Laibacher Seituna. .I.« R»8 Hamstag am R» Juni «^H« 3n di^ft! ÄiÜchrm ist nach'dc.« „provisorischen Gcfttze vm» Bil-dnngsanstalten zu vergütenden Kostensumme. Nr. 182. Kaiserliche Verordnung vom 12. Mai 1862. Bestimmungen in Betreff der gegen mehrere Streit-genossen gerichteten Klagen und Gesuche. Nr. 183. Erlaß der k. k. Ministerien des Innern und der Justiz vom Ili. Mai 1tt.i2, wodurch die Fimniz-Procuraturen ermächtigt werden, in jenen Fällen, wo die Octava anf solchen ehemaligen Domiuical-Gntskörpern landtäflich ansgezeichnet ist, mit welchen keine Art von Jurisdiction verbunden war, und zu denen auch keine Unterthanen gehört haben, in die ganzliche Löschung der Octava bei diesen Gutskdrpern zu willigen. Nr. 184. Erlaß der k. k. Ministerien des Innern, des Kriegswesens und der Finanzen vom 23. Mai 1862, über die Vergütung der Verpflegung der Militär-Mannschaft auf dem Durchzuge für den Zeitraum vom 1. Juni 1862 bis 3l. October 1863. Laibach, am 19. Inni 1862. Vom k. k. Nedactionsbureau des Landesgeschblattes für Kram. Nichtamtlicher Theil. Eorrespolldenzeu. Trieft, 17. Inni. „_ /V — Eine unzählige Menge Volkes hatte sich heule beim ersten Tagesanbrüche längs der Hauptstraße am Fuße des Optschinaberges uud auf der sogenannten V<> die Eisenbahnarbeiten bei Na-bresina besichtigen. — Heute Abends wimmelt der lli!U' kl»5!5<>lli von Damen und Herren; es wird dort diesen Augeublick ein großartiges Concert von l der k. k. Marine-Mnsikbande unter der Leitung des tüchtigen Capellmeisters, Hrn. Sawerthal, zu Gunsten des MariannafondeS gegeben. Dem Marianna-fonde wird dadurch eine beträchtliche Summe zustießen, denn Viele gaben, außer 10 kr. für den Eintrittspreis, auch Gnldenstücke in die Eintrittscasse. Der Gatten wurde später glanzend beleuchtet. — Die Oper »l^ki t),^<',-vl,l<»-<> 'I'ri^Iiü,," aus Venedig, hat »nan die Hoffnung auf-geaeben, den Numpf und die Kanonen des verunglückten Dampfers „Marianna" zu retten, indem man die Stelle, wo das Schiff versunken ist, nicht mehr finden kann. Die Schiffe, welche zu diesem Zwecke allsgesandt worden waren, sind in das Arsenal von Venedig zurückgekehrt. — Das Haus Goldschmidt aus Frankfurt hat 60 Actten für die Errichtung des Mer-cantilmstitutes von Venedig unterzeichnet. — Se. Ercellenz der Herr FZM. Graf Gynlai weilt noch in Venedig. — In den ersten Tagen des kommenden Monates wird das von Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand bestellte Monument des Malers Tizian in der Kirche Miin l!<>i lluiii in Venedig feierlich enthüllt werden. Das Monnment wurde vom Vater und Sohn Zandomenighi gearbeitet. Man beabsichtet eine Medaille mittelst Subscription zu 4 st. zn Ehren dcr genannten Künstler zu prägeu, und zwar drei in Gold. eine für Se. Maj. deu Kaiser Ferdinand, die zweite für Se. Maj. den regierenden Kaiser und die dritte für den Künstler Zandomenighi Sohn; denn der Vater ist vor Kurzem gestorben, bevor noch die Arbeit zu Ende gebracht werden konnte. Bei 12 Medaillen werden in Silber, die übrigen in Bronze ausgeprägt werden. Diese Medaillen sollen bei 3600 Zwanziger kosten,'? - Marburg, 16. Juni. Nr. !'. Sonntag den 16. Inni fand in dem zwei Stunden von hier gelegenen Wallfahrtsorte Maria Rast das Vegräbniß der in der Nacht vom 11. zum 12. Juni in der Cigorienmühle im Dorfe Feistri«) verunglückten Arbeiter Statt. Eine zahllose Menschenmenge folgt Abends 6 Uhr den fünf kleinen Särgen, welche die verkohlten Ueberreste von eben so viel Opfern des verheerenden Elementes zu Grabe brachten. Nach den bereits gepflogenen Erhebungen lst die eigentliche Veranlassung des Brandes uicht ermittelt und nur so viel ausgemacht: daß der Herr Fabriksbesiyer Wein-gartshofer, als er gegen.2 Uhr Morgens, von einer lune» klärbaren Angst geweckt, an das Fenster feines Wohngebaudes trat, seine Mühle bereits in Flammen fand. Augenblicklich eilte er zur Rettung. Ein ängstliches Winseln lenkte seine Schritte zum Erdge-schoße. Sieben zu deu Fabriksarbeitern gehörige Knaben befanden sich hier, hatten die Stube von in-neu verriegelt, und vermochten dieselbe, vor Schreck und Entsepen übermannt, nicht zu öffnen. Augenblicklich sprengte Herr Weingartshofer den Eingang, und rettete glücklich die Verzagenden; zugleich riefen ihm die im obern Geschoße in einem mit vergitterten Fenstern versehenen Gemache befindlichen Arbeiter, welche über die brennende Stiege nicht mehr herunter konnten, herzzerreißend zu, er möge ihnen einen Vrechbanm und eine Leiter verschaffen. Herr Wein-gartshofcr, noch immer beinahe allein, schleppte mit unsäglicher Anstrengung eine Leiter an das Fenster, aus dem ihm aber bereits Rauch und Lohe entgegenwirbelten, hinter welchen die Hilferufenden verstummt waren. Die verkohlten, erst am andern Tage anfge. fundenen Leichname waren die traurigen Ueberreste des Müllers, des Fabrikstischlers, zweier hier beschäftigter Urlauber und eines andern Arbeiters. Der «jüngste der Verunglückten war bei fünf und zwanzig, lder älteste 40 Jahre alt. Der heftige Wind trug l die Flamme auch auf die benachbarten Besipungen, sie verzehrte ein Bancrnhaus mit den dazn gehörigen Witthschaftsgebäuden gänzlich, und drohte dem ganzen Dorfe den Untergang. Eine auffallende Erscheinung bleibt eS, daß dieselbe Mühle an derselben Stelle im Verlaufe mehrerer Jahre nun bereits zum dritten Male vom Feuer verzehrt wurde. Turin, 14. Inni. . .