Mezngspreise Für Gsterreich-Ungarn ganzjährig K 4' — halbjährig K 2- — Für Amerika: ganzjährig D. 1 *25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5 • 20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurückgesendet. «ttscheer $ am 4. und 19. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „tDanbermappe' eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hoktscheer Moten in Gottschee, Hauptplatz Nr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftkeitnng des Hottscheer Mote« in Gottschee. Anzeigen (Injerate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott« scheer Boten erhältlich. P ostsparkass en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaste Nr. 75. Ar. 13. Kottschee, am 4. Juli 1910. Jahrgang VII. (Ein paar aktuelle Fragen der österreichischen ^nswandernngspolitikl Leider ist es in Österreich noch immer nicht zur Schaffung eines den modernen Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechenden Answanderungsgesetzes gekommen, das eine tatkräftige Fürsorge für die Auswanderer von seiten des Staates ermöglichen würde. Wohl ist das k. k. Ministerium des Innern bemüht, durch Aufklärung der Bevölkerung auf dem Gebiete des Auswandererschutzes vorbeugend zu wirken und insbesondere dem Treiben gewissenloser Agenten, soweit dies im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Vorschriften möglich ist, entgegenzutreten. Der österreichische St. Raphaelverein ist auch seinerseits unablässig bemüht, die Fürsorge für die katholischen Auswanderer weiter auszubauen. Ein schöner Erfolg, den dieser werktätige Verein zu verzeichnen hat, ist der, daß nunmehr auch die österreichische Regierung seine Tätigkeit im Auswandererschutz als nützlich und im Interesse des Staates gelegen anerkannt und diese wohlwollende Gesinnung durch Gewährung einer Subvention betätigt hat. Die Auswanderung aus Gottschee, die voriges Jahr unter den Gottscheeru etwas nachgelassen hatte, hat heuer wieder stark zugenommen, wozu, wie der Vertrauensmann des St. Raphaelvereines für das Gottscheer Ländchen, Hochw. Herr Pfarrer Eppich, in seinem Berichte an die Hauptleitung des genannten Vereines bemerkt, u. a. auch Mißler aus Bremen beiträgt, der durch Gratiskalender die Gemeindeämter als Werbestationen zu gewinnen sucht. Auch die großsprecherischen Briefe aus Amerika begünstigen bei uns die Auswanderung. Es dürften gegenwärtig bereits rund 6000 Gottscheer in Amerika sein, also weit über ein Viertel der Gesamtbevölkerung unserer deutschen Sprachinsel. Empfehlungskarten an den St. Raphaelverein erhalten alle unsere Auswanderer, die darum ersuchen, von den Herren Pfarrern, doch fürchten sich manche, an Ort und Stelle den Vertrauensmann des St. Raphaelvereines um Rat zu bitten, da, wie man erzählt, dies von den Fahrkartenagenten immer unlieb ausgenommen würde. Für die slowenischen Auswanderer ist vom St. Raphaelverein in Laibach ein ständiges Sekretariat mit eigener Kanzlei errichtet worden. Es melden sich nahezu täglich Auswanderer in der landschaftlichen Burg, wo ihnen genaue Weisungen erteilt und Empfehlungskarten, ferner eigene, vom Brudervereine aus New Aork zugesandte Vereinsabzeichen ausgefolgt werden. Auch wurde der Beschluß gefaßt, auf den Bahnhöfen Orientierungstafeln anzubringen. Doch nicht über unsere heimatlichen Auswanderuugsverhält-nisse wollen wir diesmal ausführlicher schreiben, sondern wir beabsichtigen, unseren geehrten Lesern einiges über die Aufgaben des Staates in der Auswandererfürsorge mitzuteilen. Hierüber äußerte sich Dr. Sigismund Gargas ans Galizien in der Generalversammlung des österreichischen St. Raphaelvereiues, wie folgt. Wiewohl die Tätigkeit des St. Raphaelvereines sicherlich eine wahre Wohltat für die Auswanderer ist, so unterliegt es doch wohl ebenso keinem Zweifel, daß ein großes Gebiet des Auswanderer- schutzes bloß durch den Staat gelöst werden könnte. Dies sollte ja auch in Form eines Auswanderungsgesetzes geschehen. Die gegenwärtigen politischen Verhältnisse sind aber derartig, daß man wohl keine große Hoffnung haben darf, daß, wenn auch der Entwurf dem Reichsrate zur parlamentarischen Behandlung endlich vorgelegt werden würde, er so bald Gesetz werden könnte; denn ein derartiges Gesetz berührt vielseitige und zum Teile auseinandergehende Interessen, die auf eine einheitliche Kompromißformel zurück-zusühren nicht so leicht fallen dürste. Deshalb ist es dringend zu wünschen, daß die Staatsverwaltung alles tue, was in ihren Machtbefugnissen liegt, und diese Maßregeln wirklich ohne unnötige Verzögerung treffe. Zu dem Zwecke sollte auch die Kompetenzfrage möglichst bald geregelt werden. Gegenwärtig sind Kompetenzunterhandlungen zwischen dem Ministerium des Innern und dem Handelsministerium in Schwebe und infolge der Kompetenzunterhandlungen können äußerst wichtige Anregungen, die unter anderem besonders von politischer Seite gemacht wurden, nicht zur Erledigung kommen und die Erledigung von äußerst wichtigen Angelegenheiten unterliegt einer sehr unerwünschten Verschleppung Eine Kategorie von Auswandererschutzfragen könnte wohl in näherer Zeit einer legislatorischen Behandlung zngesührt werden. Es ist in letzter Zeit im Abgeordnetenhause ein sehr wichtiger Antrag des Abgeordneten Hribar und Genossen eingebracht worden, betreffend die Entschädigungsansprüche von in Europa zurückgebliebenen Familien in Nordamerika verunglückter österreichischer Arbeiter. Die Frage dieser Entschädigungsansprüche ist in Amerika eine Frage der einzelstaatlichen Gesetzgebung, die in manchen Staaten, z. B. im Staate Pennsplvamen, einem in dieser Beziehung besonders stark ins Gewicht fallenden Staate, in einem für die im Auslande wohnenden Hinterbliebenen ungünstigen Sinne entschieden worden ist. Es wäre dringend zu wünschen, daß derartige einzelstaatliche Bestimmungen unmöglich gemacht würden, und das wäre wohl im Wege einer internationalen Vereinbarung zu erreichen, wo die Vereinigten Staaten mit Rücksicht auf ihre handelspolitischen Interessen die Möglichkeit einer derartigen Gesetzesbestimmung ausscheiden würden. Die Auswandererinteressen müßten eben zu einem handelspolitischen