Schriftleitung; «»ttza-Sgaffe «r. b. r-ltStail »r. J1, tnicrerti?. • »t« 4 «n»iis:t«tlüt (out ■nInatBf 6«nn- ». Sofi-T«»e »•* 11—H Mm e>a»(#wit-.-n iHn Rdt uvrnlsl; Cta-raiaaim at»t llttatl|isai(i rlernt Ut «rtoa.tana ;tj«n «ao»m 1»n WUiift kfl « lui tatMU im tPutrooinutm i'iM" Mbl. ©oCt- crfitctat tillMn Kr. II, litowii 8eui4--ft)n«iis)ia thrat Ml »«< de,o»t» . ...Kl« Ctltilirt# ....«»« •ojuistrij . ... K lt'W 84t *1111 mit j)s(kiOta| ra» Hau« : «MMiuit . , . .» r— BtcttciWMt ÄAtfciHftrtg . . . . K r— mtBuntti .... x l»— »nt» Saison» ntzbtze» stch H« 8tui.il arteten I» (alakiit'MJtia. CUl*IetU1i Kbtnnmna» gcttm MI |ui ffttrthsinaa Nr. 77 Cilli, Samstag den 17. November 1917. 42. Jahrgang. Teuerung und Kriegs» anleihe. Vom ReichSratsabgeordneten Emil Kraft. Dem gegenwärtigen Finanzminister Oesterreichs Dr. Freiherr vom Wimmer und dem Ministerpräsi« deuten ngarnS Dr. Wekerle, beiden gebührt das Verdienst, daß sie von der Finanzgebarung Oester« reick Ungarns endlich den mystischen Schleier gezogen h«ben, welcher nur geeignet war, Beunruhigung zu erzeugen und durch da«! geheimnisvolle Berdeckcu von Uebeiständen eS auch verhinderte, .daß die rich-tigen Wege zur Abhilfe begangen werden konnten. BiS zu dieser Zeit wurde weder über oen Stand der Oesterreichisch-ungarischen Bans noch über den Banknotenumlaizf, noch über die Wirkung der Erhöh« ung desselben irgend etwas gesprochen oder geschrieben. Bor 100 Jahren war man in dieser Bezieh-ung in Oesterreich viel klüger. Während der napo-leonischen Kriege und nach denselben wußte jeder Bürger, daß die Höhe des Banknotenumlause» eine Mitursache der Teuerung geworden sei. Er hatte den Beweis greisbar an der Hand, denn die Kon-venttonSmünz« hatte gegenüber den Bankozetteln einen 400> bis OOÜfach besseren Kurs, je nach dem Forrschreilen der Verschlechterung der damaligen Staalsnoien. Kaiser Franz interessierte sich ungemein für den Stand des StaatSgeldes, forderte unablässig Abhilse und ließ sich regelmäßig darüber berichten. Wir aber waren di» vor kurzem auf Andeutungen angewiesen, wir waren nicht in der Lage, darüber zu sprechen »der zu schreiben und so wuchs das Uebel weiter, dem man srüher hätte wenn auch nicht gan,, so doch wenigstens einigermaßen Einhalt ge-bieten können. Heute missen wir aus den Berichten der Staatsschulden-Kontrollkommission, daß wir un» gefähr um 3 Milliarden jährlich zu wenig Kriegs-anleihe verkauften, um die Kosten unsere» Krieg»-hauShalicS zu decken. Das Bankn»tenreser»oir in der Dappelmonarchie nähert sich den 10 Milliarden und wenn man aus diesem Reserdvir den Kriegs« l'.auShaltsbedarj schöpfen könnte, in Form von KriegSanleihen, Steuern und Abgaben, so wäre es nicht »»«wendig, neue Noten drucken zu lassen, oder zu« mindesten die Neuausgabe wesentlich einzu-schränken. Zm Frieden betrug der ganze Noten» umlaus zwischen 2 und 3 Milliarden und dieser deckte vollständig den Bedars der Volkswirtschaft. ES müßle alio heute möglich sein, bei dem erhöhten Stand die Notenmenge Geldes auS den laufenden und deponierten Banknoten zu ziehen, ohne die An-zahl derselben neu zu mehren. Gewiß ist eS nicht die übermäßige Höhe und ihr« Folgewirkung (erhöhte Einkommen, Balutaver-fchlechterung im Ausland) allein, welche die Teue-rung bewirkte, sondern »or allem ist es die stetig abnehmende Größe der Warenvorräte, die erschwerte Einfuhr und die verminderte Produkten. Immerhin aber bleibt eS das wesentlichste Moment, und man kam» ruhig sagen, wenn die Höhe des Banknoten-umlaufe« nicht zunimmt, wenn genügend KriegS-anleihe gezeichnet wirb, wenn in entsprechendem Maße schon während deS Krieges die Steuern und Abgaben dort, wo sie leicht ersaßt werden können, erhöht werden, kurz, wenn man dag Auslangen da« mit findet, daß aui den Geldmittel!', welche ja vor-Handen sind, die Kriegshaushaltsausgaben des Lan-de« bestritten werden können und man »on dem Neudrucke der Noten wird absehen können, auch die Teuerung, wenn ihrer Steigerung auch nicht voll-ständig wird Einhalt geboten weiden tönten, doch nicht in demselben Maße fortschreite« • 'it • ni ' bisher. ES ist daher notwCi dig, daß man sie Agita- tion für die Kriegkanleihe auch »on diesem Gesichts-punkte aus enerzifch betreibt.. Dazu ist es auch nötig, daß man dort, wo man mit passiver und aktiver Resistenz dem Staate diese Mittel »erweigert, entschieden und sest vorgeht. Diese Agitation ist aber nicht mit einer Un» summe von Papierauswand zu vollbringen, sondern muß von Person zu Person getragen werden, durch die unabweisliche Notwendigkeit selbst dort, wo da» patriotische Gefühl vielleicht nicht stark genug ist, die Agitation aller einflußreichen und maßgebenden Personen, vom Minister angefangen, bis hinab zum Mittelpunkt de« Dorfes, zum Lehrer und Geistli-chen, wird gewiß viel intensiver sein als unn«tige Verschwendung von Papier und Briefmarken. Wer Kriegsanleihe zeichnet, wer für Krieg»-anleihe wirbt, der arbeitet gleichzeitig mit gegen die weitere Teuerung aller Warenpreise der Monarchie, der arbeite« gleichzeitig mit gegen die Verschlechte-rung unseres Geldes im Auslande und gegen die Verschlechterung unserer Wirtschaft. Denn die fort-während sich steigernden Warenpreise, welche durch eine weitere Erhöhung der Nvtenmengen hervorge-rusen werken, müssen fortwährend weitere Erhöhun» gen sämtlicher Gehalte und Löhne mit sich bringen, nicht nur das Elend vergrößern, sondern auch die Ausgaben und die Schuldenlast deS Staates zu Dimensionen anschwellen lassen, die es uns ganz un-verständlich machen, wie man sie dereinst wird be-seiligen können. Wenn es aber gelingt, durch persönliche Wer« bung aller Kreise dadurch, daß man ihnen leicht süßlich die Wirkung darstellt, welche die Aufsaugung des Geldes durch die höhere Zeichnung der Kriegs-anleihe mit sich, bringt, so wird dadurch nicht nur dem Staate und der Volkswirtschaft, sondern auch jedem einzelnen ein Dienst erwiesen, und jede dieser Einzelpersonen wird die volkswirtschaftlich gedeihliche Wirkung spüren dadurch, daß die Teuerung wenn auch nicht gänzlich beseitigt, so mindestens in erträg-liche Schranken eingedämmt wird. Die Kriegsereignisse. 10. November. Oesterreichische und deutsche Streitkraste stehen am unteren Piave. Im oberen Pia»egebiet eroderten wir Vigo und Pieve di Ea« dore. Hier wurden 10.000 Italiener gesangen genommen. Feldmarschall Eonrad stieß im Suganer-Tal vor und besetzte Asiago. Zm Cordevoletale wurde Agordo genommen. — In Flandern wurden englische Angrisse abgewiesen. Im Chaumewalde wurden ven Franzosen Stellungen entrissen. — Die türkische Sinaisront mußie gegen englische Anstürme um ein Stück zurückgenommen werden. — U-Loot« beute: '28.000 Tonnen im Mitlelmeer. 11. November. Belluno ist in unserer Hand. In den sieben Gemeinden wichtige Höhenftellungen genommen. Am Piave der linksseitige Brückentops Vidor genommen. — Großkampftag in Flandern. Nach fünfmaligem Angriff wurden die Engländer durch p»mmersche, ostpreußische und branbenburgische Regimenter zurückgeschlagen. — In Rußland neuer Bürgerkrieg zwischen Lenin und Kerenski. 12 November. Wir stehen vor Feltre. Vor Longarone mußten sich 10.000 Italiener ergeben. Im Cordevoletale wurden neuerdings 4000 Italie-ner gesangen. — An der Westfront wurde ein eng-lischer Teilangriss abgewiesen. — Tauchboolbeuie im englischen Kanal 13.000 Tonnen. 