-^.. Es hat sich plöplich das Gerücht verbreitet, daß daS Ehegesch, welches vom Justizminister vorgelegt wurde, im Laufe dieser Session nicht dis-cutirt werde, obschon Herr Vrofferio die Dringlichkeit desselben vorgeschlagen und die Kammer diese anerkannt hat. Es circnliren anch glaubwürdige Gerüchte in der Stadt, die Finanzcommission unseres Senates habe sehr viele und gründliche Modifications« im Personal- und Mobiliarsteuergeseh eingeführt, so zwar, daß uuser Cabinet eine gänzliche Schlappe im Senate zn erleiden befürchtet, weßwegen die Regierung beschlossen hätte, lieber vor den Debatten das Geseh zurückzunehmen, mn es zu überarbeiten und in der nächsten Session der Deputirtenkammer einer neuen Prüfung vorzulegen. So soll auch der Vertrag mit Frankreich über das internationale Sanitatsgeseß zurückgenommen werde», um in selbem einige Verände-rnngeu vorzunehmen. Nnn ist gewiß, daß Bianchi Giovanni die Direction des Journales .,1'Opinione" verlaßt, cr wird jedoch als Mitarbeiter 6000 Francs jährlich beziehen, mn 20 Leitartikel monatlich der Redaction zu liefern. Der Hauptredacteur kann jedoch die Artikel nach seinem Gutachten reduciren. — Herr Thiers ist aus Livorno und Genua hier angelangt. — Die Telegraphenlinie wurde gestern bis an die lom-bardische Gränze über Novara und Trecata am Ticin eröffnet. Oesterreich Wien, 16. Juni Se. Majestät der Kaiser hat auf Allerhöchstseiner Reise nach Ungarn mehrere Orden an die Civil- und Militarautoritäten verliehen, worüber die Kundmachung nächstens erfolgen nmd. 38« — Der königl. preußische geheime Legationsrath, Vismark - Schöuhausen, befindet sich noch hier und hatte im Laufe der letzten Tage wiederholte Confe-renzen mit dem Herrn Minister Grafen Anol und dem Herrn Handelsminister Ritter v. Baumgartner. — Die hiesige Handelskammer hat dem Han-delsnnnisterinm ein Gesuch überreicht, welches Anträge zur Verbesserung des Concursverfahrens in Ungarn und Galizien, dann Erhöhung des Rechtsschutzes vsterr. Unterthanen im Auslande bei derlei Fallen zum Gegenstände hat. — Den bereits begonnenen und thätigst fortgesetzten Versuchen mit dem electrischen Lichte werden sich Versuche mit einem neuen Feuer anreihen. Dasselbe wird durch einen Strom kohlenstofffreien Wasserstoffgases erzeugt, welches man auf Metallplatten leitet. Diese vertreten das Brennmateriale, indem sie wie Kohlen glühen und eine grosie Quantität Hitze erzeugen. Der Apparat ist in jedem Hause, wo eine Gasröhrenleitung besteht, anzubringen; die Heizung eines mittelgroßen Zimmers kommt nicht über 4 kr. täglich. — Die schon seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen wegen Negelnng des Tabakverschleißwesens, welche den Zweck haben, die bisherige Regie herabzusetzen, stehen nun dem Abschlüsse nahe. Wie man vernimmt, ist beantragt, die Ertheilung von Aerarial-Tabak-Verschleißlicenzen zu erweitern, so daß jeder berechtigte Hnndelsmaun eine solche erlangen kann, dagegen die bisherigen Verschleißprocente herabzusetzen. — Dem „(5. B. a. B." wird aus Pesth folgendes Programm über den Aufenthalt Sr. Majestät in Ungarn mitgetheilt: Am 24. und 255. Juni in Ofen, 26. Mittags nach Stuhlweißenburg, Truppenbesichtigung nnd über Nacht. — 27. Sonntags: Anhörung der heil. Messe, dann Fahrt nach Szerard über Kalozd und Simontornya. — Reise über Fi'mfkirchen, dort Truppcnbesichtigung, dann über Säst und Palaßt uach Kaposvar. — 25. Anhörung der heil. Messe, dann Reise über Marczaly nach Keßthely l Mittag), über den Plattensee nach Fined und über Nacht. — 30. Reise über Wefiprim nach Raab (Mittag), unterwegs Besichtigung der Abteieu zu Zircz und Martinsberg. — 1. Juli, Fahrt nach Ba-bolna. — 2. Besuch in Komorn, Besichtigung der Garnison, Fahrt mit Dampfschiff nach Gran, hier Besichtigung des Doms, dann mit der Eisenbahn nach Ofen. — 3., 4. und ll. Aufenthalt in Ofen. — 6. Reise mit Eisenbahn nach Waizen, dann über Netspay, Oroßi, Ipolysagh nach Sz. Anthal. — 7. Nach Schemnip, Besichtigung der Bergwerke und über Nacht. — 8. Von Schemnitz über Skleno, Heiligenkreuz nach Kremnitz, Besichtignng der Bergwerke. — 9. Ueber Benedek, Aranyos-Maroth und Verebely nach Neutra. — 10. Nach Neuhäusel, und mit der Eisenbahn nach Ofen. — 11., 12. und 13. Aufenthalt in Ofen nnd Enthüllung des Hentzi-Monuments. — 14. Abreise mit Dampfschiff. — 1«. Mittags, Ankunft in Peterwardein, Besichtigung der Festuug, Besuch in Carlowitz. — 16. Production der Peter-wardeiner Garnison, Besichtigung der Brückenschanze, dann über Neusatz uud Villovar uach Titel, von da zn Schiff nach Semlin. — 17. Weiterreise bis Or-sova. — 18. Nach Karansebes. — 19. Eintritt in Siebenbürgen. Vom 19. bis 31. Juli wird sich Se. Majestät in Siebenbürgen aufzuhalten geruhen. — 31. Juli. Ankunft in Nagy-Banya (mit merkwürdigen Goldbergwerken), dort Nachtlager. — 1. August. Ueber Kapuik-Vauya uach Szigeth in der Marmaros, wo sich die Montan-Compagnie produ-ciren wird. — 2. Von Szigeth über Huszt, Szöllösz, Beregszasz, wo Mittag gehalten wird, nach der Festung Munkacs, in dessen Umgebuug am 3. eine große Jagd zu Ehren Sr. Maj. abgehalten wird, nach deren Beendigung Allerhöchstselbe nach Munkacs zurückkehren , um die Nacht dort zuzubringen. Die Neise nach Munkaes dürfte allenfalls auch durch einen Nitt über das Gebirge geschehen, wobei Szöllösz und Beregszasz M)t berührt würdeu. — Am 4. August geht die Neise über Unghvar, Nagy-Michaly, wo z« Mlttage gespeist wird, uach Kaschau. — 6. Ueber Eperies (Mittagsstation) uack/Leutschau. — 6. Von da über Szeut-Miklos noch Rosenberg. — 7. Ueber Alho-Kubin uach Szent'Marton. — 8. Ueber Szil- lein nach Trentschin. — 9. Nach Tyrnan, und von da über Wartberg uach Preßburg. — 10. Früh Besichtigung der Truppe, dann mit der Eisenbahn nach Wien. — Die kürzlich entdeckten Steinkohlenlager bei Kladno in Böhmen sind jetzt gerichtlich geschätzt, und mit einem Werthe von zwei Millionen Gulden angenommen worden. -- Von Seite der k. k. steiermärkischeu Grnnd-entlastnngS - Commission sind den Bezugsberechtigte» auf Rechnung ihrer Entschädiguugsrenten an Vorschüssen bereits 1,441.842 fl. CM. ausbezahlt wordeu. — Am Schlüsse dieses Jahres wird die Staatsverwaltung die zweite Zahluug von einer Million Gulden für die gegen acht Millionen Guldeu über-nommene frühere ungarische Centraleisenbahn bezahlen; dagegen eine entsprechende Zahl der ausgefertigteu 4pct. Staatsschuldverschreibuttgen durch Verlosuug eiuziehen; daS Erträgniß der Bahn ist in solcher Weise steigend, daß man hofft, diese Summe aus demselben znr Zahluug verweuden zu köunen. Pesth, 14- Iuui. Die „Pesther Zeitung" erstattet den nachstehenden Bericht: Am 11. Nachmittags um 1 Uhr haben Seine k. k. apost. Majestät Allerhöchstihre Bereisuugeu im Königreiche begonnen, uud sind zu diesem Zwecke mit einem Separatzuge nach Czegld, wo auch eiue Grenadiercompagnie mit Musik als Ehrenwache aufgestellt war, wurden Sr. Majestät durch die vorausgeeilten Obergespan v. Auguß uud Districtscommandauten G. M. v. Heiuzl empfangen, dann durch den Comitatsvorstand v. Horv-ith, wie auf der Weiterreise in Körös uud Kecskem<'t durch die Bürgermeister iu eiuer ungarischen Anrede gehuldigt, welche Allerhöchstdieselbeu in derselben Sprache huldreichst zn erwiedern geruhteu. Kecskemet begrüßte den allergnädigsten Landesherrn mit einer Triumphpforte uud der Aufschrift: ,> l/ävü«: I,'>^ ('«i'l^xüi un^' « Httr bildete die aus Uhlanen bestehende Garnison Spalier bis zum allerhöchsten Absteigquartier, so wie die Ehrenwache daselbst, wo die Vorstelluug des Officiercorps, der Geistlichkeit, des Adels und der Beamten Statt fand, worauf in der Kirche Segen abgehalten ward. Zur kaiserl. Tafel hatten nebst dem Obergespan der Comitatsvorstand, Bürgermeister und Abt die Ehre, beigezogeu zu werden. Abends war Beleuchtuug, welche Se. Majestät in Augenschein zu nehmen geruhteu. Durch den ganzen Weg von Czegl<>d an um- schwärmte» Hunderte von Reitern, angeführt von Honoratioren in gleich malerischen Nationalcostnmen, den Wagen Sr. Majestät. Allerorts wurden Se. Majestät von der ganzen Bevölkerung auf das Herzlichste empfangen, Trinmphpforten waren errichtet, Fahnen wehten, alle Glocken läuten; — wo sich Se. Maj. zeigten, waren Sie unausgesetzt umgeben von den freudig ergriffenen Bewohnern der Orte, in denen sich das Verlangen drängte, das edle Antlitz ihres Herrn, seine ritterliche Gestalt zu sehen. Schon um ii Uhr am 12. geruhten Se. Maj. in Kecskemet das Comitathaus in Angenschein zu nehmen nnd Sich hierauf zn Pferde auf den Erercir-platz zu verfügen, wo sich zwei Divisionen des Uhlanen - Regimentes Erzherzog Carl Ludwig prodncirten. Um 8 Uhr wurde die allerhöchste Reise fortgesetzt. Gleich beim Beginn der Reise umschwärmten wieder Banderien den kaiserl. Wagen, die in angemessenen Zeitfristen den ganzen Tag hindurch abwechselten. Noch vor Felegyl/iza, an der Gränze des Di-strictes der Kumanier nnd Jazyiger, harrten bei 12N Berittene dieser Bevölkerung in schöner, stolz militärischer Haltung und gleichförmigem Nationalcostume mit ihrem Obercapitän Iankovich an der Spitze; — dieser brachte die Hnldigung dar, und hieranf wurdeu Se. Maj. bis gegen Csongrad geleitet. Hier erwarteten Se. Maj. der Comitatsvorstand Bonyhi'dy mit allen politischen und Gerichtsbeamten, der Clerus und Adel des Comitates :c. Nach dargebrachter Huldigung wurdeu Se. Majestät mit dem Dampfboote „Istv reitlmgen ein herzlicher und betrachtet man das Bisherige, so offenbart sich ein reger Wetteifer, in welchem si^ die Gemeinden in der Absicht für die Bethätigung ihrer heißen Gefühlsausdrücke gegen Se. Maj. s" überbieten scheinen. Am 14. benntzten Se. Majestät den Tag i^ fortgesetzten Veaugenscheiuiguug des großartigen M^ litmgestütes, und wohnten um 9 Uhr der heilige" Messe bei. Auf jedem Schritte sind Se. Majestät durch die aus weiten Fernen herbeigeströmten Landbewohner umgeben und unausgesetzte Pöllerschüsse verkünden dle Feier des Tages. . Um halb 3 Uhr war ernenert große Hoftafe uud hierauf hat eine Jagd Statt gefunden. Pesth, 1!l. Juni. Die „Pesth. 3^" s^"' Mit der lebhaftesten Theilnahme verfolgt dle ym ^ Bevölkerung den Fortgang der allerhöchsten Relje o. Monarchen Hastig greift man nach den neueM Berichten, welche die Journale darüber bringen, UN" «87 freut sich des Wetteifers, den die Provinz in Kundgebung ihrer loyalen Gefühle und dynastischen Begci-sterung mit den Schwesterhauptstädten entfaltet. Als Beweiö oer außerordentlichen Schnelligkeit, mit welcher Se. Majestät der Kaiser reisen, erwähnen wir, das; die vier Meilen betragende Strecke von Kecskemet bis Felcgyhaza, in einer Stunde zurückgelegt wurde. In Kecskemet hatte die israelitische Gemeinde in der Korbsergasse, längs dem israelitischen Gemeindehanse, einen fünfzehn Klafter langen Tunnel erbaut, der, nach der Schilderung eines Augenzengen, schon beim Tage einen überraschenden Anblick darbot, Nachts aber, in feenhafter