PRIRODOSLOVNE RAZPRAVE, 3 (8), p. 167-237 Ljubljana, 30. XII. 1937 \ If 38 PRIRODOSLOVNE RAZPRAVE KNJIGA 3 (8. ZV.), STR. 167—237 FRAN KOS UBER D1E POLYMORPHE AUFSPALTUNG DER ISOTOMURINI CENA DIN 36— LJUBLJANA 1937 IZDAJA IN ZALAGA PRIRODOSLOVNO DRUŠTVO V LJUBLJANI UREDIL: DR. PAVEL GROŠELJ PRIRODOSLOVNE RAZPRAVE, 3 (8) p. 167 237. Ljubljana, 30. KIL 1937. Uber die polymorphe Aufspaltung der Isotoinurini Fran Kos. Mit 45 Textabbildungen. (Aus der Naturhistorischen Abteilung des National-Museums in Ljubljana.) Inhalt. Seite 1. Einleitung.............................................................167 2. Isotomurus palustris (Miiller, 1776), Borner, 1903 . . . 169 3. Isotomurus viridipaluslris nov. sp..............................182 4. Isotomurus maculatus (Schaffer, 1896), Borner, 1903 . . . 185 5. Isotomurus denticulatus nov. sp.................................192 6. Isotomurus palliceps (Uzel, 1891), Stacli, 1929 .... 199 7. Isotomurus pentodon nov. sp.........................................202 8. Isotomurus lateclavus nov. sp.......................................208 9. Isotomurus A (f. innominata)........................................216 10. Isotomurus B (f. innominata)........................................220 11. AuBere Morphologie und Systematik.................................225 12. Izvleček ......................................................229 13. Verzeichnis der zitierten Literatur.................................234 Einleitung Das Material fiir diese Abhandlung stammt hauptsachlich aus den Jugoslawischen O s t j u 1 i s c h e n Alpen. Die ani meisten polymorph erscheinenden und systematisch von bestehen-den Diagnosen und Beschreibungen ab\veichenden Isotomurus-Formen fand ich eben in dieser Hochgebirgsregion. Die interessan-testen Exemplare fand ich auf den Schneefeldern, die den Triglav-firn umranden, und an einigen anderen Fundorten des Triglav-m a s s i v e s. Um wichtige taxonomische Merkmale erwahnter Alpenfonnen vergleichend systematisch-morphologisch verwenden zu konnen, muBte ich zu diesem Material auch die nicht so polyniorphen Isotomurus-Arten und Varietaten des Tieflandes heranziehen. Nur dadurch war es moglich, die ganze Mannigfaltigkeit der Isotomu-rusgruppe wenigstens annahernd zu erfassen. Die geographische Verbreitung und Aulienmorphologie, ohne inneranatomische und sexualdimorphe Merkmale, bilden die Grund-lage tur diese Studie. Die funktionelle Relation, die Form zur Um-welt, wurde moglichst beriicksichtigt. Bei neu aufgestellten Arten ist der Diagnose zum Zwecke eines eingehenderen Vergleichens der Verwandtschafts - Verhalt-nisse eine ausfuhrliche Beschreibung vorausgeschickt worden. Die Ideologie R e n t s c h ’ s, beziiglich einer derzeitigen, syste-matisch-morphologisch-geographischen A r b e i t s w e i s e, die teil-weise schon Allgemeingut geworden ist, war oft beeinflussend fiir meine Betrachtungsweise iiber die ver\vandtschaftliche Zugehorig-keit einzelner Individuen und lndividuenserien. Die Ursache, dali ich nicht zu jenen Resultaten, welche durch diese Arbeitsweise und durch diesen Ideengang postuliert werden, gelangen konnte, liegt in dem noch zu weitmaschigen und iiuBerst unvollkommenen Netz-werk geographischer und teils auch morphologischer Angaben iiber alte und neue Arten, iiber einzelne Formen und Formenserien dieser Gruppe. Neben lndividuenserien \vurden auch Individuen besproclien, welche nur in einigen oder sogar nur in einem Exemplar vorhanden waren. Ein Differenzieren, ob kolonienweise, individuelle, zeitliche, okologische oder nur geographische Variabilitat vorliegt, war mei-stens nicht moglich. Ebenso war es nicht moglich, sich iiber »erb-lich« oder »nicht erblich« einzelner Merkmale Klarheit zu schaffen. Um von solchen Formen uberhaupt einmal sprechen zu konnen, mulite ich sie benennen. Dadurch ist die Zahl der neuen Arten gestiegen. Diese Abhandlung ist als Beitrag zu einer Fragelosung iiber die poiymorphe Aufspaltung der Isotomurusformen zu betrachten. Es wird vvahrscheinlich noch viel Material aus verschiedenen Gegenden (horizontal und vertikal gesammelt) notvvendig sein, bis in die Mannigfaltigkeit der Erscheinungsformen dieser Gruppe die Schlub-steine einer gut umgrenzten Tribus gelegt werden konnen. Gut bekannte, doch mit nachtraglichen Erganzungen und Zu-satzen ihrer Diagnosen und Beschreibungen nicht mehr eindeutig charakterisierte Formen \vurden auf Grund des eigenen Materials und mit Beriicksichtigung mehrerer taxonomischen Merkmale neuerdings vergleichend behandelt. Eingehender wurde nur diejenige mir zu Verfugung stehende Literatur beriicksichtigt, die die Isotomurusformen nicht nur auf-zahlt, ihre geographische Verbreitung angibt oder diese Formen nur nach Farbe unterscheidet, sondern vor allem jene Werke, die auch andere taxonomische VVerte als nur Farbe und Ornament diagnostisch verwerten. Den Fundortangaben sind kurze Notizen iiber die Umweltbe-dingungen einzelner Sammelstellen beigefiigt. Die vergleichende Beurteilung der Moglichkeit einer okologischen Beeinflussung und Variabilitat einzelner Formen oder Formenserien fiir das bespro-chene wie auch einmal spater gesammelte Material wird dadurch erleichtert. Mit der Fangzeit sind die gleichzeitigen klimatischen Verhalt-nisse mitervvahnt. Krst sie gewahren das richtige Urteil iiber die Bevolkerungsdichte und Zusammensetzung einzelner Bioconosen. Das ganze, hier besprochene Material wurde von mir gesam-melt und in 75% Alkohol konserviert. In Milchsaure eingeschlossen, wurden die Tiere bei VergroBerung bis 1500-mal durchgearbeitet. Das Material befindet sich in der naturhistorischen Abteilung des Nationalmuseums in Ljubljana, J u g o s 1 a w ien. Abkiirzungen in den Bescbreibungen, Diagnosen und der Ubersicht der Arten. (Nach H a n d s c h i n 1929.) Abd I—VI = Abdomen I bis VI Ant I—IV = Antennenglieder I—IV De = Dentes Iz = Innenzahn K = Kopfdiagonale Krp = Korper Ma = Manubrium Mu = Mucro O = Ominen PAO = Postantenalorgan Th I—III = Thoracalsegmente I—III Isotomurus palustris (Mtiller, 1776) Borner, 1903. Abb. 1, 2, 3—6, 11, 14, 15, 29. Nachtraglich eingeschobene Zusatze und Erganzungen haben zu den urspriinglichen Diagnosen und Bescbreibungen dieser Alt so viel Neues und Bemerkens\vertes beigetragen, dali man sie, je nachdem man sie nach urspriinglicheren (z. B. Lubbok 1873, Schott 1893), hier auch: De G e e r, M u 11 e r, Gmelin, B o u r 1 e t, T e m p 1 e t o n, dann Carl 1899, H a n d s c h i n 1929 u. a.) oder nach erganzenderen (Borner 1901, teils auch L i n n a-niemi 1912, Stach 1923, Kseneman 1932, Mills 1934 r u. a.) Gesichtspunkten als Art beurteilt, zu zwei ganz verschiedenen Formengruppen zuteilen konnte. In diesem und in einigen folgendcn Kapiteln werde ich ver-suchen, auf Grund meines Materials einige Merkmale der urspriing-lichen Diagnosen und Beschreibungen der »forma principalis« = »f. p.« dieser Art zu begriinden und bestimmte, ihr nachtraglich zugeschriebene Eigenschaften, Zusatze und Erganzungen, als fiir einige andere Isotomurinen-Formen charakteristisch zu bezeichnen. Alle hier behandelten und von mir als Isotomurus palustris »f. p.« aufgefaBten Exemplare stammen aus dem gleichen Biotope des Tieflandes (ca. 330 m abs. H.) und nicht eines aus den A 1 p e n. In meinem, in den Jahren 1931 bis 1936 gesammelten Apterygoten-Alpenmaterial, habe ich bis jetzt nicht ein einziges Exemplar dieser Art (»f. p.«) gefunden. Es \vundert mich, dali diese Art im Hochgebirgmassiv der Jugoslawischen O s t -j u 1 i s c h e n Alpen vollkommen fehlt, da sie im Gegenteil im Schweizerischen Hochgebirge vorkommt, und zwar iiber 1600 m abs. H. (C a r 1 1899, 1901 — 1) i e m 1903), in der Ni-valstufe der Schw eizerischen Zentralalpen (H a n d -s c h i n 1919) und im S c h w e i z e r i s c h e n N a t i o n a 1 p a r k (H a n d s c h i n 1924). Unter den etwa 250 untersuchten, meistens (68%) erwach-senen Exemplaren, haben die groBten Tiere eine maximale Korper-liinge von 2 mm, nur ausnahmsweise einige Tiere einige Zehntel mehr. Der Minimalwert betragt etwa 1'4, der Mittehvert 175 mm. Kleinere Tiere, besonders unter 1 oder 0'8 mm Lange, zahlte ich in Bezug auf die Korperlange, Grundfarbesattigung, Pigmentausbrei-tung, teilweise auch die Verhaltnisse Abd III : IV und Ant III : IV beriicksichtigend, zu den unerevvachsenen Formen dieser Art. Einige altere Angaben der Literatur fand ich mit den von mir gefundenen LangenmaB-Zahlen im Einklang: T e m p 1 e t o n , 1'27 mm (bei L u b b o c k 1873, /. palustris) und B o u r 1 e t, 2 mm (bci L u b b. 1873, I. aquatilis). Die S t a c h ’ sche (1923) Form, mit allseitig bevvimperten Haaren der letzten Abdominalsegmente betragt 2'2 mm. In den sparlichen Langenangaben der Literatur waren noch folgende zu erwiihnen, die mit der meinen, fiir »f. p.« angegebenen, \vie auch der B o u r 1 e t ’ schen und T empleton’ schen nur annahernd oder nicht in Einklang zu bringen sind: Borne r (1901) bis 4'5 mm; Schott (1893) 2'5 bis 3 mm; Handschin (1929) bis 3 mm; Mills (1934) bis 3 mm — die letzten Abdominalsegmente mit langen, allseitig bewimperten Bor-sten; Schaffer (1896) und Carl (1899) — in den Bestim-mungstabellen — 2—4'5 mm. Tul lb er g (1871) und Uzel (1891) haben in ihrer Isotoma palustris \vahrscheinlich Isotomu viridis vor sich gehabt (4 mm, 3—5 mm). Im gleichen Biotop und in derselben Gegend wie die »f. p.« fand ich auch die von Schaffer (1896) als Isotomu palustris v. maculata determinierte Form. Die Korperlange dieser in vielen Merkmalen von der »f. p.« so sehr abweichenden Form betragt bei erwachsenen Tieren nie weniger als 2 6 mm, ab und zu in der Ma-ximallange auch etvvas mehr als 3 mm, und zwar bei den Exempla-ren der ganzen Ausbeute zvveier Sammeljahre und von verschie-dcnen Jahreszeiten (1. VII. 1934, 22. IX. 1933). Okologische, altersbedingte und individualvariable Momente konnen im Allgemeinen in Bezug auf die maximalen Korperlangen der »f. p.« (2 mm) und der Farbenvarietat »v. maculata« (3 mm), (Handschin 1929, p. 73, u. a), nicht in Betracht kommen. Beide Formen stammen aus demselben Biotop und gleichem Mikroklima. Ernahrungs- und klimatische -Optima oder -Minima sind in beiden Fallen dieselben. Da mir ein ziemlich umfangreiches Material beider Formen (besonders »f. p.«) aus verschiedenen Jahreszeiten zweier nacheinander folgenden Jahre vorlag, entschloR ich mich auch die Korperlangen als charakteristisch fiir die »f. p.« und »v. maculata« vergleichend in Betracht zu ziehen. Die Korperlange zur Antennenlange der »f. p.« ware durch-schnittlich mit dem Verhiiltnis 3‘05 : 1 zu bezeichnen. Das Ver-hiiltnis K : Ant = 1 : 1'15 (Minimw.), 1 : 1'424 (Mittw.) und 1 : 1575 (Maxw.). Mit der H a n d s c h i n’schen (1929) Angabe (1 : 1'5) ist der von mir festgestellte Mittehvert noch ziemlich im Einklang. Nicht so mit der S c h o 11 ’ schen (1893) 1 : 2, ein r- Abb. 1. Die prozentuale Hiiufigkeitskurve der Langenverhaltnisse K : Ant (K als eins genommen). Isotomurus palustris (Miiller) Borner, dicke Linie. - /. maculatus (Schaffer) Borner, strichpunktierte Linie. — /. denticulatus nov. spec., gestrichelte Linie. solches Verhaltnis habe ich in meiner ganzen Ausbeute der »f. p.« nicht gefunden. Mein »f. p.« Material stammt zvvar aus vielen Sammelstellen von fast gleichem Mikroklima und deinselben Biotope. Die Tiere bewohnen ihr Verbreitungsgebiet kontinuierlich und in der Bio-conose mit der Orchesella cincta, beinahe kolonienvveise. Eine schwache Kolonien - Variabilitat \vare also moglich. DaB kleine Standortsvariationen die statistischen Resultate et\vas beeinflussen konnten, setze ich aueh voraus. Die Proportionsanderungen von K : Ant mit der Zunahme der Korperlange versuchte ich auszu-schalten, indem ich fiir die diesbeziiglichen statistischen und gra-phischen Zwecke moglichst iiber 1'0 mm lange Tiere genommen habe, die ich in funt' Gruppen, nach Mittehverten der Antennen-langen verteilte. Jiingere Tiere scheinen im Vergleich zu K etwas langere Antennen zu haben, Formen von etwa 0’8—10 mm Korperlange durchschnittlich 1 : 1‘55. Trotz der erwahnten Moglichkeiten einer Beeinflussung sta-tistischer Resultate, zeigt uns die graphische Darstellung (Prozen-tuale Haufigkeitskurve) des Verhaltnisses K : Ant, die »f. p.« beinahe ganz auBerhalb der statistisch und graphisch ganz gleich be-handelten Gruppen anderer Isotomurinae stehend (Abb. 1). Die behandelte Art »f. p.« meines Materials zeigt (Abszisse) unter den Formen der von mir gesammelten »var. maculata« in der Anten-nenlange die kleinste Langen-Variation. Die prozentuale Haufigkeitskurve (Abb. 1) steigt ziemlich gleichmaBig, erreicht ihre Amplitude (36 % der gesamten »f. p.« Ausbeute = 1 : 1'5) beinahe knapp vor dem Langenmaximum und fallt gleich darauf auf 8% der Maximallange (1 : 1'56). Diese Haufigkeitskurve konnte ich durch geanderte Gruppenzahl und Materialmenge nie viel andern. Deshalb scheinen mir diese Resultate wichtig fiir den Vei-gleich der »f. p.« mit anderen Formen dieser Gruppe zu sein. Die GroBe der acht jederseitigen Ommatidien ist untereinander bei unserer »f. p.« gleich groB. Sie sind auf dem schwarzen Ommen-fleck so verteilt, daB jederseits die vorderen vier Ommatidien beinahe eine regelmaBige, die hinteren vier eine unregelmaBige Vierer-gruppe bilden (Abb. 3). Bei einigen anderen, spater besprochenen Formen ist die GroBe und Konfiguration der Ommatidien oft eine andere. Die auBeren Anlagen des Postantennalorganes (einfache Chi-tinwiilste) erscheinen bei den in Milchsaure praparierten Tieren langlich-elliptisch, in der KOH gelegenen et\vas rundlicher. Nach Handschin (1929) betragt die Lange der Ellipse 2, bei meinen Exemplaren nur eine Ommenbreite. Eine kleine GroBenfluktuation dieser Chitinvviilsteellipse im Vergleich zur O konnte ich nach oben wie auch nach unten feststellen. Ab und zu wurden aber auch Exemplare gefunden, deren PAO zu O um ein Drittel groBer war (O : PAO = 4 : 6). Dies waren Tiere, deren Korperlange meist nicht groBer war als etwa 1'3 mm. Um etwas Genaueres iiber die Korperlange, bzw. das Alter der »f. p.« und das Verhaltnis O : PAO in der genannten Richtung zu sagen, muBten speziell die jiingeren und die alteren Tiere darauf unter-sucht \verden. O : PAO =1:2 fand ich bei dieser Form niemals. Man wiirde erwarten, daB sich die letzten zwei Antennenglieder (III : IV) des lsotomurus palustris »f. p.« in verschiedenen Alters- Abb. 2. lsotomurus palustris (M.) B. Die Langenverhiiltnisse (Ordinate) des Abd III : IV (IV als eins genommen), dicke Linie und Ant III : IV (III als eins genommen), striclipunktierte Linie. Die Anfangszahl fiir Abd. III = 10, fiir Ant IV = 1'1. stadien untereinander so verhalten werden, \vie nach Carl (1901) bei Isotomurus alticolus Carl, d. i.: bei jiingeren Exemplaren solite Ant IV im Verhaltnis zu Ant III und den iibrigen Antennengliedern groBer sein, mit zunehmendem Alter und KorpergroBe (nach meh-reren Hautungen) miiBten sich diese Glieder in ihren Langen aus-gleichen. Der Vorgang ware demnach jenem bei den Tomoceriden (Schaffer 1900, Borne r 1901) gerade entgegengesetzt. Bei einer eingehenderen statistischen und graphischen Ana-lyse fand ich an meinem, dem Alter einzelner Individuen nach un-gleichen »f. p.«-Material diese Verhaltnisse et\vas anders. Wachs-tumsdifferenzen verschiedener Biotope (Biotop und Fangzeit waren f lir alle meine Exemplare dieselben) bzw. Mikroklimen konnten in unserem Falle nicht in Betracht kommen. Begenerate wurden aus-geschaltet. Als Grundlage der graphischen Darstellung iiber das Verhalten von Ant III : IV in verschiedenen Altersstadien habe ich die Mittel-werte von je fiinf, ca. gleich groBen Individuen ( = Fiinfergruppen) von sieben verschiedenen Korperlangen (in mm: 0'8, 1'2, 1‘3, 1’5, 1‘7, 1'86, 2 — Abszisse) und entsprechenden sieben (Beihenfolge der Korperlangen) Ant III : IV Verhaltnissen (1 : 1'374, : 1233, : 1 '274, : 1'428, : 1'207, : 1'2, : 1'2 — Ordinate) des Isotomurus palustris genommen. Die Kurve zeigt uns zunachst die groBe Fluk-tuation der Wachstumsverhaltnisse der Ant III : IV (Abb. 2) und weiters, daB die Fluktuationsamplitude der Ant IV im Verhaltnis zu III (Ant III als eins genommen) vor dem Erreichen der groBten Korperlange, und nicht in den ersten Hautungsstadien (etwa 0'2, 0'5, 0‘8, 1 mm) erreicht wird. Nach der Langenkulmination fallt die Kurve tief unter das Ausgangsniveau, erreicht aber auch mit der Maximallange der Tiere (2 mm) nur selten das Niveau (d. h. die Lange) der Ant III. Als einzelnes, selbstandiges Unterschei-dungsmerkmal zwischen »erwachsenen« und »unerwachsenen« Tieren ist deshalb bei den besprochenen und wahrscheinlich auch verwandten Formen das Verhaltnis der Langen Ant III : IV etwas unsicher als diagnostisches Mittel zu verwenden. Interessant ist es, daB die Fluktuationsamplitude der Ant IV : III unter gleichen Umstanden der Fluktuationsamplitude der Abdominallange III : IV, mit Hinsicht auf die Korperlange, sehr nahe kommt (Abb. 2). Die gevvohnlichen Borsten der Antennalbehaarung sind kurz und ziemlich dicht. Der subapicale Endkolben und die »Sinnes-borsten« des Ant IV sind fast ahnlich gebaut und verteilt, wie diese Gebilde bei Isotomurus denticulatus — siehe dort — (Abb. 15). Langere, endvvarts etwas diinnere, apical nur wenig gekriimmte »Sinneshaare« und kurzere, gleichmaBig gekriiminte, »den Sinnes-stabchen des Antennalorganes III sehr ahnliche«, nur langere »Riechhaare« sind wie die sie umgebenden gewohnlichen Kahl-borsten viel kiirzer als bei I. denticulatus. Solche, den »Sinnes-stabchen« des Antennalorganes III ahnliche »Riechhaare« gibt schon A gr en (1903) und, allgemein gehalten, auch Hand-s chi n (1929) flir alle Antennenglieder der »f. p.