13. November. In den sieben Gemeinden ent« rissen wir den Italienern den Monte Longara. Wir erstürmten das Panzerwerk Lerne aus dem Cima di Campo und besetzten die gesprengte Panzerseste Lima di Lan. Lamon und Fonzaso sind gewonnen. 2500 Italiener gesangen gen»mmen. — An der Westsr»nt alle Angriffe abgeschlagen. — Tauch« bootbeute im Sperrgebiete um England 16.000 Tonnen. 14. November. Unsere Truppen rückten in Feltre und Fonzaso ein. Sie erstürmten das Pan-zerweik auf dem Monte L'sfer. Primolano ist in unserem Besitz. Von der Adria bis zum Pas»bio stehen wir auf italienischem Boden. — In Flandern Artilleriekämpfe. — U - Bootbeute 17.00t) Tonnen im englischen Sperrgebiete. 15. November. Oesterreichijch-ungarische Trvp-pcn eroberten auf der Hochfläche der Sieben Ge-meinden den Monte Castel Gomberto. — In glon* dern mäßige Artillerietätigkeit. — In Albanien räumten die Franzosen am Ochridasee ihre vorder-sten Stellungen. — Ein deutsches U Boot versenkte im Atlantischen Ozean 35 000 Tinnen. — In Rußland kämpsen fünf Regierungen um die Ober-Herrschaft. 16. November. Im Brentatale eroberten wir CiSmon. Ungarische Honveds rückten nahe am Meere über den Piave und nahmen 1000 Italiener gefangen. — In Flandern erlitten die Engländer un-geheure Verluste. — Am Ochridasee defekten wir die von den Franzosen geräumten Stellungen. — U-Bo»tbeute 13.000 Tonnen am nördlichen Krieg»-schauplatze. Ans Stadt und Land. Anton Stering. Am 13. d. ist in Graz der Schulinfpektor Anton Stering, Gemeinderat der Stadt PeHau, im Alter von 55 Jahren eine« langen schweren Leiden erlegen. Anton Stering war der erste Schulinspekior der deutschen Schulen des Unterlandes und hat sich — ein ausgezeichneter Fachmann — als Betreuer unsere« Schulwesens unvergängliche Verdienste erworben. All sein Kön-nen un» die ganze warme Liebe seines hochgemuthen deutschen Herzens stellte er in den Dienst der deutschen Schule. Unermüdlich betätigte er sich auch im Gemeinderate der stolz ausblühenden Stadt Pettau. Dem Deutschen Volksrale war Anton Stering ein eifriger Mitarbeiter und wertvaller Be-rater. Nur mit inniger Trauer denken wir an den allzufrühen Heimgang dieses wackeren deutsche» Mannes, dessen Name im deutschen Unterland« bau-ernd und ehrenvoll fortleben wird. Ausgezeichnete Deutschkrainer. Re-ferveoberleutnant Hermann Deu, Richter in Gott« schee, erhielt neuerlich das Signum laudis mit den Schwertern, de.'gleichen Reserveleutnant Lothar Pam» mer, Jurist au« Laibach. Dem Reserveleutnant Her» mann Pammer, Realschulabgänger aus Laidach, wurde die Silberne 2. Klasse, dem landsturmpstich-tigen Bauleiter Rudals Petz au« Laibach da« Gol-dene Verdienstkrenz mit der Krone am Land« der Tapserkeitsmedaille mit den Schwertern verliehe». Rettung des Kaisers aus Lebens-gefahr. Au« Görz, 10. d., wird gemeldet: A»j der Rückfahrt de« Kaiser« aus dem Raume Straj« folto-Eervignano nach dem Standort wurde in der Nähe von Ruda der Versuch gemacht, eine der noch vor wenigen Tagen ziemlich trockenen, den Jsouzo begleitenden Torrenten auf einer Furt zu durch-fahren. Der Kraftwagen des Kaisers geriet dabei unmittelbar oberhalb einer kleinen Wehr in tiefere» Wasser, weshalb der Mot»r versagte. Ein eben nachkommender Lastkraftwagen wurde bestimmt, den von vem hestig strömenden Wasser umspielten Kraft-wagen des Kaisers herauszuziehen. Auch dieser Kraftwagen erlitt aber einen Kurzschluß. Nun woll-ten der Leibjäger Reisenbichler und der Le'bgardist Tome? den Kaiser längs eines Wehrs an« Ufer Seite Z tragen. Die Sieine des Wehrs gaben jedoch nach und der Kaiser wurde mit den beiden Genannten vom Wasser abwirtS getrieben, und zwar glückli-cherweise gegen eine Weide, die einen ziemlichen Halt bot. Der Schwager de« Kaiser«. Prinz Felix von Parma, und die Personen der Begleitung un-lernahnien alles Erdenkliche, »m den Kaiser au« »er höchst gesährlichen Lage zu befreien. Nach län-ger dauernden schwierige» Bemühungen gelang e«, den Kaiser, den ihm zu Hilfe ins Wasser gegange-nen Prinzen von Parma und alle bei den Rettung«-verbuchen in Gefahr geratenen Personen zu bergen. Der Kaiser, der sich um die anderen sehr besorgt zeigte und währeud de« Unfalles große Kaltblütig-feit bewahrt hatte, befindet sich, trotzdem er wieder-holt bis zum Hal« in« Wasser geriet, wohl. Er hat in Anerkennung mannhaft schneidigen verhal-tens anläßlich seiner Errettung au« ErtiinkungS-gefahr die goldene Tapferkeitsmedaille für Offiziere dem Oberleutnant Prinzen Felix von Parma. daZ Militärverdienstkreuz 3. Klaffe mit der KriegSdeko rat-on dem Oberleutnant i. d. X Kurt Friese-Barta der Kraftfahrtruppe, das Signum laudis dem Rittmeister Johann Grüber Edlen v»n Seelingeheim de« DragonerregimentS Nr. 7, dem Haupt-mann Karl Werkmann de« Kaiserschützen Regiments Nr. 1 und dem Freiherrn Rudolf von Slatin Pascha verliehen; weiter« aus dem gleichen Anlasse die goldene TapferkeilSmedaikle dem Leibjäger Josef Reisenbichler. dem Gardeinfanteristen Friedrich To-mek, den Feldwebeln Karl Blakovit« und Jgnaz Jirou«, dem ZugSführer-Titularfeldwebel Alois Pokorny »alle drei der Kraftfahrtruppe) und dem Zugsführer Heinrich Schuhmann des Militärgeo-gravhifchen Instituts; die silberne Tapferkeit«» medaille 1. «lasse dem Korporal Joses Krast der Kraftfahrtruppe verliehen. Dankgottesdienst. Anläßlich der Erret-tung Sr. Majestät u>sere« Kaiser« findet am Sonntag, 18. d., um 1V Uhr vormittag« in der evangelischen Kirche ein öffentlicher Dankgottes-dienst statt. Die Cillier Kapuzinerbrücke gefähr det. Durch da« Hochwasser wurde ein Floß in Der Nacht auf den 10. d. gegen Cilli getriebn und zerschellte an den Pfeilern der Kapuzinerbrücke. Stadt« Verwalter Peter Derganz hatte mit städtischen Ar-beitern und gefangenen Russen vollauf zu tun, um die 7 bis 9 Meter langen Baumstämme von den Ischen loszubekommen und seiner Umsicht und un-ermüdlichen Tätigkeit gelang e« nach achtstündiger Arbeit die Brücke von der Gefahr zu befreien. Vortragsabend Hugo Deimel (Verus »smper). Dieser Abend, den wir schon in der letzten Nummer in Aussicht stellte«, konnte für Freitag, den 7. Dezember ermöglicht werden. Der Künstler hat hiefür Goethes .Faust' gewählt. Die Rezitation umfaßt in eigener gekürzter Fassung — auch für die Jugend passend — den ganzen ersten Teil, von „Zueignung" und „Prolog im Himmel" beginnend. Der Faustrezit«tor dankt diesem Werke seine größ-ten Erfolge und wurde von der Grazer Kritik als der berufenste Vermittler der größten deutschen Dichtung bezeichnet. Borverkauf in der Kanzlei des Herrn Dr. Fritz Zangzer, Bahnhofgasse I, 1. Stock. 