K o m-pensationsobjekt, gleicherweise wie es die Produzenteninteressen bereits sind, gemacht werden. Der internationale Austausch der Arbeitskräfte darf nicht schlechter behandelt werden wie der Austausch der Ware. Von diesem Standpunkte aus wäre bei einer Erneuerung emes österreichisch-amerikanischen Handelsvertrages eine Reihe von noch weiteren Forderungen auszustellen, wie die Forderung einer gesundheitlichen Revision der Auswanderer durch amerikanische Beamte m europäischen Häfen bereits, wodurch viel unnützer Zeit- und Geldverlust erspart würde; ferner vielleicht auch eine Erniedrigung der bei der Landung in Amerika geforderten Barschaftssummen u. ä. Dies ist der wesentliche Teil der Ausführungen des Dr. Gargas. Wir pflichten denselben im wesentlichen bei. Die Frage der Regelung der Entschädigungsansprüche für die Familienangehörigen in Amerika verunglückter Arbeiter ist eine brennende und bedarf einer baldigen Regelung. Ist es schon schwer für die Familie in der Heimat, wenn der Erhalter derselben nach Amerika ziehen muß, um dort für seine Angehörigen das Brot zu verdienen, so ist es noch um so bitterer, wenn es in Nordamerika noch immer Staaten gibt, die im Falle der Verunglückung eines solchen Arbeiters der in Europa zurückgebliebenen Familie nicht einmal irgendeinen Entschädigungsanspruch zuerkennen wollen. Mit Freude würde es gewiß auch begrüßt werden, wenn die gesundheitliche Untersuchung der Auswanderer von amerikanischen Beamten bereits in Bremen, Hamburg, Havre, Antwerpen, Triest vorgenommen würde und nicht erst bei der Landung in New Dork. Wer zurückgewiesen wird, erspart sich dann wenigstens das teure Geld für die Fahrt vom europäischen Hafen nach Amerika und wieder zurück nach Europa. Mögen auch die Herren Abgeordneten dahin wirken, daß bei der nächsten Erneuerung der Handelsverträge mit den Vereinigten Staaten diese berechtigten Wünsche berücksichtigt werden. Zur Geschichte der Expositur ObersKriil. (Schluß.) Wann ist die Oberskriller Expositurkirche erbaut worden? Soviel steht fest, daß sie zu Balvasors Zeiten noch nicht bestand, da sonst dieser Geschichtsschreiber in seinem im Jahre 1689 erschienenen Werke „Ehre des Herzogtums Krain" gewiß eine Erwähnung von dieser Kirche getan hätte, wie er es hinsichtlich der viel älteren Unterskriller Filialkirche getan hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach fällt ihr Bau in die ersten Jahre des 18. Jahrhunderts, das schließen wir aus der Inschrift der kleinen Turmglocke: Anno Domini 1703. Sancta Maria ora pro nobis; denn daß diese Glocke ursprünglich einer anderen Kirche gehörte und erst später in den Besitz der Oberskriller Kirche übergegangen wäre, klingt sehr unwahrscheinlich, da oberwähnte Glockeninschrift eine Bitte an die Mutter Gottes, die Kirchenpatronin, enthält; also scheint die Glocke schon ursprünglich für diese Muttergotteskirche bestimmt gewesen zu sein; das Jahr 1702, spätestens aber das Jahr 1703 dürfte demnach das Baujahr der Kirche gewesen sein. Die auf dem Portal enthaltene Jahreszahl 1720 scheint auf eine in diesem Jahre vorgenommene Renovation der Kirche oder auf die Einsetzung eines neuen Kirchenportals zu deuten. Früher hatte die Kirche eine hölzerne Vorhalle, welche erst in neuerer Zeit (unter Expositus Maußer) abgetragen wurde. Gleichzeitig wurden auch die zwei Seitenaltäre entfernt, um der Instandhaltung des Hochaltars mehr Sorgfalt zuwenden zu können. Auch in der Filialkirche zu Unterskrill waren vor Zeiten, wie Valvasor berichtet, zwei Altäre, der Hochaltar zu Ehren des heil. Kreuzes, der Nebenaltar zu Ehren der Mutter Gottes und der heil. Margaretha. Heute ist nur mehr der Hauptaltar vorhanden. Unsterbliche Verdienste hat sich um die Oberskriller Exposttur-kirche der am 27. Juli 1907 verstorbene k. k. Oberleutnant i. R. Adolf Ott erworben. Geboren in Pidnig im Salzburgischen, nahm er an den Feldzügen des Jahres 1866 teil. Nach den Kriegsjahren verschlug ihn das Schicksal als pensionierten Oberleutnant zuerst nach Gottschee, wo er gezwungen war, eine Diurnistenstelle beider k. k. Bezirkshauptmannschaft anzunehmen. In den siebziger Jahren war er Notlehrer in Stalzeru und Küchlern, woselbst er die verwitwete Besitzerin Maria Hutter am 13. Februar 1888 heiratete. Finanziell ging es ihm schlecht, bis er von seiner sehr reichen, aber harten Mutter im Jahre 1901 ein beträchtliches Vermögen erbte. Er war ein sehr religiöser Mann, der in seiner Jugend eine ausgezeichnete Erziehung in dem Konvikte der Jesuiten zu Nancy in Frankreich erhielt. Solange es ihm möglich war, ging er jeden Soun- und Feiertag zu jeder Jahreszeit den steilen und beschwerlichen Weg von Unterskrill, wo er sich in späteren Jahren nieder- gelassen, hinauf nach Oberskrill zur heil. Messe und hielt jeden Vormittag zu Hause gewissenhaft feine, Betstunden, indem er selbst bekannte: „Ich schließe mich jeden Tag in mein Kämmerlein ein und bete zu meinem Herrgott." Aus seiner unbegrenzten Liebe zu Maria machte er kein Hehl. Er scheute sich nicht, wenn er an der der schmerzhaften Mutter Gottes geweihten Kirche in Oberskrill vorüberging, vor der Kircheutür öffentlich niederzuknien und zu beten. Seine Marienverehrung bewog ihn auch, nach Möglichkeit für diese wohltätig zu sein. Die Statue der Mutter Gottes (Pieta) auf dem Hochaltäre und der Kreuzweg sind Widmungen von ihm. Auch in seinem Testamente hat er die Kirche mit einem Legate bedacht, indem er ein Kapital von 12.000 Kronen substitutionsweise zu zwei , Dritteln der Kirche in Oberskrill und zu einem Drittel der Kirche 1 und der Schule in Unterskrill vermachte. Den Fruchtgenuß hievon , hat seine Frau auf Lebensdauer. Ehre seinem Andenken! Ein Weltverband der katholischen Lehrerschaft. Bei der 14. Hauptversammlung des reichsdeutschen katholischen Lehrerverbandes in Bochum wurde heuer ein Weltverband katholischer Lehrer und Lehrerinnen gegründet — ein Ereignis von gewiß hervorragender Bedeutung. Ein katholischer Weltbund gegenüber den internationalen Bestrebungen der Kirchenfeindei Angeschlossen haben sich außer dem katholischen Lehrerverbaud Deutschlands der katholische Lehrerinnenverein