« des Isotomurus palustris an. Fiir die Sinnesstabchen des Antennalorganes III gilt dasselbe, was bei /. denticulatus liber dieses Organ gesagt ist. Die Behaarung der »f. p.« betreffend, schicke ich meinen eigenen Beobachtungsresultaten einige diesbeziigliche literarische Angaben voraus. Als Unterschied zwischen Isotoma viridis und Isotoma palustris fiihrt Schaffer (1896) — an Schott (1893) sich an-lehnend — die die iibrigen Haare des Abdomens \veit iiberragenden, fiir I. viridis charakteristischen, abstehenden, gefiederten Borsten an (I. viridis-artige, allseitige Fiederung, Abb. 11, siehe bei I. ma-culatus). Die var. maculata des I. palustris trennt Schaffer von der »f. p». unter anderem auch durch die bei var. maculata vorkommen-den, schon bei I. viridis envahnten abstehenden, gefiederten Borsten des Abdomens ab. Man darf demnach (mit Borner, 1901, p. 47) annehmen, daB Schaffer bei der »f. p.« nur kahle Borsten fest-stellen konnte und bei der Beschreibung dieser Art nur an diese gedacht hat. L i n n a n i e m i (1912) fiihrt in der t)bersicht der Tribus Isotomurini Borner, das Haarkleid (mit Ausnahme der Bothrio-triche) als einfach, unbewimpert an. Spiiter, in der Artbeschrei-bung ist er in Anlehnung an Borner der Meinung, daB das Vor-handensein gefiederter Borsten am Ende des Abdomens fiir alle Isotomurus palustris-Formen ein gemeinsamer Charakter ist. Fiir Handschin (1929) ist das Haarkleid der Isotomurini Borner, mit Ausnahme der Bothriotriche, einfach, nicht bewimpert. K s e n e m a n (1932) gibt fiir I. palustris und seine Varietaten neben Bothriotrichen auch gefiederte Borsten an, halt aber fiir nicht ausgeschlossen, daR es einmal moglich sein wird, die Formen mit allseitig gefiederten Borsten und Unguiculusinnenzahn von der »f. p.« des I. palustris zu trennen. Auch fiir W ah Igr en (1906) und Mills (1934) sind bei I. palustris die allseitig gefiederten Borsten vorhanden. Und so stoBt man in der Literatur auf beide Ansichten, von nur kahlen (Bothriotrichen ausgenommen) und auch gefiederten Borsten (ob I. viridis — oder Entomobrya-artig, nicht differenziert) bei I. palustris. Ich fand an ca. 250 Exemplaren der »f. p.« alle Borsten, die kurzen, anliegenden wie auch die langsten, kraftigsten, abstehenden, nach riickwarts gebogenen, der letzten Abdominalsegmente und der Tibiotarsen — ausgenomraen die feinen, allseitig gefie-derten Bothriotrichen — einfach, kahl. Entomobrija- artige (siehe bei I. lateclavus, Abb., 29) oder 1. viridis-artige (Abb. 11), allseitig gefiederte Spitzborsten, wie sie bei anderen, spater in dieser Abhandlung besprochenen sogenann-ten »Varietaten« der »f. p.«, d. h. von dieser morphologisch sehr verschiedenen Formen, teils selbstandigen Isotomurusarten, an den Tibien und den letzten Abdominalsegmenten reichlich vorkommen, habe ich bis jetzt bei der »f. p.« meines Materials nie feststellen konnen. Einem Fehlen solcher Fiederborsten bei allen Individuen einer groBeren Exemplarzahl infolge des Abbrechens, \vegen z. B. unge-eigneter Konservierung (K s e nem an 1932), kann ich vorlaufig nicht beipflichten, besonders nicht, weil ich gefiederte Spitzborsten bei der »var. maculata« des I. palustris, die gerade aus denselben Funden stammte, immer klar und gut gesehen habe. Auch waren alle Exemplare der »f. p.«, \vie der »var. maculata« in der Milch-saure als mikroskopische Praparate vorbereitet und bei der Ver-groBerung bis 1500 X mit gleicher Sorgfalt beobachtet. Als Grundlage der graphischen Darstellung liber das Verhal-ten vom Abdomen III : IV (Abb. 2) in verschiedenen Alters- und Gx-6Benstadien, beniitzte ich die Mittehverte der Korperlangen und der entspreehenden Abdominallangenverhaltnisse (III :IV = 1'034 :1, 1236 : 1, 1 167 : 1, 1 2 : 1, 1 047 : 1, 1 076 : 1, 1 07 : 1) derselben sie-ben Isotomurus palustris »f. p.« Fiinfergruppen als fiir die Analyse der Langemvachstums-FIukluationen von Ant III : IV (siehe das). Nicht nur bei ausgewachsenen Tieren der »f. p.« (wie Stach 1924, bei l. palustris var. maculata) fand ich das Abdomen III im Verhaltnis zu IV (ausgenommen vereinzelte Falle) langer als IV. Auch jiingere, besonders aber mittlere Stadien hatten das Abd III im Vergleich zu IV etvvas oder sogar viel langer (Abb. 2). Die Fluktuationsamplitude der Langenkurve des Abd III : IV (Abd IV als 1 genommen) \vird in Bezug auf die steigende Zunahme der genannten Korperlange friiher als bei der Ant III : IV erreicht. Abd III und IV sind nicht immer »fast gleich lang«, sondern fluk-tuiren in der Lange, der Korperlange entsprechend. Fiir Borner (1901), der die Isotoma palustris samt ihren Farbenvarietaten und 1. maculata zu der Subf. Isotomini zahlte, war Abd III so lang, wenig langer, selten kiirzer als Abd IV. Die diagnostische VVichtigkeit der ervvahnten postembryonalen Wachstumserscheinungen hat neben Stach (1924) auch Schaffer (1900) fiir Tomocerus vulgaris Tullberg angegeben. Beide Autoren waren vvahrscheinlich von einer, mit der wachsenden Korperlange synchron und progressiv zunehmenden und nicht 1'luk-tuierenden Verlangerung des Abd III im Verhaltnis zu IV iiberzeugt. Abb. 3—6. Isotomurus palustris (M.) B. — 3. Die Oinmatidien und das Postantennalorgan. 954 X. 4. Die Klaue des III. Beinpaares. 1331 X. — 5. Das Retinaculum. Die Beborstung des Corpus. 1523 X. - 6. Der Mucro und die basale Mucronalborste. 1309 X. Das typische Trochanteralorgan im Sinne B o r n e r’s (Tijd-schrift, 1913) und Handschin (1929) ist nicht vorhanden; eine Tatsache, die schon Borner (Z. A., 1913, p. 317) festgestellt hat. Gebilde, die an ein Trochanteralorgan erinnern konnten, aber atypisch gebaut sind, habe ich bei Isotomurus denticulatus gesehen. Siehe dort und Abb. 14. Der nicht plumpe Unguis ist ohne Innenzahn (Abb. 4). Auch den Unguiculus fand ich bei allen, aus meinem Material stammen-den und von mir als »f. p.« erkannten Exemplaren ohne Innenzahn. Seine Innenlamelle bildet in der Proximalhalfte eine eckige, doch abgerundete Erweiterung. Ihr Scheitel — etwa 0'25 der Unguiculus-lange von der Basis entfernt — ist, wie gesagt, manchmal ganz ab-gerundet, manchmal mehr eckig und nach Schott (1893, Fig. 3, Taf. VI) sogar spitzig. »Unguiculi denticulos carent«, demnach be-trachtet Schott (1893) diese Spitze — die normal zur Unguicu-luslangsachse steht — nicht fiir einen ausgebildeten Innenzahn. Auch fiir Borner (1901) und Handschin (1929, Fig. 130, p. 72) ist Ku der »f. p.« zahnlos. Andere (L i n n a n i e m i 1912, S t a c h 1923 und 1924, Kseneman 1932) erwahnen Ku mit ausgebildeten Iz gleichzeitig mit Isotomurusformen, die auf den letzten Abdominalsegmenten und den Tibien lange, allseitig ge-fiederte Borsten tragen. Einige (L i n n a n i e m i 1912, — »oft ein kleiner Eckzahn« und Stach 1924), reihen solche Formen der »var. maculata« an, wenn sie in der Farbe und dem Ornament der S c h a f f e r’schen (1896) bez\v. Borne r’schen (1901) Beschrei-bung entsprechen, andere weisen sie wieder zu der »f. p.« (Kseneman 1932, Stach 1923, Linnaniemi 1912). Im Allgemei-nen sind diesbeziigliche Literaturangaben sparlich. Der Unguiculus betragt et\va die Halfte des Unguis, doch va-riiert er auch (Ko : Ku = 2 — 1'8 : 1). Die Pseudonychien sind sehr schmal. Der Pratarsus hat beiderseits eine kurze, gerade Boršte (Pratarsalborste). Die an der Stelle des Keulenhaares stehende Spitzborste ist \veder stark noch lang. Auch die langsten Borsten der Tibien und iiberhaupt der Beine sind vollkommen kahl. Die Behaarung des Ventraltubus ist sparlich. Das Corpus des Retina-culum hat an der rostralen Seite etwa vier bis sieben kahle Borsten (Abb.5). Die Ventralborsten des Dens sind liinger und stiirker als die dorsalen, ebenso die des Manubrium. Eine dorsale Densringelung wird er st unmittelbar vor dem Mucro verwischt. Der Apicalzahn des Mucro ist ziemlich gut sichtbar (Abb. 6). Die basale Mucronal-borste auf der auBeren Seite des Mucro inseriert nicht ganz unmittelbar an dem Densende, sondern etwas iiber der Mucrobasis. Sie ist gerade, \vinkelig abstehend und erreicht nicht die Lange des Mucro. Das Langenverhaltnis des Manubrium zu Dens ist als Unter-scheidungsmerkmal bei den Isotomurinen \venig oder gar nicht be-riicksiehtigt worden. H a n d s c h i n (1929) gil)t fiir Isotomurus palustris (alle Farbenvarietaten einschlieBend) das Verhaltnis Ma : De = 1 : 2 an. Aus der mir zur Verfiigung stehenden Literatur habe ich sonst keine naheren diesbeziiglichen Angaben erhalten konnen. Und doch ist das Verhalten des Ma zu De bei der »f. p.«, »var. maculata« und anderen in dieser Abhandlung besprochenen Erscheinungsformen der Isotomurinen untereinander sehr ver-schieden und fiir einzelne Arten bezw. Varietaten spezifisch. Ein 80°/! O / i 10% i i i i <>a l i i i m”; i i i /\ i / \ i i v H / \ / 1 \ / \ 1 s / \ / „ j / \ ! / I H / \ X 1 ' / M ^ i /.' i H S S M / s s 1,6 1,7 1,8 1,9 X 1,1 W Abb. 7. Die prozentuale Haufigkeitskurve der Langenverhaltnisse Ma : De (Ma als eins genommen). Isotomurus inaculatus (Sch.) B., dicke Linie. 1. palustris (M.) B., strichpunktierte Linie. I. denticulatus nov. sp., gestrichelte Linie. kliirendes Bild dariiber gibt uns die graphische Darstellung (pro-zentuale Haufigkeitskurve) der genannten Verhaltnisse (Abb. 7). Auf cine groBere Koinzidenz der individuellen Merkmale der genannten Isotomurus-Erscheinungsformen traue ich mich eben relativ mehr Wert zu legen, weil ich fiir jede Gruppe des Ma-De Verhaltnisses dieser Formen eine groBere Zahl von Individuen ge-nommen habe. Da alle Tiere meiner »f. p.« aus einem Biotope, un-tereinander sehr nahe liegenden Sammelstellen und aus derselben Fangzeit stammen, brauchen keine diesbeziiglich beeinfluBten Wachstumsdiffrenzen beriicksichtigt zu werden. Begenerate fand ich keine. Eventuelle Verkiirzungserscheinungen des Mucro oder Dens wahrend oder gleich nach den Hautungen konnte ich vor-laufig nicht feststellen. Die Moglichkeit ihrer Existenz ist aber trotzdem vorhanden. Die Werte des Verhaltnisses Ma zu De der »f. p.« sind fol-gende: 1 : 1’65 (Minmw.), 1 :2 (Maxw.), 1 : 1 '95 (Mittw.). Prozen-tuell verhalten sich einzelne Verhaltnisse folgendermaBen: 1 : 1'65 (4%), 1 :1'82 (16%), 1 :2 (80%). Die prozentuale Haufigkeitskurve (Abb. 7) zeigt uns im Vergleich mit diesbezuglichen Haufig-keitskurven anderer Isotomurinen das selbstandige Verhalten der »f. p.« und noch. mehr der »var. maculata«. Besonders das »Ver-vvandschaftsverhaltnis« der »f. p.« und »var. mac.« ist diesbeziig-lich aus den Haufigkeitskurven gut ablesbar. Da ich das eben besprochene Merkmal der »f. p.« bei einer relativ groBen Zahl von Individuen in maximalem AusmaBe fand, halte ich es als typisch fiir die besprochene Form. Einem, wenig-stens annahernd klarendem Auffassen und Unterscheiden der »f. p.« von anderen Isotomurusarten bezw. Varietaten kann es neben an-deren diagnostischen Merkmalen behilflich sein. Die Grundfarbe dieser Tiere war sehr verschieden: hellgelb, schmutziggelb, gelblich-braunlich, gelblich-grau, blaulich-grau, mit allen moglichen Obergangen, und zwar von hell bis immer dunkler (var. pallida Schaffer — ohne Langsbinde —, Forma prasina Reuter, Forma fucicola Reuter). Zwei Faktoren sollten bei der Beur-teilung der Grundfarbe beriicksichtigt \verden. Der EinfluB der Umwelt (Chemismen, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit) und die Zahl der Hautungen, bezw. das Alter der Tiere. Da die Tiere in deinselben Biotop oder wenigstens ahnlichem Mikroklima gelebt haben, ziehe ich diesbeziiglich die okologischen Faktoren nicht in den Vordergrund und betrachte (wie bei der in demselben Biotope lebenden Orchesella cincta) ein »hell zu dunkel« als eine altersbe-dingte, zeitliche Variabilitat (Nicolet 1842, Schott 1893, W ah Igr c n 1907, H a n d s c h i n 1924, 1926, 1929). Die Ornamentik variiert individuell (Ornament) und zeitlich (altersbe-dingte Farbensattigung und Flachenzunahme). Die Riickenbinde ist manchmal kaum etvvas mehr als ein dunkel angehauchter Riickenstreif, dann wieder eine schmale oder breitere, nicht oder segniental unterbrochene Langsbinde, die manchmal longitudinal, parallel oder irregular nicht parallel dreiteilig erscheint (var. uni-fasciata Borner 1901, var. trifasciata Bourlet 1839). Z\vei laterale dunkle Flecke des Abdomen VI sind manchmal kaum sichtbar, ein andermal wieder die Halfte der Abdominalflanke einnehmend, scharf begrenzt oder verschwommen. Ahnlich auch der dunkle Fleck auf dem Hinterkopf. Farbige Zwischenformen waren immer genug im Material vorhanden. Ebenso auch Formen, deren Binden-und Flachenzeichnungen kaum oder gar nicht im Zusammenhang sind und irregular »netzartig« iiber die ganze dorsolaterale, ja so-gar ventrale Seite bis an die Coxen verteilt sind (»v. maculata«, doch die Bothriotrichen ausgenommen, mit keinen allseitigen ge-fiederten langen Borsten und keinem Iz des Unguiculus). Lat zel (1922) unterscheidet an seinem Isotomurus-Mate-riale (aus der Umgebung von Klagenfurt, Loibl - und B a -ren tal, Arnfels, Obdacher Sattel, Hietzing bei W i e n , Otz in Ti rol) die »Hauptform« (= Isotoma aquatilis Lubbock 1873) und die Farbenabanderung maculata Sch., balteata R. und prasina R., ohne ein Eingehen auf andere Merkmale. Handschin (1929) ervvahnt folgende Farbenvarietaten: f. prasina, f. principalis, f. balteata, f. fucicula, f. trifasciata, f. maculata. Auch nach ihm (neben Linnaniemi 1912, 1906 u. a.) existieren tibergangsformen zwischen allen Stufen und gehen mit dem Alter die hellen Formen progressiv in die dunklen Stadien iiber. Die ervvahnte grolie Mannigfaltigkeit des Farbenkleides, die als Folge individueller Variabilitat und als Ausdruck bestimmter Alterstufen oder okologischer Beeinflussung zu betrachten ware, veranlasste mich von einer Beschreibung einzelner, in Grundfarbe und Ornament divergierenden Formen oder Formengruppen als Varietaten abzusehen. Auch im Genus Isotomurus ist die Farbe und ihre Sattigung im Ornament ein unsicheres taxonomisches Merkmal. Fundort und Okologisches. 1. palustris ist in Bezug auf die verschiedenen Biotope, Fund-orte, Erdteile etc. ein Kosmopolit. Doch hielt ihn Handschin (1925) fiir eine palaearctisch-nearctische Form und wiinscht fiir die Tropenformen dieser Art eine griindliche Revision. Die Frage der Identitat dieser Art mit den nordischen Formen soli nach ihm (1932) offen bleiben. Mein Material stammt aus der Umgebung von Grosuplje, sudlich von Ljubljana (J ugoslawie n) ca. 333 m abs. Hohe. Flachland. Wiesen und Acker. Humos, eher moorig als trocken. Die vielen Sammelstellen befinden sich in der Nahe des Grosupljica-Baches und langs der Wiesen- und Ackergrabcn. Unter Steinen, ab-gefallenem Laub (Erle, Weide, Eiche), Holz. Immer mit Orchesella cincta zusammen und in groBer Zahl vorhanden. 22. IX. 1933 und 1. 7. 1934. Isotomurus viridipalustris nov. sp. Abb. 8 10. Borner (1901) hat mit X »eine Form bezeichnet, die in son-stiger tlbereinstimmung mit Isotoma viridis (Klaue und Behaa-rung) einen 1. palustris — ahnlichen Mucro aufvveist«. Diese Form vvurde von Schaffer und Borner »wiederholt beobachtet«. Bei der Aufstellung dieser X-Form dachte Borner wahrscheinlich an die von Schaffer (1896) beobachteten Formen mit kleinen mor-phologischen Abweichungen der sonst vollkommenen Isotoma viridis - Mucronen, d. i. mit I. viridis - artigem Mucro (proximale Mucronalzahne nebeneinander), doch mit vier Mucronalzahnen, also noch mit einern kleinen Zahn »oder nur Andeutung eines solchen« an der »Ventralseite des Mucro« (dem ersten Zahn bei den Isoto-murinen). Diesbeziiglich konnten nicht jene S c h a f f e r’schen (1896) Exemplare in Betracht gezogen werden, die im Bau der Mucronen und Klauen vollkommen mit I. palustris gleich waren und die Behaarung von Isotoma viridis hatten. Neben diesen Formabvveichungen vom »Art-typischen« und den Arten I. viridis und I. palustris samt ihren Varietaten fiihrt Schaffer bei der Besprcchung dieser letzten zwei Arten keine anderen Formen mehr an. tiber das Vorhandensein von allseitig gefiederten Bothriotrichen \vurden zu jener Zeit \veder von Schaffer noch von Borner Angaben gemacht. Aus den Beschreibungen geht aber trotzdem mit einiger Wahrscheinlichkeit hervor, daB die, von Schaffer und Borner wiederholt beobachtete, sonst vollkommen I. viridis-artige Form mit etwas palustrisahnlichcm Mucro (der kleine Apicalzahn) vvahrscheinlich nur aus irgend welchem Grunde eingetretenen. kleinen Mucrovariation (groBere oder kleinere Spaltungen des Mucronalapicalzahnes) unterlegene I. viridis sein konnte und die I. palustris-artige Form mit der Behaarung von I. viridis, eine Far-benvariation) I. palustris v. maculata sein dlirfte. Schaffer und Borner waren der Ansicht, daB die er-wahnten vom Art-typischen abweichenden Formen einen Gbergang zwischen den genannten Isotomen, heutigen Genus Isotoma und Genus Isotomurus, vermitteln. Borner (1901) hoffte noch, daB sich noch mehr »ubergangsformen« werden auffinden lassen, wel-che die Vereinigung von I. palustris und I. viridis in einem groBen Formenkreis gestatten \verden. Diese Vermutungen konnen auch bei meiner, hier beschriebenen, vora Art-typischen abweichenden Alt, Isotomurus viridipalustris, keine Stiitze finden. Ich fand diese Form, die teils die Elemente der Isotoma viridis und des Isotomurus palustris in sich zu vereinigen scheint, in zwei Exemplaren nur auf dem Triglavmassiv, dort also, wo ich in meiner gesamten Sammelzeit (1931—1936) keine von der genannten I. viridis- oder I. palustris-Arten angetroffen habe. Die Fundorte der neuen Art befanden sich in der Nahe von Schneefeldern. Sie lebte in der Bioconose mit Lepidocyrtus lanuginosus und Tomo-cerus minor. Die Korperlange beider von mir bis jetzt gefundenen Exem-plare betragt nur 3 mm (/. palustris nur bis 2 mm, I. viridis 3 bis Abb. 8 10. Isotomurus viridipalustris nov. sp. - 8. Die Ommatidien und das Postantennalorgan. 