3n der städtischen Krlegskiiche wurden im Monate November 23.882 Portionen gegen Entgelt und 5515 Portionen an Arme unentgeltlich verabreicht. Spenden gingen ein: vom Herrn Loib-«erst? Sack Zwiebel, von Herrn Rebeuschegg täglich einige Kilogramm Fleck und vom Herrn Junger Knochen. Amtstag des Ernährungsinspektors. Anstelle der biShnigen zw-i AmiStage wird der Er-nihrungSinspektor Baltz von Baltzberg v»n der kom «enden Woche an im ErnährungSamte im Gasthos. zum Mohren nur einen Amtötag und zwar Mi«-wschs abhalten. Fernsprechanschluß !16. Landesverband für Fremdenverkehr in Steiermark Der Berbandsausschuß hat in seiner Sitzung vom 31. Oktober die Herren Recht«-anwalt Dr. von Wei»-Ostborn zum ersten Präsi-denken-Stellvertreter, Oberbibliothekar K W. Äa-walowski zum zweiten Präsidenten - Stellvertreter und Handelskaincrral Heinrich Schütz zum Kassier einstimmig wiedergewählt. Fürsorgeausschuh für deutsche Kriegs fillchtlinge in der Steiermark Zur Unter, ftiitzung und Förderung der christlichdeutschen KriegS-flüchtliage auS Galizien, der Bukowina und dem Süden der Monarchie trat am Anfang dieses Jah-res in Graz ein Ausschuß ins Leben, der dem dor« tigen LandeshilsSauSschuß sür Knegsflüchtlinge an-gegliedert xst. Unter der Leitung de« nm die deutsche Schutzarbeit hochverdienten Professors Dr. Kaindl Deutsche Wacht ist dieser Ausschuß unseren deutschen Flüchtlingen in allen Angelegenheilen ein treuer Helser und Berater. Seitd.m diese Flüchtlinge allmählich in die Heimat zurückbeordert werden, hat der Ausschuß sich das besondere Ziel gestellt, jenen Flüchtlingen, deren Heimstätten ganz zerstört sind, völkische Bei-Hilfe zu gewähren. Er bittet alle Volksgenossen, dieses Unternehmen hochherzig zu fördern und so zur Erhaltung unserer treuen Borposten beizutragen. — Alle Spcnd'» sind an den Säckelwart H. A. Hahn (sür den FürsorgeauSschuß sür deutsche Krieg«-flüchtlinge) «raz, Joanneumring 11, zu richten. Sonstige Zuschriften an Dr. R. F. Kaindl, Graz, Rathaus. Kriegsanleiheversicherung. Bei der 6. östeireichischen KricgSanleihe ist mehr al« eine halbe Milliarde im Wege der KricgSanleiheverficherung auf-gebracht worden. Diese Ziffer beweist, wie die Einrichtung der KiiegSanleiheversicherung bei der Bevölkerung Anklang gefunden hat und andererseits, welch hohe Bedeutung ihr für den Erfolg und namentlich für die Popularisierung zukommt. Die KriegSanleiheversicherung, eine zuerst in Oesterreich angewendete Kombination von Lebensversicherung mit KriegSanleihezeichnuag. er-möglicht e« auch den wenig Bemittelten, durch kleine mouailich, ja sogar wöchentlich abzustattende Raten-zahlnngen nennenswerte Krieg felhaft günstiger als jede andere Versicherung und wer sie eingeht, dient zugleich den großen allgemeinen Ja« teressen. die mit der KriegSanleihe überhaupt verbunden sind. Soldatenbegrabnisse. In den letzten Ta-gen wurden nachsvlgende Soldaten, welche in den hiesige« Spitälern gestorben sind, am städtischen Helden-Friedhofe beerdigt: am 16. d.: Lan. Leo-pold Ruzicka, FKR. 10, Ins. Stanje Gjuric, Ins.-Reg. 3; am 14. d.: Honv.Jns. Joses Lazar, Ins.-Reg. 18, Ins. Joses Jeromel. JR. 87, LdstJns. Gogu« Basyl, JR. 55; am 13. d.: Trainsoldat Andreas Koren, Trai»-Div. 5; am 17. d.: Train-soldat Joses Kuhar, Train Dw. 3, Adolf Gradischer, Korp. Tit.-ZugSsührer d. JR. 87, Ldst Kan. Karl Weinhold. FÄR. 12, L»st.-Jnf. Josef Kodli-zek, JR. 98, Tragtierführer Ivan Kresic, Retabl.-Slat. d. Geb.Art. Rotes Kreuz Spital Cilli. Dien'»- und sonstige Schriftstücke, sowie Briesfchasten. die an da« Kommando, den JnspekiionSofsizier und an Mann-schaften des ausgelösten Vereins Reservespital o»m Roten Kreuz in llilli adressiert sind, sind in der AufuahmSkanzlei der Bettenwidmung im allgemeinen Krankenhause Cilli (Giselaspital) abzugeben. Krlegshilfsfond der k. &. Statthai terei. Als Ende Juli 1914 der Krieg ausbrach, wurde von der Statthalterei sofort auch eine S«mm-lung zur Unterstützung der Angehörigen »on Ein-berufenen eingeleitet und aus ihren reichen Eingän-gen sowie aus den Ueberweisungen de« im Mini-sterium des Innern gegründeten KriegShilssbüros der Kriegshilsssond der Statthalterei gebildet. Die Verwaltung dieses FondeS übernahm die bei Kriegs-auSbruch geschaffene Zentralstelle der Hilfsaktionen beim Statihaltereiprästdium. bei der unter ehren-amtlicher Leitung bis Mitte August 1916 ausschließ-lich freiwillige Hilfskräfte tätig waren. Außer den zentralen Sammlungen wurden solche auch in den einzelnen politischen Bezirken veranstaltet und deren Erträge als BezirkShilsSfonde ausschließlich in den einzelnen Bezirken verwendet. Es liegen nunmehr die Abrechnungen des LandeShilfSfondeS sowie der Nummer 77 BezirkShilsSfonde bis einschließlich 30. Juni 1917 vor, die ein lehrreiches Bild über die derart tat-faltete Tätigkeit ergeben. So beläuft sich die Summe aller Eingänge beim Landeshilfssond auf 598.664 Krvnen 66 Heller, die der Ausgaben auf 519.604 Kronen 20 Heller; bei den Bezirkshilfssondea, die in den einzelnen BezirkShauptmannschasteu und in den Städten mit Selbstverwaltung bestehen, beträgt die Summe der Eingänge 656.70203 K, die der Ausginge nach Abzug der Sonderwidwungen 249.101'31 K. Vom KriegShilfSbüro des Ministe-riums des Innern hat der Landeshilfssond bis 30. Juni 1917 im Ganzen 220.000 K erhalten; diese Summe ist in der oben angeführten Zahl der Eingänge bereit« mitgerechnet. Wir greifen heute nur einige Angaben aus der Abrechnung deS Landeshilfssond»« heraus, die eine Bestellung von der vielseitige« Arbeit zu geben geeignet sind. An Ein-zelunterstützungen wurden 124.167 71 K ausbezahlt; an Subventionen für andere Kriegsivohlsahrtsein-richtungen wie BezirkshilfSfonde, Winterfürforge für die Soldaten im Felde, für das ganze Gebiet der Jugendfürsorge us». im Ganzen 183.382-22 K, endlich 103.240 K Vorschüsse für Kriegsfülforge-Unternehmungen, die wieder bereits rückersetzt sind. Eine wenn auch teilweise nur vorübergehende Bela stung deS Fondes bilden die Borschüsse auf die staatlichen UnterhaltSbeiträge; an solchen wurden in der Zeit bis 30. Juni 1917 73 94:603 K ausbezahlt. Die Ausgabe v«n Kriegsschuhen mit Holzsohlen, mit der zu Reujahr 1917 begonnen wurde, erfor-berte bisher 9485 10 K; nach den bis 30. Juni erledigten Rechnungen wurden bi« dahin an 622 Parteien 1156 Paar Schuhe und 49 Paar Holz-sandalen auSgesolgt. Diesen großen Posten gegen-über bleibt der Betriebsaufwand de« FondeS erfreulicher Weife stark zurück; der persönliche Aufwand betrug in den 3 Jahren 1712 K, der sachliche 904°97 K. In den Jahre« 1914 und 1915 gab der Fond an persönlichen Betriebskosten gar nur 6 K auS. Die seither eingetretene gewiß sehr geringe Steigerung erklärt sich auS der dringenden Notwendigkeit bezahlter Kräfte. Bis 30. Juni wurden beim Krieghilssfond der Statthalterei insgesamt 8643 Personen entweder unterstützt «der mit Borschüssen beteilt; doch gibt diese Zahl nur einen beiläufigen Ueberblick über die zu bewältigende Arbeit, info-serne als man auf eine tatsächlich beteilte Person zwei Auskunft holende oder nachfragende Parteien rechnen kann; demnach find bei der Zentralstelle rund 26.000 Personen abgefertigt worven. Das Kartenverzeichni« der Bittsteller zählt mit Ende Juni 1917 rund 5090 Stammzahlen. Die Erhebungen über die teils mündlich vorgebrachten, teil» schriftlich eingereichten UnterstützungSgesuche hat ia der Stadt Graz in den meisten Fällen der „Bereiii sür Armenpflege und Kmdersürsorge" in besonders dankenswerter Hilfsbereitschaft besorgt; sonst »ur-den damit die Bezirks- oder Gemeindebehörden, Gendarmerieposten oder örtliche Wohlfahrtseinrich-tungen betraut. Besonders starken Zuspruch fand duS KriegShilfSbüro au» Kreisen der Grazer Be-völkerung. obwohl für diese auch der Kriegshilfs-fand des Bürgermeisteramtes sorgte; »on der oben genannten Summe der Einzelunierstützungen entfallen gut Zweidrittel, als« etwa 80.000 K auf die Stadt Graz. ein Betrag, der ohneweiters als Zu-fchuß des LandeShilfSfondeS an den KriegShilfSfond des Bürgermeisteramtes zelten kann. Ungeachtet der letzte» Erhöhung der staatlichen UnterhaltSbeiträge durch das Gesetz vom 27. Juli 1917 sind die An-spräche an den Fond