Freytag den 18. März 1791. Inländische Nachrichten. N>ien, dcn ,3. März, Se. k. k. Maj. lm en Dcro ^ammenr uno Kön. erbl^tw. uchelmeu Rath , dcn Voroer^ ölie'.ruchlschen Regie; m:Zs - Ulid Appcl« latlonLprasicentcn, Frcyhernl v. ^mue, raw, nunmchr auch z^l 'Allcrhöcdstdero Hcnscrl. wirklichen Zehcil'.ien Rat!) zu ert.cmien gcrudet / in welchcr Eigenschaft derselbe am abgewichenen SonntuZe den E'ö oer Treue in Er. Naj. Hände schwor. Se. K. K- Moj. haben den Obex-sten dcs Kaunitziscben Infanteritrcgi« ments und Ritler des Thercsienordcns d. Linde, in Nücksicdt auf sane besonders im letzten Tmkenkriege erwochenen-Vorzüqll6)en Berdiensle / in 5cal>cn dcnm sämmtlichen in den tmserl. DttBen gs' stttndenen Partbeyen, wMe bco dem Ansi ruch der Rcvoiuzion in Nicoerland tm,n-Schaden erliltm hadiN, enien 3 Monatlichen Ga^egehazt zu bewittlaen Zcrubtt. Man sagt:.daß der König wn ^pai.lcn aus elnil^e Zm alU)er kommen jolle. Dcr Herr Obsrstlieutcnans vott Kavalar ?ft zum Odcljim befördert wori)cn. Dcr milänast von Szijlow ab-^aangcne L)rc,ßlftbe Gesandte war der ObcM,'Gmf von Lusi (»nchtLuckesini) we.lcocr ftch noch ,mmer alloort be- hndet. , , . .^'"! ,^" '3. w^3. Da die M drrostrrselchlschfn Landesstände tnic höch-sicr GrNfhmi^tt'^ den Betrag, der wft bey der erjleulich^ Zurückknnft eilies mu-erwählten römischen Kaifers von der Krb- « M!«g zu Frankfurt, auf die Beleuchtung » ihres Landhauses verwendeten Kosten, zu » Ausuattung vierzig armer altcrnlo>cr und mit Zeugnissen von guter Aufführung Versehener Landmadchnt, jeder mit 200 Gulden gewidmet haben; so ward nach derselben bey den, vier Kreisämtern des Landes Oesterreich unter der Ens eingelangten ttnd an düs ständische Vcrordnetenkollegium beförderten Gesuchen, im Beyseyn des Hrn. Landmarschalls, Grafen von Khevelchüller-Metsch, die Iichuni zehn solcher Mädchen aus jedem Kreisviertl den 17. Horuung vorgenommen. Se. k. k. Waj. haben den N. Qe. Standen zu bewilligen geruhet, daß si^ ihre Posiulata in eigenen Sitzungen , wo-« bey stets Se. k. Hoh. der E- H. Franz gegenwärtig semi werde, vortragen dürfen. Weil Ihre. Maj. die Kaiserinn wegen all «großen Staube und Befürchtung eines Kathars die von Gr. Maj. dem Könige von Neapel aufgeführte Tänze in der Redoute nicht sehen konnten , so wurden solche im Kammerball vor Ihrer Majest. der Kaiserin wiederholt. — Der Zufiuß von Menschen in die Redoute war so groß, baß die Einnahme von den 3 letzten sich auf l l Zoo ft. belaufen hat. Se. Maj. haben dcn ersten Ungar. Siebenbürg. Vizekanzler, Grafen v. Mai-lach, zum ersten Vizepräsidenten bey der uun getrennten Finanz-und Kommerzial-hosstelle ernannt, und haben zugleich die Hofrathe der Ungar, und Siebenbürgischen Hofkanzley, Franz Nedl v. Nottenhaufen, Wolfgang v. Kenlpelen, Andreas Semsey V. Semsey und Theodor v. Wästher, mit eiuer Anzahl von Sekretären und untergeordneten Beamten derselben Hofkanzley üu der Finanz-und Kommer stelle zu ver-letze« geruhet. — Um auch in dem Groji- sürsieuthum Siebenbürgen, die durch Gesetze und feierliche Diplome bestimmt? Form der allgemeinen Landesveowaltung wieder herzustellen, haben Se. Maj ;u gleicher Zeit geruhet, die Siebmbürg.sche Hofkanzley von der Ungarischen zu