388 X. — 9. Die Klaue des dritten Bein-paares. 869 X. — 10. Der Mucro. 1398 X. 6 mm). Das Verhaltnis Ant : K = 1'5 : 1, liegt also naher dem I. palustris (1'424 : 1) als der I. viridis (1885 : 1). Die acht jeder-seitigen Ommatidien sind untereinander gleich groB und haben eine ahnliche Konfiguration wie bei dem I. palustris »f. p.« (Abb. 8). PAO : O = 1 : 1, ahnlich wie bei I. viridis oder I. palustris »f. p.«. Wie gewohnlich sind kleine Fluktuationen vorhanden. Die Haare sind ziemlich anliegend. Die feinen, in der ganzen Lange gleichmaBig diinnen, allseitig gefiedertcn Bothriotrichen sind ziemlich lang. Sonst sind alle Borsten kahl. Jene des Rumpfes sind auch an den letzten Abdominalsegmenten kurz. Vertikale, kahle Borsten sind am Th II - III und Abd I - VI vorhanden. Auch an den Beinen, besonders an den Tibiotarsen, befinden sich sehr lange, kahle, abstehende Spitzborsten. Die Klauen machen im Allgemeinen den Eindruck, typische 1. uindi.s-Klauen zu sein (Abb. 9). Dem ist aber im Besonderen nicht ganz so. Ko des III. Beinpaares hat zwar an der Ventralkante zwei Innenzahne, docli ihr Basisabstand zur Lange der Klauen-ventralkante ist ein anderer als bei der I. viridis. Ko : Izl : Iz2 = 1 '6 : 1 : 1'3 (/. viridis = 2'6 : 1 : 1'6). Ko : Ku = 1'788 : 1 (/. viridis = 1'857 : 1). Ku : Iz = 2'25 : 1 (I. viridis = 2:1). Ko : Ps = 1'788 : 1 (/. viridis = 1 '9 : 1). Der groBte Unterschied im Klauen-bau ist demnach in der Verteilung der Innenzahne der Unguisven-tralkante vorhanden. Der Pratarsus ist ahnlich dem der I. viridis. Seine beiderseitigen Borsten iiberragen ihn nur ein wenig. Die, das tibiotarsale Keulenhaar vertretende, etwas gebogene Spitzborste hat etvva die Lange der Unguisventralkante, ebenso auch bei der 1. viridis. Die Behaarung des Ventraltubus und des Retina-kulum ist viridis-ahnlich. Ma : De = 1 : 193 (Isotoma viridis = 1 : 2 47, Isotomurus palustris »f. p.« = 1 : 1'95). Das Verhaltnis Ma : De ist demnach von I. viridis sehr alnveichend und naher dem I. palustris. Die Dentes sind dorsal \veniger, doch ventral stark behaart, dorsal beinahe bis zum Mucro geringelt. Der Mucro selbst gleicht dem des I. palustris »f. p.« (Abb. 10). Die Grundfarbe und die Farbe des Ornamentpigments stechen bei den Tieren nicht stark ah. Die Grundfarbe ist bei einem Exem-plar dunkelbraun, beim zweiten braungelb, doch von einem dunkel-violett-graugriinem Netztiberflug. Eine Riickenlangsbinde, Pigment-flecke zwischen den Antennen, an der Antennenbasis, auf dem Scheitel, am Hinterkopfe oder beiderseits des Abdomen VI fehlen vollkommen. Die Furca, die Beine, der Ventraltubus, das Retinaculum und auch die Antennen sind heller als der Rumpf. Die letzten Glieder der Antennen sind dunkler, doch braunlich pigmentiert. Diagnose. L. = 3 mm. Ant :K = 1*5 : 1. Ommen jederseits 8, unter-einander gleich groB. O : PAO meistens 1:1. Neben den Bothrio-trichen nur kiirzere oder langere kahle Spitzborsten. Unguis mit zwei Innenzahnen. Ko : Izl : Iz2 — 16:1: 1'3. Ko : Ps = 1'788 : 1. Ko : Ku = 1788 : 1. Ku : Iz = 2 25 : 1. Ma : De = 1 : 193. Mucro gleich dem von Isotomurus palustris »f. p.«. Die Farbung im All-gemeinen Isotoma viridis »f. p.« ahnlich. Verwandtschaft. Uber die Vervvandtschaft dieser Form ist das Wichtigste schon in dem Abschnitt iiber ihre auBere Morphologie gesagt worden. Sie lebt in der hochsten Region unserer Julischen A1 p e n und hat die auBere Morphologie am meisten noch mit Isotomurus palustris »f. p.« gemeinsam, einer Form aus dem Tieflande, von der bis jetzt von mir nicht ein einziges Exemplar in jener Hoch-gebirgsregion gefunden worden war. Vielleicht vertritt die neue Art den Isotomurus palustris in unseren A 1 p e n. Das wird sich aber erst auf Grund eines groBeren Materials entscheiden lassen. Borner und Schaffer suchten nach einem »missing-link« z\vischen der Isotoma viridis und Isotoma palustris. Diese fehlenden Bindeglieder sind nicht gefunden worden. Auch unsere neue Art macht zuerst den Eindruck, eine Zwischenform zu sein. Sie ist es nicht. Auch bei ihr wie bei den Schaffer’ schen Formen handelt es sich vielleicht nur um erbliche oder nicht erb-liche Variationen, die unter bestimmten fehlenden oder amvesenden Katalysatoren zustande • gekommen sind. Trotzdem muBte sie einen Namen bekommen, um sie zu melden. Fundort und Okologisches. Unter den Gipfeln der Kredarica und Rež (Triglav), ca. 2480 m abs. H. Am Rande und unter nicht allzu groBen Steinen. Zwischen nicht allzu grobem Gebirgsschutt, vermischt mit orga-nischem Detritus. In unmittelbarer Nahe von Schnee. In der Nahe keine oder nur sparliche Vegetation. Exposition nordlich. 31. VII. 1933. Vormittag, sehr kalt, \vindig, wenig Sonne. Isotomurus maculatus (Schaffer, 1896), Borner, 1903. Abb. 1, 7, 11 12, 24 a, 29. Im Jahre 1896 trennte Schaffer die »var. maculata« von der »Hauptform« der Isotoma palustris Miiller 1776 ab. In der Be-haarung (/. viridis-arlig, allseitig gefiederte Borsten) und Zeich-nung (von I. viridis var. arctica Schott 1893) ahnelte diese »v. m.« der 1. viridis. Die Klauen und Mucronen weisen ihr ihren Platz bei lsotoma palustris an. Borner (1901) fand bei dieser »Varietat« die morphologi-schen Merkmale der I. viridis und der I. palustris »gemischt«, doch iiberwiegen nach ihm die der L palustris. Die Schaffer’ sche Diagnose erganzte Borner noch mit der Angabe eines Innen-zahnes an der Innenlamelle des Unguiculus und der I. viridis-arli-gen Beborstung des Tenaculum. Auf Grund der stets wieder in gleicher Weise vorkommenden aufgezahlten Merkmale und des auch alleinigen Vorkominens (Schaffer 1896) ohne die »ver\vandten Arten«, I. viridis und /. palustris — in der Bioconose, erhob Borner (1901) diese Varietat zur selbstandigen Art. 1903 \vurde von Borner die lsotoma palustris als Vertreter einer neuen selbstandigen Gattung Isotomurus (Typ. I. palustris) erklart. Als Merkmal des gen. nov. wurde von Borner der feinere Bau und die Zahl der abdominalen setae sensuales, die in »volliger Obereinstimmung mit denen der Tomocerinae und Entomobryinae« stehen (Bothriotrichen), aufgefaBt. Dadurch \vurde wieder die Zahl der taxonomischen Merkmale des Isotomurus palustris und I. maculatus vermehrt. Fur L i n n a n i e m i (1912) isl in der Besprechung der Art I. palustris »f. p.« (doch nicht in der Obersicht der Tribus Isoto-murini) das Vorhandensein gefiederter Borsten am Ende des Ab-domens ein gemeinsamer Charakter »fiir alle Isotomurus palustris-Formen«, nicht nur des Isotomurus maculatus. Auch ein deutlich \vahrnehmbarer Zahn an der Innenlamelle des Unguiculus kann nicht nur bei der »v. m.«, sondern auch bei den librigen Isotomurus-formen bisweilen vorkommen. SchlieBlich sind nach L i n n a n i e -m i zvvischen »f. pr.« und »v. maculata« Ubergangsformen vor-handen. Und so entschloB sich Linnaniemi auf Grund der angefuhrten Griinde und in trbereinstimmung mit seinen diesbe-ziiglichen friiheren Ausfiihrungen (1906), zu der urspriinglichen Auffassung Schaffer’s zuriickzukehren und den Borner’ schen l. maculatus nur als Varietat maculata der Art I. palustris anzuerkennen. Das Identifizieren besprochener var. maculata-Formen (mit gefiederten Borsten, dem Innenzahn des Unguiculus und etwas schlankeren Apicalzahn als bei der »f. p.«) mit der Hauptform und das Feststellen der intermediširen Exemplare basiert bei Linnaniemi analog wie bei anderen Varietaten des I. palustris (var. prasina, trifasciata, balteata), vorwiegend auf dem Vergleich der Grundfarbe und des Ornaments. Die Formen, vvelche — teils nach verschiedenen Literatur-angaben und auf Grund rneiner eigenen Beobachtungen an dem Material des Tieflandes und unserer Julischen Alpen -— nur mit den bis jetzt festgestellten, spezifischen v. maculata-Merk- malen, als »v. maculata« charakterisiert erscheinen, konnten, wie ich in meinen \veiteren Ausfiihrungen begriinden werde, nur als ein Sammelbegriff, als eine mit einem Sammelnamen fur einige gar verschiedene /sofomurus-Erscheinungsformen betitelte Gruppc aufgefaBt \verden. Gemeinsam haben diese Erscheinungsformen \vohl die ailseitig gefiederten Abdominalborsten (abgesehen die Bothriotrichen), doch die Art dieser allseitigen Fiederung ist bei verschiedenen Gruppen sehr verschieden. Gemeinsam ist allen auch der Unguiculus-Innenzahn. Auch seine Form und die Art seiner Insertion an der Innenlamelle ist bei einzelnen, der Farbe und dem Ornament nach fast gleichen Gruppen, sehr ungleich. Teils ahnlich verhalt es sich auch mit den Mucronen. Selbstverstandlich war nach Angaben vorhandener Literatur im Allgemeinen die I^arbe und das Ornament beinahe immer fur die Zuteilung in die v. ma-culata-Gruppe entscheidend. Die fur die sogenannte »f. p.« spezifischen, stets wiederkeh-renden Merkmale einer groBeren Individuenzahl meines Materials sind von mir im Kapitel liber Isotomurus palustris eingehender besprochen worden. Diese Merkmale betreffend, \vill ich, um den Unterschied zwi-schen »f. p.« und »v. maculata« zu betonen, im Folgenden zunachst einige bis jetzt nicht oder wenig beriicksicntigte Merkmale der hier besprochenen »Isotomurus palustris v. maculata Schaffer«, \vie auch andere, nach den bis jetzt bestehenden Beschreibungen und Diagnosen ohne weiteres zu dem Sammelbegriff »var. maculata gehorende Formen, vergleichend anfuhren. FORM Korperlange K: Ant Mittelwerte Ma : De Mittelwerte Isotomurus palustris bis 2 mm 1 : 1'424 1 : 1-95 Isotomurus maculatus bis 3 mm 1 : 1-807 1 : l'?4 ! Isotomurus A bis 3 mm 1 : 1-817 1 : 1-55 Isotomurus B bis 3 mm 1 : 1-817 1 : 1 55 Wie wir aus der obigen Tabelle und den diesbezuglichen gra-phischen Darstellungen (Abb. 1 und Abb. 7) ersehen, ist schon auf Grund der angefiihrten, an einer groBeren Individuenzahl festge-stellten Verhaltnisse (Mittehverte) ersichtlich, daB zwischen den »f. p.« und sogenannten »v. maculata«-Formen ein groBerer mor-phologischer Unterschied besteht. Die »maculata« - Formen sind durchschnittlich ura ein Drittel groBer, ihre Antennen zur Kopf-diagonale langer und der Dens im Verhaltnis zu Manubrium kiirzer als bei der Hauptform. Isotomurus A und Isotomurus B haben nach den vielen bestehenden »v. maculata« Diagnosen und Be-schreibungen fast die entsprechende Farbung und Ornamentik sowie allseitig gefiederte Borsten und einen Innenzahn an der Un-guiculus - Innenlamelle, wie die Schaffer’ sche »v. maculata« und gehoren trotzdem nicht zu ihr. Als »v. maculata« identifizierte Schaffer (1896) nur jene Exemplare, die (neben Farbe und Ornament) in den Klauen (dazu noch der Unguiculusinnenzahn) mit I. palustris iibereinstimmten und »die Behaarung von I. viridis zeigten«, d. h. »am Hinterleib tange, abstehende, gefiederte Borsten« trugen, Borsten also, die nur eine I. viridis-artige (Abb. 11) und nicht Entomobrga-artige (Abb. 29) allseitige Fiederung zeigten. Auch nach Borner (1901) finden sich bei der v. maculata die morphologischen Merkmale beider Arten (/. palustris und I. viridis) gemischt. Auf Grund dieser ersten Schaffer’ schen und Borner’ schen Diagnosen diirfen demnach zu »v. maculata« nur jene For-inen gezahlt werden, die eine /. viridis-artige (in meinem Material die Tieflandform Isotomurus maculatus) und nicht Entomobrga-artige (in meinem Material die Alpenformen Isotomurus lateclavus, Isotomurus A und Isotomurus B) allseitige Fiederung der langen, abstehenden Borsten an den letzten Abdominalsegmenten haben. Nur an einem einzigen Objekte der nach S c h a f f e r ’ scher Diagnose bestimmten »v. maculata« konnte ich eine lange, steife und spitz zulaufende, am Abdomen II vertikal zur Korperlangs-achse abstehende, von Bothriotrichen verschiedene, doch ganz nach der Art der Bothriotrichen allseitig gefiederte Boršte (Sinnes-horste?) beobachten. Eben solche Borsten fand ich bis jetzt nur bei der neuen Art Isotomurus pentodon, und z\var je eine auf Abdomen II und Abdomen IV (siehe dort und Abb. 24 a). -Die jederseitigen acht Ommen sind untereinander fast gleich und verhalten sich im dunklen Ommcnfleck beinahe in derselben Konfiguration wie die der »f. p.« O : PAO = 1*15 : 1. Die auBeren Chitimviilste des Postantennalorganes sind demnach kleiner als die Ommen oder nahern sich in einigen seltenen Fallen den Ommen wie 1:1. GroBere fand ich nicht. Der starke, nicht plumpe Unguis hat keinen Innenzahn (Abb. 12). Ko : Ivu = 1'566 : 1 (Mttw.). Die Innenlamelle des Unguicu-lus ist nicht ausgeschnitten und tragt einen fast parallel mit der Unguiculuslangsachse stehenden, dornahnlichen Innenzahn (Abb. 12). Sein Abstand von der Basis betragt fast ein Drittel der Un-guiculuslange (Ku : Iz = 2'65 : 1). Diese Form nicht ausgeschnit-tener Innenlamelle und des dornahnlichen Innenzahnes fand ich nur bei jenen Tieflandformen, vvelche mit den fiir die Schaf- Abb. 11—12. Isotomurus maculatus (Sch.) B. — 11. Isotoma viridis-artige, ein- und allseitig gefiederte Borsten. Schem. 12. Die Klaue des dritten Beinpaares. 737 X. f e r’sche »v. maculata« typischen Merkmalen, Farbung, Ornament und I. viridis-artigen Fiederung der langen Abdominalborsten cha-rakterisiert \varen. Borner (1901, dann auch 1903 und 1906) widerspricht der Berechtigung der Zuteilung oder Abtrennung einer Form auf Grund des Innenzahnes des Unguis oder des Unguiculus bei der Besprechung (zwar nicht der Isotomurinen, sondern) der Isotoma olivacea Tullbcrg, wobei er seiner Meinung eine allgemeine Beto-nung gibt. Er selbst war bei der Aufstellung der Art Isotomurus maculatus nicht konsequent. Wenn man bei einer Serie der For-men, die in vielen Merkmalen vollkommen ubereinstimmen und deren Ko der Ku einen Iz besitzt oder nicht besitzt, und wenn sich dieses Merkmal bei allen, auch nach anderen Merkmalen zusam-mengehorenden Formen standig wiederholt, so konnte man es als spezifisch fur die betreffende Formenserie ansehen und es im Verein anderer Merkmale als maBgebend fiir die Zuteilung zu einer oder Abtrennung von einer Formenserie betrachten. Der Unguicuiusinnenzahn des 7. palustris var. prasina Reuter, abgebildet bei L i n n a n i e m i (1912), Taf. XIV, Fig. 4, und jener des 7. palustris (Miiller) Borner, abgebildet bei K s enem a n (1932), Fig. 21, pag. 20, entsprechen in Bezug auf die Form der Innenlamelle des Innenzahnes und seiner Insertion nicht jenem Iz unserer »v. maculata«, sondern iihneln eher jenem unseres Iso-tomurus A. Interessant ist es auch in Bezug auf die Form der Kseneman’ schen Ku, daB die Kseneman’ sche Fig. 20, p. 19, der letzten Abdominalsegmente des /. palustris die langen gefiederten Borsten des Abd IV und V eher als Entomobrpa-artig und nicht als I. viridis-artig, allseitig gefiedert zeigt, ahnlich wie diese Borsten bei unseren Alpenformen Isotomurus lateclavus, Isotomurus A und Isotomurus B vorkommen. Auch S t a c h (1923) meldete aus široka am S k a d e r s k o jezero, aus Virpazar und A b b a z i a die 2'2 mm lange 7. palustris »f. p.« mit zahnlosem Unguis, bezahnten Unguiculus und langen, allseitig gefiederten Borsten. Die Form des Unguiculus-innenzahnes und die Art der allseitigen Borstenbefiederung ist nicht angegeben. Die von Stach (1924) publizierten maltesischen und tunesischen Exemplare des Isotomurus palustris var. maculata, deren Korperlange bis 3'5 mm betriigt, haben auch zahnlose Unguis, Unguiculus mit einem dornahnlichen spitzen Innenzahn und an den letzten Abdominalsegmenten, \vie auch vereinzelt an den Beinen, lange und starke spitzzulaufende, allseitig gefiederte Borsten. Da die Art der Fiederung nicht angegeben ist, und eine nahere Beschreibung oder Zeichnung des Unguiculusinnenzahnes und der inneren Lamelle fehlt, ist es auf Grund der bestehenden Beschreibung nicht sicher, ob diese Form zu der S c h a f f e r’schen »v. maculata« oder zu den mit Entomobrpa-artig gefiederten Borsten versehenen Isotomurusformen gehort. Auch der iberische (Stach, 1930) 7. palustris (M.) Borner, mit einem dornchen-iihnlichen, spitzen Innenzahn des Unguiculus konnte vielleicht nicht zu »f. p.« gehoren; doch fehlen nahere Angaben iiber die Art der Borsten. In meinem Tieflandmateriale fand ich auch ein Exemplar (der Farbe und dem Ornament nach) von Isotomurus palustris var. balteata Reuter 1876. Ich fiihre diese Varietat bei der »v. maculata« und nicht bei der »f. p.