nicht nur zurückgegangen, son« dern vielmehr gestiegen, ein BewuS der Teuerung und der Notlage solcher Kreise der Bevölkerung, welche ohne Einrückung von Angehörigen durch den Krieg an sich in Not geraten sind. Der unerwar-tet» Eintritt der schlechten Jahreszeit mit seinen zahlreichen Gesuchen um KriegSschuhe mit Holzsoh-len tut daS Seine, die Arbeit und Tätigkeit des Fondes immer stärker und weiter auszubanen. Eine Freudennachricht aus Görz. Wiederum kommt aus den Reihen deS Deutschen Schuloereines die srohe Botschaft von der bevor-stehenden Instandsetzung einer auS FeindeShan!) be» (reiten deutschen Schule. Bor nicht langer Zeit de-richtete der Deutsche Schulverein über die Wiedererrichtung des deutschen Schulgebäudes in Mariahilf, Galizien, das unter der Rusfenherrschaft ziem-lich gelitten hatte. Nunmehr erhalten wir von dem Leitungsmitglied« de« Deutschen Schulvereine« Dr. Erwin Barta, der gegenwärtig al» Fähnrich gegen die Italiener kämpft, die Mitteilung von der geradezu wunderbaren Erhaltung der deutschen Schule in Görz, die mitten unter sast vollständig zerstörten Gebäuden dasteht nnd sich in verhältnismäßig gute« Nummer 77 Brotsche Wacht Sine 3 Zustande befindet, fcflrrbirg» hat die Schule »in Treffer erhallen, van denen die zwei schwersten aub der Zeit stammen, in welcher Girz »an der italienischen Artillerie beschaffen wurde. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß dir Schule während der italie« Nischen Einquartierung in keiner Weise mutwillig beschädigt wurde; ja sagar die Lehrmittel und sin-s«i?en Schulbedarfsgegenstände sind vollzählig var-Handen und gedrauchSfähig. Teilweise Einstellung des Feldpost« privatpaketoerkehres. Zufolge Erlasse« de« Handelsministerium« ist von nuit ab der Feldpostprivatpaket verkehr unter den bestehenden Bedingungen auch zu dem Feldpostamle 472 zugelassen, hingegen zu den Feldpostänuern 95, 392, 393, 407, 461, 522, 526, «!33 und 041 eingestellt. Aenderungen im Feldpoftwarenpro-benverkehr. Zufolge Erlasse» de« Handel«ministe> rtum« ist von nun ab der Warevprvbenverkehr zur Armee im Felde zu den Feldpostämtern 377, 462, 472, 53t) und 632 zugelassen, hingegen zu den Feld« Postämtern 2, 55, 136, 178, 188, 218, 221, 223' 224, 2.J8, 277, 294, 307, 316, 369. 370, 336, 395, 399, 401, 405, 409, 432, 437, 500, 511, 512, fei7 und 613 eingestellt. Hochwasfer in Kroatien. Aus Agram wird gemeldet: Zn vielen Gegenden Kroatiens ist H»chwasier eingetreten. Die Save überflutet weile Landstriche. Da die Ernte bereits eingebracht ist. wurde aus den überschwemmten Feldern nur geringer Schaden angerichtet. Dagegen ist in den über-fluteten Auen »iel Wild zugrunde gegangen. Wichtig für die Eltern. (Krieg»-anleiheversicherung.) Jede gesunde Person im Alter bis zu 6V Jahren kann eine Kriegsanleihe-Versicherung abschließen. Eingerückte Militärpersonen können von einem Familienmitglied, dem Arbeit-geber oder der Heimaigemeinde versichert werden. Die Lersicherung gilt vom ersten Augenblick an sür ven Todesfall ohne jede Wartefrist. Sie gilt auch bei Tod im Kriege und bei Selbstmord. Auch sür im Felde Stehende kein Zuschlag. Bi» 5000 K keine ärztliche Untersuchung. Der Zeichner kann die Dauer der Versicherung zwischen 10 und 20 Zahre frei wählen, jedoch nicht über daS 70. Lebensjahr hinaus. Das volle ZinsenerträgniS und der gesamte Lombardgewinn der Kriegsanleihe ko mt dem Zeich« ner zugute. Der Zeichner kann jederzeit oie Ber-sicherung auflösen. In diesem Falle wird ihm sein volle» Sparguthaben unter Zugrundelegung deS Kurses der Kriegsanleihe am MckkausSlage abge-rechnet. UeberdieS werden ihm die vorausbezahlten durch die abgelaufene Lersicherungszeit noch nicht verbrauchten Prämie» rückgezahlt. Für 1000 K vierteljährlich 20 K bei 1^ jähriger Zahlung, sür 15 Jahre 12-4U K und sür 20 Jahre 9-10 K vierteljährlich. Der hiesige Lehrer Ferdinand Porsche übernimmt LriegSanleiheversicheruugen und ist zu »veiteren Ausklärungen gerne bereit. Die Eltern werd«» eingeladen, die günstige Gelegenheit zu be-nutzen und sür sich und ihre Angehörigen zu sorgen. Lechncrs Kriegskarte von Nordita lien. Zur Lechnerschen «riegskarte XIX (Jsonzo-front (1 : 2UO.OOO) erschien soeben in neuer Aus-läge der westliche Anschluß Kriegskarte XV111 (Südtirol und das anschließende italienische Gebiet bis Ferrara (1 : 200.00V). Diese Karten, die »om militärgevgraphischen Institut hergestellt sind, gestatten zufolge ihre« größten Maßstabes, der derzeit erlaubt ist. die genaueste Versolgung der militari« schen Bewegungen. Der Preis dieser Lechnersch » KriegSkarle beträgt 2-80 K, mit Postzusendung 3 K; dieselben sind vom Verleger R. Lechner (Wilhelm Müller), Hos- und UnwersitätSbuchhand-lung, Wien 1., Graden 31, wie auch durch jede andere Buchhandlung zu beziehen. Unzulässige Feldpostsendungen. Mit Erlaß des Handelsministerium» wird bekannt gegeben, daß da» Armeeoberkommando Mitteilung machte von den immer häufigeren Vorkommen verderblichen Jnhal-te» in Feldpostsendungen insbesondere frische» Obst, da» in den meisten Fällen gänzlich verdorben bei dem BestimmungSseldpostamle anlangt, die Umhüllungen derart durchnäßt, daß fie zerreißen und die Adreßangabe oftmal» nicht zu entziffern ist. Weiter» werden entgegen der wiederholten Erinnerungen und Verbote noch immer feuergefährliche, leicht oder selbstentzündliche Gegenstände den Feldpostwarenprvbenscndungen oder Feldpostpaketen beigepackt und wurden dadurch in letzterer Zeit wieder-holt Brände von Eisenbahnwagen oder solche Sendungen befördernden Fuhrwerken hervorgernsen, wobei nahezu die ganze Feldpost vernichtet wurde. Durch solche Unv?rs HNgkeit oder Leichtsinn werden die von den 16rc.:Uri. st unter größten Opfern und Enlbeh-iuuga» angeschafften Gegenstände vernichtet, abgesehen von dem Verluste einer Unzahl von Korrespondenzen, welche die an der Front stehenden Kämpfer oft mit Sehnsucht von der Heimat erwarten und die durch solch ein rückfichtlose» vorgehen Einzelner dem Untergang« verfallen. Die Annahmepostämter wie auch die Abgabe-feldpostämter wurden um diesen groben Umfug zu steuern beauftragt, die Einhaltung de» Verbote» zu überwachen und über jeden einzelnen Fall die Straf-anzeige gegen den Absender gemäß den einschlägigen Bestimmungen de« Strafgesetze« zu erstatten. gum verkehr mit Hülsenfrüchten teilt das LandeswirtschastSamt mit: Die Unterneh» mer landwirtschaftlicher Betriebe dürft» von den beschlagnahmten Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen und Linsen) der eigenen Ernte de» Jahres 1917 sür jede im Hauihalt verpflegte Person 8 kg sür daS Jahr verbrauchen. Zur Aussaat dürsen von diesen HiUfenfrüchttn sür den Hektar der Anbaufläche vcr-wendet werden: Bei Buschbohnen 60 kg (80 kg, 100 kg), bei Stangenbohnen 40 kg (60 kg, 80 kg), bei Pferdebohnen «00 kg (220 kg, 240 kg), bei Erbsen 120 kg (160 kg, 200 kg) bei Linsen 100 kg (120 kg, 140 kg). Die Zahlen beziehen sich auf untere, die in Klammern auf milt-lere bezw. hohe Lagen. Urbertretungen dieser An-ordiungen werden strenge bestraft. Keine Kündigung, keine ginssteige rung ohne wichtigen Grund — da« i,t die Absicht der Mieterschutzverordnung. Die Gedanken der-selben sind so neu, daß sie sich, trotzdem sie beinahe ein Jahr in Kraft steht, noch nicht recht eingelebt hat. Ihre Kenntnis zu verbreiten, dient da« 9. Hest de« praktischen Führer« durch die österreichische