Mbndicr Diocesandlatt. XF- y tj G Laivach, 1891. Am Werkcrge des fürffßirdpöfttcßtm ©rbinariafes Druck der „Katholischen Buchdruckerei". Alphabetisches Register zum ATI. Jahrgang 1891 des -A- Seite Apostoliea epistola ad Archiepiscopum Bhodiensem ...................................................................31 „ „ ad Archiepiscopos et Episcopos iraperii Austriaei...............................................89 Apostolicae litterae de cultu Saerae Familiae exhibendo..............................................................49 „ „ de conditione opifieum ........................................................... 57, 69, 95 „ „ de prorogatione faeultatum Begularium bona vendendi, locandi etc.............................135 Assecuranz der kathol. Kirchen- und Pfründengebäude in der Laibacher Diöcese. Die Statistik darüber wird abverlangt 35 Apostolicae litterae, quo conceduntur Indulgentiae celebrantibus centenarium ab obitu s. Aloysii . . 42 Aloysius. Anordnung eines feierlichen Tridnnms zn Ehren des heil. Aloysius....................................44 Almosensammlung für die Ueberschwemmten in den Gemeinden Weißenfels, Ratschach, Kronau und Lengenseld 92 Ausweise für den Diöcesan-Scheniatisinus......................................................................106 15 Baueoucurren z. Die Baukostendecknng von Kirchen und Psarrhöfen öffentlichen Patronates betreff. Minist.-Erlaß 34 B e n e f i c i u m , die persönliche Befreiung vom Gebührenäquivalente kommt schlechthin allen Beneficien zu. — Erkeuntniß 67 , Beneficial-Einkünfte sind zur Erfüllung der Verbindlichkeiten in dem benöthigten Betrage heranzuziehen. — Erkeuntniß 74 o Congrua. Nur die Einkommensteuer von deu in Absicht auf die Congrua-Ergänzuug einzubekennenden Einnahmen, nicht auch jene von der erhöhten Congrna selbst, ist als eine Abzugspost in die Fassion einzustellen . 34 , Aufforderung au die theilweise ans dem Religionsfonde dotirten Seelsorger zur Anzeige von Veränderungen in der Substanz des Psründenvermögens...............................................37 Cnrse der Wiener Börse am 31. December 1890 37 Conferenzen, Pastoralconferenzfragen für das Jahr 1891........................................................33 „ , Pastoralconferenzfragen für das Jahr 1892 .............................................................. 136 „ , Erledigung über die im Jahre 1890 abgehalteuen Pastoral-Conferenzen ....................................77 Crucifix, Decretum s. Gong. Bit. de usu deferendae Crueis in progressu a Sacristia ad altare .... 103 Coueurs-Verlautbaruug für das Baron Codelli'sche Eanonicat iu Laibach und für die Pfarren sv. Gora und Weißenfels 38; Bibnica 48; St. Gotard, Soteska und Koroska Bela 56; für das Schiiffer'sche Cauouicat iu Laibach und die Pfarren Dobrava und Polje 68; für die Lehrkanzel des Bibelstndinms des alten Bundes und der orientalischen Dialecte in Laibach und die Pfarren Golo, Bostanj und St. Eupert 76; Crni Vrli ob Idrija 93; St. Juri bei Kranj 106; Nevlje 138. _n_______ 13 Dienstverleihungsgebühr. Der Fall der begünstigenden Ermittlung der Dicnstverleihungsgebühr ist auch dann gegeben, wenn zwar die Präsentation von einem ändern Patron, der maßgebende Act der Uebertragung des mit einer Pfarrpfründe verbundenen Seclsorge-amtes aber von derselben kirchlichen Person ausgeht, welche die frühere Pfründe verliehen hat...................................................................45 „ , die Gebührenbemessung und Abstattung bei Dienstesverleihungen und Dienstesveränderungen betreff. Finanz-Ministerial-Erlaß 63 „ , Erkenntniß in Angelegenheit der Dienstverleihungsgebühr........................104 Deere tum s. Gong. Epise. et Eegul. de Eegularium mauifestatione couseientiae et Communione .... 101 „ 8. Gong. Eit. de usu deferendae Crucis in progressu a Sacristia ad altare......................103 E Exercitien, Einladung zu den Priester-Exercitien.................................................................56 E Fastenmandat für die Laibacher Diöccsc für das Jahr 1891......................................................... 1 Fassion. Nur die Einkommensteuer von den in Abstdst auf die Congrua-Ergänzung einzubekennenden Einnahmen, nicht auch jene von der erhöhten Congrua selbst, ist als eine Abzugspost in die Fassion einzustellen . . 34 „ , Aufforderung an die thcilwcise aus dem Religionsfonde dotirten Seelsorger zur Anzeige von Berändernngen in der Substanz des Pfründenvermögens ....................................................................37 Firmung und canonische Bisilation in der Diöccsc Laibad) im I. 1891.........................................47 G Gebühren äquivalent. Die persönliche Befreiung vom Gebührenäquivalent kommt allen Beneficien zu. — Erkenntniß.............................................................................67 H Hirtenbrief anläßlich der vierzigtägigen Fastenzeit.................................................................. 1 „ , der Erzbischöfe und Bischöfe Oesterreichs in Betreff der Reichsrathswahlen...........................17 „ , Collectiv-Hirtcnschrciben der Erzbischöfe und Bisdjöfe Oesterreichs.................................107 „ , Litterae pastor. Archiepisc. et Epise. Austriae ad Clerum ....................................- - 129 Handwerker, die Lage der Handwerker betreff, päpstliches Rundschreiben.................................... 57, 69, 96 Hall, Bad Hall in Oberösterreid).....................................................................................66 K K ir d) e n - und P s a r r h o f b a u t e n öffentlichen Patronates. Die bezüglid)e Baukoftendeckung betreffender Minist.- Erlaß....................................................................................................34 Kirchliches Bers i d) er u n g s w c s e n in der Laibad)er Diöcese..................................................35 K i r ch e n v e r m ö g e n. Die Umwandlung der vor dem Jahre 1799 entstandenen Forderungen in Wiener-Währung betreff. Minist.-Erlaß....................................................................103 Klostervermöge n. Prorogation der Facultät zur Beräußeruug, Berpad)tuug re. desselben......................135 Krain. Erlaß des k. k. Landesschnlrathes in Betreff der Besorgung und Entlohnung des Religionsunterrichtes an Bolks- sd)nlcn....................................................................................................137 L Literatur. Nekatera duhovna opravila (mali ritual)....................................................................38 „ , die heilige Reinheit, die Blüte der Tugenden. St. Aloysiusbüchlein......................................67 „ , Handbuch in Matriken - Angelegenheiten vom Domherrn Anton Grießl.......................................105 „ , Anleitung zum geistlichen Geschäftsstyl von Helsert in 11. Auflage . . ...............................105 „ , Putne crtice iz svete zemlje vom Domherrn Dr. Andreas Jagatie..........................................106 Mäßigkeitsvereine in der Laibacher Diöcese ................................................................35, 106 Matriken, die Matrikensührung betreff. Erlaß......................................................■ • • • 53 Mönche, Decretum s. Gong. Episc. et Eeg. de Eegularium manifestatione conseientiae ac Communione . . 101 o D e st erreich, Apostolisches Schreiben an die Erzbischöfe und Bischöfe Oesterreichs.................................39 „ , Bad Hall in Oberösterreich..........................................................................66 Orden, Decretum s. Gong. Episc. et Regul. de Eegularium manifestatione conseientiae ac Communione . . 101 Oesterreich, Hirtenbrief der österr. Erzbischöfe und Bischöfe anläßlich der Reichsrathswahlen...............17 „ , Colleetiv-Hirtenschreiben der österr. Erzbischöfe und Bischöfe vom 11. Nov. 1891...................107 , Litterae pastorales Archiepisc. et Episc. Austriae ad Clerum......................129 Orden, Litterae apost. de prorogatione Eegularium bona vendendi, locandi etc...............................135 P Pastoralconferenz- Fragen für das Jahr 1891...................................................................33 „ „ für das Jahr 1892 ...................... 136 Pastoralconferenzen, Erledigung über die im Jahre 1890 abgehaltenen Pastoral-Conserenzen .... 77 Pfarrertitel. Normale über die Verleihung desselben ..................................................................^6 Pfarrmatrikenführung betreff. Erlaß................................................................................ • ^3 Pfründner. Aufforderung an die theilweife ans dem Rcligionsfonde dotirten Seelsorger zur Anzeige von Veränderungen in der Substanz des Pfründenvermögens.................37 „ , Begünstigende Ermittlung der Dienstverleihungsgebühr betreff. Erkenntniß..................45 , Erkenntniß in Angelegenheit der Dienstverleihungsgebühr ................................ . 104 „ , Benesieial-Einkünste sind zur Erfüllung der Verbindlichkeiten in dem benöthigten Betrage heranzuziehen. — Erkenntniß................................................................................^ „ , Gebührenbemesfnng bei Dienstverleihungen..................................................03 „ , die persönliche Befreiung vom Gebührenäquivalent kommt allen Benefieien zu. — Erkenntniß . . 67 Pfründen vermögen. Die Umwandlung der vor dem Jahre 1799 entstandenen Forderungen in Wiener-Währung betreff. Minist.-Erlaß.........................................................103 Priesterexereitieu, Einladung zu denselben............................................................... Pfarrhofbauten öffentlichen Patronates, betreff. Minist.-Erlaß........................................... 56 34 i r 17 Reichsrat H. Gemeinschaftlicher Hirtenbrief der Erzbischöfe und Bischöfe Oesterreichs in Betreff der Reichsrathswahlen Regularen. Decretum 8. Gong. Episc. et Regul. de Eegularium manifestatione conscientiae ac Communione 101 „ , Verlängerung der Facnltät zur Veräußerung nnd Verpachtung von Klostervermögen...................135 Religions-Unterricht au öffentlichen Volksschulen in Kram, die Besorgung und Entlohnung desselben . . . Ncli chlacker' sche Stiftung für Lehrerwitwen wird ausgeschrieben........................................................68 a m in lnng für die Ueberschwemmten in den Gemeinden Weißenfels, Ratschach, Kronan und Lengenfeld ... 92 ch e m a t i s m u s. Ausweise für den Diöcefan-Schematismns..................................................106 ch u I c n, Besorgung und Entlohnung des Religionsunterrichtes an den öffentlichen Volksschulen Krams . . . 137 I Todfall der Herreu: Johann Erjavec 38; Anton Petriß, Anton Tramte, Andreas Dremelj, Franz Arhar und Martin Skubic 48; Michael Lazar 56; Johann Okorn und Andreas Pavlie 68; Alois Kosir 76; Martin Konenik 106; Ferdinand Kogej 138. T a x e. Begüustigeude Ermittlung der Dienstverleihungsgebühr betreff. Erkeuutuiß......................................45 „ , die Gebührenbemessung und Abstattung bei Dienstverleihungen betreff. Fin.-Minist.-Erlaß....................63 „ , Erkeuutuiß in Angelegenheit der Dienstverleihungsgebühr .......................................................104 Titel. Normale über die Verleihung des Pfarrertitels ..................................................................46 V Volksschulen, Besorgung und Entlohnung des Religions-Unterrichtes an denselben........................................137 Versicherungswesen kirchliches, tu der Laibacher Diöcese...............................................................35 Verleihungsgebühr, siehe Dienstverleihungsgebühr. >v Währung, Umwandlung der vor dem Jahre 1799 entstandenen Forderungen in Wiener-Währung.........................103 Mttdjtt Ditofttiiblati -1, -_ *imiii• n1111i1 f tWv ¥ |jp Inhalt: 1., 2., 3. und 4. Fastenhirtenbrief Seiner sürstbischöflichen Gnaden |f an die Gläubigen der Diöcese Laibach (deutsch und slovenisch). E. J'.i: . «zy-» ✓yv ✓p. ✓Jn. 1. JaroltUS. von Hotles und des Apostolischen Stuhles Gnaden Jürstöischof von Laiöach, allen Gläubigen seiner Diöcese Heil nnd Segen von unserem Herrn und Heilande Jesus Christ» s! (Einer der wichtigsten Acte in religiöser und socialer Beziehung ist der Eid. Derselbe ist leider auch einer derjenigen Acte, deren Bedeutung und Heiligkeit immer mehr aus dem allgemeinen Bewußtsein schwindet. Wieviel wird leichthin, wieviel falsch geschworen! Die Gerichtssäle könnten davon erzählen. Ich möchte nicht, meine Lieben! daß auch über euch das schwere Unglück käme, das da liegt in einem falschen Eide; und um euch desto wirksamer davor §n bewahren, habe ich mir vorgenommen, in meinem diesjährigen Fastenhirtenbriefe über die Heiligkeit des Eides zu euch zu sprechen. Was ist der Eid? Der Eid ist eine Anrufung Gottes zum Zeugen der Wahrheit. Zweierlei kommt daher beim Eide in Betracht; erstens die Wahrheit, zweitens die Zengenschaft Gottes. Indem wir schwören, allerkennen wir vor Allem, daß wir zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit geschaffen sind, und daß Lüge und Alles, was absichtlich gegen die Wahrheit verstößt, eine Sünde. Dies anerkennen wir nicht blos im Allgemeinen und obenhin; sondern, indem wir schwören, erklären wir dadurch, daß wir hier und in dem eben jetzt vorliegenden Falle unsere Verpflichtung zur Wahrheit bethätigen, und also der Wahrheit die Ehre geben wollen. So ernst ist es uns damit, daß wir uns zum Beweise dessen nicht etwa blos ans unser Gewissen und auf unsere Rechtschaffenheit berufen; sondern wir nehmen uns einen Zeugen. Und dieser Zeuge ist nicht etwa wieder ein Mensch, und wäre er noch so gut und zuverlässig, sondern es ist Gott, das höchste Wesen selbst, das lveder lügen und betrügen, noch belogen und betrogen werden kann. „Sieh'! —so gewissermaßen spricht der Schwörende zu seillem Nebenmenschen — sieh', ich will dir Wahrheit und nur Wahrheit reden. Du kannst mir zwar nicht ins Herz hineinschauen, und kein Mensch kamt es; aber es gibt einen, der es kann, und das ist mein und dein Gott. Ihn rufe ich denn zum Zeugen an, daß ich wahr rede. Er ist die unendliche Wahrheit, vor der auch die geheimsten Falten unseres Herzens offen liegen. Er ist die unendliche Heiligkeit, die mit Lug und Trug kein Büudniß ein gehen und dazu nicht stillschweigen kann. Er ist die unendliche Gerechtigkeit, so die Verworfenheit der Lüge und des Betruges nicht blos sieht, sondern auch bestraft. Er Stift™* ist der Allmächtige, dessen unendlicher Gewalt sich kein Geschöpf jemals entwinden kann. Ist die Lüge noch so feilt gesponnen — wenn nicht früher, so doch gewiß am jüngsten Tage zieht er sie ans Licht, und tritt alsdann als Rächer der verläugneten Wahrheit aus. Der Allweise, Höchstheilige, unendlich Gerechte und Mächtige, — Gott ist mein Zeuge, daß ich Wahrheit rede." So ungefähr, dem Sinne und Inhalte seines Thuns nach, spricht der Schwörende zu seinem Nebenmenschen. Der Eid ist demnach auch einer der feierlichsten Acte religiöser Verehrung, die wir Gott dem Herrn darbringen, und gerade das macht den Eid so heilig und verehrungswürdig. Durch deu Eid erhebt sich nicht nur der Mensch zu Gott und bekennt seinen Glauben an ihn und seine unendlichen Vollkommenheiten; sondern er ruft und eitirt gewissermaßen auch Gott vom Himmel herab auf die Erde, stellt sich ihm ins Angesicht, und bittet ihn, daß er — der Schöpfer — einstehe für die Wahrhaftigkeit seines Geschöpfes. „Vernimm — so gewisserinaßen spricht der Schwörende zu Gott — vernimm diesen meinen Schwur, und schau mir in's Herz und bezeuge, daß ich rede, wie ich weiß und denke." Welch' eine feierliche Uebnng der Gegenwart und Verehrung Gottes! Ebeu darum ist aber der Eid auch das letzte und feierlichste Mittel unter Menschen, Recht und Wahrheit zu bekräftigen, und der Wahrheit und Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Denn Höheres, als die Berufung auf deu Allerhöchsten gibt es nicht. Wenn darum Gott der Herr, wie das im alteu Testamente oft geschieht, die Wahrheit seiner Verheißungen bekräftigen will, so wählt auch er die feierliche Form des Schwures, und sagt z. B. zu Abraham: „Bei mir selbst habe ich geschworen. . . weil du dies ge-thau und nicht geschont hast deines Sohnes, des Ein-gebornen, um meinetwillen, will ich dich segnen. . . und es werden gesegnet sein in deinem Samen alle Völker der Erde." *) Darum auch wird der Eid überall, selbst bei den wildesten, Völkern als etwas Hochheiliges betrachtet, dem gegenüber man ohneweiters verpflichtet sei, Glauben entgegen zn bringen. Denn wie sollte man auch *) Gen. 22. 