trennen / und dieselbe in denjenigen Stand, in welchem sie vor ihrer Vereinigung mil der Ungar. Hofkanzlen gewesen ist/ zurück u-setzen. Zu dem Ende lst nicht nur an die Siebenbürgische Landesstelle, w?gen Vorneh-mung der Kandidation zur Hofkan.lers-Würde der Befehl bereits ergangen, sondern Se. Majestät geruheteu auch indessen den bisherigen Ungarisch - Siebenbürgischen zwenten Hofvüekan^ler Grafen Samuel Te-leky zum Präsidenten der Siebenbürgtschen Hofkanzlen zu ernennen, in welcher Eigenschaft derselbe den 3. d. M. den Eid abgelegt hat. Die bey der nunmehrigen Sie« venbürgischen Hofkanzley angestellten Hofräche sind Hr. v. Rosenfeld, k. k. wirkl. geheimer Rath und ehemaliger königl. Kommissar des Beregher Distrikts , Graf Beth-len, bisheriger Gubernialrach, v. Donat, welcher bereits vor und während der Vereinigung diese Stelle begleitet hat, und v. Zeik, bisheriger Protonotar. Bis zur Anweisung und Zurichtung eines eigenen Gebäudes, werden die Sitzungen in dem besondern Saale des Ungarischen Hofkanz« ley - Hauses gehalten. Der Feldmarschalllieutena«t Baron Volt Schmidfeld hat das vakante Johann Pal« fische Infanterieregiment, und die durch den Todfall des Feldmarschalllieut- Drech« sler erledigte Inspektion bey dem Karl Tos-kanischen Regimente der Feldmarschalllieu« tenant Slader erhalten. — Se. Maj haben den Sohn des regierenden Reichs Gr. Bencheim Steinfurt zum Kapitän Lieutenant ernannt, und bey dtm Feldmarschall Printen M^an Ussingeu einffweilen an^ gestelltt. — Se. Maj. der Kaiser haben aus besonderer Gnade die Besoldlilig deren Hol stall < Partheyen zu vermehren geruhet, auch haben Se. Maj. denen bereits mit geringem Pcnfionsgehalt jubilirten Stall-Parch'yen die Pensiontu um etwas zu vermehren bewilliget. Graz, den 14. März. Wie man hört, so soll von höhern Orten an die Einwohner von Belgrad der Befehl ergangen seyn, alles, was an ihren Häuser» und Wohnungen beschädiget ist / ausbessern zu lassen, oder auch neue zu bauen. — Brie> fe aus dem Reiche geben, der Preußische Gesandte am Münchner Hofe Herr v. Brühl, habe München auf Befehl seines Hofes plötzlich verlassen — ohne Abschied ^u nehmen. — Kurköln befindet sich seil einiger Zeit mit dem preußischen Hofe in einem offenen Federkrieg wegen der Lütticher Exe-kuzionssache, Welcher immer/ hitziger wird. Doch dieses wlrd schwerlich blutige Folgen haben. Prag, den 2. März. D?r versior« bene Feldzeugmeister Graf Ioh. Palft) war einer der reichsten Kavaliers in Ungarn. Kraft seines Testaments erhalt seine Gemahlinn jahrlich 12^00 fl. Wittwenunter-Haltung, freye Viktualien von den Gü-tern ihres verstorbenen Gemahls und srcy-«s Quartier. Die zween hinterlassenen Söhne sind als gleiche Erben betrachtet worden, und jeder von ihnen erhalt 70000 fi. jahrliche Einkünfte. Die 2 Töchter ha> ben jede eine Apanage von jährlichen ,5^0 Gulden und die altere ein Kapital Von 400OO fi. die jüngere Von 30000 fi. — Das Hausgesinde, und die Bedienten sind der verwittweten Gräfin-, und den 2 Grafen empfohlen worden. Belgrad, ben 22. Zorn. Morgen sollte der erste Transport von delk im Lande befindlichen Türkischen Gefangn lien in Orsowa eintreffen , und qegcn delt 27° bey Kadojoway , an der Mündung