Gesetzgebung, da« der „Mieterschutz" betitelt und von Dr. Fritz Winter verfaßt ist. Die erste Auflage ist bereit« ver-griffen. Nunmehr ist eine zweite erschienen, in der sowohl die bisherige Rechtsprechung der Gerichte, al« auch sämtliche Verordnungen, die auf dem Gebete dt« Mieterschutzes erlassen wurden, berücksichtigt sind. DaS Büchlein enthält auch ein Verzeichnis der nahezu 300 Orte, in denen nunmehr die Verordnung gilt. E« ent-spricht dem Stande der Rechtsprechung di« zum 2. Ok-lober 1917 und wird daher wobl so wie die erste Auflage, allen, die mit Wohnungtkündigungen und ZinSsteigerungen zu tun haben, willkomi-en sein. E« ist gegen Einsendung von 70 Heller in Briefmarken von der Wiener Volksbuchhandlung Jgnaz Brand u. Komp., Wien 6 , Gumvendorferstraße 18, zu be-ziehen. Hesterrcicher in der Keimat, helfet zum Endsieg! Seht, wie sie schlagen. Alle« ertragen Dort driußen im Feld; Seht, wie sie geben Freudig ihr Leben, Wohl jeder ein Held! * Siege um Siege! — — Helfet im Kriege Um heilige» Recht; Mit dem Besitze Kämpfet als Stütze D'm Siegergeschlecht! Heinrich von Schullern. Die slowenischen Teile der Provinz Udine. Im Abgeordnetenbause brachten die Abge-ordneten Dr. Rybarsch und Genossen einen Antrag an den Ministerpräsidenten ein wegen Vorkehrungen zu einer den nationalen Verhältnissen entsprechenden Ok« kupationiverwaltungen im slowenischen Teile der Pro-vinz Udine. Die Anfragesteller wünschen die Entsendung slowenischer Beamten au« dem Küstenlande in diese« Gebiet, deren Fühlungnahme mit den Vertretern ter Slowenen, volle Gemeindeautonomie, Einsetzung slowenischer Lehrer und Priester. Der Regierungschef wird ersucht, da« Armeeoberkommando auf diese Mo« mente im Interesse der dauernden Vereinigung diese« Gebiete« mit den übrigen slowenischen Ländern auf» merksam zu machen. Die Herren wollen also auch schon die Friauler dem Moloch de« »slowenischen Im-perialiSmu«" in de» Rachen werfen. Verkehr mit Getreide und Hülsen-früchten. Da« LandeSwirtschaflSamt der Statthalterei macht darauf aufmerksam, daß auch die Hülsen-fruchte aller Art (wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Pferde-bohnen) der staatlichen Beschlagnahme nach der kaiser-lichen Verordnung zur Regelung de» Gctreideverkehre» unterworfen sind. Sie dürfen daher nur an die Be- auftragt«! der KriegSgetrcide VerkehrSavstalt abgegeben werden. Sonstige Käufe und Verkäufe unterliegen der auf den Bruch der staatlichen Beschlagnahme gefegten strengen Strafe. Die Landwirte haben alle Hülsen-fruchte, die den zulässigen Saalgulbedars und da« anerkannte VerbrauchSauSmaß von 8 Kilogramm für die Person und da» Jahr übersteigen, an die KriegSge» treide-Verkehr«anstalt abliefern. Hirse, Mai» und Hai-den sind gleich den übrigen Getreidearten ebenfalls mit Beschlag belegt. Nicht Übel! Cadorna telegraphiert nach Rom: .Bitte, sendet sofort österreichischen und deru-schen Heeresbericht, damit ich weiß, wo rreine Trup-pen stehen." — Am Bahnhof: werden italienische Kriegsgefangene abgespeist; ihre Bewachung bilden deutsche Pickelhauben. Ein österreichischer Unteroffizier tritt hinzu und meint: „Nun, da wäre ja der Drei« bund wieder glücklich beisammen.* — In einer anderen Bahnstation steht ein langer Zug mit gefangenc» Italienern, die in offenen Wagen stehend untergebracht sind. Ein italienischer Offizier geht zum diensthabenden Beamten und beklagt sich darüber. Der Beamte rrwi-der!: „Entschuldigen Sie, auf einen selchen Massen« besuch waren wir nicht gefaßt!' Befunden wurde ein Geldbetrag, der gegen Nachweis de« Eigentumsrechtes beim Stadtamte be-hoben werden kann. Ein verbot des gweikampfes. ..Stref. leurs Militärblatt" meldet: Der Kaiser hat nachstehen» den Armee- und Flottenbefehl erlassen: Au? längst vergangenen Zeiten hat meine bewaffnete Macht den Zweitampf übernommen und ihn al» eine traditionelle Einrichtung behalten. Da« Festhalten an alten Ueber» lieferuHen kann aber nicht dazu führe», daß wider befsere Ueberzeugung, wider göttliche« Gebot und wider da« Gesetz die Austragung von Ehrenkränkungcn auch fernerhin der Gefchicklichkeit im Waffengebrauche über» aniworlel und dadurch dem blinden Zufalle überlassen wird. Zu einer Zeit, da jedes einzelne Leben dem Vaterland«, der Allgemeinheit gewidmet fein muß, dür-fen Ehrenkränkungcn nicht mehr im Kampfe mit der Waffe auSgetragen werden. Wer fein Leben im Zwei-kämpfe aufs Spiel fetzt, handelt nicht nur gegen daS Gebot und Gesetz sondern auch gegen 'sein Vaterland, da» auf die ungeschwächte Kraft jedes Manne» zur Verteidigung skiner Grenzen, zum Wiederaufbaue und Fortschritte zählt. DaS allbewährte Pflichtgefühl und daS sichere Urteil der militärischen Ehrenräte geben mir die Bürgschaft dafür, daß sich ihrem AuSspruche jeder wahrhaft rechtlich denkende Mann freiwilliq un» terwirft und daß durch ihre Entscheidung Ehrenkrän-kungen in Hinkunft auch ohne Zweikampf nach Ehre und Gewissen auSgetragen werden können. Ich verbiete daher allen Angehörigen meiner bewaffneten Macht den' Ziveikampf und jede weitere Teilnahme an einem Zwei» kämpfe. Im Felde, 4. November 1917. Karl m. p. Ausnahmen vom Ablieferungszwang für Baumwollwaren. Die Handels- und Ge» wervekammer in Graz teilt mit: Vom Ablieserunas zwang nach der Ministerialverordnung vom 30. Ok-tober 1917 sind außgenvmmen u. a. 5H)% der Bestände on Futterstoffen und Zutaten bei Schneidern, Konfektionären und sonstigen Gewerbetreibenden, die diese Bestände zur Ausübung ihre» Gewerbe» al» Futter, Zutaten oder HilsSmaterial verwenden. Fer« ner dürfe« «. a. Hotels und Gastwirtschaften, Badeanstalten, Mielwächeanstallen, WerkSverwaltun-gen die Abliefernng von Tischtüchern, Bcltnchern. Handtücher», Servietten, baumwollenen Decken und sonstigen abliefer«ng«pflichtizen Artikeln zunächst unterlassen. Alle vorstehenden Ausnahmen gelten je» doch nur zugunsten jener, die ihre Bestände an den hier bezeichneten Waren und Artikeln der Baum-wollzentrale A.-G. in Wien 1., Maria lheresien-straye 32/34, bis längsten» 18. d. anmelden. Bordrucke sür diese Anmeldungen werden von den poli» tischen Beziiksbehirden, den Handel»- und Gewerbe-kammern und der Uebernahwistelle der Baumwoll-zentrale A. G. für Sieieimark und Kirnten in Graz, Sackstrabe 16, kostenlos abgegeben. Die Handgranate als Heizmaterial. Der 65 Jahre alte Schuhmacher Josif Rakar in Laibach fand einen Holzstiel, an dessen Ende ein größerer Wulst befestigt war. Er nahm den Fund mit nach Haufe und legte ihn als willkommene» Heizmaterial in den Sparherd auf« Fe«e». Da gab e» einen heftigen Krach und dem Manne wurde der Mittelfinger der linken Hand zerfleischt. Er halte eine gestielte Handgranale in» Feuer getan. Schiffsjungenanwerbung. Einem Berichte de» k. u. k. Generalkonsulate» in Hamburg zuftlge mehten sich in letzter Zeit wieder die Eingaben von seefahrtslustigen jungen Leuten auS der Monarchie um Auskunft über die beste Art zur Ergreifung fre» SeemannSberufeS, die zumeist Bezug nehmen auf Snte 4 Stexiiche Macht tomum 77 (ine im österreichischen Schülerkalender und im österreichischen Studentenkalender enthaltene Warnung bei Inhalte«. daß junge Leute, die aus Grund der Anpreisung des Leemann«beruses sich al« Schiffsjungen bei einem der zahlreichen vermitt-lungSbureauS anwerben lassen »ollen, ausgesordett werden, sich vorher au daS k. u. k. Generalkonsulat in Hamburg zu »enden, das gerne bereit sei, ihnen mit AuSIunst über die Firmen und gewünschten Ratschläge an die Hand zu gehen. Auch an Eltern und Bormünder ergehe die Aufforderung, sich erst beim genannten ftousulate zu erkundigen, bevor sie ihren endgiltigen Entschluß fassen. Aus solche Ein» gaben könne das t. u. k. Generalkonsulat besonders unter den gegenwärtigen Umständen nur erwarten, daß infolge Lahmlegung de» gesamten überseeischen deutschen Schiffsverkehr? während des Krieges Schiffsjungen für die Handelsmarine von keiner Reederei aufgenommen werden und müsse, gemäß allgemeinen Kousular-Gebührentarifes Post L8 a sür die Registrierung und Erledigung dieser Einga-den jeweils der Betrag »on 4-50 ft durch die zu« ständigen Behörden einHeben lassen. Symphoniekonzert. Unser heuriger Winter trägt den Zug WS künstlerische an sich. Die Bemühungen Einzelner, Cilli mit vornehmen künstlerischen Veranstaltungen zu versorgen, sind Dank dem Entgegenkommen der maßgebenden Grazer Persönlichkeiten und der zustim-«enden Hallung des Cillier Publikums »on einem ueradezu überraschenden Erfolge begleitet. Endlich find wir soweit gekommen, um eine« Kunstgenusses willen nicht ein Heidengeld hinauswerfen und ganze Nächte in überfüllte» Wagen zubringen zu müsse«. Unser eigen-r Kunstbetrieb konnte ja auch in den besten Friedeniizeiten naturgemäß nur selten, aller-ding» hochstehende Veranstaltungen zeitigen. Zetzl im Kriege gehen auch diese wenige» Veranstaltungen, vor allem Orchesterkonzer^e, über unsere Krast, so-daß die Einsuhr fremder Kräfte von ausgezeichnetem Könne« nur ai'f da» srendigste zu begrüßen ist. In dieser Stimmung wurde auch Herr Kapell-meister Edler von Zanetti mit seiner künstlerisch hervorragenden Grazer GarnisonSmusik am Montag, den 12. d. in unserem Stadttheater stürmisch be-grüßt uud gefeiert. Endlich wieder der Klang eineS großen Orchestei s! Und gar die Symphonie Nr. 4 in B'dur von Beethoven. Mit Unrecht hat sich die Meinung festgesetzt, daß die Beethovensymphonien wt den ungeraden Nummern 3, 5, 7, 9 höher stünden alS die Nummern 4, 6, 8. Bor allem ge< hört doch die Vierte zu den am innigst empfundenen dankbarsten Werken des Meisters. Wie prächtig rollt der erste Satz dahin, wie ganz im Zeichen verklär-ter Liebe steht der überirdisch schöne Gesang des Adagio. Wie bestrickend gleitet da« Scherzo mit seinem «rbeetho»schen Trio dahin. Wie entzückend huscht der letzte Satz, ei» rechter Kehrau», vorbei I Herr Kapellmeister »on Zanetti und seine 50 ftünst. ler brachten alle Schönheiten des Werke« zur voll-fteu Geltung. Namentlich trug der Bortrag de« letzten Satzes den Stempel höchster Meisterschaft an sich. Trotz der nachfolgenden Herrlichkeiten blieb dieser Satz nach unserem Empfinden der Höhepunkt bes Konzerte«. Ueberau« daukbar siid wir Herrn Kapellmeister »oa Zanetti dafür, daß er uns mit der Othello-Ou»erture. op. 93, bekannt machte. Ein Werk »ol-ler Empfindung und EmdruckSkraft, rassig durch und durch und prachtvoll instrumentiert. DaS be-rühmte, oft beweinte Schicksal Othello« und DeS-demo»aS zeigt sich un« hier greisbar deutlich in Formen von gigantischer Größe. Hier uns im »Taffo' von Liszt, welcher sich wie eine edelkrönende Kuppel 9ber dem Bau dieses Konzertp-ogrammes wölbt, zeigte Herr Kapellmeister von Zanetti sich und seine Künstlerschar aus der Höhe modernen Musizierens. Diese Werke wurden mit einem hinreissenden Schwung, mit dem beseeltesten Ausdruck und mit einer berückenen Schönheit und Fülle des Klanges gespielt. Dazwiichcn erklangen drei lyrische Stucke op. 54 von Grieg: a) Norwegischer Bauernmarsch, b) Nokturno, c) Zug der Zwerge. Die Ausnahme der Stücke in die Borlragsordnung wurde von den zahlreichen Zuhörern dankbar begrüßt, welche die lyrischen Stücke von Grieg vom Klavier her in ihr Herz geschlossen haben. DaS Publikum blieb den ganzen Abend hindurch in gehobener Stimmung und wurde nicht müde, den ausgezeichneten Tonkörper und sein vortreffliche« Huupt mit stürmischen Beisall zu überschütten. Der Trennungsschmerz, den Jeder am Schlüsse deS Konzertes empfand, kann nur durch ein baldiges Wiedersehen gestillt werden. Ein solches steht, wie wir hören in Aussicht. Wenn nichts da-zwischen kommt, werden im Monate Jäuner aber-mal« zwei WohltätigkeilSkonzerte und ein volk«tüm-Iiche« stattfinden. So rufen wir denn unseren ver-ehrten Grazer Freunden zu: Aus Wiedersehen! — Das Reinerträgni« de« Konzertes fließt KriegSfür-forgezwccken zu. In diesem Zusammenhange sei mit wanner Anerkennung hervorgehoben, daß in der Konzertpause Damen au« den ersten Gesellschaft«-kreisen herrliche Ehryfanthemeu, welche Frau Direktor Hruschka (Store) liebenswürdigerweise beigestellt hatte, zum Berkause brachten. DaS namhafte Ergebnis, wehche« K 293.49 beträgt, fließt dem Witwen» und Waijenfonde deS Jnf.-Reg. 87 und Sch.-R. 26 zu. Krledensantelhe! Ueber die neue Anleihe ein Wort? — Es sei kurz. Wer noch Geld hat, der vertue eS nicht auf unsichere Spekulationen, noch ander schlechtes Zeug, er leihe es seinem Volke. Wir gaben Held zur Vernichtung der Feinde, wir geben eS zum Wiederaufbau unsere« HauseS, zur Urständ unserer im Kriege so schwer verluderten Gesittung. Menschen müssen wir wieder werden. Diese« Ziel allein ist deS letzten Opfers wert. NuchßanLknng Pvitz Nasch! hau«» « » äßftsft ♦ ♦ SHathPU« sie ! .. KttlUl .♦ nasse 1 Siathau« a«? Schrifttum. Kochkistenrezepte enthält da« neueste Spe> zialhau«haltung«heft der bekannten Zeilschrift »Da« Blatt der Hausfrau" Nr. 6 »om 11. d. in außer-ordentlicher Zahl. E« ist darin die Verwendung von getrocknetem Obst und Gemüse zu vollständigen tie» richten behandelt und ein Speisezettel für die Kochkiste sowie eine ganze Auswahl sonstiger Rezepte, Rat-schläge und praktischer Winke gebracht. Für eine ratio-celle Wirtschaftsführung ist die Verwendung der Koch-kiste heute unerläßlich und allen Hautfrauen kann da-her diese« Hau«wirtschaft«heft vom .Blatt der Hau«-frau angelegentlichst empfohlen werben. E« ist für 34 Heller in jeder Buchhandlung oder auch vom Ver-lag Wien l., Rosenburfenstraße 8, erhältlich. Abon-nementgebubr beträgt vierteljährlich 4'40 ff. Eingesendet. Zeichnet die 7. Kriegsanleihe, sorget für sich und euere Lieben, tretet der Kriegsanleiheversicherung bei! — Im vierten Srieg«winter stehen unsere Söhne und Brü-der im Felde. Ihrem Schutz und ihrer Wehr dient die Kriegsanleihe. Ihnen haben wir jetzt beizustehen. Allgemeine Wehrpflicht draußen, allgemeine Zeichnungspflicht da-heim! Der Krieg hat allgemeine Teuerung gebracht. Die Krieg»anleihe beseitigt ihre Ursachen und dämmt sie ein. Wer Kriegsanleihe zeichnet, erleichtert die Lasten aller und nähert un» dem Frieden. Der Säumige »erlingert den Krieg, sündigt an der Allgemeinheit und schadet sich selbst. Die Kriegsanleihe ist für jeden Einzel-nen die sicherste und besteGeldanlage: sür sie hastet alles Bermigen des Staates, sie bringt die höchsten Zinsen und ist frei »on jeder Sondersteuer. Jeder soll und muß zeichnen, soviel er nur irgend kann. Die KriegSanleiheversiche« rung weist allen den richtigen Weg. Wer in Zukunft sparen will, kann weit mehr an Kriegsanleihe zeichnen als er beute besitzt. Er sorgt zugleich sür Weib und Sind, für Eltern und Geschwister. Er zahlt die KnegSanleibe in 10 bis 2V Jahren ab. Stirbt er vorher, so erhalten seine Hinterbliebenen 1 of0vt die volle Kriegsanleihe. Die