16 sequ. annehmen dürfen, daß Jemand es wagen sollte, den höchstheiligen Gott znm Zeugen und zur Bekräftigung einer Lüge aufzurufen, und daß er nicht fürchte, es könnte ihn auf der Stelle der Blitzstrahl der göttlichen Gerechtigkeit treffen ? Ans dem Gesagten ist aber auch klar, daß die Heilighaltung des Eides und seiner Voraussetzung: des Glaubens an Gott, von der größten Wichtigkeit ist für die menschliche Gesellschaft. Denn ohne Recht und Gerechtigkeit kein menschliches Zusammenleben. Ohne Wahrheit und Treue kein Recht und keilte Gerechtigkeit. Ohne Heilighaltnng des Eides keine Wahrheit und keine Treue. Ohne Glauben an Gott überhaupt keiu Eid. Nicht minder geht aus dem Gesagten hervor, welch' ciit schweres Verbrechen der Meineid ist: ein Verbrechen gegen Gott, gegen die menschliche Gesellschaft, gegen den Schwörenden selbst. Der Meineid ist ein Verbrechen gegen Gott, dessen Allwissenheit, Wahrhaftigkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit er längnet, und den er so gewissermaßen vernichtet. Der Meineidige wähnt entweder, Gott wisse nicht um die Unwahrheit, die durch feilte Anrufung bekräftiget werden will; und dann lüngnet er Gottes Allwissenheit. Oder er meint, Gott sei, trotzdem er die Unwahrheit kennt, dennoch bereit, dieselbe durch fein Zeugnis zn bekräftigen; und dann längnet er Gottes Wahrhaftigkeit und Heiligkeit. Oder endlich, er glaubt, Gott werde trotz der Herausforderung, die im Meineide gelegen ist, die Treulosigkeit und Lüge nicht irgend einmal — und ntan weiß nicht, wann schon? — bestrafen; und daun längnet er Gottes Gerechtigkeit. Durch all' das aber zerstört er gewissermaßen Gott, nicht zwar in sich, sondern in der richtigen Vorstellung; denn eiu Gott ohne Allwissenheit und Wahrhaftigkeit, ohne Heiligkeit und Gerechtigkeit ist eben kein Gott. Glaubt er aber an Gott und seine unendliche Vollkommenheit und schwört dennoch falsch, so ist ob der Frechheit, die in feinent Thun liegt, und ob der Mißachtung Gottes, die er dadurch ait deu Tag legt, sein Verbrechen gegen Gott nur umso größer. Er gleicht einem Kinde, das dem liebevollsten Vater in's Angesicht und zum Trotz gerade das thut, was jener verbietet. Der Meineid ist weiters ein Verbrechen gegen die menschliche Gesellschaft. Er beraubt sie nämlich, soviel an ihm, des letzten und zuverlässigsten Mittels, Treue und Glauben unter den Menschen zu erhalten. In der That, was soll es nützen, noch Zeugen zu Verträgen und den verschiedenen Maßnahmen beizuziehen, an denen das tägliche Leben so reich; was, die Wahrheit durch Zeugen zu erhärten, wenn doch selbst der Eid sie nicht an die Wahrheit zu binden vermag? Können sie dann nicht ebenso gut für die Lüge eiutreten, wie für die Wahrheit? Für das Verbrechen ebenso, wie für die edle That? Für das Unrecht so, wie für das Recht? Mit einem Worte: der Meineid ist der Mörder der menschlichen Gesellschaft. Er ist endlich auch ein Verbrechen, das der Meineidige gegen sich selbst begeht. Durch den Meineid verläugnet er vor Allem seine eigene zum Guten, zur Wahrheit, geschaffene Natur, und schließt sich gewissermaßen selbst von der menschlichen Gesellschaft aus. Das Band des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist ja die Wahrheit. Jedes Wort, das der Mensch zum Menschen spricht, was ist es endlich anderes, als ein beständiges Fragen und Forschen nach dem, was etwas ist: nach Wahrheit; als ein fortgesetztes Antworten auf diese Frage? Indem nun der Meineidige, und zwar unter der allerfeierlichsten Form, die nur irgend möglich, an Stelle der Wahrheit die Lüge setzt, verwirkt er das Recht, daß man ihm noch irgend glaube und zerreißt so thatsüchlich das Band, das den Menschen mit dem Menschen verbindet. Er schließt sich von Seinesgleichen aus, und tritt dafür in Verbindung mit dem Vater der Lüge, wie der böse Feind in der Hl. Schrift genannt wird. So recht nach Weise dieses Verführers und Menschenmörders von Anbeginn kleidet auch der Meineidige sich in einen Engel des Lichtes, indem er die unendliche Wahrheit selbst zur Verhüllung der Unwahrheit und seiner unlauteren Absichten mißbraucht. Ja noch mehr. Durch seinen Meineid sagt er sich gleichsam von Gott selbst los. Er sagt zwar: „So wahr mir Gott helfe"; d. H. mit anderen Worten: das, was ich gesagt; die Gesinnung, die ich nun an den Tag gelegt habe — sie ist so wahr und aufrichtig, so wahr und ernst ich wünsche, daß Gott in allweg und darum auch hiebei mein Helfer, mein Zeuge und Beistand sei. Aber indem er einerseits verzichtet auf die Wahrheit seiner Aussage, verzichtet er anderseits eben dadurch auch ans die Hilfe Gottes, und geht — ein anderer Kain — hinweg vom Angesichte des Herrn, voll Angst und Scheu in seinem Gewissen und wie ein ruheloser Flüchtling, der sich fürchtet, daß man jetzt und jetzt seine Misse-that entdeckt und ihn dafür bestraft. Vielleicht, daß er der irdischen Gerechtigkeit entgeht. Kann er, wenn er sich nicht bekehrt und das durch seinen Meineid verursachte Unrecht wieder gutmacht, auch der göttlichen entgehen? Ihr habt nun gehört, wie heilig und wichtig der Eid, wie schrecklich der Meineid. Aber ich will euch über das eine, wie das andere, auch noch ausdrückliche Aussprüche der Hl. Schrift vorführen, damit ihr so gewissermaßen unmittelbar aus Gottes Munde selbst vernehmet, was ihr vom Eide zu halten, wie euch zu benehmen habet. Höret also. Schon durch Moses befiehlt uns der Herr: „Du sollst nicht falsch schmoren bei meinem Namen, und den Namen Gottes nicht entweihen. Ich bin der Herr."H — Beim Propheten Jsaias aber sagt er: „Wer schwöret auf Erden, wird schwören bei dem Gott der Wahrheit" 2); als wollte er uns ermahnen, uns ja recht zu Gemüthe zu führen, daß wir mit unserem Schwure nicht vor einem Menschen, sondern vor Gott selbst stehen, und daß wir wohl allenfalls Menschen, nicht aber Gott täuschen können, der die Wahrheit selbst ist. Beim Propheten Jeremias aber lehrt uns der Herr ganz ausdrücklich und in's Einzelne, wie beschaffen der Eid sein müsse. Er sagt: „Du wirst schwören in der Wahrheit, recht und gerecht: so wahr der Herr lebt!"3) Wir schwören „in der Wahrheit", wenn wir nur das eidlich bestätigen, was wir gewiß wissen, nur das eidlich versprechen, was zu thun wir auch den wirklichen Willen haben. — Wir schwören „recht", wenn mir aus hinlänglichem Grunde, nicht also wegen jeder Kleinigkeit oder aus bloßer Gewohnheit schwören, und wenn wir das thun mit Ueberlegung und Ehrfurcht, wie ») III. Mos. 19. 12. 2) Is. 65. 16. 3) Jerem. 4. 2. es sich für einen so wichtigen und hochheiligen Act geziemt. Wir schwören endlich „gerecht", wenn wir nur Erlaubtes eidlich bekräftigen und versprechen. Welcher mag wohl der Lohn eines, nach der eben gehörten Anweisung geleisteten Eides sein? Der 14. Psalm gibt uns die Antwort. Darin fragt der heilige Sänger: „Herr, wer wird wohnen in deinem heiligen Zelte, oder wer wird ruhen auf deinem heiligen Berge?" Und er antwortet: „Der in Ehren hält, so den Herrn fürchten! der seinem Nächsten schwöret und ihn nicht betrüget."1) Die Anwartschaft auf das Wohnen mit Gott, ans den Himmel — das ist der Lohn eines heilig abgelegten, eines heilig gehaltenen Eides. Und der Lohn des Meineides? Der Prophet Zacharias sah, wie er uns im 5. Kapitel erzählt, eine ungeheuere ausgebreitete Bnch-rolle durch die Lüfte schweben. „Was schauest Du?" fragte ihn der Eugel, der mit ihm redete. „Ich sehe eine fliegende Rolle", antwortete Zacharias; „die Länge derselben ist zwanzig Ellen, und die Breite derselben zehn Ellen. Hieraus sprach er (der Engel) zu mir: Dies (nämlich diese fliegende Rolle) ist der Fluch, welcher ausgeht über die Fläche des ganzen Landes." Und wem gilt dieser Fluch? „Jeder Dieb — so der Prophet weiter—„wird gerichtet, wie hier geschrieben steht, und jeder, welcher (falsch) schwört, wird desgleichen darnach gerichtet werden." (Diesen Fluch) „ich lasse ihn ausgehen, spricht der Herr der Heerfchaamt, und er wird kommen über das Hans des Diebes, und über das Haus dessen, welcher falsch schwört bei meinem Namen, und bleiben (nicht etwa blos vorübergehend treffen) — bleiben wird er in Mitte des Hanfes desselben, und (von da, wie von einem Centrum aus, und gleichwie Feuer) dasselbe verzehren, sogar das Holz und die Steine davon!" 2) So der Prophet Zacharias. Heber wie manchem, anscheinend blühendsten, reichsten, wohlgeordnetsten, aber seiner Herkunft nach zweifelhaftem Hauswesen kann man diesen Fluch sich vollziehen sehen. Es schien gegründet für die Ewigkeit, und fast konnte man in seinem Innern wankend werden über das Glück und den Erfolg, der es begleitete?) Uud sieh', unvermerkt schmilzt es zusammen, wie Schnee uitter den sengenden Strahlen der Sonne, „und nichts finden sie Alle, die Männer des Reichthums, in ihren Händen".2) Warum ? Mitten iit der Blüthe saß der uageude Wurm des Unrechtes, der verzehrende Fluch des Meineides! Und dennoch, trotz der gewaltigen Lehren des Lebens — wie oft begegnet man dem Meineide? Da gilt es sich einer wohlverdienten Strafe zu entziehen, oder aus einer Verlegenheit herauszuarbeiten: Meineid. Da handelt es sich um eine noch aufrecht stehende Schuld, die man aber bereits abgeleistet zu haben behauptet: Meineid. Da um ein Werk der Finsterniß, daß in feinen beschämenden Folgen unangenehme Verpflichtungen auflegt, deren man sich aber erwehren möchte: Meineid. Da treibt Rache, Haß und Feindschaft zu falschen Anschuldigungen des Nächsten, und behufs deren Bekräftigung — zum Meineid. Da foll Unglück — es war aber a b ftchtlt ch herbeigeführt — zum Bezüge z. B. einer Versicherungssumme verhelfen: Meineid. Da hat sich einer unrechtmäßig in den Grundbesitz seines Nachbars eingeschlichen. Natürlich möchte er sich nun in diesem Besitze auch behaupten: Meineid. Da winkt reichlicher Gewinn, aber nur auf Kosten der Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit und Redlichkeit. Es gilt ihn zu erwerben und sicher,zustellen: Meineid. Traurig aber wahr: Nicht einmal Eltern sind sicher vor ihren Kindern, daß sie ihnen nicht das spärliche Ausgedinge; nicht Geschwister vor Geschwistern, daß sie ihnen nicht ihr rechtmäßiges Erbtheil; nicht Freunde vor Freunden, daß sie ihnen nicht die dargeliehene, vielleicht sauer genug verdiente Summe streitig machen und entziehen — durch Meineid! Wieviel Meineide; darum aber auch wieviel Uitfegeu und Fluch in der Welt! Möge es unter uns alles dessen niemals geben! Ihr habt nun gehört, meine Lieben! was der Eid ist, und welche religiöse Erhabenheit und sociale Bedeutung demselben innewohnt. Ihr habt auch gehört, welch' schweres Unrecht der Meineid. Welche Lehre nun müssen wir ans alledem für uns ziehen? Ich hoffe zwar, es wird in euerer Mitte Niemanden geben, den die Schuld eines Meineides drückt. ') Ps. 14, 1. 