« an. Die Griinde liegen in folgenden Angaben: L. = 2'8mm; auf den hintersten Abdominalsegmenten und den Tibien sind Fiederborsten vorhanden. Ich kann zwar nach-traglich auf dem in dem Milchsaurepraparat eingeschlossenem Objekt nicht mehr feststellen, ob diese Fiederung eine 7. viridis-artige oder Entomobrija - artige ist, doch die Bemerkung, »grob, allseitig gefiedert« in meinen Notizen iiber dieses einzige Exem-plar meiner Sammlung driingt mich zu der Meinung, daB die Fiederung der erwahnten Borsten eine 7. viridis-artige war. Auch der Rand der Unguiculusinnenlamelle samt dem Innenzahn hat in der Milchsaure sehr gelitten und ist seine Form nicht gut sichtbar. PAO : O = 1 : 1. Ko : Ku = 18 : 115. Ku : Iz = 115 : 4. Denis (1933) fiihrt unter den Collembolen aus Costa R i c a auch einige Exemplare von var. balteata Reuter an. Die Haare dieser Formen waren im Allgemeinen kahl, auf den hinte-ren Abdominalsegmenten waren aber Iange, gefiederte Borsten vor-handen. Die langen, tibialen Borsten waren kahl oder gefiedert. Wahrscheinlich gehort diese Form nicht als Varietat zu der »f. p.«. Nach Denis existiert in Costa Rica neben der erwahnten Varietat noch eine zweite Art, Isotomurus sp. innominata. Schlecht erhaltenes Material hinderte ihn an einer naheren Beschreibung. Die »var. balteata« ist bekannt — neben den nordischen Formen — auch aus dem Bismark-Archipel (Schaffer, 1898), von Neu-Guinea (Schott, 1901), P h i 1 i p p i n e n (H a n d s c h i n , 1930), aus Niederlandisch-Indien (H a n d s c h i n , 1932). Handschin (1925) fasst die Art Isotomurus palustris als palaearctisch-nearctische Form auf. Er \var schon 1925 der An-sicht, daB die in den Tropen gefundenen I. palustris-Formen mit Vorsicht aufzunehmen sind und eine griindliche Revision verdie-nen. Und auch die Frage der Identitat dieser siidlichen I. palustris v. balteata soli nach Handschin (1932) noch offen gelassen \verden. Die Grundfarbe meiner »v. maculata« Exemplare war dotter-gelb (Korper und Furca), die Beine und die Antennen et\vas dun-kler. Einige Tiere waren wieder schmutzig-braun, sonst \vie oben. Das dunkle Pigment ahnelt in Praparaten der Neutraltinte. Ein feiner, schmaler, dunkler Streifen des Riickens fangt bei dem Hin-terhauptquerflecke an, reicht bis inklusive Abdomen I und lost sich dann in Flecke und Streifen auf. Lateral und ventral ist der Korper kaum vom Fleckennetzwerk angehaucht. Es gibt wieder Formen, deren Netzwerk sehr stark ent\vickelt ist (altersbedingte Pigmentausbreitung). Abdomen VI hat lateral je einen groBen, kleinen oder keinen dunklen Fleck. t)bergange sind immer vor-handen. Der Mundkegel ist ziemlich stark tingiert. Dunkle Flecke an der Antennenbasis und dorsaler Kopfmitte sind vorhanden. Die Coxae sind ab und zu mehr oder weniger mit Pigment angehaucht, der Ventraltubus proximal schwach gefleckt. Das Retinaculum ist gelblich mit vierzehn bis sechzehn Borsten. Formen mit einer am ganzen Riicken aufgelosten Riicken-linie samt Cbergangen sind im Material immer vorhanden. Die in der Literatur ervvahnten intermediaren Exemplare z\vi-schen »f. p.« und ihren »Varietaten« basieren auf den Merkmalen der Farbe und des Ornamentes. Ich konnte zwischen »f. p.« und »v. m.« in meinem Materiale auf Grund oben besprochener Merk- male — nicht nur Farbe und Ornament — keine Zwischenformen feststellen. Im Gegensatz zu L i n n a n i e m i (1905, 1912) halte ich (mit Borner 1901, und Agren 1903) aut' Grund meiner obigen Aus-fiihrungen die besprochene Schaffe r’sche »v. maculata« als selb-standige Art Isotomurus maculatus (Schaffer 1896) Borner 1903. Fundort und Okologisches. Die Tiere stammen aus demselben Material wie die in dieser Abhandlung besprochene »Hauptform« des Isotomurus palustris. Siehe dort! Isotomurus denticulatus nov. sp. Abb. 1, 4, 7, 13—14, 15—18, 19—20, 29, 34. Die Korperlange dieser bis jetzt nur in den J u 1 i s c h e n A 1 p e n gefundenen Form erreicht die maximale GroBe 4’4 mm. Der Mittehvert einer Serie bctriigt 41 mm. Die Antennen erreichen etwas mehr als die Halfte der Korper-liinge (Ant : Krp = 1 : 1'976). Ant : K = 2'4 : 1 (Mxw.), 1'7 : 1 (Mmw.), 1944 : 1 (Mttw.). Diesbeziiglich ist diese Art besonders von der »f. p.« des I. palustris (1 : 1'424, Mttw.) entfernt, aber auch von anderen, hier besprochenen Isotomurusformen. Siehe die prozentuale Haufigkeitskurve dieser Form (Abb. 1). Ant I : II : III : IV = 1 : 1 '65 : 1'85 : 1‘80. Die Ant III und IV sind fast gleich lang. Abd III : IV = 1212 : 1, Abd III ist etwas langer als Abd IV. Das Haarkleid ist mit Ausnahme der Bothriotrichen nicht ganz ungefiedert und einfach, sondern die langsten und starksten Biickenborsten des Abd V, besonders aber des Abd VI (nicht Abd IV) Abb. 17, besitzen eine z\var sparliche, doch eben noch gut sichtbare einseitige wie auch allseitige Fiederung (Abb. 18). Die Chitimvimperchen sind auf den spitzzulaufenden Borsten fast iihnlich verteilt wie bei der Isotoma viriclis, nur sind sie viel kiir-zer, mehr auseinander geriickt und erst distahvarts gut sichtbar. Keinesfalls ist aber diese Fiederung iihnlich jener Entomobrija-artigen (Abb. 29) anderer Isotomurus-Alpe n f o r m en. Mit Bucksicht auf die Borne r’schc (1913, Z. A., p. 317) Feststellung iiber das Fehlen und die H a n d s c h i n’sche (1929, p. 72) Angabe iiber das Vorhandensein des Trochanteralorganes bei den Isotomurinen, und weil ich iiber diese Meinungsverschie-denheit in der mir zur Verfiigung stehenden Literatur keine niihe-ren Bemerkungen fand, versaumte ich keine Gelegenheit, \vahrend meiner Untersuchungen auch diesem Organe und diesem syste-matisch fiir die Familie der Entomobryidae so vvichtigen Merk-male standig meine Aufmerksamkeit zu widmen. Abb. 13—14. — 13. Typisch gebautes Trochanteralorgan der Entomo-bryiden (Orchesella diversicincta K.), c = caudahviirts. 209 X- 14. Der Trochanter des dritten Beinpaares von der inneren Seite gesehen, bei Isotomurus denticulatus nov. sp. c = caudahvarts. 157 X. Ich fand dieses Borstenorgan im Sinne B o r n e r’s (1913, Z. A., p. 317, u. T. v. E., p. 45) und H a n d s c h i n’s (1926, p. 25 X 28 u. 25 X 30 1929, p. 53 u. 72) in typischer Lage und Gestalt (Abb. 13, typisch gebautes Trochanteralorgan z. B. der Orchesella diversicincta K.) \veder bei dieser noch bei anderen Isotomurinen-formen. Ahnlich wie z. B. bei Isotomurus lateclavus nov. sp. (Abb. 34) fand ich auch hier und bei anderen Isotomurinen an der Stelle des Entomobryiden-Trochanteralorganes (»dem Korper anliegende Hinterseite des Trochanters der Hinterbeine«) hinter einer Chitin-falte steife, dem Trochanter distalwarts anliegende gerade oder etwas gebogene Borsten (Abb. 14). Gleich hinter der Chitinfalte orahvarts, nach innen und vorne gekehrt, der dem Korper anlie-genden Innen- und Vorderseite des III. Beinpaares fand ich bei der Mehrzahl (nicht allen) dieser Formen glatte, abstehende Spitz-borsten (Abb. 14), die man sehr leicht mit dem Trochanteralorgan der Entomobryiden (Abb. 13) ver\vechseln konnte. Starke, lange, orahvartsgekehrte, kahle Spitzborsten befinden sich auf dem Trochanter, Femur und Tibiotarsus aller Beine (Abb. 14). Ihre Lange betragt etwa die ganze Lange oder die Halfte eines j eden Beingliedes, an dem sie inserieren. Die Sinnesorgane der Ant IV sind bei dieser Form wie bei anderen Isotomurinen reichlich vertreten. Gekrummte, beinahe gleichmaBig dicke, stumpfe Sinnesborsten (»Riechhaare«) sind viel langer und starker (Abb. 15) als z. B. die »Riechhaare« im Ver-gleich mit den Sinnesstiibchen des Ant III, wie sie A gr en (1903) fiir die I. palustris Siid-Schwedens vergleichend angibt. Sie kommen an allen Antennensegmenten vor. Am reichlichsten sind sie auf der distalen Halfte des Ant IV, besonders an der iiuBeren Seite. Die liingsten Haare der distalen, besonders auBeren Halfte des Ant IV iiberhaupt, sind die zur Langsachse der Antenne beinahe normal abstehenden, endwarts nur sch\vach spitzzulaufenden ge-raden, apical nur ein wenig gegen das Antennenende gekriimmten, stumpfen Sinneshaare (Abb. 15). Sie sind langs der Antennen in gleichmaBigen Abstanden, am reichlichsten in der distalen Halfte des Ant IV verteilt. Auch sie kommen proximalwarts in abnehmen-der Zahl an allen Antennengliedern vor. Das dritte Gebilde der Ant IV ist der subapicale Sinneskolben (Abb. 15), welcher ab und zu etwas in das Epiderm versenkt er-scheint. Er konnte vielleicht retraktil sein. Ob dieses Sinnesorgan dem H a n d s c h i n’schen (1919) »Endhocker« des Ant IV bei Isotomurus alticolus homolog sein diirfte, konnte ich — da eine niihere Beschreibung oder Zeichnung dariiber fehlt — nicht fest-■stellen. DaB alle diese heteromorphen Gebilde auch heterodyname, spezifische Funktionen zu verrichten haben — Funktionen, deren Besonderheit erst zu erforschen ware — ist sehr wahrscheinlich. Die Sinnesstabchen des Ant III scheinen bei unseren, jetzt von mir untersuchten Formen, nicht mit ihrer Basis in eine, »von einer hinteren Hautfalte iiberwolbte Grube eingesenkt« zu sein, \vie sie A g r e n (1903) bei dem siid-schwedischen Isotomurus palustris beschrieben hat, sondern sie stehen frei, sind ab und zu ungleich stark, parallel und nicht wie bei Isotomurus alticolus (Hand-schin 1919) gegeneinander geneigt. Also beinahe so, wie sie Borner (1902) fiir den I. palustris zeichnet, nur daB sie hinten von einer oder mehreren groBeren Kahlborsten geschiitzt sind. Im ijbrigen sind die Antennen ziemlich dicht mit gevvohnli-chen, kahlen, langeren und kiirzeren Spitzborsten bedeckt, die in der Lange gegen das Antennenende zu abnehmen. Der elliptische Chitimvulst des Postantennalorganes unserer Form (Abb. 16) erreicht nicht 2 Ommenbreiten, wie fiir die »f. p.« des I. palustris angegeben wird, ja sogar nicht einmal die Lange eines Ommendurchmessers, die ich fiir die »f. p.« unserer I. palu-stris-Formen festgestellt habe. PAO : O = 1 : 1'286. In der Mitte dieses Organes erscheint ab und zu ein langlicher, elliptischer (linsenahnlicher), ziemlich dunkler Fleck. Irgendvvelche Einker-bungen, welche z. B. H a n d s c h i n (1919) fiir den /. alticolus angegeben hat, konnte ich bei dieser Form nicht feststellen. Aber Abb. 15- 18. Isotomurus denticulatus nov. sp. 15. Die Sinnesorgane des Antennengliedes IV. 662 X. - 16. Die Ommatidien und das Post- antennalorgan. 331 X. — 17. Die Beborstung des Abd V und VI. 64 X-18. Kahle Boršte, Bothriotriche, einseitig und allseitig gefiederte Boršte. Schem. auch nicht so einen kraftigen Chitinranchvulst, wie ihn unsere Tief-Iandformen, die »f. p.« wie auch ihre Farbenvarianten besitzen. Die Verteilung der Ommatidien, die fast rund und unterein-ander von beinahe gleicher GroBe sind, ist auf dem schwarzen Ommenfleck folgende: 5 vordere und 3 hintere Ommen sind durch einen groBeren Raum getrennt (Abb. 16). Die Ventralkante des Unguis (Abb. 19) ist mit einem gut sicht-baren spitzen Zahn bewaffnet. Der Basisabstand dieses Zahnes betragt nicht zwei Drittel der Unguisventralkante (Ko : Iz = 1'636 : 1). Die gut sichtbaren Pseudonychien erreichen etwa die Halfte der Ko-Ventralkante (Ko : Ps = 2:1). Der Unguiculus betragt eine gute Halfte des Unguis (Ko : Ku = 1'894 : 1). Der Unguiculus ist basal breiter und durchaus anders gebaut als sonst bei /. pa-lustris »f. p.« (Abb. 4) oder I. allicolus der Fali ist. Der Randaus-schnitt seiner Innenlamelle gleicht dem Scheitel einer Hyperbel. Sein spitzer, dornformiger, groBer Innenzahn ist (bis zur Spitze gemessen) nicht zwei Ku-Drittel von der Basis entfernt (Ku : Iz = 1 727 : 1). Der nicht hohe Pratarsus besitzt jederseits eine ihn iiberragende Boršte. Die starke, schwachgebogene, kahle Boršte, die an der Stelle des Keulenhaares inseriert, betragt etwa die Lange der Ko-Ventralkante. Die Dentes sind beinahe doppelt so lang wie das Manubrium (Ma : De = 1 : 1'947, Mttw.) und diesbeziiglich dem I. palustris »f. p.« am nachsten stehend (Abb. 7). Die Furcabehaarung ist dicht und kurz. Die starke, gut sichtbare Densringelung reicht nicht bis zum Mucro. Die Mucronen (Abb. 20) unterscheiden sich durch groBe Schlankheit von jenen der 1. palustris »f. p.« wie auch von anderen, hier besprochenen Isotomurinen. Ihr Bau erinnert an var. fucicola von I. palustris oder auch auf Isotomurus alticolus. Der Antapical-zahn ist am groBten. Der vierte Zahn ist kleiner als der dritte, reicht etwa bis zur Mitte des Mucro und ist stark gegen das Mucro-ende geneigt. Die kahle, et\vas gebogene, lange, den Mucro nicht iiberragende Boršte inseriert nahe der Mucrobasis, an der auBeren Seite. Die Borsten des Ventraltubus sind sparlich und nicht lang. Die Korpusbehaarung des Retinaculums ist anliegend (orale Seite); die Borsten sind lang, fast \vie die Rami, eher sparlich als dicht (6—11). Die Grundfarbe der Tiere ist dottergelb bis dunkel-dottergelb. Die Furca etwas heller, die Beine etwas dunkler. Die Riickenlinie ist ziemlich breit, schmutzig-blaulichgriin, an den Segmentgrenzen unterbrochen und gegen das Ende des Abdomens abnehmend und in Flecke geteilt. Von fast derselben Farbe sind auch die kleinen, schragen Fleckchen des Th III, Abd I und II, wie auch die groBen, schragen, dorsolateralen Binden des Abd III und IV, so auch die Abb. 19 20. Isotomurus denticulatus nov. sp. 19. Die Klaue des dritten Beinpaares. 398 X. — 20. Der Mucro. 797 X. dorsoventralen Binden des Abd V und VI. Ebensolche Pigmentation haben die schwacher tingierten Beine (Coxen bis inc. Tibiotarsen), u. zw. das dritte und vierte Beinpaar an der hinteren, das erste an der vorderen Seite, dann die ventrale Seite der Abdominalsegmente und der dorsoproximale Teil des Manubriums. Dieselbe Farbe ist in kleineren, langlichen, schwachen Fleckchen auch iiber die sonst grundfarbenen Antennen verteilt; nur an dem Ant I kommt sie dorsal in drei longitudinalen, schmalen Linien mehr zum Ausdruck. Von derselben Tinktion sind auch: der Mundkegel, die halbmond-formigen Flecke der Antennenbasis, der Štirn- und Scheitelfleck, der dorsale Hinterkopf und die beiden hinteren Seitenkopf-Flecke. Im Scheitelfleck ist ein aus vielen hellen Fleckchen zusammen-gesetztes Band in der Form eines rechten Winkels, dessen Schei-tel caudalvvarts gerichtet ist, vorhanden. Die Farbe des Ventraltubus ist schmutziggelb mit starken blaulichgriinen Flecken, die des Retinaculums schmutzig blaulich-griin. Diagnose. L. bis 4'4 mm. Ant : Krp = 1 : 1 '976. Ant : K = 1944 : 1. Ant I : II : III : IV = 1 : 165 : 185 : I SO. Abd III : IV = 1212 : 1. Bor-sten: Bothriotrichen — kahle Spitzborsten — grobe, kurze, einseitige und allseitige Fiederung langer Spitzborsten des Abd V und VI. Acht untereinander gleiche O auf jeder Seite. O : PAO = 1'286 : 1. Ko : Iz = 1'636 : 1. Ko : Ps = 2:1. Ko : Ku = 1894 : 1. Ku : Iz = 1'727 : 1. Ma : De = 1 : 1947. Mucronen schlank, 4 Zahne nacheinander, Antapicalzahn am groBten. Grundfarbe dottergelb, Furca heller, Beine dunkler. Blaulichgrunes Ornament: Riicken-linie breit, intersegmental grundfarben, caudahvarts starker unter-brochen, in Querflecke iibergehend. Abd VI beiderseits dunkle Flecke. Kopf: dunkler Mundkegel, Štirn-, Scheitel-, Hinterhaupt-Fleck. Im Scheitel-Fleck helles V. Ant grundfarben, distalwarts dunkler, schwach ornamentfarben sind die 3 dorsalen, longitudinalen Linien des Ant I, langliche Flecken an Ant II—IV. Vervvandtschaft. Dieses Tier, als Ganzes betrachtet, konnte trotz Ahnlichkeit mit dem in derselben Bioconose, Biotop und Mikroklima lebenden Isotomurus palliceps nicht als dessen Varietat oder Aberration betrachtet werden. Mehr dariiber bei Isotomurus palliceps. Auch als geographische Rasse des I. palliceps-Rassenkreises aus Krko-noše und dem Tatragebirge, kann man vorlaufig unsere Form nicht einordnen, da geographisch-morphologische Zwischen-glieder vollkommen fehlen und sie doch in demselben Biotop und Fundort lebt wie die jugoslawische, von čehoslovakischer fast nicht abweichende I. palliceps-Art. Fundort und Okologiscbes. Triglav, J u g o s 1 a \v i s c h e Ostjulische A 1 p e n. Kredarica, ca. 2430 m, Schneefelder iiber dem Triglavfirn. Auf Felsen (Dolomit), unter groBeren Steinen, zwischen nicht allzu grobem Gebirgschutt (Dolomit), vermischt mit Sand und orga-nischem Detritus. In unmittelbarer Niihe vom Schnee. Konstante Feuchtigkeit. In der Nahe keine Vegetation. Exposition nordlich. Viele Exemplare dieser Art in der Bioconose mit Orchesella diver-sicincta K., Isotomurus palliceps (U) St. und Isotomurus pentodon nov. sp. zusammen. — 2. VIII. 1934, zwischen 5 — 6 Uhr nach-mittags, + 7 0 C, sonnig. Nordostwind. An denselben Stellen wurde diese Art auch 13. VIII. 1935 in vielen Exemplaren gefunden, nur waren bei dieser Gelegenheit die Feuchtigskeitsquellen (Schnee) nicht so reichlich vorhanden. Isotomurus palliceps (Uzel, 1891), Stach, 1929. Abb. 12, 18, 19, 21. Diese Art ist zuerst von Uzel (1891) in den Krkonoše (Riesengebirge) und dann von D i e m (1903) in der alpinen Region (etwa 1800—2300 m abs. H.) des A 1 p s t e i n (S c h w e i z) gefunden worden. Stach (1921) identifizierte spater einige For-men aus dem Tatragebirge mit dieser Isotoma palliceps Uzel, 1891, und fiihrte sie in seinem Verzeichnis der Apterygogenea Ungarns als Isotomurus palliceps (Uzel) Stach an. Ich fand ahnliche Formen bis jetzt nur auf den Schneefeldern unseres Triglav (ca. 2530 m hoch) und stellte sie zu den Iso-tomurinen auf Grund der Schaffer’ schen (1896), Carl’ schen (1899) /sočoma-Charakteristik, U z e 1 ’ scher (1891) Diagnose und des Vorhandenseins von allseitig gefiederten Bothriotrichen und vollkommen Isotomurus-artigen Mucronen. Am haufigsten fand ich diese Form in der Bioconose mit Isotomurus denticulatus nov. sp., und zwar