Ver-sich« ung ist allen in gleichem Maße zugänglich; dem Volke iu der Heimat und den Soldaten im Felde. Der Abschluß der Versicherung erfolgt auf Grund deS Vertrages mit dem k. k. österr. Militär-Witwen- und Waikensond durch die k. k. priv. Le-benSversicherungsgesellschaft Oesterreichischer Phönix in Wien. Die wichtigsten Vorteile: niedrigste Bei-träge ohne Unterschied des Alter«, Auf-nähme bis zum 60. I a h r e, »olle G i l t i g k e i t der Versicherung bei Tod im «riege, voller Zinsenertrag der Kriegsanleihe für die Zeich-ner, Un»erfallbarkeitder Spareinlagen vom ersten Augenblicke an. Bei 10jähriger Abzahlung sind für die Zeich-nung und Versicherung von 1000 Kronen Kriegs-anleihe monatlich nur 6 ü0 K. bei 20jähriger Ab-zahlung monatlich nur 3*10 K zu entrichten. Die sehr niedrigen Prämien können übrigen« auch ganz-, halb- oder vierteljährig abgestattet werden. Wer über größere Summen verfügt, kann die Prämie für die ganze Ve,stcherungSdauer auf einmal ent-richten — Einmalprämie — wodurch er der größten Vorteile teilhast wird. Die Prämien können auch mit früheren KriegSanleihepapieren entrichtet werden. KriegSanleiheversicherungen bis 5090 Kronen kinnen ohne ärztliche Untersuchung abgeschlossen wer-den. Bei höheren Beträgen ärztliche Untersuchung und besondere Bedingungen. Auskünfte erteilen und Anträge nehmen ent-gegen die LandeSstelle des k. k. österr. Militär-Witwen« und WaisenfondeS, Versicherunzabteilung, Laibach, Franz JosesS Quai Nr. l, die Bezirksst ellen in allen politischen Bezirken und ihre bevoll mäch-tigten Vertreter. Vermischtes. Die Synagoge als Hamsterbau. Das Krakauer Blatt „Nowa Reforma" bericht t: Bis »or Kurzem war « in gewissen Handelskreisen ein öffentliches Geheimnis, daß man im Wege des Kettenhandels in den Städten Westgalizien« ohne Karten oder behördliche Anweisung sämtliche unent-bkhrlichen Artikel in beliebiger Menge erhalten konnte, allerdings um einen sabelhasten, nur »on gewissen Kreisen erschwinglichen Preis. Dieses ös-sentliche Geheimnis der „gewissen" Handelstreist gelangte zur Kenntnis der Militärbehörden in Krakau, die mit der unverzüglichen Einleitung der Untersuchung in dieser Angelegenheit einen der fähig-sten Fuuktionäre der Militär-KundschaftSstelle be-trauten. Nach einig« Zeit entdeckte man totsächlich die Magazine der Lebensmittelwucherer und die Quelle de« üp»igen Kettenhandel«. Der Funktionär stellte fest, daß auS der BezirkShauptmannschast in Limanowa 20.000 bis 30.000 Zuckerkarten monatlich auf unbekannte Weise verschwanden, die dann ans den Markt de« großzügig geführten Kettenhan delS gelangten. Bei dieser Gelegenheit sand man bei weiterer Nachforschung ein ungeheures Lager von Schokolade, die noch von der Zeit »or dem Ausbruch des «riegeö stammte und «inen Wert »on 15.000 K darstellte. Diese Menge wurde »on einem gewissen Vertreter der Wiener „Hochfinanz" seit drei Jahren aufgespeichert. Auch ei» großes Magazin von Zucker, gleichfalls aus der Zeit vor dem Kriege, ferner Kaffee in großer Menge, Tee. Häute, Liederriemeir von recht beträchtlichem Werte wurden entdeckt. Diese Magazine von LebenSmilteln wurden auf dem Boden «nd in den Kellerräumen einer Ey-nagoge in Limanowa gefunden I I« Zusammenhang mit dieser Entdeckung wurden verhaftet: die Mit-glieder der Familie Moses Stern au« Limanowa, die bekannten Spekulanten Aron Rotlenderg und Selig Landau au» Neu>Sandec; ferner Da»'d Jo-fef Zndy, Zfaak Kögl, Abraham Bloch, Mende Reichert u. a. Die Unters» liung wird von den Mi-litärbehörden geführt und verspricht weitere sensa-tionelle Enthüllungen. mufroNitf EINZI0 UM SEINER I (Analytischen! IBESCHAFffNHEIU BESTES | ALTBEWÄHR' FAMILIENGETRÄNK. Nummer 77 Deutsch- Wacht Seite 5 K. k. Österreich. Militär-Witwen- n. Waisenfond Allerhöchstes Protektorat: w . . -IT. Seine k. u. k. Apostolische Majestät Kaiser KARL I. und Ihre MajestB« die Kaiserin ZITA. ------ Jährliche Prämienzahlung! Ohne ärztliche Untersuchung! I Zeichnet 7a Kriegsanleihe! Sorget für Euch und Eure Lieben I Tretet der Kriegsanleiheversicherung bei! Die Kriegsanleiheversicherung verbindet die Anleihezeichnilng mit einer Versicherung auf den Todesfall und Erlebensfall. Wer eine kriegsanleihe Anleihestücke ausgefolgt Stirbt er vor- her, so erhalten seine Hinterbliebenen sofort ohne weitere Zahlung die unbelastete Knegsan eihe. Für den Einschluss der Kriegsgefahr wird auch bei den Soldaten un Felde kein /usehuss verrechne^. Eine Ktiegsanleiheversieherung kann jede gesunde Person im Alter von 15 h»s 60 Jahren ahsctihesseD. Alles Nähere bei deu Bezirksstellen Cilli, Ran» und Wludlschgraz des österreichischen Milltär-Witwen- und Waisenfonds und bei den k. k. Steuerimtern. Steierm. Wolkskrankenkasse in Graz Iakominigaffe 7. Telephon 3495 und 2050. Krankenversicherung nirDienllboten land» und forstwirtschaftliche Arbeiter. Jene Dienstgeber, welche bisher ihre Dienstboten angemeldet hatten, wollen die Versicherung für daS kommende Jahr bis 16. Dezember l. I. erneuern, damit in der AnsprnchSberechtigung keine Unterbrechung eintritt. Erfolgt diese Erneuenmg nicht, so erlischt die Versicherung mit 31. De-zember l. I. Dienstgeber, welche die Versicherung nach dem 1. Jänner des kommenden Jahres erneuern, gelten als neubeitretende Dienstgeber und tritt dieSfalls die I4tägige Wartefrist für de» Anspruch an die Kasse ein. Die Versicherung kann auf Spitalbehandlung oder auch aus freie ärztliche Behandlung (auch zahnärztliche, Plomben) und Medikamentenbezug (beides) erfolgen. Erfolgt die Versicherung eines Dienstboten nach dem 1. Juli des Ber-sicherungsjahreS oder erfolgt die Erneuerung der Versicherung eines Dienstboten, weicher die Sasse im Versicherungsjahre durch volle vier Wochen in Ansprnch genommen hat, nach dem 1. Juli im Versicherungsjahre, so kommt nur die halbe Prämie sür daS restliche VersicherungSjahr zu entrichten. Bei Dienstbotenwechfel im BersicherungSjahre (Kalenderjahr) geht die Ver-sicherung aus den neuen Dienstboten ohne Entrichtung einer neuerlichen Gebühr über, nur muß der Austritt des früheren und der Eintritt des neuen Dienst-boten der Kaste sogleich angezeigt werden. Der Anspruch an die Kasse wird sür neubeitretende Dienstgeber 14 Tage «ach eingelangter Anmeldung erworben. Zur Anmeldung genügt lediglich die Bekanntgabe des Namens, Alters und der ZnständlgkeitSgemeinve des Dienstboten sowie die Eigenschaft des Dienstboten (Köchin, Stubenmädchen, Knecht. Magd, Hausbesorger, landwirtschaftlicher Arbeiter u. dgl.) Die Dienstbotenversicherung der gefertigten Krankenkasse erstreckt sich über ganz Steiermark und nach Maßgabe der Bestimmungen des § 48 Statut auch auf andere KronlÜuder. Mündliche Auskünfte und Anmeldungen an Wochentagen von 8 biS 1 Uhr mittags. Ausführliche Prospekte über Verlangen, werden sosort zugesendet. ^teiermärkische Votkskrankenkalse Zentrale Graz, Jakominigasse 7. Frachtenreklamationsbüro Graz, Radetzkystrasse 10 (Bestand seit 1901) übernimmt Reklamationen von Frachtmehrgebflhren, Lieferfristübersehrei-tungeu, Warenabgängen, Beschädigungen und Diebstählen während des Transportes, Tarifaufstellungen, sowie alle in dieses Fach einschlagenden Arbeiten. W0(1x1 ScliraIUlll« Musikinstrumentenmacher Kaiser Wilhelmstrasse Nr. 14 ■ Reichhaltige« Lager in Violinen. Gitarren, Zithern, Xandolinen, Mund- und Zieh- Cilli ■ Kaiser Wilhelmstrasse Nr. 14 harmonikas, Vlollnkästen nnd dergleichen Goldklang-Lauten Bestandteile für sämtliche Musikinstrumente. Best« Violin- und Zithersaiten. 