dem Namen „Kaiser," womit er gleichsam den Inbegriff aller Macht und Herrlichkeit bezeichnen will. Wenn er z. B. seinem College» mittheilen will, daß das Gelb zur Auszahlung bereits eingetroffen fei, so sagt er ihm blvS: „Schon lummen Kaiser," und er wird vollkommen verstanden. Deö HammerarbeiterS Ehrlichkeit ist übet jeden Zweifel erhaben und man erzählt mir, daß Diebstähle gar nie Vorkommen. Er ist ein Muster von Genügsamkeit und dem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß er mit seinem im Vergleiche zur Entlohnung anderer Arbeiter wirklich niederen Lohne sein Auslangen findet. Eigene» Willen hat er keinen und wird daher von seinem Pfarrer und seinem Verweser nach jeder Richtung hin beherrscht und geleitet. Nun, auch in diesen Gegenden werden hoffentlich die Schulen das Ihrige thun, und ehe ein Jahrzehnt vergeht, und die jetzige Generation heran-gewachsen ist, werden auch dort zwar fleißige und strebsame, aber auch mit Willen begabte Arbeiter sein, die nicht nur als physisch, sondern auch als geistig zurechnungsfähig werden gelten können. öffentlichen confeffionslose« Schulen und dann die Anerkennung der päpstlichen Oberhoheit. Was ist dabei die geheime Absicht? In allen westlichen und vielen östlichen Staaten bilden die Römisch Katholischen militärische Compagnien unter der Patronage ihrer Priester. Sie trennen sich von der Gemeinde, sie bilden eine gefährliche Klaffe für die öffentliche Ruhe und Ordnung. Es ist dies ein hochwichtiges Moment für alle liberalen Amerikaner, deren erste Aufgabe es sein muß, von der neuen Welt den Fanatismus der alten zurückzuweisen und die letzte Zuflucht der Freiheit zu bewahren." — So weit der anglo-amerikanische Schriftsteller. Wenn er auch etwas stark Grau malt, ein beachtenswertes Moment in der Geschichte der Union liegt hier zweifelsohne vor. Politische Runvschau. Laibach, 18. Oktober. Inland. Aus Veranlassung des Iastizmini-sters ist der Entwurf eines Gesetzes über die Anfechtung von Rechtshandlungen zahlungsunfähiger Schuldner sammt Motiven ausgearbeitet worden. Dieser Entwurf ist bereits in der k. k. Hof- und Staatsdruckerei erschienen. In der Motivierung desselben wird hervorgetjoben, daß jene Geschäfte, welche ein Schuldner nach Eintritt seiner Zahlungsunfähigkeit, jedoch noch vor der wirkliche» Eröffnung des Concurses unternimmt, für die Gesammtheit der Gläubiger von besonderer Gefahr begleitet sind und regelmäßig den Schaden der Gläubigerschaft, wenn nicht zum Zwecke, so doch zum Erfolge haben. Die Abhilfe gegen diesen Uebelstand liege aber nicht zunächst auf dem Gebiete des Strafrechtes, wo die Gläubiger österreichischer Schuldner Schutz gegen sraudulöse Rechtshandlungen der letzteren zu suchen bisher angewiesen waren, „denn durch den Strafrichter kann höchstens mittelbar und nur ausnahmsweise das gewählt werden, was vor dem Civil-richtet unmittelbar und jederzeit erreicht werden könnte." In dem letzten, unter dem Vorsitze des Kaisers obgehaltenen Ministertathe bildete nach der „Bohemia" Gegenstand der Berathungen eine Anzahl von Vorlagen, die den beiden Vertretung«» körpern in Wien und Pest gleichzeitig zugehen sollen, darunter in erster Linie das Militärbequartierungs-gesetz und ein mit demselben im Zusammenhang stehendes Soldatenverpflegungsgesetz, oder wie es im amtlichen Kauserwälsch heißt „Servicegesetz". Der Gesetzentwurf über die allgemeine Mi« litärbequarticrung ist, wie verlautet, bereits angefertigt. Die L>kizze des