Beleuchtung, sich auf das Prachtvollste ausnahm. An beiden Enden erhoben sich riesige Triumphbogen; an der Spine des ersten breitete auf einem gewaltigen Transparente der kaiserl. Dop-pelaar, mit sinnreichen Sprüchen umgeben, seine Schwingen ans; der zweite Triumphbogen enthielt das Landeswappen, von zahlreichen Fahnen umgeben, mit dem Wahlsprnche Sr. Majestät: »Virilm« muli««. Im Innern des Tunnels prangten die lebensgroßen Bildnisse Sr. k. k. apostol. Majestät, dann Ihrer k. k. Hoheiten des Erzherzog-Gouverneurs und Höchst-dessei, erlauchter Gemalin in prachtvoller Einfassnng. Deuts ch l a «l d. Verlin, 14. Inni. Die Mitglieder der schlesi-schen Ritterschaft haben sich, nachdem das von ihnen dem König angebotene Diner abgelehnt worden, dahin vereinigt, an der von einem städtischen Festcomit«' zur Feier der Anwesenheit des Königs in der schlesischen Hauptstadt arrangirten Soiree Theil zu nehmen. — In Oberschlesien, in den überwiegend polnischen Theilen, haben bis vor wenigen Tagen polnische Iesniten die für religiöse Erregnngen sehr empfängliche Bevölkerung in einem kanm glanblichen Maße ergriffen. Die Wirkung der Missionsthätigkeit der fremden Geistlichen soll sich aber nicht bloß auf die Bevölkerung selbst, sondern in noch nachhaltigerer Weise auf den Clerns und dessen Eifer änßern. Deutsche Icsniten, nnter diesen der bekannte Pater Klinkowström, würden in Ratibor in der vorigen Woche erwartet. Gotha, 20. Juni. Der Landtag hat in seiner gestrigen Sipung die Berathung über das nene umfängliche Forststrafgesetz beendet. Die ursprüngliche Negiernngsvorlage hat namentlich in Bezug auf die Bestrafung der Niickftlle einige Modification?,, erlitten. Die Tendenz des Gesetzes ist einheitliche Gesetzgebung auch in diesem wichtigen Verwaltungszweige, sowie strenger Forstschul), westhalb auch bei Untersuchungen von Forstvergehen die Anssagen der vereide-ten Forstbeamten künftig volle Beweiskraft erhalten werden. Daß die Anwendung des neuen Gesetzes besonders für die erste Zeit sehr fühlbare Folgen ausüben wird, hat der Landtag durch den angefügten Beschluß anerkannt, dem zu Folge auf Vermehrung der Gefängnisse Bedacht genommen werden soll. — Das neue Staatsgrundgesetz wird nach einer Erklärung des Staatsministeriums am 14. d. M. pu-blicirt, uud die Auflösung der Abgeordneten-Versammlung am darauf folgende« Tage ausgesprochen werden. — Der Landtag von Gera hat beschlossen, bei der Regierung zu beantragen, daß dieselbe einen speciellen Besoldungsetat der Beamten aufstellen, uud sich der Bewilligung neuer und der Erhöhuug beste, hender Besoldungen aus Staatsmitteln, ohne Zustimmung des Landtages durchaus enthalten solle. - Durch die Annul!irung der schleswig-holstei-uischen Schuldscheine verliert Hamburg allein 2 Millionen Mark. Indessen hat sich der Cours derselben auf 30 pCt. erhalten. Man hofft nämlich, daß die dämsche Regierung durch Vermittlung des Bundes den Besitzern jeuer Schuldscheine einen Schadenersatz geben werde. ^ r a n k r e i ch. ParlS, 12. Inui. Man hat jetzt aus Algier umständliche Berichte über die Niederlage des Sheriffs von Duargla durch den Iuterimscommandanten des Kreises Viekra, Major Colliueau, erhalten. Dieser Sheriff hatte ben unwissenden Stämmen des ftrueu Südens deu Glauben beigebracht, er sey Abd-el-Kader selbst, und sie von mehr als 100 Stunden weit her zum heil. Kriege fortzuführen gewußt. Am 22. Morgens erschien er mit circa «W Reitern nnd 2100 Fußgängern, die von 480 Kamehlcn getragen wurden, vor der den Franzosen unterworfenen Oasis M'lili, die an eigenen Vertheidi-glingskräften nnr circa 60 Gewehre zählte. Er schickte sich eben an, die Oasis mit Sturm zu nehmen, als er plötzlich von dem französischen Befehlshaber, der schnell 400 arabische Reiter, 30 SpahiS und 64 Mann Jäger zusammengerafft hatte, überrascht und anf's Lebhafteste angegriffen wurde. Ungefähr 800 Schritt vom Feind ging die Reiterei in kurzem Trabe vor, bei A00 Schritt wurde zum Angriff comman-dirt. ^ie Infanterie des Sheriffs that keinen Schnß, sondern wartete die Ankuuft der französischen Streitmacht ruhig ab. Aber endlich wurde ihre circa 800 Schritt lange Front durchbrochen und die Infanterie vollkommen in die Flucht geschlagen, während die Kavallerie allein noch mit Plänkeln fortfuhr. Um sich einen Begriff von der Dromedar-Infanterie zu macheu, die den Franzose» uud ihren arabischen Hilfs-truppen gegenüber stand, muß man wissen, daß jedes Thier von einem Manne geführt wird, und 2, 3 bis 4 anderen als eine wandelnde Brustwehr dient. Die Franzosen blieben anf dem Schlachtfelde, bis eine Rückkehr des Feindes nicht mehr zu fürchten war. Der Sheriff hatte 100 Todte auf dem Platze gelassen, denen 60 andere 3 Stunden weiter gefundene zugezählt werden müssen. Außerdem fielen 324 Gewehre, das Zelt des Sheriff's, seine Djebira, seine Teppiche und 168 Kamehle in die Hände der Sieger, die ihre eigenen Verluste nur auf 12 Todte und 7 Verwundete an Jägern nnd Spahis angeben. Als wichtiges Resultat dieser glänzenden Waffenthat wird die kräftige Einschüchterung der fanatischen und aufstandlusti-gen Stämme des Südens vielleicht der Untergang des Sheriff's bezeichnet. Paris, 13. Juni. Die von der Budgetcommission vorgeschlagenen Reductions» belaufen sich im Ganzen anf etwa 20 Millionen. Darunter fignrirt die Herabsetzung der Armee um 30.000 Mann. Wie es sich von selbst versteht, werden diese Vorschläge keine Folge haben, und