Deutschlands, der katholische Lehrerbund Österreichs, der Verein katholischer Lehrer der Schweiz, der katholische Erziehungsverein der Schweiz, der katholische Lehrerverein des Bistums Roermond, die Bereinigung katholischer Erziehungshäuser Frankreichs, der katholische Lehrerverein in England und Schottland, der Landesverein der an Kommunalschulen wirkenden belgischen Lehrer. Mit anderen Ländern schweben Verhandlungen. Zum Präsidenten des Weltverbandes wurde Rektor ; Brück (Bochum) ernannt. Prof. Dr. Meyer (Laxenburg) hielt unter donnerndem Beifalle der Versammelten einen hinreißenden Vortrag über „Neue Ziele und Wege der Volksbildung". Er sagte u. a.: „Unsere Kirche und unsere Weltanschauung bedeuten nicht Resignation. Mögen Fortschritt, Kunst und Wissenschaften blühen und gedeihen, wir sind die ersten, die sich dessen freuen. Nirgends steht in der katholischen Weltanschauung etwas, was dem kühnsten Geiste die Flügel lähmen sollte. Die katholische Kirche kann mit Stolz auf ihre Vergangenheit zurückblicken, aber wir Katholiken sind nicht mutig genug, um unsere Kirche und ihre Kultur zu vertreten. Haben wir ein freies Herz und betonen wir den Reichtum dessen, was wir wirklich besitzen. Die katholische Kirche wendet sich nur gegen jene Sorte von „Wissenschaft", die die Herzen des Volkes und der Jugend vergiften will. Der katholische Priester ist bereit, seine Hand in die des Lehrers zu legen zur gemeinsamen Arbeit im Interesse der Schule, die dem Priester heilig ist auf Leben und Sterben. Das Beste und Reichste, was wir unfern Kindern mitzugeben haben auf den Lebensweg, das ist das Reich Gottes. Nicht Warnungstafeln wollen wir aufrichten, sondern Wegweiser in das Land der großen Erziehungsideale. „Fühlung mit dem Leben!" wird uns entgegengerusen. Gut, wir sind die .ersten, auf diesem Gebiete mitzugehen, denn wir sind Kinder desjenigen, der das Leben gibt. Unser christliches Erziehungsprogramm gibt uns den sichersten Weg dafür: Mehr Arbeit, mehr Verständnis, mehr Fühlung mit dem Leben, mit der arbeitenden Welt. Unser Glaube ehrt und adelt die Arbeit, denn sie ist der Glanz und die Schönheit des Lebens!" Aus Stabt und Land. Hottschee. (Vom Finanzdienste.) Der Finanzkommissär Herr Johann Ditz wurde von der Finanzdirektion in Laibach als Steuerreferent zur Bezirkshauptmannschaft in Adelsberg versetzt. Jahrgang Vil. Gottscheer Bote — Nr. 13. Seite 99. — (Von der Rosegger-Stiftung) wurden zum Baue deutscher Schulen in Krain 69.000 K abgegeben. Es können also nun die Schulbauten in Reuter, Wertschitz, Rodine und Unterschischko in Angriff genommen werden. — (Die alten blaßroten Zwanzigkronen-Noten) werden nach dem 30. Juni d. I. vom Staate nicht mehr eingelöst, worauf wir hiemit besonders aufmerksam machen. — (Sanktioniertes Landesgesetz.) Seine Majestät der Kaiser hat dem vom krainischen Landlage beschlossenen Entwürfe eines Gesetzes, womit in Gemäßheit des § 4 der mit dem Gesetze vom 26. Juni 1907 erlassenen Reichsratswahlordnung in Krain die Wahlpflicht eingeführt wird, ferner dem Gesetze, betreffend die Einführung der Wahlpflicht für die in Gemäßheit der Landtagswahlordnung in der Wählerklasse der Städte und Markte sowie der Landgemeinden und allgemeinen Wählerklasse vorzunehmenden Wahlen in den Landtag des Herzogtums Krain, die Allerhöchste Sanktion erteilt. — (Vom Bauernbunde.) Die Bauernräte mögen bis zur Hauptversammlung die Jahresbeiträge von den Mitgliedern einsammeln und dem Bundeskassier übersenden. Die Hauptversammlung findet am 24. Juli in Altlag statt. Genaueres darüber in der nächsten Nummer. — (Ausweis der Spar- und Darlehenskasse.) Im ersten Halbjahre (Jänner —Juni 1910) betrugen die Einnahmen K 57.701-93, die Ausgaben K 58.578 96; Geldumsatz K 116.280-89; eingezahlte Spareinlagen K 28.755*19; behobene Spareinlagen K 15.924-73; gegebene Darlehen K 22.360; rückgezahlte Darlehen K 9370; an den Verband gesendet K 17.900; vom Verbände erhalten K 16.700. — Gesanustand der Spareinlagen am 30. Juni 1910: K 118.675-55; Gesamtstand der Darlehen K 52.695; Einlagen beim Verband (laufende Rechnung) K 65.630. -— Da der Realbesitz der Mitglieder des Spar- und Darlehenskassenvereines, die mit ihrem Vermögen haften, einen Wert von etwa K 550.000 repräsentiert, so sind, auch wenn man die Belastungen dieses Besitzes mit in Betracht zieht, die Spareinlagen mit der mindestens drei- bis vierfachen Summe gedeckt. Die Sicherheit der Einlagen ist also sehr groß. — (Schotter- und Sandmühle.) Die städtische Schotter» und Sandmühle ist nun fertiggestellt und schon seit einigen Tagen im Betriebe. Die Maschinen arbeiten tadellos und mit überraschender Schnelligkeit. Es wird feiner und gröberer Sand und Schotter erzeugt. Da das Sprengen der Bruchsteine viel Zeit in Anspruch nimmt und auch mehr Arbeitskräfte erforderlich sind, wird man wahrscheinlich zur Anschaffung von Steinbrechern mit Preßluftbetrieb schreiten müssen. Wie wir hören, ist die Nachfrage nach Sand eine sehr rege und geht der Verkauf desselben flott von statten. — (Schülerkonzert.) Das am 26. v. M. im Saale des Hotels „Stadt Triest" veranstaltete Schülerkonzert erbrachte neuerlich den Beweis, daß die vom Herrn Musiklehrer Wilhelm Wlassak geleitete städtische Musikschule Vorzügliches leistet. Die Darbietungen des reichen Programmes wurden sämtliche durch großen Beifall ausgezeichnet; es war ein wahre Freude, die Lust und den Eifer zu sehen, mit dem die wackeren Schüler und Schülerinnen spielten. Besonderen Beifall erntete auch diesmal wieder Frl. O. Bucht a, die einen Walzer von Johann Strauß und ein Couplet aus der „Dollarprinzessin" sehr ansprechend und geschmackvoll zum Vortrag brachte. Wir beglückwünschen Herrn Wlassak zu dem schönen Erfolge seiner hingebenden Bemühungen. — (Verständigungsausschuß. — Haltestelle Mitter-dors. — Göttenitzer Wasserleitung.) Nach einer an den Verständigungsausschuß gelangten Mitteilung ist das Gesuch um Errichtung einer Verladerampe in der Haltestelle Mitterdorf seitens des Verwaltungsrates der Unterkrainer Bahnen an die Staatsbahndirektion in Triest geleitet worden. Eine Sitzung des Verwaltungsrates der Unterkrainer