des Timoks, beu Türken überliefert werden, Zu Widdin ist publnirr worden, wenn di? Türkischen Gefangenen einmal ihre Freyheit wieder erlangt hätten , so sollte auch jeder christl. Gefangene, was Geschlechtes oder Alters er auch sey, in Freyheit gesetzt werden, und niemand sollte sich unterfangen , einen christlichen Gefangenen ztt Verhehlen, tenn wenn es mit der Zeit entdeckt würde, so sollte der Verhehler ohne alle Gnade am Leben gestraft werden. Avüssel, den 25. Horn. Ein heute an allen öffentlichen Orten angeschlagenes Dekret ist folgenden Inhalts: Florimond Graf von Merco lc. zc. Die öjfen lichen Umstände und die so eben vorgegangenen Ereignisse gestatten es nicht, die Zukam-melckerufung elues höhcren für das Her« zygthum Vrabant gesetzmassigen eing?rich< teten und dem Zutrauen der Nazion angemessenen Gerichtshofes länger zu verschie, ^ bcn. Da wir bisher noch immer hofftett, daß die uns im Wege stehenden Hindere -nisse und Verwirrung durch die Güte des Kaisers und durch den Weg der Versöhtmugv geräumt werden, so wollten wir uns' nichb -übereilen; ?u unserm grösien Leidwesen schell-wir aber unsere Hoffnung getauscht. Daher haben wir von wegen und im Namen S^. Maj. und kraftIhrer höchsienQbcrgewalt beschlossen , den Rath von Brabant wieder emzusetzrn, und die Anzahl der Glieder, woraus derselbe bestehen soll, auf folgen«, de ein «schliesset!, nämlich: der Kanzler,^ Hr. von Krumpipen, Staatsrath Seiner Maj.; Vizekanzler van de Velde; Räthe: ^ ' K'wn , Fiska^ Cunlen , Charlier, van be Cnlyre. Wirix de Ionghe, .Freyherr von B'irrenssein, Huys de Böis St. Jean, Mercx. Gerichtschreiber: Lanne und Mos-selmann, Sekretarien: Misson, BeUanger, Delvaur, Deudon, von Coeckclberg , Re-niers, Vicomte von Töict. Substimt General Prokurator: von Leenberg. Erster Thürhütttr: de Vos. Da nun unter vbgedachten Gliedern sich einige b finden , 'welche gan; andere Eide geschworen haben, als diejenigen , welche sie beym Antritt ihrer Bedienungen Sr. Mai. leisteten, so ist unser Wille, daß sie ihren ersten Eid in die Hände des Kanzlers erneuern. Gegeben e ember slnd sie nicht mehr bey Tag in die St. P tcrs-kirche gekommen, wohin sie sich doch sonst alle Tage hinbegaben.- Am io. dieses, ließen sie sich in das Campo Mar 9 tragen , wo das Fest der H. Schoiasiika ge« federt wurde. — Im Vatikan ist vor der berühmten allen Statue des H. Peter, eine sehr schöne silberne Lampe aufgehängt worden, di? wegen ihrer Schwere und schönen Zlerrathen, allgemein bewundert Wird. Es ist unbekannt . wer sie g schenkt hat, und der Unbekannte will noch 2 Stiftungen zur Untcrha tung enietz ewigen dichtes dazu machen. ^________^ i «^ ^ ", ^ ..^.^ ^----------^----------.— > . > -^ Nachtrag zu ^,aibach. Gestern nach Mittag halten wir das lMverhofte Glück Se. Maj. unsern a''er-gnädigsten Kaiser in Begleitung II. KK. HH. der Er Herzoge Ferdinand/ Karl, und Leopolo / zwischen 2 und 3 Uhr ein« tre.fen /,u sehen. Nach emgenommclicn 9.^lttamale begaben Slch die 3 Erzhl.'r„o-ge nach Sonnegg um alldort den Äöuig von Neapel mit einem Besuche zu üb«5«- ^ raschen. Wird alle Dienst -und Freytage nachmittaZs um 4. Ubr auf dem Platze Nro^ »35« in dsr von Kleinmayerschel! Buchhandlung ausZegeden.