Gesetzentwurfes wurde nach dreijähriger Berathung in Wien festgestellt und vom gemeinsamen Kriegsministerium sowol dem ungarischen als dem österreichischen LanveSver» theidigungsministet zugesendet, lieber einige noch obschwebende Differenzen sind gegenwärtig zwischen dem ungarischen Honvedministerium und dem gemeinsamen SriegSministerium Verhandlungen im Zuge. Nach deren Applanierung wird der Gesetz-entwurs und der im Zusammenhänge mit demselben iehende Service» Gesetzentwurf dem Reichsrathe, oroie dem ungarischen Reichstage unterbreitet werden. Die Frage der siebenbürgischen Militärfpitäler ist nun ohne gemeinsame Abstimmung glücklich gelüst worden. Die ungarische Delegation hat schließlich den diesfälligen Beschluß der österreichischen Delegation angenommen. Ausland.. Der Ex-Fürstbischof von Breslau hat bekanntlich, nachdem er durch den Jetliner Kirchengerichtshof abgesetzt war, eine Ver-ügung erlassen, durch welche alle bischöflichen Behörden in Breslau aufgelöst werden. Zu diesem Dekret meint nun die „Nat. Ztg.", es sei dasselbe eine fernere Anmaßung der Amtsgewalt nach seiner Absetzung, welche nach dem Reichsgesetze von 1874 die Landes Polizeibehörde ermächtigt, den Verlust der Staatsangehörigkeit über den entsetzten Bischof auszusprechen, während dasselbe andererseits sich als ein vom österreichischen Staatsgebiete aus unternommener Eingriff in preußische Verhältnisse dar. stellt. Man darf daher auf den weiter« Verlauf dieser Angelegenheit gespannt fein. In der vom König von Sachsen bei der a« 14. d. erfolgten Eröffnung des Landtags gehaltenen Thronrede findet sich folgender Paffus, der den Reichsfeinden nicht gerade lieblich zu Ohren klingen kann. Der König sagte: „In dem vorflossenen Jahre ist unsere Stellung im deutschen Reich« und unser Verhältnis zu seiner Regierung unverändert dasselbe geblieben. Wie ich stete darauf halte, daß meine Regierung unter Aufrechterhaltung der reichsverfaffungsmäßigen Rechte und Wahrung der Interessen des Landes die Reichsregierung in ihren Bemühungen zum Wohle des Reiches aufrichtig unterstützt, so hat sich meine Regierung auch wäh« rend des vergangenen Jahres eines freundlichen und wohlwollenden Entgegenkommens der Reichsregierung ununterbrochen zu erfreuen gehabt, und alles de« rechtigt zu der Hoffnung, daß dieses erwünschte, auf gegenseitigem Vertrauen und auf der offenen Anerkennung und Achtung gegenseitiger Rechte und Pflichten beruhende Verhältnis auch künftig unverändert fortdauer» wird." Die letzte Note des Ministeriums Jovellar an den Batican in derConeordatSfrage dreht und windet sich verzweifelt, um den Pelz zu waschen, ohne ihn naß zu machen. Das spanische Ministerium hat offenbar ganz entsetzliche Angst vor einem Bruche mit dem päpstlichen Stuhle; es fühlt aber nicht mindern Respeet vor den zusammentretenden Corte» und legt dem Vatikan so de- und wehmüthig die reine Unmöglichkeit, ihm blind zu Willen zu fein, dar, daß Pio Nono ein Herz von Stein haben müßte, um diesen Nothruf unerhört zu lassen. Nach Telegrammen der londoner Blätter an» St. Juan de Luz hat nach einer von den 15erlisten zur Vorbereitung neuer Batterien benützten mehrtägigen Pause das Bombardement von San Sebastian wieder begonnen. Die Royalisten beschießen die feindlichen Positionen in der Umgegend der Stadt, und das Bombardement dauerte die Nacht vom 10. bis 11. Oktober. Nach einem Briefe der „Voss. Ztg." hieß es, daß die Stadt Sa" Sebastian den Carlisten 500,000 Pesetas