Bahnen, in der wahrscheinlich auch diese Frage besprochen wurde, fand am 18. Juni statt. — Abg. Fürst Auersperg teilte am 24. Juni dem Verständigungsausschusse mit, daß das k. k. Ackerbauministerium unter Genehmigung des ergänzten Wasserleitungsprojektes der Gemeinde Göttenitz dieser Gemeinde zur Durchführung desselben einen Beitrag von 13.000 K bewilligt hat, von welchen die Hälfte zwecks Inangriffnahme der Arbeiten sofort dem krainischen Landesausschusse erfolgt wird. Die zweite Hälfte der Subvention kann zu Beginn des Jahres 1911 beim Ackerbauministerium angesprochen werden. — (Trauung.) Am 20.v.M. wurde Herr Alois Verderber, Sollizitator, mit Fräulein Josefine Hönigmann, Tochter des Bürgers und Gastwirtes Herrn Georg Hönigmann, in der hiesigen Stadtpfarrkirche getraut. — (Bauernstand und Militärlasten.) In der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 15. Juni betonte der Abg. Wagner (christlichsozial), daß die Landwirtschaft die Militärlasten besonders hart empfinde und deshalb Erleichterung verlange, die ohne Schwächung der Wehrkraft bewilligt werden könne. Bei einer Abänderung des Wehrgesetzes, die hoffentlich in naher Zeit bevorsteht, wird ins-besonders auf die Einreihung des Familienerhalters in die Ersatzreserve und auf die Verlegung der Waffenübungen auf das Frühjahr im Interesse der Landwirtschaft Rücksicht genommen werden müssen. — (Die „Gottscheer Nachrichten") vom 26. Juni enthalten keine Zeile aus oder über Gottschee. Dem bisherigen Schriftleiter derselben, Herrn Rudolf Türke, scheint die ganze „Nachrichten"-Wirtschaft zu bunt geworden zu sein; er hat nämlich „infolge ausgebrochener Differenzen" die Leitung des Blattes niedergelegt. Das Gleiche tat bekanntlich vor wenigen Monaten Herr Hans König. Jetzt zeichnet ein gewisser Ernst Klepp als Verantwortlicher. Wir glauben gerne, daß es just kein sehr angenehmes Geschäft sein muß, ein Blatt zu leiten, das wegen sich häufender finanzieller Schwierigkeiten nicht leben kann und doch auch noch immer nicht sterben will. Den bisher beigelegten „Bilderbogen" hat das Blatt nunmehr auch aufgegeben, angeblich darum, weil er zum Charakter des Blattes nicht passe, in Wirklichkeit wohl aus Ersparungs-Rücksichten. Gejammert wird auch über die Fährnisse, die die deutsche Agrarpartei in Steiermark zu durchsteuern habe. Trotzdem gibt es bei uns noch immer Leute, die ein Blatt halten, das ihnen nichts, rein gar nichts bietet. Solche Genügsamkeit ist wirklich rührend. — (Rotes Kreuz.) Nach dem bei der diesjährigen Hauptversammlung am 1. Juli erstatteten Rechenschafts- und Kassaberichte der Vereinsleitung zählte der Zweigverein Gottschee des Landes- und Frauen-Hilfsvereines vom Roten Kreuze für Krain im Jahre 1909 52 Mitglieder (32 Personen und 20 Gemeinden). An Mitgliederbeiträgen wurden 140 K eingezahlt. Der Vermögensstand des Zweigvereines belief sich nach dem Stande der Spareinlagen in der Sparkasse der Stadt Gottschee samt den zugeschriebenen Zinsen am 31. Dezember 1909 auf 3557 K 71 h. Da von den Jahreseinnahmen statutengemäß nach Abzug der Verwaltungskosteu (4 K) die Hälfte (68 K) an den Stammverein abzuliefern ist, beziffert sich der gegenwärtige Vermögensstand des Zweigvereines auf K 3625 71. — (Muskelexamen der Auswanderer nach Amerika.) Seil dem im Mai 1909 erfolgten Dienstantritt des neuen Ein- wanderungskommfffärs Sir Williams hat eine bedeutend strengere Handhabung der Einwanderungsvorschriften Platz gegriffen, die durch die Einführung des sogenannten Muskelexamens in letzter Zeit neuerlich verschärft wurde. Infolgedessen wurden seit dieser Zeit beständig eine große Anzahl von Neuankömmlingen von der Landung ausgeschlossen. — In den verschiedenen Landungsplätzen Nordamerikas wurden im Jahre 1909 im ganzen 10.411 (im Jahre 1808 10.902) Einwanderer zurückgewiesen. Darunter befanden sich 4458, welche voraussichtlich der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last gefallen wären (sogenannte Paupers), 2308 mit ansteckenden Krankheiten behaftete, 1172 Kontraktarbeiter, 273 ehemalige Sträflinge, 167 dem Irrsinne verfallene, 121 Schwachsinnige, 82 Tuberkulöse, 18 Idioten, 323 unmoralische Frauen und 181 Zuhälter. — (Folgen des Spekulationsfiebers.) Es ist ein alter Erfahrungssatz: Geht der Kleine spekulieren, gewinnen wird er selten was, doch sicherlich verlieren! So ging's kürzlich auch manchen Bäckern, Müllern und Mehlhändlern, nicht bei uns, sondern in Niederösterreich, Böhmen usw. Infolge der schlechten Weizenernte im vorigen Jahre stiegen bekanntlich die Weizenpreise um ein Bedeutendes und erreichten in den Monaten November, Dezember und Jänner einen Hochstand von 30 bis 32 K. Nun schlossen Bäcker, Müller und Mehlhändler zu diesen Preisen ab und deckten sich nach dem Geständnis der Bäckerzeitung „Austria" bis Herbst 1910, manche bis März 1911 (!). Man schätzt das bereits vorgekaufte Mehl auf 8 bis 10 Millionen Meterzentner. Nun kam aber in Voraussicht der zukünftigen günstigen Inlands- und Welternte der Preissturz, so daß z. B. Theiß-Weizen am 2. Juni d. I. mit 23'70 bis 24'30 K und am 16. Juni mit 24"50 bis 25'20 K notierte. Die Folge war, daß ein großer Teil der österreichischen Bäcker durch diese mißglückte Mehlspekulation in eine äußerst schwierige Lage kam. Man berechnet die Verluste aus diesen Geschäften auf 45 bis 50 Millionen Kronen. In Hetzendorf bei Wien ist z. B. ein Bäcker zahlungsunfähig geworden, weil er nahezu eine Viertelmillion an Differenzen zu zahlen gehabt hätte. Die Zeitung „Die Müllerstube" hat in einer der letzten Nummern mit Recht darauf verwiesen, daß der Gewerbetreibende — ob Müller oder Bäcker — nicht spekulieren darf, sondern daß diese beiden Stände ihren Verdienst in ihrem Gewerbe suchen müssen, der Müller im Mahllohn, der Bäcker im Backlohn. — Die christlichsozialen Abgeordneten haben nun kürzlich die Regierung im Abgeordnetenhause in einer Interpellation aufgefordert, sie solle dahin wirken, daß die im Ausgleichsgesetze (1907) von der ungarischen Regierung zugesagte Reform der Budapester Waren- und Effektenbörse ehestens durchgeführt und dort das gesetzliche Verbot des Blankoterminhandels