4. ») Zach. 5. 1-4. *) Conf. Ps. 72. 2. seq. ») Ps. 75. 6. Sollte es aber dennoch bei irgend Jemandem der Fall sein, dann gilt ihm mein erstes Wort. Groß — so rufe ich dir zu, mein Freund! — ist dein Vergehen; aber größer noch ist Gottes Barmherzigkeit. Keine Sünde ist so groß, daß Gott sie nicht Nachlassen könnte und wollte. Benütze denn die Zeit der Barmherzigkeit, und warte nicht auf die Zeit der strafenden Gerechtigkeit. Hast du gefehlt, so bereue, beichte und büße; leiste Genngthnnng, bessere dich; und hast du durch deinen Meineid Unrecht zugefügt uud Schaden verursacht, mache ihn ehrlich wieder gut. Mein weiteres Wort aber gilt uns Allen, und lautet: Vergessen wir nicht, daß wir von Gott dem Herrn znr Wahrheit und Wahrhaftigkeit geschaffen find. Je gewissenhafter wir es damit nehmen; je mehr wir in der Liebe znr Wahrheit und Wahrhaftigkeit uns begründen und befestigen, desto mehr sind wir auch gesichert vor einem falschen Eide. Denn der Eid hat eben die Wahrheit und Wahrhaftigkeit zur Voraussetzung; Wahrheit und Wahrhaftigkeit beim Schwörenden, Wahrheit uud Wahrhaftigkeit in Demjenigen, bei dein man schwört, in Gott! Es könnte zwar Manchem die eben ausgesprochene Mahnung für überflüssig erscheinen, und doch ist sie nichts weniger, als das. Unsere Zeit ist leider der Wahrheit und Wahrhaftigkeit, und also der Heilighaltung des Eides nichts weniger, als hold. Was wird doch in einer gewissen Presse — und in ihr spiegelt sich ja die Zeit hauptsächlich ab — gar häufig Alles angewendet, um gegen die Wahrheit — der Lüge zur Anerkennung zn verhelfen; um das Gift falscher Grundsätze zu verdecken und verderbliche Ziele zn verhüllen; um die höchste und wichtigste aller Wahrheiten, die Religion, lahmznlegen und das Wirken ihrer Diener zu paralysiren, dafür aber die Gegner derselben zn glorifieiren und deren Tendenzen anzupreisen. Und sonst im Leben, welchem Aufwand von höchst fragwürdigen Mitteln begegnet man nicht selten, um vielleicht dem Verbrechen zur Straflosigkeit, dem Unrechte zum Siege zu verhelfen! Nein, unsere Zeit mit ihrem Thun uud Treiben ist der Heilighaltung des Eides nichts weniger, als hold. So wenig entschuldbar es ist, es überrascht eudlich nicht, wenn bei dem vielfachen und ungestörten Triumphe der Lüge uud Verläumdung, der Entstellung uud Rechtsverdrehung gar Mancher zu der wegwerfend-skeptischen Frage des Pilatus kommt: „Quid est veritas ?“J) Was ist Wahrheit? und sonach, durch höhere, religiöse Rücksichten nicht mehr genirt, mit dem Meineide endet. Eben darum aber muß, je feindlicher die Zeit und je uachtheiliger ihre Einwirkung, desto größere Sorgsalt auf die Pflege der Gewissenhaftigkeit und unerschütterlicher Wahrheitsliebe gelegt werden. Nie soll Lüge über unsere Lippen kommen; „denn daran sich gewöhnen ist nicht gut", wie die Schrift sagt?) Insbesondere solle» die Eltern — damit ich das ausdrücklich hier erwähne — es nie gleichgültig hinnehmen, meint ihre Kinder sie, uud sei es auch nur im Geringsten, belügen. Denn „wer Lügen redet, geht zugrunde" 3) und „der Mnnd, der lügt, tobtet die Seele" 4), wie gleichfalls die Schrift sagt. Mit Geringem fängt man an, und zu immer Größerem schreitet man vor, wenn es anfangs glückt, und wenn man sieht, daß es leicht genommen wird. Scheuet man, um einen Vortheil zu erhaschen, anfangs die Lüge nicht, so mird man mit der Zeit auch vor einem falschen Eide nicht znrückschrecken. Wißt ihr, wie große Wahrheitsliebe den Christen anszeichnen soll? Höret! Unser Herr und Heiland Jesus Christus sagt: „Eure Rebe soll sein: Ja, ja; Nein, nein!" d. h. wir sollen sosehr der Wahrheit und Wahrhaftigkeit hingegeben sein, daß unser blosses „Ja" oder „Nein" schon genüge zum Beweise der Wahrheit, und daß es eines Eides sonach gar nicht bedürft. Denn woher die Notwendigkeit des Eides? Von oftmaliger Verletzung der Wahrheit einerseits; von zu großem Mißtrauen gegen unsere Wahrhaftigkeit anderseits, also „vom Bösen", wie der Herr erklärt. Darum sagt er an gleicher Stelle: „Ihr sollet gar nicht schwören", d. H. ihr sollt so vollkommen sein, daß es des Schwörens unter euch gar nicht vonnöthen hat. Denn wenn auch der Eid für sich nicht böse ist, so ist er doch vom Bösen, weil er eben menschliche Schwäche und Sündhaftigkeit zur Unterlage hat, *) Joan. 18, 38. -) Sir. 7, 14. S) Prov. 19, 9. 4) Sap. 1, 11. ähnlich wie eine Mcdicin die Krankheit. Dieser Krankheit und Schwäche möglichst abzuhelfen, das nun ist unsere Aufgabe; und das thiut wir durch gewissenhafte, charakterfeste Bethätignng der Liebe zur Wahrheit, durch entschiedene Abwehr und Zurückweisung der Lüge, wo und wie immer sie uns entgegenzn-treteit wagt. Auf solche Weise sorgen wir am besten für die Heiligkeit des Eides. Aber noch eine andere Mahnung müssen wir uns aus der Lehre vom Eide entnehmen. Wie wir gehört, ist der Eid einer der erhabensten Acte religiöser Verehrung gegen Gott. Daraus ergibt sich nun unmittelbar Folgendes. Wo das religiöse Gefühl ein warmes, wo der Glaube au Gott ein lebendiger, wo die Verehrung Gottes eine wahre und ernste, dort wird auch der Eid in Ehren gehalten werden. Leider ist unsere Zeit auch in dieser Hinsicht der Heiligkeit deS Eides nichts weniger, als förderlich. Indem die Ordnnng der öffentlichen Angelegenheiten vom Glauben und seiner Hüterin, der Kirche, vielfach absieht, erscheint schon das als ein gewaltiger Treubruch gegen Gott, dem wir doch in der hl. Taufe unbedingte Anhänglichkeit geschworen. Muß durch solche, förmlich legalisirte Absage an Gott die unverletzliche Heiligkeit des Eides und dessen verbindliche Kraft nicht verlieren, nnanssprechlich viel verlieren ? In der Th nt liegt die Frage sehr nahe: Wenn Gottestrene sonst nicht Anwerth hat und Beachtung verdient, warum dann gerade beim Eide? Vielleicht, weil uns Letzteres nützlich uud uothivendig ist? Aber, sind wir denn zur Treue und Ehrfurcht gegen Gott nur wegen des Vortheils verpflichtet, welchen das Gemeinwesen daraus zieht? Das hieße wohl Gott, das höchste Wesen, einfach zu einem bloßen Mittel degradireu, das uns behilflich zu sein hätte, uns desto sicherer, unbesorgter und gewissenloser zeitlichen Dingen und irdischem Genüsse hingeben zu können! Darf man sich solches Gott gegenüber erlauben, daun darf es gewiß nicht wundern, wenn gar Mancher auch den Eid lediglich nach dem augenblicklichen Vortheil taxirt, den er ihm bringt oder nicht bringt. — Allein, noch mehr. Indem es nach modernen Gesetzen möglich ist, int Namen sogenannter Wissenschaft (?) auch dem nacktesten Atheismus zu huldigen, und indem es als eine Pflicht gesetzgebe- rischer Gerechtigkeit hingestellt werden will, auch solch' atheistisches Gebaren nicht zu stören, ist dadurch dem Eide, wenigstens grundsätzlich, wohl der Todesstoß gegeben. Und in Wahrheit! Was soll es gegebenen Falls auch für einen Eindruck machen, wenn der Schwur-pflichtige bei Abnahme seines Eides noch so eindringlich „an die Heiligkeit des Eides vom religiösen Standpunkte, au die Wichtigkeit des Eides für die Rechtsordnung, au die zeitlichen und ewigen Strafen des Meineides" erinnert wird, wenn er sich aber dabei vielleicht mit Grund sagen kann: „Diese Erinnerung mit ihrem ernsten Ausblicke in die Ewigkeit — im Mnnde dieses Mannes ist sie ja doch nur ein Wort ohne Inhalt? Er glaubt ja selbst au keinen Gott und keine Ewigkeit, an keinen Christus und keine Kirche. Dieses Erucifix hier, wovor man mich schwören heißt, gemahnt mich zwar mächtig an die ernsten Worte des Apostolischen Glaubensbekenntnisses: ,Gekreuziget, gestorben . . . sitzet er (nun) zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Tot>tcnZ; aber mein Eidesabnehmer und das Apostolische Glaubensbekenntnis;! Wenn es ihm, und zwar gerade ob seiner angeblich größeren Bildung und Wissenschaft, gesetzlich freisteht, Gott und Christus, die Ewigkeit und eine ewige Sanetiou des Meineides zu längnen, warum sollten dann mir die Worte: ,Jch schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen reinen Eid . . . So wahr mir Gott helfe V mehr sein, denn eine inhaltslose Redeformel? und warum sollte ich mich also dadurch von der Verfolgung meines Vortheiles abhalten lassen?"