offeriert habe, wenn sie das Feuer einstellen wollten. Dies» Vorschlag zur Güte wurde jedoch schon vor dem ersten Bombardement gemacht und ist offenbar ohne Erfolg geblieben. Nach einem Telegramme Server Pascha'» an den Großvezier wäre den herzegowinischen Jn-urgenten bei Ojnpica durch Chesket Pascha eine empfindliche Niederlage beigebracht worden. Die Insurgenten flohen nach Montenegro und ließen angeb» lich 160 Todte auf dem Kampfplätze zurück Weitet wird gemeldet, daß eine Anzahl von Dörfern im Districte Popooo sich unterworfen habe. Auf eine Beschwerde des türkischen Gesandten am italienischen Hofe wegen des Vorschubs, welchen italienische Unterthancn den Aufständischen in der Herzegowina leisten, hat der Minister ViScorni-35 e n o st a geantwortet, die Regierung könne nicht anders als in der bisherigen Weise die Neutralität garantieren. Wie man der „Kölnischen Zeitung" aus Rom schreibt, dürfte der Minister auch darauf hingewiesen haben, daß die an verschiedenen Punkten des Landes znsammengetretenen Hilf#couiit68 aus-chließlich humanitäre Zwecke verfolgen und ihre Thätigkeit nicht gut verboten werden könne, wenn auch dieselbe einer indireeten Unterstützung der Re» bellion gleichkommen mag. Die Regierung stände vollkommen auf dem Boden der Neutralität, ohne für die etwaigen Sympathien, die sich in gewissen Voltstreifen zugunsten der Aufständischen Bahn brächen, verantwortlich gemacht werden zu können. Aus K o n st a n t i n o p e l tömmt die Meldung von einer Circulardepesche vom 7. I. M., worin der Minister de» Auswärtigen der Pforte, Saufet Pascha, den europäischen Cabineten die von der türkischen Regierung beschlossene Zinsen-rebuction notificiert. Die Argumente, welche da» officielle Aktenstück für die Maßregel anzuföhre* taug, «inen wifi lassen sich in ein einzige« Wort zusammen, ffir Unvermögen. Dir Pforte ist buchstäblich beim ffnhe ihrer Finanzen angekommen, und die Besürch. daß die Zinsenreduclion nicht genügt, um geordneten Zustand herzustellen, ist nur zu k^Der Prinz von Wales hat auf feiner großen hnfttiftbcn Tour nach Indien bereit« Pari« passiert, r Airchen Londons wurde am Sonntag ein k.L,h*reS Gebet für den Prinzen und für das Ge-|JL„ b« atoi- S-IP-°«-». ®« P--H- UM« Um Vtilorlikln ihr» »b|4icb»«iu8. Die „Ti. gedenkt auch der mit einer solchen Reise ver. knüvsten Gefahren: „Wir mögen alle« vernünftige Kucn auf die feste Loyalität und den guten Sn de« indischen Bolle« setzen, aber wir werden mt daran thun, im Auge zu behalten, daß die unge» L" Bevölkerung de« Landes nicht wenig Unzu-kiedenbeit und Fanalismuö in sich schließt, gegen !' ° mögliche Attentate strenge und umfassende SWfiAtema®etn geboten sind. Wir können das Sttenlat aus den Herzog von Edinburgh in Australien Hw Ken Tod des Vicekönigs Lord May» durch die =.nnh .-«es Fanatiker« nicht vergessen." Da« klingt Shr »nsthast und stimmt nicht mit den jüngsten vielfältigen Bemühungen der Presse, die Reise des «rLett mehr al« einen durch die Laune tingegtbenen Gflug denn als eine Actio« von politischer Tragweite darzustellen. ___________________________________ bekannt durch die Demonstration die *e°tnn «s.mitÄnphpr« der vraaer ..Po- Zur Tagesgeschichte. iom jungen Grafen Lazanzky. Sohn des verstorbenen Statthalters von Der Mähren, « nack, der Entlassung des Herausgeber« der prager litik," "P°- ^Hjsch^wsty. aus dem Schlöffe Chie,ch ver. und durch die infolge dessen durch fernen Bor-mutt* vnanlaßte gewaltsame Abführung