in demselben Biotop, der-selben Fundstelle und zu derselben Fangzeit. So war ich lange der Meinung, dali I. palliceps nur eine Jugendform der von mir gefun-denen I. denticulatus-Art sein konnte. Dafiir sprachen scheinbar verschiedene, hier angefiihrte Griinde: der ahnliche Bau der Mucronen, die mit Iz versehenen Unguis und Unguiculi, die Bothriotrichen, einige grob ein- und allseitig gefiederte Borsten (Abb. 18), \velche \vie bei I. denticulatus (siehe das) vorhanden sind und das oft langere Antennenglied IV zu III, das sich mit zunehmender GroBe der Tiere mit Ant III ausgleichen solite (Carl 1901, junge Isotomurus alticolus). Sehr oft fand ich bei I. palliceps die Abdo-minalsegmente III und IV fast vollkommen gleich lang (»Segm. tertio quarto longitudine fere aequante«, Uzel), bei Isotomurus denticulatus aber im Verhaltnis III : IV = 44 : 33, also ahnlich wie Stach (1924), bei den »ausgewachsenen Individuen« des Isotomurus palustris, var. maculata, Abd III langer als Abd IV, angegeben hat. Die Grundfarbe meiner I. palliceps-Exemplare ist hell schwe-felgelb, des I. denticulatus dotter- bis dunkel dottergelb (Farben-sattigung von hell bis dunkel = Alterserscheinung, Handschin 1926). Das blaulich pigmentierte Ornament des I. palliceps scheint nur angedeutet zu sein: die angedeutete, immer unterbrochene, caudahvarts verschwindende Riickenlinie mit kaum einigen netz-artig angedeuteten Pigmentfleckchen der Coxen des Th II und III, des Kopfes und besonders des Mundkegels, dagegen bei Isotomurus denticulatus die gesattigte, dunkle, stark ausgebreitete, schmutzig blaulichgriine, dem I. pulliceps im Grundplane ganz ahnliche Ornamentik, drangt zu der bekannten (zeitliche, altersbedingte Va-riabilitat) Anschauung (Skoriko\v 1901, W a h 1 g r e n 1907, Schott 1893, S t a c h 1924, H a n d s ch i n 1924, 1926 a, 1926 b, 1929, Kos 1936), daB \vir bei I. denticulatus vielleicht nur mit alteren Exemplaren von I. palliceps zu tun haben. Dazu gesellt sich noch die Korperlange des (scheinbar nicht er\vachsenen) I. palliceps (nur bis 2'88 mm lang) und des scheinbar erwachsenen I. denticulatus (bis 4 mm lang). Gliicklicherweise habe ich eine ziemlich hohe Individuenzahl beider besprochenen Formen zur Verfugung gehabt und konnte so wenigstens annahernd die ganze Variabilitatsbreite des I. palliceps wie des I. denticulatus iiberblicken. Immer zeigten sich die beiden, stets in untereinander verschiedener Korperlange vor-kommenden Formen als erwachsene Individuen in zwei sehr ver-schiedenen Bildern. Die Art I. palliceps erscheint et\vas plumper, hell, das Ornament mit wenig blaulichem Pigment, die maximale Lange 2'8 mm nie iiberschreitend (2'32 mm Mttw.); die Art 7. denticulatus, schlank, dunkel, das Ornament mit sehr viel dunkel blau-lich - griinem Pigment, die maximale Lange 4'4 mm erreichend (4‘1 mm Mtt\v.). Die Korperlangen beider Art-Serien beriihren sich nicht in ihren extremen Mittel- noch ihren Maximalwerten. Klei-nere, d. h. jiingere Formen der einen oder der anderen Art waren immer stufenweise heller in der Grundfarbe wie im Ornament (z\veifellos wahre, zeitliche, altersbedingte Variabilitat). ttbergangs-formen zwischen diesen beiden, in Serien verglichenen (die Individuenzahl beider Serien war beinahe die gleiche) Habitusbildern fand ich nie. Schon auf den ersten Blick konnten immer beide Formen, ob jung oder alt, ohne Schwierigkeit nur auf Grund des Gesamibildes unterschieden werden. Wenn hier zeitliche, altersbedingte »normale«, individuelle oder okologische Variabilitat vor-handen ware, miiBte man (abgesehen das Verhaltnis der Antennen-und Abdomenlange III : IV) wenigstens hie und da auf interme-diare Formen stoBen. Das geschah im Materiale aller Sannnel-jahre nie. Untereinander vollkommen gleiche Aberrationen aller Individuen von jeder der beiden Serien, mit hoher, fast gleicher Individuenzahl, sind auch nicht wahrscheinlich. Diese, in derselben Jahreszeit, meistens im gleichen Gebiet, Biotop und Microklima nebeneinander, ohne intermediare Exem-plare lebenden zvvei Formen, die sich habituell \vie zwei »gute Arten« unterscheiden lassen, konnten aber auch z\vei sexualdi-morphe Formen derselben Art sein. In dieser, sexualmorphologi-schen Richtung wurde — nach der mir zur Verfiigung stehenden Literatur — in der Isotomurinengruppe noch nicht gearbeitet. Vielleicht ware noch die Moglichkeit zu beriicksichtigen, daB sich die besprochenen Merkmale, die das Habitusbild einer jeden Art bestimmen, alternativ vererben. Neben den erwahnten zwei verschiedenen Habitusbildern der besprochenen Arten ware auch die groBere oder kleinere Verschie-denheit folgender, nicht in der Differenzialdiagnose angegebenen Merkmale zu erwahnen. Abb. 21. Isotomurus palliceps (Uzel) Stach. — Die Klaue. 624 X. Der Bau der I. palliceps-Klaue (Abb. 21, Form der J u g o s 1. Ostjulischen Alpen) ist schlanker, Iz des Ko feiner und langer als bei I. denticulatus (Abb. 19), Ku ist schlanker, spitziger, fast ohne Hyperbel - artigen Scheitel - Randausschnitt der Innen-lamelle. Der Iz sitzt auf der inneren Lamelle beinahe ahnlich \vie bei dem Isotomurus maculatus (Abb. 12). Der Mucro ist ahnlich gebaut wie bei I. denticulatus, doch erscheint er ein wenig plumper. Differentialdiagnose. /. denticulatus nov. sp. der J u 1 i s c h e n A I p e n L. = 4'4 mm Mx\v. 4'1 mm Mittelwert Ant : Krp = 1 : 1976 Ant : K = 1'944 : 1 Ant I : II : III : IV = 1 : 1'65 : 185 : 180 Abd III : IV = 1333 : 1 Neben Botliriotrichen und kahlen Spitzbor-sten auch grob ein-und allseitig gefieder-te Borsten auf Abd V und VI PAO : O = 1 : 1‘286 Ko : Iz = 1'636 : 1 Ko : Ps = 2:1 Ko : Ku = 1*894 : 1 Ku : Iz = 1727 : 1 Ma : De = 1 : 1947 1. palliceps (Uzel) Stach der J u 1 i s c h e n der Krkonoše Alpe n. 2'5 mm Mxw. 2—2'5 mm 2'3 mm Mttw. 1 : 2'370 2 : 1 1129 : 1 Ebenso III : IV »fere aequante« PAO kaum O erreichend 1'6 : 1 P684 : 1 1‘684 : 1 2'222 : 1 1 : 1975 Fundorte und Okologisches. Triglav. Der Weg vom Triglavski dom zum Sedlo K r m a, ca. 2400 m. Am Rande ausgehobener Steine, tief unter Steinen, z\vischen organischem Detritus, verraischt mit Schotter und Sand. Um die Steine herum und in der Nahe einzelner hoch-alpiner Rasenpolster (Potentilla nitida, Cerastium carinthiacum etc.). In der Nahe keine Feuchtigkeitsquelle. Exposition siidostlich. - 2. VIII. 1933, Vor- und Nachmittag, sehr kalt, nebelig, feucht und windig. Triglav, Kredarica, ca. 2430 m. Diese Art wurde an verschiedenen Stellen dieses Biotopes 2. VIII. 1934 und 13. VIII. 1935 gesammelt und immer in der Bioconose mit I. denticulatus nov. sp. und Orchesella diversicincta sehr zahlreich gefunden, und zwar gleichzeitig und unter gleichen okologischen und klimatischen Verhaltnissen (siehe I. deuticulatus). Isotomurus pentodon nov. sp. Abb. 18, 22—25, 26. Das ist die groBte, bis jetzt im Materiale aus unseren Ost-julischen Alpen nur in einem Exemplare gefundene Isoto-murus-Form. L. = 5'3 mm. Die Korperform gleicht anderen Isotomurinen. Der Korper ist etwa zweimal so lang als die Antennen (Ant : Krp = = 1 : 2*05). Die Antenne verhalt sich zur Kopfdiagonale \vie 2 37 : 1. Diesbeziiglich weicht diese Art sehr vom I. palustris »f. p.« ab (1'424 : 1, Mttw. — 1*575 : 1, Mxw.) und nahert sich hie und da der I. maculatus-Form (2*175 : 1 Mxw. - 1 '807 : 1 Mttw.), und noch mehr dem I. denticulatus (2*4 : 1 Mttw. — 1'944 : 1 Mttw.). Die Behaarung der Antennen ist dicht, an dem Ant IV ani kurzesten, an dem Ant I am langsten. Neben den ge\v6hnlichen, kiirzeren und ziemlich anliegenden Spitzborsten befinden sich auch hier auf den Antennalsegmenten noch z\vei Arten von Borsten (Abb. 22). Die langsten Borsten, die distahvarts nur langsam an Dicke abnehmen, sind nie ganz spitzig und am Ende kaum etwas gebogen. Sie bedecken die distale Halfte des Ant IV ziemlich dicht, doch in regelmaBigen Abstanden und kommen proximalwarts immer seltener vor (Sinnesfunktioh?). An dem Ant III sind sie nur noch am distalen Ende haufiger, proximalwarts nur hie und da vorhanden, Ant II und I haben keine mehr. Die gevvohnlichen, gleichmiiBig dicken, gleichmaBig gebogenen, kiirzeren und stumpt' endenden Sinnesborsten (»Riechhaare«) sind auch am distalen Antennenende IV am haufigsten vorhanden, dann an allen anderen Antennengliedern, doch proximalwarts immer seltener. Als drittes Sinnesgebilde des Ant IV befindet sich am distalen Ende subapical der Sinneskolben (Abb. 22). Das Antennalorgan III ist wie sonst bei den Isotomurinen gebaut. Nur bei einem Tiere bezw. einem mikroskopischen Praparate, das mir zur Verfiigung stand, bei welchem das Tier nur in Seiten-lage sichtbar war, lagen die beiden Ommenflecke iibereinander. Deshalb war die Feststellung der GroBe einzelner Ommatidien untereinander sehr erschwert. Ich hatte nach oftmaligen Fest-stellungsversuchen den Eindruck, daB die jederseitigen acht Ommatidien untereinander gleich groB sind und daB sie sich zu PAO \vie 1 : 1 verhalten. Ant. I : II : III : IV = 1 : 1*53 : 1(5 : 115. Abd III : IV = 1 22 : 1. Die Haare sind im Allgemeinen ziemlich kurz, doch in der Lange einzelner Borsten sehr variabel. Manchmal verhalten sich die kiirzeren und die langeren Borsten wie 1 : 3. AuBerordentlich groB und einzigartig im Genus Isotomurus ist die Mannigfaltigkeit der Borsten in Bczug auf ihre Form und Fiederung. Neben den anliegenden, kurzen und kahlen befinden sich an allen Segmenten auch langere, kahle, doch mehr abstehende Spitzborsten (Abb. 23 a). So ist eine dorsale, kahle Boršte des fiinften Abdominalsegmentes auch die langste Boršte des ganzen Tieres. Die feinen, langen Bothriotrichen (Abb. 24 b) sind \vie ge vvohnlich gebaut und verteilt. Auch auf eine Sinnesfunktion hin-weisend ist der Bau einigei- Bor sten des zweiten (eine kiirzere) und des vierten (eine langere) Abdominalsegmentes (Abb. 24 a). Steif, gerade, normal zur Korperlangsachse an den genannten Segmenten stehend, diinner als andere Borsten, doch in ihrer Lange nicht so gleichmaBig dick wie die Bothriotrichen, sondern gegen die Borstenspitze langsam und fein spitz zulaufend sind diese Borsten. Ihre Fiederung ist gleich jener der Bothriotrichen. Nur bei einem Exemplar des Isotomurus maculatus fand ich am z\veiten Abdominalsegment eine solche Boršte. Auf dem Rucken eines j eden Segmentes des Thorax und des Abdomens, der Lange nach gegen die letzten Abdominalsegmente zunehmend, steht je eine steife, beinahe senkrecht zur Langsachse Abb. 22 25. Isotomurus pentodon nov. sp. — 22. Die Sinnesorgane des IV. Antennengliedes. 616 X. — 23. Die Borstenformen a, b, c, d, e. Schem. — 24. Die Borstenformen (Sinnesborsten) a und b. Sehem. -25. Der Mucro. Zwischen dem dritten und vierten Zahn ist die Spitze der basalen Mucronalborste sichtbar. 600 X. des Korpers orientierte, fast I. denticulatus iihnliche, doch etwas »grober« allseitig gefiederte Boršte (Abb. 23 b und c). Doch sind die Fiederchen (Wimpern) viel \veiter auseinander geriickt und auch viel kiirzer als bei I. denticulatus (Abb. 18). Bei manchen dieser Borsten ist nur die distale Halfte gefiedert, die proximale aber kahl. Schwacher allseitig gefiedert als die ervvahnten sind auch einige Borsten des sechsten Abdominalsegmentes. Neben den aufgezahlten fand ich am Abdomen V noch einige gleichmaBig dicke, apical stumpfe, im distalen Viertel et\vas ge-knickte, sehr kurze und dichte gefiederte Borsten (Abb. 23 d und e). Einige davon hatten die Fiederung nur distal von der Knickung, proximal waren sie aber kahl. Von einem Trochanteralorgan oder ihm ahnlichen Gebilde ist keine Spur vorhanden. Die Tibiotarsen und das Femur tragen auBerordentlich lange, fast senkrecht zu ihrer Unterlage stehende, steife, kahle Spitzborsten, die am ersten Beinpaar nach vorne, am zweiten und dritten Beinpaar nach hinten gerichtet sind. Auch an der Manubrium - Dentes - Grenze ist ventral ein Biischel langerer, kahler Borsten vorhanden. Sogar die ganze dorsale Kopfflache ist von den Antennen bis zu dem Hinterkopf mit ziemlich langen kah-len Borsten versehen. Im Vergleich mit dem starken Tibiotarsus erscheinen die Klauen des III. Beinpaares etwas schwach (Abb. 26 a). Der Unguis besitzt einen kleinen Innenzahn, dessen Basisabstand nicht die Halfte der Ko - Ventralkante erreicht (Ko : Iz = 1'85 : 1). Die Pseudonychien sind sehr schmal, ihre Lange betragt die Halfte der Ko-Ventralkante (Ko : Ps = 2:1). Der Unguiculus hat einen den anderen Isotomurus - Formen gar nicht ahnlichen Bau und betragt im Verhiiltnis zum Unguis die Halfte desselben (Ko : Ku = 2:1). Seine zahnlose, fast schmale Innenlamelle gleicht in der Breite beinahe der auBeren. Man hat auch den Eindruck, als ob sie an dem apicalwarts gerichteten Ab-schnitt in eine Binne ausliefe, besonders beim ersten Beinpaar (Abb. 26 b). Die pratarsalen Borsten sind gerade und klein beim dritten Beinpaar, den ziemlich hohen Pratarsus nicht iiberragend. Die das Keulenhaar vertretende Spitzborste erreicht nicht die Lange des Ko. Die Behaarung des Ventraltubus und des Betinaculums gleicht jener der anderen Isotomurinen. Im Verhiiltnis Ma : De = 1 : 225, nahert sich diese Form unserer Tieflandform I. palustris »f. p.« (Mxw. = 1:2, Mttw. = 1 : 1'95) und jener im gleichen Alpen-Biotope lebenden I. denticulatus (Mxw. = 1 : 2'4, Mttw. = 1 : 1'947). Die Densringelung ist sehr schwach. Der funfziihnige Mucro (Abb. 25) ist kurz und breit und er-scheint auBerordentlich plump. Auch seine Bezahnung ist unter den Isotomurinen die abweichendste. Der Apicalzahn ist, ahnlich den anderen Isotomurinen, klein, doch immer noch groBer als der Antapicalzahn. Dariiber, ob der Antapicalzahn eine Abspaltung des Apicalzahnes oder des dritten Zahnes (dies vielleicht am \vahr-scheinlichsten) sein konnte, kann man vorlaufig nichts Sicheres sagen, ebenso wenig, ob dieses Gebilde erblich ist. Der vierte Zahn ist am starksten gebaut, der basale, fiinfte, liegt \vie sonst bei den Isotomurinen an der AuBenseite. Etwas tiefer und naher der Dens-Mucro-Grenze inseriert die ein \venig gebogene, den Mucro nicht iiberragende, etwas abstehende, basale Mucronalborste. Die son-stige Beborstung des Dens ist stark und die Borsten sind lang. Die Grundfarbe ist dunkelbraun. Das dunkle Pigment des Or-naments ist von tiefdunkler blau - violetter Farbe. Die Thoracal-(ausgenommen Th I) \vie auch alle Abdominalsegmente sind voll-kommen mit ornamentfarbigen Querbinden bedeckt (ahnlich der v. fucicola des I. palustris). Da das Objekt lange Zeit in Milch-saure gelegen \var, wurden diese homogenfarbigen Querbinden in ein Fleckenetz aufgelost. Intersegmental sind die beiden grund-farbenen Linien immer noch sichtbar. Mit demselben Pigment wie die dorsolateralen Q,uerbinden (nur et\vas schwacher) ist auch die ventrale Seite tingiert. Die Furca ist grundfarhen, distahvarts immer heller, der Mucro ist am hellsten. Auch die Beine sind grundfarben, doch stark fleck-artig mit dunklem Pigment bedeckt, besonders die Tibien, und Abb. 26. Isotomurus pentodon nov. sp. — Die Klauen: a, des III. und b, des I. Beinpaares. 227 X. z\var beim ersten Beinpaar auf der vorderen, beim zweiten und dritten Beinpaar auf der hinteren Seite. Einen sehr starken dunklen Fleck hat vorne auch der Trochanter des ersten Beinpaares. Der grundfarbene Ventraltubus ist schvvach mit dunklem Pigment an-gehaucht. Das Betinaculum ist grundfarben. Auf dem sonst grundfarbenen Kopfe fiillt besonders der stark dunkel pigmentierte Mundkegel auf. Neben den dunklen Ommen-flecken sind dunkel pigmentiert auch die dorsalen Flecke der An-tennenbasis, der Scheitel- und der Hinterkopf-Fleck. Die Antennen sind z\var grundfarben, doch sehr stark, besonders distahvarts mit dunklem Pigment angehaueht. Ant I hat ventral an der Basis dunklere Flecke, ebenso sehr dunkel sind die Spitzen des Ant IV. Eine Buckenlinie fehlt vollkommen. Auch Abdomen VI hat keine speziellen Seitenflecke. Diagnose. L. = 5'3 nun. Ant : Krp = 1 : 2'05. Ant : K = 2'37 : 1. Die jederseitigen acht Ommen untereinander gleich. PAO : O = 1:1. Neben den kahlen, langen und kurzen Spitzborsten des Korpers sind dorsal auf dem Thorax und Abdomen einige grob allseitig gefiederte Borsten vorhanden. Neben Bothriotrichen auf dem II und IV Abd eine steife, lange, spitz zulaufende, bothriotrichenar-tige gefiederte Boršte. A m Abd V einige in der ganzen Lange gleich dicke, distalgeknickte, stumpfe, Entomobnja-artig gefiederte Borsten. Ko : Iz = 1'85 : 1. Ko : Ps = 2 : 1. Ko : Ivu = 2:1. Ku keinen Iz. Ma : De = 1 : 2'25. Mu mit fiinf nacheinander stehenden Ziih-nen. Apicalzahn und Antapicalzahn klein, untereinander ziemlich gleich. Grundfarbe dunkelbraun. Dunkles Pigment dunkelblauviolett. 