der legislative Körper wird das Budget ungeschmälert votiro». Der „Pays" meldet, daß die Regierung einen Gesetzentwurf zur Freigel'img dcs Fleischergewerbes vorbereitet. Man hat von dem französischen Marine-Officier Vettot, der von seiner Negierung die Erlaubniß erhalten, an der Erpedition nach den arktischen Gegenden znr Anfsuchuug Sir John Franklin's theilznueh-men, Nachricht erhalten. Bellot erhielt den Befehl über ein Detachement von 20 Mann, mit welchem er eine Ercursion in das Eismeer machte. Nach 27 Tagen der gefahrvollste» Unternehmungen kehrte er wieder an Bord des Schiffes zurück. Er hatte aber eiue interessante Entdecknng gemacht. Es wurden mehrere Gegenstände gefunden, von denen man glaubt, daß sie dem Capitän Franklin angehörten. Heute findet in allen großen Städten Frankreichs, durch die Staatsbehörden nicht mehr behindert, die Frohnleichnamsprocession öffentlich Statt. An mehreren Orten ist auch das Militär dazu comman-dirt. Zu Nantes hat der neue Präfett. Hr. Ment que, nicht nur erklärt, daß er für seiue Person in großer Uniform der Procession beiwohnen werde, sondern auch alle Beamte» schriftlich aufgefordert, sich ihm anznschliesien. Die Justizbehörden der Stadt haben einen ähnlichen Beschluß gefaßt. — Der Maire vou Litte, Hr. Vonte-Pollet, ein vou allen Parteien geschätzter Manu, hat nun wegen seines Uuterliegens in der Processionsfrage definitiv die Entlassuug genommen. Persiguy hat heute die Geschäfte seines Departements wieder übernommen. In seinem Hotel, u»d besottders in seinem prächtigen Garten, sind indessen bedentende Arbeiten und Verschönerungen ausgeführt worden. Am 10. August wird die Li»ie der Eise»bahn vou Paris nach Straßburg eröffnet werden. Der Präsident der Republik wird diesem Feste beiwohnen, welches die Stadt Straßburg und das Departemeut des Niederrheius in der glänzendsten Weise begehen werden. Der Minister des Innern hat, wie wir bereits gestern meldeten, verfügt, daß die den Polen vom Staat gewährten Unterstützungen fortan anfhören. Die Beweggründe zu dieser Maßregel sind durch die Gemeindebehörden alle» in Frankreich residirenden Polen mitgetheilt worden. Wenn Frankreich, heißt es darin, allen politische» Flüchtlingen, die in ihrem Vaterland strenge Maßregel» zu fürchte» hatten, Unterstützungen bewilligte, so hatte es den Zweck, sie vor den ersten Bedürfnissen zu schützen, und sie in den Stand zu setzen, zu warten, bis sie sich durch ihre eigene Arbeit Eristenzmittel geschaffen haben würden. Seine Großmuth, die es nun schon seit 26 Jahren übt, muß einmal ein Ende haben, nnd für seltene Aus-uahmsfälle aufgehoben bleiben, wie z. B. hohes Alter oder Gebrechen, die jede Arbeit unmöglich machen. Aus Cette und Montpellier schreibt wan von heftigen Gewittern, in Folge deren der Lez und die Moson ausgetreten uud großen Schaden angerichtet haben. Hänser, Magazine, Badeanstalt, Brücken sind fortgerissen worden. Der Lcz stieg in wenigen Stunden circa 16 Fuß; seit 1810 hatte man keine solche Ueberschwemmung gesehen. Zu Cette wurde ein Zollbeamter und ein genuesischer Matrose vom Blitze getödtet. Die Straßen sind außer Gebrauch gesetzt, und der Damm der Eisenbahn von Cette nach Montpellier auf einer Länge von 100 Fuß durchbrochen worden. Aus Nimes sind ähnliche schlimme Nachrichten eingetroffen. Dagegen scheint die Rhone nicht sehr angeschwollen zu seyn. Nenes und Nenestes. Wien, 18. Juni. Im k. k. Finanzministerium sollen nach dem „S> C." Anträge zur Errichtnng einer Zoll-Gensd'armerie vorliegen, und dieselben Ans-sicht auf Erfolg haben, sobald es der h. Staatsverwaltung nur möglich seyn wird, für eine so bedeutende Ausgabspost in ihrem Budget einen Naum zu gewinnen. — Aus Wien wird der „A. A. Z." geschrieben: Der militärische Cordon gegen die Schweiz, welcher an der Gränze der Lombardei früher aufgestellt werden mußte, ist mit a. h. Genehmigung aufgehoben, da die Ursachen, welche ihn nöthig machten, nicht mehr bestehen. Demselben Blatte wird ferner geschrieben: Die Iustizsection des Neichsrathes hat dem Vernehmen zu Folge in drei wichtigen Angelegenheiten Beschlüsse gefaßt. Sie hat sich für das Fortbestehen des Notariats und der Staatsanwaltschaft ausgesprochen, und einige Grundfragen des Strafprozesses , namentlich die Veweisregeln und deu In-dicienbeweis, erörtert und erledigt. Telegraphische Depesche. Se. Ercellenz der Herr Militär- und Eivilgouverneur FML. Graf Coronini an Se. Ercellenz den Herrn Minister des Innern in Wien. Temesvar, 16. Juni. Gestern Mittags war Tafel, welcher die Generalität, die Bischöfe, mehrere Personen des Adels und die Vorstände der k. k. Behörden beigezogen zu werden die Ehre hatten; „ach Beendigung derselben fand eine Besichtigung der Festungswerke Statt; des Abends durchführen Seine k. k. apostol. Majestät die festlich erleuchtete Stadt, deren Bevölkerung sich allenthalben auf das Freudigste enthusiasmirt zeigte, und zn welcher fortwährend neue Massen zuströmen. Heute Früh um 8 Uhr geschah die feierliche Grundsteinlegung des Monumentes, welches zum Gedächtnisse der rühmlichen Vertheidigung Temesvars im Jahre 1849 hier errichtet wird; dann erfolgte die Besichtigung verschiedener Militär-Etablissements. Ge-gen Mittag geruhten Seine k. k. apostol. Majestät allergu. Privataudienzen zu ertheilen. Telegraphische Depeschen. — Hannover, 14. Juni. In der heutigen Sitzung der Verständigungs-Commission ist das Ultimatum der Regierung von sämmtlichen Ritterschaften abgelehnt worden. — Florenz, 14. Juni. Die Prinzessin Amalie von Sachsen ist von Turin hier angelangt und nach Bologna abgereist. 