nach Battelau in Zehren, scheint der ihm durch die Minder,ähngkett anser-(eatett Fesseln müde geworden zu sein, da er bei dem brün-er f. f. Lande-gerichte, als Ober-Vormundschasts-Behörde, um die Großjähiigkeitserklärung einschritt. Die Mutter, qe-aenmartig wiedervermälte Fürstin Wrede, war ganz mit dem rae6ren einverstanden, nicht so aber der Bormund Gras Blankenstein, der sich entschieden dagegen erklärte und na-mmtlich auf die Unzuverläffigkei. seines Mündels h.ngew.e-6at Das Landesgericht mußte daher, wie der „Tages» b-,t, aus Mähren" meldet, die Eingabe abschlägig bescheiden. __ E,ne transatlantische Briespost. In =«,.„6 ist, wie die „Franciers Gazette" m,ttbe.lt, ei., auf w. Meere lebender Vogel von großer Gelehrigkeit und entdeckt worden, der mit einer meteorart,gen «elckwindigkeit 150 englische Meilen in der Stunde stiegt und imstande ist. über Land und M-er seine Heimat von einem Theile der bewohnten Welt aus wikderzusin-bf9”1 Ein Paar dieser Sögel brachten vor einigen Tagen aug Paris nach einem 10 Meilen von London roiioen nnd felsigen Theile von Kent gelegenen . tcm Zeiträume von l1/. Stunden. Briestauben de- TT Dic Depeschen nach der Hauptstadt, so daß die ?LCi!fLutiq der ganzen Entsernung von Paris nach Lou . Diese Besörderungsmethode nur l1/, Stunden n 6Ut We„n die Experimente, die gegenwärtig mit der St «na dieser Bügel angestellt werden, foi (fahren, erfolg. •V t jn so hofft man nächsten Sommer eine Miniatur r iü :E 'jsche,, Amerika und Europa herzustellen. Dii "Entfernung soll daun (wenn alles gut gebt) zwischen ganze <- 1 , einer Hemisphäre und Sonnenuntergang ^cal5 und Provinzial-Angelegenheilen. us der letzten Gemein derath«. (A siynn g ) Mittheilun^--^^ wurden dabei nahezu 180 st. Licenz li*e Pol,Je .„fandet, wovon beim eingesangenen Diebe Der Bürgermeister macht dem Gemeinderathe con dem Einbruchdiebstahle in d<\8 Magistrat - fn.jder entwendet, i»»v™ «nt Straiö ^gefunden wurden, amtliche Gelder sollen »och 15 » „ach Verlauf von vierzehn Tagen an die Stadl, in Hinkon! rocrb(11 Die städtische Si»erheit»wa»e soll taffe abgN b 6er Nachtstunden im MagistratSgebäude in Zukunft Rundschau halten. Die für die städtische Mädchenschule zur Anschaffung von Lehrmitteln verausgabten 50 fl. werden genehmigt. Das städtische Bauamt wird beauftragt, dafür Sorge zu tragen, daß bei den Wafchstätten an der Laibach jede Lebensgefahr beseitigt werde. — Auf der Tagesordnung stand der Entwurf deS städtischen Stiftsbrieses inbetreff der Bifelastistung. Ein Betrag von 2400 fl. wird demnach der Errichtung und Erhaltung zweier Betten im hiesigen ftinderspitale gewidmet; im Falle der Auflösung desselben soll dieser Betrag zu einer Mädchenaussteuer verwendet worden. Wird genehmigt. — Nach dem Berichte des GR. Ziegler namens der Bansection erhält die krainische Bau» gesellfchaft für den SchtilhauSban in der Krakauvorstadt auf den Gesammtkostenbetrag von 74,585 fl. 16 tr. noch 14,536 fl. 16 kr. Die Auszahlung dieses Restbetrages wird genehmigt, der Baugesellschast die Zufriedenheit für den Bau ausgedrückt, dem Stadtingenieur Wagener für die Beaufsichtigung dieses Baues eine Entlohnung von 200 fl. bewilligt. — Biehmärkte sollen künftig am 8. jeden Monats in Laibach abgehalten werden. Wegen der Verkehrshindernisse auf der Wiener» straße durch die Wagenoerschtebungeu der Südbahn wird beschicken, sich Verfalls an das Handels» und das Ministerium des Innern zu wenden. — ÜHecutfe gegen die aus