'Fh II—III und alle Abd-Segmente v. fucico/a-ahnlich, volltingiert. Beine fleckig, Furca grundfarben, Kopf mit dunklem Mundkegel, sonst mit Flecken. Ant distahvarts dunkler. Verwandtschaft. Am nachsten scheint diese Form dem I. denticulatus und we-niger nahe dem I. palliceps zu stehen. Ein eingehenderes Verglei-chen der Formen ist nicht moglich gewesen, da es \vegen der unge-niigenden Zahl der Individuen (nur ein Exemplar) nicht moglich war, wenigstens annahernd die Variabilitatsbreite dieser neu auf-gestellten Art zu erfassen. Der eigenartige Bau der Mucronen und der Klauen, die Kor-perliinge, die Zahlenverhaltnisse der LangenmaBe einzelner Organe, das Geprage des Ornamentes und die Art der Behaarung ent-fernen sie von beiden envahnten Arten so sehr, dali sie, da noch keine »intermediare« Formen angetroffen wurden, nicht als ihre »normale« Varietat angesehen werden kann. Sie als geographische Rasse des čehoslovakischen L paliceps zu betrachten, ware wegen des Fehlens geographisch-morpholo-gischer Zwischenglieder und \vegen der Anwesenheit dieser Form in der Bioconose mit unserem I. palliceps in demselben Biotop und Fundort nicht moglich. MogIicherweise wird es sich einmal herausstellen — beim Vorhandensein von et\vas mehr Exemplaren — daB I. pentodon nur als eine auBerordentlich abweichende Aberration des I. den-ticulatus zu betrachten ware. Vielleicht haben wir es bei den Formen des I. denticulatus und I. pentodon nur mit einer groBeren oder kleineren Zahl von Okotypen des in groBer Zahl vorkommen-den I. palliceps zu tun, die im Ausbreitungsgebiet des T r i g 1 a v (Schneefelder ober dem Triglavfirn), da sie dort in groBerer Anzahl (/. denticulatus) oder einzeln (/. pentodon) angetroffen \verden, ihr Entstehungszentrum haben und von dort aus langsam in der weiteren Umgebung geeignete mikroklimatische VVohn-pliitze suchen. Fundort und Okologisches. Triglav. Kredarica, ca. 2430 m. Das einzige Exemplar wurde am 2. VIII. 1934 am gleichen Ort und unter gleichen oko-logischen Verhaltnissen \vie die in derselben Bioconose lebenden Exemplare des I. denticulatus nov. sp., /. palliceps (U.) St. und Orchesella diversicincta K. (siehe dort!) gefunden. Isotomurus lateclavus nov. sp. Abb. 15, 27—31, 32, 33—37. Die Korperlangen dieser Form iiberschreiten nie 3 mm und bewegen sich meistens um 2 mm herum. Was das Verhaltnis K : Ant = 1 : 1'75 anbelangt, nahert sich diese Art der »v. macu-lata« (1 : 1'807) und nicht der »f. p.« (1 : 1‘424). Die Behaarung der Antennen gleicht jener des Isotomurus denticulatus. Auch die Sinnesgebilde des Ant IV und des Antennal-organes III sind ahnlich gebaut (Abb. 15). Nur an einzelnen Objekten konnte ich die sich wiederholenden, in der Nahe des An-tennalorganes III stehenden, ellipsenformigen Chitinwulste, ahnlich jenen eines Postantennalorganes, feststellen (Abb. 33). Ob diese Chitinwiilste irgendwelche Sinnesgebilde sein konnten oder nur Chitindeformationen infolge der Konservierung, konnte ich diesmal nicht feststellen. Die Konturen des dunklen Ommenfleckes variieren individuell (Abb. 27). Die acht jederseitigen Ommen sind ungleich groB. Das Abb. 27—31. Isotomurus lateclavus nov. sp. — 27. Die Ommatidien und das Postantennalorgan. Der Pfeil = rostromedial. 512 X. — 28. Omma-tidien erscheinen cylinder-, bez\v. prismenformig (bei einer besonderen Stellung des Objektes). 512 X. — 29. Entomobri/a-avtig, allseitig ge-fiederte Boršte eines hinteren Abdominalsegmentes. Schera. — 30. Die Abdominalsegmente IV und V mit den langen, Entomobrya-artig, allseitig gefiederten Borsten. 113 X. 31. Die Ornamentik des Kopfes. 108 X. dritte und vierte Onima caudahvarts in der inedialen Ommenreihe sind kleiner als die iibrigen sechs, die untereinander auch nicht vollkommen gleich groB erscheinen. Bei einer ganz besonderen Stellung des Objektes erscheinen einzelne Ommen cylinder-, bezw. auch prismenformig (Abb. 28). Die Verteilung der Ommen im Ommenfleck ahnelt der Ommenkonfiguration des Isotomurus A und B (siehe das). Sehr gut sichtbar sind die starken, glatten, etwas gekrummten Spitzborsten, die die Ommen oft stark iiber-deckcn. Die auBeren Anlagen des Postantennalorganes erscheinen elliptisch. Der Chitimvulst ist maBig stark und nicht deformiert (keine Einkerbungen vorhanden, Abb. 27). Die Langsachse der Chitinwiilste des PAO dieser Form iiberschreitet nie den Durch-messer eines Omma, gew6hnlich ist das PAO kleiner. Der Mittel-wert der VergleichsmaBe im Verhiiltnis zu PAO verhiilt sich wie 1'333 : 1. Nach Bor ne r (1901, p. 55) sind die Langenverhalt-nisse PAO zum Durchmesser des Omma einer nicht geringen Schivankung unterivorfen. Nach ihm soli die Schwankung auch ein ganzes Omma betragen konnen. Ich fand bei einer Serie von Individuen, die auch in anderen Merkmalen nicht nur in den glei-chen PAO-GroBen iibereinstimmten, immer kleinere Fluktuatio-nen, doch sie iiberstiegen ge\vohnlich nicht ein Viertel der gesam-ten PAO-Langsachse. Die Behaarung besteht aus kurzeren, dichter besšiten, nicht sehr anliegenden und langeren, maBig gebogenen, mehr abstehen-den oder zur Korperlange senkrecht stehenden, kahlen Borsten (Abb. 36). Auf den hinteren Abdominalsegmenten IV und V be-finden sich neben den langen, meist steif abstehenden Bothriotri-chen kiirzere und auch sehr lange Entomobrya - artig, allseitig gefiederte Borsten (Abb. 30). Die langsten uberschreiten meistens die Lange der Abdominalsegmente IV und V. Ihre Fiederung ist dicht und regelmaBig (Abb. 29). Die »Wimpern« sind kurz und untereinander fast vollkommen gleich lang. Diese Fiederung ahnelt auBerordentlich jener der langen, feingefiederten, spitz zulaufen-den Borsten, welche Handschin (1919) fiir Isotomurus alti-colus (Taf. I, Fig. 18) als abdominale »Bothriotrichen« angefiihrt und Schaffer (1897) fiir Isotoma conjungens (Taf. II, Fig. 51) als »Boršte von Ende des Abdomens« abgebildet haben. Ahnliche, nur kiirzere, steife, abstehende, allseitig gefiederte, nach riickwarts gekehrte Borsten befinden sich ab und zu auch auf den Tibiotarsen aller FiiBe, fast standig am III. Beinpaar. Auf den Coxen, Trochan-teren und Femura stehen beinahe vertikal zur Beinlangsachse ge-rade so groBe, steife, aber entgegengesetzt (nach vorne) gerichtete kalile Spitzborsten. An der Stelle des III. Beinpaares, wo bei den Entomobryiden das Trochanteralorgan vorhanden ist, fand ich bei dieser Form hinter einer Chitinfalte nur ungleich groBe, dem Trochanter distal-vvarts anliegende Borsten (Abb. 34). Sie waren in ihrem Bau und ihrer Lage sogar von den entsprechenden Borsten des Isotomurus denticulatus sehr verschieden. Der Bau der Klauen des III. Beinpaares ist im allgemeinen etwas plumper (Abb. 32 a) als bei den anderen Isotomurinen. Doch nahert er sich im Habitus mehr unserer Alpenform Isotomurus A. Der Unguis ist basal — wie auch distahvarts breit und erscheint auch gegen die Spitze hin plump. Die Ventralkante be-sitzt etwa am Ende des dritten Fiinftels distahvarts (Basisabstand) einen kleinen Innenzahn (Ko : Iz = 5:3). Die Pseudonychien sind sctrvvach und nicht lang. Das Verhaltnis Ko : Ku = 5:3. Der Unguiculus betragt demnach drei Fiinftel der Unguislange. Die beinahe gleichmaBig breite Innenlamelle des Unguiculus hat proximalwarts einen parabelartigen Ausschnitt, der etwa vor der zvveiten Halfte des Ku (von der Basis ausgehend, Ku : Iz = 2:1) mit dem inneren Lamellenrand ein fein zugespitztes Ziihn-chen bildet. Die AuBenlamelle ist basal \vie distahvarts ziemlich breit und endet nicht feinspitzig. Das erste Beinpaar ist etwas anders gebaut (Abb. 32 b). Der Pratarsus ist miiBig hoch und mit je einer jederseitigen pratarsalen Boršte (Abb. 32 a) versehen. Die das Keulenhaar ver-tretende lange, kahle Spitzborste, die basal nicht schwacher ist als die sie umgebenden Borsten, ist meistens etwas gebogen. 32 Abb. 32. Isotomurus lateclavus nov. sp. Die Klauen: a, des III. und b, des I. Beinpaares. 820 X. Die Behaarung des Ventraltubus gleicht jener des Isotomurus A und B. Die Behaarung des Retinaculums ist starker als bei den Isotomurus A und B. Auf dem Corpus sind auf der orahvarts ge-richteten Seite 9—12 starke, lange, kahle Borsten vorhanden (Abb. 35). Einige inserieren eigentlich schon auf der ventralen Seite des Abdominalsegmentes. Im Verhaltnis der Lange des Manubriums zu den Dentes weicht diese Form, deren Ma : De = 1 : 2'2 ist, auBerordentlich von der »f. p.« (Ma : De = 1 : 1'95) und noch mehr von der »v. maculata« (1 : 1*74) ab. Die gut sichtbare Densringelung reicht nicht ganz bis zum Mucro. Der Mucro ist \veder plump noch schlank (Abb. 37). Sein Apicalzahn (S c h a f f e r’s, 1896, ventraler Zahn und Borne r’s, 1901, Dorsalzahn) ist sehr gut sichtbar. Der Antapicalzahn ist der groBte. In dieser Beziehung weicht diese Form von allen hier be-sprochenen Isotomurinen-Mucronen ab. Bei keinem anderen Iso-tomurus (ausgenommen I. denticulatus nov. sp.) fand ich diesen Zahn so stark ausgebildet. Auch sind der zweite und der dritte Zahn nicht so spitzig, wie dies bei anderen hier besprochenen For-men der Fali ist. Der vierte Zahn ist sehr ventral und nahe der Mucrobasis gelegen, \vas bei anderen Formen nicht vorkommt. Sehr stark nach vorne gerichtet ist er nicht. Die abstehende, basale Mucronalborste ist kurz, et\vas gebogen und erreicht kaum die Hiilfte des Mucro. Die Grundfarbe ist ein schmutziges Dottergelb. Bei alten Tieren ist sie braunlich. Eine breite, fast die vorderen drei Viertel eines j eden Segmentes einnehmende, schmutziggrune Querbinde bedeckt, v. balteata-ahnlich, alle Segmente. Ab und zu ist dieses Ornament beinahe siebartig von kleinen elliptischen Fleckchen der Grundfarbe durchbrochen. Die hinteren Segmentteile sind frei von dunklem Pigment (ein gutes Segmentviertel), demnach grund-farbig. Diffus, leicht angehaucht mit schmutziggrauem Pigment sind auch die Beine, die Furca und teils auch der Kopf samt den An-tennen. Eine spezielle Ornamentik hat der Kopf (Abb. 31). Die Om-menflecke sind sehr dunkel. Zwischen den Antennen befindet sich ein beinahe dreieckiger, auf dem Scheitel ein fast rechteckiger dunkler Fleck (Neutraltinte - ahnlich). Im Nacken befindet sich eine dunkle, V-artige, mit dem Scheitel caudahvarts gerichtete Binde. Um den dunklen, fast rechteckigen Scheitelfleck sind rund-liche und ellipsenformige, Pigmentgranula enthaltende Gebilde verstreut. Orahvarts befindet sich ein pigmentloses, bezw. grund-farbenes V, auch mit dem Scheitel nach riickwarts, gegen den dunklen Scheitelfleck gerichtet. Umgeben sind diese pigmentlosen Abb. 33—37. Isotomurus lateclavus nov. sp. — 33. Elliptischer Chitin-wulst in der Nahe des Antennalorganes III. 420 X. — 34. Der Trochanter des III. Beinpaares (Innenseite). c = caudalwiirts. 432 X. 35. Die Be-haarung des Retinaculums. 932 X. — 36. Kahle Borsten und Bothrio-triche. Schem. — 37. Der Mucro. 1935 X. V-Schenkel mit feinen Pigmentkornchen. Zwischen den Ommen-flecken und dem pigmentlosen V befinden sich vier kleine pig-mcntiose Ellipsen. Ebensolche, doch rundliche Flecke befinden sich oft auch vor jedem Ommenfleck, umschlossen von dunklem Ommenfleckpigment. Auch die Antennenbasen sind mit Pigmentkornchen besat. Sonst ist der ganze Kopf diffus, aber schwacher pigmentiert wie der Korper. Cber den Riicken lauft eine ziemlich feine, dunkelschmutzig-griine, wie mit Neutraltinte tingierte, segmental unterbrochene (Grundfarbe) von Th II bis beinahe inklusive Abd V, doppelte Riickenlinie (ziemlich ahnlich der Riickenlinie einer v. aquatilis Miiller, Schott, 1873, Taf. V, Fig. 7), die dann caudahvarts immer undeutlicher \vird und schlieBlich verschwindet. Bis jetzt fand ich diese Form nur in unseren Ostjuli-schen Alpen, und zwar auf dem Triglavmassiv und eini-gen ihn umgebenden Gipfeln in der Hohe von ca. 2200—2450 m. Die Umweltbedingungen sind ziemlich ahnlich jenen des Isotomurus alticolus Carl aus den Schweizerischen Alpen (Carl 1899, Handschin 1924, 1929), den ich bis jetzt hier noch nicht gefunden habe. Die Korperlange (bis 3 mm, nach Carl 1899), die Pigmentierung des Ornamentes (samt der Riickenlinie), die Be-zahnung des Unguis, die gut doppelt so langen Dentes wie das Ma-nubrium und die allseitige, Eritomobrya-artige Fiederung der lang-sten Borsten des Abd IV und V, drangen dazu, daB man dieser neuen Art vielleicht den Platz in der Nahe des Isotomurus alticolus anweisen konnte. Eine eingehendere, vergleichend-morpholo-gische Betrachtung der Form brachte aber trotzdem viele \vesen-tliche Unterschiede. Wegen einer leichteren Cbersicht stelle ich die Merkmale beider Formen in einer Differenzialdiagnose gegen-iiber. Verwandtschaft. Differentialdiagnose, Isotomurus lateclavus nov. sp. Isotomurus alticolus Carl 1S99.1 (Carl 1899, Handschin 1919, 1924, 1929). L. bis 3 mm. L. bis 3'5 mm. Ant : K = 2 : 1. Ant : K = 1'751 : 1. Das 3. und 4. Ommatidium (caudahvarts) der medialen Oeellen-reihe ca. um die Halfte kleiner als die iibrigen. 1 Freie Stellen = die Angaben fehlen. O : PAO = 1333 : 1. PAO keine Einkerbungen. Neben den kahlen Spitzborsten und Bothriotrichen auch Entomobrija-artig gefiederte lange Borsten des Abd IV u. V und Tibiotarsen. lvlauenbau plump. Ko mit Iz. Kein riicklaufender Zahn des Un-guis. Ko : Iz = 5 : 3. Ko breit, kurz, plump. Ko : Ku = 1'GfiC : 1. Ku breit, plump. Ku mit Iz (Ku : Iz = 1'764 : 1). Ma : Ue = 1 : 2'5. Mucro nicht schlank. Antapicalzahn am groBten. 4. Mucronalzahn mehr proximal gelegen. Basale Mucronalborste kurz, ab-stehend. Grundfarbe schmutziggelb bis braunlich. Pigment der Ommenflecke, Schei-telfleck, Fleck zwischen Anten-* nenbasen, dreieckiger Nacken-fleck neutraltinte-blaulich. Rmnpfsegmente mit schmutziggrii-nen Ouerbinden (vordere 3U eines jeden Segmentes dunkel-pigmentiert, letztes Viertel grund-farbig). Riickenlangsbinde bis incl. Abdomen V doppelt, intersegmental unterbrochen, nach Abd V ver-schwindend, neutraltinte-schmu-tziggriin. Heine, Furca, teils der Kopf samt den Antennen, difus schmutzig-griin angehaucht. Kopfnaeken V dunkel. Kopfscheitel V pigmentlos. 0 : PAO =1:2. PAO Einkerbungen. An den Abdominalsegmenten IV u. V sehr lange, allseitig gefiederte Borsten, die die Segmente an Lange iibertreffen. Klauenbau schlank. Ko mit Iz. Biicklaufender Zahn des Unguis. Iz in der zweiten Hiilfte des Ko. Ko lang, schmal, schlank. Ko : Ku = ca. 3 : 1 (H.), 2 : 1 (C.). Ku eng, spitzig, schlank. Ku oline Iz. De gut doppelt so lang als Ma (C.), Ma : De = 1 : 25 (H.). Mucro extrem verlangert, sehr schlank. 4. Mucronalzahn mehr in der Mitte gelegen. Grundfarbe dunkelgriin bis braun. Antennenbasis und dreieckiger Kopfhinterrandfleck sch\varz-violett. Riickenlangsbinde breit, dunkel-violett, intersegmental unterbrochen, gegen Ende des Abdomens verwischt. Ant III u. IV violett. Die Vermutung, daB die neue Art I. lateclavus eine geogra-phische Rasse des Rassenkreises I. aliicolus aus den S c h w e i z e -r i s c h e n A 1 p e n sein konnte, daB sie also seine vicariierende Form in unseren J u 1 i s c h e n A 1 p e n ware, liegt sehr nahe und wird vielleicht einmal bestatigt werden. Fundort und Okologisches. Triglav. Der Weg vom Triglavski dom zum Sedlo Krma, ca. 2450 m. 2. VIII. 1933. Sonst wie beim I. palliceps, siehc d as. ostlich der Staničeva koča, »N a d Peklo m«, im nordostlichen Raum des T r i g 1 a v m a s s i v e s. Am Rande der Schneefelder. Unter Steinen, zwischen nicht allzu grobem Gebirgs-sehutt und unter schmelzendem Schnee, schwarzer Erde und or-ganischem Detritus. Keine Vegetation in der Nahe. Exposition nordlich. Sonnig, \volkenlos, Westwind, 11 Uhr Vormittag. 12. VIII. 1935. V r b a n o v vrh, 2408 m, Gipfel in der nordostlichen Gipfel-runde des Triglav. Unter Steinen, zwischen Gebirgsschutt und schwarzer Erde; diese sehr feucht. Kein Schnee in der Nahe. Die Sammelstellen umgeben von hochalpinen Pflanzenpolstern. Expo-sition nordostlich. Sonnig, sehr heifi, 2 Uhr Nachmittag. 12. VIII. 1935. lsotomurus A (f. innominata). Abb. 12, 29, 30, 38 39, 40—41. Nach allgemeinen, nicht naher differenzierten morphologischen Feststellungen iiber das Pigment, das Ornament, den Innenzahn des Unguiculus und die »allseitige« Fiederung der langen Borsten der hinteren Abdominalsegmente \viirde man diese Form beinahe als lsotomurus palustris var. maculata bezeichnen konnen. Und doch ist dem nicht so. Die maximalen Korperlangen dieser Form iiberschreiten 3 inm gewohnlich nicht. Das Verhaltnis der K : Ant = 1 : 1 '817 (Mttw.). Siehe auch die Tabelle bei /. maculatus! Die acht jederseitigen Ommen sind ungleich grofi. Das dritte Ommatidium (caudahvarts) der medialen Ocellenreihe ist bedeutend kleiner als die iibrigen (Abb. 38). Darin, so wie auch in der Konfiguration der Omma-tidien im dunklen Ommenfleck ahnelt das Auge dieser Form sehr dem von Schaffer (1897) fiir Isotoma conjungens (Taf. II, Fig. 48) gezeichneten. Die aufieren Chitin\viilste des Postantennalorganes sind bei der Mehrzahl der Tiere so grofi — abgesehen die gewohnlichen kleinen Fluktuationen -— \vie die grofieren Ommatidien. O : PAO = 1:1, von der »v. maculata« des Tieflandes also etwas abweichend. Die Behaarung ist dicht. Neben kiirzeren und langeren kahlen Borsten und Bothriotrichen befinden sich auf den letzten Abdo-minalsegmenten (IV und V) und den Tibiotarsen lange, Entomo-brija-, nicht 1. viridis-artig, dicht, allseitig gefiederte Borsten (Abb. 29 u. 30). Sie gleichen auch, was sehr interessant ist, den Borsten am Ende des Abdomens der Feuerlandischen Isotoma conjungens (Schaffer, 189, Taf. II, Fig. 51) = Alloschaefferia conjungens (Sch. 1897) B. 1903, oder auch den allseitig gefiederten, nicht echten »Bothriotrichen« der sclrvveizerischen Hochgebirgsform I. alticolus (Handschin, 1919, Taf. I, Fig. 18). Sie sind aut' dem Abdomen etwas nach riickwarts gebogen, auf den Tibien aber steif, beinahe senkrecht zur FuBachse und gewohnlich nach riick-\varts gekehrt. Solche allseitig gefiederte Borsten fand ich bei einigen dieser Formen auch auf dem Thorax, an der Ventralseitc des Abdomens und an den Trochanteren. Der Unguis hat keinen Innenzahn. Der Unguiculus betragt bei dieser Form die Halfte des Unguis (Ko : Ku = 2:1, Mttw.), bei der »v. maculata« des Tieflandes fast zwei Drittel (1'566 : 1). Auch der Bau des Unguiculus ist bei dieser Form sehr abweichend von jenem der »v. maculata« des Tieflandes (Abb. 41 und 12). Die •« Abb. 38—39. Isotoinurus A. — 38. Die Ommatidien und das Postantennal-organ. Der Pfeil = rostromedial. 