in Getreide ins Leben trete. Langfristige Mehllieferungsgeschäfte, die die Zeit von drei Monaten überschreiten, seien überhaupt zu verbieten und zu bestrafen. Was gedenkt die Regierung zn tun, heißt es weiter in der Interpellation, damit die exekutiven Mehlverkäufe an der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien, sowie an allen übrigen landwirtschaftlichen Börsen in Österreich nicht in einer Art vorgenommen werden, wodurch gleichzeitig die betreffenden Mehlkäufer, Bäcker und Kleinmehlhändler einerseits und die gesamte österreichische Mühlenindustrie und das Müllergewerbe anderseits in geradezu ruinöser Weise auf das schwerste geschädigt werden? Was gedenkt die Regierung zu tun, daß irregeführte Kleingewerbetreibende, welche, aufgestachelt von gewissenlosen Vertretern ungarischer Großmühlen, solche ungeheuerliche Mehlspekulationen eingegangen sind, nicht von Haus und Hof vertrieben und von ihren Betriebsstätten weggerissen werden, wodurch Tausende wirtschaftlicher Mittelstandsexistenzen ins Proletariat gestoßen und an deren Stelle großkapitalistische Fabriksbetriebe treten werden? Gedenkt die Regierung unverzüglich und mit aller Entschiedenheit die erforderlichen Schritte zu tun, um die durch die allgemeine Teuerung ohnehin schwer getroffene konsumierende Bevölkerung vor weiterer Ausbeutung gerade bei dem wichtigsten Lebensmittel zu schützen? — Es wäre sehr wünschenswert, daß die Interpellation von der Regierung nicht einfach beiseite gelegt würde, sondern in der Sache etwas Ernstliches geschähe. — (Waldverwüstung.) Der Wald ist zur Nutzung da, aber selbstverständlich innerhalb der durch das Gesetz und die Volkswohlfahrt gezogenen Grenzen. Auf unseren karstigen Hängen sind Kahlschläge bekanntlich nicht zulässig. Trotzdem wird immer und immer wieder dagegen gefehlt. Die Besitzer lassen die italienischen Köhler stocken, wie sie wollen, und kümmern sich häufig zu wenig darum, ob diese die gesetzlichen Vorschriften auch wirklich einhalten. So wurden jüngst wieder im Unterlande ein paar sehr auffallende Kahlschläge gemacht, und zwar trotz ausdrücklicher vorhergegangener Abmahnung und Warnung seitens des Herrn Bezirksförsters. Abstrafungen der betreffenden Besitzer werden die unvermeidliche Folge davon sein. Die Zahl der italienischen Köhler (diesen ist Gottschee ihr „Amerika") in unseren Waldungen beläuft sich heuer auf mehr als 600 (Arbeiter samt Familienmitgliedern). Zum Glück, muß man sagen, ist der größere Teil derselben in herrschaftlichen Forsten beschäftigt, wo man es mit der Schonung des Waldes genau nimmt; sonst stünde es noch schlimmer um unsere Waldungen. Zu bedauern ist es, daß unsere Landsleute die Abstockungsverträge mit den italienischen Unternehmern noch immer allein, ohne einen Sachverständigen um Rat zu fragen, abschließen, wodurch sie oft genug empfindlichen Schaden erleiden. So mancher Besitzer hat seinen Holzbestand um wahre Spottpreise verschleudert. Wie wir hören, ist der hiesige Herr Bezirksförster gerne bereit, den bäuerlichen Waldbesitzern bei der Abschließung solcher Verträge an die Hand zu gehen; allein die Leute glauben, wie es scheint, daß sie selbst alles besser verstehen, und müssen sodann auch die nachteiligen Folgen tragen. Läßt überdies der eine, oder der andere den größten Teil des Erlöses von seinem Walde durch die Gurgel rinnen, dann kann es geschehen, daß er nicht bloß sein schönes Holz, sondern auch seine liebe Gesundheit dabei verliert. — (Der Hecht als Rattenfänger.) Neulich wurde in der Rinfe ein Hecht gefangen, der eine Ratte im Magen hatte. Er muß die über die Rinfe schwimmende Ratte erst kurz zuvor verschluckt haben, da letztere noch ganz frisch und wohlerhalten aussah. Bekannt ist, daß Hechte auch aus junge Enten losgehen. Wenn wir nicht irren, war es im vorigen Jahre, wo einem Besitzer in Mooswald auf diese Weise mehrere Entlein wegkamen. Man hatte zuerst zweibeinige Diebe im Verdachte, entdeckte jedoch dann, daß ein großer Hecht der wirkliche Missetäter war. — (Heimatkunde.) Der ständige Ausschuß für die deutschen Schulen des Bezirkes Gottschee hat mit der Ausarbeitung eines Planes zur Verfassung der Heimatkunde von Gottschee Herrn Oberlehrer Tschinkel in Morobitz betraut. Zur Mitarbeit bei der Verfassung dieser Heimatkunde, die eine Ergänzung des Lesebuches bilden soll, sind folgende Herren eingeladen worden: a) Für geographische Lesestücke und Landschaftsbilder Inspektor Peerz; b) für Statistik und Geologie Hofholzer und Dr. Dreger-Wien; c) für Geschichte Prof. d. R. Obergföll; d) für Sagen, Spiele, Sitten und Gebrauche Oberlehrer Tschinkel; e) für Zoologie, Botanik und Mineralogie Erker-Unterlag; f) für Lieder Perz-Nesseltal; g) für Industrie Braune-Gottschee; h) für Sprache Dr. Tschinkel-Prag. — (Volksschulwesen.) In einer Beratung der k. k. Be-zirksschulinspektoren Krains wurde auf Antrag des Bezirksschnlinspek-tors Herrn Pros. Peerz beschlossen, es sei ehestens ein Enquete einzuberufen zur Revision der Lehrpläne. Die Ortsschulräte seien zu veranlassen, die Lernmittel für sämtliche Schüler beizustellen. Die Ferien sollen nicht getrennt werden, damit die Kinder vor der Ausnützung zu schwerer körperlicher Arbeit geschützt werden. Verdienten Lehrern sei der Titel Oberlehrer zu verleihen. Ferner soll eine Instruktion für die Ortsschulräte verfaßt werden. (Wird wenig nützen I Anm. d. Schriftl.) Die Lehrerbildung fei zu reformieren und das Bezirksfchulinfpektorat zu stabilisieren, weil nur ein definitiv eingestellter Inspektor sich mit Stetigkeit und Ruhe in seine Arbeit vertiefen könne. Die Lehrerbesoldungsfrage müsse ehestens einer günstigen Lösung zugeführt werden, da nur dann auch ein entsprechender Lehrernachwuchs zu erwarten sei. — (Krise in der Deutschen Agrarpartei.) Die Deutsche Agrarpartei in Steiermark, von der die „Deutsche Bauernpartei" in Gottschee bekanntlich ein Anhängsel ist, befindet sich gegenwärtig in einer sehr mißlichen, kritischen Lage, wie aus einer Berichtigung hervorgeht, die der verantwortliche Schriftleiter und Verwalter des „Landboten" („Gottscheer Nachrichten") vor ein paar Tagen dem „Grazer Tagblatt" übersandt