Samtitsrücksichten gebotene Verschüttung eines Hausbrun» nens und die Zahlung einer Ordnungsstrafe wegen Straßen-Verunreinigung werden zurückgewieseu. — GR. v. Schöppl lellt folgende Anträge namens der Finanzsection: a) Die derzeit in kirchenbehördlicher Berrechnung und Verwahrung befindliche und theitoeife dem hierstädtischen Armeninstitme angehörige Obligation sei hinsichtlich der Antheile urnzu-chreiben und jedem berechtigten Theile eine entsprechende Obligation auszufolgen, b) lieber die Verwendung der in der Stadtkasse befindlichen, deportierten fremden, älteren Gelder habe der Stadtmagistrat Anträge zu stellen, c) Zur icheren Verwahrung der Stadt- und Steuergelder sei eine Wertheim'sche Kaffe von entsprechender Größe anzutaufen, d) Die in der Stabtkaffe befindlichen eigenen, jedoch nicht vinculieiten Obligationen feien ointulieren zu taffen. Der Gemeinderath genehmigt diese Antrage, und wird deren Durchführung dem Stadtmagistrate ausgetragen. — Das Prä» limmate des VolkLschulsondes für 1876 beziffert sich im Er» fordernisse mit 18,325 fl., in der Bedeckung mit 15,278 fl., daher ein Abgang von 3047 fl. Dazu beantragt Referent Dr. Suppan folgende Resolutionen: a) Die Stadtkaffe wird angewiesen, bei jeder Stenerquartalseinhebung auch die dem städtischen Sckulfonde gebührende Tangente abzn führen, b) Der Magistrat wird angewiesen, die Frage der Auflösung der vierten Parallelklasse an der ersten städtischen Volksschule in Erwägung zn ziehen. (Dagegen sprechen Cie GRR. Pirker und Mahr.) c) Der Magistrat habe im Wege des k k. LandesschuUalhes dahin zu wirken, daß die Ge> meinten Schifchka, Gleiniz uno Mansch eigene Schulen et’ richten, d) Der Magistrat habe das Weiterbestehen 6er öffentlichen Mädchenschule bei den Ursulineriunen in der Erwägung, als nun eine eigene Mädchenschule besteht, in Erwägung zu ziehen, e) Die Pensionierung des Lehrers Schuschnik sei einznleiten. Der Ganeinberath genehmigt vorstehende fliejolutionen. — Schließlich stellt Dr. Suppan noch folgenden selbständigen Antrag: Die Bansection im Einoernehrnen mit dem städtischen »bauamte habe ein Pro gtamm über den nothwendigen Umbau des ehemals Novak> fche», nunmehr städtischen Hauses Nr. 56 in der Postgasse auszuaibeiten, hierüber einen Bauplan samint Kostenüberschlag aiizufertigcn und diese Vorarbeiten bis längstens Ende Februar k. I. an den Gemeinverath zu leiten tAngenom men.) Hiernach wird die öffentliche Sitzung geschlossen und beginnt die geheime Sitzung. — (Zur höheren Ausbildung des it 1 e r uS. Wie wir seinerzeit berichteten, hat sich Fürstbischof Pogafar an den Unterricbtöminiflfv gewendet behufs Erwirkung von Staatöstipendien für junge Geistliche, welche die Universität besuchen und sich zu Religionslehrern der Mittelschulen aus bilden wollen. Wie die „Laib. Ztg." erfährt, begaben sich diefertage die hiesigen Jtipläne M Harabon, Johann Svetina und ilnton Zlogar nach Graz, um an der dortigen Universität den tiurs über Philosophie mitzumachen. — (Die k. k. Grundlasten.Ablösung«, und Regulierung« ■ Local - Commission Laibach) wird mit 31. Oktober 1875 ausgelöst und werden die bei derselben noch anhängigen Verhandlungen in Grundlastensachen, betreffend die politischen Bezirke Laibach, Littai und Stein, der l. t. Bezirkshauptmannschaft Laibach zur Durchführung übertragen. — (Verleihung.) Der t. k. Laudespräsident hat eine systemisterte Forstadjunctenstelle in Ärain dem Forsttechniker Ilnton Rossipal in Laibach verliehen. — (Concurrenz