676 X. — 39. Die Ornamentik des Kopfes. 140 X. sehr erweiterte, mit einer breiten Basis auf dem Pratarsus fus-sende Innenlamelle des Empodialanhanges, besitzt an ihrem dista-len Tcile einen Randausschnitt, der et\va einem Hyperbelscheitel gleicht. Der proximale, innere Lamellenrand bildet mit dem Aus-schnitte ein zahnahnliches Gebilde (Abb. 41). Einen etwas ahnli-chen Unguiculus mit sehr breiter Innenlamelle zeichnet K s e n e -man (1932), p. 20, Fig. 21, fiir »f. p.«. Ku : Iz = 2 : 1 (Mttw.). Der Basisabstand des Iz betragt demnach die Hiilfte der Ku-Lange. Derselbe der Tieflandform 7. maculatus (Ku : Iz = 2'65 : 1) betragt nicht einmal zwei Fiinftel der Ku-Lange. Die Ku-AuBen-lamelle der Tieflandform 7. maculatus (Abb. 12) ist breit, jene unserer Alpenform Isotomurus A schmal. Das distale Ende der Tieflandform 7. maculatus feinspitzig, der Alpenform Isotomurus A abgestumpft (Abb. 41). Die Pseudonychien sind schmal, doch gut sichtbar. Der nicht hohe Pratarsus hat beiderseits eine gerade und nicht lange Priitarsalborste. Die an der Stelle des Keulenhaares stehende, et\vas gekrummte Spitzborste ist an der Basis wie auch gegen die Spitze etwas diinner als die sie umgebenden kiirzeren, starken, kahlen Spitzborsten. Die Mucronen sind stark und langlich (nicht kurz und plump). Der Apicalzahn ist stark und gut sichtbar. Die basale Mucronal-borste inseriert ein wenig iiber der Mucrobasis und iiberragt den Mucro. Sie erscheint im Praparate etivas gebogcn und dem Mucro in der Richtung seiner Langsachse anliegend (Abb. 40). Der Mittel-wert der Verhaltnisse des Ma : De = 1 : 1 '55, der Mttw. der »f. p.« = 1 : 1'95, des 7. maculatus 1 : 1'74. Ich verweise auf die Ta-belle beim Isotomurus maculatus und auf meine Bemerkungen in dem Abschnitte iiber Isotomurus palustris »f. p«. Dic Grundfarbe ist sclnvefelgelb, bei alten Formen orange (altersbedingte Verdunkelung). Das neutraltinten-blaue Pigment ist teils diffus iiber den Korper verbreitet und lateral die Grundfarbe durchscheinen lassend, teils netzartig verbreitet und wird mit der GroBe des Tieres (Alter) immer mehr schmutzig-fleckig. Der Kopf hat median auf dem Scheitel einen langlichen dunkel-blauen Fleck, umgeben von vielen, unregelmaBig violett pigmen-tierten zellkernartigen Figuren (Abb. 39). Auch zwischen den An-tennen ist ein dunkelblauer Fleck. Die Antennenbasis ist beiderseits dorsal mit einem quergelegenen, blaulichvioletten, unregel-maBigen Bandchen versehen, ebenso der Hinterkopf. Die Riicken-linie ist beinahe ganz in Flecke, dic lateral mit dem Pigmentnetze korrespondieren, aufgelost. Die Furca und die Beine sind hellgelb. Die Antennen schwach schmutziggrau und distal starker als proxi-mal pigmentiert. Abb. 40—41. Isotonmrus A. 40. Der Mucro. 2000 X. 41. Die Klaue. 845 X. Diagnose. L. bis 3 mm. Ant : K = 1 '817 : 1. Das dritte Onima (caudal-warts) der medialen Ocellenreihe kleiner als die iibrigen. Der Chitinvvulst des PAO : O = 1:1. Borsten: kalile Spitzborsten, Bothriotrichen, Entomobrya-artig, allseitig gefiederte lange Borsten des Abd IV, V und der Tibien. Klauenbau ziemlich plump. Ko ohne Iz. Ko : Ku = 2 : 1. Ku : Iz = 2 : 1. Ma : De = 1 : 1 '55. Mucro nicht plump. Der zvveite und der dritte Mucronalzahn an-nahernd gleich grolJ. Basale Mucronalborste Mucro iiberragend, anliegend. Grundfarbe schwefelgelb, wenn alter orange. Dunkelpigment: neutraltintenblau, wenn alter schmutzigblau. Sehr dunkles Pigment haben: Ominenflccke, Scheitelfleck und Fleck zwischen den Antennenbasen. Weniger dunkle Bander: Antennenbasen, Nacken-querbinde. Scheitelfleckumgebung auch nicht stark pigmentiert. Das Neutraltinte-ahnliche Pigment, diffus oder netzartig iiber den Korper verbreitet. Dunkle Riickenlinie beinahe in Flecke aufge-lost. F"urca, Beine grundfarben. Ant sch\vach schmutziggrau. Auch pigmentlose Formen vorhanden. Verwandtscha!t. Wie schon anfangs dieses Kapitels gesagt wurde, konnte man diese Formen auf Grund nur allgemeiner Merkmale und alter Diagnosen zu I. palustris v. maculata rechnen. Beim Vergleich mit der auBeren Morphologie des Isotomurus lateclavus nov. sp. und Isotomurus alticolus Carl fand ich, dati diese Tiere in sehr vielen Merkmalen mehr oder \veniger doch zu diesem Formenkreise hin neigen. Siehe die Differenzialdiagnose von I. lateclavus nov. sp. Weniger in der Grundfarbe als in der Tinktion des Ornamentes und im Ornament selbst sind auch Unterschiede vorhanden. Was ich friiher von der stufenweisen Veranderung der Grundfarbe und der Pigmentsattigung im Ornament (zeitliche, altersbedingte und individuelle, vielleicht auch okologische Variabilitat) gesagt habe, gilt auch fiir diese Form. Jedenfalls ist das ailgemein morphologische, vvahrscheinlich zeitlich, individuell und okologisch variable Bild dieses Tieres noch nicht genug abschlieBend geklart, um es in eine sehr enge und auch nomenklatorisch festgelegte Verwandtschaftsbeziehung mit I. lateclavus bringen zu konnen. Ich sehe daher vorlaufig von einer naheren Kiassifizierung und Benennung dieser Form ab und nenne das Tier vorlaufig einfach Isotomurus A. Fundorte und Okologisches. Diese pigmentierten Formen stammen von Sleme, einem Bergriicken zwischen dem Planica- und Mala Pišenca-tal, 1911 m. Ich fand sie unter Steinen und um sie herum, z\vi-schen Erde und Wurzelgeflecht. Die Steine waren umrandet von Grasrasen und Moos. Das Terrain war eher trocken als feucht. Exposition nordostlich. Nordostlicher Wind. Abwechselnd sonnig und bewolkt, 10—12 Uhr vormittags. 26. VII. 1934. Auf dem Triglav, und zvvar am Wege von der Kredarica zum Sedlo Krma, ca. 2530 m, fand ich am Rande der ausge-hobenen Steine, jedoch meistens tief unter den Steinen, z\vischen organischem Detritus, vermischt mit Schotter und Sand, auch junge, fast pigmentlose — ausgenommen die kleinen, dunklen, median gelegenen Frontal- und Scheitelflecke — Formen (L. = 1'2 bis 1*4 mm). In der Nahe keine Feuchigkeitsquelle. Exposition siidostlich. 2. VIII. 1933. Vor- und Nachmittag, kalt, nebelig, feucht und \vindig. Isotomurus B (f. innominata). Abb. 1, 29, 38, 40, 42- 44, 45. Die Korperlangen dieser Formen bevvegen sich zwischen 2 bis 3 mm. Das Verhaltnis K : Ant ist im allgemeinen gleich jenem des Isotomurus A, im Mittehverte also 1 : 1*817 (des I. palustris gleich 1 : 1*424). Mehr dariiber bei I. palustris »f. p.« und Isotomurus maculatus. Siehe auch die graphische Darstellung (Abb. 1). Die acht Ommatidien sind ungleich groB. Das dritte Omma, caudahvarts in der medialen Ommenreihe (Abb. 42), ist kleiner als die anderen sieben. Darin und auch in der Ommatidienkonfi-guration im Ommenfleck gleichen die Augen dieser Tiere jenen des Isotomurus A (Abb. 38) und der Isotoma cunjungens (Schaffer 1897, Fig. 48, Taf, 2). Sehr gut sind an einigen Praparaten dip starken, kahlen, den Ommenfleck umgebenden Borsten sichtbar. Die Chitinwiilste des Postantennalorganes sind im Gegensatz zu jenen des Isotomurus A (Abb. 38) groB, O : PAO = 1 : 1.5 (Abb. 42) und auch in der GroBe sehr abweichend von jenen des Isotomurus maculatus des Tieflandes, wie auch des Isotomurus palustris »f. p.«. Der GroBe des Postantennalorganes entsprechend, erscheint auch seine Chitinwulstellipse etwas deformiert und der Wulst selbst etwas starker. Prapariert in KOH, erhalten diese Ge-bilde oft eine rundlichere Form. DaB auch bei diesem Organe in der GroBe nicht bedeutende Fluktuationen vorkommen, ist selbst-verstandlich. Abb. 42—44. Isotomurus B. — 42. Die Ommatidien und das Postantennal-organ. 607 X. — 43. Die Sinnesgebilde des IV. Antennengliedes. 1080 X. •— 44. Das Antennalorgan III. 635 X. Die Haare der Antennen sind bei dieser Alpenform wie auch bei Isotomurus A ziemlich kurz und dicht. Et\vas anders gestaltet als bei Isotomurus palustris und I. denticulatus erscheinen einige Sinnesgebilde der Antennen, besonders des Ant IV (Abb. 43). Der subapicale Sinneskolben ist langlicher. Die langsten, in beinahe gleichmaBigen Abstanden fast senkrecht zur Antennenlangsachse stehenden Haare, die wahrscheinlich eine Sinnesfunktion verrich-ten, sind apicalwarts mehr spitz zulaufend und apical kaum etwas gegen das Ende der Antennen gekriimmt. Die apicalvvarts beinahe gleichmaBig dicken Sinneshaare (»Riechhaare«) sind meistens et\vas gekriimmt und gegen das Antennenende geneigt. Beide Arten dieser Sinnesborsten kommen an allen Antennengliedern vor, nur sind sie am Ant IV in der Mehr-zahl vorhanden. Die gewohnlichen, kurzen, et\vas gekriimmten, kahlen Borsten, sind ahnlich jenen des 1. palustris, bezw. des I. denticulatus. Die gekriimmten, weiBlichen Sinnesstabchen des Antennalor-ganes III sind ziemlich stark und et\vas nach vorne gekriimmt (we-nigstens im Praparate) und in ihrer Basis von je einer sehr feinen, hinteren Hautfalte umschlossen (Abb. 44). In dieser Beziehung also ahnlich jenen des I. palustris und beinahe so gebaut, wie sie A gr e n (1903) fast im Gegensatz zu Bor n er (1902), fiir I. palustris fliichtig beschrieben bat. Hinter den Sinnestabchen steht gewohnlich eine langere, starkere Schutzborste. An vielen Prapa-raten konnte ich nur ein Sinnesstabchen feststellen. Neben den kiirzeren und auch sehr langen kahlen Spitzborsten und Bothriotrichen befinden sich an den letzten Abdominalsegmen-ten langere, Entomobrpa-artig, allseitig gefiederte Spitzborsten, die langsten an den Abdominalsegmenten IV und V (Abb. 29). Auch auf den Tibiotarsen (Abb. 45), Femur und Trochanter des dritten Beinpaares fand ich solche steife und nach riickwarts gewendete Borsten. Der Bau der Klauen ist etwas schlanker als bei Isotomurus A (Abb. 45). Der Unguis ist apicahvarts enger als sonst und hat an der Innenkante keinen Innenzahn. Ku betragt gute zwei Drittel des Ko (Ko : Ku = 1 '428 : 1), nahert sich diesbeziiglich der Tief-landform Isotomurus maculatus (Ko : Ku = 1'566 : 1) und nicht dem Isotomurus A (Ko : Ku = 2 : 1). Die AuBenlamelle des Ungui-culus ist maBig stark, die Innenlamelle nur im unteren Drittel breiter, sonst ist sie spitz zulaufend und bildet mit der AuBenlamelle ein sehr spitzes Ende. Der Randausschnitt der Innenlamelle reicht sehr tief proximalwarts und bildet mit ihrer Innenkante einen starken Innenzahn (Abb. 45). Der Basisabstand des Iz betragt ein gutes Drittel des Unguiculus (Ku : Iz = 2'8 : 1, Mttw.). Der Unter-schied vom Isotomurus A (Ku : Iz = 1'923 : 1) ist demnach be- deutend. Und da dieses Merkmal immer \vieder in der gleichen \Veise vorkommt, ist es vvahrscheinlich auch spezifisch. Die Pseudo-nychien sind zu Ko wie 43 : 75, sehr schmal und kaum sichtbar. Der Praetarsus ist mit kleinen Praetarsalborsten versehen und nicht hoch. Die an der Stelle des Keulenhaares stehende, diinne, kahle, et\vas gebogene Boršte ist zienilich kurz. Sie erscheint auBer-ordentlich sch\vach im Vergleich mit den etwas hoher an den Tibien z. B. des dritten Beinpaares inserierten, allseitig gefiederten, langen und starken Spitzborsten. Die Behaarung des Ventraltubus und des Betinaculumcorpus ist schwach. Der Mucro ist ahnlich dem des Isotomurus A geformt (Abb. 40). Nur die basale Mucronalborste ist etvvas kiirzer und erreicht mei-stens nicht das Mucroende. Auch im Verhaltnis Ma : De = 1 : 1'55, verhalt sich diese Form wie Isotomurus A. Die Densringelung reicht nicht ganz bis zum Mucro. Abb. 45. Isotomurus B. Die Klaue. 668 X. Die Grundfarbe ist gelblichweiB bis gelblichgrau. Die nur ari den Thoracalsegraenten gut sichtbare Riickenlinie erscheint blau-lichgrau angehaucht. Dunkelblau sind neben den dunklen Ommen-flecken noch der Frontalfleck und der langliche Scheitelfleck. Rund herum sind die beiden Flecke mit kleinen, blaulich ange-hauchten Fleckchen umgeben. Ebenso schwach tingiert ist auch die dorsolaterale Seite des Korpers. Sonst ist der ganze Korper samt den Antennen, der Furca, den Beinen, dem Ventraltubus und dem Retinaculum grundfarben. Diagnose. L. bis 3 mm. K : Ant = 1 : 1817. Das dritte Omma, caudal-\varts der medialen Ocellenreihe, kleiner als die iibrigen. O : PAO = = 1 : 1'5. Mit kahlen Borsten und Bothriotrichen. Entomobrya-artig, allseitig gefiederte, lange Borsten am Abd IV und V und am Tibiotarsus vorhanden. Unguis schlanker als bei I. lateclavus oder lsotomurus A, docli nicht so schlank \vie bei lsotomurus alticolus. Ko ohne Iz. Ko:Ku = = 1428 : 1. Auch Unguiculus schlanker als bei lsotomurus lateclavus oder lsotomurus A, doch nicht so wie bei lsotomurus alticolus. Ku : Iz = 2'8 : 1. Ma : De =1 : 1'55. Mucro nicht schlank. Zweiter und dritter Mucronalzahn gleich groB. Die basale Mucro-nalborste erreicht nicht das Mucroende. Grundfarbe gelb!ichweiB bis gelblichgrau. Riickenlinie blaulich-grau, nur an Thorakalsegmenten vorhanden. Tiefblau: Ominen-flecke. Frontalfleck und Scheitelfleck. Grundfarben: (auBer den er\vahnten Flecken) der ganze Korper, Antennen, Furca, Beine, Ventraltubus und Retinaculum. Verwandtschaft. lsotomurus B hat in verschiedenen Merkmalen morphologische Ahnlichkeiten mit lsotomurus lateclavus, lsotomurus A und Isoto-murus alticolus. Ob es sich in den Fallen des lsotomurus A und lsotomurus B nur um phanotypische Erscheinungsformen oder genotypische Erbformen handelt, kann ich vorlaufig nicht entscheiden. Deslialb sehe ich diesmal auch bei dieser Form von einem naheren Kate-gorisieren ab und benenne das Tier nur als lsotomurus B. Es kann auch moglich sein, daB wir, abgesehen von anderen Variabilitatsmoglichkeiten, in den Fallen lsotomurus A und B se-xualdimorphe Formen vor uns haben, oder auch, daB die Vererbung des kleinen und des groBen Postantennalorganes samt den dieses begleitenden Merkmalen alternativ auftritt. Fundorte und Okologisches. Nordostlicher Hochgebirgsraum des T r i g 1 a v m a s s i v e s. ostlich der Staničeva koča, »Nad Peklom«, ca. 2310 m abs. Hohe. Schneefelder. Unter Steinen, zwischen Gebirgsschutt, unter Schnee. Keine Vegetation in der Nahe, doch schvvarze Erde zwischen Gebirgschutt vorhanden. Exposition nordlich. Sonnig, heiB, Westwind. 11 Uhr Vormittag, 12. VIII. 1935. Vrbanov vrh, 2408 m. Sonst wie I. lateclavus nov. sp. Triglav, Schneefelder iiber dem Triglavfirn, ca. 2500 m. Felseninsel im Schnee. Die Felsen bedeckt mit Gebirgsschutt (alles Dolomit). Unter dem Gebirgsschutt und organischen Detritus. Trocken, doch unter grofien Steinen feucht. Keine Vegetation in der Nahe. Exposition nordlich. Kalt, nebelig, windig, 10—12 Uhr Vormittag, 13. VIII. 1935. T r i g 1 a v. Bergsturz, siidlich vom Aleksandrov dom, ca. 2400 m. Ganz am Rande des Schneefeldes. Unter Steinen und im Gebirgsschutt. Exposition siidlich. Kalt. Schneegestober, Nord-wind, 12—2 Uhr Nachmittag. 