hat. Diese lautet: „Au die vereheliche Schriftleitung in Graz. Mit Berufung auf § 19 des Paßgesetzes ersuche ich um Aufnahme nachstehender Berichtigung in die nächste oder zweitnächste Ausgabe ihres Blattes: Es ist unwahr, daß mir am 15. d. (Juni) gekündet und ich meines Amtes enthoben wurde. Wahr ist, daß, wie das vertrauliche, rekommandiert an 30 Parteigenossen am 15. Dezember v. I. versandte Rundschreiben der Parteileitung (gezeichnet: Dr. Kapper, Dengg und Dr. Klusemauu) besagt: „Unser neuer Schriftleiter, Grundbesitzer Rudolf Türke in Seisers-berg, wird auch für die Verwaltung die Verantwortung führen (nach dem Verrechnungssystem) und ist uns vorderhand auf ein Jahr verpflichtet," ich noch bis 1. November d. I. meine Stellung, für die ich bisher noch keine Entlohnung erhalten, mit allen Rechten und Pflichten vertragsmäßig innehabe oder bis die Eigentümer des Blattes ihren Verpflichtungen gegen mich (im Betrage von 7000 K) nachgekommen sind und eine gütliche Lösung des unleidlichen Verhältnisses herbeigeführt wird. Für die Aufnahme im vorhinein bestens dankend hochachtungsvoll Schriftleiter und Verwalter des „Landboten" und der „Gottscheer Nachrichten". Graz, Sporgasse 11." Rudolf Türke. — In einem Inserate („Grazer Volksblatt") warnt Herr Türke überdies noch jedermann, „ohne Rücksicht auf Titel und akademische Grade, durch unrichtige Angaben bei Behörden die Ausfolgung der unter seinem Namen einlaufende Geldsendungen und Zuschriften zu verhindern, weiter ihn an seiner Ehre und seinen geschäftlichen Unternehmungen schädigende Notizen in die Blätter zu bringen und unwahre Nachrichten zu verbreiten, da er gegen deren Urheber un-nachsichtlich vergehen würde." — Wie wir erfahren, erscheint ab 1. Juli d. I. eine neue unparteiische Wochenschrift „Illustrierter Haus- und Bauernfreund", welche die „unleidlichen Verhältnisse" in der Leitung der Deutschen Agrarpartei schildern wird. — Das wird ja ein ganz ergötzliches Schauspiel sein, wenn die freiheitliche Parteiwäsche wieder einmal öffentlich gewaschen wird, meint hiezu das „Grazer Volksblatt". War es not, daß sich „freiheitlich" tuende Gottscheer Bauern von einer so verkrachten Partei ins Schlepptau nehmen ließen? — (Das österr. Ein wanderungs heim) in New Dork soll jetzt reformiert werden. Der Einwanderungskommissär auf Ellis-Jsland hat vor einigen Wochen der Österreich. Gesellschaft in New Dork das Recht entzogen, Einwanderer auf Ellis-Jsland zu übernehmen, weil er die Reinheit im Heim bemängelte und beanständete, daß die Zimmerarbeit in dem Raum für Frauen von Männern besorgt wird. Infolge dieser Ausschließung hat die Gesellschaft jetzt eine Vollversammlung abgehalten, in welcher der Präsident Fischl abgedankt hat. Nun soll das Auswanderungsheim gründlich reformiert werden. Mitterdorf. (Wo sind die 68?) Wanderlehrer Pregl wußte zu erzählen, daß seine Vieh- und Schweinezuchtgenossenschaft in Mitterdorf bereits am 1. April 68 Mitglieder hatte; die staatlichen Subventionen müßten daher ihr ausgeteilt werden. Jetzt hat sich aber herausgestellt, daß seine Genossenschaft am 18. Juni erst 42 Mitglieder zählte, von denen erst zwei ihre Beiträge eingezahlt hatten. Wohin sind denn die übrigen verschwunden? Die von christlichsozialer Seite gegründete Vieh- und Schweinezuchtgenossenschaft in Mitterdorf aber hatte am 18. Juni schon 54 angemeldete Mitglieder und von ihnen hatten am genannten Tage schon 22 ihre Beiträge entrichtet. Das Vorrecht auf Subventionen kommt also uns Christlichsozialen zu. Das sieht auch Herr Pregl gewiß ein. — (Hausverkauf.) Georg Fitz aus Koflern Nr. 10 hat Haus und Grund an einen Obergraser um 13.600 K verkauft. Daß in diesem Falle ein Besitzer wegen einiger Groschen Mehreinnahmen den Grund lieber Fremden als den eigenen Kindern verkauft, haben alle Nachbarn mißbilligt. — (Versammlungen.) Sonntag den 10. Juli um 3 Uhr nachmittags findet im Gasthause des Herrn Petsche in Mitterdorf die Jahreshauptversammlung der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Schulvereines und des Bienenzucht-Zweigvereines für Gottschee und Umgebung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen des Vorsitzenden, 2. Kassabericht u. Wahl der Rechnungsprüfer, 3. Wahl des Vorstandes, 4. Allfälliges. (Keltengräber.) Der über die Grenzen Krams hinaus bekannte Altertumsforscher Pečnik aus Laibach, welcher sich seit 26 Jahren mit Ausgrabungen befaßt und hiebei schon zahlreiche, für die Geschichte des Landes wertvolle Funde gemacht hat, untersucht jetzt über Auftrag des Landesausschusses auch den politischen Bezirk Gottschee. Es soll erhoben werden, ob Gottschee bereits in vorchristlicher Zeit bewohnt war oder erst mit der Einwanderung der Gottscheer vor sechshundert Jahren besiedelt wurde. Pečnik will den Beweis einer vorchristlichen Besiedelung erbracht haben; denn er erklärte nicht nur die vor mehreren Jahren auf der Kofler Hutweide (Fuchsloch) aufgefundenen und jetzt im Gymnasium zu Gottschee befindlichen Töpfe als Denkmäler aus der Keltenzeit oder Hallstädterperiode, sondern behauptet mit aller Bestimmtheit, daß der so sonderbar aufgebaute, zwischen der Ortschaft Obrem und dem Ortrerbüchel gelegene Hühnerbüchel (Hünenbüchel?), sowie noch drei weitere in der Nähe befindliche Erdhügel vorchristliche Keltengräber seien. Hiezu sei bemerkt, daß schon vor Jahren Regierungsrat Wolsegger den Hühnerbüchel als Römergrab bezeichnte. Im Hühnerbüchel müssen mindestens dreißig Leichen beerdigt worden sein, meint Pečnik. Die Ausgrabungen werde der Landesausschuß noch heuer vornehmen lassen. Pečnik untersuchte auch die Mitterdorfer „Frauengrotten" und die „Fürstleisch-grotte" in Malgern. Das Kofler „weite Loch" und die über Loschin durch Koflern führende Strecke der „Römerstraße" will er anläßlich der vorzunehmenden Öffnung der Obrer Keltengräber besichtigen. Dem Ergebnisse der Ausgrabung sieht man mit Spannung entgegen. (Wahl.) Am 23. Juni wurden die infolge Ablebens des Obmannes im Aufsichtsrate unserer Kasse nötigen Ergänzungswahlen vorgenommen. Gewählt wurde Herr Josef Perz aus Ort Nr. 8 zum Obmanne, Herr Matthias Perz aus Koflern Nr. 22 zum