—Nicht wahr, meine Lieben! ein schrecklicher, verabscheuungswürdiger Schluß das? Aber wer wagte in Abrede zu stellen, daß er sich direct ans der Gottesläugnnng ergibt, und daß diese daher in der That dem Eide den Todesstoß versetzt? Und dennoch wird es eine „Errungenschaft" unserer „wissenschaftlichen" Zeit genannt, eventuell auch dem nacktesten Atheismus huldigen zu können! Nach alledem hatte ich daher gewiß Recht, wenn ich sagte, daß unsere Zeit, weil eine glanbensfeindliche Zeit, der Heiligkeit des Eides nichtsweniger, als förderlich ist. Was ergibt sich nun hieraus für uns und unser Verhalten? Es ergibt sich eine ernste und wichtige Pflicht, und diese ist: Je feindseliger die Grundsätze, ans denen heutzutage das öffentliche Leben aufgebaut werden will, unserem Glauben, und dadurch auch dem religiösen Charakter itnb der Heiligkeit des Eides gegeuübersteheu, desto mehr und nachhaltiger müssen wir trachten, das Glaubens- und Pslichtbewnßtsein gegen Gott und seine Gebote, gegen Christus uud seine Hl. Kirche in uns zn vertiefen, im Werke zu zeigen, und auch ius öffentliche Leben umzusetzen. Ich sage: „Auch ins öffentliche Leben umzusetzeu". Deun es geht nicht au iu der Kirche katholisch, außer der Kirche eousessionslos seiu zu wollen, so wenig es angeht, bei der Eidesablegnng ernst-gläubige Männer haben zu wollen, im übrigen aber dem Glaubeu zum mindesten indifferent, wenn nicht gar feindlich, gegenüberzustehen. Unsere Zeit braucht ganze, conseqnente, unerschrockene Katholiken, Gott und seiner Hl. Kirche tren bis zum letzten Athemznge; Katholiken nicht blos einmal aus Opportunität, und solange von der sogenannten öffentlichen Meinung nichts zu fürchten und zu leiden ist, sondern immer und überall, „in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen . . . iu Mühen ... bei Ehre und bei Schmach, bei schimpflichem und gutem Namen ... wie betrübt und doch immer srendig" — wie so hochsinnig, opser-mnthig uud begeisternd der Hl. Apostel Paulus schreibt.') Christus der Herr sagt ja nicht: Wer mich im stillen Kämmerlein bekennt, wo er und wo ihn Niemand *) II. Gor. 6, 4. sequ. genirt; sondern „wer mich vor den Menschen bekennt (draußen im öffentlichen Leben, und in den Stürmen desselben) — den will auch ich vor meinem Vater bekennen, der im Himmel ist".1) Solche Katholiken will Christus der Herr, und solche brancht's namentlich in unseren Tagen. Je mehr und je kräftiger wir uns als solche Katholiken bewähren, desto sicherer werden wir auch erreichen, was wir wegen Gott, was wir wegen uns selbst, was wir wegen der menschlichen Gesellschaft zu erreichen wünschen müssen: Die Heilighaltung des Eides. Ich schließe, iudem ich euch zwei, euch vou Jugeud auf wohlbekannte Worte ins Gedächtniß rufe; nämlich das zweite Gebot Gottes: „Du sollst den Namen deines Gottes nicht eitel nennen", und die erste Bitte des Vater unser: „Geheiliget werde Dein Name." In diesen zwei Worten ist Alles enthalten, was ich euch gesagt habe. Wohlan, meine Lieben! Sprechen wir dieselben nicht blos mit dem Munde, sondern jederzeit auch im Herzen, aufrichtig uud wahr. Haben wir sie nicht blos im Gedächtnisse, sondern handeln wir auch darnach im Leben, namentlich dann, wenn wir etwa einen Eid abzulegen haben. Dann dürfen freudig und hoffnungsvoll mit dem Psalmisten anch wir fragen: „Wer darf hinaufgehen auf den Berg des Herrn?" — und erhalten die Antwort: „Wer nicht zum Truge schwört. Er wird erhalten Segen von dem Herrn?) Amen. ') Matth. 10, 32. -) Ps. 23, 3—5. Mülmck, am Feste Mariä Vermählung, den 23. Jänner 1891. *j* Iacobu §, Fürstbischof. Anmerkung: Dieser Hirtenbrief fammt dem folgenden Fastenmandat ist, eventuell in zwei Abtheilungen, den Gläubigen rechtzeitig von der Kanzel vorzuleseir. für die Laiöacher Aiöcese im Jaßre 1891. jDie. Nachsichten, welche hinsichtlich des Fasten- gebotes in der Laibacher Diöeese bisher zugestanden waren, bleiben infolge neuerlicher, auf 5 Jahre er-theilter Genehmigung des Apostolischen Stuhles ddo. 25. Oetober 1889 auch für das Jahr 1891 in Geltung. Es haben demnach die Gläubigen der Laibacher Diöeese in Betreff dieses Kirchengebotes in diesem Jahre Nachstehendes zn beobachten: I. Eigentliche Fasttage oder Äbbrnchstage, an welchen nur einmalige Sättigung erlaubt ist, sind folgende: 1. Alle Tage der vierzigtägigen Fastenzeit, ans-genommen die Sonntage. 2. Die Mittwoche, Freitage und Samstage der vier Quatemberzeiten. 3. Die Mittwoche und Freitag der Adventzeit. 4. Die Vorabende vor Pfingsten, Petri und Pauli, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Unbefleckte Empfängniß und Weihnachten. II. ^bstinenztage, d. h. solche, an welchen der Genuß von Milchspeisen verboten ist, find folgende: 1. Alle Freitage des ganzen Jahres. 2. Der Aschermittwoch, die vier Qnatember-mittwoche und Qnatembersamstage. 3. Die drei letzten Tage der Charwoche. 4. Die Vorabende vor Pfingsten, vor Petri nnd Pauli, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Unbefleckte Empfängniß und Weihnachten. III. weitere Dispensen vom Gebote, sich des Fleischessens zu enthalten, sind folgende: 1. Für die ganze Diöeese, so oft ein gebotener kirchlicher Feiertag auf einen der früher genannten Abstinenztage füllt. 2. Für einzelne Orte, so oft daselbst ein Jahrmarkt ans einen der genannten Abstinenztage füllt. (Viele Pfarren bestehen aus mehrere» vou einander entfernten Orten; da gilt die Dispense nicht für die ganze Pfarre, sondern nur für jene Orte, wo des Marktes wegen das Zufammenströmen von Menschen stattfindet.) 3. Für einzelne Personen: a) Mit Ausnahme des Aschermittwochs, der drei letzten Tage der Charwoche und der Vorabende vor Pfingsten und Weihnachten werden an allen übrigen Tagen dispensirt: die Arbeiter in Fabriken und in Kohlen- und Bergwerken; die Reisenden, welche in Gasthäusern essen, auch andere, falls sie z. B. in Städten oder anderen geschlossenen Orten in Gasthäusern ihre Beköstigung haben. b) Mit Ausnahme des Charsreitags werden an allen übrigen Tagen dispensirt: die Eisenbahn -Condueteurs; die Reisenden, falls sie auf Bahnstationen speisen; diejenigen, welche sich zur Herstellung der Gesundheit in Bädern aufhalten, mit ihren daselbst befindlichen Angehörigen und ihrer Dienerschaft. c) Vom Verbote des Fleischgenusses, wenn ihnen Fastenspeisen nicht ausreichend zu Gebote stehen, sind gänzlich dispensirt: jene, welche wegen großer Armuth essen müssen, was immer sie bekommen; auch die Uebrtgen, welche in einer Familie leben, wo Fastenspeisen nicht ausgetischt werden. Sie sollen jedoch trachten, sich, wenn möglich, wenigstens am Charsreitage des Fleischgenusses zu enthalten. IV. An allen jenen Fasttagen des Jahres, an denen nur einmalige Sättigung erlaubt ist, und in der gaiizeu Fastenzeit, auch au den Sonntagen, ist der Genuß vou Fisch- und Fleischspeisen bei einer und derselben Mahlzeit nicht erlaubt. Man muß sich entweder des Fleisches oder des Fisches enthalten. V. ©ich Abbrnch zu thun sind nicht verpflichtet: die Kranken, ferner» jene, welche schwere körperliche Arbeiten verrichten, endlich die noch nicht das einundzwanzigste Lebensjahr erfüllt oder das sechzigste Jahr bereits überschritten haben. Diejenigen, welche nicht zum Abbruch verpflichtet sind, dürfen an jenen Abbruchstagen, an denen der Fleischgenuß nicht gänzlich verboten ist, Fleisch essen, so oft sie im Laufe des Tages Nahrung zu sich nehmen, während hingegen die zum Abbruche Verpflichteten an denselben nur Mittags und Abends Fleisch genießen dürfen, sich am Abende aber den schuldigen Abbruch thun müssen. DieHerren Pfarrer und Beichtväter sind ermächtiget, in einzelnen Fällen einer wirklichen Nothwendigkeit noch weitergehende Dispensen vom Verbote des Fleischgenusses zu ertheilen, insbesondere zu gestatten, daß zur Bereitung von Fastenspeisen, mit Ausnahme des Charfreitages und der Quatember- freitage, statt der Butter oder des Rindschmalzes auch Schweine- oder überhaupt Thierfett gebraucht werden dürfe. Wer eine bleibende Dispense zu bedürfen glaubt, hat sich diesfalls an das fürstbischöfliche Ordinariat zu wenden. Die vorstehenden Bestimmungen sind nicht auch für O r d e n s p e r s o n e n maßgebend; dieselben richten sich nach ihren eigenen Regeln. Alle Gläubigen, welche sich der hiemit gewährten Nachsichten bedienen, haben an jedem Tage der v i e r -z i g t ä g i g en F a st e n, — auch an Sonntagen, — an welchen sie dies thun, fünfmal das „Vater Unser" und „Ge grüß et seist du Maria" zu Ehren des bitteren Leidens Jesu Christi zu beten. Jedoch steht es ihnen frei, an dessen Statt ein entsprechendes Almosen zu geben. 