16. VIII. 1935. Aufiere Morphologie und Systematik. Schaffer (1896) hat die Art Isotoma palustris der Gattung Isotoma und diese der Subfamilie Isotominae untergeordnet. Fiir die Isotominae war das ausschlaggebende Merkmal hauptsachlich die fast gleiche Lange des Abd III und IV, fiir das Genus Isotoma die grolieren Mucronen, das meistens vorhandene Postantennalorgan und die Behaarung (kahle und gefiederte Borsten). Borner (1901) ergiinzte die Charakteristik der Unterfamilie Isotomini, zu denen er, nach Schaffer 1896, die Gattung Isotoma samt den Arten I. palustris und I. maculata zahlte, neben anderem mit der Tatsache, dali die Ventralkante des Unguis bei den Isotomini ungespalten ist und daB Abdomen III so lang, wenig liinger, selten kiirzer als Abd IV sei. Da Borner (1903) bei der Isotoma palustris (doch nicht bei anderen Isotominae) die, fiir die Tomocerinae und hoheren Entomobryinae charakteristischen, in ihrer ganzen Lange fein und allseitig gefiederten »setae sensuales« (Bothriotriche) als wesent-lich \vichtig feststellte, erhob er diese Art zum neuen, selbstiin-digen, der Gattung Isotoma nebengeordneten Genus Isotomurus. Der Umfang der Isotominen ist dadurch erweitert \vorden. Borner (1906) geht, die Bothriotrichen als ein wesentliches taxonomisches Merkmal aller Isotomurusformen feststellend, noch einen Schritt \veiter. Auf Grund dieses Merkmales trennt er das neue Genus Isotomurus vom Verbande der Unterfamilie Isotominae los und ordnet es der Subfamilie Entomobryinae (Schaffer) Bor-ner unter als Tribus Isotomurini Borner, nebengeordnet der Tri-bus Entomobryini Borner und Tribus Orchesellini Borner. Die Auffindung des typischen Trochanteralorganes durch Borner (1913) bei »allen echten Entomobryinen« und sein Fehlen bei Isotominen und Isotomurinen veranlaBte Borner, zum Schaffer’ schen (1896) Collembolensystem zuriickzu-kehren und die Tribus Isotomurini ohne Rucksicht auf die allseitig gefiederfen Bothriofrichen wieder der Unferfamilie Isofominae Schaffer 1896 unterzuordnen. Trotz der Borner’ schen (1913) Feststellung iiber das Fehlen des fur die Entomobryinae charakteristichen Trochanteralorganes bei den Isotomurinen, seiner neuerlichen Zuteilung dieser Formen zu den Isotominae, genieBt diesbeziiglich das Borner’ sche System aus dem Jahre 1906 noch immer die Anerkennung vieler Collembologen. Wieder andere sind bei der Schaffer’ schen Einteilung aus dem Jahre 1896 und Borner' schen aus dem Jahre 1913 geblieben. Nach der mir zur Verfiigung stehenden Literatur sind diesbeziiglich neuerlich keine grundsatzlichen sy-stematischen Anderungen vorgeschlagen worden. Auf Grund der bestehenden Bestimmungstabellen, Diagnosen und Beschreibungen konnte ich mein Alpcn - Isotomurusmaterial nie restlos bestimmen. Ohne \veiteres geschah dies mit den Formen des Tieflandes. Eine Diiirese in der Beurteilung der auBenmorpho-logischen Merkmale war immer notwendig. Die Tieflandformen meines Materials hatten neben den Bo-thriotrichen nur kahle oder neben diesen auch auf dem Hinter-leibe lange, I. viridis-artige, ein- oder allseitig gefiederte Borsten, Ommatidien von gleicher GroBe und teils auch in den Verhalt-nissen K : Ant und Ma : I)e etvvas ganz bestimmtes. Bei einigen meiner Alpen-Isotomurusformen fand ich auf den letzten Abdominalsegmenten und teils auf den Beinen, neben den kahlen, auch Entomobrya-artig (nicht I. viridis-artig) allseitig gefiederte Borsten, ungleich groBe Ommatidien und teils auch Be-sonderheiten der Verhaltnisse K : Ant und Ma : De. Diese Tatsachen drangen (die Bothriofrichen diagnostisch, wie bis jetzt vorausgesetzt) zu einer Bifurkation der Gruppe der be-sprochenen Formen. Die eine Gruppe mit kahlen Borsten und jene mit I. viridis-artiger Fiederung ist morphologisch am nachsten den Isotominen, die andere mit Entomobrya-artiger Fiederung erinnert in einigen Besonderheiten an charakteristische Merkmale der En-tomobryinen. Ich halte mich in dieser Abhandlung auf Grund der angefiihr-ten Tatsachen und Erkenntnisse systematisch an das Borner’ sche Collembolensystem aus dem Jahre 1913 (Z. A. 41, 315—322, 1913). Wahrscheinlich \varen die bis zu dem Jahre 1913 richtig ge-stellten morphologischen Besonderheiten der Gruppe Isotomurus fiir Bomer maBgebend, daB er nicht nur die Gattung Isotomurus, sondern auch die von ihm im Jahre 1906 eingefiihrten Isotomurini, untergeordnet der Subfamilie Isotominae Schaffer 1896, in sein Collembolensytem 1913 ubernommen hat. Auch die in dieser Abhandlung angefiihrten neuen morphologischen Tat-sachen und Erlauterungen, die an eine zukiinftige Teilung der Gattung Isotomurus schlieBen lassen, sprechen fiir die Notwendig-keit einer, der bestehenden, sehr polymorphen Gattung Isotomurus iibergeordneten, gut umgrenzten hoheren Kategorie, der Tribus Isotomurini. Fam. Isotomidae Borner, 1913. Subf. Isotominae Schaffer, 1896. Tribus Isotomurini BSrner, 1906. Typisches Trochanteralorgan am dritten Beinpaar fehlt voll-kommen. Abd III gleich lang oder et\vas langer als Abd IV. An-tennen viergliedrig, relativ kurz. GleichmaBig dicke, allseitig ge-fiederte Bothriotrichen vorhanden. Die Borsten kahl, einige an den hinteren Abdominalsegmenten fein oder grob, einseitig oder allseitig (Isotoma viridis- oder Entomobrya-artig) gefiedert. Keulen-borsten fehlen. Postantennalorgan immer vorhanden. Ommen acht jederseits, gleich oder ungleich groB. Klauenventralkante ein-fach, ohne Rinne. Mucronalzahne vier oder fiinf. Der Apicalzahn immer der kleinste. Gattung Isotomurus Borner, 1903. ubersicht der Arten.1 (Die Dezimalzahlen bedeuten Mittehverte.) 1 (19) Mucro mit vier Zahnen.............................. 2 (11) Unguis ohne Innenzahn.............................. 3 (5) Nur kahle Borsten vorhanden.................. 4 (6) Unguiculus ohne Innenzahn — Ma : De = 1 : 195, Ant : K = 1'424 : 1, L. bis 2 mm, Ommen unter- einander gleich, O : PAO = 1:1, Ku-Innenlamelle proximal erweitert, eckig, die Ecke abgestumpft. Isotomurus palustris (Miiller, 1776) Borner, 1903. 1 Nur fiir die in dieser Abhandlung besprochenen Isotomurinen. Isotomurus alticotus \vurde nicht einbezogen, da er in unseren Alpen bis jetzt noch nicht angetroffen \vurde und so einige fiir die Ubersicht vvichtige Merkmale nicht festgestellt \verden konnen, in der Literatur kommen sie aber nicht vor. Auch die Farbenvarietaten \vurden in der Tabelle nicht beriicksichtigt. 2 3 4 5 (3) Kahle und gefiederte Borsten vorhanden 6 (4) Unguiculus mit Innenzahn..................................... 7 (8) Neben kahlen auch I. viridis-artig allseitig gefieder- te Borsten. — Iz des Ku scheinbar aufsitzend, Ku-Innenlamelle nicht ausgeschnitten, Ma : De = 1:1'74, Ant : K = 1807 : 1, O : PAO = 115 : 1 (selten 1:1), L. bis 3 mm. Isotomurus maculaius (Schaffer 1896) Borner 1903. 8 (7) Neben kahlen auch Entomobrya- artig gefiederte Borsten.....................................................9 9 (10) PAO klein, O : PAO = 1 : 1. — L. bis 3 mm, K : Ant = 1 : 1'817, Ma : De = 1 : 1’55, nicht alle Ommen gleich groB, Ku-Innenlamelle ausgeschnitten, einen Iz bildend. , , . Isotomurus A. 10 (9) PAO groB, O : PAO = 1 : 1'5. — Ommen ungleich groB, L. bis 3 mm, Ku - Innenlamelle tief ausge- schnitten, zahnbildend, Ma : De = 1 : 1'55, Ant : K 1 Isotomurus B. 11 (2, 17) Unguis mit einem Innenzahn.............................12 12 Unguiculus mit Innenzahn...................................13 13 (14) Neben kahlen auch Entomobrija- artig gefiederte Borsten. — L. nur bis 3 mm, Ant : K = 1'751 : 1, Ma : De = 1 : 2'5, Ommen ungleich groB, O : PAO = 1'333 : 1, Klaue plump, Ko und Ku breit. Isotomurus lateclavus nov. sp. 14 (13) Neben kahlen auch grob und kurz I. viridis- artig gefiederte Borsten.........................................15 15 (16) L. nur bis 2'8 mm. — Klaue schlank, Ku-Innenzahn der Innenlamelle scheinbar aufsitzend, Korper etwas plump, Ant : K = 2 : 1, Ma : De = 1 : 1'975, Ommen untereinander gleich, PAO kaum die O - GroBe er- Isotomurus pulliceps (Uzel 1891) Stach 1929. 16 (15) L. bis 4'4 mm. -— Ant : K = 1'944 : 1, Ma : De = 1 : 1'947, Ommen gleich groB, O : PAO = P286 : 1, Klaue plumper als bei palliceps, Ku - Innenlamelle ausgeschnitten und einen Innenzahn bildend. Isotomurus denticula- tus nov. sp. 17 (11) Unguis mit zwei Innenzahnen......................18 18 Unguiculus mit Innenzahn, nur kahle Borsten vor- handen (wie bei /. palustris »f. p.«). — L. bis 3 mm, Ant : K = 1'5 : 1, Ma : De = 1 : 1'93, Ommen gleich groB, PAO . O 1.1. Isotomurus viridipa- lustris nov. sp. 19 (1) Mucro mit fiinf Zahnen..........................20 20 Unguis mit Innenzahn, Unguiculus ohne Innenzahn, die meisten Arten von Borsten vorhanden. L. bis 5 3 mm, Ant : K = 2'37 : 1, Ma : De = 1 : 2 25, Ommen gleich grolJ, PAO : O = 1:1. Isotomurus pentodon nov. sp. Izvleček. Gradivo za to razpravo je bilo nabrano v poletnih mesecih 1931 do 1936, predvsem v visokogorju Jugoslovanskih Julijskih Alp. Najdišča najbolj mnogoličnih oblik iz skupine Isotomurini, ki jim je bilo po dosedanjih diagnozah in opisih težko, odnosno nemogoče določiti mesto med znanimi vrstami in njih varietetami iz rodu Isotomurus, so se nahajala, poleg nekaterih drugih najdišč v naših Julijcih, v glavnem ob snežiščih nad triglavskim ledenikom, na nekaterih severovzhodnih višinah Triglavskega masiva ter jugozapadno Malega Triglava. Badi primerjave taksonomičnih znakov nekaterih novih z znaki znanih vrst in z ozirom na mnogoličnost oblik rodu Isotomurus so se vključile v krog te razprave tudi nižinske forme. Nekatere že diagnosticirane, sicer dobro znane vrste odn. varietete, katerih diagnoze so z naknadnimi opisi in morfološkimi dodatki izgubile na jasnosti in enotnosti, so bile ponovno predmet primerjalnega raziskavanja. Na osnovi novo ugotovljenih znakov so bile izpopolnjene njihove prvotne diagnoze in v enem primeru uveljavljena njihova prvotnejša nomenklatura. Poleg serij individuov obravnava ta razprava tudi oblike, ki so bile najdene le v nekaj ali celo samo v enem primerku. V teh in podobnih primerih ni bilo še mogoče določiti vzroka odn. vrste spremenljivosti (kolonialna, individualna, časovna, ekološka, geografska ali morda le spolno-dvolična). Prav tako je bilo nemogoče ugotoviti, so li primerki samo začasni fenotipični pojavi ali geno-tipične dedne oblike. Da je mogoče o teh formah sploh govoriti, jih je bilo treba imenovati. Ko bodo izpopolnjene zdaj še prazne geografske in morfološke vrzeli, znane ali pa tudi ne vmesne oblike, ter tako dokončno ugotovljene geografske rase, odnosno rasne skupine ali pa le vrste, bodo mogoče tudi nekatera sedanja znanstvena imena vstavljena med sinonima. Zunanja morfologija in sistematika. Trohanteralni organ, ki naj se po mnenju nekaterih avtorjev nahaja na tretjem paru nog pri Isotomurinih, ni bil najden do sedaj še pri nobeni znani vrsti rodu Isotomiirus. Pač pa je trohanteralni organ tipičen znak oblik družine Entomobryidae. Radi tega ne more biti uvrščen rod Isotomiirus odn. tribus Isoto-murini v krog družine Entomobryidae, kakor so to storili H a n d -schin, Linnaniemi in drugi. Iz navedenih dejstev in razlogov in z ozirom na dosedanje poznanje zunanje morfologije Isotomurinov je še najprikladnejši Borner’ jev sistem Collein-bolov iz leta 1913. (osnova tega sestava je v S c h a f f e r jevem sistemu iz leta 1896). Po tem sistemu spada rod Isotomurus odn. tribus Isotomurini v krog družine Isotomidae ozir. poddružine Isotominae. Vzlic ugotovitvi, da Isotomurini nimajo trohanteralnega organa, ni bilo mogoče izčrpno in dokončno določiti večine primerkov naših alpskih Isotomurinov na osnovi prejšnjih in novejših dolo-čevalnih tablic, diagnoz in opisov. Brez težav je bilo to doseženo pri vseh nižinskih oblikah. Nižinske forme mojega gradiva imajo poleg botriotrihov ali le gole ali poleg tega na zadnjih zadkovih obročkih tudi dolge, kakor Isotoma viridis enostransko ali vsestransko vejičaste ščetine; omatidije enako velike in mnogo svojstvenega tudi v razmerjih dolžin diagonale glave napram tipalkam in manubria na-pram densu. Pri nekaterih alpskih oblikah pa so na zadkovih obročkih (poleg botriotrihov) in tudi na nogah poleg golih tudi dolge, šiljaste, kakor pri Entomobriji in ne kakor pri I. viridis vsestransko vejičaste ščetine; neenako veliki omatidiji in napram nižinskim oblikam različna dolžinska razmerja diagonale glave napram tipalkam ter manubrija napram densu. Označena dejstva predvidevajo v velikem obrisu bodočo delitev rodu Isotomurus. Rod Isotomurus Borner, 1908. Za Entomobryidae tipični trohanteralni organ na tretjem paru nog manjka temu rodu popolnoma. Tretji zadkov obroček je dor-somediano enako dolg ali nekoliko daljši nego četrti, četveročle-naste tipalke so precej kratke. Na nekaterih obročkih zadka se nahajajo botriotrihi, ki so v vsej dolžini enakomerno debeli in vsestransko enakomerno vejičasti. ščetine, ki pokrivajo telo, so gole. Na poslednjih zadkovih obročkih, včasih tudi na golenih, se nahajajo šiljaste ščetine, ki so pri nekaterih vrstah, kakor pri vrsti Isotoma viridis, pri drugih pa kakor pri Entomobriji, vsestransko vejičaste. Tibiotarsalne kijaste ščetine manjkajo popolnoma. Postantenalni organ nikdar ne manjka. Omatidijev je na vsaki strani po 8, med seboj so enako ali neenako veliki. Spodnji rob zgornjega krempeljca je enoten, nepreklan. Apikalni zob mukra je najmanjši. Isotomurus palustris (Miiller) Borner. Ta vrsta ima poleg čutnih botriotrihov na telesu le gole ščetine. Spodnji in zgornji krempeljc sta brez notranjih zobcev. Od drugih sovrst se loči tudi po dolžini telesa, obliki spodnjega krempeljca, dolžinskih razmerjih diagonale glave napram tipalkam ter manubria napram densu. Je kozmopolit, vendar se do sedaj še ni našel v visokogorju naših Julijskih Alp. Isotomurus viridipalustris nov. sp. Nova vrsta, ki je bila najdena do sedaj le v dveh primerkih ob snežiščih pod vrhovi Kredarice in Reži (Triglavski masiv). Po barvi, dvojnih zobcih spodnjega robu zgornjega krempeljca in po notranjem zobcu spodnjega krempeljca bi bilo soditi, da spada k vrsti Isotoma viridis. Vendar to ni res. Prav tako ni vmesna oblika med vrstama Isotoma viridis in Isotomurus palustris, kakor sta to domnevala Schaffer in Borner z ozirom na oblike mukra in druge znake pri podobnih oblikah, nego spada ta vrsta v rod Isotomurus. Isotomurus maculatus (Schaffer) Borner. Schaffer je to vrsto smatral za varieteto I. palustris. Z ozirom na vsestransko vejičaste ščetine zadkovih obročkov, na osnovno barvo in ornamentiko pigmenta, kakor tudi na notranji zobec spodnjega krempeljca, je Borner to varieteto smatral za samostojno vrsto, L i n n a n i e m i pa kasneje zopet za varieteto vrste I. palustris. Na osnovi telesne dolžine, oblike zobca na spodnjem krempeljcu, dolžinskih razmerij diagonale glave napram tipalkam, densa napram manubriju, kakor pri Isotoma viridis vsestransko vejičastih ščetin na zadkovih obročkih in še nekaterih drugih znakov, ki jih I. palustris nima, sem uvrstil to obliko v nekdanjem smislu Borner ja zopet med samostojne vrste rodu Isotomurus. Do sedaj sem našel pri nas to obliko samo še v nižavah in nikoli v visokogorju naših Julijcev. Našla se je ta vrsta do sedaj samo še ob snežiščih našega Triglava. Loči se od vrste 1. palustris in I. maculatus poleg drugih znakov že na prvi pogled po notranjem zobcu zgornjega kakor tudi spodnjega krempeljca. Poleg tega ima na zadkovih obročkih šiljaste ščetine, ki so enostranko ali slabo vsestransko (skoro kakor pri I. viridis in ne kakor pri Entomobryi) vejičaste. Svojstveni za to obliko sta razmerji manubrija napram densu in diagonale glave napram tipalkam. Mnogo podobnosti ima ta vrsta z obliko Isotomurus palliceps, vendar se v celoti loči od nje. Obe vrsti živita v istem biotopu, v isti mikroklimi in isti biocenozi. Vmesnih morfoloških oblik do sedaj še nisem našel. Isotomurus palliceps (Uzel) Stach. Ta vrsta se je prvič našla v Krkonoših. Jaz sem našel to obliko na našem Triglavu v družbi z novo vrsto I. denticu-latus. Obe vrsti imata mnogo skupnega, ločita pa se že po velikosti in celotni telesni sliki, kakor tudi po mnogih posameznih znakih. Vmesnih oblik do sedaj nisem našel. Z ozirom na podobnost obeh vrst (denticulatus in palliceps) bi bilo tudi še možno, da sta le spolno-dvolični obliki iste vrste (v tej smeri se še ni raziskavalo v skupini Isotomurus) ali pa, da se alternativno podeduje skupnost znakov, ki določa celotno obliko vsake imenovanih vrst. Isotomurus pentodon nov. sp. Ta oblika se je našla do sedaj samo enkrat, in to na našem Triglavu, le v enem primerku in v biocenozi z vrstama /. denticulatus in I. palliceps. Precej morfoloških podobnosti je med temi vrstami. Loči pa se I. pentodon od teh in drugih vrst rodu Isotomurus predvsem po peterozobem mukru, ki je za ves ta rod neobičajen, po obliki krempeljcev in ščetin, pa tudi po svoji izredni telesni dolžini. Vmesnih oblik med to vrsto in onima, ki živita z njim v biocenozi, torej tudi isti mikroklimi in istem biotopu, nisem našel. Geografska rasa češkega I. palliceps iz mnogih razlogov I. pentodon najbrž ne more biti. Kot aberacija vrste I. denticulatus je I. pentodon morfološko zelo oddaljen. Tudi ni izključeno in se bo mogoče izkazalo pri večji množini primerkov kot verjetno, da tvori precej pogosta vrsta I. palliceps v svojem triglavskem biotopu center za nastanek večjih (/. denticulatus) ali manjših množin (/. pentodon) neenakih ekotipov, ki prodirajo postopoma v okoliš z okolji, ki njihovim življenjskim pogojem najbolje ustrezajo. Isotomurus lateclavus nov. sp. Izredno široki krempeljci, katerih zgornji in spodnji sta oborožena vsak z enim notranjim zobcem, neenako veliki omatidiji in pa na nekaterih zadkovih obročkih zelo dolge, šiljaste, kakor pri Entomobryi vsestransko vejičaste ščetine ločijo že na prvi pogled, poleg drugih posebnih znakov, to vrsto od opisanih oblik. Mogoče zastopa pri nas ta vrsta švicarsko vrsto Isotomurus alticolus Carl, ki ga do sedaj še nisem našel v naših Julijskih Alpah. — Tudi ta oblika je bila najdena do sedaj samo na nekaterih mestih Triglavskega masiva in pa na njegovih severovzhodnih višinah. Isotomurus A (sp. innominata). Ta oblika se je našla na Triglavskem masivu in na Slemenu, gorskem grebenu med dolinama Planice in P i š e n c e. Neenako veliki omatidiji, kakor pri Entomobryi vsestransko vejičaste, dolge, šiljaste ščetine na nekaterih obročkih zadka in na nogah ter še drugi znaki dovoljujejo tej obliki mesto bliže krogu Isotomurus lateclavus in mogoče tudi Isotomurus alticolus nego Isotomurus maculatus, kamor bi bila po dosedanjih diagnozah uvrščena. Vsekakor pa ni splošno-morfološka, mogoče tudi časovno-, individualno- ali ekološko-spremenljivostna slika te pražuželke zadostno utrjena in sorodstveno določena, da bi jo mogli že sedaj tudi nomenklatorično kakor koli vezati z vrsto Isotomurus lateclavus. Zaradi tega je ta oblika dobila samo svoj provizorni naslov Isotomurus A. Isotomurus B (sp. innominata). Tudi to obliko sem našel ob triglavskih snežiščih in na severovzhodnem robu Triglavskega masiva. Po nekaterih znakih je Isotomurus B podoben vrstama Isotomurus lateclavus in Isotomurus alticolus, predvsem pa obliki Isotomurus A. Zunanji, hitinasti, elipsasti rob postantenalnega organa pa je mnogo večji od onega pri obliki Isotomurus A. Tudi v drugih znakih se obe obliki ločita. Zaenkrat še ni mogoče določiti, ali sta Isotomurus A in Isotomurus B le začasna fenotipična pojava ali pa tudi mogoče genotipični dedni obliki. Odprti sta poleg drugih tudi možnosti, da sta ti obliki le spolno-dvolični formi iste sistematsko nižje kategorije, ali pa, da se podedujeta za vsako serijo teh oblik tako značilni tvorbi, veliki in mali postantenalni organ alternativno, seveda vsak v zvezi z istočasno nastopajočimi značilnimi znaki dotične oblike. Verzeichnis