388 Feuilleton. Gedichte von Christian Schneller. Die stille Hochzeit. 18 10. I. Hochzeit. Aie Glockm rufen laut vom Thurm hinaus, Gs wallt cin Hochzcitszug zum Gotteshaus; Duch seltsam! düster jchwarz das Kleid dcS PaareS, Dem Bräutigam fein Rosmarin am Hut, Die Braut nur trägt in Flcchtcn dunkeln Haares Den Kranz von weißen Noscn ohne Glut. Gs ist der warme Sommer scholl vorüber, Der Wald schon gelb. der Väume Laub schon fahl Und grüne Nebel ziehen trüb und trüber, Des Winters Schattenboten, durch das Thal. Verklungen ist der Glocken heller Ton, Der Ehe Segen sprach der Priester schon. Und langsam wallt der Zug am Paffcrstrano Zurück zum stillen Wirthshaus an dem Eand. Beim Mahle hat nicht Glas an GlaS geklungen — Es wär' doch nicht ob leichtem Stoß zersprungen, Nicht Fidel und nicht Zitherklang ertönt — Ist solch' ein einfach Spiel denn gar verpönt? Nicht haben Schützen sich gcschaart zum Fest, Als gäb'S nicht Büchsen, Scheiben nicht und Vest, Als ob ein jeder Schuß wie Hohnruf schalle, Als träfen in cin Herz die Kugeln alle! — Die Gattin Hofcr's dort mit blasser Miene, Als ob sie jcne Schmerzensmutter schiene, Die auf Altären stcht in hcil'gcn Hallen — Ihr Antlitz ist so kummerbleich von Allen, Doch hat sie sich dem Herrn gar fromm ergeben Und ihm geweiht als Opfergab' ihr Leben. U„d da die Vraut mit bläßlich rothen Wangen: Ist das dic Hcldcnjungfrau männcrkühn? Ihr Vlict voll düft'rcr Wchmuth weckt cin Bangen U»d macht die S«Ic tief vcrboran, glüh'il. Doch blickt der Bräutigam in's Aug' der Braut, Da lächelt wechselseitig hohe Li.be Und weckt der Freude inncrsttitfc Tticbe, Wenn auch kein Auge ihren Keim geschaut: Sie gleicht mit Blüthen, welche nimmer kranken, Sternblumen zwischen dichten StrailcheSranktti. Die Freier. (Fortsetzung.) ^35in andens Mal hat er gewettet, er wolle die feinsten Cigarren mitten durch die Zoll-Linie bringen. Als altes Weib verkleidet erschien er beim Wachposten mit einem sorgfältig eingewindelten Kinde auf dem Arme. Wohin Alte? rief der Wachposten. Zum Arzte mit meinem lieben Hänschen, näselte Forle; der arme Junge hat die Blattern, wollt ihr nicht das gute Kind ansehen. Schert euch zum Teu» fel! schrie entsetzt der Douanier. und Forte brachte glücklich die eingewindelten Cigarren an Ort und Stelle. — B.'ld darauf halte er sich ein einsames, von allen frei stehendes Haus an der Gränze gemiethet. Es war angezeigt worden, Forle habe in selbem einen reichen Vorrath von Seidenwaren und Brüsseler Spitzen. Die Douaniers umstellten im weiten Um. kreise das Haus, um jcde Fluchr und jedes Entfer, nen der Waren zu vereiteln, und die Ankunft des Commissars, meines Vorgängers, zu erwarten. Dieser erschien. Er war ein alter Herr, hatte Weib und Kind und eine narrische Furcht vor ansteckenden Krankheiten. An der Gränze aber wüsteten Petechien und Typhus entvölkernd von Dorf zn Dorf. Mit gehöriger Vorsicht wurde gegen das Haus' chen angerückt und endlich die Thüre geöffnet. Mitten in der Stube stand eine verhüllte Todten-bahre, neben der zwei Lichter brannten. Forle aber 9'"g neben selber ab und zu, in Thränen gebadet, m>t ewern Rosenkränze in der Hand. „Was gibt es hleN« ftagte mein Vorgänger, ein Paar Schritte zurücktretend. »»Meine Frau, meine arme Frau,«« jam-merte Forte, »»wollen Sie sehen, meine Herren, wie die haslichen Petechien, an denen sie st.nb, dieß En gelsantlitzin wenig Stunden entstellten?«« Er machte Miene das Bahrtuch zu lüften. Mein Vorganger aber sprang entsetzt zurück und gebot dem ersten Aufseher: »Sehen sie nach imHause!" „»HerrCommifsa'r,«« versetzte dieser trotzig, „»ich habe Weib und Kind, so gut wie Sie, und bin zu keinem Sanitäts-Cordon commandirl.«« Forte aber legte die Schlüssel des Häuschens auf einen Tisch, bat die Herren artig, alles zu untersuchen, und setzte sein Beten, Weinen und Bahrwandeln fort. Daß Niemand die Bahre, die mit Seide und Brüsseler Spitzen gefüllt war, unter, suchte, kann ich die Herren versichern. »Eines ader vergessen sie nicht," siel Forte, der unbemerkt zuge horcht hatte, in das Gespräch, »daß ihr erstes Abend, theuer, Herr von Sbirr, als sic Commissar wurden, mit mir zu ihrem Nachtheile aussiel. Sie stellten einen herrlichen Schimmel in den Stall, den meine Leute wahrend der Fütterung so kunstgcmäß mit Ziegel, mehl färbten, daß ich vor ihren Augen auf einem Fuchs vorbeisprengte, von dem sie behaupteten: Größe und Haltung dieses Fuchses sind ganz von meinem Schimmel!« Das heitere Gespräch dauerte bis Mit ternacht. Nun begleitete Forte den etwas weinselig gewordenen Herrn Wohlgemut!) heim, half ihm die verschneiten, seltenen schmalen Stufen zum Vorthore hinauf, schellte an und zog Jungfrau Salomä, welcher der Windstoß das Licht ausgethan, dem Herrn Wohlgemut!) entgegen, legte ihre Hände in einander, sprang die Stufen hinab und hotter pol» ter fuhr mit dem Pärchen das gar eng gewordene Vorhaus, das nichts anders als eine Kutsche war, zum Stadtthore hinaus. Forte hatte sich, vom tiefen Schnee begünstigt, diese seltsame Entführung erlaubt, welche aber Herr Wohlgemut!) und Jungfrau Salomä so übel nahmen, daß am nächsten Morgen dem cidevant Schwärzer feierlichst Haus und Umgang verboten wurde. (Schluß folgt.) Vaterländische Bücherschau. II. Die Entstehung der österreichischen