für die HeereSauS-rüstung.) Die Handels- und Gewerbekammer in Laibach hat sich im Wege des Handelsministeriums beim Reichs-kriegSministerium verwendet, damit dieses die Kundmachung Über die Offertverhandlung zur Sicherstellung bei Hufniigelbedarfe» der k. k. Armee der Kamme: mittheilen möchte, damit diese in der Lage wäre, die Nägelsabrication hievon zu verständigen. Da« ReichSkriegSministerium hat dem Ansuchen Folge gegeben und e« sind der Handel«- und Gewerbckommtr zwei Kundmachungen zugekommen, u. i-die über die Offertverhandlung zur Sich-rstellung de« Material- und Requisitenbebarse« der k. k. FuhrwesenS-Ma-teriolbepot« für die Zeit vom 1. Jänner bi« Eube Dezember 1876 unb die betreff« der Lieferung jener zur Bekleidung und Ausrüstung der Soldaten gehörenden Gegenstände nnd onfligen Erfordernisse, welche der allgemeinen Soncurrtnz Vorbehalten sind. Die Offertverhandlung rücksichtlich der Sicherstellung des Material- unb Rcquifttenbebarfe« findet am 25. Oktober 1875 beim Landes-Fuhrwesenscommando in Groz statt, hingegen haben die Offerte betreff« der Lieferung der Bekleidung«, und AuSrüstungSgegenstände längstens bi* 30. November 1875 zwölf Uhr mittag« beim k. k. ReichS-knegSminist'rium in Wien einzutreffen. Beide Kundmachungen, owie auch die Muster der Nägelsorten können in der Kanzlei der Handel«- unb Gewerbekammer eingesehen weiden. — (Postmeisterverein.) Infolge stattgehabter Wahlen wurden für die neu eingctheilten Filialen be* krainisch-küstenländischen und dalmatinischen Postmeister-vereint« nachfolgenb genannte Funktionäre auf« gegellt, und zwar für die Filiale I, umfassend die politischen Amtsbezirke 9tüdniann«botf, Krainburg unb Stein, die Herren: Johann Debentz, Postmeister in Stein, zum Vorstand ; Albert Ritter von fiappu«, Postmeister in Steinbüchel, und Fidelis UcbanW, Postmeister in Tupalik, zu Rächen; für die Filiale II, umfassend die politischen Amtsbezirke Gottschee, Rudolfswerth und Tfchernembl, die Herren: Josef Panser, Postmeister in Niederdorf, zum Vorstand; Johann Pauser, Postmeister in Reisniz und Johann Feidiga, Postmeister in Großlaschi;, zu Räthen; für die Filiale III, umsaffend die politischen Amtsbezirke Littai, Umgebung Laibach unb Gurtfeld, bic Herren: Andrea« Bregar, Postmeister in Weifeiburg, zum Vorstand; Johann Obresa, Postmeister in Oberlaibach und Ferdinand Mayerle, Postmeister in Obergurk, zu Räthen; für die Filiale IV, um« affend die politischen Amtsbezirke Loitsch unb Adelsberg, die Herren: Johann Leskovie, Postmeister in Jbrio, zum Borstand; Eugen Mayerle, Postmeister in Wippach, unb Sdols Mulley, PoslamtSleiter in Loitsch, zu Räthen. — (Unseren Opernregissenr und ersten ©antoniften Herrn Tillmetz) hat ein herber Verlust betroffen, dessen Mutter wurde nach längerem schmerzlichen Leiden gestern um 31/« Uhr nachmittags ins bessere Jenseits abberufen. Das Leichenbegängnis findet morgen den 19. d. nachmittags 4 Uhr vom Trauerhanse Herrengaffe Nr. 209 aus statt. — (Theaternachricht.) Vielseitigem Wunsche entsprechend bringt unsere rührige Theaterdirection die bei der ersten Aufführung mit wohlverdientem durchschlagendem Erfolge aufgenomittetieii Stücke „Stradella" und „Dolores" zur Wiederholung und machen wir alle Theaterfreunde auf diefe beiden Reprisen aufmerksam. Davon gelangt „ Stradella" morgen Dintttag und das Sensationsdrama „Dolores" Mittwoch zur Aufführung. — (K a i s e r 3 o s e f H. ü b e r @ t r a s a n fl a 11 e n.) Den Winter 