'Kontoristin für Fabrik in der Nähe von Cilli per sofort gesuchte Periekte Stenotypistin und Konntnis beider Landessprachen in "Wort und Schrift, sowie etwas Praxis Bedingnng, einige Buchhaltungskennt-kenntnisse erwünscht. Selbstgeschriebene Offerte an die Werksdirektion. Adresse zu erfragen in der Verwaltung de« Blattes. Dru*sorten Iwwt »u majuflm usmien >>^^4 Grösstes Spezialgeschäft Cillis in Fahrrädern und Nähmaschinen. So"" legerräder, Pnchräder, WaflTenräder .. .. . tiUlnr»Lour! fllrllUTrUauf! >,.a Fahrräder von 120 K aulwiirts Grosse Reparaturwerkstättes Singer-Nähmasclilnen yoü 65 K aufwärts. iknton SÄ0|W, Mechaniker, Cilli, Herrengasse 2 Sämtlich« Bestandteile, LosUctaläuche, Mäntel, Sättel, Pedale, Laternen, Ketten, Lager, Freilanfnabe«, Alte Fahrräder fumi>ei>, Schlü^el. Ventilecbläiiche, UrifFe. BreinsRummi. Lenk.«Un>ceu, Glocken, werden einoetausch» Gnmmiifianni:, Hosenhaitrr. Oel, Kugeln u. » w. F.lektriHchejrttSchenlampen nnd Batterien. RtttonitiMunc Seite 6 Deutsche Wacht Nummer 77 Zu kaufen gesacht: Ein gut erhaltenes Herren-Fahrrad Anbote an die Kanzlei des Herrn Dr. Walter liiebl, Rathausgasse 5. Pianino fast ueu, «in Klavierstock er 1, eine Klavierkiste, Noten, ein Theatermantel neu, zu verkaufen. Anzufragen Giselastrasse Nr. 19, I. Stock links. Suche für einige Tage in der Woche ein Fräulein welches sehr gut zuschneiden und nähen kann, zum Unterricht. Anträge an M. S., Cilli, Lava 26. Jagdgewehr gebraucht, fast neu, wird verkauft. Anzufragen in der Verwaltung des Blattes. • -233M Möbl. Zimmer mit KQche oder auch 2 Zimmer sofort zu mieten gesucht. Anbote unter .Dauerhaft 23362' an die Verwaltung d. Bl. Wäscherolle zu verkaufen. Anzufragen Villa Sanneck. liesstres Fräulein sucht möbliertes Zimmer Gell. Anträge an die Verwaltung des Blattes. 23369 Kaufe kleinere und grosse weitbalsige Flaschen (Pulvergläser) auch solche mit eingeriebenen Glasstöpsel, sowie reine Medizingläser all« r Grössen. Anträge an die Verwaltung d. Bl. szzbö Schlossers Weltgeschichte in 18 Bänden, (20. Auflage vom Jahre 1885—1890) tadellos erhalten, um 50 K zu verkaufen. Anzufragen in der Verwaltung d. Bl. S3363 Wohnung bestehend aus 3 bis 4 Zimmern sofort oder später zu mieten gesucht. Zuschriften an die Verw. d. Bl. R Noch einige Vertreter für Pmatkundonbc«uch in der Prorini Anden lohnenden Verdienst durch erior-jpschen Vertrieb eines hochaktuellen, leicht verkJtaflichen QencheakartikeU. Prospekte, ausführliche Auskaufte. Keinc-legitimatinnen etc. xu Diensten. 8. Müller & Co., Wien I., Kai 8/4. Geschäfts- und Zinshaus mit 11 Wobnungen, grossem Keller, Stalluugen, Garten, an der Bezirksstrasse gelegen, sehr geeignet fQr Landesproduktenhandel, um 40.000 K zu verkaufen. Anzahlung 12-bis 15.000 K, Rest zu 4»/,«/,. Anträge an die Verw. d. Bl. 23348 Weingarten in einer der schönsten Lage Cillis. eine halbe Stunde von der Stadt entfernt, 21/, Joch Weingarten mit amerikanischen Reben, 4 Joch schlagbarer Buchenwald, 31/, Joch Wiesen mit ungefähr 300 Stack Edelobstbäumen, ein Herrenhaus, ein grosser Vieh- und Scbweinestall, ein Saletel, grosse Heuhfltte, Holzlege, zwei schöne Keller und extra noch ein Winzerkeller, Telephon, mit oder ohne Fundus instruktus sofort zu verkaufen. Nähere Auskünfte: Kaiser-Wilhelm-Strasse Nr. 3. Danksagung. 55usserstande für di« vielen trostspendenden Beileidskundgebungen und die herzliche Hnteilnahme anlässlich des Hblebens meiner unvergesslichen Gattin jedem Einzelnen auf das innigste )U danken, spreche ich Hllen auf diesem Mege meinen tiefst» gefühlten Dank aus. F)Ctl0Cl; k. u. h. Major. Grössere Posten Obstweine, Apfel- und Birnensaft ohne Wasserzusatz zu kaufen gesucht. Offerten mit Angabe von Alkoholgehalt, Quantum und Lieferzeit erbeten un die Baröter Spiritusraffinerie A.-G., Budapest, Kirdly u. 50. Zimmer sonnseitig, wird von einem stabilen soliden Herrn zu mieten gesucht. Gefallige Anträge an die Verwaltung des Blattes. G Einkauf von Hadern Art Jute Neutuchabfalle Knochen Schweineborsten Pferdeschweife Korke neue und gebrauchte kaufen gegen bare Bezahlung jedes Quantum zu den besten Preisen. IM. Thorinek & Co. Neugasse 8. Hausierer und Händler werden besonders berücksichtigt. Möbliertes Zimmer ist sofort zu vermieten. Anton Gregl, Laibacherstrasse 17. Eine gesetzte Person wünscht als verrechnende Kellnerin oder als Pächterin eines Gasthauses sowie auch als Wirtschafterin unterzukommen. Anzufragen Dienstvermiltlung Hüttig, Hauptplatz 12. Italienisch Grammatik, Konversation. Literatur unterrichtet Luise von Scbludermann, mit Auszeichnung befähigt. Kaiser» Willielmstrasse 55. Bucheinsicht Buchhaltung, Revision, Beaufsichtigung nnd Xeueinrichtuuir von Buchhaltungen sowie Aufstellung von Bilanzen übernimmt tüchtiger Fachmann. Zuschritten an die Verwaltung des Blattes. A Visitkarten Vereinsbuchdruckerei Celeja. A usweis über die im städt. Schlachthause in der Woche vom 5. bis 11. November 1917 vorgenommenen Schlachtungen sowie die Menge und Gattung des eingeführten Fleisches. Name des Fleischers Bracic Pel?r . . Friedrich Johann Junqcr Ludwig . Kosiär Ludwig . Ltttotäet Jatob Pleviat Frau» . Rebeuicbegg Josef SeUat SJranj . . 6t«tj« Josef . . Suppan Johann Zany Vitior . . Gastwirte Privat» - 5 -S ^ «5 u i i i 10 80 S frtir Hiinffiilirlfl stlniid in janKH CtlUrn | .5 -o vs B ■0 .*• B s s> •& ID i «5 — 's •§ Ü 5 ? tio G4 et) 13 1 32 4» 1 I Eingeführtes Fleisch in Kilogramm £ xr 3 I» U et e B? ö e i ~5 ■G -9 U) <0 JF 300 Kunmet 77 Oeuisdie lltcvrtit Seite 7 aSc^SC. * "*t * ^ i urch Sieg . zum Frieden! jit unvergleichlicher Tapferkeit kämpfen unsere Soldaten unter Einsatz ihres Lebens und erringen Erfolge, wie sie die Weltgeschichte bisher noch nicht gekannt hat. Die Erfolge können jedoch nnr dann von Daner sein und zu einem siegreichen Ende dieses furchtbarsten aller Kriege führen, wenn wir dem Staate die Mittel zum Kampfe herbeischaffen. Die Verteidigung unseres Bestandes ist eine unabweisbare Not-wendigkeit, sie ist unser fester und unbeugsamer Wille! Pflicht jedes Einzelnen >st es daher nach Maßgabe seiner Mittel, auf die jetzt unter besonders günstigen Bedingungen zur Zeichnung aufgelegte 7. Kriegsanleihe ju zeichnen. Keiner bleibe mrüdi! Zeichnet die 7. Kriegsanleihe? Anmeldungen nimmt entgegen die === Sparkasse Stadtgememöe Ctlli ~'rw*j .iPTPf} swTWVj 'rw rwwj\wtwjTw*j i*TPWyw^ * % S f , % v • k •> " ; * > Auf den Schlachtfelderu Italiens wird um den Frieden gekänipft, um unseren Frieden. Helfet mit, daß der Frieden gewonnen werde, verdoppelt die Kräfte der Tapferen, die um ihn ringe«, bringet ihnen das Geld dar, das ihre Rüstung stählt. Als am Jsonzo die Sturmhörner erklangen, stürzten Tausende furchtlos vor, dem Frieden zu dienen - wär's selbst dnrch den Tod. Euch ruft die Pflicht nur zn unblutigem Kamps, eure Habe nur, uicht euer 'Leben gilt es einzusetzen! Keiner darf bei diesem Kriegsdienst fehlen. Traget Kronen und Heller herbei für die 7. Kriegsauleihe. Die Kriegs-Anleihe ist der Schlüsse! zu». Tor des Friedens! Zeichnungen nimmt entgegen und alle Auskünfte über die Vornahme der Zeichnung erteilt die Schs„tleit«i^, «tnvainaig, Dr»ct und Berlaz: Aenui«buchdrultne: „6,1t,«" in (tiui. — Ber«uil»orttichrr Leiter: «uit» Echwt»,