Monarchie, übersichtlich dargestellt von K. G raf. Capitular des Stiftes St. Paul und Professor am k. k. Gymnasium zu Klagenfurt. Jeder Beitrag zur Kenntniß unseres herrlichen Vaterlandes und der erlauchten Dynastien, durch welche es eben groß und herrlich geworden ist, verpflichtet gegenwärtig um so mehr zum allgemeinen Danke, als er nicht mehr als stummcs Actenstück für das Depot der Bibliotheken oder das Schreib' pult einsamer Stubengelehrtm, sondern als bele. bender und erleuchtender Funke für die studierende Jugend, und wir dürfen bald sagen: für die ganze denkende Mitwelt wahren Werth erhält. Die vorliegende Broschüre, auf 24 großen Quartseiten, zeigt uns, in drei Zeiträume getheilt, den Zuwachs und die Lostrennung der Landermasse Oesterreichs, von der Stiftung der Ostmark bis zur Gegenwart, unter den Dynastien der Badtnbcrger, Habsburger und Lothringer, mit Aufzählung der einzelnen Regenten und ihrer vorzüglichsten Thaten — in der That das bequemste Summarium der Geschichte Oesterreichs. Der beispiellos wohlfeile Preis von 24 kr. macht dieß Heft dem Aermsten zugänglich, die einfache und deutliche Sprache auch dein minder Gebildeten ver< ständlich. l)r. Rudolf Puff. M i s c e l l e n (Ausgrabungen in Nom.) Es ist bekannt, daß seit länger als einem Jahre schon durch den Entschluß des Ministers der öffentlichen Arbeiten in Rom regelmäßige und wissenschaftlich geleitete Aus. gradungcn auf und neben der berühmten und präch» ligcn appischen Straße des alten Rom begonnen haben. Die appische Straße bildete den großen Heeres» weg nach dem Orient und wurde als erste Heeres, straße zu einer Zeit gebaut, wo die ganze Nachbarschaft vom Rubicon bis Parthcnope bereits dem römischeil Schwerte unterworfen worden war und wo man daran ging. die siegreichen Adler gegen Sicilien und weiter stiegen zu lassen, Iedcr Auszug, jede Heimkehr verewigte sich längs der Straße durch Tem-pel, Inschriften, Opfer ?c., und seit Cajus Grachus sing insbcsonders die Sitte der Reichen und Mäch. tigen an, längs derselben die Todten zu begraben. Indem also die appische Straße die Epoche der äußern Macht und Politik der römischen Ncpublik bezeich, net, enthält sie eine Masse Andeutungen von That. jachen, Namen, Darstellungen von Gebräuchen und Sitten, welche für die Geschichte und Entwicklung des Volkes von großer Bedeutung sind. Die Ausgrabungen nahmen mit dem 4. Meilenstein vor dem capuanischen Thor, in der Richtung gegen Albana, ihren Anfang; sie umfassen eine gleichmäßige Breite von 22 Meter, d. i. das Planum der Straße und die zunächst anstoßenden Denkmäler. — Die Ausbeute war bisher außerordentlich reich und theilte sich vorzüglich in Tempel, Grabmäler, wie das der Scipioncn und der Familie dcs Sixtus Pompejus, in Statuen, Basrelifs, Marmorkrügen ?c. — Nähere, sthr ansprechende Details enthalten die „Römischen Vnefe des 2ten und üten Heftes der Förster'schcn '^auzcitln'g." II i t t c. Aus allen gegenden des Vaterlandes wird uns rege theilnahme an dem deutschen Wörterbuch ausgespro-chen und damil aufs erfreulichste kund gethan, dasz simri und neitfiintf für unsere schöne und gewaltige .sprucho überall im slillen fortdauerten, es bedürfte des beginns und öffentlichen vorlretens der arbeit, um durch die that zu zeigen was wir wollen und wie wir es ausrichten können, reiches, fast unübersehlichcs material liegt un.s vor, alter noch kann es nicht abgeschlossen sein und bedarf von vielen seilen ergänzen-der ausfüllung. denn abgesehn von sorgsam angeordneten, groszenlheils vortrellich, zum theil lässig gefertigten und mühevolle nachsammlung fordernden aus-zügen aller oder der meisten vorragenden Schriftsteller, abgesehn von diesem beträchtlichen vorral, ist un« aus der hand .sprachgelehrter kenner, die dazu befähigt gewesen wären, selbst persönlich befreundeter, kau"1 ein nennenswertherbeitrag zu dem schweren werkgc-Ieiste! worden, entweder niislraulen sie dessen ausfü'1" rung, oder es lag ihnen stärker an, eigne arbeiten *11 fördern als ein in solchem umfang vielleicht nie \vic" derkehrendes unternehmen, mit berichligurigen und zi'" salzen zu den erschienenen heften ist jetzt nichts p'' thau, dergleichen sind leicht zu machen und im IIussC der warmen arbeit ärger» oder schmerzen sie inehr> als dass sie helfen. Wir glauben etwas praetisehes und dem uugenbli'' ang(;messen<'s vorzuschlagen, wenn hiermit wir un'>c" kannte wie bekannte ersuchen, ihren blick abwen<»en von dem jähen abgrunde des ganzen werks, an "cl wir unser äuge gewöhnt halten, immer nur den buc' slab, d(;r zunächst erscheinen muss, ins gesiebt z" l' sen, aiillallende, bedeutsame wörter daraus zu sal mein, und nach unserer weise ausgezogen, aiK'b 5 >3/l6 bctto ' ., 4 1/-i „ „ «6 3/^ Darlehn, mit Nnlosung v. I. 18^9, für 250 il. ^2« 3/4 NcucS Anlchc» ^i,t«r« ^.........!15^/1l> Äa»s-?lctien, vrl Stück ,361 st. l» «i. M. Nctie» der Kaiscr Ferdinnnds-Nordbahu n C. M. Acticn dcr Ocdml'urq-Wr.-Ncustadttl' .....««> (iiscnl'ahn zu 20N ft. (5. M. . . - l29 E. M. Actlen dcr österr. D^llau-Daiiivsschifffahr» zn 500 5. (5. M. ..... 7l9 st. i>. C. M. Wlchscl (Zl'urs von, ltt. Juni l'^52 «>»Ncld.i"!. für lUU Thaler ^urn,»t, Nthl. >6« Vf. Monat, «imslurg, für lOU G»Id.» («nr., (Huld. ,20 Vf. llso. Kr.,»ff»r!a.M,, (für l20st. sübd. Vcr- ,!„s-Währ. i»>2^ !/ö st. F»fi, Gnld.) l 19 Vf. 3 Mmat, Genna, für 300 »cue Picmunl. Lire, (.«»ld. ! W ,/H 2 Monat. H.,»>bi>rg, für l00 Thaler Banco, Rlhl. 1?