Obmannstellvertreter. Attlag. (Hirsche in hiesigen Revieren.) In der Altlager und Neulager Gegend sind kürzlich Hirsche gespürt worden, die aus Fürst Windischgrätzschen Revieren stammen dürften und sich in unsere Gegend verlaufen haben. Die Leute sind über die.vierbeinigen Gäste nicht erfreut, da sie in den Äckern Schaden machen. Die Bauern wünschen sich nicht jene Zeiten herbei, wie sie vor 1848 bestanden, wo sie von Hirschen viel zu leiden hatten. Wösek. (Ans der Gemeinde) itzung.) Infolge der großen Schwellen- und Holzkohlenverfrachtung von Berdreng nach Gottschee wurde der Gemeindeweg von Berdreng nach Reintal derart ausgefahren und ruiniert, daß man selbst mit leerem Wagen nicht mehr fahren konnte. In der Sitzung am 26. Juni hat nun der Gemeindeausschuß den Gemeindevorsteher ermächtigt, den Weg äusbessern zu lassen, und beschlossen, daß außer der Gemeinde auch die Schwellen-und Holzkohlenlieferanten: Hans Jonke, Anton KajfeL, Medvedič, Muraro und Staubacher für die Kosten aufzukommen haben. Auch wurde beschlossen, zur Kreierung und Erhaltung der Stelle eines Tierarztes der Filiale Gottschee der Landwirtschaftsgesellschaft für Kram, da der Bezirkstierarzt die Landpraxis infolge Uberbürdung mit amtlichen Arbeiten nicht mehr ausüben darf, einen jährlichen Beitrag von 64 K zu leisten. Höerdeutschau. (Todesfall.) Am 24. Juni d. I. ist hier nach längerer Krankheit und würdigem Empfang der heil. Sterbesakramente Maria Deutschmann vulgo „Suppansch" im Alter von 85 Jahren gestorben. Sie war die Mutter des in Wien ansässigen Kaufmannes Herrn Peter Deutschmann. Die Verstorbene war eine arbeitsame, tief religiöse und edle Frau. Möge sie in Frieden ruhen! Messettat. (Spar- und Darlehenskassenverein.) Der Geldumsatz unserer Raiffeisenkasse belief sich im ersten Halbjahre 1910 auf 52.000 K. — (Die Hauptversammlung) der Ortsgruppe Nesseltal des Deutschen Schulvereines fand Sonntag den 3. Juli um 3 Uhr nachmittags im Gasthause des Herrn Johann Wüchse statt. Masern. (Trauung.) Am 26. Juni schlossen den Bund fürs Leben Josef Weiß aus Katzendorf Nr. 8 und Johanna Mams aus Masern Nr. 39. Viel Glück I chöttenitz. (Holzverkauf.) Die hiesige, Gemeinde hat an die Holzhändler Kren von Schweinberg und Češarek aus Reifnitz um 3000 Kronen Holz verkauft, darunter auch das aus einem Pfründenanteile, worüber sie eigentlich nicht verfügen kann, weshalb die Angelegenheit der k. k. Finanzprokuratur in Laibach zur Entscheidung vorgelegt werden wird, wenn die Gemeinde nicht den nötigen Ersatz leisten sollte. (Besitzwechsel.) Johann Grill aus Krapflern 11 hat sein Anwesen um 3600 K an den soeben mit Familie aus Amerika heimgekehrten Johann König aus Gutenberg 16 (Pinkersch) verkauft und ist samt Familie nach St. Florian in Oberösterreich übersiedelt, wo er ein Kausmannsgeschäst erworben hat. Den Besitz in Pöllandl (Dornachberg) Nr. 57 hat bei der gerichtlichen Feilbietung Johann Petschauer aus Altsag (Auderleisch) um 2021 K erstanden. Der frühere Besitzer Jakob Gritscher, ein Slowene, ist nach Mitterdorf bei Tschermoschcutz gezogen. Wögrekz. (Prozesse und Roheitsausbrüche.) Der hiesige Besitzer Joh. Schmidt möchte ganz Pogrelz haben, daher fängt er bald mit dem einem, bald mit dem anderen Nachbar Grundstreitigkeiten an, die immer in teuere Prozesse ausarten. Bisher jedoch hat Schmidt sämtliche Prozesse verloren. Er hat also fleißig den Advokaten „Bratlein" gekauft, selbst aber Rüben und Erdäpfel gegessen. Als am 6. v. M. der Besitzer Erasmus Mische Nr. 3 von Schmidt in seinem Anteile gefällte Buchenstämme nach Haufe führen wollte, wurde er von den Söhnen des Schmidt Franz und Ferdinand mit dem Rufe „schwarzer Teufel" (denn Schmidt ist natürlich ein Roter) überfallen und mit einer Wagenkipfe zu Boden geschlagen, wobei er einen Schädelbruch erlitt. Die beiden Unmenschen sprangen dann noch auf ihn und richteten ihn erbärmlich zu. Bei der Gerichtsverhandlung wurde Ferdinand Schmidt zu acht Tagen und Franz Schmidt zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Auch der Geschlagene bekam 48 Stunden und kann, da die beiden Schmidt nichts besitzen, auch noch die Kosten tragen. Halbtot geschlagen werden und dann noch zahlen müssen dafür ■— eine schöne Gerechtigkeit, nicht wahr? Lienfeld. (Selbstmord.) Am 24. Juni hat sich hier in seinem Hanse (Wirtschaftsgebäude) der Maurermeister Franz Preiditsch erhängt. Nach amtsärztlichen Erhebungen geschah der Selbstmord in einem Anfalle momentaner Geistesverwirrung. Der Unglückliche stand im 64. Lebensjahre. Als Maurermeister war der Verblichene geschätzt. Er hat n. a. die Schulhäuser in Rieg und Stalzern gebaut. Höttenitz. (Wasserleitung.) Die Gemeinde hat vor kurzem um die Gewährung einer Nachtragssubvention für die hiesige Wasserleitung angesucht. Wir hegen die begründete Hoffnung, daß das hohe Ackerbauministerium nach Vornahme der technischen Überprüfung des beigeschlossenen Projektes das Subventionsgesuch bald in günstigem Sinne erledigen wird. (Ist bereits geschehen. A. d. Schristl.) Weißenfeks. (Schulfeier.) Sonntag den 26. Juni wurde nach der heil. Messe an der hiesigen Schule anläßlich des 30 jährigen Bestandes des Deutschen Schulvereines eine schöne Schulfeier ab-gehalten. Eröffnet wurde dieselbe durch Absingung des weihevollen „Bundesliedes" von Mozart. Bei der darauffolgenden Begrüßung der Festgäste verlieh Oberlehrer I. Kraulaud in beredten Worten seiner besonderen Freude darüber Ausdruck, daß die hochgeehrten Herren Bürgermeister A. Mally und Oberleutnant H- Berrer, Direktor der hiesigen Aktiengesellschaft Stahlwerke, samt seiner schul-freundlichen Frau Gemahlin erschienen waren und sich trotz des schlechten Wetters nicht abhalten ließen, an der hehren Feier teilzunehmen. Außerdem wurden Ortsschulratsobmann Herr I. Schmol-liner und in den Vertretern des Beamtenkörpers der genannten Aktiengesellschaft zugleich auch die der hiesigen Schnlvereinsorts-gruppe auss herzlichste begrüßt. Nach einigen kurzen Deklamationen hielt der Oberlehrer eine erhebende Ansprache an die Kinder, in welcher er zunächst mit einfachen Worten über die gewaltige Ausbreitung des Deutschen Schulvereins von seiner