1783 —1784 brachte Kaiser Josef II. in Italien zu nnd kam auf feiner Rückreise am 15. Mürz nach Triest, am 23. Marz nach Graz und am 30. März kehrte er nach Wien zurück. Nach seiner Gewohnheit besuchte er alle öffentlichen Anstalten und über seine Wahrnekmiige» sprach er sich in Handschreiben oft sehr eingehend aitS. Schon von Laibach ans am 2. März 1784 schickte er eine Denkschrift an den Gouverneur der niederösterreichifchen Lande, Grafen Khevenhiller, und in Graz schrieb er ibm in Form eines Handbillets einen langen Brief mit scharfen, ein» schneidenden Befehlen, welche seine Regierungsweise und feilte Denkart nicht weniger charakterisieren, wie das be- rühmte Handbillet vom Jahre 1783 über die Pflichten der jröm||üt. 'imriFSfborin locale und provinzielle Misbräuche lefteW deren Abschaffung, deutet die Mittel zur Berbeffe-ttttip an, berührt häufig Sizelnheiten und offenbart bei aller Schärfe doch den allgemeinen und humanen Zug, der seinep» Wesen und seinen Schöpfungen einen unvergänglichen Reiz verleiht. Herr A. Wolf theill in den Beiträgen jjk Lunde steiermärkischer Geschichtsqnelle 12. Jahrgang da- in Rede stehende Handbillet vom 28. März 1784 nach der vidimierten Abschrift mit, welche die Registrator der hiesigen Statthalterei ausbewahrt. Das Handbillet spricht über Ätain, Kärnten und Steiermark und befaßt sich besonder- mit «lüstern, Spitälern, Strafhäusern und Militäranstalten. In L a i b a ch wie in Braz war der Kaiser mit den Strafanstalten gar nicht zufrieden; er findet die Verbrecher viel zu gut gehalten und verpflegt, u»d die kleinen Kammern, wo sie zu zwei oder drei eingesperrt werden, gefährlich und unanständig. „Sit werden also — schreibt Josef II. - selbe in dem Schloß, wohin ich sie künftig antrage, auf eine andere und ihrer Strafe angemessene Art behandeln und die Pritschen in großen offenen Dormitorien anbringen lassen, woran fit mittelst einer durch daS Springeisen zu ziehenden Kette die Nacht hindurch angeschmiedet werden können." „Sein Arrestant Hat eine Betlfournitur, weder Strohf-ck noch Stroh zu überkommen, sondern muß au der bloßen Pritsche nur mit einer Kotze zum Zudecken liegen; und dieses der Reinlichkeit wegen, weil diese Pritschen und Kotzen im Sommer öfter gewaschen werden müssen; jtdoch sind die Kranken davon ausgenommen; diese bekommen Settfcurnitimn, werden aber an das Bett an geschmiedet. Wegen der Kost habe ich schon gesagt, daß sie nur in Lrod und Wasser zu bestehen habe, und daß sich die Arrestanten durch ihren Fleiß des mehreren ober roe. nigern z» verdienen haben, welches aber nie vier Kreuzer täglich übersteigen kann." Laibach. — 1. Feilb., Gemeinde Famle'sche Real., gawltj v<8. Stnosetsch. — 1. Feilb , Osana'sche Real., Präwald, B». senosetsch. — Reass. 3 Feilb., Kostelc'sche Real., Kermaiina, BL. Mövlüig. — 3. Ftilb., Horval'sche Real., Berekeusdorf, BD. Möltling. — 3. Feilb., Letär'fche Real., Moraitj «S. Egg. — 8. Feilb., Lavritfche Real , Kertina, B»; Egg. ~ 3. Feilb., Debelal'fch« Real., Topole, B»;• —----—---iii Morgen: Stradella. Oper in 3 Acten von Flotow. Telegramme. Wien, 17. Oktober. Beide Delegationen hielten heute Schlußsitzung, in welcher Graf Andrassy die Sanctionierung des Finanzgesetzt« mttiheilte, den Dank des Kaiser» für die patriotische Einsicht und Bereitwilligkeit auSürücklr, womit die Delegationen ihrer eigenen Aufgabe und der @rWartung des Kaisers gerecht wurden, endlich im eigenen und im Namen seiner Collegen für