3. Jakob, po usmiljenju bozjem in apostolskega sedeza milosti knezoskof ljubljanski, vsem vermin svoje skofije pozdrav in blagoslov od Gospoda in Izveliöarja Jezusa Kristusal Jeclno najvaznejsih dejanj v verskem in dru-zabnem oziru je prisega. Je pa zal tudi jedno tistih dejanj, katerih pomen in svetost se vedno bolj izgublja iz splosne zavesti. Kolikrat se prisega lahkomisljeno, kolikrat po krivem! Sodnijske dvorane bi mogle o tem kaj povedati. Ne hotel bi, dragi moji, da bi tudi nad vas prisla velika nesreca, katero napravlja kriva prisega; in da vas tem vspesneje pred njo svarim, namenil sem se, Vam v letosnjem postnem pastir-skem listu izpregovoriti o svetosti prisege. Kaj pa se pravi prisegati ? Prisegati se pravi, klicati ßoga za prico resnice. Pri prisegi se gre tedaj za dvojno; prvic za resnieo, drugic za spri-cevanje bozje. Kadar prisegamo, pred vsem priznavamo, da smo vstvarjeni za resnieo in resnienost, ter da je laz in vse to, kar z namenom zali resnieo, grell. Tega ne spoznavamo le splosno in povrsno, ampak, kadar prisegamo, s tem priznavamo, da tukaj in sedaj hoeemo izpolnjevati dolznosti do resnice, da hoeemo dati cast resnici. Tako res-nobna nam je ta volja, da se v dokaz temu ne sklieujemo le na svojo vest in svojo postenost, ampak privzamemo si prico. In ta prica ni kak clovek, in bodisi se tako dober in zanesljiv, ampak je Bog, najvisje bitje samo, ki ne more ne lagati ne goljufati, a se tudi ne da nalagati in ogoljufati. „Glej! — tako nekako govori prisegajoci svojemu bliznjemu — glej, jaz hocem govoriti 2 resnico in le cisto resnioo. Ti mi sicer ne moros pogledati v srce in noben clovek tega ne more; je pa nekdo, ki more to storiti, in to je moj in tvoj Bog. Njega klicem na prico, da govorim resnioo. On je brezkoncna resnioa, kateremu so odkrite tudi najtajnejse gute nasega srca. On je neskoncna svetost, ki se ne more zavezavati z lazjo in goljufljo ter pri lazi in goljufiji ne more molcati. On je brezkoncna pravica, ki ne vidi le malopridnosti lazi in goljuflje, ampak jo tudi ka-znuje. On je vsemogocni, cegar brezkoncni sili se ne more odtegniti nobeno vstvarjeno bitje. Ce je laz se tako zvijasko zavita — ako ne prej, go-tovo sodnji dan jo bode spravil na svitlo ter se bode pokazal mascevaloa resnice. Neskoncno modri, neskoncno sveti, neskoncno pravicni in mogocni — Bog je moja prica, da resnico govorim.“ Tako nekako, ne sicer v besedah, pac pa v dejanju, govori prisegajoci svojemu bliznjemu. Prisega je tedaj tudi jedno najslovesnejsih dejanj verskega cescenja, s katerimi slavimo gospoda Boga, in prav to dela prisego tako sveto in castitljivo. S prisego se ne dviga le clovek k Bogu, spoznavajoc svojo vero vanj in v njegove ne-skoncne popolnosti; ampak odpoklice in pozove nekako tudi Boga z nebes na zemljo, se postavi pred njegovo oblicje ter ga prosi, naj on—stvar-nik — spricuje resnicnost svoje stvari. „Cuj — tako nekako pravi prisegajoci Bogu — cuj to mojo prisego, poglej mi v srce ter spricuj, da govorim, kakor vem in mislim.“ Kako slovesno se tu razodeva vera v Boga pricujocega, kako slovesno se casti njegovo presveto bitje! Prav zarad tega je pa prisega najskrajneje in najslovesneje sredstvo, s katerim potrdijo ljudje pravico in resnico ter pripomorejo pravici in res-nici do zmage. Ni namrec visjega, kakor sklice-vati se na Naj visjega. Kadar boce torej gospod Bog potrditi resnicnost svojih obljub, in to se v stari. zavezi pogosto zgodi, si izbere tudi on slovesno obliko prisege ter pravi n. pr. Abrahamu: „Sam pri sebi sem prisegel, . . . ker si to storil in nisi prizanesel svojemu edinemu sinn zavoljo mene, te liocem blagosloviti ... in oblagodarjeni bodo v tvojem zarodu vsi narodi zemlje.“1) Zato je prisega povsodi, celo pri divjih na-rodih, nekaj posebno svetega, cemur se mora ver-jeti brez obotavljanja. Ker kako misliti, da bi si kdo drznil klicati Boga nad vse svetega v potrjenje kake lazi in da bi se ne bal, da ga vtegne pri tej prici zadeti strela bozje pravice ? Iz recenega je pa tudi jasno, kako vazna je za clovesko druzbo svetost prisege in kako vazna torej vera v Boga, na kateri sloni prisega in njena svetost. Ker brez pravice in pravicnosti ni mogoce ljudem skupaj ziveti. Brez resnice in zve-stobe ni pravice in pravicnosti. Brez svetosti prisege ni resnice in zvestobe. Brez vere v Boga sploh ni nobene prisege. Istotako je razvidno, kako strasna pregreha da je kriva prisega: pregreha zoper Boga, zoper clovesko druzbo, zoper priseznika samega. Kriva prisega je zlocin zoper Boga, ker taji njegovo vsevednost, resnicnost, svetost in pravic-nost, in ker ga tako nekako unici. Krivopriseznik ali meni, da Bog ne ve za neresnico, katera naj bi se potrdila s sklicevanjem nanj, in tedaj taji bozjo vsevednost. Ali pa misli, da je Bog pri-pravljen potrditi neresnico, ceprav mu je znana, in tedaj taji bozjo svetost in resnicnost. Ali konecno meni, da Bog ne bo nekdaj — jaz pa ti recem. znabiti prav kmalu — kaznoval nezvestobe in lazi, h kateri je poklican za prico, in tedaj taji bozjo pravicnost. Z vsem tem pa nekako Boga unici, ne sicer samega v sebi, ampak v misli in prepri-canju, ker bog brez vsevednosti in resnicnost!, brez svetosti in pravicnosti ni Bog. Ako pa ve-ruje v Boga in njegovo neskoncno popolnost, in vender le po krivem priseze, tedaj je njegov zlocin proti Bogu le se vecji zarad predrznosti, ki se kaze v njegovem dejanju in zavoljo zanice-vanja bozjega, katero s tem razodeva. Podoben je otroku, ki vprico najljubeznivejsega oceta in njemu vkljub prav to stori, kar oce prepoveduje. Kriva prisega je dal je zlocin proti cloveski druzbi. Oropa jo namrec, kolikor je na njej, zad- *) Gen. 22, 16. sequ. njega in najbolj zanesljivega sredstva, ki ohranjuje zvestobo in vero med ljudmi. In zares, cerau kli-oati price k pogodbam in raznim drugim nared-bam, katerih je toliko v vsakdanjem zivljenju; cemu resnioo s pricami potrjevati, ce jih pa vender 86 celö prisega ne more navezati na resnioo ? Ni li potemtakem mogoce, da se potegujejo za laz ravno tako, kakor za resnico ? enako za zlocin, kakor za plemenito delo? enako za krivico, kot za pravieo ? Z jedno besedo, kriva prisega je mo-rilka cloveske druzbe. Koneöno je tudi zlocin, ki ga stori krivopriseznik proti samemn sebi. S krivo prisego zataji pred vsem svojo lastno natoro, ki je vstvarjena za dobro, za resnico ter se nekako samega sebe izkljuci iz cloveske druzbe. Saj je resnica vez vsega druznega zivljenja. Vsaka beseda, ki jo go-vori clovek clovelm, kaj je pac slednjic druzega, kot vedno iskanje in poprasevanje po resnici; kot vedno odgovarjanje na to poprasevanje? Ko tedaj krivopriseznik, in sicer v najslovesnejsi obliki, ki si jo moremo misliti, na mesto resnice postavi laz, izgubi pravieo, da bi rau sploh se kaj verjeli, ter raztrga tako zares vez, ki veze clo-veka s clovekom. Izkljuci se izmed sebi enacili ter se zveze mesto tega z ocetom lazi, kakor se hu-dobni duh imenuje v sv. pismu. Prav na isti nacin, kakor ta zapeljivec in morilec ljudij od zacetka, se preoblece tudi krivopriseznik v angela luci; ker on zlorablja neskoneno resnico samo za prikrivanje lazi in svojih nepostenih namenov. Da, se vec. S svojo krivo prisego se, dejal bi, odpove Bogu. On sicer rece: „kakor resnieno mi Bog pomagaj“; to je z drugimi besedami: to, kar sein govoril, misli, katere sem sedaj izrazil — so tako resniene in odkritosrene, kakor zares in resnobno zelira, da bi bil Bog povsod in zatorej tudi pri tem moj pomoenik in moja pri ca. A ker se z jedne strani odpove resnienosti svoje prisege, se prav s tem z druge strani odpove tudi pomoci bozji ter gre — kakor drug Kajn — proc izpred oblicja Go-spodovega, polu nepokoja in strahü v svoji vesti in kot nemiren begun, ki se boji, da bodo zdaj pa zdaj zasledili njegovo hudobijo ter ga za-njo ka- znovali. Znabiti da uide cloveski pravici. Toda more li tudi uiti pravici bozji, ako se ne spre-obrne in ne popravi krivice, katero je znabiti storil s svojo krivo prisego? Slisali ste, kako sveta in imenitna je prisega, kako strasna kriva prisega. A za eno in drugo vam hocem se navesti tudi jasnih izrekov sv. pisraa, da tako iz bozjih ust samih cujete, kako morate misliti o prisegi, kako se obnasati. Poslusajte tedaj! Ze po Mojzesu nam Gospod ukazuje: „Ne prisegaj po krivem pri mojem imenu in ne skruni imena svojega Boga. Jaz sem Gospod.“1) — Pri preroku Izaiji pa pravi: „Kdor prisega na zemlji, prisega pri Bogu resnice“,2) kakor da bi nas hotel opominjati, naj si pac dobro k sreu vza-merao, da s svojo prisego ne stojimo pred kakim clovekom. ampak pred Bogom samira, in da nam je sicer mogoce, premotiti ljudi, ne pa Boga, ki je resnica sama. Pri preroku Jeremiji pa nas uci Gospod kar naravnost in natanko, kaksna naj bode prisega. On pravi: „Prisegal bodes v resnici in v raz- sodbi in po pravici; kakor resnieno Gospod zivi!“3) — Prisegamo „v resnici“, ce samo to s prisego potrdimo, kar za gotovo vemo, le to pod prisego obljubimo, za kar imamo tudi resnieno voljo, da bodemo storili. — „V razsodbi“ prisegamo, ce prisezemo iz zadostnega vzroka, ne torej iz same navade in zarad vsake malenkosti; in ce to stori mo s preudarkom in spostljivostjo, kakor se spo-dobi za tako vazno in tako sveto dejanje. — Pri-sezamo slednjic „po pravici“, ako le dovoljene reci s prisego potrdimo in obljubimo. Kaksno je pac placilo za prisego, katero smo storili po ravnokar slisanem navodu? Odgovor nam podaje 14. psalm. Ondi vprasa sv. pevec: „Gospod, kdo bode prebival v tvojem sv. sotoru, ali kdo bode pocival na tvoji sveti gori ?