« »üld. 1^1 Vf. 2M,n,,'. Vnrar'cst, für l Gnldcn.....227 31 T. Sicht. Gold- und Silber-Coursc voin <7. Juni 1852. Vrlcf. Geld. Kais. Münz-Ducatc» Agio .... — 277/» dctto Nand- dto „....- 2? «/2 Napolconsb'or'S „ . . . . — 9.3^ SouucrainSd'or's „ . . . . — 16.50 Nuß. Iinpcrial „ . . . . — 9/t<> Friedrichsd'or'S „ . . . . — 10. Engl. Suucralngs „ . . . . — 12. Si!l'tl.ui>o . . „ .... — 203/4 K. K. Latta.;iehungen. I" Trieft am 16. Juni l«52: I« 26. ,3 77. 4l. Die nächste Ziehung wrd am 26. Juni 1852 m Trieft gehalten werbet». Getreid - Durchschnitts -"Preise in llciibach am l6. Illin l852. Ein Wiener Mehen ^" ' si. ! kr. j fl. j kr Weizen ... — — 4 5ft Kllkurlltz ... — — I 4tt Hcilbfrucht . . - — 4 24 Koll, .... 4 22 4 — Gerste ....--" 3 — Hirse . . . . - "' 4 -Helden ... — — » Hafer .... 2 ltt 2 l2 Veneichniß der hier Verstorbenen. De>, l2. Iuni 1852. Dein Hell» l,'o>el>z Ptterka. l'iu^l. l?einwal>dl)äl!d.' ler ut,d Nealitateubeslßel-, sein Kind Franz, all l Jahr l,nd 8 Mo»ate, m der Stadt Nr. 275, au dcr Gehirl,höhl.'l,wassel sucht. De>» >3. Ilrsula Kroner, Iostitlttoarine, alt 62 Jahre, im VersolMUgshause Nr. 5, a» der Auszrh-rung. — Dem Herrn Carl Nubana, k. k. Archivar deS Grundsteuer.-Catasws, seine Frau Josephine ge. borne S^itl, alt 52 Jahre, in der Cupuciner-Vorstadt Nr. 82 , an der Lungensuchc. Den 15. ?lnlonia Wallisch, Dienstmagd, alt !8 Jahre, im Civil. Spital Nr. l, am Schlagflusse. — Herr Caspar Candutsch, Handelsmann und Nealica-tenbesitzer, starb im 84teu Lebensjahre, in der St, Peters-Vorstadt Nr. Il2, an Altersschwäch,. --Joseph Debellak, Institutsarmer, alt 42 Jahre, im Versorgungshause Nr. 5, am wiederholte!, Schlagfiusi. , Den 16. Georg Golli, Kleinschiffmann, alt 88 Jahre, in der Krakau - Vorstadt Nr. 4l, an Altersschwache. o s ^^" ^' ,Iohan>, BerdeiS, Taglöhner, alt 69 Jahre, ,n, Civil - Spital Nr. l, am Zehrfieber. __ Dem Anton Verhouz, H.ibler, sei,, Kind Peter, alt 14 Tage, am Moorgmnde Nr. 25 , a>, Schwache. Z. 82Z (I) ^ Die einstmalige Haushälterin des ver> storbenen Major Böhm wünscht in welcher Eigenschaft, oder irgendwo zur Aushilfe ln oder außer Laibach unterzukommen. 2 Die nähere Auskunft ertheilt das Nltungs - Comvtoir. ! Z. 6'7. (2) Vorläufige Anzeige. Circus von Beranek. Unterzeichneter beehrt fick, einem hochverehrten Publikum ergebenst anzuzeigen, daß er mit seiner großen Kunstreiter-Gesellschaft, bestehend aus lstz Personen mit /N> Pferden, bei seiner Durchreise nach Trieft hier eintreffen und einige Vor« stellunqen m einem gedeckten Circus veranstalten wird. Mannigfaltige Abwechslungen in den Darstellungen, sehr gute Künstler, gut dressirte Pferde und schöne Garderobe, werden ein hochverehrtes Publikum bestens befriedigen Das Nähere besagen die Programme. Gmttunel Beranef Director. K. k. Privilegium "uf das neu erfundene Anatherin WMDMnndw a sser von I. G. ^WM^ P s p p , Zahnarzt und Priv. - Inhaber in Wicn, Stadt, Voldschmidtgafte Nr. li0^. Dieses Mundwasser ist sowohl von dcr medicinischen Facultät geprüft, als durch eigene langjährige Erfahrung erprobt. Es bewährt sich vorzüglich gegen den üblen Geruch aus dem Munde bei vernachlässigter Reinigung sowohl künstlichrr als hohler Zähne und Wurzeln, und gegen den Tabakgeruch; kein Milttl bewirkt so schnell und sicher die Vertilgung des üblen Geruches wie dieses Mundwasser; es besitzt aber nebstlxi eine vorzügliche Heilkraft gegen wie immer geartetes krankcs Zahnfleisch, bei Scorbut, bei rheumatischen oder gichtischen Zahnleiden, bei Schwinden dcs Zahnfleisches und dudlnch Lock^w.rden dcr Zähne, indem eß das Zahnfleisch stälkt, gcgen die Zahnsteinbildunq, wodurch ebenfalls das Zahnfleisch krank und die Zähne vom Zahnfleisch mehr cnlblö'sit und langer wcvd.'n, und in der Folge ganz gesuxd herausfallen. Dieses Mundwasser besteht aus lauter Mundkräutern und Harzen, welche den Tonus im Zahnfleisch mehr heben, und dadurch vermehrte Contraction in demselben hervorbringen, cs enthält weder Säuren, noch Salze, noch sonst für die Zahne schädliche Stoff.'. Obcn bemerkte Eigenschaften kann ich durch v >le eingesendete Zcignisse als erprobt bezeugen. OZebrnuchs Anweisung. Man nchme eine bllilbigc Menge zu gl.i^en Theilen Mundwasser, mit gewöhnlichem Was« ser gemengt, spühle damit in d.m Munde mchlvre Minuttn herum und spucke es dann weg, und man wird dann durch mehrmaligen Gebrauch di,» wohlthätige Wirkung erzielen. Ein Flacon sammt Gebrauchs - Anweisung kostet si. I. 2l> kr. C. M. Die Niederlage hievon ist in Laibach be, Herrn Alois Kaisell, „zum Feldmarschall Grafen Radetzky.« In Klagen fürt bei Hcrrn Anton Morre. Z ?06. (3) ' ' - «F«ZFlech.bclletlistische Zeitschrift für alle Stande, jeden Monat eine Lieferung mit 2 — 3 Abbildungen jede Lieferung Preis 9 kr. " ' Blätter der Vergangenheit nnd Gegenwart. ' Eine Monatschrift für Unterhaltung und Belehrung Monatlich eine Lieferung mit 2 - I Abbildungen ! Preis jeder Lieferung 6 kr. Zi, diesen Zeitschriften empfangt der Abonnent am Schlüsse des Jahres ein hübsch colorirtes Kunstblatt als Prämie. Nicht nur allein werden diese beiden Zeitschriften Rücksicht nehmen auf Portraits und Biographien berühmter Zeitgenossen, sondern auch stets die Geschichte des laufenden Jahres bringen, wie ein Raritäten . Cabinet, welches alles Sonderbare in der Heimath berichtet. Die ersten Nummern liegen bei mir zur gefälligen Ansicht vor. (Z- Laib. Ze.t. Nr. 139 v. 19. I.mi I8H2.)