da» vertrauensvolle Entgegenkommen dankte. Nach [den Schlußreden dek Präsidenten erfolgte der Sessionsschluß. Baden-Baden, 17. Oktober. Kaiser Wilhelm trat gestern abend» seine Reise nach Mailand an. Bvkarest, 17. Oktober. Vom 1. November an beginnt der direkte Personenverkehr zwischen Wien und Konstantinopel via Lemberg, Bukarest und Rustschuk. Belgrad, 17. Oktober. Heute nachmittags fand unter begeistertem Volksjubel und großem Pompe die Trauung de« Fürsten statt. Hierauf Empfang der Vertreter de« Auslandes. Rom, 17. Oktober. Cardinal Vitelleschi ist gestorben. Der König von Italien ist heute in Mailand eingetroffen. Wiener Börse vom 16. Oktober. Staatsfonds. 5perc. Reute, öst.Pav. Mo. bto. oft. in 6116, Bote von 1854 ... tote von 1860, gante 11V75 8efe von 1860, Fünft. " Prämiensch. v. 1864 > Qrandent.-Obl. eicienbürg. Ungar» Actien. Inglo-Bank . . . StteitanftaU . . . DeVofitenbank. . e«com»tc-enftalt fttanco • ®an! . . Banbtlibanl . . . Kattenalbant . . Dcft. Bankaeselll. Union-Bank. . . ticreintbant . . . , Berkrhr«bank. . . . HlfetbtiBut« . . , Hart tubmiäbabn . *ai|. «lis.-vahn . »elf. gr.Ooftflb . viaattdaha . . . . kübbahn.......... «eld 70 o.i 74 16 104-60 117 - Ware 70-10 74SO ns-ns 117 *5 Pfandbriefe. ! @eit>i war, Allg. oft. Bob.-Srebit. 99-60 99 75 dt», in 33 3....... 89-85 89 60 Nation, ö. W -i6-8i 96-90 Ung, Bob.-rrrbitanft 86 60 86.80 134.— 134-50 7»' 79-50 81*60' 88-- 104-Wi' 104-70 <07 70 807-80 660- ,00-30-50 31 60— 61-— 986*- 987 -166.— 17«-88 10 88-80 88-1 84 183*- 183 60 810 50 810 75 178- 178-50 160 - 160-60 876.51)187#--109-85 109 6li Prioritäts-ObL Franz Josef«.Bahn . Ctft. Norbweftbahn . kiebenbürger . . . . ktaai«bahn......... 6iibb..®tf^u 500 (Jt. bto. Bon» Lose. Srtbit. Los«....... «ubols« - Lose .... Weohs. (3Mon.) fluglb. lOOfl. [ilbb.üD Franks. IOC Wort . . eonbc”l8o"»fb. feiert. Pari» 100 Franc» . . Münzen. 98.76 98-50 70-76 148-— 104"70 88« 163*85 13-86 I 54-95 65 — 118 60 44 60 Rail. Münz-Ducaten 6-38 ‘ kyrancefluct .... 9*— rtafc. «assenschrinr .'1-67»1 ilbet . . .; 103-30 93 — 98-75 71-148 85 104-90 163-76 13-60 Telegraphischer (Kursbericht am 18. Oktober. . ,dl,T Papier-Siente 69 95 — SUber-Rente 74*05 — 1880er Staats-Lnlrhea 11150.— »anlactien 925. — trebit 205*26 London 112 65 — Silber 108-70 — Ä f. Mün». bucaten 5-34V,. - 20.Franc« Stücke 9 01%. - 100 «eich«, matt 55*95. Lottoziehuug vom 16. Oktober. Wien: 55 62 70 18 14. Graz: 6 4 43 21 7. Ein Statt von diesem Papier angezündet und glimmte gelassen, oder auf einen heißen Ofen gelegt, verbreitet eine» angenehmen Dust; »wischen Wasche gelegt hent»«t es Den Seifengernch und parfümiert dieselbe. Preis eines PaquetS, enthaltend 20 Blätter, io fr. Apotheke „zum goldenen Einhorn," Haaptplatz, Laibach. (633) 20—1 Zum Ueberwintern werden Topfpflanzen in allen Größen nn-Lorte« angenommen bei J. Wld«ay, «SSrtner, Lradischavorftad^ Triesterstraße Nr. 57. Anempfehlung. Gefertigter erlaubt sich den p. t. Kunden ergebenst an-znzeigen, daß er das Wirthsgeschäft in der fflrabi|t6a»»rfla6t,. Triesterstraße Nr. 57, übernommen hat und stets befirxht seiff wird, gute echte Weine, frisches Bier und eine schmackhafte Küche zu führen. (639) 2—2 Zu sehr zahlreichem Besuche ladet alle ergebenst ein jr. Widgay, Eber. ^ 94 10 55 06 55 10 118*60 44 «0 5 34 901 l'«750 103 40 Zahnayl Paichrls Mnndwasferesfenz und Zahnpulver, die vorzüglichsten reinigungs- und Eouserr-ierungsmittel. 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