“ In on odgovarja: „Kdor cisla nje, ki se Gospoda boje! Kdor prisega svojemu bliznjemu, pa ga -) III. Mos. 19, 12. 2) Is. 65, 16. 8) Jerem. 4, 2. ne goljufuje.“1) Pravica do bivanja pri Bogu, do nebes — to je placilo sveto storjene, sveto drzane prisege. In placilo krive prisege? Prcrok Zaharija videl je, kakor nam pripo-veduje v petera poglavju, plavati po zraku ne-znansko velik razgrnen papirni zvitek. „Kaj vidis?“ ga vprasa angel, ki je z njim govoril. „Vidiin leteco knjigo,“ odgovori Zaharija; „njena dolgost je 20 komolcev in njena sirjava 10 komolcev. “ Potera mu je (angel) rekel: „To (leteci zvitek) je prekletstvo, ki se izhaja cez vso dezelo.“ In koinu velja to prekletstvo? „Vsak tat,“ tako nadalje prerok, „bo sojen, kakor je tu kaj zapisano, in vsakdo, ki krivo prisega, bo enako po tem sojen. (To prekletstvo) bodem razlil, govori gospod voj-skinih trum, in bo prislo v hiso tatovo in biso tistega, ki v mojem imenn po krivem prisega, in bo ostalo (ne bo ga zadelo le mimogrcde), ostalo bode v sredi njegove hise, in (od tod, kakor iz kakega ognjisca) pokoncalo njo, in celö njen les in njeno kamenje.“2) Tako prerok Zaharija. 0 kako pogosto lahko vidiino, da se to prekletstvo izvrsuje nad marsikatero prav eveteco, premozno hiso z najlepse urejenim gospodarstvom, o kate-rem pa ljudje ugibajo, kako je bilo vender vse to pridobljeno. Zdelo se je, da je hisa postavljena za vecnost, in skoraj bi se bil jel clovek sam pri sebi izpodtikati nad vso sreco in vspeliom, ki ga je imela.3) In glej, kar nevidoma se sesede in raztaja, kakor sneg pred pripekajocimi solncnimi zarki, „in nicesar niso nasli v svojih rokah vsi mozje bogastva“.4) — Za kaj ? V sredi eveta sedel je grizeci crv krivice, razjedajoce prekletstvo krive prisege! In vender, vkljub silnemu svarilu, katero nam v tem oziru daje zivljenje, — kolikrat naletimo na krivo prisego? Tu velja se odtegniti pravicno zasluzeni kazni in izmotati se iz kake zadrege: kriva prisega. Tu se gre za kak dolg, ki se ni placan, o katerem pa se vender trdi, da je ze ') Ps. 14, 1. 4. •J> Zach. 5. 1—4. 3) Cfr. Ps. 72, 2 sequ. *) Ps. 75, 6. poravnan: kriva prisega. Tu je delo teme, ki zarad svojih sramotilnih nasledkov naklada neprijetne dolznosti, katerih bi se pa radi otresli: kriva prisega. Tu naganja mascevanje, sovrastvo in mrznja, da se bliznji po krivem obdolzuje, in za to — kriva prisega. Tu naj bi pomagala nesreca — a bila je z namenom napravljena — da se more potegniti zavarovalna svota: kriva prisega. Tu se je vtihotapil kdo krivicno v posest svojega so-seda. Seveda bi se rad sedaj v tej posesti ob-diial: kriva prisega. Tu vabi bogat dobicek, pa le v skodo postenosti in pravicnosti. Treba ga je pridobiti in si ga zagotoviti: kriva prisega. Za-lostno, toda resnicno: Se celö starisi niso varni pred svojimi lastnimi otroci, da bi jih ne pripra-vili ob borni izgovorjeni köt; ne bratje in sestre pred brati in sestrami, da bi jih ne spravili ob postavno dedscino; ne prijatelji pred prijatelji, da jih ne pripravijo ob posojeni, znabiti tezko zasluzeni denar; in na kak nacin ? — Vsled krive prisege! Koliko krivih priseg; zato pa tudi, koliko nesrec in prekletstva med svetom! Da bi pac med nami vsega. tega nikdar ne bilo! Slisali ste, dragi moji! kaj je prisega in kako vzvisenega verskega in druzabnega pomena da je. Culi ste tudi, kako velika krivica je kriva prisega. Kaksen nauk si moramo povzeti iz vsega tega za sebe ? Upam sicer, da ga ni v vasi sredi, ki bi ga tezila kriva prisega. Ge je pa vender kdo tako nesrecen, tedaj velja njcmu prva moja beseda. Velika — tako ti klicem, prijatclj moj! — velika je tvoja pregreha; a se vecje je bozje usmiljenje. Noben grell ni tako velik, da bi ga Bog ne mogel in ne hotcl odpustiti. Porabi tedaj cas usmiljenja in ne cakaj na cas kaznujoce pravice.- Ce si gresil, se skesaj, izpovej in izpokori; zadoscuj za grell, poboljsaj se; in kar je posebne vaznosti, posteno popravi krivico in skodo, ako si jo na-pravil s krivo prisego. Moja nadaljna beseda pa velja nam vsem in se glasi: Ne pozabimo, da smo od gospoda Boga vstvarjeni za resnico in resnicnost. Kolikor vest-neje se tega drzimo, kolikor bolj se vtrdimo v Ijubezni do resnice in resnicnosti, toliko bol je srao tudi zavarovani pred krivo prisego. Ker prisega s'loni na vesniei in resnicnosti; na resnici in resnicnosti pri tistem, ki prisega; na resnici in resnicnosti pri tistem, pri katerem se prisega, pri Bogu! Ravnokar izreceni opomin bi se utegnil sicer komu nepotreben zdeti, in vender kratko malo ni tako. Nas cas zal resnici in resnicnosti in s tera svetosti prisege ni nie kaj prijazen. Kaj vse se vender in le prepogosto uporablja v neke vrste casopisju — in v njem se pac najbolje upodablja cas — da se proti resnici — lazi pomaga na noge; da se zakrije in zagrne strup krivih nacel in pogubnih namenov; da se spravi ob raoe naj-visja in najvaznejsa vseh resnic, sv. vera, in da se prepreci delovanje njenih sluzabnikov, ob jed-nam pa, da se preslavljajo nasprotniki sv. vere in hvalijo njihovi nameni. In razven tega, kolikrat vidimo rabiti po svetn jako dvomljiva sredstva, da bi se vender le pomagalo zlocinu uiti kazni, krivici pa do zraage ! Ne, nas cas s svojim de-janjem nie kaj ni prijazen svetosti prisege. Dasi se ne da izgovarjati, vender nas slednjic ne osupne, ce marsikdo koneeno zanicljivo - dvomece s Pila-tom vprasa: „Quid est veritas?“1): Kaj je resnica? in ce potemtakem, nie vec oviran po visjih ver-skih ozirih, nazadnje tudi on zaide do krive prisege, ko namrec vidi, kako pogosto in nevzne-mirjeno zmaguje laz in obrekovanje, izprevrace-vanje in zavijanje. A prav zatorej se mora s toliko veejo skrbjo gojiti vestnost in neomajljiva ljubezen do resnice, kolikor sovrazneji je cas in kolikor skodljiveji njegov vpliv. Nikdar torej naj ne pride laz cez nase ustnice ; „ker navada v nji ni dobra“, kakor pravi sv. pismo.2) Zlasti pa naj starisi — da to precej izreeno omenim — ne trpe malornarno, ce jih njihovi otroci nalazejo, bodisi tudi v najmanjsi stvariei. Ker „kdor govori lazi, se pogubi‘‘3) in „usta, ki lazejo, uniore duso“,4) kakor drugje sveto *) Joann. 18, 38. 2) Sir. 7, 14. =>) Prov. 19, 9. 4) Sap. 1, 11. pismo pravi. Z malim se zacne, in napreduje se z vedno veejim, ce se s pocetka posreci, in ce se vidi, da se ne zmenijo za to. Kdor se s prvega ne ustrasi lazi, da ulovi kak dobieek, se s casom tudi ne bo ustrasil krive prisege. Ali veste, ko-lika resnicoljubnost naj odlikuje kristjana? Poslu-sajte! Nas Grospod in Izvelicar Jezus Kristus pravi: „Vas govor bodi: da, da; ne, ne!“1) to je: mi moramo biti tako udani resnici in resnicnosti, da nam v dokaz resnice zadostuje ze sama besedica „da“ ali „ne“, in da prisege tedaj se celö treba ni. Ker odkod potreba prisege ? Odtod, ker se z jedne strani tolikrat resnica zali; in ker se z druge strani nasi resnicnosti premalo zaupa, tedaj „od hudega“, kakor pravi Grospod. Zato opominja ravno tarn: „Nikar ne prisegajte,“ t. j. bodite tako popolni, da priseganja med vami ne bode treba. Ker ceprav prisega sama za-se ni hudobna, je vender od hudega, ker ima za vzrok clovesko slabost in gresnost, kakor zdravilo bo-lezen. Te bolezni in slabosti se odkrizati kolikor moe, to je nasa naloga; in to storimo, ce vestno, znaeajno kazemo ljubezen do resnice, ce odlocno zavracamo in pobijamo laz, kjerkoli in kakorkoli se nam drzne postaviti nasproti. Na ta nacin naj-boljse skrbimo za svetost prisege. Pa sc drug opomin si moramo povzeti iz nauka o prisegi. Kakor smo slisali, je prisega jedno najbolj vzvisenih dejanj verskega cescenja bozjega. Od tod sledi neposredno to-le: Kjer je verski cut gorak, kjer je vera v Loga ziva, kjer je cescenje bozje pravo in resnieno, ondi ima jo tudi prisego v casti. Zal, da nas cas tudi v tem oziru nikakor ni ugoden svetosti prisege. Ko uravnava javnih zadev v marsicem ne gleda na vero in njeno va-ruhinjo, sv. cerkev, je ze to silno prelomljenje zvestobe nasproti Bogu, kateremu smo vender pri sv. krstu zaprisegli brezpogojno vdanost. Je-li mo-goce, da vsled take nekako postavne odpovedi nasproti Bogu ne trpi tudi nedotakljiva svetost prisege in vezalna njena moc? da ne trpi neiz-receno velike skode? Zares takoj nastane vpra-sanje: ako se zvestoba do Boga ne ceni in ne ') Matth. 