Gründung an bis auf den heutigen Tag ein klares Bild entwarf. Hierauf gedachte er des segensvollen Wirkens des Vereines während seines bisherigen Bestandes und hob dann im besonderen hervor, daß sich der Deutsche Schulverein beim Baue des hiesigen prachtvollen Schulhauses mit einer ansehnlichen Spende einstellte und das begonnene Werk so der Vollendung entgegensühren half. Zum Schluffe richtete er an die Kinder einen warmen Appell, den deutschen Sinn stets treu und ungeschmälert zu bewahren und dereinst, herangewachsen, dem Schulverein mit Treue und Ergebenheit zur Seite zu stehen, ihn nach Kräften zu fördern, um auf diese Weise die große Dankesschuld abzutragen. Unter dem Bortrage von auf die Freier bezugnehmenden Gedichten und dem Absingen passender Lieder nahm dieselbe ihren weiteren Verlauf. Mit dem Absingen des hehren „Deutschen Weiheliedes" und dem Schlußworte des Schulleiters fand die schöne Feier ihren Abschluß. Nachrichten aus Amerika. Mttsöurg. (Doppelte Blutschuld.) Der Schauplatz einer brutalen Mordtat von Seite eines dem Trunke ergebenen Gatten, der nach der Mordtat zum Selbstmörder wurde, war am 11. v. M. Abend das Haus Nr. 7 Dudley Straße in Brushtou. Joses Samide aus Altlag Nr. 77, 38 Jahre alt und von Berus ein Former in einer Gießerei, war der Mörder und Selbstmörder. Josef, der 14 Jahre alte Sohn Samides, Laufbursche in der Office der We-stinghouse Machiue Company zu East Pittsburg, erzählte später, daß der Vater die Mutter in letzter Zeit zu wiederholten Malen mißhandelt und sie mit dem Tode bedroht habe. So auch, bevor die Frau eines schweren Leidens wegen in das Columbia Hospital nach Wilkinsbnrg befördert wurde. Als Frau Samide wieder aus dem Hospital entlassen wurde, fand sie daheim einen Revolver vor, den ihr Gatte während ihrer Abwesenheit gekauft hatte. Unheil befürchtend, sandte sie die Waffe in die Wohnung ihrer Schwester, damit ihr Gatte in einem seiner häufigen Wutausälle nicht etwa schlechten Gebrauch vom Revolver machen könne. Am 11. Jnni, kurz nach sechs Uhr abends kain Samide in angetrunkenem Zustand nach Hause und befahl sofort seinem älteren Sohne Joses, den Revolver ans der Wohnung der Schwägerin zu holen. Der Knabe, der dem Vater nichts Gutes zutraute, weigerte sich, dem Befehle nachzukommen. Nachdem ihn der Vater jedoch geschlagen, lies er sort und kam mit dem Revolver und einer Schachtel voll Patronen wieder. Er händigte dem Vater die Waffe ein, behielt aber die Patronen solange in seiner Tasche, bis abermals Hiebe ans ihn herabsausten. Die Mutter befand sich zur Zeit in einem Zimmer des oberen Stockwerkes und sprach eben mit Dr. H. A. Barnhart von Nr. 410 Brnshton Avenue, der etwa zehn Minuten früher in das Haus gekommen war, um nach dem kranken Töchterlein der Frau, der achtjährigen Helen, zu sehen. Die Hilferufe des vom Vater gezüchtigten Knaben drangen deutlich in das Zimmer, in welchem sich die Mutter, der Arzt und das kranke Kind befanden. Frau Samide verließ das Zimmer und eilte in das untere Stockwerk hinab, und kaum waren einige Minuten vergangen, als Doktor Barnhart, der oben zurückgeblieben war, die Hilferufe der Frau hörte. Er eilte hinunter, und als er vom Hausflur aus durch die offene Küchentür blickte, bot sich ihm ein grausiger Anblick. In einer Ecke der Küche lag der weinende Knabe und mitten im Zimmer schlug der wütende Mann mit dem Revolvergriffe auf feine Frau los, die bereits aus mehreren Gesichtswunden blutete und vergeblich den Hieben auszuweichen suchte. Gesicht und Kleider waren mit Blut besudelt. Der Doktor, der an der Küchentür stand, stieß einen Schreckensruf aus und wollte sich auf den Mann stürzen, dieser jedoch richtete den Revolver auf den Arzt, der daraufhin, weil er für fein eigenes Leben fürchtete, die Flucht ergriff und wieder in das obere Stockwerk eilte. Erst während der Flucht des Arztes jedoch steckte Samide zwei Patronen in die Waffe, und nur kurze Zeit hatte sich Dr. Barnhart wieder im oberen Zimmer befunden, als plötzlich ein Schuß fiel. Etwa eine halbe Minute später krachte ein zweiter Schuß. Nach dem ersten Schüsse hörte der Arzt einen grellen Hilferuf und dann einen dumpfen Fall. Nach dem zweiten Schüsse ertönte kein Ruf, wohl aber hörte Dr. Barnhart, wie ein Körper schwer zu Boden stürzte. Voll Entsetzen eilte der Arzt wieder hinunter in die Küche und der Anblick, der sich jetzt ihm bot, bestätigte seine frühere Ahnung. Knapp nebeneinander lagen die Leichen von Frau Samide und ihres Mannes, beide durch die Brust ge- schossen, und noch immer in der Ecke zusammengekauert starrte der 14 jährige Josef mit entsetzten Augen auf seine toten Eltern. Die beiden Schüsse hatten binnen kurzer Zeit eine Schar von Nachbarn herbeigelockt, ebenso auch drei zur Zeit der Tragödie im Freien spielende Kinder Samides, Mary, Frank und John, im Alter zwischen 15 und 11 Jahren. Binnen kurzer Zeit war ein Patrol-wagen angekommen, der die beiden Leichen zuerst in die Frankstown Avenue Polizeistation und von dort aus in die Morgue brachte. Dr. Barnhart nahm sich der acht Jahre alten, fieberkranken Helen an und transportierte sie in einem Automobil in das Pittsburg Hospital. Ein anderes Kind, die 21 Monate alte Rosie, die während der Schießaffaire in einem Zimmer des oberen Stockwerkes in einer Wiege schlief, wurde vorläufig von einer Nachbarin ausgenommen, die bis auf weiteres auch für die übrigen minderjährigen Waisen sorgen wird. Josef will später mit Hilfe seiner älteren Schwester, die im Haufe eines Arztes am Thomas Boulevard bedienstet ist, für die Geschwister sorgen. Wie Samide, so war auch seine Gattin 38 Jahre alt. Beide waren seit 18 Jahren verheiratet und hatten sieben Kinder. Er war jahrelang in der Gießerei Sterling Foundry Company in Braddock bedienstet, arbeitete in der letzten Zeit aber nicht und trank desto mehr. Dieser Übergenuß von Spirituosen scheint seinen Verstand zerrüttet zu haben; nur so ist die gräßliche Mordtat und sein Selbstmord zu erklären. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Uleindruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. 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