5, 37. cisla prevec v drugih ozirih, zakaj pa vender ravno pri prisegi ? Morebiti zato, ker nara je tako koristno in potrebno ? A recem: moramo li biti Bogu zvesti in v spostovanju vdaiii saino zarad koristi, ki jo ima obcinstvo iz taeega ravnanja ? To bi paö bilo ponizati Boga, najvisje bitje, v golo sredstvo, ki naj bi nam sluzilo, da se moremo toliko varneje in bvezskrbneje vtopiti v easne reci, in toliko brezvestneje vzivati svet! Ako je kaj taeega dovoljeno nasproti Bogu, tedaj se tudi ni cuditi, öe marsikdo meri tudi prisego edino le po vsakokratni koristi, katero mu donese ali odtegne. — Toda se vee. Po postavah nase dobe ni ne-mogoce gojiti v imenu neke tako zvane vednosti (?) tudi najbolj golo brezbostvo. Ob jednem se hoee proglasaii kot dolznost postavodajalne pravienosti, ne motiti eelo taeega brezboznega pocenjanja. Ni li z vsem tem zadan prisegi vsaj naceloma smrtni udarec? In zares! Kak vtis naj v dauern slucaju na-pravi na prisegajoeega, ako ga kdo se tako zivo opominja „na svetost prisege z verskega stalisca, na vaznost prisege za pravni red, na easne in vecne kazni krive prisege, “ ce si pa more pri tem znabiti po pravici misliti: „ta opomin s svo-jim resnira pogledom v veenost — na jeziku tega raoza je pa vender samo prazna beseda? Saj on sam ne verujo ne na Boga, ne na veenost, ne na Kristusa in na eerkev. Ta kriz tukaj, pred ka-teriin naj prisezem, me sieer mogoeno opominja na resne besede apostolske vere: ,Krizan bil, umrl. . . sedi (sedaj) na desniei Boga, oeeta vsemogoenega; od ondot bode pri sei sodit zive in mrtve‘; —a apostolska vera in moz, ki me zaprisega! Ce je njemu, in sieer ravno zarad njegove, kakor pra-vijo, veeje omikanosti in vednosti, postavno na prosto dano, tajiti Boga in Kristusa. veenost in veeno kazen krive prisege, eemu bi bile potem meni besede: ,Jaz prisezem pri Bogu vsemogoe- nem in vsevednem eisto prisego kakor go- tovo mi Bog pomagaj!‘ kaj vee kot prazna ree ? in eemu bi se s tem dal odvrniti od poti, ki mi je v kor ist ? Kaj ne da, dragi moji! strasen, ostu-den, nagnjusen sklep ? Toda kdo se drzne tajiti, da se ne izvaja naravnost iz bogotajstva, in da bo-gotajstvo torej prisegi zares zadaje smrtni udarec? In vender se imenuje eelo „pridobitev“ nasega „vednostnega,“ casa, da se more, ako ljubo, gojiti tudi najbolj golo bogotajstvo! Po vsem tem sem imel gotovo prav, ce sem rekel, da nas eas, ker Bogu in veri sovrazen, ni kakor ni prijazen svetosti prisege. Kaj pa sledi sedaj iz tega za nas in nase ravnanje? Od tod sledi resna in vazna dolznost, in ta je: Kolikor sovraznejsa nasi veri, in s tem tudi verskemu znaeaju in svetosti prisege so na-eela, na katera se hoee dandanes postavljati javno zivljenje, toliko bolj in toliko stanovitneje moramo skrbeti, da vglobimo v sebi versko zavest in vne-tost za svoje dolznosti proti Bogu in njegovim zapovedim, proti Kristusu in njegovi sv. eerkvi; toliko bolj moramo kazati to zavest v dejanju ter si prizadevati, da jo spravimo tudi v javno zivljenje. Recem: spraviti jo tudi v javno zivljenje. Ker ne gre biti v eerkvi katolisk, zunaj cerkve pa brezversk; kakor se ne vjema, pri prisegi za-htevati moze globoko - verne, sieer pa biti veri nasproti vsaj brezbrizen, ce ne eelo sovrazen. Nas eas potrebuje celih, doslednih. neustrasenib kato-licanov, zvestih Bogu in njegovi sv. eerkvi do zadnjega vzdiha; katolicanov, ki niso katolicani le tu ali tam iz prilienosti, ker ravno tako bol je kaze, in sarno toliko casa, dokler se ni nicesar bati in ni nicesar trpeti od tako imenovanega jav-nega mnenja, ampak ki so katolicani vedno in povsod, „v trpljenju, v potrebah, v stiskab, v udareih . . . v trudih . . . v casti in necasti, v slabem in dobrem imenu . . . kakor zalosteci se in vender vedno se veseleei“ — kakor pise toliko velikodusno, pozrtvovalno in navdusujoee sveti apostol Pavel.1) Saj gospod Kristus ne pravi: Kdor me spoznava v tibi kamrici, kjer nihee njega, pa tudi on nikogar ne moti; ampak „kdor mene spoznava pred ljudmi (zunaj, v javnem ziv-ljenju in njegovih viharjih) — tega hocem tudi jaz spoznati pred svojim ocetom, ki je v nebesih.“2) *) II. Cor. 6, 4. sequ. a) Matth. 10, 32. Take katolicane hoce Kristus nas gospod, in taeih je treba zlasti dandanes. Kolikor bolj in kolikor krepkeje se skazemo take, toliko gotoveje tudi dosezemo, kar narn je dolznost zeleti zarad Loga, zarad samih sebe in zarad cloveske druzbe: po-svecevanje prisege. Sklenem s tem, da Vam v spornin poklicem dve besedi, dobro vam znani ze od mladih nog; namrec 2. zapoved bozjo: „Ne imenuj po nemar-nem bozjega imena“ in 1. prosnjo v ocenasu: „Posveceno bodi tvoje ime.“ V teh dveh besedah je obsezeno vse, kar sem vam povedal. Zato dragi moji! ne izgovarjajmo jih le z ustmi, ampak vselej tudi v srcu, istinito in resnicno. Ne imejmo jih le v spominu, marvec ravnajmo se po njih tudi v zivljenju, zlasti tedaj, kadar smo primorani pri-seci. Potem smemo tudi mi veselo in nadepolno vprasati s psalmistom: „Kdo sme iti na goro Gro-spodovo?“ — ter pricakovati odgovor; „Kdor ne prisega krivo, on bo prejel blagoslov od Gospoda.*) Amen. -) Ps. 23, 3—5. V Ljubljani, v god Marijinega zarocenja, dne 23. januvarija 1891. f Jakob, knezoäkof. Opomnja. Ta pastirski list s postno postavo vred preöita naj se pravoöasno z lece vernikom. Tudi sc lahko razdeli in öita dve zaporedni nedelji. 4. Postna postava za Ljubljansko äkofijo v letu 18 91. Polajsave, ki so se glede posta doslej dajale v Ljubljanski skofiji, veljajo vsled novega, za pet let danega privoljenja apostolske stolioe z dne 25. oktobra 1889 tudi za leto 1891. Yerniki Ljubljanske skofije so tedaj dolzni pri spolnovanju postne zapovedi paziti v tekocem letu na sledece dolocbe: I. Dnevi, o katerih si je pritrgati treba, ali o katerih je dovoljeno le jedenkrat do sitega jesti, so: 1. Vsi dnevi stiridesetdanskega posta razun nedelj. 2. Kvatrne srede, petki in sobote. 3. Srede in petki v adventu. 4. Dnevi pred binkostmi, pred prazniki sve-tega Petra in Pa via, vnebovzetja Marijinega, vseh svetov, cistega spocetja Marije Device in pred Bozicem. II. Dnevi, o katerih je prepovedano meso jesti, so: 1. Vsi petki oelega leta. 2. Pepelnicna sreda, stiri kvatrne srede in kvatrne sobote. 3. Trije zadnji dnevi velicega tedna. 4. Dnevi pred binkostmi, pred prazniki sve-tega Petra in Pavla, vnebovzetja Marijinega, vseh svetov, oistega spocetja Marije Device in pred Bozicem. III. Privoljeno je nadalje meso jesti: 1. Za vso skofijo, kolikorkrat je zapovedan praznik na kak poprej imenovani dan, na kateri je meso jesti prepovedano. 2. Za posamezne kraje, kolikorkrat je kak semenj na tak dan. (V mnogih farah je po veö raznih kraje v. ki so drug od druzega oddaljeni; tu polajsanje ne velja za vso faro, ampak le za tiste kraje, kjer se zaradi semnja vecja mnoziea ljudij shaja.) 3. Za posamezne osebe: (t) Eazun pepelnicne srede, zadnjih treh dnij velioega tedna ter dnij pred binkostmi in Bozicem 86 za vse druge dni polajsanje, to je — privoljenje meso jesti, daje: delalcera v tovärnah (fabrikah) in v premögo-in rudoköpih; popotnikom, ki v krcmah all gostilnicah jedö; tudi drugim, kateri n. pr. v mestih, trgih itd. navadno v gostilnico na hrano hodijo. 6) Razun velicega petka se za vse druge dni tako polajsanje daje: zeleznicnim sprevodnikom ali kondukterjem; vsein, ki po zeleznici potujejo in so pri-siljeni na zeleznicnih postajah v ondotnih gostilnicah jesti; tistim, ki zaradi zdravja v kopeli bivajo, njihovim ondi bivajocim druzinam in posloin. c) Vse dni, brez izjeme, smejo mesne jedi vzivati : tisti, kateri so zaradi prevelike revscine pri-raorani jesti, karkoli dobe; tudi drugi, ki v druzinah sluzijo ali zive, kjer se postno ne kuha. Vender naj talci gledajo, ce je moc, da se vsaj veliki petek mesnili jedij zdrze. IV. Vse tiste postne dni v letu, o katerih je le jedenkrat nasititi se pripusccno, in ves stirideset- danski postni cas, tudi ob nedeljak, je vzivanje rib in mesa pri ravno tistem obedu prepo-vedano. Treba se je zdrzati mesa ali rib. V. V jedi pritrgovati si ni treba: bolnikom, nadalje onim, ki tezka dela opravljajo; slednjic onim, ki eden in dvajsetega leta se niso dopolnili, ali pa so sestdeseto ze prestopili. Oni, katerih ne veze zapoved v jedi pritrgovati si, smejo tiste dni, kadar je drugim v jedi pritrgovati si zapovedano, pa ne popolnoma prepo-vedano jesti meso, — izjemoma meso jesti, kolikorkrat med dnevom jed vzivajo; nasproti pa smejo oni, katere veze zapoved v jedi pritrgovati si, tiste dni meso le o poludne in zvecer vzivati, pa si zvecer po dolznosti pritrgovati. Gospodje zupniki in spovedniki so pooblasceni, da smejo v slucajni resnicni po-trebi prepoved o zavzivanju mesa se bolj zlajsati, vzlasti pa dovoliti, da se pri napravljanju postnih jedij, razun velioega petka in kvatrnih petkov, sme svinjska ali sploh zivalska mascoba rabiti mesto masla. Kdor meni, da mu je stalne dispenze ali polajsave potreba, naj se zastran tega obrne na kn.-sk. ordinarijat. Tukaj navedena dolocila pa ne veljajo tudi za redovnike; oni se ravnajo po svojih pravilih. Vsi verniki, ki se s tem podeljene polajsave posluzujejo, naj tiste dni stiridesetdanskega posta, o katerih to störe, — tudi ob nedeljah, — petkrat molijo „Ocenas“ in „Öescena Mari ja“ v cast britkemu trpljenju in smrti Jezusa Kristusa. Vender jim je na prosto voljo dano, mesto tega primerno miloscino dajati. Od knezoskofijskega ordinärijata ljubljanskega dne 23. januvarija 1891. Herausgeber und für die Redactiou verantwortlich: Martin pogacar. — Druck der „Katholischen Buchdruckerei" in Laibach.